Ur. 77 Erstes Matt 182. Jahrgang Samstag, 2. April 1952 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Drud and Verlag: vrühl'fche Univerfitüls-Vuch- und Zteiudruckerei R. Lange in Siehe». Schriftlettung und Seschastrftelle: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Neichspfrnnig: für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrist 20*/„ mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich für‘Politik Dr. Fr. Will). Gange; für Feuilleton Dr.H.TKyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • DieScholle Manats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüsse unter Sammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gieße«. poftscheckkonto: Sranffurt am Main 11686. Oie Oonaukonserenz. "Schor wir uns nach Ablauf des behördlich verordneten Ostersriedens in der kommenden Woche mit dem zweiten Wahlgang der 'Reichspräsidentenwohl und den fast unmittelbar herauf folgenden Landtagswahlen in Preußen. "Sayern, Württemberg und Anhalt Hals über Kopf in neue erbitterte innerpolitische Kämpfe stürzen, ist es zwingendes Gebot wohlverstandenen Selbsterhaltungstriebs, noch einmal mit leidlich kahlem Kopf nach unserer außenpolitischen Lage älmschou zu halten, die in den nächsten Monaten bis in den Spätsommer hinein durch die drei Probleme, Donauwirtschaftsraum, Tributrevision und Abrüstung, beherrscht werden wird. Die Frage einer wirtschaftlichen Sanierung der Donauländcr, besser gesagt Mittel- und Süd- Osteuropas, steht zunächst auf der Tagesordnung. Sie war durch die Ankündigung eines deutsch- österreichischen Zollbündnisses in Angriff genommen worden. Frankreich hatte diese Aktion der Minister Curtius und Schober durch seine erfolgreiche Offensive auf Schilling. Mark und Pfund tc pebiert und der französische Ministerpräsident hat sich dann die Initiative zu einem Gegenstoß auf der gleichen Ebene mit unleugbarem Geschick selber in die Hände gespielt. Der Augenblick schien günstig. Deutschland war in heftigste inner- politische Kämpfe um die Präsidentschaft verstrickt, England vor schwierigen handelspolitischen Verhandlungen mit seinen Dominions nur mit einem Ohr bei der Sache, Italien sollte mit liebenswürdigen Worten und Versprechen für bie Zukunst geködert werden, und die Donau» staaten selber in finanziellen Schwierigkeiten schier versinkend, schienen nach jedem Strohhalm greifen zu wollen, von dem sie sich eine Rettung ans feste Ufer versprechen konnten. Aber das Ziel der französischen Politik, die AbschnürungDeutsch» lands vom Donauraum und die Sicherung der Vormachtstellung Frankreichs in Südostcuropa durch wirtschaftliche Dindungen der Donauländer untereinander unter dem französischen Protektorat, war nicht auf den ersten Anhieb zu erreichen. 3m ersten Stadium des Kampfes um den Donauraum hat Tardieu zweifellos eine Schlappe erlitten. Seine Absicht, das französische Zollbündnisprojekt ohne Zuziehung der Großmächte unter Ausschaltung Deutschlands nur in Verhandlung mit den fünf Donaustaaten durchzusetzen — Bulgarien hatte man in Paris „vergessen", um in dem neuen Block das französische Uebergewicht von vornherein zu sichern — diese "Absicht ist gescheitert. 3talien hat protestiert, Deutschland hat eine Konferenz der vier interessierten Großmächte angeregt und England hat bereits die Einladungen dazu nach London für Mitte der kommenden Woche ergehen lassen. Tardieu hat diese Schlappe durch einen neuen Schachzug wieder auszuwehen versucht. Er ist auf eine früher einmal ergangene Einladung des englischen Premierministers zurückgekommen und hat sich nun schon für die ersten Tage der kommenden Woche mit seinem Finanzminister Flandin zu einer Sonderbesprechung mit den britischen Staatsmännern in London angesagt. Macdonald sieht dieser Begegnung mit seinem Pariser Kollegen mit recht sauer-süßer Miene entgegen, aber er konnte sie nicht gut vermeiden, ohne die Gesetze diplomatischer Gast- sreundschast zu verleben. Die robuste Art Tar- dieus läßt sich von der wenig schmeichelhaften Begleitmusik, die die britische Presse zu seinem Empfang anstimmt, keineswegs stören. Er nimmt es mit in Kauf, in London ein unwillkommener Gast zu sein, wenn er damit sein Ziel erreicht, das diesmal weit mehr auf innerpolitifchem Gebiet liegt. Er braucht noch vor den Wahlen einen irgendwie in die Augen springenden außenpolitischen Erfolg. Da ein tatsächlicher, wie es die Durchsetzung feines Planes einer Donaukonfö- beration unter Ausschluß Dentschlonbs in den Augen der französischen Wähler gewesen wäre, nicht zu haben ist, muß er mindestens den peinlichen Eindruck der Isolierung Frankreichs, dos Erbe der unfruchtbaren Politik der Halbheiten Lavals, dadurch wegzuwischen suchen, daß er den Franzosen mit seinem erzwungenen Besuch in London so etwas wie eine Erneuerung der Entente cordulc vortäuscht. Wir glauben kaum, daß ihm dieses Manöver gelingen wird. Regierung und öffentliche Meinung in England sind über die seltsame Art, sich zu Gaste zu laben, verstimmt unb machen kein Hehl daraus, daß sie alles zu vermeiden wünschen, was nach einem betont herzlichen tetc-ä-tcte mit den Franzosen oussehcn könnte. Macdonald hat deshalb auch die beiden anderen am Donauprojekt interessierten Großmächte schon für die nächsten Tage zur geplanten Viererkonferenz nach London eingcladen. auf die Gefahr hin. daß weder der deutsche Reichskanzler, noch der italienische Außenminister einer so kurz befristeten Einladung folgen können und daß bann also, da auch der französische Ministerpräsident schon am Dienstag Englands Hauptstadt wieder zu verlassen gedenkt, die Konferenz, nur mit Diplomaten zweiter Garnitur beschickt, den Charakter einer ersten Fühlungnahme und unverbindlichen Vorbesprechung erhalten wird. Cs ist sicher, daß Tardieu mit der ihm eigenen Hartnäckigkeit in London alle Minen springen lassen wird, um eine Art französisch-englische Vorher st ändigung zu erreichen, ehe sich -auch die anderen Interessenten mit an den grünen Tisch setzen. Aber es ist fast ebenso sicher, daß ihm bie Herstellung dieser Front, deren Spitze sich nur gegen Deutschland unb wenn auch in geringerem Maße gegen Italien richten kann, Ficht glücken wirb. Denn die englische P o - itik geht im wohloerstcmdenen eigenen Inter- Deutschlands wirtschastliche Zukunst. GeheimratKastl vor den mitteldeutschen Industriellen.-Ablehnung einerWirtschastsautarkie. Eine Wiederbelebung der Privatwirtschast fetzt dringende Reformen in Gtaatsfinanzen und Verwaltung voraus. Frankfurt a.M.. 1. April. Der Verband Mit. tclbeutfd)cr Industrieller hielt heute im „Frankfurter Hof" feine Jahreshauptversammlung ab. Der Vorsitzende Dr. Waldemar Braun, wies einleitend auf Fehler hin, die das deutsche Volk in dem begreiflichen Wunsch der Schaffung besserer Verhältnisse nach dem Krieg in Verkennung des wirtschaftlich M ö glichen begangen habe, auf das Verlassen des Wirtschaftsgesetzes von Angebot und Nachfrage durch politisch staatliche Eingriffe und vertrat die Einsicht, daß der wirtschaftliche Abstieg Deutschlands und Oesterreichs nicht in dem erschreckenden Umfang notwendig gewesen wäre, wenn nicht in die Ordnung weltpolitischer Beziehungen der Völker wiederum machtpolitische Momente störend einbegriffen hätten. Hinsichtlich der „Arbeitsbeschaffung" wies er daraus hin, daß berechtigterBedarf, dem nur. die Möglichkeit der Befriedigung fehle, h i n= reichend vorhanden sei, wenn es gelinge, die Produktiv ns st ötten wieder zu beleben. (Sefreimraf Dr. h. c. Kastl, Geschäftsführcndes Präsibialmitglieb des Reichs- verbanbes ber Deutschen Inbustrie, warf fobann bie Frage auf, ob Deutschlanb überhaupt in ber Lage sei, eine autarke Politik zu verfolgen. Er verneinte biefe Frage entschieben unb betonte demgegenüber, baß Deutschland m i t der Weltwirtschaft verbunden bleiben müsse. Man habe sich immer wieder vor Augen zu halten, daß die deutsche Industrie zu fast einem Drittel für den Weltmarkt arbeite und daß Deutschland exportieren müsse, nicht etwa, um »sich den Weltmarkt zu erobern, sondern um seine finanziellen Verpflichtungen, bie aus privaten Verträgen entftanben sind: erfüllen zu können. Ebenso sehr, wie sich bas beutsche Volk in seiner Gesamtheit gegen irgendwelche politischen Zahlungen stemme, ebenso sehr sei Deutschland durchdrungen von der Rotwenbig- keit, seine privaten Verpflichtungen zu erfüllen. Allerdings müßten sich die Gläubigerländer Deutschlands darüber klar sein, daß sie Deutschland die Möglichkeit zur Innehaltung seiner Verpflichtungen geben müßten. b. h., baß sie bereit sinb, beutsche Waren überhaupt aufzunehmen. Leitmotiv für Deutschlands Kampf um feine wirtschaftliche Zukunft müsse sein, die Bedeutung der Privatwirtschaft und der ihr immanenten Entwicklungsgesetze wieder anzuerkennen. Die wesentlichste Voraussetzung hierfür sei die Wieder- herstellung der Rechtssicherheit, die durch verschiedene Maßnahmen der letzten Zeit stark gefährdet wurde. Die Regierung müsse endlich die B a h n frei machen für bieunternehmerischeIni- tiatihe, die ohne sichere Grundlage für eine Wiederherstellung ber Rentabilität nicht erweckt werden könne. In erster Linie müsse eine generelle Senkung besAnkostcnfaktors der öffentlichen Hand cintretcn. Die Oe- Gestaltung unb bie aus bem Gebiet der Arbeitsbedingungen bestehenden Hemmungen müßten beseitigt werden, wenn man erreichen wolle, daß wieder mehr Arbeitskräfte in den Wirtschafts- Prozeß eingeschaltet werden können. Aus dem Gebiet der Finanzpolitik sei es unerläßlich, endlich zu einer Senkung der Belastung zu kommen, bie völlig unerträglich geworben sei unb immer mehr Betriebe zum Erliegen bringe. Rot- wendig sei eine einheitliche Finanzord- n u n g , insbesondere für die Kommunen. Ebenso dringlich sei bie Umschuldung ber Gemeinden, sowie eine durchgreifende Reform ber Arbeitslosenversicherung unb ber Arbeitslosenfürsorge überhaupt mit dem Ziel einer Vereinheitlichung unb Ausgabenersparnis. Die von der Reichsregierung geplante V e r w a l tungsresorm sei allzulange verzögert worden. Endlich müsse auch gefordert werden, daß unsere Devisen- und Handelspolitik so gehandhabt wird, daß über den Kapitaldienst hinaus der R o h st o f f b e z u g ber beut scheu Industrie unb die Ernährungsgrund lagen des deutschen Volkes gesichert werden, und daß gleichzeitig ber inneren deutschen Wirtschaft gegenüber den gefährlichen Maßnahmen des Auslandes ein entsprechender Schutz gewährleistet werde. Sein freundlicher MlkonmeiMuß für Tardieu. London, 1. April. sWTB.) Der französische Besuch findet keine warme Aufnahme in den englischen Wochenzeitschriften, die sich allgemein gegen die Auffassung der französischen Presse von einer Wiederbelebung der Entente wenden, aber mit Befriedigung die Wahl Londons als Ort der Viermächtekonferenz begrüßen. Weekly Review weist daraus hin. daß Frankreich und Großbritannien letzthin bei der Erörterung internationaler Fragen i n v c r s ch i e- benen Lagern geftanben hätten, da die französische Regierung in der Hauptsache einen politischen Standpunkt eingenommen habe, während die englische Regierung sich von finanzwirtschaftlichen Erwägungen habe leiten lassen und ihre Politik der Rücksicht auf die Erholung der Welt untergeordnet habe. Die von beiden Seiten gewünschte englisch-französische Entente könne nur auf Grund eines Programms wiederhergeftellt werden, das energisch eine Verwirklichung der drei Ziele der britischen Politik erstrebe, nämlich möglichst weitgehende Beseitigung dessen, was das Vertrauen erschwere, einschließlich der Reparationen. politischen Schulden und der durch einseitige G e w a 11 a u f r e ch t e r h a 11 e - non Verträge, zweitens Schaffung einer stabilen internationalen Währung, drittens Gründung von neuen, ber gegenwärtigen Weltwirtschaft entsprechenden Wirtschaftseinheiten, drei Punkte, in denen bie französi - f ch e Regierung in der Vergangenheit s i ch als Haupthindernis erwiesen habe. Wenn auch für England eine Entente auf einer Basis, die zu oesteyen aufgehört habe, keinerlei Anziehung biete, so würde eine Bemühung, im Verein mit Frankreich, Deutschland und Italien die Donauländer in eine Wirtschaftseinheit zusammenbringen, als erster Schritt zur Liquidierung von Haß und Mißtrauen begrüßt werden. Rew States man and Ration schreibt, die französischen Vorschläge gingen dahin, unter Ausnutzung des wirtschaftlichen Zusammenbruchs Mitteleuropas mit Hilfe britischen Kapitals eine neue Einheit zu schaffen, die nicht so sehr als Bollwerk gegen Rußland dienen, sondern and) Deutschland von seinen Donau Nachbarn isolieren würde. Jeder Vorschlag, die Donanstaaten unter Ausschluß von Deutschland zu einigen, sei a 1 s Wirtschastsplan töricht, da Deutsch - lands Handel für ganz Mitteleuropa wesentlich sei. Macdonald habe eine große Gelegenheit, denn es würde für Frankreich nicht leicht sein, sich völlig von einem Plan zurückzuziehen, den es selbst vorgeschlagen habe. Großbritannien sei ebenso bereit wie Deutschland und Italien, alles in feiner Macht' Stehende zu tun, um bem bankerotten Europa auf die Beine zu helfen, aber es müsse zum Ruhen Europas a I s G a nzes unb nicht einer neuen Kombination im Sinne französischer politischer Bestrebungen sein. Die Tschechen und der Oonauplan. Prag, 1. April. (WTB.) Im Abgeordnetenhaufe erklärte Außenminister Dr. Benejch, daß in de, mitteleuropäischen Frage van einem Diktat der Groß möchte keine Rede fein könne. Die mitteleuropäischen Staaten seien reif genug, um a l s gleiche mit gleichen diese Angelegenheit zu verhandeln. Um aber zu einem Svnderregime — evtl, das Prä f e r e n 3 f i) ft e m — schreiten zu können, müsse man vorher wissen, ob die wichtigsten Faktoren in der europäischen Politik in dieser Angelegenheit z u einer Konzession bereit sind. Die Tscheche slowakei würde einen großen internationalen poli esse unb belehrt von bcn trüben Erfahrungen des vergangenen Sommers im Gegensatz zu den französischen Absichten auf eine wirkliche Sanierung der Donaustaaten aus. England muß, wenn es feine dort feftgelegten beträchtlichen Kapitalien nicht verlieren unb damit seine eigenen Finanzen einer neuen schweren Erschütterung aussetzen will, den wirtschaftlichen Zusammenbruch, bcn totalen Bankrott, ber in Oesterreich, Ungarn unb Rumänien vor der Tür steht, unter allen ilinftänben zu verhindern suchen. Es kennt die Gefahr des Umsichgreifens wirtschaftlicher Katastrophen und kann ein wirtschaftliches Trümmerfeld in Mittel- und Südostcuropa in diesem Augenblick um so weniger gebrauchen, als es sich anschickt, auf der Britischen Rcichskaufe r c n z in Ottawa den neuen von Revillc Chamberlain, dem Schahkanzlcr der nationalen Regierung, (ungeschlagenen Schutzzoll-Kurs mit den Dominions zu besprechen und diese womöglich für Vorzugszölle innerhalb des Britischen Reiches ober gar für eine Zollunion aller britischen Eliebstaatcn zu gewinnen. Englanb wirb sich also kaum Tardieu zuliebe zu handelspoli- tischen Experimenten drängen lassen, die ihm später Schwierigkeiten bereiten könnten. Dabei spricht natürlich mit, daß bie Aufwärtsbewegung des Sterlingkurses in den letzten Wochen bas englische Selbstvertrauen gestärkt hat unb bas den Stolz ber Briten schwer verletzende Gefühl finanzieller Abhängigkeit von Paris im Schwin- den begriffen ist. . Für Frankreich heißt das Schreckgespenst nach wie vor „Mitteleuropa". In dem Plan einer deutsch-österreichischen Zollunion sah es schon den „Anschluß" marschieren. Deshalb will Tardieus Plan die fünf Donanstaaten womöglich unter späterer Einbeziehung des getreuen Polen, aber unter Ausschluß des italienfreundlichen Bulgarien zu einem Wirtschaftskörper zusaminenschlicßen, um auf diese Weise gegen die Gefahr einer Ansteckung durch den pangermanischen Bazillus für alle Zeiten immun zu machen. Ein geschlossener Wirtschaftsraum von der Adria bis zum Schwarzen Meer, von Alpen, Böhmerwald unb Sudeten bis hinunter an die Grenzen Griechenlands unb ber Türkei - unb Deutschland vor der geschlossenen Tür gerade zu bem Gebiet, baS seiner Wirtschaft in hohem Maße Ergänzung unb Ausgleich zu bieten vermag. Tarbieu hat natürlich auch noch ein handgreiflicheres Interesse an einer Sanierung des Donauraumes, die er sich irrtümlicherweise von der Durchführung seines Plans verspricht. Frankreich hat im letzten Jahrzehnt ungezählte Millionen in seine Vasallenstaaten auf bem Balkan hincingepurnpt, jedoch mit ber Zwangsauflagc, sich eine militärische Rüstung zu- zulcgcn unb ausrcchtzuerhaltcn. die den größten Teil der Staatseinnahmen verschlang und nun im Zeichen der großen Wirtschaftskrisis eine ungeheure Verschuldung zur Folge gehabt hat. Frankreich will also nun seine Vasallen unb Schulbner wieder zahlungsfähig machen, indem es ihnen durch Beseitigung ber Zollschranken ober zumindest durch Vorzugszölle untereinander einen großen geschlossenen Wirtschastsraum schasst. Dabei geht es von ber Voraussetzung aus, daß die nationalenWirtfchaftcn der cinbezogenen 5 Donau- ftaaten sich hinlänglich ergänzen und einen großen Markt bilden, ber sich selbst genügt. Daß bies ein grunblcgcnbcv Irrtum ist, haben wir an biefer Stelle schon bei früherer Gelegenheit ausführlich nachgewicsen. Die drei reinen Agrarländer Rumänien. Ungarn unb Sübslawien erzeugen weit mehr Getreide, als die beiden einbezogenen vorwiegend industriell orientierten Länder Oesterrei ch und die Tschechoslowakei aufzunchmen vermögen. Beide, Oesterreich sowohl wie die Tschechoslowakei. haben aber überdies eine eigene Landwirtschaft entwickelt, die den Eigenbedarf an Agrar- probukten nahezu deckt unb durch bie ilcberflutung mit den Erzeugnissen der südöstlichen Agrarstaaten nach dein Fallen der Zollschranken ber gänzlichen Vernichtung anheimsallen müßte. Auch die Inbustrie Oesterreichs würde kaum auf ihre Rechnung kommen, da sie in der Hauptsache Qualitätsware erzeugt, für die der Absatz bei ber kulturell unentwickelten, bedürfnislosen Bevölkerung ber brei in Frage kommenden Agrarstaaten sehr gering sein wird. Wirtschaftlich der Hauptnuhnießcr des Tardieu- Plans wäre zweifelws bie tschechische Industrie, die stark auf billige Wafscnfabrikatton abgestellt ist und damit auf dem Balkan einen großen Markt fände. Dank ber ifjr gewährten Vorzugs - LÄK WÜ5Ü8 es chr pcher lchnell LLllWeg, ins heute noch starke deutsche Konkurrenz aus dem Felde zu schlagen Sv ist sic denn auch neben bcn politischen Drahtziehern in Prag der eifrigste Wortführer für das Tarbieuschc Donauprojekt, während die tschechischen Agrarier, die stärkste Partei im Parlament, sich vorerst noch ablehnend verhalten und auch die Rationaldeinokraten des alten Panslawisten Dr. Kramarsch vor dieser Kombination warnen aus Haß gegen die Magyaren und die Deutschen, die innerhalb ber geplanten Donaukonföderation einen Block von insgesamt rund zwanzig Millionen gegen ebensoviel Millionen Slawen unb rund 13 Millionen Rumänen bilden würden. Doch wird es dem viel- gewandten Bencsch schon gelingen, diele Widerstände zu überwinden, denn die infolge ber Wirtfchaftskrisis in bcn vier übrigen Rachsolgc- ftaaten Oesterreich. Ungarn. Rumänien unb Süd- slawien eingefrorenen Außenstände der tschechischen Wirtschaft befragen rund 1.3 Milliarden Tschechcn-Kroncn ( 160 Millionen Reichsmark, unb. die tschechische Ausfuhr nach den genannten Ländern ist beträchtlich gpfunfen, vielfach zu- gunften der deutschen Konkurrenz So wird die Tschechoslowakei trotz heute noch sich widersprechender Meinungen in Prag doch vermutlich der stärkste Bundesgenosse ber französischen Donaupläne werden Diese können aber nur dann verwirklicht werden, wenn Deutschland fo- wohl wie Italien auf ihr Mcistbegünstigungsrecht verzichten. Ferner hofft man wohl, um den suböstlichen Agrarstaaten die Donaukonföderation schmackhaft zu machen, daß Deutschland gegen unwesentliche Zugeständnisse ihrer Getreideaus' fuhr, bie, wie oben schon gesagt, in Oesterreich unb ber Tscheche! keinen ausreichenden Absatzmarkt gewinnt. Vorzugszölle gewähren wirb Dazu bat Deutschland natürlich nicht die geringste Veranlassung, wenn es im übrigen ausgeschaltet werden soll. Es kann seine Ausfuhr nach bem Südosten nicht den französischen Machtgelüsten opfern unb wird schon in den Vorbesprechungen in London mit allem Emst auf die wirtschaft lichen Llnmöglichkciten des von rein politischen Interessen diktierten Tarbieu-Plans Hinweisen müssen. Rur mit Deutschland 'st eine wirtschaftliche Sanierung im Donau raum, bie Ltkteg 2ameg Derineni, rischen sowie innerpolitischen und wirtschaftlichen Fehler begehen, wenn sie nicht allcSympathic und BereitwilligkeitfürdieVer Hand- l u n g e n zeigen würde. Der Minister betonte jedoch, daß die Tschechoslowakei stark genug sei, um n u ch auf eigenen Füßen st ch c n. zu können. SaSZilianzkomitee des Völkerbundes über die Mirtschastskrisis der Donauländer. Genf, I. April. (WTB.) Der Bericht, den das Finanzkomitee des Völkerbundes über tue Lage Oesterreichs, Bulgariens, Griechenlands und Ungarns erstattet hat. enthält die ernsteste Mahnung an die Regierungen, nunmehr schien- n i g st die erforderlichen und zum Teil schon empfohlenen Maßnahmen zur Behebung der Weltwirtschaftskrise zu ergreifen. Es wird der Enttäuschung Ausdruck gegeben, daß seit dem Herbst vorigen Jahres nichts geschehen sei. um die großen finanziellen Probleme, namentlich das internationale Schulden - und Reparativ nsproble in zu lösen. Bei dieser Gelegenheit wird an die Baseler Berichte des Wiggins - Ausschusses (August 1931) und des Veneduce-Ausschusses «Dezember 1931) erinnert, die die Notwendigkeit schleunigen Handelns auf diesem Gebiete betont hätten. Inzwischen habe sich die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung der Welt verschlechtert. Das Finanzkomitce halte cs für seine Pflicht, rückhaltlos auszusprechcn, daß die von ihm vorgcschlagenen Maßnahmen zur «Sanierung der betreffenden Länder ungenügend bleiben mühten, wenn nicht auf dem Gebiete Les internationalen Schuldenproblcms wirksame Schritte unternommen würden. Auf den Zusammenhang zwischen den großen Finanzfragen und den internationalen Güteraustausch hinweisend, wird festgestellt, daß die politischen und privaten Schulden nicht gezahlt werden könnten, wenn durch eine falsche Schutzzollpolitik der internationale Handel gelähmt würde. England bezahlt seine Schulden. Kreditrückzahlungen an Amerika und Frankreich. London, 1. April. (III.) Wie das Schatzamt mitteilt, hot England entsprechend der bereits von Ncuyork aus erfolgten Ankündigung einen weiteren Betrag von sechs Millionen Pfund (30 Millionen Dollar) des amerikanischen Anteils von 40 Millionen Pfund an dem im August 1931 von Amerika und Frankreich zu gleichen Teilen ge- währten 80-Millionen-Pfund-Kredit zurückge- zahlt. Der Re st betrag von 4 Millionen Pfund (20 Millionen Dollar) wird, wie verlautet, a m nach st en Dienstag zur Rückzahlung gelangen. Ferner wurden weitere sieben Millionen Pfund (900 Millionen Franken) des entsprechenden französischen 40-Millionen-Pfund-Kredits zur Rück» Zahlung gebracht, so daß nunmehr der von den französischen Banken gewährte Kreditanteil von 20 Millionen Pfund voll a b g e d e ck t ist. Die übrigen 20 Millionen Pfund (2500 Millionen Franken), die durch öffentliche Zeichnung in Frankreich aufgebracht worden waren, können e r st am 2 8. Ä u g u st d. I. zurückgezohlt werden. In beiden Fällen, sowohl bei dem amerikanischen als auch bei dem französischen Kredit, hat sich England das Recht zur Wiederaufnahme der Kredite bis zum August bzw. September 1932 vorbehalten. Der neue propagandafeldzug Hitlers. München, 1. April. (ERD.) Die Ration alfoziali st ische Parteikorre- fpondcnz veröffentlicht Einzelheiten über die Borbereitung zur Propaganda für den zweiten Gang der Reichspräsidentenwahl. Am kommenden Sonntag 12 Uhr sei der Burgfrieden beendet. 3n der gleichen Minute werde Adolf Hitler bereits vor eine Massenversammlung treten. Es ist beabsichtigt, daß er während der ganzen noch verbleibenden Woche dauernd unterwegs ist und täglich an etwa drei bis vier verschiedenen Stellen spricht. Rach nationalsozialistischer Berechnung sollen auf diese Art etwa 1 Million Versamm- lungsbesuchcr Gelegenheit haben, ihn persönlich zu hören. Die Parteikorrespondenz, die von einem „gigantischen" Plan spricht, der „in der Großzügigkeit der Idee und dem Maß zu bewältigender Arbeit in der Geschichte parlamentarischer und anderer Wahlen nicht seinesgleichen" habe, kündigt weiter an. daß d i e Parteileitungen während dieser Zeit in vervierfachter und verzehnfachter Auflage erscheinen sollen, der „Völkische Beobachter" sogar in Millionenauflage. Hitlers Prozeß gegen die „Münchener Post". München, 1. April. (TU.) In der Rr. 273 der ,Münchener Post" vom 25. Rovember 1931 erschien die sogenannte M o r d l i st e, die die Lieberschrift trug: „Die Vorbereitungen zur Razi-Barthvlomäusnacht — Das Braune Haus legt Listen an.“ Ein weiterer Artikel erschien in der Rr. 276 vom 28. Rovember unter der Spitzmarke „Die Razi-Partei in der Klemme". Im ersten Artikel war behauptet worden, daß Führer der RSDAP. im Braunen Haus politische Mordlisten in größerem Umfange vorbereiteten, während der zweite Artikel die Behauptungen in diesem Sinne wiederholte. Wegen dieser Artikel stellte Adolf Hitler Klage gegen den Schriftleiter der „Münchener Post", Gruber, wegen übler Rachrede. Die Dormittagsverhandlung war ausgefüllt mit der Vernehmung des Haupkeugen, des 23 Iahre alten früheren SA. - Mannes Iohann Lodel, gegen den ein Verfahren wegen Betrug und Urkundenfälschung schwebt. Er soll die Listen angefertigt und dem Hauptschriftleiter, Landtagsvizepräsidenten Auer, überbracht haben. Der Zeuge gab zu, die Listen selbst gefälscht zu haben. Es handelt sich im ganzen um vier Listen, die mit falschen Unterschriften, darunter der des Grafen du Moulin-Eckart, versehen wurden. Er sei alsSpitzel zugunsten der SA. im Braunen Haus angestellt gewesen. Am 14. September habe er mit Äameraben einer Hundertschaft Streitigkeiten gehabt und sei mißhandelt worden. Dann sei er aus der Partei ausgeschlossen worden. Für die vier Listen habe er vom Hauptschristletter Auer 120 Mk. und einen Gcmsbraten erhalten. Es sei im Braunen Haus von keinem der Führer gesagt worden, ob überhaupt und welche Personen bei der Ucbernahme der Staatsmacht durch die Rationalsozialisten um die Ecke gebracht werden sollen. Der Zeuge Prinz zu Waldeck-Pyrmont bestritt das Vorhandensein eines geheimen Rachrichtendienstes bei der RSDAP. Der Vizepräsident des Bayerischen Landtages. Auer, erklärte, er habe dem Lödel für die Schriftstücke 20 Mk. gegeben. Auf Grund seiner Erfahrungen im Iahre 1923 und angesichts der Eristenz solcher Listen habe er die Ueberzeugung gewonnen, daß die Listen echt seien. Rach der Vernehmung einiger weiterer Zeugen wurde der Prozeß auf Dienstag vertagt, da das Gericht auf den Zeugen Graf du Moulin-Eckart nicht verzichten konnte. Stahlhelm und Hitler-Kandidatur. Berlin, 1. April. (ERB.) Das Bundesamt des Stahlhelms teilt mit: Die nationalfozialistische Presse veröffentlicht einen Aufruf für 'Adolf 5) i t l e r, der auch vonHerzogKarlEduard u o n Coburg unterzeichnet ist. Der Inhalt dieses Aufrufs widerspricht der politischen Stellungnahme der Stahlhelm- f ü h r u n g. Seine Unterzeichnung durch den Herzog von Coburg ist geeignet, die einheitliche Politik des Stahlhelms zu s ch ä d i g c n. Die Bundesführer haben die nötigen Schritte cingcleitet. ■' -T Z-, BL Lieble Entgleisung Tardieus. Oer französische Ministerpräsident über die „Diktatur der Notverordnungen" in Deutschland. — Letzte Sitzung der Kammer vor den Wahlen. Paris, 1. April. (WTB.) Die Kammer hat heute nachmittag in vierter Lesung das Budget in der vom Senat angenommenen Fassung endgültig verabschiedet. Ministerpräsident T a r - dieu verlas dann das Schliehungs- betret der Kammer von 1928. Die neue Kammer tritt am 1. Iuni zusammen. Das Budget schließt in der endgültigen Fassung mit einer Einnahmesumme von 41 100 883 494 Franken und einem Ueberfchuh der Einnahmen über die Ausgaben in Höhe von 3 381 742 Franken ab. Das Budget ist also nicht rechtzeitig am 31. März, dem letzten Tage des alten Budgetjahres, verabschiedet worden, doch hatte man in Kammer und Senat, wie das in früheren Iahren schon öfter geschehen war, den Schein dadurch gewahrt, daß die Uhren angehalten und erst bei Verlesung des Schließ rmgs- dekrets wieder richtig eingestellt wurden. Die Dercchschiedung des Budgets erfolgte mit 435 gegen 13 5 Stimmen. Tardieu hatte der Kammer fünfmal die Vertrauensfrage gestellt und eine Mehrheit von 70 Stimmen erhalten. In der Sitzung war es mehrfach zu Z u s a m- menstöhen mit der Opposition gekommen. H e r r i o t und dem Sozialisten B e d o u c e, die die Finanzregelung angriffen, erwiderte Tardieu, die Sozialisten hätten die Regierung stets dazu getrieben, an das Ausland garantielos Kredit zu gewahren: sie hätten das Diktaturregime, das in den deutschen Rotverordnungen 311m Ausdruck komme, unterstützen wollen. Diese unerhörte Entgleisung des Ministerpräsidenten gibt der sozialistischen Presse Anlaß zu Protesten. Der „Ouotidien" schreibt: Ministerpräsident Tardieu hat einen Augenblick vergessen, daß er Außenminister ist. Abgeordneter Dedouce machte ihm mit Recht den Vorwurf, unüberlegt verschiedenen ausländischen Staaten Anleihen gewährt zu haben. Tardieu erwiderte: .Müssen denn diese Länder, um dje sozialistische Zustimmung zu erhalten, einen Marschall zum Präsidenten haben? Ist es nötig, daß eine Regierung, damit wir mit ihr ein Abkommen abschließen können, die Stimmen der Sozialistischen Partei erhält und sich nur durch eine Diktaturder Rotverordnungen hält?" Allem Anschein nach, so fährt „Quotidien" fort, hat der französische Regierungschef kurz vor den deutschen Wahlen dem Wettbewerber des Präsidenten Hindenburg, Hitler, ein wertvolles Argument geliefert, und das gerade in dem Augenblick, in dem der französische Ministerpräsident auf einer bereits an&eraumten Konferenz mit der Reichsregierung verhandeln soll. Das ist cin seltsames p 01i- tisches Verfahren. Vielleicht wäre es für einen unverantwortlichen Parteigänger möglich, aber was soll man davon halten, wenn derartige Methoden von einem am Ruder befindlichen Regierungschef einer großen Ration angewendet werden? DerKamps gegen das SmlMmim Osten. Litauen. Tie Wahlen zum McmelLandtag. Kowno, 1. April. (SU.) Die volkssozialistische „Lietuvos Zinios" veröffentlicht eine Unterredung mit dem Landespräfidenten Simaitis, in der dieser zu der Entlassung der 21 deutschen Lehrer erklärt, diese Maßnahme sei darauf zurückzuführen, daß im Memelgebiet ebensoviele einheimische Lehrer erwerbslos seien, für die in erster Linie gesorgt werden müsse. Wären noch mehr arbeitslose einheimische Lehrer vorhanden gewesen, so hätte eine weitere Entlassung aus der Reihe der 105 noch im Memelgebiet beschäftigten fremdstaatlichen Lehrer erfolgen müssen. Simaitis erklärte weiter, daß er im Memelgebiet nicht einen einzigen Beamten an ft eilen werde, der nicht beide Sprachen beherrsche. Ebenso werde er sich durch nichts davon abhalten lassen, diejenigen Bewohner des Memelgebietes e i n z u - bürgern, die auf Grund des Statuts eine Berechtigung dazu haben. Maßgebend für die Einbürgerung sei nicht die Erteilung des Wahlrechts, sondern die Gleichstellung aller Bewohner in rechtlicher und wirtschaftlicher Hinsicht. Die Landtagswahl werde nach dem letzten litauischen Sejm-Wahlgesetz geschehen. Es sei jedoch nicht ausgeschlossen, daß Aenderungen sowohl in bezug auf die Verteilung der Mandate, als auch in der Frage der Stimmabgabe eintreten könnten. Es sei nicht ausgeschlossen, daß die Abstimmung auf Grund des neuen litauischen Selbstverwaltungs-Wahlgesetzes vor sich geb-m, würde. Dieses Gesetz sieht vor, daß der Wähler' sich aus allen Kandidatenlisten diejenigen Kandidaten heraussuchen kann, die er für seine Wahl für richtig hält. Dies sei jedoch, so erklärt Simaitis, letzten Endes eine Sache der Zentralregierung. Hierzu wird von deutscher Seite bemerkt: Rach Art.29 des Memelstatuts werden die wohlerworbenen Rechte aller Beamten und , Angestellten, die am 1. Ianuar 1923 im Memelgebiet angestellt waren, von den Behörden de- MemelgebietcS anerkannt. An keiner Stelle des Memelstatutes wird die Kenntnis der litauischen Sprache als Vorbedingung für die Einstellung von Beamten festgesetzt. Hinsichtlich der Bezugnahme auf das litauische Sejmwahlgeseh ist zu bemerken, daß zwar Art. 11 des Memelstatuts seine Anwendung zuläßt, daß aber andererseits Art. 10 des Statutes vorsieht, daß die Abstimmung in „allgemeiner, gleicher, direkter und geheimer Wahl" stattzufinden hat. Bereits anläßlich der Landtagswahlen im Herbst 1930 sind Versuche der litauischen Organe, den Wählerkreis zugunsten der litauischen Bevölkerungselemente zu verschieben, durch Eingreifen des Völkerbundsrates verhindert worden. Polen. Weitere Enteignungen deutschen torunb« bcsitzes in Posen und Pommcretlen. Warschau, 1. April. (TU.) Das polnische amtliche Verordnungsblatt veröffentlicht auf Grund des Bodenreformgefehes eine Liste der im Lause des Iahres zu enteignenden Grundstücke. Demnach entfallen i n P 0 - sen auf deutschen Grundbesitz ungefähr 3000 Hektar und auf polnischen ebenfalls 3000 Hektar. I n Po mm ereilen entfallen auf deutschen Grundbesitz etwa 5700 Hektar und auf polnischen nur 1900 Hektar. • Wie bisher, so ist auch dieses Mal das Mißverhältnis des zur Enteignung bestimmten deutschen Grundbesitzes gegenüber der polnischen Quote auffallend. Alm so mehr, als Polen bekanntlich den letzten Beschluß des Dreier-Komitees hinsichtlich der Agrarreformklage des deutschen Abgeordneten Grübe an den Völkerbund angenommen hat. In diesem Beschluß wird beispielsweise festgestellt, daß die bisherige Enteignungspraxis der polnischen Regierung namentlich den Deutschen im Korridorgebiet gegenüber eine Verletzung der diesbezüglichen Bestimmungen des Minderheiten Vertrages darstettt. Ferner wird der polnischen Regierung ein Ausgleichsverfahren mit den geschädigten Grundbesitzern^ anempfohlen. Schließlich ist beachtenswert, daß die 8ur Enteignung bestimmten Grundstücke beinahe ausschließlich an der Eisenbahn-- linievonBrombergnachGdingenge- legen sind. Richtsdestoweniger seht Polen diese Enteignungen fort und auch diesmal wird der deutsche Besitz Posens und Pommerellens weit über seinen prozentualen Anteil am Großgrundbesitz dieser beiden Provinzen zur Zwangsenteignung herangezogen, da der deutsche Besihanteil in Posen 27 Prozent, in Pommevellen etwa 52 Prozent der Gesamtfläche des Großgrundbesitzes ausmacht. Wahlbündnis der gemäßigten Rechten. Graf Westarp führt die Landestiste. Berlin, 1. April. (BDZ.) Das Wahlbündnis zwischen der Wirtschaftspartei und der Landvolkpartei sowie der Liste „Iunge Rechte" für die bevorstehenden preußischen Landtagswahlen ist zustande gekommen. Zur Liste „Iunge Rechte" gehören insbesondere die Volkskonservativen und Iugendgruppen, die ohne politische «Selbständigkeit sich formiert haben, wie die Fichte-Gesellschaft usw. Die grundsätzliche Verständigung auch über die Plaheintek- lung auf den Liften liegt vor. Die Benennung Ley Kandidaten ist den Parteien überlassen. Wie das DDZ.-Bureau hört, wird die gemeinsame Landesliste vom Grafen Westarp g c < führt. An zweiter Stelle der Landesliste kandidiert der Vorsitzende der preußischen Landtagsfraktion der Wirtschaftspartei, Abg. Gr 0 ßke. Die dritte Stelle hat dann ein Vertreten der Landvolkpartei, dessen Rame noch nicht feststeht. Auch die weiteren Stellen der Landesliste, die etwa 30 (Hamen umfaßt, sind nach einem bestimmten «Schlüssel auf die drei bei teiligten Gruppen verteilt. Der frühere Vorsitzende der Landtagsfraktion der Wirtschaftspartei, Abg. Ladendorff, kandidiert für deq Preußischen Landtag nicht mehr. Oer Hugenberg-Kurs. Berlin, 1. April. (TU.) Zu dem befannteif Vorschlag Dr. Hugenbergs, unter bestimmten politischen Voraussetzungen die Re st st immer? der Mittelgruppen auf die Landesliste der deutschnationalen Volksparteizuvereinigen, hatten die „L and- volk-Rachrichten" u. a. bemerkt: „Geheimrat Hugenberg nmh sich bei allen guten Absichten, die er gegenüber der nicht oder nicht mehr den DRVP. gehörigen bürgerlichen Rechten heute zu erkennen gibt, darüber klar fein, daß eine Rückkehr zur Politik der DRVP., wie sie vor der Wahl Hugenbergs zum Parteiführer getrieben wurde, nicht so ohne weiteres und nicht von heute auf morgen erfolgen kann." Die deutsch nationale Pressestelle schreibt hierzu: „Dazu muß mit aller Deutlichkeit festgestellt werden, daß die DRVP. nicht beabsichtigt, zu der Politik zurückzukehren, deren Ueberwindung der Sinn des Wahl Hugenbergs zum Parteivorsitzenden war. • Die Politik Hugenbergs in den letzten drei Iahren hat sich als durchschlagend richtig erwiesen. Dagegen haben die Gruppen, die sich unter Absplitterung von der DRVP. gebildet haben, ebenso wie die übrigen Parteien der Mitte in der mittelbaren oder unmittelbaren Stützung des Brüning-Kurses und damit der schwarz-roten Koalition eine verhängnisvolle Politik getrieben. Daß der Einsatz dieser Stimmen nur a u f der LinieHugenbergscherPo- litik, also im rücksichtslosen Kamps gegen die heutigen Zustände erfolgen kann, versteht sich von selbst." Groener und Braunschweig. Berlin, 1.April. (WTB.) Amtlich. Reichsminister G r 0 e n e r hat einer gelegentlich der Goethe-Feier in Weimar erfolgten Einladung des Vorsitzenden des braunschweigischen Staatsministeriums Minister Dr. K ü ch e n t h a l am 1. April nach Bad Harzburg entsprochen. Beide Minister haben in vollster Offenheit die politischen Fragen besprochen, die in letzter Zeit das Land Braunschweig berührt haben und dabei festgestellt, daß sie sich in vollster 11 c b e r e i n ft i m m u n g befinden. Aus aller Welt. Ehrung Geheimrat hergesells. R e i ch s Präsident von Hindenburg hat an den Geheimen Regierungsrat Professor Dr. Her- aesell, der von der Leitung des Deutschen Flugwetterdienstes zurücktritb ein Schreiben gerichtet, in dem er die Verdienste Geheimrat Hergesells um den Deutschen Flugwetterdienst in warmen Worten anerkennt. Auch der Reichsverkehrsminister Trevira nus hat dem Ausscheidenden seinen Dank für die der deutschen Luftfahrt geleistete Arbeit ausgesprochen. Die Stimmabgabe der Besatzung des „Graf Zeppelin-. Zum erstenmal wird das Seemannswahlverfahren auch in der Luftschiffahrt angewendet. Der Besatzung des „Graf Zeppelin" wird am 3. April, vor dem Start zur zweiten Südamerikafahrt, Gelegenheit gegeben, im Luftschiffhafen Friedrichs- Hafen abzustimmen. Die Stimmen werden am, 10. April mit den Stimmen eines allgemeinen Stimmbezirks in Friedrichshafen ausgezählt. Die Stratofphärcn-Gondel wird vom Gurgier Ferne* abkransportiert. Im Laufe der nächsten Woche wird die Gondel der Stratosphärenfveger Piccard und Dr. Kipser, die seit jenem denkwürdigen 27. Mai 1931 in der Eiswelt des Oehtales auf dem Gurgleq Ferner am Llbfchluh des Oehtales liegt, abtransportiert Werdern 5Me Universität Brussel, die Eigentümerin der» Gondel ist, beabsichtigt, sie in ihrem Museum zum dauernden Gedächtnis auszustcllen. Die Bergung der bis zu zwei Dritteln im Cis eingefrorenen Gondel aus ihrer Lage in über 3000 Meter Höhe wird eine Überaus schwierige und intereftante alpine Leistung darstellen. Die Allnniniumgondel von einem Gewicht von etwa 130 Kilo mrch trotz ihres großen Durchmessers von 2.10 Meten: und trotz der schwierigen Verhältnisse der Dodwgestaltung zunächst bergwärts mittels SeilzugS- mühsam in größere Höhen geschafft werden, um ein Terrain zu gewinnen, auf dem sie unter peinlichster Vermeidung alletz Gefahren schrittweise zuzTal gebracht werden kamW Australien Werkzeug, Geräte und so weiter dienen , Betrieb, Verkehr, Maschinen- und irem Statt Karten! »uD C. Rübsamen Fernsprecher 3659 Vermählte r. ganz erstklassige Qualität zu ermäßigten, ganz billigen Preisen, weit unter Syndikat-Preis Auf das väterliche Anwesen tödlich abgefiürzk. * bekannte Sportflieger und Sportschrift- steller Otto Huber und sein Begleiter, der 3n- flenteut Max OSwald, beide aus Rosenheim, kreuzten mit ihrem Sportflugzeug, aus südlicher Richtung kommend, über dem väterlichen Anwesen Hubers und gingen, wahrscheinlich um zu landen, ziemlich tief nieder. Dabei I?lnVcnJtc bem im Garten des Anwesens stehenden D a t e r des Sportfliegers zu und bedeuteten ihm, daß sie landen wollten. Sie kamen immer tiefer herunter. In etwa 200 Meter Ho de sackte das Flugzeug plötzlich durch, raste gegen einen Daum und zerschellte an der Hauswand der Huberschen Besitzung. Die beiden Insassen wurden getötet. Die Ursache des Unglücks ift noch nicht bekannt. Wer reist in Radium? Besitzen Hunderte mn Dankschreiben. Notariell beglaubigt. Fixum und hohe Provision. Melden Sie sich sofort, wenn Sie für ein seriöses, bedeutendes Unternehmen der Radium - Strahlen-Therapie arbeiten möchten. Eilangeb. mit Erfolgenschw. sofort erbeten Sanitas G.m.b.H., Zwickau/Sa. Kaunschtveig. :$.) Amtlich. Reichs- einer gelegentlid) her folgten Einsetzung ichweigischcn Eiaaismini« Lenthal am l.April entsprochen. Beide Mini- heit die politischen Fragen Zeit das Land Braun- , dabei festgestellt, daß ste ereinstimmvng w ** GeschäftSfubiläum. Der Inhaßer tret Pfeifferschen Buchhandlung in der Walltorstrahe kann in diesen Tagen auf das dOjährige Bestehen seines Geschäftes zurückblicken. Die Firma wurde Anfang April 1882 in der Walltorstrahe 14. gegenüber dem jetzigen Geschäftslokal. von Philipp Pfeiffer in bescheidenem Umfange eröffnet. Der Gründer verstand es. in wenigen Iahren sein Geschäft auf eine feste Grundlage zu stellen. Im Iahre 1869 wurde das Geschäft in die größeren Räume des Hauses Walltorstraße 21 verlegt, wo es sich heute noch besindet. Im Iahre 1910 übernahm der Sohn des Gründers. Herr Otto P f e i f f c r . das väterliche Geschäft, nachdem er vorher zu seiner Ausbildung in führenden Duchhandelssirmen in Wci- mar. Bonn. Hannover, Paris und Frankfurt am Main tätig gewesen war. Dem Geschäft wurde im Iahre 1919 ein kleiner Derlag angegliedert, der besonders Heimatliteratur berausdrachte. Dor zwei Iahren wurde das Geschäftshaus modernisiert und die Räumlichkeiten zweckentsprechend vergrößert. Die Firma erfreut sich bei der Buchgemeinde von Gießen und llmgcgcnb besten Ansehens. * Straßensperrung, mitgetcilt vom Ober« hessischen Automobil-Club E. V. (21. v. D ): Die Pro- mnzialstraße Hirzenhain —Lißberg ist ob 4. April wegen Ausführung einer Zementschotter- decke für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung über Glashütten, Oberlais. Schwickartshausen, Lißberg oder Usenborn, Ortenberg und umgekehrt. ** Veränderungen in derhessischen Polizeileitung. Mit Wirkung vom 1. Mai an sind der Polizeidirektor Dr. Hermann ü f i n - g e r in Darörstadt zum Kreisdirektor bei dem Kreisamt Groß-Gerau, der Rcgierungsrat Hermann Bach in Darmstadt zum Polizeidirektor bei dem Polizeiamt Offenbach und der Polizeidirektor Gustav D i t t m a r in Offenbach zum Polizeidirektor bei dem Polizeiamt Darmstadt ernannt worden. ** Schulperson alie. Studienrat Dr. Weigand am Pädagogischen Institut der Technischen Hochschule in Darmstadt wurde zum Kreisschulrat bei dem Kreisschulamt in Büdingen ernannt. ** Dienstjubiläum. Fri. Margarete Pfaff ist jetzt seit 20 Jahren als Hausangestellte in der Familie des verstorbenen Landgerichtsdirektors Bücking tätig. Der Hauptverein des Alice-Frauen- Vereins hat aus diesem Anlaß der Jubilarin die Brosche und ein Diplom verliehen, die von der Vorsitzenden des • hiesigen Zweigvereins überreicht wurden. Elly Beinhorn durchquert Australien. Rachdem Ellh Beinhorn die 600 Kilometer breite Ttmor-See überflogen hat und in Port Darwin gelandet war, wurde sie bei ihrer Lan- dung von einer ungeheuren Menschenmenge stürmisch begrüßt. Ellh Beinhorn ist bekanntlich als erster deutscher Flieger überhaupt nach Australien gekommen. Rach einem Aufenthalt in Port Darwin setzte sie ihren Flug über daS Innere Australiens fort. Der Flug findet in ganz -Australien die größte Beachtung, zumal sie die erste Fliegerin ist, die nicht nur den australischen Kontinent besuchte,, sondern in seiner Rord- und Südausdehnung das sog. „Tote Herz" überwunden bat. Elly Beinhorn ist bereits zu ihrem letzten Gtappenflug nach Sydney gestartet. dem Bau, Derwaltungswesen. Wilhelm Deiier Koche Veiler, geb. Vogler Gießen (Wiesenstraße) 3.21^11932 Hettenhausen 2573 d RausdvEdelsBestedce Reste deutsche Wertarbeit! Echt Silber, 800 gest., 100 g Silberauflage. 30 moderne Modelle. 50 Jahre Garantie. 72tlg.6arnitnrRM.115.- Langfristige Raten, — ohne Anzahlung — Katalog für Bestecke u. Tafelgeräte. 2343V Heinrich Rausch Düsseldorf 108 Glockenstraße Iß Zement la Portland Zuv Messel Den Wünschen der Gießener Hausfrauen ent- sprechend, hat sich die altbekannte Leipziger Bettwäschefirma Gebr. Kornmehl entschlossen, zum ersten, mal nach hier zu kommen. Was sie in Bettwäsche an Prunk, Qualität und den für heutige Verhältnisse passenden Preisen bringen, ist zweifellos eine Großtat auf diesem Gebiete. Sie können heute für wenig Geld die verbrauchte Wäsche erneuern. Ein Besuch ist lohnend. Achten Sie bitte auf die Firma. 02020 5500 Drehscheiben, saft 15 000 Detriebshauptgebäude, 22 000 Bahnsteige. 10 000 Güterschuppen, 2000 Lokomotivstände 8000 Wasserkrane, 95 000 Signale. 18 000 Stellwerke 170000 Fernsprcch- und Telegraphenanlagen' 13 000 Bahnhöfe für Personen- und Güterverkehr' Dte Zahl der Personenwagen beträgt 65 000, der Güterwagen 658 000, der Dampf, lokomotiven 23 000, der elektrischen Lokomotiven 400, der Triebwagen an 1200. Der getarnte Güterverkehr im Monatsdurchschnitt belief sich 1930 auf 33,3 Millionen Tonnen und 5084 Millionen Tonnenkilometer, der Personenverkehr 152 Millionen Reisende und 3608 Millionen Personenkilometcr. Im werktäglichen Durchschnitt wurden 131 500 Güterwagen zur Beladung gestellt. An Zugkilometern wurden 1930 im Monatsdurchschnitt 55 Millionen gefahren, an Wagenachskilometern 2280 Millionen. Der Personalstand umfaßte 1930 375 000 Arbeiter unö 307 000 Beamte. Die Reichsbahn umschließt ein Aktien- und Anleihekapital von 27 237 Millionen Mark. Für 1,4 Milliarden erteilte sie 1930 Aufträge. 28 Reichsbahndirek- tionen, 700 Aemter, 78 Reichsbahnausbesserungswerke. 3000 Bahnmeistereien. 570 Betriebswerke und Betriebswagenwerke, 1247 Wasserwerke, 63 Elektrizitätswerke. 29 Gasanstalten bilden mit den über 13 000 Stationen die Betriebsorganisation unter Leitung der Hauptverwaltung. Viel Grund und Boden, zahlreiche Gebäude, Arbeitsmaschinen aller Art. Werkzeug. Geräte und so weiter dienen *• Die Museen und der Heidenkurm sind am Sonntag zwischen 11 und 1.3 Uhr bei gewöhnlichen Preisen geöffnet. ” Die Gießener Hausfrauen-Beratung kündigt im heutigen Anzeigenteil das Kursus- Programm ihrer Lehrküche an. Interessenten seien besonders darauf hingewiesen. *• Kindergarten des Fröbel-Seminars. Man schreibt uns: Wie schon kurz berichtet, hat das Fröbel-Seminar seine beiden Kindergärten in der Grabenstraßc und Walltorstrahe am l.April zusammengelegt und wird sie unter dem Ramen Kindergarten des Fröbel^Scminar« in der Walltorstrahe 58 (früher Volkskindergarten) weiterführen. Es sei noch einmal darauf hin- getotefen, daß die Leitung des Fröbel-SeminarS immer bestrebt ist, die Kindergärten in der Dar- tenstraße 30 und Walltorstrahe 58 zu Stätten des Frohsinns zu gestalten, in denen die Kinder bei zwanglosem Spiel und kindgemäßer Beschäftigung unter liebevoller und verständiger Führung das sein dürfen und können, waS ihrer Wesensart entspricht. Die Kindergärten sind gerade in der heutigen Zeit eine segensreiche Einrichtung für die mit Arbeit überlastete Mutter und Hausfrau. Der Beitrag ist der Zeit entsprechend herabgesetzt. (Siehe heutige Anzeige.) •• Dom Alice-Schulverein wird unS geschrieben: Die bekannten älnterrichtsanstalten des Alice - Schulvereins, eröffnen Montag, 11. April, das neue Schuljahr. Das Turnseminar beginnt Dienstag, 19. April. Es scheint noch wenig bekannt zu sein, daß in der Steinst raße auch Xoch- kurse von kürzerer Dauer (1 bis 3 Monat) ab- gehalten werden. Hier können sich vor allem berufstätige Damen, die heiraten wollen, für den Haushalt vorbereiten. Außerdem sei noch darauf aufmerksam gemacht, daß die Kurse durch Zusatzstunden als Fachschule ausgebaut find, deren Be- fuch von dem der Berufsschule befreit. (Siehe heutige Anzeige.) ’ötlig ',gekvnirnen Ä 'tttt die Je mnd. titn üSnun9iei Sr’S ^rg-Kure. 3“ dm befannltii ’?nt® Mttnunten ■ auf dieLandesa uonalen Dolkss n. hatten die „Land« : a„brnier!t: „Geheim. ' allen guten AbWen. >l oder nicht mehr den erlichen Aechten heut, er. klar sein, daß eine u der DAAP., wie Hugenbergs zunr uoe, nicht so ohne iw )eutc aus morgen aale Pressestell, mit aller Deutlich- >ah die DAAP. nicht ■ t Politik zurüik- Nvindung der Sinn den Parteivorsihenden war. ■ n ben letzten drei 3ah« lülagenb richtig ben bie Gruppen, bie von der DAM. ge- die übrigen Parteien ren oder unMÜeldarcn ^irleS und damit der ine verhängnisvolle Po- Einsatz dieser Stimmen agenbergscherPo« ilosen Kamps gegen die gen kann, versteht sich "Bekämpfung der Schnakenplage. Das Polizeiamt teilt mit: Die Grundstückseigentümer find verpflichtet, im April jeden Jahres auf ihr Grundstück befindliche, den Schnaken zur B *9kn « ^Tdi°"boh^ Ä letzt « ilden nteil. Aus der provinzialhaupistadt. Gießen, den 2. April 1932. Srauenfronen und Veniunstgründe. „Die Tränen einer Frau können durch ruhiges und vernünftiges Zureden getrocknet werden. Sprich leise, aber bestimmt zu ihr. Versuche nicht, durch harte Worte oder Zärtlichkeiten sie zu überreden. Setze ihr vernünftig deine Gründe auseinander, und du wirft sehen, daß es geht." Diese Worte schreibt ein Professor, der an einer Hochschule Heranwachsenden Ehemännern Lehren mit, geben will für den Weg des Lebens. Das wird für Millionen verheirateter Zeitgenossen neu sein. Die meisten werden langsam und vielsagend mit dem Koofe nicken, werden die Mundwinkel etwas verziehen, und, falls die Frau anwesend fein sollte, schweigen. Eines aber wird für alle klar sein: Der Mann, der diese Weisheit verkündet, war noch niemals verheiratet. Oder er ist derart verheiratet, daß nicht sie, sondern er manchmal Tränen zu vergießen hat. Vor allem kommt es auf die Art der Tränen an: Wenn die Frau mit müden Augen auf die späte Heimkehr des Mannes gewartet hat, und wenn dann zuletzt ein paar Tränen aus den geröteten Lidern fallen, dann find das Perlen, die sie gerade nicht vor die bekannten nützlichen Haustiere wirft, aber den- noch für einen Menschen verschwendet, der diese Tränen nicht wert ist. Wenn aber aus gemalten Wimpern Tränen fallen, fei es aus Trotz, aus gekränkter Eigenliebe, aus verletzter Eitelkeit ober gar aus Gewohnheit, dann braucht sich der Mann keine Mühe zu geben, diese Flut ernst zu nehmen. Aber die Tränen einer Frau im allgemeinen durch Vernunftgründe zum Versiegen bringen zu wollen, ist blutleere Stubenweisheit. Da müssen wahrlich andere Mittel wirken! Ein Kuß, ein fröhliches Lachen, echte Herzlichkeit und Heiterkeit sind beliebte Mittel. Die ganz Schlauen machen es mit entschlossenem Schwung und brechen einen Streit vom Zaun, dessen Kern auf einem ganz andern Gebiet liegt, als der Tränenanlaß. Gemütsmenschen stimmen ein Lied an und fingen so laut und so lange, dis die Frau vor Wut ihre Tränen vergißt. Rohe Männer können durch Tränen zu Tätlich- feiten gereizt werden, wobei immer wieder betont werden muß, daß es leider noch keine ausreichenden Gesetze gibt,'die den Rüpel hart anfaffen, der eine Frau mißhandelt. Andere wieder schlagen die Türen mit lautem Knall zu und gehen aus dem Hause. Mittlerweile hat die Frau Zeit zur Besinnung, und die meisten Frauen werden sich nach diesem geräuschvollen Abgang wohl bald wieder die Augen trocknen und die Nase pudern. Ist Eifersucht im Spiel, so gibt es nur ein Mittel: Mit dem linken Arm sie zwangsweise umfassen, den rechten zur Höhe recken und versichern, daß die andere, die sie meint, eine Gans, ein Schaf, eine Pute ist. Selbst vor der Kuh darf man in solchen Fällen des Vergleichs nicht zurückschrecken. Das einzige, was eine Frau hören will, ist, daß sie die liebste, beste und vor allem verehrteste in dem ganzen großen Bekanntenkreise ist. Das wird sich wie lindernder Balsam auf die zerrissene Seele legen, und ein ehrlicher fester Kuß wird ihr den Mund verschließen, mit dem sie eben noch behaupten wollte, die unglücklichste Frau der Welt zu fein! Glücklich aber der Mann, der durch Zufall irgendein kleines Geschenken Hause verborgen hält! Und sei es auch nur ein Stück Seife! Wo bleiben dann die Vernunstgründe des Professors! Man mag einer Frau schmeicheln, man mag sie beschwätzen, man mag mit ihr kämpfen oder sie sogar überschreien: — sie aber durch sachliches Vorbringen von Vernunftgründen überzeugen, wenn Tränen fließen ... Wer es noch nicht versucht hat, lasse es lieber bleiben. M. A. Die Schlüsselstellung des Sparers. Heute kann man oft sagen hören: „Wir würden gerne sparen, wenn wir nur etwas zum Sparen hätten." Leider gibt es viele Millionen Volksgenossen, die arbeitslos sind, die keinen oder nur sehr geringen Erwerb haben, und die daher das. was sie wirklich haben oder verdienen, zum Leben brauchen. Erfinder — Vorwttrtsstrehende 10000 Mk. Belohnung Näheres kostenlos durch 402 v P. Erdmann * Co., Berlin SW 11. -----— |- —— - * , ...«..^v, V.M wfeyuuL.i QM. Jrut dienende Gewässer (Wassertümpel), Regenfässer. Bassins, Wasserlachen, Iauchegruben, Abortgruben usw. mit einem zur Vertilgung der Brut geeigneten Mittel (Saprol, Petroleum usw.) zu übergießen. Nichtbefolgung hat Bestrafung zur Folge. . SeemannswahAtzung . ©Hmmen ”Igeffleintn [ witö oo”1 H ivolkieli- Gondel eZK KM §^2***‘* rr Welt. »rat hcrgesell». । Stfss I in warmen vier Todesopfer einer venzinexplosion. CBci der Explosion eines Denzinbehälters in Algier wurden vier Personen getötet und sie-' ben verletzt. Ein Angestellter der Staatseisenbahn hatte zwei Kollegen mit ihren Fam ien zu einem Fest eingeladen. Während die Erwachsenen im Wohnzimmer Platz genommen hatten, hielten» sich hie Kinder in der Küche auf. Plötzlich explodierte in einem neben der Küche liegenden Raum ein großer Benzinbe- hälter. Die Wohnung stand sofort in Flammen. In der Rähe weilende Arbeiter leisteten die erste Hilfe. Der Wohnungsinhaber, seine Schwiegermutter und ein 14jähriges Kind erlagen nach wenigen Minuten ihren Brandwunden. Auch die Frau des Wohnungsinhabers starb kurz nach der Einlieferung ins Krankenhaus. Die übrigen sieben Verletzten liegen mit schweren Brandwunden darnieder. Bei einigen von ihnen besteht Lebensgefahr. Raubüberfall in einer Altonaer Bankfiliale. 3n die Depositenkaffe des Bankvereins für Schleswig-Holstein in Ottensen drangen drei bewaffnete Männer und bedrohten die anwesenden drei Bankbeamten und einen Kunden mit Revolvern. Den unerkannt entkommenen Tätern sind rund 8000 Mark in die Hände gefallen. Der Verlust ist durch Versicherung gedeckt. Suche nach dem Lindbergh-Boby auch in Europa. Der Assistent des Leiters der Staatspolizei Major Schöffel ist vor kurzem nach Europa abgereift, um hier die Suche nach dem Sohne Lindberghs aufzunehmen. Glückwünsd)e an Professor Butler. Die Vereinigung Earl Schurz hat Professor R i - cholas Murray Butler in Reuyork, der am 2. April sein 70. Lebensjahr vollendet und in diesen Wochen auch auf eine 30jährige Tätigkeit alsPräsident der Columbia-Universität zurückblickt, sowie gleichzeitig sein 50jähriges Doktor- jubiläum begeht, ihre Glückwünsche ausgesprochen. Demonstration im Liegen. In Warschau versuchten etwa 200 Erwerbslose ins Rathaus einzudringen, um Arbeit zu fordern. Das Tor wurde geschlossen und Polizei versuchte, die Wenge zu zerstreuen. Sie stieß hierbei auf beträchtliche Schwierigkeiten, da sich die Demonstranten auf das Pflaster legten und trotz aller Maßnahmen ihren Platz hartnäckig behaupteten. Erst nach der Festnahme mehrerer Demonstranten gelang es. die Menge auseinanderzutreiben. Zwei Linabcn in einer Kiesgrube verschüttet. Ein Anglücksfall. dem zwei junge Menschenleben zum Opfer fielen, hat sich vor den Toren Stettins ereignet. In einer Kiesgrube in der Berliner Straße spielten mehrere Kinder, als plötzlich die Sand massen nachgaben und in die Tiefe rutschten. Zwei Knaben im Alter von 5 und 11 Iahren wurden verschüttet. Erst mehrevr Stunden später konnten die Leichen der beiden Kinder geborgen werden. Erfolgreiche Flucht aus dem Exil. Mehrere politische Flüchtlinge, unter ihnen der ehemalige portugiesische Kolonialminister Machado, sind auf einem von Oft- asien kommenden Dampfer in Marseille eingetroffen. Die Flüchtlinge, die wegen Beteiligung an dem Aufstand vom 17. bis 20. August 1931 auf eine Insel im Stillen Ozean deportiert waren, enttarnen von dort auf einem kleinen Segler. Ein holländischer Damvfer nahm sie unterwegs auf und setzte sie in S i n g a p o r e ab. Dort schifften sie sich auf den Dampfer ein, der einige Hundert russische Mennoniten von Schanghai nach Marseille brachte. Reichsbahn in Zahlen. Den riesigen Umfang des Betriebes der Deutschen Reichsbahn, des großen Awterneh- mens, das Deutschland besitzt, kann man erst ermessen, wenn man ihren Betrieb und Besitz in Zahlen erfaßt. Die Reichsbahn bat eine Betriebslänge von fast 54 000 Kilometer durchgehenden Gleisen, wozu noch beinahe 70 000 Kilometer Nebengleise, 690 Kilometer Schiffsstrecken und etwa 4000 Kilometer Eisenbahnkraftfahrlinien kommen. Wegübergänge. Wegübcr- und Wegunterführungen sind rund 100 000 vorhanden, ferner 1300 Kilometer Drücken, 224 Kilometer Tunnel, 300 000 Weichen, 350 000 Herz- Andericits gDk es manche, die auch heute noch sparen können. Zwar kann niemand mehr soviec zurücklegen wie früher, denn von dem Einkommensrückgang, Lohn« und Gehaltssenkung wird jeder betroffen. Aber viele Wenig geben ein Viel: dieses alte Wort gilt nach wie vor. älnd da mit jedem gesparten Betrag — vorausgesetzt, daß nicht sinnlos Geld gehamstert, sondern bei den berufenen Spareinrichtungen gespart wird — neue Arbeitsmöglichkeiten für andere Volksgenossen geschaffen werden können, so hat jeder, der auch nur daS geringste noch zurücklegen kann, heute gewissermaßen die Pflicht, zu sparen. Sparen ist es auch, wenn man mit feinen bisherigen Ersparnissen haushälterisch umgeht. Man muß und soll sie angreifen, soweit man sie wirklich für den Lebensunterhalt braucht. Aber sein Geld abheben, nut um es zu Hause nutzlos in den Kasten zu legen, ober um irgendwelche nicht dringend benötigten Dinge zu lausen, das wäre sicher kein richtiger Gebrauch mit den meist fo sauer verdienten Spargroschen. Ersreulicher- weise fallen jetzt immer weniger Leute auf falsche Gerüchte herein, nachdem sich in den vergangenen Monaten die vielen Gerüchte von Inflation, Beschlagnahme von Sparguthaben usw. sämtlich als falsch herausgestellt haben. Im Interesse aller liegt der Appell: Spare jeder, der noch sparen kann! Der Sparer hat den Schlüssel nicht nur zum eigenen Wohl, sondern zum Wohl des ganzen Volkes. Gießener Wochenmarktpreise. * G i e ß e n. 2. April. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Kochbutter von 90 Pfennig an, Süßrahmbutter 130, Landbutter 120, Matte 25 bis 30, Wirsing (gelb) 15 bis 20. Wirsing (grün) 25. Weißkraut 10, Rotkraut 12 bis 15, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 10 bis 12, Spinat 25 bis 30, Unter-Kohlrabi 5 bis 8. Grün- kohl 15 bis 20, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 100 bis 120, Tomaten 50 bis 60, Zwiebeln 20 bis 22, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 biS35, Kartoffeln 4,5, Aepfel 8 bis 15, Dörrobst 25 bis 30, Honig 40 bis 45, Rüsse 35 biS 40, Suppenhühner 70 bis 80, Hunge Hähne 80 biS 90; Käse 5 bis 10 Pfennig daS Stück, Eier 7, Blumenkohl 30 bis 70, Salat 25 bis 30, Endivien 15 bis 30, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 15. Sellerie 10 bis 40; Radieschen 15 bis 20 Pf. das Bündel; Kartoffeln 3,80 bis 4 Mark der Zentner. Weißkraut 6 bis 6.50, Wirsing (gelb) 12 bis 15, Wirsing (grün) 20 bis 22, Rotkraut 8 bis 9 Mark. Bornotizen. — Tageskalender für Samstag. Hess. Garde-Dragoner 23 Gießen, Monats-Versammlung bei Strasser, Ludwigstraße. — Artillerie-Verein, 20.30 Ahr. Hess. Hof, Monats-Versammlung. — 1. Reichskurzschriftgesellschaft, Stadt Lich, 'Vereinsabend. — Kurzschrift-Verein von 1861, 20.30 Uhr, Kaufm. Vereinshaus, Vereins- abend. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: »Friederike von Sossenheim". — Aztoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Die Todesklippe" und „Die Piraten vom gelben Fluh". — Tageskalender für Sonntag. Stadttheater, 19 bis 21.30 Uhr, »Vater fein dagegen sehr!" — Oberhess. Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz, 11 bis 13 Ahr, Tischbein-Ausstellung. — Cafe Leib, 20.15 Ahr, Militär-Konzert. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: 11.15 Uhr, »Drachengold und Opium"; ab 15 Uhr »Friederike von Sesenheim". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg, »Die Todeskllppc" und »Die Piraten vom gelben Fluß". — Aus dem Stadttheaterbureau wird und geschrieben: Heute 15 Ahr als Veranstaltung für die Erwerbslosen geschlossene Vorstellung des Schwanks von Impekoven und Mathern »Die drei Zwillinge". Spielleitung Peter Fassott. Ende 17.15 Ähr. — Sonntag, 3. April, als Fremdenvorstellung zu ermäßigten Preisen ... . . Vater sein dagegen sehr". Diese Komödie von Edward Ehilds-Carpcnter, in der deutschen Bearbeitung von Sil-Vara, erregt immer wieder Heiterkeit. Ein Abend befreienden Humors! Beginn 19 Ahr, Ende 21.30 Ahr. Spielleitung Karl Heyser. — Als besonderes Ereignis verdient das einmalige Märchen-Gastspiel des Berliner Theaterkindes Erika Graf mit ihrem Ensemble am Montag, 4. April, angesehen zu werden. Erika Graf ist auf ihrer großen Deutschland- Tournee von den Kindern aller Städte bejubelt worden. Sie spielt in Gießen das Märchen „Hänsel und Gretel" in der szenischen Einrichtung von Goerner. Beginn 15.45 Ahr, Ende 17.45 Ahr. — E i n Frauenoortrag mit Lichtbildern und praktischen Vorführungen, gehalten von der Hygiene-Schriftstellerin Frau A. K r ä g e I o h, Köln, findet am kommenden Montag, 4. April, 20 Uhr, im Saale des Caf6 Leib statt. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. Wettervoraussage. Die neue Störungswelle vorn Atlantik her dehnt ihren Einfluß über Deutschland aus, bringt weitere Niederschläge und wirkt auf die Temperaturen ein. Das Druckfallgebiet mit dem Kern über England und der Nordsee sorgt jetzt für Zufuhr kühler Luft, welche dem Witterungscharakter das Gepräge von Aprilwetter gibt. 3m Wechsel zwischen Aufheiterung und Böenwolken gehen die Niederschläge in Schauer über, die teils als Schnee ober Graupeln niedergehen. Außerdem setzt allgemeiner Temperaturräckaang ein. Da gleichzeitig mit der kühlen Luft Druckanstieg ver- bunben ist, so wirb unter seinem Einfluß zu Beginn ber fommenben Woche eine gewisse Beruhigung ein. treten, ob jedoch von mehreren Tagen, läßt sich zur Zeit noch nicht übersehen. Aussichten für Sonntag: Unbeständiges, wechselnd wolkiges Wetter mit Aufheiterung, Abküh- lung, Regen- und Schneeschauer, westliche bis nordwestliche Winde. Aussichten für Montag: Noch wechselnd wolkig mit Aufheiterung, aber etwas unbeständiger, kühl, einzelne Schauer. Lufttemperaturen am 1. April: mittags 13,6 Grad Celsius abends 7 Grad; am 2. April: morgens 3,3 Grad. Maximum 13,7 Grad, Minimum 3,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 1. April: abends 8 Grad; am 2. April: morgens 6 Grad Celsius. — Niederschläge 4,7 mm. — Sonnenscheindauer 2% Stunden. (Schluß des redaktionellen Teils.) 2569 V Familien-Drucksachen Veriobungsenze'gen _ Vermählungsanzeigen fcöi Brühl. Schul St raBa Geburtsanzeigen 100 Stühle vorwiegend elegante, vornehme Muster-Modelle, regulärer Wert teils bis zu 20.— Mk., jetzt.. .6.75, A75 Betten-Bär ■ Gießen Seltersweg 20 2527a Marktstraße 29 Schön möbliertes RMMM mit flies;. Wasser und Dampfheizung bevorzugt, für 1. Mai gesucht. Schriftliche Ang, baldigst mit. 2602D er. d. G. '*1. | Vermietungen | Herrschaftliche 8-9-Zimmer-Wotinung Heizg., schöne Lage, sofort au vermieten. Schriftl. 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Kl. 4 2 St. 1,85 fm Zusammenkunft bei der Ludwigsburg Strafte Wieseck—Alten Buseck. 2559V ff N. ff 5 1 tt 1,18 pp Ei die ff N. ff 2 5 Pf 0__ Pf Kiefer pf N. ft 2b 1 Pf G53 ff Fichte it A. pp 3a 3 tt 2,25 tt ff A. ff 3b 1 It 0,73 tt ■■ A. ff 4a 1 Pf 0.86 Pt I, 1/ A. ff 5a 1 tt 1.23 tt ff N. rr 2b 22 !P 13,29 tt pp N. ff 3a 21 ft 17,19 ft ff ff N. 3b 7 fp 6,79 tt tt N. ff 4a 2 Pt 2,40 pp Langh. N. tt 1b 21 pp 7,37 II ff N. tt 2a 56 pp 30,33 II ■e ff N. ff 2b 12 IP 11,62 ft tf N. ff 3a 1 pp 1,45 ft ft ff N. ff 3b 1 ft 1,54 ft Wieseck, den 2. Avril 1932. Hess. Bürgermeisterei Wieseck ____________Schorn her.____________ Holzsubmission. Die Gemeinde Geilshausen verkauft im Wege des schriftlichen Angebots nachstehend verzeichnetes Holz: Fichtenstämme Kl. 1b 15 Stück 6,27 Feftm. „ 2a 126 „ 82,79 „ „ 2b 85 „ 108,78 „ „ 3a 30 „ 49,01 „ 3b 6 „ 13,69 „ Kiefernstämmc Kl. 3a 1 Stück 0,71 Feftm. Angebote sind getrennt nach Klassen mit der Aufschrift „Holzsubmission" bis spätestens Dienstag, den 5. Avril, nachmittags 2'/- Uhr, bei der unterzeichneten Stelle einzureichen, woselbst in Gegenwart der erschienenen Bieter die Eröffnung erfolgt. DaS Holz ist ohne Rinde gemessen und nicht geschält. Es empfiehlt sich, dasselbe vorher anzusehen, da spätere Beanstandungen nicht berücksichtigt werden. 2562V Geilshausen, 30. März 1982. Hessische Bürgermeisterei Geilshausen. Magner. Leitung: Obermuslkmelster E. Krau&e Anfang 8*4 Uhr abends — Ermäßigter Eintrittspreis 50 Pf. Besucht den MIMsmkl Aelle) in Gießen vom (Sonntag, dem 3. April, bis einschließlich Sonntag, den 10. April 1932 Zum Schau- und Derkaufsmarkt (Messe) auf Oswalds- garten sind folgende Geschäfte eingetroffen: Figur-Achtbahn, Phantom-Geisterbahn (etwas ganz Heues), Schiffschaukel, Ruffenrad, Kinderkaruffell, Schießbuden, Schnell-Photographie, E^otischeSchau, Stereoskopenschau,Seetieraquarium,Waffelbäckerei, Alpenhaus sowie Derkaufsstände aller Art 2492 c Marktzeit: Werktags von 14-22 Uhr Sonntags von 14-22^ Uhr Für Verkaufsbuden gelten die Bestimmungen über die Geschäftszeit der offenen Ladengeschäfte: an den beiden Messe- sonntagen ist die Verkaufszeit von 14-19 Uhr festgesetzt. MWnWM fast neu, f. 38 Mk. zu verkauf. [01999 Krofdorf, Nodhcim. Str. 197. Gut erb. Zweispänner- filbervlattiert. Ehaisengcfcknrr zu vk. Schr. Ang. unt. 02063 a. d. G. Anz. GelBgenhsilskaui! Vat.-<^tui--Kamera, 9 x 12, dopp. Bo- deuauszug, Eomv. F 1:4,5 m. a. Zubehör, 85[02017 Zu erfr. i. d. Ge- schäftsstelle d. G. A. Fenster für Nenbanten 90X1,45 95X1,55 billig abzugeben. 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Wird aus dem großen fernöstlichen Zusammenhang. der für Japan, Rußland. England, Amerika größte Probleme aufwirlt. etwas kommen. waS Frankreichs heutige Stellungnahme zu Kriegsschulden und europäischer Zusammenarbeit beeinflussen, verändern könnte? Werden die Monate nach der Osterpause, im Sommer, den Anfang einer neuen Ordnung bringen oder weitere Schritte in das Chaos? Es Hot nicht den geringsten Wert, wenn ein daran im höchsten mitschuldiger Staatsmann wie Lloyd George heute seine Rechtfertigung verfucht vor einem Europa, das durch die sog. Ordnung der Pariser Friedensverträge in dauernden Unfrieden und in wachsende Gefahr des Zusammenbruchs gestoßen worden ist! Wir klugen Leute haben hier unten soviel zu schaffen und sehen zum Himmel nur auf, wenn ein Flugzeug oorbeigondelt. Ein Stinb muß kommen und seine kleine Hand aufheben, um uns zu erinnern, daß es da oben noch-etwas anderes zu sehen gibt und etwas Größeres. rechteikiger Walle ohne 5(utidirij|, zu- aelauicn. Näheres CtteVolüeibcbörbc Kroidon. 12600 0 Hat England die Krise bereits überwunden? Man hört optimistische Töne in dieser Beziehung: das Pfund ist gestiegen, die Preise sind inzwischen — aber nicht wesentlich — gestiegen, man hat keine Inflation, höchstens einen Stillstand der Deflation, die Bilanz des Handels und der Zahlungen habe sich gebessert, die Zahlungsbilanz wäre wohl wieder aktiv, der Zinsfuß konnte in einem Monat dreimal gesenkt werden. Das beweist indes nur, daß sich England trotz allem, mehr an Reichtum bewahrt hat als man annahm. Es beweist durchaus nicht, daß diese Atempause in finanzieller Beziehung auch eine Atempause für die Wirtschaft sei. Unb umgekehrt: da die englischen Finanzen sich etwas erholten, sagt man in Amerika, daß man nun er st recht keine Beranlassung habe/ Lavieren! Außenpotitische Umschau. Don Or. Otto Hoehsch, o. ö. Pros, der Geschichte an der Universität Berlin. Lloyd George hat in seinem Buche, das das Reklameereignis der letzten Woche im Buchhandel war, die Streichung der Reparationen und Kriegsschulden gefordert. Biel wesentlicher als diese Forderung aus seinem Lande sind, die beiden Fragen, die die englische Presse in der Besprechung daran knüpfte: Wird Amerika mit einem Strich aus eine Forderung, die man auf 7 Milliarden Dollar beziffert, verzichten? Und wird Frankreich auf die deutschen Reparationszahlungen verzichten? Die Antwort auf diese Fragen hängt wieder derö. ekel, jrt I v. albe ikel, rt 4« ■ ;.vk. bet; 2042 ein- rima nd Lochschulnachnchie». — Der außerordentliche Professor des Staats- und Völkerrechts nn der Universität Frankfurt am Main, Dr. Karl Strupp, ist zum ordenllichen Profeßor an der gleichen Universität ernannt worden« Wie ein Amerikaner Deuischland sieht. 3'E.A»ch!> 'Scine fei :eSs sKr W Sh'* ® i'101 Mei rungsgarantie für Sowjetausträge zu ermöglichen. Diese Garantie ist cine Art Exportsubvention. So dient das amerikanische Kapital, das sich geweigert I hat, sich dem amerikanisch-russischen Geschäft zur Ver. | fügung zu stellen, schließlich dem deutsch-russischen Ge. schäft. Und noch interessanter ist die Tatsache, daß die I Schulden der Sowjetunion im Ausland noch immer I voll und pünktlich gezahlt werden, während die deut- I schen Auslandschulden weder voll noch pünktlich ge- I tilgt werden. Diese Tatsache zwingt — bei voller I Anerkennung der eigentümlichen Schwierigkeiten I Deutschlands einerseits, und andererseits ohne Be» I rücksichtigung der Zukunftsmöglichkeiten in Deutsch. I land wie in der Sowjetunion — zu dem Schluß, daß die Kapitalanlage in Krediten an die Sowjetunion I bis zu diesem Augenblick eine sicherere Investition gewesen ist als die Anlage in Krediten an Deutsch- I land. Aus dieser Erfahrungstatsache, die zwar nicht der Ironie ermangelt, aber unbestreitbar ist, ergibt sich die Folgerung, daß der Sowjethandel ein großes Plus in der deutschen Bilanz ist, und daß Deutsch, land ohne ihn noch weniger als heute imstande wäre, seine Vervflichtungen zu erfüllen. Im Jahre 1931 hat Deutschland einen Gegenwert von ungefähr 70 Millionen Dollar mehr in die Sowjetunion aus- geführt als von der Sowjetunion eingeführt wurde, und dieser Ueberschuß bedeutet mehr als 10 v. 5). des gesamten deutschen Ausfuhrüberschusses, der seiner. | seits wieder das Reich in die Lage versetzte, seinen i Auslandoerpflichtungen nachzukommen. Der russische Anteil an diesem Ueberschuß war jedoch nicht augenblicklich realisierbar. Denn die Sowjetunion wird, obwohl sie im Jahre 1931 in Deutschland für mehr | als 200 Millionen Dollar Warenaufträge vergeben I hat, diese Summe in Raten bezahlen, und zwar 1932 ’ 47 Millionen, 1933 124 Millionen und 1934 43 Mil- lionen. Deutschland ist in der Gewährung von Krediten an die Sowjetunion weitergegangen als alle anderen Länder. Rach den Angaben der Berliner Handels- kammer beträgt die Summe der jetzt für Deutsch, land ausstehenden Sowjetkredite gegen 300 Millionen Dollar, das ist mehr als die Hälfte der 500 bis 600 Millionen Dollar, auf die die Handelskammer sämtliche ausstehenden Sowjetkredite in der Welt schätzt. Die deutsche Gewährung von Krediten an die Sowjetunion hat den Beschäftigungsgrad erhöht und damit die Last der öffentlichen Unterstützungsaus- gaben verringert, und sie hat dazu beigetragen, daß die Handelsbilanz aktiv wurde — beides Resultate, die Deutschlands ausländischen Gläubigern zum Vorteil gereichen. Andererseits haben die deutschen Kredite an die Sowjetunion ungefähr 170 Millionen Dollar Re- gierungsgelber zur Bereitstellung der vom Reich und den Staaten geleisteten 70prozentigen Garantie in Anspruch genommen. Und die direkte Folge der außerordentlich großen deutschen Investitionen im Sowjethandel ist, daß das Reich in der Erhaltung oder Wiedergewinnung seiner eigenen Solvenz mehr als alle anderen Länder von der russischen Solvenz abhängig ist. Trotzdem bleibt die Umleitung amerikanischen Kapitals in deutsche Sowjetkredite, solange die Sowjetunion nicht aushört, ihren Verpflichtungen nachzukommen, eine Art der Investition, die für den ursprünglichen amerikanischen Gläubiger weniger Mnprofitobel ist als die beiden anderen im Ausland am heftigsten kritisierten Ausgaben. gemacht habe und heute nicht in der Lage sei, seine . _ . Verpflichtungen zu erfüllen. Und der nicht zu über- ElN (STfltlhCt öw -ölOlCr. drückende Gegensatz zwischen der Auffassung, die die ~ , 1AA ~ »'n und der, die die Franzosen von den deut- Es sind in diesem Jahre 100 ^hre vergangen. usgaben haben, ist wieder einer der Haupt- seitdem der Amerikaner S. F. B. Morse den gründe dafür, warum eine deutsch französische Ver- Plan zur Einführung des elektro-magnetifthen ftänbigung über die Reparationsfrage so weit ent- Telegraphen faßte und sein bekanntes Zeichen- fernt zu sein scheint. Drei Posten im deutschen Budget shstem ausarbeitete. Aus Anlaß dieses Iubi- roerfen ein Helles Licht auf die Ursachen für diese laums wird jetzt im ^lropolitan-Art-Museum verschiedenen Einwände und für diesen unübfrbrürf- tn Reuhork eine AiMeUung seiner Gemälde baren Gegensatz zwischen dem deutschen und dem veranstaltet, denn Morse war Nicht nur Erfinder, französischen Standpunkt. sondern auch ein bedeutender Maler, und erst ' ' ' , .... . o, <. , i seine technischen Leistungen bewogen ihn dazu, Die drei Posten sind die deutschen Ausgaben seit öie £unft aufzugeben. Morse hatte in London Kriegsende für Hauserbau, die deutschen Aufwendun. QUc dortigen Akademie studiert und sich gen für soziale Fürsorge und die deutschen Kredite unter Benjamin West hauptsächlich für die (Sean die Sowjetunion. Der Posten, den die deutschen schjchtsmalerei ausgebildet. Aber als er 1815 Kredite an die Sowjetunion bilden, erscheint vielen 1 - - — - - — — " ~ r von den Gläubigern als ein unerlaubtes Risiko von leiten eines Landes, das nicht imstande ist, alle seine Auslandverpflichtungen zu erfüllen. Die amerikani- schen Kredite an das Reich und die deutschen Staaten haben den Behörden die Möglichkeit gegeben, Steuer, einfünfte von den Zwecken, für welche die amerikanischen Kredite verwendet wurden, frei zu machen und mit einem Teil von ihnen die deutsche Regie- SäSSSSSI Schutz der nationalen Arbeit! lose liefern. Das ist der Normaldurchschnitt. Und die I . ~ K <. ci « Russen erreichen ihn auch. Wir waren erstaunt über Interessengemeinschaft von Lanhwirtschast unh Ztlhuftne. — MeheryerfteliUNg die gute Behandlung, die unsere Maschinen in der I ■ - ......... - — . - - Sowietunion erfahren haben." Herr Vollstädt 1 zählte, daß Freunde von ihm, Ingenieure an Sowjet-Telephonapparateftlbrik in Leningrad, die Maschinen von Hahn & Kolb verwendet, unter den Sowjets heute rascher automatische Telephone erzeugen als die Originalfabrik Ericcson in Stockholm. Daß Hahn & Kolb trotz der prompten Bezahlung durch die Sowjets andere Aufträge als Russenorders vorzieht hat seinen Grund nicht so sehr in dem mög- lichen Risiko des Sowjetgeschästs, sondern in dem SISiSSES I das die Geschäftsleitung erwähnte. Der im Jahre Rentabilität ^r Betriebe. I^wifchen 1930 eingeführte amerikanische Zoll auf Taschen- und sei dem Zusammenbruch der inneren Wirtschas Wanduhren trug dazu bei, die Schweizer Produktion auch eni starkerng der Ausfuhr und de dieser Waren herabzumindern. Vorher waren die ^sfuhruberfchusses gefolgt. !Die von Schweizer Großabnehmer automatischer Zylinder. Regierung vorgesehen^i A ft drehbänke. Im Jahre 1930 sanken die Verkäufe von " a c^. ^'en in -^^ung u n z u r Hahn & Kolb in die Schweiz auf ein Fünftel, 1931 <&tnb. Eine W^e Ä auf ein Zehntel des Absatzes von 1929. Die so ent- von Stanfcei« <^^geleüctc «J« standene Lücke wurde mit Sowjetaufträgen aus- D o n a u so de r a t i vn unter ^vsschaltung des ' Hint deutschen Einflusses. Schließlich streifte der Red- ® . ner noch die Preisfenkungsaktion der Die Geschäftsleitung der Firma bezeugte, daß die Reichsregierung, der ein wirklicher Erfolg ver- Rusien um eine Prolongation der Zahlungstermine jaQt h^ihen müsse. Helfen könne nur eine De- niemals auch nur nachgesucht haben. Die Geschäfts- freiung der Wirtschaft von den jetzigen Bin- leitung ist davon überzeugt, daß die Russen die auto- langen. matischen Zylinderdrehbänke schließlich nachahmen Dann sprach Rittergutsbesitzer Stubben- und selbst erzeugen werden, und ist darauf gefaßt, daß horff, M. d. R., über die Rot der Land- sie diese augenblickliche Einnahmequelle einmal ver- wirtschaft und ihre Wirkungen auf lieren wird. Das bedeutet das Sowjetgeschäft unmit- I deutsche Industrie. Der Redner ner» telbar für die deutsche Industrie: eine Einnahme- n€inte die von der Regierung ausgesteUte These, quelle. daß die deutsche Wirtschaftsnot eine zwangs- Unter den vielen Einwänden, die ausländische Be- | läufige Folge der Weltwirtschaftskrise sei. tocUcren Sp°rm°bn°hm-N «uf6em Ablchre.bung aHcr bub^fen unö »ertorenen OSerte cincr ®arte6en6aufnabmC ausgeglichcn w°r- tourte «ine «Wuttecnlw Ätatuna i>« 2aae&nn. j » Die Kirche nimmt weiterhin an, dah im gen. Zum anderen bestände eine ernste Besahr gerbst der SchiedsIPruch über die Vermögens. Oioife^rndörung un e 3 . Auseinandersetzung mit dem Staat gefällt wird, SeulrttanS Leben«mettel,usnhren heute weder b i6r einen gröberen StaatszusLub bringen rnet eigenem Sold nach mit Kred nach mit $ ^herige (Beitrag des 6effif<5en 'uhr bezahlen tonne, und da alle Faktoren Maates an die Landeskirche beträgt Voranschlags- dafür sprachen, dast die eigene Ernte im Jahre I -ernäst 433 720 Mk 1932 erheblich unter normal liegen werde. -3u 9 " ' » . , den bisherigen Maßnahmen der Regierung zur Em yesssscher Heimawunh. Beseitigung der Rot b«: Loindwirtschast bemerkte Frankfurt a. M., 30. März. Hier wurde der Redner daß die Opfer die hierfür ins in c,ner au8 ganz Hessen sehr gut besuchten Ta- Monöcrc auch v°n der Industrie, gebracht wor- bie eines Heimatbundes den stien vergeblich gewesen seien, da der Land- für Hessen und die a n g r e n z e n de nG e- wirtschaft nicht durch Sanierung einer Reche vollzogen. Der Bund, der als sein Ar- notleidender Betriebe, auch nicht durch deren tzrjtsgebiet beide Hessen und das rheinfränkische Entschuldung geholfen werden könne. Die Ab- Mittelrheingebiet ansieht, will aus nationalen, so- Hilfe liege lediglich m der allgemeinen kulturellen und wirtschaftlichen Gründen! Wiederherstellung der Rentabili- ßuxch Heimatkenntnis zur Heimaterkenntnis und tat auf dem Wege der nottvendigen Beschran- Heimatliebe führen. Erstrebt wird Erfüllung des kung der ausländischen Einfuhr. Heimatgedankens in Schule und Volkskultur. Der An den mit großem Beifall aufgenommenen Heimatbund erblickt daher seine vornehmste Auf- Vortrag schloß sich eine Aussprache Der Vor- gabc in ber Sammlung und Stärkung aller Besitzende, Geheimrat Dr. Dr. H a e user, schloß Regungen und Bestrebungen, die die Heimat er- d'e Versammlung mit der Feststellung, daß man künden, erforschen, beschreiben, schützen und för- einig sei in dem Grundgedanken der Inter- Der Bund gliedert sich in Landschaften, Dees s e n g e metnschaft von Lan oto t rt- ,unb Ortsgruppen. Als Vorsitzender wurde schäft und Industrie und in der Rotwen- einstimmig der seitherige Führer der Heimat- digkeit des Schuhes der nationalen Arbeit. schulbewegung in Hessen. Lehrer Eidmann. ------- Darmstadt, als Schriftführer wurde einstimmig Lehrer Schwarz, Rudingshain, gewählt. In zwei Referaten wurde zu den Zielen des Bundes Stellung genommen. Lehrer E i d m a n n, Darmstadt sprach über ,Heimatnot und Heimatschule", der bekannte Darmstädter Pilzforscher Kallen- r _r. , ... . , . bach zeigte in einem Lichtbilde rvvrtrag am Bei- regelmaßig der Tisch gedeckt, und ein Fasttag »viele des Eberstädter Raturpsades. was die in wird nur eingelegt, wenn es für die Gesundheit Deutschland noch junge Raturpfad-Bcwegung für notwendig ist. Wie die Menschen verschiedene Be- Heimatschuh und die Heimatpflege bedeutet, dürfnisse in der Nahrungsaufnahme haben, so ist Führungen durch das hiesige Schulmuseum und es auch bei den Tieren der Fall, und man darf ba8 Goethehaus beschlossen Oie anregend verlanden Appetit der verschiedenen Bewohner des Zoo I fene Tagung, nicht nach der eignen Aufnahmefähigkeit ein- ' chähen. Die Hnterschiede sind außerordentlich I groß. Während für einen Löwen sieben Pfund Pferdefleisch am Tag reichlich genug sind und ©CttlCltlhCTOl Itt vDd^OttCtl» bei dieser Ernährung sogar ein Fasttag in der § Schotten, 1. April. Der G em ei nd er a t Woche eingeschoben werden kann, braucht ein beschloß in seiner jüngsten Sitzung, die für die ausgewachsener Seelöwe mindestens 30 Pfund Stadt zu leistenden F u h r d i e n st e wenigst- Fisch am Tage, und der große See-Elefant sogar nehmend zu versteigern. — Einer 20pro- das Dreifache dieser Ration. Der gewöhnliche »entigenErmaßigungderIagdpacht Maulwurf, der wohl das hungrigste aller Säuge- für den Bezirk II wurde zugestimmt. — Zur Auf- tiere ist, kann eine Regenwürmermenge vertilgen, I rechterhaltung der Postkraftwagen- die das Doppelte seines Gewichtes ausmacht. I linie Schotten — Hlrichstein muß von Fische sind im allgemeinen gewaltige Fresser, den interessierten Gemeinden ein Zuschuß von und es ist noch nicht genau festgestellt, welche 1000 Mark geleistet werden. Auf die Stadt Schot- Mengen für sie genügen. Bisweilen findet man I kn entfallen 440 Mark, die vom Gemeinderat ge» erstaunliche Beispiele von Freßlust. So gibt es nehmigt wurden. — Weiter wurde beschlossen, z. B. in der Rähe von London elfte berühmte die Wohlfahrtserwerbslosen in der Schmetterlingsfarm, in der die Raupen unter bisherigen Form weiter zu beschäf- großen Musselindecken gehalten werden. Ab und I tigen. Die Verheirateten werden 26 Wochen zu bricht sich ein Rotkelchen durch diese Decken lang je vier Tage zu einem Stundenlohn von Bahn und tut sich an der leckeren Speise gütlich. I 58 Pfennig beschäftigt. Die ledigen Arbeiter sollen Der Eindringling frißt sich so voll, daß er nicht I im Akkord Steine klopfen. Die Stadt hat außer- mehr Hüpfen, geschweige denn fliegen kann, und dem einen freiwilligen Arbei tsMen it wird so das Opfer seiner Hnmäßigkeit. Ein I eingerichtet und läßt von etwa 20 lugendlichen Seelöwe hn Londoner Zoo verschaffte sich Ein- I Arbeitern den Sportplatz auf dem Dockzahl ver» gang in das Fischlager und fraß, bis er zusam- größern. — Ein Gesuch der Kirche um Ge- menbrach. Gr muhte mehrere Tage fasten, bis er I Währung eines Zuschusses muhte wegen sich wieder bewegen konnte. I Mangel an Mitteln zurückgestellt werden. Llnterwaffer-Gymnastik. | $ ^,ti) hielt der G e f lü g e l z u ch t vere i n bei Gast». Wirt D ö p p seine Generalversammlung ab. Rech^ ner W. Benner erstattete zunächst den Kassenbericht, der einen zufriedenstellenden Abschluß aufwies. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt Bei der Dorstandsneuwahl wurden gewählt bzw. wiedergewählt als 1. Vorsitzender L. Schw alb, 2. Vorsitzender Lehrer Ranft, Schriftführer H. Stecker, Beisitzer: H. M e i s e l, L. Wagner und O. Weimer, Rechner: W. Benner. Das Amt des Dereinsboten wird von Aug. Rau weiterversehen. Zur Generalversammlung des Landes-Verbandes am 3. April in Frank- I Wirtschaft enmorkk Berlin — Frankfurt a.2U. Devl 2.«pril 1. April Ratenzahlung. Die Entschließung soll an die l und forstwirtschaftliche Berufsgenossenschaft leitet werden. ge Kreis Schotten. □ Laubach. 1. April. Dieser Tage fand im die diesjährige Hauptver Reichsbankdiskonl 6 Pro;. — Lombardsah 7 Pro;. binerinnen. Donnersta, 0.15 Uhr: Faust 1. Teil 9. April, von 20 bis nach 22.30 Uhr: Der Raub der Sabinerinnen. Sonntag, 10. April, von 18.30 bis gegen 24 Uhr: Faust 1. Teil. Hohmann, 8. Franz K r e u d e r, 9. Hermann Diehl, 10. Karl Kopp, 11. Heinrich Kopp. 12. Gustav Rohn, 13. Karl Klein. Ersahhaupt- Mtgliedern fand. Für den Dirigenten stellt der Abend die Anerkennung seiner sorgfältigen Ar- 'and so lebhafte Anerkennung, daß es wiederholt rerden muhte. Sehr gut gefielen außerdem die Aedvorträge von Herrn Ri kl aus, Rupperten- :od (Tenor), Der mit Liedern von Schumann, Schubert, Rubinstein und Zöde aufwartete und sich u einigen Zugaben verstehen mußte. Die Deran- taltung bedeutet für den Verein und seinen Diri- Mtcn einen großen Erfolg, der auch äußerlich einen Ausdruck durch den Beitritt von 15 neuen ig, 7. April, von 19 bis 1. Freitag, 8. April, von 19 bis nach 23 Uhr. Wallenstein. Samstag, Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 3. April, von 15 bis 18 Uhr: 3m weißen Röhl: von 20 bis 23 Uhr: 3m weihen Rößl. Montag, 4. April, von 20 bis nach 22.30 Uhr: Macbeth. Dienstag. 5. April, von 20 bis 22.30 Uhr: Rigoletto. Mittwoch, 6. April, von 20 bis 22.45 Uhr: Cavalleria rusticana. Hierauf: Der Bajazzo. Donnerstag. 7. April, von 19.30 bis nach 22 Uhr. Die Boheme. Freitag, 8. April, von 20 bis 23 Uhr: 3m weihen Röhl. Samstag, 9. April, von 18 bis 23 Uhr: Götterdämmerung. Sonntag. 10. April, von 15 bis 18 Uhr: 3m weihen Röhl: von 20 bis 23 Uhr: 3m weihen Röhl. Schauspielhaus. Sonntag, 3. April, von 18.30 bis gegen 24 Uhr: Faust i. Teil. Montag, 4. April, von 19 bis 0.15 Uhr: Faust 1. Teil. Dienstag, 5. April, von 20 bis noch 22.30 Uhr: Der Raub der Sabinerinnen. Mittwoch. 6. April, von 20 bis nach 22.30 Uhr: Der Raub der Sägebänken des Abends hin. Sodann folgten die verschiedensten Lieddarbictungen. Reben den wuchtigen Männerchören standen die dreistimmigen Lieder des Mädchenvereins, darunter als etwas Reues zwei dreistimmige Kanons und zwei zweistimmige alte Volkslieder mit Violinbegleitung. Das abwechslungsreiche Programm löste reichen Beifall aus. y Gedern. 1. April. Der Leiter der hiesigen Städtischen Höheren Schule, Studienassessor Karl Schuchmann, ist mit Beginn des neuen Schuljahres an die R e a l s ch u l e zu Michelstadt versetzt worden. Der Scheidende wirkte fast 6* U_ 3ahre in unserer Stadt. Kreis Alsfeld. Alsfeld. 31. März. Am zweiten Ostertage feierte der hiesige Männergesang verein „Harmonie" sein 60jähriges Jubiläum durch eine Veranstaltung im Saale des „Deutschen Hauses", der bis auf den letzten Platz besetzt war. Die Festrede hielt der langjährige Dirigent des Gesangvereins, Lehrer II s i n g c r . der über die Bcdcu- tun’g des Männcrgesangs in vaterländischer, sozialer und kultureller Beziehung treffende Worte sprach. Die vorgetragenen Chöre fanden lebhaften Beifall. Die würdige (feier wurde umrahmt von musikalischen Darbietungen und Sologesängen. Aufführungen und Tänze von Turnerinnen des Turnvereins Alsfeld jnime eine ftott gespielte Schwank) perette und ein Rokokoduett trugen zur Bereicherung des Abend» bei. Der Ueberschuh aus der Veranstaltung ist für die Alsfelder Winterhilfe bestimmt. Preußen. Kreis Wetzlar. G W e tz l a r . 1. April. 3m Hotel .Kaltwasser" fand gestern eine Versammlung der Genossenschaften des Kreises Wetzlar statt. Den ersten Vortrog hielt Direktor Fleinert über .Das genossenschaftliche Warengeschäft". Kleber Verbandsfragen referierte Hauptgeschäftsführer D e cf. liebet Rechts- und Steuerfrazen sprach Geschäftsführer Schmidt. Diplom-Landwirt H a a cf behandelte den genossenschaftlichen Absatz, insbesondere des Viehes und der Milch. Den Vorträgen schlossen sich lebhafte Aussprachen an. am Sonntag vor Ostern mit dem Motorrad und ist am zweiten Ostertag im Laubacher Krankenhaus seinen schweren Verletzungen erlegen. Der Verstorbene wurde im 3uni 1927 von Horchen- Hain an unsere Volksschule versetzt, wo er fünf Jahre lang gewirkt Hot. Ein großer Teil unserer Ortseinwohner, der Gesangverein und die Kinder der 1. Schulklasse nahmen an der Beerdigung in Daubringen teil. Dekan Gußmann, Kirchberg, hielt die Grabrede. Rektor D ö l l, Laubach. legte im Auftrage des Kreisschulamts Schotten einen Kranz nieder und widmete dem Verstorbenen einen warmen Rachruf. Außerdem sprachen noch Lehrer D e b u s, Ruppertsburg, im Rainen des Dezirkslehrerverbandes und Dr. Balser, Wölfersheim. Arn Grabe wurden zahlreiche Kränze niedergelegt, u. a. von Bürgermeister Rahn für die Gemeinde Sellnrod, ferner ein Kranz von den Schülern, von der Altersvereinigung des Entschlafenen und von dem Männergesangverein Daubringen, der auch am Grabe sang. c. Ulfa. 31. März. Einen schönen Gemeindeabend veranstaltete dieser Tage der hiesige Gesangverein ..Germania' zusammen mit dem Mädchenverein ..Freude". Es sollte kein Konzert sein, sondern ein gemütlicher zwangloser Singabend, der unter dem Leitwort ..Gott. Hc'.mot. Vaterland" stand. Rach der Eröffnung wies Lehrer Schönheit als Dirigent des VrläNgvLLttNs aitf öu Grund- k 1. April. Gestern (M lzuchtvereinbetS- leraldersammlung ab. m leitete zunächst den Mu ifricdenstcltenden AbM tunröe Snllüstuug e xuuuuu#, i. -41-piii. -yicjei -e,ayv juiiv im awcchl wurden gcloMv^ gchützenhof" die diesjährige Hauptver- Lorfihender L SM '. fammlung der Laubacher „Ausschuß- - gef eil f d) a f t" unter dem Vorsitz des vorjäh- " rigen Hauptmanns, Etudienrat Vetter, statt. Die Rechnungsabloge ergab ein günstiges Ergebnis. Bei der Vorstandswahl wurde der Reichs- bahnfchaffner Christoph Högel l. zum Haupt- lährigen Satz von 18 Pfennig darin erblicken könnten. Man verlange eine den tatsächlichen Verhältnissen entsprechende Senkung. Außerdem wünsche man zinslose Stundung des Mmlagcbci- Irages bis zur endgültigen Regelung und für den neu festzusetzenden Beitrag die Möglichkeit der Ratenzahlung. Die Entschließung soll an die land- in unserem Orte einen Kleintierzüchter- & er ein zu gründen. • Lang-Göns, 1. April. Unter großer Anteilnahme der Einwohnerschaft wurde hier der Altveteran von 1870,71 Emil Konrad Schaum zu Grabe getragen. Der Verstorbene stand im Lebensjahre. Der Kriegerverein, dem der Ent- schlafene seit der Gründung angehörte, ehrte ihn als langjähriges Ehrenmitglied in der üblichen Weise. Der hiesige Posaunenchor verschönte die trnste Feier. Kamerad Heinrich Kuhl legte einen Kranz nieder. Kreis Büdingen. !! 'Bübingen, 30. März. Mit einer schlichten, würdigen Feier wurde dieser Tage bas Wintersemester der hiesigen Gewerbes chu le abgeschlossen. Der Schulleiter. Gewerbelehrer Ka- ? e t l e r. gab noch Begrüßungsworten einen fur- un Rückblick auf das abgelaufene Schuljahr und erinnerte an das nunmehr 93jährige Bestehen der schule, die durch den Opfersinn des Handwerks. >urch die bereitwillige Unterstützung der Stadt *o lange erhalten und zur heutigen Höhe ent- viele!t werden konnte. Der Redner dankte allen, die zum Fortbestand der Schule beigetragen »aben, er dankte auch dem Lehrerkollegium für die zielbewuhte Arbeit, die im 3nteresse des handwerklichen Rachwuchses geleistet wurde. Bürgermeister D i e m c r überbrachte die Grüße und Wünsche der Stadt und des Gemeinderats und richtete beherzigenswerte Worte an die Schüler. Hin Rundgang durch die Ausstellung, die aus Anlaß der Schluhfeier veranstaltet war. ließ einen Ueberblick über die Art der Arbeit der öchule gewinnen. Rach dein Rundgang erfolgte die Verteilung der Zeugnisse. Die Schule wurde m vergangenen 3ahre von 28 Schülern besucht, )on denen 10 die Abgangsprüfung mit gutem Hrfolg bestanden Die bestandene Abgongsprü- 'ung erseht (in diesem 3ahre das erste Mal offi- jiell) die theoretische Meisterprüfung. — Die Gewerbliche Berufsschule konnte in diesen Tagen das 3ubiläum ihres zehnjährigen Bestehens feiern. Aus diesem Anlaß wurde in den Sälen der Schule eine Ausstellung veranstaltet, die in eindrucksvoller Weise die zweckmäßige und notwendige Arbeit der Schule unter Beweis stellte. Die mannigfaltigen Zeich- - nungen ließen erkennen, daß in der Schule dem. Rachwuchs des Handwerks erfolgreiche Pflege und Ausbildung zuteil wird. Die Gewerbliche Berufsschule wurde im abgelaufenen Schuljahr von 160 Schülerinnen und Schülern besucht, die in zehn fachlich gegliederten Klassen unterrichtet wurden. 3m Anschluß an die drei- bzw. dreieinhalb- jährige Schulzeit haben die jungen Handwerker Gelegenheit, nach vorheriger Ablegung der Ge- felleriprüsung in der Gewerbeschule die theoretische Meisterprüfung zu machen. * Ridda, 1. April. 3n einer Grundbesitz erversammlung wurde von den zahlreich versammelten Umlagepflichtigen aus Ridda, Mchelnou, Unterschmitten. Kohden, Fauerbach, , Rabertshausen, Geiß-Ridda und Wällernhausen eine Entschließung gefaßt, in der gegen den A u s- fchlagsah zur land» und for st wirtschaftlichen Berufsgenossensch a f t Stellung genommen wurde. Man sei, so heißt es u. a. in dieser Entschließung, am Ende der Zahlungsfähigkeit ongelangt und verlange unbedingt eine Herabsetzung der Umlage, die in ihrer Höhe nicht den heutigen Erträgnissen des landwirtschaftlich genützten Geländes entspreche. Der 3n- M für Agrarprodukte liege heute weit unter dem Hundertsatz, der Umlagesatz dagegen betrage noch das Mehrfache. Die Versammelten erklärten, daß sie gegen die angeforderten 17 Pfennig pro 100 Mark Steuerwert protestieren, da sie , ! leine entsprechende Senkung gegenüber dem vor- »5i 3ur lei am 3. J» SFsSs • Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten im März. Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten (Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und „sonstiger Bedarf") ist nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamts für den Durchschnitt des Monats März mit 122,4 gegenüber 122,3 im Vormonat nahezu unverändert geblieben. Eine geringe Erhöhung der Ausgaben für Ernährung ist durch einen ebenfalls geringen Rückgang der Ausgaben für Bekleidung, Heizung und Beleuchtung und „sonstigen Bedarf" annähernd ausgeglichen worden. Die 3ndexziffem für die einzelnen Gruppen betragen (1913/14 = 100): für Ernährung 114,4, für Wohnung 121,5, für Heizung und Beleuchtung 136,6, für Bekleidung 119,1 und für „sonstigen Bedarf" 166,7. • Die □Totlage im Erzbergbau. Die Roheisengewinnung im Sieg-, Lahn- und Dillgebiet und Oberhessen ist von 12 958 Tonnen im 3anuar auf 11301 Tonnen im Februar zurück- gegangen. Der Rückgang im März wird noch erheblicher sein. 3m 3anuar vorigen 3ahres betrug die Produktion noch 23 894 Tonnen. Teilweise befriedigend war der Absatz der kleinen Spezialhütten Birlenbacher Hütte, Hainer Hütte, Alte Herdorser Hütte und Riederdreisbacher Hütte, die teilweise wegen Anhäufung der Vorräte die vorübergehende Stillegung in Aussicht genommen haben. Mit wesentlicher Einschränkung sind auch die Erzgruben im Bergrevier Dillenburg in Betrieb. Der einzige noch in Rassau in Betrieb stehende Hochofen Oberscheld im Dillkreis ist gedämpft. * Adam Opel AG., Rüsselsheim. Die bekannte Steigerung des Absatzes im Geschäftsjahr 1931 ist in der Hauptsache auf das vergrößerte Lastwagengeschäft zurückzusühren. Wertmäßig ist der Ämsatz gegenüber dem Vorjahre etwas zurückgegangen. Der Anteil am gesamten deutschen Automobilabsatz einschließlich des Exports konnte um 2,7 Prozent erhöht werden. 3m neuen Geschäftsjahr formte eine weitere Steigerung des Anteils am deutschen Gesamtmarkt um 7,1 Prozent erzielt werden. Lustlose (Stimmung in Berlin. Berlin, 2. April. (WTD. Funkspruch.) An der letzten Börse dieser Woche änderte sich an der lustlosen Stimmung und der geringen Geschäftstätigkeit wenig. Die großen bevorstehenden Ereignisse (Wahlen. Konferenzen usw.) werfen ihre Schatten voraus und lähmen die llnterneh- mungslust. Außerdem sollen Bestrebungen im Gange sein, die Geschäfte, an denen die Börse in der letzten Zeit überhaupt Genüge hat, nämlich die Tauschoperationen des Auslandes, auch noch zu unterbinden, sei es, indem man nur den Tausch von Renten gegen Renten, ober Aktien gegen Aktien vornehmen will, sei es, daß über* .Haupt keine Versendung von Wertpapieren ins Ausland mehr gestattet wird. So unangenehm es für die Börse wäre, vom volkswirtschaftlichen Standpunkt wären solche Maßnahmen zum Schuhe des Devisenbestandes der Reichs bank nur zu begrüßen. Die schwachen A^slandbörsen hatten zunächst wenig Einfluß auf die Kursentwicklung, allerdings ist zu berück- * KoKr 30. Hz.. unb c>n H. IW qu» 2'n,tanfi|(f)e ^ebt dich Bm8 "rid . Mo unb äfr9 tzsL touX Fuhrn bet MM uchlbiibemvrttQg am %i. Aaturpsades. was die in .^olur^ab.-^tncgung für J? Heimochflege bedeutet, ^’elige Schulinufem unb Iten die anregend bedau- Hessen. t in Schotten. ^DerGemeinderat )ften Sitzung, die für die uyrbienfte wenigste ignn. - Einer 20pro« gungberZagdpacht ezugestimml.-ZurÄus« >er Pvstkraftwagen« Ulrichstein muh von meinben ein Zuschuh Don irden. Ruf die Stadt Schot- t die vom Gemeinderat ge- Weiter wurde beschlossen, rwerbslosen in der weiter zu beschäf- teten werden 26 W einem Siunbenlvhn von DieMgenRrbeiter sollen ,sen. Die Sladl Hai * ligen ArbeiiSdient' von etwa 20 jugendlichen ,fah auf dem Bvchahl vrr- uch der Kirche um Ge- Zuschusses muhte weg« lurücfgeftellt werden. eis Gießen. Büchertisch. — Rudolf Sieck: Eapri. Mit 21 Vierfarben- unb Duplerdrucken unb 5 Zeichnungen. 3n Rohleinen 4,80 Mark. Verlag Strecker & Schröder, Stuttgart (564) — Rudolf Sieck, einer unserer feinsinnigsten deutschen Landschafter, hat jedem 3talien- und vornehmlich jedem Eapribesucher ein Geschenk köstlichster Art gemacht. Zu den Aquarellen hat er in liebevoller Einfühlung Texte aus Ferdinand Gregorovius u. a. ausgewählt, die in voller Harmonie zu den Bildbeigaben stehen. Welcher Besucher erinnert sich nicht der majestätischen FelsenobeliSken, der „Faraglioni", der malerischen kleinen Marina oder der blauen Grotte, des Wunders von Eapri, — um nur einige der Raturschönheiten der märchenhaften 3nfd zu nennen. Wer sich und anderen eine Freude machen will, greife zu diesem Eapribuche. — Friedrich Ferdinand Wegner: Verblutendes De-utschland. ArminiuS- Verlag Schesting & Co., Berlin - Eharlotten- 6urg 2- Preis in Leinen geb. 4,50 Mk. (1.) — Gin fesselnd geschriebener Roman aus dem deutschen Wirtschaftsleben der Gegenwart, der das Trust- und Kartellproblem in den Mittelpunkt stellt und auf eine scharfe Kritik an der Bedeutung des Leihkapitals im heutigen Wirtschaftssystem hinausläuft. Das Buch ist eine geschickte Propagandaschrift für eine Wirtschaftsreform im nationalsozialistischen Sinne. — D i e letzte Schlacht. Von Th. Jakob». Rethra Verlag, Rostock. Gebd. 5,20 Mark. — (579) — Die letzten großen Wochen des Weltkrieges, in denen sich die Front mit zäher Verbissenheit treu schlug, werden in diesem Buche packend geschildert. Hier treffen wir jene feldgrauen Menschen, die ein gleiches Schicksal so ähnlich geformt hat, daß jeder feine Kameraden wie durch einen leichten Schleier hindurch zu erkennen glaubt. In diesem Buche klingt die Sprache der Front, karg, verhalten und unpathetisch, Wendungen, die feststanden, fast wie Kommandos und Befehle. Das ist die Welt, in der wir Feldsoldaten lebten, mit ihren Realitäten. Wieder umfängt uns die seelische Wirklichkeit, das Erlebnis des Krieges: Dienst als Forderung und Schicksal, Kameradschaft als die Form einer rein männlichen Schicksalsgemeinschaft. mann gewählt. Der übrige Vorstand setzt sich aus folgenden Mitgliedern (Hauptführern) zusammen: 1. Studienrat Vetter, 2. Karl Göbel, 3. Hermann Bohn, 4. Heinrich Silß, 5. Ludwig Hohmann jun., 6. Wilhelm Oechler , 7. Emil um e»1 Seilschaft ausgenommen. Der seitherige 3ahres* tzinigebeitrag von 1 Mk. wurde auf 75 Pf. herabgesetzt. Jgs diesjährige Ausschußfest findet in althergebrachter Weise vom 12. bis 14. 3uni statt. $ Ulrichstein, 31. März. Der hiesige Mannergesangverein veranstaltete dieser Sage einen wohlgelungenen Volkslieder- abend. Äach dem einleitenden Sängergruß hielt bet Dirigent W. Daupert H. eine kurze Ansprache, in der er einen Lieberblick über das Wc- !en und die Entstehung des deutschen Volksliedes gab. Ein Chor, „Das Volkslied" betitelt, bildete beit entsprechenden Auftakt. Das Dereinsorchester brachte sodann die Titus-Ouvertüre (Mozart) und Kompositionen von Schubert und Strauß zu Gebär. Das Programm des Abends brachte außer- Dorschußverein Grünberg. 4- ®rünberg, 1. April. Der Vorschuß- verein Grünberg c. G. m. b. H. veröffentlicht soeben seinen Geschäftsbericht für das 3ahr 19 31, fein 69. Geschäftsjahr. Infolge der allgemeinen wirtschaftlichen Rotlage zeigt der Bericht zum ersten Male einen kleinen Rückgang in den einzelnen Geschäftszweigen. So ging der Umsatz, der im 3ahre 1930 noch 10 372 156,64 Mk. betrug, auf 8 620 186,86 Mk. zurück, ebenso verminderte sich die Bilanzsumme von 703 614,71 Mk. Ende 1930 auf 675 269,45 Mk. Ende 1931. Das e i g e n e De rm ö g e n der Genossenschaft. bestehend in den Rücklagen und Geschäftsguthaben, erhöhte sich von 95978,09 Mk. auf 107 489,04 Mk. An Krediten gegen Ge- schäftswechfel, in laufender Rechnung und als Darlehen gegen Wechsel, Schuldscheine unb Hypotheken standen am Schlüsse des 3ahres 508 477,56 Mark aus, gegen 500 499,54 Mk. am Schluffe des Vorjahres. Die Spareinlagen erfuhren einen leichten Rückgang um rund 6200 Mk. und betragen noch 498 182,47 Mk, ebenfo verminderten sich die Einlagen in laufender Rechnung von 69 410.61 Mk. auf 57 003,59 Mk. Eine zu Beginn des 3ahres 1931 vorhandene Bankschuld von 22 465 Mk. konnte abgetragen werden. Die Soll- Zinssätze wurden im Laufe des 3ahres um 0,5 Prozent gesenkt, ohne daß eine Ermäßigung der Haben-Zinssätze eingetreten ist. Der Reingewinn wird mit 6955,60 Mk. ausgewiesen, 760 Mark nixdriger als im Vorjahre. Reben den üblichen Zuwendungen zur Rücklage soll hiervon eine Dividende von 6 Prozent (8 Prozent in 1930) zur Verteilung kommen. Die Mitgliederzahl verminderte sich von 516 auf 454; hauptsächlich ist dies die Folge einer vorgenommenen Bereinigung der Mitgliederliste, wonach eine Anzahl Mitglieder wegen Richterfüllung ihrer statuarischen Verpflichtungen ausgeschlossen wurde. sichtigen, bah bic Umsätze nur ganz unbedeutend sind. Schissahrtsaktien unb Aku neigten weiter zur Schwäche, auch 3.-G.-Chemie Basel verloren abermals etwa 5 Prozent, unb am Elektromarkt fielen RWE. durch einen 4prozentigen Kursrückgang auf. Auch am Anlagemarkt wurde die Stimmung nach widerstandsfähigem Beginn später wieder etwas befser. Goldpfandbriefe gaben bis zu 0,25 Prozent nach. Reichsschuld- buchforderungen büßten ebenfalls 0,25 bis 0.5 Prozent ein. Von Deutschen Anleihen gingen Altbesitz um 0.5 Prozent zurück. 3ndustrieobligationen lagen nicht einheitlich. 3m allgemeinen befriedigte am festverzinslichen Markte, daß der Kvupon- einlösungstermin bisher wenigstens ohne Störungen verlaufen ist, und man nahm diese Tatsache auch an den Aktienmärkten zum Anlaß, kleine Deckungen vorzunehmen. Die Schwäche des Pfandbriefmarktes, der Rückgang der RWE. und Abgaben am Montanmarkt, die wohl im Zusammenhang mit den neuen Entlassungen bet Krupp standen, liehen im weiteren Verlaufe die Stimmung recht unsicher werden. Eine Aus- ncchme machten Mansfelder, worin angeblich Zwangsdeckungen vorgenommen wurden. Am Geldmarkt hörte man zu gestern unveränderte Sähe. Große Zurückhaltung in Frankfurt. Frankfurt a. M.. 2. April. (WTB. Draht- meldung.) Die Wochenlchluhbörse verkehrte wieder in großer Zurückhaltung. Der matte Schluß der Rerchorker Börse, der bevorstehende Wahlkampf, sowie das Fehlen fast jeglicher Äauf- orders von außen her trugen dazu bei. Die Kurse lagen im großen unb ganzen nicht wesentlich unter den gestrigen, doch neigte die Xenbenj zuv Schwäche, zumal die Spekulation eher Realisationsneigung bekundete. Bei sehr kleinen Mm» sähen ergaben sich gegen die Abendbörfe überwiegend Abschwächungen von 0,25 bis 0,50 Prozent. Weiter stark rückgängig waren 3G.-Che- mie Basel, die erneut 4 Prozent nachliehen. 3G. und Scheideanstalt setzten 0,25 bis 0,50 Prozent niedriger ein, am Elektromarkt gingen Schuckert um 1 Prozent zurück, während im übrigen die Kurse knapp gehalten waren. Montanaktien lagen vernachlässigt und wieder 1 Prozent niedriger. Rur Gelsenkirchen waren gut behauptet. Don Kali- werten gaben Salzdetfurth zirka 1,50 Prozent nach. Schiffahrtspopiere blieben auf ermäßigter Basis gehalten. Am Bankenmarkt lagen sowohl Reichsbank, als auch private Danken unverändert. Kunstseide verloren 0,50 bis 1 Prozent. An den Rebenmärkten ruhte das Geschäft fast vollkommen. Von internationalen Werten lagen Svenska zirka 1 bis 2 Prozent nichtiger, Cha de konnten hingegen 2 Mk. anziehen. Am Rentenmarkt schwächten sich Altbesitz unb Reichsschuldbuchfor- berungen um 0,25 bis 0,50 Prozent ab. Reichsbahnvorzugsaktien blieben behauptet. Von Gold- pfandbtiefen neigten norddeutsche Papiere zur Schwäche, während bic übrigen Serien unb Giqui- dationspfandbricfe kaum Veränderungen aufwiesen. 3ndustticobligativnen lagen wieder gut einheitlich. Etahlverein gaben eher weiter nach. Krupp blieben gut behauptet. Ebenso hörte man am Elektromarkt unveränderte Kurse. 3m Verlaufe war das Geschäft s e h r r u h i g , doch konnten sich einige Werte leicht befestigen. So lagen Gelsenkirchen 0,50, Reichsbank 1 und Schiffahrts- akticn 0,25 bis 0,50 Prozent höher. Dagegen gingen 3®.-Sorben 0,39 Prozent zurück. Am Geldmarkt war Lagesgeld mit 6 Prozent leicht. M »«SfiSSf Adculung ! ,uhrer' sind: •!. Bernhard Högel, 2. August «mb ber unermutW »PaNtsch, 3. Richard Seitz. Weiterhin tour- 1 nttitnlictem Mi mehrere neue Mitglieder in die Ausschuß- tDUtbc em 2N” , i gt^llschaft ausgenommen. Der seitherige 3ahres- mit i6ltluÄ®Wä ßsVZZ ®efa'I9n?pDn^ormC1El !/n ernsten ®oct^ tSn CßelP% Ibem eine Reihe älterer Volkslieder, sowie neuere »li<5 3um 2annhcr v. url^ neueste Liedkompositionen. Die vorzüglich L- etro^ ?'Vortrag gebrachten Lieder fanden lebhaften ddii ^9c i' "k-eifall. Ein 3ägerlicb mit Trompetenbegleitung ■......■ ■ ■ HSV dar A amas "5c le TiOlU'Y'cind 9 f^d . . -TdQC r i; »V Lpril- <> Sellnrod, 1. April. Gestern wurde un- 'er Lehrer K. Weimer in feinem Heimatorte n w* jf[ein*!c7 daubringen unter großer Beteiligung zur 9c9len «eleitet. Lehrer Weimer stürzte ^isall. 2Rdn Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) 2H. 6.» Südanlage. Wenden Sie sich zunächst unter Darlegung des Sachverhalts an das Amtsgericht, vor dem der Vertrag über die fragliche Erbauseinander» setzung geschlossen worden ist, und erbitten Sie Auskunft über die Rechtslage. Es hängt auch vom Vertragsinhalt ab, ob Sie heute noch eine Aufwertung verlangen können. Solches scheint jedoch der Fall zu fein, da Sie seinerzeit in völlig entwertetem Geld ausbezahlt worden find. h. B. in 2U. 1. Ste können von dem Eigentümer der Fichten auf Grund einer Vorschrift über die Baumpflanzungen mit Aussicht auf Erfolg nicht verlangen, daß er die Bäume entfernt, zumal Sie nicht unmittelbarer Nachbar seines Grundstücks sind. — 2. Der Eigentümer der in versumpftem Gelände stehenden hohen Baume, für die bei einem Sturme die Gefahr des Umstürzens besteht, durch das Sach- und Personenschaden mit Sicherheit zu erwarten wäre, der auch diesen gefahrdrohenden Zustand kennt oder auf ihn aufmerksam gemacht worden ist, kann unseres Dafürhaltens den Dingen nicht freien Lauf lasten, sondern tut gut daran, die Gefahr schleunigst zu beseitigen. Ob und inwieweit ein Zivilprozeß des Gefährdeten gegen den Baumbesitzer im Augenblick schon Erfolg hat, ist fraglich. — 3. Gefährden die betreffenden Bäume die öffentliche Sicherheit, so be- steht für die Polizei (Bürgermeisterei, Kreisamt) die Möglichkeit eines Einschreitens von Amts wegen. TB. B. in ID. 1. Die Gemeinde bedarf zum Verkauf des fraglichen Geländes der kreisamtlichen Genehmigung. Der Kauf selbst, d. h. der Vertrag zwi- schen Ihnen und der Gemeinde, muß vor dem Grundbuchamt (Amtsgericht) oder einem Notar ge- schlossen werden. — 2. Mit dem Bearbeiten des Bodens zi^ gärtnerischen Zwecken und mit dem Aus- Heben des Bodens für die Fundamente können Sie sofort beginnen, sobald Sie mit der Gemeinde einig sind. — 3. Der Bau eines Hauses — ob es groß oder klein ist, ist nebensächlich — bedarf der baupolizeilichen Genehmigung. Sie müssen die Pläne des Architekten, der Sie berat, der Bürgermeisterei vor- legen, wenn Ihr Bauberater nicht alle erforderlichen Schritte schon von selbst für Sie tut. Am wirksamsten sind Enöettungskßren jetzt im Frühling. Nehmen Sie 3mal tägl.2—3Tolu- he-Kerne. Zuhaben(jetztverbilligt;in Apoth« Amtliche ®elt> Dotierung 1 »rirf Amtliche Geld Kotierung »riet Hclstngsor» . 7.243 7,257 7,243 7,257 Wien. . . . 49.95 50,05 49,95 50.05 Pra«, : . . 12.465 12.485 12,465 12.485 Budavest . . 56.94 57,06 56,94 57,06 Sofia . . . 3,057 3,063 3.057 3.063 HoUanv . . 170,23 170,57 170.23 170.57 Lelo.... 84.32 84,48 83.87 84,03 Sopenhage». 87.96 88,14 87,66 87,84 Ctodbolm . 85.81 85.99 85.76 85,94 London. . . 16,01 16,05 15.56 16,00 Bucno» Airei 1,068 1,072 l,0S8 1,072 Neuvork . . 4,209 4,217 4.209 4,217 vrüilel. . . 58.79 58,91 58.84 58,96 Italien. . . 21,82 21,86 21,80 21,84 Laris . . . 16,56 16,60 16.57 16,61 Schweiz . . 81.67 81.83 81.77 81,93 Lvaniea . . 32,02 32.08 31,97 32,03 Danzig. . . 82,47 82.63 82.47 82.63 Japan . . . 1,389 1.391 1.389 1,391 Kto de ftan.. 0,256 0,258 0.256 0,258 Jugoslawien. Lissabon . . 7,413 7,427 7.413 7.427 14,59 14,61 Banknoten 14,49 14,51 Berlin, 1 April Geld »rief ttimeritcnildie Violen....... 4.20 4,22 Belgische Noten......... 58.63 58,87 Tonische Noten......... 87,77 88.13 ünglische Noten ......... 15.97 16,03 Französische Noten........ 16,52 16,58 Holländische Noten........ 169.86 170,54 Italienische Noten........ 22,11 22,19 Norwegische Noten........ 84,13 84.47 Deutsch»Oesterreich, 1 100 Schilling — —— Rumänische Noten........ 2.49 2.51 Schwedische Noten...... . 85,63 85.97 Schweizer Noten......... 81,49 81.81 Spanische Noten....... . 32.04 32,16 Ungarische Noten........ — — Denken Sie an Stoffe, denken Sie an L Bernard ^8> f Sro&nFwi» Mtvi fle* ' Bntchüre DIVAN-DECKE NI Sobelin fctwtbe 8vi«lSerI$«rl LÄUFER-STOFFE >o^3»sTt.’ A_‘lk"yXl's SM>' tjl* 1 -rtS***i*' M»r nur - eo12O— brb Mit nur 1'1 -4t> Nur so lange noch Vorrat! Auswärtige Kunden erhalten gegen Vorzeigen dieser Annonce Fahrtvergiiliing dem Einkauf Stundenplan R <^55^ f//////j für die am 11. April in der Pestalozzi- schule, Nordanlage 18, beginnenden Stenographie - Kurse Erwerbslose erhalten besondere Vergünstigungen. Erste Reichskurzschrift-Gesellschaft e.V., Gießen 2557 D Zeit Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag 19-20 Uhr Diktat 60 — 100 Anfänger — Diktat 60-100 Anfänger 19K-21,, — Praktikern, höh. Diktat — — 20-21 , Diktat Fort- Diktat Fort- 120-160 bilbung Diktat 160 u.höh. 120-160 bilbung 21-22 , Redeschrist — Redeschrift — Oeffentliche Handelslehranstalt der Industrie- und Handelskammer Gießen Abteilungen: 1. Höhere Handelsschule 2. Zweijährige Handelsschule Anmeldungen bis zum 11. April 1932 im Schullokal, Gießen, Liebigstraße 16 (Alte Klinik), II. Obergeschoß. Fernsprecher 2912. 15570 Sprechstunden: Samstags von 11 bis 12 und in den täglichen Sprechstunden von 8 bis 8’/2 Uhr. Abiturienten, die einen kaufmännischen oder ähnlichen Beruf ergreifen wollen, sei der Besuch der Höheren Handelsschule besonders empfohlen. Vogtsche Privat-Handelsschulen Gießen und Herborn Durchgreifende theoretische und praktische Ausbildung fürdiekaufm. Praxis und die Beamtenlaufbahn. 70 Unterrichtsmasch.-Übungskontor Beginn des neuen Schuljahres 7. April Anmeldung und Prospekte durch die Direktion Gieben, öoethestr. 32 Herborn, ehern. Präparandenanstalt. 2584 A Anmeldungen für Sexta und die übrigen Klassen bis Oberprima einschließlich werden jetzt schon im Direktor- zimmer entgegengenommen. 2554 d Sprechstunden werktags von 10—12 Uhr, Die Direktion des Giefeener Pädagogiums Mendelssohn-Bartholdy. Telephon 2735 Mache meine verehrte Kundschaft von Gießen und Umgegend darauf aufmerksam, daß ich wieder mit einem enorm großen Lager Barmer Klöppelspitzen und Stickereien i zur Gießener Früjahrsmesse eingetroffen bin. 5 Tal ziehen: Bewährte Qualitäten • Freundliche Bedienung Riesen - Auswahl G .Sachversi ilndige Beratung Billigste Preisei Bitte genau auf den Namen zu achten! Martin Brackeisberg Stand nur in der Kirchstraße gegenüber von Häuser Nein! diese Plage mit der Wäsche Mangelwäsche nach Gewicht ist billiger Nehmen Sie aber nur die wundervo 11 e Ausführung der GroBwäsctierei Edelweiß Gießen — Schützenstraße Fernsprecher 3487 a Stück Wischtücher . .2.25, 13.00 Bettuch, mit 2 mal Hohlsaum. 2.25 m lang tweNundheitMbcttuch, mit bunter Kante. . 1 1 1 Bettuch, mit 2 mal Hohlsaum, ganz schwere Qualität .... <-arn. Bettwäsche m. prachtv. Kinsätzen, für 2 Betten Garn. Bettwäsche, titeilig, in eleganter Ausführung Garn. 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In der Eingabe wird als einmalige Notmaßnahme des hessischen Staates eine Beihilfe von 20 000 Mart für die Theaterspielzeit 1932/33, an Stelle der bisherigen Etaatsbeihilfe von jährlich 4500 Mark erbeten. Weiter wird für die Bespielung von Bad-Nauheim durch das Gießener Stadttheater-Ensemble, zu der sich unsere Stadtverwaltung trotz erheblicher Belastung des neuen Etats in der Eingabe an den Landtag wiederum bereit- erklärt. die Garantie eines Zuschusses von 20 000 Mark durch den Staat gewünscht, womit ober die Unkosten der Gießener Ensembletättgkeit während der Kurzeit durch ein oder mehrere Gastspiele in jeder Woche noch nicht gedeckt sind. Dieser Hilferuf unserer Stadtverwaltung an den Landtag hat seinen Grund einerseits in der Unmöglichkeit, den Zuschuß zu Pern ohnehin schon stark gedrosselten Betrieb unseres Stadttheaters fernerhin allein aus der Gießener Finanzkraft zu decken, anderseits in dem verantwortungsbewußten Bemühen das Theater der Stadt Gießen und der Provinz Oberhessen als kostbares Kulturgut durch die Hilfeleistung des Staates über die gefährlichste Klippe dieser Krisenzeit hinwegzubringen. In der Eingabe der Stadtverwaltung wird eindringlich und überzeugend dargelegt, -daß die Stadt Gießen aus eigenem Entschluß und das Personal des Theaters durch weitestgehende Beschränkung bei den Gagen von sich aus alles getan haben, um das Theater zu erhalten. Wenn auch die Stadtverwaltung unter dem Drucke der steigenden Finanznot gezwungen war, vom Jahre 1928 ab den städtischen Zuschuß zum Theaterbetrieb wesentlich einzuschränken, so hat sie dennoch, in Uebereinftim« mung mit dem Stadtrat, nach Maßgabe aller Möglichkeiten in großzügiger Weise durch Geldopfer zu dem bisherigen Bestand dieses Kulturinstituts beigetragen. Jedoch sind unter der Einwirkung der verschärften Wirtschaftskrise die Einnahmen aus dem Theoterbetrieb stark zurückgegangen: allein für das verflossene Rechnungsjahr 1931/32 belief sich die Mindereinnahme gegenüber dem Voranschlag auf nahezu 70 000 Mark. Selbstverständlich ist durch sehr weitgehende Sparmaßnahmen, von deren Wirkung namentlich das Theaterpersonal ein betrübliches Lied Sagen kann, besonders auch durch erhebliche sachliche bstriche eine bedeutende Herabsetzung der Ausgaben erreicht roofben. Dennoch ist mit einem Fehlbetrag von rund 70000 Mark aus dem Etatsjahr 1 9 31/32 zu rechnen, den die Stadt Gießen aus eigenen Mitteln decken muß. Wie in der Eingabe ausführlich unter Beweis gestellt wird, sind die Voraussetzungen für den Theaterbetrieb im Etatsjahr 1932/33 in keiner Weife geändert, d. h. also, daß für das neue Haushaltsjahr wiederum mit einem Zuschuß von etwa 70 000 Mark gerechnet werden muß, wobei als wesentlich in Betracht zu ziehen ist, daß das Theater, wie im Vorjahre, vom ‘ 1. Juni bis 30. September geschlossen wird. Angesichts der Finanzlage der Stadt wird eine der - artige Zuschußleistuny nicht mehr auf- zubringen sein, so daß die große Gefahr besteht, unter dem Drucke der Finanznot unser Theater im 25. Jahre seines Bestehens schließen zu müssen und dadurch dem Sitz der hessischen Landesuniversität und dem geistigen Mittelpunkt der Provinz Oberhessen eine Kultureinrichtung zu nehmen, von der vielfältige geistige Befruchtung ausgegangen ist. Dadurch würde aber auch das als Fremdenverkehrsplatz für unser Hessenland außerordentlich wichtige hessische Staatsbad Nauheim eine Einbuße erleiden, die zu einer schwerwiegenden Minderung der Anziehungskraft Nauheims auf den Fremdenzuspruch führen muß. Um diese außerordentlich schädliche Entwicklung zu verhindern, hat sich die Gießener Stadtverwaltung als letzte Zuflucht mit ihrem 808-Rus an den I Hessischen Landtag gewandt. Nicht nur Dom Gießener Standpunkt aus. sondern auch im Hinblick auf die allgemeinen hessischen Interessen muß man dringend wünschen, daß der Landtag der Eingabe unserer Stadtverwaltung Gehör schenkt und die erbetene Beihilfe bewilligt, zumal die Stadtverwaltung in ihrer Eingabe ausdrücklich betont, die Stadt Gießen werde die Erhöhung der Staatsbeihilfe durchaus nicht als Dauerzustand, sondern als eine N o t m a ß - nähme für d i e nächste Zeit betrachten. Wir wollen heute nicht auf frühere Bemühungen im Landtage, wie auch von hier aus zur Erlangung einer größeren Unterstützung unseres Theaters durch den Staat eingehen, aber wir möchten doch hervorheben, daß unser Theater dem Staatshaushalt bisher noch «niemals eine besondere Belastung gewesen ist. Dabei konnte unser Theaterbetrieb, ebenso wie die Theater in den anderen größeren Städten Hessens, stets für sich in -Anspruch nehmen, daß sein Wirkungs- und Geltungsbereich zu keiner Zeit nur auf Gießen beschränkt blieb, sondern über den Rahmen unserer Stadt hinaus zum Ruhen der Bevölkerung in Erscheinung trat. Die Tätigkeit unseres Ensembles in Bad-Rauheim ist zur Genüge bekannt. Ferner sei in diesem Zusammenhang daran erinnert, daß unser Theater auch für die Bevölkerung zahlreicher Orte im Kreise Gießen und für die Einwohner der Stadt Alsfeld als Kunstinstitut steigende Bedeutung erlangt hat. Der Wirkungskreis unseres Ensembles hätte — dahinzielende Bemühungen sind von hier aus unter maßgeblicher Beteiligung der Stadtverwaltung und der Intendanz wiederholt unternommen worden — schon seit einigen Jahren noch umfassender sein können, wenn nicht in einigen anderen Städten Oberhessens Abmachungen mit einer Wanderbühne aus dem Maingebiet getroffen worden wären, von denen man sich in jenen Städten damals nicht mehr lösen konnte. Aber durch die Einrichtung der Fremdenvorstellungen ist trotzdem weiten Kreisen der oberhessischen Bevöjkerung die Möglichkeit geboten worden, im Gießener Stadttheater die Schauspielkunst in vielerlei Art und Gestalt genießen zu können. Man kann also, ohne begründeten Widerspruch befürchten zu müssen, die Behauptung aufstellen, daß das Gießener Stadttheater nicht nur die Bühne der Provinzialhauptstadt, sondern die Provinzbühne Oberhessens schlechthin ist. Diese Tatsache haben die Derwaltungen der Provinz Ober Hessen und des Kreises Gießen dadurch anerkannt, daß sie seit einigen Jahren dem Gießener Stadttheater mit Zustimmung des Provinzialtages bzw. des Kreistages jährliche Beihilfen bewilligten, um durch diese Zuschußleistung nicht nur die Arbeit des Theaters zu fördern, sondern auch ihrer Anerkennung für diese geistige Befruchtung der Bevölkerung weithin sichtbar Ausdruck zu geben. Wir verkennen nicht, daß der Landtag große Sorgen mit dem Staatshaushalt hat und daß er für die vielfältigsten dringenden Bedürfnisse des hessischen Volkes Mittel zur Hilfeleistung beschaffen muh. Trotzdem sind wir aber der Meinung, daß ein Kultursaktor von dem Range und der Bedeutung des Theaters der Stadt Gießen und der Provinz Oberhessen, das neben der Landesuniversität Mittelpunkt der Kulturarbeit in unserer Provinz ist, nicht mit dem Maßstab der Steuernöte allein gemessen werden darf. Es wäre traurig um das Hessenland bestellt, wenn ein Institut wie das Gießener Stadttheater einzig und allein deswegen zu Grunde gehen müßte, weil vom Staate ein als Rotmaßnahme erbetener vorübergehender Zuschuß nicht bewilligt würde. Mit der Stadtverwaltung möchten auch wir den dringenden Appell an den Landtag richten, den Beispielen der Provinz Oberhessen und des Kreises Gießen wenigstens insoweit zu folgen, daß jetzt die erbetene Rotbeihilfe gewährt wird. Bis zum Beweise des Gegenteils hegen wir die Ueberzeu- gung, daß der Landtag in seiner Gesamtheit sich der Berechtigung der Bitte unsererStadtverwaltung nicht verschließen wird. Insbesondere sehen wir unsere Hoffnung auf die Landtagsabgeordneten aller Parteien aus Oberhessen, daß sie der Bitte der Stadt Gießen warme Fürsprecher sein werden. Dem Landtag dürste die Bewilligung der Rotbeihilfe um deswillen leichter werden, weil es sich bei der Erhaltung des Gießener Stadttheaters ja nicht allein um künstlerische Interessen, sondern auch um bedeutsame soziale Erfordernisse handelt, die darin bestehen, einem ansehnlichen Kreise von Künstlern und Arbeitskräften in dieser schweren Zeit die Stätte ihres Wirkens zu erhalten. Möchte das Gießener Stadttheater, das bei seiner Gründung vor 25 Jahren aus opferfreudigen Spenden unserer Bürgerschaft entstand und im Hinblick daraus als „Denkmal bürgerlichen Gemeinsinns" bezeichnet wurde, auch vom Landtag im erweiterten Sinne als eine Angelegenheit des Gemeinsinns und des Gemeinwohls betrachtet und als solche bei der Entscheidung über die Eingabe unserer Stadtverwaltung behandelt werden! „'Die deutsche Provinz — der Kulturträger des Deutschtums." Bon Walter von Molo. (Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Walter von Molo, der ehemalige Präsident der D i ch t e r - A k a d e m i e. hat eine Vortrags-Tournee durch ganz Deutschland unternommen anläßlich des Goethejahres. Molo hat kleine und große Städte besucht, er hat mit Menschen aller Bevölkerungsschichten gesprochen. Beglückt teilt er in diesem Aufsatz zusammenfassend das Ergebnis seiner Reise mit: N i cht Berlin — bi c beutfdje Provinz ist der Kulturträger des Deutsch- tums! Von einer Goethereise kehre ich soeben zurück, die mich durch Deutschland, durch mannigfache deutsche Städte führte. Das Erlebnis dieser Goethereise war vor allem deshalb von so besonderer Art, weil ich es in dieser auf bas Negative eingestellten Zeit a l s etwas ungeheuer Positives empfunden habe. Dieses Erlebnis ist begründet durch das Fluidum, bas mich auf biefer Reise am Vortrags- pult mit bem Zuhörerraum, mit ben Menschen der deutschen Provinz, verbanb. Man spricht von einer G e i st e s - unbKulturkrise des deutschen Bürgertums. Man (egt bei einer solchen Betrachtung allzuoft, ja fast ausschließlich ben Maßstab an jene Stabt, in ber von ber Wilhelmstraße bis zur Dichter-Akademie alles versammelt ist: Berlin. Man benkt an jene Stabt, in ber erst vor kurzem, als einer ber ersten beutschen Dichter bei einer repräsentativen Feier über Goethe sprach, ber 250 Personen fassenbe Saal nicht gefüllt werben konnte. Stäbte wie Ologau ober Marienwerder, die ganze deutsche Provinz hat, nach meinen persönlichen Erfahrungen, was die Ehrung des Geistigen im Goeihejahr betrifft, Berlin um ein Vielfaches übertroffen. Ich habe es dort und überall erlebt, wie eine ganze Stadt in der Goetheseier förmlich mitte b t e, wie Tage vorher und nachher eine fieberhafte Spannung die ganze Stadt durchzog, die größer, echter, intensiver war, als das Interesse für eine europäische Konferenz oder einen Boxkampf. Man spürte dieses Goetheerlebnis auf der Straße, — ja sogar am Stammtisch. „Wir zitieren nicht nur, w i r denken auch darüber nach", sagte mir ein biederer Handwerksmeister. Und noch mehr: Als ich in diesen Städten Vorträge hielt, kamen zu mir die Bürgermeister kleiner umliegender Gemeinden und baten mich, doch auch an ihrer Goetheseier mitzuwirken. In einzelnen Fällen könnte ich diese Ditte erfüllen und war erstaunt, mit welch lebhaftem eindringlichen Verständnis diese kleinsten Gemeinden, wo der Raumenge wegen die Feiern zuweilen im Wirtshaussaal stattfanden, die zur Feier beinahe vollständig versammelt waren, gerade auf die schwierigsten Stellen meiner Ausführungen, auf die tiefsten Probleme eingingen. Eine Reise durch Deutschland ist eine Entdeckung Dcutschlan d s. Plötzlich bricht das rasende, hirnbetäubende Tempo der großen Metropolen, in denen sich in der ganzen Welt die Geschicke der Völker entscheiden, ab. Was tritt an seine Stelle? Der Snob denkt: Provinz bedeutet Oedc. Wie ist dtes in Wahrheit? Im Gedächtnis sehe ich vor mir eine große Reihe von Auditorien: ich sehe Gesichter, jung und alt, voller Formung, voller Spannung, voller Rachdenklichkeit. Es sind die Gesichter bester deutscher Bürgerlichkeit. in denen Eigenwilligkeit und Gemein- schastsgefühl sich auf einer Grundlage ruhigen Denkens aufbauen. Es find Gesichter, die ein großer Begriff einigt. Nation! Das sind die Gesichter, die auf einer Reise durch die deutsche Provinz, in den deutschen Städten, im Jahre der Not 1932 unvergeßlicher Eindruck bleiben. Im Gymnasium einer deutschen Mittelstadt treffe ich Primaner, die sich gerade Kulissen für eine literarische Festaufführung zusammenbauen. „Was möchtest du werden?" frage ich den einen. „Ein Segelflieger oder ein Dichter, vielleicht auch beides." Und der zweite: „Ein Geistlicher in einer kleinen, aber treuen Gemeinde." Der dritte will ein Revolutionär werden, und der vierte die Tradition halten. Jeder will etwas anderes. Eines aber ist bei allen gleich: Die Aufbaukräfte sind ungeheuer stark. Zersetzungskräfte findet man kaum, Ueberall traf ich solche jungen Menschen, die mir die Heber» zeugung einhämmerten: das lebt und ringt sich durch! Man ist als Dichter vor allem überrascht und erfreut, daß an uns hier draußen die bange Frage gestellt wird: Ist das deutsche Schrifttum noch existenzfähig oder geht es unter? Namentlich für dl e jungen deutschen Dichter, die sich so verlassen und ausgeschlossen Vorkommen, mag es ein großer Trost fein, daß man sie in der deutschen Provinz kennt, ihr Werden miterlebt und ihr Schicksal miterleidet. „Was macht der junge Dramatiker T. oder der Lyriker P?" Antwortet man. daß dieser mit Frau und Kindern in einer Laube wohne und jener, aller Mittel bar, vor Entkräftung im Vornan von 3- Schneider-Foersil. Urheber-Rechtsschutz: Verlag O. Meister, Werdau. 17. Fortsetzung. Nachdruck verbotenI „Ist es etwa nicht so?" ereiferte sich der Doktor weiter. „Die Mühe scheut ihr und um das Geld, das es euch einmal kostet, ist es euch leid. Und daß es eurer Bequemlichkeit einen Stoß verseht, das ist natürlich ein Grund mehr, ach und weh zu schreien, iroch ehe es überhaupt da ist. Schäm dich doch! Hast einen Besitz wie ein Herzog unt> das Einkommen von fünf Generaldirektoren und neidest dem Wesen, das dein eigen Fleisch und Blut ist, das bißchen Dasein!" „Ich neide es ihm ja nicht, Hans, ich--“ „Na also!--Ich habe jetzt keine Zeit mehr! Auf Wiedersehen, mein Lieber, und grüße mir deine Frau! Und seid gut miteinander", mahnte er, drückte Swensen die Hand und lief den Weg wieder zurück, den er gekommen war. Als Swensen fein Heim betrat, meldete ihm das Zimmermädchen, daß die gnädige Frau ihn bitte, allein zu speisen, da sie unpäßlich sei. Er übergab dem jungen Ding Hut und Mantel, gedachte der Mahnung Wanders und stieg zu Inegard in die erste Etage hinauf. Die Diva lag in einem halbdämmrigen Zimmer, dessen Wände ein sanftes Blau ausströmten und sah ihm mit einem nervösen Zucken der Wimpern entgegen. „Hat man dir nicht gesagt, daß ich heute nicht zum Abendtisch hinunterkommen kann? — Ja? Hast du Gäste mitgebracht?" „Nein!" Er rollte sich einen Stuhl herbei und setzte sich neben ihr Ruhebett. Mit leichten Ringern streichelte er über ihren Arm, der aus der lachsfarbenen Seide des losen Gewandes leuchtete. „Ich möchte dich bitten, daß du dich jetzt — — wenigstens vorläufig — — von der ganzen Fil- merci zurückziehst", sagte er abwägend und merkte, wie sie dabei in seinem Gesicht forschte und die Gewißheit bekam, daß er von allem unterrichtet war. _ = „Blödsinnig ist das!" schalt sie verärgert „Es macht mir einen Strich durch alle meine Pläne. Aber nach Amerika muß ich noch mit. So weit reicht die Zeit noch!" „Ich möchte dir taten, zu bleiben", warf er ein. „Du sollst dich schonen. Es genügt doch, was ich verdiene." „Ach", unterbrach sie ihn gequält. „Ich^wurde ja verkommen vor Langeweile, wenn ich Tag für Tag so tatenlos herumliegen müßte. HebrigenS dein Freund Wander ist auch nicht so harmlos, wie er immer tut! Er läuft mit deiner früheren Siebe!“ „Mt Lenore?" „Ich weih nicht, wie sie heißt!" „Du lügst!" „Warum soll ich lügen? — Es ist zu bedauern, daß du immer gleich so unhöflich wirst, wenn man von deiner gewesenen Braut spricht." Sie drehte sich nach der Wand und würdigte ihn keines Blickes mehr. Als das beiderseitige Schweigen drückend zu werden begann, erhob sich Swensen und ging nach dem Speisezimmer hinab. Wander und Lenore! Er lachte ungläubig auf. — Wander und Lenore! hämmerte sein Gehirn unentwegt, als gäbe es nur mehr diese beiden Namen auf der großen, weiten Erde. Er sah den Freund mit seiner trotzig kräftigen Gestalt neben dem schlanken zarten Mädchen seiner Liebe stehen, Hand in Hand mit ihr, sah, wie ihre Lippen sich trafen. Er sah sie als sein Weib durch die Räume des Doktorhauses gehen, wie sie die Arme um Wander schloß und ihm die Welt zum Paradiese machte. Er stürzte zwei Gläser Portwein hinunter. Das also war ihre Treue! So hielt sie ihr Versprechen, ihn zu lieben bis zur letzten Stunde ihres Lebens, wenn er die Bürde seiner Che weiter zu tragen gewillt war. Und Wander! — Von Jugend auf hatte er sein Herz an diesen Menschen, den er seinen einzigen Freund nannte, gehängt, und nun wurde ihm das von ihm! „Dieb!" schrie er unbeherrscht in den Raum! — Jawohl! Dieb! Er hatte ihm das Mädchen seiner Liebe gestohlen. Wenn sie auch nicht seine, Swensens »rau, werden konnte, weil er an Inegard gebunden war, so betrachtete er sie doch als sein Eigentum, als etwas, das ihm ganz allein gehörte, ein Bollwerk gegen alles Böse, ein Licht, das ihm durch alle Finsternisse des Lebens immer wieder den Weg nach den Höhen des Daseins zeigte. „Wander und Lenore!" Seine Hand riß an der Kurbel des Tischtelephons. das auf der Mahagoniplatte des Schreibtisches funkelte. „Hier Doktor Wander", meldete sich gleich darauf eine Stimme am Apparat. Swensens „Guten Abend" klang rauh vor Heisersein. „Triffst du Fräulein Recklinhausen heute noch?" , _ „ ., „Möglich.---Sie hat Nachtdienst. Soll rch etwas von dir bestellen?" „Einen ergebenen Gruß von mir!" „Danke! — Ich bezweifle, daß sie darüber sehr erfreut sein wird." „Erlaube!" , „Sei nicht böse, Fred! — Ich bestelle ihn natürlich! Sonst noch etwas?" Swensen hörte den lachend gutmütigen Spott in Wanders Stimme und schrie in den Apparat, daß das Zimmermädchen eilig gelaufen kam, weil es sich gerufen glaubte. „Wenn das deine ganze Freundschaft ist. dann pfeif ich drauf Dann — „Oho. mein Lieber!" rief Wander lachend da- zwischen. „Jawohl, bann pfeif ich daraus", schrie Swensen. „Schluß! — Fertig! Fer--tig!“ Der Hörer schlug mit hellem Klingen auf die Schreibtischplatte nieder. Swensen fiel erschöpft in den Lederstuhl, den er sich herbeigezogen hatte. Also war es richtig, was ihm Inegard gesagt hatte. Wander und Lenore!--Wander und Lenore! Er biß die Zähne in den Rücken der Hand und sah noch reglos, als die Türme der Stadt längst die Mitternacht gekündet hatten. Ein Kinderweinen klang durch den Saal der Klinik, in welchem sich die kleinen und kleinsten Patienten befanden. „Cs tut so weh, Schwester Lenore! Ich kann — keine Suft — mehr kriegen!" keuchte ein Achtjähriger und streckte hilfesuchend die Arme nach ihr aus. „Ich hol den Onkel Doktor, Walterchen! 3a? Nur noch fünf Minuten mußt du gut fein, mein Junge, dann kommt er", tröstete sie gütig. Der blonde Kopf glitt gehorsam zurück. Sie glaubte, ein Röcheln zu hören, und rannte die Bettreihen entlang. „Margret! — Um Gottes willen, Margret!" „Was ist?" fragte die junge Aerztin, die im weißen Kittel und mit durchwachtem Gesicht soeben den Saal betrat. „Wie oft habe ich dich schon gebeten, nicht so überängstlich zu sein." „Das kleine Walterchen stirbt!" hastete Lenore, vor ihr herlaufend. Mit raschen Schritten kam Margret an sein Lager und blickte forschend in das verzerrte Gesichtchen. Sie hatte die Gefahr sofort erkannt. „Telephoniere sogleich an Chefarzt Wander. Wir müssen einen Kehlkopsschnitt machen. Jede Minute kann den Tod bedeuten. Ich bereite inzwischen alles vor. Sage ihm, daß Gefahr im Verzug ist, und daß es keinen Aufschub gibt." Fünf Minuten später raste ein Kraftwagen die breite Straße, welche vom Westwind ins Zentrum führte, mit toller Geschwindigkeit entlang. Mit einem Ruck hielt er vor dem mächtigen Gebäude- komplex der Klinik. Wander, der sich nicht einmal Zeit genommen hatte, in einen Mantel zu schlüpfen, sprang heraus und lief die Stufen zum Eingang hinauf. Schwester Lenore stand vor dem Operations- zimmer und bot ihm leite einen „Guten Abend". „Guten Abend", sagte Doktor Wander freundlich. „Sie haben sich nickt geirrt, Fräulein Kollegin?" wandte er sich an Margret, die auf dem weißen Marmortisch Instrumente und Verbandzeug zurechtlegte. „Nein! — Aber ich hatte nicht damit gerechnet. Die Dösarti^eit, welche die Entzündung innerhalb zwei Stunden angenommen hat, kommt mir selbst überraschend." Er nickte nur. Wenige Minuten später lag der kleine Körper bereits in Narkose. Eine halbe Stunde nachher ruhte das Walterchen in einem Separatzimmer, und Schwester Lenore hielt die kalten Händchen in ihren warmen, lebenskräftigen geborgen. Margret stand noch mit Wander im Operationszimmer und legte die gesäuberten Instrumente wieder an ihren Platz zurück. Wander warf einen raschen Blick zu ihr hinüber und stellte fest, daß sie reichlich nervös war. Der Sache konnte man ja gleich auf den Grund gehen. Er trat, ehe er das Zimmer verließ, zu ihr hin und sagte möglichst unbefangen: „Mein Freund Swensen hat mich beauftragt, Ihnen ergebenste Grüße zu bestellen, Fräulein von Recklinhausen." „Wer?" Margrets Kopf fuhr hoch, daß das dunkle, kurzgeschnittene Haar scharf nach hinten fiel. „Swensen!" wiederholte er kaltblütig, sah das zornige Rot, welches in ihre Wangen flieg und den Ausdruck der Verachtung, der sich um ihren Mund legte. „Sagen Sie Ihrem Freunde, er solle sich seine Grüße sparen. Benötigen Sie mich noch?" „Nein, Fräulein Kollegin!" „Dann „Gute Nacht"!" Lauter, als es sonst ihre Art war, klappte sie die Türe hinter sich ins Schloß. Er sah ihr nach und stand eine Weile reglos. Wenn man nur wüßte, wo bei ihr anzusehen war. Dreivierteljahr arbeiteten sie nun schon zusammen. Erst glaubte er, es mit einem Eisblock zu tun zu haben. Aber bann kam ab und zu eine Minute, wo diese unnatürliche Starre schmolz. Bald hier, bald dort kam fraulich-weiches Gefühl zum Durchbruch, das ihre ganze äußere Kälte Lügen strafte. Er hörte ihre gedämpfte Stimme auf dem Korridor und trat in das matte Dämmer, das denselben erhellte, sie sprach auf eine junge Frau ein. die leise in ihre Hände weinte: „Es ist ja alles gut vorüber", tröstete Margret. „Man hat Sie nur gerufen, damit Sie Kenntnis haben, wie es um Ihr Kind steht. Nun ist es glücklich vorbei! Das Walterchen wird nicht sterben. Gewiß nicht? In vierzehn Tagen, vielleicht auch schon ein bißchen früher, dürfen Sie's wieder haben. Fahren Sie jetzt ganz beruhigt nach Hause, liebe Frau TMoem. Der Junge ist in besten Händen. Sie könnten nicht mehr für ihn tun als wir." An der Seite der weinenden Mutter schritt sie der Treppe zu. er sah sie die Stufen hinab- gehen und dann ihren weißen Kittel in einem der Gänge verschwinden. „Was tue ich. daß ich nicht lächerlich vor ihr erscheine?" erwog Wander. Vielleicht vertraue ich mich Schwester Lenore an, sie hatte sicher Verständnis und war bereit, ihm zu helfen, wenn er ihr sagte, daß er ihre Schwester liebe. Schließlich hatte es ja noch Zeit. Vielleicht kam doch einmal eine günstige Stunde, in der er die entscheidende Frage an sie richten konnte. (Fortsetzung |olgt.) Krankenhaus liege, so werden sie schamrot und empfinden diese Tatsache als ein nationales Unglück. In der ruhigen Atmosphäre der deutschen Provinz findet sich der deutsche Dichter wieder. Vas nlederdrückcndc Gefühl, von der Führung, von frei Mitarbeit auogescholtet zu sein, verschwindet. Er ist nicht mehr Luxusgeschöpf. 3n den» Bemühen, schöpferisch zu sein, stößt er auf Widerhall, auf Grund, auf den man aufbauen kann. „Ein Dichter", so sagte mir ein ganz einfacher Mann...... der kommt doch gleich hinter dem Reichspräsidenten." Auf eines möchte ich in diesem Zusammenhang besonders Hinweisen: die außerordentliche, entscheidende Aufgabe, die die Zeitung der deutschen Provinz heute für das Bürgertum erfüllt. All die nutzbaren Kräfte und Werte, die die Provinz birgt, Mut, Vertrauen, Lieberlegung, Innerlichkeit, spiegeln sich wider, mehr noch, werden getragen von der guten Presse der Provinz. Schlägt man die Blätter auf, so sindet man nicht nur einen getreuen Spiegel dieser Welt, in dem die verwirrenden Ereignisse, z u r Klarheit u m g e f o r m t sind, sondern auch ein Echo, das dieser Welt gerecht wird. Es bedarf nicht des Anlasses der Gedenktage, um d i e feste Verbindung mit dem Gewordenen, mit der Tradition aufrechtzuerhalten. Mag der Zeitungsaufsatz vom jüngsten politischen Ereignis oder von den Werken Haydns handeln, er wird in seinem Durchschnitt vom Standpunkt des Verweilens auS die Dinge sehen, zum ruhigen Rachdenken und zur Besinnung führen und so das notwendige Gegengewicht zum Ha st en der Zeit bilden. Hätte Goethe diese Zeitungen gesehen, er hätte sich wohl optimistischer über die Zeitungen geäußert, als zu seiner Zeit. Die Zeitung der deutschen Provinz ist der eigentliche Führer im Kampf ums deutsche Bürgertum. In mehreren Theatern der Provinz habe ich die Uraufführung junger deutscher Dichter erlebt. Ich hörte die Kritik im Parkett und im Foyer, hoch oben auf der Galerie. Es war eine wirkliche Freude, mitzuerleben, wie sich hier sofort Zirkel bildeten, in denen jede Sentenz, fast jeder Satz des Stückes, mit einer nie geahnten Gründlichkeit und Lebhaftigkeit in dichterischer, wie in weltanschaulicher Beziehung debattiert wurde. Begeisterung, Enttäuschung — hier im Zuschaucrraum erhielt man eben so oder vielleicht noch mehr als auf der Bühne den Eindruck eines lebendigen geistigen Deutschlands. Lind dieser Eindruck verstärkt sich, je enger man mit den Menschen draußen in Berührung kommt. Eine solche Deutschlandrcise ist ein großes Glück, und ich möchte sie jedem unserer Volksgenossen wünschen. Die deutsche Provinz darf stolz darauf sein, Mittelpunkt, Bewahrer der geistiaen Kräfte Deutschlands zu sein. Die deutsche Provinz ist nicht mehr und nicht weniger, als der Kulturträger des Deutschtums! Aus dem Segelflieger-Lager Aßlar. Line Schulungswoche. Die Segelfliegergruppe des Vereins für Luftfahrt in Gießen veranstaltete in der Zeit vom 19. bis 30.März eine Schulungswoche in Aßlar bei Wetzlar, an der 16 Mitglieder tcilnahmen. Trotz ungünstiger Wetter- und Windverhältnisse wurden 250 Starts ausgeführt. Stud. Jüngst und Obergrenadier D a e r n e r legten die ^-Prüfung ab mit 40 bzw. 33 Sekunden Flugzeit. Je drei B-Flüge konnten die Jungflieger stud. Lamby und Gewerbeschüler S ch e u i n g ausführten, wobei Flüge bis 75 Sekunden erreicht wurden. Den Jungfliegern mit bereits abgelegter B-Prüfurm war Gelegenheit geboten, mit dem Schulflugzeug Type „Prüfling" zu schulen. Durch den am Ostermontag einsetzenden Regen mußte der Lehrgang vorzeitig abgebrochen werden: er soll aber am kommenden Sonntag weiter fortgesetzt werden. Die Segelflieger waren in Aßlar in Privatquartieren untergebracht und wurden von der Bevölkerung wieder aufs freundlichste bewirtet. In dankenswerter Weife hatte der Wetzlarer Verein für Luftfahrt feine Unterkunftshalle zur Verfügung gestellt. Gemeinsam mit diesem Verein soll in nächster Zeit eine größere Flugzeughalle mit Unterkunftsräumen auf der hohen Warte bei Aßlar errichtet werden, so daß in Zukunft die kostbare Zeit für das Auf und Abmontieren der Segelflugzeuge nicht ver> lorengeht. Auf dem FlugplatzGießenist das Flugzeug D 1858 wieder in den Dienst gestellt worden. Die Südwestdeutsche Sportfliegervereinigung in Gießen veranstaltete am 1. und 2. Osterfeiertag in Gernsheim (Hessen) und in Oberkirch (Baden) je einen Flug- tag: am kommenden Sonntag wird sie in Hanau einen Flugtag bestreiten. Nächster Sprechabend: Mittwoch, 6. April. Oie ersten Segelflüge auf dem „Hohen Berg". Mkt dem neuen Segelflugzeug „Falke" des Flugsportvereins Homberg (Oberhessen) führte dieser Tage Fluglehrer Bellinger seinen Schülern am Südhang des „Hohen Berges" (bei Ober-Ofleiden) zwei Segelflüge von je 10 Minuten Flugdauer vor. Die Landung von beiden Flügen erfolgte wieder an der Startstelle. Damit ist die Geeignetheit des Segelfluggeländes zwischen Homberg und Rieder-Ofleiden bewiesen worden. Geräie-Mannschastskamps Marburg — Gießen — Großen-Linden. Lin turnerisches Ereignis in Großen-Linden. Der Turnverein Großen-Linden, einer der an- gesehendsten und leistungsfähigsten Landvereine des Turngaues Hessen, kann in diesem Iphre auf ein 40jähriges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Anlaß veranstaltet er am morgigen Sonntag einen Mannschafts-Wettkampf im Geräteturnen, zu dem auch Tv. 1846 Gießen und T-u.Spv. 1860 Marburg antreten werden. In jeder Mannschaft stehen sechs aktive Turner, darunter einige der besten Könner des Gaues Hessen, so daß mit einer hochwertigen Kampfhandlung zu rechnen ist, deren mit Spannung erwarteter Ausgang nicht leicht vorauszusogen ist. Der Kampf, der für jeden Turner eine Kürübung an Reck, Darren und Pferd, sowie Kürfreiübungen für ausgewählte Turner vorschreibt, steht unter Leitung von Ehren-Gauoberturnwart Will, Gießen. Bewährte Kampfrichter stehen zur Verfügung- Die Mannschaften sehen sich wie folgt zusammen: Tv. 1846 Gießen: L. Herbert. H. Herbert, W- Hartmann, A. Burkart, K. Schick, K. Reuter; Tv. Großen-Linden: K. Seipp, H. Jung, A. Leun. F. Weitershaus, K. Keßler, R. Seth; T. u. Spv. Marburg: C. Fink,' H. Lang, H. Keil, P. Götsch, O. Textor, W- Fink. „ZRunö um den Bertasee." Um die westdeutsche Waldlaufmeisterschaft. Am morgigen Sonntag gelangt in Duisburg die Waldlaufmeisterschaft des WSV. zum Austrag. Der Lauf wird in zwei Klassen bestritten, und zwar haben die Senioren und Junioren je 11,8 Kilometer und die alten Herren sowie die Jugendlichen eine Strecke von 5,9 Kilometer -u- rückzulegen. Zu dieser ersten leichtathletischen Konkurrenz werden sich die besten Langstreckenläufer des Verbandsgebietes einfinden. Mit den besten Aussichten geht der deutsche Meister Schaumburg (Pol. Oberhausen) an den Start, der allerdings in dem Düsseldorfer Kilp einen schweren Gegner finden sollte. Die Spielvereinigung 1 900 Gießen wird zu diesem Wettbewerb ebenfalls einige Läufer entsenden, die allerdings unter den gegebenen Verhältnissen einen schweren Stand haben werden. Gerhard, Schaaf, Peter- und Koch werden die Farben der Spielvereinigung vertreten. Gerhard und Schaaf dürfen wohl als ernsthafte Konkurrenten betrachtet werden, obwohl Gerhard die Strecke von 11 Kilometer nicht sehr liegt, da er erst auf längeren Strecken richtig in Fahrt kommt. Schaaf ist nicht zu unterschätzen. Man rechnet mit einem Achtungserfolg der Gießener Mannschaft. Waldlauf im Lahn-DünSberg-Gau. Am kommenden Sonntag findet in Erda der Gauwaldlaus des Lahn-Dünsberg-Gaues statt. Der Waldlauf wird auch in diesem Jahre wieder in drei Klassen — Männer-, Jugend-^- und 2ugend-B-Klasse — ausgetragen. Die zu durchlaufenden Strecken betragen, 5000, 3000 und 2000 Meter. Es sind viele Teilnehmer gemeldet, so daß mit spannenden Kämpfen zu rechnen ist. Handball im Gau Hessen (O.T.) Großen-Buseck I — Tgde. Friedberg. Für den kommenden Sonntag hat die 1. Mannschaft des Tv. Großen-Duseck die gleiche der Tgm. Friedberg zu einem Freundschaftsspiel verpflichtet. Die Gäste sind als eine äußerst schnelle Mannschaft bekannt, deren Hauptstärke im schußgewaltigen Sturm besteht. Mit Wahrscheinlichkeit werden die Gäste den Sieger stellen. Vor dem Spiel der 1. Mannschaft stehen sich die 2. Mannschaften von Tv. 1846 Gießen und Großen-Duseck gegenüber. Die Gäste werden hier ebenfalls Sieger bleiben. Vor dem am Sonntag in Großen-Linden stattfindenden Gerätewettkampf zwischen Turn- und Sportverein 1860 Marburg, Tv. 1846 Gießen und Tv. Großen-Linden, stehen sich die 1. Mannschaften von Dutenhofen und Großen-Linden gegenüber. Dutenhofen erzielte in seinen letzten Spielen gute Resultate; die Großen-Lindener werden sich auf eigenem Platze aber wohl kaum schlagen lassen. Tisch-Tenniö der Gp.-Vg. 1900. Die 1. Mannschaft der Spielvereinigung 1900 weilt am Sonntag zum Rückkampf bei „Rot- Weiß" Friedberg. Das Turnier hier in Gießen konnten die 1900er 12:4 für sich entscheiden. Die Friedberger, die seinerzeit wohl kaum mit einer Riederlage gerechnet hatten, werden natürlich am Sonntag alles daran sehen, die Scharte auszuwehen. In Anbetracht dessen werden die Dpiel- vereinigungsleute mit stärkster Mannschaft antreten. Es finden 12 Einzel- und 6 Doppelspiele statt. Arbeiter-Turn- und Gporibund Der kommende Sonntag bringt eine Reihe interessanter Spiele. Wieseck 1. hat auf eigenem Platze Marburg I. im Freundschaftsspiel zum Gegner und wird die Gäste wohl mit einer Riederlage heimsenden. Auch Marburg II. wird im Spiel gegen Wieseck I. Jugend den kürzeren ziehen. Heuchelheim hat auf eigenem Platze Großen- Linden mit drei Mannschaften zu Gast. Im Spiel der 1. und 2. Mannschaften dürften die Platz- besiher Sieger werden. Der Ausgang des Ju- genospieles ist offen. — Rodheim I. hat Annerod I. zu Gast und wird den Sieger stellen. — Allen- oorf/Lahn l. sollte in Klein-Linden gegen die dortige 1. Mannschaft sicherer Sieger werden. — Grü- ningen weilt mit zwei Mannschaften in Hausen und wird um zwei Riederlogen nicht herum kommen. — Lich I. hat Lindenstruth I. zum Gegner und wird sich auf eigenem Platze den Sieg nicht nehmen lassen. — Vetzberg tritt mit zwei Mannschaften in Hungen an. — Großen-Duseck II. und Saasen II. stehen sich in Großen-Duseck gegenüber. — Deuern I. hat Wißmars Jugend zum Gegner. Daubringen I. und Staufenberg 1. werden sich in Dauvringen ein flottes Spiel liefern, dessen Ausgang nicht vorherzusagen ist. — Wißmar i. hat Wetzlars 1. zu Gast. Die Gäste sind durchschlagskräftiger. Kinzenbach I. und Launsbach I. werden sich in Kinzenbach gegenüberstehen. Die Plahbesiher haben die besseren Aussichten. — Gleiberg I. ist in Raunheim zu Gast und wird im Spiel gegen die dortige 2. Mannschaft einen gleichwertigen Gegner haben, während Gleiberg Jugend gegen Raunheim Jugend unterliegen dürfte. Waldgirmes I. empfängt Oberndorf I. — Lang- Göns I. sollte gegen Krofdorf Jugend in Krofdorf wohl einen Sieg herausholen. — Wieseck II. und 2. Jugend kommen einer Rückspielverpflichtung in Ober-Mörlen nach. Handball. In Gambach stehen sich Gambach I. und Wieseck I. gegenüber. Im letzten Spiele konnte Wieseck überlegener Sieger werden und sollte auch im kommenden Spiel die besseren Aussichten haben. 3u(jenb=0i)fertofl im Westdeutschen Spielverband. Der Westdeutsche Spielverband widmet einen Sonntag im Jahre einem Gemeinschaftswerk, das der Jugend zugute kommen soll. Der Verband will die gesamte Lehrtätigkeit, die er bisher entfaltete, aufrechterhalten. Dazu bedarf es größerer Mittel. Es sollen nun verschiedene Degegnungen stattfinden, die ein breiteres Publikumsinteresse finden und auch diejenigen nach den Sportplätzen führen, die sonst nicht zu den ständigen Gästen zählen. Zu diesem Zweck sind in erster Linie Städtespiele vorgesehen. Gau Gleßenwehlar — Marburg. Die beiden Gießener Sportvereine, wie auch die Vereine unserer Umgebung haben sich zum Opfertag zur Verfügung gestellt. Am morgigen Sonntag tritt eine Gaumannschaft von Gie- ßen/Wetzlar gegen eine Stadtmannschaft Marburgs an. Von feiten der Gießener und Wetzlarer wird das Treffen in folgender Aufstellung bestritten: Balser (VsB.); Lippert (1900), Denner (Spv. Wetzlar); Leutheuser (VfD.), Heilmann (1900), Gg. Henrich (1900); Haupt (VfB.), Arnold (1900), Wohlgemut (Spv. Wetzlar), Wil- helmi (1900), K. Schmidt (1900). Die Mannschaftsaufstellung erscheint nicht unglücklich. Ob sie sich zu einer Einheitlichkeit finden werden, bleibt abzuwarten. Das Spiel muß es zeigen. Die Läuferreihe erscheint sehr gut. Wie die Gießener auf den Mittelstürmer aus der Rachbarstadt eingehen werden, wird entscheidend für den Ausgang des Spieles sein. Die Marburger stellen den Gästen aus Gießen und Wetzlar eine Mannschaft gegenüber, die sich aus den leistungsfähigsten Spielern von VfB. „Kurhessen" und „Germania" zusammensehen wird. Die Aussichten für die Gaumannschaft Gießen-Wetzlar liegen nicht sehr günstig. Man wird der Papierform nach die Marburger in Front zu erwarten haben. Die Gastgeber haben aber mit energischem Widerstand zu rechnen. Und Gießen — Wetzlar. Ein zweites Städtespiel findet in Gießen, und zwar auf dem Sportplatz des VfB. statt. Die ^-Städtemannschaft seht sich lediglich aus Spielern der beiden hiesigen Sportvereine zusammen und bestreitet ein Spiel gegen eine Stadtmannschaft von Wetzlar. Folgende Mannschaft ist nominiert: Müller (1900); Kreß (VfB.), Hetzel (VfD.); Fehling (VfB.), Langsdorf (1900), Lehrmund (VfB.); Luft (1900), Günther (1900), Seipel (VfB ), Christ (1900), Ritter (VfB.). Gegen die Wetzlarer wurde schon mancher hart- näckiae Kampf ausgetragen, die aus einer latent begehenden Reoalität heraus oft genug hart die Grenzen des Erlaubten streiften. Die Kämpfe waren dabei stets spannend von Anfang bis zu Ende. Die Gäste des Sonntags stellen neben einem angrisfs- lustigen Sturm eine sehr widerstandsfähige Verteidigung, die den Gießenern schwer zu schaffen machen wird. Der Ausgang des Kampfes ist offen. Die Gießener Ligareserven gegen Daubringen I. Ein drittes Spiel mit einer kombinierten Mannschaft (VfB. und 1900 Ligareserve) spielt als B-Städte- Mannschaft gegen Daubringens 1. Mannschaft in Daubringen. Die Daubringer haben sich in den letzten Verbandsspielen sehr tapfer geschlagen. Sie werden auch in diesem Treffen den Gießenern den Sieg nicht so ohne weiteres überlassen. Auf eigenem Platz haben die Gastgeber ein Plus für sich. Die Gießener werden alle Technik und guten Willen zum gegenseitigen Verständnis aufbieten müssen, wenn sie sich einen Sieg sichern wollen. Die Stabtmannschaft tritt in folgender Aufstellung an: Rau MB.): Schneider (1900). Schön (VfB.); Schack (1900), Grob (1900), Feuster (VfB.); Enders (1900), Sauer (VfB.) Mat- tern (VfB.), Best (1900), Preiß (VfB.). Den Spielen ist in Anbetracht des im Interesse der Sportjugend verfolgten guten Zwecks reger Besuch zu wünschen. „Teuionia"Wahenborn-Steinberg Garbenteich-Steinbach gegen Teutonia UJatjenborn-Steinberg. Zu dem am nächsten Sonntag stattfindenden Jugendopfertag des Westdeutschen Spielverbandes wird auch auf dem Sportplatz in Steinberg ein Fuß- ballspiel zum Austrag kommen. Es spielen die Sport- vereine Garbenteich und Steinbach mit einer kam- binierten Mannschaft gegen die 1. Mannschaft des FC. Teutonia. Garbenteich und Steinbach verfügen beide über gute Einzelkräfte, und es sollte deshalb bei entsprechender Aufstellung der kombinierten Mannschaft eine sehr spielstarke Elf zustande kommen. Da die Teutonen voraussichtlich ebenfalls in bewährter Aufstellung antreten, sollte mit einem spannenden Kampf zu rechnen sein. Rundsunkprogramm.. Sonntag, 3. April. 7 (Von Hamburg): Hafenkonzert. 8.15: Katholische Morgenfeier. 9.15: Stunde des Chvrgefangs, Ausführender: Dauerscher Gesangverein Gießen unter Leitung von Dr. T e m e s - vary. 10: Einführungsvortrag in Wagners „Götterdämmerung", 1. Akt, von Hans Rosbaud. 11 (Aus der Dergkirche in Eisenstadt): Anläßlich des Haydn-Jubiläums Relson-Messe von Josef Haydn. 12 (Don Wien): Llnterhaltungskonzert des Wiener Sinfonie-Orchesters. 13 (Dom Westdeutschen Rundfunk): Konzert. 14.10: Stunde des Landes. 15: Stunde der Jugend. 16 (Don Freiburg): Llnterhaltungskonzert. 18: „Eamon de Da- f ra, Irlands Ministerpräsident", Vortrag von Or plul. Carl Wehner, Derlin. 18.25: Dreißig bunte Minuten. 19.30: O-Zug-Zigeuner, Dunter Abend. 20.45: Götterdämmerung, 3. Tag des Dühnenfestspiels „Der Ring des Ribelungen". Montag, 4. April. 7.20: Frühkonzert. 12: Llnterhaltungskonzert des Rundfunk-Orchesters. 13.05: Mitta^konzert. 15.20: „Die Frau gehört ins Haus", Vortrag von Frau Dr. von Zahn-Harnack. 17 (Bayerischer Rundfunk): Rachmittagskonzert. 18.25: Vortrag von Prof. Künhel. 18.50: Englischer Sprachunterricht. 19.30: Funkprobeschreiben des Deutschen Stenographenbundes. 19.50: Franz. Grillparzer, zum 60. Todestag des österreichischen Dichters. 20.30: Llnterhaltungskonzert. 21.30 (Von Karlsruhe): Kompositionsstunde Arthur Kusterer. 22: „Raturschuhpark der Mundarten". 22.45 bis 24: Rachtmusik. Dienstag, 5. April. 7.20: Frühkonzert auf Schallplatten. 12: Mittagskonzert. 13 (Westdeutscher Rundfunk): Mittagskonzert. 15.20 bis 15.50: Hausfrauen-Rach- mittag. 17: Desperkonzert des Orchesters des Westdeutschen Rundfunks. 18.25: „Meine erste Begegnung mit Goethe." Von Rudolf Alexander Schröder. 19.05 (Aus dem großen Musikvereinssaal, Wien): Die Schöpfung von 1.Haydn. 22: 3m Egringer Arbeitslager, Hörbericht. 22.45 bis 24: Tanzmusik. Mittwoch, 6. April. 7.20: Frühkonzert. 12 (Bayerischer Rundfunk): Llnterhaltungskonzert, Kleinorchester der Reuen Philharmonie, Rürnberg. 13.05: Konzert auf Schallplatten. 15.15 bis 16: Stunde der Iugend. 17: Rachmittagskonzert des Rundfunk-Orchesters. 18.25: Clemens Brentanos „Geschichte vom braven Kasperl und dem schönen Hannerl" im Dürger- spiegel, von Dr. Leo Löwenthal. 18.50: „Zur Lärmbekämpfung", Vortrag von Oberreg.-Rat Adae. 19.30 (Aus dem Großen Saal des Volksbildungsheimes, Frankfurt a. M.): Konzert des Rundfunk-Orchesters. 21: Liebe im Lärm, ein kleines Funkspiel von R. Dymion. Donnerstag, 7. April. 7.20: Frühkonzert. 12 (Bayerischer Rundfunk): Konzert des Rundfunkorchesters. 13 bis 14: Schallplattenkonzert. 15.30 bis 16.30: Stunde der Iugend. 17 (Bayerischer Rundfunk): Rachmittagskonzert. 18.25: Zeitfragen. 18.50: Europäische Gespräche, Deutschland — Ungarn. 19.30: „Musikalische Grundbegriffe — Ihr Wesen und ihre Bedeutung", Vortrag von Hans Rosbaud. 20: Konzert des Rundfunk-Orchesters. 21: Grischka, Hörspiel von M. Gorki. 22.45 bis 24: Tanzmusik. Freitag, 8. April. 7.20: Frühkonzert. 12 (M, München und Köln): Mittagskonzert. 13 (Westdeutscher Rundfunk): Konzert des Rundfunk-Orchesters. 17: Rachmittagskonzert des Rundfunk-Orchesters. 18.25: „Lieber die Stellung des Staatsoberhauptes in Deutschland und im Ausland", Vortrag von Landtagsdirektor Dr. Eisenmann. 18.50: „Rur keine Angst, das Leben lebt weiter!" Gespräch über die bildnerischen Kräfte im Menschen zwischen H. Schäfer-Simmern und Paul Laven. 19.30: Bei uns zu Lande, Friedr. Theod. Vischer. 20 (Vvn Heilbronn): Llnterhaltungskonzert. 21: Anekdoten, gelesen von Theodor Brandt. 21.15: Symphonie-Konzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 22.45: Ioseph Haydn: Klaviermusik. 23.10 bis 24: Tanzmusik. Samstag, 9. April. 7.20: Frühkonzert. 10.20 bis 10.50: Schulfunk. Erzählerrunde auf dem Herzogenhorn, Schall- Platten von Feldberg im Schwarzwald. 12 (Bayerischer Rundfunk): Mittagskonzert. 13: Llnterhaltungskonzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 15.30: Stunde der Iugend. 16.30: Schallplattenkonzert 17 (Von Baden-Baden): Konzert des Städtischen Orchesters. 18.25: „Regionale Kulturbewegung und Reichsreform iRheinfranken)". Vortrag von Leo Sternberg. 18.50: „Vom Kulturtheater zu — was?", Vortrag von Dr. Adam Kuckhoff, Berlin. 19.30: RobelpreistrLger: Wladislaw Reymont. Einführung: Axel Eggebrecht, Leseproben: Wilhelm Malten. 20.20 (Bayerischer Rundfunk): Großes Funk-Potpourri, Das Funkorchester. Daten für Samstag, 2 April. 742: Kaiser Karl der Große geboren; — 1719: der Dichter Johann Wilhelm Ludwig Gleim in Erms- leben geboren; — 1798: der Dichter August Heinrich Hoffmann in Fallersleben geboren; — 1805: der Dichter Hans Christian Andersen in Odense geboren; — 1840: der Schriftsteller Emile Zola in Paris geboren; — 1914: der Dichter Paul Heyse in München gestorben; — 1917: Beginn der Frühjahrsschlacht bei Arras (bis 20. Mai). äirdilidhe Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 3. April. Quafimobogenth. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Mahr; Konfirmation der Kinder der Matthäusgemeinde; Feier des hl. Abendmahls; 18: Pfarrassistent Knell. — 3ot)annes- kirche. 9.30: Pfr. Ausfeld; Konfirmation der Kinder der Johannesgemeinde; Feier des hl. Abendmahls; 11.15: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld; 18: Pfr. Bechtolsheimer; 20: Miffionsstunde im Johannesfaal; Missionar Walter aus Beuern. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz; Konfirmation der Kinder der Luthergemeinde; Feier des hl. Abendmahls. — Elifabelh-Kleinkinderfchule. 9.45: Pfarrassistent Knell. — wieseck. 9.30: Beichte; 10: Predigtgottesdienst, im Anschluß Feier des hl. Abendmahls; 14: Kollekte. — Kirchberg. 10: Kirchberg; 11: hl. Abendmahl für die alten Gemeindeglieder von Daubringen und Ruttershausen; 13.30: Lollar. — Hausen-Garbenteich. 10: Hausen; Feier des hl. Abendmahls; 13: Garbenteich. — Watzenborn-Steinberg. 9: Beichte; 9.15: Predigtgottesdienst, im Anschluß Feier des hl. Abendmahls (jüngere Eheleute); Kollekte. — Grüningen. 13: Hauptgottesdienst. — Lich. 9: Beichte im Äemeindesaal; 9.30: Konfirmation; Stiftspfarrer Draüdt; hl. Abendmahl; Kollekte. Katholische Gemeinden. Samstag, den 2. April. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 3.April. Weißer Sonntag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Männer; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; Feier der erfien hl. Kommunion der Kinder; 11.15: Messe; 15: Weihe der Erstkommunikanten; Andacht, Tedeum. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt — Lich. 9.30: Hochamt mit Predigt; Erstkommunion der Kinder und Schulentlassungsfeier; 15: Erneuerung der Taufgelübde ; Ansprache; Weihe und Andacht. - Rldda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Montag, den 4. April. Gießen. 8 Uhr: Amt für die Erstkommunikanten. SunntnnohK nü o. Merzte " .1 -üthctni am 3. 4. ” Frl. Dr. Gürtler. Dr. Ploch. Hirschavotbeke. ___________n' itanft Dr Buchinger._________ Großreinemachen ist ja halb so wild! 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Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Heimgang unserer lieben, unvergeßlichen Entschlafenen sagen wir hiermit unseren innigsten Dank. I Kapokmatratzen von 45.- bis 75.- RM Statt besonderer Anzeige. Heute verschied nach kurzem Krankenlager meine liebe Frau, unsere gute Mutter und Großmutter mutten Kilometer 15 Pf. Telephon 3219. °*