Nr. 27 (Erster Blatt 182. Jahrgang Dienstag, 2. Zebruar 1952 Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monat» Bezugspreis: Mit 4 Beilagen MM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 «Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Kernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift sür Drahtnachrichten : Anzeiger tieften. Postscheckkonto. $tonffnrt am Main 11686. GictzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberhessen Drvd hwö Verlag: vrihl'sche U,iversitälr-V«ch> end Slehiörudtrei IL Lange in Sieben. 5chriftieitnng und Seschäftrftelle: Zchuvtrabe 7. Annahme von Anzeigen für die laqetnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm Höhe für Anzeigen van 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Neichspseunig,- für Ne« blameanzeigen von 70 mm ‘Breite 35 Reichspfennig, Playvvrschrift 20* , mehr. Chefredakteur r>r. Fnedr. Wilft. Lange. Verantwortlich für'Politik Dr. Ur. Wilh. Lange; für Feuilleton vr H.Tdyriot; für den übrigen Teil Ernst 'Blumschein und für den Anzeigenteil Ma? filier, sämtlich in (Rieften. Volksfront für Hindenburg! Ein Aufruf des Hindenburg-Ausschusses. — 20000 Stimmen werden gesammelt für die Aufssellung einer überparteilichen Kandidatur Hindenburgs zur Neichspräfidentenwahl. Einzeichnungsfrist von Mittwoch bis Samstag dieser Woche. Berlin, 1. Jebr. (ÖIB.) Der Hindenburg- | Ausschuß Hai heute abend folgenden Aufruf er- I lassen. Das Volk will Hindenburg! Deutsche! In wenigen Wochen soll das deutsche Dolf den neuen Reichspräsidenten wählen. Millionen sind der lieber jeugung, dass für die höchste wurde des Reiches nur ein Mann in Betracht kommt: Hindenburg. Gegenüber der geschichtlichen Persönlichkeit des gegenwärtigen Reichspräsidenten treten alle anderen Namen zurück, die in den (Erörterungen der letzten Woche von der Partei- Politik genannt worden sind. Hindenburg. Um diesen Namen leuchtet der Ruhm von Dannenberg und die lebendige (Erinnerung an das deutsche Heer des Weltkrieges, das vier Jahre lang den Boden der Heimat schützte und die deutschen wassen siegreich in ferne Länder trug. Hindenburg: Das ist ein Leben deutscher Pflichterfüllung im Dienste des Daterlandes von der Kaiserproklamation von 1871 bis zur Präsidentschaft der Republik. Hindenburg: Das ist bie Ueberroinbung bes Parteigei st es, bas Sinnbllb ber Dolks- gemeinschaft, bie Führung in bie Freiheit. Hindenburg: Das ist für Deutschlanb unb bie Welt bie vornehm st e Verkörperung ber brutschen Nation: Der Erste im Kriege, ber Erste im Jrleben imb ber Erste im Herzen seiner Mitbürger. Deutsche! Seib in dieser Stunde ein Dolf, banf- bar, einig unb grosz! Line spontane Kundgebung soll Hindenburg bitten, sich als Dolfskandidat für bie w i e- berwahl zum Reichspräfibenten zur Derfügung zu stellen. Keiner barf beiseitestehen, wenn es gilt, sich z u Hindenburg und jur nationalen Einheit zu befennen. Deutscher! Dein Name gehört Hindenburg. Berlin, den 1. Februar 1932. Oer Hindenburgausschuß. lgez): Oberbürgermeister Dr. Sahm, Reichsgerichtspräsident a. D. Dr. Simons, Oberpräsident von B a t o ck i. Ministerialrat Dr. Gertrud Bäumer, Derbandsoorsitzender B e dj I n , Oberbürgermeister Dr. B c I i a n , Staatsminister a. D. Dr. Dominica», Geheimrat Pros. Dr. Dulsberg, Oberpostbaurat Echternach, Dr. Hermann Fischer, Wilhelm Pflüget, Landesbaurat Fritz, Reichswehrminister a. D. (D c ft I e r, Frau Anna von Gierfe, Präsident Dr. Dr. Grund, Heinrich GrünfeId, Dr. Gerhard Hauptmann, Geheimrat Dr. Georg heim, Frau Geheimrat Heftberger, Oberbürgermeister 3 a r res, Pros. Dr. Junff r», Präsident Dr. Kappler, Generalsuperintendent D. Karow, Sfaalsfefretär a. D. ftempner, Dr. Klee- mann, Prälat Kreuz, Kommerzienrat Dr. Krumb haar, Freiherr von Landsberg- S t c I n f u r t, Reichstagsabgeordneter Ernst L e m- mer, Exzellenz wirkt. Geh. Rat Dr. Lewald, Prof. Dr. Max Liebermann, Arthur M a h r a u n , Geheimrat Oskar von Miller, Präfident Dr. MuIert, Oberpräfibent Gustav Noske, Geheimrat Prof. Dr. Oncken, Dcr- banbsoorfiftenber Otte, Geheimrat Prof. Dr. Planck, Präsident Stadtrat Pflugmacher, Slaatsminifter a. D. Dr. S d) m i b t - 0 t f, Bischof Dr. Schreiber, Dr. Solmssen, Prof. Dr. Philipp Stein, Prof. Dr. Xillmann- Bonn, Dorothea von Belsen, Geheimer Kommerzienrat Wanner, Frau Ministerialrat Weber, Generalmajor von winterfelbt unb Frau Dr. vonZahn-harnack. Vie Durchführung des Ausrufs. Auflegung von WahlvorschlagHliftcu. Zur Ausführung des Aufrufs für die Wiederwahl Hindenburgs teilt der Hindenburg-Ausfchuft mit: (Ein von den Parteien unabhängiger waht- vorfchlag muft die Unterschrift von 20000 Wählern tragen. Ls gilt, diese Zahl möglichst schnell zusammenzubringen. Deshalb ist bie beat- sche Presse gebeten worben, Listen jur (Eintragung für den wahloorschlag auszulegen. Dadurch soll die gesetzliche B o r s ch r i f t erfüllt und zugleich eine fpontane vertrauens - Kundgebung für den Reichspräfibenten von Hindenburg ermöglicht werden. Diese Kundgebung bedeutet die Bitte an den Reichspräsidenten, f i ch als Dolfs- kondidat für d i e Wiederwahl zur Verfügung zu stellen. Der Ausschuß ist an die deutsche Presse mit der Bitte herangetreten, ihren Lesern und Freunden Gelegenheit zu geben, sich in bie Wahlvorschlagslifte einzutragen. Da die Arbeit des Ausschusses uns den Vorzug der Ueberparteilichfeit zu haben scheint, entsprechen wir seinem Wunsche und werden vom M i 11 w o ch, den 3. Februar, bis einschlleftlich Samstag, den 6. Februar, jeweils von 8 bis 18 Uhr, auch während der Mittagszeit in unserer Geschäftsstelle, Schulstrafte 7—9, Linzeich - nungsliften auslegen. Was führte zur Bildung des Hindenburg-Ausschusses? Oberbürgermeister Or. Sahm über die Gründe seiner Initiative. 'Berlin, l. Febr. (XU.) Bor Vertretern der Presse äufterte sich Dr. Lahm am Montagabend über bie Grunde, die ihn veranlaftt haben, den Ausschuß zur DolkSwahlHinben- b u r g 8 ins Leben au rufen. 2116 vor drei Wochen der Versuch der parlamentarischen Aktion gescheitert sei, sei eine grafte Beunruhigung im gesamten Volke entstanden. „Mit vielen deutschen Männern und Frauen war ich der Meinung, daft aus auftenpolitischen und innerpolitischen Grün de n eine 3er reiftung de« Volke« nicht erträglid) sei Nur der 'Harne Hindenburg kann retten und Hindenburg muft wieder einmal der Vetter des deutschen Volkes aus gröftter 21 o t sein. Für die Reichsregierung bestand offenbar keine Möglichkeit mehr, hier etwas zu tun. ES mutzte aber schnell gehandelt werden". Dr. Lahm erklärte weiter, zwei Grunde hätten ihn veranlaftt, die Ausgabe zu übernehmen: Die Initiative musste von einer Persönlichkeit des öffentlichen Leben- ausgehen, die trotzdem keinerlei parteipolitische Bindungen oder Berpslichtungen hat. Gr, Lahm, habe sich stets von Parteibindungen fern- gehalten, und diese Tatsache sei auch durch seine Wahl zum Oberbürgermeister von Berlin anerkannt worden. Der zweite Grund sei für ihn der gewesen, daft in dieser bedeutsamen Frage die Reichshaupt stabt eine gewisse Führerstellung einzunehmen habe. Sahm betonte ausdrücklich und mit vollem Ernst, daft seine Aktion nicht durch die Reichsregierung veranlaftt worden fei, und daft sie keinerlei Stellungnahme für oder gegen die Regierung bedeute. Vielmehr sei er dazu aus eigener innerer Lieberzeugung getrieben worden- Dr. Sahin bezeichnete es als einen glücklichen Zufall, daft in dem Augenblick, als seine Absicht bekanntgeworden sei, sich bereit« e i n bayerischer überparteilicher Ausschuß der Oessentlichkeit vorgestellt habe. Er sei dadurch keineswegs überrascht gewesen, vielmehr hätten mit bayerischen Persönlichkeiten vorher bereits Verhandlungeit stattgesunden, die DollIommcneUebereinftiminung über Ziel und Weg ergeben hätten. Zur Bildung des Ausschusses selbst sowie über dessen Ausgaben stellte Dr. Sahm folgendes fest Der Bu«fd)uft konnte s i ch nicht an politische Parteien wenden, sondern nur an solche Persönlichkeiten, die im wirtschaftlichen, s o- Aialen. religiösen oder Geistesleben führend sind und große Organisationen hinter sich haben. Dennoch konnte der Ausruf nur von Persönlichkeiten al« solchen unterzeichnet werden, weil durch Beschlüsse von Organisationen, die ohnehin vielfach satzungs- mäftig gehindert sind, sich politisch zu betätigen, Zeit verlorengegangen wäre. Er, Sahm. sei yer- angetreten an Persönlichkeiten von rechts über die Mitte bis nach link«, soweit eine politische Einstellung von ihnen als bekannt vorauszusehen war. Täglich liefen stoßweise Briefe von Persönlichkeiten ein, die ihre Mithilfe zusagten. Cs bestehe Aussicht, daß auch solche Persönlichkeiten, die jetzt noch aus politischen oder organisatorischen Gründen Zurückhaltung übten, später ihre Bedenken {allen lassen würden. 3m Spiegel der presse. Berlin, 2. Febr (ERB. Eigene Meldung.) Der Ausruf des Lahm-Ausschusses zur Wiederwahl Hindenburgs wird von der Mehrzahl der Mvrgenblätter mit zustimmenden Kommentaren unb Ueberschristen veröffentlicht. Autzer in den kommunistischen Blättern „Berlin am 21t o r - g e n" und „Bote Fahne" findet der Ausruf lediglich in der ..Deutschen ßcitung“ eine ausgesprochene Ablehnung, die ausführt. daft die Frage, ob daS deutsche Bolf Hindenburg wolle oder nicht, noch nicht untersucht werden solle. Daß es den Ausschuft des Herrn Sahm nicht bcaultragt habe, seinen Willen zu verkünden. stehe fest, um so mehr nachdem alle großen nationalen Organisationen sich dem Ruse Sahms versagt hätten. Vielleicht ziehe der Feld- marschall, für den die verunglückten Experimente der Mitte höchst peinlich fein müßten, nunmehr selbst gewisse Folgerungen gegenüber diesem und ähnlichen Unternehmen. Die Blätter des Scherl-Berlages Lokal - a n 5 c i g c r" und „T a g" äußern sich mit Zurückhaltung. Sie unterstreichen die Tatsache, daß der Aufruf nicht« von einer Bereitwilligkeit des Reichspräsidenten sage, die Kandidatur auf Grund eines Aufrufes des Ausschusses zu übernehmen, und schließen daraus, daß der Reichspräsident sich noch nicht entschieden habe. - Der .Lokalanzeiger' nennt dazu noch eine Reihe von Barnen sührender Männer, die sich dem Ausschuß nicht angeschlossen hätten, obwohl sie vorher genannt worden seien Auch die ,D ö r s e n z e i t u n g" bringt lediglich den Hinweis auf die Richtunterzeichner und nennt die Zurückhaltung charakteristisch Der „Vorwärts" nimmt zu dem Ausruf ebenfalls nicht weiter Stellung. Er spricht lediglich von der starken Betonung des „Militärischen" Die Ausführungen der übrigen Preise unterstreichen mit starker Betonung bie Forderung de« Sahm-Ausschufses auf Wiederwahl Hindenburgs. — Die .Voss ische Zeitung" bezeichnet den Ausruf al« einen Querschnitt durch alle Schichten und Stände des Volkes. — Das „Berliner Tageblatt" schreibt: „Die Volksmehrheit sammelt lieft.“ Die Parole für I Hindenburg habe mit parteipolitischen Wünschen I nicht« zu tim. E« komme jetzt nicht darauf an, | daft eine Partei Recht behalte, sondern daft dem Lande die oberste Führung erhalten bleibe, die es gerade jetzt am wenigsten entbehren könne Der „B ö r f e n - (5 o u r i c r" über- schreibt den Ausruf „Da« Volk will Hindenburg". ..Das ganze Deutschland soll eS sein, daganze Deutschland wird es sein." — Auch die „Deutsche Allgemeine Zeitung" gibt ihrer Zustimmung Ausdruck. Das Blatt unterstreicht. daß die Zahl der Llnterzeichner. die im Jahre 1925 für Hindenburg eingetreten sei, nicht die Mehrheit barftellle. unb begrüßt bie Bekehrung zuHinbenburg Es bittet den Reichspräsidenten, sich darüber zu äußern, welche Stellung er selbst einneftme. — Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" ist überzeugt, daß ber Ausruf von der Mehrheit des Dolke« gebilligt werde, als ein Denkmal der Dankbarkeit für Hindenburgs geschichtliche Gestalt sei er der Zustimmung weitester Kreise sicher. Die „G ermani a" spricht von einer patriotischen Tat und glaubt nicht, daß es Parteien gebe, die sich als Hindernis in den Weg stellen. Sie würben bamit eine Verantwortung übernehmen, die zu tragen sie nicht in der Lage wären. Der Christlich-soziale Volksdienst zur Hindenburg-Kandidatur. Frankfurt a.M. l. Febr. Die Landes- verfammlung des E h r i st l i ch - f oz i a- le n Volksbien ft eS für Hessen beschäl» tigte sich am letzten Sonntag auch mit ber ReichS- präsidentenwahl unb ben Tributfragen Zur ersteren wurde an Herrn Oberbürgermeister S a ft m- Berlin folgendes Telegramm gefanbt: „LanbeS- hauptverfammlung bes Thristlich-fozialen Volk«- bienstes Hessen begrüßt überparteiliche Bemühungen zur Wieberkandidatur Hindenburg unb ersehnt besten Erfolg." Breiter würbe eine Sntfchlieftung zur Tributs rage angenommen, bie ber Reichs- tagssraktion und ber Reichsleitung des Dolls- diensteS übermittelt wird: ..Die Landeshauptversammlung Hessen des Ehristlich-sozialen Volks» dienstes begrüftt unb unterstützt die entschiedene Haltung der Reichstagsfraktion und der ReichS- leitung des VolkSdiensteS. den Tributfor- derungen. die unter Volk an den 2tonb be« Abgrundes gebracht haben und zum völligen Zusammenbruch der deutschen Wirtschafi führen müssen, ein entschiedenes ..R e i n" ent* gegen zusetzen. Der Hessische Bolksdienst erwartet. daß beide Instanzen in dieser klaren unb esten Haltung beharre n." 2ln Stelle beS seitherigen Vorsitzenden. Land- tag«abgeorbnctcn Lehrer Greb - Mainz, wurde Pfarrer Page-Mainz zum ersten und Studien« rat Lauckert - Mainz zum zweiten Landes- vorsitzenden gewählt. Dir WirtschaftsvaNri sur Präsidentenwahl. 'Berlin, 1. Febr. CBD3.) Die Reichstagssrak- tion der Äirtfchastspartei hielt am Montag eine nnftrftünbigc Sitzung ab, in der sie den Beruht der Abg. Dr. B r c ö t und Mollnth rntgegeniiahm, die beim Reichskanzler wegen der Reichspräsidenten« wähl vorstellig geworden waren. Die Fraktion be« kannte sich einmütig zur Kandidatur Hindenburgs und brachte zum Ausdruck, daß eine a nb c r e Kandidatur für bie Wirt» d) a f t s p a r t c i nicht in Frage komm e. Die Fraktion billigte ferner einmütig die Haltung bes Abg. Iöriffen im Strafrechtsausfchuft des Reichstages und die von ihm im '.'lusfchuß abgegebene Erklärung, daß die Wirtfd-aftsoartei ange- ichls des Fernbleibens der Deut|d)iuitumalen und nationalsozialistischen Vertreter eine Weiterberat u n g der Strafrechtsreform durch ben Ausschuß für zwecklos halte und fid) daher gleichfalls an den Ausfchußfitzungen nicht weiter beteiligen werde Zur Frage einer früheren (Einberufung des Reichstages wurde nod) nicht endgültig Stellung genommen. Oer Stahlhelm. Berlin. 1. Febr lERB.) Das Bundesamt de» Stahlhelms teilt mit. der 1 Bundessuhier Selbte habe dem Berliner Oberbürgermeister Dr. Sahm mitgetcilt, daß er fid) nicht in ber Lage sehe, bem von Dr. Sahm geplanten Ausschuß für bie Wiederwahl des Reichspräsidenten v Hindenburg b e i j u t r c t c n. Diese Stellungnahme richte sich nicht gegen Hindenburg. Der Stahlhelm erblicke jedoch weder in Dr. Sahm bie geeignete Persönlichkeit noch in bem von ihm beschrittenen Wege ber Bildung eines vorwiegend mittelparteilichen Ausschusses da« geeignete Mittel für die Behandlung ber Reichs- präfidentfchaftsfrage. 0er Preußenetat. 320 Millionen Reichsmark Mcichsmitlcl gegen Ncdergang des LicdlnngHwefens an das Reich? Berlin. 1. Febr. pinger Medizinalrates Dr. Pfeiffer in den Jahren 1926 und 1927 14 wild gefangene Tiere aus- gesetzt mit dem Erfolg, daß heute der Uhu in Württemberg als miebereingebür- Sert gelten kann. Daß das nicht leicht war^ geht berzeugend aus dem Jahresbericht 1928 der Staatlichen Stellen für Naturschutz beim Württembergi- schen Landesamt für Denkmalsoflege hervor, in dem Dr. Pfeiffer eingehend ü6er Methoden und Erfahrung berichtet. Seine ergebnisreichen Ausführungen „lieber die Erhaltung des Uhus in Wirt- temberg, Bericht über die Wiedereinbürgerungsver- suche auf der Schwäbischen Alb" haben al» grundlegend für alle Versuche zu gelten. Sie hat sich auch das Forstzoologische Institut Gießen in weitestem Maße zu eigen gemacht. Nun gilt es in erster Linie das Intereste der gesamten Oesfcntllchkeit für diesen Dienst an der Heimatnaiur wachzurusen. Dor allem aber war rechtzeitig dafür Sorge zu tragen, daß dem sei her ungeschützten Tier in Hessen staatlicher Schutz gnwährt und von feiten der Regierung die Aussetzungsgenehmigung erwirkt wurde. Zu diesem Zwecke ist unter dem 17. Juli 1931 folgender Antrag im Hessischen Finanzministerium, Abtlg. Domänen und Forsten, eingebracht worden: „Die Zoologische Abteilung des Forstinstitutes der Universität Gießen stellt den Antrag, dem Uhu in Hessen staatlichen Schutz zu gerne' ren und bittet um die Genehmigung, zwecks Versuchs der Wiedereinbürgerung im Vogelsberg ein Paar in den dazu zur Verfügung gestellten Waldungen des Grafen zu Solms-Laubach ausletzen zu dürfen. gez.: Prof. Dr. Dingler." nicht Thaufscure und Dekorateure? Friseure, Perückenmacher. Musikanten? Geld kommt in Umlauf, Prinz Karneval schwingt seinen Zauberstab, — nicht nur die Tanzbeine werden in Bewegung geletzt, sondern auch da- runde, rollende Geld. Die Karnevalslustbarkeiteu abschnüren, hieße einem Kranken einen lindernden Trank vor dem Munde wegreißen. Heilen kann der Trank sreilich nicht, dazu ist zu wenig davon vorhanden, aber er wird den Kranken doch vielleicht beleben und etwas wie Hoffnung In feine Seele zaubern. Und da« ist oft schon da- Allerwichtigste. Wer Karneval feiern kann, wer die Mittel dazu hat, soll es tun. Ohne GewissenSbis'e. Es mag fein, daß ihm das Gefühl drückend ist, daß mir verhältnismäßig wenige an der Freude teil- nehmen können, während viele abseits stehen müssen und vielleicht voll Reid zusehen. Aber jenseits dessen wird durch ArbeitSmöglichkcit und Verdienst Freude in viele Heime gebracht. Einen Aschermittwoch hat immer nur der zu fürchten, der im Karneval wirklich aller Vernunft entsagt bat. Und um daS zu tun, sind wir wohl augenblicklich alle zu lehr durch die harte Realität gebunden. In früheren Jahren kam eS wohl vor, daß «ine Familie die letzten Habseligkeiten verletzte, um nur das Karnevalstreiben bis zum letzten auskosten zu können. Heute wird daS wohl nur noch selten geschehen, denn man hat die Rot zu sehr kennen- und damit fürchten gelernt, um sich ihr so auS Leichtsinn auSzuliefem. Die Hoffnung, die Gegenstände wieder einlöfen zu können, ist heute ja auch unsicherer als einst. Dennoch aber wird Prinz Karneval auch bei uns für einige Tage fein pudelnärrifcheS Reich aufschlagen, und wenigstens die jungen Menschen und die Kinder werden in die bunten Gewandungen fchlüvfen. Die Pritschen werden Natschen und die Schellen der Rarrenkapven bimmeln. Und wenn wir auch auf festliche Gerichte vielleicht verzichten müssen, so kann man doch auch in aller Bescheid-nheit und Einfachheit lustig und fröhlich fein. Vielleicht kann dieser kurze Karneval 1932 unS alles mögliche lehren, und vielleicht tut er das feine, unS alle ein wenig hosfnungSfroher zu stimmen. Denn das ist dasjenige, waS unS zur Zeit not tut. Verbotene Schololaden-Verkaufelapparate. DaS Bolizeiamt Gießen teilt mit: In letzter Zeit find vielfach Scßokoladeaus- fpielavvaraie unter dem Romen ,Pr:mvfa", .Komm-Stich-SLß", „Qtoati.Süßer Kakadu" und anderen Bezeichnungen ö'fentlich ausgestellt worden. Bei ihnen kaust der Spieler die auf eine schon sichtbare farbige Kugel entfallende Ware und sticht eine weitere farbig? Kugel au« dem Apparat, die bei nochmaliger Einsahzah'ung zum Erwerb eine« ihrer Farbe entsprechenden, unter Umftün'.cn höherwertigen Gegenstandes berechtigt. Diele Apparate verstoßen nach Ansicht der Strasvcr olg, ngsbc^ö den. da mit ihnen Ausspielungen von Waren ö sentlich veranstaltet werden. g qcn § 283 Rei s rasge'ehbuch. Vor ihrer Aufstellung wird hiermit nachdrücklichst gewarnt. Wer solche Apparate ausstellt oder schon aufgestellte nicht umgehend wieder beseitigt, hat Straf» anxfrige zu gewärtigen. Dieses Vorgehen erstreckt sich selbstverständlich auch auf die Schokoladeverkaufsapparate, bei denen die zu kaufende Ware nicht schon durch eine von Anfang an sichtbare farbige Kugel bestimmt ist, sondern erst durch das völlig vom Zusall abhängige HerauSstechen einer zunächst unsichtbaren farbigen Kugel bestimmt wird. ES kommen hier vor allen Singen in Frage die SchokoladeverkaufSaprarate Rwa, Pic o'o, Re- form, Ruck-Zuck, Süße Trommel, Druwa, Schnucki, Rapid und andere. (Hicf;:ner Wochenmarktpicisc. * Dießen, 2. Febr. ES kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Kochbutter 90, Butter 100 biS 110, Matte 25-30 Pf. daS Pfund. Käse 10 Stück 50-120 Pf. Eier 9-10 Pf. das Stück, Wirsing 8—12. Weißkraut 7—8. Rotkraut 10—12, Gelbe Rüben 10 12, Rote Rüben 10—12, Spinat 15—20. Unter-Kohlrabi 5—6, Grünkohl 12—15, Rosenkohl 20, Feldsalat 80—100, Tomaten 60 bis 70, Zwiebeln 12—15, Meerrettich 30—60, Schwarz- wurzeln 25—35, Kartoffeln 4, Aepsel 8—10, Vir- nen 8—10, Dörrobst 30—35, Honig 40—50. Rüste 35—40, Junge Hähne 80—90, Suppenhühner 80 bis 90 Pf. das Pfund, Tauben 50—60, Blumenkohl 30—70, Salat 20—25, Endivien 10—15, Ober- Kohlrabi 8—10, Lauch 5—10, Rettich 10—15, Sellerie 10—40 Pf. das Stück, Kartoffeln 3,00 bi« 3.50, Weißkraut 4—5, Wirsing 7—8, Rotkraut 7 Da» waldreiche Gebiet unsere» vogel»berges. der seinen Namen einer mannigfaltigen Bogelroelt zu verdanken hat und der al» eines der zwar vieler- ort» noch recht unbekannten, aber schönsten cheut- sch«n Mittelgebirge gilt, hat noch vor kurzen Jahrzehnten — wenigstens am südlichen Aushang feines kegelförmigen Zentralmafsio» — einen guten Bestand an wild lebenden Uhu» gehabt. Seitdem aber m der jüngeren Generation ein dauernd sich übersteigender Eigennutz breit gemacht bat und die menschliche Habgier bei den kulturellen Umwand- iungsprozessen in der Natur rücksichtslos mit allem aufräumte, was ihrer Selbstsucht „schädlich" war, da hatte auch für den Kulturflüchter Uhu, diese herrliche Grotzeule de» alten deutschen Walde», die letzte Stunde geschlagen. Seit 1903 ist in Hessen kein tnilblebenber Uhu mehr oorgefommen, und gehorstet hat dort keiner mehr seit den achtziger Jahren de» vorigen Jahrhundert». Auch sonst In Deutschland ist dem Uhu ein gleiche» Schicksal beschieden gewesen, und nad> einem Bericht be» Preußischen Landesamtes für Naturschutz (Dr. Glasewald) leben heute „nur noch etliche 50 Paare in unserem Vaterlande", die meisten davon in Ostpreußen, im Sumpsgebiet des Memeldelta», wo auch die deutschen Elche eine letzte Heimstatt gesunden haben. « Da wird man e» denn in naturliebenden Kreisen der hessischen Oessentlichkeit sicherlich mit Freude und Anerkennung zu würdigen wissen, daß der Majoratsherr der Stander: Ixrrschast Solms- Laubach, Se. Erlaucht Graf Georg-Friedrich, in seinen ausgedehnten Waldungen am Fuße * Don der Landesunlversität. In den Ruhestand versetzt wurde der außerordentliche Professor für Chemie an der Canbesunirerfität unb per- si-nliche Drbinarlus Dr. Wilhelm Meigen, mit Wirkung vom 1. April an. •• Zahlungen an Ausländer über 200 Mark monatlich sind genehmi. gungSpflichtig. Die sich häufenden Verurteilungen wegen Verstoße- gegen die Devisenvorschriften wird von zuständiger Stelle noch einmal darauf hingewiesen, daß alle Zahlungen an Ausländer. auch Barzahlungen im Inland, soweit sie über die Freigrenze von 200 Mk. in einem Monat hinausgeh^n, genehmigungspflichtig sind. ** Deutschnationale Dolkspartei. Man berichtet uns: Bei der Jahre rhauptvrrsamm- lung im Hotel Schütz hielt zunächst der frühere Landtagsabg. Dr. Wolf (Mainz) einen Dor. trag über das Thema: .Im Kampf um Deutsch, lands Zukunft". Rach einem Rückblick auf die hessische Landtagswahl wie« der Vortragende dar. auf hin, daß die politische Linke alles daran setze, um zu verhindern, daß ei* •• Rech'.Sregie. rung in Deutschland ans Ruder komme. Die Linke sollte erkennen, daß sie abgewirtschaftet habe. Ein Vaterland von sozialer Gerechtigkeit sei aufzubauen und daS Dismarckreich in neuem Sinne auszugestalten. Es gehe eine nationale Welle durch das deutsche Volk. Die Entwicklung tonne nicht im Sturmschritt geschehen und nicht mit Ueberlchwenglichkeit, sondern mit Vernunft. Die Verlotterung der deutschen Jugend greife immer mehr um sich. Darum sei die Einführung ötfr Arbeitsdienstpflicht am Platze. 2m Osten und Rorden Deutschlands hätten wir die Möglichkeit. Leute auf dem Lande anzusiedeln. Man sollte die Ansiedlung nicht an die Peripherie der Großstadt legen. Was Deutschland an den Rand deS Verderbens bringe, seien u. a. auch die hohen WohlfahrtSlasten. Man habe keinen Versuch ge- macht, sich mit der Erwerbslosensrage ernstlich zu beschäftigen. Mehr als drei Millionen Frauen ständen im Erwerbsleben. Viele der jungen Mädchen müßten aus den Betrieben herausgenommen werden, um für die arbeitslosen Männer Platz zu schaffen. An den sehr beifällig aufgenommenen Vortrag schloß sich eine kurze Aussprache an. 3n der solgenden'Hauptversammlung der Ortsgruppe wurde nach Annahme der vorgeschlagenen ©at- zungsänderungen der Vorstand neu gewählt. Herr Prof. Dr. Heuser wurde unter Anerkennung seiner der Partei bewiesenen langjährigen An- hänglichkeit und Treue zum Ehrenmitglied ernannt und ihm vom Vorsitzenden eine Ehren- urkunde überreicht. HolzversteigerungS - Termine. Mittwoch, 3. Februar. Bürgermeisterei Brandoberndorf: Zusammenkunft im »Deutschen Haus". 10 Uhr Hessisches Forstamt Rabenau: Versteigerung aus dem Forstort Hohe Wald bei Reiskirchen. Treffpunkt an Ort und Stelle. 10 Uhr. — Versteigerung auS dem Forstort Ober-Seilbach an Ort und Stelle. 11.30 Uhr. Bürgermeisterei Dießen: Zusammenkunft an der Licher Straße, 8. Schneise. 930 Uhr. Bürgermeister« Alb ach: Versteigerung aus dem Albacher Gemeindewald. Zusammenkunft am Waldeingang Eisenhand. 9.30 Uhr. Oberbeffen. Landkreis Gicht«. * Klein-Linden. 1. Febr. Der Gellügel- zuchtverein Klein-Linden hielt dieser Tage sein» Generalversammlung ab. Aus dem Geschäftsbericht des 1. Vorsitzenden August Lenz war zu ersehen, daß der Verein sich im verstossenen Jahre gut entwickelt hat Die Rechnung, die einen ilcber- schuß ergab, fand Genehmigung. Die Mitgliederbeiträge wurden auf 0.40 Mark für daS Vierteljahr herabgesetzt. Der Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt und fetzt sich aus folgenden Herren zusammen: 1.Vorsitzender Aug. Lenz, 2. Dors. W. Lenz. Schriftführer Th Leib und Rechner A Schmidt y. Saubringen, 1. Februar. Der Der- ein Kindersreund und Krankenpflege hielt dieser Tage seine gutbesuchte diesjährige Deneralversainmlung ab. Der Verein ist im vergangenen Jahre auf 250 Mitglieder an- gewachsen. Der erste Vorsitzende, Dekan D u ß » mann, erstattete den Jahresber.chi deS Vorstandes. Der verstorbenen Mitglieder wurde in üblicher Weife ehrend gedacht. Den verschiedenen Spendern, welche die Kleinkinderschulc und Krankenpflege förderten, wurde der Dank deS Vereins auSgefprochen, insbesondere der Gemeind« Saubringen, den Mitgliedern und vielen Ungenannten. die die Schwes ernftation mit Raturalien unterstützt haben. Eine lebhafte Aussprache schloß sich an den Bericht an. Die Frage einer eventuellen Herabsetzung des Vereinsbeitrages wurde einstimmig dahin entschieden, daß zunächst keine Herabsetzung erfolgen solle, da eS sich um „daS Wohltätigkeitswerk" der Gemeinde bandelt und hier erst in letzter Linie ein Abbau erfolgen dürfe. Dies wurde vom Bürgermeister Preis und Beigeordneten Jahres kräftig unterstrichen. Die Rechnung war vorgeprüft und für richtig befunden worden. Sie schloß ab mit einer Einnahme von 3485.30 Mk. und einer Ausgabe von 3266,04 Mk.. somit mit einem Kassenbestand von 219.26 Mk. Die Krankenschwester, die im letzten Jahre die Rachbargemeinde Mainzlar mit versorgte, wird vom Mai d. I. an der Gemeinde Daubringen allein zur Verfügung stehen. Sie leistete in 1931 für unsere Gemeinde: 4790 Pflegebesuche undäRacht- wachen. Ihr sowohl wie der Kinderschwester wurde unter dem Beifall der Versammlung Dank ausgesprochen. • Allendorf (Lahn). 1. Febr Der hiesig« Turnverein hielt ein stimmung-voll verlaufene- Winterfest ab. daS nach einer Begrüßungsansprache deS DereinSvorsitzenden Faber bi« Aufsührung zweier Theaterstücke und eine Reih« turnerischer Darbietungen brachte. Im Verlauf« deS Abends überreichte der Dezirk^vertreter Erle (Gießen) dem Tümer Wilhelm Luh III. für seine großen Verdienste um die DT. den Gau- Ehrcnbries. Für 25jährige treue Mitgliedschaft wurden ferner die Turner Karl Faber und Karl Volk ausgezeichnet. e Watzenborn-Steinberg, 1. Febr. Der Gesangverein „Sängerkran-"heltd eser Tage seine Generalversammlung ab. Der 1. Dor- sitzende I. Harnisch begrüßte die Mitglieder. Der Rechner K. Lang erstattete den Kastenbericht, der einen günstigen Si nd auswies. Rechner und Vorstand wurden entlastet unb im Anschluß daran wie» dergewählt. Der Vorsitzende wie» u. a darauf hin, daß unter der Leitung de» Dirigenten dc» Vereins, Lehrer I l g e, am 28. Februar in Butzbach ein Konzert unter gleichzeitiger Mitwirkung des Ge» sangoereins „Cäcilia".Lich und der Gießener Reich», wehrkanelle stattfindet. 4 Lich, 1. Febr. Der hiesige Turnverein veranstaltet einen Werbeabend für Frauenturnen. Der Vorsitzende H. Schmidt hielt einleitend einen kurzen Vortrag über Zweck und Ziele des Frauenturnens. Im Anschluß daran zeigten di« einzelnen Abteilungen unter der Leitung von Turn- wart K. Volz Frei-, Lauf, und Geräteübungen, Reigen, Spiele, Bewegungsschulen, Keulenübungen usw. Die Darbietungen wurden beifällig aufgenommen und dürften ihren Zweck nicht verfehlt haben. D Lich, l.Febr. In der Generalversammlung der Schützengesellschast wurde durch den Vorsitzenden H. Textor der verstorbenen Miiglie- der gedacht und sodann der Jahresbericht erstattet, aus dem hervorging, daß der Verein im verflossenen Jahre bei verschiedenen auswärtigen Drianstal- tungen gut abgeschnitten hat. Die finanzielle Lage des Vereins ist befriedigend. Kreis Schotten. □ Laubach, 1. Febr. Dieser Tage fand im „Colmfet Hof" die diesjährige Hauptverfamm- lung des Gesangvereins .Harmonie" statt. Der Vorsitzende Heinrich S i l ß gedacht« vor Abgabe des Geschäftsberichts mit ehrenden Worten des am Jahresende verstorbenen Ehrendirigenten, Oberreallehrer i. R. Ludwig Gerhard. Die Rechnungsablage ergab einen liebet» schuß von mehr als 350 Mk. Der derzeitig« Mitgliederbestand beträgt 148. Arnold EnderS. der seit 30 Jahren daS Rechneramt mit großer Gewissenhaftigkeit geführt hat, leite sein Amt nieder. Die Versammlung ernannte ihn in Anbetracht seiner treuen Dienste einstimmig zum Ehrenmitglied. An seine Stelle wurde Ludwig Schudt zum Rechner gewählt. Es erfolgt« sodann eine Herabsetzung deS Mitgliederbeitrages von 2 Mk. auf 1,50 Mk. für 1932. Sodann wurden an fünf Mitglieder auf Grund ihrer 25jährigen Vereinszugehöriakeit Ehrenabzeichen durch Den Vorsitzenden verliehen: es find Hch. Ehr. Jochem L Karl Jockel, Hch. Rühl VI., Georg und Heinrich Wagner. Zu dem diesjährigen Deutschen Sänger- fest in Frankfurt a. M. wird der DereinSdirigent, Reallehrer H aa S, entsandt. — Der diesjährige Kreisf euerwehrtaa für den Kreis Schotten soll am 12.Juni (Ausschußsonntag) in Laubach abgehalten werden. Mit dieser Tagung wird die Feier deS zehnjährigen Stiftungs- festeS der Laubacher Freiwilligen Fnrerwehr verbunden. Ober-Schmitten, 1. Febr. Die hiesig« Krankenpflege st ation. die 1916 inS Leben gerufen wurde und aus den Zinsen der Antonie-Mousang-Stiftung. den Zuschüssen der Gemeinden Ober-Schmitten unb Eichelsdorf, sowie der Frauenvereine beider Dörfer unterhalten wird, konnte auch im abgelaufenen Jahre überaus segensreich wirken. Von der Dia- konieschwester Maria Kircher, die die Station leitet, wurden etwa 3900 Krankenbesuche gemacht und 12 Rachtwachen gehaltem Brieffaffen her Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit bet Schristleitung.) fj. Sch. DI. Sie müssen den Betrag von 1,25 RM. bezahlen, wenn nicht für Kälber ein niedrigerer Bo» trag besonder» festgesetzt ist. Darauf ging am 25. Juli 1931 folgende Antwort ein: „Mit den Ausführungen Ihres schreibens vom 17. Juli 1931 sind wir einverstanden. Einen gesetzlichen Schutz können wir aber erst eintreten lasten, wenn das dem Landtag vorliegende Naturschutzgesetz in Kraft getreten ist, was hoffentlich noch im Herbst der Fall fein wird Die Jagdgesetze zu ändern, ist der whlrcichen Folgerungen und Weiterungen wegen, die sich an einen «pezialfall knüpfen würden, nicht empfehlenswert. Das Naturschutzgesetz aber wird einen über die Jagdgesetze hmausgcyenden Schutz gewährleisten. Gez.: I.D.: Dr U r ft o b t." 211» bann im Herbst gegen Ende ber Landtags Periode das neue Hessische Naturschutzgesetz zur Durchberatung kam unb vcrabschiebet worden war, wurde ber vorgenannte Antrag den Regierungsstellen in (Erinnerung gebracht So wird in Kürze ein Ministerialerlah über ben staa11ichen Schutz be» Uhu in Hessen zu erwarten sein. Die Zwischenzeit wirb nun mit Den unmittelbaren Vorbereitungen zur Verwirklichung des Planes ausgesüllt. Auch hier sind noch große Schwierigkeiten zu überwinden, insbesondere macht die Beschämung von gesunden, Widerstands- fähigen und milbgefanaenen Tieren unglaubliche Mühe Nach Dr. Pfeiffer kommen nämlich nur deutsche Uhus in Frage, „die imstande sind, in der Gefangenschaft z B. ein Kaninchen ohne weitere» zu schlagen". Das können aber nur Tiere, die es von ihren Eltern bereits gelernt haben, lebende Beute zu kröpfen, so daß die leichteste Beschafsungs- Möglichkeit, nämlich Ne st junge einzuführen und großzuzuchten, nicht in Frage kommt und da» Experiment nur bei Einsetzung wildgefangener Alttiere Erfolg verspricht. Aber auch sonst haben die Vorbereitungen zur Ausführung de» Versuches allerhand Schwierig- feiten bereitet. Namentlich hat die Auswahl der Stelle viel Korpszerbrechen verursacht. Als geeigneter Drutort kann nämlich nur ein Revier in Frage kommen, in dem der Uhu früher jahrzehnte- lang gehorstet hat, d. h. Lage, Umwelt, Klima, Nahrungsquellen müffen ihm zusagen unb genügen (im Dogeisberg sind bas ausgebehnte Waldungen in möglichst urwüchsigem Zustand, bzw. In gering ausgenützter forstkultivatorischer Verfassung mit Felcgruppen und erratischen Blöcken und einge- sprengte Waldwiesen mit viel Niederwild). Die Voliere leibst soll sich an einer Stelle befinden, die weit abseits vom Fremdenverkehr liegt unb der humanen Neugier schwer auffindbar bleiben wird. An diesem Ort wird nun das Versuchspaar während des Winters mindestens 6 bis 8 Wochen lang Im großen Flugkäfig gehalten. Nach der Paarung kann bann das Weibchen aus der Voliere heraus- gekästen werden. Beginnt das Weibchen mit dem Nestbau, dann kann auch dem Männchen die Freiheit gegeben werden. Eine Zeitlang noch müssen die nunmehr im Stadium ber Halbwildheit lebenden Tiere gefüttert werden. Als lebendes Futter werden Katzen, Tauben, Hühner, Hasen und Igel gegeben. Als tote Beute kommen Häher, Krähen, Fuchs-, Dachs-, Marder- unb Iltiskadaver in Frage. Es wird sich empfehlen, dem württembergifchen Beispiel zu folgen und zur Entlastung des eigenen Nahrungsraumes zwecks Futterbeschaffung die benachbarten Forstämter und Iägeroereinigungen zu einem gewissen freiwilligen Hilfsdienst zu verpflichten. lieber ben Weitergang bes Versuches wirb bie Oessentlichkeit auf dem Laufenden gehalten werden. Die hier gebrachte Doroeröfsenttichung hat lediglich den Zweck, das Interefse der naturliebenden Kreise für diese neuen und idealen Ziele unseres Natur- bereicherungsoersuches zu wecken und alle Natur- unb Heimatfreunde, Jäger und Förster zu ihrer Mithilfe bei Schutz und Erhaltung des Uhus in Hessen aufzurufen. Hosen Tage Preise - unerreicht, wie inner! 743 A im 86. Lebensjahr. Gießen (Marburger Str. 9), Mannheim (L 2,7), Neuyork, Stammheim, 1. Febr. 1932. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 3. Februar, nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. 0619 i&; Gießen, den 1. Februar 1932. K5 868 D 881 D Na ch schwerem Leiden verschied & S J Konrad Hemer Veteran von 1870 71. Kriegerverein wehen Der Vorstand. 879 D in Ehren gedenken. 878 D Die Beerdigung ist am Donnerstag um 14' ° Uhr. Um recht zahlr. Beteiligung bittet der Vorstand. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Berta Reinhardt, geb. Heppner. H Gießen (Am Kugelberg 29), den 2. Februar 1932. WM Herr Christian Waas Oher-Telegraph.-Sekretär i.R. ist nach kurzer Krankheit sanft verschieden. Wieder stehen wir an der Bahre eines treuen Kameraden, der unermüdlich im Dienste des RdZ stand. Ihn und seine Taten können wir nicht vergessen. Wh- werden seiner stets Unser Ehrenmitglied u. Mitgründer desVereins Die Beerdigung un- jfflKX seres lieben Ehren- * mitgliedes. Kamerad Konrad Heppner Altersveteran von 1870 71 findet Mittwoch, den 3. d. M., auf dem.Neuen Friedhof um 2 Uhr statt. — Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. MM In tiefer Trauer: Frieda Bauer, geb. Waas Friedrich Bauer Hans und Gertrud Bauer Die Beerdigung findet Mittwoch, den 3.1 ebruar, nachm. 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Treffpunkt l'/4 Uhr im Vereinslokal. Der Vorstand. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 4. Februar 1932, nachmittags 2*/2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Darmstädter und Nationalbank Kommanditgesellschaft auf Aktien Zweigniederlassung Gießen. Bekanntmachung. Der Nachtragsvoranschlag der Gemeinde Hattenrod für das letzte Vierteljahr Nj. 1931 liegt vom 2. Jebruar 1932 bis ein- schließlich 10. Februar auf der Bürgermeisterei offen. 867D Einwendungen hiergegen können inner- bülb dieser Frist schriftlich oder zu Protokoll bei der unterzeichneten Bürgermeisterei oorgebracht werden. Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Hattenrod, den 2. Februar 1932. Hess. Bürgermeisterei Hattenrod. N e e b. Jagd-Verpachtung. Am Donnerstag, dem 11. Februar 1932, nachmittags 3 Uhr, findet auf der Bürgermeisterei in wahenborn-Steinberg die Verpachtung der Zagd von der Feldgemarkung Oberftcinberg auf weitere sechs Jahre statt. Die Verpachtungsbedingungen werden vorher bekanntgegeben. 880D Watzenborn-Steinberg, 29. Januar 1932. Der Gemarkungsvorftehev. Schäßs» Sonnige 4- bis 5-Zininr Wohnung von pünktlich zahld. Miet, zum 1.4. ob. früher gesucht. Jn- standsetzungskost.lv. vergütet. Sckriftl. Angebote unt.863D an den Gies;. An;. 14-5-Zlmmer- Wohnung VON ruh. Mieter gesucht. Schr. Ana. u. 0557 a. d. Gß. Anz. Nachdem wir erst vor 10 Wochen unsere liebe Mutter zur letzten Ruhe gebettet haben, wurde uns gestern nachmittag 6 Uhr auch unser lieber Vater, Schwiegervater und Großvater Herr Christian Waas Ober-Telegr.-Sekretär L R. nach einem kurzen, schweren Leiden im 70. Lebensjahre durch den Tod entrissen. Nachruf! Unser langjähriger Kassenbote Herr Konrad Heppner ist am 31. Januar im hohen Alter von 85 Jahren im Ruhestand verstorben 25 Jahre hat der Verblichene seine Arbeitskraft in den Dienst unseres Hauses gestellt. Während dieser langen Zeit war er uns ein getreuer Mitarbeiter, der stets mit unermüdlichem Eifer und größter Gewissenhaftigkeit seine Pflicht erfüllt hat. Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten. Statt besonderer Anzeige. Heute nacht entschlief sanft nach längerer Krankheit unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater und Onkel Herr Konrad Heppner v unser lieber Kamerad, Ehren- Mitglied 866 d Kl. Laden u. freie 2-3-Zimm.- Wohnung sofort zu vermiet. Bene Ge- legenh. für Kleingewerbetreibende. 0648 Neustadt 24, Televhon 3083. | Mietgesuche | ßew.Ziiiw möglichst mit sep. Eingang ver 1. 4. gesucht. Aufm. Bedienung und größte Sauberkeit Voraussetzung. Schr. Ang. nut Preis unt. 0631 an den Gieß, Anz. Fräulein Anfang 30, s. Stell. Frauenlos. Haust,, bevorz. Zeugn. vorband. Schr. Ang. n. 0630 a. d. GH. An;. 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Februar 1932 werden in der Zeit von 15 bis 16 Uhr in der Turnhalle der Pestalozzischulc, Nordanlage 18, öffentliche Impftermine abgehalten, in welchen alle in 1930 und früher geborenen Kinder, für die bis jetzt der Nachweis der erfolgreichen Schutzpockenimpfung noch nicht erbracht wurde, dem Jmpfarzt vorgestcllt werden können. Die Nachschau findet Mittwoch, den 10. und 17. Februar 1932, um 16 Uhr statt. Die Kinder müssen mit reingewaschc- nem Körper und reinen Kleidern zur Impfung gebracht werden. Kinder aus Häusern, in denen übertragbare Krankheiten herrschen, sind nicht zum öffentlichen Impftermin zu bringen. 796C Gießen, am 29. Januar 1932. Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Dr. Seid. MUMM nachm. ab 2 Uhr, versteigere ich im Löwen, Neuenweg 28: Kleiderschränke, Küchenschränke, Chaiselongues, Waschtische, Nachttische, Betten mit und ohne Federzeug, Schokoladenschrank, Theken, 1 Badeofen mit Kohlenfeuerung, Wanduhren, 1 gebrauchtes Herrenrad, Liegesessel, 6 Tische, Stühle, Nähmaschinen, 1 Eisschrank u. o. a., 1 Wurstschrank, Goldwaren. 883D Versteigerung bestimmt. Zu verkaufen sind: ein- und zweitürige Kleiderschränke, Waschtische, Nachttische, Korbsessel, Herrenräder, Küchentische. Ludwig Harimetz Auktionator und Taxator, Neuenweg 28, Telephon 3414. MlTOOlÄt nachm. 2 Uhr, versteigere ich dahier, Neuenweg 28, „Zum Löwen", zwangsweise gegen Barzahlung: 1. Büfetts, Kredenzen, Vertikos, Nähmaschinen, Warenschränke, Grammophons, Sofas, Schreibtische, Kleiderschränke, Schreibmaschinen, Bettstellen, Kassenschränke, Nachtschränkchen, Rohrsessel, 1 Standuhr, 1 Bücherschrank, 1 Herd, 1 Warenregal, 1 Photoapparat, 1 Drogenschrank, 1 Wanduhr, 1 Radioapparat, 1 Fernglas, 1 Staubsauger, 1 Pia- uino, 1 Eisschrank, 1 Oekonomiewagen, 1 Bohrmaschine. 875D 2. An Ort und Stelle; Bekanntgabe im obigen Lokal: 200 lUiftbeetfenfter, 26 Platten Sperrholz, 1 kassenschra'nk, 3 Frisiertoiletten, 1 Warenschrank. 1 schw. Kuh, 2 Pferde, 1 Rind, 1 Grasmähmaschine, 1 Laden theke. 3. Bestimmt: 1 Zentrifuge (110 Liter, neu), 1 Wotorrad (Zündapp), 2,25 PS. 4. Verkauf aus freier Hand: 1 Motorrad (Triumpf), fabrikneu, 1 Nähmaschine (Nothmann), 1 elektr. Brutapparat. Junker Gerichtsvollzieher in Gießen, Wiesecker Weg 16, Telephon 3383. Die Holzversteigerungen vom 26. und 29. v. M. in Försterei Alten-Buseck sind genehmigt. Die Absuhrscheine können vom 3. bzw. 5. l. M. bei den Heb stellen in Empfang genommen werden. Ueberwei- sung und Beginn der Abfuhr am 5. bzw. 8. l. M., 9 Uhr. 876D Gießen, den 1. Februar 1932. ______Hessisches Forstamt Gießen.______ Rutz- und Brenuholzverkauf in den Waldungen bei Jlorberf. Freitag, den 5. Februar 1932, von 10 Uhr ab, in der Gastwirtschaft Stelzenbach in Nordeck: a) Nutzholz: Eichen: 41 Stck. Stämme 1. bis 4. Kl., Fichten: 477 Stck. Derbstang. 1. bis 3. Kl., 680 Stck. Reisstangen 4. bis 7. Kl. b) Brennholz: Eiche: 10 rm Scheit und Knüppel, Buche: 170 rm Scheit und Knüppel, 82 rm Stöcke, 870D 1250 rm Reiser, Fichte: 34 rm Knüppel. Bedingungen im Termin. __________Der Förster Findt._________ Nutzholzversteigerung aus dem Walde der Gemeinde Oppenrod soll Donnerstag, den 4. Februar, vormittags 10 Uhr anfangend, nachstehendes Nutzholz öffentlich versteigert werden: Fichte-Langholz la bis 4b 39,32 fm Kiefer-Abschnitte 2a bis 3b 9,86 fm Fichte-Derbstangen 1. Kl. 73 St. 2. „ 71 „ 3. ,, 77 „ Zusammenkunft am Waldeingang. Oppenrod, den 1. Februar 1932. r Hess. Bürgermeisterei. Ltoos. ä64Dl Verlobte Wachenheim u. Worms a. Rh. Februar 1932 0644 Erica und Willi Znderthal Gießen, den 1. Februar 1932 882 D Wachsame deutsche | -e sMkWm I Goethe-Bund 871 D 068S Inh.: L. Wenner Marktstraße 22 0647 »keo- Kostiime Rülfenrod (Kreis Alsfeld) Wir zeigen die Geburt eines gesunden Zungen an muß aus reisetechnischen Gründen verlegt werden. Termin April. Nähere Mitteilung ergeht rechtzeitig DER VORSTAND Rost Levi Ludwig Krauikopf mit Stammbaum, sowieRüde,' ,J.alt, nur in gute Hände lull. abzugeb. Zuschriften an Ludwig Kaletfch, Niederwalgern. Ingenieurschule Ilmenau in Thür. Maschinenbau u. Elektrotechnik. Wissen- schaflliche Betriebsführung. Werkmeisterabteilung. Continental- ADDIER-, SALDIER-, Pult-Rechen- MASCHINEN Gen.-Vertr.: ELBERT Frankfurt a. M. 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Februar 1932 — I» । । ——— । । — I Oie „Grüne Woche" eine Werbung für deutsche Erzeugnisse. AuS Berlin wird uns gelchrieben: Auf bicfer Grünen Woche befindet sich unter einer Heber- fülle mit Londerlchauen Kohlen, Abteilungen. Statistiken. Schaumaterial und Tieren eine Wanderausstellung mit dem zugkräftigen Titel: .Der entscheidende Augenblick: deutsche Ware oder AuSlandware? Diese vom ..Bolkswirtschaftlichen Aufklärungsdienst" zusam- mengestellte Unternehmung soll in den nächsten beiden Jahren durch Deutschland reisen und auf ..Deutschen Wochen" für die deutschen Erzeugnisse werben. Eine solche Werbrmg für deutsche Waren ist das besondere Kennzeichen bcc diesiährigen Grünen Woche, der siebenten, die wiederum die gesamten Messehallen am Berliner Kaiserdomm belegt hat. und e» braucht in der gegenwärtigen Lage nicht betont zu werden, wie unumgänglich notwendig eine solche intensive Werbung geworden ist, die aus manchen Gebieten bisher überhaupt gefehlt hat. So wird denn in diesem Jahre in sinnfälliger Weise zum erstenmal in grobem Rahmen für das deutsche Holz geworben. Wenn man die erste Halle betreten hat, befindet man fich in einem richtigen Dörfchen. ein große- Forsthaus und zwei ansehnliche Siedlergehöste stehen am Rande einer Waldschonung: alle- für den deutschen Wald und sein Holz, alle- aus dem deutschen Wold und seinen Hölzern. Ihre Entstehung, die Bestellung des Bodens, die Pflege der Schonungen und Stämme wird aus den beforsteten Streifen gezeigt, und die Häuser beweisen die Vielsachen Derwen- dungsmöglichkeiten des Holzes als Material für den Bau und die Inneneinrichtungen. Holzgeräte, deren Borzüge anschaulich gemacht werden, ermahnen. das Holz neben Stahl und Eisen nicht zurückzufetzen. Ein Holzgasgenerator ist vorhanden, der statt mit Benzin mit Holzabfällen betrieben wird. Die deutsche Landwirtschaft erzeugt Markenartilel. das heißt Standardwaren von immer gleichbleibender Güte, die an PreiS und Güte den ausländischen Waren nicht nachstehen — warum soll man sie in diesem ..entscheidenden Augenblick" nicht kaufen? Heute sind schon ziemlich alle Waren mrihcrt. d b ihre Gute ist garantiert es gibt Morkenhvnig. Markeneier, Markenbutter. Markenmilch, Warkenkartof- feln und sogar Markenerbsen Aber eS kommt zur Hebung des Absatzes auch aus die ansprechende. zwttkmäßige und billige Verpackung an: daher gib« es hier eine Sonderabteilung: Landwirtschaftliche Verpackungsschau, die demonstriert. wie Getreide Mehl. Brot. Milch. Butter und Käse. Eier, Fleisch und Geflügel fachgemäß zu verpacken sind. Daneben melden sich die einzelnen Rebenzwelge des landwirtschaftlichen Betriebs, so etwa der Gartenbau oder die Binnenfischerei, die besonders für den Aal. als einen immer begehrten, leicht abzusetzenden Fisch wirbt, dessen Hege und Fang an Modellen und durch Rehe und Reusen anschaulich gemacht wird. Hierher gehört auch die grobe Siedlungswander- a u s st e l l u n g. die wiederum aus sieben Gruppen besteht, die sich mit den Problemen des Bauens, der Bodenbestellung usw. beschästigen Alle diese Sonderabteilungen gehen von den beteiligten Sonderverbänden aus und enthalten in umfassenden Übersichten nahezu alles. waS auf den einzelnen Gebieten ausstellungsmäßig gezeigt werden kann: so besteht die Imkerei- Schau aus vierzehn Unterabteilungen, von denen eine etwa die Fachliteratur, eine andere das Thema „Honig in Geschenkpackung" und eine dritte einen Dienenfilm enthält. In der zweiten Halle — auf der Galerie befinden sich lange Gassen Kaninchenställe — wird auch in diesem Jahre das Internationale Reit- und Fahrturnier stattfinden, diesmal mit besonderen Schaunummern: hundert Hengste und Stuten der Preußischen Staatsgestütsverwaltung. die das Jubiläum ihres zwei- 4«^ i Itn Mittelpunkt der Veranstaltungen der „Grünen Woche" steht auch diesmal das große Reit» und Fahr- lurnicr, an dem nicht weniger als 1000 Pferde teilnehmen werden. In der großen Schaunummer haben 200 Reichswehrreiter in den Uniformen des alten Heeres die Entwicklung der deutschen Kavallerie vorge führt. Reichspräsident von Hindenburg wird beim Betreten der Haupthalle von ostpreuhischen Bauerntod)tern begrüßt. hundertjährigen Bestehens feiert, werden vorgeführt werden: die Parade ..Das Denkmal der Kavallerie" bringt eine pon zweihundert Reitern ausgeführte historische Entwicklung der Reiterwaffe von den Zeiten des Großen Kurfürsten bis in die Gegenwart. Diesen Veranstaltungen ist ein besonderer, erstmaliger Zuwachs der Grünen Woche zu danken: die P f e r d e s ch a u, die größte Pferdeausstellung, die 250 Tiere in mustergültigen Stallungen im Riesenraum einer Halle vereinigt, so daß hier das wertvollste Pferdematerial Deutschlands zu besichtigen ist, unter dem sich Ramen von Weltruf befinden. Wieder ist die I a g d a u s st e ll u n g mit einer verblüffenden Fülle von Gehörnern vorhanden, an die sich ganze Kunstausstellungen von jagdlichen und landwirtschaftlichen Motiven und ein Photowettbewerb über Bilder aus der Ratur. Wald und Feld, anschliehen. Dazu kommen d>e Tierschauen, eine Halle mit schreiendem und schnatterndem Federvieh, Enten, Gänsen, Hühnern, Hähnen und Tauben, und die Hundeausstellung, die in den letzten Tagen der Grünen Woche veranstaltet wird. Gpielvereinigung 1900 Gießen. 1900 (Liga) — DfR. Butzbach (Liga) 2:1 (1:1). Die 1900er errangen keinen leichten Sieg. Das Spiel wurde schnell, und manchmal an den Grenzen des Erlaubten durchgeführt. Die Platzbesiyer waren meist etwas feldüberlegen, verlegten den Kampf während geraumer Spielzeit in die Hälfte des Gegners, der besonders in der ersten Spielhälfte schwer zu arbeiten hatte. Die Butzbacher hatten im Sturm einige gute Kräfte, die Läuferreihe war aber in der Aufbauarbeit nicht besonders tüchtig und stets mehr in der Zone der Derteidigung. Die Derteidigung selbst arbeitete manchen Angriff der 1900er zunichte. Der Tormann der Gäste war der beste Mann seiner Mannschaft. Die Dlauweißen waren diesmal auch nicht schlecht in Form. Allerdings sollte die Mannschaft rascheres Abspiel pflegen. Die Elf arbeitete sonst gut zusammen, konnte aber den Zusammenhang nicht immer halten, da die Gäste in der Zerstörungsarbeit nicht ungeschickt manipulierten. Der Sturm erwies fich als gut, die Läuferreihe arbeitet aber noch immer nicht rationell genug. Der beste Mann aus dem Platz war Zeiler in der Verteidigung. Mit seinem Bombenabschlag schuf er vor dem Tor immer wieder reine Luft. Wilhelrni ließ sich wieder sehr gut an. Heilmann überzeugte. Lippert fiel etwas ab und stand oft ungeschickt abseits, brachte aber einmal einen fabelhaften Alleingang durch. In der 19.Minute fiel der erste Treffer für 1900. Der Tormann hielt einen Ball, das Leder entglitt ihm, Heilmann ergriff, schwer bedrängt, die Gelegenheit und schoß am verdutzten Torhüter vorbei zum Führungstresser ein. Zwei Minuten später fiel der Ausgleich, der zugleich das Halbzeitergebnis brachte. Schmidt lief reichlich weit aus dem Tor, der freistehende Butzbacher Halbrechte umspielte ihn und schoß ungehindert ein. Rach anfänglicher ileberlegenbcit der 1900er gestaltete sich das Spiel ausgeglichener. Mit verbissener Energie wurde wieder um die Führung gekämpst. In der zehnten Minute der gleichen Halbzeit ging Lippert im Alleingang aus Rechtsaußen durch, umspielte seine Gegner, brachte auch einen schönen Schuß auf das Tor, den einer der Verteidiger abwehren wollte, dabei den Ball aber selbst in das Tor lenkte, ohne daß der Tormann die Situation hätte retten können Arnold trat im weiteren Verlauf des Spiels einen Elfmeter gut plaziert in die linke Ecke, der Tormann war aber auf Draht und hielt in schönster Manier. Gegen Ende der zweiten Halbzeit wurde das Spiel reichlich hart. Die Butzbacher drängten aus Ausgleich, die Gießener Verteidigung war aber auf dem Posten und verurteilte die Angriffe zum Scheitern. Der Schiedsrichter war gut und nicht aus der Ruhe zu bringen. * iliii. H A nit tW nbei ff 0641 j örtgori ;eln> ?nnö Bl- unt. AS »o w Be- . 0532 91. >s. Sege >bem> ui!®* virtätnS,° gesund nut SCArift'& M •/, FI- gj- tÄ Enge ill , „L-. Kecniivy— Machen Briefbiäuer Brlelumschiifl« Postkarten IstraSeJ Eisfischerei im Norden. Don Egon von Kapherr. Wie ferner Kanonendonner dröhnt es über die weite, verschneite Seefläche. Der Schlitten gleitet schnell dahin. Die Pferde schnaufen und dampfen. Vor der waldigen Ferne, vor den Hügeln des Ufer- liegt aufsteigender Dunst: denn es ist kalt heute, sehr kalt. Aber die Sonne glänzt unb bringt einen matten Schimmer über die weiße Riesensläche. Die Schlittenkufen zischen und schurren über den harschen Altschnee, poltern überfrei- gewehtes, welliges Eis, dröhnen ^über verfrorenes Scholleugewirr. 2m Dunst der Ferne zeigen sich dunkle Punkte: gerade darauf zu halten wir. Die Punkte die schwärzlichen Klumpen entwirren sich. Es werden Menschengestalten daraus, Umrisse plumper Schlitten und mächtiger Zuber, Pferdegestalten. große Bottiche. Jetzt ist der Schlitten nahe heran. Stimmen, gewirr tönt, Pferdepusten, Schnauben. Wir halten in der Rähe dev großen, dreieckigen Loches, das die Fischer ins Eis fügten: Hier soll das große Zugnetz aus dem Wasser kommen, das ungeheure Zeug, das in riesigem Bogen von Loch zu Loch unter dem Eise geschoben wurde, das nun in großem Halbkreise lauernd über der See tiefe hängt, bereit, unter milchig.fchimmerndem Eise hinzuglei- ten und tausende zappelnder Leben in seinen riesigen. gierigen Schlundsack zu fressen. Meister der Eisfischerei sind die Berufsfischer des Rordens. Heute fischen sie auf diesem See. morgen auf jenem, stets auf eigenes Risiko: die Hälfte dem Grundbesitzer, die Hälfte dem Retz, so ist es alte, wohl- hergebrachte Sitte. Run soll der große Zug stattfinden, langsam, ganz langsam, von Loch zu Loch gehend, hat man das Retz näher zum Ausfuhr loch gezogen, immer näher in schwerer Arbeit. Es ist ein Glück, daß der Boden klar war, keine tückischen Baumstämme dort im Schlamm oder im Sande lagen, keine Aeste, die das Retz verwirrten, zerrissen, unrett- bar aufhielten. Wehe, wenn durch solche tückischen Hindernisse das kostbare Retz zersetzt wird, oder wenn sie gar den enggeftridten Sack zerreißen und allen gefangenen Fischen Freiheit geben! Zug um Zug kommen jetzt die Enden der Flügel aus dem großen, dreieckigen Loch, schnurren, ra- schein, plätschern über das Eis. Wasserlachen sammeln sich, und schon zappelt ein halbes Dutzend kleiner Weißfische in schlüpfrigen Eispfützen. ..Los!" schreit jetzt der Obersischer, und ein paar hundert Hände fassen i« Leinen. Retzstricke und Maschen. „Los!", das gilt für alle: für den bärtigen, weithergereiften, verwitterten Fischer, für die Dauern, die mit ihren Schlitten herbei- suhren, um billiges Kleinzeug einzuhandeln, für die Leute der Fischhändler aus der Stadt, für die Zuschauer, — für alle. Run heben sich die hohen Retzwände immer mehr aus Eis und Wasser, immer mehr Schwimmer erscheinen, immer mehr Senkbleie. Mächtig ballt sich die Rehmasse auf den Transportschiffen. Jetzt kommt die große Knüpfstelle, jetzt werden die Wände getrennt. Der erste Schlitten ist behackt, der zwei'e wird herbeigeschoben. Wieder rollen, ballen fich Retzwände auf dem zweiten Schlitten. Immer weiter, immer stetig und langsam bedächtig ziehen die Männer am Gestrick. Das zweite Drittel der Rehwände rollt sich auf dem Schlitten zu. fammen wird gelöst. Der dritte Schlitten kommt herbei. Der dritte und letzte Teil der Rehwände erscheint. Hunderte, Aberhunderte von Metern find schon aufgerollt. Weitere Retzmassen kommen herauf, ballen fich, häufen sich: ungeheuer ist das Retz. Pferde sind vorgespannt. Tier und Men. scheu ziehen. Ziehen im Takt, ziehen langsam, beharrlich. Dumps schallt der Ruf des Dorfischers Immer weiter gleitet das Retz hervor, über das Eis, Wand bei Wand, flach ausliegend. Immer mehr Lachen bilden sich, Tümpel, und bald ist ringsum Waffer auf dem Eise Kaum erkennt man noch das gähnende Schwarz des Zugloches. Rot. äugen, kleine (Bleie, Dlutslofser plätschern. Emsige Hände greifen zu. So geht es eine ganze Stunde und nod) eine halbe lind dann kommt die große Entscheidung: denn schwer, unheimlich schwer ist der letzte Rest des Reyes, der Sack. Mehr und mehr Fische sind in den Flügeln, kleine und mittlere, ausgehängt in den Kiemen töricht verfangen. Run spuckt der alte Obcrfifdjct feinen Priem aus. schiebt einen neuen in die Zähne .Vorwärts. Jungens!" ruft er. Hurtig greifen alle Hände zu: denn der Sack erscheint. Da ist das große Schwimmbrett schon. Eng find die Maschen. Das Waller fdiäumL locht auf. Es blitzt wie Silber. Klatschende Schläge tönen. Masche um Masche kommt alles auf das Eis. Lang ist der Sack und schwer. Auch die Pferde ziehen wieder: denn selbst die Winden auf den Schlitten würden nicht annähernd reichen. Ein Riefenhecht schnellt auf. rote Kiemen leuchten. Silbergefchupp löst sich, schwimmt auf dem Eife. Zoll für Zoll kommt der schwere, lange, engmaschige Sack ans Tageslicht. Siebzig, achtzig Zentner, nicht weniger, meint der Verwalter. Mehr, viel mehr müßte es fein, meint einer der Fischer. Patsch!, wieder knallt der Schwanz eines Riesenhechtes auf dem Eise. Große Zander, Dleie. Darsche und Unmassen kleiner, weißblinkender Fische tauchen auf, dicht zusammengepreht Immer enger wird der Sack, immer voller Unt) dann kommt die dicht- gepreßte. nur schwach zappelnde, hilflose Masse hervor. Und der Sack ist draußen, von vielen Fäusten auf das Eis gezerrt. Schon lange sind die Pferde nicht mehr nötig, schon lange auch die Winden nicht. Ein Hecht von dreißig, einer von fünfundzwanzig Pfund, mächtige Brachfen, große Barsche, Zander von zehn und mehr Pfund werden von eiligen Händen gepackt, in die maffergefüllten Zuber geworfen Springen hier, knallen mit den breiten Floffen, Schwänzen, liegen still. Das Waffer platfcht und rauscht, fließt über. Mit der Getreidefchaufel wird das Kleinzeug zusammengefcharrt, in Haufen geschichtet, zappelt. wird matter, gefriert. Endlich ist der riesige Retzbeutel leer. In Mengen werden die Fische aus den Zubern genommen. auf großen Waagen gewogen, kommen in die Transportsässer, immer abwechselnd: ein Zentner, zwei Zentner nach links für die Fischer, cbenfoDiele nach rechts für das Gut. Der riesige Zander dort kommt aufs Schloß, der bepelzte Kutscher wartet schon. Kiepenweise kommen die Kleinfische auf die Waage. Da kommt s nicht genau darauf an — ein paar Pfund machen nichts aus — Pfennigware. Der Dörfischer und fein rotbärtiger Sohn nehmens nicht genau; auch die armen Leute wollen leben; denn Geld ist knapp, und Fische gab’s, als hätte Sankt Peter selber am Netz gezogen. »Run, wieviel Brachsen waren heute?" fragte ich am Abend, als das Retz rein ist und auf die Schlitten verpackt, die auf schmalen Kufen davongleiten. ,6in guter Fang", meinte der alte Mann, „fo an neunzig Zentner Brachsen allein. Und dann dic Hechte und all das andere ... Heute war es besser als vor sechs Jahren, als ich hier zum letzten Male fischte." Dann habe ich meinen Kram im Schlitten und schüttle dem Alten die Hand. Und heidi geht s über die verschneite Seefläcbe nach Hauke! Feuerrot und blutig flimmert das Eis. glänzt der Schnee, und tiefer Dunst liegt über den Usern. Tonfilm. /Der Zinker". Wieder mal Wallace. Dor einigen Jahren lief ein Kriminalstück gleichen RamenS über viele Dühnen. Wer es gesehen hat, braucht nicht zu denken, daß er den Film schon kennt. Bei Wallace ist immer alles anders lEs gibt, wenn wir recht berichtet sind, übrigens auch einen Roman ..Der Zinker".) Die Kriminalfabrik des Engländer- ist groß und weitläufig. Kein Zweifel, daß die hoch- enttoidclte Technik des modernen Films für di« Schilderung solcher und ähnlicher „Fälle" hervorragend geeignet erscheint Es ist furchtbar spannend. Und man muß höllisch aufpassen, daß man den Faden nicht verliert. Jeder ist bemüht, den Täter zu finden in einem Wirbel von mehr oder minder verdächtigen Gestalten. (Ganz unverdächtig sind bei Wallace eigentlich nur die tüchtigen Leute von Scotland Yard; und selbst bei denen weiß man nicht genau —). 3m allerletzten Augenblick stellt sich dann heraus, daß man wieder mal auf« falsche Pferd gesetzt hat. Und man geht mit dem dumpfen Gefühl heim: heute nacht wirst du voin ,Zinker" träumen Die Regie lEarl Lamac und Mac F r i c) überseht den eigenartigen, auf Bluff und immer neue Ueberraschung bedachten Romanstil von Wallace sehr wirksam in die Optik des Bildstreifens und bedient sich dabei einer Tech- . nik der Ueberblendung und Verzahnung von Bi>d und Stichwort, daß die kurzen Szenen wie Glieder einer Kette ineinandergreifen. Schreibmaschine — Brief — Schmuck Blendlaterne — Autohupe Revolver Zigarettenftummel — Zeitungs- blatt — Sektglas Gift verbundene Hand — Ltraßenlampe Roulette Gellcht Hinterm Fenster -- durchschnittene Telephonschnur - Regenschirm — Schatten an der Wand Smoking- schlips —: eine Fülle von kleinen und unscheinbaren Motiven und Bildern reiht sich aneinander, verknüpft sich, verwirrt sich, lockert sich blitzschnell in der Endlösung, kur; bevor das Licht wieder angeht, und ehe sich der Beschauer, verstrickt ins kriminalistische Gesellschaftsspiel, von feinem Erstaunen halbwegs erholt hat. In den Hauptrollen: Rasp, Diehl, Lissy Arna. Hörbiger, S z a l a 11. Vorher läuft im Lichtspielhaus ein abwechslungsreiches Beiprogramm, aus dem der hübsche Tierfilm von Hellabrunn hervorzuheben ist Außerdem eine Bühnenschau, vier Bentos am Schleuderbrett, die eine sehenswert saubere und vielseitige Akrobatik vorführen. -r- BfB.-Gießen. DfD. Alsfeld (Liga) — DfD. Gießen 1:2 (0:1). Am vergangenen Sonntag konnte die Liga des VfB. endlich zu einem Siege über die kampf- tüchtige Mannschaft der Alsfelder gelangen. Der Sieg hätte sehr wohl höher ausfallen können, wenn der Sturm der VfD.er nicht wieder sehr viele Torgelegenheiten ausgelassen hätte. Die Grünweihen waren gut in Fahrt und beherrschten mit wenigen Ausnahmen fast während der ganzen Spieldauer das Feld. Der Sturnr war an sich sehr aggressiv, zeigte sich aber leider vor dem Tor nicht entschlossen genug. Nicht zuletzt ist das knappe Torverhältnis auf das vorzügliche Halten des Alsfelder Torhüters zurückzusühren, der auch aus nächster Nähe die schärfsten Schüsse hielt. VfB. bestritt das Spiel in folgender Aufstellung: Dingel: Leutheuser, Mattern: Feuster, Kreß l.. Schmidt: Haupt, Wlodareck, Bären- fänger, Lehrmund, Fehling. Sofort vom Anpfiff an legten beide Mannschaften mächtig los, jedoch die beiderseitigen Hintermannschaften waren auf der Hut. Alsfelds Torhüter hielt Schüsse, die manchem anderen Torhüter gefährlich werden konnten. DfD. muhte schon jetzt, wenn man sich eines präziseren Torschusses befleihigt hätte, mit 2 oder 3 Toren führen. Doch erst gegen Ende der Halbzeit gelang Wlodareck der Führungstreffer. Alsfeld gab aber die Partie noch nicht verloren. Mit unvermindertem Eifer wurde in der 2. Halbzeit gekämpft. Die Gastgeber erzielten durch einen verwandelten Elfmeter den Ausgleich. Trotz des energischen Widerstandes der Alsfelder gewannen die Giehener mehr und mehr Oberwasser, und diese ^leberlcgenheit fand durch ein Tor, von Fehling aus dem Gedränge heraus getreten, ihren Ausdruck. Die DfD.er liehen auch jetzt noch einige sichere Sachen aus: bei mehr Dcr- ständigung im Sturm hätte der verdiente Sieg sehr leicht etwas eindrucksvoller gestaltet werden können. Alsfeld gab einen wuchtigen, jedoch jederzeit fairen Gegner ab. Das Spiel fand eine stattliche Anzahl von Zuschauern. Gchwimmwettlämpfe der Llniversiiät Gießen. Dieser Tage fanden im Städtischen Dolksbad die Schwimmwettkämpfe der Universität statt. Das Merkmal der diesjährigen Wettkämpfe war die starke Beteiligung von feiten der Korporationen und Freistudentenschaft. Desonders in den Staffelwettbewerbcn war die Konkurrenz sehr stark. -Zum erstenmal wurden in diesem Semester auch Wettkämpfe für Studentinnen durchgeführt. Die Leistungen bewegten sich auf beachtlicher Höhe. Als erfolgreichste Korporation ging Alemannia DD. hervor. Die Ergebnisse. Studenten. Brustschwimmen für Fortgeschrittene (6 Bahnen): 1. W. Meyer, 1:20; 2. Fr. Kissel, Hasso-Rhenania, W. Heuhel, Mero- vingia. Baumann, je 1:21; 3. Zimmer, Frankonia, 1:24. Lagenstaffel (4X2 Dahnen): 1. Alemannia, 1:26; 2. Chattia, 1:34; 3- Frankonia, 1:36,8. Brustschwimmen für Anfänger (4 Bahnen): 1. Durmester, D. C. S. D-. 0:59,6; 2. Christ- mann, Merovingia, 1:08; 3. Mittendorf, Frankonia, 1:1. Rückenschwimmen (4 Dahnen): 1. Schaum, Alemannia, 0:50,2; 2. Daumann, 1:07; 3. Heil, 1:5,8. Streckentauchen (2 Bahnen): 1. Grünberg, Alemannia, 0:24,4; 2. Reinhard, Rheinfranken, und Baumann, je 0:24,8; 3. Heil, 0:29,0. Freistil für Fortgeschrittene (6 Bahnen): 1. Meyer, 1:9,0; 2. Schaum, Alemannia, 1:9,4; 3. Hechler, Alemannia. 1:18,2. Brust staffel (4x2 Bahnen): 1. Alemannia, 1: 36,6; 2. Frankonia, 1: 39,8; 3. Darmstadtia, 1: 41. I 1 Fortsetzung Nachdruck verboten. Er schwieg. Sein Dater starrte ihn an, mit Olugen, in denen der Zorn brannte. Alle Farbe war aus seinem Gesicht gewichen. „Um wieviel geht's?" fragte er endlich, und seine Stimme klang heiser von unterdrückter Wut. Der Sohn nannte eine beträchtliche Summe. Danach trat ein lastendes Schweigen ein. Der Professor dachte: Aus der Reise kann nun 01$^ toeröen. Und er hatte das ganz deutliche Gefühl, dah ihm wieder einmal etwas Unersetzliches verloren ging. Seine Hände hoben sich langsam, ballten sich zu Fäusten. Einen Moment sah es aus, als wollte er sich auf seinen Sohn ß3/.11, . Stöhnen brach aus ihm heraus. Kraftlos fielen die erhobenen Hände herab — Die häufte lösten sich. Um seinen Mund war ein tiefschmerzlicher Zug. b's ins tiefste erschüttert, wandte sich ab fronen stiegen in ihm auf und beengten eine Kehle. Er brauchte Zeit, um sich so weit zu fassen, dah er den Vater um Verzeihung bitten Jonnte. Wie ein Verbrecher kam er sich vor; und Scham und Reue brannten in ihm wie fressendes Feuer. Ein Brausen war in seinen Ohren und in seinem Körper eine Schwäche zum Umfinten «.• hörte er den Vater sagen, „ich werde die Sache in Ordnung bringen." Nun hätte er erleichtert aufatmen können aber er konnte es nicht, seine Brust war so voll von unerträglicher Qual. Er wußte nicht, wie er aus des Vaters Zimmer gekommen. In dem seinen sah er das Gesicht in die aufgestützten Hände vergraben. Die Frage: Wie kann ich das einmal gutmachen, was ich angestellt?, kreiste hinter seiner 6hm. Und die Antwort darauf war: Aus eigener Kraft niemals! Er studierte im vorletzten Semester Landwirt- schaft. Was er von seiner Zukunft zu erhoffen hatte war nicht viel. Eine Gutsinspektorstelle mit hundertfunfzig Mark Monatsgehalt würde vorerst das sein wom-t er sich begnügen muhte. OBenn er Glück hatte, konnte er nach Iahren Administrator werden. auch diese Stellen wurden nicht sehr gut bezahlt. Er würde durch Arbeit nie in den Besitz einer so großen Summe kommen wie sie der Vater jetzt aufbringen muhte. Er wuhte, dah es dem Vater nicht leicht wurde das Geld aufzubringen. Darvermögen besah er nicht mehr, das war durch die Inflation verlorengegangen. .Seine Praxis brachte nur gerade noch so viel ein, dah es für die Lebenshaltung aus- Von Geld undÄebe Vornan von Grete von Saß. Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle Springen: 1. Brüning, L- C., 106,9 Punkte; 2. Küthe, Darmstadtia, 106,3; 3. Meyer, Darmstadtia, 103,3- Freistilstaffel (4x2 Dahne.i): 1. Alemannia, 1:20,4; 2. Chattia, 1:22,0; 3. Rhein- franken, 1:34,8. Studentinnen. Dru st schwimmen (4 Bahnen): 1. Heid, 1: 3.6; 2. Storck. 1: 3,8; 3. Leonhard, 1:8,6; Holzhäuser, Turnseminar, 1:1,3. Brust staffel (3X2 Bahnen): 1. Universität, 1:25,4; 2. Turnseminar, 1:25,8. Kurze Sportnotizen. 3 n Lake Placid ereignete sich am Sonntag ein Unglücksfall der deutschen Bobmannschaft. Der von Hauptmann Zahn gesteuerte Bob „Deutschland" kam beim Training auf dem Hoe- venberg-Run aus der Kurve, durchbrach die Bretterwand und raste gegen einen Baum. Hauptmann Zahn erlitt einen Armbruch und verschiedene Gesichtsverletzungen. Nach dem Unfall wurde die deutsche Bob-Expedition für die einzelnen Wettbewerbe sofort umdisponiert. Born „Großen preis -er iRepublif". Eines der wertvollsten Iagdspringen des internationalen Reit-Turniers in Berlin war der „Grohe Preis der Republik", dessen drei Abteilungen eine Dressurprüfung, eine Eignungsprüfung und ein Iagdspringen am Sonntag den Hauptanteil d:s Programms bildeten. Das schwere Jagdspringen bestritten deutsche, holländische, ungarische, dänische und schweizerische Pferde. Im entscheidenden Stechen führte als einziger Leutnant Brandt auf „Toro" die Sprünge über die erhöhten Hindernisse fehlerfrei aus und wurde so Sieger des Drohen Preises der Republik. Wambst-Broccardo führen. Die Frankfurter Festhalle war am Montag- nachmittag nahezu ausverkauft. Das Publikum folgte den Ereignissen auf der Bahn mit grobem Interesse und bekam auch wieder zahlreiche und erbitterte Iagden zu sehen, in deren Verlauf sich die französische Mannschaft Wambst Broccardo an die Spitze des Feldes setzen konnte. Wirtschaft. OerZanuar-Mimo -er Reicherbank. Berlin, 2. Febr. (WTB. Funkspruch.) Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 3 0. I a n u a r hat sich in der Ultimowoche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Schecks und Wechseln, Lombards und Effekten um 303,0 Millionen auf 3983,6 Millionen Reichsmark erhöht. Im einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und -schecks um 224,9 Millionen auf 3631,8 Millionen Reichsmark, die Bestände an Reichsschahwechseln um 25,8 Millionen auf 32,7 Millionen Reichsmark und die Lombard- bestände um 55,2 Millionen auf 158,3 Millionen Reichsmark zugenommen. An Reichsbanknoten und Renten- b a n k s ch e i n e n zusammen sind 223,0 Millionen Reichsmark in den Verkehr abgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 9,1 Millionen auf 4407,1 Millionen Reichsmark, derjenige an Rentenbankscheinen um 13,9 Mil- lwnen auf 419,8 Millionen Reichsmark erhöht. Dementsprechend haben sich die Bestände der Re:chsbank an Rentenbankscheinen auf 7,5 Millionen Reichsmark ermäßigt. Die fremden Gelder zeigen mit 393,6 Millionen Reichsmark eine Zunahme um 23,0 Millionen Reichsmark. Die Bestände an Gold und deckungs- fähigen Devisen haben sich um 14,8 Millionen auf 1092,9 Millionen Reichsmark vermindert. Im einzelnen haben die Goldbestände um 8,6 Millionen auf 947,8 Millionen Reichsmark und d.e Bestände an deckungsfähigen Devisen um 6,2 Millionen auf 145,1 Millionen Reichsmark abgenommen. Die Deckung der Noten durch Gold und deckungsfähige Devisen beträgt 24.8 Prozent gegen 26,4 Prozent in der Vorwoche. * • Konkurse und Vergleichsverfahren im 3 anuar. Nach Mitteilung des Statistischen Reichsamts wurden im Januar durch den Reichsanzeiger 1128 neue Konkurse — ohne die wegen Massemangels abgelehnten Anträge auf Konkurseröffnung — und 751 eröffnete Vergleichsverfahren bekanntgeg b.n. Die entsprechenden Zahlen für Dezember stellten sich auf 1178 bzw. 864. Frankfurt schwächer. Frankfurt a. M., 1. Febr. Die schwächere Tendenz, die sich bereits zum Wochenschluh auf Glattstellungen bemerkbar gemacht hatte, fetzte sich auch zu Beginn der neuen Woche fort, zumal es der Spekulation an Anregungen fast vollkommen fehlte. Das Abrücken der Reichsregie- rung vom Wagemannschen Währungsplan wirkte noch nach und löste weiteres Realisationsbedürfnis bei der Spekulation aus. Die Zuspitzung der Lage im Fernen Osten und die wieder schwächere Haltung der Weltbörsen trug eben- falls zu der schwächeren Stimmung bei. Daneben schenkte man auch der innenpolitischen Lage wieder mehr Interesse, besonders wegen der Reichspräsidentenwahl. Obgleich das Angebot nicht groß war, ergaben sich gegen den Wochenschluß überwiegend Kursrückgänge von 1 bis 3 Prozent. Stärker gedrückt waren am Elektromarkt Schuckert und Gesfürel, die je 3 Prozent nachgaben, auch Reichsbankanteile, IG.-Farben und Siemens verzeichneten Kursverluste bis zu 3 Prozent. An den Nebenmärkten betrugen die Rückgänge etwa 1 bis 2 Prozent, nur Schisfahrtsaktien blieben un- verändert. Der Rentenmarkt verzeichnete zunächst auf fast allen Märkten noch leichte Befestigungen, doch bröckelten gegen Mittag auch hier die Kurse überwiegend ab. Auffallend ruhig lagen die in den letzten Tagen bevorzugten Kommunalobligationen, während für Liquidations-Pfandbriefe und Reichsfchuldbuchforderungen eher Interesse bestand bei gut behaupteten Kursen. Berlin: ruhige, aber feste Haltung. Berlin, 2. Febr. (WTB. Funkspruch.) Rach- dem schon in den gestrigen Nachmittagsstunden auf fast allen Marktgebieten kräftige Erholungen festzustellen waren, verkehrte auch der heutige telephonische Freiverkehr in ruhiger, aber f e-st e r Haltung. Der Stimmungsumschwung an der gestrigen Neuyorker Börse hat am Berliner Platze heute stärkeren Widerhall gefunden, als man zunächst annahm. Es fehlte nach der inzwischen erfolgten Limite-Erneuerung an entsprechendem Angebot, so daß schon kleine Nachfrage genügte, um die Kurse erneut bemerkenswert in die Höhe zu treiben. Man verfolgte mit Interesse die weiteren, sich überstürzenden Ereignisse im Fernen Osten. Die Börse läßt sich aber durch die außen- und innerpolitischen Betrachtungen in der zuversichtlichen Beurteilung der Tendenz nicht beeinflussen, zumal der Geldmarkt weiter leichte Veranlagung hat. Daß der Ultimo auch für die Reichsbank nicht besonders schwierig war, sieht man an dem heutigen Ausweis per 30. Januar, der nur eine Gesamtanspan- nung von 306 Mill, zeigt. Auch die umlaufenden Noten haben um 223 Mill, zugenommen, aller- dings erfuhren die Gold- und Devisenbestände eine abermalige Verminderung um 14,8 Mill., so dah sich die Notendeckung auf 24,8 gegen 26,4 Prozent verschlechterte. Wie schon eingangs gesagt. war der Geschäftsumsang nicht groß, doch überwogen bei den Danken kleine Kaufordcrs, die sich unter dem Eindruck des heute von der Presse neu kommentierten Wagemann-PlaneS auch auf festverzinsliche Werte erstreckten. Im einzelnen konnte man folgendes feststellen: Danken lagen, mit Ausnahme der Reichsbankanteile, wieder vernachlässigt. Auch am Montanmarkt war das Interesse relativ Hein, dagegen konnten Schiffahrtsaktien etwa 2 Prozent, d. h. 10 Prozent ihres effektiven Wertes gewinnen. Kaliwerte waren bis zu 4 Prozent höher gc- sucht. Arn Elektrornarkt waren besonders Licht & Kraft auf die 6prozentige Dividendenschähung fest veranlagt, die übrigen Papiere des Marktes zogen aber ebenfalls bis zü 3 Prozent an. Bei Farben betrug der Gewinn etwa 2 Prozent. Im gleichen Ausmaße waren Kunstseideaktien erhöht, und auch sonstige Spezialwerte, wie Charlottenburger Wasser, Dessauer Gas. Deutsche Erdöl usw. besserten ihren Kursstand um etwa 3 Prozent. Auslandwerte waren dagegen nur unwesentlich verändert. Am Anlagemarkt standen Reichsschuldbücher im Vordergründe und zogen abermals um 1 Prozent an, bei den Goldvfandbriefen hielten-lief) die Besserungen in bescheideneren Grenzen. Anleihen waren im allgemeinen nur gut behauptet. Devisenmarkt Vertin — Frankfurt a. 211. Banknoten. 1. Februar 2. Februar Amtliche Notierung «'M" l Srlef Amtliche Geld Notierung »rief 6clftngfoTl . 6.374 6,386 6,384 6,396 Wien . . 49,95 50,05 49,95 50,05 Prag . . . Budapest . . 12.465 12,465 12,465 12,485 56.94 57,06 56,94 57,06 Costa . . . Holland . . 3,057 3,063 3,057 3,063 169.43 . 169,77 169,43 169,77 Oslo. . . Kovcnliag«. 78.62 79,77 78,78 79,93 79,02 80,12 79,18 80,28 Stockholm 81,22 81.38 81,42 81,58 London. . . Buenos Aires 14,46 14.50 14,53 14,57 1,043 1.047 1,043 j ,047 Neunorl 4.209 4.217 4,209 4,217 Brüssel. 58,71 58,83 58,71 58,83 Stollen . . . Pari» . . . 21,02 21,06 21,06 21,10 16.56 16,60 16,55 16,59 Schweiz . . 82,11 82,27 82,08 82,24 Evanien 34,62 34,68 34,22 34,28 Danzig . . 81,97 82.13 82,02 82,18 Japan . . 1,469 1,471 1,494 1,496 Rw De Jan.. 0,257 0.259 0,257 0,259 Jugoslawien. Lissabon . . 7,463 13,19 7.477 13.21 7,463 13,24 7,477 13,26 Lombardzlnsfutz Loh. Ain-ermartt in Gießen. Auf dem heutigen Rinder-(Nuhvieh) markt in Gießen standen 765 Stück Großvieh. 77 Fresser und 145 Kälber zum Verkauf. ES kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 300 bis 425 Mark, 2. Qualität 200 bis 300 Mk., 3. Qualität 100 bis 200 Mark, Schlachtkühe 50 bi« 25° M Rinder V,- bis V.jLhrig, 60 bis 130 Mk.. /v* bis 2iahrig 80 bis 200 Mk., tragend 180 bis 300 Mark; Kälber, das Pfund Lebendgewicht 20 bis 25 Pf. Marktverlauf schleppend, Heberftanb. Taten für Dienstag, 2. Februar. 962: Otto I. wird zum Kaiser gekrönt. — Be- ginn des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation". 1829: der Naturforscher Alfred Brehm in Renthendorf geboren. ZerHn, l.ffeferor Wmerilanljdie Not« Belgische Noten Dänische Noten Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch.Oesterreich, I 100 Schilling Rumänische Noten ...... Schwedische Noten Schweizer Noten Svanische Noten . ..... Ungarische Noten Neichvbankdiskont 7 o. h. Geld Srlef " J 4,20 4,22 58,55 58,79 79,59 79,91 14,42 14,48 16,52 16,58 169,06 169,74 21,00 21,08 78,44 78,76 2,49 2,51 81,04 81,36 81,93 82,25 34,48 34,62 Oltein Guthaben ist erschöpft. Morgen mittag hast bu das Geld und kannst Burda das feine zurück- geben. — Nein, mein Junge, danke mir nicht. Daß ich dir helfe, ist selbstverständlich", wehrte er Achims Anlauf dazu ab. „Dah es nicht leicht für mich war, das Geld aufzubringen, mußte ich sagen. Du wirst nun in Zukunft bedachtsamer „Ich gebe dir mein Ehrenwort, Papa, daß ich nie mehr eine Karte anrühren werde." Der Geheimrat erwiderte nichts, blickte nachdenklich vor sich hin. Endlich hob er den Blick und sagte: »Tja — nun muß ich Mama sagen, daß aus unserer beabsichtigten Reise nichts werden kann." Hans-Achim erschrak. Um Gottes willen, das mußte sein! Was würde die Mutter sagen, wenn sie erfuhr, was er angeftellt? -Bei Tisch fragte Ottilie ihren Mann: „Warst du bei Fahrenkrug?" „Nein." -Mer wäre es denn nicht höchste Zeit, ihn zu bitten? Er schüttelte den Kopf. Sah sie mit einem Blick aT« - 6at: "ns jetzt nicht davon reden. Spater, im gemeinsamen Schlafzimmer, erfuhr sie, daß aus der geplanten Reise nichts werden konnte. Sie fragte mit keinem Wort nach dem Gründe konnte aber nur mühsam verbergen, daß ihr die Enttäuschung schmerzlich war. Mit fliegenden Pulsen lag sie in ihrem Bett. Ihre Augen brannten in die Dunkelheit des Zimmers. Warum ist es ihm leid geworden, mit mir zu reifen? fragte sie sich. Sie sand keine Antwort darauf als die: Es reizt ihn nicht, mit mir auf Wochen allein zu fein; er will sich nicht von seinen Kindern und von seinem Beruf trennen. * „Herr Kommerzienrat Münchmeyer ist eben ge- t meldete das Hausmädchen. „Er fragt, ob Herr Geheimrat ihn noch empfangen würde?" „Ia, selbstverständlich." Die Sprechstunde war zwar zu Ende, aber Münchmeyer kam ja gewiß nicht, um ihn zu konsultieren. 0 Da trat er schon ins Zimmer. „Verzeihung, Herr Geheimrat, daß ich Sie zu so ungeeigneter Zeit hier überfalle." 7" bitte", wehrte Tönnies ab. „Was fuhrt Sie denn zu mir? Ditte, nehmen Sie Platz." Er wies auf einen Ledersessel. „Äonfultieren wollen Sie mich doch wohl nicht?" bin — Gott sei Dank — kerngesund!" • oul rfcm DDn Kälte gerötetes Gesicht flog em Lächeln. 1 H Herr Geheimrat, ich wollte Sie um Auskunft über die Familie Schadow bitten. Wür- ubu _oie die Güte haben, mir die zu geben?“ Tonnies nickte zustimmen»/. „Sehr gern." (Fortsetzung folgt) reichte. Das Haus, in dem sie wohnten, gehörte dem Vater. Ein Miethaus in der Großbeerenstraße. Cs hatte wohl einen beträchtlichen Wert, aber es warf auch eben nicht viel ab. Auf fein Haus würde der Vater jetzt Geld leihen müssen, um es ihm zu geben. Es war zum Verzweifeln, an das zu denken. Er hob das Gesicht aus den Händen, starrte ins Mnbeftimmte. Zerquälte sich mit fruchtlosem Grübeln. Stunden brachte er so hin — viele Stunden. Endlich empfand er, dah seine Glieder steif und schmerzhaft waren vom langen Sitzen — stand auf, dehnte sich und trat ans Fenster. Es regnete. Der Regen rauschte an den Fenstern Oerab. In der Stube wurde es dunkel. In den Läden, die seinem Fenster gegenüber lagen, flammten die elektrischen Dirnen auf. Es war Abend. Er dachte, daß Helene Schadow nun vergeblich auf ihn warten würde. Er sah Helene Schadow vor sich — sah ihre schönen tiefblauen Augen, tote ne erwartungsvoll nach ihm ausschauen, um sich dann langsam mit Traurigkeit zu füllen, weil katn. Sie muhte den Weg von ihrem Geschäft bis in die Großbeerenstrahe allein machen. Während er daran dachte, packte ihn eine heiße Sehnsucht nach ihr. Er überlegte, ob er utcht doch zu ihr gehen sollte. In dem Augenblick wurde an seine Zimmertür geflobft; die Tur wurde geöffnet und feine Schwester sah herein. Sie rief feinen Namen, und Dann fragte sie erstaunt, warum er im Dunkeln fei. Die schaltete das Licht ein -Willst du nicht zu uns ins Wohnzimmer kommen, Achim? Rose Münchmeyer ist bet uns" „-item, Eva ich mag nicht. Sag bitte, ich wäre ausgegangen. Sie sah zu ihm auf. ..»Ach, komm doch, bitte. Mama schickt mich zu dir. Cs wurde sie verdriehen, wenn du dich verleugnen liehest. Sie weih, dah du nicht ausgegangen bist. “ -Wenn es so ist, ja, dann..." Er folgte ihr Fragte auf dem Wege zum Wohnzimmer nach dem Vater. „Papa ist gleich nach seiner Nachmittagssprech- geUtebrt .?u69