Donnerstag, I. Dezember [932 nr.283 KvübauSsabe 182. Jahrgang Wann wird die Krisis beendet? Rätselraten in Berlin mit einem stark veränderten Programm vor den Reichstag treten würde, eine andere Haltung einnehmen wird, als das gegenüber dem Kabinett von Papen der Fall war. DieNeutschnabonalen fordern Schluß mit der Krisis. Berlin, 30. Nov. (CNV.) Die Berliner Nachtausgabe veröffentlicht ein Interview des deutschnationalen Abgeordneten Schmidt-Hannover. Darin wird u. a. ausgeführt, daß im Durcheinander der Verhandlungen die Krise der parlamentarisch-eingestellten Parteien in eine Krise des autoritären Staatsgedankens u m g e f ä l s ch t worden wäre. Die Haltung und propagandistische Vertretung der Regierung Papen habe den Er,order- nissen besonders in den verflossenen Wahlwochen nur unvollkommen Rechnung getragen. Eine e i ritz e i t l i ch e Zusammenfassung der aneinander vorbeiarbeitenden Wirtschaftsressorts und durchgreifende Rotmahnahmen in der zur Groteske ausortenden Preußen-Frage würden dem mit der Demission verfolgten Ziele besser gedient haben, als alle Krisenverhandlungen. Die kommende nationale Front, erklärte Schmidt-Hannover, zu der vielleicht gerade der Pressestimmen zur Krisis. Berlin, I.Dez. (LU.) Je langer die Krise dauert, um so nervöser wird bereits die Stimmung und auch der Unwille darüber, daß eine Entscheidung noch immer nicht da ist. Diel beachtet wird ein Dorstoß, den die alldeutsche „Deutsche Zeitung" gegen den Reichswetzc- minister unternommen hat. Sie verneint die Frage, ob von Schleicher als Reichskanzler die Rettung des Vaterlandes erwartet werden Eörme, da dieser sehr fähige Offizier längst die Schranken überschritten habe, die gerade dem Hüter der Reichswehr gezogen fein sollten. Schleicher habe seinerzeit die grundfalsche Anschauung vertreten, daß der Voungplan angenommen und dann im Inneren Ordnung geschaffen werden müsse. Er habe unbestritten Herrn Brüning als Reichskanzler erfunden und sei daher mitschuldig. wenn für den Aufbau Deutschlands mehr als zwei kostbare Jahre verloren gingen. Er sei auch der Schöpfer des Kabinetts Papen und verantwortlich für dessen uneinheitliche Zusammensetzung, sei aber dann auf Urlaub gegangen, als die Mangel Feines Kabinetts" ziemlich schnell offenbar wurden. Einen Mangel an staatsmännischem Blick habe er auch dadurch bewiesen, daß er d a s R ü cktri11sgesuch deH Kabinetts Papen veranlaßte und letzt durch seine Verhandlungen mit den GewerAchafben einen Rückfall in den endlich überwundenen verderblichen Parlamentarismus verursacht habe. In völligem Gegensatz dazu setzt sich die ..D A Z." für ditz Kandidatur des Generals von Schleicher ein und meint, das verwirrende Durcheinander unö Gegeneinander der letzten 24 Htuir- den hätte vielleicht das eine Gute gehabt, daß über die Unmöglichkeit einer Rückkehr zum unveränderten alten Zu st and weitgehende Uebereinstimmung zwischen maßgebenden Kreisen erzielt werden könnte. Sollte es Donnerstag oder Freitag zur Ernennung eines Kabinetts Schleicher kommen, so werde sicher nach dem Zusammentritt des Reichstages in der nächsten Woche das Kabinett eine offene Entscheidung der Parteien herbeifüh- ren. Sollte es ein Mißtrauensvotum erhalten, so werde es geschäftsführend im Amt bleiben. Sollten Notverordnungen aufgehoben werden, so sei ebenfalls damit zu rechnen, daß beschämende Wirrwarr der letzten Wochen neue Fundamente legte, wird eineArbeits- und Kampffront aller derer sein, die die furchtbare D o l k s n o t und die drohenden bolschewistischen Brände gemeinsam zu bannen entschlossen sind und die den Notstand deS Staates über allen Streit um Paragraphen und Koalitionsprogramme stellen. Der Versuch, die Regierungsfront zu verbreitern, dürfe nicht zu einer Krise im Kreise ausgeweitet werden. Das Prestige der Regierung habe schwere Einbuße erlitten und die Gefahr ziehe herauf, daß der verbitterte Staatsbürger zugleich seinem Reichspräsidenten entfremdet werde. Cs dürfe nicht sein, daß die Reichswehr irgendwie in den Wirbel der politischen Kämpfe hineingerissen werde. Die Folgerungen aus alledem seien: Schluß mit dieser Krise! Schluß mit dem Schaukelspiel Papen oder Schleicher! Eine Fortsetzung dieses Spieles wäre um so bedenklicher, wenn das Ergebnis nur in einer „Ueber- gangslösung" bestände. Das Gebot der Stunde sei die Bildung einer krisen- fe st enRegierungmitklarem, einheitlichem Wirtschaftsprogramm. Hinter oder neben ihr werde sich die verkämpfte nationale Bewegung neu formieren. Hitlers Besprechungen in We.mar. Die national ozialistische A frass, ng. Weimar, 30. Nov. (LNB.) 3m Laufe des M.tlwoch fanden in Weimar Besprechungen Hillers mit seinen engsten Parteifreunden stall. Dr. 31 i tf , Gregor Straßer, Hauptmann Göring, die gegen Mittag in Weimar eintrasen, und Dr. Goebbels, der bereits seit Dienstag in Weimar weilt, nahmen daran teil. ; von nationalsozialistischer Seite wird erk.ärt, daß es sich bei dieser Besprechung nicht um Fragen der augel.blickUchen Regierungskrise gehandelt habe. Hiller habe vielmehr mit seinen Führern sich lediglich informatorisch unterhalten. Von einer Reise Adolf Hitlers nach Berlin sei in nationalsozialistischen Kreisen nichts bekannt. Auf jeden Fall bleibe Adolf Hitler für die Nacht zum Donnerstag in Weimar, um dann für den Rest der Woche an den Thüringer k o m m u n a l p o l i t i- scheu Wahlkämpfen teilzunehmen, wenn von Berlin aus ein erneuter Besuch Adolf Hillers erwartet werde, so sei es offenkundig, daß man von dort aus Hitler die Initiative zuschieben wolle. W>e tauge noch? Die Parteien zu einem Kabinett Schleicher Berlin, 30. Nov. (LNB.) während der Weimarer Konferenz ist die Lntwilkiung auch in Berlin weitergegangen. Man ist der Auffassung, daß nun morgen unter allen Umständen eine Entscheidung fallen muß, damit das Krisenspiel dieser Tage, das weiten Kreisen des Volkes immer unklarer wird, endlich aufhört. So erwartet man denn für den Donnerstag die Entscheidung des Reichspräsidenten auch dann, wenn Hitler nicht kommen sollte. Reichswehrminister von Schleicher erstattete dem Reichspräsidenten von Hindenburg am Milt- wochnachmittag erneut einen Zwischenbericht über die innerpolitische Lage. Man nimmt nunmehr mit ziemlicher Sicherheit an, daß Herr von Schleicher vom Reichspräsidenten gebeten werden wird, das Kanzleramt zu übernehmen, wobei es sicher sein dürfte, daß Herr von Schleicher gleichzeitig das wchrminislerium beibehält. Ls ist anzu- nchmcn, daß ein Präsidialkabinett von Schleicher der Zustimmung des Zentrums, der Bayerischen Volkspartei, der Deutschen Volkspartei und auch der Deutschnationalen sicher sein kann. Die Deutschnationalen dürften auf dem Standpunkt stehen, daß eine autoritäre Regierung geschaffen werden muß und daß Personenfragen gegenüber dieser Auffassung zurücktreten. Es ist aber unrichtig, daß sich die Deutschnationolen für oder gegen eine der beiden Kandidaturen Papen oder Schleicher ausgesprochen haben. Die DNBP. hat sich bisher lediglich stets für ein Präsidialkabinelt eingesetzt. Ls ist weiter festzustellen, daß die SPD. in ihrer grundsätzlichen Haltung, wonach sie gegenüber einem solchen Kabinett in die Opposition zu gehen beabsichtigt, feslhallen dürfte. Ls ist natürlich aber die Frage, wieweit diese Opposition sich bei der sachlichen Arbeit bemerkbar machen wird. Gänzlich ungeklärt ist nach wie vor die Haltung der NSDAP. Trotz der offiziösen Festellung aus Weimar, daß von einer Reife Hitlers nach Berlin nichts bekannt sei, rechnet mau in Berliner amtlichen Kreisen nach wie vor damit, daß eine Fühlungnahme zwischen Hitler und Herrn von Schleicher doch noch Zustandekommen wird. Man hält es nicht für ausgeschlossen, daß auch die NSDAP, schließlich ein Kabinett von Schleicher, das Annahme von Anzc.gen für die Tagesnummer bis zum Nachmitlag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20° , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derontwc rtlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein undkürdenAn« zeigenteil i. D.TH.Kümmel sämtlich in Biegen. ZapansrealpolilischeLhancen Don E Mukden Maßregeln zu ihrer Wiederherstellung getroffen würden. Der „Deutsch e", das Blatt der christlichen Gewerkschaften, sagt, daß gegen die Lösung Schleichers mit allen Mitteln die Kreise kämpften, die den Sturz Brünings betrieben und den Kurs Popens bestimmt hätten. Man wolle den Reichspräsidenten in die Zwangslage bringen, entweder sich über die Verfassung hinwegzusetzen ober zurückzutreten ,.,Und. es sei kein Geheimnis, daß hinden- bürg am vergangenen Samstag sich ernsthaft mit dem Gedanken trug, sein Amt mit einer Proklamation an das deutsche Volk niederzulegen. Das aber wäre die Stunde, um den Plan der Einsetzung eines Reichsoerwesers durchzuführen. Der Kaiser sei dagegen, daß der Kron- prinz diese Rolle übernehme, aber die Kronprinzessin werbe für ihren ältesten Sohn. Das Blatt benutzt diese Behauptungen zu einer ernsten Mahnung an die Nationalsozialisten. Hitler müsse begreifen, daß es dem Reichswehr- minifter in diesem Augenblick nicht um die Tolerierung gehe, sondern darum, eine Garantie zu erhalten, daß die nationalsozialistisch-kommunistische Mehrheit die Notverordnungen der Regierungen Papen und Brüning nicht aufhebe. Schlag zugefügt wird, braucht nicht auseinanbe^ gesetzt zu werden. Wie dieser Kurswechsel aber sich in kLr kommunistischen Bewegung Chinas nach innen und insofern auf den Kamps um die Macht in China auswirken wird, kann erst die Zukunft zeigen. bereit, einen Generalkonsul von Mandschukuo in Moskau zuzulassen, mit anderen Worten, die Kreatur Japans anzuerkennen! Der Kurswechsel in ber fernöstlichen Politik des Kreml wirkte auf die Umgebung fo suggestiv, daß er sogar manch eine überspannte Version erfuhr, so z. B. in der Mel- düng des Moskauer Vertreters der „New York Times" (vom 26. Oktober dieses Jahres), die Japaner hätten mit der Sowjetregierung ein gemein* James Vorgehen verabredet. Viel mehr fällt ins Gewicht und hat den Wert einer authentischen Erklärung das Interview, welches der bereits genannte Matfuoka, früherer Vizepräsident der Süd- mandschurischen Eisenbahn und jetziaer Sachwalter Japans in Genf, während seines Aufenthalts in Moskau dem dortigen Vertreter der „United Preß" am 4 November über seine Unterhandlungen mit bcm Volkskommissar des Auswärtigen Lttwinow qab Matsuoka erklärte nämlich, bei diesen Unterhandlungen sei „die Identität japanischer und rus- sifcher Ansichten über eine Reihe von Fragen und das gegenseitige Bestreben, die Freundschaft der beiden Mächte zu festigen", hervorgetreten. Rußland und Japan seien sogar „natürliche Bundesgenossen mit vielen gemeinsamen Interessen . Sowjetrußland ist 'm der Tat bestrebt, um jeden Preis Frieden mit der tza nzen W e 11 zu halten. Denn die wirtschaftlichen Schwierigkeiten beginnen gerade in neuerer Zett, Moskau über den Kopf zu wachsen. Aus jenem Bestreben heraus, entstanden der Pakt mit Polen und neuerdings der Pakt mit Frankreich. Aber diese Pakte im Westen müssen ihre organische Ergänzung auch an der östlichen Peripherie des Riesenreiches finden. Immer wieder nimmt daher Moskau feine Bestrebungen zum Abschluß eines Nichtangriffspaktes mit Tokio auf. Aber dieses scheint vorerst nur einem Pakt zwischen USSR. und Mandschukuo geneigt. Und die .Jswesttja" vom 18. November die,es Jahres erklären demütig: Mandschukuo sei doch nur em Werkzeug in der Hand Japans; we chen Zweck hatte also ein Pakt nur mit dem Vasallen? Aber wenn Tokio es so wolle, sei Moskau auch zu einem solchen Abkommen bereit... - . So kann Japan jetzt mit voller Rucken deckung durch die Sowsetumo n in Genf auftreten0 Was sich in Moskau vor Matsuokas Reife nach der Schweiz abspielte, hat also nur ben Willen Japans zur Beharrung aus seiner Politik gestärkt und seine realpolttischen Chancen erhöht. Diese japanisch-russische Verständigung aber beöeutd auf der anderen Seite einen v o ll ig e n B r u ch mit der ganzen bisherigen chinafreundlichen Tradition Moskaus. Nankings lungfte Besuche, die diplomatischen Beziehungen mit Moskau wieder aufzunehmen, stießen dort auf eine kalte «chulter. Daß mit diesem ganzen Kurswechsel den d) i n e f i = fchen Kommunisten em überaus empfindlicher Oie Arbeitsbeschaffung derReichsbahn. Berlin, 30. Nov. (WTB.) Der Derwaltungsrat der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft stellte fest, daß sich in den verflossenen zehn Monaten des Jahres 1932 der Rückgang der Einnahmen gegenüber dem Vorjahre auf 26,6 v. H., gegenüber dem Jahre 1929 auf 46,5 v. S). beläuft. Die Gesamt- einnahmen aus dem Personen - und Gepäckverkehr blieben bisher gegenüber 1931 um 22,1 v. $)., gegenüber 1929 um 36,5 o. H. zurück. Die Gesamteinnahmen aus dem Güterverkehr find gegenüber 1931 um 27,7 v. H., gegenüber 1929 um 51,2 v. H. zurückgeblieben. Die Finanzierung der gesamten für die Arbeitsbeschaffung vorgesehenen 280 Millionen Reichsmark ist nunmehr gesichert. Der Verwaltungsral verfügte, nachdem er in der Septembersitzung über die Verwendung der 180 Millionen Reichsmark Beschluß gefaßt hatte, nunmehr auch übet die Verteilung der noch restlichen 100 Millionen Reichsmark. Sie werden für Oberbau, sonstige bauliche Anlagen, für Fahrzeuge, Maschinen sowie für Neubauten verwendet. Oer Danziger Dolkstag beschließt Aufhebung des Ermächtigungsgesetzes Danzig, 30. Nov. (WTB.) Der Volkstag nahm heute den kommunistischen Gesetzentwurf auf sofortige Außerkraftsetzung des Erwach- tiaunasgesetzes mit den Stimmen der Antragsteller, der Sozialisten, der Na- t i o n a l > o z i a l i st e n und der Polen in der Schluhabstirnmung an. Ab 1. Dezember dürfen ,o- mit Notverordnungen aufgrund des Ermächtigungs- gesetzes nicht mehr erlassen werden. Die Regierung hat sich innerhalb 14 Tage zu stimmend ober ablehnend dazu au äußern. Lehnt sie, wie zu erwarten ist, i>en Gesetzentwurf ab, fo geht er 3 u r nochmaligen Abstimmung an den Dolkstag zurück. Falls dieser bann das heutige Abstimmungsergebnis bestätigt, bleibt der Regierung, wenn fie es nicht vorzieht, z ur ü ckz u t r e te n , die Möglichkeit der Volksbefragung. Erfcheini lagllch, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte (Bier.ener Familienblätter Heimat m Dild Die Scholle Monats-vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM. l.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt, üernfyrechanfchlüfse nnterSammehuimmer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehrn. Postscheckkonto: 5rontfrrt am Main 11686. GietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vri'6 und Verlag: vrühl'sche Univeifitäir-Vuch- und Steinörudcret R. tanze in Siehei. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7. Die außenpolitische Haltung, die Japan seit der Besetzung ber Mandschurei im September vorigen Jayres bezogen hat und an ber es bis heute unentwegt fcst'Mt, ist mit einem Wort gekennzeichnet: Unnachgiebigkeit im Angesicht ber ganzen Welt. Der Lytton-Bericht, ber die Grundlage für die Beratungen über den chinesisch- japanischen Streit in Genf bildet, zeigt insolern ein Entgegenkommen Tokio gegenüber, als er die Bil- düng eines autonomen mandschurischen Staates vor- sch'ägt, die Abtrennung dieses Staates also von China gutheißen, die Wunde aber, die er damit der Souveränität Chinas schlägt, damit heilen will, daß die Verwaltung bes neuen Staates gemeinschaftlich von Chinesen und Japanern gehand- haot werden soll. Obwohl nun d i e wirtschaft- liche Kooperation Japans und Chinas in der Mandschurei für jeden Einsichtigen ben einzigen Ausweg aus ber gegenwärtigen so verworrenen Lage im Fernen Osten barftellt — einen Ausweg freilich, der bei ber dortigen politischen Hochspannung in absehbarer Zeit als unrealisierbar erscheint — so trägt doch gerade angesichts dieser Spannung ber Lytton-Bericht, ber bie Hauptlösung des Konflikts imPolitifchen sucht, alle Zeichen eines unbefriedigenden Kompromisses an sich. China hat seine. ablehnende Haltung diesem Komprom ß gegenüber rechtzeitig bekundet. Nicht weniger heftig, von seinem Standpunkte aus, auch Japan. In Genf versuchte Matsuoka, ber Delegierte Tokios, die Zuständigkeit des Lytton-Ausschusses überhaupt zu bereiten. Als ihm aber daraufhin ber Earl of Lytton in eigener Person entgegentrat und erklärte, „bie bisherige Aussprache", b. h. die Rededuelle zwischen Wellington Koo, dem Vertreter Chinas, und Matsuoka habe bie Meinung bes Ausschusses nicht geändert, erklärte Matsuoka gerade heraus, Japan könne keine Lösung annehmen, die ohne seine Z u ft i m m u n g zustande tarne! Worauf beruht nun diese Unnachgiebigkeit? Zweifellos auf dem wirtschaftlichen Hochdruck daheim. Aber es liegt ihr doch auch taktische, außen- politische Berechnung zugrunde. Wenn Tokio heute den fremdenfeinblichen Standpunkt Chinas betont, und beteuert, Japan ' allein könne den Grundsatz der offenen Tür in ber Mand- schurei gewährleisten, so ist bie Scheinheiligkeit dieser Beweisführung allzu durchsichtig. Diel wesentlicher ist Japans Hinweis auf die staatliche und militärische Ohnmacht Chinas. Eben auf diese Ohnmacht hat Tokio bei der Besetzung der Mand- schurei spekuliert. Japan hat sich wohl in dem Tempo der Okkupation verrechnet. Gerade bie längsten Nachrichten aus ber Mandschurei beuten daraus hin daß die Tätigkeit ber Aufständischen und Banden bie eigentlich seit bem Beginn ber Besetzung nie recht aufgehört hat, neuerbings in Zunahme begriffen ist, da die Unwegsamkeit des Landes m.t fortschreitendem Herbst die Operationen der sonst überlegenen japanischen Technik außerordentlich erschwert. Allein grundsätzlich hat sich Japan in der Einschätzung ber fernöstlichen Situation eben,oroemg geirrt wie in ber weltpolitischen Gesamtlage, die die von eigenen Sorgen in Anspruch genommenen Großmächte zu keiner eigentlichen Intervention in ber Mand churei kommen lassen wurde. . In der weltpolitischen, vor allem aber in ber .fernöstlichen Gesamtlage selber, nimmt außer China auch bie Sowjetunion eine besonders wichtige Stellung ein. Und hier sehen mir m letzter Zeit einen auffallenden wechsel der Dinge, ber bie Chancen Japans wesentlich .^.^mn des japanischen Einfalls in die Mandschurei konnte sch bie Sowjetpresse nicht genug tun in dem Rache s daß Tokios Aktion von langer Hand vorbereitet worden war, in der Brandmarkung des „raubgiert- gen japanischen Imperialismus , der „Banditen bes Mikado-Sozialismus" usw. Damals wurde allo die traditionelle Linie der sowietischen Orientpoli ik, d.h. Zusammengehenmit China und Einstellen gegen Japan, noch durchaus ststgehalten. Wie alarmierend übrigens die japanische Invasion i der Mandschurei im Innern ber Sowjetunion selbst wirkte, ersieht man daraus, daß Tag und Nach Züge mit Soldaten und Munition über den Ural rollten, um die sibirische Grenze nach der Mond >chu rci hin zu befestigen und daß der Knegskommiss Woroschilow in eigener Person nach der Grenze flog, um bie Dinge an Ort und ©teile 311 überwachen. Nur das Bewußtsein, infolge der Nie fenentfernung dieser Grenze von den technrMn und Proviantbasen des Mutterlandes im Nachteil zu sein, hielt die sowjetischen Machthaber von einem schärferen Auftreten gegenüber dem fapanischen Gegner ab. In dem Maße jedoch, In dem es immer klarer wurde, daß es sich japanrschevseits um kein bloßes mil^ärisches Abenteuer oder einseitige Maßnahmen, vielmehr um planmäßige Eroberung ber Mandschurei handelte, änderte j i d> Die lattif Moskaus. Don einer bloß abwartenden Hal- tuna wendet es sich immer deutlicher zu einer Politik der Aktivität — und Zwar der Annäherung an Japan. Schon im Januar bie|es Jahres wurde die Welt durch das Angebot eines Nichtangriffspaktes von Moskau an Tokio überragt Es war zu der Zeit, als Chardin und damit auch die Ost chinesische Bahn von lapanrichen Truppen unmittelbar bedroht wurde. Japan lehnte das An- ab und besetzte Charbm. Kennzeichnenderweise arttierte diese Haltung Tokios nicht die Taktik Maskat Im Gegenteil! Je mächtiger sich der Gegner erwies um so stärker wurde im Kreml auch das Bedangen, mit 'hm zu paktieren Und bald nachdem am 15. September dieses Jahres, Zwischen Ja- van'uÄ °°N biefm in ber ®anWurei neu- ?rrid>teten Staat Mandschukuo em Defensivabkom- men geschlossen worben war, erklärte sich Moskau u L U 1 a v a l i X < 1 folge der r ü T Me wer Ar ve uni, me ßä wo sar bei Ri la' %0 Lo D s kx fd fr a n S n Oer russisch-französische Pakt. Scharfe Kritik der französischen Hechten. Paris, 30. Nov. (TU.) Nach der nunmehr erfolgten Veröffentlichung des Wortlauts erfährt der französifch-ruisjrfche Vertrag von der Rechten eine neue scharfe Kritik. Pertinax nennt im „E cho de Paris" den Wortlaut nöch ungünstiger als den vor einigen Tagen bekanntgewordenen Auszug. Die beiden Ziele, -die bei den Verhandlungen vorge- fchwcbt hätten — Herstellung des Gleichgewichts im französisch-russischen Warenaustausch, der bisher für Frankreich passiv ist, und Trennung derRoten Armee von der'Reichswehr (!) durch die Feststellung, daß ein von der Reichswehr unternommener Angriff von der Roten Armee nicht unterstützt werden dürfe —, feien nicht erreicht worden. Die russischen Bestellungen an die französische Industrie blieben wahrscheinlich von Krediten abhängig, die niemand bewilligen werde und Rußland habe volle Handlungsfreiheit behalten für den Fall, daß Frankreich angegriffen werde, da der Vertrag keine Auslegung des Begriffs „Angriff" enthalte. Die Russen hätten andererseits erreicht, daß Frankreich praktisch keine Maßnahme mehr gegen das russische Dumping ergreifen könne. Der Schieds- aerichtsvertrag enthalte keine Ergänzung des üblichen diplomatischen Verfahrens. Im „3 ournal" stellt Saint Brioe fest, daß eine Durchführung des Nichtangriffsoertrages eine völlige Umstellung der fowjetrussischen Methoden und Grundlagen ooraussetze. Um die im Rapallo-Vertrag und den Militärverträgen (?) zwischen Berlin und Moskau hergestellte Uebereinstimmung zu parieren, seien andere Dinge als ein Nichtanariffsver- trag norwendia. Auf handelspolitischem Gebiet würden alle Versprechungen lediglich auf dem Papier bleiben. Litwinow befriedigt. ZndcrLiniedcrHerriotschenLicherlieitsthese Moskau, 30.Nov. (Telegraphenagentur der Sowjetunion.) 3n einem Interview mit dem Moskauer Vertreter des „Petit Parisien" äußerte sich der Volkskommissar Litwinow über den Nichtangriffspakt zwischen Sowjetrußland und Frankreich. Die Llnterzeichnung des Abkommens mit Frankreich, erklärte er, erhöht die De- deutung der Ratifizierung des Paktes mit Polen und umgekehrt. 3n dem Abschluß des Nicht- angriffsvertrages mit Frankreich sehen wir einen bedeutenden Schritt vorwärts auf dem Wege, das gegenseitige Vertrauen zu erhöhen und Mißverständnisse und Vorurteile, die die Beziehun- hungen zwischen den beiden Volkern erschwert und kompliziert haben, zu zerstreuen. Die Vorurteile und die Voreingenommenheit gegenüber Sowjetrußland seien auf die sowjetfeindliche Propaganda zuruckzusühren, die in Frankreich nicht allein von den Franzosen betrieben worden sei, um die französische Republik dem sowjetfeindlichen Vlock einzuverleiben. Der Pakt müsse den Weg zur Lösung der dringend notwendigen wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern frei machen. Es unterliege keinem Zweifel, daß die 3dee des Vichtangriffspaktes sich auf der Linie der Bestrebungen Herriots bewege. Seine 3dee von der Sicherheit ist uns durchaus nicht fremd; wir begrüßen seine letzte Erklärung, daß die Garantierung der Sicherheit aller Staaten anzustreben sei. 3m Zeichen der Abrüstung. Herriot und Macdonald fahren nach Genf. Paris, 30. Vov. ($11.) Ministerpräsident Herriot erklärte am Mittwochabend französischen Pressevertretern, daß er endgültig am Freitag nach Genf abreisen werde. Auch Ministerpräsident Wocdonald hat jetzt endgültig beschlossen, zusammen mit dem Außenminister Sir 3ohn S i m o n am Donnerstag um 15 Uhr MEZ. von London nach Genf abzureisen. Eine Verlautbarung hierzu besagt, daß Amerika durch Vorman Davis und auch 3 t a - lien bereits in Genf vertreten seien. Der Zweck der Reise Macdonalds nach Genf bestehe darin, einen erschöpfenden, wenn auch inoffiziellen Meinungsaustausch zu ermöglichen, um eine Grundlage für die Rückkehr Deuts chlands zur Abrüstungskonferenz zu finden. Es bestünden zwar noch viele Schwierigkeiten, die noch überwunden werden müßten, aber man sei in den zuständigen Kreisen der Ansicht, daß schon genug gemeinsamer Boden vorhanden sei, um hierauf die Hoffnungen auf eine Rückkehr Deutschlands zur Abrüstungskonferenz stützen zu können. Amerikas Seerüsiung. RooseveltfürK rrzung desMarinehaushalts V e u y o r k, 30. Vov. (TU.) Aus Warmfprings im Staate Georgia, wo sich augenblicklich der neu- gewählte amerikanische Präsident Roosevelt aufhält, verlautet zuverlässig, daß sich Roosevelt für drastische Kürzungen des Marinehaushalts ausgesprochen hat, wobei aber die Kampffähigkeit der amerikanischen Flotte nicht beeinträchtigt werden soll. 3n einer Besprechung mit dem Abgeordneten Vinson, dem Vorsitzenden des Marineausschufses des Repräsentantenhauses, befürwortete Roosevelt eine jährliche Einsparung von 100 Mi l- lionen Dollar durch Umbildung des Der- waltungsapparates, Abschaffung überflüssiger Flughäfen und Werften, sowie durch Schaffung eines Zentralbeschaffungsamtes für sämtliche Bundesbehorden. Dagegen trat Roosevelt für die Beibehaltung getrennter Ministerien für die Armee und Marine ein. Vinson, der als Befürworter einer amerikanischen Grotzflotte bekannt ist, erklärte, daß er im 3ntereffe der Aufrechterhaltung des Friedens und im Hinblick auf die augenblicklichen Wirtschaftsbedingungen gegen den Hoovers chen Fünfjahresplan sei. Dieser Fünfjahresplan sieht bekanntlich vor, dje amerikanische Flotte auf die in den Verträgen vorgesehene volle Stärke zu bringen. Seine Durchführung würde 600 Millionen Dollar verursachen. England wartet aus die anderen. Keine einseitige Flottcnabrüstung. London, 30. Noo. (TU.) 3m Unterhaus erklärte der Erste Lord der Admiralität, daß England darauf vorbereitet fei, auch nach dem Jahre 1936 noch einige überalterte Kreuzer, Zerstörer und U-Boote zu besitzen. Aber man müsse auch Wert darauf legen, daß das Ersatzbauprogramm eine gewisse Stetigkeit habe, und wenn man hierzu die Klauseln des Londoner Flottenvertrages hinzunehme, die eine Umänderung des Bau Programms im 'Falle eines Nichtbeitrittes anderer Länder vorsehe, so brauche das Unterhaus nicht zu befürchten, daß die englische Flotte ihre Pflichten nicht erfüllen könne. Die englische Flotte müsse als der Schützer der Gießener Stadttheater. Grillparzer: „Weh' dem, der lügt!" .Die Leute benahmen sich dumm und roh, ohne allen Respekt. Böotiern kann man kein literarisches Lustspiel au,tischen", schrieb Dauernfeld in sein Tagebuch, als Grillparzers Lustspiel .Weh dem, der lügt" am 6. März 1838 im Wiener Burgtheater eine scharfe und eindeutige Ablehnung erfahren hatte. Das Publikum wußte nichts mit dem Stück anzufangen, das überdies unzulänglich besetzt war und gespielt wurde. Man nahm vor allem Anstoß an der Figur des Ata- lus, auch an Galomir; die Kritik, verständnislos und stellenweise geradezu gehässig, tat ein Uebri- ges, um die Niederlage vollkommen zu machen. Dieser Premiörenmißcrfolg, den Grillparzers Werk mit einem anderen berühmten deutschen Lustspiel. gemein hat, mit dem „ Zerbrochenen Krug" von Kleist, wäre an sich nicht das Aergste gewesen: das österreichische Stück hat — wie das deutsche — am Ende doch den Sieg davongetragen, sich beim Publikum durchgeseht und seine Qualitäten erwiesen. Schlimmer war, daß Grillparzer. „lebtet Dichter einer prosaischen Zeit", die verspätete Anerkennung nicht mehr erlebte; empfindlich, verletzt und verbittert zog er sich von der Öffentlichkeit zurück und hat die Enttäuschung nie ganz verwinden können. „Hätte ich nie etwas anderes geschrieben, als wobei es sich darum handelt, ob Hans seine Grete bekommt oder nicht bekommt, ich wäre der Abgott der Staatsgewalten gewesen; kaum aber ging ich über diese engen Verhältnisse hinaus, so fing die Verfolgung von allen Seiten an.“ Freilich steckt auch in Laubes Urteil, es handle sich um eine geistvolle literarische Arbeit, aber kein wirksames Theaterstück, der nicht zu unterschätzende Hinweis des erfahrenen Praktikers, daß dieses Lustspiel gewisse Ansprüche an sein Publikum stelle und so ernst genommen werden müsse, tote es die geistige Haltung und die ethische Pro- blematik seiner Fabel verlangt. Der Fabel liegt, wie man weih, eine Erzäh- hing Gregors von Tours in der Geschichte der Franken zugrunde. Grillparzer hat den Stoss ver. edelt, gehoben, konzentriert. Er hat die Gestalten bereichert, individualisiert und in eine Welt- vrdnung eingefügt dergestalt, daß die an sich hei- tere und eben lustspielmähige Begebenheit dazu dient, den kategorischen 3mperativ einer sittlichen Forderung durch die Handelnden freiwillig aiterfermen und sinnfällig bestätigen zu laffen. * • Die historische Quelle liegt so tief im Schatten eines frühen Mittelalters, daß die Handlung, wie sie vor uns abrollt, schon fast ins Mythische, ins Zeitlose und Gleichnishafte gewendet erscheint. Der Bischof Gregor ist ein Fanatiker der Wahrheit, wie der Kleistsche Kurfürst -ein Fanatiker der Staatsidee. Gregors Wahlspruch lautet: Weh dem, der lügt! Dabei bleibt er und hält daran fest, —„ noch wenn es um Tod und Leben geht: der Küchenjunge Leon, der sich erbietet, des Bischofs geliebten Neffen Malus aus der Gefangenschaft des barbarischen Rheingrafen Kattwald au befreien, darf nur unter der Bedingung zu diesem Wagnis ausziehen, sich keiner List und Lüge dabei zu bedienen. Das kompliziert die Ausgabe natürlich gewaltig. Doch kommt es weniger auf die (glückliche) Lösung an, als auf die Erkenntnis, die sowohl Leon als auch der Bischof aud dem Abenteuer ziehen. Diese Entwicklung den Zuschauer mi ter'eben und nachdenken zu lassen, ist der Sinn des Werkes. Mit der durch mancherlei Widerstände und Hemmungen immer neu genährten Spannung der von Flucht und Verfolgung handelnden Szenen und auch mit der echt lustspielmäßigen Belohnung des eigentlichen Helden zum Schluß wird dem Zuschauer das Mitgehen erleichtert und erhält die gedankliche Belastung der fünf Akte im naiv Spielerischen ihr gesundes und notwendiges Gegengewicht. Die Aufführung — unter der Spielleitung von H e y s e r — erwies zunächst und wohl für manchen überraschend, wie viel aus dem beim Lesen stellenweise etwas spröde anmutenben Stück bei gutem Willen rein theatralisch herauszuholen ist. Die Regie hatte gestrichen, was ohne Schwierigkeit fallen konnte (so die Szene am Strom im vierten Akt) und ließ sich im übrigen die Heraus- arbeitung der gegensätzlichen Elemente des Lustspiels angelegen sein: die Szenen bei Kattwald, Flucht und Verfolgung ganz realistisch in die ideenmähige Rahmung des ersten und letzten Aktes hineingestellt; die von christlichem Denken und Fühlen getragene Wett am Bischofshofe war von dem heidnisch-barbarischen Treiben im rheinischen Germanenlager wirkungsvoll abgehoben. Hier ging es laut und lärmend zu; die Szenen im Ärautgarten, im Schlafgemach und im wilden Walde waren von derber Komik; stellenweise hätte die Tonstärke des heidnischen Dialogs immerhin eine Dämpfung vertragen, und es ist nicht einzu- Menschheit bei allen Schwierigkeiten in der ganzen Welt angesehen werden. England habe die Führung in der Abrüstung übernommen. Der Lord forderte bann, daß England auf keinen Fall mit der einseitigen Abrüstung weitergehen könne und daß alle zukünftigen Vorschläge davon abhingen, wieweit sie v o n de n anderen Mächten angenommen würden. Die englischen Vorschläge zielten auf eine Herabsetzung der Große der Schiffe und des Geschützkalibers hin. Fliegergasboniben trotz Rüstungsfeierjahr. Wien, 30. Vov. (TU.) Seit Tagen gehen hier Gerüchte um, wonach sich die militärischen Stellen der Tschechoslowakei trotz aller von den Regierungen zur Schau getragenen Abrüstungsbereitschaft einer sehr lebhaften Aktivität befleißigen. So wird in militärischen Kreisen Prags ganz offen darüber gesprochen, daß die Tschechoslowakei ttoh der Abmachung des Rüstungsfeierjahres die Herstellung von Fliegergasbomben in beträchtlichem Umfange fortsetzt. Die Bomben werden zur Zeit in Vyrsany bei Pilsen bei den Skodawerken her- gestellt. Die Gasfüllung wird in Tystrowani bei Olmütz vorgenommen. Es ist bemerkenswert, daß nicht einmal der Versuch gemacht wird, diese im Widerspruch zu allen Abrüstungsbeteuerungen stehenden Maßnahmen genügend geheim zu halten. OerneueHungermarschausWashingion Washington, 30. Vov. (TH.) Die amerikanischen Erwerbslosen marschieren aus allen Teilen der Vereinigten Staaten nach Washington, um dort bei der Eröffnung des Kongresses am Montag zu demonstrieren. Aus Ohio, Texas, Kalifornien ^und Minnesota wird gemeldet, daß Tausende ton Männern und Frauen, zumeist auf Lastwagen, diese Staaten durchfahren. Die ört- lichen Erwerbslosenräte sorgen für ihre Unterbringung und Ernährung. Aus Veuyork ist der erste Schub von 650 Erwerbslosen nach Washington unterwegs. Die Bundeshauptstadt Washington bereitet den Hungermärschiern einen kühlen Empfang vor. Die Polizei gibt bekannt, daß die Hungermärschier keine Quartiere und keine Vahrung erhalten würden, auch sei das Betteln verboten. Die Washingtoner Polizei wird die Erwerbslvsenzüge an der Di- striktgrenze empfangen und in kleinen Abteilungen nach der Bundeshauptstadt hinein- laffen. Die Washingtoner Polizei ist nach den letzten Erfahrungen mit den Hungermärschiern für alle Fälle vorbereitet. Sie hat u. a. eine große Sendung von Tränengas erhalten. Die benachbarten Garnisonen sind in Alarmbereitschaft gesetzt worden. Kleine politische Nachrichten. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, haben die Kommissare des Reiches in Preußen in einer Sitzung am 29. November eine Reihe von Personalveränderungen in der preußischen Verwaltung beschlossen. * Der sozialdemokratische Abg. Rückert hat in einem Schreiben an den Badischen Landtag sein 2(mt als Staatsrat und stellvertretender 3nnen» min.fter niebergelegt. Damit ist die Sozial- d e m o k r a t i e endgültig aus ber badischen Regierung ausgetreten. * Wie ber „Vorwärts" mitteilt, -hat ber Parteioor- ftanb ber SPD. beschlossen, dem Parteiausschuß vorzuschlagen, daß ber Pa rteitag vom 12. bis 19. März in Frankfurt a. M. ftatt- finben soll. * Der neue deutsche Untergeneralsekretär des Völkerbundes, Staatssekretär z. D. Dr. Iren« delenburg hat sein Amt übernommen. Dr. Iren« delenburg wird auf der zu Montag einberufenen sehen, warum der fromme Pilger (mit dem Herr D i eten sich viel Mühe gab) stottern muh. Die Bühnenbilder von Löffler waren mit märchenhafter Phantasie erdacht; Kattwalds Hof, die „Kurze Gegend" und der wilde Wald sind ihm besonders geraten. Die Kostüme (Huber) aus der Garderobe unserer Mtvordern erschienen von urtümlicher Echtheit. • Ten Leon spielte Kurt Peter Hamel. Er war hier zum erstenmal vor eine große, aber auch dankbare Aufgabe gestellt und gab eine erfreuliche Talentprobe. Mit dem recht umfänglichen und schwierigen Text Gourde er, von ein paar kleinen Schwankungen abgesehen, touragiert fertig, und er brachte auch sonst alles mit, was die Volle braucht: jugendlich-unbetummertes Temperament, Beweglichkeit, Mutterwitz und Charakter. (Man muß nämlich spüren, daß im Ablauf des Spiels vom ersten bis zum fünften Akt in diesem Menschen eine innere Entwicklung borgegangen ist.) Elisabeth Wielander gab die Edrita als eine junge blonde Germanin, als naives und heiteres Vaturkind, dem zwar die Herkunft aus dem väterlichen Hof immer anzumerken ist, das aber über einen sehr sicheren weiblichen 3nstinkt verfügt; sonst fände sie weder im Wald auf der Flucht, noch später vor den Wällen von Metz den richttgen Weg. * Jochen Hauer gab den Kattwald: das war ein wilder rotbärtiger Rübezahl und brüllender Schlagetot mit ausladenden Gebärden, dennoch vom überlegenen Geist und beweglichen Witz der jungen Leute schnell befänfHgt oder übertölpelt. Herr Hehser hatte die gefährliche Rolle des dummen Galomir, den Grillparzer selbst gegen heftige Angriffe in Schutz genommen hat; hier fab man einen in zottige Pelze gehüllten Waldmenschen von gutmütiger Tollpatschigkeit, mit erstaunlich komischen Vaturlauten und einer Rasierpinselfrisur ausgestattet. Herr Kühne gab mit ruhiger Würde den weisen und milden Bischof Gregor; Herr Druck: ein sanfter blonder Page Atalus, der aus den Bezirken shakespearescher Märchcnkomödien zu stammen schien. 3n kleineren Aufgaben wirkten Geiger und Volck verdienstlich. • Das Publikum folgte mit Vergnügen und Anteilnahme und bereitete der Neuinszenierung einen freundlichen Empfang. hth. Sitzung des Völkerbundsrates offiziell in seinem Amte bestätigt werden. Papst Pius XL hat Kardinal Frühwirth, dem ehemaligen Nuntius in München, zu seinem Läjährigen Brschofssubiläum ein sehr herzlich gehaltenes Handschreiben mit seinen Glück- und Segens, wünschen zugehen lassen. * 3 a p a n hat die Herausforderung des chinesischen Befehlshabers in der Mandschurei, des Generals Supingwen, angenommen und eine allgemeine Offensive in Richtung auf Hailar ve- gönnen. Aus aller Welt. Schweres Sprengunglück bei Trier. 3n einem Steinbruch in der Nähe von 3rsch bei Trier, in dem Sprengungen vorgenommen wurden, lösten sich plötzlich von der 20 Meter hohen Steinwand große Massen Geröll und Sand, die den Sohn des Steinbruchbesitzers, den Schießmeister, Vater von elf Kindern, und einen Arbeiter, Vater von sieben Kindern, unter sich begruben. Während der Sohn des Steinbruchbesitzers nur als Leiche geborgen werden konnte, wurden die beiden Familienväter lebend aus den Steinmassen befreit; sie haben aber lebensgefährliche Verletzungen erlitten. Drei Fischer ertrunken. Nordwestlich von Warnemünde ist ein Fischkutter gesunken. Drei Personen aus Ribnitz haben dabei den T o d in den Wellen gefunden. Zwei von ihnen waren Schiffsoffiziere der Handelsmarine und seit längerer Zeit ohne Anstellung. Sie hatten sich ein offenes Boot gekauft, um durch Fischerei einigen Verdienst zu finden. Schweres Autounglück bei Meß. Der Kraftwagen dreier Metzer Kaufleute, bi« einen 3agdausflug gemacht hatten, verunglückte in der Nähe des Metzer Friedhofes. Der Wagen verbrannte. Einer der 3nfaffen kam in den Flammen ums Leben, ein zweiter 3nsasse wurde herausgcschleudert und ebenfalls tödlich verletzt. Der dritte ringt mit dem Tode. Kältewelle in Mexiko. — Hitzewelle in Argentinien. Wie aus Mexiko Stadt gemeldet wird, ist dort eine große Kälte eingetreten. Das Thermometer steigt bis zu 15 Grad Celsius unter Null. Auch ist ein starker Schneefall nredergeaangen. Die Kälte forderte bereits fünf Todesopfer. — Dagegen wird aus der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires eine große Hitzewelle gemeldet, wobei Temperaturen bis zu 40 Grad Celsius gemessen worden sind. Eine „Riesen"-hochzeit in Hamburg. 3n der Michaeliskirche in Hamburg fand eine Trauung statt, wie sie in einer Hamburger Kirche noch nicht vorgenommen worden ist. Es handelt sich um ein Riesenpaar, das zurzeit auf dein Hamburger „Dom" (der Hamburger Dom ist ein großer Weihnachtsmartt) in einer Märchenschau auftritt. Der junge Cchemann ist 2,24 Meter groß, die angetrante Gattin „nur" 2,19 Meter. Zur Trauung hatte sich eine zahlreiche Menschenmenge eingefunden, die die Kirche und den Platz um die Kirche füllte. Die Polizei sah sich zu W- sperrungen genötigt, die jedoch an verschiedenen Stellen durchbrochen wurden. Aus dem Wege zum Altar folgten dem Riesenpaar drei Liliputaner, paare. Nach etwa einer halben Stunde war die Zeremonie beendet und das junge Ehepaar begab sich mit dem Zwergengefolge wieder zur Märchen- schau nach dem Hamburger Dom zurück. Aus bi« zahlreichen Zuschauer, namentlich die Kinder, wirkte dieser Hochzeitszug selbst wie ein Märchen. Vergwerksunglück in Südslawien. — Sechs Tote, drei Schwerverletzte. 3m Stollen eines Bergwerks in Hrasnik bei Lai- bad) explodierte der Motor einer Lokomobile. Sechs Personen wurden getötet, drei schwer verletzt. Festschrift „Theater in Gießen^. Die zum 25jährigen Bestehen des Stadttheaters im Auftrage der 3ntendanz vom Dramaturgen Wolfgang Kühne herausgegebene, stattliche und gut bebilderte Festschrift „Thea t e r in Gießen" (Druck: Drühl'sche älniversitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, Gießen) stellt, tote in den Ansprachen der 3u6iläumd.eier mehrfach betont wurde, ein bleibendes und aufschlußreiches Dokument Gießener und hessischer Kultur dar. Das 80 große Seiten umsassende Heft beginnt mit einem Geleitwort des Herausgebers, der Sinn und Anlaß seiner Arbeit umschreibt. Der Vorspruch von Oberbürgermeister Dr. Keller, „älnferm Theater zum Gruß", erinnert an die vorbildliche Opferbereitschaft der älteren Generation, die das Werk zustande brachte. Walter Voll gibt einen gründlichen, kulturhistorisch sehr interessanten Aufriß der Entwicklung des Gießener Theaterlebens von den weit zurück liegenden ersten Anfängen bis zur Mitte des vorigen 3ahrhunderts. Chronologisch anschließend schildert Geheimrat Fromme den üebergang vom alten zum neuen Hause und gibt gleichzeitig Bericht über die Entstehung des Neuhaus und über die verdienstvolle Tätigkeit des ersten 5irektors Hermann ©teingoetter. Es folgen Gießener Theater-Erinnerungen des hessischen Landtagspräsidenten Dr. Werner und eine Heberolle Würdigung des Regisseurs Dr. P rasch durch den früheren Dramaturgen Dr. Ritter. Eine lange Liste verzeichnet alle seit 1907 am Stadttheater aufgefuhrten Dühnen- toerfe. lieber die auswärtige Gastspieltätigkeit deS Theaters referieren die Bürgermeister und Kur- direktoren der regelmäßig besuchten Städte. Mehrere Seiten füllen die Glückwünsche der Behörden und „unserer Gäste", unter denen die besten Namen der deutschen Schauspielkunst zu finden sind. Eine grundsätzliche Betrachtung des Gießenex Literarhistorikers Professor V i e t o r über das Thema „Theater in Deutschland" haben wir unfern Lesern bereits im Feuilleton zur Kenntnis gebracht. Ferner: Glückwünsche und literarische Beiträge etlicher bei uns aufgeführten Autoren; eine den „Stiefkindern des Theaters" gewidmete Plauderei von Eduard W e s e n e r ; zum Schluß ein verantwortungsbewußtes „Facit" des 3nten- bauten Dr. P r a sch. Die Festschrift ist mit interessanten Bildern der alten und neuen Gießener Theaterstätten, der beiden Intendanten, des Ensembles, der berühmten Gäste und der Arauffüh- rungdautoren, sowie mit zahlreichen Szenenbil- bern geschmückt, die ben Text lebendig begleiten. Druck, Bilbreprobuktion und Ausstattung sind tadellos und geben ber wertvollen Festschrift ein geschmackvolles Gewand» -y- O' 9 6t« \ Ac 2or Äohl, lammet a 510000 ® Kaum von der Gesarntdel Mark dm Kredit lamme: J die über 0 löfung vor gen an C Mot ver! hatte die 2 licher Fäll' War! zur wurden. Äg. K im Widers die Velde a fonds pt gegeben t Schreibung dieser Kre Zeug« Luhrhllsc wurden, fuß. Da worden ü die Hebe Mrk an Äe HZV feiten gev 41m die A gekümmert denden Hc worden < daß durch HZG. im ein Dell t können i Zwangs» allen Tes HIV. eir Duhrhilsc worden, hvchtrrzin VHP-' luchung i>an6tfl Mark A' Handw- aufnah^ schusses, J Jon b Denlsöst's seitherig« Direktor und iwflenscha gierungs» wesend desK Der T sen in lungsg umfaßt 6 Dillgebiei in Gieße des ®auc (Srantjun °uf sozial Durde ein ßreidDoi Leitung di auf allen erfreuliches 19 zum $ Leben Herr, gab Auslu und enttoar freite trotz der j ^griffen \ föi die Ai Hlbertreh ?r8) ergo; Aagen fo; Derj ?^,!>erl Men) jj INc(Fr Ivtze des Aung üfc Ate das i ftfk d- Aeten de Beit Waus d fr > «ä: ,‘te S-x SZ Ehrung, TMsbür. Die Ruhrhilsegelder der Sandwerkskammer Oie Verhandlungen im Landtags-Untersuchungsausschuß. WHP. Darmstadt, 29. Hob. Der Unter- f uch u n g s a u s f ch uß des Hessischen Landtages über die Verwendung von 750000 Mark Ruhrhilfe-Gelder an die Hess. Handwerkskammer trat heute zur Beweis- aufnahme unter dem Vorsitzenden des Finanzausschusses, Dr. Müller, zusammen. Von der Regierung ist dem Ausschuß erne Denkschrift zugegangen. Als Zeugen smd der seitherige Handwerkskammerpräsident R o h l, der Direktor der Handwerkskammer, Schüttler, und der Direktor der Handwerker-Zentral-Ge- nossenschaft (HZG.), Paech, erschienen. Als Re- gierungsvertreter ist Ministerialrat H e ch l e r anwesend. Oie Darstellung des früheren Präsidenten Aohl. Der Vorsitzende vernimmt zunächst den Zeugen R o h l, der mitteilt, daß 1925 der Handwerkskammer aus der Ruhrhilfe ein Betrag von 570 000 Mark zur Verfügung gestellt worden sei. Die Kammer habe ein Programm vorgelegt, das von der Regierung gebilligt worden sei. Der Gesamtbetrag sollte in kleinen Beträgen zu 2000 Mark durch die HZD. als 4prozentiger Kredit gegeben werden. Bei der Handwerkskammer wurde eine Kreditkommission gebildet, die über die eingeganenen Kreditgesuche entschied. Insgesamt seien an Einzelkrediten 330 000 Mark gegeben worden: 80 020 Mark wurden zur Ablösung von hochverzinslichen Kreditverpflichtungen an Genossenschaften im ehemals besetzten Gebiet verwendet. Einen Betrag von 30 000 Mark hatte die Regierung zur Unterstützung vordringlicher Fälle abgezwe.gr. Bis 1929 waren 120 000 Mark zurückgezahlt, die erneut hinausgegeben wurden. Abg. Kunz (RS.) kritisiert, das; seinerzeit im Widerspruch zur Absicht der Reichsrcgierung die Gelder von der hessischen Regierung nicht ä fonös perdu, sondern als Darlehen weitergegeben wurden und später sogar die Lieberschreibung eines Betrages von 325 000 Mark dieser Kredite aus die HZG. vorgenommen wurde. Zeuge Rohl erklärt auf Besragen, das) die Duhrhilfe-Gelder sämtlich zu 4 Prozent begeben wurden, die Mittelstandskredite zu höherem Zins- fuß. Da alle Kreditgesuche bis 1927 befriedigt worden waren, habe die Handwerkskammer gegen die Liebertragung des Aktivpostens von 325 COO Mark an die HZG. nichts einzuwenden gehabt. Die HZG. sei damals in finanziellen Schwierigkeiten gewesen und habe saniert werden müssen. 41m die Rückflüsse an die HZD. habe er sich nicht gekümmert. 3n Einzelfällen seien später notleidenden Handwerkern die Kredite niedergeschlagen worden. Der Zeuge gesteht heute die Gefahr zu, das) durch die Äeberschreibung der Kredite an die HZG. im Falle eines Zusammenbruches der HZG. ein Teil dec Ruhrhil egeldrr hatte verloren gehen können. Wegen der Ruhrkredite feien ihm keine Zwangsvollstreckungen bekannt geworden. 3n allen Deschwerdefällen habe die Kammer bei der HZG. eingegrisfen. An die Kreditnahme aus der Duhrhilfe sei niemals die Bedingung geknüpft worden, das) gleichzeitig Beträge aus anderen hochrerzinslichen Fonds oder Anteile der HZG. genommen werden muhten. Heute sei die HZG. Gläubigerin gegenüber den Kreditnehmern. Rach Meinung des Zeugen ist bei der ganzen Ruhr- hilfeaktion fettend der HZG. korrekt gehandelt worden. Der Widerspruch, daß 1927 der Betrag von 325 000 Mark zur Verfügung der HZG. übertragen wurde, trotzdem bereits eine Llnterbilanz vorhanden war, wird von dem Zeugen damit motiviert, daß keine Zweifel in die Bonität der HZG. gesetzt wurden, da die seinerzeitigen Verlustquellen verstopft werden sollten. Oie Aussagen des Handwerkskammerdirektors Schüttler. Don den Aussagen Les Handwerkskammerdirektors Schüttler »ft bemerkenswert, daß die Unterbilanz der HZG. im Jahre 1925 erst im Juni 1926 dem Aussichtsrat und der Handwerkskammer bekannt wurde. 3m Jahre 1930 sei eine Bewegung unter den Kreditnehmern inszeniert worden, die Darlehen nicht zurückzuzahlen, weil sie angeblich früheren Direktors der HZG. Paech. Aus seiner Darstellung der Entwicklung der ganzen Ruhrkreditaktion ergibt sich nichts Neues. Noch seiner Auffassung handelte die HZG. lediglich als Treuhänderin der Handwerkskammer. Die Hand- werkskommer verfüge heute aus den Ruhrkrediten bei der HZG. über ein Guthaben von etwa 180 000 Mark. Daß seinerzeit der Betrag von 325 000 Mark als Aktivposten an die HZG. von der Regierung überwiesen worden sei, motiviert der Zeuge mit den schwereü Schäden, die der HZG. wahrend der Besatzungszeit zugefügt worden waren. Zum Schluß betonte der Zeuge, daß die auf Ersuchen der HZG. eingeleitete staatsanwaltschaftliche Untersuchung eingestellt worden fei und die zahlreichen Verleumdun- gen und Unterstellungen als erlogen festgestellt werden mußten. Der Ausschuß vertagt sich dann auf Dienstag kommender Woche zur Fortsetzung der Zeugenvernehmung. Zu dieser Sitzung wird auch der neue Präsident der Handewerkskammer Kunke l-Worms geladen. Aus der provinzialhaupistadt Vorstandstagung des Kreises M ttelheffen im OHV. Der Vorstand des Kreises Mittelhessen im Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verband, — der Kreis umfaßt das g?samte Oberhessen, das Lahn- und Dillgebiet, — tagte — wie man uns berichtet — in Gießen in Anwesenheit des Gauvorstehers des Gaues Main-Weser im DHV, Auerbach (Frankfurt). Zur gegenwärtigen Lage, vor allem auf sozial- und grwerkschaftspolitiscyem Gebiet, wurde eingehend Stellung genommen. Kreisvorsteher Reuter (Gießen), unter dessen ßettung die Tagung stand, konnte feststellen, daß auf allen Gebieten der Verbandsarbeit sich ein erfreuliches Fortschreiten zeigte und daß in den 19 zum Kreise gehörigen Ortsgruppen reges Leben herrs^e. Kre saeschäftsfüh.er Schroeder gab Auskunft über die schwebenden Tariffragen und entwarf ein Bild über die allgemeine Lage des Kreises, wobei er besonders hervorhob, daß trotz der Krise die Mitgliederzahl im Steigen begriffen sei. Er legte sodann die Richtlinien für die Arbeit in der kommenden Zeit fest. Der stellvertretende Kreisvorsteher Essel (Fr^d- berg) ergänzte den Bericht. Zu organisatorischen Fragen sprach Rühl (Herborn). Einen erfreulichen Bericht über die Zugendarbeit erstattete Beppe rling (Gießen), während Schwarz (Gießen) über die Bildungsarbeit sprach. L e - clerc (Friedberg) berichtete über die ersten Erfolge des neuoroanisierten Betriebsdienstes. Gauvorsteher Auerbach gab seiner Befriedigung über die geschlossene Haltung der Bewegung im Kreise Mittelhessen Ausdruck, er faßte das Ergebnis der Tagung zusammen und wünschte, daß die günstige Entwicklung auf allen Gebieten der Verbandsarbeit anhalten möge. Die nächste Zeit müsse die Kaufmannsgehilfen besonders auf dem Posten sehen in der Arbeit zum Wohle des Standes und Vaterlandes. Einstimmig wurde folgende Entschließung angenommen: „Der Kreisvorstand des Kreises Wittelhessen im D.H.V., dessen Gebiet Oberhessen, das Lahn- und Dillgebiet umfaßt, nahm in einer Sitzung am 27. Rovember zu den laufenden politischen und organisatorischen Fragen Stellung. Von einer kommenden Regierung erwartet er, daß sie in sozialpolitischer H'-nsicht eine Haltung einnimmt, die den breiten Schichten der deutschen Arbeitnehmer das teilweise verlorengegangene Vertrauen zur Staatssührung zurückgibt. Der D.H.V. ist für «ine autoritäre Staatsführung, die getragen ist vom Vertrauen möglichst breiter Schichten des deutschen Volkes und deren Maßnahmen eine gerechte Bewertung aller Staatsbürger erkennen läßt. Die Kaufmanns- gehilfen im D.H.V. fordern eine Sozialpolitik, die den Beteiligten weitgehendstes Recht auf. Selbstverwaltung gibt. Rur ein weitgreifendes Arbeitsbeschaffungsprogramm kann der Arbeitslosennot Einhalt gebieten. Der tarifliche Schutz muh für die Arbeitnehmer durch das Schlichtungswesen unter allen Llmständen erhalten blei- ben. Die im D.H.V. vereinten männlichen Kauf- mannsgehilsen des Kreises Mittelhessen beweisen durch ihre Arbeit im Standesverbande, d:e sowohl rein zahlenmäßig, wie auch organisatorisch und geistig Fortschritte aufweist, daß h:er Kräfte lebendig sind, die sich selbst in der Krisenzeit erfolgreich auswirken. Einer durch ein zielklares Regierungsprogramm ausgezeichneten und von sozialem Ee.echtigleitsgefühl getragenen Regierung werden sich diese Kräfte nicht versagen. Rur wenn zur Staatsführung Vertrauen in den weitesten Kreisen des Volkes vorhanden^ ist, kann eine Besserung unserer Lage erfolgen." • ** Sitzung des Provinzialausschuf- se s. Am nächsten Samstag, 8.33 Llhr beginnend, f intet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen statt mit folgender Tagesordnung: 1. Klage der Hess. Hand- werkskanrmer in Darmstadt gegen die Entscheidung des Kreisamts Friedberg vom 30. August 1932 wegen Eintrags des Betriebs der Firma Heinrich Schudt, Görbelheimer Wühle, in die Handwerksrolle. 2. Klage des Alfred Haardt in Frankfurt a. W. gegen den Beschluß des Kreisausschusses des Kreises Friedberg vom 7. Wal 1932 betreffend Ersatz von Wohlfahrtsunter- stühungen. 3. Klage des Dezirksfürsorgeverbandes ter Stadt Frankfurt a. W. gegen den Dezrrks- fürsorgeverband des Kreises Friedberg auf Erstattung von Fürsorgekosten für Marie Eller geb. Schneider aus Vilbel. 4. Klage des Dezir.s- fürsorgeverbandes Biedenkopf — jetzt D.llenburg — gegen den Bezirksfürsorgeverband der Stadt Gießen auf Erstattung von Llnterhaltskosten für Anna Friederike Koch aus Fulda. 5. Klage des Dezirksfürsorgeverbandes der Stadt Hanau gegen den Bezir^sfürsorgeverband des Kreises Büdingen auf Erstattung von Fürsorgeaufwendungen für Heinrich Weinel aus Mittel-Gründau. 6. Verkündung des Urteils in Sachen: Klage des Dezirksfürsorgeverbandes Oberlahn in Weilburg gegen den Landesfürsorgeverband Dolks- staat Hessen, vertreten durch den Bezirksfürsorgeverband Kreis Friedberg, auf Erstattung von Fürsorgekosten für 3osef Weber aus Landau. ** Jubiläum. Herr Ludwig Selember, wohnhaft Schützenstroße 15, ist heute 25 Jahre als Rockschneider bei der Firma Gebr. Stamm tätig. ** DerDienenzüchtervereinGießen und Llmgegend hielt am Sonntag im Hotel Hopfeld eine ordentliche Versammlung ab, zu ter sich über 53 Mitglieder eingefunden hatten. Rach der Begrüßung gab ter Vorsitzende G. D o d enden de r (Gießen) einen Rückblick auf das abgelaufene Dienenwirtschaftsjahr, wies auf die Zusammenarbeit mit dem Hausfrauenverein hin und bedauerte, daß es in Gießen nicht zur Durchführung einer „Deutschen Woche" gekommen fei. Den Höhepunkt ter Tagung bildete ein Vorttag von Obectelegravhensekretär L R. Pfeiffer (Launsbach) über „Reue Wege bei ter Bekamp- fung ter Dienenkrankheiten". Auf Grund praktt- jcher Erfahrungen als amtlicher Seuchenwart des Kreises Wetzlar war der Redner mit dieser Materie besonders vertraut und gab den aufmerksam lauschenden Zuhörern Richttinien für die vorbeugende Bekämpfung der leider immer mehr um ich greifenden Dienenseuchen. Reicher Deifall lohnte die klaren Ausführungen. Lehrer Runk (Ridda), der Obmann des Oberhessischen 3mker- buntes, gab nähere Erläuterungen über die be- tehenden gesetzlichen Bestimmungen bei Faulbrut und wies auf die Schäden hin, die durch den dauernden Rückgang der deutschen Volkswirtschaft im allgemeinen und dem Obst- und Gartenbau und der Pflanzenzucht im besonderen entstehen. Dei dem Punkt „Reklame für deutschen Honig" wurde beschlossen, ausgiebig den Anzeigenteil des .G i e - jener Anzeigers" als des größten, ober- hessischen Heimatblattes, zu benutzen. Der Plan des Hauptvorstandes, für den Oberhessischen, Kur- hrssischen, Rassauischen, Starkenburger, Mitteldeutschen und Rheinhessischen 3mkerbund die in Wabern stilliegende Zuckerfabrik in Betrieb zu nehmen, sand nicht die Zustimmung der Mitglieder und soll deshalb nicht weiter verfolgt werden. Mit Rücksicht auf die wirtschaftlichen -Verhältnisse in der Bienenzucht wurde eine Ermäßigung deS Beitrags von 5 auf 4 Mark jährlich beschlossen. Rächten noch innere Vereinsangelegenheiten erörtert worden waren und Herr R u n k Ausschluß über die Tätigkeit des Deutschen 3mkerbundeS gegeben hatte, schloß der Vorsitzende die anregend verlaufene Versammlung. Allerlei Doppelgänger. Merkwürdige Aehnlichkeiten und Zwillingsbildungen bei Menschen und Tieren. Der Doppelgänger spielt nicht nur im Leben, sondern auch in der Dichtung eine große Rolle. Zahllose Theaterstücke sind auf solchen zufälligen Aehnlichkeiten aufgebaut, und diese geheimnisvolle Gleichheit der Erscheinung hat zu abergläubischen Vorstellungen geführt, die dann besonders in den Doppelgänger-Geschichten der Romantik ihren ge- penstischen Ausdruck fanden. Im wirklichen Leben haben nicht selten Betrüger und Erpresser ich die Aehnlichkeit zu Nutzen gemacht, die ihnen das Spiel der Natur mit berühmten Persönlichkeiten beschert hatte. Es gibt kaum eine Persönlichkeit, die in das Scheinwerferlicht der Geschichte getreten, die nicht Doppelgänger in irgendwelchen ganz unbedeutenden Menschen gehabt hätte. Da war z. B. in Wien vor dem Kriege ein Hut- fabrikant, der dem Kaiser Franz Josef so täuschend glich, daß er oft mit kaiserlichen Ehren begrüßt wurde. Der österreichische Herrscher mußte sich diese Verwechslungen wohl ober übel gefallen lassen, er hatte nicht die absolute Macht wie Ludwig XIV. von Frankreich, von dem man behaup- tet, er habe einen solchen Doppelgänger ins Gefängnis werfen lassen, nachdem er für immer diese frevelhafte Gleichheit mit dem „Sonnenkönig" durch das Anlegen einer eisernen Maske bestraft hatte. Die Habsburger, deren Nasen und Lippen so charakteristische Familienmerkmale aufweisen, sind überhaupt von Doppelgängern verfolgt gewesen. Auch der frühere König Alfons von Spanien besaß mehrere solche „Zwillinge", mit denen er nicht das geringste zu tun hatte. Die Aehnlichkeit mit einer Berühmtheit kann auch geschäftlich ausgebeu- tet werden. So erregte es vor einiger Zeit Aufsehen, daß ein Pariser Varietö-Direktor, der sich mit der berühmten Mistinguette verkracht hatte, eine Frau ausfindig machte, die ihr wie ein Ei dem andern glich und beinahe fo schöne Beine hatte wie die unvergleichlichen Beine der Chansonette: er ließ sie unter dem Namen „Mismarguette" auftreten, und ganz Paris strömte herbei, um sich diese Nebenbuhlerin änzusehen. Das Original war zwar wütend, konnte aber nichts dagegen unternehmen. Der Amerikaner Edward Carrell, der früher eine Wirtschaft zu Lawrenceville zu Illinois betrieb, hat diesen Berus wegen seiner fabelhaften Aehnlichkeit mit Abraham Lincoln aufgegeben. Er reift jetzt in den Vereinigten Staaten herum und tritt auf, um zu zeigen, wie Lincoln wirklich aussah. Das Problem des Doppelgängers ist aber nicht nur Anlaß zu seltsamen Verwechslungen, zu Komödien und Tragödien, sondern es birgt auch ein biologisches Geheimnis, das überaus schwer zu er« klären ist. Der amerikanische Naturforscher Dr. Herbert Friedmann, der die Vogel-Abteilung des Smithsonian-Jnstituts in Washington leitet, hat neuerdings einige Tatsachen zusammengebracht, die dieses Rätsel in einem neuen Licht zeigen. Zu seiner Theorie wurde er durch einige Beobachtungen in der Vogelwelt geführt. Im fernen Afrika lebt ein kleiner Vogel des Pieper-Geschlechtes, dessen Brust mit einem leuchtenden gelben Fleck geziert ist; ganz denselben Schmuck weist eine Art der amerikanische Feldlerche aut der afrikanische Pieper und die amerikanische Lerche haben ihrer Abstammung nach nicht das geringste miteinander zu tun. Die gelben Brustflecken dieser beiden in nichts miteinander verwandten Tiere auf zwei entfernten, Erdteilen, die unter ganz verschiedenen Bedingungen (eben, sind ein Zufall, der ebenso geheimnisvoll ist wie der des Amerikaners, der dem längst verstorbenen Präsidenten Linvoln wie aus dem Gesicht geschnitten ist. , . Friedmann hat auf andere Beispiele dieser Erscheinung in der Tierwett hingewiesen. In seiner Sammlung hat er nicht weniger als 200 Vogelarten entdeckt, die in keiner Weise miteinander verwandt sind und doch die gleichen farbigen Zeichnungen in ihrem Federschmuck aufweisen. Das sind also Doppelgänger des Vogelreiches. Aber diese Aehnlichkeiten erstrecken sich nicht nur auf das Kleid, sondern auch auf den Gesang. So bringt z. B. eine afrikanische Kuckucksart dieselben eigentümlichen Töne hervor, wie der amerikanische §iegenmelter. Dasselbe ist ja auch beim menschlichen rgan zu beobachten, denn es gibt Personen, die in keiner Weise miteinander verwandt sind und doch so erstaunlich gleiche Stimmen haben, daß selbst die nächsten Angehörigen dadurch getäuscht werden können. Solche Doppelgänger-Erscheinungen will der Gelehrte auch bei den Eidechsen erkannt haben: er verweist auf die nahen Verwandten des Känguruhs und Opossums in Australien, die das Aeußere von Wölfen und Bären angenommen haben. Der sog. Tasmanische Wolf z. B. ähnelt seinem Namensvetter vollkommen und hat nur wenig gemein mit seinem nächsten Verwandten, dem friedlichen Opossum. Für die Erklärung des Doppelgänger-Geheimnisses läßt sich die Schutzmaßnahme der Mimikry, wie sie z. B. das „lebende Blatt" zeigt, eben- sowenig verwenden wie die Theorie, daß unter ähnlichen Lebensbedingungen sich ähnliche Wesen entwickeln. Der Doppelgänger hat nicht im Laufe der Entwicklung feine Aehnlichkeit mit einer anderen Naturform herausgebildet, und er ist fast immer unter ganz andern klimatischen und sozialen Verhältnissen ausgewachsen als sein „Zwilling". Dr. Friedmann glaubt, daß nach den modernen Vererbungsgesetzen nur die Annahme eine Erklärung gibt, daß die vererblichen Eigenschaften in den Zellen durch einen Zufall bei Doppelgängern dieselben sind. Er nimmt an, daß es nur eine be- grenzte Zahl dieser Eigenschaften gibt, die in Tau senden und Millionen verschiedenen Kombinationen m der menschlichen Erbmasse auftreten können. Er vergleicht sie mit der ebenfalls begrenzten Zahl von farbigen Glasstückchen in einem Kaleidoskop. Auch hier kann es einmal Vorkommen, daß sich beim Durcheinanderschütteln die entstehenden Formen wiederholen, ohne daß der geringste ursächliche Zusammenhang besteht. So ist es auch bei den Doppelgängern, denen der Zufall der Vererbung das gleiche Aussehen verleiht, ohne daß irgendein Zusammenhang besteht. 9JL-$poit Handball um die Hochschulmeisterschast. Die Handballmcmnschast der Universität Gießen trat gestern nachmittag zum ersten Spiele um öle Südwestdeutsche Hochschulmeisterschast im Handball gegen die Mannschaft der Universität Marburg an. Nach hartem Kampfe siegten die hiesigen Studenten mit 9:5 Toren. Handball im Gau Hessen (O. T.) To. Grüningen — To. Lang-Göns 5:0 (3:0). Am Sonntag trafen sich in Grüningen eine kombinierte Mannschaft der 1. und 2. Handball- elf Dom TV. Lang-Göns mit einer kombinierten Mannschaft des TV. Grüningen zu einem Freundschaftsspiel. Trotzdem ter Gastgeber nur zehlr Mann im Feite hatte, übernahm er gleich die Führung. Dem ersten folgte bald das zwette Tor. 3eder Angriff der Gäste wurde dagegen immer wieder von der Hintermannschaft zunichte gemacht. Der Sturm setzte sich bis zur Halbzeit noch einmal durch. 3n ter zweiten Halbzeit wurden di« Gäste energischer, sie muhten sich aber trotzdem noch zwei Treffer gefallen lassen. Dec Schiedsrichter leitete zur beiderseittgen Zufriedenheit. Vorher: Grünberg (Schüler) — Lang- Göns (Schüler) 0:3. KV. „Teutonia" Laubach. Laubach I — Daubringen I 4:2 (3:0). Beite Mannschaften ftonten sich am Sonntagnachmittag in einem Gesellschaftsspiel auf dem hiesigen Platz gegenüber. In ter ersten Halbzeit waren die Teutonen überlegen und konnten 3 Tore für sich buchen. In der zweiten Halbzeit kamen die Gäste auf und lieferten eine gleichwertige Partie. Sie erzielten 2 verdiente Erfolge, denen die Platz- tesitzer nur einen Treffer entgegensetzen konnten. Das Spiel wurde fair ausgetragen. Tischtennis. TL. Großen-Linden — TL. Rokweiß Jriebberg 1:8. Der Tifchtennisklub Großen-Linden trug am Sonntag feinen 2. Klubkampf aus. Als Gegner hatte man diesmal „Rotweiß" Friedberg verpflichtet. Friedberg, spielerfahrener, konnte einen hohen Sieg landen. Nachstehend bringen wir die Resultate der Spiele (Großen-Linden wird jedesmal zuerst genannt): Einzels piele: Volk, K. — Scharmann: 22:20, 18:21, 14:21, 21:15, 21:17; Luh, W. — Södel: 15:21, 21:11, 21:18, 15:21, 20:22; Weinandt — Sprengel: 14:21, 17:21, 19:21; Luh, H. — Thüry: 14:21, 21:19, 7:21, 18:21; Seipp, A. — Stumpfig: 14:21, 17:21, 21:17, 15:21; Junker — Thylmann 18:21, 13:21, 15:21. Einzels piele außer Konkurrenz: Mehl — Staubach: 12:21, 21:13, 21:14, 10:21, 21:17; Hankel, Ludw. — Kurr: 21:10, 21:12, 21:9. Doppelspiele: Luh, H. I Luh, W. gegen Thüry/Stuwpfig: 9:21, 7:21, 13:21; Volk / Seipp gegen Jäckel / Scharmann: 16:21, 20:22, 21:7, 18:21. Mehl / Junker — Sprengel / Thylmann: 18:21,15:21, 14:21. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Handball. I1 Gießen I — Gambach 9:3. Auf dem Trieb standen sich am Sonntag dies« beiten Mannschaften gegenüber. Der Anwurf brachte ein flottes Spiet. Auf beiten Seiten gab es Torchancen, die aber Gießen besser auszu- nützen verstand und bald in Führung ging. Dis Schluß konnten die Gießener noch acht Tore wer- fen, denen die Gäste nur drei entgegensetzen konnten. wieseck I — Holzheim I 8:2. Das Spiel fand am Sonntagvormittag auf dem Platz Wieseck statt. Auch hier sah man ein flottes Spiel, bei dem Wieseck in Führung ging, die Gäste aber bald ausglichen. 3n der Folge wurde Wieseck merflich überlegen und errang einen sicheren Sieg. Kurze Sportnotizen. In Berlin muß Süddeutschland am 8.Januar in der Zwischenrunde um den DFB.-Pokal gegen Brandenburg spielen. Südostdeutschland fpielt am gleichen Tage in Breslau gegen Norddeutschland. e Die deutsche Studentenelf, die in Catania (Sizilien) am 25. Dezember das akademische Fußball-Länderspiel gegen Italien bestreitet, trägt am 17. Dezember in Worms und am 18. Dezember in Saarbrücken Probespiele aus. 9 Wirtschaft ontin hre u L Deoitenrnorft Berlin — Jiantfurt aM 16,75 16,5 129,4 54,25 A.E.G. 0 Eleklr. Lieserungsgesellschaft ... & 55 55 78 291 138 | 137 I 30,25 6 0 41,5 80,75 42,75 78,25 94,75 27,75 39,9 35,5 29 136 %o 2 o 40,75 80 41,75 78 17,75 42,5 89,5 53,5 75 61,75 129,9 32,75 70,5 96,5 53 72,75 78 72,5 118 113 99 43,75 57 22,4 29,75 178 69,75 54,5 61,5 43 96,5 140.5 28 40,75 34,5 5 0 io 0 o 0 d 4 0 0 0 32.75 70.25 95.65 53 72,25 78,75 71,75 118 112,5 17,75 43 0 o 0 0 0 7 0 0 0 6 12 56,25 62,25 44 26,25 18.5 45,75 44 99,5 55,75 62 44 26 95,75 18,5 45,75 35,5 45 155 1 0 0 0 7 7 0 0 0 0 0 10 0 av a l i 29 177 69 7 10 0 0 0 3,8 5,9 | X < X Grttzner Mainkrastwerke Höchst a.M> .. Süddeutscher Zucker in I m u i land folge den r ü T Vie wer QI r ve uni, me LL toc sar de Ri la' D b< fd fr a n 8 n Hamvurg,Ämenka»Pake> Hamburg-Südam. Dampfschiff. Hansa Dampfschiff........... Norddeutscher Lloyd 91.(3. sür Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft.... Commerz- und Privat-Bank ... Deutsche Banl und Disconto- Gesellschas, Dresdner Bank Reichsbank * Devis teure iml KAFFEE GESCHÄFT 16,5 31 26 '7.4 42,4 89.5 58,5 75 61,75 127,25 I 32,9 71 95,75 53 13 72,25 79 71,25 118 113 32,75 71,25 96,75 53,25 72,9 77,5 72,9 118,5 9,25 1,05 6,13 5,8 6,9 3,8 4 4 6 10 5 95,65 27,65 40,5 35,5 55 45,5 4,6 54,5 45,5 55 4,55 98,25 I 54,9 l 60,25 I 43,25 j 26 95 18,5 45 35,25 45 17,5 41,9 89.5 53,5 75 61,75 127,4 DEaimeSmann 57, Phönix 29,75, Etahlverein 26.75, Mu 53,25, AEG. 32,75, Dekula 103,90 bis 109,15, Conti Gummi 115,25, Licht & Kraft 9o,25 bis 96,5, IG.«Farben 95,75, ZG.-Farben-Bonds 95,5, Lcchmeyer 113, Rütgerswerke 40,75, SHöfferhof 144, Reichsbahn-DA. 91,13, Hnpag 16,75. Licht und Kraft Felten & Guilleaume Gesellschaft für Elektrische Untev- nchmungen Rbeinische Elektrizität 'Schuckerl & Go Siemens L Halske LabmeyerLEo Beim Reuyorker Sechstage-Rennen gab der Kölner Frankenstein schon in der zweiten Nacht auf. Die deutsche Mannschaft D u l - berg-Wissel lag mit 10 Runden Rückstand an 12 Stelle. D e b a e t s - L e t o u r n e u r führten nach 32 Stunden das noch 13 Mannschaften um- fassende Feld mit Rundenoorsprung an. Tildens Stuttgarter Ga st s p i e l brachte vor 2000 Zuschauern einen vollen Erfolg. Nutzlem 41 79,13 41,75 77,5 41 99,4 56,4 20,5 39,75 28,9 68.5 9,4 1,15 6,2 6 5,9 6,9 3.7 3,95 3,9 6 9,9 4,95 21,65 9,5 I - I 6,3 5.75 6.9 3,7 75,25 91,5 75,25 57,9 6.55 68,65 schlug Barnes 6:4, 6:1, dann besiegte Tilden Najuch 6 4, 6:1 und im abschließenden Doppel siegten Na- juch-Nüßlein über Tilden-Barnes 6:2. 6:2. Zn allen drei Spielen gab es ausgezeichnete Leistungen. Dom Büchertisch des Sportlers. — Zro- Olutvführer Deutschland in vierDänden (Aorddeutschland, Mitteldeutschland-West, Mitteldeutschland-Ost, Süddeutschland). Zro-Derlag München, Carl Kremling, München 2 NW. (347.) Die Zro-Autoführer Deutschland mit internationalen Teilen sind erschienen. Was an diesem Autoführer besonders gefällt, sind die vielen darin enthaltenen Straßenkarten, die sich durch ihre Genauigkeit und äleber- sichtlichkeit bereits längst einen Rainen gemacht haben. Olber auch sonst vermißt der Automobilist nichts, was ihn auf seinen Reisen durch Deutschland oder durch das Ausland interessieren könnte. Fahrtbestimmungen, Polizei-, Grenz- und Pahvorschriften sind in den angeschlossenen Textteilen ausführlich behandelt. 9,5 1,1 6,2 6 5,8 3,8 4,13 4,13 6,15 10,2 5,05 21,6 41,5 80,75 42,9 78,25 44,25 98,75 44.9 57 21,5 40,4 30 70,25 99,5 41,65 56,5 S®. Farben-Industrie chcideanstalt Goldschmidt RütgerSwerke Metallgefellschaft 94,75 140 28 40 34 Wik Krise inra sehen n>un Men abi schweren • wir jetzt 1 erfreulicher Abwiltluno einen wußte, ma: wiße On gegen tast' bestenfalls mal weih, uni) vor al für wen t löge W schaffen, d risch «r ins Chaotläger, die hing der haben gro geglaubt von den von dem strebt uv Kronpriv ältesten ten, die ins Ausl druck ent Dorabend dabei abe dent, der fcheinunge von Der sieht, dem gewachsen Staats ßintenhei macht wenig li Tage do Mui zur gcgenM haben we noch übt bestehen, schäst zu zweiten in wenij deprimie stiegenen frankfurter Abendbörse freundlich. F r a n k f u r t a. M.. 30. Rov. Die feste Grundstimmung d2s Mittagsverkehrs erhielt sich auch an d-er Abendbörse, doch war das Geschäft wesentlich kleiner. Reben Hoffnungen, daß die innerpolitische Situation bald geklart sein dürfte, regte auch die feste Eröffnung der heutigen Reuyorker Börse an. Einiges Geschäft entwickelte sich wieder am Montanmarkt, ferner bestand Interesse für Reichsbankanteile, 2G.-Farben und Contt Gummi, bei denen gegen den Berliner Schluß erneute Resserungen von 0,25 bis 0,5 v. H. eintraten. Tesonders die letzteren waren in großen Betragen gesucht und 1 v. H. fester. Auch im Verlaufe blieb die Grundstimmung durchaus freundlich, wobei zum Teil neue kleine Erhöhungen zu verzeichnen waren, so für Vekula und Licht & Kraft. Gegen Schluß der Börse bröckelten die Kurse jedoch etwas ab, da angeblich der Verlauf der Reuyorker Börse schwächere Kurse gebracht haben soll. Von Kassawerten waren Badische Maschinen Durlach um 2 v.H. auf 108 v. H. erhöht. Am Rentenmarkt er olgten neue Tauschoperationen von Reichsaltbesitzanleihe gegen Aktien, so daß der Kurs weiter abbröckelte. Reubesitzanleihe und späte Reichsschuldbuchsorderungen lagen behauptet. Einige Industrie-Obligationen waren wci er gesucht. Reubesitzanleih: 6,5, Altbesitzanleihe 57,80, Schuhgehietsanleihe 5,80, 6 V.H. Stahlverein-Obligationen 61,90, 6 v.H. Siemens Schuckert-Obligatio. er 8.',5, 4 v. H.Bagdadbahn Seriell 4, 4v.H.Goldmexikaner 4,90, 2.25 v. H. Anatolier Serie! und II 21,75, 4,5 v. H. Goldrumänen 10, Reichsbank 129,75, Buderus 41,5, Gelsenkirchen 42,75, Kali Aschersleben 105, Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben öle Hohe öer zuieyi velchlossenen Dwiö nbe an - Reichsbankdiskont 4 o H Lombardzinsfuß 5 v. H. ttin gente für Impor - 1 9 3 3. Dor einigen Tagen hat der Reichswirtschaftsminister Öen Devise nbewttt- schaftungtzstellen die erforderlichen Anweisungen für Die Devisenzuteilung sür das erste Halbjahr 1933 zugehen lassen. Die Anweisungen bringen insofern eine Neuerung, als das Devisenkontingent künftig nicht mehr für ein Viertel-, sondern für ein halbes Jahr festgesetzt werden soll. Bei der Berechnung der Kontingente soll ausgegangen werden von den in Öen letzten zwölf Monaten vor Eintritt der Devisenbewirtschaftung, also dem Zeitraum vom 1. Juli 1930 bis 30. Juni 1931, für unmittelbare Wareneinfuhr geleisteten Auslandszahlungen. * Die Reichs Indexziffer für die Le- benshaltungskosten im November 1 9 32. Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten (Ernährung, Wohnung, Heizung,^ Beleuchtung, Bekleidung und „sonstiger Bedarf ) ist im Durchschnitt des Monats November 1932 um 0,2 v. H. auf 118,8 (gegenüber 119,0 im Vormonat) zurückgegangen. Es haben nachgegeben die Indexziffern für Ernährung um 0,1 v. H. auf 109,5, Wohnung um 0,2 v.H. auf 121,4, Belleidung um 0,6 v.H. auf 113 2, sonstigen Bedarf um 0,1 v.H. auf 164,0. Die Indexziffer für Heizung und Beleuchtung hat sich um 0,3 v.H. auf 136,4 erhöht. * Neue Leitung der Landesbank öer Rheinprovinz. Wie WTB.-Handelsdienst erfährt, hat der preußische Innenminister das Aus- scheiden der Generaldirektoren der Landesbank, Bel und Bernegau, gewünscht. Der Provinzialausschuß ist aber dafür, Bel in irgendwelcher Form weiter zu beschäftigen, während Bernegau mit Rücksicht auf sein Alter in den Ruhestand versetzt werden soll. Da bisher nicht feststeht, ob der Staatssekretär Weltzin die Abwicklung der Geschäfte der Landesbank weiter leiten werde, kann auch nicht gesagt werden, wer an Stelle der beiden ausgeschiedenen Direk- toren vom Staatskommissar hinzugenommen wird. Solange die Gemeinschaftsbank, die die Landesbank ablösen wird, nicht errichtet ist, kann man auch über die Verwaltung der Gemeinschaftsbank nichts sagen. Fünf Schiedsrichter, und zwar Weingärtner (Offenbach), Dr. Bäumens (Köln), B i r l e m (Berlin), Fuchs (Leipzig) und Hundt (Remscheid), hat der DFB. dem Internationalen Fußballverband für Länderspiele gemeldet. * Neue Umbaupläne sind jetzt für das Berliner Olympische Stadion ausgearbeitet worden, und zwar soll eine 400 Meter lange Laufbahn geschaffen werden. Dieser Plan geht auf eine Anregung des in Berlin weilenden Präsidenten des Internationalen Leichtathletikverbandes, Edström, zurück. Schultheis Payenhoser Aku (Allgemeine Kunstseide) ... Bemberg Zellstosk Waldhof Zellstoff Aschaffenburg Dessauer Gas Daimler Motoren Deutsche Linoleum Orenstein L Koppel Leonhard Tietz Ehade Büchertisch. — RoheZukost. DiegoldeneMittel- st r a h e. 206 Rohlvstr^epte für Sommer und Winter, für alle Mahlzeiten, für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel. Bon Dr. A. v. Borosinu 3. Auslage, 74 Seelen. (Dresden, Verlag E. Pahl), geh. 1,25 Mark. geb. 1,75 Mark. — (2c3) — Der Verfasser hebt die Ergebnisse der neueren Ernäh- rungsjorschung für die Praxis der Hausfrau hervor und zeigt ihr, wie sie den täglichen Tisch durch schmaefterretd)i|die (Bolßrentc... 4,20% Oestrcreichische Silbenente 4% Ungarische Goldrente 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 <54% desgi. von 1913 5% abgcft. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanieihc von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleche Serie I 4% deSgl. Serie II 5% Rumän. vereinh. Mente v. 1903 4'/r%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 3%% Anatolier Der Kampf stand 676 :642% : 578%, als das Turnen am "Red begann, der zu ganz ausgezeichneten Leistungen führte und die Krönung des Ganzen brachte. Es wurde Erstaunliches und viel Neues oezsigt: saubere Stecher aus dem Aufsohlen und Aufgrätschen, Salto vorwärts mit äußerst schwier gen Uebungsoerbiinbungm. Die Oberhessen bestanden dabei in Ehren. Der Marburger Fink vor allem war in bester Form; mit 27% Punkten blieb er nur % Punkte hinter dem besten Neckturner (G e n &, Nlainz) zurück. Auch Eckardt (Nidda), Seht (Großen-Linden) und Sinn well (Bad-Nauheim) zeigten einen trefflichen Endspurt. Dock zum S'.cge konnte es nicht mehr führen. Rheinhessen hotte sich 206%, Hessen 192, Rhein-Main 182 Punkte, und damit war der hochwertige, von den 1500 Zuschauern mit lebhafter Anteilnahme verfolgte Gesamtkampf zugunsten Rheinhessens entschieden. Das Ergebnis lautete: Rheinhessen 883, Hessen 834 %, Rhein-Main 7 62 % Punkte. Von den 24 Einze11urnern erzielten die besten Leistungen (ohne Einrechnung der Freiübung): 1. I. Genß, Tgs. Mainz-Kastel, 112 Punkte: 2 N. Krimmel, Tv. Mainz-Kostheim, 107 P.; 3. A. Eckhardt, To. Nidda , 106% P. , 4. A. Müller, Tgs. Mainz-Mombach, 106 P.; 5. R. Seht, Tv. Großen-Linden, 102^ P. Don den Vertretern des Gaues Rhcin-M^in erreichte keiner die Punktzahl 100. In die Mannschaft dieses Gaues fiel auch die niedrigste Punktzahl des Tages 77%. Eckhardt und Seht waren demnach die Vesten in unserer heimischen Mannschaft. Die übrigen Oberhessen folgen ihnen in nachstehender Rangfolge: W. Sinnwell, To. 1860 Bad- Nauheim, 2B. Fink, Tgm. Marburg, je 101% P: Karl Reuter, Tv. 1846 Gießen, 93% P.; Karl Schick, To. 1846 Gießen, 88% P. (plus 22% P. Freiübung); Hch. Dechent, Tgm. Friedberg, 88% (plus 23% P. Freiübung); Fritz Weitershaus, Tv. Großen-Linden, 79 >4 P. (plus 28 P. Freiübung). Mit der feierlichen Siegerehrung, die der bewährte Leiter des Kampfes, Kreisober- turnwart Frey (Mainz) vornahm, endete ein Kunstturn-Ereignis, wie es die alte Ribelungen- stadt noch nicht erlebte. Zum sechsten und letzten Male wird der Hessenkampf nächstes Frühjahr in Oberhessen, voraussichtlich im Kurhause zu Vad-Rauheim, ausgetragen. Wie schon kurz berichtet, gestaltete sich am Sonntag der 5. Hessenbampf im Kunstturnen tin Wormser Festspielhause zu einem großen turner.schen Er- eigitis, zu einer Kundgebung für das deutsche Ge« räleturnen, mit dem es in den letzten Jahren so erfreul.ch aufwärts gegangen ist. Man sah in den kampferprobten Achter-Mann- fchaficn der drei hessischen TD.-Groß-Gaue: Hessen (O b e r h e s s e n), Rhein-Main (Starkenburg) und Rheinhessen in der Hauptsache wieder die bewährten Kämpen der voraurgegangenen Treffen. Wesentlich geschwächt war jedoch unsere von Ehren-Gau- oberturnu>art Will (Gießen) geführte heimische Riege. Einer der Besten, der Marburger Ebers- pächer, mußte durch Dechent (Friedberg) ersetzt werden, und Ahrens (Marburg), bei dem kürzlich in Kassel stallgefundenen großen Kamps der Erste der Hessenriege, schied nach dem ersten Gerät infolge einer Verletzung aus. Der Ersatzmann Weitershaus (To. Großen- Linden) trat für ihn ein. Er hat zum erstenmal in einem Großkampf gestanden und sich dort gut gehalten. Im ganzen hat sich der Gau Hessen tapfer gegen die Konkurrenz aus Groß-Mainz geschlagen und trotz des Ausfalls zweier seiner Besten den zweiten Platz mit erheblichem Vorsprung vor den Starkenburgern sicher behauptet. Nach den Barren- Hebungen führte Rhein- * Hessen schon mit einem ansehnlichen Punktvorsprung. Der Kampf stand: Rheinhessen 203%, Hessen 181, Rhein-Main 164^ P. Am Querpferö steigerten die Oberhessen (188>5) und Starkenburg (173) ihre Leistungen etwas, aber Rheinhessen erreichte auch hier die höchste Punktzahl (197%). Hätte Dechent (Friedberg) nicht versagt (17 Punkte), wären unsere Oberhessen kaum hinter den Rheinhessen zurückgeblieben. Rheinhessen hatte jetzt insgesamt 401, Hessen 369 und Rhein-Main 337% Punkte. Am Längs- pferd (Sprünge) legten sich die Turner unseres Hcsiengaus stark ins Zeug. Sie erwiesen sich mit 201 Punkten als den Rheinhessen gleichwertig. Diese brachte es auf 201)4 Punkte, während die Starkenburger (17214) weiter zurückfielen. Das Bild des Kampfes: Rheinhessen 602%, Hessen 570%, Rhein- Main 510 erfuhr dann bei den Freiübungen, die von je drei Turnern jeder Mannschaft geturnt wurden, keine merkliche Verschiebung. Die Rheinhessen hotten sich 73%, die Oberhessen, die in Weitershaus den besten Freiübungsturner des Kampfes stellten, 72 und Starkenburg 68i Punkte. Zum 5. Male Hessenkamps im Kunstturnen Rheinhessen: Oberhessen: Starkenburg = 883 : 8341/,: Z621/,. Hr.28 tri*«’1 $onitW6 0it6‘neIJ Heimat^ Mona"- ’M?! s*s von einze infolge t Zerns» unter Sam Anschrs richten: 3 Po- zronlstri Banknoten. Serlin, Zlj. November | Selb" Amerikanist Noten Belgische Noten Dänische Noten Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten .............. Deutsch Lesterretch, 4 1OO Schilling Rumänische Noten Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten Ungarische Noten Phllivp Holzmann O Zementwerk Heidelberg 4 Ecmenlwerk Karlstadt O Wayß & Freytag O| Bad' Akusterli Frieden, eine Tc ««zeigt, anderer zwar inz Dündn zialde ist für di blieben, i in die s wibt mai überlegen, tfl Auch wollen. 3 Atonalen auch zum ftandener iungen mi wenn nm vertrage Kgen die Macht t Oje So stimmuna fe i* wtmune e vernicht °us die i Wdem M sie er °us der: wüßten. Aus der «ralti ausg, Zitdem Deichs a über red Segen die Lülei W n Etuen sn allen fit» Buderus Deutsche Erdöl Gelsenkirchener Harpener .. Hoejch Eilen—Köln-Neuessen.. Ilse Bergbau Ilse Bergbau Genüsse Klöcknerwerke ManneSmann-Röhren MonSselder Bergbau Oberschles. 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Mittag« dörse j n 29.11. 30.11 29.11. 30-11. Oatum 29.1b 30.11. 29.11. 30-11. 29-November 30-Novem: er Amtliche Notierung Amtlich« Geld | iotlerung rvle <*flh | 25rie Helsingfors. 5,914 5,926 5,914 5,926 Wien...... 51.95 52.05 51,95 52,05 Prag...... 12,465 12.485 12,465 12,485 Budapest ... — — — — Sofia..... 3,057 3,063 3,057 3,063 Holland .... 169,33 169.67 169,33 169,67 ....... 68,98 69.12 69,03 69,17 Kopenhagen. 69,53 69,67 69,53 69.67 Stockholm... 72,90 73,12 73,08 73,22 London ..... 13,33 13,37 13.35 13,39 Buenos Aires 0,868 0.872 0.863 0,867 Neupor! .... 4,209 4,217 4,209 4.217 Brüssel.... 56,27 58,39 58,27 58.39 Italien..... 21.49 21,53 21,46 21,50 Paris..... 16,465 16.505 16,46 16,50 Schweiz ... 80,92 81.08 80,92 81 Spanten... 34.40 34.46 34,42 34.43 Danzig .... 81,85 82,01 81,84 82.00 Japan..... 0,859 0,861 0,839 0.841 Rio de Jan. 0,294 0,296 0,294 0,296 Juaoslawien Lissabon... 5,634 5,646 5,634 5,646 12,76 12,78 12,76 12,78 6% Deutsche Retchsanlelhe v. l»2i 75 75,25 75 6% eljem.7% Tt.Relchsanl. v. 1929 90,4 91,5 75,5 90.4 Donng.Slnleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mi- 75.5 75,5 Äuslos.-Rechten ........... 57,9 57,8 58,4 Tesgl. ohne AuSIos^Rechte...... 6% ebcm. 8% Hess. Bocksstaat 1929 6,4 6,5 6,6 lrüchsablb. 102%)............ Oberhessen Provinz - Anleihe mb 69,5 68,65 68,9 AuÄos.-Rechten ............ Deutsche komm. Sammelab l.An 56 56 — leihe Seriel mit Auslos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bant 54.65 54,5 54.65 Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hvv.«Bant 80.13 79,75 — Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 6U% ebem. 4’/,% Franks. Hyp. Bank«Liqu..Psandbriese ..... 6y,% rficm. 4-2% Rheinische — — 83,75 83,75 — > HhP.-Bank-Liau..Goldpfe. ... 6% ehem. 8% Pr. Landcspfand 83,5 84,25 briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr.PandesPsand 78,5 78,5 78 briesanstalt, Blandbriese R. io 78.5 78.5 ■— 4.20 4,22 58,11 58,35 69.16 69,44 13,31 13,37 16,42 16,48 168,96 169,64 21,40 21.48 68,86 69,14 2,485 2,505 72.90 73,20 80,74 81,06 34,28 34,42