Donnerstag, Dezember 1952 182. Zahrgang M. 283 Erster Statt GkhenerAMiger General-Anzeiger für Oberheffen vn'ck und Verlag: vrühl'fche Univerfitüls-Vuch- und Steindruckerel R. Lange in Gießen. Zchristleltung und Geschäftsstelle: Zchulstraste 7. Annahme von äiijtigtn für die Tagesnummer bis zum Nachmitlag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzoorfchrist 20u , mehr. Chefredakteure Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für denAn- zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in (Biegen. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertag«. Beilagen: Die Illustrierte ©ießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monalr-Vezugrpreir: Mit 4 Beilagen Mt. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251. Anfchrist für Drahtnachrichten e Anzeiger Giehen. poflschecktonto: $ron!futt am Main 11686. Noch immer keine Klärung Ver- Sie, Herr Ministerpräsident haben die Völker zu einem großen Werk der Zusammenarbeit aufgerufen. Ich gebe Ihnen die Versicherung daß den Regierungen für diese Ordnung der Produktion und des Güteraustausches die In- Jehl entstehen neue Schwierigkeiten aus dem Problem der interalliierten Schulden und aus der Abrüstung, und sogleich zeigen die Weltmärkte von neuem eine bedenkliche Nervosität. Wkr alle hier hoffen, daß die noch ungelösten Fragen ebenfalls geregelt werden können und daß die Weltwirtschaft damit in den Stand gesetzt wird, sich zu erholen und neue Hoffnungen zu schöpfen. Die Romantik des wandernden Handwerksburschen ist längst entschwunden, heute bevölkern zumeist Arbeitslose, die von einem Ort zum anderen hasten, die Landstraße. 3n jedem Frühjahr ergießt sich ein Strom wandernder Arbeitsuchender aus den Städten aufs Land, zu Beginn des Winters kehren sie zurück. Obdachlos warten sie, bis die ersten Strahlen der Frühlingssonne am Horizont aufleuchten, um dann erneut den Wanderstab zu ergreifen und wieder Umschau nach einer geeigneten Beschäftigung zu halten Langsam, ganz langsam haben sich tausende jüngerer Leute an dieses Tlmherirren gewöhnt, sie können schon gar nicht anders mehr als einzeln oder in Trupps fvchtend durch die Lande zu ziehen. Waren sie anfangs noch ehr- 2luf dem sozialdemokratischen Parteitag hat sich — übrigens im Gegensatz zu der Stimmung der Landtagsfraktion — die schärfere Tendenz durch- gescht. Trotz des Zentrumsultimatums wurde Fraktionszwang aegen das Konkordat beschlossen und damit das Reg'.erungsbünd- nis ausgekündigt. W-..n vi« Sozialdemokraten das seinerzeit in Preußen getan hätten, wenn sie aus grundsätzlichen Erwägungen einen Vertrag mit dem Papst ablehnten und vielleicht nur von Reichs wegen verhandeln wollten, hätte sich darüber' reden lassen. 3n Preußen aber haben sie gegen die sehr starken Bedenken Arm in Arm mit dem Zentrum für das Konkordat gefochten, haben eine gleichartige Behandlung der evangelischen Kirche rundweg abgelehnt und erst nachträglich einen Paritätsersatz hergeste^ 1 Sie haben also in allen Punkten genaud sGeg^ntetl getan von dem, was sie jetzt i.i -uüen machen. Weshalb? Richt etwa aus grundsätzlichen Lieber- legungen, sondern aus taktischen Erwägungen. Spätestens im nächsten 3ahr muß der Landtag neugewählt werden. Deswegen springen sie ,uuvt. u _ ________ ... __________ jetzt in zwölfter Stunde aus der Verantwortung I f^^actoillt die erste sich ihnen bietende Arbeit heraus, um vor den Wahlen wenigstens noch | nahmen und vom unstetigen Dasein eines.Tipeinige Scheiben von dem süßen Brot der Oppo sition zu essen. Oie Politik als Feind der Wirtschaft. Oer Vorsitzende der Internationalen Handelskammer fordert Beseitigung der Hemmungen und vernünftige Zusammenarbeit. P a r i s , 30. Rov. (WTD.) Der Derwaltungs- rat der Internationalen Handelskammer, der seit gestern in Paris tagt, veranstaltete wie alljährlich ein Abendessen, an dem auch der deutsche Botschafter Köster und Ministerpräsident Herriot teilnahmen. Der Vor- sitzen.e der Handelska ..mer Qljr. Fr owei t (E - ber>eld) sprach in seiner Reoe über die Weltwirtschaftskrise. Wenn die V)elt gerettet werden solle, müsse ein Geist internationaler Verantwortung zur Herrschaft gelangen, der die Verteidigung der berechtigten Interessen jedes Landes mit dem Verständnis für den Standpunkt des anderen Landes verbinde. Ls ist w i r l s ch a f l s f e i n d l i ch , daß alljähr- lich in allen Ländern der Wett Milliarden für Rüstungen verschlungen werden, daß die wirtschaftliche Betätigung d u r ch e i a e Steuerlast gelähmt wird, die auf dem Uebermoß unproduktiver öffentlicher Ausgaben beruht, und daß man bie Uebettragung riesiger Schul- benbeträge von einem Laub zum a nberen verlangt, beten Entstehung nicht auf ökonomischen Vorgängen beruht. Es ist wirkschaflsfeinblich, baß bie Schuld- nerflaaten zur Bezahlung ihrer Zinsen unb zur Amortisierung ihrer Schulben keine andere Möglichkeit haben, als erneut von ihren Gläubigern zu borgen und damit das Kreditgebäude selbst zu erschüttern, was zwangsläufig zur Katastrophe führt, wie wir das im Jahre 1931 gesehen haben. Baden ist wirklich immer so etwas wie ein Musterländle gewesen; dafür galt es schon im Frieden, und auch nach der Revolution hat es eine Beharrlichkeit in seinem Regterungssystem gezeigt, die angenehm von dem Durcheinander anderer Länder abweicht. Die Demokraten sind zwar inzwischen einmal ausgesprungen, aber das Bündnis zwischen Zentrum und Sozialdemokraten hat seit 1919 gehalten und ist für die ganze innere Politik bestimmend geblieben. Jetzt plötzlich ist es mit großem Krach in die Luft geflogen, und erst nachträglich reibt man sich verwundert die Augen, um zu überlegen, was denn nun eigentlich gestehen ift Auch Baden hat fein Konkord a t haben wollen. Die Verhandlungen darüber sind seit Monaten hinter verschlossenen Türen geiuhrt und auch zum Abschluß gebracht, im Sinne wohlverstandener Parität g eidyeihg auch d e Berhand- hingen mit den evangelischen Behörden, so daß, wenn man schon einmal das System der Kirchenverträge überhaupt anerkennt, Einwendungen gegen die jetzt in Baden gefundene Losung kaum gemacht werden können. Da plötzlich über haben die Sozialdemokraten sich um bie Zustimmung zu den Konkordaten herumdru^en wol- len, indem sie sich am liebsten im Landtag der Stimme enthielten. Das hat sich das Zentrum aber nicht gefallen lassen, sondern mit Berufung auf die jahrelange Regierungsgeineinschast die Sozialdemokraten vor das Ultimatum gestellt, baß sie entweder das Konkordat anerkennen oder aus der Regierungsgemeinschaft ausschelden müßten. Richt alle sind soweit gesunken, aber viele haben sich so daran gewöhnt, jeden, der ihnen über den Weg läuft, um eine Gabe anzugehen, daß sie längjt ihre Grund-sätze und Ziele von einst vergessen haben. Männer und Frauen aller Berufsstände finden wir heute auf der „Walze", die für den größten Teil von ihnen zur endlosen Straße zu werden droht, wenn nicht baldigst die Erwerbslosigkeit empfindlich abebbt. Rund fünfhunderttausend Personen durften heute tagaus, tagein klopffechtend durch die deutschen Gaue wandern. Sie fangen allmählich an, sich zu einer Gefahr herauszubilden, wenn es nicht bald gelingt, das Heer der wandernden Erwerbslosen aufzufangen und wieder seßhaft zu machen. Daß sie überall, wohin sie kommen, mit scheelen Augen angesehen werden, ist weniger ihre Schuld, wenn auch manche unter ihnen dazu beigetragen haben, den Erwerbslosen, der mutig genug war, die Mauern seiner Heimatstadt zu verlassen, um in der Fremde ein neues Betätigungsfeld zu finden, in einen gewissen Verruf zu bringen. Man stelle sich aber einmal vor. was aus einem zwanzigjährigen Mann werden soll, dem zwei oder drei Jahre schon die Landstraße zur zweiten Heimat geworden ist, für den das Wandern beinahe zur krankhaften Veranlagung geworden ist. Er ist doch niemals wieder zur geordneten Lebensweise anzuhalten, wenn er nochmals drei Jahre dem gleichen Schicksal überantwortet b eibt. Fünfhunl erlaufend Männer — und unter ihnen nicht die schlechtesten — gilt es ebenso zu retten wie die Millionen, die arbeitslos in den Wohnvierteln der Industriestädte Herumstehen und sich selbst zur Last werden. Könnte hier nicht auch der Arbeitsdienst zum Rettungsanker werden, der die wandernden Arbeitsuchenden auffängt und ihnen die Eigenschaften zurückgibt, die sie in der Gemeinschaft nicht immer einwandfreier Elemente verloren haben oder bestimmt verlieren werden, wenn wan ihnen nicht bald hilft? Es ist wirtschaftsfeindlich, der armung eines Staates dadurch Grenzen ziehen zu wollen,'daß man seine Einfuhr e i n s ch r ä n k t, denn die Einfuhr gibt dem ausländischen Käufer Kaufkraft für die einheimischen Produkte des Landes, und durch Aufhebung die- ser Kaufkraft versetzt man der einheimischen Produktion einen neuen Schlag. Schließlich ist es auch wirtschaftsfeindlich, temporäre Maßnahmen zu treffen, ob es sich um Moratorien für die öffentlichen Schulden, eingefrorene Kredite, Zollerhöhungen, Kontingente, Aufhebung des Goldstandards ober Devisenkontrolle handelt. Indem man vorgibt, daß dies Notmaßnahmen feien, verschlechtert man die Krise nur noch weiter und verlängert die Unsicherheit der Zukunft. Wenn man sich nicht beeilt, zu einer definitiven Regelung zu kommen, wird man nur Vertrauen und Hoffnung von temationate Handelskammer zur freudigen Mitarbeit immer zur Verfügung steht. Ministerpräsident Herriot dankte Frowein für seine Ausführungen und wies dann auf die Verbundenheit von Politik und Wirtschaft hin. Die Wirtschaftsführer seien es, die die einzige wahre Lösung des Problems in Händen hätten. Wenn ein direktes Abkommen zwischen Produzenten verwirklicht werden könne, brauche der Gesetzgeber überhaupt kaum noch einzugreifen. Das sei zum Beispiel der Fall gewesen bei dem deutsch-französischen Kali- abkommen. Eine enge Fühlungnahme sei zwischen den Persönlichkeiten notwendig, die das Allgemeinwohl im Auge hätten. Die in schwierigen Zeitläuften lebenden Männer könnten es sich zur Ehre anrechnen, wenn sie Augenblicksinteressen zu opfern wüßten, deren Rutzcn möglicherweise erst künftigen Generationen zugute komme. Er selbst habe immer versucht, seine Handlungen mit derartigen Gedankengängen in Einklang zu bringen. Solche Ideen habe man auch inLausanne praktisch verwirklicht. Man habe dort die Interessen ausgeschaltet, die ein trennendes Hindernis bilden konnten, und nur diejenigen in Betracht gezogen, die im gemeinsamen Interesse ein Bindeglied bildeten. Frankreich habe nichts gegenDeutschland. Gewiß könnten zwischen beiden Ländern Schwierigkeiten auftauchen; aber die eben geschilderten Erwägungen würden schließlich doch triumphieren. Es genüge, zu zweit zu arbeiten, um diese Hoffnung zu verwirklichen. Frankreich sei dazu bereit. Aufgabe der im öffentlichen Leben stehenden Persönlichkeiten sei es, eine neue Zeit zu gestalten. Diese Ausgabe erfordere viel Geduld und viel Mut. 3m politischen wie im wirtschaftlichen Leben aber müsse jeder loyal daran Mitarbeiten. Heute müßten Wirtschaft und Politik sich gegenseitig unterstützen. trag. In unterrichteten Kreisen verlaute, daß es weniger Veränderungen aufweisen dürste, als Sitweise angenommen worden sei. Für das eichsemährungsministeriums werde jetzt Herr von Flemming, der Präsident der Pommer - schen Landwirtschaftskammer, genannt, für das Arbeitsministerium Prof. Brieß. Mittwochnachmittag habe Schleicher u. a. mit dem Führer der christlichen Gewerkschaften, Otto, verhandelt. Rach der „V o s s i s ch e n Zeitung" spielt, wenn die Betrauung Schleichers erfolge, die Frage des Mißtrauensvotums keine sehr große Rolle mehr, da das Ministerium Schleicher dann als geschäftsführendes Kabinett weiter am Ruder bleiben würde. Von großer Bedeutung fei die Frage, ob der Reichstag die R o t v e r o r d n u n g e n der Regierungen Brüning und Popen auf heben werde, wozu die nationalsozialistisch-kommunistische Majorität jederzeit in der °age wäre. Schle ier habe denn auch an Hitler uie Frage stellen len, ob er, der sich rühme, der einzige zu , der den Bolschewismus in Deutschland niederschlagen könne, im Reichstag das Zusammengehen mit den Kommunisten fort* sehen wolle. — Der „Börsenkurie r" sagt, Schleicher plane eine großzügige QI m n e ft l e für diejenigen, die von der drakonischen Justiz der Sondergerichte getroffen wurde. Er plane auch eine Lockerung der sozialpolitischen Bestimmungen der letzten Rotverordnung. Hier handele es sich besonders um die Ermächtigung zur Lohnkürzung. Im Vordergrund solle wirkliche Arbeitsbeschäffung stehen. Das Programm Schleichers bringe es mit sich, daß die 'Rationalsozialisten in der Form ihrer Opposition sehr vorsichtig sein müßten. Es liege z. B. in ihrer Hand, den Reichstag arbeitsunfähig zu machen und ein Amnestiegesetz zu vereiteln, das si<>erlich auch nicht wenigen SA.-Leuten zugute käme. Bayerns Fmanznot. 15 Millionen vom Reich gefordert. München. 33.Rov. (EQlD.) 3m Staatshaus- haltsausschuß gab heute der Leiter des Finanzministeriums, Staatsrat Schäffer, eine Darstellung über die schwierige bayerische Finanzlage. Insgesamt sei bei den Reichsüberweisungen ein Minderertrag von 34 Millionen zu erwarten. Die Einnahmen des bayerischen Staates wiesen eine Verschlechterung von über 56 Millionen, das sind ein Achtel des gesamten Zuschußbedarfes des bayerischen Staates, auf. Wenn durch Sparmaßnahmen bisher 11,75 Millionen eingespart werden konnten und durch weitere derartige Maßnahmen noch rund 29.4 Millionen eingespart werden sollen, so blieben noch 15,1 Millionen zu decken. Landnöten. ! Wir haben bisher immer geglaubt, daß eine | Krise im autoritären System wesentlich anders aus- jeben würde als zu Zeiten des Parlamentarismus, müssen aber jetzt eingestehen, daß wir uns da einer schweren Täuschung hingegeben haben. Das, was wir jetzt erleben, gleicht ziemlich genau den unerfreulichen Formen, unter denen sich früher die Abwicklung einer Krise ab spielte; höchstens mit der einen Einschränkung, daß man damals wenigstens wußte, was die Parteiführer wollten und eine gewisse öffentliche Kontrolle möglich war. Heute dagegen tappt alles völlig im Dunkeln, da man bestenfalls weiß, wer verhandelt, aber nicht einmal weiß, wie der dazugehörige Auftrag aussieht unb vor allem nicht zu erkennen ist, wer eigentlich für wen oder gegen wen verhandelt. Die letzten Tage haben ein innerpolitisches Durcheinander geschaffen, das jetzt eine Lösung gebiete- risch erfordert, wenn wir nicht allnmhlich ins Chaos hineingleiten sollen. Die Gefchichten- träger, die durch ihre Gerüchtemacherei eine Vergiftung der öffentlichen Meinung erreichen wollen, haben große Zeiten. Es gibt nichts, was nicht mehr geglaubt wird. Sogar die ganz alten Geschichten von den Regendschaftsplänen tauchen wieder aus; von dem Kaiser, der die Würde für sich selbst erstrebt und sie seinem Sohn nicht gönnt, bis zur Kronprinzessin, die nicht ihren Mann, sondern ihren ältesten Sohn Herausstellen möchte. Kiatschgeschich- ten, die selbstverständlich in aller Ausführlichkeit ins Ausland telegrafiert werden und dort den Ein- druck entstehen lassen, als ob wir unmittelbar am Vorabend einer Revolution stehen. Der Leidtragende dabei aber ist in seinem Ansehen der Reichspräsident, der doch der einzig ruhende Pol in der Erscheinungen Flucht war und sich jetzt einem öturm von Verdächtigungen wehrlos gegenüber geftem sieht, dem auf die Dauer auch seine Autorität mckst gewachsen ist. Es ist daher ein Gebot der Staatsnotwendigkeit, daßmit diesen Hintenherumoerhandlungen endlich Schluß gemacht wird. Im Kreise läßt sich diese Krise so wenig lösen wie alle früheren. Wir haben acht Tage damit verloren, daß die Parteiführer den Mut zur Verantwortung nicht sanden, sondern sich gegenseitig taktische Fußangeln legen wollten. Wir haben weitere acht Tage damit verloren, daß immer noch überlegt wird, ob irgendwelche Möglichkeiten bestehen, mit Herrn Hitler auf Umwegen ins Geschäft zu kommen und ihm etwa „eine Tolerierung »weiten Grades" abzunötigen. Das alles hätte sich in wenigen Tagen auch erledigen lassen, ohne die deprimierenden folgen einer ins Beängstigende gestiegenen Nervosität. neuem erschüttern. Frowein wandte sich dann an Herriot und erklärte: Wir haben mit Befriedigung von der Rede Kenntnis genommen, die Sie, Herr Ministerpräsident, im Nationalen Wirtichaftsrat Ihres Landes vom 9. November d. I. geyalten haben. Wir sehen bereits, so sagten Sie damals, die Anzeichen einer Erholung der Wirtschaft. Der Augenblick ist gekommen, da man durch die Verdoppelung der Anstrengungen auf den lange erwarteten Aufschwung hoffen kann. Herr Ministerpräsident, in der letzten Sitzung unseres Derwa.tungsrates am 24. Juni d. I. konnte ich meiner Befriedigung über die er ft en Ergeb nisse der Lausanner Jt on f e r e n - Ausdruck geben. Seitdem I ’ Ä Ergebnisse der Lausanner Konferenz AuÄruck geben. Seitdem hat diese Konferenz auch zu einer Regelung der Reparationsfrage geführt, die der Menschheit einige Hoffnung gegeben und sich ähnlich in ein Anziehen der Rohstoffpreise und ähnliche Zeichen der Erholung umgesetzt hat. Berlin, 1. Dez. (ERB. Funkspruch.) Auch der heutige Mittag hat die von allen Seilen gewünschte Klärung der innerpolitischen Lage noch nicht gebracht. Bis zur Mittagsstunde ist n o ch kein Termin für die in Aussicht genommene neue Besprechung beim Reichspräsidenten angeseht. Es wird auch wieder als zweifelhaft bezeichnet, ob die Entscheidung heute noch kommt. Das gilt namentlich für die Betrauung des Generals von Schleicher mit dem Kanzleramts Auch jetzt stehl die Kandidatur Schleicher weiter als einzige im Vordergrund. Es scheint aber, daß der General immer noch Möglichkeiten sieht, die die Basis feines Kabinetts nach der Seile der Ralionalfozialiften hin verbreitern könnten, und diese Möglichkeit will er offenbar in aller Ruhe und Geduld ausschöpseu. 3n welcher Form das geschieht, läßt sich noch immer nicht mit absoluter Gewißheit übersehen. So sehr man auch in der Wilhelm- und in der Vendler- struhe Verständnis für das Bedürfnis der Oeffent- lichkeit nach einem baldigen Abschluß der Krise hat, hält man doch an dem Standpunkt fest, daß jede Verständigungschance ausge- n ü h 1 und daß dafür unter Umständen auch eine weitere Verzögerung in Kauf genommen werden muß. Unter diesen Umständen ist es im Augenblick unmöglich, einen festen Zeitpunkt für die Klärung zu nennen. Oie presse zur Lage. Berlin, l.Dez. (ERB.) 3n den Berichten der Morgenblätter über die innerpolik.fche Lage kommt die Auffassung, daß die größte Wahrscheinlichkeit für die Ernennung Schleichers zum Reichs'ivz'er besteht, ebenfalls übereinstimmend zum Ausdruck. Rach dem „Cofal- anzeiger" wird angenommen, daß der Reichspräsident in der letzten Besprechung mit Schleicher am Mittwoch auf Beschleunigung der Regierungsbildung gedrängt hat, zumal dem Reichspräsidenten und auch anderen verantwortlichen Politikern aus dem Reiche mehrfach das dringende Ersuchen auf Beendigung des unsicheren politischen Zustandes zugegangen sei. — Die „DAZ." erfährt, daß jetzt nicht mehr mit einem Berliner Besuch Adolf Hitlers zu rechnen sei. An seiner Stelle werde voreusficht- lich Gregor Straßer wieder in Berlin eintreffen. Allerdings verlaute, daß Straßer nicht mit Vollmachten für politische Verhandlungen versehen worden sei. Es werde sich erst Herausstellen müssen, welchen Sinn die Mission Straßers haben solle. Auch zu dem Rätselraten über die Zusammensetzung eines Kabinetts Schleicher gibt die „DAZ." einen neuen Bei- zu nehmen und vom unstetigen Dasein eines,Tch- pelbruders" Abschied zu nehmen, so hat sie die Erwerbslosigkeit und der Mangel an geeigneten [ Arbeitsplätzen schließlich zuLandstreichern gemacht. Aus der Provinzialhauptstadt t < 1 D s Ix sc fr Ll S ■ ri 6ta pb. Du Stabtri der Ste nungsjahr her für bi desburc erhöht Wei Deichs nid nen, und schlag, um -u decken,: von Stadt llchen Erk! schritten, t 8 gegen 6 bcn banad 1932 erhc W Pf. von Erunbstücke derbekapita fom Sewer Sondergebä Prozent, un Mt vom Erhöhung ff ter der Dürc munsliste, S« uni o«iTio!taten "ahweder^ dvn zirka t Ao Lo tretet Dao n a l i nung Erör Beid' in r m u i land folge b en r ü T Die wer, Ar ve un? nie ßä wo sar Bei Ai la* ich u jsbar >ertei 1 Franks bung.) Die dem heutige mit yinäd)' könnten — tum sich i schäft beteii weiter f fdjäjt mar < etwas betet im Verlauft Der schwach blieb ohne C liegende güi fa kräftige Widerhall. Im allge "1OÜJahre Chloroform Eine Festsitzung im Chemischen Institut. , funben. Außerdem entdeckten die Beamten eine große Reihe von Fakfirnilestempeln, die die Namen maßgebender Beamten europäischer Polizeibehörden aufwiesen. Die Fälscher hatten 30 Sorten verschiedenfarbiger Tinte, mit deren Hilfe sie die in ben verschiedenen Ländern gebräuchlichen Paßnotierungen Vornahmen. Große Hochwasserschäden am Panamakanal. Wie aus Panama berichtet wird, hat das Hochwasser des Panamakanals große Schäden verursacht. Insbesondere wurde der in Bau befindliche Maddendamm vom Hochwasser in Mitleidenschaft gezogen. Dort rissen die Fluten eine Anzahl Daukrane und Dampfbagger mit sich fort. Auch der Chagres-Fluh führte Hochwasser, das den kleinen Ort Cilibrillo vollkommen überschwemmte. Die Bevölkerung des Ortes verließ fluchtartig die Wohnungen; drei Menschen ertranken. lorenßing- LmAnlo nen m 9“ MesitzaM Tausch gegen Obligationen Staijlbonbs Auslanbsrenl bessert. Ac Verlause Man habe sich deshalb an das Reich mit der berechtigten Forderung gewandt, diesen Betrag zur Verfügung zu stellen. Rur so könne der bayerische Etat ordnungsmäßig abschließen. Das Reich habe für Maßnahmen, über deren Zweckmäßigkeit man streiten könne, Hunderte von Millionen aufgebracht. Es müsse daher auch möglich sein, daß die öffentlichen Institute, wie es Länder und Gemeinden seien, dieselbe Gnade fänden, wie gewisse w'.rtfcheft t ;e Großbetriebe. Hinzu komme, daß die allgemeine Finanzpolitik eine A e n d e - rung des Finanzausgleichs gebracht habe. Das Reich habe einzelne Teile der Einkommensteuer mit besonderen Ramen belegt, die Ledigensteuer usw. und damit diese Teile zu 100 vom 100 für sich einbehalt e n, so daß Länder und Gemeinden heute tatsächlich nicht mehr 75, sondern nur mehr 50 v. H. der Einkommensteuer bezögen. Bei der Reichsbahnabfindung forderten die Länder nicht, daß das Reich den Kapitalbetrag auslege, weil das Milliardenbeträge wären. Das Reich habe aber 500 Millio n en Reichsbahnvorzugsaktien, die nicht Vermögen des Reiches, sondern gemeinsames Vermögen der früheren Eisenbahnländer seien. Diese Vorzugsaktien brächten eine Dividende von 7 v. H , also von 35 Millionen Mark. Das Reich habe sich früher grundsätzlich bereit erklärt, diese 35 Millionen als Abschlagszahlung für die Zinsanfprüche der Eisenbahnländer zur Verfügung zu stellen. Das Reichs nnanzministerium habe nunmehr Bayern mitgeteilt, daß es seine gesamte Rechtsanschauung geändert habe und das Recht jeglichen Aufwertungs- und Entschädigungsanspruches der Länder überhaupt bestreiten wolle. Staatsrat Schäffer erklärte. Die Folge werde eine beschleunigte Feststellungsklage beim Staatsgerichtshof sein müssen. Für Bayern würde sich für die letzten zwei Jahre daraus «in Betrag von 4,5 Millionen errechnen. '/' L i ch im hi R ein E S Eilten Dann daz i^rner M Tn das n^men °h> ?W>toneti fangen, Lich ßn Drui kt Abeir y fib. S ,-nit, D SS (, ,®«ld s ®i; ° ltort. Cj ' 1 Jede Spende wird mit herzlichem Danke angenommen! Spenden sürdieGießenerWiniernothilfe Don der Geschäftsstelle der Gießener Winternot. Hilfe wird uns mitgeteilt, daß der Edeka-Derband 100 Lebensmittelscheine ä 1 Mark zur Förderung des Winternothilfswerkes gespendet hat. <#icf;:ner -sockenMarktpreise. • Gießen, 1. Dez. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt-. Süßrahmbutter Pfund 1,30; Landbutter 1,30: Kochbutter 1,00; Matte 25 bis 30; Wirsing 8 bis 10; 'Weißkraut 6 bis 8; Rotkraut 8 bis 10; gelbe Rüben 8 bis 10; Rote Rüben 8 bis 10; Spinat 15; Anter-Kohlrabi 6 bis 8; Grünkohl 15; Rosenkohl 20 bis 25; Feldsalat 80; Zwiebeln 8 bis 10; Meerrettich 35 bis 60; Schwarzwurzeln 25 bis 30; Kartoffeln 3; Aepfel 18 bis 35; Birnen 20 bis 35; Dörrobst 35 bis 40; Honig 40 bis 45; junge Hähne 70 bis 90; Suppenhühner 60 bis 80; Gänse 65 bis 75; Enten 80 bis 90; Rüsse 35 bis 40; Tauben Stück 50 bis 60; Käse 5 bis 10; Eier (ausl.) 12 bis 14; Eier (inl.) 14; Blumenkohl 30 bis 60; Endivien 8 bis 15; Ober-Kohlrabi 8 bis 10; Lauch 5 bis 10; Rettich 10 bis 15; Sellerie 10 bis 35; Kartoffeln Zentner 2,50; Weißkraut 3,00; Rotkraut 5,00 bis 6,00; Wirsing 4,00 bis 4,50 Wk. •• Vonunserer Garnison. Heute und morgen weilen der Kommandeur der V. Division, Generalleutnant Liebmann, und der Kommandeur des 15. Inf.-Rgts. Oberst Kienitz in unserer Stadt, um dem Dienst bei unserem I. (Hess.) Grenadier-Bataillon beizuwohnen. ** Handelskammer . Wahlen. Bei ben Ergänzungswahlen zur Industrie- und Handels- kammer Gießen wurden im Bezirk Alsfeld Kammer- zienrat Gustav Ra m speck (Alsfeld), im Bezirk Lauterbach Fabrikant Jakob Die hm II. (Lauterbach) wiedergewählt. ** Jubiläum. Herr Ludwig Schember, wohnhaft Schützenstraße 15, ist heute 25 Jahre als Rockschneider bei der Firma Gebr. Stamm tätig. ** Zur Richtigstellung. Der Allgemeine Deutsche Fvauenoeroin bittet uns, den gestrigen Bericht über die Werkstätten der Winternothilfe, einem Zweig der Frauenhilfe, dahin zu berichtigen, daß bei der Kleiderverwaltung und -Ausgabe alle Frauenorganisationen Mitarbeiten. wegen Unterschlagung verurteilt. Dor dem Dresdener Schöffengericht hatte sich der langjährige Kassierer der Sektion Dresden des Deutschen und Öesterroichischen Alpenoereins, A n - foul, wegen der umfangreichen Unterschlagungen zu verantworten, die im Juli d. I. ausgedeckt wurden und damals großes Aufsehen erregten. Die Höhe der Unterschlagungen ließ sich bisher noch nicht genau ermitteln, sie wird aber auf mindestens 80 0 0 0 bis 90 0 0 0 Mark beziffert. Ansoul war Ende Juli bei Aufdeckung der Unterschlagungen geflohen, wurde aber von der Kriminalpolizei auf dem Dresdener Hauptbahnhof verhaftet. Das Urteil lautete auf drei Jahre und drei Monate Gefängnis und drei Jahre Ehrenrechtsverlust. 121 Tage Untersuchungshaft kommen in Anrechnung. D.e Zubilligung einer Bewährungsfrist wurde ab gelehnt. Le nen 3U Mass Z Sor« r* mente f bei der Suj der tzauB beschrank' Die Sulili daß wogens grübe ®aren sichtlichen w einer eW im MB W «Rütfaang V ten W Sl^rtK mens, E Atlanten, 0- Maschinenai- BiSher 300000 Morgen Siedlungsgebiet. Berlin, 30. Nov. (TU.) Wie die „Landwirtschaftliche Wochenschau" erfährt, ist die Aussonderung der nicht e n t s ch u l d u n g s - fähigen Güter im Ost Hilfegebiet soweit fortgeschritten, daß jetzt bereits 300 000 Morgen für die Entscheidung über die Eignung für Siedlungszwecke vorliegt. 2sus Ostpreußen dürften etwa 180 000 Morgen aus dem Entschuldungsverfahren der Siedlung zugeführt werden, in Pommern etwa 200 000 Morgen. Dazu kommen noch die Aussonderungen in den Osthilfegebieten, besonders Schlesien, Grenzmark, Posen, Westpreußen, Brandenburg, Mecklenburg. Man kann nach den Schätzungen für Ostpreußen und Pommern und nach der jetzt bereits erfolgten Entscheidung über 300 000 Morgen damit rechnen, daß für die Siedlung im Osthilfegebiet insgesamt mindestens 500 000 Morgen zur Verfügung stehen. Turati aller Aemter enthoben. R o m, 30. Nov. (TU.) Der Abgeordnete T u r a 11 ist, wie parteiamtlich mitgeteilt wird, vom Parteisekretär Staraze für unbestimmte Zeit mit der Strafe der Suspension von allen Siem- tern belegt worden. Als Grund wird angegeben, daß er in einigen Privatbriefen, die der Oeffent- lichkeit bekannt wurden, Ausdrücke gebraucht habe, die besonders bei einem Inhaber faschistischer 21 e m t e r bedauernswert und unzulässig seien. Turati ist bekanntlich im Dezember 1929 als Nachfolger Farinazzis Sekretär der Faschistischen Partei geworden. Dieses Amt hatte er dis zum Oktober 1930 inne. Alle Aemter, die Turati noch in diesem Jahre bekleidete, hat er jedoch bereits zu Beginn dieses Herbstes niedergelegt, was ihm wohl infolge verschiedener Verfehlungen von höherer Stelle nahegelegt worden war. Geldspenden für die Winternothilfe. Die Geldsammlung für die Gießener Winternothilfe hat bisher in der Bürgerschaft erfreulicherweise rege Unterstützung gefunden. Das große Ausmaß der Not macht weitere reiche Spenden erforderlich. Es handelt sich darum, den hilfsbedürftigen Familien nicht nur die dringendsten Lebensbedürfnisse zu beschaffen, sondern ihnen auch eine kleine Freude zum bevorstehenden Weihnachtsfest zu bereiten. Darum gebe jeder Bürger auch weiterhin opferfreudig sein Scherflein! Wenn es auch in manchen Fällen schwer wird, von den eigenen beschränkten Geldmitteln noch etwas abzugeben, so lasse man sich doch das Opfer nicht verdrießen, man mache auch nicht — wie es leider in unangebrachter Weise vereinzelt vorgekommen ist — den freiwilligen Sammlerinnen und Sammlern Vorwürfe, sondern man denke an die drückende N o t in vielen Familien und leite daraus die Verpflichtung für sich ab, freudig und nach besten Kräften zu helfen. Zur Hundertjahrfeier der Entdeckung des Chloroforms durch Liebig fand auf Veranlassung derGesellschaftLie- big-Museum Gießen eine Festsitzung statt, an der sich auch die Medizinische Gesell- s ch a f t und die Oberhessische Gesellschaft für Ratur- und Heil.knnde beteiligten. Im großen Hörsaal des Chemischen Instituts, der bis auf den letzten Platz gefüllt war, hielt Geheimrat Sommer, zugleich im Ramen der Vorsitzenden der beiden anderen Vereinigungen, die begrüßende Ansprache und wies auf die Bedeutung des Tages hin. Sodann gab Herr Prof. Weitz einen Einblick in die Lntdeckungsgefchichte und Chemie des Chloroforms und führte etwa folgendes aus: „Das Chloroform ist vor hundert Jahren vcn 2. Liebig in Gießen und etwa gleichzeitig von dem Franzosen Soubeiran entdeckt worden.' Beide Chemiker erkannten jedoch nicht die richtige Zusammensetzung; Liebig, der die org. Analyse sehr vervollkommnet hatte, glaubte eine Verbindung von Chlor und Kohlenstoff in den Händen zu haben und übersah den Gehalt an Wasserstoff, der weniger als 1 Prozent beträgt. Im Jahre 1834 stellte dann Dumas (in Paris) durch Bestimmung der Dampfdichte nach einer von ihm gefundenen Methode fest, daß die Formel des Lie- bigschen „Chlorkohlenstoffs" nicht richtig sein konnte und gab die noch heute gültige Formel an, die er durch eine Analyse belegte. Dies rief folgende Kritik Liebigs hervor: „Ich behaupte nun, daß der Wasserstoffgehalt dieses Körpers auf analytischem Wege durchaus nicht ermittelt werden konnte, und wenn Herr Dumas erklären würde (NB. tatsächlich hat er es erklärt), daß er ihn durch die Analyse, und zwar mit Genauigkeit, bestimmt habe, so halte ich oics für Charlanterie. Diese Entdeckung hat Herr Dumas allein seiner... Methode, das spezifische Gewicht der Dämpfe... auszumitteln, zu verdanken, und wahrlich, er hätte wohl kein schlagenderes Beispiel für ihre Dor- trefflichkeit... mir vor Augen bringen können; es ist dies eine Lehre, die wenigstens bei mir nicht verloren gegangen ist." Dumas stellte auch fest, daß das „Chloroform" in naher Beziehung zur Ameisensäure (acid. formicicum) steht und benannte es dementsprechend. Das Chloroform wurde von Liebig nach zwei Methoden dargestellt, einmal durch Destillation von Alkohol mit Chlorkalk (so auch Soubeiran), anderseits durch Einwirkung von Alkalilauge auf das — ebenfalls von ihm entdeckte — Chloral. Die beiden Methoden — nach denen das Chloroform bis heute fast ausschließlich gewonnen wird — wurden erklärt und im Versuch voraeführt. Zum Schluß besprach der Vortragende, ebenfalls an der Hand von Experimenten, die wichtigsten Umwandlungen des Chlorosorms. Anschließend sprach Prof. Hildebrand über die Entwicklung der Narkose, deren Durchführung mit Hilfe des Chloroforms allbekannt ist, und letzte etwa Folgendes dar: „Die hundertjährige Wiederkehr des Tages der Entdeckung des Chloroforms durch Liebig in Gießen gibt uns die Berechtigung, danach zu fragen, welche Bedeutung dieser Entdeckung zukommt. Das Chloroform führt, wie auch andere gasförmige Stoffe, zur sog. Narkose, einem Zustand, in dem gewisse Teile unseres Zentralnervensystems^ wie Bewußtsein, Schmerzempfinduna und Muskelbewegung, ausgeschaltet sind. Diese Allgemeinnarkose hat eine lange Vorgeschichte. Im Altertum und Mittelalter ließ man die Patienten zur Schmerzbetäubung berauschende Mittel, wie Opium und Hanf, trinken. Weiter hat man die sog. „Schlafschwämme" ange« wandt, die mit narkotischen Substanzen, wie Mohn, Alraun, Bilsenkraut, Hanf getränkt waren. Auch alkoholische Grtränke, die auch jetzt noch von pri- mitioen Völkern angewandt werden, wurden viel- fach benutzt. Bei all diesen Verfahren war eine exakte Dosierung nicht möglich, und sie haben sicher zu vielen Todesfällen in der Narkose geführt. Was wir heute unter chirurgischer Narkose verstehen, ist die Errungenschaft des vorigen Jahr- Aus aller Welt. Raubmord an einem Stationsvorsteher in Holstein. Der Stationsvorsteher Stollmann in Bad Schwartau ist in seinem Dienstzimmer mit schwe- ren Verletzungen ermordet aufgefunden worden. Stollmann hatte sich Donnerstag früh kurz nach 5 Uhr zum Dienst begeben. Die Tater haben aus der Kleidung des Ermordeten die Schlüssel zum Kass en sch rank entnommen und 650 Mark g e ra u b t. Bisher fehlt von den Räubern jede Spur. Rücksichtsloses Spiel mit Erwerbslosen. Im Berliner Bezirk Wedding — besonders in der näheren Umgebung der Arbeitsämter — wurde eine Anzahl gefälfchterAnweisungen auf Freikartoffeln für Erwerslose verteilt. Offensichtlich wollen die Urheber dieser gefälschten Anweisungen größere Teile der Erwerbslosen des Bezirks Wedding aufeinen Ort konzentrieren, um dann durch die begreifliche Erregung unter den Arbeitslosen über die Nichtverabfolgung der angeblich versprochenen Kartoffeln Unruhe in die Massen hineinzutragen. Bisher ist es noch nicht gelungen, die Hersteller und Verteiler dieser gefälschten Anweisungen festzustellen. Eine Lisenbahnräuberbande unschädlich gemacht. Dem Fahndungsdienst der Reichsbahndirektion Halle ist es in Zusammenarbeit mit der Landjägerei Holzweißig gelungen, eine siebenköpfige Eisenbahnräuberbande unschädlich zu machen. Die Täter stammen sämtlich aus Holzweißig. Die Bande arbeitete so, daß sie, nachdem Güterzüge vor einem Einfahrtsignal oder auf einein Bahnhof zum Halten gekommen waren, einen oder mehrere Güterwagen erbrachen und Stückgüter abwarfen. Es wurden in der Hauptsache Stoffe, Luxuszigaretten, Kleidungsstücke und Lebensmittel entwendet. Bisher sind 2 0 Zug - Überfälle aufgeklärt worden. Vier Personen aus Holzweißig wurden wegenBegünstigung und Hehlerei in Haft genommen. Pahfälscherwerkslakl in Berlin ausgehoben. 3n Berlin-Wilmersdorf ist nach einer Meldung Berliner Blätter eine Werkftatt internationaler Dokumentenfälscher von der Kriminalpolizei ausgehoben worden. Die beiden Führer der Fälscherbande wurden von der politischen Po- Itjei fe ft genommen. Bisher haben sie jede Aussage über ihre Tätigkeit verweigert. In verschiedenen Verstecken fand die Polizei mehrere Hundert fertiger Stempel, die den Dienftftempeln vieler europäischer Polizeibehörden nachgebildet waren. U. a. wurden Stempel deutscher, tschechischer, russischer, englischer upb schwedischer Polizeipräsidenten ge- Tleue Männermode. Die Mode der Männerkleidung sprang vor etwa hundert Jahren aus reicher Buntheit in eintöniges Braun über. Seit dieser Zeit wurde auch jede' Rüsche, jeder Aufschlag, kurz jedes kleine Stück Rokoko entfernt, durch das man damals noch einen Mann vom andern unterscheiden konnte. Auch heute schreitet dieser Zug zur Eintönigkeit in der Männerkleidung dauernd fort. Der Zylinder glänzt nur noch über den Tränen am Grabe und in dem Klang der Hochzeittglocken. Der Klapphut, ben unsere Väter noch Mitnahmen, wenn sie in das Theater gingen, ist, gleich dem Hochrad, endgültig in den Museen gelandet. Spazierstocke mit Elfenbeinkrücken, Knopfstiefel und Monokel an schwarzen Bändern werden nur noch von Herren getragen, die wie ein Mahnmal vergangener Zeiten langsam durch stille Villenstraßen wandeln. Der weiße Streifen an der Herrenweste, die Perle in der Krawatte, der Astrachankragen und selbst die Gardenie im Knopfloch, — alles das wird nur noch auf der Bühne getragen, wenn er gilt, Herrn Sudermann ober andere Helden vergangener Zeiten zu ehren. Selbst der Schlitz im hinteren Teil des Jacketts ist zugenäht und in wenigen Jahren werden nur noch Umstürzler und Außenseiter Knöpfe auf den Aermel- außchlägen tragen. Nun tauchen in allen Kulturstaaten von Zett zu Zeit Vereine und Gesellschaften auf, die sich mit der Erneuerung und Verbesserung der Männerkleidung befassen. Die Mitglieder veranstalten plötzlich an schönen Sonntagen eine Kundgebung, die darin besteht, daß sie in einer Toga oder einem „Gesundheitsanzug" mit Schillerkragen und Turnhöschen in Gruppen spazieren gehn. „Freier Hals und freies Knie" ist der Wahlspruch, der auch meistens auf den Stammtischfähnchen dieser Herren zu finden ist. Diese kühnen und entschlossenen Abenteurer fangen die Dinge aber am verkehrten Ende an! Ein Mann, den Oberkörper bis zum Gürtel entblößt, am Ruder oder am Amboß stehend, kann nicht nur auf Briefmarken gewaltig und eindrucksvoll wirken. Ein Mann aber in kümmerlichen Knabenhöschen und Schillerkragen, aus dem der Adamsapfel herausfordernd ins Weltall stößt, verliert den letzten Rest männlicher Schönheit. Das Ziel dieser Verbesserer sollte nicht in der Vereinfachung, sondern in der geschmackvollen Ausgestaltung der Männermode liegen. Man könnte sich denken, daß die unter ben Schuhen burchgezogenen Hosenhalter wieberkehren. Die engeren, nach unten gestrafften Hosen aus feinem, hellerem Tuch erwecken den Eindruck der Länge und geben dem Fuß eine gefällige Linie. Auch könnte der Schnittrock, wie man den „Cut" verdeutscht, wieder getragen werden. Er müßte indessen aus gutem Tuch von einem guten Schneider gefertigt werden, und ein schlanker, kühner Mann könnte es vielleicht einmal wagen, zum Biedermeierbraun zurückzukehren und einen andersfarbigen Kragen auf dem Cut zu tragen. Auch wäre eine zweireihige Weste aus guten, selbst hellen Farben zu empfehlen. Ferner könnte man, selbstredend nur bei festlichen oder amtlichen Anlässen, an der Krawatte und aus den Aermeln heraus den Hauch oder die Andeutung einer Spitze tragen. Hier werden selbst mutige Männer erschrecken, aber ich sehe doch heute schon Spitzentaschentücher handbreit aus den Brusttaschen der Männer flattern, und in unserm Familienalbum stehen verschiedene Herren aus dem wilhelminischen Zeitalter, die im Westenausschnitt zum Frack ein seidenes Spitzentaschentuch tragen, von dem Mutter behauptet, es sei meistens rot gewesen. Ich könnte mir vorstellen, daß ein Mann, in der oben geschilderten Art gekleidet, ein Land regieren ober einer Friedenskonferenz vorstehen könnte, ohne eine lächerliche Figur zu machen. Was man von einem als Wandervogel gefleibeten Neugestalter der Männermode schwerlich behaupten kann. M. A. Vornotizen. — Tageskalender für Donners tag: Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand- Platz, 15 bis 17 Ahr, Ausstellung. — Deutscher Sprachverein, Gießen, 20.30 Ahr, Hörsaal 54, Aniversitäts-Vorlesungsgebäude, Vortragsabend. — Bund der Lahnfreunde, 20.30 Ahr, Hotel Hopfeld, Hauptversammlung. — GRD. v. 1885, 20.30 Ahr, „Hessischer Hof", Jahres-Hauptversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Friederike". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Menschen hinter Gittern". — Aus dem St ad t thea ter-Dureau wird uns geschrieben: Als 9. Vorstellung im Freitag-Abonnement morgen die Schlageroperette „Peppina" von Oesterreicher und Stolz. Leitung: Wrede — Moehl — BLulke. Operettenpreise. Spieldauer von 20 bis 22.30 Ahr. — Zum letztenmal gelangt am Sonntag, 4. Dezember, 18.30 Ahr, der Schwank: „Der Raub der Sabinerinnen" von Schönthan, unter Karl DoIcks Spielleitung, als Fremdenvorstellung zu ermäßigten Preisen zur Aufführung. Ende 21 Ahr. — In Vorbereitung ist das Schauspiel „Der Dieb", von Henry Bernstein, das unter Karl He Ysers Spielleitung am Dienstag, 6. Dezember, aufgeführt wird. — Oeffentliche Adventsfeier. Man schreibt uns: Bei der diesjährigen Adventsfeier der Christengemeinschaft, Bewegung für religiöse Erneuerung, am morgigen Freitag, 20.15 Uhr, im Raum der Christengemeinschaft, Grabenstraße 11 Gartenhaus) spricht Joachim Sydow (Hannover) zum Thema „Abventserwartung in vorchristlichen Kulturen" (zugleich ein Beitrag zum Verständnis der Ausgrabungen von Ur in Chaldäa). Der Vortrag ist öffentlich und allgemein zugänglich. (Siehe । heutige Anzeige.) Hunderts, und knüpft sich an die Namen Davy, Wells, Jackson, Morton und Simpson. Davy erkannte als erster die narkotischen Eigenschaften des Stickoxyduls, das er wegen seiner berauschenden Wirkung „Lachgas" nannte. Wells war mit der erste, der mit Hilfe narkotischer Dämpfe bei operativen Eingriffen bewußt Allaemeinnarkose an- wandte. Angeregt durch diese Versuche prüfte Jackson an sich und anderen die narkotische Wirkung des Aethers, fand aber bei der Empfehlung feines Mittels bei seinen Kollegen keinen rechten Glauben. Man hielt derartige Bestrebungen in dieser Zeit für „unsinnig" und „lächerlich". Durch die Vermittlung Mortons führte im Jahre 1846 der Chirurg Warren am 16. Oktober 1846 die erste größere Operation in Aethernarkose aus, und damit war die Bahn für die Einführung der Jnbalations- narkose endgültig freigegeben; bas Verfahren kam schnell nach Europa und wurde in den nächsten Jahren in allen Kliniken der Welt eingeführt. Der große Fortschritt besteht darin, daß bei diesen gasförmigen Stoffen eine genaue Dosierung möglich ist. Die Narkose ist „steuerbar", sie kann durch Erhöhung ober Erniedrigung der Konzentration der Dämpse in der Atmungsluft jeweils auf den gewünschten Grad eingestellt werden. Diese scharfe Einstellung ist deswegen notwendig, weil man sich in der Narkose gewißermaßen zwischen Scylla und Charybdis bewegt: einerseits muß sie tief genug sein, damit der Patient in voller Bewußtlosigkeit und ohne jede Schmerzempfindung ist, anderseits darf sie nicht zu tief fein, weil sonst die lebensnotwendigen Zentren im verlängerten Niark, die die Atmung und den Blutkreislauf regulieren, gefährdet werden, denn wenn auch sie in Narkose kommen, erlischt das Leben. Im vorigen Jahrhundert hat das Chloroform praktisch das ganze Feld eingenommen. Im Laufe der Jahre stellte sich aber heraus, daß das Chloroform ein schweres allgemeines Zellgift ist und daß die Chloroformnarkosen mit verhältnismäßig großer Gefahr verbunden sind. Infolgedessen ist die Anwendung des Chloroforms immer mehr zurück- gegangen, und heutzutage wird das Chloroform praktisch nicht mehr angewandt. In steigendem Maße beschäftigt man sich in ben letzten Jahren mit dem Ausbau unserer Narkosemethoden, und man hat dabei wichtige Fortschritte gemacht. Die Stickoxydulnarkose und die Narzylen- narkose sinb hier vor allem zu nennen, weiter die Avertinbasisnarkose, bei welcher bas narkotisch wir- kenbe Avertin dem Patienten als Einlauf gegeben wird, woburch er praktisch ganz von bem psychischen Insult der Vorbereitung zur Operation befreit wirb. Die Zuhörer dankten mit lebhaftem Beifall für die aufschlußreichen und fesselnden Darbietungen der beiden Redner. Wie beurteilt und behandelt der Arzt Darmträgheit und Stuhlverftopfung? In meiner langjährigen Praxis habe ich die alte ärztliche Erfahrung immer wieder bestätigen können, daß sehr viele Menschen durch unzweckmäßige Ernährung, mangelhafte Körperbewegung oder infolge anderer Einflüsse unseres Kulturlebens gelegentlich ober chronisch an Verstopfung leiden. Besonders hartnäckig sind Darmträgheit und Stuhlverstopfung bei Frauen und älteren Leuten. Gleichgültig, ob es sich nun um eine (Störung der Darmbewegungen (Peristaltik) ober um eine mangelhafte Absonde- rungstätigteit der Verdauungsdrüsen handelte, stets konnte ich feststellen, daß sich, wenn ein Abführmittel angezeigt erschien, Apotheker Richard Brandt's Schweizerpillen ausgezeichnet bewährten. Wegen der prompten, sicheren und dabei überaus milden, innerhalb von 12 Stunden eintretenden Wirkung und wegen ihrer rein pflanzlichen Bestandteile, unter denen sich keinerlei darmreizende Chemikalien befinden, bin ich Brandt's Schweizerpillen bei meinen Verordnungen stets treu geblieben. Verglichen mit anderen Methoden der Darmreinigung stellen Brandt's Schweizerpillen auch insofern ein empfehlenswertes Mittel bar, als man sie in allen Apo» theken zu dem sehr mäßigen Preis von RM. 1,25 die Normalpackung unib RM. —,65 die Kleinpackung Dr. med. K. Heymann, Berlin. Wirtschaft Abt 79 Osthofen-Rheinb. 8438 V Obechessen Nichts anderesI - Es gibt eben keine creme, die das hautverwandte Euzerlt andere Haut- enthältl • • |N,y Rfluxsn! OHild ist eine schöne Eigenschaft.Wenn aber eine Zigarette nur mild ist,fehlt ihr das Begeisternde.c41 an hat es ja bei den sogenannten nikotinarmen Zigaretten erlebt^mehr und mehr kommen sie ins Hintertreffen Jhre ©Mildheit hat etwas Verwässertes,reizlos Fades. C4hnlich ist? es bei vielenbilligen Marken-Zigaretten. Wer raucht, um zu genie s s en, verlangt von einer Zigarette eben SVlilde und Aroma.Qdnd C^roma, das ist es! Hitler kommt nicht nach Berlin Weimar, 1. De;. (OB. Junffprud).) Die Reichspressestelle der NSDAP, gibt eine parleiamll.che Erklärung bekannt, in der es u. a. he.hl: Gegenüber den Meldungen, wonach Hiller zugesagl, milgeleilt oder auch nur beabsichtigt Hube, zu Verhandlungen über die Regierungsbildung mit irgendwelchen amtlichen Stellen nach Berlin zu kommen, wird hiermit parteiamtlich festgestellt, daß alle diesbezüglichen Meldungen frei erfunden sind. Zu derartigen Verhandlungen mit den zur Zeil in Berlin mit der Kabinettsbildung befahlen perfönlichkeilen lag und liegt für die RSDAP. keinerlei A n l a h vor, da ja Adolf Hiller bereits am 23. Ro- oernber dem Herrn Reichspräsidenten seinen der Oesfentlichkeit bekannten, festumrissenen klaren und eindeutigen Vorschlag zur Lösung der Regierungskrise unterbreitet hat. Die Entscheidung über Annahme oder Ablehnung dieses Vorschlages, der im Interesse von Volk und Vaterland unter Umgehung aller verwirrenden Begriffe gemacht ist und keinerlei Raum zu Unklarheiten läßt, lag und liegt nicht bei der NSDAP. Demgemäh hat sich auch Adolf Hitler am Dienstagabend programmgemäß nach Weimar begeben, um in den thüringischen Gemeindewahlkampf einzugreifen. Alle anders gearteten Meldungen, insbesondere auch über llnstiM' migkeilen innerhalb der nalionalfozialistischen Führerschaft, sind unwahr. so muß es regelmäßig Ovomaltine bekommen Ovomaltine besteht aus Ei, Malz, Milch und Kakao, enthält also al e wertvollen Nährstoffe, die gerade Kinder zum Aufbau des Körpers und zu Knochen- und Muskelbildung brauchen. Ovomaltine schmeckt sehr gut. ist leicht verdaulich. wird von den Aerzten sehr empfohlen und die Kinder nehmen sie auch sehr gerne. Lieber an etwas Anderem sparen, aber Ovomaltine nehmen! Originaldosen zu RM. 1.15, RM 2.15 und RM. 4. — in allen Apotheken und Drogerien. Ein Gratismuster erhalten Sie von der Fabrik Dr. A. Wander G. m. b. H., südwestliche, dann über Westen nach Rordwesten drehende Winde. Voraussage für Samstag: Rachtsrost- gefahr, lokale Frühnebelbildungen, sonst bewölkt mit Aufklaren, trocken. die 3% Pf.-Zigarette bei der nach teurerJüarkenJlrt sich Mde mit AROMA paart. Grieß in Packungen oder Tüten ckvn 1 Pfund erbitte! in dieser Woche die Pfundspende der Zrauen-Winterhilfe Die Zustellung der Pfundpakete wird auf Wunsch der Hausfrauen von den Lebensmittelgeschäften aus direkt an die Sammelftelle erfolgen. Annahme: Alte Klinik, parterre, rechts, Montags, Mittwochs und Freitags, von 9 bis 12 Uhr. Noch einmal bas Thema Frankfurt a. M., 1. Dez. (WTB. Drahtmel- bung.) Die Hoffnung, daß die Regierungskrise mit dem heutigen Tage ihr Ende finden werde und damit zunächst etwas stabilere Verhältnisse eintreten könnten — man hofft vor allem, daß das Publikum sich in größerem Maste als bisher am Geschäft beteiligen wird —, ließ die heutige Börse in weiter fester Tendenz eröffnen. Das Geschäft war allerdings nur auf einigen Ddarktgebieten etwas belebter, doch verbreitete sich das Interesse im Verlaufe auch auf einige andere Marktgebiete. Der schwache Verlauf der gestrigen Neuyorker Börse blieb ohne Einwirkung, dagegen fanden erneut vorliegende günstige Berichte aus der Industrie und d'e kräftige Erholung der Sterling-Devise guten Widerhall. Im allgemeinen betrugen die Kursbesse > Anschlag auf die Wohnung des Hanauer Oberbürgermeisters. WSN. h a n a u , 30. Noo. Vor dem Rathause und vor dem Oberamtsgebäude in Hanau versuchten heute mittag Erwerbslose zu demonstrieren. Sie ver- folgten offenbar die Absicht, den von ihren Deputationen vorgetragenen Wünschen mehr Nachdruck zu verleihen. Die Polizei verhinderte jedoch die Demon- strationen. Auf die Wohnung des Oberbürgermeisters wurde bann ein Anschlag verübt, indem in dem Flur der Wohnung eine Schachtel mit Schwarzpulver niedergelegt wurde, die unter großem Knall explodierte. Schaden wurde nicht angerichtet. Die Täter sind unerkannt entkommen. Wettervoranssaae Die nordatlantische Störungstätigkeit greift immer weiter auf das Festland vor und baut das südöstliche hoch nach und nach ab. Ein Tiefausläufer, der sich bis über Frankreich erstreckt und über England und dem Kanal schon Niederschläge verursacht hat, wird auch bei uns zur Auswirkung kommen und Bewölkung und vereinzelte Niederschläge bringen, lieber den britischen Inseln ist durch die Rückseite schon eine ausgeprägte Nordwestströmung aufgetommen, die kühlere Ozeanluft heranbefördert. Dabei wird sie auch das Wetter noch wechselhaft gestalten, bei einsetzendem Barometeranstieg aber wieder beruhigen. Die Temperaturen, die anfänglich noch ansteigen, werden mit dem Einbruch der Kaltluft wieder zurückgehen. Stärkeres nächtliches Aufklaren läßt dann Frostgefahr auskommen. Voraussage für Freitag: Wolkig und einzelne Riederschläge, mild, dann mehr wechselnd bewölkt und wieder Temperaturrückgang, (SingefonM. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) verbesserungsbedürftige Zustände in der Lesehalle am Kellerstor. Als täglicher Besucher der Lesehalle muß ich die Feststellung machen, daß bestimmte Zeitungen länger im Besitze der Leser bleiben, als vorgeschrieben. Trotz der Anschläge an der Tür u. a. werden die Zeitungen nach dem Lesen an den ersten besten freien Zeitungshaken zurückgehängt. Kommt man abends und will eine Zeitung losen, so muß man die Feststellung machen, daß ganze Seiten fehlen und Zeitungen vielfach zerrissen sind. Wozu hat der Lesehallen-Verein eine Aufsichtsperson? Ich bitte im Interesse der Leser, hier durchgreifende Maßnahmen zu treffen und die Zustände zu beseitigen. Der Aufsichtsperson muß die Befugnis erteilt werden, derartige Fälle an Ort und Stelle zu tadeln. Wer die Vorschriften nicht beachtet, hat in der Leschalle nichts zu suchen. S. kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 3. Dezember. Vorabend 4.30 Uhr: morgens 9; abends 4.35 und 5.15 Uhr. Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeter den 3. Dezember. Freitag abend 4 Uhr; Samstag vormittag 8.30; nachmittags 4.35; Sabbatausgang 5.15. — Wochengottesdienst: morgens 7; abends 4 Uhr. Wenn Ihr Kind gedeihen soll, Siadiraissihung in Butzbach. pd. Butzbach, 30. Rov. 3n der gestrigen Dtadtratssihung wurde die Festsetzung der Steuerausschlagssatze für das Rech- nungsjahr 1932 beraten. Diese Sätze lagen bisher für die Stadt Butzbach unter den Landesdurchschnitt ssähen, sie müssen aber erhöht werden, da andernfalls die Zuschüsse des Reichs nicht in Anspruch genommen werden können, und weiterhin Einsparungen am Voranschlag, um das vorhandene Defizit von 80 000 Mk. zu decken nicht gemacht werden können. Rach einer von Stadtrat Vierheller abgegebenen schrist- lichen Erklärung wurde dann zur Abstimmung geschritten, wobei die Vorlage der Verwaltung mit 8 gegen 6 Stimmen angenommen wurde.^ Es werden danach folgende Ausschlagssätze für 1932 erhoben: von Gebäuden und Bauplätzen 34 Df von 100 Mk. Wert, von landwirtschaftlichen Grundstücken 47 Pf. von 100 Mk. Wert, vom Gewerbekapital 70,4 Ps. von 100 Mk. Wert, und vom Gewerbeertrag 290 Pf. non 100 Mk. Wert Sondergebäudesteuer a) bis 7000 Mk. Wert 42.90 Prozent, und b) über 7000 Mk. Wert 37,43 Prozent vom staatlichen Soll. Für die Steuer- crhöhung stimmten die Verwaltung, die Vertreter der Bürgerliste, der Gemeinscha'ts. u. der Zentrumsliste, dagegen die Vertreter der Handwerkerliste und der RSDAP.-Liste. Die Sozial- demokraten enthielten sich der Stimme. 2he Annahme der Ausschlagssätze bedeutet eine Erhöhung von zirka 70 Prozent. Landkreis Gießen. -/- L i ch , 30. Rov. In der vergangenen Rächt wurde im hiesigen Pfarrhaus am Liebfrauen- berg ein Einbruch verübt. Der oder die Tater schnitten eine Fensterscheibe heraus, öffneten dann das Fenster und stiegen in das Wohnzimmer ein. Hier und im Rebenzimmer durchwühlten sie alle Schubladen und Behälter und legten das Diebesgut zum Einpacken und Mitnehmen bereit. Sie wurden jedoch gestört rmd gingen, ohne etwas mitzunehmen, flüchtig. Die Gendarmeriestation nahm sofort die nötigen Feststellungen vor. = Lich, 30. Rov. Der zweite Heimatabend, den der Verkehrs- und Verschönerungsverein gestern im „Löwen" veranstaltete, stand unter dem Motto „Licher Originale". Der Abend wurde mit dem Liede „Am Brunnen vor dem Tore" eröffnet. Der Leiter der Abende, Lehrer Schneider, sprach einleitend über „Heimat, Volkstum und Se le" und stellte dann das Wesenhafte eines Origmais fest. Im Verlaufe der lebhaften Aussprache wurde dann über Männer und Frauen aus älterer Zeit, teils mit, teils ohne Rarnensnennung. berichtet und jedem einzelnen überlassen, ob er die Genannten in die Reihe der „Originale" einreihen wollte oder nicht. Auch die Herkunft mancher Spitznamen wurde festgestellt. Der gutbesuchte Abend verlief in bester Stimmung. Der nächste Heimatabend soll im Ianuar stattfinden. * Muschenheim, 30. Nov. Ein alter Bettler drang gestern, als er bemerkte, daß niemand anwesend war, in ein Haus ein und machte sich in zwei Zimmern zu schaffen. Er durchwühlte eine Kommode, wurde aber durch ein Glas, das dabei umstürzte und zerbrach, gestört Ein 10-Pfennig-Stück, das am Fenster lag, nahm er mit und versuchte nun das Haus wieder im Garten des Grundstücks sofort geschlach- t e t und dann fortgeschafft. Die Ermittlungen nach den Tatern sind im Gange. Kreis Schotten. 4- Altenhain, 29. Rov. In einer der letzten Rächte wurde unser Dorf von Einbrechern heim- gesucht. Rian hatte es auf die Wohnung des Bürgermeisters Rahn abgesehen. Glücklicherweise konnten die Verbrecher keine große Deute machen. Außer einigen Iagdgewehren fiel ihnen nichts von Bedeutung in die Hände. Die Ermittelungen wurden sofort ausgenommen. Hessischer Landes-Lehrerverein. WSN. Frankfurt a. M., 29. Nov. Der Hes- fische Landes-Lehrerverein hielt hier eine Sitzung seines Hauptvorstandes ab. Auf der Tagesordnung stand das Thema: „Die gegenwärtige schulpolitische und wirtschaftliche Lage mit ihren drohenden Gefahren für Schule und Lehrerstand". Man gelangte nach langer Aussprache zu Ent- schließungen, in denen es u.a. heißt: „Die Gehalts- und Lohnkürzungen haben zu keiner Gesundung der Finanzen der Länder und Gemeinde geführt, vielmehr die Kaufkraft der Masse auf ein Mindestmaß herabgedrückt und damit zur Lähmung des gesamten Wirtschaftslebens beigetragen. Die eotl beabsichtigten weiteren Einsparungen bei den Personalausgaben widersprechen dem Wirtschaftsprogramm der Reichsregierung und würden das Mißverhältnis von Kaufkraft und Produktion noch mehr in ungünstiger Weife beeinflussen und damit der Wiederbelebung der Wirtschaft direkt entgegenwirken." Eine weitere Entschließung richtete sich gegen weiteren Abbau an der Volksschule durch Heraufsetzung der Klassenziffern und andere Ein- sparungen, gegen jeden Versuch des Abbaues der akademischen Volksschullehrerbildung. Bezüglich der Besetzung von Lolksschulstellen wird gefordert, alle Schulstellen, die im Rahmen des Abbaues frei werden. zu besetzen und zur Konkurrenz auszuschreiben. zu oerlaffen. Beim Hinausgehen kam die Frau des Hauses zurück, bemerkte sofort, was vorgcfallen war und benachrichtigte die Polizei. Der Bettler wurde in Haft genommen. Kreis Friedberg. * Nieder-Rosbach, 1. Dez. In der letzten Nacht wurde hier in die Stallungen eines Landwirts eingebrochen und daraus e i n Schwein gestohlen. Das Tier wurde, ohne daß die Einwohner des Hauses etwas bemerkten, Milde Zigaretten V V OBERST r u n g € n gegenüber der Abendbörfe von Y\ bis % Prozent. Größeres Interesse und starke Befest.gung begegneten wieder einige Montanwerte, zumal die Käuze von interessierten Kreisen noch gefördert wurden. So lagen Gelsenkirchen und Rheinstahl mit plus V/i Prozent fester, und auch Stahloerein tendierten in Anbetracht des niedrigen Kursstandes mit plus 1 Prozent recht fest. Ferner waren besonders im Verlaufe Phönix-Bergbau, Mannes- mann. Klöckner und Harpener gefragt und bis zu 154 Prozent höher Mehr Nachfrage war auch am Elektrornarkt festzustellen, nachdem dieser Markt in den letzten Tagen stark vernachlässigt war. Siemens gewannen 2%, Schuckert 2 und die übrigen Elektrizitätswerte etwa % bis 1 Prozent. Fester noch Zellstoff Waldhof (plus 1H Prozent), AG. für Verkehrswesen (plus 1% Prozent), sowie Schiff- fahrts- und Chemienebenwerte und Reichsbank, die Besserungen von 54 bis 3Ä Prozent aufwiesen. IG. blieben mit 95% Prozent behauptet. Ebenso waren Zement Heidelberg, Holzmann und Contilinoleum- Zürich unverändert. Am Rentenmarkt lag die Altbesitzanleihe mit minus % Prozent schwach, auch Neubesitz bröckelten etwas ab, während späte Reichsschuldbuchforderungen mit 62% Prozent unverändert begannen. Am Psandbriefmarkt waren Frankfurter Hyp. Bank Liqu. schwach und % Prozent niedriger, während andere Liquidationspfandbriefe und Goldpfandbriefe meist unverändert, zum Teil auch etwas fester, lagen. Kommunalobligationen waren nach wie vor gesucht, Jndusttieobligationen und Stadt- anleihen lagen nicht ganz einheitlich. Don fremden Werten zogen Bagdad-Bahn, Serie 2, weiter an. Im Verlaufe blieb die Haltung feft, wobei IG. etwas mehr in den Mittelpunkt gerückt wurden und bis zu % Prozent anzogen, wogegen die übrigen Marktgebiete ihre höchsten Kurse behaupteten. Das Geschäft blieb relativ lebhaft. Tagesgeld war stark gesucht und zu 4% Prozent unverändert. Die Nachfrage konnte wiederum durch Inanspruchnahme von Lombardgeldern befriedigt werden. Gegen Schluß der Börse setzte sich allgemein eine Haussebewegung durch, die bei Werten wie Siemens, Schuckert und einigen montanpapieren Besserungen bis zu 3 Prozent im Gefolge hatten. Auch JG.-Farben gewannen nochmals 1% Prozent. Frankfurter Schlachtvtehntarkt. Frankfurt a. M., l.Dez. Auftrieb: Rinder 58, Kälber 932. Schafe 436 Schweine 762 Stück (darunter 270 Memelländer). Es notierten: Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 31 bis 34, mittlere Mast, und Saugkälber 27 bis 30, geringe Kälber 22 bis 26 Mark. Schafe. Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weibemast) 20 bis 23, mittlere Mastlämmer, ältere Masth'immel und gut genährte Schafe 16 bis 19, fleischiges Schafvieh 13 bis 15 Mark. Schweine. Vollfleischige Schweine von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 38 bis 42, vvn etwa 160 bis 200 Pfund 36 bis 42 Mk. Marktverlauf: Kälber und Schafe schleppend, geräumt; Schweine ruhig, ausverkauft. Berlin freundlich. Berlin, 1. Dez. (WTB. Funkspruch.) Da in den heutigen Vormittagsstunden die innerpol.t.jche Lage nach den Informationen der Morgenpresse bereits soweit geklärt zu fein schien, daß man mit einem Präsidialkabinett Schleicher rechnen zu können glaubte, wurde die Stimmung vormittags und besonders zu Beginn des offiziellen Börsenverkehrs trotz des schwachen Verlaufes der gestrigen Neuyorker Börse durchaus freundlich. Außerdem hatte eine Reihe günstiger Mo- mente aus der Wirtschaft weiteres Kaufinteresse bei der Kundschaft ausgelöst, das sich allerdings in der Hauptsache immer wieder auf Spezialwerte beschränkte. Die Kulisse schritt allgemein zu Rückkäufen, so daß Kursbesserungen bis zu 1 v.H. überwogen und Rückgänge selbst um Bruchteile e.nes Prozentes nur vereinzelt waren. Nur Leopold- grube waren auf die Nachricht von einer voraussichtlichen weiteren Dioidendenlofigkeit um 1,25 o. H. gedrückt, und die Bank elektrischer Werte, die einer erheblichen Teil der Aktien dieser Gesellschaft im Besitz hat, büßte im Zusammenhang mit diesem Rückgang 1,50 v.H. ein. Zu den bereits erwähnten Spezialpapieren, deren Kreis sich etwas vergrößert hat, gehören u. a. die Montanwerke, Siemens, Schlestzche Gas, Deutsche Kabel, Deutsche Atlanten, Zellstof Waldhof, Kunstseidenwerte und Maschinenaktien. In diesen Papieren blieb das Geschäft auch nach den ersten Kursen ziemlich lebhaft, doch litten sie teilweise unter Realisationsneigung, wobei ein Teil ihrer Ansangsgewinne wieder verloren ging. Am Anlagemarkt sprach man im allgemeinen von gut behaupteten Kur s.e n. Nur die Altbesitzanleihe schien erneut auf Abgaben im Tausch gegen Aktien gedrückt zu liegen. Industrieobligationen hatten uneinheitliche Tendenz, in Stahlbonds war das Geschäft ziemlich lebhaft. Auslandsrenten tagen wieder überwiegend ge- beffert. Besonders für Anatolier machte sich tm Verlaufe Interesse bemerkbar. Frankfurt fest. cA gißi- KeiK tewiet •vM \ .Zto/ X I. ' LWI liomo Copyrq 29 fort! .Ich: stockend, toir dich ja nicht nimm fr , Hiltrui ichlvere S dir, lieb. iu lagen und den terhin s leidet ok und chrc SS Nic "chlimm> iu Mach b’*Mi M ich 'nanchez M>°- Kranen Kurt gemein? konnte, das Ql M scl dlreiich . .Liet in die graben Ngkelte -usanini £ härt Alust« Ld- A 9 ßZ •*1? 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November 1932. 06687 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen sagen wir unseren innigsten Dank. Frau Elisabethe Gerhard Wwe. und Angehörige. Am 29. November, abends 10 Uhr, verschied nach kurzem Leiden meine geliebte Frau, Mutter, Tochter, Schwiegertochter, Schwester und Schwägerin Frau Lina Gerlach, geb. Happel im Alter von 27 Jahren. Im Namen der Hinterbliebenen: Otto Gerlach, Familie Heim*. Gerlach Familie Happel. Gießen-Bergwerk, Wommelshausen, den 1. Dez. 1932- Beerdigung: Freitagnachmittag 2'/, Uhr auf dem Haselnüsse.......... ......1 Pfund NU.".28 Walnüsse..................1 Pfund RM.40 Krachmandel . ............1 Pfund RM.50 Datteln....................< wund hm. *.40 Perser Sultaninen....... . . . . 1 Pfund RM.25 Schinken, gekocht......., . . . % Pfund RM.*e28 Berlin. Delikateübratenschmalz imi™z-.5O Berlin. DelikateBbratenschmiz “^"-.55 Fettheringe in Tomatensoße . . */i Dose NM. E,25 DelikateütettbücklingeS36*, ««-.25 Geräucherte Bundaale 100 Gramm . 1 Bund RM. -.25 Tilsiter, ohne Rinde halbfett, 20% 1 Pfund RM. "e45 7024 V Gebrauch. Flasche RM. 4.32. Prospekt kostenlos. Drogerie Winterholt, Kreuzpiatz 10. tfraueJfaare ttuhl färben 3g7*l"' Oes seit Jahren bewährte blotog. Haaretlrkunge» /1J wasser ENTRUPAL gas. gasch, führt den geschwSch- tsn Haarwurzeln die verbrauchten Pigmente (Farbstoffe) zu, eodaO graue Haare und Nachwuchs auf natürliche Welse die ehemalige Farbe wiedererhalten, daher Fehlfarben ausgeschlossen. Kopfschuppen, Dauere«, f.^errn ob. Dame geboten, bis 400Mk.Jnter.Einl. Sckriftl. Ang. unt. 8450D a. b. G. A. Kinderliebes Mädchen fof. f. mittags gel. 07038 VaUtorsir. 30. | Kaufgesuche | Soennecken- Bücherschrank ober eins. Schrankabteile in gebrauchtem Zustanbe, aber noch gut erhalten, n kaufen gesucht. Angebote mit Preis u. Gröhenangaben unter Nr. 8417D an b. Geschäftsstelle b. Gießen. Anzeigers. Gut erb. grüß, emaill. 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I. stattgehabten Wahlen sind für den Wahlbezirk Gietzen-Ltadl die Herren Joseph Sauer, August Noll, Leopold Mayer, Iakob Maternus und für den Wahlbezirk Lich-Hun- gen Herr Hans Jhring zu Mitgliedern der Handelskammer gewählt worden. Es wird dies mit dem Anfügen bekanntaemacht, daß die Wahlprototolle nebst Anlagen während der Zeit vom 2. bis 5. Dezember in den Stunden von 10 bis 12 und 3 bis 5 Ahr auf dem Sekretariat der Kammer bzw. auf der Bürgermeisterei Zungen während der üblichen Dienststunden zur Einsicht der Wahlberechtigten offenliegcn. Einwendungen gegen die Wahlen sind innerhalb dieser Frist schriftlich bei der unterzeichneten Kammer vorzubringen. Gießen, den 1. Dezember 1932. Industrie- und Handelskammer Gießen. Ludwig Rinn. 90p. 8398 A WMI Freitag v.8Uhr ab IMME, Fünfziger 1880-1930 Samstag, d.3.Dez. 1932, 20 Uhr 07003 ..Hotel Köhler“. H2.XII.,19/2ü.: B.-R.: 20 ü.: T. Anscnl.: W. u. W.-K. M3iP 7752 V Zwangsversteigemng 86/32! Am Donnerstag, dem 22. Dezember 1932, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgerichtsgebäude zu Gießen, Zimm-- 107, das im Grundbuche von Gießen dem Christian Spies und seiner Ehefrau Emma geb. Wanke in Giehen zugeschriebene An- wesen Aeustadt 8 8096D Flur 1, Nr. 1088 = 309 qm hosreile, geschätzt 35110 Reichsmark, versteigert. Die amtsgerichtliche Berfüg ig ist an der Ortstafel Bergstraße 20, Stadthaus, zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 14 November 1932. I. A des hessischen Amtsgerichts Gießm: Leo Ortsaerichtsvorsteher ZwangsversteigerungK9/3i Am Donnerstag, dem 5. Januar 1933, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgerichts- gebäude zu Gießen, Zimmer 107, das im Grundbuche von Gießen dem Fritz leigtet in Gießen zugeschriebene Anwesen An den Bahnhöfen 20 8428D Jlur VI, 3lr. 45 = 297 qm Hofteile, geschätzt 18 155 RM., Flur VI, 71r. 46'/«> = 226 qm Grabgar- ten, geschätzt 678 RM., zusammen 18 833 RM., zum Zwecke der Erbauseinandersetzung versteigert. Die amtsgerichlliche Verfügung ist an der Ortstafel Bergstraße 20, Stadthaus, zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 28. November 1932. I. 21. des hessischen Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsvorsteher._______ Großer fr/ol^ durch unsre (freisei HMWHWW Garant, reines [o?036 Gänsefett d.Pfd.RM.1.80 im Hotel - Schütz Senotag, den 4, Dezember 1982, 11,15 SlimDoitrot Das Melmll 8 Ö.ll.-9eatfHHiiBö in den Astorla-Llehtaplelen. 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Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, Stadthaus, zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 1. November 1932. I. A. des hessischen Amtsgerichts Gießen. Leo Ortsgerichtsvorsteher Wir suchen in der Nähe unseres Geschäfts-Hauses geeignete größere Lagerräume tMMwmeHewwwmw Wir suchen für das bekannte Giweißbelslitter„Slgma" seriöse Persönlichkeit aus der J-uttermittelbranche als Bezirksleiier iir Original-Radium-Prävarate eia. Herstellung auf strengwifsenschastl. Grundlage sofort gesucht. Eilbewerbungen unt. A. D. 1686 (8427V) a.b. Gießener Anzeiger. Es kommen nur Herren in Frage, die bei Handlungen und ländlichen Genossenschaft, gut eingefuhrt sind und einen eigenen Wagen besitzen. 5W60W.WOM WeMusell-SestklWel. 2 leere 31« zuverm. Schr.Ang. tt. 07011 a. d.G.A. | Mietgesuche | 1-2 Zimmer mit» sofort gesucht. Schr. Angebote u. 07013 an den Gieß. Anz. Krieg.-Wwe.,alleinstehend, sucht eine 2-Zlmmer-Wohnnng Miete bisz.30Mk.f., sof.od.sväter.Miet- schein vorb.Schriftl. 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Dezember 1952 Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Debitoren in 67 949 Vorjahre), Herren Prof. Dr. Ebel ((Sieben), LandgertchtS- präsident i.R. Reuenhagen (®icßen), Kaufmann Karl Röhr scn. (Bietzen), und Bürgermeister i. R. Leun (Grohen-Linden), von der Aufsichtsbehörde als Mitglieder des Aufsichts- rates der Sparkasse berufen worden sind, und zwar für die gleiche Zeit, für welche die übrigen acht Mitglieder gewählt worden find, nämlich bis Ende 1934. Der Vorsitzende des Hessischen Sparkassen- und Giroverbandes, Iustizrat Dr. Reh, ero> ;‘c in längeren Ausführungen die durch die Krise für die öffentlichen Sparkassen geschaffene Lage. Dies- war durch die außerordentliche Hereinnahme von Auslandkrediten, an welcher aber die öffentlichen Sparkassen in keiner Weise beteiligt waren, und durch den Schalterschluß einer Großbank veranlaßt. Wenn auch für die Sparkassen- und Girv- verbände Kredite erforderlich waren, so haben die deutschen Sparkassen doch ohne Sanierung irgendwelcher Art bis heute die Krise überstanden. Weiter ging er auf die durch die Rotverordnung vom 6. Oktober 1931 erforderlich gewordenen Sattragen 2 165 520,70 Mark, die 2 566 542,33 Mark. Der Umsatz im Sparverkehr betrug posten (gegen 66 578 posten im Bezirkssparkaffe Gießen Oie diesjährige Mitgliederversammlung. Kungsänderungen näher ein. Er hob am Schlüsse seiner Ausführungen hervor, daß die Krisenzeit an die Verantwortung der Organe der Sparkasse, sowie an die Arbeitskraft der Sparkassenbeamten und -angestellten außerordentliche Anforderungen gestellt habe. Der Vertreter der Aufsichtsbehörde, Regie- rungsrat Grein, sprach alsdann den Organen der Sparkasse Anerkennung und Dank der Aufsichtsbehörde für die Geschäftsführung aus. Rach kurzen Schlußworten des Vorsitzenden wurde die Versammlung geschlossen. Ein Aufruhr-Prozeß vor der Straslammer. Am nächsten Dienstag findet vor der Großen Strafkammer in Gießen ein umfangreicher Prozeß wegen Aufruhrs und anderer strafbarer Handlungen statt. Angeklagt sind 37 Leute, meist aus Reichelsheim i. d. W, der großen Rkhrzahl nach in verhältnismäßig jugendlichem Alter, darunter auch einige unter 18 Jahre. Der Anklage liegen Vorgänge zugrunde, die sich im Anschluß an die später rückgängig gemachte Auflösung der nationalsozialistischen SA. und SS. abgespielt haben. Als die Polizeibeamten nach der Auflösung das Land durchfuhren, um die Abzeichen und Geräte der Verbotenen Verbände zu beschlagnahmen. fanden sie dank ihrem taktvollen Vorgehen und Disziplin der Bevölkerung kaum Widerstand. In Reichelsheim kam es jedoch zu Ausschreitungen. Dort beschlgnahmten die Beamten einen zur Beförderung von SA.-Leuten dienenden Personenwagen und ließen ihn nach der Wohnung des Bürgermeisters fahren. Dabei sammelte sich eine größere Menschenmenge an, die sich drohend gebärdete und aus der heraus Schimpfworte fielen. Die Beamten, die den Wagen abholen wollten, wurden von der Menge mit Heil- und Schimpfworten empfangen, und es wurde gedroht, man solle es ja nicht wagen, das Auto wegzufahren. 2lls einer der Beamten dies dennoch versuchte, wurde die Straße mit Wagen und anderen Gegenständen versperrt und das Vorhaben dadurch vereitelt. Die Personen, die an dieser Zusammenrottung zum Zweck des Widerstands gegen die Staatsgewalt teilgenommen haben, haben sich nunmehr wegen Aufruhrs zu verantworten Zwei Angeklagten wird weiter zur Last gelegt. den Bürgermeister von Reichelsheim durch Schimpfworte beleidigt und gleichzeitig öffentlich zu einer Gewalttat gegen ihn aufgefordert zu haben. Einem weiteren Angeklagten wird Hausfriedensbruch zur Last gelegt. Zur Verhandlung sind über zwanzig Zeugen, zum Teil Polizeibeamte, geladen. Keine Abschwächung der Konjunktur Gewerkschastskreise zum Ansteigen der Arbeitslosenziffer. stellen sind, lassen sich auch in anderen Wirtschafts- bezirken Nachweisen; so meldet z. B. das Landesarbeitsamt München, daß Einstellungen in nennenswertem Umfange nur der Bergbau und die Chemische Industrie vorgenommen haben. In diesen Gewerbezweigen wurden die Einstellungen sogar erst durch eine Verkürzung der Arbeitszeit erm-jg- licht. Diese Industrien haben also von den Möglichkeiten der Notverordnung über die Mehreinstel- luna Gebrauch gemacht. In anderen Industriezweigen im gleichen Arbeitsamt gebiet wurden dagegen die bereits oorgenommenen Arbeitszeitoer- kürzungen wieder aufgehoben. . Es zeigt sich also aus diesem Teil der Berichte der einzelnen Landesarbeitsämter, daß die K o n j u n k - tur nicht schwächer ge w orden ist und die Beschäftigung sich weiter erhöht hat. Die Erhöhung der Beschäftigung hat den im allgemeinen in der Krise üblichen Weg genommen. Durch eine 93er- kürzung der Arbeitszeit hatten zahlreiche Betriebe den Versuch unternommen, sich den tüchtigsten Teil ihrer Belegschaft zu erhalten und den Stoß der Krise dadurch abzusangen. Zu Beginn einer etwas günstigeren Entwicklung nahmen diese Betriebe nicht sofort Neueinstellungen vor, sondern sie verlängern erst einmal die Arbeitszeiten ihrer alten Belegschaft. Die Betriebe wünschen nicht neue Ar- 12 545 122,61 Mark gegen 11900 000 Mark im Vorjahre. Der Gesomtu rnsah beträgt 141 877 616,27 Mark. Die Bilanzsumme beträgt 16 385 156,62 Mark, gegen 17 278 412 Mark im Vorjahre. 3m Verhältnis zu den sonstigen wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise ist die Differenz als niedrig zu bezeichnen. Die Rechnung schließt mit einem Rechnung »- r e ft von 166 440,15 Mark. Mit der Abnahme der Einlagen war naturgemäß auch eine Abnahme der Geldanlagen, der Ausleihungen, verbunden. Diese sind von insgesamt 16 743 774,20 Mark auf 15 968 716,47 Mark Ende 1931 zurückgegangen. Aus dem Bruttogewinn mürben starke Abschreibungen vorgenommen. Der Reingewinn beträgt nach allen Abschreibungen 59 310,41 Mark. Entsprechend dem Anträge des Vorstandes und Aufsichtsrates wurde dieser wie folgt verteilt: Zuweisung zur Rücklage 49 310,41 Mark und Zuweisung zur Risikorücklage 10 000 Mark. Genehmigt wurde ferner der Voranschlag über die Derwaltungskosten für 1933. Weiter nahm die Mitgliederversammlung davon Kenntnis, daß nach den auf Grund der Hessischen Verordnung vom 21. Dezember 1931 zur Durchführung des 5. Teiles, Kapitel I, 3. < Verordnung des Reichspräsidenten vom 6. OIL | 1931 und der Verfügung des Hessischen Mini- » sters des Innern vom 12. Mai 1932 erforderlich gewordenen Satzungsä nderungen, diel Dm Dienstag fand in Anwesenheit des Vertreters der Aufsichtsbehörde, Regierungsrat Grein, und des Vorsitzenden des Hess. Sparkassen- und Giroverbandes, Iustizrat Dr. Reh, die diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung der Bez irkssparkasseGi e- ß e n statt. Fast sämtliche Vertreter der Dezirks- gemeinden waren erschienen. Rach Begrüßungsworten des Vorsitzenden, Di- rektor Zacheis, trug dieser den Ges chäf ts- bericht für 1931 mit dem Rechnungsabschluß, der Bilanz, Gewinn- und Derlustrechnung, sowie die Aufwertungsbilanz und den Aufwertungsrechnungsabschluß für 1931 vor. Diese, sowie die Rechnung, Bilanz, die Gewinn- und Derlustrechnung wurden von der Versammlung genehmigt. Aus dem Geschäftsbericht ergibt sich, daß durch die im Juli 1931 einsetzende allgemeine Geldkrise, die sämtliche öffentlichen Sparkassen Deutschlands in starke Mitleidenschaft gezogen hat, auch die Spareinlagen der hiesigen Sparkasse zurückgegangen sind, und zwar um 6 0 8 6 5 5,39 Mark, also von 14240094,05 Mark im Vorjahre auf 1 3 631 438,66 Mark. Hierzu ist zu bemerken, daß sich die Rückzahlungen fast ausschließlich auf das zweite Halbjahr 1931, also die Zeit nach dem Eintritt der Krise, verteilen. Die Sparkasse war aber in der Lage, ohne Inanspruchnahme eines Kredites bei der Akzeptbank den Rückforderungen zu genügen. Im Kontokorrent-(Giro-)Derkehr wirkte sich der Einlagenrückgang nicht so sehr aus, wie im Spareinlagengeschäft. Hier betrug der Umfaö in 178 235 Posten (gegen 164 000 Posten im Vorjahre) 51 545 679,29 Mark. Die Kreditoren be- | beiter in ihre Betriebe aufzunehmen, bevor nicht weitere Anzeichen für einen tatsächlichen Anlauf der Konjunktur oorliiegen. Für die langsam günstige Entwicklung der Be- schäftming gibt es auch noch andere Belege. Man kann Dafür u. a. auch die Beitragseinnahmen in der Sozialversicherung heran- ziehen, und diese zeigen nun, für die Invaliden- Versicherung, daß sich Die Beitragssinnahmen in der Zeit von Juli bis Oktober um nahezu fünf Millionen erhöht haben, Denn im Juli wurden 51,3 Millionen aus Den Beiträgen Der Versicherten und ihrer Arbeitgeber eingenommen, im Oktober ungefähr 56,2 Millionen. Die gleiche Entwicklung ist auch für Die Angestelltenver- sicherung festzustellen Hier liegen erst Die Zahlen für September vor, doch auch sie zeigen von Juli an mit 22,1 Millionen zum September mit 23,3 Millionen eine gute und stetige Steigerung. Darum soll man Den Gegenstoß aus Der Saison, Der sich Diesmal voll und ganz ausgewirkt hat, nicht überschätzen. Für Die nächste Zeit werden wohl noch weitere Arbeiterentlassungen hinzukommen, und der höchste Stand der Arbeits- losigksit wird für diesen Winter wohl, wie auch in früheren Jahren, e r ft) im nächsten I ah r e eintreten. Für den Winter 1931'32 war Die höchste Arbeitslosigkeit im Februar mit 6 200 000 verfügbaren Arbeitssuchenden festgestellt. Don dieser Zahl sind wir auch heute noch ziemlich weit entfernt, und es wird im wesentlichen von Der konjunkturellen Entwicklung in Den nächsten Monaten abhängen, ob diese Zahl im kommenden Winter niedriger bleibt. Von feiten Der Christlichen Gewerkschaften erhallen wir Die nach- folgenden Aeußerungen zum letzten Ar- beitsmarktbe richt. Es bedeutete eine allgemeine Ueberraschung, als Der Arbeitsmarktbericht Der Reichsanftalt für Mitte November eine Erhöhung Der Arbeitslosenzahlen um 156000 meldete. Wenige Tage vorher hatte Die zurückgetretene Reichsregie- rung in einer von ihr verbreiteten Melduna sich selbst Den Erfolg durch Die Ankurbelungsmaßnah- men bescheinigt und erreicht, daß allgemein ein weiterer Rückgang Der Arbeitslosigkeit erwartet wurde. Der Stand Der Deutschen Arbeitslosigkeit erhält erst Dadurch seine Bedeutung, wenn man im Vergleich mit dem Stand am 15. November 1931 feststellt, daß in diesem Jahre rund 400 000 Arbeitssuchende mehr a u f Dem Arbeitsmarkt anzutreffen sind als im vergangenen Jahre. Diese Zahl hat ihr eigentliches Gewicht und tonn nicht in ihrer Wirkung beeinträchtigt werden. Ader trotzdem zeigen die Berichte der einzelnen Landesämter, daß sich diesmal tatsächlich nur Der Gegen st oß der Saison voll und ganz ausgewirkt hat und Die geringe konjunkturelle Besserung auch im Monat Novern- her trotz aller Experimente sich weiter durch- gesetzt hat Nun zeigt sich diese langsam anhal- lende Konjunkturentwicklung nicht so deutlich in einem Rückgang der Zahlen für Die Arbeitssuchen- den, sondern in einem Rückgang der Feierschichten für den Bergbau und in einer Verlängerung der Arbeitszeit in zahlreichen anderen konjunkturbestmnnten Wirtschafts, zweigen. Sehr Deutlich acht Dieses aus Den DoiDen Arbeits- marktberichten für das industrielle Gebiet des Rheinlandes und Westfalens hervor. In den Monaten Juni, Juli und August wurden im Bereich Der Industrie des Landesarbeitsamtes Westfalen noch 400 000 unterstützte Kurzarbeiter gezählt, Kurzarbeller, die Unterstützung erhalten wollen, müssen mindestens Drei Ausfalltage in der Woche Nachweisen. Ihre Zahl ging nun im September um rund 28 000 und im Oktober um rund 20 400 zurück. Der Beschäftigungsgrad in der rheinisch-westfälischen Walzwerksindustrre beträgt, gemessen an Dem Stand Der Belegschaft von Mitte 1929, zur Zeit noch etwa 50 Prozent. Seit Februar d. I. ist er ziemlich unverändert geblieben. Auch im Sieger land, wo durchweg Spezialfabrikate hergestellt werden, beläuft sich auch heute noch Die Erzeugung auf durchschnittlich 50 Prozent gegenüber Mitte 1929. Recht interessant und be- ze.chnend für Die augenblickliche Lage ist, daß vor allem in Der weiterverarbeitenden Metallindu - strie neben einigen Neueinstellungen sich der Rückgang der Kurzarbeit am stärksten bemerkbar macht. Die Arbeitszeit beträgt in Diesen Industrien in vielen Fällen schon wieder 48 Stunden, und sie hat sich gar bei einzelnen Betrieben auf 60 Stunden in der Woche erhöht; das gleiche trifft für zahlreiche größere Werke in Der iej- tilinDuftrie zu, so hat die münsterländische Baumwollindustrie die Kurzarbeit fast vollkommen eingestellt und in anderen Zweigen Der Textil- industne wird zum Teil 50 und 54 Stunden in der Woche gearbeitet. Die Erscheinungen. Die also für den Arbeitsmarkt Der rheinisch-westfälischen Industrie festzu- Deiner Hände Werk Vornan von Klothilde von Ste-mam^Sloia. Copyright by Martin Jeuchtwangrr. Halle (Saale) 29 Fortiestung Nachdruck verboten „Ich habe dich bitten lassen", erwiderte Kurt stockend. „Cs ist doch allerlei zu besprechen^)« bei wir dich dabei haben müssen, da deine Mutter ja nicht beunruhigt werden darf. Aber bitte, nimm doch Platz!" Hiltrud holle tief Atem, als wollte fte eine schwere Last von der Seele fortatmen. »Ich danke dir, lieber Kurt", sagte sie leise, »aber was ich zu sagen habe, ist schnell gesagt: Ich möchte dich und deine Mitarbeiter bitten, Mutter auch Wei- terhin so wenig wie möglich zu beschweren; sie leidet ohnehin schon sehr unter all Wesen Dmgen. und ihre Gesundheit ist, wie mir der Arzt sagte, auch nicht gerade sehr fest. Was dir von uns Schlimmes geschehen ist, ist ja nicht ungeschehen zu machen. Ich möchte dir nur sagen — ihre bis dahin gewaltsam feste Stimme schwankte —, „daß ich viel, sehr viel darum gäbe, wenn ich manches ungeschehen machen könnte." Sie sprach nicht weiter uni) wandte sich um, damit man die Tränen nicht sehen konnte, die ihre Augen trübten. Kurt Bremer hatte auch das mit feinem Vater gemeinsam, daß er keine Frau weinen sehen konnte. Der letzte Groll in ihm schwand. Das, was aus Hlltruds Worten zu ihm sprach, war ungekünstelt, war Trauer, Reue. Hier sprach ein Herz, das durch Leiden gereift schien. Bewegt ergriff er die Hand feiner Stiefschwester. »Liebe Hiltrud", sagte er herzlich, „wir wollen in dieser ernsten Stunde das Vergangene begraben sein lassen, die Gegenwarr bietet Schwierigkeiten genug — und wir wollen versuchen, sie zusammen zu meistern. Dich trifft das Geschick ja harter als mich. Ich kämpfe ja nur, um die Verluste des Werkes wieder auszugleichen; du aber hast mehr verloren, nämlich einen Menschen, an den du geglaubt hast und den Du liebtest." Hiltrud sah den Bruder ernst an. „Glaube nicht, Kurt, daß ich Axel Ivarsen beweine. Ich habe ihn nie so geliebt, wie eine Braut ihren Verlobten lieben muh. Was mich zu ihm führte, war nicht Herzensneigung, sondern Trotz gegen einen anderen, den ich liebte." Sie wurde tiefrot und unterbrach sich. „Erlaß es mir, darüber zu sprechen. Ich habe auch hier eine Schuld begangen, da ich ohne wahrhafte Steigung mein Leben mit dem Ivar- sens verbinden wollte. Daß mein Rame nun in diese schmutzige Geschichte gezogen wird, ist nur eine gerechte Strafe. Aber was mich am meisten drückt, ist das Unrecht, das meine Mutter und ich an Dir getan haben, ilnb so bitte ich dich Dann, bei all euren geschäftlichen Maßnahmen höchstens auf meine Mutter Rücksicht zu nehmen. Sie ist nicht mehr jung genug, um umzulernen. Aber ich kann es; ich weiß, daß nun auf Dremer- schloh alles anders werden muß und daß du vermutlich sehr sparsam wirst sein müssen, um Dremerweri wieder hochyubrinarn" „2a, das werde ich, Hiltrud, und das war auch mit der Hauptgrund, aus Dem ich dich hierher bat. Ich wollte mit dir zusammen beraten, wie es möglich ist, die Lebenshaltung hier auf Bremerschloß einzuschränken Ohne Opfer wird es dabei nicht abgehen; du wirst mir das hoffentlich nicht als Uebelwollen auslegen" Hiltrud sah den Bruder mit einem warmen Blick an: „Wenn ich das täte, Kurt, wäre ich immer noch die Hiltrud von früher. Aber glaube mir, auch mich haben die Erfahrungen der letzten Zeit gewandelt." Fünfundzwanzig st es Kapitel. Aus dem Bremerwerk begann eine neue Zeit. In angestrengter Arbeit wurde der Status des Werkes ausgenommen Während der Prokurist die Leitung des Werkes übernahm, reifte Kurt Bremer mit einem Bevollmächtigten zu allen großen Geschäftsfreunden und Werken, um das durch die Vorgänge der letzten Zeit erschütterte Vertrauen wiederzugewinnen Cs wurde ihm gern gewährt. Der Rame des Bremerwerkes hatte noch einen guten Klang. Er konnte durch die Mißwirtschaft einer kurzen Epoche nicht vernichtet werden Der alte Kommerzienrat Bremer war bei seinen Freunden noch nicht vergessen. In Dem Sohn fanD man Den Vater wieder. Die technischen Erfindungen überdies, die er gemacht, zeigten seine Fähigkeiten und ließen viel für die Zukunft des Dremcrwerls erwarten So verstanden sich die Gläubiger dazu, die Fälligkeitstermine für die Rohmaterialien zu verlängern, und die Danken gaben Kredit. Das Dre- merwerk begann sich zu erholen — Kaum hatte Kurt Die dringenden Geschäftsreisen hinter sich, da trieb es ihn zu Erikn Ihre Erkrankung war doch länger und ernster gewesen, als Der Arzt angenommen Auch nach Der glücklich überftanDenen Krisis war sie so schwach, Daß jede Erregung vermieden werden mußte. So durste auch Kurt erst spät zu ihr. Man hatte Erika auf ihre bange Frage nur gesagt, daß Der Anschlag auf Kurts Patente Durch ihren Mut vereitelt worDen war. Mehr hatte sie offenbar nicht wissen wollen. Sie hatte nur zufrieden gelächelt und war in einen ruhigen Schlaf verfallen Run hatte Der Arzt keine Bedenken mehr gegen ein kurzes Wiedersehen Schwester Raffaela bereitete Erika nach einer besonders guten Rächt auf Kurts Besuch vor. In dem zierlich aufgeräumten Zimmer lag die Aprilfonne in einem Hellen, verheißungsvollen Licht. Auf (SrifaS Rachitisch stand ein großer Alpenveilchenbusch, und der Schein seiner zartrosa Blüten schien einen rosigen Schimmer auf Erikas schmal gewordenes Gesicht zu gießen Erika saß aufrecht in Den weihen Kissen. Das weiche Haar, in der Krankheit lange nicht geschnitten, lag wie Das Haar eines kleinen Mädchens um den Hals, Der rührend schmal und zerbrechlich aus dem weihen Rachtkleide her- aussah. „Werden Sie sich gewiß auch nicht erregen, liebe Erika?" mahnte Schwester Raffaela noch- mals. „Wenn wir heute abrnd Temperatur haben, ist's aus mit Der Besuchserlaubnis." „Liebe, gute Schwester Raffaela" — 6rifa legte ihre Wange schmeicheln!) auf Rassaelas kühle Hand —, „kann Glück jemals schaden?" Ein nachsichttgrs Lächeln stand auf Schwester Rassaelas entsagungsvollem Gesicht. „Manchen Menschen schadet das Glück, aber in anderen Dingen, nämlich seelisch. Doch bei Ihnen braucht man das wohl nicht zu. fürchten Sie werden Ihr demütiges Hrrz auch im Glück nicht verlieren. Bei Ihnen fürchte ich nur die körperliche Schädigung!" Sie strich noch einmal über das weiche Haar Erikas, dann ging sie leise xur Tür. „Kommen Sie nun, Herr Bremer; hier wartet jemand sehnsüchtig." Kurt trat in die Türöffnung; einen Augenblick verharrte er. Wie im älebermaße des Empfindens, mit einem unbeschreiblichen Blick sahen sich die beiden jungen Menschen an — dann streckte Erlla Die 2Irme aus. Schwester Raffaela schloß leise die Tur Sie wollte Die Wiederbegegnung zweier Menschen- herzen nicht stören r Kurt war vor Sr.tas Bett in Die Kme g unten. Er fühlte, wie Erikas leichte Hand iym mll scheuer Zärtlichkeit über Das Haar strich. Endlich richtete er sich auf. . „Meine Erika", sagte er stockend und nahm die zerbrechliche Gestalt mit zarter.Behutsamkeit in seine Arme — fühlte das geliebte Wesen leicht und vertrauensvoll in seinen Arm geschmiegt, fühlte ihr Herz an Dem feinen schlagen UnD mehr als Worte auszudrücken vermochten, sagte Der Kuh, Den er sanft auf ihre blassen Lippen drückte. = ... „Oh Kurt", flüsterte sie leise, „es ist mir immer' noch wie ein Traum, daß alles gut geworden ist. Rachts kommt so oft die Erinnerung an all das Schreckliche." Lenk nicht mehr daran, meine liebe, geliebte @rtlal Das Böse ist ein Traum gewesen, der vor der Wirklichkeit vergehen muh. Vor uns liegt nur Sonne, nur Glück, älnd du bist es. Die Durch ihre Lat alles geschaffen hat. Bremerwerk ist gerettet." Dann erzählte er Der Geliebten alles, was sich währenD ihrer Krankheit ereignet. „Meine neue Erfindung ist bereits zum Patent angemelDet“, schloß er, „und wir werden aus ihr so viel herausholen, daß wir Damit ein gut Teil der DrüdenDen BankschulDen abstohen können Die Landschaftsbank will sich mit einem beträchtlichen Betrag an der neuen Fabrikation beteiligen. Wir kommen durch, Erie, wir kommen durch — und das danken wir dir! Hätten Die Schurken noch eine Weile weiterwirtschaften können, Dann wäre Bremerwerk verloren gewesen So hat sie die gerechte Strafe noch zur Zeit ereilt“ Das glückliche Lächeln wich aus Erikas Augen Ein banger Ausdruck schattete Darüber hin: „Aber deine Stiefmutter und deine Stiefschwester, Kurt, — wie werden sie mir verzeihen, daß ich der Anlaß zu dem Sturze Ivarsens gewesen?" Ihre Stimme wurde unsicher, und Die ganze Erschütterung löste sich in einem heißen Tränenstrome. „Erie, liebe, gute, kleine Erika!" Kurt küßte ihr die Tränen fort, die unter den gesenkten Wimpern immer wieder hervordrangen „Weine doch nicht Du Darfst Doch nicht mehr traurig fein! Hör mich doch an, Liebling, alles ist doch gut Meine ©tie'mutter ist durch Die trüben Erfahrungen, Die sie mit ihrem Schwiegersohn gemacht hat, sehr verändert Das ganze Leben ist ja für sie anders geworden; sie ist froh, daß sie auf Bremerschloß wohnen kann Ivarsen hat ja auch ihr eigenes Vermögen vertan Der Herr auf Bremerschloß bin jetzt ich — und ich werde das Mädchen, das ich mir erwählt habe, als meine Gattin dorthin führen" Seine Stimme bekam einen so festen Klang, daß Erikas Tränen versiegten Sie öffnete die Augen und sah Kurt an, als sähe sie ihn zum ersten Male. Frohlockend ging es durch ihr Herz: Der Jüngling, Den sie geliebt, er war ein Mann geworden, Der seinen Willen Durchzusetzen ver- stand. „Und HiltruD?" fragte sie noch leise. Kurts Augen wurden weicher: „Ja, Hiltrud — das ist eine ganz wunderliche Geschichte. Ich fürchtete selbst, daß Hiltrud uns Die Entlarvung Ivarsens nicht verzeihen, daß sie unter Der Enttäuschung zusammenbrechen würde. Aber Hiltrud benimmt sich so, Daß ich zum ersten Male Achtung unD Respekt für sie fühle, ja, sogar brüderliche Zuneigung." „Weißt du. was vorhin Schwester Raffaela zu mir sagte, Kurt? Sie sagte, daß manchen Menschen das Glück Schaden Der Seele brächte — bei Hiltrud scheint es so gewesen zu sein Aber Dennoch: ich wünschte, sie hätte diese Erfahrung nicht machen müssen." (Fortsetzung folgt) LICHTSPIELHAUS e GIESSEN Ein schönes, billiges Achtung! Achtung I 8442 C uiiiiiiniiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiini j 2a Wnrf Wich Eingang reizendsrleuhileo Wwira w 3 11 a mnnFtifMi. 98plttnrrrfp, nur ^ctlinhhtrm. 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Eduard Freiherr von Rotsm ann wird seinen Film persönlich mit einem interessanten Vortrag erläutern Das Hohelied ! Deutscher Geist! Deutsche Treue! Deutscher Hut! Deutsche Tapferkeit! Ein unvergeßliches Erlebnis für jeden Deutschen! Weißer Tischwein 0Lhl; gim 7( Edenkobener»/. nasche °. gi. 80 Niersteiner 8/t Flasche o.°Glas 85 üiPerlsKaffee bessert die einzelne Perl-Bohne mehr Kräfte in sich vereinigt als die Flachbohnen .Mk. .Mk. .Mk. .Mk. .Mk. .Mk. Schokoladen:;11^:«; 42 Schokolade 19 Block-Schokolade Gramm 76 Schokolade-Pulver %PS 28 Solange Vorrat im ZehnsLänders KaffeesHaus Sonntag, den 4. Dezember, vormittags 11.15 Uhr Friihvorsiellung Der berühmte Unterseebootsfilm Weihnachtskonfekt.... Md. 75 Basler Lebkuchen.....ptd. 88 Nikolauseaus Lebkucsh,9unck T« 5 Movse« Svettagr SNetzeOmve Restaurant Aauavium Das Geheimnis der U-Deutschland 9eH.Bot((ago3onmini5nöoro.f)amiooer Adventserwartung in vorchristlichen Kulturell Freitag, den 2. Dezember, 20.15 Uhr Raum der Christengemeinschaft, Grabenstrabe 11 l Gartenhaus) oeeos Zur Unkostendeckung RM. 0.80 oder 0.50 erbeten. Erwerbslose nach Belieb, od. frei. Ueberlegen Sie, 12 Besuche. Also schon für 45 Pf. können Sie sich in den Genuß eines erstklassigen Programms setzen. — 12 schöne unterhaltsame Abende! — Niemand versäume diese Gelegenheit! Verkauf nur Samsta r, den 3. Dezember, von 3 8 Uhr abends an der Tageskasse. - Vorbestellungen unter Tel.-Nr. 4077 erbeten August Kilbinger Nachfolg., 1G. Höfle Offenbacher Leder waren u Reise- Artikel 07034 Sehersweg 67 miiiiimiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Md. 30 Md 26 WEIHNACHTS-GESCHENK für die Familie oder Angehörige Heute Eröffnung der modernsten und größten Heißmangel (2 Meter breit). - Unverbindliche Besichtigung ab 10 Uhr morgens gern gestattet. Gratis-Probebügeln der mitgebrachten Wäscheteile zu jeder Zeit. Heißmangelstube Seltersweg 61 überall S &. F-Filialen - und in jeder S &. 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