Rr.257 AvühauSsabe 182. Jahrgang Dienstag, November 1932 Lrlcheini tägltd), nutzer Lonniags und ßetertags Beilagen: Die Illustrierte Giesiener Familienblatter Heimat 'm Bild Die Scholle Monats-Vezugspreis: Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte „ I 80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsvrechanschlüfse unterSammelnummer2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Giehen. Postscheckkonto: Zronftnrt am Main 11686. GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drvtf lind Verlag: vrühl'sche UniverfilSt§-vuch- und Zteindruckerel R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schnlitrahe 7. Annahme oon auje.gen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen oon 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re« hlamean^etgen von 70 nm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20" mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THynot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und;ür ben Anzeigenteil i. V. TH.Kümmel sämtlich m (Biegen. Abrüstungsberatung im englischen Kabinett. Deutschlands Mitwirkung bei der Abrüstung wird als dringend erwünscht angesehen — Will man jetzt ernstlich abrüsten? London, 31. Oft (1.1L) Das Kabinett ist heute vormittag zusommengetrelen. um besonders die Frage der A b r ü ft u n g zu prüfen. Die 5if$ung dauerte viele Stunden Es handelte sich darum, Klarheit über das englische vorgehen beim wieder- zusammentritt des allgemeinen Büros der Abrüstungskonferenz zu beginnen. Ls verlautet, dah die militärischen Fachmini st er die Stellungnahme der Armee, 2TI a - eine und Luftstreitkräfte sehr stark zum Ausdruck gebracht haben und dah die Erörterung sich zum grohen Teil darum drehte, diese Forderungen in Uebereinstimmung mit den politischen Zielen und wünschen zu bringen, weiter wurde aus die Gefahren aufmerksam gemacht, die sich ergeben könnten, wenn die Abrüstungskonferenz ohne deutsche Mitarbeit einen Abrüstungsentwurf fertigstellcn und ihn dann Deutschland zur Annahme oder Ablehnung vorlegen würden. Ls bestand Uebereinstimmung dahin, dah die Mitarbeit Deutschlands an der Fertigstellung eines Abrüstungsentwurfes dringend erwünscht sei, und es wurde erwogen, ob durch eine Art Erklärung, in der der Wille der Mächte zu ern st Hafter Abrüstung zum Aufdruck kommt, eine Heranziehung Deutschlands erleichtert werden kann. Der französische plan stand ebenfalls zur Erörterung, obwohl man darüber einig war, dah eine endgültige Stellungnahme erst erfolgen kann, wenn nähere Einzelheiten, insbesondere Zahlenangaben vorliegen und wenn die französischen Ziele hinsichtlich der See. und Luflabrüstung bekannt sind. R.cht für England gültig? London, 31. Ott. (WTB.) Der Pariser Ko respondent der ..Times" schreibt, aus näheren M tte. hingen von unterrichteter Seite gehe hervor. dah der neue französische Ab - rüstungsplan s;ch nicht aus Groh- britannien beziehe sondern nur aus die Armeen der Länder des Kontinents. Großbritannien werde nicht aufgefordert werden. de Dienstpflicht einzuführen oder die jetzige Organisation seiner Armee in irgendeinem Punkte zu ändern. Auch würden in dem Plan Grohbritannien keine Verpflichtungen auf- erlegt, die übe. die Verpflichtungen des Locarnovertrags hinausgingen. Die einzige neue Forderung. die gestellt werde, sei, dah Groh- britannien mit e nem System internationaler Untersuchung und Kontrolle durch den Völkerbund sein Einverständnis erklären solle. Die Abstimmung in der fran- zös schen Kammer sei tatsächlich der Anfang einer Revision der Friedensverträge durch Frankreich. Kritische Randnoten der Londoner presse Conbon, 31. Oft. (TU.) Die Londoner Presse Hai den französischen Ab rüstungsplan ruhig und ohne Zeichen einer besonderen Vegei- stcrung ausgenommen. Sie erhebt gegen eine De he von Vorschlägen ernste Einwendun- 0 _2im«8" sagt: Eine endgültige Antwort könne jetzt noch nicht gegeben werden, da tue Einzelheiten erst später bekannt würden. Die französische Absicht bezüglich des Artikels 16 mühte zu umfangreichen Erörterungen führen, da dieser Artikel wegen der automatischen Sanktionen den englischsprechenden Ländern stets besonders zuwider geweseü sei. Gegen die zwangsweise Schiedsgerichtsbarkeit und die internationale Untersuchung von nationalen Rüstungen werde man jedoch keine besonderen Einwände finden. Da Deutschland keine Kolonien besitze, werde die Frage der Reich^wchr zu Schwierigkeiten führen, aber im Hinblick au| Deutschlands Wunsch nach einer Miliz ergäben sich Aussichten für einen Ausgleich. Deutschland könne nicht erwarten, dah die übrige Welt sich damit abfinde, dah es sowohl ein auf der allgemeinen Dienstpflicht beruhendes Heer, als auch ein Berufsheer habe. Man müsse sich bewußt fein, dah kein Abrüstungsplan Erfolg haben könne, der die starken Desorg- nisse der meisten europäischen Ländern um die Erhaltung des Status quo gegen gewaltsame Störungen unberücksichtigt lasse. ..Daily Telegraph" bemerkt, es bestünde Tesorgnis. dah das System der regionalen Abmachungen Verhandlungen über Aenderungen des territorialen Besitzes verhindern könnten. Die Deverbrook-Presse hebt hervor: Frankreich habe seinen Fehler erkannt, Deutschland eine De» russarmee aufzuzwingen. Es gleiche dem Fuchs, der seinen Schwanz in der Falle verloren habe und nun eine Konferenz einberufe und Vorschläge, dah alle Fuchse ihre Schwänze abschneiden sollen. Die gegenwärtige Lage in Europa sei auf die Tatsache zurückzuführen, dah Frankreich den polnischen Korridor erhalten wolle. Das englische Volk werde niemals zugeben, dah fein Heer und seine Flotte Hilfsdienste für polen leisten. Das Blatt fordert daher die Kündigung des Locarno-Vertrages durch England. „Hauplpfeiier des Weltst edens" Eine Unterredung mit Reichskanzler von Papen. Paris, 31.Ott. (TU.) Die Agentur „Havas" veröffentlicht den Inhalt einer Unterredung, die Reichskanzler von P a pe n dem europäischen Vertreter der in Buenos Aires erscheinenden „Racion" gewährte. Der Reichskanzler bezeichnete die französisch-deutsche Annäherungspolitik als ' en Hauptpfeiler des Weltfriedens. Die Beunruhigung Frankreichs angesichts der angeblichen militärischen Vorbereitung der deutschen Jugend sei unbegründet, denn die deutschen militärischen Organisationen seien nichts anderes, als die amerikanische Legion oder die französische Vereinigung ehemaliger Kriegsteilnehmer. Er halte eine deutsch-französische Verständigung für wünschenswert und möglich. Während der letzten Jahre sei es gelungen, eine ganze Reihe heikler Fragen, wie die Rheinlandr M./ 1IW Unter dem Vorsitz des französischen Staatspräsidenten Lebrun fand in Paris im Elysee eine neue Sitzung des Obersten französischen Kriegsrates skat., um eine Einigung zwischen Kriegsminister Paul- Boncour und den militärischen Sachverständigen über den viel erörterten und in Frankreich leiben- sckaftlich umstrittenen Sicherheits- und Abrüstungsplan zu erzielen, der bekanntlich Deutschland die Einführung des Milizsystems an Stelle der Reichswehr anbietet. — Unser Bild zeigt die Mitglieder des Kriegsrah beim Verlassen bes Elysee. Von links nach rechts: Marschall Pelain, ber frühere Oberbefehlshaber ber französischen Armee; Ministerprasibent Herri ot: Kriegsminister Paul-Boncour. Groener über das Milizsystem. Gedanken des früheren Heichswehrministerö zu Herriots plan. Re uy or k, 31. Oft. (ERB.) In einer Unterredung mit dem Chefkorrespondenten der Associated Preh gab Reichsweh.Minister a. D. G r oe- ner der Ansicht Ausdruck, dah Herr i ot s s o- genannter Milizvorschlag eine ganz neue Situation in der internationalen Abrüstungsdiskussion geschossen habe, — eine Situation, deren sich Deutschland und die anderen Rationen bemächtigen sollten, um aus der Sackgasse, in der sich die Abrüstungsdiskussion befindet, herauszukommen. Reichswchrminister a. D. Groener führte u. a. aus; Die bisherigen Genfer Beratungen haben keine brauchbare Grundlage für eine Verständigung gebracht. Solange man ein Abrüstungssystem au| Waffenkategorien und Terminologie bauen will, ist man aus dem Holzwege. Etwas neues oder grundsätzlich anderes muhte gesunden werden. Vielleicht hat Herriot, indem er aus die Ideen, die Immanuel Kant bereits 1795 ' in seinem Werl über den Ewigen Frieden entwickelt hat, zurückstriff, dieses grundsätzliche Reue für bie Genfer Beratung geschaffen. Ich habe mich der Frage der Miliz viel gewidmet und bin ein R n Hänger bet M i l iz. Während viele Militärs die schweizerische Miliz über die Achsel ansehen, halte ich diese für ein brauchbares Instrument der Defensive. herriots Vorschlag kann jedoch nur bann als praktisch erachtet werden, wenn er zwei Voraussetzungen erfüllt: Erstens keine Ausnahme darf für irgendwelchen Staat gemacht werden; zweitens die Wehrpflicht muh eine allgemeine sein in jedem Land. Wenn ich also mich für die Miliz einsehe, so hin ich mir anderseits ber Rachteile biesesSystems voll bewuht, und ich bin auch nicht so töricht, zu glauben, dah burch seine allgemeine Einführung der Frieden absolut gewährleistet werden kann. Schließlich ist ja der Landkrieg heute längst nicht so entscheidend, wie er selbst zu Beginn des Weltkrieges war. Der Luftkrieg wird der entscheidende Krieg der Zukunft fein, und da sehe ich, offen gestanden, noch nicht, auf welcher Basis man sich verständigen kann. Auf die Frage, was er mit den Rachteilen des Milizsystems meine, erwiderte der General: Es ist nicht leicht, das Milizsystem den geo- graph schen Verhältnissen der verschiedenen Länder anzupassen. Das Milizsystem ist am besten einem Lande w e die Schweiz angepaht, dessen Gebirge einen natürlichen Defensivwall bilden. Man muh sch übrigens immer vor Augen halten, dah die Miliz die Verfassung der Defensive ist und sich nicht zur Offensive eignet. Frankreich könnte le cht das Milizsystem einführen, denn n cht nur hat es den natürlichen Schuh der Gebirge und Meere sondern es hat auch die Lücke, welche die Ratur zw schen Strahburg und Luxemburg gelassen hat durch einen Gürtel von Festungen geschlossen Es i" selbstoerstänblich, bah es Deutschland, bas keinen selben günstigen natürlichen Grenzschutz besitzt, erlaubt sein mühte, Defensivfestungen ba zu errichten, wo biese notwenbig sinb. Das M.hziystem kann nach Ansicht Groeners nicht quasi über Rächt eingeführt werden, sondern muh in Etappen verwirklicht werden. Was Herriots Idee einer internationalen Militärkontro11 e anbetrifft, so wies Groener daraus hin, dah Deutschlands Erfahrung mit der Interalliierten Kontrollkommission nicht glücklich war, dah diese zu einer „Schnüffel- kommission" wurde, die sich auf die übelsten Elemente, nämlich Landesverräter, für ihre Informationen stützen muhte. Wenn jedoch, so schloß Groener, die internationale Kommission so zusammengesetzt ist, dah die Delegierten der verschiedenen Länder offen in etwa derselben We se ihre Ansichten darlegten, wie es die Präsidenten der Zentralbanken in Basel tun, so könnte ich mir denken, dah viel Gutes aus einer solchen Einrichtung entstehen könnte. räumung und die Reparationen zu lösen, und er sehe nicht ein, weshalb man nicht auch zu einer Regelung der Gleichberechtigungsfor- be r u n g Deutschlanbs gelangen sollte. Er könne nicht glauben, bah Frankreich, das immer wieder von Menschenrechten spreche, Deutschland bie gleichen Rechte verweigern werde. Eine Verständigung mit Frankreich über diese grundsätzlichen Fragen könne nicht unmöglich sein. Amerika günstig gestimmt. Aber keine Waffentzilfe. Washington, 31. Ott. (WTB.) In Bestätigung ber vorgestrigen Melbung über den günstigen Eindruck, ben ber Plan Herriots hier gemacht habe, erklärte heute Unter- staatssekretär Castle, bah der Eindruck hier „sehr freundlich" sei und der Plan mit Erleichterung und Befriedigung begrüht worden sei. Die amerikanische Regierung hoffe, bah der neue französische Plan die Basis zu Verhandlungen zwischen den europäischen Kontinentalmächten bilden werde. Er passe gut zum Hooverplan, und aus einer Kombination dieser beiden Pläne werde sich — so hoffe man hier zuversichtlich — eine allgemeine Herabsetzung der Rüstungen entwickeln. Amerika sei gern bereit, seinen Teil zur Sicherung Frankreichs bei- i u t r a g e n, soweit dies nicht durch Waffengewalt zu erfolgen brauche und sofern sich Frankreich mit Stimsons Interpretation des Kellogg-Paktes als hinreichende Garantie begnüge. Dem Anschein nach sei Frankreich hiermit zufrieden, und damit sei ein weiteres, bisher schwer überwindlich scheinendes Hindernis weggeräumt. Französische Zwischenbilanz. Die Stellungnahme gegenüber Deutschland. Paris, 31. Ott. (TTl.) In französischen politischen Kreisen hat man mit Spannung auf den Widerhall gewartet, den der französische Sicherheits- und Abrüst u n g s p l a n bei den Großmächten finden würde. Die Stellungnahme Amerikas, sowie die ersten Eindrücke in London und Berlin sind hier mit Genugtuung ausgenommen worden. Der dem Quai d'Orsay nahestehende „Temps" entnimmt dem internationalen Echo, bah man bie Aufrichtigkeit anerkenne, mit der Frankreich sich um die Lösung der heiklen Frage ber Rüstungseinschränkung bemühe. Besonders zufriedenstellend sei bie Tatsache, dah diese günstige Aufnahme sich selbst auf solche Länder ausdehne, in denen man den französischen Vorschlägen sehr zurückhaltend gegenüberstehe. Wenn man auch die ersten Eindrücke mit Vorsicht aufzunehmen habe, so sei es am Vorabend der Wiederaufnahme der Genfer Besprechungen doch be» grühenswert, dah man im Ausland die Rede des Ministerpräsidenten so auffasse, wie sie wirklich gemeint gewesen sei. Denn in Deutschland die Neuordnung des Militärdienstes zunächst besonders beachtet werde, da man darin einen ersten Schritt auf dem Wege zur Abschaffung der Versailler Militärklauseln sehe, so werde man abwarten müssen, bis die Reichsregierung auch in den übrigen Punkten, vor allem zu dem Regionalab- kommen, Stellung genommen habe, die den Locarnovertrag ergänzen sollten. Diese würden bestimmt gewisse Einwendungen hervorru'en. Man dürfe sich jedoch in Berlin keinen Illusionen Über die weitere Tragweite der französischen Vorschläge machen, was Frankreich Vorschläge, sei ein Ganzes, in dem die Vereinheitlichung des Mititärsystems mit den Sicherheitsformeln eng verbunden fei. Ls wäre ein Irrtum, zu glauben, dah man Frankreich Zugeständnisse entreißen könnte, ohne als Gegenleistung die geforderten Garantien zu geben. Das „Journal des Debats" bezeichnet es als einen Grundfehler des Planes, bah man alle Armeen gleichmäßig gestalten wolle, um bie Au gäbe ber Abrüstungskonferenz zu erleichtern. Man gewähre dadurch Deutschland die Gleichberechtigung, bie man lange ab» gelehnt habe, und gebe hierfür feine andere Begründung als lediglich die Bequemlichkeit der Berechnung, die ein einheitlicher Typ bieten würde. Lieser geringe Vorteil scheine teuer bezahlt zu sein. Unglücklicherweise fei aber bas grundsätzliche Zugeständnis bereits gemacht, und zwar ohne jede Gegenleistung und ohne jede Hoffnung auf eine solche. Um die Abrüstung zur Gee. Washington, 31. Oft. (WTB. Reuter.) Der amerikanische Beobachter auf ber Abrüstungskonferenz Rorman Davis, der vor kurzem eine Fühlungnahme mit ber englischen Regierung hatte, berichtete heute bem Staatsdepartement, bei seinen Besprechungen mit Macbonald und den anderen Mitgliedern des britischen Kabinetts sei kein Versuch gemacht worden, ein definitives Flotten abkommen zwischen den Vereinigten Staaten und England auszuarbeiten. Er erklärte aber, die Atmosphäre der Besprechungen sei ganz ausgezeichnet gewesen, und er glaube, hoffen zu können, baß die Vereinigten Staaten unb Großbritannien ihre Divergenzen über Tonnagesragen in befriedigender Weise erledigen werden. Popen über -en 13. August. Berlin, 31. Okt. (CNB.) Der „Lokalanzeiger" berichtet über eine deutschnationale Versammlung in Hannover, in der eine öffentliche Aussprache zwischen dem Landesinspekteur Rust von der NSDAP, und dem deutschnationalen Landesführer Oberleutnant a. D. o. F e l d m a n n stattgefunden hat. Bei Gelegenheit dieses Rededuells hat Oberstleutnant o. Feldmann einen Bries verlesen, den Reichskanzler o. P a p e n ihm über den Empfang Hitlers bei Hindenburg geschrieben hat. 3n diesem Brief heißt es u. a.: „Der Herr Reichspräsident hat Herrn Hitler gefragt, ob er sich gemäß seinem ihm früher gegebenen Versprechen nun an der Reichsre- gierung beteiligen wolle. Herr Hitler hat darauf erwidert: „Nur, wenn ich die Führung bekomme." Der Herr Reichspräsident hat dann in einer längeren Ausführung auseinandergesetzt, aus welchen Gründen er nicht gewillt sei, ihm die Führung zu übergeben. Ich habe dann persönlich in die Debatte eingegrifsen und ausgeführt, daß es eine unbedingte Notwendigkeit sei, die nationalen Kräfte zu einen, und daß das von mir an Herrn Hitler gerichtete Angebot der Nationalsozialistischen Partei einen entscheidenden Einfluß im Reich und in Preußen sichern werde. Diese Ausführungen vermochten aber keine Aenderung der Auffassung des Herrn Hitler zu erzielen. Der Herr Reichspräsident hat dann noch den Wunsch ausgesprochen, daß Herr Hitler, wenn er sich nunmehr, wie angekündigt, in die Opposition gegenüber dieser Regierung begeben werde, diese Opposition ritterlich führen möge. Er, der Herr Reichspräsident, habe große Achtung vor ihm, dem ehemaligen Mitkämpfer Hitler, dem er als altem Kameraden die Hand reiche. Damit wurde die Unterhaltung abgeschlossen. Ich darf noch hinzufügen, daß Herr Hitler den Wunsch geäußert hatte, nicht vom Herrn Reichspräsidenten empfangen zu werden, wenn es feststünde, daß er nicht mit dem Kanzleramt betraut werden solle. Ich habe Herrn Hitler darauf erwidert, daß der Herr Reichspräsident allein über d i e Kanzlerschaftzu entscheiden habe und daß er diese Entscheidung aus den Händen des Herrn Reichspräsidenten entgegennehmen müsse. Ich, der Kanzler, müsse es auch ablehnen, in einer für die politische Entwicklung so entscheidenden Frage etwa für den Herrn Reichspräsidenten sprechen zu wollen." Der Reichskanzler hat, wie Herr o. Feldmann weiter mitteilte, Hitler noch den Vorschlag gemacht: Wenn es ihm aus Rücksicht auf seine Führerstellung in der Bewegung nicht angängig erscheine, als Vizekanzler in das Kabinett einzutreten, dann möge er als F ü h r e r einer großen nationalen Bewegung, der von sich aus immer jeden Ministerposten abgelehnt habe, außerhalb der Regierung bleiben und mit seiner Bewegung die Arbeit des Kabinetts stützen, in das er einige seiner prominentesten Mitarbeiter entsenden möge. Auch das habe Herr Hitler schroff abgelehnt. Der Freiwillige Arbeitsdienst. Die Einbeziehung von Frauen und Mädchen. Berlin. 31. Okt. (DDZ.) Wie das Bachrichtenbureau Des VDZ. hört, sind die beim Deichskommissar für den Freiwilligen Arbeitsdienst, Dr. S y r up geführten Derhandlunaen mit Vertretern der Wohlfahrtsorganisationen über die Kodifizierung der Einbeziehung erwerbsloser Mädchen und Frauen in den Freiwilligen A r b e i t s d i en st zum Abschluß gelangt. Der Entwurf, der den Verhandlungen zugrunde liegt, dürfte nun auf Grund des Ergebnisses der Verhandlungen weiter überarbeitet werden. 3n absehbarer Zeit, voraussichtlich in einer Woche, kann man mit der Begründung des Entwurfs im Wege einer Rundverfügung an die maßgebenden Behörden rechnen. Hervorgehoben sei, daß die geplante Ausdehnung der Beteiligung erwerbsloser Mädchen am Freiwilligen Arbeitsdienst keine neue finanzielle Belastung zur Folge haben soll. Postflugzeug Loudon-Berlin verschollen. — M: e-H 'WW Oben links: Der Funkingenieur der D 2017, Werner Diebes. — Oben rechts: Der Führer der Unglücksmaschine, Pilot E u n o w. — Unten: Ein Iunkers-Postflugzeug vom Typ W 33. Diesem Typ gehörte auch das vermißte Flugzeug an. Lreine Spur von dem vermißten deutschen Postflugzeug. Die Suche nach dem vermißten deutschen Postflugzeug wurde am Montag mit allen Mitteln, aber ohne Erfolg, fortgesetzt. Das englische Luftfahrtministerium stellte seine Hilfsmittel in größtem Umfange zur Verfügung. Sämtliche Küstenwachtstationen an der Südostküste Englands haben Anweisung erhalten, an der Suche teilzunehmen. Mehrere Rettungsstationen haben ihre Boote ausgesandt. Alle Schiffe sind auf gefordert worden, nach dem verunglückten Flugzeug Ausschau zu halten. Die Lufthansa hat die mutmaßliche Unfallstelle durch ihr Fracht- flugzeug absuchen lassen. 3n London hat man nur wenig Hoffnung, daß die Besatzung des Flugzeuges noch am Leben ist. Man befürchtet, oah der Bericht, wonach sie von einem Dampfer ausgenommen worden sei, nicht den Tatsachen entspricht. Trendelenburg im Völkerbund. Genf, 31. Ott (TU.) Generalsekretär Drumond hat, wie amtlich mitgeteilt wird, am Montag den Staatssekretär a. D. Dr. Trendelen- burg zum deutschen Untergeneralfe» fretär des Völkerbundes ernannt. Die Ernennung bedarf noch der formalen Zustimmung des Dölkerbundsrates, die auf der am 14. Bove mber beginnenden außerordentlichen Ratstagung erfolgen wird. Der neue Untergeneralsekretär wird, wie verlautet, seinen Posten bereits in nächster Zeit antreten und beabsichtigt, vor der Amtsübernahme zu einet privaten Unterredung mit Drumond zu- sammenzutreffen. Rach dem Beschluß der Dölker- bundsverfammlung ist dem deutschen Untergeneralsekretär die Oberleitung über die Finanz- und Wirtschaftsabteilung des Völkerbundes übertragen worden. Der bisherige Unter« generalfefretär Dufour- Feronce verläßt in diesen Tagen Genf, um feinen Posten als deutscher Gesandter in Belgrad anzutreten. Beim Eintritt Deutschlands in den Völkerbund war Deutschland lediglich die Leitung der Abteilung für die geistige Zusammenarbeit übertragen worden. Aus oller Welt. hauptmann-Ehrung in Hamburg. Dieser Tage fand im Hamburger Rathaus eine außerordentlich eindrucksvolle Hauptmann- Ehrung durch den Senat statt. Man hatte den bevorstehenden 70. Geburtstag des Dichters zum Anlaß genommen, Hauptmann nach Hamburg einzuladen. In feiner Rede teilte Bürgermeister Dr. Petersen mit, daß die Aufbauschule Hoheweide in Zukunft den Namen Gerhart-Haupt- mann-Schule führen werde. Diese Mitteilung wurde von den zahlreich erschienenen ' Vertretern der Spitzen von Wissenschaft und Behörden mit lebhaftem Beifall begrüßt Gerhart Hauptmann betonte in einem launigen Dankspruch seine starke Liebe zu Hamburg. Ein Tee-Abend bildete den Abschluß des Senatsempsanges. Drei Jahre Zuchthaus wegen Verrats militärischer Geheimnisse. Wegen Verrates militärischer Geheimnisse verurteilte das Reichsgericht in Leipzig nach zweitägiger Verhandlung den der KPD. angehörenden Elektriker Thiele aus Niemegk zu 3 3ahren Zuchthaus und 5 Ia-Hren Ehrverlust. Thiele hatte seine Vertrauensstellung als Detriebsratsvorsitzender 6e3 Bitterfelder Werkes der 3G. - Far be nind ustrie mißbraucht, um einem Sowjetemisfär Fa- brikationsgeheimnisfe zu übermitteln. Unferfdjtagungen eines kirchenkafsierers. Bei einer Revision der Kirchenkasfe in Pulsnitz (Sachsen) wurde festgestellt, daß der Kirchenkassie- rer Peis ker Unterschlagungen in Höhe von 62000 Mark begangen hatte. P. fjat die Unterschlagungen zugegeben: er wurde in Haft genommen. Drahtseil über die Straße gespannt. Rach einer Wahlversammlung in Reuß (Ostpreußen) fuhr der Kaufmann Diesel den Kreis- vereinsvorsihenden der DRBP., Amtsgerichtsrat Friedrich, im Auto nach Treuburg. Kurz vorher war auf der Straße von Reuß nach Treuburg ein Motorradfahrer dadurch zu Fall gekommen, daß er gegen ein querüberd ieChaus- fee gespanntes Drahtseil stieß. Er be- feitigte das Hindernis und fuhr weiter. Als dann später Diesels Kraftwagen dieselbe Stelle passierte, war das Drahtseil wieder gespannt worden. Auch hier konnte ein ilnglüd verhindert werden. Die Spur deutete auf einen Hofbesitzer in der Rähe hin, bei dem auch noch Draht gefunden wurde. Er wurde in das Gerichtsgefängnis eingeliefert und wird sich wegen versuchten Mordes zu verantworten haben. Räuberunwefen in Polen. 3m Dorf Zdzielowice in der Rähe von Lublin ist ein alleinstehendes Haus von einer zehn Mann starken Räuberbandeüberfallen worden, die schwer bewaffnet war. Die Banditen vergingen sich an der Frau des Besitzers, dann begossen sie sie mit Petroleum und zündeten f i e a n. Nachdem sie das ganze Haus geplündert hatten, flohen sie in den Wald. Ein Dorfbewohner, der den Heberfallenen zu Hilfe eilen wollte, wurde von den Räubern erhoffen. Das Eisenbahnunglück bei Moskau bestätigt. Don amllicher Seite wird das Unglück des l) - Z u g e s aus Sotschi (Mineralbäder im Kaukasus), das sich, wie bereits gemeldet, am 16. Oktober d. 3. bei Ljubino in der Rähe von Moskau ereignete, bestätigt. Es wird zugegeben, daß der Zusammenstoß mehrere Opfer gefordert habe. Die OGPäl. habe fünf Eisenbahnbeamte verhaftet, die bereits vor ein Sondergericht gestellt worden seien. Die Anklageschrift fordert für die fünf Angeklagten wegen fahrlässiger Handlungsweise die Todesstrafe. — Einem Funk- spruch aus Moskau zufolge ist als Hauptangeklagter der Stationsvorsteher von Ljubino, Bu- l a f off, wegen des Eisenbahnunglücks bei Ljubino am 16. Oktober zum Tode verurteilt worden. Zwei Angeklagte erhielten Freiheitsstrafen von acht bzw. sechs Jahren. Der Signalist wurde zu Zwangsarbeit mit löprozentiger Lohnkürzung verurteilt, während der fünfte Angeklagte freigefprochen wurde. Das Urteil ist endgültig. — Bei dem Eisenbahnunglück waren, wie jetzt bekannt wird, 3 6 Personen getötet und 51 verletzt worden. Stapellauf des französischen Ozeandampfers .^Normandie". 3n Anwesenheit des französischen Staatspräsidenten sowie des Handelsministers .wurde in Nantes der größte Pasfagierdampfer der Welt, die „Normandie", vom Stapel gelassen. Das Schiff hat bei einer Wasserverdrängung von 70 000 Tonnen eine Länge von 313 Meter. Cs wird mit Dampfturbinen in einer Gesamtstärke von 60 000 Pj a>ngetrieben, die ihm eine Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 28 Knoten geben werden. Staatspräsident Lebrun wies auf die besondere Bedeutung des Stapel- laufes der „Normandie" für das Ansehen der französischen Handelsmarine hin. Der Stapellauf ging unter den Klängen der Marseillaise ohne Zwischenfall vor sich. — 25 Architekten und 250 Zeichner haben für den Bau der „Normandie" 7000 Pläne gezeichnet, die zusammen eine Papierfläche von 50 000 Quadratmeter ein nehmen. Der Ozeanriese soll die Strecke Le Havre—Reu- hork in 100 Stunden zurücklegen können. Die Revue. Don Karl Eittinger, München. ,KarIchen, möchtest du Millionär werden?" fragte mich mein Berufskollege Kasimir Konjunkturmeier. „Nein!" erwiderte ich wahrheitsgemäß. Weiß der Himmel, ich möchte kein Millionär werden und in ewiger Sorge um mein (Seib leben. Nicht für eine Million möchte ich Millionär sein. „Unsinn!" sagte Kasimir, .wieder Mensch will Millionär sein, und ich weiß sogar, wie du es werden kannst. Ich habe nämlich eine glänzende Idee." Mir blieb vor Schreck die Zigarre im Munde stecken. So oft ich diesen Kasimir treffe, hat er eine glänzende Idee. Es ist zwar nicht alles Idee, was glänzt, aber dieser Kasimir, der wimmelt nur so von glänzenden Ideen, bloß auf die glänzende Idee, mich mit seinen glänzenden Ideen zu verschonen, ist er noch nicht gekommen. „Auch ich habe eine glänzende Idee, wie ich reich werden könnte", sprach ich. „Du kaufst dir ein Los, machst den Haupttreffer, dich trifft vor Freuds der Schlag, und du setzt mich zum Alleinerben ein!" „Bitte, bleibe ernst, wenn ich mit dir rede!" ,^jch werde es versuchen-, obwohl es nicht leicht ist. — Und worin besteht deine glänzende Idee?" „Wir schreiben eine Revue zusammen. Du brauchst gar nicht so blaß zu werden, sondern es ist eine glänzende Idee. Revue ist Trumpf, das Geld liegt auf der Straße!" „Gib acht, daß du nicht gleich ebendort liegst! Er redete hin, ich redete her, er schlug mich breit wie ein Kottlett, und schließlich seufzte ich: „Also tbas soll der Inhalt von der Revue sein?" Maßlos erstaunt sah er mich an: „Wieso Inhalt? Ich höre immer „Inhalt"? Inhalt braucht sie überhaupt keinen, Handlung hält bloß die Handlung auf! Sondern im ersten Akt, da kommen fünfzig Girls und singen irgendwas und tanzen dazu, damit man den Gesang nicht so hört. Weißt du nicht irgendwas, was leicht ins Ohr geht?" „Watte!" „Nicht doch, ich meine einen Schlagerrefrain, so etwa „Was macht der Meier am Himalaya"?" „Wie gefiele dir „Wer bläst in Kuba — so schön die Tuba?^ Oder „Wer bläst in China — die Okarina"?" „Glänzend! Ich wußte ja, daß du ein Dichter bist! Also, den ersten Akt hätten wir!" „Und was geschieht im zwoten Mk?" fragte ich entgeistert. „3m zweiten Akt? Also, da habe ich eine glänzende Idee! Im zweiten Akt, da kommen fünfzig Girls und, singen und tanzen irgendwas!" „Du bist ein Meister im Steigern der Handlung! Aber waren die Girls nicht schon im ersten Akt da?" „Natürlich! Aber jetzt kommen sie doch in einem anderen Kostüm! Eine Revue muß etwas fürs Auge sein!" „Dann solltest du die Revue mit Schmeling zusammen schreiben: der hat in seiner Faust Dinger fürs Auge, — da können wir zwei gar nicht mit!" „Aso, mit dem zweiten Akt sind wir auch im Reinen! Der dritte Akt muß natürlich eine Ueber- raschung bringen. Da habe ich eine glänzende Idee. Nämlich da kommen die fünfzig Girls in einem ganz anderen Kostüm und singen und tanzen irgendwas!" Es gab einen Plumps, ich war vom Stuhl gefallen. „Kasimir", ächzte ich, indem ich mich erhob, „ich habe eine glänzende Idee: geh nachhaus und laß' dich nie mehr blicken!" „Aber die Revue wird ja fabelhaft!" ereiferte er sich. „Das Gerippe haben wir schon —" „Meinst du mit dem Gerippe die Girls? — Nein, Schluß! Für mich kommt nur eine Revue mit einer richtigen Handlung in Frage! Man hat das „Weiße Rüßsi', also ein gut gebautes Theaterstück, zur Revue umgestaltet, den „Walzertraum", den „Lieben Augustin", also — ,Lch hab's!" schrie Kasimir. „Eine glänzende Idee hab ich! Wozu leben wir im Goethejahr? Wir machen aus dem „Faust" eine Revue!" Ich sage selten zu einem Mitmenschen Idiot, aber wenn ich's sage, dann meine ich es aufrichtig. „Aber wieso denn? Das gibt tausend Aufführungen hintereinander! Die zehn Komponisten für die Musik habe ich schon — „Also Bandendiebstahl!" „Mach keine Witze, die improvisieren in einer Revue Die Komiker". Er war FeuSr und Flamme. „Also im Anfang sitzt Faust im Studierzimmer. Er hat zwar Philosophie, Juristerei, Medizin, Theologie studiert, aber mit seiner Steuererklärung wird er doch nicht fertig. — Unterbrich mich nicht, solche Aktualitäten gehören in eine Revue! — Er singt ein Lied, daß er gerade von der Lausanner Konferenz zurückkommt. — „Darf ich dich schonend darauf aufmerksam machen, daß der „Faust" im Mittelalter spielt?" „Aber das ist doch ganz wurscht! Dafür ist es eine Revue! Sei doch nicht so kleinlich! Und dann erscheinen ihm fünfzig Mephistos!" „Fünfzig? Ach so, ich verstehe: die Girls!" „Jawohl, die singen und tanzen irgendwas. Und auf einmal werfen sie ihr Höllenkostüm ab und stehen im Badeanzug da!" Und dann ruft Faust: „Nie wieder Hölle!" „Nein, sondern dann kommt der zweite Akt. Gretchen — sie ist natürlich eine Wienerin — wind von Faust auf dem Wege zur Reichstagswahl angefpro- chen. Immer aktuell, mein Lieber! Plötzlich kommt ein Berliner — „Was für ein Berliner?" „Das weiß ich noch nicht, aber ein Berliner wirkt immer! Der geht wieder ab —" „Gott sei Dank, ich dachte schon, der kriegt fünfzig Kinder, die fingen oder tanzen irgendwas!" „Du hast aber auch gar keine Phantasie! Sondern die Girls, die kommen jetzt als Wiener Damenkapelle." Wieder gab es einen Plumps. Aber das war nicht ein zweiter Fall vom Stuhl, sondern nur die Geduld, die mir .gerissen war. „Ich weih alles", schrie ich, „im dritten Akt, da reitet Valentin auf einem Elefanten über die Bühne, Gretchen liegt nicht im Gefängnis, sondern kriegt Bewährungsfrist, auf einmal kommt ein Sachse, der stottert, und wie niemand mehr weih, was eigentlich los ist, kommen die Girls als fünfzig Kaiser Franz Josephe und renken die Sache ein!“ liebertoältigt fiel Kasimir mir um den Hals. „Wir sind Millionäre!" schluchzte er. „Kärtchen, das wird der schönste Vorschuß meines Lebens!" Falls dem Finanzamt dieser Artikel zu Gesicht kommen sollte, bemerke ich vorsichtshalber: „3ch bin kein Millionär geworden!" Es .ging dieser glänzenden Idee Kasimirs wie allen fei ten glänzenden Ideen. Die Revue „Faust" biieb unauf" geführt. Nämlich der Elefant für den Valentin wurde nicht bewilligt, Valentin sollte als Wellenreiter auf die Bühne kommen, und zu dieser Aenderung fand ich mich nicht bereit. Ich bin ein seriöser Künstler, und wenn ich Elefant schreibe, bann muh es vier Beine haben. Wieder einmal habe ich mein Glück mit Fühen getreten ... Schlafwandler. llnglückssälle, die durch Schlafwandeln hervorgerufen werden, gehören nicht gerade zu den Sel- tenheitem So wird jetzt aus London berichtet, dah ein Somnambuler, der schon öfters im Schlaf Spaziergänge unternommen hatte, kürzlich träumte, er habe einen Kraftwagenunfall erlitten; er sprang in seiner Erregung aus dem Bett, stürzte ans Fenster und fiel heraus, wobei er sich Verletzungen zuzog. 3n einem solchen Zustand haben sich schon Personen vergiftet, sind von Dächern her- untergestürzt, zum Fenster herausgefallen usw. Eine Frau verließ in schlafendem Zustand ihr Haus und fiel in einen benachbarten Teich, in dem sie erkrank. Andere Schlafwandler sind auf merkwürdige Weise drohenden Gefahren entgangen. So wird in einer englischen psychologischen Zeitschrift von einem Mädchen berichtet, das unter Schwindelanfällen litt und sich besonders vor dem Gehen in großen Höhen fürchtete. Man beobachtete, wie sie am hellerlichten Tage am Rande eines Daches eines hohen Londoner Gebäudes hin- und herwandelte. Jedes Erwecken hätte den Tod zur Folge gehabt. Man brachte sie unter großen Schwierigkeiten in schlafendem Zustand von dem Dach herunter. Als sie wenige Minuten danach auswachte, erinnerte sie sich nicht daran, daß sie soeben ein so gefährliches Abenteuer bestanden hatte. Der Somnambule ist gewöhnlich im Besitz des Tastsinns, kann auch bisweilen hören, aber die Fähigkeit des Sehens besitzt er nur in den allerseltensten Fällen. Obwohl der Schlafe Wandler mit weit offenen Augen dahinfchreitet, erblickt er weder Personen noch ®egenftänbe. Die moderne Psychologie erklärt den Somnambulismus als „einen Traum, der in Bewegung übergeht". Sprechen im Schlaf ist ja nichts Ungewöhnliches, und im Schlafwandel mag man nun eine weitere Entwicklung erblicken, die zu unbewußten Bewegungen führt. Der geistige Zustand des Schlafwandlers ist dem hypnotischen verwandt. Wie die nächtlichen Schreckzustände, die in der Kindheit öfters auftreten, kann man auch den Somnambulismus mit organischen Unregelmäßigkeiten in Zusammenhang bringen. Verdauungsstörungen, allzu langer Aufenthalt in überhitzten Räumen, Ermüdung des Gehirns sind als Ursache für die Antriebe aufgeführt worden, die das schlafende Gehirn empfängt und die von ihm mißverstanden werden. Die Fähigkeit eines nor- malen Denkens ist ausgeschaltet. Das Bewußtsein schlummert, aber das Unbewußte, das von allen Hemmungen befreit ist, ruft eine getoiffc Tätigkeit hervor, die nicht nur wie im Traum zu Vorstellungen, sondern zu richtigen Bewegungen führt. Irgend ein starker Eindruck, ein aufwühlendes Erlebnis während des Tages ist häufig die Ursache für den Traum des Schlafwandlers, und dieser Traum selbst dürste rächt sehr verschieden von jenem „Albdruck" sein, den wir alle schon irgendeinmal während des Schlafes verspürt haben. Aus der Pwvinzialhauptüadt. ließen, den 1.Rodember 1932. Oie Zuschüsse zur Wohnhaus Instandsetzung. Don der Bürgermeisterei Gießen wird uns geschrieben: 2n Hausbefitzerkreisen taucht hartnäckig die Behauptung aus, die Stadt Gießen würde den größten Teil der sür den Gießener Hausbesitz bereitgestellten Beträge für die Instandsetzung von Wohnhäusern für sich verwenden. Die Stadt lasse jetzt mit Hilfe dieser Gelder einen großen Teil ihrer Häuser wieder in Stand sehen. Diese Auffassung ist durchaus irrig. Bezu- schußt werden nur Instandsehungsarbeiten an Wohngebäuden, di« vor dem 1. 3u(i 1918 bezugsfertig hergestellt waren. Damit scheidet der gaiM städtische Wohnhausbesih so gut wie aus. Denn die Stadt besaß vor dem Kriege lediglich einige alt« Häuser im Stadtinnern, von denen z. 3- vier in Stand gesetzt werden. Hierzu sind Reichszufchüsse in einer Gesamthöhe von rund 800 Mk. beantragt worden. Ob dieser Betrag, der auch von vielen Privathausbesitzern erreicht wird, überhaupt genehmigt werden wird, steht dahin, denn während die Anträge von Privathausbesitzern von der Stadt entschieden werden, müssen di« Anträge der Stadt um Zuteilung von Reichszuschüssen dem Ministerium des Innern (Arbeit und Wirtschaft) in Darmstadt zur Prüfung und Entscheidung vorgelegt werden. Eine Bevorzugung der Stadt auf Kosten der Privathausbesitzer findet also unter keinen Um» ständen statt. Eröffnungsfeier -er Volkshochschule. 3m Großen Hvrsaal der Universität fand am Samstagabend die Eröffnungsfeier des Wintersemesters 19 3 2/33 der Gießener Volkshochschule statt. Ein stattlicher Kreis von Zuhörern hatte sich dazu eingefunden. Das Kammerorchester der Volkshochschule, Las es sich zur Aufgabe gemacht hat, beste deutsche Haus- und Konzertmusik (Musik früherer Jahrhunderte. Werke bester Tondichter, selten aufgeführte Komposition) zu pflegen bzw. wieder ausleben zu lassen, leitete den Abend ein. Das' Orchester hat sich unter der Leitung von Musiklehrer Franz Bauer jun. zu einem recht stattlichen KlanAörper entwickelt und dank der sorgfältigen Leitung und dank des Eifers aller Mit- Äieder eine künstlerische Höhe erreicht, die dollste Anerkennung und alle Beachtung verdient. Mit einer Ouvertüre von Lullet) forderte das Orchester die Aufmerksamkeit der Zuhörer heraus. Sodann brachte Professor Messer Erzählungen, Gedichte, Skizzen usw. von Frau PaulaM e s s e r- Platz (f) zum Dortrag. Zunächst hörte man eine Erzählung, eine Schilderung der religiösen Entwicklung eines Mädchens vom frühen Kindesalter an und des Kindes Kampf um die Erkenntnis des Guten und Dösen, sein Sehnen um Gottnähe und Bewußtsein des Göttlichem Wort und Sinn dieser Erzählung fanden sinngemäße Aufnahme und Fortführung im Musikalischen durch das Adagio der Sonate in Eis-Moll von L. van Beethoven, das von Frau Elfriede Fischer in vollendeter Meisterschaft am Klavier wiedergegeben wurde. Der Musikdarbietung folgten dann Rezitationen von Gedichten, die unter den Titeln .Ahnung der Ewigkeit", »Bekenntnis". »Tage des Glücks", „Werden" und „Sehnsucht" Ausdruck einer Weltweite suchenden Seele waren. Zwei Skizzen „Don der Insel der Verborgenheit". »Die Diebin" gaben der Schriftstellerin Gelegenheit, zartesten Empfindungen Raum zu geben und psychologischen Feinheiten (in der Seele eines Kindes) nachzuschürsen. Eine Erzählung in Tagebuchform unter dem Titel „Elmau". in der die Welt einer Fronten, einer Genesenden und ihr Wunsch zur Wiederaufrichtung ihres (Innenlebens an der Großartigkeit einer sie umgebenden Aatur zum Ausdruck gebracht war, beschloß den Reigen der Rezitationen. Mit der l. Grundfuge aus der »Kunst der Fuge" von Ioh. Seb. Dach, vom Kammerorchester sehr charakteristisch wiedergegeben, fand der Abend seinen Abschluß. Bornotizeir. — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute, 20 älhr, 5. Vorstellung im Dienstag-Abonnement; Ladislaus Fodors jüngstes Werk, das Lustspiel »Roulette" unter Karl He Ysers Spielleitung, Ende 22 Tlhr. Gewöhnliche Preise. — Für Mittwoch ist unter der Spielleitung von Oberfpielleiter Peter F a s s o t t die Erstausführung eines »Stückes, das noch gemacht werden soll", „Sechs Personen suchen einen Autor" von Luigi Pirandello angesetzt. Die In- tenkam bringt mit der Aufführung dieses Werkes erstmalig ein Werk dieses geistreichen Italieners zur Aufführung. Pirandello, eine Hoffnung der italienischen Theaterliteratur, war schon lange an den Bühnen des Auslandes bekannt, ehe er 1924 in Wien mit diesem Werk erstmalig an einer deutschen Bühne zur Ausführung kam. Gewöhnliche Preise. 20 bis 22 älhr. — Wahlversammlung der Zentrumspartei. Heute, 23.15 Llhr, findet im Katholischen Dereinshaus eine öffentliche Wahlversammlung der Zentrumspartei statt. Redner find Reichstagsabg. Schwarz (Frankfurta. W.) und Landtagsabg. Ministerialrat Hoffmann (Darmstadt). (Siehe gestrige Anzeige). ** Silberne Hochzeit. Lokomotivführer Heinrich Reh und Ehefrau Elisabeth, geb. Wagner, Mittelweg 24 dahier, begehen am 8. November das Fest der silbernen Hochzeit. Schweinerotlauf. Das Polizeiamt teilt mit: In dem Schweinebestand des Landwirts Hch. Noll VII., Gießen, Neustadt 47, ist Schweinerotlauf festgestellt. Gehöftsperre ist angeordnet. Amtsgericht Gießen. Wegen Unterschlagung ivurde di« Ehefrau eines hiesigen Kaufmanns zu 3 Wochen Gefängnis verurteilt. Sie hatte eine versenkbare Nähmaschine für 275 Mark unter ausdrücklichem Vorbehalt des Eigentums des Vertäufers bis zur vollständigen Zahlung des Kaufpreises auf Kredit gekauft, sie aber bereits vorher weiterveräußert. Den Damen ihres Käufers zu nennen, weigert« sie sich, so daß dem Lieferanten jede Möglichkeit genommen ist, wieder zu seinem Eigentum zu kommen. Deshalb besonders verfiel sie der immerhin hohen Strafe, obwohl sie noch nicht vorbestraft war. Die Vorfälle, über die weiterhin verhandelt wurde, hatten das Gemeinsame, daß sie sich auf offener Straße abspielten. Zwei Fälle ließen sich auf politische Teweggründe der Täter zurück- führen. Beide Male handelte es sich um denselben nationalsozialistischen Arbeiter, der in der vorletzten Sitzung wegen ebenfalls auf offener Straße begangener Körperverletzung auf Grund des Kein handwerksmäßiger Betrieb. Ein interessanter Streitfall vor dem provinzialausschuß. wann ist ein Gewerbebetrieb als handwerksmäßiger Betrieb anzusehen und zur Zahlung der Handwerkskammerbeiträge verpflichtet? Mit dieser Frage hatte sich am Samstag der Provinzialausschuß der Provinz Oberhessen zu befassen. Die Firma Winter- Hoff, Gießen, betreibt neben einer Drogerie eine Photohandlung, der eine Photo-Werkstatt ange- schlossen ist, in der Platten und ‘Silme entwickelt und Abzüge und Vergrößerungen angefertigt werden. Diese Photowerkstätte wurde nachttäglich in die Handwerksrolle ausgenommen. Hiergegen erhob die Firma, gestützt auf den bereits erfolgten handelsgerichtlichen Eintrag, Einspruch mit der Begründung, daß zu dem Betrieb einer Photohandlung zwangsläufig eine Photowerk- statt gehöre, deren Tätigkeit jedoch nicht als handwerksmäßige Arbeit angesprochen werden könne, weil photographische Apparate repariert werden müßten und die Bearbeitung von Amateuraufnahmen erfolge. In der Photowerkstatt selbst würden keine Ausnahmen seitens der'Firma gemacht. Auch sei hierin kein gelerntes und fachlich geschultes Personal beschäftigt; der in Frage kommende Betrieb, der nicht einen derartigen Umfang angenommen habe, daß eine Eintragung hierauf gestützt werden könne, unterscheide sich von dem einttagungs- pflichtigen Photographengewerbe dadurch, daß es sich hier um einen Hilfsbetrieb zum Hauptgeschäft handle. Aus dem Artikel der Firma im „Gießener Anzeiger", betitelt: „Etwas über eine moderne Dunkelkammerwerkstatt" könne keinesfalls eine Eintragungspflicht hergeleitet werden, da es sich hier nur um eine Reklame für das g e - famte Photogeschäft handle. Di« Hessisch «Handwerkskammer in Darmstadt vertra den Standpunkt, daß die Photowerkstatt nach ihrem Umfang, ihrer gan- -en Arbeitsweise und der Art der Kundenwerbung als ein eintragungspflichtiger Rebenbetrieb an5^rtc9,7n fct* öumal auch besonders fachlich vor- geoildetes Personal für die Photo technischen Ar- betten beschäftigt werde, und die Arbeiten einen derartigen Umfang angenommen hätten, daß bereits eine selbständige Kundenwerbung in erheblichem Umfang eingesetzt habe, die den Betrieb als eintragungspslichtig erscheinen lass«. Die Handwerkskammer bezog sich hierbei auf Entscheidungen des Reichswirtschaftsgerichts und auf das bereits erwähnte Inserat im „Gießener Anzeiger". Sie beantragte, den Einspruch der Firma abzulehnen. Das KreisamtGießenhat durch Beschluß vom 31. August 1932 festgestellt, daß die Firma Winterhoff nicht verpflichtet sei, sich in die Handwerksrolle eintragen zu lassen, da der Handwerksbetrieb — hier die Photo-Werkstatt — zweifellos als Hilfsbetrieb zum Handelsgeschäft anzusehen sei. Gegen diesen Bescheid erhob die Handwerkskammer Klage bei dem Provinzialauss ch u ß mit dem Antrag, die Entscheidung des Kreisamts Gießen aufzuheben und die Firma Winterhoff für eintragungspflichtig zu erklären. In der mündlichen Verhandlung vor dem Provinzialausschuß wurden der Vertreter der Firma, der Handwerkskammer, sowie Vertreter der Industrie- und Handelskannner Gießen eingehend vernommen. Die Vertreter der Industrie- unö Handelskammer Gießen legten die Gründe dar, nach denen die Firma nicht eintragungspflichtig sei. Der Vertreter der Firma, Otto Winter- hoff, bezeichnete das Photo-Geschäft als ein Saisongeschäft und die Pswto-Wertstatt als einen ausgesprochenen Hilfsbetrieb, in dem Personal beschäftigt werde, das keine handwerksmäßige Vorbildung besitze, daß z. D. der Letter der Photo- Werkst^tt ein Gärtner sei. Was die Werbung für fernen Photobetrieb angehe, so sei es ganz selbstverständlich, daß man auch einmal di« Dunkelkammerarbeit mit in die Reklame bringe. Herr Winterhoff gab ferner, um den Umfang seiner Photo-Werkstatt klarzulegen, «inen Lieb erblick über die in seinem Drogen- und Photobetrieb beschäftigten Angestellten, sowie über die Angestellten, die lediglich in der Werkstatt tätig sind. Er verwies hierbei auch auf Frankfurter Verhältnisse, wo Photowerkstätten mit 30 bis 50 Angestellten arbeiteten und keine 'Beiträge zur Handwerkskammer zu zahlen hätten. Soeben könne er in der Photo-Wertsta tt mit einem Angestellten auskommen. Trotzdem beschäftige er 3 bis 4 Angestellte, um im nächsten Frühjcchr und Sommer geschultes Personal zu haben. Er 6 en an fragte Klage abweisung. Der Vertreter der Handwerkskammer wiederholte im wesentlichen die bereits erwähnten Ausführungen der Handwerkskammer. Rach geheimer Beratung erkannte der Provinzialausschuß für Recht, die Klage der Handwerkskammer Darmstadt als unbegründet zurückzuweisen und die Kosten des Verfahrens der Klägerin zur Last zu setzen. Die Firma Winterhoff ist hiernach von der Zahlung der Handwerkskammerbeiträge befreit. Im weiteren Verlaufe der Tagesordnung erkannte der Provinzialausschuß für Recht: 1. Die Klage der Elisabeth Mortaigne in Gießen gegen den Bescheid der Bürgermeisterei Gießen vom 11. Mai 1932 wegen Versagung der Erlaubnis zum Betriebe eines Unternehmend zur Abgabe von Milch als unbegründet zurückzu- weisen und die Kosten des Verfahrens der Klägerin zur Last zu sehen. — Streitwert 500 Wk. 2. Die Klagen der Dezirksfürsorgeverbände a) der Stadt Frankfurt a. M. gegen den Kreis Friedberg wegen Erstattung von Fürsorgekosten für Hans Äowotnh aus Potsdam; b) der Stadt Hannover gegen die Stadt Gießen wegen desgleichen für Fritz Plönings aus Klötze als unbegründet kostenpflichtig zurückzuweisen. § 223a (Str.G. B.) und § 12 der Rotverordnung Dom 14. Iuni 1932 zu 6 Wochen Gefäng- n i s verurteilt worden ist. Diesmal erhielt er auf Grund der nämlichen Gesetzes stellen eine solche von insgesamt 6 Monaten. Er war auch in den beiden vorliegenden Fällen der Angreifer, die Angegriffenen waren politische Gegner von ihm, Reichsbannerleute bzw. ein Kommunist. Ihre politische Einstellung war ihm bekannt. Der erste Fall ereignete sich am Rachmittag des Tages der letzten Reichstagswahl, 31. 3uili l. I. Der Angeklagte begegnete in der Wolkengasse einem politischen Gegner, den er verhöhnte und welchem er sein Reichsbannerabzeichen abriß: bann fiel er über dessen Begleiter her und versetzte ihm mehrere Faustschläge und Fußtritte, obwohl ihn seine eigenen Gesinnungsgenossen davon abzuhalten suchten. Der ander« Vorfall, an dem noch e n zweiter Angeklagter beteiligt war, spielte sich ebenfalls in oer Rahe der Wolkengasse ab. Auch hier erhielt der verletzte Kommunist Fußtritt«, die ihn zu Fall brachten, und Schläge mittels eines Schlagrings und eines Schulterriemens. Der Verletzte lag eine Woche in bet Klinik und war einige Wochen arbeitsunfähig. Die Strafe des zweiten Angeklagten lautete awf 3 Monate Gefängnis. Gelegentlich der Einweihung des Kaufhauses „Karzentta" sammelten sich davor viele Rcu- gienge, und es drohte ein Menschenauflauf. Ihn zu vermeiden, wurden die stehenbleibenden Passanten polizeilich zum Weitergehen aufgefordert. Der Angeklagte war hierüber ungehalten und gab in beleidigender Weise dem amtierenden Wachtmeister seine Meinung dahin kund, er verstehe nichts von den in solchen Fällen eingreifenden Vorschriften. In derselben Rächt beleidigte er gelegentlich einer polizeilichen Festnahme eines Ruhestörers, mit der er gar nichts zu tun halle, einen anderen Wachtmeister in bezug auf seinen Beruf in ganz ähnlicher Weise. Die Beleidigungen trugen ihm eine Geldstrafe von 50 Mark ein. Abenteuerliches Leben im Weltkrieg Glück und Ende der englischen Meisterspionin Louise Marie de Bettignie. 23orß Klaus Jürgen Wille. Don der Nordseeküste in der Nähe Antwerpens, dem Kanal entlang, der Maas und Schelde mit= einanider verbindet, zieht sich südwärts der „T o - deszaun", jene elektrizilätsgeladene Grenze aus schimmernden Kupferdrähten, in der oft tagelang die verkohlten Leichen belgischer oder sranzösiicher Spione hängen, und die alle Deserteure und Ueber- läufer hassen in ohnmächtiger Wut. Nichts hilft: immer mehr häufen sich in den Akten der deuvichen Grenzschutziommandos die kurzen Vermerke: „Unbekannt, tot. Im Zaun hängen geblieben!" Aber irgendwo — das wissen auch die deutschen Grenzkommandos — gibt es eine Stelle, wo Menschengeist und Kühnheit gesiegt haben über die starre Technik. Wo diese Stelle ist — diese Frage verfolgt die Kommandanten bis tief in den unruhigen Schlaf auf hartem Feldbett. Ein Mensch nur kennt diese Stelle, eine Frau. Ost genug schon ist L o u i s e M a r i e d e B e t t i g n ie," die englische Meisterspionin, von dem Dach eines Schweinestalles hart an der Grenze in kühnem Schwung über die schimmernden Kupferdrähle gesprungen, ist ein paar Schritte auf schmerzenden Füßen getaumelt und wurde dann verschluckt von dem Dunkel der Nacht. Hinter ihr und ihrem Tun steht ein Wort: „Ich muß!" Sie muß die 3000 Worte, in winziger Chiffreschrift auf ein hauchdünnes Blättchen geschrieben und auf die Gläser ihrer dunklen Brille geklebt, nach London bringen. Sie muß — 100 000 Menschenleben hängen davon ab ! Was gilt da ihr eigenes? Wie kam Louise Marie de Bettignie, di.e Tochter eines altfranzösischen Adligen, die einst Erzieherin der Kinder des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand werden sollte, zur Spionage, zu diesem aufreibenden, neroensressenden Handwerk, das ein S p i e I m i t !d e m Tode ist in des Wortes eigentlichster Bedeutung? Durch Zufall! Als die grauen Schlangen der deutschen Heere sich auf Lüttich zu wälzten, stoh sie zu einer Verwandten nach England und fiel in Folkestone dem Chef des dortigen Nachrichtenkomrnandos in die Hände. Zwei Tage später stand sie vor Colonel Thompson, dem Chef des britischen Spionagewesens, der sie für ein riesiges Honorar verpflichtete. Monatelang gcht das aufregende Spiel, das Hinüber und Herüber nach London, Paris und dem befaßten Brüssel. Jeder Auftrag wird zur vollsten Zufriedenheit Thompsons ausgeführt, die Honorare der Bettignie wachsen ebenso schnell wie ihr Ruhm. Ein Handschreiben Thompsons bestätigt ihr, daß „ihre Dienste", wie das englische Hauptquartier bezeugen kann, während des Krieges von niemandem übertroffen worden find". Im «deutschen Gouvernement in Brüssel verliert man allmählich die Nerven. Immer wieder kommen die großen, gelben Aktenbogen, auf denen „sofortige Berichte über unbekannte englische Spionin" gefordert werden und ihre baldige Verhaftung besohlen wird. Eine Meute von Detektiven, Militärpolizisten uwd Spürhunden wird auf Marie de Bettignie losgelassen, aber die Spionin ist schneller, geschickter, gerissener als ihre Verfolger. Bis ... ihr eigener Leichtsinn ihr eine Falle stellt! Mit ihrem weiblichen Adjutanten „Charlotte", aber ausgerüstet nur mit einem Passierschein, geht sie am deutschen Posten vorbei über die Grenze, macht sich laut lustig über die Dummheit des „german soldier". Zwei deutsche Kriminalbeamte — plötzlich aus dem Dunkel auftauchend — stehen vor ihr: „Ausweise bitte!" — Die englische Meisterspionin ist gefangen — durch Zufall! Die Bettignie leugnet alles. „Charlotte" leugnet alles. Beweise sind nicht zu beschaffen, die Brille mit den Chisfrenachrichten ist zerbrochen. Die deutschen Militärbehörden in Brüssel sind ratlos. Bis endlich Madame T e s e l l i e r auftaucht, eine französische Abenteuerin, die als Sigilantin bei den Deutschen Dienst tut. Sie ist es, die den Beweis erbringt: die Bettignie und die bildschöne „Charlotte" kennen sich, sie haben sich in der Zelle wegen ihrer Aussagen verabredet. Das genügt — das Kriegsgericht tritt zusammen — das Urteil lautet: Todes- strafe! Generalgouverneur von Vissing begnadigt die Meisterspionin („die ihrem Vaterland große Dienste geleistet hat", wie er ausdrücklich bestätigt) und wandelt die Todesstrafe um in lebenslängliches Zuchthaus. In Sieburg sitzen sie zusammen: die gefährliche Miß C a d e 11, die Gräfin de B e l 1 e v i l ( e (die früher einmal in deutschen Diensten stand), „Charlotte", die Bettignie, ein paar kleinere Spioninnen. Nichts lassen sie unversucht, um zu entfliehen, nichts gelingt. Am 18. August 1918 trifft die Kugel eines deutschen Postens Louise de Bettignie, als sie bei dem Ueberfteigen einer Mauer ertappt wird. Sie wird schwer verwundet, eine Operation ist nötig. Am 27. September 1918 stirbt die englische Meisterspionin im Militärlraittenhaus in Köln. Fünf Monate später rückt eine Abteilung englischer Soldaten auf den Bichendorfer Friedhof in Köln. Unter den Klängen des „God save the king" wird die Leiche der Bettignie ephumiert und ihr mit der englischen Flagge bedeckter Sarg in die Heimatstadt Lüttich übergeführt, lieber das Grab in heimatlicher Erde rollen die Schüsse der drei Salven, die der toten Kameradin als letzter Gruß nachgesandt werden ... Buntes Oer Dirigent darf nicht in sein Haus. Der berümte holländische Kapellmeister Dr. Willem Mengelberg mußte bei seiner letzten Rückkehr von einer längeren Kunstreise eine un= «ngenehme Erfahrung machen: er konnte nämlich nicht in sein Haus hinein, da dieses von den Behörden versiegelt war, und zwar wegen rückständiger Steuerzahlungen. Mengelberg führt seit vier Fahren einen erbitterten Streit mit dem holländischen Fin-anzamt wegen seiner Einkommensteuer, und nunmehr ist seine ganze Einrichtung bis zur Begleichung dieser Schuld mit Beschlag belegt. Dr. Mengelberg, der vor 61 Iahren in Tltrecht geboren wurde, ist einer der bekanntesten Dirigenten der Gegenwart, der einen großen Teil des Iahres im Auslande zubringt. Er ist nun der Ansicht, daß diese Abwesenheit ihm das Recht gibt, einen beträchtlichen Abstrich von der Eintommensteuer zu verlangen, aber die Behörden wollen auf diese etwas eigentümlich« Forderung nicht eingchen. Infolgedessen muß er jetzt in seiner Heimat Amsterdam im Hotel wohnen. Wandervögel im Kampf mit Wölfen. Zwei britische Wandervögel, die eine Tour durch die skandinavischen Berge unternahmen, haben ein aufregendes Abenteuer zu bestehen gehabt. Die beiden jungen Leute, Manning und Gray, waren von einem norwegischen Seehafen aus bis nach dem bekannten Lappendorf Kwick- jock vorgedrungen, das im nördlichsten Winkel von Schweden liegt. Sie waren bereits ganz nahe bei dem Dorf, als die Dunkelheit sie überfiel. Trotz des Schnees und der bitteren Kälte wollten sie in der Rächt nicht weitergehen, sondern beschlossen, in ihren Schlafsäcken die Rächt im Freien zu verbringen. Sie machten ein Feuer, kochten ihr Abendbrot ab und legten sich bann zur Ruhe nieder. Die Gegend ist ein Iagdgrund für Wölfe, die eine schwere Gefahr für die umliegenden Riederlassungen bedeuten. Die Raub- tiere wurden durch das Feuer angelockt und umgaben die Schlafenden, die von ihrem Fauchen erwachten. Manning, der sich zuerst der furchtbaren Gefahr bewußt wurde, feuerte durch den Schlafsack mit seinem Revolver auf die nächsten Wölfe. Der Schuß verscheuchte die Tiere, die in die Dunkelheit zurückwichen, wodurch den Wandervögeln die Möglichkeit gegeben wurde, aus ihren Schlafsäcken herauszukriechen. Bald aber kehrte das ganze Rudel zurück und drang auf sie ein, so daß die Iungens in heißer Schlacht sich ihrer 1 Allerlei. Haut wehren mußten. Sie erschossen mehrere Wölfe, bis die übrigen entf ohen. Hebet zu- gerichtet und vollkommen erschöpf schleppten sie sich dann in das Dorf, wo sie freundlich aufgenommen und gepflegt wurden. Neger werden Heller. Wie die amerikanische Anthropologin Dr. Irene Täuber auf dem letzten Kongreß für Eugenik mitteilte, wird die Farbe der Reger in Amerika immer Heller, obwohl wenig weißes Blut in die Rassenmischung der Reger eindvingt. Die Auflichtung der Farbe ist der Kreuzung dunklerer Reger mit helleren zuzuschreibrn, die es . bereits in größerer Aiizahl gibt Die Zahl der reinblütigen Reger wird in den Vereinigten Staaten immer geringer. Unter den Eltern beträgt ihr Anteil noch 29 Prozent, aber unter den Kindern ist er bereits auf 14 Prozent zurückgegangen. „Die amerikanische Regerbevölkerung wird in Zukunft wahrscheinlich ein einheitlicheres Bild bieten als gegenwärtig", führte die Ee- lohrte aus. »Es wird ein geringerer Prozentsatz reinblütiger Reger einem sehr viel größeren Prozentsatz von Regern gegenüberstehen, die nur etwa di« Hälfte Rcgerahnen haben, während ein kleinerer Bruchteil aus Regern bestehen wird, in denen das weiße Blut überwiegt. Bei dieser Vereinheitlichung wird die Hautfarbe sich zu einer gleichförmigen Tönung entwickeln, die aber allgemein Heller sein wird als bisher." Japan führt die lateinische Schrift ein. Rachdem in der Türkei vor einigen Iahren der Diktator Kemal Pascha angeordnet hatte, daß im öffentlichen Leben die lateinische Schrift die türkische zu ersetzen habe, ist jetzt auch das japanische Tlnterrichtsministerium diesem Beispiel gefolgt, nachdem noch vor einem Iahr die Regierung es abgelehnt hatte, auf die nationale japanische Schrift zu verzichten. In der Türkei führte diese Maßnahme, die durch Liebergangsverordnungen langsam verwirklicht wurde, zu einer sehr starken wirtschaftlichen und kulturellen Belebung der Beziehungen zu den Westmächten. Dor einiger Zeit war deshalb eine japanische Abordnung in die Türkei gefahren, um die Vorteile an Ort und Stelle zu studieren. Die neue Anordnung ist in dem nationalen Iapan sehr unbeliebt, weshalb die Regierung zu ihrer Verteidigung ausführt, daß Iapan es sich selbst schuldig sei, in jeder Beziehung im Konzert der Weltmächte als gleichberechtigt mitzuwirken. S.Uport Oie Situation in der I. Bezirksklaffe des Gaues Gießen-Tvehlar. Die Spiele der 1. Serie sind nahezu beendet. Lediglich vier Spiele sind noch auszutragen. Am 6. November haben sich Ockershausen — 1900, Wallau — Bottenhorn Frohnhausen — Wetzlar und am 20. November Breidenbach — Ockershausen zu letzten Verbandsspielen der 1. Serie gegenüberzutreten. Gegenwärtig führt die Spielvereinigung 1900 die Tabelle mit 8:4 Punkten an, über deren Einzelheiten die folgende Aufstellung Aufschluß gibt: Verein Gew. Unentsch. Verl. Tore Pkte. 50 v. S). aller 2 4 3 3 4 4 2 2 1 1 1 1 0 1 3 4 16:8 15:10 13:12 15:15 11:9 6:6 10:14 10:22 1900 Gießen VfB. Gießen Frohnhausen Breidenbach Ockershausen Wallau Wetzlarer SV. Bottenhorn Bemerkenswert 8:4 8:6 7:5 7:5 6:1 6:6 4:8 2:10 aus» 3 2 2 2 1 1 1 0 ist, daß genau getragenen Spiele der 1. Bezirksklasse unentschieden endeten. Das bedeutet, daß die Spielstarke unter den beteiligten Mannschaften sehr ausgeglichen zu sein scheint. Im Vergleich hierzu hat der Mainbezirk nur 12 o. $). der unentschiedenen Spiele. Die Tabelle der II. Bezirksklasse der Gruppe Gießen-Grünberg hat nach den Spielen des vergangenen Sonntags folgendes Aussehen: VfB Giehen VfV. 1 — Nauborn I 11:1 (5:1). Verein Gew. Unentsch. Verl. Pkte. Butzbach 6 0 1 12:2 Steinberg 5 0 0 10:0 1900 Gießen II 4 0 1 8:2 Daubringen 4 0 3 8:6 Lollar 3 0 2 6:4 Leihgestern 3 0 4 6:8 Ettingshausen 0 1 4 1:9 Laubach 0 1 5 1:11 VfB. Gießen II 0 0 5 0:10 M.t einem Sieg der Grün-Weißen hatte man wohl gerechnet — aber nicht mit einer solchen 01 Verlage für Nauborn. D.e Gäste waren den VfDern te'.n gleichwertiger Gegner. So wurde das Spiel zu einer einseitigen Angelegenheit. Von Anfang bis zum Ende wurde das Spiel fast au । v erlief) in der Hälfte der Gäste aus der A Klasse au getragen. Die Angriffe, die wen'grn, |.vj..ie.ten p.ompt an der Verteidigung, in der Leatheuser unüberwindlich war. Fenster in der Läuferreihe spielte mit seinen Partnern Katze und Maus. Der Sturm war in bester Schußlaune und schoß dabei aber noch v.eles über das Tor. Die VfDer brauchten sich nicht sehr anzust.engen und zum Schluß gestaltete sich das Spiel mehr humorvoll, als die Hinter- ma.'.nschaft den Wunsch äußerte, auch Tore sch c'e.x zu wollen. Zur Eh.e der Gäste sei aber gesagt, daß sie mit unermüdlichem, bewunderns-- toe.icm E.fer rämpsie c. Die Gäste waren körperlich toe'tauä schwerer und hatten auf dem in schlechtester Ve-fassung befindlichen Platz einen schwe.en Stand. Sie gaben das Spiel aber noch n cht verloren, als es eigentlich längst verloren war. Hoch anzurechnen war dem Gegner außerdem, daß er sehr fair fp'elte. Schon in der ersten Minute fiel das erste Tor durch Haupt. Durch Wilhe.'m f el der zweite Treffer. Dann holten d e Gäste ein Tor in schvnster Manier /2% y 'm,। Anleihe vvn 1930 71,2 71,9 71,6 71,9 fiama Dampsichis - 27,75 Otavi Minen ..... 0 15,75 16,5 16,5 16,25 — — — — Deutsch. Änl.-Ablöi.'Schuld mli Roroveutlcher Lloyd 1 17,25 18 17,5 17,75 Kaliwerke -Hfdicr:leben . . . 6 100 100.5 99,5 100 Sofia . . . 3.057 3,063 3,057 3,063 Kuflloi. ;)ied)ien 19,9 51,4 49,1 51 A.G iur Berkebrsweien AN. 0 41,5 43 42 41 Kaliwerke Westeregeln . . . 6 103.5 104,5 103,5 — Holland . . 169,53 169,87 169,43 169,77 Des,ii. ('lull’ -21ueln..d?crfitc 6,4 6,5 6,5 6,55 Berllnet Hanoelsgesellschast 4 89,5 90 90,25 90 Kaliwerke Salzdetfurth . . 9 162.5 165 162.75 165,75 Oslo.... 70,43 70.57 70,48 70,62 72,07 6% ebem 3% pcii BoikSstaai 1929 ISommetv und Prival7,25 Neuyork . . ',209 4,217 4,209 4,217 Anleib Serie i 46,9 47,65 16,65 47,65 Reicksbanl ..... 1 127,75 129 128 129,25 Rütgerswerke....... . 0 41 41,25 40,9 41 Brüssel. . . 58.54 58,66 58,54 58,64 6% ehern 8% Frankl. Hyp.-Banl Metallgeielilchast. .... . 0 35 34,75 — 35 Italien. . . 21,56 21,60 21,56 21,60 Wi’iei’ r> unkündbar bis 1935 77 76,75 — — A.tr.iS . . . . 0 83,25 33 33,25 33 Paris . . . 16,535 16,575 81,33 16,525 16,565 6% ehern 7% Frankl Hnp.-Banl Bergmann....... 0 - — 20,75 Schweiz . . 81.17 81,15 34,53 81,31 Goiov 16 unkündbar bis 1936 n 76,5 — — (Siehr. LieserungSgelelllchast 6 68,75 68,75 68,25 68,5 Philipp Holzmann..... . 0 56 54,75 55,9 54,25 Spanien . . 34,53 34,59 34,59 6!/2°o ehern 4’/2% ^ranks.Hyp.- Ban Vinn P mobrieie Lickt und Kraft 6 86,75 87,5 87 87,75 Zementwerk Heidelberg. . . Cementwerk Karlstadt. . . . 19,5 50 — — Danzig. . . 82.10 82,26 82,10 82.26 81 82 — Zelten & Guilleaume . . . 0 55 56 56.75 56,5 . 0 49,5 49,9 — — Japan . . . 0,929 0,931 0,919 0,921 6>/.% ehern. 4 Rbeinilche (Sesellschasi für Elektrische 70,5 71,75 70,5 71,25 Wavfi & Rretitofl..... . 0 4,75 — — Rio ve Jan.. 0,294 0,296 5,616 0,294 0,296 Hn>> Ban vinu •Wol6p c. 81 82 — — Unternehmungen . . . 4 Jugoslawien. 5,604 5,614 5,626 6% ehern 8% Pr. LanveSpsand« Rbeintfche Elektrizität . . bB 74 75,5 — 75,5 Lisiabon . . 12,76 12,78 12,76 12,78 brieianüa Psandbriese R. 19 73 73 73 .73,25 Schucken & (So....... 0 71,5 72,5 71,5 72,25 118,13 Schultheis Payenhoser . . . Aku tMgemeine Kunstseide' 0 — 57,5 58 6% ehern. 7% Br. Landespsand. Siemens & Halske..... 9 119,5 119 119,75 0 57,5 57 58 57,25 Banknoten. brlefanftoh Blandbrieie R. lf 73,5 73,5 107 106 — Bemberg. ... Hellftoff Waidhos..... Zellsiofi Aichassenburg . . . 0 o 56 41,25 57,25 44,5 57,9 44,5 56,75 43,65 Berlin, 31. Oktober (Sielt) Bries 4% Oelterreicht|che (Solotente 11,25 11,25 11,1 — Buoeru-......... . 4 40 40 39,75 40 0 9,75 30 29,75 27,4 Umerlkanische Noten . . . 4,20 4,22 4,20% Oeftenelditidje Silberrente 1,05 1,05 Deutsche Erdöl...... . 5 73 74 73,5 74 Dessauer Gas .... . 7 — 89,65 90,5 Belgische Noten..... 58,36 58,60 4% Ungarische (ÖolOrente . . 6,4 6,4 6,4 6,3 Gelsenkirchener...... . b 19,5 39 39 39,25 Daimler Motoren .... . c 20 20 ?0,4 20,4 Dänische Noten..... 71,56 71,84 4% Ungarische ©taatärente v. 1910 6,25 6,2 6,4 Harpener......... . O 74 73 73,9 72,5 Deutsche Linoleum . . . 0 44,5 45,25 46 45,75 Englische Noten..... 13,79 13,85 4’/.% oeügl. von 1913 6,5 6,3 Hoesch Eisen........ . 6 — 36,25 127,5 35,75 Orenstein & Koppel .... . c — — 35 34,65 Französische Noten .... 16,48 16,54 6% abgest. Goldme^Ianer von 99 6,13 6,25 6,25 3He Bergbau....... IC — — — Leonhard Tietz .... . c 45 45 45 45.5 Holländische Noten .... ... 169,06 169,74 4% Türkische ZvIIanleihe von 1911 3,35 3,3 — 3,3 Ilse Bergbau Genüsse . . . 97 97.25 97,13 97,75 Svenska......... 0 — - —> — Italienische Noten .... 21,50 21,58 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihi snudncrivene ..... . 6 32,5 33 34 32 61>ade.......... 12 160 164 160 164 Norwegische Noten.... 70,31 70,59 Serie 1 . . ..... 3,4 3,4 3,3 5,15 3,4 3,4 5,15 3,4 3,3 5,05 Mannesmann-Röhren . . . . 6 52 Ji 52,4 52,25 52 Deutsch-Lesterreich, * 1OO Schilling — — 4% oeSfll. Serie li...... 5%5Rumän.oer inh.Rxnte v. 1903 3,3 5,3 ManSselder Bergbau .... Oberschlei. KokSwerke . . . . 0 20,5 20,75 40,5 uiumäni|d)c Noten .... 2,47 72,06 2,49 72,34 . 8 40,75 ,"?rankfuner Maschinen . . . . c — — Schwedische Noten.... 4^,%Rumün.veretnb.Reniev.i91k 8,4 8,2 8,45 8,35 Phönix Bergbau...... <’/2 27 27,25 27 27,13 Gritzner........ . 0 25,5 26 27,25 27,25 Schweizer Noten..... 80,97 81,29 <% Rumäniiche vereinh. Rente 4,6 4,5 4,45 4,35 Rheinische Braunkohlen. . . 10 165 166,5 165,75 166 Mainkrastwette Höchst a. M.. . 4 52,5 53 — — Spanische Noten..... 34.39 34,53 Anatolier ..... 20 20 20,4 20,25 Rhetnslahl...... . . 6 67 66,75 67 Süddeutscher Zucker . . . . . 8 130,5 130,5 129,75 Ungarische Noten ... . — —-