nr. 251 KvühauSsabe 182. Jahrgang Samstag, 1. Moder 1932 Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm hohe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig- für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20°/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. SietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oderhesfen « Dni ich der Dame also irgendwelche Genugtuung geben, so bin ich bereit. Dein vereinsamter Bruder Start“ Die Antwort des Doktors war kürzer. „Ich bin weder. Dein Priester noch Dein Richter, lieber Bruder. Das sind nur die. welche durch deinen damaligen Betrug so unglücklich wurden, Renate und Klaus Behrens, ein ganz famoser, anständiger Kerl übrigens, der mir in der Seele leid tut. An Eva-Maries Unglück bist Du ja nur indirekt schuld. Die Hauptschuld trägt dieses Fräulein Guntermann, die vorzüglich geschulte Pflegerin, der das Beste fehlte, was eine Frau haben muh, das Herz! Und wenn Du Wert darauf legst, daß ich Dich wieder einmal besuche, so sorge dafür, daß dieses Weib nicht mehr in Deinem Hause ist- ®&€C_ hU)tt lnich mein Weg nicht über Deine Schwelle. Fräulein von Diemen geht es ein wenig besser, aber wir sind noch nicht über den Berg. Grüße Dein» kleine Tochter, und sage chr auch viele Gruße von Fräulein von Diemen. Dein Bruder Heinrich. (Fortsetzung folgt) dah es bei seiner ersten Fahrt einen neu eil atlantischen Rekord aufstellen würde, befinden sich u. a. der amerikanische Botschafter in Rom und der vormalige Reuyorker Bürgermeister Walker. Wie jetzt bekannt wird, sind 80 v. H. der elektrischen Antriebseinrichtungen des Dampfers, der wegen Dynamoschaden im Hafen von Gibraltar liegt außer Betrieb. Die Wiederherstellungsarbeiten werden Tag und Rächt mit größter Eile durchgeführt. Trotzdem glaubt man nicht dah der Dampfer vor Ablauf mehrerer Tage seine Fahrt nach Amerika fortfetzen kann, da das Eintreffen von Ersatzteilen aus Italien abgewartet wird. Die Enttäuschung unter den 2000 Fahrgästen ist außerordentlich. Für den an Bord befindlichen ehemaligen Oberbürgermeister von Aeuyork, Walker, ist es wichtig, am 6. Oktober wieder in Reuhork zu fein, um sich an dem Wahlkampf um den Oberbürgermeisterposten beteiligen zu können. Schiffbruch eines amerikanischen Frachtdampfers. — 33 Personen ertrunken. In der Nähe einer Insel vor der Küste von Alaska fft am Freitag der amerikanische Frachtdampfer „Nevada" auf Grund gelaufen. Durch den außerordentlich starken Seegang brach das Schiff in drei Stücke auseinander. Der zu Hilfe eilende Dampfer „President Madison“ fischte drei Ueberlebende in vollständig erschöpftem Zustande auf. Man befürchtet dah ter aus 33 Personen bestehende Rest der Besatzung ertrunken ist. Grohfeuer in Spanien. Die Feuerwehr wurde am Freitag nach der Chemischen- und Kerzenfabrik von A. Motard & Co. AG. in Spandau-Stemfeld gerufen, wo ein Großfeuer entstanden toax Auf fünfmaligen Alarm rückte sofort der Oberbranddirektor Genpd mit den Feuerwachen auS Charlottenburg, Spandau, S:emensstadt usw., insgesamt elf Zugen, nach der Brandstelle. Dort hatten die Flammen, genährt durch Stearin, Paraffin, Oele usw. eine solche Ausdehnung erlangt, daß von allen Seiten vorgegangen werden muhte. Erst nach längerer Löschtätigkeit, -. T. mit Schaumlöschern, gelang es. das Feuer einzukreisen, fo daß die größte Gefahr überwunden zu sein scheint Der Brand ist aus bisher ungeklärter Ursache in einem vierstöckigen 3X20 Meter messenden Fachwerk gebaute entstanden, in dem große Kessel zum Erhitzen von Oel ausgestellt waren. Da das flüssige Oel sofort in ungeheurer Flamme brannte und mehrere ter „ Kessel explodierten, konnte sich die Feuerwehr lediglich darauf beschränken, dieRach- bargebäute zu retten. Das Kesselhaus ist vollständig verloren und die Feuerwehr ist zur Zeit damit beschäftigt das brennende Oel mit Hilfe von Schaumlöschern zu löschen. Personen wurden glücklicherweise bei dem Brande nicht verletzt Ein sechsjähriger Knabe als Lebensretter. Das Preußische Staatsministerium hat bestimmt, daß die Verleihung der Rettungsmedaille am Bande an den Schüler Walter Helm- berg in Süderdeich (Kreis Kehdingen) solange ausgesetzt wird, bis er das 18. Lebensjahr vollendet haben wird. Vorläufig ist der Schüler, ter im Alter von sechs Iahren am 18. März unter erheblicher Lebensgefahr seinen Spielgefährten vom Tode des Ertrinkens gerettet hat, für seine Rettungstat im Rainen des preußischen Staatsministeriums belobt worden. Raubüberfall auf einen Geldtransport. — 39 000 Mark erbeutet. *Zwei Kassenboten der Allgemeinen Deutschen Kreditanstalt mit einem Geldtransportwagen wurden in Schwarzenberg i. S. von zwei Personen, die aus einem Auto sprangen, mit vorgehaltenen Revolvern angehalten. Während die beiden mit Masken versehenen Räuber die Kaffenboten in Schach hielten, kam noch ein dritter unmaskierter Mann mit Hammer und Meißel an den Geldwagen, schlug das Schloß auf und raubte die beiden Geldsäcke die insgesamt 39000 Mark enthielten. Die Räuber sind unerkannt mit dem Gelte entkommen. los, unaufhaltsam und ohne das Gesicht zu verziehen. Dr. Andresen stand auf und trat an ihren Stuhl, sanft drückte er ihren Kops an seine Brust und streichelte sie. „Weinen Sie nur, Eva-Marie, weinen Sie nur recht von Herzen, das tut Ihnen gut." Lange stand er so und streichelte sie wie mit Mutterhänden. Mit einem Male war das Mädchen still, nahm seine Hand von ihrer Stirn und legte ihren kleinen, zuckenden Mund darauf. „Doktor, lieber guter Doktor, was wäre aus mir geworden ohne Sie. Wenn ich doch wüßte, wie ich Ihnen danken soll.“ „Später, Eva-Marie, später“, lächelte Andresen. „Dann sage ich es." „Ich weiß noch nicht, was Sie alles für mich getan haben, aber ich fühle, daß es viel ist. Viel mehr, als ich heute fassen kann. Ich mag aber nicht mehr denken, ich möchte schlafen.“ „Schlafen Sie nur, kleines Mädchen." Da lächelte sie ganz schelmisch. „Kleines Mädchen, großer Bub." Er nickte ihr glücklich zu und rief dann Schwester Margot, sie solle Fräulein von Diemen, zu Bett bringen. , „2lch, Herr Doktor!" Schwester Margots häßliches Gesicht verschönte eine warme, leuchtende Freute. „Sie kann reden, sie kann lächeln, fragen, weinen — so fängt es immer an.“ „Was fängt so an?", fragte er interessiert. „Das Gesundwerten, Herr Doktor.' 27. „Es ist entsetzlich peinlich für mich", schrieb Karl Andresen an seinen Bruder Heinrich, „daß meine Hausdame, Fräulein ©Untermann, diese greuliche Sache angerichtet hat, und das arme Fräulein von Diemen so unschuldig in freien Verdacht gekommen ist. Ich muh freilich sagen, daß die Hmftänte fo lagen, daß ich selbst an alles glauben mußte. Mir ist die Mitteilung von der Staatsanwaltschaft zugegangen, ebenso ist mir ter beschlagnahmte Brillantrlng zu- gestellt worden, den ich beifolgend Dir übersende, um ihn ter Dame als Eigcnttun zu übergeben. Wie sehr befreundet die beiden Damen gewesen sind, Renate und das junge Mädchen, war mir immer bekannt, öbenfo bitte ich Dich, beifolgende Summe für des Fräuleins Genesung zu verwenden, auch ohne ihr Wissen, wenn es nicht anders geht, es beruhigt mich. Peinlicher als alles ist mir fre Tatsache, daß es nun in jeder Zeitung steht, daß Fräulein von Diemen dadurch in diese Lage gekommen ist, daß sie einen Auftrag meiner Frau an deren Iugendgeliebten, jenen Marineoffizier, zu bestellen hatte. ES ist. nicht Ungarns neuer Ministerpräsident, General von Görnbös, ter im 46. Lebensjahre steht, wurde als Sohn eines evangelischen Dolksschullehrers ge- boren und trat mit 14 Jahren in die Katettenansialt ein Als Offizier leistete er wahrend tes Krieges Dienst an der Front. Nach einer Derwundung wurde er im Honvedministerlurn verwendet. 3m 3uli 191ö lenkte er mit seiner „Was ist zu tun? betitelten Denkschrift die Aufmerksamkeit der leitenden Kreise auf die drohende Revolution. Nach dem Zusammenbruch bemühte er sich um tue D r g a n i - ation der gegen r ev o1u t i o n a r e n B e - trebungen und wurde wahrend der bolfchewi- tischen Herrschaft Staatssekretär für Kriegswesen im Szegeder gegenrevolutionären Kabinett. Nachdem dann in Ungarn die Gegenrevolution die Oberhand gewonnen hatte, wurde er 1920 in die Nationalversammlung gewählt, wo er insbesondere agrarpolitische Forderungen vertrat. Bei der Verhinderung der Rückkehr König Karls fiel ihm eine führende Rolle zu. 1923 verließ er die Bethlensche Einheitspartei, weil er mit den Ergebnissen ter Bodenreform nicht einverstanden mar. Er gründete damals die sogenannte rasse n s ch ü tz l e r i s ch e Partei mit einem Programm, in -em abermals die agrarischen F o r- berungen eine große Rolle spielten. Nach fünfjähriger Opposition verband er seine Partei mit der Einheitspartei, um einen Zusammenschluß der nationalen Kräfte herbeizuführen. Er wurde zunächst Staatssekretär und im Oktober 1928 Honvedminister. Während seiner dreijährigen Ministerschaft hielt er sich abseits der Parteipolitik und widmete sich ganz der Weiterentwicklung ter ungarischen Wehrmacht. Aus aller Wett. Bombenanschlag auf das Belgrader Offijierstafino. — Ein Toter, mehrere Verletzte. Am Freitagmorgen wurde auf das Offizierskasino in Belgrad ein Bombenanschlag verübt. Die Bombe oder Höllenmaschine — die nähere Untersuchung ist noch im Gange —, explodierte vor dem Eingangstor des von mehreren Posten ständig be- wachten Gebäudes. Das Eingangstor wurde zer- trümmert. Durch den Luftdruck wurden in ter Straßenfront des Kasinos auch mehrere Fenster- scheiben eingedrückt. Eine Frau, die in der Nähe der Explosionsstelle vorüberging, wurde ,s ch w e r, mehrere andere Passanten wurden leicht verletzt. Das Osfizierskasino liegt knapp neben ter neuen Aus der provinzialhaupistadt. Gießen, den 1. Oktober 1932. Besucht das Theater! Aus dem Stadttheaterbüro wird un8 geschrieben: Wir eröffnen am Dienstag unsere Iubiläumsspielzeit 1932/33. Aber nicht aus Mode und Sensationslust soll man ins Theater gehen, sondern weil jeder Mensch so etwas wie eine Pflicht hat gegenüber der Kunst und unfern Dä» tern. die vor 25 Jahren diesen Prachtbau, entstanden aus den Beiträgen vieler, als ein Denkmal bürgerlichen Gemeinsinns schenkten. Gleichzeitig aber bringt diese Pflichterfüllung Freude. Denn der feste Theaterabend schafft vorher Freude und gute Stimmung, da man Gelegenheit hat, sich auf diesen Abend der Ablenkung und Zer. streuung vorzubereiten. Darum erwerbe man ein AbonnementI Es ist für alle: der geplagten Hausfrau, die tagein-tagaus im Hause schafft, wünscht man vor allen Dingen den wohlverdienten regel» mäßigen Theaterabend. Die Berufstätigen und Kaufleute, denen tagsüber meist nur -Zahlen, Konten, Paragraphen, Verordnungen. Akten usw. im Kopfe schwirren, brauchen auch einen Ausgleich für ihre beruflich angespannten Kräfte. Auch der begeisterte Radiofreund möchte schließ» lich alles das auch einmal direkt von Mensch zu Mensch schauen und hören, was er bisher nur drahtlich vernommen hat. Keiner sollte daher acht- los am Theater vorübergehen, denn für alle ist das Abonnement mit seinen vielen Vergünstigungen der billigste Weg zur wahren Kunst. Von 10 bis 13 Ähr und von 16 bis 17 Ähr nimmt die Kasse werktäglich Abonnementsmeldungen für alle Plätze und für alle Abonnementstage noch entgegen. Kreis Gießen gibt 200 Mark zur Hindenburgspende. Der Kreisausschuß des Kreises Gie - ßen hat zur Hindenburgspende anläßlich des 85. Geburtstages des Herrn Reichspräsidenten den Betrag von 200 RM. bewilligt. Oie Essen-Ausgabe an den Feldküchen Vom I. Batl. 15. Jnf.-Rgt. wird mitgeteilt, daß die Ausgabe des Essens aus den Feldküchen an die Zivilbevölkerung morgen vormittag auf dem Trieb um 11.30 Uhr beginnen wird. Preis pro Portion 20 Pfennig. Das Fleisch wurde zum Teil von der Metzgerinnung Gießen unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Zeldgottesdienst und Parade beginnen pünktlich. Das I. Batl. 15. Jnf.-Rgt. macht darauf aufmerksam, daß der Feldgottesdienst und die Parade beim Grenadiertag morgen auf dem Trieb ganz p ü n k l i ch um 10 Uhr bzw. 11.15 Uhr beginnen. Der Bevölkerung wird empfohlen, sich recht- zeitig einzufinden, da nach dem Zeitpunkt des Beginns des Gottesdienstes und der Parade niemand mehr Zutritt zu dem Platze erhalten wird. * "Katholischer Gottesdienst am Gre- n a d i e r t a g. Es sei noch einmal darauf hingewiesen, daß anläßlich des Grenadiertages den katholischen Festteilnehmern am morgigen Sonntag um 8 Uhr Gelegenheit zum Besuch der hl. Messe in der Pfarrkirche geboten ist. Die Predigt wird während des um 10 Uhr beginnenden Feldgottesdienstes auf dem Trieb gehalten, hl. Messe wird dort aber nicht stattfinden. ** Museen morgen geschlossen. Alle Museen und die städtische Gemäldesammlung im Reuen Schloß bleiben am morgigen Sonntag geschlossen. ** Steuervergünstigung bei Woh - nungsteilungen. Wir lesen in den vom Wirtschaftsprüfer Hermann Will zu Gießen her- ausgegebenen „Aktuellen Steuerfragen" (Rundschreiben Nr. 19) folgendes: Der Reichsminister der Finanzen erinnert durch Erlaß vom 31. August 1932 (S. 1900 II 1 A — 190 III) daran, Laß nach einem Runderlaß vom 9. Dezember 1931 Wohnungsteilungen nicht nur durch Hergabe öffentlicher Mittel oder durch Hauszinssteuererleichtevungen, 1 andern auch durch Entgegenkommen bei der Grundsteuer und bei Reichssteuern im Billigkeitswege geordert werden sollen. Er weist die Finanzämter an, in den einschlägigen Fällen nicht engherzig zu verfahren. ** Zeitweise Sperrung der Kirch- stratze während der Messe. Das Polizeiamt Gießen teilt mit: Während der Dauer der Herbstmesse vom 3. bis einschließlich 9. Oktober wird die Kirch st raße zwischen Reustadt und Wetzsteingasse täglich von 11 Ähr ab für den gesamten Durchgangsverkehr polizeilich gesperrt. * • Obstbaumzählung in Hessen. Wie der hessische Finanzminister bekanntgibt, findet im Laufe des Rovember im Dolksstaat Hessen eine Obstbaumzählung statt. Von den Obstbaumbesitzern wird gefordert, daß sie den Zählpersonen die verlangten Angaben richtig und vollständig machen. * * Mieterjubiläum. Am heutigen 1. Oktober kann Frau Else H a n d r i d, Liebigstraße 93, ihr 25jähriges Mieterjubiläum begehen. Die Dame bezog am 1. Oktober 1907 als erste das damals eben fertiggestellte Haus, in dem sie die gleiche Wohnung noch heute innehat. * * Ruhestandsversetzungen. Mit Wirkung vom 1. Rovember ab wurden in den einstweiligen Ruhestand versetzt: Dürodirektor Karl Engel bei dem Vermessunasamt Friedberg und Dermessungsrat Johannes L u f f bei dem Ver- messungsamt Büdingen. Auftakt zum Hessischen Srenadierlag. Oie Einholung der alten hessischen Regimentsfahnen. Garnison und Bürgerschaft von Gießen umschlingt das feste Band der engsten Zusammengehörigkeit: sie bilden gewissermaßen eine große Familie. Diese erfreuliche Feststellung konnte man wieder einmal bei dem gestrigen Auftakt zum Hessischen Grenadiertag machen. In doppelter Hinsicht konnte man wahrnehmen, wie stark unsere Mitbürger an diesem Militärfeste Anteil nehmen: einmal an der Ausschmückung der Straßen, zum anderen an der gewaltigen Begeisterung angesichts der Truppe. Die Straßen prangen in festlichem Flaggenschmuck. Schon die offizielle Beflaggung durch die Stadtverwaltung gibt der Visitenkarte unserer Stadt, dem Eingang vom Bahnhof her, ein würdiges Aussehen. Zn den weiteren Strahenzügen haben sich die Bürger in anerkennenswerter Weise die Ausschmückung des Straßenbildes angelegen sein lassen, um dergestalt ihrer großen Sympathie für unsere 15er Ausdruck zu geben. Die hessische Landesfarbe Rot-Weiß herrscht bei diesem Wilitärfest in der einzigen hessischen Gcvr- nisonstadt natürlich vor, aber auch die alten und die neuen Reichsfarben werden gezeigt. * Gestern mittag waren die Aussichten auf einen schönen Beginn des Festes noch sehr bedenklich. Trübes Gewölk zog schon seit dem Vormittag immer stärker auf, bis es gegen 14 Ähr auch richtig zu regnen anfing. Da gab es bei vielen, insbesondere bei den Veranstaltern, arge Beklemmungen. Jedoch der Wettergott hatte ein Einsehen. Die Regenwolken machten sich nach einer halben Stunde auf und davon, und bald war spätsommerliches freundliches Wetter mit heiterem Himmel zur Herrschaft gelangt. Run kam allenthalben dre notwendige Stimmung zum Durchbruch. In der Reuen Kaserne herrschte schon von 15 Ähr ab reger Betrieb. Als wir gegen 15.45 Ähr den Kasernenhof betraten, stand die Fahnenkompanie bereits auf dem Hofe angetreten. Die Vorgesetzten ließen die letzten musternden Blicke über chie Mannschaften schweifen. Wir suchten zunächst die militärische Ausstellung in der Exerzierhalle auf, und bald kam ein großer Teil der Kompanie, die noch einmal wegtreten durfte, dorthin nach. Dann aber kam gegen 16.15 Ähr der Befehl zum Antreten. Aach einigen letzten Anweisungen des Führers der Fahnenkompanie, Hauptmanns v. Stockhausen, marschierte die Kompagnie in prächtiger militärischer Marschordnung, jeder einzelne Mann in der schneidigen Aufmachung ein herzerfreulicher Anblick, ab zur feierlichen Einholung der alten hessischen Regimentsfahnen. Eine große Menschenmenge begrüßte und begleitete die Truppe voll : Begeisterung bereits auf dem Marsche zum Bahnhof, der von der Licher Straße aus durch die Moltkestraße über die Ostanlage, Süd- anlage, Frankfurter Straße, Liebigstraße, Bahnhofstraße ging. Immer mehr und immer schneller schwoll die Menschenmenge an. Auf dem Baynhofsplatz, der von der Polizei in mustergültiger, aber durchaus konzilianter Weise zum Teil abgesverrt war, sowie auf der Treppe zur Eisenbahnbrücke und auf den Wegen an der Böschung stand eine riesige Menschenmenge dichtgedrängt Kopf an Kopf in Erwartung der Fahnenkompanie. Vor dem Hauptportal des Bahnhofsgebäudes stand der Doppelposten der Fahnenwache. In schneidigem Stcchschritt marschierte die Truppe 10 Minuten vor 17 Uhr auf dem Bahnhofsplatz auf; vielfach hörten wir herzliche Worte der Anerkennung und Bewunderung für die schneidige Kompanie. Der Führer, Hauptmann von Stockhausen, ließ zunächst noch für kurze Zeit die haltende Kompanie rühren und die Gewehre zusam- mensetzen. Punkt 17 Uhr gab der Führer das Kommando „Stillgestanden!", dann „An die Gewehre!", hierauf „Gewehr über!" Und nun wurden unter den Klängen des Präsentiermarfches die 9 ehrwürdigen Fahnen der Regimenter 115, 116 und 118 von der Fahnensektion in schneidigen Paradeschritt, während die Mannschaften die Gewehre präsentierten, zur Kompanie gebracht. Kurze Kommandos, straffe militärische Bewegungen, und dann ging's mit den Fahnen unter schneidiger Marschmusik zur Stadt zurück. In den Marsch st raßen der Fahnenkompanie herrschte ein geradezu ungeheures Gedränge von begeisterten schaulustigen Menschen. Ein so gewaltiges Zusammenballen von Menschenmassen haben wir hier noch nicht gesehen. Diese starke Bekundung der Anteilnahme an dem Fest unseres Bataillons beweist die Herzlichkeit der Gesinnung des ZivU gegenüber dem Militär in Gießen. Zu beiden Seiten der Straßen standen ununterbrochene Menschenmauern, und mit der Truppe marschierten noch viele weitere begeisterte Männer, Frauen und Kinder. Äeberall wurde den ruhmreichen Fahnen die schuldige Ehrerbietung erwiesen und mit Herzlichkeit wurde die Kompanie begrüßt. Es war eine Art Triumphzug, der sich bis zur Wohnung des Landeskommandanten in Hessen und Bataillonskommandeurs, Oberstleutnant K l e p k e, in der Licher Straße darbot. Rach dem üblichen feierlichen militärischen Zeremoniell wurden dann bei präsentiertem Gewehr der Kompanie und den Klängen des Präsentiermarsches die Fahnen in die Wohnung des Kommandeurs verbracht, vor dessen Hause Doppelposten als Fahnenwache aufgezogen war. In eindrucksvoller militärischer Straffheit wickelte sich auch dieser Teil der Feier vor den Augen einer außerordentlich großen Menschenmenge ab. Dann zog die Kompanie, von der Menge begleitet, mit klingendem Spiel zur Kaserne zurück. Oie militärische Ausstellung in der Exerzierhalle der Reuen Kaserne (an der Licher Straße) ist von den verantwortlichen Leitern und ihren Mitarbeitern zu einer Sehenswürdigkeit ersten Ranges gestaltet worden. Man kann nur staunen über die Reichhaltigkeit dessen, was hier an Waffen, militärischen Hilfsmitteln der verschiedensten Art, Apparaten, Fahrzeugen, Modellen, Schautafeln usw. usw. zusammengetragen ist. Der alte Soldat kann hier viel Reues zu seinem bisherigen Wissen hinzulernen, aber auch für diejenigen, die nicht den Soldatenrock getragen haben, bietet diese Ausstellung sehr diel Interessantes. Sachkundige Führung steht den Besuchern auf dem Rundgang mit allen gewünschten Erklärungen zur Seite. Auf Grund unserer gestrigen Besichtigung der Ausstellung können wir allen Besuchern des Grenadiertages nur dringend raten, unter allen Ämständen auch diese Interessante Schau zu besichtigen. Buntes Allerlei. Spuren aus der Hexenzeit. Ein merkwürdiger Fund ist auf einem alten Friedhof in der ungarischen Stadt Ragyrös gemacht worden. Bei Grabungen stieß man auf einen Sarg, der eine Zange von altertümlicher Form enthielt, aber nicht die geringsten Spuren eines darin bestatteten Körpers wurden gefunden. Da die Zange in ihren Griffen ein verrostetes eisernes Herz hielt, so nimmt man an, daß es sich hier um die „Beerdigung" einer verbrannten Hexe handelt, deren Angehörige auf diese Weise ihr die letzte Ruhe sichern wollten. Auf der Stätte des Friedhofes wurden im 17. Jahrhundert verschiedentlich Hexen verbrannt, und so trat hier eine Erinnerung an diese grausigen Zeiten zutage. Roch von einem anderen sonderbaren Fund wird in Budapester Blättern berichtet. In dem Wald bei der Stadt Dombowar fand ein Hirte ein altes Echäferhorn, von dem man annimmt, daß es einem der berühmtesten „Betjaren", d. h. Räuber, dem Ioska Sobri, gehörte, der die ungarische Ebene im 19. Jahrhundert in Schrecken versetzte. Es ist ein gewöhnliches Ochsenhorn von 85 Zentimeter Länge, dessen Ende aber mit schönen Dlu- men-Ornamenten verziert ist. So heiratet ein Zauberer. Als neulich der in Frankreich sehr bekannte Zauberkünstler, der sich mit Artistennamen Guili- Guili nennt, mit einer jungen Pariserin verheiratete, gab es während des Hochzeitsmahls einige unliebsame Äeberraschungen. Einige Gäste vermißten Geldbeträge, andere Wertgegenstände, Ähren, Brieftaschen und so weiter. Was war geschehen? Guili-Guili hatte, während sich die Gesellschaft versammelte, einigen Gästen einige Dinge entwendet, ohne daß diese es gemerkt hätten, und er erhob sich, um den Genasführten ihren Besitz wiederzuzustellen. Amerikanisches. Reuhorker Blätter erzählen eine echt amerikanische Geschichte. Der aus dem Weltkrieg bekannte General Pershing muhte sich neulich drei Zähne ziehen lassen. Dann las er in der Zeitung, daß einige begeisterte Patrioten diese Zähne um einige Dollars für das Stück erworben hätten. Als Mann von Geschmack wollte der General diesem Treiben ein Ende machen und beauftragte einige Leute, die Zähne um jeden Preis zurückzuerwerben. Der Erfolg war verblüffend. Die Beauftragten legten gegen zweihundert Zähne auf den Tisch des Hauses, die alle „garantiert echt" waren... Daten für Samstag, 1 Oktober. 1386: Gründung der Äniversität Heidelberg; 1826: der Maler K. v. Piloth in München geboren; — 1845: der Maler und Zeichner Adolf Oberländer in Regensburg geboren; — 1879: Eröffnung des Reichsgerichts zu Leipzig. Daten für Sonntag, 2. Oktober. 1839: der Maler Hans Thoma in Bernau im Schwarzwald geboren; — 1847: Reichspräsident v. Hindenburg in Posen geboren; — 1869: der indische Rationalist Mohandas Karamchand Gandhi in Porbandar geboren; — 1927: der Physiker und Chemiker Svante Arrhenius in Stockholm gestorben. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.» G. ft. Nach Artikel 109 der Reichsoerfassung gelten künftighin Adelsbezeichnungen nur als Teil des* Familiennamens. Der Zweck dieser Bestimmung war also die Abschaffung des Adels im allgemeinen und jedenfalls in der Theorie. Rach einem hessischen Min-isterialausschreiben ist es deshalb z. D. unzulässig, den Vornamen zwischen die bisherige Adelsbezeichnung und den übrigen Teil des Familiennamens einzuschieben. Es heißt also richtig: „Wilhelm Freiherr usw.", nicht aber: „Freiherr Wilhelm..Auch ist es unzulässig, den Ramensbestandteil „von" in „v." a^Erzen. Änseres Dafürhaltens dürften die Kinder — eheliche Abkömmlinge eines persönlich Geadelten — das „von" vor ihrem Rainen nicht führen. Der persönliche Adel, der vom Landesherrn für besondere Dienste verliehen wurde und mit einer Ordensauszeichnung oder Titelverleihung verbunden zu sein pflegte, erstreckte sich schon früher niemals auf die Kinder und war lediglich eine persönliche Auszeichnung auf Lebenszeit. Die Möglichkeit einer Vererblichkeit einer solchen muh bestritten toerben, zumal sie dem Geist des zitierten Artikels 109 der Reichsverfassung widerspricht. Eine Aenderung des Familiennamens aber hat die Verleihung des persönlichen Adels niemals bedeuten können. General Hindenburg und der „Große M". Eine heitere Erinnerung zum 85. Geburtstage unseres Reichspräsidenten. Im Jahre 1908, als Hindenburg Kommandierender General des IV. Armeekorps in Magdeburg war, stand unser Bataillon innerhalb seines Befehlsbereichs in Merseburg, das damals ohne Leunawerke und sonstige Industrie noch ein friedliches kleines Provinzstädtchen war. Einmal im Jahr, etwa Anfang März, pflegte Hindenburg für einige Tage zu uns zu kommen. Der Hauptzweck seines Besuches war zwar jedesmal die Teilnahme an der feierlichen Eröffnung des Pro- oinziallandtages. Daß er aber damit stets auch eine Besichtigung seines Merseburger Bataillons verband, war bereits traditionelle Tatsache geworden. Wir jungen Leutnants sahen dem Besuch Exz. v. Hindenburgs, der nach dem endlosen Trubel der Bosichtigungsoorbereitungen gleich bei feiner Ankunft durch seine überragende Riesengestalt mit ihren ruhigen Bewegungen, durch feine maßvollen Kritiken und feinen wohlwollenden Humor Ruhe unter der Menschheit verbreitete, stets mit wirklicher Freude entgegen. Was konnte ihm auch groß gezeigt werden? Das Kompanie-Exerzieren hatte gerade erst angefangen und besichtigungsfertige geschlossene Verbände für Geländeübungen gab es um diese Jahreszeit noch nicht. So blieb es beim kleinen Exerzierdienst, Dienstunterricht, Turnen, Fechten usw. Und dabei konnte schließlich nicht viel „passieren". Es gab für uns aber jedesmal einen oder zwei betriebsame fröhliche Abende in unserer sonst so kleinen Tafelrunde im Kasino, da unser Kommandierender stets ein Freund dör Geselligkeit im Kameradenkreise war. Am zweiten Tage der Besichtigung hatte ich in jenem Jahre als älterer Leutnant der Kompanie nachmittags die „Patrouillenführer" im theoretischen Dienstunterricht vorzuführen. Im Exerzierhaus entwickelte sich dabei das jedem alten Soldaten bei solchen Gelegenheiten übliche wohlbekannte Bild. Dor mir stand, in zwei Gliedern rangiert, die Mannschaft, die .Intelligenz" der Kompanie. Hinter mir, mit der Front zur Abteilung, befand sich eine schwarze Schultafel mit Schwamm und Kreide. Hinter mir stand aber auch — Exz. v. Hindenburg und dazu eine Unzahl von Vorgesetzten. Nach Bekanntgabe des Themas durch Seine Exzellenz hatte ich schulmäßig abzufragen, meine Leute zu antworten. Gegen Schluß kam die Orientierung zur Nachtzeit im Gelände daran. Dazu meine Frage: „Wie findet der Patrouillenführer die Nordrichtung in der Nacht?" Antwort: „Mit Hilfe des Polarsterns." Frage: „Wie findet man den Stand des Polar- fterns?" Antwort: „Mit Hilfe des Großen Bäre n!" Ich: „Füsilier X, zeichnen Sie mal den „Großen Bären" an die Wandtafel!" Er tritt hinter mir an die Tafel. Ich frage inzwischen anderweitig weiter, um nach Auszeichnung des Sternbildes die Auffindung des Polarsterns zu erörtern. Daher noch ein paar Male: Frage — Antwort, Frage — Antwort. Denn die Füsiliere zeichnen langsam, und schön müssen doch auch bei der Besichtigung die Sternchen ausfallen! Mit einem Ohr horche ich dabei immer nach hinten, damit ich merke, wann der Füsilier I mit seinem Sternbild fertig ist. Und ich höre, wie er malt: ein, zwei, drei Kreuzchen, noch mehr Kreuzchen, immer wieder Kreuzchen! Was ist das nur? Der „Große Bär" darf doch nur sieben Kreuzchen haben? Diel- leicht hat er sich in der Aufregung verzeichnet und den ganzen Kram erst noch paarmal wieder ausgewischt? --Also weiter: Frage — Antwort, §rage — Antwort. Hinter mir höre ich an der Wandtafel: Kreuzchen, Kreuzchen, nichts als Kreuzchen! Einzelne Füsiliere meiner Abteilung unterdrücken bereits mühsam ein Feixen. Ich merke, wie die Vorgesetzten hinter mir unruhig werden. Tuscheln. Füße- scharren. Säbelklappern. Mein Brigadekommandeur räuspert sich vernehmlich. Das tut er immer, wenn er böse wird! Und Füsilier I malt weiter Kreuzchen! „Mein Gott, da muß was passiert sein! Und dabei bin ich der einzige, der noch nicht weiß, was los ist!" geht es mir durch den Kopf, der plötzlich nicht mehr so recht mit will. Denn die „Jugend" hatte bereits gestern abend im Kasino so eine Art Dorschußfeier auf die gelungene Besichtigung Der- anftaltet. Aber das hilft nichts. Weiter geht es: Frage — Antwort, Frage — Antwort, um die Aufmerksamkeit der Vorgesetzten von der infamen Wandtafel abzulenken! Und auch nur keine Verlegenheitspause! Denn in ihr versinkt alles in Nichts, was an Gesamteindruck bisher gut war! Plötzlich erklingt die sonore Stimme unseres Kommandierenden: „Wenn das so weiter geht, malt der uns noch den ganzen Zoologischen Garten an die Wandtafe 1."-- Gott sei Dank, Exzellenz hat mich unterbrochen. Ich kann Schluß machen mit der Fragerei! Ich drehe mich um, sehe Hindenburg an — er'schm Unzeit. Die Vorgesetzten — sie schmunzeln; ein frecher Adjutant hat sogar laut losgelacht. Die Füsiliere — sie schmunzeln. Ich weiß jetzt, meine Situation ist gerettet. Mein Blick fällt nun auch auf die Wandtafel. Was sehe ich? — Hat der Füsilier X mit einer Unzahl von Kreuzchen eine 21 r t jungen Teddy in Lebensgröße an die Tafel gemalt. Sehr schön. Mit Ohren, Schnauze und Pfötchen. Und Männchen macht er auch! Nur schade, daß dieses Monstrum einer trächtigen Katze ähnlicher sah als einem jungen Bären! Ich hatte in diesem Augenblick keine Zeit, darüber ncuhzudenken, wie es mir ergangen wäre, wenn jetzt an der Stelle dieses Mannes ein anderer gestanden hätte, ohne Humor und von geringerer Menschenfreundlichkeit. Denn Hindenburg befahl die Beendigung des Unterrichts, und es folgte eine von der freundlichen Stimmung des Augenblicks getragene wohlwollende Kritik. * Am Abend fafj Exzellenz von Hindenburg in unserem kleinen Kreise im Kasino. Es war inzwischen längst festgestellt worden, daß der Füsilier X ausgerechnet an jenem Tage, als die Orientierung nach dem „Großen Bären" und Polarstern im Unterricht besprochen wurde, auf der Bataillonskammer Röcke ausklopfen mußte! Wir beschlossen also, Sr. Exzellenz in ähnlicher Weise unseren Dank abzustatten. Ein Dichter hatte sich bald gesunden und ein Zeichner dazu. Binnen kurzem wurde ein Gedicht fabriziert, von dem mir heute nach saft 25 Jahren leider nur noch der Anfang und das Ende erinnerlich ist. Es begann etwa: Der Leutnant G., er instruiert mit großer Vehemenz Dor uns'remKommandierenden, vorSr.Exzellenz... Dann folgte in ziemlich dramatischer Form die Schilderung der Hergänge des heutigen Nachmittags und es endete mit den Worten: ... und allen ward es schrecklich klar, Daß dieses nicht der „Große Bär, jedoch des jLeutnants Kater war. Auf der Rückseite einer Menükarte mit Hilfe eines bunten Bändchens, etwas Siegellacks und der Adlerseite eines Zweimarkstücks entstand von zeichnerischer Hand aus dem Gedicht im Nu eine Art altertümliche Urkunde, die Exzellenz v. Hindenburg vom ältesten Leutnant des Bataillons in feierlicher Form mit einer scherzhaften Ansprache überreicht wurde. Und wir konnten zu unserer Genugtuung feststellen, daß wir mit dieser Art des Dankes bei ihm das Richtige Eetroffen hatten. Denn er ließ diese „Urkunde" so- ort an der ganzen Tafelrunde zur Unterschrift erumgehen, verlangte ein Kuvert von entsprechender Größe und sandte sie am gleichen Abend noch an seine damals noch lebende Gattin in Magdeburg. Major a.D. Fr. Guth k e. SJL-'spoit Handball im (Sau Hessen (O.T.) Io. 1846 — I. u. 5p. Butzbach. Auf dem Unioersitätssportplatz stehen sich am Sonnlag To. 1846 und T. u. Sp. Butzbach im Ver- bondsspiel gegenüber. Das Spiel, das infolge des Grenadiertages in der Mittagszeit stattfindet, verspricht recht spannend zu werden. Die Gaste, die ihre bisherigen Spiele siegreich gestalten konnten, gelten als Favorit der 1. Spielgruppe. Sollten sie das Treffen am Sonntag gewinnen, dann ist ihnen die Spitze ziemlich sicher. Sie werden deshalb auch alles oaransetzen, um die Punkte mit nach Butzbach zu nehmen. 1846 wird allerdings in seiner jetzigen guten Form einen ebenbürtigen Gegner abgeben. Er hat dazu die Vorteile des eigenen Platzes, so daß ein Sieg durchaus im Bereich des Möglichen liegt. 2Bt». Gießen I — To. Friedberg L Für morgigen Sonntag ist die 1. Mannschaft deS Tv. Freiendiez der Derbandsfpielgegner der 1 Mannschaft des Mtv. Dießen. Das Spiel wird auf dem Sportplatz des Mtv. Dießen ausgetragen. Die Gäste sind für die Gießener noch unbekannte Gegner über deren Spielstarke nichts voraus- gesagt 'werden kann. Die Männerturner müssen mit mehrfachem Ersatz antreten, der sich bei einer unbekannten Mannschaft nicht sehr günstig auswirkt Auf alle Fälle wird man mit einigem Interesse dem letzten Spiel der Vorrunde dieses Kreisklassenbezirks entgegensehen. Vach dem SpiÄ der 1 Mannschaften wird die 2. Mannschaft des MW gegen die 1. Mannschaft des Tv. Garbenteich ihr fälliges Derbandsspiel aus tragen. Die Darbenteicher Turnerelf gehört mit zu den staksten Mannschaften in diesem Spielbezirk. Die 1 Jugend fährt nach Droßen-Linden, um gegen die 1 Jugend des Tv. Droßen-Linden zum ersten Spiel' der Schlußrunde (2. Bezirk) anzutreten. Das Vorspiel konnten die MWer gewinnen, die Aussichten im Rückspiel stehen nicht so günstig, da sie in schwacher Aufstellung spielen. Kunstturnen in-er OT. Zwei Lhattenaaue und ein Westfalengau im Kampfe. - Oie Hessenriege geht nach Kassel. Wie schon bekannt, wird die unter dem Vamen „Hessenriege" bekannte Kunst turnriege unseres Turngaues Hessen morgen nachmittag im Festsaale der Stadthalle in Kassel erstmals im Kampfe mit zwei außerhalb des Mittelrhein- kreises gelegenen Gauen der DT. stehen: mit dem Gau VordHessen (Kreis Oberweser) und dem Hellweg-Märkischen Gau (Kreis Westfalen-Lippe). Wir geben heute die Mannschaftsaufstellungen bekannt. Hellweg-Märkischer Gau: 1. Kowalewski, Tv. 1861 Dortmund-Hörde: 2. Gogoll, Tgm. Dortmund: 3. Surmann, Eintracht Dortmund: 4. Schrödter, Tgm. Dortmund: 5. Helmig, Eintracht Dortmund: 6. Lehmann. Tv. 1861 Dort- mund-Hörde: 7. Seidler, Eintracht Dortmund: 8. Klinger, Tschft. Schwerte: 9. Trostheim, Tgm. Dortmund. Gau Vordhessen: 1. Gutmann, 2. Dörner, 3. Zilch, 4. Zülch, 5. Venters, 6. Gergs (sämtlich Aeltere Kasseler Tgm.), 7. Metz, 8. Schiebeier (KasselerTgm.), 9. Kehrer (Aeltere KasselerTgm.) Gau Hessen: 1. Dechent, Tgm. Friedberg: 2. W. Fink, Tgm. Marburg: 3. Cberspächer, Tgm. Marburg: 4. Schick, Tv. 1846 Gießen: 5 Reuter, Tv. 1846 Gießen: 6. Ahrens, Tgm. Marburg: 7. Eckhardt, Tv. Vidda: 8. Seth, Tv. Grohen-Linden: 9. Sinnwell, Tv. 1860 Dad- Dauheim. Diese Aufstellungen zeigen, daß der westfälische und der nordhessische Gau reine Städtemannschaften ins Treffen schicken, während unser Gau Hessen seine Vesten aus den verschiedensten Vereinen holen kann. Es wird ein hartes Ringen um den Sieg geben, bei dem der Dortmunder Gau die besten Erfolgsaussichten haben dürfte. 3n seiner Mannschaft stehen ganz hervorragende Könner mit T r o st h e i m an der Spitze. Er war Teilnehmer der Finnlandriege der DT., ist zweimaliger Deutscher Meister am Pferd und war im Kampf Rheinland-Westfalen schon 2. und 1. Sieger, außerdem in diesem Jahre beim Eidgenössischen Turnfest in Aarau Lorbeerkranzsieger. Auch Klinger war im Kampf Rheinland-Westfalen schon einmal 1. Sieger. 3n der Hollandriege standen Helmig und Surmann. Der Kasseler Dau hat in Kehrer feinen Vesten, der bei dyi Derätemeisterschaften der DT. in den letzten Jahren stets angenehm ausgefallen ist. Außer ihm sehen wir unter den Kasselanern noch eine Reihe erprobter Wettkämpfer bei Städtewettkämpfen. Die von Ehren-Dauoberturnwart Will geführte Riege unseres Gaues Hessen ist bekannt. Sie wird die großstädtische Konkurrenz nicht fürchten und ihr 'Bestes zur Ehre ihres Gaues hergeben. Als Kampfrichter in dem bedeutsamen Kampf sind tätig Karl und Hermann Ohms (Hannover). Zwei Liga-Verbandsspiele in Gießen. Am morgigen Sonntag finden auf Gießener Sportplätzen (VfB. und 1900) zwei Derbandsspiele der ersten Mannschaften der beiden Vereine statt. Die Ursache dessen sind die Vorfälle in Bottenhorn am vergangenen Sonntag. Der Verband hat auf eine Anregung des VfB. hin, den Platz in Botten- horn vorläufig für weitere Spiele gesperrt. Die Bottenhorner haben deshalb, wenn sie weiter an der Verbandsspielrunde teilnehmen wollen, wenigstens demnächst auf den Plätzen der Gegner anzutreten. Für den morgigen Sonntag war nun das Spiel 1900 I — Botten Horn I angesetzt, das ursprünglich in Bottenhorn ausgetragen werden sollte. Da die Platzsperre bereits in Kraft getreten ist, wurde der Mannschaft von Bot- tenhorn anheimgegeden, auf dem Platz der Spiel- Vereinigung am Sonntagvormittag zum Spiel an* zutreten. Der Vorstand der Spielvereiniguna will alles aufbieten, um die ordnungsgemäße Durchführung des Spiels ficherzustellen. Auf eigenem Platze haben die Blauweißen unbestritten mehr Chancen als auf dem Platz des Gegners. Erstens ist der Platz in weitaus besserer Verfassung als der des Gegners, anderseits ist das Publikum, das die Mannschaft in entscheidenden Momenten doch immer unterstützt, nicht unwesentlich. Bottenhorn verlor auf eigenem Platz gegen VfB. mit 6:1. 1900 gewann auf eigenem Platz gegen die nicht zu Unrecht gefürchtete Mannschaft aus Breidenbach. Das Ergebnis VfB. — Dottenhorn läßt vermuten, daß die Gäste der Spieloereinigung gegenwärtig den Gießener Mannschaften vielleicht nicht ganz ebenbürtig sind. Das Ergebnis gegen Breidenbach anderseits hat gezeigt, daß die Blau- weißen sehr wohl zu kämpfen verstehen, wenn sie es nur wollen. Man sollte erwarten dürfen, die 1900er als Sieger zu sehen, wenn sie nur einigermaßen den Kampfgeist des Vorsvmttags zeigen und nicht allzuviel Ersatz einstellen müssen. Im übrigen sollte es den Blauweißen gelingen, die Gäste auf Grund ihrer Technik kaltzustellen. Auf dem Waldsportplatz wird am Nachmittag das Spiel VfB. — Ockershousen ausgetragen. Gegen Ockershausen konnten die Grünweißen meist (auch auf dem Platz des Gegners), wenn auch knapp, so doch mit 1 bis 2 Toren Unterschied gewinnen. Die Gäste des morgigen Sonntags drückten sich in den Verbandsspielen der vergangenen Saison immer am Ende der Tabelle der Bezirksliga herum und brachten es nie zu großen Erfolgen. Die Gastmannschaft ist ebenfalls dem Abstieg verfallen und spielt zusammen mit den hiesigen Vereinen in der 1. Bezirksklasse im Gau Gießen-Wetzlar. In welcher Form sich die Gäste befinden, ist schlecht zu beurteilen. Sie traten in dieser Saison in Derbandsspielen noch wenig in Erscheinung. Die gegenwärtige Verfassung, in der sich die VfB.-Mannschaft befindet, sollte erwarten lassen, daß die Grünweißen nicht allzu viel Federlesens machen werden. Wenn auch Ockershausen nicht unterschätzt werden soll, denn das ist immer gefährlich, so wird man doch mit einem Sieg der VfBer zu rechnen haben. Nach dem Sieg über Wetzlar und Bottenhorn, wäre jedenfalls eine Niederlage tWjen Ockershausen ein undiskutable Angelegenheit. Während auf dem, Platz der Spielvereinigung am morgigen Sonntagnachmittag keinerlei Fußballspiele ausgetragen werden, da der Platz für andere Zwecke bereitgefteUt wird, hat VfB. zum Teil auf eigenem zum Teil auf fremden Boden einige Mannschaften im Kampf. Während die 2. des VfB. in Butzbach zu einem außerordentlich schweren Derbands- fpiele gegen die 1. von Butzbach antritt (und mit einer Niederlage nach Hause kommen dürfte), ist die 3. Mannschaft auf dem Waldfportplatz gegen die 3. Mannschaft der Spieloereinigung 1900 im Lokaltreffen auf dem Plan. Die 3. Mannschaft der Blauweißen hat sich in letzter Zeit nicht schlecht geschlagen und wenn sie vollständig antritt und außer- dem im Sturm etwas mehr Durchschlagskraft als am letzten Sonntag gegen Dutenhofen zeigt, bann werden die VfBer schwer zu kämpfen haben wenn sie sich ehrenvoll behaupten wollen. Die 1. Jugend fährt mit nach Butzchach und tritt gegen die bärtige 1. Jugend $um Derbandsspiel an. Die Schüler haben ein Verbandsspiel gegen Lollars 1. Schuler zu bestreiten. Die Spielvereinigung 1 9 0 0 bestreitet neben den Spielen der 1. und ber 3. Mannschaft nur noch einen Kampf der 4. Mannschaft gegen die 2. von Teutonia-Watzenborn-Steinberg bei nicht sehr günstigen Aussichten auf Sieg. Kurze Sporinotizen. Der Einspruch des FC. Bayern München beim Derbandsgericht gegen bas Urteil wegen des abgebrochenen Spieles um die Süddeutsche Meisterschaft in Stuttgart wurde nunmehr abschlägig beichieden. Eintracht Frankfurt ist damit endgültig Süddeutscher Meister. • Beim DFB. - Bundestag am 15. und 16. Oktober in Wiesbaden wird u. a. vom Norddeutschen Verband ein Antrag auf Zusammenschluß des DFB. mit ber Deutschen Sportbehörde gestellt werden. RV. Wanderlust Frankfurt a. M. wird am kommenden Wochenende bei £en Weltmeisterschaften im Zweier-Radball und Sechser-Nasenrad» ball in Straßburg die deutschen Farben vertreten. ♦ Artur Jonaths am 5. Juni aufgestellte Leistung von 10,3 Sekunden über 100 Meter wurde nunmehr offiziell als deutscher Rekord anerkannt. ♦ Der junge deutsche Amateurflieger» meister Hans D a s ch will sich nun nach Weltmeister Richter-Köln ebenfalls dem Profisport zuwenden. Beim Tilden-Ga st spiel in Nürnberg konnte der deutsche Meister Hans Nüßlein seinen „Chef glatt mit 6:0, 6:2 schlagen. Tilden war allerdings durch eine Fußverletzung gehandicapt. Wirtschaft. Oer Verkehr mit ausländischen Zahlungsmitteln. Das Reichsbankdirektorium hat über den Verkehr mit ausländischen Zahlungsmitteln eine neue Bekanntmachung erlassen. Rach einer Erläuterung der Bestimmungen für die zum Handel und Verkehr mit ausländischen Zahlungsmitteln zugelassenen „Devisenbanken" und „Wechselstuben" wird darauf hingewiesen, daß der Gesamtbetrag der für Rechnung ein und derselben Person oder Firma bei einer oder mehreren Wechselstuben erworbenen ausländischen Zahlungsmittel innerhalb eines Kalendermonats den Gegenwert von 200 Mark auch dann nicht überschreiten darf, wenn der Erwerber eine Genehmigung der Stellen für Devisenbewirtschaftung zum Erwerb höherer Beträge besitzt. Gewerbebetriebe — einschließlich Hotels und Reisebüros — haben ihre getarnten täglichen Eingänge von ausländischen Geldforten cm die zuständige Reichsbankanstalt, eine Devisenbank oder eine Wechselstube gegen Zahlung in Reichsmark spätestens drei Tage nach dem Erwerb abzuliefern. Die Frist wird für die in Grenzbezirken ansässigen Personen und Firmen, ausgenommen Devisenbanken und Wechselstuben, auf acht Tage verlängert. Die Bekanntmachungen der Reichsbank vom 18. 3uli 1931, vom 6. Oktober 1931 sowie vom 31. März 1932 treten außer Kraft. • Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten im September. Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten (Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und „sonstiger Bedarf") beläuft sich für den Durchschnitt des Monats September auf 119,5 gegenüber 120,3 im Vormonat: der Rückgang beträgt somit 0,7 v. H. An dem Rückgang ist hauptsächlich die Dedarssgruppe Ernährung beteiligt. Es sind zurückgegangen die Indexziffern für Ernährung um 1,2 v. H. auf 110,5, Bekleidung um 0,4 v. H. auf 114,8 und „svnstigen Bedarf" um 0,2 v. H. auf 164,7. Die Indexziffer für die Wohnung ist mit 121,3 unverändert geblieben. Die Indexziffer für Heizung und Beleuchtung hat sich infolge des weiteren Abbaues der Sommerpreisabschläge um 0,7 auf 135,2 erhöht. * Vorläufig keine Stillegung der Daimler - Benz - Betriebe in Mannheim. Die Verwaltung der Daimler-Benz-Werke hatte aus Ersparnisgründen beabsichtigt, den Betrieb in Mannheim stillzulegen und die- Produktion auf das Werk Untertürkheim zu konzentrieren. Auf Veranlassung des badischen Innenministeriums fand sich indesien die Verwaltung bereit, von der geplanten Verlegung Abstand zu nehmen. Frankfurter Abendbörse geschästslos. Frankfurt a. M., 30.Sept. Die Abendbörse war infolge des israelitischen Feiertages nur schwach besucht und lag mangels jeglicher Anregung fast vollkommen geschäftslos. Die Kurse blieben auf dem leicht erholten Riveau der Mittagsbörse gut behauptet, Aku und IG.- Farben zogen bis zu 0,5 Proz. an. 3m Verlaufe hörte jede älmsatztätigkeit auf. Am Rentenmarkt blieb die freundliche Haltung für festverzinsliche Werte bestehen, doch fanden nur kleine Umsätze statt. Reubesitz 6,65, Altbesih 54,75, Reichsbank 127,25, Mannesmann 54,50, Stahlverein 20. Aku 58,25, Dekula 113,25, 3G -Farben 98,65, Siemens 123, Rordd. Lloyd 17,75, 6proz. Franks. Hhp. Bank Gold Reihe 1 bis 15 76,50, 5,5proz. do. Liquidation 80, 6proz. Rhein. Hhp. Bank Mannheim Gold Reihe 26 bis 30, 76 Prozent. 25 Lahre VH6. Frankfurt. Der stärkste Zweigverein des Vogelsberger Höhen» Clubs, der DHC. Frankfurt, beging am Sonntag in den Räumen der Loge zur Einigkeit unter überaus starker Beteiligung die Feier seines 25jährigen Bestehens. Die gesamte Ver-^ anstaltung war erfüllt von dem Geiste des inC Vorjahre verstorbenen Gründers des Zweigvereins, Professor Bender, und aus allen Ansprachen klang die tiefe Liebe und Verehrung, die man diesem prächtigen, einzigartigen Menschen über das Grab hinaus bewahrt. Die Leitung lag in den bewährten Händen des 1. Vorsitzenden Otto Faber, eines Gießener Kindes, der nach einem wirkungsvollen von Gg. Kühne verfaßten Vvrspruch in herzlicher Weise die Anwesenden willkommen hieß. Eine mei- sterhafte Schilderung der Entwicklung und Arbeits- leiftung des Vereins in den vergangenen Jahren bot Wilh. Dorf fier, der auch eine gut ausgestattete Festschrift verfaßt hatte. Eine Anzahl Ehrungen konnte vorgenommen werden; so wurden fünf Urgründer zu Ehrenmitgliedern ernannt, während 34 weitere Gründer mit einer (Erinnerungsnabel bedacht wurden. Einen breiten Raum nahmen naturgemäß die zahlreichen Glückwünsche ein, die dem Jubelverein aus allen Kreisen entgegengebracht wurden. So sprachen für den GesamtiDHC. dessen erster Vorsitzender, Dr. Bruchhäuser, Ulrichstein, der zugleich dem Zweigverein eine Ehrengabe von 100 Mark verhieß, die mit einer weiteren Gabe des festgebenden Vereins von 250 Mark für das Vater-Bender-Heim auf der Herchenhainer Höhe Verwendung finden soll. Es sprachen ferner Rektor Dem, Offenbach, namens der umliegenden Zweig- vereine, Ritter, Frankfurt, für den Reichs verband der Deutschen Gebirgs- und Wandervereine, ein Vertreter des Gesamt-Taunus-Clubs, eine Vertreterin der Stadt Frankfurt (Abt. Tum und Sport), Vertreter der Loge zur Einigkeit, des Vereins der Ob er Hessen u. a. m. Auch der Zweig» verein Gießen, der seine Entstehung im wesentlichen Vater Bender zu verdanken hat, hatte durch seinen Schriftführer Glückwünsche übermitteln lassen. Die gesamte Feier war umrohmt mit sauber vorgetragenen weihevollen Musikstücken der Jnstru- mentalabteilung des Vereins und einer von Kurt Lenz prachtvoll vorgetragenen Acie aus der „Schöpfung". Der Nachmittag galt der Geselligkeit, wobei man 'feststellen konnte, daß die Gastgeber auch hierin Vorzügliches leisteten. Das zeigte sich namentlich bei dem glänzend gespielten Dreiakter „Der Sprung in die Ehe", der die Lachmuskeln der beifallsfreudigen Zuhörer in steter Bewegung hielt. Im übrigen folgten bis Mitternacht in zwangloser Reihe Gesangs- und Dialektvorträge, während im Nebensaale die Jugend dem Tanze huldigte. Kurszettel -er Berliner und Frankfurier Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 o. H. Frankfurt a. M. Berlin 1 Frankfurt a.M. Berlin Schluß- tur« todilupf. Abend- börse Schluß« fürs Schlußk. Dlillag» börfe Schluß- kur« Schlußk. Abend* Schluß* furd Scklußk. mittag. Datum 29.9. | 30-9. 29.9. 30.9. Datum 29-9. 30-9- 29-9. 30.9. 6% ®cutid)f Nelchsanleihc v.lSr, 6% ehcm. ?%1t. RefchSanI.v.l92S Doung-Anleihe von 1980 . Deutsche Anl.-Abwl.-Schuld mH Mu«oi.-9ifmcriIanet von 99 4% Pürkifche flollanleUx von 1911 4^Tütflfd)e Bagdadbohn-Anleih. 4% Mal. Serie II...... b% Kumün. ver.-lnh Rente v. 1903 O»%N»mLn^ereinh.Rrnlev.l91s 4% «umünilcke verrinh. Rente «»% l Anatolier...... 67 79,5 65,25 55,25 6,75 64,5 57 49,75 76 80,25 80 - 10 1.25 7.4 6,75 7.4 3,9 4,15 3,95 6.25 11 5,2 19,25 67,75 80,1 65,25 54,75 6.65 56 72,5 76 80 79,75 73,5 9,75 1,25 7,25 6.75 7,4 1 3,75 4,15 3.8 : 6,25 11 5 I 19,25 67 79,5 65.25 50 73,5 10,5 7,3 6,35 4,3 6,25 11.5 5,2 19,65 67,7 80,1 65,5 54,8 6,7 50,4 73,5 10,25 7,4 6.9 6,25 3.6 4,2 6.2 10,75 5 19,65 Hamvurg-Amerila Pme. . . . u Hamburg-Sudam. Dampfschiff. o Hansa Dampfschiff .....c Norddeutfcher Lloyd.....C A G. für Verkehrswesen OIL . 0 Berliner Handelsgesellschast. 4 Kommet,v und Privat-Bank . 0 Darmstädter und Nationalbank 0 Deutsche Bank und Dirconto-Gefellfchast... v Dresdner Banl...... o ReichSbank........n 8LC.®............o Bergmann.........o »ehr. LieferungSgesellschast. 6 Licht und Straft...... 6 Felten & Guilleaume .... 0 Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen .... 4 Rheinische ElcktnziiLt ... 6» Schocken & Co...... o Siemen» & HalSke..... 9 Lahmeyer & Co.......io Öuöexuj..........4 Deutsche Erdöl.......b Helsenlirchener.......8 Üamener..........o Hvesch Ersen.........6 Ilse Bergbau.......io Ille Bergbau Genüsse .... Rlodncrroerle........6 iSanne#mann»Äötaen .... 6 ManSselder Bergbau.....0 Oberschlei. Sollwerte .... 8 PHSnii Bergbau......4>/, Rheinische Brnnnkvhie». . . 10 Rheinstahl.........6 17,75 18,13 43 91 53,5 75 61,75 127,5 32 70,5 88,5 57,5 73,5 74,5 77 129 115 41 75,5 38,5 76 97 35,5 55.13 23 25,25 172,5 67.5 17,75 91,5 53,5 75 61,75 127,25 32 70,5 88 57 73,5 75,5 123 116,5 40 39 74,5 97 33,5 54,5 26 67,25 17,13 29,5 18 43 91,9 53,5 75 61,75 128 31,5 n 88,5 57,75 73,25 76 128 40,75 75,4 38,75 75,25 36,65 95,13 33,65 54,13 22,75 37.9 25 173,5 66.25 17 31 17,75 42,25 91,5 53,5 75 61,75 127,65 31,75 7« 88,5 57 74,75 122,5 116,5 39,5 75,25 39 74,5 37,13 96,5 34,25 54,75 22 38,25 26 172,75 66,4 Frankfurt a. Ul. Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Schluß- furd Schlußk. Abendbörse Schluß« furd Schlußk. mittag» börse 29-September 30. September Amtliche Notierung Geld | »rief -amtliche Nolle rang Sri ei Datum 29-9. 30.9. 29-9. 30.9. Heisings or» Wien. . . . Prag . . . Budapest. . Sofia . . . Holland . . Oslo.... Kopenhagen. Stockholm . London. . . Buenos Aires Neuyott . . Brüssel. . . Italien. . . Baris . . . Schwei, . . Spanien . . Danzig. . . Japan . . . Rio de Jan. Jugoslawien- Lissabon . - 6,264 51,95 12,465 3,057 169,18 73,18 75,37 74,63 14,525 0,898 4.209 58,34 21,60 16,48 81,12 34,45 81,82 1,019 0,301 6,294 13,22 6,276 52,05 12,435 3,063 169,52 73,32 75,53 74,77 14,565 0,902 4,217 58,46 21,64 16,52 81,28 34,51 81,98 1,021 0,303 6,306 13,24 Banknote» 6,264 51,95 12,465 3,057 169,18 73,13 75,32 74,58 14,53 0,898 4,209 58,34 21,60 16,48 81,12 34,45 81,82 1,019 0,299 6,294 13,22 6,276 62,05 12,485 3.063 169,52 73,27 75,48 74,72 14,56 0,902 4,217 58,46 21,64 16,52 81,28 34,51 81,98 1,021 13,*4 Riebeck Montan...... Bereinigte Stahlwerke .... 0 Otavi Minen....... 0 Kaliwerke Aschersleben ... 6 Kaliwerke Westeregeln ... 6 Kaliwerke Salideisurih ... 9 I. ®. Färben-Industrie... 7 Scheideanstalt...... V Goldschmidt.........0 Rülgcrswerke........0 Mciallgesellfchaft......P Philipp Holzmann......C Zementwerk Heidelberg.... 4 (Icmcntmcrf Karlstadt.....0 Wanb & Freytag......0 Schultheis Pcchenhofer ... 0 Wu (Allgemeine Kunstseide) 0 Bemberg ......... 0 Zellstoff Waldhof..... 0 Zellswfi Aschaffenburg ... 0 Dessauer Gas........7 Daimler Motoren......0 Deutsche Linoleum.....0 Orenstein & Koppel.....0 Leonhard Die».......6 SoenSka........... Ebade..........12 Frankfurter Maschinen . . . . 0 Sripner..........0 Main Kaliwerke HSchst a. M.. . 4 Süddeutscher Zucker.....g 19,25 17 108 113,5 171 99,13 135,25 29 43 36,5 59,5 52,5 51 5,1 57,75 55 47,5 31,25 21 48,25 48 176 26,5 125 20 107 113,75 171 98,65 135,25 28,75 42,5 — 59,5 52 5,1 58,25 55 47,75 30,13 21 47,25 48 172 28 51 125 18,9 17,75 113,25 171 98,65 42,65 59,5 53,75 56,75 53,5 47,75 31 91,25 21,4 47,75 35,5 48,5 176 29 125,25 20,13 17,75 106,75 113,75 171 98,4 28,5 42,65 59,65 54,5 57,75 54,75 47,25 29,75 92,25 20,75 47,5 36,25 48 176,5 28J 125 Strlln, 30. September Geld »rief Amerikanilche Koten....... Belgische Noten......... Dänische Noten......... Englische Roten......... Jranzöfifche Noten........ Holländische Noten........ Italienische Noten....... Norwegische Noten........ Deutsch-Lesterreich, * 100 Schilling Rumänische Noten........ Schwedische Roten........ Schweizer Noten......... Spanische Roten........ Ungarische Rote»........ 4,20 58,18 74,95 14,48 16,44 168,81 21,54 72,95 2,46 74,40 80.94 34,31 4,22 56,42 75,25 14,54 16,50 169,49 21,62 *3.25 74,76 81,26 34,45