Samstag, 1. Moder 1952 182. Jahrgang Nr. 251 Erstes Via« Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reich spfennitz, Platzvorschrift 20°/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für ' Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Mc^ Filter, sämtlich in Gießen. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Uni-erfflütr-vuch. und Steindruckerel H. Lange in Sieben. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Schulftratze 7. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen; Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Vezugspreis. Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernfprechanfchlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Alain 11686. Vater des Vaterlandes. Dem Reichspräsidenten zum sünfundachtzigsien Geburtstage am 2. Oktober. Hindenburg. Don Erich Marcks. In einem Festbuch zum 85. Geburtstage des Reichspräsidenten entwirft E-rich Marcks, der berühmte Historiker der Berliner Universität, der Geschichtsschreiber Wilhelms L und Bismarcks ein Charakterbild Hindenburgs als Mensch und Staatsmann, dem mir den folgenden Schlußabschnitt entnehmen: Es ist der Abschluß für diese Wanderung durch - Hindenburg Leben, festzustellen, wie unver- wandelt in all dessen Wendungen und Wandlungen doch das Menschentum des heute 85jährigen geblieben ist. Unverwandelt die Erscheinung: die Höhe und Breite der Gestalt, die Straffheit der Haltung, jene einfache, harte Größe in der Zeichnung der Gesichtszüge, wie wir sie ehedem beschrieben haben: alles durchgepragter, alle Zuge wie alle Eigenschaften durch den Inhalt seines Lebens gesteigert und doch sich seiber gleich; noch heute wirkt er als Mann und kaum als Greis, noch heute klingt die dumpfe, tiefe Stimme unrednerisch, aber stark. Unverwandelt die Umgebung, in der sich sein Wesen spiegelt; er hält das Ererbte und Ursprüngliche unablenkbar bei sich fest, noch heute steht auf seinem Schreibtische die Tafel, die auf dem seines Vaters gestanden hat, mit der Inschrift: ora et labora. Der Eindruck aller dieser Erscheinung, der sichtbaren wie der historischen, hat durch Schicksale und Jahre etwas Märchenhaftes bekommen: wie unwahrscheinlich ist diele schlichte Wirklichkeit! Der Sohn eines 85jahrigen, der Enkel eines 86jährigen, ist er durch das Alter selbst in die mythische Höhe seines Kaisers gerückt worden, des 90jährigen, dessen politischer Persönlichkeit nebst ihren Wandlungen wir ihn früher verglichen und dem er als Erscheinung im ganzen verwandter bleibt als irgendeinem anderen unserer Geschichte. Wer Umschau hielte nach anderen Genossen, der stieße vielleicht auf Wellington, den Feldherrn, der seinem Lande dann als Staatsmann kämpfend, ausgleichend und schirmend diente bis über die Grenzen des biblischen Alters hinaus, ein Tory und doch ein Gesamtbesitz Englands in erregter Zeit; der stieße einmal auf George Washington, den Fetd- herrn auch hier, den Befreier, der nach dem Kriege die Einheit seiner Nation rettend gründen half und sie als Präsident verkörperte und einlebte — Edelmann stets und Staatsmann kraft seiner Pflicht, der Vater seines Vaterlandes, noch heute der Name für diese Nation, noch heute grenzenlos geliebt und verehrt der Held des Charakters. Hindenburg selber sahen wir, durch Pflicht und Notwendigkeit und die bildende Macht der Aufgabe, ganz Staatsmann, werden; keinen Augenblick hot er auch da seine Vergangenheit und sein Wesen verleugnet oder verloren; er konnte alles werden, weil ein Kern unveränderlich war, und der Kern des Staatsmanntumes war dem Edelmann eingeboren und für den Offizier die selbstverständlichste und bedeutsamste Eigenschaft: das tiefgesunde Gefühl für die Dinge, für die Wirklichkeiten, der Griff für das Mögliche, und mit ihm vereint die Kraft des handelnden Willens. Und unverwandelt sind diese tiefsten Erbtümer, dio historischen Grundkräfte seiner Persönlichkeit geblieben, die auch wir durch seine Geschichte begleitet haben — der preußische Edelmann, der Preuße, dessen Schicksal es war, zum Deutschen, zum Inbegriffe des Deutschtums hinüberzuwachsen, im Kriege und vollends im Frieden, und der in aller Erweiterung seines Wesens und in aller Umbildung des Preußentumes doch der Altpreuße blieb: noch heute im Innersten^der Offizier der preußischen Armee, in deren Schdle er alles gelernt zu haben erklärt, und der Gutsherr auf preußischer Scholle. Die Beneckendorff Hindenburgs und die Bismarcks traten uns sozial nebeneinander, typisch-verwandt; zu Otto von Bismarck gehört Paul von Hindenburg auch als historische und als persönliche Gestalt, seinem Schicksal und seiner Stellung nach, in sonderbarer Nähe. Auch in Bismarcks Sphäre wuchs er hinein, je älter er wurde e und je höher er stieg; der Staatsmann Hindenburg rückt an die Arbeit des Staatsmannes Bismarck heran, des größten unserer Geschichte, und Staats» Mannschaft und Person vereinen sie schließlich noch dichter miteinander als den Reichspräsidenten mit Wilhelm I., dem Soldaten und Monarchen. Die Leuchtkraft des höchsten unserer politischen Genien wird niemand bei Hindenburg wiederfinden wollen, so wenig wie die m'konische Glut seiner Schöpfermacht; was an ihm genial heißen darf, ist jener Sinn für das Notwendige und Richtige, für das Einfache und Nüchtern-Starke, jene Selbstverständlichkeit von Gang und Griff; und was sie zusammenführt, das ist das Schaffen am gleichen Werke, und über allem die tiefe Verwandtschaft der Bodenständigkeit, das Norddeutsch-Adlige, das in beiden schafft, die Wirkung uralter Kräfte dieses Bodens in neuer Zeit: auch Hindenburg führt sie, ohne sie je in sich zu verlieren, durch seine verwandelte Gegenwart, verwandelt und gleich, in eine Marschall -er Nation. •• KM MGGM Hindenburg-Worte. In dem schweren Erleben der letzten Jahre hat uns der waffenlose Kampf, den deutsche Männer und Frauen an der Ruhr wie am Rhein um ihr Deutschtum, um ihr Recht und ihre Freiheit kämpften, die tiefe Ueberzeugung gegeben, daß Deutschlands Sendung noch nicht erfüllt ist und sein Weg nicht im Niedergang endet. Wie sie, die diesen Kamps so tapfer bestanden, wollen wir uns alle zu diesem Glauben an deutsche Zukunft bekennen. Wir hoffen, daß das deutsche Volk auch über den inneren Zwist und die Fehde des Tages hinweg durch einen neuen Geist brüderlichen Verstehens wieder emporgetragen werde zur Einigkeit und zu starkem gemeinsamen Empfinden seines Volkstums. * Sieg oder Unsieg liegt in Gottes Hand; der Ehre sind wir selber Herr und König. * Ich habe das Heldenringen meines Vaterlandes gesehen, und glaube nie und nimmer, daß es sein Todesringen gewesen ist. * Nicht Klassen und Stände, nicht Parteien und Gruppen in gegenseitiger Abschließung und Befehdung, sondern Gemeinschaftsgefühl und der Geist dienender und opfernder Vaterlandsliebe sind der Boden, auf dem allein wir eine bessere Zukunst ausbauen können, Zukunft hinüber. Mit welchem Ergebnisse, das stellten wir der Erkenntnis dieser Zukunft anheim. Was wird er und seinesgleichen ihr noch zu sagen, in ihr noch zu leisten haben? Sie möge es sehen. Aber das Sein, das Menschlich-Geschichtliche, sehen wir bereits mit unseren eigenen Augen, das Sein, das in allem hohen Menschlichen doch über dem Handeln steht: in diesem Sein fließt bei Hindenburg das Blut seines Standes, das Bismarcksche Blut, die adlige Ueberlieferung des deutschen Blutes langer Jahrhunderte. Der Künstler, der das große hamburgische Standbild schuf, hat in seinem Bismarck dieses Erbe, wie es in stärkster Persönlichkeitskraft sich in die Höhen des Ueberpersönlichen, des Unpersönlichen emporhebt, zur überzeitlichen Erscheinung gesteigert, zur Erscheinung ewig deutschen Wesens und ewig deutscher Größe. Daß auch in Hindenburg ein lebendiges Stück dieser Größe, dieser Steigerung ins Allgemeine, dieser Verkörperung der Nation und ihrer Geschlechterreihe Gestalt gewinnt, das rückt ihn zu jenem Größten hin, und unser« Feier seines neuen Festes darf e i n e F e i e r dieses ewigen Deutschtums, dieser Bodenkräfte sein, die sich im großen.Menschen verkörpern und die alle Gemeinsamkeit eines Volkes mit ihm, mit seinem Führer und Helden, zu einer Huldigung machen für die Seele der Nation. Wer so durch sich selber, ins Allgemeine hinaufwachst, der trägt die Unsterblichkeit in sich. In qranitner Monumentalität gehört das Bild Hindenburgs, wi« wir es dankbar und ehrfürchtig und zugleich in tiefer Liebe vor Augen und >m Herzen haben, wirklich in Bismarcks Nachbarschaft hinein- norddeutsch und deutsch, naturhaft und selbst- verständlich, in grßartiger Schlichtheit. Ein geistreicher Balte hat es so empfunden, als er dem Lebendigen im Gespräche gegenubergestanden hatte: Ebe denn Deutschland war, war Hindenburg . Es ist kein Wort nach Hindenburgs Geschmack; er reibt fick in bescheidener Haltung feinem Volke ein aber daß er zu dessen zeitlosem Wesen gehört und gerade deshalb zu Deutschlands edelstem und gegenwärtigstem Besitztum, das ist die Gewahr seiner und eine Gewähr unserer Zukunft. Er ahnet unter uns: möge er es noch lange tun! W i r brauchen ihn nötiger denn je, gerade m den neuen ringenden Entwicklungen, in die seine Geschichte heute eingelenkt ist. Wir vermögen kaum I davon zu träumen, daß dieses Leben, dos so selten sich selber gehört hat, einen Abschluß finden konnte in friedlicher Stille eines Siegers, der ruhen darf. Don Friedrich Wilhelm Heinz GOS. „Es gibt keinen Zufall, der 85 Jahre währte!" Wer vor dem Schicksal und den wirkenden Mächten der Vergangenheit, also der lebendigen Geschichte, keine Ehrfurcht verspürt, dem bleibt die Gestaltung der Zukunft versagt. In einer Zeit, die sich ihrer bewegenden Kräfte und ihrer eigentlichen Aufgaben noch kaum bewußt ist, bestimmt nicht der äußere Anspruch, sondern dieinnereHaltung den Rang des Menschen. An der Fähigkeit, Hindenburgs Rang zu erkennen und über die belanglosen Vorgänge der Tagespolitik hinweg seine überzeitliche Gestalt zu bejahen, entscheiden sich heute in Deutschland die Geister. Es wird zum 85. Geburtstage Hindenburgs weder an Lobpreisungen noch an Schmähungen fehlen. Beides berührt ihn kaum, denn Hindenburg selbst ist zu bescheiden, um sich als größten Feldherrn und erfolgreichsten Staatsmann der neueren Zeit rühmen zu lassen. Hindenburg hat drei Kaisern gedient und ist dann Präsident einer Republik geworden. Er erlebte drei Generationen, die sich schärfer von einander abgrenzten und unterschieden, als jemals deutsche Generationen vorher; er blieb sich elber treu. Hindenburg sah Feldherren und Minister und Feinde und Freunde kommen und gehen und wiederkommen, er wurde gewahr, wie er bald von der einen, bald von der anderen Seite in Anspruch genommen wurde, wie die einen als höchste Tugend priesen, was die andern als ärgsten Abfall verwarfen: fein Menschentum blieb über allem Hexensabath dieser Uebergangszeit unverwandelt und rein. Hindenburg dient, und dies ist in einer Zeit, wo es nur Unberufene zur Herrschaft gibt, allein entscheidend. Von der Fähnrichszeit bis heute hat die Pflicht Hindenburg auf einen Posten gestellt und befohlen: halte ihn nach bestem Ermessen und Vermögen. Was kann für Hindenburg hinter dieser Pflicht anders stehen als Deutschland? Staatsformen wechseln, Regierungen lösen sich ab, das Kräfteverhältnis der Parteien verschiebt sich, Parteien und Wirtschaftsgruppen und Ideologen vermeinen, Hindenburg vollzöge ihren Willen, sie beschlagnahmen ihn je nach Bedarf für die Demokratie und für die Diktatur, für den westlichen Kapitalismus wie für eine undeutsch gewordene Form der Monarchie oder für den Staat von Weimar: es ist Hindenburgs Schicksal, fernab von all diesen Ueberlegungen und Absichten des Zweckes i m Dienste d e s Reiches zu stehen und durch fein Vorbild ebenso wie durch seinen Widerstand der eigentlichen Gestaltung des Reiches vorzuwirken. In einer Zeit der Scheinwerte und Scheinlösungen, der Versprechungen und Verhandlungen, der Verfälschungen und der seelischen Preisgabe ist es neben der bewußten Arbeit der Künftigen für das Reich äußerstes und unbedingtes Erfordernis, daß über dem unverdorbenen Teile des Volkes eine bewahrende Erscheinung steht, die allein durch das wirkt, was sie ist. Denn das Volk braucht eine Gestalt, an deren unwandelbarer Treue und Geschlossenheit es sich aus seiner über alle Maßen bitteren Enttäuschung aufrichten kann.' Von allen denen, die heute sichtbar im politischen Leben der Nation stehen, wird allein der 85jährige Hindenburg in das mythische Bewußtsein der Volksseele eingehen; in der schlichten Wirklichkeit der äußeren Erscheinung, in der rührenden Ursprünglichkeit des inneren Wesens. Die kleine, vom Vater ererbte Tafel auf Hindenburgs Schreibtisch: ora et labora! ist ein stärkeres Dokument für die einstmals benötigte Kampf- und Lebenssittlichkeit der Nation als mancher dicke Wälzer voller Schlagworte und Wir wünschen ihm und uns, daß er es dürfte; wir wünschen ihm aber vor allem die weiterschaffende Kraft und einen Strom Sonne. Wir bedürfen seiner Leistung noch. Wie aber auch das Geschick ihm und uns falle: zum innerlichen Reichtum unseres Volkes wird seine schlichte Größe immer zählen, zu jenem unverlierbaren Schatze, den die elementaren Menschen ihrem Volke bedeuten, dem Schatze, aus dessen Bewußtsein ein Volk schöpft und lebt, in dessen Bewußtsein es seiner selbst erst bewußt, es in sich selber erst zum Volke wird. Er hilft uns, das Bild unseres Volkes zu beseelen, wie seine Arbeit uns helfen will und hilft, unseren Staat uns wieder ehrwürdig zu machen. Das ist für Deutschland, so dringend sein Helfer ihm noch not tut, doch der tiefste Sinn und das tiefste Glück der Feier, auf deren Vollzug wir uns freuen: in ihrem lebenden Gegenstände segnen wir dankend und hoffend unser Vaterland selbst. Selb stverstä nbli chkeiten. lieber dem freien Ermessen des Menschen waltet die Vorsehung. Es gibt keinen Zufall, der 85 Jahre währte. Wer das Schicksalshafte des Hindenburg- schen Weges nicht zu ci&nnen vermag, hat keinen Blick für'die tieferen Kräfte und höheren Wirklichkeiten deren Abbild der)Mensch und deren Sinn- bilder die Taten dieser Erde sind. Wie Hindenburg eingesetzt wurde als Vorbild und persönlichkeits- bildende Erscheinung, so wurde ihm als Aufgabe zugemessen, allein durch sein Dasein die Kräfte des kommenden Reiches reifen zu lassen und alle vorzeitigen Versuche der Untauglichen zu verhindern. Mag es um Hindenburg einsam werden mögen Lob und Tadel an ihm vorbeizielen: er'ist da, und deshalb ist er notwendig. Hindenburgs Schicksal, ihm selbst nicht einmal bewußt, ober von ihm selbst in höchster Treue und bis zur Selbstaufopferung erfüllt, ist es, durch das Vorbild bewahrende Kraft für alle im Wesen deutschen und preußischen Kräfte zu fein, deren das Reich bedarf, gleichzeitig aber als Element der Beharrung und Verzögerung die gründ- wassertiefen, glühenden und kalten Bestandteile der deutschen Erneuerung in der Stille sich klären, sättigen und härten zu lassen, «he aus ihnen in der Stunde des Durchbruches und der Geburt der schlackenfreie und unversehrbare Kristall des Reiches emporfchießt. Wir verehren in Hindenburg das Ewige, weil wir es in der Vergangenheit erkennen und'für die Zukunft brauchen. Wir bejahen tn Hindenburg das Zeitliche, weil es uns zum Dienst an der Zukunft zwingt. - Oie Landwirtschaft an Hindenburgs Geburtstag. (Glückwunsch des Teulschen Landwirischaftsrats. Dr. h.c. Bxandes. Präsident des Deutschen Landwirtschastsrats, hat an den Reichspräsidenten folgendes Glückwunschtelegramm gerichtet' Unserem verehrten Herrn Reichspräsidenten und Generalfeldmarschall v. Hindenburg entbietet die deutsche Landwirtschaft zu seinem 65 Geburtstag die ehrfurchtsvoll st en Glückwünsche. Wissen wir doch, daß d a s W o h I des deutschen Bauern bei ihm nicht nur Sache des Verstandes, sondern des Herzens ist. Haben wir doch oft genug erfahren, mit wie bangen Sorgen er die Geschicke der deutschen Landwirtschaft verfolgt hat und wie sein unablässiges und unbeirrbares Streben auf Besserung Server zweifelten Lage gerichtet war. in die die deutsche Landwirtschaft gekommen ist. Mögen manchmal Unterschiede in den Anschauungen über Art, Methode und Mittel zur Abhilfe bestanden haben, in den Grundanschauungen des Lebens und den Sruidtendenzen einer christlichen, deutschen und konservativen Staatsführung, in der es ohne den Heimattreuen Bauern nicht geht, sind wir immer mit ihm einig gewesen. Möge Gott der Herr, der ihn im Leben so sichtbarlich gesegnet hat. der ihn von Königgräh über Sedan und Tannenberg bis Aum Amt des Reichspräsidenten als ruhenden Pol in der Flucht der Erscheinungen des heutigen hastenden Lebens gesührt hat, ihm vergönnen, daß er noch den Beginn eines, wenn auch mühevollen, so doch sichtbaren und klaren Wiederaufstiegs seines geliebten deutschen Vaterlandes erleben möge! Gott schütze den Herrn Reichspräsidenten! NGOAp. und Außenpolitik. (tzöring empfängt die -lusiandcprefsc. München, 30. Sept. (TU.) Die „RSK." bringt folgende, aus Berlin datierte Meldung: Reichstagspräsident Göring empfing am Donnerstag um 12 Uhr eine Anzahl ausländischer Pressetorrespondenten. Rach kurzem Hinweis auf die E r g e b n i s s e d e s Reichstags -Untersuchungsausschus- s e s und nach Richtigstellung der auch im Ausland von gewissen deutschen Blättern verbreiteten Dehauptunaen, wonach die RSDAP. nunmehr vorhabe, bei den kommenden Wahlen klassenkämpferische Propaganda zu treiben, streifte er drei Hauptfragen der gegenwärtigen deutschen Außenpolitik: die Schuldfrage, die Rüstungsfrage und die Frage der deutschen Sicherheit. Diese Forderungen seien ältestes politisches Gedankengut der RSDAP. Es sei daher schon aus diesem Grunde eine unsinnige Behauptung, daß die RSDAP. bei der Verfechtung dieser Belange der Regierung Papen in den Rücken falle, wie dies von gewissen Stellen aus insinuiert werde. Die RSDAP. stehe hier selbstverständlich h i n t e r j e- der Regierung, soweit sie diese Punkte verfechte. Daß nur die RSDAP. und ihr Führer imstande feien, Deutschland auch erfolgreich nach außenhin zu vertreten, sei eine Tatsache für sich. Die kommende Entwicklung werde die nationalsozialistische Einstellung gegen Papen in nicht allzulanger Zeit rechtfertigen. Oer Gauparteiiag der NGOAP. in Wien. Schwere Zusammenstöße. — Handgemenge im Gemcinderat. Wien, 30. Sept. (SU.) 3m Zusammenhang mit dem nationalsozialistischen Gauparteitag in Wien kam es am Freitagnachmittag verschiedentlich zu Zusammenstößen, von denen einer gegen 17 Uhr in der Gegend des Braunen Hauses einen ernsten Verlauf nahm. Angeblich ist er durch Schüsse aus dein sozialdemokratischen Verbandsheim eingeleitet worden. 12 SA. - und SS. - Leute wurden schwer verletzt, davon soll einer einen Bauch-, einer einen Lungenschuß und ein dritter einen Stich in den Unterleib erhalten haben. Als Protest gegen diese Vorfälle verlieh die nationalsozialistische Fraktion geschlossen die gerade im Gang befindliche Wie ner Ge- meinderatssihung. Rach nationalsozialistischer Darstellung wurden die letzten drei oder vier nationalsozialistischen Abgeordneten von so- Aialdemokratischen Gemeinderäten mit schweren Tintenfässern, Schubladen, Aschenbechern usw. beworfen, worauf die ganze Fraktion in den Sitzungssaal zurückkebrte, um ihre Partei- genossen zu schützen. Es entspann sich ein wildes Handgemenge, bei dem alle Mitglieder der Rationalsozialisten mehr oder weniger schwer verletzt wurden. Der Gauleiter Frauenfeld und der Gemeinderat Professor S u ch e n w i r t muhten ins Sophien-Hospital gebracht werden. Auch die anderen Mitglieder der Fraktion muhten ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Nach dem Bericht der Polizei sind die Zusammenstöße vor dem sozialdemokratischen Ver- bandsheim darauf zurückzuführen, dah vier Na- tionalsozialisten ti# n politischen Gegnern beschossen niirben. Daraufhin eilten mehrere hundert Na tiornnsozia listen in die Königs- eckgasse und versuchten, in das Heim einzudring'en, aus dem zwei Revolverschüsse fielen. Die Schützen sind als Sozialdemokraten sestgestellt worden. Sowohl das sozialdemokratische Berbandsheim als auch das Hitlerhaus wurden auf Grund von Anzeigen, die bei der Polizei erstattet worden waren, durchsucht. Die Durchsuchungen verliefen jedoch ergebnislos. Insgesamt wurden 57 Personen wegen öffentlicher Gewalttätigkeit und schwerer Körperverletzung z w a n g s g e st e l l t. Irgendwelche Berbotsmahnahmen sind von der Polizei vorläufig nicht geplant Nach der Saalschlacht im Wiener Gemeinderat und nach dem Auszug der Nationalsozialisten wurde bic Stfeung unter b rodjen. Nach Wiederauf- ttobmc stellten die Christlich-Sozialen den Antrag. d,e Derhandlungen mit Rücksicht auf die Vorfälle u b e r h a u p t a b z u d r e ch e n. Der Antrag wurde ledocy durch die 'Sozialdemokraten n i e d e r g e . sllrnmt, worauf auch die Christlich.Sozialen den Saal verliehen. Die Sozial- dcmokraten wickelten dann die Tagesordnung n l lei n ab. ° V U . tvh Aus der Provinzialhauptstadt Freiherr v. Neurath wieder in Berlin. Nach einer Aufstellung des Allgemeinen Gewerkschaftsbundes betrug d i e Zahl der Arbeitslosen in den Bereinigten Staaten Ende August 11,5 Millionen. Reichsaußenminister von Neurath (Mitte) wird bei seiner Rückkehr aus Genf in Berlin von den Vertretern des Auswärtigen Amts begrüht. Geheimrat Louis Hagen gestorben. Köln. 1. Oft (WTB. Funkspruch.) Geheimrat Dr. h. c. Louis Hagen ist heute 7 Uhr im 78. Lebensjahre verschieden. Ser Verstorbene war seit 1873 Mitinhaber des von seinem Großvater gegründeten Kölner Bankhauses A. Levy. Er war Mitschöpfer des Generalkartells der Sprengstosf- und Pulverindustrie und eine Reihe weiterer Fusionen, die die Bereinigung der Rohstoff-Förderung und -Verarbeitung mit der Weiterverarbeitung und Verfeinerung zum Ziele hatten. Er war Vorsitzender des Kölner Industrie- und Handelstages. während der Besetzung der Rheinlande Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses für das besetzte Gebiet, dessen Interessen er bei den verschiedensten Verhandlungen vertreten hat. Als Vertreter der Zentrumspartei war er Mitglied des Preußischen Staatsrats und des Rheinischen Provinziallandtags. Für seine Förderung von Kunst und Wissenschaft wurde er von den Uni* Mrrfitäten Köln und Bonn und der Technischen Hochschule Aachen zum Ehrendoktor promoviert. sie im nächsten Iahre Blatt wenn sie auch unscheinbar Frostnächte und kalte Tage Wer das nicht kennt, ahnt der kann sagen, ob oder Blüte bringen, aussehen und viele überdauern werden. Kleine politische Nachrichten. Auf Grund der zweiten Verordnung über die Beilegung von Schlichtungsstreitig- keilen öffentlichen Interesses vom 30. September 1932 ist die Geltungsdauer der Verordnung der Reichsregierung über die Befreiung von der Beitragspflicht zur Arbeitslosenversicherung bis zum 31. März 1933 verlängert worden. men leuchteten vor ihrem nahen Tod, die Früchte sind reif und duftschwer, die Blätter sterben. Aber überall sind neue Fruchtknospen. Wer um die Ratur weiß, kennt sie, Gießen, den 1.Oktober 1932. Sonnensinken. Hinter dem Goldnetz, das sich über Herbstbuntheit spinnt, und dem Tag, der ins Abendrot sinkt, lauern die Rebel- und Frostriesen, die Windsbräute und die wilde Jagd in Sturm und kältendem Regen. Goethe empfand als schönstes Symbol eine im Meer versinkende Sonne. Aber wenn die Welt nach Blütenfreude und Reifeüberschwang müde geworden ifN leuchtet sie noch einmal auf in Ueberfülle, als sollten sich uns ihre Strahlen tief ins Herz brennen, damit wir in kaltdunklen Tagen noch ein Leuchten in uns haben und ein geruhsames Warten auf die Wiederkehr des Gleichen. Ein sorgsamer Hausvater pflegt vor seiner letzten und tiefsten Ruhe seine Rachfassenschaft zu ordnen. Was er erwarb und erdacht, wie er mit Hirn und Hand pflügte, er weiß, daß dieses Werk auch nach seinem Erlöschen nicht verloren geht, sondern in seinen Kindern wieder lebendig ist, wenn sie es gleich nicht immer fühlen. Wenn du über den Acker gehst, empfindest du nicht immer, wieviel Jahresarbeit dazu gehörte, um den kargen deutschen Boden fruchtbar zu machen, wieviele Menschengeschlechter sich auf ihm mühten; aber wenn du ihn jetzt wieder bestellst, tust du das Gleiche, was sie getan; auch du bist ein lebendiges Glied dieser Kette. Und wenn abends dein Sinnen an einem alten und guten Buch haftet, fühlst du, wie der Geist der Menschheit wuchs und wurde durch die stille Arbeit vieler, sich ablösender Geschlechter. Du standest im Bergland. Die letzte Rose schaukelte sich im Herbstwehen, die bunten Dlu* Jn Brüssel begannen die Verhandlungen zwischen der deutschen Delegation und den zuständigen belgischen Stellen über Einfuhrbeschränkungen für landwirtschaftliche Erzeugnisse. Der deutsche Delegationsführer Ministerialrat Walther legte den deutschen Standpunkt dar. Die Verhandlungen werden fortgesetzt. Berlin. 30. Sept. (TU.) Reichsverkehrs. Minister Freiherr v. Eltz-Rubenach gewährte dem Vertreter des .Berliner Borsen-Eou- riers" ein Interview über die Grunde für ine bedeutende Entwicklung der deutschen Sportluftfahrt, wie sie auf der Deutschen Luftsportausstellung in Berlin jetzt so deutlich zutage tritt. Der Minister bezeichnete diese Entwicklung als das Ergebnis eines elementar durchbrechen^n Do kswittens^ Deutschland habe vor 1918 ausschließlich Militärluftfahrt betrieben. Das Iahr 1918 bedeute die Geburtsst unde der Derkehrsluft* fahrt. Erst von 1925 datieren die ersten Anfänge eines L u f t s p o r t s. Man habe hier also den jüngsten Sportzweig und zugleich die lungfte Form der Luftsahrt vor sich. Die heutige Entwicklung sei das Ergebnis von nicht mehr als sieben Iahren. In diesen sieben Iahren sei es dazu gekommen, daß die motorgetriebenen Sportflugzeuge der Zahl nach ein ^et- faches der Verkehrsflugzeuge darstellten und daß — ein besonderer Beweis für die volkstümliche Grundlage der Luftfportbegelsterung — wir in Deutschland an Segelflugzeugen ein Vielfaches der Zahl von Motorsportflugzeugen hätten. Der deutsche Luftsport sei durch die Armut des deutschen Volkes und durch die Diskriminierung der über den Versailler Vertrag sogar noch hinausgehenden Luftfahrtbeschränkungen des Pariser Abkommens von 1926 zum motorlosen Flug hingedrängt worden, und es sei ihm vergönnt gewesen, auf diesem Gebiet in der Welt führend dazustehen. Der Minister gedachte bei dieser Gelegenheit der schweren Opfer an Blut und Leben, die der Luftsport gerade in diesem Jahre gefordert habe und gab seiner Bewunderung darüber Ausdruck, dah der Sportgeist Der Siegeszu« der deutschen SporlMchrt Deutschlands Kampf um Gleichberechtigung in der Lust. empfangen. Die Kündigung der Staatsangestellten in den Ministerien für Handel, Landwirtschaft und Volkswohlfahrt geschah vorsorglich im Rahmen der Vorbereitungen für die Neuorganisation und Vereinfachung der preußischen Zentralinstanz. Es wird dabei mit allem Nachdruck dafür gesorgt werden, daß mög- lichst alle jetzt vorsorglich gekündigten Angestellten weiterhin im preußischen Staatsdienst verwendet werden. Linser neuer Homan. Wir beginnen heute, noch vor dem Abschluß des laufenden Romans „Renates Vermächtnis", der eiwe begeisterte Ausnahme in unserem Leserkreise gefunden hat, mit der Veröffentlichung eines neuen Werkes, das sich zweifellos eines ebenso starken und ungeteilten Beifalls wird erfreuen dürfen. Erneuern wir doch mit dem Abdruck dieses Romans die Bekanntschaft mit einer überaus beliebten Autorin, deren früher bereits im Gießener Anzeiger erschienene Werke— „Der Mann, der das Lachen verlernt hat" und „Ich hole dich, Aenne" — wir zu unseren stärksten und nachhaltigsten Romanerfolgen zählen durften. „Das Glück fand den Weg" von Gert Gothberg so heißt der neue Roman, die Geschichte zweier einsamen Menschen, die das Schicksal für einander bestimmt hat; ein ergreifender Liebes- und Lebensroman, den die geschätzte und vielgelesene Schriftstellerin mit zwingender Eindringlichkeit und unwiderstehlicher Spannung vor uns entrollt. Wie der ernste, vornehme, innerlich einsame Fabrikant, der sich heimlich nach Liebe sehnt, und das scheue, kleine Mädel, das den Anfechtungen und Lockungen der großen Welt tapfer widersteht, allen äußeren Widerständen und inneren Hemmungen zum Trotz endlich zueinander finden — das hat Gert Rothberg mit der ihr eigenen phan* tafievollen Crzählergabe überaus lebenswahr und fesselnd geschildert. So sind wir gewiß, mit unserem heute einsehenden, neuen Roman einen Haupttreffer gezogen und ein Werk erworben zu haben, mit dem wir bei allen unseren Leserinnen und Lesern ungeteilten Beifall finden werden. Keine Unterschlagungen beim Städtischen Wohlfahrtsamt. Die Bürgermeisterei Gießen teilt uns mit: Das in der Stadt umlaufende Gerücht, daß beim Städtischen Wohlfahrtsamt Unterschlagungen vorgekommen seien, beruht auf Unwahrheit. Der Beamte, auf den sich das Gerücht bezieht, ist seit Anfang Juli l. I. infolge Nervenerkrankung arbeitsunfähig und daher seit dieser Zeit nicht im Dienst. Gr hat mit Geldgeschäften dienstlich überhaupt nichts zu tun. Trotzdem angestellte Untersuchungen und Rachprüfungen haben ergeben, daß überhaupt irgendwelche Dienstwidrigkeiten sowohl des erkrankten Beamten, wie auch von anderen nicht vorliegen. Gegen Urheber und Verbreiter des Gerüchts ist Strafanzeige erhoben worden. Keine Teilnahme der SA. am 1. Hessischen Grenadiertag. Don der SA.- Standarte 116 geht uns folgen be Erklärung mit der Bitte um Aufnahme zu: Zum 1. Heisischen Grenadiertag in Gießen ist folgendes festzustellen: 1. Trotzdem keinerlei Aufforderung zur Teilnahme an die Hessische SA. ergangen ist, hatten wir eine Beteiligung an den vorgesehenen Veranstaltungen von uns aus vorgesehen, da wir selbstverständlich jede Kundgebung im Sinne deutscher Wehrhaftigkeit mit allen Kräften unterstützen. Wir haben der zuständigen Kommandostelle der Reichswehr von unserer Ansicht Kenntnis gegeben und an dieser Oer Giudienausschuß für die europäische Union. Genf, 30. Sept. (TU.) Der Studienausschuh für die europäische Union trat am Freitagnachmittag nach eineinhalbjähriger Unterbrechung vor überfüllten Tribünen unter Teilnahme sämtlichereuropä* ischen Staaten sowie der Türkei und Sowjetrußlands unter dem Vorsitz des Vizepräsidenten Motta zu einer Sitzung zusammen, um den Bericht des Präsidenten der Konferenz von Stresa, George Bonnet, entgegenzunehmen. An der Sitzung nahmen Gesandter v. Rosenberg, Herriot, Litwinow, der türkische Außenminister Baron Aloisi und die Außenminister der skandinavischen und südost* europäischen Staaten teil. Auf Vorschlag Mottas wurde Herriot einstimmig zum Präsidenten des Europaausschusses gewählt. Zu Beginn der Sitzung hielt Motta eine Gedächtnisrede auf den Gründer und ersten Vorsitzenden dieses Ausschusses, Driand. Herriot dankte und hielt eine kurze Eröffnungsansprache. George Bonnet legte sodann die bekannten Ergebnisse der Konferenz von Stresa dar. Ponnet schloß seine Ausführungen mit der Aufforderung an den Europaausschuh, die Vorschläge der Konferenz von Stresa in die Tat umzusehen. Rach diesen Ausführungen vertagte sich der Europaausschuh. Die Verwaltung des Alexanderwerks in Remscheid teil' mit, daß sie d i e gesamte etwa 7 0 0 Mann ft arte Belegschaft wegen beharrlicher Arbeitsverweigerung mit sofortiger Wirkung srist - los entlassen habe. Die Restauszahlung der Löhne finde Samstag statt. Bei dieser Gelegenheit würden die Entlassungspapiere ausgehändigt werden. Der Reichsminifter des Auswärtigen, Freiherr o o n N e u r a t h . hat Botschafter von Pri11witz vor der Rückkehr auf feinen Poften in Washington Es ist Zeit zu feiern! Es kommt die, große RuH! Dort lenkt ein Zug von Reihern Dem ew'gen Lenze zu. Sie wissen Pfad und Stege, Sie kennen ihre Wege--- Was, meine Seele, furchtest du? , . nichts vom Lebenstrieb auch der kleinsten Dinge. Der Raturwissenschaftler und Raturphilosoph Gustav Theodor Fechner, dessen „Büchlein vom Leben nach dem Tode" vielen Deutschen Trost und Leid gebracht, hat gemeint, nicht nur geistig, auch materiell verkehre der Mensch mit der Natur: „Wärme, Luft, Wasser und Erd« dringen von allen Seiten in ihn hinein und strömen wieder aus ihm zurück, schaffen und wechseln seinen Leib; aber indem sie, die a u h e r dem Menschen nur nebeneinander hergehen, sich in ihm begegnen und kreuzen, knüpfen sie einen Knoten, der des Menschen leibliches Ziel und hiermit zugleich alles, was noch innerlicher ist als dieses Gefühl, abschlieht vom Gefühle der Auhenwelt." Und an Abenden mit sinkender Herbstsonne mag man so empfinden und nachfühlen, wie alles in uns eindringt und uns Gestaltung gibt. Die Sonne sinkt, das lebendige Iahr löscht sich aus, die Natur feiert. Es ist, sagt Konrad Ferdinand Meyer, Amerika und der Mandschureikonftikt. Die amerikanische Kriegsflotte verbleibt im Pazifik. Washington, 30. Sept. (TU.) Der Chef des Admiralstabes, Admiral P r a 11, begründet das Verbleiben der gesamten ameri- konischen Flotte im Stillen Ozean mit Sparmaßnahmen und weiteren Manövern zur gründlichen Mannschaftsausbildung. Dieser Entschluß der amerikanischen Regierung — noch dazu unmittelbar vor der Veröffentlichung des Lyttonberichts — ist um so bemerkenswerter, als I a p a n in den letzten sieben Tagen einen halbamtlichen Schritt zwecks Zurückziehung eines Teiles der amerikanischen Flotte aus dem Stillen Ozean beabsichtigte und dieserbalb den Admiral Bomura nach Washington senden wollte. Bekanntlich hat die Zusammenziehung der gesamten amerikanischen Flotte im Pazifik in Iapan große Nervosität ausgelöst. Krieg in Znnerasien. Tokio, 29. Sept. (CNB.) Aus Pelina laufen hier Meldungen ein, daß in öie chinesische Provinz Hsikang eine etwa 100 000 Mann starke tibetanische Armee eingedrungen sei und sich auf eine Begegnung mit den dort befindlichen drei Divisionen der chinesischen Streitkräfte vorbereite. Die tibetanische Armee bestehe austin- geborenen unter Führung der Lama- P r i e ft e r. Ihre Verfassung soll eine ausgezeichnete [ein. Die Bewegung zur Errichtung eines selbständigen Groß-Tibet gewinne immer mehr on Boden und rücke ihrem Ziel stark näher. in der deutschen Fliegerjugend dennoch ungebrochen geblieben sei. Die Frage, ob das Reich die große Ent - Wicklung des deutschen Luftsports finanziell unterstützt habe, verneinte der Minister. Er, wie wohl jeder seiner Vorgänger, würde gern einem so kräftig vorwärtsdrängerrden Sportzweige auch feine finanzielle Unterstützung leihen. Toch bestehe hierfür — von der Finanzlage des Reiches abgesehen — keineMöglichkeit, da die erwähnten außenpolitischen Bindungen von 1926, die die deutsche Luftfahrt über die Bestimmungen des Derfailler Vertrages hinaus belaftcn, die staatliche Unterstützung des Luftsports untersagten. Dies sei auch der Grund gewesen, weshalb gelegentlich des Europarundfluges der Herr Reichspräsident den von ihm gestifteten Preis nicht als einen internationalen zur Verfügung gestellt, sondern ihn für die deutschen Flieger Vorbehalten habe. Durch diesen Akt habe der Herr Reichspräsident den Vorhang weggezogen, dem die nationalistische Propaganda des Auslands vor die deutsche Luftfahrt- Diskrimination gebreitet hatte. Die ausländischen Flieger hätten gesehen, unter welch erschwerten Bedingungen die deutschen Eportkameraden zu kämpfen haben. Sport sei aber eine Sache des gegenseitigen Anstandes, der Ehrenhafttgkeit und der Gleichheit der Bedingungen. Der Minister gab der Erwartung Ausdruck, daß, wie schon der Europa-Rundflug, auch die deut- s ch e ßuftfportausfteHung die Welt darüber aufklären möge daß eine Nation von der Leistungsfähigkeit der Deutschen sich nicht auf die Dauer unterdrücken lasse, und daß die persönliche Ehre aller luftfahrttreibenden Nationen dafür engagiert sei, daß Deutschland auch auf dem Gebiete I der Luftfahrt dieoolleGleichberechtigung I erlange. Stelle Vas größte Entgegenkommen feststellen können. 2. Auf ausdrückliche Anordnung des ijerrn van Baffhuifen vom Hessischen Staatsministerium ist uns jedoch polizeilich verboten worden, geschlossen zu marschieren, unsere Fahnen mitzuführen, Musik und Spielmannszug einzustellen. Wir erblicken in diesem Ergehen der hessischen Regierung eine bewußte Sabotage der geplanten ftunbgebung und damit einer mächtigen und umfassenden Demonstration des deutschen Wehrwillens. 3 Eine Geburtstagsfeier des Herrn Reichspräsidenten, für die die polizeilichen Anordnungen keine Gültigkeit hätten kommt für uns angesichts der gegen unseren Führer und gegen den deutschen Sozialismus gerichteten Politik des Herrn Reichspräsidenten nicht in Frage. . Wir sind daher auf Grund der polizeilichen Anordnungen der hessischen Regierung über die an anderer Stelle noch das weitere veranlaßt wird, nicht in der Lage, am ersten Hessischen Grenadier- tag teilzunehmen. Selbstverständlich ist es jedem SA.-Mann freigestellt, sich in Zivil an den vorge- sehenen Veranstaltungen zu beteiligen. Die Sturm- bannführer sind angewiesen, gegebenenfalls Urlaub zu erteilen. SA. der NSDAP. Standarte 116. Graf Solms, Standartenführer. ♦ Wie wir hierzu von gut unterrichteter Seite erfahren, entspricht die unter Ziffer 2 gegebene Darstellung nicht dem tatsächlichen Gang der Dinge. Es dürfte wohl mit einer amtlichen Richtigstellung in Kürze zu rechnen fein. D. Red. Jubiläum im Hause 3- Pfeffer am Marktplatz. Eine Sonderbeilage in der heutigen Nummer des Gießener Anzeigers kündigt den großzügig angelegten Iubiläumsverkauf an, den das Da- menbekleidungshaus 3. Pfeffer von Montag. 3. Oktober, an aus Anlaß seiner Gründung vor 50 Jahren veranstaltet. Der großen und treuen Kundschaft, die sich das Haus Pfeffer im Verlauf eines halben Jahrhunderts erworben hat, soll Außerordentliches geboten werden als Zeichen der Dankbarkeit für langjähriges Vertrauen. Wer de-n 75jährigen Geschäftsinhaber kennt und seine große fachliche Erfahrung, seine Eigenschaften als Mensch und ehrenhaften Kaufmann schätzen gelernt hat, wird das Streben des Jubilars nach Ausdehnung seines Kundenkreises und nach Gewinnung weiterer Freunde gern unterstützen. Wie Herr Pfeffer in den fünfzig Jahren seines geschäftlichen Wirkens von ganz kleinen Anfängen an bis zur Entwicklung seines Llnternehmens zu einem neuzeitlichen Verkaufshaus den wirtschaftlichen Aufstieg unserer Stadt miterlebt hat, so darf er an seinem Iubiläums- tag mit Genugtuung feststellen, daß sich die Treue seiner Kundschaft übertragen hat auf Kind und Kindeskinder in zahlreichen Familien Oberhcs- sens und weit darüber hinaus in den preußischen Nachbargebieten. Hier wirken sich der unermüdliche Fleiß, die gewissenhafte Kundenpflege, die wertvolle fachliche Erfahrung und Beratung eines Kaufmanns aus, der aus eigener Kraft und Leistungsfähigkeit den Nuf seines Hauses begründet und auch durch schwere Zeiten hindurch erhalten hat. Es entspricht denn auch der Persönlichkeit des Jubilars, der in der Stille jederzeit^ eine offene Hand für Notleidende und Bedrängte hatte, daß er das 3ubiläum in seinem Hause zum. Anlaß nahm, der Bedürftigen zu gedenken durch großmütige Stiftung von 50 Frauenmänteln, 50 Frauenkleik^rn und 50 Kindermänteln und -kleidern für die Winternothilfe. Vornottzcn. — Tageskalender für Samstag: Grenadiertag: 17.45 älhr Friedensbiwak auf dem Exerzierplatz (Trieb): 23 Uhr, Serenade und Großer Zapfenstreich. — Saal der Christi. Dersamm- Aufruf zur Winterhilfe. Die Deutsche Liga der freien Wohlfahrtspflege hat auch in diesem 3ahr zur Winterhilfe aufgerufen. Reichspräsident und Reichsregierung haben sich der Ditte um werktätige Hilfe angeschlossen, die kommunalen Spitzenverbände Deutschlands haben den Aufruf mit einem Geleitwort versehen. Auch in Hessen haben sich in diesem 3ahr wieder die unterzeichneten sieben Verbände zusammengeschlossen, um im ganzen Lande zu sammeln und in gemeinsamer Arbeit die Rot lindern zu helfen. Hilfe ist noch mehr not als im Vorjahre, und. niemand darf sich der Pflicht, zu helfen, entziehen. Wir tuenden uns an alle, die irgend helfen können, ohne Unterschied der Konfession, der politischen Anschauung, des Standes oder Berufes, und bitten sie herzlich: Helft, seid bereit ein Opfer zu bringen für die, deren Not noch größer ist, als die Eure. Die Durchführung der Sammlung erfolgt durch Ausschüsse, die für die einzelnen Kreise oder Ortschaften gebildet sind. Landesverband der Inneren Mission in Hessen. Caritasverband für die Diözese Mainz. Hessisches Rotes Kreuz (Landesverein und Alice-Frauenverein). Landesverband für die Israelitische Wohlfahrtspflege in Hessen und Hessen-Nassau. Deutscher Fünfter Wohlfahrtsverband, Bezirk Hessen. Landesausschuß für Arbeiterwohlfahrt und Iu- gendpflege in Hessen. Christliche Arbeiterhilfe, Landesausschuß Hessen. Begleiiworie der Hessischen Regierung Wieder ruft die freie Wohlfahrtspflege durch ihre Reichs- und Landesverbände dazu auf, durch opferbereite Nächstenliebe die Not eines schweren Winters lindern zu helfen. Mit ihnen bitten Herr Reichspräsident von Hindenburg und die Reichsregierung alle Deutschen, einander helfend dem Vaterland zu dienen. Unser Volk hat im Laufe eine Reihe von schicksalsfchweren Jahren Not und Bedrängnis tragen lernen müssen. Niemand wird diese Not von heute auf morgen beseitigen können. Eines aber können wir alle tun: Durch von herzen kommende Hilfsbereitschaft dem Darbenden die Bitterkeit und das Gefühl des verlaffenfeins nehmen. Möchten die Verbände der freien Wohlfahrtspflege, die über alles Trennende hinweg denen zur Seite stehen wollen, die am schwersten entbehren, überall offene Herzen und willige Geber finden. Das ist der Wunsch, mit dem die Hössische Regierung das Liebeswerk des Hessischen Landesausschusses der freien Wohlfahrtspflege begleitet. Hessisches Gesamtministerium: Dr. Adelung Kirnberger Leufchner. lung, 20.15 älhr, Edangelisationsversammlung. Thema: Das antichristliche Reich mit seinem Der- nichtungskampf. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Gitta entdeckt ihr Herz". — Tageskalender für Sonntag: Oberhessischer Kunstverein, 11 bis 13 Uhr, Turmhaus am Drandplatz, Ausstellung: Lebendiges Foto. — Grenadiertag: 10 Llhr, Feldgottesdienst auf dem Trieb: 11.15 Uhr, Parade: ab 14.30 Tlhr militärsportliche Vorführungen auf dem Trieb. — Saal der Christlichen Versammlung, 20.15 älhr, Cvangelisationsversammlung, Thema: Vollendung der Wege Gottes. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Gitta entdeckt ihr Herz". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Das Stadttheater Gießen eröffnet seine diesjährige Winterfpielzeit, die Jubiläums- spielzeit des 25jährigen Bestehens, am Dienstag, 4. Oktober mit einer Aufführung des „Egmont" von Goethe. Die Aufführung gerade dieses Werkes unter der szenischen Leitung des Intendanten Dr. Rolf Prasch wird für die Jubiläumsspielzeit einen würdigen Auftakt bilden. Die dramatische Handlung wird eine künstlerische Bereicherung erfahren durch die Wiedergabe der gesamten Bühnenmusik Beethovens zu Goethes „Egmont", die der Gießener Orchesterverein unter der musikalischen Leitung des Universitätsmusikdirektors Dr. T e - mesoary zu Gehör bringen wird. Die Rolle des Egmont liegt bei Herrn Hauer. Die Eröffnungs- Vorstellung ist die erste Vorstellung im Dienstag- Abonnement und beginnt pünktlich um 19.30 Uhr. Die Intendanz macht darauf aufmerksam, daß laut Theaterdeputationsbeschluß von jetzt ab die Vorstellungen auf den Glockenschlag pünktlich beginnen und zu spät kommende Theaterbesucher, um unliebsame Störungen zu vermeiden, während der offenen Szene nicht mehr eingelassen werden dürfen. Auch soll durch den unbedingt pünktlichen Dorstellungs- beginn erreicht werden, daß die Vorstellungen stets pünktlich beendet sind. Vorbestellte Karten müssen ein« Viertelstunde vor Beginn der Vorstellungen an der Abendkasse ab geholt sein, da sonst anderweitig über die Karten verfügt werden muß und nur auf diese Weise der pünktliche Dorstellungsbeginn auch ordnungsmäßig eingehalten werden kann. Die neuen Abonnenmentskarten müssen spätestens bis 13 Uhr am Tage der ersten Abonne- mentsoorstellung abgeholt fein, da laut Theater- deputationsbeschluß eine Einlösung der Abonnementskarten an der Abendkasse nicht mehr erfolgen darf. " Die Einholung der alten Regimentsfahnen im Bild. Im Dilderkasten am Geschäftshaus des Gießener Anzeigers haben wir einige charakteristische Photos über die gestrige Einholung der alten hessischen Regimentsfahnen durch Die Fahnenkompanie zur Besichtigung ausgehängt. *• Ein glücklicher 100-Mark-Ge- w inner. Vom städtischen Wohlfahrtsamt wird uns mitgeteilt: Gestern nachmittag wurde beim Verkäufer Nr. 1 der Winterhilfe-Lotterie bereits der dritte Hundertmark-Gewinn gezogen. Der glückliche Gewinner zog zunächst zwei Freikugeln und dann den 100-Mark-Gewinn. Im Lokalverkauf wurden gestern abend beim Verkäufer Nr. 85 von einem Skat-Klub 25 Mark gewonnen. Es ist erfreulich, daß die Gießener Bürgerschaft so regen Anteil an dieser Lotterie der Winterhilfe nimmt, damit der Not des Winters gesteuert wird, denn groß ist die Not, jeder muß helfen. " Vom Botanischen Garten. Bei gutem Wetter wird der Garten auch am 1. und 2. Oktober an den üblichen Stunden zugänglich gemacht werden. * * Arbeitsjubiläum. Der Werkmeister der Firma Iulius Nattmann, G. m. b. H., Gießen, Herr Ernst Gries, ist heute 25 Iahre als Meister tätig. Herr Gries kann sich bei der gesamten Belegschaft großer Beliebtheit erfreuen. Die Arbeiter der Firma ehrten ihn in sinnvoller Weise. " Geschäftsübernahme. Die Filiale der Firma Rest vormals Molz & Forbach (Spezialgeschäft für Schirme, Stöcke, Handschuhe, Hüte und Mützen), Kreuzplatz 6, geht mit dem 1. Oktober in andere Hände über. Die bisherige Leiterin der Filiale, Frau Marie Steil, übernahm das Geschäft in ihren Besitz und wird es unter der Firma „Schirm-Steil" weiterführen. Auf die Anzeige in unserer gestrigen Ausgabe sei besonders hingewiesen. " Die Gewerbe- und Maschinenbauschule in Gießen beginnt ihr Winter- Semester am 1. November. In der Abteilung Maschinenbau, in welcher das Zeugnis der mittleren Reife verliehen wird, sind — so schreibt man uns — Abteilungen mit gut eingerichteten und erst in letzter Zeit ausgebauten Laboratorien für Spezialberufe, wie z. D. für das Elektro- Gewerbe, eingerichtet. Alle Einrichtungen in der Maschinenbauschule sind so getroffen, daß neben der Ausbildung zum Techniker auch die Vorbereitung für die Werkmeister- und die Meisterprüfung stattfindet, so daß neben der staatlichen Abgangsprüfung auch die Werkmeister- und Meisterprüfung an der Anstalt selbst abgelegt werden können. In den anderen Abteilungen, wie Baufachschule, Schreinerfachschule, Malerfachschule, Schuhmacherfachschule usw. wird das Handwerkliche in den Vordergrund gestellt, d. h. es wird die theoretische Ausbildung durch praktische Arbeit in den Werkstätten ergänzt und gefördert, so daß die Besucher dieser Abteilungen neben der technisch-theoretischen Ausbildung auch so vorbereitet werden, daß sie an der Anstalt die Meisterprüfung auf Grund besonderer staatlichen Privilegien ablegen können. (Siehe heutige Anzeige.) * • Hauswirtschaftskurse in der Aliceschule. Man schreibt uns: Der Wert einer richtigen Ausbildung in der Hauswirtschaft und im Kochen wird gerade in der jetzigen Notzeit immer mehr erkannt. Mehr denn je muß die Hausfrau ihre Ausgaben für Ernährung und Kleidung dem geschmälerten Einkommen des Mannes anpassen. Sie muß verstehen, mit wenig Geld doch nahrhafte Mahlzeiten zu bereiten. Dazu bedarf es nicht nur praktischer Fertigkeiten, sondern auch bis zu einem gewissen Maße Kenntnisse in Nahrungsmittellehre, Stofflehre. Eine Ausbildung, die alle Seiten der heutigen Hauswirtschaft umfaßt, gibt di« Aliceschule in Gießen ihren Schülerinnen. Am 17. Oktober beginnen wieder Kurse und ein Haushaltskursus, der ein halbes Iahr dauert. Diese Haushaltsschule wird besonders den Mädchen vom Lande Rechnung tragen. Mädchen, die nicht täglich nach Gießen und zurück fahren können, finden zu sehr billigem Preise Aufnahme in dem Pensionat der Aliceschule. Die Pensionärinnen haben den Vorteil, daß sie auch gute Thea ter aufführungen, Konzerte usw. besuchen können. Interessenten werden von der Geschäftsstelle Prospekte zugesandt. (Siehe heutige Anzeige.) * * Die Vogtschen Privat - Handelsschulen in Gießen und Herborn beginnen in diesem Winterhalbjahr am 17. Oktober mit ihren neuen Lehrgängen (Tages- und Abendkursen). Der Unterricht erstreckt sich, wie man uns mitteilt, auf folgende Fächer: Handelskunde mit Schriftverkehr, kaufmännisches Rechnen, Buchführung, Wirtschaftsgeschichte, Wirtschaftsgeographie, Volkswirtschaftslehre, Warenkunde und Technologie, Deutsch, Literatur, Englisch, englische Handelskorrespondenz, französische Handelskorrespondenz, Staatsbürgerkunde, Stenographie, Maschinenschreiben, Schönschreiben, Rund- und Plakatschrift. Interessenten feien auf die heutige Anzeige verwiesen. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. 8 3 o lifl' ul Gießen mSP' p--rö12 v Größte Ausstellung Reparaturen.komplette Anlagen OEUERBURßi Spezialität «L, g-fe hauses Neuerburg 6904 A Qualitäts-Weine kauft man bei H»ElgeS/Seltersweg 68a Der König der Superhetempfänger der Standuhr 06M7 - Radio Gießen, den 1. Oktober 1932. Die Beerdigung findet Dienstag, den 4. 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Die trauernden Hinterbliebenen: Ferdinand Paul und Familie Heinrich Paul und Familie Emil Paul und Familie Karl Paul und Familie Lleael Dreyer, geb. Paul, und Familie. Gießen (Seltersw. 70), Annerod, Bielefeld, 3O.Sept. 1932. Die Beerdigung findet Montag, den 3. Oktober, nachmittags um 2.30 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. __________________________05639 Aeta Mädchen w. 8 Jahre in einer Stelle war, sucht 3-4 halbe Tage Beschält. Z. erfr. in d. Geschst.d.G.A.s 05654 Ehrliches, sauberes Mädchen 26 I., Vollwaise, sucht Stell, i. Haushalt b. gut. Beh. Schriftl. Ang. unt. 05662 an d. G. A. Ebrl., fl. Mädch., i. St oct), u. all. Haus- arb. erf., s. Stell. a. Haust., etw.Tasch.- Geld erw. Schr. Ag. u. 05660 a. b. G. A. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Thorn sagen wir allen auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Margarethe Lang Wwe. 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Am Ausgang zum Kalimegdan, der alten Türkenfestung von Belgrad, ist ein kolossales burgartiges Gebäude im Entstehen. Es ist die neue französische Gesandtschaft, deren letzte Gerüste nächstens fallen werden. „Was haben wir nun Großes eingetauscht?" — fragt der Serbe kopfschüttelnd im Vorübergehen; „da, wo wir früher den Türken hatten, da baut jetzt der Franzose seine Festung, uns zu beherrschen!" Es gibt tatsächlich eine Gruppe von Serben der hohen Gesellschaft, die von Herzen franzosenfreundlich sind. Das sind die Generale, die als junge Offiziere die französische Kriegsschule von St. Cyr durchgemacht haben, und diejenigen unter den höchsten Staatsbeamten und Diplomaten, die in Frank- re.ich studiert haben. Diese Gruppe hat auch Nachwuchs. Frankreich unterhält dauernd etwa 40 Doll- und Halbstipendien an französischen Universitäten und Fakultäten für Studierende aus Jugoslawien, ganz überwiegend Serben. Nur der kleinste Teil davon sind fachwissenschaftliche Stipendien, juristische, technische, künstlerische. Bei weitem die meisten sind Stipendien für französische Sprache und Literatur, weil man die Erfahrung gemacht hat, daß dies der sicherste Weg ist, einen Ausländern, auch einen Serben, mit französischem Geist zu durchtränken, ihn „frankreichliebend zu machen" wie die berühmte Formel lautet. Von dieser frankophilen Gruppe will aber alles, was in Jugoslawien zur Geschäftswelt gehört, aus wirtschaftlichen Gründen nichts wissen. Auch der serbische Nationalismus alten Schlages ist nicht franzosenfreundlich, weil ihn die fortdauernden französischen Forderungen ärgern, Serbien müsse sich „dankbar" beweisen. „Es gefällt uns nicht", sagen diese Serben, „daß der Franzose von Dankbarkeit spricht und Unterwürfigkeit verlangt; es sieht ganz so aus, als ob er uns gar nicht zu unserem, sondern z u seinem eigenen Nutzen geholfen hat!" Dies Wort trifft den.Nagel auf den Kopf. Die Serben als solche sind dem Franzosen ganz gleichgültig; was Frankreich verlangt, ist Bekundung der Vasallenherrschaft. Jeder politisch und vor allen Dingen jeder geschäftlich einigermaßen geschulte Mensch in Jugoslawien weiß, daß die französischen Pläne für die Konferenz von S t r e s a zum Nutzen Frankreichs entworfen sind, nicht zum Nutzen Jugoslawiens und seiner gleiche Not leidenden Nachbarn. Ebenso weiß jeder, daß die Durchführung der deutschen Vorschläge eine wirkliche Hilfe bedeuten würde. Ein offenes Wort darüber wagt sich kaum in die Presse; im stillen ist der Aerger groß, daß die serbischen Delegierten in Strcsa nicht reden dürfen, wie sie sollten und wie sie möchten. Es ist ein Llnterschied in der Stimmung zwischen den neuen Provinzen, die früher zu Ungarn und zu Oesterreich gehörten, und dem altserbischen Gebiet. In der ersteren ist auch der Bauer aufgeklärt genug, um zu wissen, daß die Dinge besser würden, wenn Deutschland mehr kaufte. Er denkt auch an die alten Zustände zur K. K.-Zeit und sagt: „Früher war doch alles besserl" Der Dauer in Altserbien, der von der Welt weniger weih, räsoniert etwas anders. Er sagt: Im alten kleinen Serbien ging es uns eigentlich ganz gut, wir konnten unsere Produkte verkaufen. Warum kann uns das große Jugoslawien jetzt nicht dazu helfen? Man kann sagen, daß im größten Teil des jugoslawischen Staatsgebietes die Menschen nicht Hunger leiden, daß sie eher in ihren Produkten ersticken, aber daß so gut wie nichts von diesen verkäuflich ist. Eine Kuh mit Kalb war früher, in deutsche Währung umgerechnet, 250 bis 300 Mark wert, heute 50 Mark. Ein Schwein mit allen acht Ferkeln wurde früher mit 180 bis 200 Mark verkauft, jetzt ist es kaum 25 Mark toert. Ein Liter Branntwein brachte 50 bis 75 Pfennig, heute 3 (!) Pfennig, ein Hektar Ackerland — der serbische Bauer ist von Ratur so landhungrig, wie jeder andere Bauer auf der Welt — mußte früher mit 3000 bis 3500 Mark bezahlt werden, heute findet Land selbst für einen Spottpreis keinen Käufer. Es kommt vor, daß der Dauer seine Ferkel auf den Markt bringt, daß sie ihm niemand abkauft und daß er sie dann einfach laufen läßt und wegfährt. Hungergebiete sind die Herzegovina, das südliche Dalmatien, fast ganz Montenegro und der gegen das Meer zu liegende Teil von Kroatien. Hier wächst nicht genug Getreide, um die Devöl- terung zu ernähren. Die Leute halfen sich mit Die am 2. D tt ob c r im Rahmen des Grenadier- tages auf dem Trieb vorgesehene Nachrichren- (tafelte soll nicht eine kriegsmäßige Nachrichtenübermittlung darstellsn, sondern es joll hierbei den Zuschauern gezeigt werden, über welche Meldeorgane und Nachrichtenmittel eine Armee verfügt. Bei einer kriegsmäßigen Nachrichtenübermittlung wird man stets bestrebt fein, möglichst wenig verschiedene Nachrichtenmittel bzw. Meldeorgane zu verwenden. Hat man z. B. zur Uebermittlung einen Flieger zur Verfügung, so ist anzustreben, daß unter Ausnutzung der Geschwindigkeit des Fliegers die Nachricht von diesem bis zur Bestimmungsstelle gebracht und dort abgeworfen wird. Die Einschaltung weiterer Nachrichtenmittel bedeutet naturgemäß Zeitverlust. Bei der hier vorgesehenen Nachrichtenstafette kommt es wohl auf die Schnelligkeit der Uebermittlung durch die einzelnen Meldeorgane und Nachrichtenmittel an, jedoch nicht auf die Schnelligkeit der Uebermittlung einer Nachricht von der Anfangsstelle zur Endstelle. Mit Ausnahme des Fliegers, der uns durch das Versailler Diktat verboten ist, verfügt das Reichsheer über alle beteiligten Meldeorgane und Nachrichtenmittel. Jedoch hat sich freundlicherweise ein Frankfurter Sport- f lieg er bereit erklärt, bei dem sportlichen Teil des Programms mitzuwirken. Es find an der Nachrichtenstafette beteiligt: 1 bewegliche Funkstelle (Sendestelle), 2 bewegliche Funkempfangsstellen, 1 Flugzeug, 2 Motorradfahrer, 2 Meldereiter, 2 Radfahrer, 2 Meldeläufer, 4 Blinktrupps, 2 Fernsprechanschlußtrupps, 2 Meldehunderotten. Der Verlauf der Nachrichtenstafette ist folgender: Die auf dem Trieb aufgebaute Funkstelle erhält einen verschlüsselten Spruch, dessen Inhalt den Grenadiertag betrifft. Die Funkstelle sendet diesen Spruch, der von den beiden Funkempfangsstellen auf dem Flughafen ausgenommen wird. Die Funk- das daran, daß fein Haus kein Dach hatte. Er hatte es abgedeckt, um keine Steuern darauf zu zahlen. Karn er mit Geld zurück, so tat er das Dach wieder drauf und gründete eine Familie. Jetzt sieht man keine abgedeckten Häuser mehr in Dalmatien, weil Amerika keine Einwanderer mehr ausnimmt, am wenigsten solche, die als Arbeiter Geld verdienen wollen. Man behauptet kein Wort zu viel, wenn man sagt: Der Gedanke an ein Mitteleuropa unter der wirtschaftlichen Führung Deutschlands, marschiert in ganz Jugoslawien, auch wenn die mitteleuropäische Formel nicht gebraucht wird. Allerdings ist eine bestimmte praktische Einschränkung dabei. Die Leute sagen: Die Idee ist gut, wirtschaftliche Annäherung an Deutschland ist das einzige, was uns wirklich helfen könnte — aber dazu müßte Deutschland wieder politisch mächtiger werden, a-ls es heute ist; was nützt es uns und was nützt es Deutschland, wenn Deutschland zu schwach ist, um für sich selbst und für uns seine guten Gedanken durchzusehen? Gerade weil man den Druck der französischen Dankbarkeitsforderung fühlt, weil man es erfährt, daß Frankreich um seines politischen Nutzens willen die wirtschaftlichen Lebensnot- wendigkeiten Jugoslawiens für nichts achtet, darum wären heute schon viele froh, wenn es ein Deutschland gäbe, stark genug, um den mitteleuropäischen Wirtschaftsverband zu verwirklichen. empfangsstellen übergeben die aufgenommenen Sprüche einem Flieger, der an einer auf dem Trieb gekennzeichneten Meldeabwurfstelle die beiden Meldungen abwirft. Bei Abschuß einer Signalbombe beginnt nun die eigentliche Zeitrechnung der beiden Stafetten. 2 Motorradfahrer suchen die abgeworfenen Meldungen und bringen sie auf festgelegten Umwegen zu den Blinkstellen. Die Stafette 1 hat weiße, die Stafette 2 rote Armbinden. Die Sprüche werden zur Gegenstelle geblinkt, dort den Radfahrern übergeben. Nach Ankunft der Radfahrer bei den Meldehundtrupps werden die Sprüche durch Meldehunde zu den Gegenstellen befördert. Hier erfolgt die Heb ergäbe an Meldeläufer und von diesen an die Fernsprechanschluß- trupps, die eine Fernsprechleitung bauen Und die Sprüche nach Fertigstellung der Leitung durchgeben. Als Abschluß werden die Sprüche von den Fernsprechendstellen durch Meldereiter ans Ziel gebracht. Den Eingang der ersten Meldung zeigt wiederum eine Signalbombe an. Bis zur Entschlüsselung der Sprüche werden Schulübungen der Meldehunde, sowie Bau von Fernsprechleitungen, Beförderung von Munition und Brieftauben durch Meldehunde gezeigt. Spruchinhalt und Beförderungsdauer werden durch Lautsprecher bekanntgegeben. Oie Zahnen der alten hessischen Regimenter, die zum Grenadier-Tag hierher überführt wurden, haben ihren ständigen Aufbewahrungsort im Schloß-Museum zu Darmstadt. Die Fahnen der hessischen Infanterie-Regimenter 117 und 168 konnten zu dem Gießener Militärfest nicht mit herangezogen werden, da die Traditionstruppenteile vom 2R. 117 und JA. 168 in Marburg bzw. Kassel sind und die Fahnen dieser beiden alten Regimenter dem Marburger bzw. Kasseler Kommandeur der Traditionstruppenteile unterstehen. - * Die Quadrille beim Grenadiertag wird nicht, wie irrtümlich gemeldet, vom Reiterverein, sondern vom Verein ehemaliger hessischer Leibdragoner des Kreises Gießen geritten. Wembau, Tabakbau, Schafzucht, aber weder Wein noch Tabak noch Schafe sind jetzt verkäufliche Ware. Viele kräftige Männer wanderten auch nach Amerika aus und kamen nach Jahr und Tag mit ersparten Dollars wieder. Wenn jemand fort war nach Amerika, so merkte man - Aachrichteuslafette beim Grenadiertag. Oer Tintenfisch. Don Georg Mühlen-Gchulte. Der Händler Scharrvogel kam aus Schrimm nach Berlin, und einer seiner ersten Wege führte ihn ins Aquarium. Er stand lange andächtig vor einer der Wasserstuben. Schließlich wandte er sich an einen Wärter: „Entschuldigen Sie, Herr Dompteur, — was ist in diesem Käfig?" „Das ist kein Käfig." „Natürlich nicht. Was ist es denn?" „Ein Bassin." „Ein Bassin? Danke sehr! Was ist das für ein Tier, ein Bassin?" „Das ist kein Tier, das ist ein Behälter." „Aha ein Behälter! Wozu sperren Sie ihn in den Käfig, Den Behälter?" „Was reden Sie denn für Zeug, mein Herr?! Wir sperren keinen Behälter in den Käfig." „Erlauben Sie, Herr Dompteur, ich habe Sie gefragt: Was ist in dem Käfig? Darauf haben Sie gesagt, es ist fein Käfig. Darauf habe ick gesagt, das verstehe ich, daß in dem Käsig kein Käfig ist, und ich habe Sie gefragt: Was ist es denn? Darauf haben Sie gesagt: Es ist ein Bassin, und ein Bassin ist ein Behälter. Also ist in dem Käfig ein Behälter. Habe ich recht, Herr Dompteur?" „Nein, Sie haben nicht recht. Sie verstehen mich überhaupt vollständig falsch. Ich will Ihnen mal erklären, was ein Käfig ist; ein Käsig, das ist ein ein ..., also in einen Käfig sperrt man zum Beispiel einen Löwen; ist Ihnen das klar?" „Ja. Aber ein Löwe ist doch so groß wie ein Hanomay ... Was sage ich — rote ein Automobil so groß ist er. Wie woll'n Sie den hier reinkriegen in den Käfig?" „Wir woll'n ihn ja gar nicht reinkriegen. Das ist hier doch kein Käfig, das ist ein Bassin." „Ein Bassin?" „Ja. Ein Behälter." „Ach, das ist ein Behälter!? Warum haben Sie das nicht gleich gesagt?" „Das habe ich doch gesagt. Es ist ein Behälter für Fische." „Herr Dompteur, das ist das erste, was ich höre. Kein Wort haben Sie von Fischen gesprochen." „Weil Sie mich nicht danach gefragt haben." „Na, habe ich Sie nach Löwen gefragt?" „Ach was, lassen Sie mich in Ruhe!" „Gott, sind Sie aufgeregt, Herr Dompteur! Man wird sich doch informieren können; man wird doch eine höfliche Frage stellen dürfen, wenn man was wissen will." „Also bitte schön, was möchten Sie wissen?" „Danke sehr, Herr Dompteur! Ich möchte wissen, was in dem Behälter für Fische sind." „Da ist ein Tintenfisch drin." „Ein Tintenfisch? Wo ist der Tintenfisch?" „Da, das graue Gebilde zwischen dem Geröll, das ist er." „Hicks Geier! ... Er scheint tot zu sein, der Tintenfisch. Ist ja auch gar keine Tinte in dem Behälter." „Da braucht auch keine drin zu sein, der Tintenfisch hält sich in klarem Wasser auf!" „Das ist doch nicht möglich." „Das ist nicht bloß möglich, — das ist Tatsache." „Erlauben Sie, Herr Dompteur, — kennen Sie Bierfisch?" „Allerdings." „Na, sehn Sie! Bierfisch hält sich in Bier auf, folglich hält sich Tintenfisch in Tinte auf." „Nein, das tut er nicht. Der Name ,Tintenfisch' weist bloß darauf hin daß diese Tiere an ihrer Unterseite eine Drüse haben, aus der sie im Falle der Gefahr eine schwarzbraune Flüssigkeit absondern." „Und das ist Tinte?" „Na, richtige Tinte ist es nicht." „Sehn Sie wohl, Herr Dompteur, das habe ich mir gleich gedacht. Woher soll das Tier die Tinte kriegen?! Es wird Schokolade fein." „Na, und woher soll es Schokolade kriegen?" „Was fragen Sie mich? Bin ich ein Tintenfisch? Vielleicht ist ein Schiff untergegangen mit einer Fracht von Schokolade, und der Tintenfisch hat sich den Bauch vollgeladen mit der Schokolade." „Vielleicht hat bas Schiff aber außer der Schokolade noch Tinte an Bord gehabt." „Herr Dompteur erlauben Sie mal, — wenn ein Schiff untergebt mit Schokolade und Tinte, und Sie kommen zufällig vorbei, als Fisch, meine ich, — wonach werden Sie schnappen?" „Na ja, das ist ja alles Unsinn! Jedenfalls ist es Tinte, was der Fisch absondert." „Vorhin haben Sie gesagt, es ist keine Tinte." „Aber es ist dach eine Flüssigkeit, die der Tinte am nächsten kommt. Daher haben doch auch die Forscher das Tier .Tintenfisch' genannt." „Trau einer den Forschern, Herr Dompteur! Es gibt einen Fisch, den haben sie .Blei' genannt. Keine Spur von Blei finden Sie beim Blei, Herr Dompteur. Na, und kabelt vielleicht der Kabeljau? Bückt sich der Bücking? Schwimmt der Schellfisch mit einer Glocke um den Hals herum? Geht der Walfisch wählen? Alles nicht, nicht wahr? Da haben Sie die Forscher! So einer entdeckt einen neuen Fisch, und weil es gerade am Monatsende ist, sagt er: es ist der Ultimofisch. Oder der Forscher spürt eben einen Stich in der Hüfte, — da sagt er: Es ist der Jschiasfisch. Oder ... „Hören Sie auf, mein Herr! Sie machen einen total konfus." „Wieso ich? Die Forscher machen einen konfus. Nehmen wir mal an, ein Forscher springt im Sommer an der Ostsee ins Wasser, und dabei fängt sich in seiner Badehose ein unbekannter Fisch. Darauf nennt der Forscher den Fisch ..." „Ich weiß schon, — den Badehosenfisch." „Ja. Und wenn die Badehose gestreift ist, dann nennt er ihn den .gestreiften Babehosenfisch'. Und wenn die Badehose hinten geplatzt ist ..." „Schluß damit, mein Herr! Dieser Fisch hier ist jedenfalls ein Tintenfisch. Haben Sie sonst noch eine Frage?" „Ja. Sie haben gesagt, die schwarzbraune Flüssigkeit sondert er im Falle der Gefahr ab." „Allerdings." „Sondert er auch ab, wenn keine Gefahr ist?" „Nein, natürlich nicht." „Sehr interessant, Herr Dompteur! Wie ist das nun — schießen Sie manchmal auf ihn?" „Auf wen?" „Auf den Tintenfisch." „Dummes Zeug!" „Vielleicht stechen Sie ihn mit einer Lanze?" „Wie kommen Sie denn darauf? Ich habe keine Lanze. Ich bin doch kein Ulan." „Oder Sie hauen ihn mit Ihrem Gummiknüppel." „Ich habe auch keinen Gummiknüppel." „Na, wo ist dann die Gefahr für den Tintenfisch?" „Gefahr? Gefahr ist keine." „Daun passen Sie mal auf! Vorhin haben Sie gesagt, wenn keine Gefahr ist, sondert er nicht ab, der Tintenfisch." „Tut er auch nicht." „Schön! Sagen Sie mir eins, Herr Dompteur, — wenn er nicht abfonbert, woher wissen Sie bann, baß er abfonbern würde, wenn Gefahr wäre?" „Zumdeubelnochmal, er stammt doch aus einer Familie von Fischen, die das alle tun." „Herr Dompteur, das will nichts heißen. In dem Bassin schwimmt ein Fisch. Der Fisch hat eine Drüse, in der sich schwarze Tinte befinden soll. Gesehn hat sie keiner, die Tinte. Geschmeckt hat sie auch keiner. Ich erkläre, die Sache ist Schwindel, Herr Dompteur. Wir haben es mit einem plumpen Reklametrick zu tun ..." „Mein Herr, ich gebe ja zu .. „Sehn Sie, jetzt kommen wir uns näher! Wenn wirklich mal Tinte drin war in dem Fisch, dann ist noch lange nicht gesagt, daß heute auch noch welche drin ist. Ein Organ, das nicht gebraucht wird, oer- Samstag, (. (Moder 1952 Flugzeugabsturz bei Darmstadt. Zwei Tote. Darmstadt, 1. Oft. (WTB. Orahtmeldung.) Lin Flugzeugunglück, das zwei Todesopfer forderte, ereignete sich heute vormittag gegen 10 Uhr in der Nahe des Darmstadter Wasserwerks. Ls handelt sich um ein Sportflugzeug aus Neustadt a. d. Haardt, das zu den Zuverlässigkeitsflügen des Deutschen Luftfahrtverbandes vom Griesheimer Flugplatz aus gestartet war. Offenbar geriet es in den dichten Nebel und stieß gegen eine hohe Pappet. Die Tragflächen brachen, und die beiden Insassen, L a ch n e r und Haßlacher, verunglückten tödlich. Oie Bluttat in Eppertshausen. Räuber noch immer nicht gefaßt. — Für seine Ergreifung gute Belohnung zugesichert. Von der Landeskriminalpolizeistelle Gießen wird mitgeteilt: Am 16. August 1932, gegen abend, hat in Eppertshausen (Hessen) ein Unbekannter in einer dortigen Wirtschaft die Kasse geplündert. Während er sich gerade hinter dem Büfett an der Kasse befand, wurde er von dem 12jährigen Sohne des Wirtes überrascht. Auf die Hilferufe des Jungen eilten zwei Männer aus der Rach- barschaft herbei, die den Dieb, der auf seinem Fahrrad flüchtig gehen wollte, festhielten. Während der hierdurch entstehenden Rauferei zog der Dieb eine Schußwaffe aus seiner Hosentasche, schoß dem einen der Männer, der vor ihm stand, eine Kugel in den Unterleib und ergriff auf seinem Fahrrad die Flucht. Der Schwerverletzte ist trotz sofortiger ärztlicher Hilfe nach einigen Tagen verstorben. Der Räuber wurde während des Kampfes auf der Straße und auf seiner Flucht von einer Anzahl erwachsener Personen ganz nahe gesehen. Er wird mit kleinen Abweichungen überernftim- mend wie folgt beschrieben: Etwa 30 Jahre alt, 1,70 bis 1,75 Meter groß, schlank, aber dennoch kräftig, damals langes, zurückgekämmtes, gepflegtes Kopfhaar von tiefschwarzer glänzender Farbe. Das Haar war etwas lockig. Zu beiden Seiten der Stirne auffallende kahle Stellen (sog. Geheimratsecken). langes bartloses Gesicht mit auffallend gelblich-brauner Hautfarbe, etwas hervortretende Backenknochen, leicht gebogene Rase, dunkle Augen (Zigeunerthp), gut gepflegte Hände. Wahrscheinlich Goldzahn im Oberkiefer, sprach hochdeutsch mit badischem oder württem- bergischem Anklang. Der Räuber wird sich Wohl in seinem Aeußeren nach Möglichkeit verwandelt haben. Richt verändern kann er aber seinen charakteristischen sSesichtsausdruck. Mit Rücksicht auf die außerordentlich rohe und brutale Handlungsweise des Räubers und die Schwere seiner Tat, muß in allen solchen Fällen das Interesse und die Mithilfe der breitesten Oeffentlichkeit in Anspruch genommen werden. Es ergeht daher die dringende Aufforderung, die Behörden bei der Entdeckung und Ergreifung dieses Räubers zu unterstützen, damit er seiner gerechten Bestrafung zugeführt werden kann. Unter Zusicherung strengster Diskretion sind Mitteilungen aller Art an jede Polizeistelle, insbesondere an das Landeskriminalpolizeiamt in Darmstadt, zu richten. Hohe Strafen für die Mainzer Falschmünzer. WSR. Mainz, 30. Sept. Wegen Herstellung und Verbreitung von Falschgeld verurteilte die hiesige Große Strafkammer den Handlungsgehilfen Franz B r ö cker aus Iakobsberg zu drei Jähren sechs Monaten Zuchthaus, den Schneider Hermann P l a m b e ck aus Fiefbergen zu drei Jahren und den Invaliden Wilhelm Georg Seil aus Mainz zu z w e i e i n - halb Jahren Zuchthaus. Broecker und kümmert, das wissen Sie doch, Herr Dompteur?! Außerdem möchte ich bloß mal wissen, ob die Drüse verkorkt war ..." „Verkorkt? Um Gottes willen!" „Das genügt, Herr Dompteur! Die Drüse war nicht verkorkt, und wenn sie nicht verkorkt war, bann ist bie Tinte längst eingetrocknet. Da schwimmt nun also ein Fisch in bem Bassin, hat keine Drüse unb fonbert auch keine Tinte ab. Aber er heißt Tintenfisch. Warum heißt er Tintenfisch, Herr Dompteur? Kann er nicht Makrele' heißen? Makrele ist auch ein Fisch, hat auch keine Drüse, sonbert auch keine Tinte ab. Hab' ich recht, Herr Dompteur?" Hier zieht ber Wärter mit zitternder Hand einen Bleistift aus ber Tasche, streicht auf dem Schilbchen vor bem Bassin bas Wort ,Tintenfisch' burch und schreibt ganz groß Makrele' drüber. Zeitschriften. Die neueste Nummer ber Leipziger „I11ustrir - t e n Zeitung" (Verlag I. I. Weber) enthält eine Würdiaung ber kürzlich eröffneten Internationalen Photo-Ausstellung in Leipzig. In zahlreichen, zum Teil ganzseitigen Bildern wirb ber Stanb ber Photokunst von heute atj.fgezeigt. Man findet hier eine ausgezeichnete Zusammenstellung der besten unb anregendsten Aufnahmen aus dieser größten Photo- schau nach dem Kriege. Eine Fundgrube unb eine Augenweide für den ernsten Amateur, der gern noch etwas zulernt! — Außerdem: aktuelle Zeitberichte, gute Modentips, ein reichhaltiger, belletristischer Teil, farbige Kunstblätter, aufschlußreiche Artikel aus den mannigfachsten Gebieten des Wissens unb Lebens. Hochfchulnachrichten. Der durch das Ableben von Prof. O. Hoehne an der Universität Greifswald erledigte Lehrstuhl der Geburtshilfe und Gynäkologie ist Prof. Dr. Hans Runge in Kiel angeboten worden. Der durch den Weggang von Professor R. Degkwitz an ber Universität Greifswald erledigte Lehrstuhl ber Kinberheilkunbe ist bem Münchner Pri- vatbozenten Dr. Bernharb b e Rubber angeboten worben. Der durch den Weggang von Professor D. Schweitzer an der Universität Königsberg erledigte Lehrstuhl der klassischen Archstäologie ist dem Privatdozenten Dr. Guido Kaschnitz - Weinberg in Freiburg i. B. angeboten worden. Reusch (Leihgestern); Kollekte. — Lich. 9.15: Beichte; 9.30: Stiftpfarrer 2)raubt; hl. Abendmahl; 12.45; Kindergottesdienst; 14: Stistsdechant Kahn. Katholische Gemeinden. Samstag, den 1. Oktober. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 2. Oktober. 20. Sonntag nach Pfingsten. Rosenkranzfest. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Männer, Jünglinge, Jungmänner der Pfarrei;, der Mitglieder des Katholischen Kaufmännischen Der- eins; 8: Messe für die Teilnehmer am 1. Hessischen Grenadierlag; 9: Hochamt mit Predigt; 11: feierliches Leoitenamt (anläßlich des 30. Stiftungsfestes des Katholischen Kaufmännischen Vereins) mit Festpredigt (H. H. Pfr. Dr. Laufenberg, Butzbach, ehem. Geistl. Beirat des K.K.D., Gießen); 14: Andacht. — ©runter g. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 17.30: Vortrag und Andacht. — Lauvach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Christenlehre und Andacht. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag und Andacht. — Jlibba. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.45: Hochamt mit Predigt. Mittwoch den 5. Oktober. hangen. 6.30 Uhr: Messe. Donnerstag, den 6. Oktober. Gießen. 17.30 Uhr: Deichte. Freitag, den 7. Oktober. Gießen. 6.30 Uhr: Hörz-Jesu-Antt mit Segen. — Lich. 6.15: Segensmesse. Öen-N. 15 hat es Niederschläge. Lufttemperaturen am 30. September: mittags 15,8 Grad Celsius, abends 11,8 Grad; am 1. Oktober: morgens 10,2 Grad. Maximum 17,6 Grad, Minimum ----- — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3lX September: abends 15 Grad; am 1. Oktober! morgens 11,9 Grad Celsius. — Niederschläge 0,6 mm. Sonntagsdienst d Berate u. Avotheken am 2.10.32 fi-rau Dr. Rothenberger. Dr. Dolf. Engel-Avotbeke. Rabnarzt: Dr. Adam. .norgens 1 8,5 Grad. sich das Rordmeertief südöstlich verlagert und wesentlich verstärkt. Durch seine Rückseite ge» langen bei ziemlich kräftigen Winden Kaltluftmassen südwärts, die auf dem Festlande beim Zusammentreffen mit der dort noch herrschenden Eüdluft den Witterungscharakter unfreundlicher gestalten und neben wechselhafter Bewölkung auch einzelne schauerartige Riederschläge veranlassen werden. Aussichten für Sonntag: Wechselnd bewölkt mit vorübergehender Aufheiterung, Temperaturen schwankend, aufkommende schauerartige Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 2. Okwber. 19. Sonntag nach Trinitatis. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Mahr; 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde; Pfr. Mahr; — Iohannes- kirche. 9.30: Pfarraisistent Knell; 11: Kinderkirche für die Lukas- und Luthergemeinde; Pfarrassistent Knell; 20: Missionsstunde im Johcmnessaal; Pfr. Groh. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz; Kinderkirche siehe Johanneskirche. — Elifabeth-Klein- kinderfchule. Fällt aus wegen Umbau. — Klein- Linden. 9: Gottesdienst; anschließend Abendmahl für die älteren Verheirateten; 11: Kindergottesdienst. — Heuchelheim. 10: Pfr. Müller (Großen-Buseck). — Wiescck. 9.30: Beichte; 10: Gottesdienst; im Anschluß Feier des hl. Abendmahls. — Grohen-Vuseck. 10.30: Gottesdienst. — Oppenrod. 8.30: Gottesdienst. — Kirchberg. 10: Kirchberg; 11: Christenlehre für die weibliche Jugend; 13.30: Lollar. — Hausen-Garben- teich. 10: Hausen; anschließend hl. Aoendmahl; 13: Garbenteich. — Watzenborn-Steinberg. 9: Beichte; 9.15: Predigtgottesdienst; im Anschluß Feier des hl. Abendmahls (ältere Eheleute, Kollekte); 11.15: Kinderkirche. — ©rünlngen. 13: Hauptgottesdienst; Pfr. Orchesters des Westdeutschen Rundfunks. Das sÄlalktL 15 20: ®i< ME- unDeruf. Cteforäd) 17: Rachmtttag^konzert 18.23. olde , 2 Akt von Hans Rosbaud. 11.50: „Wir und der deutsche Osten", Dortrag. 12: Hairmoniurn-Kon» zert. 13: Mittagskonzert. 14: Zehnminutendienst Der Landwirtschaftskammer Wiesbaden. 14.10. Stunde des Landes. 15: Stunde der 2ugend. 16: Konzert des Rundfunk-Orchesters. 16: Mosel- ländische Kirmes. Hörbericht. 18.25: Erlebte Zett. Detlev v. Liliencron. Eine Unterhaltung. 19. Reichssenduna: Feierstunde zum 85. Geburtstag des Reichspräsidenten von Hindenburg. Ansprache von General v. EisenHart-Rothe. 20: gtoet musikalische Märchen von Wilhelm Matthleßen. 20.20: Baden-Baden: Reger-Fest. 2. Orchester- konzert. 22: Anekdoten. Erzählt von Martin Lang. 22.45: Aus Philadelphia (08^): Hindenburg-Feier. Botschaft des Präsidenten der Der- einigten Staaten von Rordamerifa an Hmden- bura. Sprecher: Kurt G. Sell. 23.05 vis 24: Rachtmusik. Montag, 3. Oktober. 7.05: Frühkonzert auf Schallplatten. 12: Pforzheim: Wittagskonzert des Symphonle-Theater- OrchesterS Pforzheim. 13.30: Wittagskonzert des Einen guten und neuzeitlichen Rundfunk-Apparat zu besitzen, ist der Wunsch all derer, die über den Alltag hinaus Unterhaltung genießen wollen. Die Fa. Radio h. Mende & Co., ©. m. b. Dres- sich zur Aufgabe gemacht, ein i Preis zu schaffen. Ein typisches Wie wird* " // SbJj wird’s gemacht: 1. Bereite eine halte perfillauge. 1 Ctzlöfsel Persil auf je 2 £iter IDaffer. Wajdje öas Wäschestück kurz durch, vermeide Reiben und wringen. 2. Spüle gut in kaltem Wasser. (Etwas Rüchenessig im ersten Spülwasser frischt öle Farben auf 3. Drücke das Stück vorsichtig aus — nicht wringen — und rolle es mehrmals In Tücher ein und aus. 4. Wollsachen richtig in $orm ziehen, auf tuchbedecktem Tisch liegend trocknen lassen, niemals Wolle auf Wolle. Runstseidene Sachen noch feucht mit mäßig warmem (Eifen unter Huflage eines Tuches bügeln. vUckdieaaAfieK.dutoM itoke*- mU Persil eüc Mittet 3R abends berßimmet grau, ohne Sieme, dann ist der Stegen nicht mehr ferne. Persil « Persil Achtung! Achtung! Trotz Wirtschaftskrise kein tücht. Vertreters in) nachweisbar unter Mk. 80- womentlichen Verdienst. Damen und Hetzen werden eingestellt. Leuten mit nachweisbarem Organisationstalent wird ein Bezirk zugeteilt. Anttagen: Patent-Union, Ffm., Gutleutstr. 8-12 Abt. Perfekt. esssV Beamtenkredite Langfristige Kredite biS RM. 6000,— RüazahU'ar RM.1S,— monatt. pro RM 1000,—, kurze Wartezeit. 5683V $a»nb.3tt»crffimrfoffc f.Beamte, («mbH. Bez.-Dir. Hans Zamvcdri, ((Ziesten, Kaiserallee 34 II. Vertreter überall gesucht! Oeffentliche Mahnung. Folgende Rückstände werden hiermit zur Zahlung bis 10. Oktober 1932 einschließlich gemahnt: 6920C Schulgeld für die Hessische Studienanstalt für August 1932, Wohnungsmiete aus städtischen Häusern für August 1932, Beittag zur Handwerkskammer 1932, 1. und 2. Ziel, Hundesteuer 1932, 2. Rate. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt Einzug der rückständigen Beträge auf Kosten der Schuldner. Gießen, den 1. Oktober 1932. ___________Stadtkasse Gießen.___________ Privatklagesache. de» Tierarztes Dr. harth zu Allendarf an der Lumda, Privatkläger, vertreten durch Rechtsanwall Luley, Gießen, gegen den Redakteur Karl Bremer in Wiefeck (Redakteur der .Lberhefsischen Volkszeitung", Gießen), Angeklagten, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Maron, Gießen, wegen Beleidigung. Das Hessische Amtsgericht in Gießen hat am 15. Juli 1932 für Recht erkannt: Der Angeklagte Karl Bremer, geboren 2. November 1884 zu Weißenfels, wohnhaft in Wieleck, verheiratet, Redakteur der ,^)berhessischen Volkszeitung"' zu Gießen, wird wegen Beleidigung im Sinne der S§ 185, 186, 200 StrGB. Au einer Geldstrafe von 50,— (fünfzig) Reichsmark, die im Falle der Uneinbringlichkeit mit 10 (zehn) Tagen Gefängnis zu verbüßen sind und zu den Kosten des Verfahrens, einschließlich der dem Privatkläger erwachsenen notwendigen Auslagen, verurteilt. Dem Privatkläger wird die Befugnis zugesprochen, den entscheidenden Teil des Urteils binnen zwei Wochen nach Zu- jtcllung durch einmalige Veröffentlichung in dem In Gießen erscheinenden „Gießener Anzeiger" und in der .Hberhessischen Volkszeitung- auf Kosten des Angeklagten öffentlid) bekanntmachen zu lassen. Die Richtigkeit der Abschrift der Urteilsformel wttd beglaubigt. Das Urteil ist voll- stteckbar. 69O7D Gießen, den 16. September 1932. Bekanntmachung. Die am 1. Oktober d. I. fällige Holzgeldrate kann bis zum 10. desselben Monat» an unsere Stadtkasse oder deren Postscheckkonto Frankfurt a. M. 13196 noch ohne Kosten bezahlt werden. 6917D Hessische Bürgermeisterei Lich. I. V.: Jhring, Beigeordneter. Bekanntmachung betr. Bullenversteigerung in Lauterbach am Mittwoch, dem 12. Oktober 1932. Beginn der Versteigerung 11 Llhr vormittags. Gemeldet sind rund 35 Äullen des Hess. Fleckviehs, darunter etwa die Hälfte Leistungsbullen. Gießen, den 28. September 1932. Landwirtschaftskammer-Ausschuß EM ____für Oberhessen.__ MWllSlMWMlMlW! AuSnahme-Tage für Fahrrad-Bereifung Versäumt nicht meine billigen Taget Decken und Schläuche weit unter regulärem Preis FahrradsBeleuditungen riesig billig. Osen Neue Fahrräder in allen Preislagen von tt».- Mk. an. Fahrradhandlung Aßmann Nenntadt 20. (L. S3 gej. Didier, Justizinlpektor als Urkundsbeamter der Gefchäftstelle des __________Hessischen Amtsgerichts.__________ Mein Schlager! Attechi-Kotler Florida. Vollrindleder, 8r. 45 Mk. 10.- . - n .. er. 60 Mk. 11.50 August Kilbinger Nacht, J. 6. Höfle Kotier und Lederwaren aller Art Seltersweg 87 Frankfurt am Pierfle-Märkle S. Oktober, 5. 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Natürlich muß es ein Wärmespender sein, bei em man nicht Immer mit dem Feuerhaken rum zu fuhrwerken braucht und der vor allem auch wenig Kohlen frißt Solche Wärmespender sind die Häuser-Sparöfen. Sie machen die größten Räume mollig und gemütlich. Wenn Sie also einen Ofen kaufen wollen, dann kaufen Sie einen Häuser-Ofen. Und - warten Sie nicht, bis erst die Eiszapfen an den Fenstern hängen, sondern sehen Sie eich schon morgen einmal meine Ofen-Ausstellung an. 6783 A J. B. HAUSER, GIESSEN AM OSWALDSGARTEN Nr. 251 Dritter Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesfen) Samstag, L Oktober 1952 Der kommissarische Wetzlarer . Kreisausschuß. WER. Wetzlar, 30. Sept. Der Regierungspräsident in Koblenz hat am 27. September den kommissarischen Kreisausschuß für den Kreis Wetzlar ernannt, und zwar: Kommerzienrat Dr. K o e h le r - Wetzlar, Brunnenbesitzer Karl Broll - 'Diskirchen, Geschäftsführer Fischer- Wetzlar, Gemeinderechner Schäfer- Raunheim, Lehrer Fritz Gaß- Dutenhofen, Lehrer Wilhelm M a u r e r - Brandoberndorf. Die Technische Nothilfe im Dienste des Volkes. Am 30. September 1919 wurde in Berlin die Technische Rothilfe gegründet. Während ihres Bestehens hat sie in Wahrung strengster politischer und wirtschaftlicher Neutralität die ihr von der Reichsregicrung übertragenen vielseitigen Aufgaben erfüllt. Vom staatspolitischen Standpunkt aus bildete vom Tage ihrer Gründung ab die Borsorge zur Beseitigung von Rot ständen in Betrieben, deren Fortführung mit Rücksicht auf lebenswichtige öffentliche Interessen -unerläßlich ist, die Hauptaufgabe. Zu dieser Arbeit gesellte sich der G a s- und Luftschutz. Durch tätige Mitarbeit am Freiwilligen Arbeitsdienst wurde wertvolle Iugendertüchtigung und nützliche Bolks- dienstarbeit geleistet. Dazu kommt die B e r - besserung des Schutzes gegen Kata- strophen gefahren, die durch fortlaufende Ausbildung von Rothelfern und durch Abhaltung von großen Hebungen erreicht wurde. Allein im vergangenen Jahre wurde die Technische Rothilfe an 83 Stellen zur Hilfeleistung eingesetzt. Feuer- und Wasserwachtbereitschasten wurden in gefährdeten Gebieten zum Teil regelmäßig unterhalten. 3m Landesbezirk Hessen, der Hessen- Rassou und Hessen umfaßt, und seinen Sitz in Frankfurt hat, wurde die Teno im verflossenen Zahr in zahlreichen Fällen zur Hilfeleistung bei Hochwasserkatastrophen aufgerufen. Größere Einsätze fanden u. a. in Arheilgen und Eschollbrücken statt. Auch bei der Bekämpfung von Waldbränden mußten Rothelfer Mitwirken, vor allem im kurhessischen Bezirk bei dem Brand im Habichtswald. Einsätze in lebenswichtigen Betrieben (Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke) waren erfreulicherweise nicht erforderlich. Der zivile Luftschutz, soweit er das Aufgabengebiet der Technischen Rothilfe betrifft, wurde in diesem 3ahre überall im Bereich des Landesbezirls organisiert. Die Organisation hat für den Ernstfall u. a. Warn- und Läufertrupps, Feuerwehr- und Aufräumungstrupps zu stellen, auch Fachtrupps für Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke. 3n reichem Maße widmete sich der Landesbezirk auch der Pflege des Freiwilligen Arbeitsdienstes. Kongreß fürZugendiiteratur in Mainz. • Mainz, 30. Sept. Bei der Eröffnung der Abteilung „Das 3ugendbuch derBölker" des 3nstituts für Völkerpädagogik in Mainz findet ein Kongreß für Zugendliteratur statt, auf dem die Fachwelt, Literaturpäda- 6''gen, Lehrer, Kindergärtnerinnen, Behörden, Bibliothekare, Schriftsteller, Verleger. Buchhändler usw., die augenblicklichen Rotstände auf dem Gebiete des Jugendbuches in Jugend- und Schütervüchereien, Kinderlesehallen, Zugendschriftenverlag und Zugendbuchhandel erörtern und Mittel zur Abhilfe suchen will. Vertreter al^er Zntcressengrupven berichten über die Rot ihres Teilgebietes. Um den ganzen Llmfang des heutigen Zugendproblsms anklingen zu lassen, sind die Abendßhungen den wissenschaftlichen Be- r chten ers?er Fachkräfte (Dr. H. H. Busse, Dr. Leo Weismantel, Dr. Gerda Eichbaum, Wilhelm Fronemann u. a.) Vorbehalten. Die Verhandlungen beginnen am Sonntag mit einer Eröffnungsfeier, in der der Leiter der Abteilung ..Das Zugendbuch der Völker" über „Das Zugendbuch nn. Rahmen des Znstituts für Völkerpädagogik" sprechen wird. Ein Dichterabend beschließt am 4. Oktober den Kongreß. Herbst-BuUenversteigerung in Lauterbach. Die sowohl bei den Züchtern, wie auch bei den lausenden Gemeinden allgemein geschätzte Herbstversteigerung von Bullen durch den Landwirtschaftskammer-Ausschuh für die Provinz Oberhessen findet am Mittwoch. 12. Okto-oer in Lauterbach statt. Obwohl die Auswahl der Bullen zur Versteigerung noch n cht stattgefunden hat. kann schon heute damit gerechnet werden, daß auf der Versteigerung m ndcstens 30 bis 35 Tiere aufgrtrieben werden, so daß eine-große Anzahl hochwertiger Vater- ticre zum Verkauf gelangt. Ungefähr bei der Hälfte der zur Versteigerung kommenden Bullen ist die Milchleistung der Mutter nochgewiesen, bei deren Ankauf durch oberhessischc Gemeinden der Landwictschaftskammer-Ausschuß eine nicht unwesentliche Beihilfe zu den Ankaufskosten gewährt. Die Versteigerung nimmt um 11 Uhr ihren Anfang. Spielvereinigung 1926 Leihgestern. Am morgigen Sonntag empfängt die 1. Mannschaft der Spielvereinigung Leihgestern die 1. von „Teutonia" Laubach zum fälligen Verbandsspiel. Beide Mannschaften haben schon in Privatspielen die Klingen gekreuzt und sich sehr spannende Kämpfe geliefert. Man verspricht sich auch diesmal wieder ein interessantes Treffen. Die 2. Mannschaft fährt ebenfalls zum Pflichtspiel zur 3. Mannschaft des VfR. Butzbach. Rach den seitherigen Spielen zu urteilen, sollte Leihgestern den Sieger stellen. Die Schüler empfangen die Schüler von Klein-Linden. Man erwartet auch hier die Leihgesterner in Front. Sportverein 1928 Garbenteich. Die 1. Mannschaft des Sportvereins^ fährt am Sonntag zum Verbandsspicl nach Butzbach. Sie wird dort gegen die zweite vom VfR. einen schweren Stand haben, zumal man noch nicht bestimmt weih, ob sie in kompletter Aufstellung antreten kann. Man darf trotzdem der Mannschaft von Garbenteich, den letzten Spielen nach zu urteilen, ein Plus zusprechen. Die 2. Mannschaft tritt auf eigenem Platze gegen die gleiche von „Teutonia" Watzenborn-Steinberg an und dürfte dabei wenig Siegesaussichten haben. Arbeiter-Turm und Sporibund. Mit dem morgigen Sonntag geht die Vorrunde der Kreisklassense-ie, außer zwei noch ausstehenden Spielen, zu Ende. Wiestck hat zum letzten Spiele Rieder-Wöllstadt zum Gegner. Die Gäste, punktgleich mit Wieseck) stellen, nachdem sie sich mit Ober-Wöllstadt zu einer Spielvereinigung verschmolzen haben, eine sehr gute Elf ins Feld. Technisch werden jedoch die Platzbesitzer den Gästen etwas voraus sein. Die Mannschaft von Rieder-Wöllstadt gilt als sehr wuchtig. Wieseck wird einen unbeugsamen Siegeswillen mitbringen müssen» In Heuchelheim ist Naunheim zu Gast. Auch hier dürfte es ein spannendes Spiel geben, bei dem man wohl den Gästen ein Plus zusprechen kann. Dorheim ist in Altenstadt zu Gast und wird, wenn es bei den dort vorliegenden Verhältnissen zu einem Siege kommen will, schwer kämpfen müssen. In den B e z i r k s k l a s s e n beginnt mit dem kommenden Sonntag bereits die Nachrunde der Serie. So ist Gießen II am Sonntag zum Rückspiel in Daubringen zu Gast. Ob cs der Zweiten gelingt, siegreich zu sein, ist fraglich.. Wieseck II hat vor dem Kreisklassenspiel Lollar I zum Gegner. Der Ausgang dieses Kampfes ist nicht vorherzu- sagen. Wißmar I ist in Londorf zu Gast und wird schwer sich seinen Sieg im Vorspiel wiederholen können. Kinzenbachs I. weilt in Rodheim und wird wohl den Platzbesitzern die Punkte lassen müssen. Leun I und Oberndorf I werden sich in Leun ein scharfes Treffen liefern, das die Platzbesitzer wohl für sich entscheiden sollten. Allendorf I hat Wetzlar I zu Gast. Großen-Buseck I sollte sich in Saasen zwei Punkte holen. Ebenso dürfte Alsfeld I in Burkhardsfelden, wenn auch nicht so leicht, so doch Sieger werden. Ob Hungen I in Großen-Lin- den gegen die dortige 1. Mannschaft gut bestehen wird, ist fraglich. In der 2. Bezirksklasse finden folgende Spiele statt: Gruppe I: Blasbach I — Wetzlar II; Fellingshausen I — Frankenbach I; Waldgirmes I — Kinzenbach I. Gruppe II: Krofdorf I — Gleiberg I; Vetzberg I — Wißmar II; Heuchelheim II — Launs- bach I. Gruppe III: Fronhausen I — Lollar II; Allendorf (Lumda) I — Hachborn I; Dich II — Lang- Göns II. Gruppe IV: Großen-Linden II — Hungen II; Lich I — Grüningen I. Gruppe V: Grünberg I — Alsfeld II; Lindenstruth l — Nieder-Ohmen I; Beuern I — Großen- Buseck II. Gruppe VI: Klein-Linden I — Wieseck III; Hausen I — Annerod I. Die Jugendklasse trägt folgende Spiele aus: Heuchelheim — Naunheim; Krofdorf — Gleiberg; Rodheim — Launsbach; Wieseck — Hachborn; Staufenberg — Lollar; Burkhardsfelden — Alten-Buseck. Handball. < In der Serie der Handballer hat am kommenden Sontagoormittag Wieseck I — Butzbach I zu Gast. Die Gäste verfügen über eine gute Mannschaft, deren Hauptstütze der Tormann ist. Wieseck wird schon alles aufbieten müssen, wenn das Spiel nicht eine Niederlage bringen soll. In Gambach ist Holzheim I zu Gast. Hier stehen sich zwei gleichstarke Mannschaften gegenüber, jedoch wird wohl Gambach, da es den Vorteil des eigenen Platzes hat, der Glücklichere sein. irischaß. Ä r <* Oie deutsche Reichspost im Jahre 1931 Aus dem Geschäftsbericht der Deutschen Reichspost über das Rechnungsjahr 1931 geht hervor, daß die Entwicklung der Reichspost in steigendem Maße durch die fortschreitende Verschlechterung der deutschen Wirtschaftskonjunktur beeinflußt worden ist. Die Vergebung von Lieferungen mußte daher stark eingeschränkt werden, während zur Vermeidung einer ungünstigen Beeinflussung des Arbeitsmarktes die Rationalisierungsmaßnahmen nur im geringen Umfange fort- geführt wurden. Der Verkehr ist in fast allen Betriebszweigen außerordentlich stark zurückgegangen, «insbesondere ist der Telegrammverkehr pm über 20 Prozent gesunken. An Betriebseinnahmen sind 1899,8 Mill. Mk. aufgekommen. Das Mehr gegenüber den Betriebsausgaben beträgt 196,9 Mill. Mk. Wochenbericht vom Frankfurter Vroduktenmarkt. Der Getreidemarkt zeigte in der verflossenen Woche wiederum sehr kleines Geschäft. Die Stimmung war zunächst unter dem Eindruck der festen Haltung für. Weizen etwas freundlicher, später herrschte jedoch wieder Geschäftsstille, und die Preise bröckelten überwiegend ab. Die Verkündung des Agrarprogramms der Reichsregierung blieb ohne Einfluß. Das Angebot hielt sich in engen Grenzen, später wurde es allerdings etwas stärker, aber nicht drängend. Hierbei mag mit» gewirkt haben, daß infolge der verschiedenen Re- gierungsmahnahmen, wie der bekannten Einlagerungspflicht und der Lombardierungsaktion, die norddeutschen Lagerhäuser, die bisher in Süddeutschland größere Weizenkäufe vornahmen, nicht mehr aufnahmefähig sind. Trotzdem drückte es etwas auf die Preise, zumal das Mehlgeschäst wieder nur sehr mäßig war. Weizen stieg zunächst von 214 auf 221 Mark, um schließlich auf 218 bis 216,50 Mark zurück. zugehen. Roggen lag schon von vornherein unter dem Einfluß des billigen polnischen Roggens schwächer, und gab um 2 Mark auf 169 bis 168 Mark per Tonne nach, wobei die halbstaatliche Stelle das herauskommende Angebot aufnahm. Der M e h l m a r k t zeigte für Weizenmehl vorübergehend einige Belebung, später war der Absatz jedoch wieder schleppend. Roggenmehl hatte ruhigen Absatz bei abbröckelnden Preisen. Weizenmehl, südd., 32,25 bis 33,20, do. nieder» rhein., 32,25 bis 32,95, Roggenmehl 25 bis 26 Mark. Am Futtermittelmarkt neigten die Preise bei schleppendem Geschäft von 10 bis 25 Pfennig je 100 Kilo zur Schwäche. Weizenkleie 8 bis 8,10, Roggenkleie 8,10, Treber 11 Mark. Trotz geringerer Zufuhren haben die Kartoffelpreise keine Besserung erfahren, und auch das Geschäft blieb sehr ruhig. Zndustrie, hiesiger Gegend, 1,75 bis 1,80, Böhms allerfrü« heste gelb« 1,70 Mark per 50 Kilo bei Waggon- bezug. Berlin abgeschwächt. Berlin, 1. Okt. (WTB. Funkspruch.) Die heutige Börseneröffnung war in gewisser Hinsicht eine Enttäuschung gegenüber den Erwartungen des Vor- mittagsoerkehrs. Am Vormittag und noch an der Vorbörse war man freundlicher gestimmt, da verschiedene günstigere Momente Vorlagen. So regten bessere Nachrichten aus der Eisenindustrie an. Das Geschäft, das in den letzten Tagen schon sehr ruhig war, nahm heute infolge des hohen israelitischen Feiertags einen noch geringeren Umfang an. Orders lagen bei den Banken nur für einige vpezialpapiere, und auch dann nur in kleinem Maße, vor. Die Spekulation zeigte eher Neigung, Glattstellungen vorzunehmen, und bei der geringen Aufnahmefähigkeit des Marktes ergaben sich natürlich überwiegend Kursabschwächungen von 0,5 bis 1,5 v. H., denen nur vereinzelt Besserungen um Bruchteile eines Prozents gegenüberstanden. Ein recht verstimmender Einfluß ging von einer Zunahme der Streiks im Reiche aus, dazu drohen in einer ganzen Reihe von Unternehmungen Tarifstreitigkeiten. Man verwies ferner auf die zunehmenden Schwierigkeiten, die der deutsche Außenhandel durch neue Zollmaßnahmen des Auslandes (Holland usw.) zu überwinden hat. Mit Spannung verfolgt man die außenpolitischen Vorgänge. Man will wissen, daß M a c d o n a l d einen neuen Versuch unternehmen will, um die Abrüstungskrise zu überwinden. Siemens waren wieder recht schwach und gingen um 1,75 v. H. zurück, Kunstseideaktien tendierten schwach, auch Reichsbank, die meisten Montanpapiere, Aschersleben, Ehade, Ges- fürel, Contigummi usw. lagen ziemlich schwach. Dagegen konnten sich Deutsche Linoleum, Elektrische Schlesien, Deutsche Atlanten und die Maschinenwerte höher stellen. Altbesitzanleihe lag 1 v. H. schwächer, wobei stärkere Ware herauskam. Neubesitzanleihe behauptete sich, ebenfalls Reichsschuldbuchforderungen. Am Rentenmarkt tendierten Hypothekengoldpfandbriefe wieder etwas leichter, landschaftliche Gold blieben behauptet. Im Verlaufe verstimmte ein weiterer Rückgang der Siemens bis auf 117,25 v. H., auch Bemberg verloren 1,5 v. H., und die übrigen Werte gaben bis zu 0,5 v. H. nach. Im späteren Verlauf trat eine leichte Beruhigung ein. Am Geldmarkt machte sich heute schon nach dem Ultimo eine kleine Entspannung bemerkbar. Tagesgeld blieb zwar noch unverändert 5 bis 7 v. H., doch war es vereinzelt auch schon mit 4,90 v. H. erhältlich. Monatsgeld blieb unverändert 5 bis 7 v. H. In Privatdiskonten entwickelte sich kaum Geschäft, ebenso in Reichswechseln und Reichsschatzanweisungen. Frankfurt schwächer. Frankfurt a. M., l.Okt. (WTB. Drahtmel- düng.) Die Wochenschlußbörse war infolge des israelitischen Feiertags nur schwach besucht, und da besondere Anregungen, vor allem Orders der Kundschaft, nicht Vorlagen, herrschte fast vollkommene G e s ch ä f t s st i l l e. Die Erholung der gestrigen Neuyorker Börse und einige günstige Nachrichten aus der Industrie blieben ohne Eindruck, da anderseits der erneute Rückgang der Siemensaktie verstimmte. Die Tendenz neigte daher zur Schwäche. Gegen die Abendbörse traten auf den meisten Marktgebieten Verluste von 0,5 bis 1 v. H. ein. Stärker abgeschwächt waren Siemens, die auf spekulative Abgaben 5 v. H. einbüßten. Auf den übrigen Marktgebieten gingen AEG. um 0,5 und Gesfürel um 1,5 v. H. zurück, während Bekula in Nachwirkung der 10-v. H.-Dividendenerklärung 0,75 v. H. anzogen. Am Elektromarkt stellten sich Rückgänge bis zu 0,5 v. H. ein. IG. eröffneten 0,40 v. H. niedriger. Riil- gerswerke tagen dagegen um Bruchteile eines Prozents höher. Am Kunftfeidenmarkt verloren Aku 0,5 v. H. und Bemberg 1 v. H. Linoleumaktien waren bis zu 0,75 v. H. freundlicher. Zellstoff, Schiffahrtsaktien und Reichsbahnanleihen verloren bis zu 0,75 v. H. Bauunternehmungswerte wiesen gutbehauptete Haltung auf. Am Rentenmarkt war die Stimmung recht matt, Altbesitz gab bis zu 0,5 v. H. nach. Am Aus- [anbrentenmarft herrschte vollkommene Geschäftsstille. Der Rentenmarkt war gleichfalls sehr still. Reichsaltbesitz und Schutzgebietsanleihe blieben gut behauptet. Gold- und Liquidationspfandbriefe waren nur wenig verändert, zum Teil bröckelten die Kurse etwas ab. Kommunalobligationen blieben gesucht. Von Jndustrieanleihen zogen Stahlvereinbonds 1,25 v. H. an. Gießener Wochenrnarktpreise. • Gießen, 1. Okt. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Kochbutter 100, Süßrahmbutter 130, Landbutter 120—130, Matte 25—30 Pf. das Pfund, Käse 5—10, Eier, ausl., 10. int 11 Pfennig das Stück, Wirsing 6—8, Weißkraut 5 bis 7, Rotkraut 8—10, Gelbe Rüben 8—10, Rote Rüben 8—10, Spinat 15, Römischkohl 8, Unter» Kohlrabi 5—6, Tomaten 10—15, Zwiebeln 8—10, Meerrettich 35—70, Schwarzwurzeln 35, Kürbis 5—6. Pilze 25-30, Kartoffeln 3 Pf. das Pfund, Kartoffeln p. Ztr. 2,50--2,80 Mk., Frühäpfel 15 bis 25, Falläpfel 5—6, Birnen 10—20, Dörrobst 30—35, Honig 40—45, Zwetschen 8—10, Pfirsiche 30—40, Brombeeren 20—25, Preihelbeeren 30 bis 35, Rüsse 35, Zunge Hähne 70—90, Suppenhühner 60—80 Pf. das Pfund, Tauben 50—60, Blumenkohl 30—60, Salat 8—10, Salatgurken 10—20, Endivien 10—15, Ober-Kohlrabi 5—8, Lauch 5 bis 10. Rettich 10-12, Sellerie 10—30 Pf. das Stück, Radieschen 10 Pf. das Bund. Briefkasten der Redaktion. G. 3. fi., Gießen. Für die Niederschlagung der Hauszinssteuer und Grundoermögenssteuer in Preußen sind die Katasterämter zuständig. Es ist zu empfehlen, sich mit dem zuständigen Katasteramt in Verbindung zu setzen, um zu erfahren, ob im vorliegenden Fall ein Niederschlagungsantrag Erfolg verspricht. jr. Sch. in Rödgen. Zu 1. Mindestens sieben Semester sind zum Studium der Rechte notwendig. Im Semester sind an Kollegiengeld und Gebühren etwa 150 bis 200 Mark erforderlich. Für Wohnung und Verpflegung sind im Monat 80 bis 100 Mark aufzubringen (2 Semester 7 X 80 Mark). Zu 2. Stipendien können an bedürftige und würdige Studierende verliehen werden, jedoch noch nicht im 1. und 2. Semester; größere Aussicht besteht für Honorarerlaß; Bedingungen dieselben. Zu 3. Honorarerlaß in der Regel 50 Prozent. Das Semesterstipendium beträgt etwa 70 Mark. Zu 4. Für das juristische Studium ist das große Latinum erforderlich. (Schluß des redaktionellen Teils.) Warum Kaffee hag auch für Gesunde? Es gibt unzählige Menschen, denen der Arzt coffeinhaltigen Kaffee verbietet. Soll man den coffeinfreien Kaffee Hag nur dann trinken, wenn man es muß? Oder sollte cs nicht klüger sein, diesen völlig unschädlichen Bohnenkaffee auch schon in gesunden Tagen zu trinken? An Geschmack, Aroma und Preis unterscheidet Kaffee Hag nichts von anderem guten Bohnenkaffee. ‘ 6415V Roma DANZIG 1 M' Ve.r vergleicht.,: findpt Mende 138 unerreicht! —-------------ü____________________ '■ - WENDE sind sämtliche Probleme des Zweikreisers bei Mende 138 gelöst, dem Fernempfänger, von dem am meisten geredet wird. Mende 138 ist auch mit Recht als Schlager bezeichnet worden,- denn er kann genug, um jeden zufriedenzustellen und bietet die Garantie, daß an jedem Empfangsort eine ausreichende Trennschärfe vorhanden ist, so daß man mit dem Mende 138 nicht bloß heute, sondern auch in Zukunft gut fahren wird. Prüfungsbericht de» „Berliner lokoksnreifler'* rmufcrgiilltg-7 ■ Mende 138......... RM 138.- o. R. 1 Mende - Dynamo - Spezial RM 58— oder als Kombination mit dynamischen Lautsprecher Mende 180 ......... RM 180— o. R. Bokelitegehäuse Mende 194......... RM 194— o. R. Nußbaumgehäuse Erhältlich in Fachgeschäften! alten tvuhtsein, eine gute Tat vollbracht zu haben. Freilich, heimliche Sorgen drückten ihn schon guten Firmen. o. Fritz Lohgarten wandte sich wieder ins Zimmer zurück. Er hatte noch dringend zu arbeiten. Heute abend muhte er mit seinen Damen in die Oper. Sic hatten Karten, und zudem sang Heinz Altendorf, der berühmte Sänger, der seit kurzem hier engagiert war. Ihn muhte man doch unbedingt gehört haben. Die ersten beiden Male seines Austretens war man verhindert gelesen. Run aber hatten ihm die Damen keine Ruhe mehr gelassen. Es klopfte. Etwas ungehalten über die Storung, oa er jetzt wirklich wieder ernsthaft arbeiten wollte, sagte Lohgarten: »Ditte?" Der alte Dureaudiener Reumann erschien. ^Herr Lohgarten, Werkmeister Dolscher möchte mit Herrn Lohgarten sprechen", meldete er. Lohgarten dachte einen Augenblick nach: dann ^Führen Sie Dolscher herein, lieber ReumannI" „Jawohl, Herr Lohgarten." Kurz darauf erschien der Werkmeister. „Ra, Dolscher? Sie wollen mir etwas sagen!? Ditte, sehen Sie sich!" „Guten Tag, Herr Lohgarten! Ja, wenn Herr Lohgarten ein bihchen Zeit für mich hätten. Es handelt sich nämlich um die Traute Hellbach." „Hellbach — Hellbach — wer ist denn das?" „Der Hellbach war doch der geschickte Monteur, der bei uns durch die Fahrlässigkeit des Fritzsche ums Leben kam und dessen Frau am Herzschlag verstarb, als man ihr damals, vor drei Jahren, den toten Mann brachte. Run handelt es sich um seine Tochter." Lohgarten sagte: „Natürlich weih ich das alles noch. Es war sehr traurig. Ja, um die Tochter handelt es sich? Haben wir damals nicht eine kleine Rente ausgesetzt, solange die Waise noch nicht einundzwanzig Jahre alt ist?" „Gewiß, Herr Lohgarten! Aber — es handelt sich jetzt um Wichtigeres. Die Kleine ist doch damals zu entfernten Verwandten gekommen. Liederliche Leute. Der Mann trinkt und — und die Frau — na — kurz und gut, es ist dort kein ta^ü3 jeht hatte man in seinen Werken noch Arbeit genug gehabt sür die Leute. Wenn (wer das drohende Elend der wegfallenden großen Aufträge sich auch bis zu ihm erstreckte? Furchtbar! _ . _ Run ec wollte nicht schwarz sehen. Sein Kundenkreis bestand Gott sei Dank aus lauter alten 905 W ftnb öen leg Roman von Gert Rothberg. Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle (Saale) Nachdruck verboten. Er st es Kapitel. Fritz Lohgarten sah durch das Fenster seines Arbeitszimmers hinaus auf die vielen kleinen, schmucken Häuser, deren rote Ziegeldächer von der Herbstsonne warm beschienen wurden. Die Arbeiterhäuser! Diese kleinen Schmuckkästen, die er ihnen ge- schasfen, nachdem sie jahrelang in dumpfen, modernden Stuben zugebracht! Jetzt hatten sie Luft und Sonne, schone wenn auch kleine, saubere Zimmer, und ihre Kinder tummelten sich in den Gärten. War es wirklich so schwer gewesen auch ein- mol darüber nachzudenken, daß auch der Arme Sonne und Licht und Lebensfreude zu beanspruchen hat? , . n , Unb wie zufrieden sie nun waren, seine Leute! In ihre Politischen Ansichten redete er ihnen nicht hinein: er verlangte nur, daß sie sich von Aufruhr und Radau auf den Straßen fernhielten. Sie taten es! Sie respektierten seinen Willen. Vielleicht hatten sie auch selber keine Lust dazu. Genug — es war Frieden, älnd er freute sich, wenn ihm diese oder jene der Frauen sagte, nun seien sie alle ganz gesund geworden, hier in der sonnigen, freien Umgebung. _ Dabei waren die Unkosten für diese Häuschen nicht einmal allzu groß für ihn gewesen. Das ganze große Gelände hatte brach gelegen. Eigent- lich hatte man nie so recht gewußt, was man damit anfangen sollte. Run hatte es noch seinen Zweck gefunden. Und er verlangte eine ganz nieö- rige Miete. Wer es wollte, der konnte das Häuschen auch ganz für sich erwerben. Und es «ab tatsächlich ältere Leute, die ihre Sparpfennige dazu verwandten, das Haus abzuzahlen. Dann' gehörte es ihnen! Und etwas Eigenes, das war bei manchen ein Lebenswunsch gewesen. Wie die bunten Herbstblumen leuchteten! Astern Georginen, blauer Fedl und rosa Zust. Dabei 'zogen die Leute noch eine Menge Obst und sonstiges Rühliches für ihre Küche. Fabelhaft, was so ein Menschenkind mit Fleiß und gutem Willen aus so einem Stück Garten herausholte! Er, Lohgarten, bewunderte die Leute heimlich immer wieder aufs neue. Run, er freute sich jedenfalls immer, wenn er da binunterfab. denn er hatte das frohe De- guter Aufenthalt für die Kleine. Ihre Eltern waren ordentliche Menschen, und da dachte -ch nun, wenn ich das Mädelchen zu mir nehmen dürste. Wir haben keine Kinder und — und meine gute Frau hat sich immer so was gewünscht. Wir würden ihr die Rente zur Ausstattung sparen, keinen Pfennig würden wir davon anrühren. Wir brauchen es nicht. Rur das Mädelchen hätten wir gern. Dei uns wäre sie in guten Händen." „Daran ist nicht zu zweifeln, mein lieber Dolscher. Rur was ich bei der ganzes Geschichte tun soll, ist mir noch nicht klar..." „Der Mann, wo das Mädel untergebracht ist, trinkt. Er ist ihr Vormund. Diese Vormundschaft muh ihm weggenommen werden. Irgendein vornehmer, anständiger Mann in geordneten Verhältnissen muh diese Vormundschaft übernehmen, dann wird das Gericht ohne weiteres einverstanden sein mit allem,“ sagte der alte Mann entschlossen. „Ach so! Ich verstehe! Aber Dolscher, ich habe so schon genug za tun. Ich kann mich wirklich nicht noch mit kleinen Kindern befassen." Jetzt lächelte Werkmeister Dolscher. „Ach nein, Herr Lohgarten, die Kleine ist doch schon zwölf Jahre alt." „Ra, dann um so besser. Aber ich weih wirklich nicht, was hat man denn da so alles zu tun als Vormund?" „Richt allzuviel, Herr Lohgarten. Eie brauchten dann nur darüber zu wachen, daß es die Kleine gut bei uns hat, daß wir sie zu einem tüchtigen Menschenkind erziehen. Ra, und wenn sie später mal heiratet, dann müssen Sie Ihre Einwilligung dazu geben, wenn sie noch nicht mündig fein sollte. Und ab und zu sind bei Gericht einige Fragen zu beantworten — sonst wüßte ich nichts weiter." „Ich bin einverstanden! Wenn es sich darum handelt, ein junges Menschenkind aus irgendeinem Sumpf zu retten, bin ich immer dabei. Also tun Sie mal die nötigen Schritte, Dolscher, und verständigen Sie mich, wenn ich in Aktion zu treten habe." „Vielen Dank, Herr Lohgarten — vielen Dank! Der Kielven, der Trunkenbold, wird die Kleine nicht herausgeben, bevor er nicht vom Gericht dazu gezwungen wird. Ich werde also gleich einmal zu Kielven gehen. — Guten Tag, Herr Lohgarten!" „Guten Tag, Dolscher — und grüßen Sie mir Ihre Frau!" „Dielen Dank, Herr Lohgarten — vielen Dank!" Dolscher war längst gegangen, unb der junge Chef der Lohgarten-Werke sah noch immer nachdenklich vor seinem Arbeitstisch. „Aber Fritz, du kommst recht spät!? Run werden wir uns beeilen müssen, wenn wir die Vorstellung nicht stören wollen," sagte Frau Lohgarten etwas ungehalten, obgleich sie sich bemühte, ein freundliches Gesicht zu machen. Fritz Lohgarten lächelte sorglos. „Ach nee — zu spät? Kaum! älnd ich liebe es auch nicht, wenn man schon eine halbe Stunde vorher in der Loge Parade sitzt." ' Das war ein wunder Punkt für die Damen, denn sie setzten sich sehr gern geraume Zeit vor der Vorstellung in ihre Loge und musterten und liehen sich sehr gern mustern, denn dank der Freigebigkeit des Stiefsohns und Stiefbruders konnten sie immer sehr elegante Toiletten zeigen. Hilma, eine schöne, aber doch schon ein bißchen verblühte Drünette, lachte hell auf. .Wozu streiten? Jeder tut, was ihm gefällt. Mama und ich sitzen nun einmal gern vorher dorr. Es ist auch zu reizend, alles in Ruhe betrachten au können. Da du der Herr bist, muht du eben deine eigenen Wünsche in dieser Teziehung hintanstellen und uns begleiten,“ sagte sie. Früher mochte ihr der Echelmenton gut zu Gesicht gestanden haben: aber jetzt war er dach nicht mehr so recht angebracht. Wenigstens meinte Fritz Lohgarten das im stillen. Da er Zänkereien nicht liebte, am wenigsten in feinem Heim, so unterliefe er jedoch jede Bemerkung und sagte nur launig: „Ra, ich denke, dah ihr eurer Leidenschaft schon noch frönen könnt. Es ist wirklich noch nicht allzu spät, und die gute Mama hat ein bifechen übertrieben." Er lachte gutmütig und griff dann nach dem Frohen weißen Fuchs, um ihn Hilma um die weihen Schultern zu legen. „Gar nicht ein bißchen geschickt," tadelte sie ihn. „Ich muh doch erst den Abendmantel haben. Dort liegt er." Ein Gebilde von buntem, geprehtem Samt und vielen Spitzen war dieses Kleidungsstück, das er jetzt aus nahm und ihr umhing. Sie waren alle recht guter Laune jetzt, und Mutter und Tochter wechselten einen zufriedenen Dlick. Er schien sich ihren Wünschen gegenüber nicht mehr so ablehnend zu verhalten, der blonde, hübsche Kerl. Der noch dazu so reich war. Es wäre ja eine Sünde gewesen, ihn irgenb# einer anderen zu überlassen, die dann gewiß dafür gesorgt haben würde, dah Stiefmutter und Stiefschwester des Hausherrn aus dem Hause kamen. Mit einer knappen Rente aufs Dergessenen- teil gesetzt. Das durfte nicht fein. Riemals durste dasein. (Fortsetzung folgt.) Kaffee Hag allerfeinster Bohnenkaffee unschädlich Berta Möller Staat!.geprüfte Musiklehrerin, erteilt nach moderner, erprobter Methode Klavierunterricht Theorie u. Gehörbildung. Honorar zeitgemäß. Näh. Ludwigstraße 70 I. 05667 Zementla Portland ganz erstklassige Qualität, zu ermäßigten, gam# billigen Frei M76D «en, weit unter Synflikat-Preis Muburfi-L. Dr.MflllersPritallehraDslallen Schnlou.Schülerheimi.ges. Waldlage.Indiv. Erziehungu.SchulungVI-OI.Prüfungslos. Übergang a.3hess.öff.Lehranst, dadurch risikofreieOII-Rel!eu.Abitnr.Daneben:alle Handelsschulfächer f. kaufm. u. gewerbL Berufe.BesteEmpf.Prosp.u.Erfolgverz.fr. 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