ar. 205 Kvühaussabe Donnerstag, J. September 1952 182. Jahrgang (Er| d)eint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats Bezugspreis. Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernfvrtchanschliifse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siefzen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univer^iats-Vuch- und Sleindruckerei R. Lange in Sietzen. Sdfriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrasze 7. Annahme von Anzetgen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für 'Ke* Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Playvorschrift 20" , mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wich. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wich. Lange; für Feuilleton Dr H.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Fister. sämtlich in Gießen. Deutschland meldet erneut seine Forderung aus Wehrsmyeu an Versuch zur Wiederaufnahme diplomatischer Verhandlungen mit Frankreich. Eine deutsche Denkschrift. Paris, ZI.August. (TU.) Die pariser Abend- presse oerössentlicht eine haoasmeldung, nach der das französische Außenministerium während der Abwesenheit des Ministerpräsidenten herriot eine Note der R e i ch s r e g i e r u n g über die Frage der Umbildung der Reichswehr erhalten habe. Dem Ministerpräsidenten sei am Dienstagabend von der Rote Mitteilung gemacht worden, herriot habe sich an Bord des Dampfer» „Minotaure" geweigert, irgendwelche Erklärungen obzugeben, ehe ihm der Inhalt der Rote oorliege. Der Text werde noch am Mittwochabend in Cherbourg in seine Hände gelangen. Der Ministerpräsident habe die Absicht, die deutsche Rote am Donnerstag dem Kabinettsrat oorzulegen. Der Quai d'Orsay hat eine amtliche Erklärung zur deutschen Rote herausgegeben, in der die aus England kommende haoasmeldung bestätigt wird. In dieser Erklärung heißt es: „Richt zum ersten Male hat sich das Deutsche Reich für die die Reichswehr berührenden Fragen interessiert. 3m April dieses Jahres hat Reichskanzler Brüning in diesem Sinne bei Tardieu, Mac- donald und Siimson einen Schritt unternommen. 3m 3uli d. 3. ist Reichskanzler o. P a p e n bei herriot vorstellig geworden. Der französische Ministerpräsident erwiderte jedoch, daß er sich in jenem Augenblick aus keinen Falt mit der Frage beschäftigen wolle, vor einigen Tagen hatte das Reich versucht, auf dem Wege über die Presse die Frage auszurotten und zugunsten Deutschlands zu .plädieren' Am Dienstagabend hat nun der Reichsaußenminister dem französischen Botschafter Francois Poncet in Berlin eine Denkschrift (aide memoire) in bezug auf die Verfassung der Reichswehr überreicht. Diese Denkschrift wurde heute (Mittwoch) dem Quai d'Orsay zugeslettt." An zuständiger französischer Stelle wird ergänzend erklärt, daß die deutsche Denkschrift nicht eine Rote, sondern eine Zusammenfassung (Resümee) darstelle. Der französische Botschafter Francois Poncet habe am Dienstag mit dem Reichsauhenminister, Freiherrn v. Reurath, eine Besprechung über die Frage der Umbildung der Reichswehr gehabt. 3m Anschluß an diese Unterredung habe Herr v. Reurath dem Botschafter die Denkschrift überreicht, die leßterer dem Quai d'Orsay gleichzeitig mit einem eigenen Bericht übermittelt habe. Sowohl das deutsche Resümee wie der Bericht des Botschafters würden dem Ministerpräsidenten herriot noch am Mittwochabend in Cherbourg zur Prüfung vorliegen. Enirüftungssturm in Paris. Die Presse stelzt neuen Srtikidicr Paris, 31. Aua. (TU.) Noch ehe der Inhalt der deutschen Denkschrift in Paris bekannt ist, setzt dos Trommelfeuer der französischen Presse gegen die deutsche Forderung nach Gleichberechtigung in stärkstem Maße ein. Äon der Voraussetzung ausgehend, daß der deutsche Schritt auf der Linie der mündlichen Erklärungen und des letzten Artikels des Reichswehrministers liegt, richten sich die Angriffe gegen den deutschen Standpunkt in seiner Gesamtheit. Ministerpräsident herriot wird beschworen, den deutschen Forderungen e i n u n n a ch - giebiges Nein entgegenzusetzen und sich nicht zu irgendwelchen Zugeständnissen auf dem Gebiete der Versailler Militärklauseln bewegen zu lassen. Es wird ihm oorgeworfen, in Lausanne zu entgegenkommend gewesen zu sein. Das nationalistische ..Journal' schreibt, oer innerpolitische Kampf zwischen Rationalsozialisten und „Militaristen" habe für Frankreich keine. Be- deutung. Man werde beide deutschen Gruppen stets geeint finden, wenn es darum gehe, gegen die Militärklauseln des Frieden's Vertrages Sturm zu laufen, deren Aufrechterhaltung die beste Garantie für den Frieden darstelle. 3n seinem Artikel kündige der Reichswehrminister ganz einfach an, daß Deutschland seine Reichswehr aus eigener Machtvollkommenheit von den Fesseln des Versailler Vertrages befreien werde. Es sei nicht besonders erstaunlich, daß Feldmarschall v. Hindenburg, General v. Schleicher und Hauptmann v. Papen in allererster Linie die alte deutsche Militärmacht wiederherstellen wollten. Frankreich sei gewarnt. Auch der „T e m p s" reitet eine Attacke gegen den Reichswehrminister. Die Forderungen seien nicht neu, doch lege ihre Begründung von der ganzen preußischenArroganz der neuen Herren des Reiches beredtes Zeugnis Qb. General v. Schleicher tue so. als ob die militärischen Bestimmungen des Versailler Vertrages nicht mehr vorhanden seien. Wenn der Minister schreibe, daß Deutschland in Zukunft bereit sei, an einer wahren Abrüstung mitzuarbeiten, daß man die Geduld des deutschen Volkes jedoch nicht Überspannen dürfe, so treibe er seine „Treuherzigkeit" kaltblütig bis zur Tlnverschämtheit. Die englisch sranzösische Minister-Beaeanung in Jersey. - 'v •l M f # W VL ' ■ k - Ministerpräsident herriot (rechts) und der englische Innenminister Sir Herbert Samuel besichtigen eine alte Verteidigungskanone auf Jersey. Vielleicht hat dieser Anblick die beiden Politiker zu einem Gedankenaustausch über die Abrüstungsfrage bewogen und sie dann ein politisches Gespräch anknüpfen lassen. Offiziell wird jedoch betont, daß die beiden Minister, die sich zu ihrem Zusammentreffen einen so seltsamen Ort wie die einsame britische Kanalinsel aussuchten, keine politische Unterredung führten, sondern die Begegnung als einen rein freundschaftlichen Akt zwischen Frankreich und England ansahen. Pans, öl. -21 ug. Die französischen Minister und Sir Herbert Samuel trafen am Mittwochvormittag an Bord des Schleppers „Mino- taure" von St. Helier aus in dem Hafen von St. Pierre auf der Insel Guernesey ein Zum Empfang der Staatsmänner hatten sich der Gouverneur der Insel, Lord Ruthaven, und der französische Konsul an der Landungsbrücke eingefunden. Eine Ehrenkompanie der britischen Besatzung präsentierte unter den Klängen der Marseillaise das Gewehr. Gleich vom Hasen aus begaben sich die Minister mit ihrem Gefolge zum Hause Viktor Hugos. Bei den Besprechungen zwischen Herriot und dem englischen Innenminister Sir Herbert Samuel in Jersey soll es sich nach Meldungen des „Daily Herald" um äußerst wichtige finanzielle und politische Vorbereitungen für die Weltwirtschaftskonferenz gehandelt haben. Sir Herbert Samuel sei in diesem Falle der Beauftragte Macdonalds gewesen und solle vielleicht ein Gentleman-Abkommen zwischen England und Frankreich für die Weltwirtschaftskonferenz vorbereiten. In Finanzkreisen hege man ernste Befürchtungen wegen dieser Art Geheimdiplomatie und der möglichen Rückwirkungen auf die übrigen Teilnehmer an der Weltwirtschaftskonferenz. Po- litische Kreise bringen diese Reise Sir Herbert Samuels besonders mit den Flottenverhandlungen in Zusammenhang. England habe zur Zeit ein ganz besonderes Interesse daran, mit Frankreich zu einer Einigung über die amerikanischen Vorschläge und über den Beitritt Frankreichs zum Londoner Flottenabkommen zu gelangen. „Preß Association" erklärt dagegen, es unterliege keinem Zweifel, daß die Unterhaltungen der beiden Staatsmänner durchaus persönlichen und privaten Charakter getra-- gen hätten, was ja auch die offizielle Lesart sei. Trotzdem sei der persönliche Kontakt der beiden Minister von großem Ruhen gewesen. Unterstrichen wird diese Auffassung auch durch eine Erklärung Herriots selbst, der entschieden in Abrede stellte, daß seine Zusanunenkunft mit Sir Herbert Samuel politische Bedeutung habe, sowie eine autoritative Erklärung von englischer Seit«, die den Besuch dahin charakterisiert, daß er rein freundschaftlich und ohne politische Bedeutung sei. Er stehe in keinem Zusammenhang mit der Frage der Zolltarife, über die keinerlei Erörterungen stattgefunden hätten. Oieparteien während derMichsiagspause Hindenburgs Antwort an das Reichstagspräsidium. Empfang erst nam Rückkehr des Reichspräsidenten. Berlin, 31. Aug. (VDZ.) Der Reichstagspräsi- dent G o e r i n g hat das Antworttelegramm des Reichspräsidenten erhalten und daraufhin sofort eine Besprechung des Reichstagspräsidiums einberufen, die aber nur kurze Zeit in Anspruch nahm. Das Präsidium nahm Kenntnis von dem Antworttelegramm des Reichspräsidenten, das folgenden Wort- laut hat: Für die Mitteilung von der Wahl des Reichstagspräsidiums jage ich 3hnen besten Dank, ebenso für die mir kundgegebene Absicht des neugewählten Präsidiums, sichbereitsjehtundhier mir vor zustellen. Da ich im Lause der nächsten Woche nach Berlin zurückzukehren gedenke, bitte ich Sie und die Herren Vizepräsidenten, von einer Fahrt hierher 21 b ft a n ö j u nehmen und den geplanten Besuch bei mir itn Lause der n ä chsten Woche in Berlin abzustatten. Den Zeitpunkt hierfür werde ich 3hnen dort angeben. Einstweilen spreche ich 3hnen und den Herren Vizepräsidenten auf diesem Wege meine guten Wünsche für 3hre Geschäfts- führung aus. (gez.) o. Hindenburg. Reichspräsident. Das Präsidium glaubt aus der freundlichen Fa>- sung der Antwort, die alle Möglichkeiten o f f e n l ä ß t, die Geneigtheit des Reichspräsidenten entnehmen zu können, vor weiteren Entschlüssen dem Präsidium die Möglichkeit zu geben, ihm über die neue Lage Vortrag halten zu dürfen. Man nimmt an, daß dies n o ch o o r der für Donnerstag nächster Woche in Aussicht genommenen zweiten Plenarsitzung des Reichstags der Fall fein wird und hofft, daß es gelingen wird, den Reichspräsidenten doch noch von dem Vorhandensein eines arbeitsfähigen Reichstags zu überzeugen. Oie Neutschnationalen. Keine Beteiligung an der politischen Aktion beim Reichspräsidenten. Berlin, 31. August. (TU.) In den Mitteilungen der Deutschnationalen Volkspartei heißt es u. a.: Selbstverständlich hätte der deutschnationale Vizepräsident Graef den Besuch beim Reich s - Präsidenten als Antrittsbesuch des Präsidiums mitgemacht. Er wäre aber — und zwar im ausdrücklichen Einvernehmen mit der deutschnationalen Reichstagsfraktion — jedem Versuch Görings entgegengetreten, darüber hin- aus dem Reichspräsidenten politische Ansichten aufzudrängen. Graef wird auch bei dem bevorstehenden Besuch des Präsidiums, der nun wohl nach dem Willen des Reichspräsidenten in Berlin stattfinden wird — wenn es durch die Haltung der anderen Mitglieder des Präsidiums notwendig werden sollte —, zum Ausdruck bringen, oub o 11 j)eutjd)nationalen nicht der Auffassung des Herrn Göring sind, daß der jetzige Reichstag eine „große arbeitsfähige nationale Mehrheit hat und daß die Deutschnationalen deshalb keinen Schritt m i t m a d) e n würden, der von dem jetzigen System des Präsidialkabinetts auf das parlamentarische System zurückführt. Die Deutschnationalen haben auch in der gestrigen Abstimmung im Preußischen Landtag ihrer Auffassung dadurch Ausdruck gegeben, daß sie gegen den Mißtrauensantrag der Nationalsozialisten gegen den Reichskommissar, den auch das Zentrum und die Linke mitmachten, gestimmt haben. Oer Kurs des Zentrums. Für Koalitionsregierungen im Ne ich und in Preußen. Berlin, 31. Aug. < DDZ.) Die ZentrumS- fraktion des Preußischen Landtages setzte die politische Aussprache fort, auf der Grundlage des Referats, das Abg. Dr. Graß über den Stand der Koalitionsverhandlungen mit den Rationalsozialisten erstattet hat. Die Stimmung in der Zentrumsfraktion soll gutem Vernehmen nach noch nicht einheitlich für die Herbeiführung einer Koalition mit den Rationalsozialisten sein. Vor allem sollen Zweifel daran geäußert werden, daß die Rationalsozialisten, die noch vor kurzem heftigste Angriffe gegen das Zentrum richteten, in einer_ Weise gebunden werden könnten, die es ermöglicht, auf verfassungsmäßigem Wege zu regieren. Dagegen werden als Argumente für die Koalition vor allem die Möglichkeiten geltend gemacht, verfassungsmäßige Regierungen im Reich und in Preußen herzustellen, wobei man es nur als fraglich bezeichnet, ob die Widerstände ohne weiteres überwunden werden könnten, die gegen derartige Koalitionen oder von ihnen gestützte Präsidialkabinette im Augenblick an maßgebender Reichs fiel le bestehen. Die Zentrumsfraktion stehe nach wie vor auf dem «Äandpunkt, daß die jetzt in Preußen durch den Reichskommissar geschaffenen Zustände verfassungswidrig seien. Sie sei daher einmütig der Auffassung, daß alles geschehen müsse, um möglichst bald verfassungsmäßige Zu stände herbeizuführen. Das Zentrum bestehe auf baldiger Schaffung einer auf eine Landtagsmehrheit gestützten Koalitionsregierung. Da die R a t i o n a l s o z i a l i st e n im Landtagsplenum durch ihren Fraktionsführer Kuba gleichfalls die baldige Herstellung verfassungsmäßiger Zustände gefordert hatten, vermutet man, daß es zur W a h l desMinister- Präsidenten bereits früher als am 21. September, dem Tage, an dem nach den bisherigen Dispositionen der Landtag wieder zusammentreten soll, kommen wird. Oiensiag Notverordnung. Kabinettssitzung nach der Rückkehr aus Rendeck. Berlin, 31. Aug. (TU.) Das Reichst ab i- nett trat am Mittwoch nach der Rückkehr des Reichskanzlers, des Reichsinnen- und des Reichswehrministers aus Reudeck zusammen, um zunächst einen Bericht über d i e Besprechungen mit dem Reichspräsidenten entgegen;»- nehmen. Daraus wurden Einzelheiten der bevorstehenden Rotverordnung über das angekündigte Ardeitsdes chaffungsprogramm durchberaten. Die abschließende Beratung im Reichskabinett soll Samstag erfolgen, worauf der Text der Rotoerordnung dem Reichspräsidenten ; u r Unterschrift nach Reudeck gesandt wird. Die Veröffentlichung der neuen Rotoerordnung soll voraussichtlich am Dienstag erfolgen. Oie Reichstagsausschüffe. Berlin, 31. August. (VDZ.) Obwohl für Mittwoch nur wenige konstituierende Ausschuß-Sitzungen angesagt waren, war das Reichstagsgebäude auch in den Vormittagsstunden des Mittwoch noch das Ziel vieler Neugieriger. Ueberall in der Umgebung des Gebäudes bildeten sich kleine diskutierende Gruppen: die Polizei forderte immer wieder zum Weitergehen auf. Auch im R e i d)_5 • tagsgebäude felbft herrschte trotz der Sit- zungspause reger Betrieb, da ein großer Teil der Abgeordneten wieder im Hause erschien, um sich in den Arbeitszimmern einzurichten. Die Konstituierung der Reichstagsausschüsse ging sehr schnell von statten. Im Ausschuß zur Wahrung der Rechte der Volksvertretung hat den Vorsitz der bisherige Reichstagspräsident Lobe, Stellvertreter ist der nationalsozialistische Abgeordnete Oberlün- d o b e r. In diesem Ausschuß verfügen die National» sozialisten über 11, die Sozialdemokraten über 6, die Kommunisten über 4, das Zentrum über 4, die Deutschnationalen über 2 und die Bayerische Volkspartei über 1 Sitz. Im AuswärtigenAusfchuh des Reichstags hat der nationalsozialistische Abgeordnete Dr. Frick wie im alten Reichstag den Vorsitz. Sein Stellvertreter ist wieder der sozialdemokratische Abgeordnete Scheidemann. Auch hier haben die Rationalsozialisten 11, die Sozialdemokraten 7, die Kommunisten 4, das Zentrum 3. die Deutschnationalen 2 und die Bayerische Doltspartei 1 Sitz. Im Geschäftsordnungsausschuh hat Dr. Dell (Z.) den Vorsitz. Im Haushaltsausfchuß führt der nationalsozialistische Abgeordnete Reinhardt den Vorsitz: sein Stellvertreter ist der frühere Dor- Nhenve veS Ausschusses 2lbg. Heimann (5m.). Eine längere Geschästsordnunqsaussprache ent. spann sich über die ^rage der Besetzung der Unterausschüsse des Haushaltsausschusses, sur die die Rationalsozialisten nach ihrer Stärke ie vier Sitze verlangten. Der Ausschuß beschloß aber, es bei der bisherigen Regelung zu belassen, wonach Fraktionen mit mehr als 100 Mitglieder in den Unterausschüssen nur durch zwei Abgeordnete vertreten find. Am Ende des politischen Burgfriedens Berlin, 1. Sept. (ERD.) Es verdient registriert zu werden, daß um Mitternacht der politische Burgfriede ablief. Die Reichsregierung hat ihn nicht verlängert. Eine Berlängerung war für den Eventualfall in Aussicht genommen, daß die innerpolitische Situation sie notwendig mache. Es ist aber zweifellos eine starke Beruhigung in der Richtung zu verzeichnen, daß die politischen Terrorakte, Zusammenstöße und sonstigen Zwischenfälle bis zu einem Grade abgenommen haben, der mit dem Zustand zu Anfang des Monats August gar nicht zu vergleichen ist. Das wird in politischen Kreisen als ein Erfolg der Rcichs- regierung gewertet, der freilich kaum zu verzeichnen wäre, wenn mit der Tatsache des Burgfriedens nicht auch die sehr energischen Maßnahmen verbunden gewesen wären, mit denen die Regierung gegen alle Störungen der öffentlichen Ruhe und Sicherheit vorgegangen ist. 3m ganzen hat der Burgfriede während des ganzen Monats August gedauert. Das Reichskabinett hatte ihn gleich nach der Wahl vom 31. Juli zunächst b i s zum 10. August beschlossen, damit der Unruhe des Wahlkampfes zunächst einmal eine Periode der Befriedung folge. Die Entwicklung der Ereignisse zwang aber dann zu der Verlängerung, von der nur der Derfassungstag ausgenommen wurde. Llebrigens wird sich die preußische Regierung wahrscheinlich am Freitag mit der Frage der D e- gnadigung der fünf Verurteilten von Beuthen befassen. Ohne daß der sachlichen Entscheidung vorgegriffen werden kann, er- wartet man in amtlichen Kreisen, daß die innere Beruhigung und Befriedung weitere Fortschritte machen wird, wenn auch diese Frage geregelt worden ist. Gleich am ersten Tage nach dem Ende des Burgfriedens werden die R a - tionalsozialisten in Berlin im Sportpalast eine große Kundgebung veranstalten, auf der auch Hitler sprechen soll. Gondergerichtsurteile. Das Sondcrgericht Berlin beschäftigte sich mit einem von Kommunisten inszenierten Feuer- überfall auf ein nationalsozialistisches Lokal in Treptow am 18. 3unt Angeklagt waren sechs Kommunisten. Einer wurde zu drei Jahren sechs Monaten Zuchthaus verurteilt, zwei erhielten je neun Monate. attei weitere je zwei Jahre Gefängnis. Ein Angeklagter wurde freigesprochen. Das Sondergericht verurteilte ferner den 24jährigen Dau- klempner Max Rothe wegen schweren Landfriedensbruches in Tateinheit mit versuch, tem Totschlag und unbefugten Waffenbesitzes zu fünf Jahren Zuchthaus und den gleichaltrigen Chauffeur Caro wegen schweren Landfrie- densbruches und unbefugten Waffenbesitzes zu drei Jähren Gefängnis. Das Sondergericht nahm als erwiesen an, daß R. bei dem politischen Zusammenstoß am 16. Juli d. 3. in der Alten 3akobs- straße geschossen hat, wenn auch nicht erwiesen wurde, daß er den tödlichen Schuß auf den Rationalsozialisten Schröder ab. gegeben hat. Auch bei C. sah das Gericht als erwiesen an, daß er sich im Besitze einer Schuß. Waffe befunden und an der Zusammenrottung teil, genommen hatte. - ..s Soiwergericht Altona verhandelte gegen eine Gruppe von Kommunisten, die am Abend des 29. April d. 3. auf dieWohnung eines Q.' a l i o n a I f o 3 i a l i ft e n in der Kleinen Müh- Hai die Weliwirischastskonjunkiur das Krisentief erreicht? In Deutschland noch keine Anzeichen für einen Wirtschastsumschwung. Berlin, 31. August. (CNB.) Das Institut für Konjunkturforschung faßt auf Grund seiner Untersuchungen sein Urteil über die Weltkonjunktur Ende August 1932 folgendermaßen zusammen: Obgleich Produktion und Beschäftigung noch weiter schrumpfen, treten auf der Geldseite der Wirtschaft erstmalig in breiter Front Ansätze zu einem Tendenzumschwung hervor. Die Welthandelspreise ziehen fast allgemein an. Auch die Großhandelsindexziffern der Vereinigten Staaten und Großbritanniens haben seit Jahresmitte steigende Tendenz. Die Rohstoffvorräte nehmen im Ganzen nicht mehr zu. Der Rückgang des I Welthandels hat sich verlangsamt: der Mengenumsatz dürfte sogar stabil geblieben sein. Die Milderung der Vertrauenskrise und der fortschreitende Entschuldungsprozeß der Banken hat die Flüssigkeit der Geldmärkte soweit erhöht, daß jetzt Mittel auch auf den Kapitalmarkt überfließen. Ausdruck hierfür ist die S) a u f f e an den Renten- und Aktienmärkten. 3n den beiden angelsächsischen Ländern ist der Entspannungsprozeß bereits soweit vorgeschritten, daß gewisse Rückwirkungen auf die bisher noch stark schrumpfende Produktions- Wirtschaft in absehbarer Zeit wahrscheinlich sind. In den von ständigen Zahlungsbilanzschwierigkeiten und Staatsfinanzkrisen niedergehaltenen Schuldnerländern Europas ist die Entlastung noch so gering, daß entscheidende Besserungstendenzen nicht zu erwarten sind. Dennoch dürfte die Weltwirtschaft als Ganzes sich nunmehr anschicken, das Krisentief zu überwinden. Unter «bem Einfluß der internationalen Vor. gänge hat sich das Bild der Effekten- und Warenmärkte auch in Deutschland grundsätzlich gewandelt: Effektenumsätze und Effektenkurse sind gestiegen, die rcagiblen Warenpreise haben ihren Rückgang unterbrochen. An der restriktiven Wirkung der Kredit» und Preissituat'.on ist wenig geändert. Auf der Güterseite der Wirtschaft blieben denn auch die Rückgangstendenzen vorherrschend. Produktion, B schäft igung und Warenumsätze verharrten in ihrer konjunk- :urellen Abwärtsbewegung Das Tempo des Rückganges war aber teilweise merklich verlangsamt Die Voraussetzungen für den durchgreifenden Wirtschaftsaufschwung nach den Regeln der alten Konjunkturautomatik sind, zwar in Teilen der Weltwirtschaft in greifbare Rähe gerückt, für Deutschland noch immer nicht gegeben. Denn eine Erhöhung der (Investitionstätigkeit aus privater 3nitiative kann unter den derzeitigen Umständen nicht erwartet werden und der Absatz an Verbrauchsgütern und Exportwaren wird wegen schrumpfenden Volkseinkommens und verminderter internationaler Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands eher abnehmen. Wenn die Wirtschaft sich selbst überlassen bleibt, kann vorerst nicht mehr als günstigstenfalls ein all» mäh licher Auslauf der Rückgänge in Absatz, Produktion und Beschäftigung erwartet werden. Das neue Reichstagspräsidium. rite Von links nach rechts: Walther Gr a ef (DNVP-), zweiter Vizepräsident: Hauptmann a. D. Hermann Wilhelm G 0 e r i n g (NSDAP.), Reichstagspräsident: Thomas E f f e r (Zentrum), erster Vizepräsident; Hans Rauch (Bayerische Volkspartei), dritter Vizepräsident. lenstraße einen Ueberfall verübt hatte. Die Beweisaufnahme ergab, daß dieser lleberfall eine vorbereitete Aktion war, die von einem Arbeiter namens Mecklenburg inszeniert wurde. Das Urteil lautete bei dem Anstifter wegen versuchten Mordes auf sechs 3ahre Zuchthaus und fünf 3ahre Ehrverlust und bei zwei anderen Angeklagten wegen des gleichen Deliktes auf je vier 3ahre Zuchthaus. Vor dem Sondergericht Beuthen standen 14 Personen, darunter mehrere Frauen, die wegen schweren Landfriedensbruches, Sufammenrothmg, Körperverletzung unt> versuchter Gefangenenbefreiung angeklagt waren. Der Verhandlung lagen die Vorgänge in Miku11 - schütz am 10.3uni zugrunde, wo es anläßlich der Llnterstühungskürzungen vor dem Rathaus zu Demonstrationen gekommen war. Dabei wurde die Polizei mit Steinwürfen angegriffen. Das Gericht erkannte gegen den Hauptangeklagten auf zwei 3ahre Zuchthaus, in einem Falle auf ein (Jahr sechs Monate Zuchthaus und im übrigen, besonders gegen die weiblichen Angeklagten, die sich an der Zusammenrottung beteiligt hatten, auf Gefängnisstrafen von sechs bis neun Monaten. Schlußfolgerungen derTimes. London, 31. Aug. (WTD.) Times sagt in einem Leitartikel u. a.: Herr v. Papen hat die erste Runde in seinem Kampf mit den politischen Parteien Deutschlands gewonnen. Die gestrige Reichstagssihung hat den Rationalsozialisten und überhaupt allen Parteien gezeigt, daß der Reichspräsident Herr der Lage ist. Ein grimmiger Humor liegt darin, daß die Rationalsozialisten jetzt die Rolle von Verteidigern der Verfassung und des parlamentarischen Regimes übernommen haben. Das Blatt spricht dann die Meinung aus, daß Zentrum und Rationalsozialisten bei einer erneuten Besprechung mit Herrn v. Papen sich vielleicht zugänglicher erweisen dürsten als bisher, und fährt fort: Unter allen Rationen sind gerade die Deutschen ganz besonders bereit, einer festen Führung zu folgen, und so unwahrscheinlich es auch aussieht, es ist doch nicht ausgeschlossen, daß Herrn v. Papens Regierung weiter im Amte bleibt mit Zustimmung und vielleicht sogar m i t Unterstützung beider Parteien. Es ist kaum zweifelhaft, daß die große Masse des deutschen Volkes in erster Linie die Beendigung der inneren Unruhen und Streitigkeiten der politischen Parteien und Arbeit am wirtschaftlichen Wiederaufbau wünscht. Anstatt zum Katholikentag. Großstadt und Christentum. Essen, 31. Aug. (TU.) Der Katholikentag nahm am Mittwoch mit einer Sitzung des Hauptausschusses (Zentralkomitee), einer Reihe von Einzelveranstaltungen, Kinder-Kundgebungen und einer großen Elternversammlung der katholischen Schulorganisationen seinen Anfang. Die Stadt Essen trägt reichen Flaggenschmuck. Schon heute weilen zahlreiche Teilnehmer aus allen Teilen des Reiches und des Auslandes in Essen. Von den hohen Geistlichen seien genannt: Der apostolische Runtius Orient g 0, der Erzbischof von Köln, Kardinal Schulte, Erzbischof Gröber, Freiburg, Weihbischof Dr. Hammels, Köln, Bischof R 0 b u (Rumänien) u. a. m. Der Bischof von Berlin, Dr. Schreiber, hat aus gesundheitlichen Gründen absagen müssen. Von den weltlichen Persönlichkeiten seien genannt: Alois Fürst z u C nette n ft e i n, Reichskanzler a. D. Dr. Marx, Reichskanzler a. D. Dr. Brüning, die früheren Reichsminister Stegerttald und Hirt- s i e f e r. Der stellvertretende Reichskomm'ssar Dr. Bracht nimmt dringender Dienstgeschäfte wegen nur an der Eröffnungsversarnrnlung teil, während Reichskanzler v. P a p e n durch dringende Arntsgelchäfte an der beabsichtigten Teilnahme überhaupt verhindert ist. Aus dem Boden der Stadt Essen, der Metropole des Ruhrgebietes, mit ihren rauchenden Schloten, ihren industriellen Anlagen und zusammengeballten Bevölkerung ist das Gesamtthema des Katholikentages erwachsen: „Christus in der G r 0 ß st a d t.“ Es will das religiöse Leben des modernen Großstadtmenschen bertiefen und die Frage klären, ob und wie christlicher Lebensmut und christliche Lebensgestaltung mit den Er- rungenschaften moderner Kulturentwicklung vereinbart werden können. W.edersehen unterm Dach. 23on Earl Christian Bock Cs fängt damit an, daß du ein Stück graue Pappe brauchst. Woher nimmt man graue Pappe? 3a, woher nimmt ... vielleicht ist b er ... im Schreibtisch? Nichts. Also was tut man? Man saugt sich erstmal an den Lippen. Manchmal kommt dabei wirklich etwas heraus, bo! — oben in der alten Bücherkiste! Du läufst nach oben. Die Bücherkiste steht auf dem Boden in einer Ecke unterm Dach und ist richt.g zugenagelt. Du hast nach ungefähr 14 Minuten harter Arbeit mit Hilfe eines längeren Ragcls den Deckel ab. Du hättest ja bequemer ein Werkzeug holen können, aber was ein kluger Kopf ist, das schlägt sich lieber 14 Minuten mit einer Kiste herum, als von unten ein Brecheisen zu holen. Also, graue Pappe. So einfach scheint das nicht, obenauf liegt nichts von grauer Pappe, unten drin vielleicht, aber dazu muß erst der Stapel Bücher heraus. Um) da passiert es: ehe du willst, sitzt du mit einem Buch in der Hand und liest und läßt die graue Pappe graue Pappe sein. 3a, dies hat man also in der Schule ehedem als Eselsbrücke gebraucht. „Platon, Gorgias. Lieberseht von Friedrich Schleiermacher." Und bann lieft man sich ein Stück heraus: „Sokrates. 3ch denke, Gorgias, auch du hast schon vielen Unterredungen beigewohnt und wirst dies dabei bemerkt haben, daß nicht leicht die Menschen es dahin bringen, das, worüber sie zu sprechen unternommen haben, gerne nschastlich zu bestimmen, und nachdem sie so untereinander sich belehrt und gelernt haben, ihre Zusammenkunft aufzuheben, sondern wenn sie über etwas uneinig sind, und einer den anderen beschuldigt, er rede nicht richtig oder nicht bestimmt, so erzürnen sie sich und meinen, der andere rede so etwas aus Mißgunst gegen sie, weil er nämlich nur um seine Ehre sich beim Gespräch ereifere, nicht aber den vorliegenden Gegenstand suche. 3a, einige gehen zuletzt auf die unanständigste Art auseinander mit Schimpfreden, und indem sie solche Dinge einander anzuhören geben, daß es sogar den Anwesenden um ihrer selbst willen leid tut, auch nur solcher Leute Zuhörer gewesen zu sein." Lind das ist so geblieben bis auf den heutigen Tag. Rur manchmal geht es ja wirtlich um den vorliegenden Gegenstand. Lind nicht bloß mit Schimpfreden, sogar mit Gegenständen. Es ist ganz hübsch, so ein Stück Fortschritt festzustellen. Ein Schulbuch beim andern. „Lateinische Schulgrammatik von Prof. Dr. Paul Harre" — Richtig, Harre! Finger hoch: „Herr Studienrat, ich habe meinen Harre vergessen." — Huh, was wird er sagen? „3a, Bock, was soll das mit (Ihnen werden! Das ist das drittemal, ich muß (Ihnen einen Tadel ins Klassenbuch schreiben; das, jetzt vor der Versetzung, kann (Ihnen das Genick brechen, Sie nehmen sich nicht zusammen. Wenn Sie das Ziel der Klasse erreichen wollen —“ es ist noch nicht einmal sehr lange her, da waren das Sorgen, heute hat man bessere. Der gute Harre: „Rebensähe, deren Handlung in die Gegenwart fällt oder vom Standpunkt der Gegenwart aus betrachtet werden, haben auch nach Vergangenheitsformen den Konjunktiv des Präsenz und des Perfekts. Dies gilt hauptsächlich für die Folgesätze, die die Geltung eines selbständigen Aussagesatzes haben (§ 214 A. 1)." Dies gilt hauptsächlich für die Schulzeit, nachher gilt es nicht mehr so. Aber das waren einmal sehr wichtige Dinge. Wenn man — da flattert aus dem Harre ein Zettel heraus. Was mag da gewesen sein, auf dem Zettel steht zu lesen „Schräger halten. Mensch!" Was waren das nun wieder für Sorgen: Schräger halten? Lind mit einemmal hat man es, ganz deutlich. Klassenarbeit, Liebersetzung aus dem Lateinischen. Paul, Rebenmann, bringt nichts heraus und sitzt in großer Rot: die Arbeit hier darf er nicht verhauen. Die Hand hat er großartig an der Stirn, weil er doch so angestrengt Nachdenken muß, und unter dem Dach der Hand schielt er auf dein Heft, ist aber so nicht zu lesen, auffälliger darf er den Kopf nicht drehen und da schreibt er wütend diesen Zettel Schräger halten, Mensch! Rämlich das Heft, und schiebt dir den Zettel, rups!, herüber. Du drehst dein Heft um kleine zehn Grad, und Paule ist gerettet. Der Zettel kam dann irgendwie in den ollen ehrlichen Harre und hat da bis heute gelegen. Man kann ruhig, weil das nie ganz und immer etwas stimmt, dazu sagen: So ist das Leben. Also, graue Pappe. Herunter mit den Büchern und nicht verführen lassen, weg. weg, Mathematisches Lehrbuch — Physik — Homer, (Ilias —. Graue Pappe? So liegt nichts da, man müßte allenfalls von so einem Heft den Deckel abreiften. Heft in grauer Pappe: Aufsätze. Da muß man nun wirklich einmal hineinsehen, einen Augenblick Haltung erst, ja so, auf alles gefaßt. — Der Deckel geht ganz leicht abzureißen, wozu soll man auch so ein Heft aufbewahren. Ah so, was im Heft darinstand? 3a, es ist etwas peinlich, nicht wahr, man möchte schnell vom Deckel sprechen, über den (Inhalt muß nun wirklich geschwiegen werden. Den Anfang sollen Sie haben: „Schon die alten Griechen ..." — danke, wir schon längst! So kommt man zu einem Stück grauer Pappe. Der Aff' ist los . . . Ein amüsantes Gratis-Vergnügen, das eine große Zuschauermenge herbeilockte, wurde den Besuchern eines Pariser Restaurants in der Rue Lafayette dieser Tage bereitet. Die Haupthelden bei diesem luftigen Schauspiel waren ein Äffe namens Kiki und ein Kellner namens Louis. Ein Stammgast hatte dem Besitzer des Restaurants Kiki zur Aufbewahrung übergeben, während er sich auf seiner Serienreife befand. Der vierfüßige Gast benahm sich zunächst aanz manierlich und hielt sich ruhig in seinem Käsig. Aber an einem Vormittag zerbrach er die schwachen Stäbe des Gitters und begann sich heftig zu betätigen. Während auf der Straße dichte Scharen zur Untergrundbahn strömten, um sich zur Arbeit zu begeben, feuerte er die Flaschen hinter der Bar mit starkem Schwung zur Türe hinaus, und bald war der Boden dicht bedeckt mit zerbrochenem Glas, während der köstliche Inhalt in trüben Rinnsalen auf die Straße floß. Natürlich erregte das nicht nur die Aufmerksamkeit der Vorübereilenden, die ihren Zug versäumten, um der weiteren Entwicklung dieses Dramas beizuwohnen, sondern auch die des Kellners Louis, der ebenso angestrengt wie vergeblich auf den ausgebrochenen Kiki Jagd machte. Der Affe kümmerte sich nicht um den Inhalt der Likörflaschen, als er aber dann auf einem anderen Regal Flaschen mit Portwein und Malaga sand, kostete er von diesen Getränken und fand daran soviel Geschmack, daß er immer längere Züge nahm. Dazwischen grinste er schlau zu dem atemlosen Kellner hinüber, dessen vergebliche Sprünge das Gelächter der immer mehr anwachsenden Masse erregten. Schließlich telephonierte Louis nach der Polizei, und diese rückte acht Mann hoch an, einer mit einer Leiter bewaffnet Doch auch die vereinten Bemühungen der Gesetzes-Macht wären vergeblich gewesen, wenn nicht am Ende der Malaga seine Wirkung ausgeübt hätte. Als Kiki gefangen und in den Käsig zurückgebracht wurde, befand er sich in einem jammervollen Zustande... Tonfilm: „Schanghai-Expreß". Wir haben bereits im Frühling d. I. anläßlich der Berliner Uraufführung einen Bericht über diesen Film gebracht — über seinen Inhalt, seine Vorzüge und seine Schwächen. Für die Mehrzahl der hiesigen Besucher wird er vermutlich weniger seines aktuellen Schauplatzes wegen interessant fein als deshalb, weil er eine abermalige Begegnung mit Marlene Dietrich vermittelt. Ihre neue Leistung kann den Vergleich mit der älteren (im „Blauen Engel", die viel populärer wurde) durchaus bestehen: weil sie eine große, bis zu gewissem Grade unvergleichbare schauspielerische Begabung bestätigt. und weil diese Leistung mit viel stilleren und echteren Mitteln erzielt wird. Die Dietrich verzichtet diesmal darauf, ihre Beine zu zeigen und ihre Singstimme hören zu lassen, die inzwischen längst Schule gemacht hat. Sie spricht nur und spielt, sie setzt ihre unverwechselbare Persönlichkeit ein, die Intensität ihres Ausdrucks — und sonst gar nichts. Ihr Partner ist Clive Brook; guter, männlicher, angelsächsischer Typ, wenn auch „Held" im Sinne einer alten, oft belächelten, aber immer wieder erprobten Film-Tradition. Dann sieht man die Chi- nesin Anna May Wong: leider hat sie nicht sehr viel zu spielen. Außerdem eine Reihe ausländischer Schauspieler: recht anständiger Durchschnitt. Die In- szenierung stammt von Josef von Sternberg ; man weiß von früheren Filmen längst, was er Fann, und man spürt auch hier, wo er die Vorgänge optisch und akustisch mit gleicher Eindringlichkeit an den Zuschauer heranbringt, die sichere Hand eines erfahrenen und phantasievollen Regisseurs. Er schildert eine Fahrt im Schanghai-Expreß durch das im Bürgerkrieg brodelnde China: er schildert die Passagiere, die sich aus der Jnternationalität des fernöstlichen Völkergemisches herauslösen und zusammen- sinden zu einer kurzen aber bedeutsamen Gemein- schuft im rasenden Zug. Eine Handvoll Menschen; eine Handvoll Schicksale, teils nur gestreift und angedeutet, teils zugefpitzt, gesteigert und zu Ende geführt. Ein ganz altmodischer, aber hübscher Einfall macht den Schluß dieser Film-Episode, in der die ’d?-en Beziehungen und Begegnungen schließlich doch über die aktuelle Ausmachung triumphieren, von der wir sprachen, und die schon Die Überschrift andeutet. Produktion: Paramount: der Dialog, auf ben hier auffallend Gewicht gelegt wurde, ist englisch und durch deutsche Zwischentitel übersetzt; man bekommt also unter anderem eine sehr lebendige Unterrichtsstunde: tausend Worte Englisch (ohne Akzent) für Fortgeschrittene. Bis zum Sonntag im Lichtspielhaus. —r— Aus der Provinzialhauptstadt. ®ießen, den 1. September 1932. Oie spinale Kinderlähmung in Gießen, kein Grund zur Beunruhigung! Im Gegensatz zu den Gerüchten, die zur Zeit in unserer Stadt umlaufen, teilt uns das Kreis- aesundheitsamt Gießen mit, daß bisher in Gießen zwei Fälle von spinaler Kinderlähmung zur Beobachtung kamen. Die erkrankten Kinder wurden baldmöglichst in der Klinik isoliert, und auch sonst wurden Maßregeln getroffen, um eine Weiteroerbreitung der Krankheit zu vermeiden. Anlaß zur Beunruhigung liegt nicht vor. Eine Schließung der Schulen kommt einstweilen nicht in Betracht, die Kinder können vielmehr unbesorgt in die Schulen geschickt werden. Wer kann zum Zreiwilligen Arbeitsdienst zugelaffen werden? Heber diese Frage besteht noch große Unklarheit. Deshalb macht das Arbeitsamt Giehen darauf aufmerksam, daß zum Freiwilligen Arbeitsdienst nunmehr alle jungen Deutschen unter 25 2 ahren ohne Unterschied der Berufsbildung, der sozialen Stellung und der Weltanschauung zugelassen werden können. Die Zulassung ist auch nicht mehr abhängig von der Arbeitnehmereigenschaft, oder von dem Vor- handensein eines Anspruchs aus Arbeitslosenhilfe. Neben Handwerkern. Arbeitern und Angestellten können sich also fortan auch Studenten, Bauernsöhne und junge Söhne von Handel- und Gewerbetreibenden usw- beteiligen. 2m Hinblick aus die Beschränktheit der Mittel soll die Förderung nur solchen Arbeitsdienstwilligen gewährt werden, die darauf angewiesen sind. Arbeitsdienstwillige, die über 25 Jahre alt sind, können nach den Bestimmungen künftig nur dann beim Freiwilligen Arbeitsdienst eingestellt werden, wenn dies notwendig ist, um einen erzieherischen Erfolg bei den jugendlichen sicherzustellen, oder wenn d e Art und Schwierigkeit der Arbeit es erforderlich macht, erfahrene Arbeitskräfte unter die 2ugendlichen zu mischen. Dabei dürsten 10 bis 20 Prozent die hochstzulässige Ziffer für ältere Arbeitsdienstwillige sein. Wo jetzt ältere Arbeitsdienstwillige beschäftigt werden, können sie bis zur Fertigstellung dieser Arbeiten im Freiwilligen Arbeitsdienst verbleiben. Zirkus Straßburger in Gießen. Die Eintrittspreise des Zirkus Straßburger sind - - wie man uns schreibt — in der heutigen Zeit eine seltene Erscheinung. Wenn man bedenkt, daß das Riesenunternehmen mit vielen tausend Mark Tagesunkosten operiert, kann man die der Geldnot in allen Bevölkerungsschichten angepaßten billigen Eintrittspreise von 80 Pf. bis 2,80 Mk. nicht hoch genug anerkennen. 2n allen Nachmittagsvorstellungen ermäßigen sich übrigens diele Preise auf 40 Pf. bis 1,40 Mk. für Erwachsene und Kinder, so daß auch der Minderbemittelte für wenige Pfennige einige frohe Stunden im Zirkus Straßburger verbringen kann. Ein Qualitätsunternehmen wie Straßburger kann natürlich keinen Personalabbau vornehmen, um seine Unkosten zu verringern, denn dadurch würde bas künstlerische Niveau leiden. Dafür rechnet Straßburger aber mit Massenzuspruch aus allen Richtungen. Zu bemerken ist weiter, daß Straßburger allen Kleinrentnern, Kriegsbeschädigten und Erwerbslosen bei Vorzeigung des Ausweises auf allen Sitzplätzen zu allen A«mdvorstellungen nur halbe Preise berechnet. Vergünstigungen auf der Reichsbahn. Anläßlich des Gastspiels des Zirkus Straßburger werden — wie der Bahnhof Gießen uns mitteilt — von allen Bahnhöfen der Strecken Gießen—Marburg, Gießen—Friedberg, Dießen- Nidda, Gießen—Burg- und Nieder-Gemünden und der Strecken Lollar—Grünberg und Mücke— Hungen—Friedberg am 3. September Sonntagrückfahrkarten nach Gießen schon ab 11 Uhr ausgegeben. Um den auswärtigen Teilnehmern den Besuch der Abendvorstellung am 3. September zu ermöglichen, fährt der Personenzug 569 nach Grünberg an diesem Abend erst um 23.30, statt 23.00, und der Personenzug 516 nach Nidda erst um 23.23, statt 22.53 in Gießen ab. Für die Strecke Gießen—Friedberg wird ein Personen- zua eingelegt, der um 0.50 in Gießen abfährt und bis Friedberg verkehrt. Eine Späterlegung der Personenzüge in Richtung Wetzlar erschien nicht nötig, da der Zirkus nach seinem Gastspiel in Giehen in Wetzlar gastiert. Auch war eine Späterlegung des Personenzugs 729 m Richtung Marburg betrieblich nicht möglich. " Fahrtverbilligung zur Handwerkertagung in Ingelheim. Die Reichsbahn teilt mit: Am 3. und 4. September findet in 2ngelheim die Tagung der hessischen Handwerker, verbunden mit einem Winzerfest, statt. Zu der Deranstaltung können von allen Bahnhöfen im Umkreis von 200 Kilometer um Ingelheim, also auch von Gießen, Sonntagsrückfahrkarten ausgegeben werden, die vom 3. September, von 0 Uhr an. bis 5- September gelten. Die Rückfahrt muh spätestens am 5- September, 9 Uhr, angetreten fein. ** Eine unbekannte männliche Leiche wurde heute früh auf dem Bahnkörper der Strecke Gießen—Gelnhausen im Walde nahe der Gailjchen Tonwerke aufgcfunden. Dem Toten war der Kops abgefahren. Anscheinend handelt es sich um Selbstmord. Die Ermittlungen nach der Persönlichkeit des Toten sind im Gange. •* Gepäckmarsch der DHB. - 2 ugend. Der Bund der Kaufmannsjugend im Deutsch- nationalen Handlungsgehilfen-Verband (Gau Main-Weser) veranstaltet — wie man uns schreibt — am 4. September im ganzen Gaugebiet einen großen Gepäckmarsch zur Erinnerung an die Gründung des Verbandes am 7. September 1893. Am Sonntagvormittag werden von zwölf verschiedenen Abgangsorten rund 1000 2ungman- nen in Marschgruppen abmarschieren und so ihre Verbundenheit gegenüber dem Verband zum Ausdruck bringen. D-ese Gepäckmärsche stellen Leistungsprüfungen dar und dienen der allgemeinen körperlichen Ertüchtigung der Kaufmanns- jugend. Die besten Marschleistungen werden durch Preise ausgezeichnet. Die 2ugendgruppe Giehen marschiert mit den umliegenden Gruppen von Lich aus über Eberstadt, Münzenber-a, Wohnbach, Berstadt, Utphe, Hungen nach Lich zurück. 2n Lich wird Samstag eine Abendfeier veranstaltet. Nach Beendigung des Marsches werden die Fungmannen gemeinsam verpflegt. Anschließend findet eine Abschluhkundgebung statt, bei der die Siegermannschaft verkündet wird. Der Abbau an der Gießener Volksschule. Äon Lehrer Ernst pörr, Schriftführer des Gießener Lehrervcreins. 2n den folgenden Zeilen sollen die Auswirkungen des Abbaues an der Volksschule zu Gießen kurz beleuchtet werden. Vielleicht ist es gewagt, in dieser Zeit der finanziellen Not weitester Volksschichten, der furchtbarsten Arbeitslosigkeit und der größten politischen Zerrissenheit unseres Volkes, etwas zu sagen gegen den Abbau an der Volksschule. Wir sagen es trotzdem! Nicht etwa, weil wir daS Recht hierzu für uns in Anspruch nehmen, vielmehr, weil wir es für unsere Pflicht halten, die Öffentlichkeit aufmerksam zu machen auf die Nöte unserer schulpflichtigen Jugend. Außerdem aber auch gerade deshalb, weil wir den Blick von den materiellen Fragen des Alltages hinlenken wollen auf die kulturellen Belange des Heranwachsenden Geschlechtes. Wir sagen es endlich, weil wir viele Eltern, die von unseren Schulverhältnissen gerade wissen, daß ihr Kind zur Schule geht, aufmerksam machen wollen auf unhaltbare Zustände an unserer Volksschule. Nicht um Verfechtung von Standesinteressen geht es uns hierbei, sondern um das Wohl und Wehe der uns anvertrauten 2ugend! 3m Schuljahre 1922 23 wurden die Gießener Volksschulen von 2890 Schülern besucht, die sich auf 81 Klassen verteilten. Hiervon waren sieben Klassen als Förderklassen für schwachbefähigte und zwei Klassen als Hilfsklassen für anormale Kinder eingerichtet. Durch den mehrfach vorgenommenen Personal- und Stellenabbau werden im laufenden Schuljahre 1932 33 — 3399 Schüler in 69 Klassen unterrichtet. Tie Zahl der Stellen ging sogar auf 67,5 zurück. (Dies erklärt sich durch die aus Ersparnisgründen eingerichteten Teilstellen.) Diese Zahlen sagen uns zunächst, daß sich die Zahl der Volksschüler in Giehen in den letzten zehn 3ahren um 509 vermehrt hat, die Stellenzahl dagegen sich stark verminderte. Die Zahl der Stellen wurde also nicht, wie dies in normalen Zeiten der Fall gewesen wäre, entsprechend heraufgesetzt, konnte noch nicht einmal beibehalten werden, sondern fiel von 81 auf 67,5. Nach der Durchschnittsklassenstärke (Schülerzahl einer Klasse) im Schuljahre 1922 23 müßten wir im laufenden Schuljahre in Gießen 97 Lehrerstellen haben. Da nur 67,5 Stellen vorhanden sind, gingen 29,5 Stellen durch Abbau bzw. durch unterbliebene Stellenvermehrung verloren. Dies bedeutet einen Stellenabbau von rund 30 v. H! Die Folge hiervon ist, daß unsere Schüler in stark überfüllten Klassenräumen sitzen, denn jeder Saal ist bis zur äußersten Möglichkeit vollgepfropft. Man bedenke hierbei, daß diese Kinder in den schlimmen Nachkriegsjahren und der 2n- flationszeit geboren sind und zum großen Teile die Folgen der Arbeitslosigkeit im Elternhause in Ernährung, Kleidung und Entwicklung zu tragen haben. Jedem Einsichtigen ist es klar, daß in derart überfüllten Klassen der gesamte Unterricht vergröbert werden muß. Es ist den Lehrkräften einfach unmöglich, sich so mit dem einzelnen Kinde zu befassen, wie dies unbedingt der Fall sein müßte. Der Unterricht kann nicht mehr die erforderliche Rücksicht auf Beanlagung und Auffassungsgabe des einzelnen Schülers nehmen: er wird und muh notgedrungen zum Massenunterricht werden. Erschwert wird der Unterricht noch dadurch, dah durch die Not der Zeit die früher bestehenden sieben Förderklassen und eine Hilfsklasse auf gegeben werden muhten. Nun sitzen diese Schüler wieder in Normalklassen, wirken aber hier als Ballast hemmend. Daß dieser Unterricht an jede einzelne Lehrkraft und an jeden einzelnen Schüler die höchsten Anforderungen stellt, soll nur erwähnt werden. Eine Reihe von Schulsälen (Alte Aliceschule und Baracken im Hofe der Pestalozzischule) sind als Unterrichtsräume einfach unhaltbar. Schon vor einem 3ahrzehnt wurden sie von einer städtischen Kommission als Unterrichtsräume verworfen. Trotzdem sind sie heute noch bis auf den denkbar letzten Platz ausgenutzt! Lichtverhältnisse, Heizung usw. sind derart, dah die Gesundheit der Kleinen in verschiedenster Hinsicht ernstlich gefährdet ist. Wann endlich sollen diese unhaltbaren Zustände aufhören? Wir bitten die Eltern unserer Schüler dringend, sich bei gelegentlichen Erkundigungen nach ihren Schülern von diesen Zuständen zu Überzeugen und für Abhilfe mit Sorge zu tragen. Wir Lehrer sind von der Notwendigkeit des Sparens auf allen Gebieten in dieser Notzeit vollständig überzeugt. Wir sind aber der Meinung, dah auf dem Gebiete der Volksschule durch übertriebene Sparmaßnahmen schwer gesündigt worden ist. Hier ist „öcS Guten" zu viel geschehen. Diese Sparmahnahmen müssen notwendigerweise einmal teuer bezahl werden, denn sie geschehen auf Kosten der Gesundheit, der Erziehung und der Kenntnisse unserer 2 ugenbl Hier wird übertriebenes Sparen zum nationalen Verhängnis! Was aber mühte dagegen geschehen? Einen vorbildlichen Weg zeigen hier die Städte Mainz und Offenbach, die aus eigenen Mitteln eine Anzahl Mehrstellen finanzieren. Diese Ausgaben werden hundertfältig Früchte tragen Ein bescheidener Anfang auf diesem Wege ist jetzt seit 1. 2uli 1932 auch in Giehen gemacht. Hoffentlich bleibt es nicht bei diesem ersten Schritte. Dringend notwendig wäre es weiter vor allem dah der nun schon so oft besprochene und versprochene Ausbau der neuen Pestalozzischule in den Eichgärten endlich Tatsache würde. (5ropfeuer in einer Möbelfabrik. • Nidda, 1. September. 2n der letzten Nacht gegen 23,30 Uhr brach in dem hinteren La - gergebäube der hiesigen Möbelfabrik RingShausen (2nhaber Friedr. R e u n i n g) Feuer aus, das großen Umfang annahm. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr war mit der Motorspritze sehr schnell zur Stelle, ferner waren die Feuerwehren von Kohden und Geih-Nidda erschienen. Die Wehren gingen mit großer Energie gegen den Brand vor, sie konnten aber doch nicht verhindern, dah das 20 Meter lange und drei Stockwerk hohe Lagerhaus mit allem 2nhalt big auf die Grundmauern ausbrannte. 3n dem Gebäude befanden sich außer Lagervorräten (Möbeln und Radiokästen, für welch letztere ein großer Auftrag vorlag» nach die Räume des technischen Bureaus, die Lackiererei und Färberei usw. Durch die verheerende Gewalt der Flammen wurde alles in dem Gebäude vernichtet. Die Feuerwehren hatten di- heute früh gegen 6 Uhr angestrengt zu tun, zur Zeit flackert der Brand immer noch hier und da auf. Der eifrigen 'Tätigkeit der Feuerwehren gelang es aber, bie übrigen Sabrilgcbäubc mit den Vorräten zu erhalten, so dah der Betrieb fortgeführt werden kann. Die Ursache des Brandes ist bis jetzt noch unbekannt. Der Schaden ist natürlich groß. Große Gorgen kleiner Leute. Unpolitischer Bericht aus der Reichshauptstadt. Gulliver auf dem Rummelplah. Sie brauchen nur in eine Strahenbahn zu steigen. Diese Bahn klingelt nut 2hnen davon, nach der nördlichen Grenze der Stadt. Dort heiht Berlin nicht mehr Berlin, sondern sehr Plxtisch: Lchönholz. Und ein Rummelplatz in Schönholz heißt noch poetischer: Traumland. Und auf dem Gelände des Traumlandes in Schönholz bei Berlin befindet sich die Stadt Liliput. Sie können also mit einer unauffälligen Straßenbahn als braver Gulliver aus Berlin nach Liliput fahren. Was ist das? 2n dieser Stadt haben sich drei Dutzend Liliputaner, eine Truppe, die sonst in Varietes und Dühnenschauen auftritt, zusammengeschlossen zu einer kleinen Gemeinde, die, so klein sie in jeder Beziehung ist, doch nichts vermissen läßt, was zu einer richtigen Gemeinde gehört. Klein und geduckt stehen da mehrere Häus- chen, jedes so groh, dah Gulliver fast mit dem ausgcstreckten Arm sein Dach erreichen kann -- und dabei noch mehrstöckig! Diese Stübchen, in denen die Liliputaner wohnen, sind im Durchschnitt zwei Meter lang und anderthalb Meter breit. Ein gewöhnlicher Mensch mühte aus sich schon beinahe einen Knoten machen, wollte er dort mit der Tür ins Haus fallen. Sogar ein Kind von 12 2rü>ren hätte seine liebe Not mit ihr. Dabei muh man sich aber auch vorstellen, daß der kleinste Liliputaner dieser Siedlung, ein junger Mann von achtzehn Fahren, ganze 54 Zentimeter groh ist. Aber Liliput hat auch einen Riesen. Der hat tu stattliche Höhe von 1,20 Meter erreicht und hofft, bei seinen 22 Fahren noch ein wenig zu wachsen. Er erfreut sich jedenfalls großen Ansehens in Liliput. Merkwürdigerweise schlafen aber die meisten Liliputaner nicht in ihren Häusern, sondern in Schlafwagen, die die Mitropa eigens und „nach Maß" für sie hergestellt hat. Fedes Abteil weist drei zweischläfrige Betten auf. Sie sind sehr stolz auf diese Wagen, wie man sich leicht vorstellen kann. Diese Wagen stehen ihnen ja so gut! Und in der Tür erzählen sie einem von vielen traurigen Erfahrungen, die sie auf ihrer Tourne in gewöhnlichen Hotelbetten gemacht haben. Dort muhten sie meist, wenn sie sich in diesem Bett nicht verlieren oder verlaufen wollten, zu fünft schlafen, und zwar pflegten sie sich quer zu legen, zwecks besserer Ausnützung des Raumes. Rings um diese kleinen sonderbaren Wohnlichkeiten befindet sich die „City" von Liliput. Dort prangt ein Rathaus, bewohnt von einem Bürgermeister, der zugleich Gemeindeältester ist: er steht im Alter von 52 Fahren und miht 86 Zentimeter, zehn Zentimeter weniger als ein Kind im Alter von vier Jahren. Um dieses imposante Gebäude gruppiert sich ein Postamt — bitte: Liliput hat eine Konzession von der Berliner Hauptpost, wenn es auch nicht eigene Briefmarken Herausgaben darf, sehr zum Kummer der Bevölkerung. Ferner ist eine Feuerwehr vorhanden, ein Schupo regelt den Verkehr, der nicht da ist, eine Apotheke verkauft Medikamente in Fläschchen, die das Entzücken jeder Puppenküche bilden würden, ein „Cafe Liliput" schenkt Getränke in Fingerhüten aus. Ein grohes Glas Bier in Liliput nähert sich bedenklich dem Format eines mittelgroßen Likörglases. Und, damit auch die Gegenwart in dieser Märchenstadt vertreten ist, befindet sich an einer Straßenecke die „Liliputbank für Handel und Grundbesitz". Die Türen sind festverschlossen, die Fenster verrammelt. Und auf dem Eingang steht geschrieben: „Wegen Insolvenz geschlossen." Weik weg vom Zentrum, in der Dorstadt von Liliput stößt man schließlich auf ein düsteres Gebäude dem man auf zehn Zentimeter Entfernung das Gefängnis ansieht. Aber was muß man sehen? Das Gefängnis zu Liliput ist zu vermieten, man preist die sechs Zellen, die es darin gibt, als Funggesellenwohnungen an und verweist im übrigen auf das Wohnungsamt, in dem die Grundbücher der Stadt Liliput (die eine verdächtige Ähnlichkeit mit Notizbüchern auf» weisen) zur Besichtigung ausliegen... Märchen in der Mlackstraße. Sie heißt nicht nur Mulackstrahe, die Straße, sie ist auch danach... Zwischen alten, einstöckigen, verfallenen Häusern pfercht sich ein schmaler Fahr- damm hindurch. Er läßt kaum Platz für einen kümmerlichen Bürgersteig. Dort stehen Arbeitslose an den Ecken, Kinder spielen, eine Schupostreife geht um. Denn diese Straße ist, wie man sagt, eine „verrufene" Gegend. Das ist aber Unfug. Sie brauchte so wenig verrufen zu sein wie irgendeine große, ehrbare Verkehrsader Berlins. Bloß arm ist sie, sehr arm. Fn dieser Straße ist nun, da es doch schönes Wetter und Hochsommer geworden ist, ein Mann aufgetaucht, ein alter Händler wie noch nie, mit einem großen Strauß Luftballons in der Hand. Große Aufregung! Die Kinder strömen hinzu. Die Arbeitslosen stehen und schauen. Aus dem Fenster taucht irgendwo ein ungelüfteter Frauenkops auf. Sogar ein Schupo, Wunder über Wunder, dreht sich um. Lächelt er? Er lächelt. Freundlicher Tumult. Wieviel denn so einer kostet, so ein Roter? Zehn Pfennig. Pause. Die Kinder schauen sich an. Einige kramen in ihren Hosentaschen. Und der da, der Blaue? Ebensoviel. Alle Ballons kosten, Stück für Stück, einen Groschen. Ach, wenn sie doch nicht so teuer wären! Aber da scheint sich ein Junge in besseren Verhältnissen gesunden zu haben. Stolz reicht er dem Mann sein Geldstück. Einen Roten? Den Blauen? Nein doch den Roten! Und der Mann zieht die kleine bunte Garbe herunter zu sich, nestelt an den Schnüren, der Kleine öffnet gierig seine Patschhand, und dabei... Und dabei läßt der Luftballonverkäufer einen Augenblick seine Schnüre zu locker, die Ballons entgleiten seiner Hand, steigen plötzlich hoch, über aller Köpse. Ein kleiner Schrei geht durch die Straße. Verdattert wendet der alte Händler seine Augen zum Himmel, wo sein kleines Kapital vergnügt und vielfarbig entschwebt. Wieviel mögen all die Ballons ihn gekostet haben? Viel-« leicht hat er in ihnen seine letzten Groschen angelegt? Fetzt — sind sie über ben Dächern. Fetzt — erkennt man bloß noch eine kleine Traube. Fetzt — hat sie ein Windstoß entführt und den Blicken entzogen. Der Händler steht reglos. Er hat eine kleine Schnur in der Hand, die er gerade am roten Ballon befestigen wollte. Der kleine Funge hält seine Hand noch immer ausgestreckt. Er schluckt. Er faßt nicht, was geschehen ist. Die anderen ringsum, Arbeitslose, Polizei, die Frau, haben dieses kleine Geschehen fast schon wieder vergessen — nun, da sie nichts mehr sehen. Langsam rinnen dem kleinen schmutzigen Jungen die Tränen über die Backe. Der Händler hat sich gedrückt. Still geht er irgendwo unter den Straßenpassanten. Vielleicht schämt er sich, lieber der Stadt Berlin aber, nun über einem ganz anderen Stadtteil, schweben, fast unkenntlich, hoch, höher, immer höher, die bunten Ballons, die einmal zehn Pfennig das Stück kosten sollten. Wohin sie nun wohl schweben mögen? Am Ende in die Stratosphäre — aus der Mulackstrahe? Buntes Allerlei. Alle finden plah - im Reichstag. Die Bautechniker haben jetzt das schwierige Problem gelöst, die 608 zum Reichstag gewählten Volksvertreter in einem Saal unterzubringen, der ursprünglich nur für 397 Abgeordnete gebaut und eingerichtet worden war. Mit jeder neuen Wahl, die wir nach dem Umsturz hatten, mußten die Abgeordneten auf einen Teil der ursprünglichen Bequemlichkeit verzichten, denn es wurden immer mehr Abgeordnete, ein Reichstag wurde immer kostspieliger als der andere. Noch einmal ist es gelungen, jedem Abgeordneten einen Plah zu geben. Nun ist aber jede Ecke ausgenutzt. Wenn die Zahl der Volksvertreter sich noch mehr erhöhen sollte, dann müßten bauliche Veränderungen vorgenommen werden. Alle bisher noch bestehenden Pulte der Abgeordneten sind beseitigt worden. Nur in der vordersten Reihe wurden die Pultkästen gelassen. Die vorderste Reihe ist für die FraktionSführer bestimmt und die Parteien erhalten eine der Zahl der Abgeordneten entsprechende Anzahl von Vorder- plätzen. Die Nationalsozialisten haben fünf Plätze in der vordersten Reihe, die Deutschnationalen und die Bayerische Dolkspartei je einen Vorderplatz, das Zentrum zwei, die Sozialdemokraten drei und die Kommunisten zwei Vorderplähe. Durch die Beseitigung der Pultkästen wurde Raum für achtundzwanzig Sitze geschaffen. Die außerdem noch fehlenden drei Plätze wurden an den Wänden des Saales angebracht. Ein Durstiger rüst die Polizei. Ernest Esnault, ein Pariser, der bereits gehörig über den Durst getrunken hatte, wurde unsanft aus einem Cafs befördert, in dem er weiteren Stoff begehrte, um seine Betrunkenheit zu vervollständigen. Doll Wut und Trauer lehnte der Arme, dessen Durst noch keineswegs gestillt war, nachts um 2 Uhr an einem Pfeiler des Quai de la Tournelle, als fein Blick auf eine Glasscheibe fiel, auf der die Aufforderung stand, man solle im Falle der Gefahr das Glas zerbrechen, um telephonisch die Hilfe der Polizei zu verlangen. Ein erlösender Gedanke durch- zuckte sein alkoholumdämmertes Gehirn. Mit raschem Schlag zertrümmerte er die Scheibe, nahm den Telephonhörer in die Hand, und als er am anderen Ende eine Stimme hörte, rief er gebieterisch: ,Fch verlange sofort ein großes Glas Bier!" „Sehr wohl", lautete die Antwort. „Bitte, warten Sie eine Minute." Der Dürftige seufzte erleichtert auf und wartete geduldig. Er wurde aber schwer enttäuscht, als rasch zwei Schutzleute auf Motorrädern erschienen und ihn aufforderten, sie auf die Polizeiwache zu begleiten ... Goldene, silberne und grüne Hochzeit an einem Tag. Ein eigenartige^ Fest ist dieser Tage in dem französischen Ort Villers St. Paul begangen worden. Drei Hochzeiten wurden am selben Tage in einer einzigen Familie, und zwar innerhalb von drei Generationen gefeiert. Herr und Frau Girard waren 50 Jahre verheiratet, und der 75jährige Ehemann feierte mit seiner 70jährigen Gattin die goldene Hochzeit. An demselben Tage beging eine ihrer Töchter, Frau Crosnier mit ihrem Gatten das Fest der silbernen Hochzeit, und eine Tochter des Silber-Brautpaares und Enkeltochter des goldenen Brautpaares, Germaine Crosnier, verheiratete sich an diesem Tage mit Andrö Willette. Sogar noch ein viertes Hochzeitsfest fiel auf diesen Jubeltag, denn eine andere Tochter des Ehepaares Girard konnte mit ihrem Gatten die 20. Wiederkehr des Hochzeitstages begehen, ein Fest, daS man als „kristallene Hochzeit'^ bezeichnet. Die ganze Gemeinde nahm an dieser seltenen Feier lebhaften Anteil. SJL-'Sport 1900 AI - ©peg. $ürfh AI 1:3 (0:3) Durch den starken Regen am Sonntag wurde der erhoffte Erfolg stark beeinträchtigt.. Das Spiel litt sehr darunter, und auch die erwarteten Zuschauer blieben aus. Gut hundert unentwegte Sportanhänger ließen es sich aber trotzdem nicht nehmen, dem Spiel zuzuschauen. Wenn auch das Spielfeld recht schlüpfrig war und teilweise unter Wasser stand, so wickelte sich trotz alledem ein von Anfang bis Ende interessanter, stets fairer und lebhafter Kampf ab, in dem, wie oorauszusehen war, der Gast meist den Vorteil hatte. Die Fürther, die schon am Abend vorher von Wetzlar eintrafen, wo sie 10:0 gegen die dortige SV.-Jugend gewonnen hatten, wurden von den Hiesigen mit recht gemischten Gefühlen betrachtet. Leider kam durch die sehr wenig erfreulichen Bodenverhältnisse das Können dieser Mcister- jugend nicht vollauf zur Geltung, aber dennoch zeigte sie im Ballstoppen, Abspiel, Freilaufen und in der Ballaufnahme, wie man es machen muß. Der Sturm zeigte wahrhafte Kunststücke in der Ballbehandlung und Kombination. Das Spiel begann recht vielversprechend für die 1900er, die in der ersten Viertelstunde ein wohl noch nie gezeigtes gutes Spiel lieferten. Mit einem wahren Feuereifer boten sie durch ihr schnelles und ideenreiches Zuspiel dem technisch besseren Gegner eine gleichwertige Partie. Sie konnten sogar mehr und bessere Torchancen herausarbeiten als Fürth, leider wurden vor lauter Aufregung drei sichere Tore vergeben. Die Fürther warteten mit prachtvollen Angriffen auf. Aber die blauweiße Verteidigung konnte geschickt alle Angriffe unterbinden. Auf einmal war es aber vorbei, 1900 hatte seine Kräfte überschätzt und wurde nun schnell zurückgedrängt. Die Fürther Verteidigung rückte auf und verlegte mit wuchtigen Schlägen das Spiel immer wieder in den Strafraum von 1900. Die Ueberlegenheit wurde aber immer drückender. Ein unglückliches Manöver des rechten Läufers von 1900 zog durch Ianda ein Tor für Fürth nach sich. Die Gastgeber kamen dann kurz auf, die Fürther waren aber schnell wieder da, aus der vielbeinigen Mitte wanderte der Ball zum Rechtsaußen, eine feine Flanke, die von der Verteidigung verpaßt wurde. Der Halblinke der Gäste erwischte den Ball, ein kurzes Dribbling, ein Bombenschuß und Tor Rr. 2 saß unhaltbar. Kurz darauf eine Ecke von rechts, der falsch stehende Tormann konnte den Fall nicht erreichen. Tor 3, von Tod prachtvoll eingeköpft, war die Folge. Bald darauf Pause. Die zweite Halbzeit war ziemlich ausgeglichen und zeigte mehr offenes Feldspiel. Trotz der schweren ersten Hälfte kämpften beide Parteien mit unermüdlichem Eifer weiter, bei 1900 versagte die Läuferreihe teil- und zeitweise, doch der Sturm verstand es, immer wieder durchzubrechen, kam aber nicht zum Schuß. Es gab mehrere Ecken für Fürth die aber nichts einbrachten. Es folgten noch einige schöne An- griffe des Gastgebers, deren einer das Ehrentor brachte. Der Halblinke setzte einer Flanke des Rechtsaußen energisch nach und konnte den Ball, der dem Torhüter entfiel, aus kurzer Entfernung unhaltbar einsenden. Roch zweimal winkten für 1900 Erfolge, die den Ausgleich bringen konnten. Zwei Schüsse aus kurzer Entfernung blieben neben dem am Boden liegenden Tormann im Wasser kurz vor der Torlinie hängen. Mit einem schönen Angriff der . Fürther endete das schöne Spiel, das trotz der schlechten Platzverhältnisse ein Lehrspiel war. Rad-Weltmeisterschaften in Rom. Den Höhepunkt der Rad-Weltmeisterschaften 1932 in Rom bildeten am Mittwoch die Strahen- Weltmeisterschaften. Bei der ungeheueren Beliebtheit der Strahen-Rennen in Italien nimmt die Zuschauerzahl von 1OOOOO Menschen, die allein beim und in der Rühe des Zieles Aufstellung genommen hatte, nicht weiter wunder. Für die Absperrungsmahnahmen wurden allein 10 000 Soldaten eingesetzt. Es gab einen Doppelsieg der Italiener. Das war natürlich Oel auf die Flamme der Begeisterung der Zuschauer, deren Iubel keine Grenzen mehr kannte. Bei den Amateuren siegte M a r - tano, dichtauf gefolgt von dem Schweizer Eglh, Choque-Frankreich, Macchi-Italien und Heim- Luxemburg. Den sechsten Platz belegte der Deutsche Lohmann, der sich mit dem Nürnberger Scheller (12. Platz) lange bei der Spitzengruppe gehalten hatte, zum Schluß aber doch das schnelle Tempo nicht mehr durchhielt und vier Minuten Zeit verlor. Bei den Berufsfahrern wurde Dinda zum dritten Male Weltmeister der Landstraße. Man hatte mit seinem Siege kaum gerechnet und seinen Landsmann Guerra favorisiert. Deutsche Berufsfahrer waren bei dieser Konkurrenz nicht am Start. Das Rennen verlief ziemlich langweilig, nur zum Schluß brachten einige Steigungen einige Belebung. Kurze Sportnotizen. Der deutsche Marathonmeister, Geihler-Dharlottenburg, nimmt am kommenden Sonntag an einem Marathonlauf in Antwerven teil. • Die Olympischen Spiele 1 936 in Berlin sollen nach einer Aeußerung des Generalsekretärs Dr. Diem genau nach dem Muster von Los Angeles aufgezogen werden, da es nach dem Urteil des deutschen Sportführers nichts Besseres gehe. "12. Gaufrauenturnen in Bad-Nauheim. Oie Ergebnisse. Siebenkampf der Turnerinnen- Oberstuse (43 Bewerberinnen): 1. Sieg Ria Philipp, Tv. 1846 Gießen, 133 P.; 2' Ria Schwan, Mto. Gießen, 130; 3. Mathilde Koch, To. 1846 Gießen, 126; 4. Eise Bickelhaupt, Dttv. Gießen, 123; 7. Emilie Reuschling, Tv. Heuchelheim, 120; 8. OTertrui) Bock, Tv. Grünberg, 119; 10. Klara Amend, Tv. Krofdorf, 117; 12. Emma Loin, Do. Grünberg, 112; 13. Gertrud Gombert, Tv. Krofdorf, HO; 14. Else Eckhardt, Tv. Nidda, 109; 15. Else Homel, Reichsbahn-T.- u. Spv. Gießen, 108; 16. Hilda Schmidt, To. Krofdorf, Minna Bachmann, To. Freienseen, 107; 18. Käthe Bath, Tv. Heuchelheim, 104; 21. Erna Petromann, Tv. Nidda, 101; 22. Tilli Hahn, To. Kiein-Linden, 100. Siebenkampf der Turnerinnen- Un ter stufe (133 Bewerberinnen): 1. Luise Weiß, Tv. Großen-Linden, 118 P.; 2. Johanna Pasch, Tv. Heuchelheim, 116; 3. Gretel Bing, Tv. 1860 Bad- Nauheim, Marie Hofmann, Tv. Wetzlar, Else Reuschling, Mtv. Gießen, Anna Weinand, Tv. Großen- Linden, 114; 4. Emma Lotz, Tv. 1846 Gießen, §>enny Obmann, Mtv. Gießen, 113; 6. Anni Schmidt, Tv. 1846 Gießen, Herta Wilhelm, Mtv. Gießen, 111; 7. Anna Lehmann, Tv. Nidda, 110; 8 Else Beinhorn, Tv. Großen-Linden, Suchan, To. Krofdorf, 109; 9. Lina Löber, Tv. Heuchelheim, 108; 10. Lina Schaumburg, To. Nidda, Johanna Wolf, To. Nidda, Marie Sick, Tv. Grünberg, 107; 11. Elisabeth Högel, Tgm. Laubach, 106; 12. Elli Scholl, Tv. 1846 Gießen, Frieda Niebergall, Reichsbahn-T.° u. Spv. Gießen, Emmi Schupp, Tv. 1846 Gießen, Marie Volkmann, Tv. Heuchelheim, 105; 13. Else Schmidt, Tv. Lich, Marie Walter, Tv. Freienseen, Lina Reisner, Tv. Burgsolms, 104; 14. Tilli Hofmann, To. Burgsolms, Hedwig Böcher, To. 1846 Gießen, Lina Michel, Tv. Treis a. d. L., 103; 15. Christine Schmidt, Mto. Gießen, Katharine Har, bach, To. Treis a. d. L., Marie Heer, To. Heuchelheim, Li esel Georg, Mtv. Gießen, 102; 16. Hedwig Schmidt, To. Lang-Göns, Emma Rühl, Tv. Lang- Göns, Lina Bender, To. Krofdorf, Berta Böcher, Tv. 1846 Gießen, Luise Zoll, To. Nidda, 101; 17. M. Euler, To. Treis a.d. L., Marie Wagner, Tv. Krofdorf, 100; 18. Milli Mann, To. Nidda, Hilde Schall, Reichsbahn-T.- u. Spo. Gießen, Marie Schäfer, To. Lich, Erni Schäfer, To. 1846 Gießen, Marta Wagner, To. Lang-Göns, Alwine Dreier, Tv. Lang-Göns, 99; 19. Kath. Meyer, To. Treis a. d. L., Gretchen Rinn, Tv. Heuchelheim, Frieda Römer, Tv. Krofdorf, 98; 20. Anna Amend, Tv. Treis a. d. L., Hedi Schuchardt, Do. 1846 Gießen, Marie Heidt, Tv. Lang-Göns, Elisab. Schäfer, Tv. Lich, 97; 21. Marie Uhrhan, To. Lich, Lotte Böhling, Tv. 1846 Gießen, 96; 22. Anna Klein, Tv. Treis a. d. L., Emmi Langsdorf, Tv. 1846 Gießen, 95; 23. Anna Peter, To. Groß-Eichen, Berka Tröl- ler, To. Groß-Eichen, 94; 25. Marg. Zecher, Tv. Treis a. d. L., Marie Becker, Tv. Treis a. d. L., 91; 26. Anna Will, Tv. Treis a. d.L., 90; 27. Lore Schäfer, To. Lich, 89; 29. Hedwig Marten, Tv. Klein-Linden, 87; 30. Frieda Schaum, To. Klein- Linden, 85. Siebenkampf-Jugendturnerinnen- Oberstufe (56 Bewerberinnen): 1. Minna Tort, Id. Alsfeld, 126 P.; 2. Frieda Henkel, T.- u. Spo. Marburg, 123; 3. Mia Hamel, Reichsb.-T.- u. Spv. Gießen, Ilse Hilgen, T.-u.Spv. Butzbach, 121; 6. Kathi Körner, Mto. Gießen, 116; 7. Klara Wagner, To. Krofdorf. 114; 8. Marie Schmidt, Tv. Lich,'113; 11. Marga Bepler, To. 1846 Gießen, Hedwig Döll, Mto. Gießen, Melani Günther, To. Freienseen, 109; 12. Frieda Flick, To. Freienseen, Liselotte Herbert, To. 1846 Gießen, 108; 13. Else Schneider, Tv. Krofdorf, Johanna Wagner, Reichsb.-T.- u. Spo. Gießen, 107; 14. Elfriede Börmel, Tv. Nidda, Hilde Valentin, To. Krofdorf, 106; 16. Wilma Leipolt, Tv. 1846 Gießen, 102; 17. Gretel Junker, Reichsb.-T.- u. Spo. Gießen, Pauline Steuernagel, Tv. Groh-Eichen, 101; 19. Hilde Weil, Do. Klein-Linden, 99; 20. Leni Dern, To. Großen-Linden, Anni Schnez, Mtv. Gießen, Kätchen Wagner, To. Hermannstein, 98; 21. Ella Kissel, Do. Klein-Linden, Karoline Loh, Do. Krofdorf, 97; 22. Hedwig Pfeffer, Tv. Grünberg, 96; 23. Ottilie Frey, Tv. Klein-Liniden, 95; 24. Mari« Sommer. To. Krofdorf, 94. Sechskampf der Jugendturnerinnen- Unterstufe (97 Bewerberinnen): 1. Erika Wiegand, To. 1846 Gießen, 109; 2. Hilde Huisgen, Do. Wetzlar, 108; 3. Erika Schneider, Tv. Wetzlar, 106; 4. Dina Michel, To. Grünberg, 104; 5. Margot Benderoth, To. 1846 Gießen, 102; 6. Gertrud Funke, Tv. 1846 Gießen, 101; 7. Gretel Zölzer, Mio. Gießen, Thea Walz, Tv. Lich. 99; 8. Lieselotte Walldorf, Tv. 1846 Gießen, Hilde Würtz, Tv. Krofdorf, 98; 9. Anni Fritzges, Mtv. Gießen, 97; 10. Käthe Schmalz, Mto. Gießen, 95; 11. Marta Rinn, To. Klein-Linden, 94; 12. Irmgard Krahl, Tv. Großen- Linden, Jngeborg Geilfuß, Mtv. Gießen, 93; 13. Anneliese Hollmann, Mtv. Gießen, Gretel Leinweber, Mto. Gießen, 92; 14. Gretel Kreutzer, Tv. 1846 Gießen, Ruth Wintterlin, Tv. 1846 Gießen, Irmgard Fischer, Mtv. Gießen, 91; 15. Anni Reuschling, Mtv. Gießen, Emmi Schöttler. To. Großen- Linden, Emma Keller, To. Freienseen, 90; 16. Marta Menges, To. Großen-Linden, Gretel Schmidt, Tv. 1846 Gießen, Elli Stamm, To. Groß-Eichen, Lissi Steinmüller, To. Klein-Linden, Gertrud Schäfer, Do. Grünberg, 89; 17. Greda Klein, Do. Treis a. d. L., Anneliese Beinhorn, Tv. Großen-Linden, Paula Schäfer, To. Lich, 88; 18. Elli Henkel, Tv. Krofdorf, Emmi Grau, To. Treis a. d. L., Marie Weigel, Tv. Klein-Linden, 87; 19. Klara Stork, Tv. Krofdorf, Erika Bill, Tv. H cmannstein, Emmi Junker, Tv. Großen-Linden, Elli Politz, To. Klein- Linden, Tilli Rinn, Do. Klein-Linden, 86; 20. -Narle Burger, To. Klein-Linden, Friedel Haus, Tv. 1846 Gießen, Erni Müller, To. Klein-Linden, 85; 21. Greta Euler, Tv. Treis a.d.L., Gretel Wagner, To. Krofdorf, 84; 22. Christine Will, To. Treis a. d. L., Marie Griebel, Tv. Hermannftein, Ottilie Krauskopf, Tv. Großen-Linden, 83, 23. Anna Weimer, Tv. Hermannftein, 82; 24. Anna Bergen, To. Treis a.d. L., Frieda Jung, To. Klein-Linden, 8L Volkstümlicher Vierkampf (24 Bewerberinnen): 1. Martin Arabin, Tv. Wetzlar, 79 P.; 2. Toni Klier, To. Wetzlar, Tilli Reinheimer, Tgm. Friedberg, 74; 3. Gertrud Oppermann, Dv. Wetzlar, 71; 7. Margot Katz, Mto. Gießen, 60. Sondervorführungen. „Sehr gut" erhielten: To. 1860 Bad-Nauheim, Keulenübungen, Tanzgymnastik; Mtv. Bad-Nauheim, Keulenübungen; To. 1846 Gießen, körperschulende Stabübungen; Tv. 1846 Großen-Linden, Freiübungen; To. Krofdorf, Walzertanz; Tv. Nie- der-Wöllstadt, Hebungen aus der Bewegungsschule; Tv. Wetzlar, rhythmische Hebungen. „® u t" erhielten: Tv. Alsfeld, Volkstanz; T.° u. Spv. Butzbach, Baren; Tgde. Friedberg, Medizinball-Hebungen; Mtv. Gießen, Barren; Tv. Großen- Eichen, rhythmische Hebungen; To. Grünberg, Wal- zertanz; Do. Homberg a.d. Ohm, 3 schlesische Volkstänze; To. Klein-Linden, Gruppentanz; Tv. Lauterbach, Schwung- und Hüpfübungen; Tv. Lich, Volkstanz; T.-u.Spv. Marburg, Bewegungsformen; Tv. Treis a.'d. Lumda, Keulenübungen. Handball im (San Hessen (O. T.) To. Allendorf (Lahn) 1 — Tv. Lich I 5:3 (4:2). Trotzdem Allendorf zu diesem Spiel nur mit zehn Mann antrat und außerdem auch noch zwei seiner besten Spieler ersetzen mußte, stand der Sieg und damit der erste Punktgewinn nie in Frage. Der Gegner, der ebenfalls mit zehn Mann spielte, war nicht schlecht, konnte am Anfang sogar mit zwei Toren in Führung geben, mußte aoer der besseren Mannschaft von Allendorf den Sieg überlassen. Wirtschaft. * Wieder Samstag-Börse. Don Samstag, 3. September, ab, findet die Frankfurter Börse an Samstagen wieder von 11 bis 13 Hhr statt. Die ersten Kurse werden um 11 Hhr, die Einheitskurse um 12.15 Hhr, die Schlußkurse um 13 Hhr festgestellt. 'LieReichsindexziffer für dieLe - bensHaltungskosten im August. Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten (Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und „sonstiger Dedars') beläuft sich für den Durchschnitt des Monats August auf 120,3, gegenüber 121,5 im Vormonat; der Rückgang beträgt somit 1 v. H. An den Rückgang sind hauptsächlich die Bedarfsgruppen Ernährung und Bekleidung beteiligt. Es sind zurückgegangen die Indexziffern für Ernährung um 1,8 v. H. auf 111,8, Bekleidung um 0,8 v. H. auf 115,3, sonstiger Bedarf um 0,2 v. H. auf 165,1. Die Indexziffer! für die Wohnung ist mit 121,3 unverändert, die Indexziffer für Heizung und Beleuchtung mit 134,3 nahezu unverändert geblieben. Innerhalb der Gruppe Ernährung sind hauptsächlich die Preise für Gemüse und Kartoffeln zurückgegangen. * Neue Verordnung über Zo lltar if- änberungen. Im Reichsgesetzblatt Nr. 56 ist eine Verordnung über Zolländerungen veröffentlicht worden. Darin werden neben den bereits bekannten landwirtschaftlichen Zöllen »auch Zolltarifänderungen für eine Anzahl industrieller Waren be- timmt. Die vorgesehenen Zollerhöhungen haben sich zum Schutz einzelner Industriezweige als notwendig erwiesen, Oie durch die Verdrängung der deutschen Waren von den Auslandmärkten und die zunehmende Steigerung der Einfuhr nach Deutschland, die zum Teil auf die veränderten Währungsverhältnisse zurückzuführen ist, in besonders starkem Maße betroffen sind. * Das Geschäf t auf der Leipziger Messe. Die auf Neuheiten konzentrierte Nachfrage in allen Branchen hat in den ersten Tagen der Leipziger Messe zum Teil die Erwartungen Übertroffen. Aussteller, die leicht verkäufliche praktische Neuheiten auf die Messe gebracht haben, berichten vielfach über recht gute Abschlüsse. Auch die Erfindungen- und Neuheitenschau, die viele praktische Dinge für den Hausbau und die Haus» eiirrichtung enthält, zeigt nach wie vor einen großen Andrang. Entsprechend sind vielfach die Aufträge. Die regelmäßige Kundschaft, die sich auf der Herbstmesse für die Wintersaison und das Weihnachtsfest versorgt, ist in allen Branchen ziemlich zurückhaltend und vorsichtig. Die Textil- messe, die am Mittwoch stets ihren programmmäßigen Abschluß findet, hat leidlich befriedigt. Auch auf ihr konzentrierte sich das Geschäft auf Standardwaren in der Preislage für den unmittelbaren Bedarf. * Moratoriums-Vorschlag derIun» kers Flugzeugwerk AG., Dessau. Zu dem am 9. September stattfindenden Dergleichs- termin gibt die Iunkers-Flugzeugwerk AG.. Dessau, in einem Rundschreiben an die Gläubiger bekannt, daß der Entschluß gefaßt worden ist, den Gläubigern keinen Forderungsnachlaß zuzu- muten. Es wird vielmehr ein einjähriges Moratorium vorgeschlagen, da auf Grund der günstigen Entwicklung des Unternehmens in den letzten Monaten eine 100prozentige Befriedigung erwartet werden kann, falls durch die Stundung auf die Dauer eines Iahres die Aufbauarbeit gewährleistet wird. Forderungen bis zu 500 Mk. oder hierauf ermäßigte Ansprüche sollen innerhalb eines Monats voll ausgezahlt werden. Hm einerseits den durch die Verhandlungen mit Interessenten gebotenen Möglichkeiten und andererseits der Unsicherheit der allgemeinen Wirtschaftslage Rechnung zu tragen, ist jedoch den übrigen Gläubigern das Recht gegeben, das Moratorium zu widerrufen und einen Quotenvergleich auf einer Basis von mindestens 50 Prozent herbeizuführen. Frankfurter Abendbörse fest. Frankfurt a. M, 31. Aug. Die im Mittags- schluhverkehr eingetretene Befestigung setzte sich an der Abendbörse bei recht lebhaften Umsätzen fort, wobei die Spekulation in Verbindung mit neuen Kundenorders Deckungen und Käufe vornahm. Gegen den Berliner Ahluß betrugen die Erhöhungen 0,5 bis 1 v. H., Zement Heidelberg gewannen 1,5 v. H. Im Verlaufe und bis zum Schluß der Börse blieb die Tendenz f e st mit neuen Besserungen von 0,25 bis 0,5 v. H. Südd. Zucker kamen nach Pause mit 124 v. H. um 11 v. H. höher zur Notiz, wobei infolge Materialmangel die Zuteilung beschränkt wurde. Am Rentenmarkt lagen deutsche Anleihen etwas fester, Schuldbuchforderungen blieben behauptet. Lebhafteres Geschäft entwickelte sich von fremden Werten für Türken, Ungarn und Mexikaner mit Erhöhungen von 0,25 bis 0,5 v. H. Neubesih 56/8, Altbesitz 51,25, Ungar. Goldrente 6,75 bis 6'/8, Zolltürken 3V$, 5proz. Goldmexikaner 7,25 bis 73/8, Buderus 363/8 bis 36,5, Mannesmann 54, Rheinstahl 61, Stahltrust 19,5 bis 19,75, AEG. 41,5 bis 41,75, Zement Heidelberg 54,5, IG.-Farben 945'8 bis 94,75, Metallgesellschaft 37 bis 373/8, Zellstoff Waldhof 41,25 bis 42, Hapag 16. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Zistern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 o.H, Lombardzlnsfuß 6 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Gchlußk. Abend« börsr Schluß- kurs Gchlußk. Mittag- bSrse Oafum 30.8. 31-8. 30.8- 31.8. 6% Srut.die WetdjsanleitieD. 192. 60.5 60.75 60,9 60,9 u% ehcm.7%Dt. Relchsanl.v.l92V 67 68 67,13 62,75 68,5 5%% Bvung-Anlethe von 1930 . 62 62 63,25 Deutsch..' Anl.-Ablos. Schuld mti Ausloi.-Rechten...... 51,5 51,25 51,4 51 Desai, ohne Auslo!.-Rechte . . 5,4 5,65 5,3 5,5 6% ehern 8%£>cfi. Bollsstaal 1929 (tudiahib. 102%)...... Oberhellen Provinz-Anleihe mit AuSIol.-Rechten...... — 56 57 57 48,5 48,5 — — Deutsche Komm. Eammelabl. Anleihe Serie 1...... 48,5 47,9 48,13 48,25 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Banl Golovt". r> unkündbar bis 1935 67,5 67,75 — —— 6% ehern. 7% Franks. Hyp.-Banl Golovi- 16 unkündbar bis 1936 — 67 5’/2% ehern. 4’/2% Frankf.Hyp.- Bank Ligu Piaudbriese . . . 5/z% ehern. 4^% Rheinilche Hnv.-Bank^iau.-Goldvie. • • u 77 — — 78 77.65 6% ehern. 8% Pr. Landespsand- briesanstm Pfandbriefe R. 19 67 _ —1 67 6% ehern. 7% Pr. Landespfand- briefanstatt Pfandbriefe R. 10 67,5 67 - — 4% Oesterretchtlche Bolvrenle . 4,20% Oesterreichllche Silberrentc 10,25 10,4 10,4 10,4 — —- —— 4% Ungarische Goldrenle .... 6,45 6,9 6,5 6,6 4% Ungarilche Staatsrente v. 1910 6,35 6,5 6.45 6,55 4y2% desgl. von 1913..... — — 6% abgest. Goldmertlaner von 99 7 7,4 6,8 7,1 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleih. Serie 1 . . 3,4 3,4 3,5 3,5 3,8 _ 3,7 4% besal. Serie II....... 3,5 3.7 — 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 6,1 6,25 5,75 6,2 4^^>Rumän.vereinh.Rentev.l913 10,8 11,5 10,5 11,75 4% Rumänische vereinh- Rente 5,4 5,4 5,25 5,3 2W% Ana,aller 17.4 17,25 17,2 17,25 Frankfurt a.M. Berlin Schluß» kurs Gchlußk. Abendbörse Schlußkurs Gchlußk. Mittag. börie Datum 30.8. 31.8. 30.8. 31.8. Pamvurg-Amerua Paie. . u 15.9 16 16 15 5 Hamburg-Südam. Dampfschiff Hansa Dampsjchiss . . 0 < — 23,5 23.75 Norddeutscher Lloyd .... A.G. für BertehrSwesen Mt. < 0 16,75 43,5 16,65 45 16,4 43. H 16'75 Berliner Handelsgeiellschast . 4 89 89,5 Commerz- und Prival-Bank . 0 53.5 53^5 53^5 Darmstädter und Nationalbanl 0 _ 18,5 Deutsche Bank und Dtsconio-Gesellschaft. . . 0 75 75 75 61.75 Dresdner SBanl...... 0 18,5 61,75 Reichsbank........ 1 131 132 129,75 132 A.E.G........... . 0 40 41,75 41,13 41,25 Bergmann........ . c — — Elektr. LieserungSgefellschast. 5 73,25 73,5 72,4 73 Licht und Kraft...... 6 84,5 87 85 87,5 Fellen S Guilleaume . . . . c 49 51 48,25 52,13 chesellschast für Elektrische 73,25 Unternehmungen .... Rheinische Elektrizität . . . 4 73,5 73,4 73,5 dB 73,25 72 69,5 71 Schuckerl & Go....... c 74,5 75,5 75 76,25 Siemens L HalSke..... 9 141,5 141,25 141,5 141,5 Latzmeyer & Go....... 10 96 96 95,75 95,5 Buderus......... 4 36 36,5 35 36,5 Deutsche Erdöl..... 5 77,5 77 76,13 77 Geilenkirchener...... 8 37 39,5 36.9 39,4 Harpener......... 0 71,5 71,13 70 70,75 Hoejch Eilen........ 6 — — 32,13 33,5 Ille Bergbau....... 10 137 137 137 — Ilse Bergbau Genüsse . . . 95,5 94,75 94 Kwcknerwerle....... 6 32,5 33.5 32,13 35 Mannesmann-RLHeen . . . « 50.25 54 50,75 53,25 ManSfelder Bergbau .... 0 19 20,5 18,75 20,25 Oberschles. Kolswerke . . . 8 40,13 39,75 Phönix Bergbau......4% 21 22,5 20,9 22,4 Rheinische Braunkohlen. . . Rheinstahl......... 10 0 187 58,25 188 61 187 58,25 187,75 60 Frankfurt a. 2)1. Aerlin Schluß« kurs Schluß!. Abend- börsc Echluß- kurs Gchlußk. Mittag- börsc Datum 30.8. 31.8. 30-8. 31.8. Riebest Montan...... 7,i — — — — Bereinigte Stahlwerke . . . . 0 18,25 19,75 17,75 19,65 Otavi Minen....... 0 16,9 17,25 17 17,25 Kaliwerke Aschersleben . . . 6 105,5 110.5 105,5 103,5 105,5 Kaliwerke Westeregeln . . . 6 111 109,5 110,5 179,5 Kaliwerke Salzdetfurth . . . 9 179 178,5 177,5 I. G. Färben-Industrie. . . 7 93,4 94,75 93/i) 94,5 Scheideanstalt....... 10 138,5 139 — — Goldschmidt........ . 0 31,5 31,5 32,5 30,75 Rüigerswerke....... . 0 39,75 40,75 40 40,25 Metällgelellschast...... . Q 34,5 37,4 34,25 37,25 Philipp Holzmann..... . 01 53 54,75 54 54,9 Zementwerk Heidelberg. . . Cementwcrk Karlstadt. . . . . 4 . 0 56 54,5 39 — — WaystSFreytag..... . 0 5,9 5,9 — — Schultheis Patzenhoser . . . Mu (Allgemeine Kunstseide) 0 0 52 52,5 58,65 51,5 60,25 52,5 Bemberg...... 0 54,5 55,5 55,5 55,75 Zellstoff Waldhof .... o 40 42 41,5 41 Zellstoff Aschaffenburg . . . 0 31 31 29 30 Dessauer Gas . . . . 7 — 91,5 92.25 Daimler Motoren . . 0 18,5 19.5 18 19.5 Deutsche Linoleum . . . . 0 44,5 46 43,25 46 Orenstein & Koppel . . . . 0 34,75 35,25 Leonhard Dietz..... . 6 46,5 48 46,75 48 SvenSka ...... _ Ehade.......... 12 173,5 1741 173,25 173 Frankfurter Maschine« . . . Grihner....... Mainkraftwerke Höchst a M. . 0 19,13 19,65 — 58,5 58.5 — Süddeutscher Zucker . . . - 124 — 124 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a.2H. 30-August 31 .August Amtliche Geld Notierung Ariel Amtliche Geld Notierung Arle' Helstngforl . 6,264 51.95 6,276 52,05 6,264 51,95 6,276 52,05 Prag . . . 12,465 12,485 12,465 12,485 Budapest. . — — Sofia . . . 3,057 3,063 3,057 3,063 Holland . . 169,73 170,07 169,73 169,97 Oslo.... 73,13 73,27 73,13 73,27 Kopenhagen. 77,68 77,82 75,17 75.33 Stockholm . 74,92 75,08 74,92 75,08 London. . . Buenos Aires 14,605 0,898 14,645 0,902 14,595 0,908 14,635 0.912 Reuyork . . 4,209 4,217 4,209 4,217 Brüssel. . . Italien. . . Paris . . . Schweiz . . Spanten . . Danzig. . . Japan . . . Rio de Ian.. Jugoslawien. Lissabon . . 58,34 21,58 16,495 81,52 33,82 82,02 0,969 0,322 6,693 13,34 58,46 21,62 16,535 81,61 33,88 82,18 0,971 0,324 6.707 13,36 58,34 21,60 16,495 81,52 33,87 82,07 0,969 0,322 6,693 13,34 58,46 21,64 16,535 81,68 33,93 82,23 0,971 0,324 6,707 13,36 Banknoten. Berlin, 31. August Geld Arles Amerikanische Noten...... Belgische Noten...... 4,20 58,18 75,00 14,555 16,455 169,26 21,56 72,95 4,22 58,42 75,30 14,615 16,515 169,94 Dänische Noten....... Englische Noten...... Französische Noten....... Holländische Noten........ Italienische Noten....... Norwegische Noten....... Deutsch-Oesterreich, i 1OO Schilling 73*25 Rumänische Noten........ Schwedische Noten...... 2,49 2,5t 75,05 81,66 33,87 Schweizer Noten...... Spanische Noten......... Ungarische Noten........ 33,73