nr. 126 Erster Blatt 182. Jahrgang Mittwoch, 1. Juni 1952 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte (Lietzener Famllienblätter Heimat im Bild ■ Die Scholle Monat,-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen *BUL 1.95 01>nc Illustrierte . 180 Zustellgebühr .. , - 25 Auch bet Nichterscheinen oon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. zernsprechanschlüste nnttr Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach- richtens Anzeiger Oietzeu. Postscheckkonto: 8ranksurt am Main 11686. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Drurf und Verlag: vrühl'fchc Untversiläir-Vuch> und Steinörudcrci R. Lange tn Stehen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Schnlstraße 7. Annahme van Anzeigen für die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig: für Ne» klameameigen von 70 mm Breite 35 Ueichspfennig, Platzvorfchrift 20', mehr. Cbtfrebakteur: Dt. Fnedr. Wild. Lange. Berantwortlich für Politik Dr. Fr. Wild. Lange; für Feuilleton Dr H.TKyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein unb für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Bietzen. Nationale Konzentration Fast über Nacht haben sich die schwarzen Wetterwolken, die sich schon seit geraumer Zeit über dem Haupt des Reichskabinetts drohend zusammenzogen. in einem reinigenden Gewitter entladen und eine klare Situation geschaffen. Reichskanzler Dr. D r ü n i n g. der dem Reichs» Präsidenten von Hindenburg nach dessen Rückkehr aus Reudeck über die von der Reichsregierung geplante Notverordnung Bericht erstattet hatte, mutzte feststellen, datz der Reichspräsident nicht gewillt war, dem Kanzler die von dem Kabinett erbetenen Vollmachten zu geben. DaS Kabinett hat daraus die Folgerungen gezogen und dem Reichspräsidenten unverzüglich seinen Rücktritt angeboten, der angenommen wurde. Gin Vorgang, der in der an Regierungskrisen und Kanzlerstürzen wahrlich überreichen deutschen Geschichte der Rachkricgszeit ohne Dei- Kist. Denn immer ging bisher der Sturz einer icrung vom Parlament aus, sei es, datz das Kabinett über ein Mißtrauensvotum zu Fall kam oder eine Koalition zerbrach oder die eigene Pr rtei den Rücktritt des Kanzlers erzwang. Diesmal hat das Staatsoberhaupt den An- stoh zur Demission gegeben, indem es dem Kabinett die bisher gewährte Deckung verweigerte, vie es zum Erlaß der neuen Notverordnung brauchte Dabei werden vermutlich weniger die Beanstandungen eine Rolle gespielt Haben, die der Reichspräsident an einzelnen Punkten der geplanten Notverordnung zu machen hatte, als vielmehr die politische Lage im ganzen, wie wir sie hier am Samstag skizziert hatten. 'Der Reichspräsident hielt es offensichtlich nicht länger für tragbar, datz die innerpolitische Entwicklung, die zum erstenmal in den Reichstagswahlen des September 1930 eindeutig zum Ausdruck kam, von der Reichsregierung weiterhin unbeachtet blieb und bei diesem offen zutage liegenden Zwiespalt «en Volkswillen und Staatsleitung dem ohne Anhörung des Parlaments neue unerhörte Opfer auferlegt werden sollten. Es ist zwar aus der entscheidenden Unterredung, die der Reichspräsident mit dem Kanzler am Sonntag unter vier Augen hatte, nichts bekanntgeworden, ober die Weigerung Dr. Brünings, bei der not- wendigen (Ergänzung und Umbildung seines Kabinetts der innerpolitischen Entwicklung Rechnung zu tragen, dürfte sicherlich für den Entschluß Hindenburgs, diesmal seine Unterschrift zu versagen, maßgebend gewesen sein. Daß der Reichskanzler daraus die Notwendigkeit des Rücktritts folgerte, ohne das Urteil des Parlaments abzuwarten, das ja noch in der Psingsttagung em Mißtrauensvotum gegen fein Kabinett mit einer Mehrheit von 30 Stimmen abgelehnt hatte, das entsprach in. seiner letzten Konsequenz dem besonderen Vertrauensverhältnis jtoifdten Reichspräsident und Kanzler, auf dem Dr. Brüning seine Arbeit vom ersten Lage der Amtsübernahme an aufgebaut hatte. Da er fest stellen mutzte, daß dies Vertrauensverhältnis durch die Vorgänge der letzten Wochen merklich erschüttert war, machte er durch seine Demission die lofon frei für einen neuen Mann. So unterstrich er auch mit diesem letzten Akt seiner Regierungstätigkeit die durch seine Politik bewußt geförderte Entwicklung, die darauf hinausläuft, den Einfluß des Reichspräsidenten auf die Gestaltung der politischen Geschicke gegenüber einem in unfruchtbarer Parteiwirtschaft sich erschöpfenden und von der Verantwortung sich selber ausschaltenden Parlament voll in die Waagschale zu werfen. Diese Regierungskrisis zeigt also zum erstenmal in voller Klarheit die alleinige Ver- anttoortung des Reichspräsidenten für den künftigen politifchen Kurs, denn trotz strengster De- achtung der Verfassung,, die bei Hindenburg selbstverständlich ist, und trotz der bereits stattgefundenen Fühlungnahme mit den Parteiführern, kann der neue Reichskanzler nur ein Mann sein, der das besondere Vertrauen des Reichspräsidenten genießt und dem von ihm die Ausgabe gestellt wird, eine festumrissene politische Linie aufzunehmen. Aehnlich war ja schon der Charakter des letzt ab- tretenden Kabinetts Brüning. Nach dem Scheitern der Großen Koalition unter der Kanzlerschaft des Sozialdemokraten Hermann Müller hatte der Reichspräsident am 28. März 1930 den Frakttons- vorsitzenden des Zentrums, Dr. Brüning, mit der Bildung eines Kabinetts ohne koalitions- mäßige Bindung beauftragt. Es war schon damals das Ziel des Reichspräsidenten, das Steuer nach rechts zu drehen und mit einem System der absoluten Parteiherrschaft Schluß zu machen, das durch seine hemmungslose Ausgabenwirtschaft an dcm Ruin der öffentlichen Finanzen ein gerüttelt Maß Schuld trug. Aber Brünings Mission kam zu früh. Die Zeit war noch nicht reif für die Losung dieser Aufgabe, die ihm nur mit Unterstützung der Rechten gelingen konnte. Hier fand er jedoch nur die kleinen Gruppen der gemäßigten Konservativen. Mit den Deutschnationalen Hugenbergs gluckte eine Einigung nicht. Hier schon liegt das tragische Verhängnis begründet, das wie ein Alpdruck während der ganzen zwei Jahre auf der Tätigkeit des Kabinetts Brüning log. Selbst ein Mann von konservativer Weltanschauung, tief durchdrungen von der ' Notwendigkeit eines durchgreifenden Systemwechsels nahm der Kanzler doch, da er feine andere Mog- liditeit sah, die parlamentarische Hilfe der <-ozialdemo. traten in Anspruch. Vieles mußten sie schlucken, was ihnen vor kurzem noch untragbar erschienen wäre, aber auch die Kompromisse blieben nicht aus, die schließlich in den kritischen Monaten schwerster Wirtschaftskrisis zu Halbheiten führten, wo nur eine ganze Tat vielleicht Hilfe hätte bringen können. Dazu kam die überraschend unglückliche Hand, die v. papen mit der Kabinettsbildung beauftragt. Als llebergangslösung eine „Regierung der nationalen Konzentration" aus parteipolitisch nicht gebundenen Männern der Rechten. Oie Betrauung Papens. Wie wird vermutlich Die Ministerliftc ausießen? Berlin, 31. Mai. (IDIB) A m 11 i ch. Der Herr Reichspräsident empfing heule Herrn oon Papen und erteilte ihm den Auftrag zur Bildung einer Regierung der Ratio nalen Konzentration. Herr von Popen hat diesen Austrag angenommen. Die Beauftragung des Herrn von papen mit der Reubildung der Regierung zeigt, daß der Reichspräsident mit seinen Parteiführerbesprechungen pro- Abgcordneter oon Papen. grammäßig zu Ende gekommen ist. Der Auftrag ist sogar noch schneller erteilt worden, als man ursprünglich erwartete. Herr oon Papen wird sich nun mit den Persönlichkeiten in VerHindu n g s e h e n , die für das neue Kabinett in Frage kommen. Er wird oorausfichtlich am Mittwoch mit der Kabinettsbildung so weit fertig fein, daß er dem Reichspräsidenten die (Ernennung der Minister Vorschlägen kann. Als Persönlichkeiten, die in erster Linie für das Kabinett von papen in Frage kommen, werden genannt: Inneres: Freiherr von Goyl oder von der • Offen. Auswärtiges: Botschafter oon Reurath. Reichswehr: General von Schleicher. wirtschaft: der frühere Reichswirtfchaftsminister Professor Dr. warmboId. Arbeit: Dr. Goerdeler. Ernährung: Freiherr oon Lüninck. Justiz: Reichsminister 3 o e L poft: Reichsminister Schätzet. Finanzen und Verkehr: steht noch nicht fest. Wie wir erfahren, rechnet man in unterrichteten Kreisen damit, datz Herr o. Papen sich für die Besetzung des Finanzministeriums in erster Linie an Geheimrat Schmitz, den ja auch schon früher vielfach genannten Finanzsachverständigen der 3G.-Farben, und an den Ministerialdirektor Graf Schwerin oon Krosigk wenden wird. Gros Schwerin ist bekanntlich der Leiter der (Etatsabteilung des Reichsfinanzministeriums. Die Verdienste des Grasen Schwerin sind auch oon Dr. Brüning besonders anerkennend hervorgehoben worden, als er kürzlich den internationalen Finanzsachverständigen in Basel die schwierigen deutschen Ltatsoerhältnisse klargemacht hatte, von Berliner Blättern werden außer den bereits bekannten Persönlichkeiten noch genannt: Für das Reichsinnenministerium wird außer dem Freiherrn von Gayl noch Freiherr o. Braun, Mitglied des vorläufigen Reichswirtschaslsrates, genannt. Für das Finanzministerium soll neben Dr. Schmitz (3(B.- Farben) auch Geheimrat Schmitt von der Allianz- Versicherung in Frage kommen. Für das Ernäh- rungsminiflerium wird außer Freiherrn von Lüninck der Vorsitzende des Reichslandbundes, Graf K o I ck r e u t h , genannt. Dem vernehmen nach soll beabsichtigt fein, den bisherigen Leiter des Ostkommissariats, Reichsminister Schlange-Schöningen in seinem Amte zu halten, doch soll es im Augenblick noch zweifelhaft sein, ob Minister Schlange das Angebot annehmen wird. Sie stehl das Zentrum zu einem Kabinett Papen? Sine „Zwischenlösung". — Reichstagsneuwahlen unvermeidbar. Betonte Zurückhaltung der Partei. Berlin, 1.3um. (ENB.) Don besonderem Interesse ist natürlich die Frage, wie sich daS Zentrum zu dem Kabinett von Papen einstellen wird. Die „Germania" nennt die 'Betrauung des Herrn v. Papen mit der Regierungsbildung eine .Zwischenlösung". Die Haltung des Zentrums gegenüber der jetzt versuchten oder einer anders gearteten Regierungsbildung ergebe sich klar aus derbesonderen Zweckbestimmung des neuen Kabinetts und auch aus der Vorgeschichte der Krise. Die Zentrumspartei werde in der kommenden Regierung, wie immer sie auch aussehen werde, nicht vertreten sein. Sie werde zu der sachlichen Arbeit des neuen Kabinetts sachlich Stellung nehmen und unter diesem Gesichtspunkt jeweils ihre Entscheidungen treffen. Zum Schluß sagt das Blatt, daß die Mitteilung, Papen werde, falls er das Reichskanzleramt endgültig übernehmen sollte, aus der Zentrumspartei ausscheiden, bis zur Stunde noch nicht bestätigt sei. Führende Zentrumskreise sind der Ansicht, daß man Reichstagsneuwahlen kaum aus dem Wege gehen könne und daß das Zentrum sie keineswegs zu scheuen braucht. Die Haltung der Zentrumsfraktion zu dem kommenden Kabinett wird von dem Programm und der Zusammensetzung dieses Kabinetts abhängig gemacht werden. Man legt in maßgebenden Zentrumskreisen Wert darauf, zu betonen, daß eine Beteiligung irgendeines Parteiangehörigen an dem neuen Kabinett ohne Zustimmung der Reichsparteileitung nicht anerkannt wird. In politischen Kreisen ist auch schon vorher nicht unbekannt geblieben, daß das Zentrum einer Kandidatur von Popen keineswegs zu stimmend gegenüberstand. Unter diesen Umständen ist wohl anzunehmen, daß Herr von Popen sich zunächst formell oon feiner Partei losen wird, ähnlich wie ja auch Dr Goerdeler seinerzeit ans der DNVP. ausgetreten ist, als er sich dein Rufe des Reichspräsidenten in dos Amt des Preissenkungs- kommiffars nicht entziehen zu können glaubte. Sicher ist jedenfalls, daß der Reichspräsident mit der Betrauung des Herrn von Popen gerade die Absicht hat, auf diese Weise Brücken zu schla- am, die, wenn auch nicht sofort, dem Zentrum die Annäherung an dos neue Kabinett ermöglichen. Die „K ölnischc Volkszeitung", das rheinische Zentrumsblatt, schreibt: Es ist selbstverständlich, daß Herr oon Papen nicht im Einverständnis oder gar im Austrag der Leitung derZentrumspartei handelt. Nach der Behandlung, die Brüning erfahren hat, und nach den Aufgaben, die der neuen Regierung zugewiesen werden sollen, hätte für jeden Zentrumsmann die Antwort auf die Frage, ob er die Neubildung der Regierung übernehmen wolle, in einem einfachen und unzweideutigen „N e i n" bestehen müssen. In der Zentrumswählerschaft wird man fein Verständnis dasür aufbringen, daß sich ein Parteiangehoriger bereit findet, dos Erbe Brünings anzutreten. Was jetzt unternommen wird, ist nichts halbes und nichts ganzes. Es ist eine Verlegenheitslösung ersten Ranges, die weitere Verlegenheiten zwangsläufig mit sich bringen muß. Das Zentrum lehnt die verantwortliche Zeichnung für dieses Unternehmen ab. Im ganzen bleibe hier zu sagen, daß von allen Uederraschungen die Beauftragung von Papens die größte und scheinbar die peinlichste ist. der Kanzler bei der Wahl feiner Mitorbei - t e r hatte. Schon die Schnelligkeit, mit dem ihm die Bildung seines ersten Kabinetts gelang, war auf Kosten der Qualität gegangen. Mit einem Dr Wirth ‘als Innenminister eine Zusammenarbeit mit der Rechten zu versuchen, war eine Unmöglichkeit. Auch die späteren Umbildungen und Ergänzungen führten mit wenigen Ausnahmen dem Kabinett nicht die Männer zu, die der Riesenaufgobe gewachsen waren, vor die sie sich gestellt sahen Bald fiel dem Kanzler an allem und jedem der Hauptanteil der Arbeit zu und es konnte nicht wunder nehmen, daß er von dem Uebermoß der von ihm mit grenzenloser Aufopferung und zäher Energie übernommenen Ver- antrooriung gleichsam erdrückt wurde. Bei der Fülle der sachlichen Arbeit, die auf ihn eindrang, verlor er mehr und mehr den psychologischen Kontakt mit dem Volke, bei der schweren wirtschaftlichen Bedrängnis und nationalen Not ein Mangel, der zum Scheitern des Kanzlers wesentlich beigetragen hat. Die lange Reihe von Notverordnungen hatten vom Volke bis dahin für untragbar gehaltene Opfer verlangt, aber das Ende dieses Weges war nicht ab- zufehen, zu oft hatte der voreilige Optimismus des ^inanzministers Dietrich getrogen, um nicht im Volke jeden Glauben an den Erfolg dieser Polittk zu untergrüben, zumal das Kabinett nicht die Straft fand, die Widerstände gegen durchgreifende Reformen zu überwinden. Dazu kamen noch von der rein politischen Seite her die unbegreiflichen Mißgriffe in der Behänd- lang der seit den Septemberwahlen des Jahres 1930 lawinenartig anschwellenden nationalsozialistischen Bewegung. Immer wieder lehnte der Kanzler jeden Versuch ab, diese ungeheuren elementaren Kräfte der Nation, die die Partei Hitlers verkörpert, zur Mitverantwortung für die Stoatsgeschäfte heran- zuziehen. Er war wohl der Meinung, diese nationale Opposition nicht vor den entscheidenden Tributverhandlungen abnutzen zu dürfen durch ein vor- zeitiges Einspannen in die Mitverantwortung. Auf der Pfingsttaguna des Reichstags schien es fast, als ob von beiden Seiten der Versuch einer Annäherung gemacht werde Es ist nicht mehr dazu gekommen. Unbegreiflichkeiten, wie das einseitige Verbot der nationalsozialistischen SA. brachten der De- roegung nur neuen Auftrieb und vergrößerten die Kluft zwilchen Regierung und dem Teil des Volkes. auf dessen Hilfe der Kanzler zu Beginn seiner Ar- beit gebaut hatte, lieber diese schweren innerpoliti- schen Versager dürfen gerechterweise nicht die gewichtigen Aktivposten in dieser Abschlußbilanz der 21era Brüning vergessen werden. Das ist einmal die zähe Energie, mit der sich der Kanzler allen Verlockungen zum Trotz jeder Hinneigung zu einer I n - f l a t i o n widersetzte, zum anderen der Mut, mit dem Dr. Brüning als erster deutscher Staatsmann in der Tributsrage das klare deutsche Nein ausgesprochen hat, und das Geschick, mit dem er den deutschen Standpunkt vor der Weltöffentlichkeit und in den Gesprächen mit den Vertretern der Reparationsgläubiger aufrechterhalten und verteidigt hat. Hier hatte er wirklich das ganze deutsche Volk hinter sich Trotzdem ist es ein schweres Erbe, was Dr. Brüning feinem Nachfolger im Kanzleramte hinterlassen hat Wir hatten gewünscht, daß aus der ganz klaren Lage, die, der Rücktritt des Kabinetts Brüning geschaffen hat, auch ebenso klare Folgerungen gezogen worden wären. Mir andern Worten, wir hielten es an der Zeit, d i e nationalsozialistische Partei, deren Opposition ,311m Sturze Brünings geführt hat, nun, wie sie es ja selber wünscht, mit der vollen Verantwortung zu belasten, in dem man einen ihrer Führer mit der Regierungsbildung beauftragt. Der Herr Reichspräsident hat dies nach eingehender Sondierung des Terrains offenbar noch nicht für opportun erachtet. Er hat jedenfalls den früheren Zentrumsabgeordneten von Papen ersucht, ein „Robinett der nationalen Konzentration" zu bilden. Es ist im Augenblick nur erst rn groben Umrissen bekannt, welchen Weg Herr von Popen ein zuschlagen gedenkt, um sich der ihm gestellten Aufgaben zu ent- lebigen. Wir würden es indessen für auherordent: lich bedenklich halten, wollte sich Herr von Popen, wie es nach der kursierenden aber noch nicht verbindlichen Ministerliste fast den Anschein hat, damit begnügen, Männer der gemäßigten Rechten für ein Kabinett parteimäßig nicht gebundener Persönlichkeiten zu gewinnen, das bestenfalls von der radikalen Rechten bis auf weiteres toleriert würde. Also im Grunde ein Kabinett Brüning in oerbeHerter Auflage unter Verschiebung der unverantwortlichen und nur auf Widerruf gewährten parlamentarischen Stützen von links noch rechts. Wir glauben nicht. daß uns mit einer solchen „Uebergangslöfung" weitergeholfen wird. Auch die Rücksicht auf Lausanne, die bei dem Gedanken an ein Provisorium dieser Art Pate gestanden haben mag, darf unseres Erachtens nicht verhindern, daß innerpolitijd) klare Verantwortlichkeiten geschaffen werden. Und geht dies nicht ohne eine Neuwahl des Reichstags, so wird auch das mit in Kauf genommen werden müssen. Bilden wir uns doch nicht ein, daß ein „Uebergangsfabinett", hinter dem man schon dos Kommen einer nationalsozialistischen Regierung wittert, in Lausanne als oerhondlungsfähig anerkannt wird. Eine solche „Lösung" der Regierungskrisis, die in Wahrheit keine Lösung ist, sondern weiter alles in der Schwebe läßt, würde die ohnehin starken Tendenzen zur Verschiebung der Louson- ner Konferenz nur vermehren. Damit ipäre für uns nichts gewonnen. Und innerpolitisch würde die Fortdauer dieses Schwebezustandes den Druck, der von der Politik her auf der Wirtschaft lastet, ins Unerträgliche steigern. Wir hoffen, daß Herr oon Papen, den das Vertrauen des Herrn Reichspräsidenten ,jum Nachfolger Dr. Brünings im Kanzleramt berufen hat, sich diesen Erwägungen nicht verschließt und alles daranfetzen wird, um die klaren Verantwortlichkeiten zu schaffen, die die Lage erfordert. Da Papen innerhalb des Zentrums auf dem äußersten rechten Flügel steht und stets einer Heranziehung der Rechten zur Mitarbeit in der Regierung das Wort geredet hat, ist er zweifellos der richtige Mann für die Aufgabe, die Brücke zwi- fchen dem Zentrum und den Nationalsozialisten zu schlagen. Aber mit „Tolerierung" allein kann es diesmal auf keiner Seite getan lein. Hier heißt die Parole, die wir schon seit den Septemberwahlen 1930 wieder und wieder gefordert haben: .Hinein in die Verantwortung!" Die Führer der nationalsozialistischen Bewegung können verlangen, daß ihnen nach den beispiellosen Wahlerfolgen der letzten beiden Jahre in praktischer Regierungsbetätigung eine Ehance gegeben wird und Volk und Wirtschaft haben em dringendes Interesse daran, daß einem bedenklichen Zwitterzustand so schnell wie möglich ein Ende gemacht wird. Mit einem „lieber- gangskabinett", wie es Herrn von Popen )orzu- schweben scheint, kann da nicht viel geholfen fern. -------------- I Nationalsozialistische Erwartungen Erstes Echo -er presse im dem mn kein ®nWui *• »•» “: »in M inbenta0J' Der den Er- Siel Sie sozial mächtige Salvatore, sich trotzig und beherrschend über der Stadt und dem berühmten See erhebt. Dunkle ^Zypressen und Lebensbäume und die in bunten Farben prangenden Landhäuser mit flachem Dach, Säulengängen und rosenübersponnenen Al- tyne und Terrassen sind die ersten Vorboten des nahen Italien. Diese Wandlung in südliche Farbenfreudigkeit und Anmut berührt um so tiefer, als die strengen, herben Eindrücke der wilden Alpenwelt in uns noch nicht erloschen sind. schaftlichen Instituten der Landwirtschaft in leitender Stellung tätig. 1917/1919 wirkte er als Professor für Wirtschaftslehre des Londbaues und gleichzeitig als Direktor der Württembergifchen Land- wirtichaftlichen Hochschule in Hohenheim, um dann als Direktor der Domänenabteilung in das Preußische Landwirtschaftsministerium einzutreten, dessen Auftrag an Herrn v. Papen aus eigenem messen getroffen. 1. April 1929 hat er das Amt eines Chefs des Ministeramtes im Reichswehrministerium inne. Der für das Reichsinnenministerium in Aussicht genommene Freiherr von Gahl Dr. Schätzet, der im 58. Lebensjahr steht, war nach Beendigung seiner juristischeen Studien kurze Zeit als Rechtsanwalt tätig, trat aber dann in die Bayerische Postverwaltung ein. 3m Jahre 1923 wurde er als Leiter des Referats Bayern mit dem Titel Staatssekretär in die Reichspostverwaltung berufen. 3m 3anuar 1927 wurde er Reichspostminister, so daß er in diesem Jahre auf eine fünfjährige Amtszeit zurückblicken konnte. Schähel gehört der Bayerischen Bolkspartei an. Dr. Hermann Warmbold geboren 1876, betätigte sich mehrere Jahre als Landwirt und studierte dann Land- und Volkswirtschaft. Er arbeitete als Assistent an verschiedenen Universitätsanstalten und war von 1907 bis 1917 bei wirt- er als Reichs- und Staatskommisfar die Abstimmung im ostpreußischen Abstimmungsgebiet von Allenstein aus durch. Seit 1921 ist er, der der DRBP. angehört, Mitglied- des preußischen Staatsrates und Bevollmächtigter Ostpreußens zum Reichsrat. "*■*- Für den Posten des Außenministers ist der derzeitige Botschafter in London, Freiherr von Neurath ausersehen. Freiherr Constantin von Neurath ist Württemberger, er wurde 1873 geboren. Bei Kriegsausbruch war er Botschaftsrat in Konstantin Berlin, 31. Mai. (T-U.) Gegenüber dem neuen Kabinett umreißt der „Angriff" die Haltung der Rationalsozialisten u. a. wie folgt: Wir wollen nicht, daß Herr Brüning in irgendeiner Weise sei es als Außenminister oder sonst wie Einfluß behält. Wir wollen ferner nicht, daß irgendeiner der Männer des alten Kabinetts Brünings wiederkehrt, seien es nun Dietrich, Groener oder sonst wer. Hierin gibt es keinerlei Anknüpfungspunkte an Vergangenes. Die vergangenen zwei 3ahre einer Zwielicht - Regierung mit ihren immer nur halben Maßnahmen, dem mit erstaunlicher Fähigkeit unternommenen Bemühen keins, aber auch gar keines der marxistischen Dog- men anzugreisen und sich nach außen hin doch ' den Anschein eines sog. „Kabinetts der Frontsoldaten" zu geben, haben mehr in Trümmer geschlagen, als man selbst in diesem Augenblick überblicken kann, und haben auf fast allen Gebieten ein Unkraut aüfwuchern lassen, dessen Beseitigung allerschärf st es Zugreifen erfordert. Daß schließlich das an der SA. durch dos ungerechtfertigte Verbot begangene Anrecht schleunigst wieder gutgemacht werden muh, halten wir für eine glatte Selbstverständlichkeit, neben anderem, was man als Mindestprogramm ansehen muß. 3m „Völkischen Beobacht er" erklärt Alfred Rosenberg am Dienstag, der Rationalsozialisten, offiziell mit der Bildung dieses Kabinetts nichts zu tun. Reichspräsident habe die Entscheidung über |!-"ben eine ba(h Neritz Nbeetfy Die „D A Z." ist der Auffassung, es könne _____ Zweifel darüber bestehen, daß die neue Reichsregierung, wenn sie zustande komme, auf baldige Neuwahlen für den Reichstag angewiesen sein und in diesen Wahlen um ihre Existenz zu kämpfen haben werde. Das Kabinett von Berlin, 1.3uni. ($11.) Zur Beauftragung Herrn v. P a p e n s mit der Regierungsbildung nehmen verschiedene Berliner Blätter ausführlich Stellung. Die konservative „Bövsenz ei- tung“ betont unter Hinweis auf die Persönlichkeiten, die für die Besetzung der einzelnen Ministerien genannt werden, daß es wohl keinen nationalen Deutschen geben werde, der nicht einer solchen Regierung die besten Wünsche mit auf den Weg gebe. 3n dem jetzt werdenden Kabinett Papen sei die Vorstufe zu der Regierung zu sehen, die fest gestützt durch die ganze nationale Bewegung, durch alle nationalen Parteien und Schichten des deutschen Volkes berufen fein müsse, unser Vaterland endlich und wirklich besseren Zeiten entgegenzuführen. — — Der „T a g“ (Hugenberg) hebt hervor, daß der Reichspräsident in dem neuen Kabinett eine „Regierung der nationalen Konzentration" sehe, womit er aber offenbar nicht eine Zusammenfassung der nationalen Parteien mit einer von diesen Parteien gebilligten Regierung meine, sondern eine Zusammenfassung der Kräfte, die im Rahmen der persönlichen Beziehungen des Reichspräsidenten zur Verfügung stünden. 3edenfalls hatten die Parteien der bisherigen Opposition, also in erster Linie die Deutschnationalen und die Rational- Wer ist Herr von papen? Der heute abend mit der Kabinettsbildung beauftragte frühere Zentrumsabgeordnete Franz von Papen, der im 3ahre 1921 im Wahlkreis Westsalen-Rord in den Preußischen Landtag gewählt wurde und von dieser Zeit an bis zur letzten Wahl Mitglied des Preußenparlaments war, gehört dem rechten Flügel des Zentrums an. Er wurde am 29. Oktober 1879 in Werl in Westfalen geboren und hatte ursprünglich die Offizierslaufbahn «ungeschlagen. Während des Krieges war erMilitärattachöbei derdeut- schen Botschaft in Washington. Rach feiner Abberufung von diesem Posten wurde er Oberstleutnant und General st abschef der IV. Türkischen Armee. Er ist Aufsichtsrats- vorsitzender des Berliner ZentrumsorgaiÄ, der „Germania" und außerdem Vorstand zahlreicher landwirtschaftlicher Berufsorganisationen sowie Mitglied des Deutsch-Französischen Studienkomitees. papens Mitarbeiter. Der vielgenannte General von Schleicher steht im Alter von 50 Jahren. 3m Kriege wurde er im Generalstab verwendet und zum Major befördert. Rach dem Kriege kam er mit der Obersten Heeresleitung nach Kassel. Am 1.3a- !-rou#li£5' (!) Zeitschriften. Die Juninummer von Westermanns Monatsheften trägt der Reisezeit Rechnung. Wir lesen von den Inseln Sylt und Helgoland, werden auf den Schauplatz der Olympischen Spiele geführt und lassen uns dann von der Dame auf weisen von Eva Volkmann erzählen. Wir werden dann noch davon unterrichtet, welche Rechte wir auf der Reise haben, gleichgültig, ob wir uns auf der Eisenbahn, im Flugzeug oder im Hotel befinden. Dann folgt ein Artikel „Vom Ei bis zum ersten .Ausflug" mit Lichtbildaufnahmen des Braunschweiger Photographen Hermann Fischer. — Im Junihest der „Zeitwende" (C. H. Becksche Verlagsbuchhandlung, München) gibt der hervorragende Leipziger Strafrechtslehrer Geheimrat Richard Schmidt einen fesselnden und lehrreichen Ueberblick über den gegenwärtigen Stand der Fragen um die Todesstrafe. Er zeigt, wie seine Gegensätze auf geistige Haltung zurückgehen, wie sich in ihnen eine individualistische und eine autoritative Staatsanschauung scheiden. Die Geschichte der Rechtsentwicklung lehrt, wie sich diese Gegensätze kaum jemals beseitigen lassen werden; als praktisch gesetzgeberischen Ausgleich schlägt Schmidt grundsätzlich die Beibehaltung der Todesstrafe, aber ihre Beschränkung auf die schwersten Fälle vorsätzlichen Mordes vor. Die Argumente der grundsätzlichen Gegner der Todesstrafe werden erbarmungslos zerpflückt. — Ein anderes Problem der Gegenwart, die Frage ob „Kirchenbund oder Reichskirche?" wird zum 10jährigen Jubiläum des Deutschen Evangelischen Kirchenbundes von Friedrich üangenfaß be- handelt. Der von mancher Seite laut ertönende Ruf nach der „Reichskirche" veranlaßt ihn, mit allem Nachdruck darauf hinzuweisen, daß die Gestaltung der Kirche nicht aus rein politischen Oe» sichtspunkten erfolgen können, daß sich auch die jen- festigen Lebenskräfte der Kirchs zur Gesundung unseres Volkstums nicht entbehren lasten. Ä« i» sind ?e *)ifie MtorinQs M schloß" Wrbrä Men js M d- ^nieifhn .tuSrfN N ^rbenint M 1 ,,*» et 1 W W licher Getreide-1 destzisenba der Eisenbahng- einheitlichen nat rchtung cinei al fing eineS allge 'wS, durch da Wiit und die: : M Verden, u L k CLUB 31 Ist Deutschlands meist gerauchte Zigarette Der nationalsozialistisch« Parteiführer Adolf Eitler verläßt noch seinem Empfang bei Hindenburg dos Reichspräsidentenpalais. ib bchersicheick ;n Ecc erbebt- i? und bif i" (er mit r[ponnffifli 81' Torbottn bt» übliche Farbe»' ; so tiefer, fl» roifbrn W* ievrafh Skbvrkn. m ÄonHantii Die Regiemngsvechandliiilgen in Frankreich. Die sozialistischen Programmforberungen finden eine enigegenkommende Antwort HernotS. 8 ru d.r. ch Secnbiflung it als Ätchks- ie Jayerischc 23 Würbe er it -ein Titel toaltung bt- : Atichspvst- her aus ernt inntt Schah«! i an. old Zahl« alsSonb- Voltswirttchoft. ebenen Uniper- 1917 bei mirl- chast in leiten, c er als Pro- nies und gleit' rgifchen L'anb- leim, um bann in das Prtichi- (utreten, bellen iabm. 3m gier- «Ä- er S-S ."A ®”*S* wt ’t” rt E'L». i von ffiürttrm- towmber 1918 als Nachfolger flopenljaatn, öfter am üui- tüdtrittstt|ud) e er als dessen in ernannt. auf französischen Druck h i n erfolgt sein. Frankreich soll namentlich gegen bas landwirtschaftliche Umschuldungsgefeft gewesen sein. Als Grund für den Rücktritt Iorgas wurde angegeben, bafo die Regierung nicht über die erforderlichen Mittel verfüge, um die rückständigen Gehälter und die Schulden zu bezahlen. Außerdem bestände zur Zeit keine Aussicht, Ausländsanleihen zu erholten. Iorga meinte, daß nur Titulescu dem Lande eine Anleihe verschaffen könne. Wie verlautet, ist eine Kürzung der Beomtengehälter um 50 v. H. notwendig, um aus der Finanzkrise herauszukom- men. 1 6ie Mr fft 5 SS: der privaten Versicherungsgesellschaften. Einführung der 40-Gtundenwoche ohne Lohnkürzung 3m Exekutivausschuß der Radikalen Partei erklärte H e r r i o t zu der Entschließung der Sozialisten u. a.: Gs falle den Radikalen recht leicht, sich zu verpflichten, dos Militärbudget wie alle anderen Budgets soweit cinzu- schränken. wie es die nationale Sicherheit gestatte. Eine Verstaatlichung der Versicherungsgesellschaften sei angesichts des TImstandcs. dast das Schatzamt kein Geld habe, die Aktien aufzukaufen, unmöglich. Auch ein Ankauf der Eisenbahnen zwecks Verstaatlichung wäre bei dem Defizit der Bahn- gesellschasten in Höhe von 4 Milliarden un- zweckmäßig. Die Radikalen seien für gleichzeitige kontrollierte Abrüstung, allerdings unter dem absoluten Vorbehalt, dast diese Ab- rustungSmastnahmen nicht die Sicherheit Frankreichs bloststellen. Die beherrschende Frage sei gcaenwärtig der Ausgleich des D u d g e t s, die politische Entspannung und die wirtschaftliche Verständigung mit dem Auslande. Die Radikalen seien bereit, mit der sozialistischen Partei an der Regierung zusammenzuarbeiten. Die sozialistische Partei möge in dieser Antwort den Beweis erblicken, dost es die Radikalen ernst meinen und dast sie eine loyale Aussprache wünschen.^ Diese Rede sand starken Beifall und wurde von der radikalen Versammlung m i t allen gegen vier Stimmen gebilligt. Hauses kamen auf die plötzliche Kunde von dem Entschluß Hoovers herübergeeilt. Alles lauschte Hoo- ners Worten und klatschte, als er seine Ausführungen beendet hatte, Beifall. Hoover wies darauf hin, daß das Budget ausgeglichen werden müsse, da die damit ver- bundene Verzögerung und Ungewißheit über den künftigen Stand der Finanzen die Wirtschaft Amerikas schwer schädige, und sogar, und zwar unberechtigterweise, im Auslande starkes Mißtrauen an Amerikas Stabilität hervorgerufen habe. Hoover verlangte äußerste Einschränkung der Ausgaben. Neben einer großen Zahl anderer Steuern müsse ferner trotz oller grundsätzlichen Bedenken die allgemeine Ums atz st euer eingeführt werden: denn Amerika könne nicht sortsahren, Mittel für die Aus- gaben durch Regierungsbons leihweise aufzunehmen. Nur dann könne das Vertrauen zurückkehren und ein Absinken des Dollars auf dem Geldmarkt verhindert werden. Der Senat stimmte heute einer Iprozentigen Betri e b s st o f f st e u e r zu, deren Ertrag auf 150 Millionen Dollar geschätzt wird. Man hofft, durch diese Steuer den Etat ins Gleichgewicht zu bringen. Ferner nahm der Senat einen Gesetzentwurf über d i e Einführung der Umsatzsteuer an. Schwere Finonzkrisis in Rumänien. Tas Kabinett Zorga zurückgctretcn. Bukarest, 31.Mai. (Funkspruch.) Ministerpräsident 3 o r g a hat nach einem Minislerrat König fiarpl das Rücktrittsgejuch des Kabinetts überreicht. Der König hat den Rücktritt angenommen. Wie verlautet, wird er t u = lescu mit der Kabinettsbildung beauftragen. Die Ursache des Rücktritts des Kabinetts Sorga ist die schwere Finanzkrije des Landes, die dazu geführt hat, daß die Beam ten feil Monaten keine Gehälter mehr bekamen. Titulescu ist telegraphisch aus London, wo er rumänischer Gesandter ist, nach Bukarest berufen worden. Der Rücktritt Iorgas hat in Bukarest unge heure Aufregung hervvrgerufen. Das Schloß ist von großen Menschenmoisen umlagert. Die Lage wird als außerordentlich ernst angesehen. Letzten Endes dürfte der Rücktritt Iorc «chming. >Iand. werden t Spiel« r er Same aut Mr werden beCReditt W «b * «J Dbct im rmaim W? enbe'ti *1 ti, »f,in‘ N> tn ®,e' «ul»r*£ Satti1» S (fine Weltwirtschastskonserenz unter Teilnahme Amerikas. Stabilisierung der WelthandclSpreise. Washington, 31.Mai. (WTB.) 3m Anschluß an eine Reihe telephonischer Besprechungen zwischen Macdonald und Stirn,on wurde der amerikanische Botschafter in London, Mellon, heute beauftragt, die Zustimmungserklärung der amerikanischen Regierung zur Einberufung einer W e H ro irtschaftskonferenz zu überreichen. Der Staatssekretär des Auswärtigen, Stimson, gab nach einer längeren Besprechung mit Hoover ein (Eommuniquä aus, in dem der Plan einer derartigen Konferenz, die die für eine Stabilisierung der Welthandclspreise geeigneten Maßnahmen prüfen soll, als eine angesichts der augenblicklichen Depression wertvolle AnreMNg begrüßt wird. Es wird betont, daß die Konferenz nichts mit den Besprechungen über die Kriegsschulden, Reparationen und Abrüstung zu tun haben werde. Die Einladungen für die übrigen Hauptmächte fallen von der britischen Regierung ausgehen. Als Konferenzort wird London genannt Das Datum für die Konferenz steht noch nicht fest. Nach ein- gehender Ucberlegung hat die Regierung der Vereinigten Staaten jedoch der britischen Regierung mit- teilen lassen, daß sie unter den gegenwärtigen Umständen eine ba l d i g e (Einberufung der Konferenz für angebracht halte. Amerikas Haushaltssorgen. Präsident Hoover crschciut persönlich im Senat. Washington, 31. Mai. (WTB.) Die Meldung vom Rücktritt Dr. Brünings traf hier in die st a r k e -Erregung über d i c innenpolitischen Probleme hinein, deren Schwierigkeiten so groß sind, daß das Interesse an der Außenpolitik zur Zeit vollkommen verdrängt ist Präsident Hoover entschloß sich angesichts der Sackgasse, in die das Parlament bezüglich der Ausgleichung des Budgets geraten ist, heute zu dem ganz außergewöhnlichen schritt, zu ni ersten Male feit seinem Amtsantritt im Senat zu erscheinen und einen Appell zu baldigster Einigung zu oer- lesen. Die meisten Mitglieder des Repräsentanten- Hermann Freiherr von Lüninck, der erst .39 Jahre alt ist, studierte Rechtswissen. Ichaft und nahm nach Beendigung des Studiums im Jahre 1914 aktiv am Weltkrieg teil. Rach Kriegs- schluh trat «r zur preußischen Staatsverwaltung über, wo er als Regierungsasiesior und Hilfsarbeiter im Innenministerium tätig war. Rach vorhergehender informatorischer Tätigkeit bei den Christ, lichen Genrerkschaften schied Freiherr von Lüninck >m Jahre 1923 aus dem Staatsdienst aus und wurde stellvertretender Generalsekretär des Rheini- schen Bauernvereins. Er ist Vorsitzender der Land- Wirtschaftskammer für die Rhcinprovinz, Präsidial- Mitglied der- Bereinigung des Rbeinischen Bauern- Vereins und Landbundcs sowie Mitglied des Deutschen Landwirtschaftsrats. Tr. Karl Goerdclcr, r. ' 2ahre zählt, trat nach dem Studium der Rechtswissenschaft in den Gerichtsdienst ein, war fpater informatorisch bei der Bank der Preußischen Landschaft und der Preußischen Seehandlung zum Studium der bankmäßigen Behandlung des kom- munalen Anleihewesens tätig. Er wirkte dann als Assessor und 1912'1920 als Beigeordneter der Stabt eolmgen. Nach Beendigung des Krieges, an dem er tellaenommen hatte, wurde er 1920 zweiter Bür- germeister der Stadt Königsberg in Preußen und 1930 Oberbürgermeister in Leipzig Im Dezember 1931 wurde er zum Reichskommissar für Preissenkung ernannt, welches Amt er nach Durchführung der Preissenkungsaktion im April niederlegte. Paris. 31. Mai. (MTB.) Der Sozialistische Kongreß hat sich mit 3862 gegen 154 Mandate j für die von seinem Resolutionskomitee ange- 1 nommene Entschließung ausgesprochen, die als | Grundlage für eine Beteiligung an der Regierung dienen soll. Die Entschließung enthält u. a. folgende Programmpunkte.- Organisierung deS Friedens durch die Verständigung der Rationen und das obligatorische Schiedsgerichtsverfahren. Starke Herabsetzung der Militär- auSgaben, und zwar auf den Stand von 1928. : Diese Maßnahme soll spätestens in zwei Budgetjahren. und wenn die von Frankreich in Gens hinsichtlich des durch die Abrüstung zu schassenden t Frieden» au ergreifenden Initiativen eS gestatten, schnell er durchgesührt werden. Budgetausgleich durch eine Reihe von Maßnahmen unter Ausschluß sozialer Aufgaben, der Schulen und landwirtschaftlichen Kredite, der Lohn- und Gehaltskürzungen und der Verkürzung der Rechte der Kriegsopfer und ehemaligen Frontkämpfer. Verteidigung der landwirtschaftlichen Erzeugung gegen die Spekulation und Derlustverkäufe, und zwar durch Schaffung öffentlicher Getreide- und Düngerämter. Sanierung deS Eisenbahnwesens durch Ausschaltung der Eisenbahngesellschaften. Organisierung eines einheitlichen nationalen Eisenbahnnetzes und Errichtung eineS allgemeinen Verkehrsamtes. Schaffung eincS allgemeinen Dersicherungssy- st em S, durch das die Arbeiter gegen Arbeitslosigkeit und die Landwirte gegen Mißernten geschützt werden, und zwar durch Verstaatlichung Aus aller Welt. Ausschreitungen in Hamborn. Anhänger der KPD. hatten durch Flugblätter zu Demonstrationen aufgerufen, bei denen cs an verschiedenen Stellen der Stabt zu Zusammenstößen mit der Polizei kam. Es kam zu einem planmäßigen Ueberfall auf eine Konsumanstalt der Vereinigten Stahlwerke. UnterVorschiebung von Kindern drang eine große Menge in das Lokal ein und forderte die unentgeltliche Heraus- gäbe von Lebensmitteln. Da in den letzten Tagen häufiger Lebensmittelgeschäfte von Plünderern heimgesucht worden waren, hatte die Polizei eine Anzahl Geschäfte durch Polizeibeamte in Zivil besetzt. Als diese Beamten gegen die Plünderer einschritten, wurden sie von der Menge angegriffen und bedroht. Die Beamten machten von der Schußwaffe Gebrauch. Hierbei wurde ein Arbeiter durch einen Brustschuß so schwer verletzt, daß er kurze Zeit später st a r b. Der Rä- delsführer und zwei weitere Beteiligte wurden fe st genommen. wieder Plünderungen in Alkono. In Altona ist es zu weiteren Plünderungen von Lebensmittelgeschäften gekommen. Im Polizeibericht heißt es: In allen Teilen der ^tadt sind Terror- gruppen aufgetreten, die es auf die Plünde - rung von Lebensmittelgeschäften ab- ^gesehen hatten. Sie erschienen blitzschnell in größeren Trupps, drangen in einzelne Geschäfte ein, rissen kurzerhand Lebensrnittel wie Schinken, Würste und Fettwaren usw. an sich und verschwanden, ehe die Ladeninhaber überhaupt zur Besinnung kamen. Die Gruppen traten teilweise in Stärke von 20 bis 25 Mann auf. An verschiedenen Stellen waren es Männer und Frauen, in einem Geschäft nur Frauen, die mit Lebensmitteln entkamen. Schwerer pollkifcher Ueberfall. Burscheider Nationalsozialisten wurden von K o m m u n i ft c n beschossen, als sie von einer Kundgebung in Wermelskirchen durch Hilgen kamen. Dabei wurde der Nationalsozialist und Po- lizeibeamte a. D. Kehrer getötet. Drei Nationalsozialisten aus Burscheid wurden schwer verletzt. Die Tater flüchteten sofort. Einige Beteiligte wurden verhaftet. Es soll sich um einen Racheakt wegen der bekannten Vorfälle in Hückeswagen um 13. März handeln. Opfer der Berge. Im Karwendelgebirge sind fünf Münchner Bergsteiger vom Schneesturm überrascht worden, so daß ihnen der Abstieg nicht mehr gelang. Nachts stürzte der Führer der Gruppe, der Buchhalter Steinmetz, vor den Augen seiner Begleiter ab. Bisher war die Suche nach Steinmetz ergebnislos. Es besieht wenig Aussicht, ihn noch lebend bergen zu können. Einer der Geretteten liegt mit erfrorenen Händen und Fußen im Krankenhaus Scharnitz. Schwere Wolkenbrüche über dem Bayrischen Wald. 3n der Rächt zum Montag gingen in der Gegend zwischen Eisenstein und Lam Wolkenbruche nieder, die dem Regen ungeheure Wassermasfen zuführten, so daß dieser aus den Litern trat und große Ueberschwem- m u n g en verursachte. Besonders heftig hat das .UniDCttcr im Arbergebiet gehaust. Zeitweise türchtete man, daß der Arbersee den Damm überfluten und die ganze Gegend unter Wasser setzen würde. Mehrere Brücken wurden von den reißenden Fluten des Regen eingerissen. DaS ganze Regental bis nach Roding bildet einen chcn Jahr schied er aus dem Staatsdienst aus und wurde Anfang 1922 Sorftonbsmugiieb der Badischen Anilin- und Sodafabrik, die später in die I. G. Farbenindustrie aufgrng. seitdem gehörte er dem Vorstand dieser Gesellschaft an. Im Oktober 1*31 wurde er in bas zweite Kabinett Brüning als Reichswirtschastsrnmister berufen, legte aber dieses Amt Anfang Ma, d. I. infolge Meinungsoerschieden Hecken über die Arbeitszeitfrage und die beabsichtigte Eparprämienanleihe nieder. Das Reichsfinanzministerium soll Graf Schwerin von Krosigk oder Geheimrat Schmitz angetragen werden. torof Schwerin ist Ministerialdirektor im Reichssinanzministerium, dem er seit dem Jahre 1920 angehört, wo er zunächst in der Friedensoertragsabteilung wirkte, bis | er im Jahre 1925 in die Etatsabteilung berufen wurde, deren Leiter er seit 1929 ist. Im Dezember 11931 nahm er an der Tagung des Beratenden Son- derausschusscs in Basel teil. Geheimrat Schmitz ist der Finanzdirektor der IG.-Farbenindustrie, an deren Zustandekommen er ein wesentliches Verdienst hat. Er wurde im Jahre 1881 geboren und gehörte bereits als 30jähriger den Verwaltungsräten einer ganzen Anzahl englischer, französischer und spani- scher Gesellschaften an. Hervorragenden Anteil hat er am Ausbau der Stickstosfindustrie genommen, wie auch die Gründung des Skickstofssyndikats auf sein Betreiben als wirtschaftlicher Beirat des Reichs- fchatzministeriums zurückzuführen ist. ctmigen öec. In Roding glaubte man zunächst nicht an Hochwassergefahr, die Bewohner wurden von der mit ungeheurer Geschwindigkeit steigenden Flut überrascht und fanden keine Zeit mehr, die Wohnungen und Geschäfte zu räumen und daS Vieh auS den Stallungen herauSzubrin- gen. Alte Leute und Iranfe Personen muhten mit Kähnen aus ihren Behausungen geholt werden. wiederum ein Jahr Zuchthaus für den Schriftsteller Karl Strecker. Das Urteil des Schwurgerichts Potsdam im Prozeß gegen Strecker lautete in der Berufungs- Verhandlung wiederum auf ein Jahr Zuchthaus. Der Staatsanwalt hatte wegen vorsätzlicher Brandstiftung in Tateinheit mit Versicherungsbetrug die gesetzliche Mindektstrase von einem Jahr Zuchthaus beantragt. Der Schriftsteller Karl Strecker hatte bekanntlich im vergangenen Jahr feine Villa in Klein-Machnow bei Potsdam in Brand gesteckt. In der ersten Schwurgerichtsverhandlung war Strecker zu einem Jahr Zuchthaus verurteill worden. Das Reichsgericht hotte bas Urteil aufgehoben, weil Strecker beim letzten Wort infolge eines Schwächeanfalls feine Ausführungen nicht beenden konnte. Eine 5ranj-Selb(e-Spcnbe des Stahlhelms. Wie der Stahlhelm mitteilt, hoben die Bundes- sichrer des Stahlhelms einstimmig die Sammlung einer „Franz-Seldte-Spende" beschloßen die dem Gründer und Ersten Bundesführer des Stahlhelms am 29.Juni 1932 zu seinem 50. Geburtstage als Ehrengabe des Bundes und der hem Bunde nahestehenden Kreise überreicht werden soll. Die Spende, z» der die Sammlungen in ollen Van- desoerbänden bereits begonnen haben, steht dem Bundesführer als Kampffonds zu Stahlhelmzwecken zur freien Verfügung . Die Vollendung des Zuidersee-Abschluhdeiches. Die Vollendung des Zuider - See - Abschluh- deiches und damit die Trennung der Zui- der-See von de r R o r d see ist in der Röhe der Ortschaft denOever bei der früheren Insel Wieringen erfolgt. Zu dem historischen Akt waren eine Anzahl bekannter Persönlichkeiten erschienen, so der Minister für öffentliche Arbeiten Dr Rehmer und der frühere Ministerpräsident und bekannte Wirtschaftspolitiker Eolyn. DaS große Werk hat fast zwölhZahrein Anspruch genommen. Die nächsten Fahrten des „Gros Zeppelin". Dr. Eckener, der sich augenblicklich in Kopenhagen aufhält, erklärte, daß die geplante Fahrt des Luftschiffes nach Grönland leider aufgegeben worden fei, da die gur Finanzierung des Unter- nehmens notwendige Zahl von Passagieren sich nicht gesunden habe. Bis im August nach der Regenzeit die Südamerikafahrt wieder ausgenommen werden könnte, werde bas Luftschiff nur einige kleinere Fahrten, so nach der Schweiz, nach Dan- zig und nach Oslo über Kopenhagen unternehmen. Wettervoraussage. Durch dos jetzt in nordöstlicher Richtung ab. ziehende Polentief kam es in unserem Bezirk im Laufe der letzten Nacht noch zu anhaltendem Regen. Die neue Störung im Westen greift schon bis zur Normandie vor. Sie wird sich in der Rinne tiefen Druckes, die sich quer über Deutschland bis noch Polen und Finnland hin erstreckt, weiterbewegen und unter Herantransport milder Ozeanluft zeitweise regnerisches Wetter mit sich bringen. Die Tempera- turen steigen zunächst etwas an. Aussichten für Donnerstag: Vielfach bewölkt, mild und zeitweise Rieherschläge Lufttemperaturen am 31 Mai: mittags 14,4 Grad Eelsius, abends 11 Grad: am 1 Juni: morgens 11,1 Grad. Maximum 14,9 Grad, Minimum 9,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 31. Mai: abends 14 Grad Celsius: am 1. Juni nzorgens 11,6 Grad Eelsius — Niederschläge 4,4 mm. lSchluß des redaktionellen Teils.) Die Ziehung der beliebten Mannheimer Mai- marfttollerie findet garantiert am 7. Juni statt. Alic Gewinne auf Wunlch in Bargeld. 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Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere hebe, treusorgende Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Margarethe Dörr, geb. Schepp im 76. Lebensjahre nach kurzem schweren Leiden in die Ewigkeit abzurufen. Heute früh 6 Uhr verschied plötzlich und unerwartet mein lieber Mann, mein lieber Vater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Philipp Wehrum Kaufmann. Alles, was die Mode . Darum, denken Sie an Stoffe denken Sie an 4217 A L.Bernard Gießen • Blockstraße Nr. 16 Stoffspezialhaus in Stoffen bringt, finden Sie in meinem Stoffspezialhaus in einer kaum zu überbietenden Auswahl. Ich führe die schönsten, apartesten Muster und Farben und biete für jeden Geschmack das Richtige. Ich verkaufe das ganze Jahr über meine guten, bewährten Qualitäten zu meinen bekannt niedrigen Preisen. Ein steigt dem Onkel Mollig In die Nase, wenn er In die Köche tritt. Und das Wasser läuft ihm im Munde zusammen, sieht er die tüchtige Hausfrau die schönsten Gerichte auf dem neuen Roeder- Gasherd kochen und braten. 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(Aulweg XII Nr. 51a, 53) 17081 285405,— 11 Iw'/io Grabgatten daselbst 165 825,— 12 XII H05/in Grabgarten daselbst 142 710,— 24 XII 136 Straße 306 1530,— 25 XII 137 Straße 56 275,— B. Grundbuch für Gie ßcn Band 31 Blatt 1432. 2 V 1563/10 Hofreite auf der Weiß- 230 17300,— Grabgarten erbe am Weg (Am Riegel- Pfad 106) 280 1040,— C. Grundbuch für Gießen Band 74 Blatt 4336. 1 XII 107 Straße (Acker) auf der Weißerde stößt auf den Erdkauterweg 1837 4590,— 2 XII 108 Straße (Acker) daselbst 545 1360,— 3 XII 109 Straße (Acker) daselbst 1293 3280,— bez. der Grundstücke zu C. nur die der Fa. Heyligenstaedt & Co. zustehende ideelle Hälfte. Vorhandenes Zubehör an Gleisanlagen-, Straßen- u. Hofeinfriedigung, Gas-, Wasser-, Abfluß- u. Heizanlagen sind geschätzt mit 48000,— $M(. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, Stadthaus, zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 21. März 1932. I. A. des Hess. Amtsgerichts Gießen Leo, Ortsgerichtsvorsteher. 228? 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Dann lachte sie hell auf: „Ach, du kleiner Angsthase, natürlich bringe ich dich wieder nach Hause. Wenn es dir nicht gefällt, kannst du ja auch eher wegfahren. Es hält dich kein Mensch." Da war Aenne beruhigt. Lind am Abend stand sie dann in ihrem schwarzen Samtkleide da und wartete auf die Mädchen. Sie hatte sich noch schnell einen mattgelben Kragen und ebensolche Manschetten aufgenäht. Llnterwegs hatte sie sich einen Deilchenstrauß gekauft, und den hatte sie vorn am Ausschnitt des Kleides befestigt. Sie wußte es nicht, wie wunderschön und jung sie aussah. Sie hatte sich kaum die Mühe genommen, einen Dlick in den Spiegel zu werfen. Run stand sie da und wartete. Dereute die Zusage bereits und wollte doch auch die Kolleginnen nicht kränken, wenn sie im letzten Augenblick noch absagte. Draußen erklang mehrmaliges Hupen, lustiges Rufen. Aenne öffnete das Fenster. Sie warteten unten mit einer Droschke und riefen und winkten herauf. „Ich komm^' Aenne schloß das Fenster, schlüpfte in den Pelzmantel und ging rasch hinunter. Unten im Flur stand die alte Hauswirtin und sah das junge Mädchen mit traurigen Augen an. Aenne sah es und grüßte scheu. Schnell huschte sie vorüber. Die alte Frau schüttelte den Kopf, und dann ging sie in ihre Wohnung. Was hatte sie denn gewollt? Ein junges, über» schäumendes Geben vom Weg der Erfüllung zurückhalten? Mit welchem Recht hatte sie das tun wollen? Sollte das junge Mädchen sich vielleicht zu ihr setzen? Zu ihr, der Greisin, für die die Freuden des Lebens längst vorüber, aber doch auch etnfr dagewesen waren? (Schluß fofgb) Wirtschaft Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a.ltl. Berlin KranNun 31.5. t*atum 7,'. 43 1<> 15.25 29.75 162 94,9 - 88,75 89,5 94,25 30 36.5 35 67 66 . 0 34 11 5 12.75 12 56.75 40.75 «i 26,25 41,25 17 10.5 101.5 20.5 28 52 67 117.5 79 16,25 87 97 31.25 32 34.5 40 39 15.4 10 91 153 13.9 85.5 18.75 33.75 18.75 121 22.25 16.9 11.4 18 5 25.75 26 11 I I B I U 125.25 23 . I io 10 . 6 6 K . e . o io . 6 39.25 14 19 40,5 36.5 41 19.65 40.4 ediultbti? Sotenbolet . . . Aku > Allgemeine ftunftfeitt) UrmbfTfl......... tiolobef..... «teuftet! A-chafsenbur, . . . ........ T (titrier "1 steten..... Deutsch? Linoleum . . . . Cterritra S Psvrrl . . . . Leonhard Tietz...... Loenlta......... Lhade .......... 18.5 27.5 27 124.75 23.5 64 66 39,75 55.25 60.9 122.4 81.5 28 70 42.13 28.9 138.5 26-25 41 35 19.9 170.5 41 Rur am Rentenrnarkt bestand weiter Angebot. Arn Markt der Goldpf andbricfe läßt sich noch nicht übersehen, wie stark die Abschläge werden dürsten, man rechnet aber schon jetzt mit zahlreichen Strichnotizen. Deutsche Anleihen und Schuldbuchsorderungcn verloren etwa 0.5 v H. Reichsbahnvorzugsaktien etwa 0,75 v. H. 3n- dustrieobligationcn waren bis zu 1 v. H. gedrückt. Auch Im Verlaufe blieb daS Geschäft a n d e n Aktienmärkten lebhafter und die Grundstimmung trotz einzelner Kursverluste nach den Steigerungen freundlich. Da auch für den Kassamarkt seitens der Kundschaft Kausneigung bestand, wurden die Verluste nach den ersten Kursen bald wieder ausgeglichen, teilweise lagen die führenden Werte schon wieder 1 bis 2 v. H über Anfangsniveau. Am Geldmarkt zeigte sich nach Ueberwin- dung deS Ultimo schon wieder eine Erleichterung. Tagesgcld ging in der unteren Grenze auf 5’ * v. H. und darüber zurück. Monatsgeld blieb mit 6 bis 8 v S>. nominell unverändert. Obwohl für Privatdiskontcn weiter Kaufncigung _ bestand, rechnet man für heute mit keiner Veränderung deS Satzes. Zn Frankfurt Aktien sehr fest. Frankfurt a. M . 1. 3uni. (WTD. Draht- mclbung.) An der heutigen Dörse fetzte sich die Auswärtsbewegung der Aktienkurse in verstärktem Mähe fort- Die vorauS'icht- liche Bildung eines nationalen Konzentrationskabinetts wurde günstig ausgenommen. weil man die innerpolitischc Krise hierdurch momentan für behoben betrachtet und weil man vor allem mit Erleichterungen für die deutsche Industrie rechnet. 3m Zusammenhang damit erhielten sich auch die Währungsbesurch- tungen. so dah weitere Tauschoperationen von (Renten gegen Aktien vorgenommen wurden. Daneben lagen erneut Kauforders vom Publikum und vom Auslande vor, denen kein Angebot gegenüberstand. Es machte sich daher ein stärkerer Materialmangel fühlbar, der die Aus- wärtsbcwegung dec Kurse naturgemäß forcierte. Das Geschäst nahm wieder recht lebhaste Formen an, gegenüber der Abendbörse betrugen die durchschnittlichen KurSbelferungen 1.5 bis 3 Prozent. Darüber hinaus lagen einige Spezial- werte sehr fest, besonders Deutsche Erdöl mit plus 8 Prozent Ehadeaktien. die etwa 10 Mk gewannen. Echeideanstalt und Süddeutsche Zucker erschienen mit Plus-Plus-Zeichen und wurden mehrprozentig höher tariert Prägnante Befestigungen verzeichneten 3G.-Farben. Siemens. Kaliaktien und Reichsbank. die bis zu 5 Prozent an- zogen Glektronevenwerte gewannen 2 bis 4 Pro- zent. Montanaktien 1 bis 3 Prozent. Schifsahrts- pap'ere Aku. Philipp Holzmann, Metallgesell- schast und andere von 1,5 bis 3 Prozent 3m Verlause unterlag das Mursnioeau mehrfachen Schwankungen. Nachdem die Kurse erneut um 56.5 31,25 32 28 21 84,75 12,65 29.5 25.75 55.4 9 178 29 67 42 43,5 tHtebed Siontan . . . . yrtrintfltr Llahiwerte . Ciaei «Minen..... »aliroerte Slebertiebcn . flalitrerte te^ereaeln . Sxi werte Sanbetfunb . 85.5 16.25 19 33,75 19 120 22,5 17.5 60 5 66.25 35 51,75 58.5 117 65 78.5 25.5 59 40 25 40.75 25.5 128.25 24.25 38 14,5 33.75 18.25 161 39 55 67.5 60.75 122 10 . 0 . 5 . b 58,25 37 28,5 87.5 12.75 26 30.5 56.25 17 50 , Itranttun a. Ul. I Berlin «i-rem. triem. änbuftrie Uravk. für: a. M.......... E (bei be ar ft alt....... ........ .... MeiallgrteUid-ai:...... lirenfhttiet 55aiit*ten . . . r-\ lünxr.et......... •ocrtfic^tT'rfe 65if* a. . .61 SiSboui^eiJudtt .... 1O| * Voraussichtlich kein Ausfall der Samstagbörsen in den Sommermonate n. In der gestrigen Sitzung des 'Berliner 'Boden- Vorstandes wurden in der Hauptsache Fragen technischer Natur behandelt. Der Antrag aus Ausfall der Samstagbörsen während der Sommermonate scheint nach Informationen des MTB-Handelsdicnstes keine Mehrheit gefunden zu haben, so dah voraussichtlich die Samstagbörsen in den Monaten Juli und August nicht ausfallen werden. • Allgemeine Lokalbahn- und Kraft, werke AG., Berlin. Der Gefamtüberschuß der Allgemeinen Lokalbahn, und Kraftwerke AG., Berlin, weist in 1931 gegen das Vorjahr einen weiteren Rückgang auf. Zuzüglich des Dorjahresvortrages oer- bleibt ein Reingewinn von 1,02 (2,11) Mill. NM., aus dem 5 v. S). (10) Stammaktiendividende verteilt werden sollen. 85 267 RM. verbleiben zum Dortrage auf neue Rechnung. , »PortlandzementsabrikHeidelberg- M a n n h e i m - S t u 11 g a r t. In der gestrigen Generalversammlung wurde der Abschluß Jür 1931 genehmigt und dem Dorstand und Aussichtsrat Gnb [aftung erteilt. Es wurde ein Reingewinn von 936 771 RM erzielt, aus dem 5 v.S). Dividende auf die Vorzugsaktien und 4 v. 5). Dividende auf das Stammaktienkapital von 22,2 Mill. RM. verteilt werden. Ein großer Tag der Berliner Börse. Berlin, 1.3uni. (WTB. Funkspruch.) Die Berliner Börse hatte heule einen großenT a g. Schon rein äußerlich war das Bild wesentlich lebhafter als sonst, und in den Nischen der Danken und an den Maklcrschranken wurde fieberhaft gearbeitet, um alle eingetrofsenen Aufträge bewältigen zu können. Hauptsächlich handelte es sich wohl um Kausorders der Depositenkassen-Kund- schalt. Neben dem deutschen Privatpublikum scheint auch das Ausland auf Sperrkonto Käufer gewesen zu sein. Da die Märkte an sich sehr eng sind und sehr schnell Materialknappheit entsteht, war es nicht verwunderlich, daß sprunghafte Kurssteigerungen bis zu 10 v. H. keine Seltenheit waren. Allein etwa 25 variabel gehandelte Papiere erschienen zunächst nur mit Plus-Plus-Zeichen. und das Feststellen der ersten offiziellen Notierungen verzögerte sich ganz er- heblich. Ms besonders fest sind ReichSbankantcilc. Kunstseidewcrte. Braunkohlenaktien. Kalipapiere (trotz des verschlechterten Stickstossabsahesi. Farben. Siemens. Deutsche Erdöl. Thüringer Gas usw. zu nennen. Auch Julius Berger. Ehade- akticn, Eharlottenburger Wasser und ähnliche waren stärker gefragt, muhten aber mangels Angebot ausgesetzt werden. Gin Gerücht über ge- besserten Absatz am Nöhrenmarkt sand am Montanmarkt speziell Beachtung, während sonstige ungünstige Nachrichten aus der Wirtschaft, auch das wieder schwache Neuyork. einfach unter den Tisch sielen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Pnpieren an6ciül)rtcn Zissern geben die Hohe der zuieh, b°ichl°II°n°n Dinidende °n. - Reichsbnn,dielen, 5 °r>. L°mb°rdzin-suh s o.f>. Gteuerstrafverfahren als Folge unordentlicher Buchführung. 3n den vom Wirtschaftsprüfer und Bücherrevisor Hermann Will zu Gießen heraus- gegebenen „Aktuellen Steuerfragen" ("Rundschreiben Nr. 11) lesen wir folgendes Es wird in den Kreisen der Steuerpflichtigen noch viel zu wenig beachtet, daß unordentliche und unklare Buchführung durch die Straf- beftimmungen der Neichsabgabenordnung auch unter hohe Strafen gestellt ist ES ist weiter daran au erinnern, daß die Steuerstrafen durch verlchiedcne Notverordnungen nicht unwefentlich erhöht worden find. Eine beliebte Entschuldigung bei Steuerstrafverfahren geht immer dahin, dah der Steuerpflichtige sich auf feinen Bücherrevisor oder seinen Buchhalter verlassen hätte 3n sehr interessanter Weise hat das Reichsgericht II. Strafsenat in einem Urteil vom 14 Januar 1932 zu diesen Einwendungen und Entschuldigungen Stellung genommen 3n dem entschiedenen Fall hatte der angeklagte Steuerpflichtige zwar feldst keinerlei Kenntnisse von den Einzelheiten und den Grundlagen der Buchführung. Ds war ihm aber nachgewiesen worden, daß er die Unordnung der Buchführung und die Unzulänglichkeit der Kenntnisfe seine» Buchhalters gekannt hatte. Au» dieser Tatsache wurde die Berpflichtuna hergeleitet. daß er unverzüglich hätte Vorkehrungen treffen müssen, die geeignet waren, die Bücher und die Buchführung zu ordnen. Da er dies unterlassen hatte, hatte er sich, wie das Ncichsgericht bestätigt hat, der Steuergesährdung schuldig gemacht Letzte Nachrichten. Popen spricht mit Brüning. Berlin. 1. 3uni. (VDZ. Funkspruch) Der mit der Neubildung deS Kabinett» beauftragte Herr von Papen hatte eine Besprechung mit dem Reichskanzler Dr. Brüning. In parlamentarischen Kreisen verlautet, daß er Herrn Dr. Brüning die Uebernahme des Po st en s des Außenministers anbie- t c n will. — StaatSrat Schaeffer, der Leiter deS Bayrischen Finanzministeriums, ist in Berlin cingctroffcn. Er hat sich nach Rücksprachen mit der Bayrischen Gesandtschaft bereits gegen 9 Uhr in den Reichstag begeben, um mit der Fraktion der Bayrischen DolkSpartei Fühlung zu nehmen. 3n Berliner politischen Kreisen geht das Gerücht, daß Staatsrat öefcaeffer in der neuen Reich-re gic- r u n g al« Iustizminister vorgesehen sei. ES könne sich hierbei aber nur um Kombinationen handeln, dem StaatSrat Schaeffer selbst sei jedenfalls von solchen Absichten nichts bekannt. Auch Reichspostminister Dr. Schätze! sei in der veröffentlichten Ministerliste des Kabinetts von Papen ohne sein Wissen und ohne feinen Willen ausgeführt worden. E- hänge erst von den Entschließungen der Bayrischen Volkspariei ab, ob diese sich überhaupt an dem neuen Reich-kabinett beteiligen werde. Zur Beauftragung deS Herrn von Papen und der Mi- niftcrlifte schreibt der .Völkische Beobachter"^ Es ist keldstverständlich. daß dieses Kabinett nur al» UebergangSlösung zu betrachten ist. Die Hauptsache der neuen Regierung toirb fein, den Reichstag aufzulö - fen. um durch Neuwahlen klarere Machtverhältnisse zu schaffen Die Berechtigung dieser nationalsozialistischen Forderung wird zweifellos auch von den an der Regierungsbildung beteiligten Kreisen eingesehen, ebenso die Notwendigkeit der schleunigen Aushebung deS 621.- Verbotes. *” Der neue Ches des Gießener Polizei a m t s, Polizeidirektor Dr. K a y s e r hat heute die Dienstgefchäste de, Polizeiamts Gießen übernommen. •• Von der Landesuniversität Die Pressestelle der Universität Dießen teilt mit An Stelle des nach Leipzig berufenen ordentlichen Professors für Bürgerliches. Römische- und Zivil- prozeßrecht, Dr Leo "Rosenberg, hat der ordentliche Professor der Rechtswissenschaft an der Universität Greifswald, Dr. S. Bley, einen Ruf erhalten •• Vierzig Jahre im Dien ft e der M a - r i n e. Ein geborener Gießener, Kapitän Schmehl, der ehemalige „Erste" des berühmten Kaperkreuzers „Wolf", beging kürzlich das Jubiläum feiner 40jäh- rigen Zugehörigkeit zur ehemaligen Kaiserlichen und jetzigen Reichsmarine. Er ist in der Nautischen Abteilung der Tlarineleitung des Reichswehrministe- iium5 tätig und bearbeitet in den Leehandbüchern als hervorragender Kenner der indischen Gewässer die Gebiete des Roten Meeres und des Indischen Ozeans. Er Ist ein Seemann von echtem Schrot und Korn, weitesten Kreisen als der Erste Offizier des berühmten Hilfskreuzers „Wolf" bekannt, dessen Kaperfahrten im Kriege die ganze Welt in Staunen versetzten. Der Hilfskreuzer „Wolf" war 15 Monate unterwegs, drang bis an Chinas Küsten vor und konnte 240 000 Tonnen versenken. Die kühne Mann- schäft war damals amtlich bereits für tot erklärt. Schmehl besitzt neben hohen Kriegsauszeichnungen mehrere Rettungsmedaillen. Er hat sieben Menschen vom Tode des Ertrinkens errettet; drei dieser Lebens- rettungen vollbrachte er im Ausland, im Roten Meer, in Westindien, in der Newa. Bereits vor dem Kriege wurde ihm wegen mutigen Verhaltens vom Kaiser der Rote Adlerorden verliehen. Damals hat er in Bombay (Indien) unter größter Lebensgefahr am Löschen eines Laderaumbrandes, der auf einem mit Dynamit und Benzin beladenen Bremer Hansa- bampfer ausgebrochen war, hervorragenden Anteil genommen. •• Hitler,GoebbelsundWagner(Bo. chu m) sprechen in Gießen. In der gestrig-n Wählerverfammlung der NSDAP, wurde mitgeteilt, daß am 13. Juni Wagner (Bochum), am 15. Juni Dr. Goebbels und am 17.Juni Adolf Hitler in Gießen sprechen werden. *• Keine Provlnzialausschutzsisiung am nächsten Samstag. Don der Provinzialdirektion wird mitgeteilt Die auf Samstag. 4. Juni. 10.15 Uhr. anberaumte öffentliche Sitzung des Provinzialau-fchufses der Provinz Oberhessen im Sitzungssaal des Negierungsgebäudes zu Gießen fällt auS. •• Straßensperre. Das Polizeiamt teilt mit: Die Uhlandstraße wird wegen Erneuerung der Schotterdecke zwischen Klinikstraße und Wartweg bi- einschließlich 5. Juni für den Verkehr mit Fahrzeugen aller Art gesperrt. Die, ausgestellten Sperrzeichen sind zu beachten. ** Wegen Meineids b z w. Verleitung zum Meineid verhaftet. Der Polizeibericht meldet: In einer Strafsache gegen einen hiesigen Kaufmann wegen Unterhaltspflichtentziehung rour den zwei 20jährige Mädchen, wovon das eine in Dießen und das andere in Wetzlar wohnhaft ist, als Zeugen vernommen. Ihre unter Eid gemachten Angaben waren offensichtlich dazu angetan, den Angeklagten zu entlasten und vor Strafe zu schützen. Nach den Umständen schien eine vorherige Beeinflussung der Mädchen durch den Angeklagten stattgefunden zu haben. Die Ermittelungen bestätigten dies und führten zur Festnahme der Beteiligten. Sie wurden dem Amtsgericht angeführt und wegen Meineids bzw. Verleitung dazu ist Untersuchungs- haft genommen " Heimatfeier auf dem Schisfende r g. Die Heimatvereinigung .Schisfenberg" und die „R. und E. Sommer-Stiftung" veranstalten am Sonntag. 12. Juni, von 15 Uhr ab (pünktlich) Ueberfüllung des Saales zu vermeiden. Da die Nachfrage nach den Einlaßkarten bereits sehr rege ist. wird empfohlen, sich rechtzeitig Karten zu sichern (Siehe heutige Anzeige. > " Die Tagung de - Bezirks Gießen vom Hcs' -Raff. Kurzschriftverdand. die am nächsten Sonntag in Büdingen statt- finden sollte, ist infolge des Schottener Motorradrennens auf Sonntag. 12. Juni, verlegt worden Da mit einer lehr großen Teilnehmerzahl. besonder- am Wettschreiben, gerechnet wird, fährt Sonntagfrüh ein Sonderzug nach Büdingen . den auch Nichtsteno^raphen benutzen können, wodurch diesen Gelegenheit geboten ist. das def- sische Rothenburg im Frühling-schmuck einen Tag lang zu besuchen, da der Zug erst am Abend wieder zurucklährt Am Samsrag findet bereits eine UntcrrichtSleiter-Besprechung und die Vertreter- Versammlung statt. " Sin Herkules Gestern abend zeigte sich aus Odwaldsgarten Albertini. «in Mann mit übermenschlichen Kräften. Seine Darbietungen waren durchweg besondere Leistungen auf dem Gebiet der Schwerathletik Vier Zentimeter dicke Eisenstangen, zwischen den Zähnen haltend, bog er zusammen. S-echs junge Leute vermochten mit ihrem ganzen Körpergewicht ein Rundstabeisen, über AlbertiniS Rücken gelcat, zu knicken. Weitere aulgelungenc Kraftproben brachten dem Veranstalter die Anerkennung der zahlreichen Zuschauer ein. Den Höhepunkt der Darbietungen bildete der Transport eines 90 Zentner schweren Möbelwagen- mit den Zähnen. Etwa 50 Meter konnte Albertini den Wagen ohne jegliche Hilfe vorwärts bewegen. Heute abend gegen 19.30 Uhr zeigt Albertini seine Künste noch einmal in einem größeren Programm. es sich aUerdings um Dirtswechsel der Rostpilze, wie den Schwarzrost handelt, ist die Vernichtung des einen Wirtes, in diesem Falle der Berberitze der Weg. die Krankheit zu unterdrücken S,ne Maßnahme, die zur Zeit in Nordamerika in allergrößtem Maßstab« durchgefuhrt wird. Auch auf ein besonders aktuelles Gebiet, nämlich das der Birutfranf freiten. die bei sehr vielen Kulturpflanzen eine große Rolle spielen ging der Vortragende näher ein. Ferner streifte er noch die Beteiligung an den Arbeiten der chemi- schen Industrie und der Waschineninduftrie im Interesse des Pflanzenschutzes, sowie die neuen Ansichten über die physikalische Bedeutung deS Bodens für das Gedeihen der Pflanze. Zum Schluß erhob der Vortragende die Forderung, daß alle diejenigen, die sich mit Pflanzenschutz befchäftigen. sich zuvor eine gründliche biologische Kenntnis aneignen Er hofft, dah die Zeit nicht mehr ferne fei. in der sich den Tier- und Menschenarzten die Pflanzenärzte vollwertig an die Seite stellen können. Zfcrtin □ 8- «n'ons» 4 I nur« eine gemeinsame Heimatfeier auf dem Schiffen berg Diese wird sich in zwei Hauptte,le gliedern 1. He.matgefchichtliche Borträge i.Oberfre'fen in den Defreiung-kriegen". Dr. Waldrach und .Die hessischen Familien in der Ahnentafel Goethe- Geheimrat Dr. Sommer). 2. Festspiel .Das deutsche Lied — ein gut Geleit zu jeder Zeit" von G Heß (Leihgestern). Die einzelnen Programmnummern werden eingeleitet bzw. umrahmt von gesanglichen und musikalischen Darbietungen (Männerchöre. sowie Kinderlieber einiger Schulklassen aus Hausen. Watzenborn-Steinberg. Leihgestern ufw ). An die Feier schließt sich gesellige Unterhaltung mit sportlichen Veranstaltungen. Reigen. Konzert. Tanz usw an. Die Eintrittspreise find, den Zeitverfrältnissen entsprechend. äußerst niedrig gehalten' außerdem genießen die Mitglieder der Heimatvereinigung .Sch,Isenberg- bei Vorzeigen der Mitgliedskarte (Iahresquittung 1932) noch besondere Ermäßigung Einzelheiten werden in den nächsten Tagen durch Anzeigen bekanntgeaeben. •• Hausfrauen-Abende im Easö Leib Wie man uns mitteilt, werden bei den am Donnerstag and Freitag im Tafö Leib von der Gas-Vereinigung veranstalteten Hausfrauen- Abendcn die Kostproben aus dem von einer Reihe von Gießener Firmen zur Verfügung gestellten Speisematerial von der Lehrlüche derHausfrauen- Teratung hergestcllt. Die Veranstaltungen werden durch künstlerische Darbietungen bereichert. Zu den Abenden werden nicht nur die Hausfrauen, sondern auch die Herren erwartet. Es wird besonders darauf hingewiesen, daß nur so viel Einlaßkarten in den durch Aushang kenntlich gemachten Geschäften auSgegeben werden, als Sitzplätze im Eafö Leib vorhanden sind, um eine jhjmburfl-vimmia täte. ■ » Jambmfl'Suhö"’ Tampftchist. o Hama Tamplidvlf .....n «eebbeutimet tionb..... 91.0. |ur tfertebrtttielrn Akt. Berliner Hanbel-geieU.aio'i . (iommeti- unb Privat-Bant . Tormüabter unb SetienalbOT! etwa 0.5 bis 1 p ft in die Hohe gingen, ergaben sich später leichte Rückgänge, die aber bei dem 2lu»maß der vorher erfolgten Steigerungen kaum ins Gewicht sielen. Die Tendenz de» Aktienmarktes war im Grundton durchaus f e st Am Renten- markt hat sich das Angebot deute oer- stärkt, so daß aus säst allen Gebieten erneut st a r f t Rückgänge zu verzeichnen waren. Deutsche Anleihen, Reichsbahnvorzugsaktien verloren etwa 0,5 o. ft. und Rkichslchuldbuchforderungen bis zu 2 v ft. Liguidationspfandbriefe lagen 1 bis 2 v ft. niedriger Am Geldmarkt war Tagesgeld zu 5,25 o. ft. etwas leichter. frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. TL, 1. Juni. Cs wurden notiert: Weizen 250 Mark. Roagen 225, Sommergerste für Brauzweckc 200 bis 202,50. Hafer (inländischer) 172.50 bis 177,50, Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0. mit AuL-tauschweizen) 39,25 bis 40,45, Weizenmehl (nie- derrheinisches, mit Austauschweizen) 39,25 bis 40,20, Roggenmehl (70 v H) 27J5 bis 29, Weizenklete 9,50, Roggenkleie 9,75. — Tendenz: stetig. Irutfd'C Hont unb 2ticr’r.to4BeieUid)tt|1 - • tre^br.rr Bant..... fteuMbanf....... e.e.a*.......... Bergmann....... ffirfT t'tefeningbflefcnid'eft £i(h: urb ÄTift..... Selten & »viUe-mme. . . Olrlellfd'ah für IfletttW . . . SRbctr.nd-c E etm»E . . 3 (buttert & C o. ..... ^temeneÄ Halrte .... üabmeqct & (So...... flubenn ........ Tetflfrbe Crtil . . • • • acüknttrchaler . • • • • Harvenrr....... Hoeltd Wen. ...... IUe Bergbau ...... Rlö&ter®erte ...... $cln.9?euehen...... Mannermann-Rebren . . Rcttifeftet Bergbau . . . cberttblei. settwerte . . $ bbr.tr Bergbau..... 9?bHr.tl±e Bräunte hie» . . rtniipv Hvljwaiin . . 3enentm-rt br.t iberg ^rtrrntn?crt Äail'tabt. yagfe fc dtestbfl . • Sranftun a. IW. Nur« 31.5. 1 6. 31 .Mai 1 Juni «mlllche Jlptierunq Amtliche 7 Gelb etlenma Brief Oelb ZWet Mltnglrrl . 7,183 51.95 7,197 7.173 7,187 Cien .... 52.65 51.95 52,05 -t-rafl 12,465 12.485 12.465 12.485 Bucflptft . . — •7" — Sofia . . . 3,057 3,063 3.057 3.063 Holland . . L»lo. . . . 170.78 171,12 170,78 171,12 77.52 77.68 77,22 77.33 0rr»">ha,<-n. 84,91 85.09 84,72 84,88 Stccfbelir . 79.77 79.93 79 72 79.?? London. . . 15 54 15.58 15,48 15.52 B irnti flirei .l-unort . 0,988 0.992 0,968 0,972 4.209 4.217 4.209 4.217 Brui.el . . . 58.94 59.06 58.92 59.04 ZltflJirn . . . 21,62 21.66 21.62 21.66 Pan» . . . 16,61 16.65 16.61 16.65 3dirorti . . 82,32 82.5? 82-39 82.55 3r:awien. 7,423 7,437 7,423 7,437 Lwado» . 14,17 14,19 Banknoten 14,14 14,16 Gchwy- i-utr- lur« Rur# | Echluch für» »nlon4- flur# Datum 31.5. 1-6. 31.5. 1.6. Schluß 1 ruru | 1-lchr- j Äur# 1 Schluß- «nsans» eure 1 Rur* Datum 31.5. \ 1.6. 31.5. | 16. 6% DeuNche «nmeanielde v 192. 7% TeutfdK SeithMnlcibe r>. 1929 5',"» D»una Anleibe von 1930 . $c'utfd)c Äni. Sblol.-Sdiulb mü Aulvl.-Rechlen....... otmr BnNvl .NeiSte . . 8% He». Voltes,aal von 1929 (tudiablb. n'2%) Cberbeiien Provmt-snleibe mti Aueloi. Rechten . . - Teuiiche Komm. Gammelabl. Anleihe Serie 1 . - - - - - 8% ,'mntf. Hvv -Bant »olbpfe 15 unkündbar bi* 193.5 - - 7»; »Irantf. Hvv.-Vant cuoldrle untunbbat btt 1938 -=ene 16 . 41,% irrnntf. Hyv.-Lant Sinn.- Psandbriele......- - Rbeimicke Hvp.-Bont-Liqu. Goldpse. - - - - .. - - - - Pr, odnbc^pfanb6rtcTOTläH, Psandbrieie N. 19 . . . 7° Pr. Laiidervfandbriesanpalt, Psar.dbriese SR. 10..... 4% Ceflcrreidiifdic ,*oldrenie . 4 <0°o Ceitencirtnitbe ^ilberrente 4% Ungarische Äolbrenre . . . - 4% Ungarische Sta.it* rente v. 1910 V4% betfll. °°n 1913 - . - - - 5% abaell. (Solbmenfoner von 99 rürf'chc floUanletbe von 1911 4% Türtijchr Äagvabdahn-Snlelhe Serie I........... 454°»R^man.vereinb.Reniev,191Z 4°r Rumänische reietnb. Stent- 3)6% •• Änewlut...... 51 58 53,5 36.5 2.75 42 68,75 76 75 70.5 43 5 2 2 2 .7.5 3.65 14,75 | | I 1 1 1 1 1 1 1 1 । 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 51,25 57,75 53.5 36.65 2.9 41.25 34,5 6.75 0 8 4,4 4.9 4.4 7 3,65 15 tiL 1 1 1 s: 1 1«. 1 l 1 l l 1 1 1 1 1 1 1 a* l 1 1 Berlin, 31 Vlai Geld ‘ ZWel ' Imenfmtüd’r Sieten....... 4 20 4,22 Belqische Poten......... 58.78 59,02 Tänische Sloten......... 84,73 85,07 Sngltsche Noten......... 15,50 15,56 ^rar-jchiiiie Noten........ 16,57 16,63 reilonBrrr- Noten........ 170.il 171,03 ritalienHdK 9lc:en........ 21,56 21.64 Norwear'che Nct»n........ Deutsch-Lesterreich, 4 ICO $<5ÜItng 77,34 77,66 RuwtönHfbe Noten........ 2.495 2.515 Lchwevtsche Noten...... . 79,59 79.91 Schweizer Noten. ........ 82,21 82.53 Loanrsche Xaten......... 34,6? : 4,92 Ungarische Raten ........ der tot» 300C0 Gießen, im Juni 1932 13100 03434 und Rinder Voranzeige! 4204 D r-. 4203 D _ <3 Samstag, 4 Juni 1932, abends 8.15 Uhr Gewöhnliche Schauspiel-Preise! Ihrer Bau- Benefiz-V orstellung der Mitglieder des Stadttheaters Giehetf 2.S " 5" ca g H O Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit Schriftleitung.) bewohnern leider meist unbekannten Kunstinstituten erleben durften. Eine Stunde gemütlichen Zusammenseins auf der Liebigshöhe schloß sich an. - Daubringen. 31. Mai. Am Sonntagvormittag fand ein Rundgang durch unsere Gemarkung statt, der von Landwirtschaftsrat Dr. Bocher vom Landwirtschaftsamt Grünberg geführt wurde und eine gute Beteiligung von Landwirten und sonstigen Interessenten aufwies. Der Leiter gab bei der Besichtigung der einzelnen Feldfrüchte wichtige Hinweise, die sich auf deren Anbau, ihre Düngung und Pflegearbeiten bezogen. An vielen Wiesen zeigte er, daß in unserer Gemarkung der Wiesenpflege mehr Beachtung als seither geschenkt werden muß. v L o n d o r f, 31. Mai. Im Besitze der Frau des Briefträgers Heinrich S ch n e ck e r von hier befindet sich ein K a k t e e n st o ck, den die Frau als junges Mädchen vor 2 5 Jahren gepflanzt hat. Das prachtvolle Gewächs wies in diesem Jahre 70 volle und schöne Blüten auf. r * °bbornhofen, 31. Mai. Runmehr lassen sich die Aussichten für die diesjährige Obsternte übersehen. Die Apfelbäume haben durchweg gut angeseht, nur einzelne, die im Dor- lahre schon über die Maßen stark getragen haben. 2. p" 2.M 3 Gleiberg, 31. Mai? Einen eigenartigen Fund machten hiesige Erwerbslose, indem sie beim Steinbrechen im Felde in unmittelbarer Rähe des ehemaligen Brauhauses in einer Tiefe von ungefähr einem Meter auf ein zum Teil in felsigem Boden eingelagertes menschliches Skelett stießen. Der Schädel weist ein ziemlich vollständiges Gebiß auf, woraus man Wohl auf einen jungen Menschen schließen kann, der hier wahrscheinlich umgebracht und verscharrt wurde. In Brusthöhe fand sich weiter ein Messer, scheinbar ein Stilett mit zierlichem Griff, der Verzierungen mit kleinen dreiteiligen Kleeblättern mit Stielen enthält. Man könnte vermuten, daß es das Wappen des hier ehemals ansässigen adligen Geschlechtes derer von Lesch wäre. Es ist Wohl mit einiger Gewißheit anzunehmen, daß der Ermordete mit dem Stilett in der Brust von dem oder den Tätern begraben wurde. Es dürfte von allgemeinem Interesse sein, ob von Seiten eines Sachverständigen der ungefähre Zeitpunkt der Bestattung festgestellt werden kann. = Groß-Rechtenbach, 31. Mai. Im hiesigen Gemeindesaal hielt gestern die Freiwillige Sanitätskolonne des Amtes Rechtenbach ihre Generalversammlung ab. Sie wurde von dem Kolonnenführer Lehrer Messerschmidt- Groß-Rechtenbach, der den verhinderten Vorsitzenden Bürgermeister Dr. Neumann vertrat, geleitet. Der Kolonnenführer erstattete den Jahres- bericht. Die Mitgliederzahl beträgt jetzt 39. Betei- ligt sind die Orte Lützellinden, Hörnsheim, Groß- Rechtenbach, Vollnkirchen, Weidenhausen und Vol- pertshausen. In 28 Fällen konnte die Kolonne durch ihre Mitglieder bei Unglücksfällen Hilfe leisten. Die Rechnungslegung gab Holizeihauptwachtmeister — angsdorf. Das Vermögen des Vereins beträgt 415 Mark. Bei der Aufstellung des Arbeitsprogramms für das neue Geschäftsjahr wurden größere Hebungen vorgesehen für die Orte Groß-Rechten- bach und Vollnkirchen. An der Kreisveranstaltung am kommenden Sonntag in Ehringshausen will die Kolonne teilnehmen. Die Ausstattung der neuen Mitglieder soll im Laufe dieses Jahres erfolgen. Handball im Männerturnverein (O.T). Tv. Pohlgöns II — Mto. Gießen II 4:6 (3:2). Am Sonntag trug die 2. Mannschaft des Gießener Männerturnvereins in Pohlgöns gegen die gleiche Mannschaft des dortigen Turnvereins ein Freundschaftsspiel aus. Während die erste Halbzeit im Zeichen des Platzoereins stand, und diese Heberlegen- heit auch in der Torzifer zum Ausdruck kam (3:2 für Pohlgöns), konnten die Männerturner in der Zweiten Halbzeit durch Umstellung der Mannschaft schlagkräftiger werden und ihre leichte Ueberlegenheit durch einen 6:4-Sieg zum Ausdruck bringen. Turnverein Wieseck. Wieseck I und II komb. — Teutonia Steinberg II 3:0 (1:0). Dieseck 1. Schüler — Nauborn 23(L 1. Schüler 3:0 (0:0) Zum Vorspiel um die Gaumeisterschaft der Schülerklasse traten beide Mannschaften in stärkster Anstellung an. Von Spielbeginn an entwickelte sich ein interessanter Kampf/ jedoch kam keine Mannschaft bis zur Pause zu einem Erfolg. Nach der Pause ielen die Gäste dem systematischen Spiel der Wie- Bekanntmachung. Der vom Gemeinderat durchberatene Voranschlag der Gemeinde Geilshausen für das Rj. 1932 liegt vom 2. Juni an eine Woche auf der Bürgermeisterei offen. In dieser Zeit können Einwendungen schriftlich oder zu Protokoll erhoben werden. Es ist eine Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Geilshausen, den 31. Mai 1932. Hessische Bürgermeisterei Geilshausen. Wagner. 42151) Oberheffen. Gauliedertag in Ettingshausen. X Ettingshausen, 31. Mai. Am Sonntag feierte der hiesige Gesangverein „Concordia" sein 5 0. Stiftungsfest, das mit einem Sängertag des Gaues Chattia-Wet- tertal verbunden war. Schon nach dem Bormittagsgottesdienst versammelten sich der Jubel- oerein um unser Gefallenendenkmal, wo der Ortsgeistliche die Ansprache hielt, und der Der- einspräsident, Förster Keil, zum Andenken an die im Kriege gefallenen Sangesbrüder einen Kranz niederlegte. Nach dem Eintreffen der auswärtigen Vereine fand ein Wertungssingen auf dem Festplatz statt, das gute Resultate brachte und von tüchtiger Arbeit in den Vereinen zeugte. Ein Feft- zug bewegte sich dann durch unser Dorf. zur Schule, wo der eigentliche Festakt stattfand. Der Vereinspräsident gab nach der Begrüßung der Festteilnehmer einen Rückblick auf die Dereinsgeschichte. Er erwähnte ausdrücklich, daß Johannes O p p e r V., der jetzige Ehrenpräsident, noch als aftioer Sänger dem Verein angehöre. Neben ihm stehen Johannes Opper III. noch als passives Mitglied des Vereins und Johannes Keil XVI. als Ehrenmitglied, die auch Mitgründer des Vereins waren. Äuch der Erstere war bis vor wenigen Jahren noch aktiver Sänger. Pfarrer Nies sprach im Namen der Gemeinde dem Verein herzliche Glückwünsche aus und bat, das Einigungsband des deutschen Liedes weiter zu hüten. Der Dundesoorsitzende Rinker- Non- nenroth begrüßte.namens des Gaues den Verein und verlieh im Auftrage des Deutschen Sängerbundes dem Ehrenpräsidenten Johannes Opper V. die silberne Sängerehrennadel. Ein weiterer Sänger erhielt eine Nadel für 40jährige Mitgliedschaft. Der Schriftführer Schäfer aus Albach sprach die Glückwünsche der Brudervereine aus, Gewerbelehrer Gengnagel aus Grünberg beglückwünschte die Gauvereine zu den schönen Leistungen, die zu Gehör gekommen waren und die bezeugen, daß im Sängergau Chattia-Wettertal gute Arbeit geleistet werde. Zum Schluß dankte der Ehrenpräsident Johannes Opper für die ihm erwiesene Ehrung. Eingeleitet und geschlossen wurde dieser Festakt durch Massenchöre, die der Gaudirigent leitete. Auf dem Festplatz sammelten sich anschließend die Vereine zu gemütlichem Beisammensein. Angesichts der bedrängten wirtschaftlichen Lage hatte man absichtlich den Rahmen des Festes nicht sehr weit gespannt. Ebenso wenig wollte man aber doch das goldene Jubiläum des Vereins, der mit dem Leben unserer Gemeinde in den fünf Jahrzehnten seines Bestehens eng verbunden ist, stillschweigend übergehen. ISängertag des Horloff-Wetterial- Gängerbnndes. I Inheiden, 31. Mai. Die letzte Vertreter- Versammlung des Bundes hatte beschlossen, in diesem Jahre wegen der schlechten Wirtschaftslage kein Wertungssingen abzuhalten. 2ln seine Stelle sollte ein Sängertag treten, der am Sonntag hier abgehalten wurde. Um 14 älhr zogen die Vereine in geschlossenem Zuge nach dem Festplatz im Feldheimer Wald. Rach dem Degrüßungschor durch den gastgebenden Verein hieß dessen Vorsitzender Frank die Bundes- Vereine willkommen. Anschließend trugen die Dundesvereine von Ruppertsburg, Inheiden, Altenhain, Röthges, Rodheim, Wetterfcld, Laubach, Gonterskirchen, Dillingen und Hungen je zwei selbstgewählte Chore vor. Den Abschluß des Singens bildeten die beiden Massenchöre: „Die Sonn erwacht" und „Volksgebet", die unter Leitung des Bundesdirigenten Dietrich, Rodheim, gut vorgetragen wurden. Hierauf überreichte der Dundesvorsihende Bender, Hungen, denjenigen Sängern Ehrennadeln, die 40. 30 und 25 Jahre aktiv in ihren Vereinen tätig sind. Für 40jährige Mitgliedschaft wurden ausgezeichnet: K. Stotz, Laubach; Friedr. Höger und Jakob Dächer, Ruppertsburg; Heinr. Frank und Karl Junker, Inheiden; für 30jährige Mitgliedschaft: Herrn. Reitz, Inheiden; Georg Haußmann und Wilhelm Nürnberger, Röthges; Otto Mölius, Villingen; Christoph Höger und H. Hertel, Laubach; Ioh. Röder, Hungen; für 25jährige Mitgliedschaft erhielten diese Auszeichnung ferner noch: Wilh. Paul, Dillingen, Wilh. Rau, Röthges; Friedr. Diehl, Fr. Lein, H. Müller und H. Habermehl, Ruppertsburg; H. Günther, H. Jochim, H. Geb ich, Franz MomPerger und H. Salz mann, Laubach; Herrn. Frutig Ludwig Eifer, Karl Schäfer und Fritz Stern, Hungen. Der Vorsitzende schloß den Sängertag mit einem Appell an die Jugend ebenso wie die Alten das deutsche Lied zu pflegen und dem deutschen Männergesang die Treue zu halten. Landkreis Gießen. y Lollar, 31. Mai. Daß man in unserer Not- 3eit auch mit bescheidenen Mitteln etwas Schönes und Anregendes erleben kann, bewies der gemeinsame Ausflug der Evangelisch-kirchlichen Frauenoereine des Kirchspiels Kirch, berg. Es waren aus den Gemeinden Staufenberg, Lollar, Mainzlar, Daubringen, Ruttershausen etwa 170 Frauen, die durch das freundliche Entgegenkommen der Direktion des Oberhessischen Museums und des Botanischen Gartens am Sonntag unter sachkundiger Führung lehrreiche An- schauungsstunden in den interessanten, den Land- Tisch-Tennis der Sp.-Vg. 1900. 1900 siegt im Tischlennis-Dreikampf in Bad-Rauheim. Am vergangenen Sonntag kam in Bad-Nauheim zwischen dem Tischtennis-Club „Grün-Weiß" Bad- Nauheim, dem Tischtennis-Club Frankfurt a. M.- West und der Spielvereinigung 1900 ein Turnier in Form eines Dreioereinskampfes zum Austrag. Zunächst standen sich Frankfurt und Bad-Nau- heim gegenüber. Die Frankfurter, die als Favorit angesprochen wurden, siegten mit 8:4 klar über die Badestädter. Mit großem Interesse sah man nun der Begegnung Frankfurt — Gießen 1900 entgegen. Als erstes wurde das Spiel der Spitzenleute beendet, das der Frankfurter Schäfer an sich brachte. Die restlichen 7 Einzelspiele wurden sämtlich von 1900em gewonnen. In die vier Doppels teilten sich dann beide Parteien, so daß das Endergebnis 9:3 für 1900 lautete. Der dritte und Schlußkampf Bad-Nauheim gegen Gießen, der 13 Einzel- und 6 Doppelspiele aufwies, war bei der ausgezeichneten Form der Gießener Mannschaft eine etwas einseitige Angelegenheit. Mit nicht weniger als 17:2 Punkten blieben die Gastgeber im Hintertteffen. Nachstehend die Ergebnisse (die 1900er sind jeweils zuletzt genannt): Frankfurt — Gießen 1900. Einzel: Schäfer-Dietrich 14:21, 21:6, 21:17; Kleiner — Ost 13:21, 18:21, 21:13, 17:21; Raith—Puhl 18:21, 19:21, 18:21; Kapphahn — Jung 21:15, 17:21, 21:23, 18:21; Kurz —Günther 21:18,‘ 21:18, 10:21, 12:21, 15:21; Endner — Gebhardt 21:18, 13:21, 13:21, 16:21; Kaiser —Beil 19:21, 17:21, 17:21; Schott gegen Berger 16:21, 17:21, 17:21. Doppelsp.: Schäfer/Kurz — Jung/Ost 21:13. 21:15, 10:21, 21:13; Rapphahn/Raith —Dietrich/Puhl 19.21, 16:21, 21:17, 21:7, 21:10; Kleiner/Schott — Gün- ther/Gebhardt 14:21, 11:21, 14:21; Endner/Kaiser gegen Beil/Topp 19:21, 21:11, 13:21, 21:19, 10:21. Bad-Nauheim — Gießen 1 900. Einzelspiel: Hammann — Dietrich 9:21, 9:21, 17:21; feder zum Opfer, und nur der Tormann der Gäste verhütete eine höhere Niederlage. Das vorher ausgetragene Spiel einer kombinierten Mannschaft des Tv. Wieseck gegen die 2. Mannschaft der Teutonia Steinberg zeigte die Platzbesitzer mit 3:0 als Sieger. Sportverein 1928 Garbenteich. Die 1. Mannschaft des Sportvereins 1928 Garbenteich trug am Sonntag in Garbenteich ein Gesellschaftsrückspiel gegen die 2. Elf des Wetzlarer Sportvereins aus. Die spielstarke Gästeelf gewann das Treffen mit 4:2 gegen Garbenteich, Halbzeit 1:1. Die Garbenteicher Mannschaft mußte ohne ihren bewährten Mittelläufer antreten und spielte weit unter ihrer seitherigen Form. Die in allen Teilen gut besetzte Wetzlarer Mannschaft dagegen zeigte ein schönes und faires Kombinationsspiel, durch das sie verdient gewann. Die 1. Schülermannschaft des Vereins konnte nur mit neun Mann antreten und verlor gegen die körperlich stärkeren Schüler aus Lich. Ergebnis 0:5. Handball im Turngau Lahn-Oünöberg Launsbach I — Lollar I 2:4 (0:1). In Launsbach tarn das letzte Aufstiegspiel zum Austrag, das Lollar als Sieger sah. Durch diesen Sieg steigt Lollar in die Gauklasse auf und dürfte dort einen sehr beachtlichen Gegner aogeben. Schon in der ersten Halbzeit machte sich bei den Gästen eine leichte Feldüberlegenheit bemerkbar. Besonders zeigte sich diese im Zusammenspiel, ohne aber anfangs Erfolge zu zeitigen. Erst später konnte Lollar den Führungstreffer erzielen. Launsbach glaubte, den Wind zum Bundesgenossen zu haben, sah sich hierin aber getäuscht. Die guten Vorlagen, besonders die des Halbrechten, wurden nämlich vom Winde sehr oft bis in den Torraum des Gegners getragen, wo sie ohne Mühe eine Beute des Torwarts wurden. Bei dem Stande 1:0 für Lollar wurde gewechselt. In der zweiten Halbzeit war das Spiel zuweilen ausgeglichener. Lollar führte nach einiger Zeit 2:0. Ein prächtiger Weitschuß des Lol- larer Mittelläufers brachte das dritte Tor ein. Nun gelang es auch den Gastgebern, den ersten Treffer zu erzielen. Später wurde ein Angriff Launsbachs im Strafraum unfair gestoppt. Der 13-Meter-Wurf wurde verwandelt. Jetzt nahm das Tempo wesentlich zu. Das Spiel wurde härter und offener. Zwei Minuten vor Schluß konnte Lollar noch einen vierten Treffer für sich buchen, während Launsbach teilweise infolge Schußpechs leer ausging. Der Sieg Lollars ist verdient, allein schon wegen des besseren Zusammenspiels. Bei Launsbach sah man sehr schöne Einzelleistungen, denen aber oft die rechte Unterstützung von feiten anderer Mannschaftsteile fehlte. Es» war ein harter, flotter Punktkampf, der sich manchmal nahe an der Grenze'des Erlaubten bewegte. Trotzdem kann nicht gesagt werden, daß Unfairnis gang und gäbe gewesen wäre. Gießener Krastspvrtler siegen in Alsfeld. Bei den diesjährigen Gaumeisterschaften im Ringen und Gewichtheben, die am Sonntag vom DfK. Alsfeld durchgeführt wurden, konnten sich auch einige Mitglieder des 1. Gießener Kraft- und Sportklubs 1 8 9 3 erfolgreich behaupten. Eine gute Leistung bot der Gießener Federgewichtsringer Alois Funk. Er konnte mit vier Schultersiegen den 1. Platz belegen. In derselben Klasse kam Götz auf den 3. Platz. Das Leichtgewicht zeigte wieder den mehrfachen Kreismeister S ch e m b e r (Alsfeld) in Front. Adolf Klotz (Gießen) konnte in dieser Klasse den 3. Platz behaupten. In den übrigen Klassen gab es Siege für Alsfeld. Im Gewichtheben stellte Marburg in allen Klassen, außer Federgewicht, die Sieger. Der Gießener Mittelgewichtler F o r b a ch war gänzlich außer Form. Er wurde mit einer Leistung von 450 Pfund im olympischen Dreikampf Dritter. In diesem Dreikampf hat F o r b a ch wiederholt schon 500 Pfund bewältigt. Gut gefallen hat der Jugendheber Emmerich; er wurde Erster im Jugendschwergewicht. 3560 ä1340(L Lo«* < DM 10 Lose in eleganter preis ■ Brieftasche 10 RM Porto u. Lifte30Pt Lote empfehl. A. Dinkeimann, Worms Postscheckkt. Frankfurt/M. 20060 and die bekannt Verkaufssteil. Frische Seefische Klavier«I?nte? richt <£♦ G. Kleinheit« Sehr. Ä^aebot^lit Bahnhofstraße 61 4222 v Telefon 3866 03431 TbÄ'Ä Statt Karten! 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