Nr. 76 Erstes Blatt Sreitag, April 1952 182. Zahrgang GkMner Anzeiger Druck und Verlag: vröhl'fche UniversitülL-vuch' mö 5temdruckerei B. Lange in Sietzen. 5chnstleittmg und Scschästrftelle: Schulftratze 7. General-Anzeiger für Oberhessen <° Annahme von Lnzelaen für die Tagcsnummcr bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Re- dlameanzeigen von 70 mm Brette 35 Reichspsennig, Platzvorschrift 20e/e mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton vr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Mar Filter, sämtlich in Gießen. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatz-Vezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernfprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehev. Postscheckkonto: Stanffurt am Main 11686. Aufmarsch zum zweiten Wahlgang. Oie amtliche Kandidatenliste für den zweiten Wahlgang. Berlin, 31. Mär;. (IDXB.) Die Frist zur Linreichungder Wahlvorschläge für den zweiten Wahlgang der Reichspräsidcntenwahl "ist heute um 24 Uhr abgeloufcn. Es sind einge- reicht worden beim Beichswahllciler drei Wahlvorschläge, nämlich: t o o n Hindenburg Hitler Thälmann. Die drei Wahlvorschläge sind vom Reichswahlleiter z u g e l a f s e n worden. Wird Hindenburg nochmals vereidigt werden? Zusammentritt des Reichstags nach dem 24. April. B e rliir, 31- März. (ERB.) Da an der Wiederwahl des Reichspräsidenten v. Hindenburg kein Zweifel besteht, so wird in dem Reichsinnenministerium als dem Vcr- fassungsministerium zur Zeit die Frage geprüft, ob nach der endgültigen Wahl eine nochmalige Vereidigung des Reichspräsidenten v. Hindenburg erfolgen muß. 3n maßgebenden Kreisen wird die Auffassung vertreten, daß eine erneute Eidesleistung unnötig ist und daß die Eidesleistung des Reichspräsidenten v. Hindenburg vom 12- Mai 1925 vollkommen genügt. Diese Auffassung stützt sich auf den Artikel 42 der Reichsvcrfassung, wonach der Cid bei der Tlebernahme des Amtes des Reichspräsidenten zu erfolgen hat. Sollte die andere Auffassung Platz greifen, die dahin geht, daß nach dem Ende der Amtsdauer am 5. Mai eine erneute Amtsübernahme vorzunehmen ist, so wäre für diesen Fall mit einer Einberufung des Reichstages zu rechnen, da nach dem Artikel 42 die Eidesleistung vor dem Reichstag zu erfolgen hat. Unabhängig aber von der Frage der Eidesleistung kann angenommen werden, daß der Reichstag bei der Amtsübernahme des Reichspräsidenten v. Hindenburg versammelt sein wird. Ein Termin für den Zusammentritt ist zwar noch nicht bestimmt, doch ist die Reichsregierung bemüht, den Haushaltsplan für 1 932 sobald wie möglich sertigzustellen und dem Reichsrat und dem Reichstag vorzulegen. Praktisch dürfte der Zusammentritt des Reichstages wohl erst nach den Wahlen der Länderparlamente am 24. April erfolgen. Wahlbündnisse der gemäßigten Rechten. Berlin, 31. März. (BDZ.) Die Wirtschaftspartei hat fetzt für die bave- rischen Landtagswahlen ein Wahl- bündnismitderDBP. abgeschlossen. Beide Parteien werden für die bayerischen Landtagswahlen gemeinsam Listen aufstellcn. Man nimmt an. daß sie zur Erweiterung dieses Wahlbündnisses die Verhandlungen mit derStaatspar- t c i und dem Christlich-SozialenBolks- dienst fortsühren. Das bayerische Wahlrecht, das komplizierter als das preußische ist, macht die Verwertung der Reststimmen von der Erlangung eines Grundmandats abhängig, das wiederum nur gewährt wird, wenn der aus der je- »eiligen Wahlbeteiligung errechnete Faktor erreicht wurde. Die D B P , die ihre Landesliste für diepreust i s ch e Landtagswahl erst in einigen Tagen bekanntgeben wird, hat ein Wahlbündnis für die Preußenwahlen mit der Dolksrechts- Partei für Aufwertung abgeschlossen. Den bisherigen Vertretern der Dolksrechtspartei iin Preußischen Landtag, den Abgeordneten Pohl und Graf v. Posadowsky-Wehner, wurden aussichtsreiche Plätze aus der Landesliste der DVP. reserviert. Die Volksrechtspartei brachte bei den letzten Preußenwahlen rund 250 000 Stimmen auf, von denen damals 150 000 -^cf^''y„mcn nicht verwertet werden konnten. Die Wahlbünd» nisverhandlungen zwischen Wirts ch a stspar - tei und Landvolk für b i c Preußen- wählen find noch nicht abgeschlossen. 3n parlamentarischen Kreisen nimmt man an, daß ein tatsächlich enges Zusammenarbeiten der bürgerlichen Parteien im Preußenparlament sich erst nach den Reuwahlen im neuen Landtag ergeben wird. Gegen die Parole des Reichslandbundes für den zweiten Wahlgang Lcharfc Opposition des Thüringer Landbunds. Weimar, 31. März. (Lil.) Der Gesamtvorstand des Thüringer Landbundes beschäftigte sich am Donnerstag mit der Reichs- Präsidentenwahl und nahm einstimmig eine Entschließung an, in der er sich gegen eine Hi tlerdi ktatur auslpiicht und damit - ’C Stimmabgabe bei der Wahl „tem gesunden Sinn seiner Bauern" überlasse. Die Entscheidung im Kampfe gegen das parlamentarisch-demokratische System liege nicht bei der Reichspräsidentenwahl am 10. April, sondern bei der Preußenwahl am 24. April. Da der Thüringer Landbund als Vereinigung bodenständiger deutscher Bauern aus seinen nationalen und wirtschaftspolitischen Grundanschauungen heraus jeden Sozialismus als eine Art des Marxismus ab lehne, komme für ihn bei der Wahl ein sozialistischer Parteikandidat nicht in Frage. Der Thüringer Landbund bedauere deshalb die parteipolitische Stellungnahme des Re i ch slandbundes für einen sozialistischen Kandidaten auf das Tiefste. Sozialismus in jeder Form sei der Totengräber jeden selbständigen Bauerntums auf eigener Scholle. Oie Harzburger Front. Ein neuer Artikel Hilgenbergs. Berlin, 31. März. (TU.) In einem dritten programmatischen Artikel im „Deutschen Schnell- dienst" befaßt sich der deutschnationale Parteiführer Dr. f) u g e n b e r g erneut mit dem Verhält- n i s zwischen der DNDP. und den Nativ n a l s oz i a l i st e n unter dem Motta „Wohin geht die Jugend?" Er zitiert dabei den Brief eines Sohnes an seine Eltern, der nach zweijährigem Schwanken zwischen beiden Lagern erklärt, daß zwar die Versammlungen der NSDAP, packender, mitreißender und faszinierender seien, daß aber in der Geschichte noch immer der Kopf und nicht die Masse den Sieg davongetragen habe, daß schließlich die NSDAP, von vornherein sich mit den Weitere Verschleppung der Tributstage? Weicht England einer Entscheidung aus? — Ein Warnruf des Daily Herald. London, 31. März. (TU.) Der sozialistische „Daily herald" sagt, die englischen Minister, die noch vor zwei Monaten erklärten, daß die Dinge nicht so bleiben könnten, wie sie seien, hätten nunmehr entschieden, daß es unmöglich sei, in der Tribut f r a g e etwas zu tun. Det Schohkanzler sei jetzt der Ansicht, daß die Lausanner Konferenz nur das für Deutschland gültige Moratorium um sechs Monate verlängern und sich dann vertagen solle, wobei er die Hoffnung fjabc, daß sich nach den amerikanischen Mahlen eher etwas erreichen lasse. Tardieu werde am Montag bei seinen Londoner Besprechungen mit größtem Vergnügen Horen, daß jeder Gedanke einer Revision des Zoungplans oder einer Streichung der Tribute fallen gelassen worden sei. Dies gebe ihm die „gemeinsame Front ', auf die er so großen Mert lege. Einen solchen englisch-französischen Vorschlag könne jedoch Deutschland unmöglich annehmen, da eine Verlängerung der bisherigen Abmachungen die zukünftigen deutschen Verpflichtungen nur noch erhöhen würde. Deutschland hätte nicht nur die fälligen Zahlungen nach Ablauf des Moratoriums «nieder aufzunehmen, sondern müßte vom nächsten Jahre ab 180 bis 200 Millionen Mark mehr alsRückzahlung auf die gestundeten ungeschützten Jahreszahlungen abführen. Eine einfache Verlängerung des Moratoriums würde diese Verpflichtungen auf etwa 270 bis 300 Millionen Mark erhöhen. Das Blakt drückt dann die ernstesten Bedenken aus, ob Deutschland seine privaten Verpflichtungen erfüllen könne, wenn keine Einigung in der Iributfragc zustande komme. Die Lage in Deutschland verschlechtere sich von Tag zu Tag. Die Ausfuhr sinke so schnell, daß man im April oder Maj keinen Ausfuhrüberschuß mehr erwarten könne. Alle versuche, die Lage durch Verminderung der Einfuhr und durch Devisenoerordnungen zu retten, seien vergeblich gewesen. 3m Hinblick hierauf sei es kaum verständlich, wenn man von einer Verlängerung des Moratoriums und von einer neuen Erörterung der Lage nach seinem Ablauf spreche. Rach den heroischen Reden Macdonals wichen jetzt die englischen Minister der wichtigsten europäischen Frage aus. Der Schahkanzler Chamberlain entweiche nach Ottawa, Sir John Simon ziehe es vor, über die Zölle der Donaustaaten zu sprechen. MtenächsterWocheMemächlekonserenzinLondon England lehnt eine Dorvereinbarung mit Tardieu ab. London, 31. März. (MTB. Renier.) Amtlich wird bekanntgegeben, daß die viermächle- konferenz Mille nach st er Mache in London staltsinden wird, von britischer Seite wird betonterer Mert auf die Feststellung gelegt, daß die Initiative zu dem Besuch Tardieus in London von Paris ausgegangen ist. Es wird für nicht unmöglich erachtet, daß diese Bestrebungen zum Teil auf« (Krroägungen inner- politischen Charakters zurückzuführen sind. In britischen fireifen wird angesichts der Zweifel, die in Deutschland und Italien bezüglich der Zweckmäßigkeit vorheriger französisch-britischer Erörterungen gehegt werden, betont, daß keinerlei Vereinbarung zwischen den Vertretern Groß- brifanniens und Frankreichs über dke Donaufragc getroffen werden könne, da sie hinfällig werden würde, sobald Deutschland oder Italien ihr nicht z u ft i m m e n. Man ist in Doroningftreef entschlossen, bei den Erörterungen mit den französischen Ministern sich auf das Donau Problem zu bc- schränken, allerdings hält man sich vor Augen, daß es schwierig sein würde, den Raum zu verlassen, wenn Tardieu oder sein Kollege anbere fragen aufs Tapet bringen füllten. Bülow wird Deutschland in London vertreten. Berlin, 31. März. (ENB.) In Berliner unterrichteten Kreisen nennt man als genaues Datum der Viermächtekonferenz Mittwoch, den 6. April. Es gilt nun al* sickzer, daß für Deutschland Staatssekretär o o n B ü l o w an der Besprechung teilnehmen wird, die ganz naturgemäß z u n ä ch st nur d e n E h o - ratter einer Vorkonferen z hat. Es kann sich dabei nur darum handeln, d i e G r un d z n g e der geplanten .Hilfe für die Lonau land er herauszuarbeitcn und sie dann in der folgenden Woche jo zu fördern, daß Mitte des Monats bei der Anwesenheit de» NeichskanzlersinGen f G e n a u e r e s b e^ sprachen werden kann. Im Anschluß daran wird dann mit den beteiligten Machten Fuh- lung genommen werden. Keine Aussicht auf Erneuerung der „Entente cordiale". Paris, 1. April. lWTD. Funkfpnrch.) Sn vielen französischen Blättern wirdtec Fvage auf- geworfen, ob die Aussprache zwischen dem eng tischen und dem sranzöstschon Minister ««hl «ne Wiederbelebung der Entente cor- di a I e mit sich bringen könnte. Hiervor warnt der die englischen Verhältnisse scharf beurteilende Londoner Korrespondent des „Petit Parisi en". Man dürfe sich nicht einbilden, so schreibt er, daß von der Wiederbelebung der Entente cordiale die Rede sein könne. Die englische Regierung wünsche mit Frankreich und nötigenfalls unter Beteiligung anderer Mächte nach den bestmöglichsten Lösungen für die gegenwärtigen Schwierigkeiten zu suchen. Vielleicht würden die Ereignisse England zeigen, daß sein wohlverstandenes Snteresse ihm gebiete, daß England sich Frankreich anschließe. Für diese englisch-französische Zusammenarbeit arbeite die Zeit. Prag und Paneuropa. Masaryk fordert deutsch.französische Zusammenarbeit. London, 31. Marz. sWTB.) Der „Spectator" veröffentlicht ein Interview mit dem tschechischen Präsidenten Masaryk, in dem dieser erklärte: „Offen gesagt, fürchten w i r die deutsche Konkurrenz", fügte aber hinzu„In keiner Weise ist unser Plan für wirtschaftliche Zusammenarbeit Zentraleuropas gegen Deutschland gerichtet. Wir glauben in der Tat. daß fein Erfolg in hohem Maße Deutschland zum Vorteil gereichen würde." Masaryk betonte, daß die allgemeine Politik der tschechischen Regierung die Forderung wirtschaftlicher Zusammenarbeit erstrebe, wobei man bedenken müsse, daß Deutschland ihr Hauptabnehmer sei. Hinsichtlich der wirtschaftlichen Zukunft müsse die Tschechoslowakei immer mit Deutschland und den osteuropäischen Staaten, einschließlich des Balkans und Rußlands verbunden sein. Masaryk setzte sich weiterhin für eine Annäherung Frankreichs und Deutschlands und ein „B u n d e s s y st e in" in Europa ein. Europa könne nicht, erklärte er, wie vor dem Kriege aus zwei einander entgegengeseh- ten Gruppen von Rationen bestehen. „Ich glaube, daß d i e einzige dauerhafte Basis für den europäischen Frieden eine französisch-deutsche Zusammenarbeit mit ter Unterstützung Großbritanniens und Italiens ist." Einer der Gründe für die europäische Unruhe, so erklärte Masaryk weiter, sei, daß 4 0 Millionen Franzosen 80 Millionen Pangermanisten fürchteten. Wenn eine französisch-teutsch-britische Zusammenarbeit in Europa zustande käme, so würden alle Traume, die man gegenwärtig hege, wie z. D. P a n e u r o p a, eines Tages in Erfüllung gehen Deutsch nationalen wohl oder übel zusam » men schließen müsse. Es ist die Aufgabe ter bevorstehenden Landtags, wählen, so fährt Xjiigcnberg fort, dem geeinten nationalen Deutschland die Macht in den Ländern, besonders in Preußen zu erobern. '21 her es ist trotz mancher immer häufiger Warnung dazu gekommen, daß zugunsten der Gegner die gemeinsame Sache der nationalen Wiedergeburt unter den lieber schwänglichkeiten und Fehlern der Nationalsozialisten leidet. Wir gehen jetzt in einen schicksalsschweren Wahlkampf, in die Preußenwahl. Das darf man nicht mit einer Unehrlichkeit auf ten Lippen tun. Es doch zu tun, wäre sogar eine Dummheit in einem Augenblick, in dem der Partner, mit dem man einig fein möchte, überall in der Welt herumpfeift, daß er fick) den Teufel um feinen Bundesgenossen kümmere und daß dieser nur dazu da (ei, ihm vorübergehend Vorspann zu leisten. Letzteres ist eine irrige Rechnung. Ich bin froh, daß die nationale Bewegung Hitlers so stark in Deutschland geworden ist, daß Rote und Schwarze Angst davor bekommen haben. Aber nun kommt der zweite Teil der Aufgabe: Es geht nicht an, daß nunmehr alle diejenigen A n g ft vor der nationalen Bewegung bekommen, die zwar ihren Sieg wollen, nicht aber Sozialismus und eine unüberlegte Politik. Dafür aber bedarf es einer Zusammenfassung aller darauf wartenden Kräfte. Das Landvolk zum Sammlungsvorschlag Hugenvergs. Berlin, 31. März. (CAD.) Geheimrat Hugen- berg hat seinen bekannten Vorschlag, die bürgerlich-nationale Rechte bei den Preußenwahlen auf ter Landesliste der Deutschnationalen zu vereinigen, in einem bereits gemeldeten zweiten Artikel kommentiert und erläutert. An diesem zweiten Artikel ist, so bemerken die „Landvolk- n a ch r i ch t e n“, abgesehen von den Sammlungsbestrebungen, besonders bemerkenswert die angekündigte Abrechnung mit dem Rationalsozialismus und die Schärfe, mit der sich Geheimrat Hugenberg sachlich von seinen ehemaligen Harzburger Freunden abseht. Hugen- berg geht so weit, daß er selbst von einem „neuen Harzburg der gemeinsamen politischen Arbeit" spricht und damit offen zugibt, daß d i e alte Harzburger Front endgültig begraben ist. Dr. Hugenberg dürfte inzwischen eingesehen haben, daß der ursprüngliche Weg. den er beschritten hat, zu keinem Ziel führen konnte. Er stellt deshalb jetzt die Abrechnung mit dem Rationalsozialismus voran und kündigt bei der Gelegenheit Enthüllungen über die Vorgänge innerhalb der Harz - burger Front an, die zweifellos zur Klärung der politischen Verhältnisse auf der Rechten beitragen dürsten. Weiter sagen die „Landvoltnachrichten": Auch wenn man jetzt den guten Willen zur Sammlung der bürgerlich-nationalen Rechten auf deutsch- nationaler Seite voraussehen kann, so geht es doch nicht an, daraus wiederum ein Privileg der deutschnationalen Parteiführung zu machen und diejenigen, die man sammeln will, in dieRolle von Hospitanten zu verweisen. An den diktatorischen Ansprüchen der deutschnationalen Parteiführung ist die alte Rechte gescheitert Die Ausräumung ter fachlichen und persönlichen Gegensätze zwilchen den einzelnen auseinandermanövrierten Gruv pen wäre in jedem Falle zu begrüßen. Eine Möglichkeit, daß der Vorschlag Dr. Hugenbergs noch während der Preußenwahl irgendwelche konkrete Formen annehmen konnte, sehen die „Landvolknachrichten" jedoch noch in keiner Weise. Oie Kürzung der Bezüge der hessischen Lehrerinnen. Darmstadt, 31. März. IWSN.) Amtlich wird mitgctcilt: Durch Notverordnung vom 3". März 1932 hat das hessische Gesamtministerium bestimmt, daß die Grundgehalte der weiblichen Lehrpersonen ab 1.April 19 3 2 um 1 <• Prozent gesenkt werden. Als Wohnungs g eldz u schuß wird den Lehrerinnen mit gekurz tem Grundgehalt nicht das halbe Wohnungsgeld, sondern das volle Wohnungsgeld der nächst niedrigen Tarifklasse gewährt. Diese Regelung ist eine der Maßnahmen, die der Ausgleichung des nächstjährigen Staatsvoronschlags dienen sollen. Die Regierung hat sich angesichts der Finanznot des Landes auch um deswillen zu diejer Maßnahme entschlossen, weil in fast allen übrigen deutschen Ländern die Lehrerin nen gegenüber den Lehrern entsprechend gekürzt» Bezüge erhalten. Die Bezüge der hessischen Lehre rinnen sind damit den Bezügen angegli- dien, wie sie die große Mehrheit der deutichen Lehrerinnen ;. T. schon seit Jahren bezieht. Für die Bered) nung des Ruhegehaltes und der Hinterbliebenenversorgung bleibt die Senkung des Grundgehaltes um 10 Prozent unberüd sichtigt. Das Ruhegehalt ujw. wird also aus dem vollen Grundgehalt wie bei ben Lehrern berechnet. Auch bei der Grundvergu tung der Anwärterinnen bleibt die Senkung unberiicklichtigt. Gleichzeitig wird durch die Derord nung bestimmt, daß öic Pflicht st un de nzahl der weiblichen Lehrpersonen um 10 Prozent z» senken ist. Auch damit folgt Hessen einer Reg< lung, wie sie in f a st allen übrigen deutschen Ländern besteht. Sie deutsche Landwirtschaft in der Krisis. 14. Hauptversammlung der preußischen Hauptlandwirtschastskammer. Berlin, 31. März. (ERB.) I», Mittelpunkt der 1-1. Hauptversammlung der Preußischen Haupt- landwirtschaftskanuucr standen Referate über die Lage der preußischen Landwirtschaft. Präsident Dr. Brandes stellte fest, daß sich rund 60000 Ost betriebe unter S i ch c r u n g s s ch u ß begeben mußten. Es bestehe ein Mißverhältnis zwi- idwn den Preisen landwirtschaftlicher und industrieller Erzeugnisse. Die Förderung der deutschen Exportindustrien habe, so betonte der Redner, immer im Vordergrund der Reichspolitik gestanden. Bei allen Maßnahnicn müsse die Wiedcrhcrstcl- l u n g d c r R e n t a b i l i t ä t in der landwirtschast- lichcn Betriebsführung maßgebend fein; Kredite könnten die Rentabilität nicht ersetzen. Der deutschen Landwirtschaft sei in der letzten Zeit immer die Unistellung nach dänischem Vorbild empfohlen worden. Jetzt befinde sich aber auch Dänemark in einer Agrarkrise, die gerade durch die einseitige E i n st c l l u n g auf die Vieh - und Milch Produktion hervor- gerufen worden sei. Der Behauptung, daß sich die Rot auf den Großgrundbesitz beschränke, müsse man aufs schärfste cntgegentreten; auch die Bauernwirtschaft leide aufs schwerste. Landrat v. Reden-Reden gab eine Darstellung über die Lage der nordwestdeutschen Landwirtschaft. Die Viehzucht sei absolut unrentabel. Etwa 70 Prozent der Einnahmen der Ackerbau- betriebe stammten aus der Viehwirtschaft, und deshalb seien auch die Ackcrbaubetriebe trotz der nor- malen Preise für Weizen und Roggen in große Schwierigkeiten geraten. Besonders erschwerend habe sich noch die Absatz- und Preisentwicklung auf dem Zucker- und dem Holzmarkt ausgewirkt. Frhr. von L ü n i n ck ('Bonn) erklärte: Ganz katastrophal habe sich im Laufe der letzten anderthalb Jahre in Westdeutschland die Lage der Geflügel- wirtschaften und insbesondere der Farmbetriebe entwickelt. Der Gemüsebau leide schwer unter der Auslandskonkurrenz. Die Auslandskonkurrenz werde noch dazu durch die deutsche In- dustrie gefördert, da sie billiger beliefert werde, als die deutsche Landwirtschast. Das gelte sowohl für Baumaterialien für Treibhäuser, als auch insbesondere für Düngemittel. Be- sonders schwer habe der Weinbau zu leiden. Die Weinpreise deckten gerade die Darauslagen für die Betricbsführung. Ein Betrag für die Arbeit des Winzers und feiner Familie bliebe dagegen nicht übrig. Die Hauptversammlung nahm eine Entschließung an, in der u. a. gefordert wird, daß den Vorschlägen der Grünen Front auf Kontingentierung der Einfuhren schleunigst Rechnung getragen werde und daß insbesondere die Butter- und K ä s e z ö l l e so zu gestalten seien, daß eine dauernde Rentabilität der Milchwirtschaft gewährleistet werde. Vorbildliche Milchwirtschaft in Württemberg. Stuttgart. 31. März. (WTD.) Reichs- crnährungsminister Schiele weilte zum Besuch verschiedener landwirtschaftlicher Einrichtungen in Württemberg. Verschiedene Molkereien im Hinterland wurden besichtigt, worauf eine Aussprache mit Vertretern der Landwirtschaft, der Industrie und der Behörden stattfand. Der Präsident der Landwirtschaftskammcr, Adorno, dankte dabei dem Minister für seine Bemühungen zum Schuhe der Landwirtschaft im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten und bedauerte, daß andere landwirtschaftliche Berufsvertretungen im Reiche dem Mini st er in den Rücken gefallen seien. Der 1. Vorsitzende des Vereins Württcmbergischer Industrieller, Geheimer Kommerzienrat Dr. Bruck- mann, anerkannte die ausglcichendc Art des Ministers in der Behandlung der großen Probleme der Landwirtschaft. Reichsministcr Schiele äußerte sich sehr anerkennend über das Gesehene. besonders über die Organisation der Milchwirtschaft in Württemberg, die ihm sehr imponiere und vorbildlich für das ganze Deich sei. Die Rcichsregierung erkenne die ernste Arbeit der württembergischen Milchwirtschaft, vor allem der mustergültigen Durchrationalisierung der Molkereibetriebe, an. In der Anwendung des viel kritisierten Milchgesetzes hoffe er bei den kommenden Verhandlungen eine solche Regelung treffen zu können, daß daraus das Beste für die Produzenten wie für die Konsumenten entstehe. Schweben unb die Kreuger-Krisis. Oie verhängnisvolle Tribulpolitik. Bon unserem Dr. G.-Dcrichterstatter. (Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten I) Stockholm. Ende März 1932. ..Als der Telegraph die Rachricht von Ivar Kreugers Selbstmord nach London, Reuhork, Berlin und Rom brachte, schaute man sich an. als ob man erwartete, daß der Himmel einstürzen und die Erde zittern würde — gerade wie man es bei Caesars Ermordung glaubte." Die Sähe stammen nicht aus einer lokalpatriotischen schwedischen Provinzzeitung, sondern aus dem Daily Expreß. Tatsächlich ^fürchtete man im ersten Augenblick für alle Meltbörsen und die Weltwirtschaft schwerste Erschütterungen — ganz besonders aber für Schweden, das man am Rande des Abgrunds wähnte. Der Tod des Zündholzkönigs und die damit einsetzende Krise war für Schweden ein schwerer Schlag. Die Finanztransaktionen Ivar Kreugers gingen ja nicht nur in die Hunderte von Millionen, sondern in die Milliarden; noch vor weniger als einem Jahre wurden die Aktiva auf drei Milliarden Kronen — damals Goldkronen — bewertet; die Reingewinne wurden mit über 200 Millionen Kronen ausgewiesen und mehrere Jahre lang über 100 Millionen Kronen Dividende verteilt. Ünb das alles in einem Lande, das nur sechs Millionen Einwohner hat! Soweit sich bis jetzt übersehen läßt, hat die Kreugerkrise auf Schweden geringeren Gin - f l u h gehabt, als man erwartete. Erstens einmal war ja Schweden nur die juristische Heimat und Stockholm nur die administrative Residenz des weltumspannenden Konzerns. Weitaus der Hauptteil des Kapitals war im Auslande, besonders in Amerika beschafft und von den Verlusten — deren Höhe sich vorläufig noch nicht übersehen läßt — wird in erster Linie d a s A u s - land betroffen. Zweitens hat Schweden in langen guten Jahren so große Reserven aufsammeln können, daß auch dieser Schlag überwunden werden kann. Das Bankwesen, das naturgemäß mit an erster Stell- betroffen wird, ist gesund und die Staatsfinanzen sind beneidenswert gut. Obwohl die schwedische I n d u - st r i e unter der Weltdepression zu leiden hat, so kommt ihr doch zugute, daß im besonderen die Exportindustrie Warengattungen umfaßt, die zu den notwendigsten Gebrauchswaren und Rohstoffen gehören — keinerlei Luxusartikel —, und daß, wie aus dem von Handelsbanken berechneten Import- und Exportindex hervorgeht, Schweden für seine Ausfuhr verhältnismäßig sehr viel mehr bezahlt bekommt, als es für die Einfuhrwaren zu entrichten braucht. Ganz besonders hat aber der schwedische Rationalcharakter dazu beigetragen, eine katastrophale Auswirkung der Kreugerkrise zu verhindern. In den Tagen nach Dekanntwerden von Kreugers Selbstmord und den Schwierigkeiten seines Konzerns rechnete man mit einem Ansturm auf die schwedischen Banken. Dieser blieb jedoch aus;^ die ausländischen Prcssephotographen, die lich besonders aus den nordischen Rachbarländern eingefunden hatten, um die „Abheberschlanaen" vor den Banken aufzunehmen, die dem Zündholztrust besonders nahe stehen, muhten unverrichteter Dinge wieder abziehen. Offensichtlich war die Rervosität in Stockholm geringer als in Paris oder London. Trotzdem ist man sich über den Ernst der Lage durchaus klar. Man weiß, daß für den Fortbestand des Kreugerkonzerns nicht die Frage ausschlaggebend ist, wie große Werte vorhanden sind, sondern die Frage, ob und wie die notwendigen flüssigen Geldmittel beschafft werden können. Bis weit in die Kreise der Mittel- und sogar Arbeiterklasse hinein besitzt die schwedische Bevölkerung Kreuger- paprere, für die jetzt nur noch ein geringer Bruchteil von dem erhältlich ist, was man noch vor wenigen Wochen an der Börse dafür bekommen konnte. An mehreren führenden Wirtschaftsunternehmungen Schwedens war der Krcuger- konzern ausschlaggebend beteiligt. Auch für die öffentlichen Finanzen bedeutet der Ausfall oder die Verminderung der Zahlungsfähigkeit des größten schwedischen Steuerzahlers einen bösen Schlag. In Rechnung gestellt werden massen auch die psychologischen Einwirkungen der Erschütterung des Riesenbaus, der im letzten Jahrzehnt die sprichwörtliche Blüte und den einzigartigen Aufstieg des schwedischen Wirtschaftslebens in der ganzen Welt verkörperte. Kein Wunder also, daß auch die schwedische Valuta hierdurch in Mitleidenschaft gezogen wurde, zumal wenige Monate zuvor die Gvldbindung aufgehoben war. Die letzten Tage haben jedoch bewiesen, daß das Vertrauen auf die Widerstandsfähigkeit und Solidität des schwedischen Wirtschaftslebens auch im Auslande zurückgekehrt ist. Die Kreugerkrise hat neben der wirtschaftlichen auch eine politische Seite. Richt nur deswegen, weil der Bankier einer großen Anzahl von Ländern und Regierungen aus dem Leben geschieden und sein Bankhaus illiquide geworden ist. Richt nur deswegen, weil mehr als ein Finanzminister sich bange fragt, was jetzt aus seinem Kreugerdarlehen wird lund wie sich etwaige Zwangsverkäufe auf die übrigen Staatspapiere und die ganzen Staatsfinanzen auswirken können. Die unerwarteten Schwierigkeiten des Kreuger- trusts sind zweifellos letzten Endes auf politische Faktoren zurückzuführen. Das Darlehen, das Kreuger die meisten Änannehm- lichkeiten bereitet hat. war die 125-Millio- nen-Dollaranleihe an Deutschland. Da der Konzern außerdem einen bedeutenden Posten Vounganleihe übernommen und anderweitige deutsche Interessen besitzt, muh die ilnx gewiß hei t, in der der Zündholzkönig über die Möglichkeit schwebte, diese Mittel flüssig machen zu können, als Hauptursache der Krise angesehen werden. Ohne Aebertreibung kann man behaupten, daß die Geschicke des Kreugerkonzerns in den letzten Jahren unlösbar mit Deutschland verbunden waren. Man kann getrost einen Schritt weitergehen und sagen, daß die Liquidität und Existenz des Schwedentrusts zuletzt mit in erster Linie von der Lösung der Tributfrage abhing. Die Mächte, «die die rechtzeitige Streichung der deutschen Tributzahlungen verhinderten, tragen indirekt die Hauptschuld an der Kreugerkatastrophe. Zweifellos wäre die Bewertung der deutschen Engagements von Ivar Kreuger im gleichen Augenblick erheblich gestiegen, wo die Ungewißheit über die Tribute aufgehört hätte. 1928 hatte der Zündholztrust der französisch e n R e g i c r u n g ein Darlehen von 75 Millionen Dollar gewährt, womit die Stabilisierung des französischen Franken durchgeführt werden konnte. Vier Jahre später klopfte Ivar Kreuger in Paris an, um selb st ein Darlehen zu erbitten, für das trotz der Verschärfung der Weltwirtschaftskrise noch immer gute Deckung vorhanden war. Weit über eine Milliarde Reichsmark hatte er an 15 Regierungen ausgeliehen; ein Bruchteil von dem, was er infolge von Moratorien ober Transferschwierigkeiten nicht verwenden konnte, hätte genügt, den Schwedentrust flott zu erhalten. Als die französische Hochfinanz Ivar Kreuger abwies, war sein Schicksal besiegelt. Die schwedische Wirtschaft ist durch die Schwierigkeiten des Kreugerkonzerns nicht in den Abgrund gezogen worden. Man muh jedoch auf der Hut sein, um nicht den Zündholztrust, die Telephon-, Zellstoffindustrie und die übrigen mächtigen Tochtergesellschaften unter ausländi- schenEinfluh geraten zu lassen. Gewisse Vorgänge auf den Weltbörsen deuten darauf hin, daß Hyänen bereit stehen, um sich auf die geschwächte Beute zu stürzen. Wenn die von der Regierung eingesetzte Kommission die Lage der Kreugerhin- terlassenschaft geklärt hak, werden auch die tieferen Llrsachen der Krisa ans Tageslicht kommen. Sicher wird man auf politische Zusammenhänge stohen, die für die Zukunft manches lehren können. Zum Ausscheiden Wnistenalbireltor Lrstadts. EinAbschiedsschrciben dcsKttttnsministcrS Darmstadt. 31. Marz. (WSR.) Dem am 1. April in den Ruhestand tretenden Ministerialdirektor des Landesamtes für das Bildungswesen Arstadt hat Staatspräsident Dr. Adelung folgendes Abschiedsschreiven übermittelt: Auf Ihren Wunsch scheiden Sie zum 1. April d. I. aus dem Staatsdienst aus und treten nach einer fast 40jährigen, überaus ersprießlichen Tätigkeit i nt Dienste der hessischen Schule in den wohlverdienten Ruhestand. In schwerster Rotzeit des deutschen und des hessischen Volkes, als es galt, auch in der Schule die Llmstellung auf die in der demokratisch-republikanischen Verfassung gegebenen Grundlagen des Dolksstaates vorzunehmen, haben Sie sich dem Lande zweimal zur Verfügung gestellt und sind nahezu elf Jahre in der besonders arbeitsreichen und verantwortungsvollen Stellung des Präsidenten und Ministerialdirektors i in Landesamt für das Vildungswesen und danach im Kultusministerium der fachliche Leiter des hessischen Schulwesens und mein Berater gewesen. Mit Geschick und in kluger Besonnenheit ist es Ihrer reichen Sachkenntnis gelungen, die hessische Schule durch Klippen und Fährnisse dieser Kampf- und Rotzeit hindurchzulenken und sie in den Organismus des republikanischen Staates einzugliedern, um ihr die Grundlage einer neuzeitlichen Entwickelung zu sichern. Ihr Rame wird für immer mit diesem bedeutungsvollen Zeitabschnitt der hessischen Schulgeschichte verbunden bleiben. Beispielgebend, wie seinerzeit Ihre Bereitschaft zur Uebernahme der Verantwortung, ist auch jetzt IhreDereitwilligkeitzum vorzeitigen Scheiden aus dem Amt, womit Sie sich in vorbildlicher Weise an die Spitze jener älteren Lehrer stellen, die durch Verzicht auf liebgewordene Arbeit Schule und Staat ein dankenswertes Opfer bringen. Es ist mir aufrichtiges Herzensbedürfnis, Ihnen, sehr geehrter Herr Ministerialdirektor, am Tage des Ausscheidens aus dem Staatsdienst warmen, tiefempfundenen Dank und höchste Anerkennung auszusprechen für Ihre langjährige, erfolgreiche Tätigkeit als Leiter des hessischen Schulwesens, als treuer Diener des hessischen Volkes. Ich verbinde mit diesem Dank den lebhaften Wunsch und die freudige Hoffnung, daß der ÄDschied vom Amt für Sie nicht zugleich ein endgültiges Abschiednehmen von uns sein möge, daß sie vielmehr auch fernerhin der Schulverwaltung sich für Sonder aufgaben zur Verfügung halten möchten, so daß Ihre Sachkenntnis und Ihre reichen Erfahrungen noch viele Jahre der Entwickelung unseres hessischen VchulwesenS gutekommen können Kleine politische Nachrichten. Reichspräsident v.Hindenburg empfing den neuernannten spanischen Botschafter LuiS Araquistain h Quevedo zur Entgegennahme seines Beglaubigungsschreibens. Der Botschafter, der in Deutschland studiert hat und sich der deutschen Sprache bediente, erklärte, daß das neue Spanien ganz besondere Gründe zur Freundschaft und Erkenntlichkeit gegenüber Deutschland besitze. — Reichspräsident v. Hindenburg erwähnte in seiner Erwiderung. Deutschland habe die Gesinnung der Gerechtigkeit und der Achtung, die ihm Spanien in der schweren Zeit des Weltkrieges und der Rachkriegszeit entgegen- gebracht habe, stets dankbar empfunden. Die Haushaltsführung des Reichs für öte Zeit vom 1. April 1932 bis 30. Juni 1932 ist durch Verordnung des Reichspräsidenten dahin gc- regelt worden, daß die persönlichen Ausgaben im Rahmen des Hanishaltspla- n e s 19 31 geleitet werden dürfen, und daß im übrigen, von einzelnen Ausnahmen abgesehen, in diesem Vierteljahr nur bis zu einem Fünftel der für 1931 bewilligten Beträge aus- gegeben werden darf. Als Reichszuschuß an d i e G e m e i n d e n für die Erleichterung der Wohl- fahrtslasten ist ein Betrag von 75 Millionen Reichsmark vorgesehen. * Das tschechische Bezirksgericht in Böhmisch-Leiva hatte im Januar 1932 den Studenten H. W. Ja en sch aus Berlin zu acht Tagen Gefängnis deshalb verurteilt, weil er auf dem Bahnhof in Rumburg ohne Erlaubnis eine alte Lokomotive p h o- tographiert hatte. Die Generalstaatsanwaltschaft hatte gegen dieses Urteil die Nichtigkeitsbeschwerde eingelegt. Das Oberste Gericht hat nunmehr das Urteil aufgehoben. Die französische Kammer hat mit 446 gegen 60 Stimmen einen Antrag des Wahlrechtsausschusses angenommen, der den Frauen das allgemeine Wahlrecht für die Wahlen nach 1933 gewährt. * Für die schleunige Einbringung des Gesetzentwurfs über den Bau der Sahara -Bahn setzen sich 250 Abgeordnete ein. Die Gesamtkosten sind auf 2,5 Milliarden Franks veranschlagt. Man glaubt, daß die Bahn in vier Jahren fertiggestellt sein könnte. Die Durchführung soll auch der Be- kämpfung der Arbeitslosigkeit dienen. Die ^Regierung des irischen Freistaates hat beschlossen, einen allgemeinen Zolltarif von 33z v. H. auf alle Artsn der Einfuhrwaren zu legen, die im Freistaat selbst hergestellt werden können. Waren aus Groß-Britannien und den anderen Teilen des britischen Reiches werden eine Vorzugsbehandlung von 8* v. H. genießen, also mit einem Zoll von 25 v. H. belastet werden. Aus aller Welt. Der Reichspräsident als pale beim 16. Kinde. Reichspräsident von Hindenburg hat die Ehrenpatenschaft bei dem 16. Kinde des Arbeiters S t o b b e in Arnsfelde (Kreis Deutsch- Krone) übernommen und dem Vater eine Glück- wunschurkunde übersenden lassen. Verstoß gegen die Devisenordnung. Beamte der ZoUfahndungsstelle Berlin haben unter dem dringenden Verdacht des Verstoßes gegen die Devisenordnung den Direktor der Aus- landabteilung der Bergmann - Elektrizitätswerke A. Haßler und den Prokuristen einer Berliner Bank Arnheim festgenommen. Haßler und Arnheim sollen deutsche Wertpapiere im Betrage von etwa 225 000 Mk. unerlaubterweise für Rechnung von Ausländern verkauft und ihren Auftraggebern den Gegenwert ausgeliefert haben, statt ihn auf Sperrkonto zu legen. Weder die Bergmann-Elektrizitätswerke noch die betreffende Bank sollen mit diesen Privatgeschäften der beiden etwas zu tun haben. Familienstreit Caro-Petschek. Der Familienstreit der beiden Großindustriellen Caro-Petschck ist insofern in ein neues Stadium getreten, als eine gerichtliche Klärung der von Dr. Ernst P e t s ch e k, dem Sohn des tschechischen Kohlenmagnaten Ignatz Petschek, gegen seinen früheren Schwiegervater Geheimrat Caro, Generaldirektor der Bayerischen Stickstoffwerke, erhobenen Vorwürfe erfolgen wird. Die Strafkammer hat das Hauptverfahrcn gegen Geheimrat Caro wegen des Verdachtes des Betrugsversuches und der Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung eröffn^. Es soll sich dabei um die Behauptung Dr. Petscheks handeln, daß ihm sein früherer Schwiegervater keine Mitgift gezahlt und daß er in bezug auf diese Angelegenheit eine nicht zutreffende eidesstattliche Versicherung abgegeben habe. Lin 13jähriger Knabe verschwunden. Seit dem 19. März wird der 13 Jahre alte Schüler Ludolf Algermissen aus Harsum (Han- noocr) vermißt. Dor einigen Tagen ist nun ein Erpressungsversuch unternommen worden, wobei Personen in einem Bries d i e Zahlung von 1 0 00 Mark forderten, wenn die Eltern ihr Kind lebend wiedersehen wollten. Ein Beamter, der etwa die Statur des Vaters des Knaben hatte, hinterlegte auf dem genannten Platz einen Umschlag, der allerdings keine echten Scheine enthielt, sondern altes Notgeld. Man wartete etwa eine Stunde, als plötzlich aus einem Straßengraben ein Mann auftauchte. Ein Landjäger rief ihn an. Der Unbekannte lief jedoch rasch zu dem Umschlag und entfloh dann in der Dunkelheit. Die Beamten feuerten eine Anzahl von Schüssen hinter dem Fliehenden her. Man hörte mehrere Aufschreie und nimmt daher an, daß der Erpresser getroffen worden ist. Massenhinrichtung mexikanischer Banditen. In Celaya (Staat Guanajuato) erfolgte die Hinrichtung von 48 Räubern, die an dem Eisenbahnüberfall bei Mariscala am 19. März beteiligt waren. Von der ursprünglich 65 Köpfe starken Bande wurden siebzehn teils bei dem äleberfall selbst getötet, teils unmittelbar nach ihrer Fe st nähme standrechtlich erschossen. Durch die Massenhinrichtung, die gleichfalls durch Erschießen erfolgt, wird d t e gesamte Räuberbande ausgerottet. Minister Calles hat persönlich den Vorsitz des Kriegsgerichts geführt, das daS Todesurteil über die letzten 48 Mitglieder der Bande aussprach. Der Massenmörder von Drontheim geisteskrank. Der Massenmörder E. Larsen hat vor den Behörden ein umfassendes Geständnis abgelegt und eine eingehende Darstellung des furchtbaren Dramas in Verdat Gegeben. Die Aerzte haben heute erklärt, daß Larsen geisteskrank ist. Raubüberfall auf ein Skeueramt. In Dresden wurde auf das städtische Steueramt an der Kreuzstrahe ein Raubüberfall verübt. Dabei wurden zwei ältere ©teuer- b e a m t e, die sich zur Wehr setzten, durch Schüsse verletzt. Der eine hat einen Kopf-, der andere einen Schulterschuß davongetragen, doch soll bei keinem der Verletzten Lebensgefahr bestehen. Der Räuber, der ein Taschentuch vor das Gesicht gebunden hatte, soll ein Paket Banknoten an sich gerissen haben und ist unerkannt entkommen. Drei Todesopfer einer Alkoholvergiftung. In Charleroi tranken vier polnische Bergarbeiter, die während der drei Osterfeiertaq« durchgezecht Haien, schließlich noch zwei Liter Brennspiritus aus. Drei starben, der Zustand des vierten ist hoffnungslos. Der Hund als Lebensretter. In der Rähe von Jassy (Rumänien) wurde in einem 25 Meter tiefen Steinbruch ein völlig erschöpfter Soldat gefunden, der vor elf Tagen hineingestürzt war, jetzt v o n einem Hund entdeckt wurde und noch lebend gerettet werden konnte. Line internationale Rauschgiftschmugglerbande unschädlich gemacht. Auf Veranlassung der Berliner Kriminalpolizei wurde der griechische Bankier Eliopolous i n Mannheim verhaftet, als er mit dem Nheingoldexpreß nach Basel fahren wollte. Mit seiner Verhaftung hat man eine ganze Bande internationaler Rauschgiftschmuggler für längere Zeit unschädlich gemacht. Anfang Dezember 1931 wurde durch die Verhaftung des Amerikaners del Grazio, der in einem Luxuszug von derSchweiz nach Berlin aufgefallen war, im Hamburger Freihafen ein riesiges Rausch- giftlager mit 650 Kilogramm Heroin und 250 Kilogramm Morvhium entdeckt. Trotz dieser 13er- Haftung blühte aber der Rauschgiftschmuggel weiter. Schließlich wurden auf dem Dampfer „Havelland" in Tientsin zwei große Koffer mit doppeltem Boden entdeckt, die 72 Kilogramm Heroin enthielten. Die Polizei ermittelte sie als Eigentum eines Afghanen, da aber zum Kauf solcher Mengen von Rauschgift viel Geld gehört, der Afghane selbst aber ziemlich unbemittelt ist, mußte noch ein unbekanntes Mitglied der Bande den Schmuggel fortsetzen. Die Ermittlungen der Polizei führten schließlich zu der Festnahme des jetzt in Mannheim verhafteten Griechen. (Eine Greisin bei lebendigem Leibe verbrannt. Die älteste Einwohnerin älrfelds (Eifel), Witwe Bitz, wurde in ihrer Wohnung tot aufgefunden. Teile einer verbrannten Steppdecke lagen neben der verkohlten Leiche. Vermutlich wollte sich die Bedauernswerte am Herd- feuer wärmen und hatte dabei die Decke umgehängt, die bann Feuer fing. Bei dem Versuch, aus dem Haus zu kommen, verbrannte die Frau. Aus der provinzialhauptKadt. Gießen, den I. April 1932. Schulbücher als Eigenbesih. wenigen Tagen rrsetzt zu se^n, die «Sorge um die der Besuch e. ja sogar der -ooitsiajulc, mit sich bringt. «Lin Punkt, der bc- Aders in« Gewicht fällt, ist die Beschaffung der Schulbücher. Diele Buben und Madels wissen sich zu helfen, indem sie von älteren Jahrgängen die benötigten Bücher billig erwerben: andere mögen das Glück haben, durch die Hilfsbücherei der «Schule versorgt zu werden. DaS ist einfach und billig, aber nicht immer nützlich und klug. Das Buch als Leihstück der Hilfsbücherei oder als Handelsobjekt für geschäftstüchtige Tertianer wird erzieherisch und unterrichtlich seine Aufgabe nicht recht erfüllen können. «Ls muh ja doch sehr schonend behandelt werden, weil eS am Schluß des Jahres an die Schule zurückzugeben ist bzw. ein wertvolles Berkaufsobjekt darstellen soll. Kann der Schüler ein solches Buch wirklich ausschöpfen, das er in wenigen Wochen schon wieder in anderen Händen sieht? Sn späteren Klassen wird es ihm vielleicht oft genug fehlen, wenn die früheren Kenntnisse dem Gedächtnis entschwunden sind und das Elementarwissen unsicher geworden ist. Aber die schlechten Wirtschaftsverhältnisse machen doch vielen Eltern den Kauf neuer «Schulbücher unmöglich, wird man einwenden! Wenn schon die wirtschaftlichen Verhältnisse in Betracht gezogen werden, dann sei vor allem folgendes nicht vergessen: Die Aot der Zeit hat die Schulverwaltungen gezwungen, die Klassenstärken dauernd zu erhöhen J Schüler die Anstalt, 8 traten neu ein, so daß am (Silbe des Schuljahres 482 Schüler gezählt wurden. Die Reifeprüfung bestanden 37 Schüler. Die Oberrealjchule wurde von 598 Schülern besucht.,.534 gehörten der evangelischen, 40 der katholische or Kirche an, 18 waren israelitisch und 6 gehörten sonstigen Religionsgemeinschaften an. 237 Schüler wohnten in Gießen, 161 waren von anderen hessischen Orten, 200 Schüler aus den übrigen deutschen Gebieten. Im Laufe des Schuljahres traten 15 Schüler ein und 47 aus. Die Reifeprüfung bestanden insgesamt 55 Schuler. In der Studienanstalt wurden am 15. Mai v. I. 608 Schülerinnen gezählt. Im Laufe des Schul- jahres traten 18 neu ein, fo daß die Gesanckzahl 626 betrug. 523 Schülerinnen waren eoangeli,ch. 52 katholisch, 29 israelitisch, 4 gehörten anderen Religionsgemeinschaften an. Aus Gießen waren 448 Schülerinnen, 92 stammten aus anderen hessischen Orten und 67 aus übrigen deutschen Gebieten. Im Laufe des Schuljahres traten 42 Schülerinnen aus, so daß am Schlüsse des Schuljahres 584 verblieben. Die Reifeprüfung wurde von 17 Schülerinnen abgelegt und von allen bestanden. Gin neue« Schuljahr bricht in Qn:,7,.bie Freude, ihr Kind v< mischt sich bei zahlreichen Eltern die finanziellen Aufwendungen, der höheren und mittleren Schul Deutsche Himalaya,Expedition findet eine Riesen-Sphinx am Mount Everest. ' 1 .. - /. * Die neue deutsche Himalaya-Expedition hat am Fuße des Mount Everest, des höchsten Berges der Welt, eine ägyptische Riesen-Sphinx entdeckt. Diese überraschende Kunde stellt die ethnographische Wissen, schäft vor gänzlich neue Tatsachen. Es muß angenommen werden, daß die Urbevölkerung Aegyptens dem Gebirgsland Nord-Indiens entstammt. Die Errichtung der riesigen Pyramiden in dem berglosen Nilland ist nun völkerpsychologisch daraus zu er- klären, daß die Aegnpter in ihnen die Sehnsucht nach den himmelhohen Bergen ihres einstigen Stammlandes zum Ausdruck bringen wollten. Kiebitze bei Gießen. Don der tierpsychologischen Beobachtungsstelle erhalten wir folgende Mitteilung: Am Freitag, 18. März, wurden von Herrn R. aus G. bei der Fahrt nach und von Grünberg nördlich von L i n - denftruth große Scharen von Vögeln beobachtet, die beim Flug an der Bauchseite und an der Spitze der Flügel weiß, im übrigen schwarz erscheinen. Sie waren kleiner als Krähen, erinnerten im Flug an Möoen. Am Sonntag, 20. März, 10.30 Uhr waren sie dort nicht mehr zu finden. Donnerstag, 24. März, wurde die gleiche Art in großen Scharen zwischen Gießen und Heuchelheim gesichtet. Am Freitag, 25.März, gelang es, sie zwischen Daten- Hofen und Heuchelheim zu finden und mittels Auto nahe heranzukommen, während sie sonst sehr scheu sind. Die von weitem nicht sichtbare Federholle auf dem Kopf, die rostbraune Farbe an der Unterseite des Schwanzes, der bunte Schimmer an den Flügeln, die weiße Farbe am Bauch, Flügelspitzen und Nacken, der trippelnde Gang, der möuen- ähnliche Flug, der Rus „Kiit" machen es sicher, daß es sich um Kiebitze handelt (vgl. Brehms Tierleben, kleine Ausgabe, Band 3, Seite). Nach Mitteilung eines Einwohners von Dutenhofen sollen olche Scharen schon seit Jahren im Frühjahr ba- gewesen sein, einige sollen auch genistet haben. Anfallend ist die frühere Beobachtung bei Lindenstruth und das Verschwinden der Tiere von dort. Mitteilungen über die Zugrichtung, sowie die Zeit des Eintreffens und Wegziehens der Vögel werden an die Beobachtungsstelle Gießen, Am Steg 12, erbeten. Bornotizcn. — Tageskalender für Freitag. Stadttheater: „Candida“, 20 bis 22.15 älhr. — Oberhessifcher Kunstverein: Turmhaus am Brand- Platz, 15 bis 17 AUjr, Tischbein-Ausstellung. — VHC.: Hotel Hopfeld. Monatsversammlung. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Friederike von Sesenheim". — Astoria-Lichtspiele: „Die Todesklippe“ und „Die Piraten vom Gelben Fluß". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute, als 24. Vorstellung im Freitag-Abonnement zu gewöhnlichen Preisen, „Candida“, ein Mysterium von Vernarb Shaw. «Spielleitung: Peter Fassott. Ein dezentes Kammcrspiel, dessen Thema die Problematik einer glücklichen Ehe bildet. Die Hauptrollen tragen: Frau Maria K o ch, Peter Fassott und Karl Bruck. Beginn: 20 Ahr, Ende: 22.30 Ufjr. — Morgen, 15 Uhr, geschlossene Vorstellung für die Erwerbslosen „Die drei Zwillinge". — Sonntag, 3. April, 19 Llhr, als Fremdenvorstellung zu ermäßigten Preisen ..... Vater sein dagegen sehr“, der große Lustspielerfolg. — Besonders hin- gcwiesen sei noch auf das am Montag, 4. April, stattfindcnde Gastspiel des Theaterkindes der Berliner Reinhardt-Bühnen. Erika Graf, mit ihrem Märchencnsemble. Sie spielt „Hänsel und Gretel". Ein Stück, das bei ihrer großen Deutschland- Tournee, zuletzt in «Stuttgart und Frankfurt das Entzücken der kleinen Zuhörer hervorricf. Beginn: 15.45 Ähr, Ende: 17.45 älhr. — ßin Militärkonzert de s Musik- korps unseres Bataillons findet am kommenden Sonntagabend unter Leitung von Ober- musikmeifter Krauß e im Cafe Leib statt. Die Veranstaltung sei zum Besuche empfohlen. (Siehe gestrige Anzeige.) -»DieKirchstraßewährendderFrüh. jahrs messe für den Durchgangsverkehr gesperrt. Das Polizeiamt teilt uns mit: Während der Dauer der Frühjahrsmesse vom 3. April bis einschließlich 10. April wird die Kirchstraße zwischen Neustadt und Wetzsteingasse täglich von 11 Uhr ab für den gesamten Durchgangsverkehr polizeilich gesperrt. ♦♦ Probealarm der Feucrsirenen. Von der Feuerwache wird uns mitgetcilt, daß am morgigen Samstag 15 ilfjr die Feueralarm- Sirenen zum Zwecke der Prüfung ihrer Vetricbs- fertigteit ertönen werden. Zu Beunruhigung ist also kein Anlaß. " Eine Versammlung der NSDAP, aufgelöst. Gestern abend sollte im Saale des Cafe Leib eine Mitglieder - Versammlung der NSDAP, stottsinden, zu der auch, nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen, eine Anzahl besonders eingeladener Gäste Zutritt haben sollte. Da die bestehenden Vorschriften, wie wir vom Polizeiamt hören, nicht in der erforderlichen Weise beachtet wurden und die Versammlung infolgedessen den Charakter einer öffentlichen Versammlung angenommen hatte, wurde sie als den Bestimmungen über den politischen Osterfrieden zuwidertaufend, noch vor Beginn von der Polizei aufgelöst. Der Saal wurde von den Besuchern ohne Zwischenfall geräumt. ** Der Hamburger Walfisch i m Gießener „Einhorn". Am vorigen Samstag berichteten wir von dem in deutschen Gewässern außerordentlich seltenen Fang eines Walfisches, der in der Elbmündung auf Strand geraten war, von der Besatzung eines Hamburger Schiffes gefangengenommen und schließlich, wenn auch erstickt, im Schlepptau nach Hamburg eingebracht werden konnte. Um unserer Bürgerschaft die Gelegenheit zur Besichtigung dieses seltenen /Ungetüms zu bieten, haben hiesige Sntercffenteix der Fischerei den Hamburger Eigentümern des Walfisches den Vorschlag gemacht, ihre einzigartige Deute für kurze Zeit in Gießen zur «Schau zu stellen. Dieses Anerbieten ist von den Hamburgern angenommen worden. Der Wal wurde in einem besonders hergerichteten Eisenbahnwaggon heute früh auf den Transport gebracht und wird mit dem »Zug aus Richtung Kassel, dem sog. Däderzug, um 15.13 Uhr hier eintreffen. Nach dem Umsetzen des Güterwagens vom Ferngleis an die Güterrampe wird das Meeresungeheuer ausgeladen und auf zwei aneinandergekoppelten Lastautos durch die Hammstraße, Os- waldsgarten und Kirchstraße zum „Einhorn" gebracht werden, wo es von 19 älhr ab bei freiem Eintritt besichtigt werden kann. Da das Llngeheuer schon wenige Stunden später von hier wieder verschwinden mutz, dürfte ein frühzeitiger Besuch des „Einhorns" anzuraten sein. Die Veranstalter der Schau geben sich der Erwartung hin, durch dieses seltene Ausstellungsereignis das Interesse für die Fischerei in unserer gewässerreichen Gegend beleben zu können. Daran sind auch die Gemeinden insofern interessiert, als die Fischereipachten in den letzten Monaten stark gesunken sind und eine Belebung des Interesses an der Fischerei mit Hilfe dieses Wals einen besseren Ertrag aus der Verpachtung der Fischereireviere verspricht, den die kommunalen Haushalte gut gebrauchen können. •• Zur Berufswahl der Abiturien- t e n. Von der Industrie- und Handelskammer Gießen wird uns geschrieben: Die durch die Wirtschaftskrise bedingte allgemeine Llnsicherhcit der Aussichten im Berufsleben und nicht zuletzt die starke ilebcrfüHung der akademischen Berufe wird gewiß manchen der diesjährigen Abiturienten vom Besuch der Hochschule zurückhalten und ihn veranlassen, einen praktischen Beruf zu ergreifen. Denjenigen unter ihnen, die sich eine gediegene kaufmännische Ausbildung aneignen und sich damit zugleich eine gute Grundlage für einen anderen, nicht ausgesprochen kaufmännischen (Beruf verschaffen wollen, sei der Besuch der höheren Handelsschule, deren Trägerin die Kammer ist, angeraten. Der Weg zum kaufmännischen (Beruf hat sich gegen früher wesentlich verändert: die neue Zeit stellt neue und höchste Anforderungen. Ein gutes Rüstzeug in diesem Kampf ist eine gute Vorbildung, welche sich der Abiturient in der höheren Handelsschule mit einjährigem Lehrgang ertoerben kann. Der Lehrplan umfaßt alle Wissensgebiete, welche den jungen künftigen Kaufmann befähigen sollen, alle betrieb«- und volkswirtschaftlichen Vorgänge in ihren tiefsten Ur- sachen und letzten Zusammenhängen zu erkennen und in seinem Beruf nutzbringend zu verwerten. " Freiwillige Pensionierung von 114 hessischen Lehrern. Der hessische Minister für Kultus und Bildungswesen hatte an die über 62 Jahre alten aktiven Lehrer und Lehrerinnen an den Volksschulen da« Ersuchen gerichtet, freiwillig in den Ruhestand zu treten, um den Abbau von Sunglebrcrn und Jung» lehrerinnen zu vermeiden. Wie man hört, haben sich 114 Lehrer und Lehrerinnen zu der freiwilligen Pensionierung bereit erklärt. Eine weitere Entlassung von Junglehrern und -Lehrerinnen in Hessen findet infolgedessen nicht statt, ebenso braucht die Altersgrenze zur Pensionierung nicht zwangsweise herabgesetzt zu werden. •• Senkung der Hu s he schl ag kv fte n. Mit Wirkung vom 29. März ist in Hessen auf Anordnung des Preisüberwachungskommissars eine Senkung der Bezüge der «Schmiede für den Hufbefchlag eingetreten. Die (Bezüge betragen zukünftig bei Sommereisen Nr. 1 je 1.60 Mk.. Nr 2 je 1.85 Mk.. Nr. 3 je 2 Mk.. Nr. 4 je 2.30 Mk.. Nr. 5 je 2,70 Mk. «Soweit der Hufbefchlag bisher zu einem niedrigeren Preis vorgenommen wurde, verbleibt eS bei dem seitherigen Preis. Die Air- orbnung findet keine Anwendung auf die Städte Darmstadt, Mainz, WormS, Offenbach und Gießen. *• Fahrpreissenkung der Hapag und des Norddeutschen Lloyd t n der Nordamerika-Fahrt. Der Norddeutsche Lloyd und die Hamburg-Amerika-Linie haben mit sofortiger Wirkung beträchtliche Ermäßigungen der Fahrpreise der Klassen der im Verkehr zwischen Europa und Nordamerika beschäftigten Passagierschiffe vorgenommen. Diese Ermäßigungen betragen in der 1. Klasse. Kajütklasse und Touristenklasse 20 Prozent auf die Mindestfahr- preise. in der 3. Klaffe 10 Prozent. *• Oeffentliche Dücherhalle. Sm März wurden 1911 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 1247, Literaturgeschichte 4. Zeitschristen 80. Gedichte und 'Dramen 3, Iugendschriften 184. Länder- und Völkerkunde 132. Kulturgeschichte 8. Geschichte undBiographien 145, Kunstgeschichte 13, Naturwissenschaft und Technologie 48. Haus» und Landwirtschaft 6. Religion und Philosophie 16, Staatswissenschaft 17, Sprachwissenschaft 1. Fremdsprachliches 7 Bände. Nach auswärts kamen 2 Bände. ** Die Maul- und Klauenseuche ist in D o r f - G i l l und in Leihgestern erloschen. Die Sperrmaßnahmen sind aufgehoben. Oie Wetterlage. J?onnn*s?agr Sn 3/ MaFjt tosLjgUhi r/9 Tour$^ Qufoixenlos. ® neuer Q neib veoe", 0woimo. ®bedec»L «ftegea # Schnee 4» Graupeln ■ hebet K 6ewitter.(§)windstiiie. -O sehe leichter Ost mistiger Südsüdwest Q stürmischer rtordwe^l Oie Pfeile flieoen mit dem tfinde Die oei den Sidbonen strnenden hinten geben die Temperatur an Die Limen verbinden Orte mit glcicncm auf rteeresmveau umgerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Von der nach Skandinavien abziehenden Störung dürste die Rückseite keinen wesentlichen Einfluß auf unsere Wetterlage ausüben, denn vom Atlantik her seht neuer Druckfall ein. Heber Irland und «Schottland drehen die Winde nach Süden zu, Temperaturanstieg und Niederschläge treten außerdem von neuem auf. Es ist hiernach mit weiterer Zufuhr milder, ozeanischer Lust auch nach Deutschland zu rechnen, in deren Begleitung Niederschläge folgen. Aussichten für Samstag: Anfänglich wechselnd wolkig mit Aufheiterung, einzelne leichte Schauer, dann wieder mehr wolkig, milder und Niederschläge. Aussichten für Sonntag: Milder, bedeckt mit Niederschlägen, dann wechselnd wolkig mit Aufheiterung und Regenschauer. Lufttemperaturen am 31. März: mittags 11,3 Grad Celsius, abends 7,1 Grad: am 1. April: morgens 8,8 Grad. Maximum 11,7 Grad, Minimum 4,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 31. März: abends 7,8 Grad: am 1. April: morgens 5,2 Grad Celsius .— Sonnenscheindauer 8% Stunden. Äriefkasten der Redaktion. 5. Die Reichsablösungsanleihe mit Auslosungs- rcchtcn ist innerhalb 30 Jahren zu tilgen. Da die Tilgung 1926 begann, findet die letzte Auslosung im Jahre 1956 statt. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Samstag, den 2. April. Stadtkirche. 14 Uhr. Pfr. Mahr: Beichte für die Konfirmanden der Malthäusgemcindc und deren An- gehörigen. — Iohanneskirche. 14: Pfr. Ausfcld: Beichte für die Konfirmanden der Iohannesgemeinde und deren Angehörigen. — Kapelle des Alten Friedhofs. 14: Pfr. Lenz: Beichte für die Konfirmanden der Luthergemeinde und beten Angehörigen. — Lich. 14: Beichtgottesdienst. ZIEHUNG J--gtASS tu fyasseu auch Sie duecU die. Über 114 Millionen R M Gesamtgewinne 39. PREUSSISCH-SÜDDEUTSCHE KLASSENLOTTERIE M hne Hochgia glatt zu machen. (Keine Runchgetohrf) schafft Böden und Möbeln wunderbaren ist hygienisch, da es Staub bindet und desinfizierend wirkt wird gleich noch dem Aufträgen poliert, erspart also der Nous Trau viel Zeit GRÖSSE 1 Rm- 0.80 Halbschuhe ab in L- o« •e5 cK • o —c i=si .. '°2 j-c't L.sA- ? 2 L. 3 =-C 2 "5 . ■"*- P ®8 6|5 £e-5e3.2- SetPT" ■=s(D5' Zum Sdiol-Anian6! 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Ein Lied der Liebe ans der Jugendzeit — Ein Lied von Seligkeit und Herzeleid I Das Opfer der Friederike von Sesenheim, die. wie tausende von anderen jungen Mädchen aus Vemunftgründen auf den Geliebten ihres Herzens verzichten muß. Mit der erstklassigen deutschen Besetzung. Ferner: erstklassiges Beiprogramm und neue Ufa-Ton-Woche .<-..,11, Hanw Möwp Hauptrollen: E|ga BrInk Einlagen: u. a. Bitte ausschneiden! Bitte ausschneiden! fe 5' i Magenleidend? 8 PioRan ■ Bei Magenleiden jeder Art, wie p UiBueil ™ Magenkrampf, Magenschmerzen u u. 1913 Marktplatz. 695 V 2549 D bans. Ter Vorstand. und zwar: 925D Modehaus Salomon Schulstr Jeder Meter undAkad.Ruder- abteilung e.V. Sonntag, 3. Avril, nachmitt. 3,30 Uhr Anrudern u. Anpaddeln anschließ.Trainings- Verpflichtung und gemütlich. Beisammensein im Boots- deren Folgen, so Unverdaultchkeit. 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Mitteilungen über Bezirks» und Ber- bandstag. 2536p Frühjahrskur für «59v fl Nervenkranke und Nervös-Erschöpfte Spezialkuranstalt Hotheim in Taunus bei Frankfurt a. M. — Prospekte durch i San-Rat Dr. N. Scholze-Kahlevss. Ngr ■ 1875-1925 Samstag, 2. Avril, abends $' i Ubr, gemütliche 01,1 • ZWllMNlM bei Alterskam.Mar LebmannLtodheim. Str. Der Vorstand. hell. (Baröe-Dragooer 23. Gleheo. Samstag, 2. Slvril Monals-Versammlung bei Strasser, ?ud- roigftrnhe. 2552n Der Voritand. Irauen-Vorlrag mit Lichtbildern und praktischer Vorführung. Die wegen ihrer großen Erfolge in allen Großstädten bestbckannte Hygiene-Schriftstellerin Frau A. Krügeloh-Köln spricht am Montag, dem 4. April, abends 8-10 Uhr, im Festsaal des Cas6 Leib, Walltorstrahe 36, über: Die kritischen Wechseljahre ihre Beschwerden und ihre natürliche Verhütung. Verfrühtes und verspätetes Klimakterium. - Un« natürliche Blutungen, Entstehung u. Verhütung der Blutwallungen Verkalkung. Warum Angst vor Krebs? Das Wesen des Krebses. Ist Krebs erblich ober ansteckend? Madchenkrankheiten Unterleibsschwäche. Ausfluß. Periodenstörungen. Innerliche Entzündungen undKatarrhe. Die Nervosität, ihre Ursachen und Ve. kSmpfung. Die Kunst alt zu werden und hing zu bleiben. Das Geheimnis des Eheglücks. Welche Frauen sind die begehrtesten? Jedes junge Mädchen, jede Fran sollte diesen lehrreichen Dortrag hören, weshalb nur ein Unkosten- beitrag oon J{0.50 erhoben wird. Einlaß 7Uhr. Ein Vermögen istein gesunderFrauenkörper Kritiken: Frau Krägeloh spricht fliehend und sympathisch. lief und ernst wie bas 1< ema waren die überaus klaren Ausführungen von Frau Krägeloh, die ihren Dortrag auch an schweren Stellen mit weiblich vornehmem Takt und doch |o überaus tief und eindringlich bewältigte. Der Dortrag war für die zahlreichen Frauen, di« ihn hören durften, von hohem belehrenden und ethischen Wert. Der starke Beifall kam aus aufrichtig dankbarem Herzen. __2533 V 2000» Stoff eir Pfennig 2539 A wir warne« Sie 3bren3etotrbungen auf Anzeigen ohne Flamen Zeugnisse. Urtunben ob. sonst wichtige vapiere beizusügen: Abschriften genügen zur Einleitung v. Anstcllungsvcrhonb- lunqcn. Ost ist un# ber Auftraggeber unbekannt unb in biescn'.lfüUen können wir nichts tun für b.Wicbererlongung der Bewerbungsunterlagen Gietzenerr Anzeiger Gr.4-Zim.-Woling. m. Bad, Bolfon u. allem Zubehör sos. zu vermieten. ur-D Näh.Schnbertstr.211. Wohnung 3 cötl. 4 Zimmer u. Wohnküche, i. 9ieu= bau, ßlreuzvl. 8, io- fort zu vermiet. Nähe Bahn, 1—2 möbl. Zimmer evtl.unmöbl.,bill.z. verm. Crednerstr. 18 I. Güt möhliert. Zimmer zu denn. Dipp, Lahnstraße 151. S. | Mietgesuche | buckle eine loninge 4-6-Zimm.-Wolni. ver 1.6. ob. 1.7.32, mögl. Nord-Viertel. Sdnistl. i'lng. uni. (I197ü n. d. GL A. Kleine Familie sucht 3-4-Zimm.-Wolin. in gut. Vage. Miet- vreis 50—7<> Mk. Lchriftl. 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Datei sehr start in der Al bewährte. Führung, der erster 1:0 die ( gingen d spielten ii den Toi brachte d chelheime: lorcn. Du Ergebnis leidiger t Selbsttor, rechten v endete dc Sport Die 1. i sich die pflichtet, j guten @ei sang in [ Minuten c überlegen Nach dem erzielte ein los und Gegen En ten auf <5i H 2 3 ZLZ 8 D q.2. 3 _. T*e 5 3 3 3 6) = ia9 Dieses der ver! Uebersch Anklängi HansÄl es toa. der von Theaters» Das 2l gang der 'annten u: sich fühlt em ebenso W ßcfoli Jam happi ßn 9djt 'allen um Mattea Ä te gw Mr die. Aeater, - ^und drobr. = 61ö61d ^öl-3* 3 ^2.35 =3 E.e E3-»*-. — ei^E5 6)re Z-Ä -2® ? I ■c- p- -Ji Ä’S - l§_3 § -ffZ ~3§3s of s~S 3^2 ~ ?3 Zs^3 c 8 8 3 »ä>cx>g.o- 2 o % 2 = 3 ^ö'u’öS’soiZc:.« 2. 2 25-ä^o ^'lcher Sv« x2 Lrum '^uctendc Kdeutet, ^vnli^ s y 2t2=S _3 LsZZZ. a D «5 = 3 3 S-«-' 3$^=: 6)3. f'' 2. g3 3 " ^ = 2. w S 3» 2.« 3 2L ro P E E D #» E-ZS Z—"’s = g o- 5* 2: -• 2 -■ Ul 8. 23 Ä Mion, ' ?,[ö reig *n den SMtetr A • ö 8 ■*“ rftS 5 3 « to ul e . 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