2. e a » |I i.2' ’o ® h = C " • Dl— —•2 ~3 o "'S E 3 = ° e o ■ 'o 2 s »c ■ , 3 o 2 2 6« s-D % y s — '’iiesä'5 ••»o-? 2 '5«3' S--S°^ 2 »N ö < O 8 "Z-oSk ZSÄS-sFg 2^,F-rs- 2,syj »2a *2 7e/ö»2o2°s er ^ss^-ösZß ^"-'-L-S'S Nr. 26 Erstes Blatt 181. Jahrgang Samstag, 31. Januar (931 QErldjemt rügl'ch.ovtz« Sonntags und Feiertag» BeUaaen: thr Dnuitriert« Siehener Familienblättei tzetmal im Bild Di» Scholle Monatr.Bejugsvrelr: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfenmg für Träger» lohn, auch bei dichter» scheinen «nzelnerRummem infolge höherer (Bemalt ZernsprechanfchlüNe antetSammelnummer2251. Anlchrift für Drahtnach» richten Lnzetger Siehe», poßscheckkonto: gravtfuri am Main 11686. h ■■ Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen VrvS und berlag: vrLHNche Universitälr-Vuch» und Stehtörn russiger Südsüdwest q siurmccner tord-cii Oie Pfeile fliegen mit dem wmae Oie Beiden Stationen stenenaen ttb IW Ä S?er SerfehrV 6en' U1 ?(It Mülle!^ Unb 5 yM eine u öfr All Matte jebf -sondere l grmonl •2T%*s? die er 50 Jahre lang für die Stadt Gießen geleistet hat, ihm auch ohne laute Worte von vielen Einwohnern gedankt wird. LlmzugSverbot für nichthessische Nationalsozialisten. WSV. Auf Gründ de» Artikels 123 Abs. 8 der Reichsversassung und zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ruhe, Sicherheit und Ordnung wurden vom hessischen Minister des Innern mit sofortiger Wirkung bi- auf weiteres für daS Gebiet des Dolksstaates Helsen alle öffentlichen Kundgeoungen, Auf- und Amzüge, Durch» märfche und Versammlungen unter freiem Himmel verboten, die von Gruppen nicht in Hessen wohnender Angehöriger der VLDAP. oder deren Unter-, Hilfs- und Vebenorganisationen veranstaltet oder besucht werden. Verbotswidrig veranstaltete Kundgebungen verfallen ohne weitere Ankündigung polizeilicher Auflösung. Di« Polizeibeamten sind angewiesen, gegen Zuwiderhandlungen mit allem Vachdruck einzuschreiten. In der Begründung dieses Verbotes vom 29. Januar 1931 wird darauf hingewiesen, daß sich in letzter Zeit auherhelsische Ortsgruppen der VSDAP. immer häufiger Hessen als Aufmarschgebiet ausgewählt haben. Dabei „treten sie als Ortsfremde, die bei ungesetzlichem Verhalten oft schwer zu ermitteln unb zu überführen sind, besonders herausfordernd und rücksichtslos auf". Ihr Auftreten bedeute somit eine unmittelbare Gefahr für die öffentliche Sich«rheit. Winierhil e 1930 31. Von den privaten Wohlfahrts-Organisationen wird uns geschrieben: Die Organisationen der privaten Wohltätigkeit haben sich zusawmengeschlossen, um das durch die Städtische Nothilfe bereits ins Leben gerufene Hilfswerk zu ergänzen und zu erweitern. Mit dieser gemeinsamen Arbeit, „Winterhilfe 19 30/31", wollen wir unseren notleidenden Mitmenschen helfen. Da die jetzige Not gemeinsames Schicksal ist, müssen religiöse Bekenntnisse, politische Anschauungen und alle sonstigen Standesunterschiede in den Hintergrund treten, und es darf nur ein gemeinsamer Wille den einzelnen sowohl, wie die Allgemeinheit beherrschen, den darbenden Nächsten Helsen zu wollen. Unsere Tätigkeit auf dem Gebiete der Fürsorge hat uns erschreckend erkennen lassen, wie unendlich groß die Not in vielen Familien ist. Es muß das Herz eines jeden gesitteten Menschen rühren, wenn er auf das grenzenlose Elend gar mancher Familien hingewiesen wird, welches darin besteht, daß es bei den beschränktesten Wohnungsverhältnissen auch noch an den unbedingt notwendigen Lebensmitteln und Kleidungsstücken sowohl für Kln- der, wie für Erwachsene fehlt. Wir wissen, daß in den meisten Fällen die Not unverschuldet ist. Wir wissen, daß viele notleidende Männer und Frauen neben der materiellen Not auch noch darunter seelisch außerordentlich leiden, trog Arbeitsfähigkeit und besten Willens keine Erwerbsmöglichkeit zu finden. Wir wissen aber auch, daß der Sinn für die Nach- stenliebe, wie überhaupt das Gemeinschaftsgefühl in unserer Stadt groß ist. Deshalb rufen auch wir zur allgemeinen öffentlichen Hilfe auf. Gar mancher hat schon geholfen, viele müssen noch helfen! Unser Hilfswerk soll im wesentlichen in der Aufbringung von Geldmitteln bestehen. Es ist zunächst in Aussicht genommen, am Donnerstag, 5. Februar, im Eafs Leib «in Wo hl- tätigkeits-Konzert zu Gunsten der Winterhilfe 1930/31 zu veranstalten. Daher ergeht zunächst der Nus an die Bevölkerung in Stadt und Land, dieses Wohltätigkeitskonzert recht zahlreich zu besuchen. Auf den Aufruf der privaten Wohlfahrts-Organisationen im heutigen Anzeigenteil sei verwiesen. Konzert -er Gesangsschule Krau Dr. Meyer. Die Veranstaltung, die zugunsten Gießener Schwesterstationen ging, war erfreulicherweise sehr gut besucht. Frau Meyer hatte ihre Schülerinnen im Rahmen eines reichhaltigen, geschickt zusammengestellten Programms vor die verschiedensten Aufgaben gestellt. Das rein Solistische hatte dabei den Vorzug. Ein Gesamtüberblick zeigte recht gute Schulung in bezug auf Stimmbildung, Atemtechnik und Aussprache. Das Musikalisch- Ausdrucksmähige, das in fast allen Fällen mitgebracht wird, kann durch die Weiterbildung leicht weiter gefördert werden. Jedenfalls verdient die rein pädagogische Leistung von Frau Meyer weitgehende Anerkennung. Den Beginn machte eine Rezitation (Melodram) von Frau Walther-Lederer, deren Wiedergabe sichtlich einen tiefen und nachhaltigen Eindruck machte und als wohlgelungener, geschmackvoller Auftakt zu werten ist. Frl. Irene Walther begleitete am Flügel dezent und mit ausgezeichneter Einfühlung. Es folgte ein Duett von Mendelssohn (Frl. Haase und Frl. Zwang), das recht sauber klang. Darauf eine Arie auS Mozarts .Figaro" von Frl. R e u l i n g, natürlich vermittelt. Frl. Zwang zeigte in zwei Schumann-Liedern recht gut stimmlich« Mittel und einen sicheren Vortrag, ebenso Frl. Haase mit einer anderen Arie aus .Figaro". Frau Gretel W o e l k e gelang überzeugend und vorzüglich im Ausdruck eine Arie aus Glucks .Orpheus und Surydice". Ihre Leistung hat sich sehr zu ihrem Vorteil verändert. Frl. Leni Palm und Frl. Hilde Wohlfahrt gaben einer Mignon-Arie bzw einer Arie aus GounodS .Margarethe" warmes Leben und guten Ausdruck. Toni Otto fang Schuberts .Rastlose Liebe" und .Gretchen am Spinnrad" mit wertvollem stimmlichem Material und beachtenswert sicherem, stilvollen musikalischem Ausdruck. Hilde Wohlfahrt und Lotte Wörmann sangen ein Duett auS Humperdincks .Hänsel und Gretel" einfach und natürlich. Irene v. Recko w vermittelte recht eindrucksvoll zwei Vrahmsche Lieder, von denen das erste (.Don ewiger Liebe") am überzeugendsten wirkte. Frau Paula Franke-Zvndervan, die sich für den Abend liebenswürdigerweise zur Verfügung gestellt hatte, wußte die Zuhörer mit einer Arie aus .Samson und Dalila" (im ersten Teil der Dortragsfolge) und zwei weiteren Liedern von Gretschaninow und Richard Strauß außerordentlich zu fesseln. Ihr Vortrag, der sich völlig frei von theatralischen Effekten hielt, hinterließ einen tiefen Eindruck, der die Zuhörer zu sehr starkem Beifall veranlaßte. Am Flügel begleitete Frau Elfriede Fischer, ebenso wie Frl. Irene Walther aus dem Programm nicht genannt, sämtliche Schülerinnen und Frau Franke-Zondervan. In vorbildlicher Weise paßte sie sich jeder einzelnen Sängerin bzw. der Stilart des betreffenden Werke- an. Die Begleitung der beiden Mozart-Arien sei befon- ders hervorgehoben. Frau Herta Meyer durfte am Schluss« den starken, wohlverdienten Beifall der Zuhörer für die recht guten Leistungen ihrer Schülerinnen entgegennehmen, und sie kann mit Recht den Abend alS Erfolg bezeichnen. B. Gictzenc' ^schenmarktpreise. Ss kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Kochbutter von HO an, Butter 130 bis 140, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück, 60 bis 140, Wirsing 15 bis 20, Weißkraut 12 bis 15. Rotkraut 15 bis 20, gelbe Rüben 10 bis 15, rote Rüben 10 bis 15, Spinat 25 bis 30, Unter-Kohlrabi 5 bis 6, Grünkohl 20 bis 25, Rosenkohl 35 bis 40, Feldsalat 100 bis 120, Tomaten 70 bis 80, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 30 bis 50, Endivien 80 bis 100, Kartoffeln 3,5 bis 4, Aepfel 30 bis 45, Birnen 20 bis 40, Dörrobst 30 bis 35, Honig 40 bis 50, junge Hähne 90 bis 120, Suppenhühner 90 bis 120, Vüsfe 50 bis 60; das Stuck: Tauben 70 bis 80, Eier 13, Blumenkohl 40 bis 100, Salat 25 bis 30, Ober- Kohlrabi 8 bis 10, Lauch 5 bis 15, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 50 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 2,50 bis 3, Weißkraut 8 bis 10, Wirsing 12 bis 15, Rotkraut 10 bi- 12 Mark. Vornotizen. — Tageskalender für Samstag. Gesangverein „Heiterkeit": Generalversamnrlung, 20 älhr, im Vereinslokal. — VfB. 08: Monats- berufstätige! Den« an die Äot der infolge Arbeitslosigkeit darbenden Kamilien.LleberweisteuerGcherfleinder Städtischen Nothilfe 1930. -L - ------1..........■!!■■' ■ . —........ Versammlung, 20.15 LIHr, im Vereinsheim. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „Die singend« Stadt". — Astoria-Lichtspiele: „Razzia" unb „Unter falschem 07amen“. — Tageskalender für Sonntag. Konzertverein: Universitäts-Aula, „Wendling- Quartett". 17 Uhr — Stadttheater Gießen: .Marius ahoi!" Geschlossene Vorstellung 14 bis 17 Uhr. 18.30 bis 21.30 Uhr: .Meine Schwester und ich". — Vortrag von Prof. Dr. Bürker: .Die Funktionen des Vervensyftems", 11.30 Uhr, im Physiologischen Instttut, Friedrichstraße 24. — Dienenzüchterverein Gießen und Umgebung: 14 Uhr Generalversammlung bei Kraft, Frankfurter Straße 81. Eisenbahn-Fahrbeamten- Derein Gießen: 15 Uhr Generalversammlung im Vereinslokal .Stadt Wetzlar". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Kulturfilm .Silberkondvr über <5euerlaub , 11.15 Uhr; nachmittags und abends: „Die singende Stadt". — Astoria-Lichtspiele: .Razzia" und .Unter falschem Vamen". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute, 20 Uhr (im Freitagsäbonne ment), Erstaufführung der erfolgreichen Komödie „Marius ahoi!" von Marcel Pagnol unter der Spielleitung von Intendant Dr. P rasch. Mitwirkende Damen: Schuber- Jüngling, Walter-Lederer, Wielander, Tipp- rnann; Herren: Hub, ßinhnann. Vieren, Ritter, Volck, Schelcher, Zingel, Heck, Philipp. — Sonntag, 1. Februar, 14 Uhr geschlossene Vorstellung: „Marius ahoi!" von Marcel Pagnol. — 18.30 Uhr zum zehntenmal als Freindenvorstellung die erfolgreiche Iazzoperette „Meine Schwester und ich". — Montag, 2. Februar, 19.45 Uhr einmaliges Gastspiel von Paul Wegener mit seinem Berliner Ensemble in Friedrich Hebbels Trauerspiel:. „Maria Magdalene". — Dienstag, 3. Februar, 20 Uhr das Shakespeare-Lustspiel „Der Widerspenstigen Zähmung" unter der Spielleitung von Peter Fassott. — Mittwoch, 4. Februar, 20 Uhr, Wiederholung der erfolgreichen Komödie .Marius ahoi!", Spielleitung Intendant Dr. Prasch. — Freitag, 6. Februar, 19.30 Uhr, die Satire: „Leinen aus Irland" von Stephan Ka- mare, Spielleitung Dr. Ritter. — Liebig-Museum. In den Räumen deS Liebigmuseums ist eine Sammlung von Thüringer Denkwürdigkeiten aus dem Besitz von Geheimrat Sommer ausgestellt. Interessenten seien auf die heutige Anzeige hingewiesen. — Gesellschaft für Erd-undVölker- ku n d e. Vächsten Donnerstagabend in der Reuen Aula Vortrag mit Lichtbildern. Pröf. Dr. Kühn, Kiel, spricht über „Vatur und Kultur im nordwestlichen Argenttnien". (Siehe heutige Anzeige.) — Die Volkshochschule bittet uns, darauf hinzuweisen, daß der Kurs .Die Mode, ein Zweig der kulturgeschichtlichen Entwicklung", am Montagabend wieder ausgenommen wird. Näheres in der heutigen Anzeige. — Die ChristengemeinschaftGießen veranstaltet am Montag, 2. Februar, 20,15 Uhr, im Hörsaal 40 der Universität einen Vortragsabend, in dein Dr. Johannes Hemleben (Hamburg) über das Thema „Weltschöpfung und Wellende" (Kosmologie der Vaturwissenschaften und der Bibel) sprechen wird. (Siehe Anzeige.) • “ Das Paul-Wegener^Ga st spiel im Stadttheater. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die Intendanz ist bestrebt, dem Theaterpublikum Gastspiele wirklich führender prominenter Künstler zu vermitteln. Sie hat daher Paul Wegener mit seinem Berliner Ensemble zu einem einmaligen Gastspiel für Montag, 2. Februar, verpflichtet. Wegener wird die Rolle des „Meister Anton" in Hebbels „Maria Magdalene" spielen. Lebenswahr und stark, der Felsblock einet Weltanschauung, so spielt Wegener in seiner starken Menschen- und Künstlernatur den dämonisch gewissenhaften Alten mit einer ungeheuer überzeugenden Gewalt. Die Vorstellung beginnt 19.45 Uhr. Zehner^Karlen YerfriebfUSJ. GlogautCO Chicago Erhßftkh Xeken . srien werden in Zahlung genommen; ermäßigte Ope^ rettenpreise gelten für Abonnenten. " Die Museen und der Heidenturm sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr bei kleinen Preisen geöffnet. Di« Räum« sind geheizt. , •• Ober hessischer Kunstv« rein. Dte derzeitige Ausstellung „Der schöne Mensch" bleibt noch bis Sonntag, 8. Februar, einschließlich geöffnet. Die neben ihr ausgelegte Kollektion graphischer Werke Felix KlipsteinS wurde noch durch einen interessanten Holzschnitt: Laubach, vermehrt. Auch der Piperdruck: Asnath, aus Rembrandts: Jakobs Segen, ist noch ausgehängt und den Mitgliedern zu sehr mäßigem Vorzugspreise, zugänglich. Das Bild stellt Asnath, die Tochter des ägyptischen Priesters Pothifera zu On unb Gattin Josefs während des Segens dar, den Josefs Vater Jakob ihren beiden Söhnen Manassa und Ephraim erteilte, wobei er sie, seine Enkel, seinen eigenen Söhnen Ruben und Simeon gleiche stellte, aber den jüngeren Ephraim dem älteren Manasse bewußt vorletzte (I.Mos. Kap. 41 D. 45 bis 50, Kap. 46 V. 20. Kap. 48 V. 5. 6, 1&-20). " Die Städtische Kunstsammlung imVeuenSchloh, Eingang Senckenbergstraße. ist morgen. Sonntag, von 11 bi- 13 Uhr bei. freiem Eintritt geöffnet Kinder haben nut in Begleitung Erwachsener 3utritt. ** Geschäftsjubiläum. Am 1. Februar find 30 Jahre verflossen, daß Schreinermeister Karl Klingelmeyer, Ludwigstrahe 57, sein Geschäft gegründet hat. Zwar betrieb schon fein Vater, Adolf Klingelmeyer, eine Schreinerei, nach seinem Tode aber ruhte das Geschäft einige Jahre, bis sich der Sohn, nachdem er sich auswärts betätigt hatte, hier selbständig machte. In der Zeit, da der jetzige Inhaber im Felde stand, wurde das (Geschäft von seiner Ehefrau ohne Unterbrechung weitergeführt. *• Dien ft Jubiläum bei der Reichs« bahn. Am 1. Februar kann der Lokomotivführer Friedrich Eckhardt, Ebelstraße 41 wohnhaft, auf eine 25jährige Dienstzeit bei der Reichsbahn zurüci ■ blicken. Der Jubilar erfreut sich bei seinen Kollegen, und zahlreichen Mitbürgern großer Wettschätzung, auch als langjähriger Chormeifter der Gesangb- abteilung der Gießener Ortsgruppe Deutscher Lokomotivführer ist er allgemein beliebt und geschäht. *• Glänzende Erfolg« eines Gießener Geflügelzüchters. Auf der größten Geflügelschau der Welt, der mit 18 000 Vummern beschickten IubiläumS-Vattonale iii- Leipzig, erhielt Conr. Rübsamen von hier auf Peking-Enten unb Rhodeländer Hühner bio höchste Auszeichnung „Sieger", die Rote „Vor - züglich" gleich achtmal, „Sehr gut", mehrere erste unb Ehreirpreis«, auch wurde ihm noch der „Höchst - leistungspreis" zuerkannt. •* Städtische VuhholAver steigern ng. Es fei auf die am nächsten Montag, 2. Februar, 10,30 Uhr, in der Gastwirtschaft „Zur Liebigshöhe", hier, stattfindende Vuhholz-Ver- fteigerung der Stadt Gießen hingewiesen. Bei des Versteigerung kommen Fichtenlangholz. Kiefernlangholz, Eichenftammholz unb Fichtenderb- und Reisstangen zum Ausgebot. Das VersteigerungS- ausschreiben war im Gießener Anzeiger front 24. Januar veröffentlicht. " Die Hessische Aufbauschule in Friedberg macht im Anzeigenteil unserer heutigen Vummer auf die Anmeldung und Aufnahmeprüfung für die Aufbauschule aufmerksam« Die Aufbauschule führt begabte, fleißige unb gesunde Jungen, die mindestens sieben Jahr« bto Volksschule besucht haben, in sechs Jahren zun Reifeprüfung. Das Reifezeugnis der Schule berechtigt zu allen akademischen Studien unb zu allen Berufen, für hie das Bestehen der Reifeprüfung Vorbedingung ist. Weiteres ist aus der Anzeige, ersichtlich. •* Zur Richtigstellung. Die In unserem gestrigen Bericht über den Abbruch der Ebelschem Scheune mitgeteilt« Anfertigung eines Modells diese- alten Bauwerks ist insoweit zu berichtigen» daß daS Modell nicht von der Gewerbeschule, sondern von der Schreinerklasse der gewerblicheii Berufsschule angefertigt wird. Die Schüler diese» Klasse führen diese Arbeit zum Teil In ihren freien Zeit aus. Das Modell soll nach der Fertigstellung öffentlich ausgestellt werden. Lpiclplan der frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 1. Februar, von 15 bis gegen 18 Ufyr: Zar und Zimmermann; von 19.30 bis 22 Ahr: Das Land des Lächelns. Montag, 2., von 19.30 bis nach 22 Ufjr: Ballettabend. Dienstag, 3., von 19 bis nach 22.45 ilbr: Den Rosenkavalier. Mittwoch, 4., von 19.30 bis nach 22 Ufjr: Der Barbier von Sevilla. Donnerstag. 5., fron 19.30 bis gegen 22.30 Ahr: Simone Boccanegra. Freitag, 6., von 19 bis gegen 22.30 Ahr: Tannhäuser. Samstag, 7., Don 19 bis 22.15 Ahr: Figaros Hochzeit. Schauspielhaus. Sonntag, 1. Februar, von 16 bis gegen 18 Hör: Die neue Sachlichkeit; von 20 bis gegen 23 Hhr: Phaea. Montag, 2., von 20 bis gegen 22 Hör: Sturm im Wasserglas. Dienstag, 3., von 20 bis gegen 23 Llhr: Phaea. Mittwoch, 4. unb Donnerstag, 5., von 20 biß nach 22.30 Hör: Diel Lärm um nichts. Freitag, 6., fron 16.30 bis nach 18 Hör: 1. Gastspiel der Max- und Moritz-Bühne: Max unb Moritz. 20 bis gegen 23 Hör: Wie werde ich reich unb glücklich? Samstag, 7., fron 16.30 bis nach 18 Uhr: 2. Gastspiel der Max- und Morih-Bühne: Max und Moritz; 20 bis gegen 23 Hör: Phaea. __________(Schluß des redaktionellen Teils.) Das „Glück im Viehstalle" will bei manchem nicht einkehren. Geht man gewissenhaft her Ursache nach, so zeigt es sich, baß in 99 von 100 Fällen nicht an. steckende Seuchen, sondern grundfalsche, unmoderne Fütterungsweisen schuld daran sind. Kerngesunde Tiere, die ohne Knochenerkrankungen froh heran- wachsen, die gute Futteroerwerter sind und sich deshalb schnell aufmästen lassen, die hohe Milchleistungen vollbringen die durch ihr dichtes, glänzendes Haarkleid auffallen, find das „Glück im Stalle", und dieses Glück kann jeder erzwinge«, wenn er richtig füttert. Die Firma M. Brockmann in Leipzig-Eutritzsch hat seit 50 Jahren auf die richtige Zusammensetzung der Futtermittel hingewiesen, und Tausende von deutschen Viehhaltern benutzen als ständiges Beifutter M. Brockmanns „Zwerg-Marke", die kein gewöhnlicher Futterkalk, sondern ein physiologisch vollkommenes Nährsalzgemisch ift 358V kjfem hier Ptr' m beiden enbzttn gelnii kfhuHammtrn. Die &4t e Verschwundenen mvfy esM und weitetet en werden, bis die hrr- lomic die SergungSatto i konnte. Wtrlaflt IwMtSl pic oo6,n ,, inlldru« ' e*nes tawsnenvnzikss imJBemerObetimbto ^eres LawineV- ss- * '^'eflet h* '■«Ä y. bem see v। ** ° ll? ‘;Ä m D°n aUen * **•* hJ,' >on Iiinr 9Qti)enH,, on ÄSL*? et let Weie bem tafe* ZM "äS en Freitag von Adel- M sich über der nvch dem Dalli, eit Mittwoch vrschiagen< J gf(orT1; fic'1 Rullrich Salr - Sodbrennen y zsoflno.eo. Tableften‘0,25 u.i,5o Gießen, den 31. Januar 1931. °573 Kaufmanns-MfgeW.Mge an Ala Eaaaeosteln & Vogler, Lelpxlg. Macht Dir einBähner- aaß' Beschwerden. Dano fiibls nichts Besseres ant Erden Ms LEBEWOHL1 4-gimmer- Wohnung Oftonln.ie, Norban- lage.MarburgerStr. oder Nord- bzw. \ ft- viertel flefudjt. Sehr. Angebote unter 0589 an den Giest. Anz. Danksagung. Für die wohltuenden Beweise der Anteilnahme beim Heimgänge unseres lieben Entschlafenen sagen wir hiermit herzlichen Dank. Christine Nonnenbroicb. geb. Spohr und Angehörige. 5-Zimm. Wohng. ev l. m.Hof u. Lager- räume aefucht.Schön. 3-Zimmer-Wohn, kann getauscht werd. Schrtttl. 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Soviel vei immerhin von eurep übel angebrachte @e w gestern den 6d nachdem sie zehn 1 getan hoben, als M liarden sür neue gen auszugeben. 1 Aede, die ein gtnr schm Kriegs, und e Erfahrung, Edward der Handclskammei ^lchp und klar erfl zehn Lander, die dei schuldeten, ihre Äs absetzten, auch di men, über eine Et zu verhandeln. Leider kommt die etdaS spät. Inzwisa 2^fMu6cr^ Äöianerkapi '°n H ..Zounds —!" fon. Savanne di Se£nts der Mü SÄ” c,nc Sahrte Lltwannsblick auf e Sä ÖWi jaj&i hat) > ct ^ine - Droich / , bort mi sprach^ broiuefnri,/ deviJs . ••• 3a, tu? ct "SNf * i^ber bQ,u, heften 1 '** 1 ate Nr. 26 Zweites Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Samstag. 5(. Januar 1931 tne Montag, 2, i.Lr «n. en- nd er Stadttheater Sonntag, l.$ebr., von 11 dir iV/.Ubr tileltiloflm ioti Heilung |mQ 310(105 0Ö0I1 iZuin golben. üinl-t) HouiÄie in 4 siicn von Mattel yagnoL Itutidiajir.üianL Sonntag, l.Rebr., von M,ML1'<,W 3um 10. Mai: UM«M Öluf.UuHiuiel Man« Loet.l v. M Blum n. Bert u. BetneuiL Ului.u.Üielanneitiit u. tilalpb Benaytn. nend r 'M । itnL eint- Kfpicl illon ortinöenoouitUung Süßer tiüonnemcnt •Sode, bi Bnl- ,H. VO- , Febr. wt r, Hör' jetm u. die Bene? foL gutem er tercr at bevor- Ing- u. ji ÄH 4. ntBerUlniembltitt Biotin mow trauern «1* von flieht. Hedttl. Met ilbonnenitn Lveteitenpievr abonnent.ecmfliigt. Lpeiettenvreiik Qeoncrforien wt mjabl0.oenoaimrt H.DltDSlOQ«; lOewSdnitüie W DkiWvkHOkvM ZDM, Lustlviel in pal'® von Sdolelokorr. M'Nwoä>.^E ö/Job. iiwM (DemifanHM1 “ Kioil olio («um golden. AM 9"»‘*1 £ Teudcb v.«r^ von jrt Äewodnl'tk1 r (einen o y5 015 ^uT,b. .....-ttuWj ■s^i. eoei'air$, Ul’C von "^ sammel' 2 ^Aiiliorgev' /fri $ramatax»' ^Ätotttnfl 11,11 «»HK FiSA Z-IZE »en=. titclrDiontaQ, 'r.Tkdr.. Mtk iy.bro2i',Ugt ().‘ölkimntM Äaittb'tl Paul Wegeurr Jtni.1 gen ?n,für len ob. >t mit ngab. 321)0. teiger. .mend ^oungplan-Debaiie. In Trier hat der Führer des Zentrums, Prälat Kaas, tatkräftige Politik zur Nachprüfung des Voungsplans gefordert. Ohne innere Geschlossenheit des deutschen Volkes wird auch eine tatkräftige Politik gegen den Voungplan wirkungslos verpuffen, da die Gläubiger eben nicht Gläubiger sein mühten, wenn sie die inncrpolitischc Zerrissenheit des deutschen Volkes nicht stillschweigend in Rechnung stellten. Eine Geschlossenheit des deutschen Volkes ift aber nur zu erzielen, wenn aftc Versuche, offen oder insgeheim den Vürgerkrieg vorzubereiten, rücksichtslos unterdrückt werden. Ob der einen oder anderen Partei der Ausfall der Wahlen vom 14. September mißfällt oder nicht, ift gleichgültig, denn für die Reichsregierung handelt es sich darum, über das leidenschaftliche Durcheinander in der innerpolitischen Arena eine nationale und geistige Einheit zu erzielen, die keiner Regierung versagt bleibt, zu der das Volk wirklich Vertrauen fassen kann. Prälat Kaas hat sich nicht damit begnügt, eine Politik zur Nachprüfung des Voungplans zu fordern, er hat sich darüber hinaus unmittelbar an Frankreich gewandt, um die öffentliche Meinung des hartnäckigsten Gläubigers im Sinne einer gemeinsamen Verständigung zu beeinflussen. Was Prälat Kaas über die Möglichkeiten und Folgen einer Nachprüfung des Vdungplans gesagt hat. insbesondere seine Feststellung, daß diese Nachprüfung ganz sicher nicht die wohlverstandenen Interessen Frankreichs verletzen würde, trifft alle- Wort für P)ort zu. Aber der Prälat wird wissen, daß es bei einer geistigen und politischen Auseinandersetzung mit Frankreich nicht darauf ankommt, durch die unbezwingliche Folgerichtigkeit der Erkenntnisse und Schlüsse Frankreich zu überzeugen, sondern darauf, die unterschiedliche Geistigkeit und seelische Auffassung Frankreichs gerade in Rechtsfrage n zu wandeln. Wenn nicht die öffentliche Meinung aller Länder für eine Nachprüfung des Voungplans gewonnen wird, sei es unmittelbar unter Hinweis auf die soziale und politische Gefahr, die Europa droht, sei cs mittelbar durch die Einschaltung des Gläubigerinteresses der Vereinigteir Staaten, so wird auch eine tatkräftige deutsche Außenpolitik nur Sisyphusarbeit leisten. Kein Zweifel, daß die Völker den Wahnsinn der Kriegstribute nicht lange mehr werden tragen können, v am allerwenigsten wenn dieses Schuldenshstem die ganze Last auf Iahrzehnte hinaus einem einzigen Volle aufzubürden sucht. Es hört sich zwar immer gut an, wenn in den Vereinigten Staa - t e n sich Staatsmänner und Finanzleute finden, die sich für einen Umbau oder gar Abbau des Schuldensystems einsehen, aber die öffentliche Meinung der Union ist für diese Umwandlung leider noch nicht reif. Sich darüber zu täuschen, hat gar keinen Zweck, um so weniger, als es Europa nicht verstanden hat, jede Kriegsgefahr trotz des „Befreiungskampfes" der Demokratie gegen die militärische Autokratie auszuschalten. Soviel versteht das Volk der Union immerhin von europäischen Dingen, öaj cs eine übel angebrachte Geste wäre, den Verbündeten von gestern den Schnldennachlah zu gewähren, nachdem sie zehn Jahre lang nichts anderes getan haben, als Milliarden und abermals Milliarden für neue militäris che Rüstun - gen auszugeben. Das ist auch der Sinn einer Nede, die ein gründlicher Kenner der europäischen Kriegs- und Schuldenprobleme, aus eigener Erfahrung. Edward Hur dich, dieser Sage vor der Handelskammer in Chicago gehalten hat. Klipp und klar erklärte er, daß, wenn die sechzehn Länder, die der Union beträchtliche Summen schuldeten, ihre Rüstungsausgaben herab s e tz t c n, auch die Vereinigten Staaten bereit seien, über eine Streichung der Kriegsschulden zu verhandeln. Leider kommt diese Einsicht in der Union etwas spät. Inzwischen hat Frankreich mit der aufs äußerste gesteigerten Energie seines Sparwillens und seiner Sparkraft einen jederzeit mobilen Reichtum angesammelt, der es ihm erlaubt, eine Machtpolitik zu treiben, der sich die anderen Länder mehr oder weniger beugen. Das kann eine Politik auf lange Sicht fein, cs kann aber auch das Gegenteil sein, nämlich eine furchtbare Fehlrechnung, die einmal zum Nachteil Frankreichs aufgehen wird. Daß der Aufbau eines Goldhortes von fast einem Dutzend Milliarden Goldmark nicht Blüte. nicht Kraft und Gedeihen der französischen Wirtschaft und der übergeordneten Politik sichert, das haben uns die — Vereinigten Staaten vorgelebt. Auch die Union galt noch vor Iahressrist als ein Reich von unbegrenzten Möglichkeiten, in dem die kapitalistischen Väume über alle Wunsch- träume hinauswuchsen. Heute wird aus Washington gemeldet, daß trotz des mobilen Reichtums, trotz des Goldhortes in der Bundesbank der Staatshaushalt mit einem Fehlbetrag von anderthalb Milliarden Mark abschlie- ßen wird. Und was schlimmer ist, die fast unerschöpfliche Produktionskraft muß gedrosselt werden, weil trotz der hohen Löhne die Massenkaufkrast versiegt ist. Nicht weniger als zehn Millionen Arbeitslose, also mehr als vergleichsweise im Verhältnis zur Bevölkerungszahl Seutfdilanb zählt, sind offiziell angemeldet, ohne daß Sicherheit besteht, daß damit alle Arbeitslosen ersaßt sind. Auch Frankreich könnte von dem gleichen Schicksal bedroht fein, nur daß dies in Europa schlinrmere Formen cnnehmen wird, da die Verschärfung der Wirlic^aftskrise hier unmittelbar auf das Tributfystern zurückzuführen ist. das nicht nur widersinnig an sich ift, sondern auch geeignet, die kapitalistische Wirtschaft für immer zu zerstören. Was folgt, ist das bolschewistische Chaos. Verkannte Genies reiten Deutschland... Briefe, die das Auswärtige Amt erreichen. — An guten Ratschlägen herrscht kein Mangel. — „Machen Sie doch eine kleine Diktatur ...!"— Er möchte nur einen „bescheidenen^ posten als Botschaftsrat. (fine alte Erfahrung: In Zeiten der Not stehen regelmäßig in Massen „Propheten" auf, zumindest solche, die — sich selbst dafür halten. Das Auswärtige Amt weiß hiervon zu berichten. Aus der Fülle gut gemeinter, aber nicht immer ganz uneigennütziger Vorschläge, wie sie das Amt brieflich erreichen, greift unser Berliner Mitarbeiter einige heraus. Die Zahl der Leute, die sich zu Deutschlands Ret- tung berufen fühlen, ist Legion. Allein in jeder Dienststunde, die die Beamten unseres auswärtigen Dienstes in dem berühmten Gebäude in der Wil- belmstraße zubringen, meldet sich ein Bewerber, e i n Anwärter für einen neuen außenpolitischen Kurs. Drei qualifizierte und zehn unqualifizierte Bewerber mit und ohne abgeschlossenes Hochschulstudium werden jeden Tag vorgelassen und — abgewiesen. „Wir haben schon 7 0 0 Vormerkunge n", wird den Petenten an verantwortlicher Stelle gesagt, „und vor 1932 können wir niemanden ein- stellen. Bis dahin werden wir 1200 Bormerkungen haben. Aber nur 10 Bewerber werden dann wirklich eingestellt werden können." Doch von diesem Riesenandrang soll gar nicht gesprochen werden. An anderen Stellen laufen die Briese ein, die täglich zu Dutzenden an den Außen Minister, an die Staatssekretäre und an die Chefs der einzelnen Ressorts gerichtet werden — Vorschläge, wie man am besten Deutschlands außenpolitischen Kurs fortführen könne. Da wird mancher uneigennützige Rat gegeben, in schlaflosen Nächten von sorgenden Herzen erdacht, und da wird manches Brieflein geschrieben, dessen Inhalt Glück und Glanz für das Reich und — eine goldene Pfründe für den Herrn „Erfinder" nach sich ziehen soll. Unter diesen Briefen ist manche Perle, wert, nicht in den unergründlichen Archiven unserer Behörden zu verschwinden, sondern zu Nutz und Frommen der Nachwelt überliefert zu werden. „Der kleine Außenminister in der Westentasche" könnte man diese gesammelten Briefe nennen ... „Sehr geehrter Herr Reichsaußenminister", schreibt da einer, der sehr friedlich gesonnen ist, „ich kann gar nicht begreifen, daß wir nicht in gute Beziehungen zu Frankreich kommen können. Wenn schon wir im Bolt den guten Willen haben, so sollten Sie doch, wo Sie immerzu mit den Franzosen in Berührung sind, schnell Mittel und Wege zu einer wirklichen Befriedigung finden. Aber vielleicht finden Sie nicht die richtigen Leute. In diesem Falle erlaube ich mir, auf meine persönlichen Be- Ziehungen zu Frankreich hinzuweiseti. Ich habe während meines letzten Aufenthaltes in Paris verschiedene französische Kaufleute kennen gelernt, an deren Bedeutung und Einfluß nicht zu zweifeln ist, und Ich glaube, mit Ihrer Hilfe wirtlich ersprießliche Arbeit leisten zu können. Lielleicht, sehr ge chrter Herr Minister, läßt es sich in Ihrem Etat noch ermöglichen, mir eine Stelle als S e - kretäran der dortigen Botschaft zuzu- weisen, damit ich persönlich um das Wohl des Vaterlandes bemüht sein kann. Meine finanziellen Ansprüche sind bescheiden .. Ein anderer ist weniger pazifistisch, hat aber ebenfalls nicht den richtigen Respekt vor Deutschlands auswärtiger Vertretung. „Ihr macht das alle nicht richtig", schreibt er. „Wenn die Polacken sich so aus verschämt benehmen, dann haut ihnen eins über die Klappe, bis sie kusch sind und aus der Hand fressen. Aber Ihr müht bloß mal richtig auftreten und zeigen, was eine harke ist. Ls ist höchste Zeit, daß Ihr mal was unternehmt ..." Auch ein Dritter ist mehr für schießen. „Wenn es Ihnen noch nicht bekannt fein sollte", meint er, „dann lassen Six sich man sagen, was hier jedes Kind von der Dachrinne pfeift, nctnlich, daß aus die ganze Außenpolitik nicht eher was Richtiges werden wird, als bis Deutschland, Italien und Rußland zusammen die Angtangte einsauf'nKoppge- hauen haben ..." Dem widerspricht allerdings ein Vierter ganz energisch: „Es gehen jetzt Gerüchts um, daß Italien, Deutschland und Rußland eine Front gegen Frank reich, Polen und Rumänien gebildet haben sollen, und soll in nächster Zeit' ein großer Krieg aus- brechen. Dieses darf.nicht geschehen, und sind alle Anstrengungen zu machen, um solches zu verhindern, was ja ein großes Blutvergießen und Morden bedeuten würde. Nur einen einzigen Ausweg sehend, beschwöre ich Ihnen, nicht Ihre Hände dazu her zugeben, sich in ein Komplott verwickeln zu lassen, sondern ein machtvolles Wort zu sprechen und den Kriegstreibern zuzurufen ..." Demgegenüber ist ein anderer völlig rabiat. „N e hmen Sie doch eine kleine Diktatur und setzen Sie alle Leute, die gegen den Krieg sind, hinter Schloß und Riegel. Wer frei fein will, der muß zum Militärdienst: anders kommt er nicht raus aus dem Kittchen. Sie werden Ihr blaues Wunder erleben, wie schnell sie wieder eine schlagkräftige Armee zur Verfügung haben. Was die Kanonen angeht, so wird da ja kaum eine Schwierigkeit eintreten, denn diesmal werden unsere Truppen so schnell vorgehen, daß es gleich zum Handgemenge kommt. Ich habe da einen plan ausgearbeitet, den ich dem Reichswehr-Feldmarschall gern gegen Zahlung von 10 000 Mark überlassen will. Eine entsprechende Stellung im Generalstab müßte ich dann kriegen, damit der Plan richtig durchgeführt wird." Indianerkapelle in Berlin N. ~;on Harry Schreck. „Zounds !", bemerkte der Kundschafter, der von der Savanne des Alexanderplatzes zu den Settlements der Münzstraße hinüberpirscht und betroffen eine Fährte betrachtet, die sein geübter Westmannsblick auf einer bunt beklebten Plakatsäule erspäht, „zounds ... wenn das Bleichgesicht, das diese Botschaft verkündet, nicht mit der doppelten Zunge der weihen Männer redet, gibt es in der Prärie der Neuen Schönhauser Straße ein Wigwam meiner roten Brüder". Der Kundschafter stopft sich seine Pfeife fester und schleicht vorsichtig an den ßagerfeuern der großen Warenhäuser vorbei, um kurz darauf (nachdem er seine Spuren sorgfältig verwischt hat) zu dem Kreuzweg hinzuhuschen, an dem sich die Schönhauser Straße mit der Weinmeister- straße schneidet. „Thunderstorni —!“, spricht er zu sich selbst, während er in den verrauchten Raum hineinlugt, in dem die Trapper vom Prenzlauer Berg ihre Nuggets gegen Feuerwasser eintauschen, „der Pedlar, der dort mit dem Bowiemesser belegte Brötchen zurechtschnitzelt, hat die Wahrheit gesprochen. All devils —! Er hat wirklich etliche bronzefarbene Gentlemen bei sich zu Gast: Gent- lernen mit Leggins und Mokassins, mit Federschmuck und Medizinbeutel. Damncd, go on!“ „Hallo, old boys ... schätze, daß wir jetzt miteinander einen verdammt guten Drink tun werden". möchte der Mann äußern, der mit dem knappen Gruß des ehrlichen Savannenläufers in das Blockhaus tritt, „hallo, old boys ... laßt die Machete im Gürtel und greift nicht nach der Silberbüchse. Denn der Mann, der zu euch kommt, will nichts Böses von euch: er will mit euch bloß das Kalumet des Friedens rauchen und derweilen seinen Mustang ein wenig an- hobbeln .. Ja, das möchte er gerne sagen. Und dann möchte er gern seinen roten Brüdern die Hand reichen und sich bei ihnen, die ihn mit einem erstaunten „Uff, uff“ begrüßen werden, nieder- lassen, um ein bißchen über Düffeljagd und Fallenstellen zu plaudern und was man sonst so im wilden Westen daherredet. Aber dazu kommt es zunächst leider nicht. Denn seine gebräunten Freunde sind regsam damit beschäftigt, die Goldgräber vom Rosenthaler Tor, die Farmer der Grenadierstrahe nebst den Stakemen vom Bülowplatz zu unterhalten, indem sie mit Saxophon und Geige, mit Trompete und Baß. mit Klavier und Schlagzeug einen rauben Song • in den Raum schmettern, der den Anwesenden versichert, daß sich die Liebe eines Husaren tatsächlich zuweilen em ganzes Iahr halte. „By Jove —!", denkt der Kundschafter, indem et befremdet die Braue emporzieht, ..Manitou, der Große Geist, laßt sonderbare Dinge geschehen. Sein Wille hat diesen roten Iägern die Tomahawks aus der kriegerischen Faust genommen und ihnen Werkzeuge in die Hand gedrückt, die eigentlich nicht für einen Skalpgürtel passen: er hat sie erzürstt aus dem Sattel geworfen und ihnen zum Ersatz ein Podium gegeben, auf dem sie Musik machen sollen, ilff, uff. uff!" Aber seine Verwunderung ficht die vier bronzenen Gentlemen. die zusammen mit zwei Cowboys die Indianer-Kapel.'e „Mosi Otamba" bilden. so wenig an, daß sie ohne Rücksicht auf ihre Herkunft in die musikalische Beteuerung ausbrechen: ..Nur am Rhein, dachte ich leben ... nur am Rhein geboren fein ...!" Und weil sie grade dabei sind, spielen sie kurz hernach auch einmal „Lind sollte ich einmal ein Mädel mir frein, bann muh sie am Rhein geboren sein", um nach etlichen verwegenen Synkopen zu dem Marsch „It is a lang way to Tipperar/' heimzukehren und nach einer Heinen Pause in den Gesang „Wolga, Wolga" zu verfallen, den man gewiß ganz zweckmäßig — zumal da es .auf Wunsch' geschieht — mit einem „Potpourri aus der diebischen Elster" abschlleht. Der erfahrene Westmann erhebt sich bekümmert. Er glaubt nicht mehr, daß das Bleichgesicht, das den Zettel an .die Plakatsäule kleisterte, die Wahrheit gesprochen hat. Aber während er davonziehen will, steht plötzlich sein roter Bruder, der eben noch auf der Baßgeige gekratzt hat, vor ihm und muntert ihn auf, eine Ansichtspostkarte zu kaufen, die ihn selbst samt feinen Stammesbrüdern an dem Lagerfeuer der Prärie zeigt. Der Westmann lauft eine Karte ... und da ereignet sich etwas, was er nicht mehr erwartet hat: Mofi Otamba. der rote Gentleman, beginnt sich mit ihm auf englisch zu unterhalten,' beim er ist wirklich aus Mexiko: und daß er am Rheine geboren fein möchte, ist in der Tat bloß so dahergesungen, wie Künstler eben so manches dahcrsingen. Es ergibt sich somit, daß Mosi Otamba auf fünf Minuten an den Tisch des bärtigen Kundschafters aus dem Wilmersdorfer Westen rückt und ihm ein Totem zeigt, das er für überaus beweiskräftig hält: es sind die gefarnmelten „Pressestimmen", die er auf dem Kriegspfad in Lübeck und Krefeld und ein paar anderen Settlements des deutschen Reiches erbeutet hat. Man darf dem Lübecker Generalanzeiger glauben. wenn er Mofi Otamba höchst angelegentlich lobt. Mofi Otamba kehrt auf fein Podium zurück: und nun wäre alles in Ordnung, wenn er das schweigsam, geschmeidig und heroisch täte, wie einst Winnetou dahinschritt. Doch er schreitet — der alte Savannenläufer gewahrts mit sanfter Trauer — mit einer „Molle" hellsst Biers zu seinen Kriegern zurück . . und während ev dem Kundschafter, der ihm soeben eine Ansichtspostkarte abgenommen hat. herzhaft zuprostet, rüstet er sich mit einem blechernen Megaphon, um dem aufmerksamen Umkreis seiner Hörer rnitzuteilcn, daß er jetzt ein Solo auf der Medizintrommel schlagen werde. Der Westler zahlt und geht. Er besteigt, da ein abendlicher Regen über die Savanne des Alexanderplatzes tost, einen Autobus und murmelt (dem Meister Anton des Dramatikers Hebbel folgend), daß et eine Welt nicht mehr verstehe, in der Indianer „Presfestimmen" brauchen und auf dem Daß spielen muffen. Seine Flüche lauten: Caramba —! All devils —! Bloody thunder- storms —! Zounds —1 (Nebenher beschließt er, ein Feuilleton über Karl May zu schreiben.) Marcel pagnols Nebenbeschäftigung. Der volkstümliche französische Bühnenschriftsteller Marcel Pagnol, desien Komödie „Marius ahoi" heute abend in Gießen gespielt wird, hot eine Nebenbeschäftigung, die ihm unter Umständen noch höhere Honorare einbringen könnte als seine er- Da ist einer, der es nicht unter einem Botschaftsrat machen will. „Ich habe", läßt er sich vernehmen, „auf meinen zahlreichen Auslandreifen nach Wien, Graz und Davos oft genug Gelegenheit gehabt, mit Fremden des In- und Auslandes in Berührung zu kommen und mit ihnen die schwierigsten Gespräche über d i e Politik gehabt. Es liegt mir ferne, mein eigenes Lob zu fingen, wenn ich Ihnen saae, ich habe immer Recht bet) al 1 e n. Dieses und vieles andere, wo ich oft genug eine glückliche Hand bewiesen habe, hat in mir den Entschluß reifen lassen, rn i ch hinfort ganz dem auswärtigen diplomatischen Dien st e zu widmen, um auf diese Weise meine ganze Tatkraft in den Dienst unseres unglücklichen Volkes zu stellen. Deshalb erlaube ich mir die Anfrage, ob Sie für mich nur einen b e s ch e i d e n e n P o st e n als Botschaftsrat frei haben." Er nennt die Position eines Botschaftsrates einen „bescheidenen" Poften — was werden die Herren Botschaftsräte dazu sagen ? Einer schreibt aus dem Ausland: „Seit Jahren strebe ich danach, meine Position zu festigen und mehr Einfluß und Geltung zu gewinnen. Doch sind bisher alle Bemühungen ohne Erfolg gewesen, weil ich zum Auftreten keinen richtigen Titel habe. Wenn es Ihnen möglich wäre, mich zum Regierungsrat zu ernennen, so bin ich über- zeugt, daß ich viel zum Besten Deutschlands bei tragen kann. Es ist selbstverständlich, daß ich irgend welche Ansprüche auf Gehalt, Ausmandsentskt)äd> bring oder Pension nicht stellen tuürbe, sondern ich wäre sogar bereit, als Gegenleistung 1000 D. s ü r die R e i ch s k a s s e zu stiften ..." Auch dieser Wunschtraum des titeljüchtigen Herrn wird trotz der schlechten Lage der Reichsfinanzen uncr füllt bleiben müssen. Nicht der Ansd)rist, wohl aber dem Inhalt nach, ließ sich erraten, für wen der nachfolgende Bries bestimmt war: „Ew. Hochwohlgeboren erlaubt sich der Unterfertigte die ergebenste Mitteilung, daß Schreiber dieser Zeilen am diesseitigen Platze in der Lage gewesen ist, unter denGemeinderäten einever- fchwörung bezweckend den Sturz Lw. hochwohlgeboren aufzudecken. Es handelt sich, wie einwandfrei nachgewiesen wer den könnte, um die Vereinbarung, anläßlich des demnächst zu erwartenden Mißtrauensantrags den dortigerseits befindlichen Reichstagsabg. Herrn Dr......zur Abgabe einer bejahenden Stimme zu bewegen. Indem der endftehend Unterfertigte glaubt, Ew. Hochwohlgeboren mit diesem Hinweise einen großen Dien ft erwiesen zu haben ..." „Macht man immer so weiter", schreibt einer, dessen Wiege bestimmt unweit der Spree gestanden hat, „und laßt Euch nischt aninerten. Ihr wißt ja vom Kommiß her, wer usfällt, der fällt uff. Und wenn se alle bet Maul ufsrcißen und et besser wissen wollen als Ihr, bleibt bei bie Stange, sage ick und macht weiter so." Wobei dahingestellt bleiben muß, wen der freundliche Schreiber meint, und was so weiter gemacht werden soll ... Eines ist ausfallend: In diesem erlauchten Kreise wohl- und übelmeinender Stimmen sind alle Par feien von rechts bis links vertreten: nur — Kam muniften schreiben nicht ans 'Auswärtige Amt, sie erwarten offenbar das Heil ganz wo anders her. Und eine befriedigende Erkenntnis verbleibt uns: mit guten Ratschlägen ist bas Auswärtige Amt offenbar glänzend versehen ... Taten für Sonntag, 1. Februar. Sonnenaufgang 7.40, Sonnenuntergang 16.4R; Mondausoang 14.21, Monduntergang 7.16 Uhr. 1874: Der Dichter Hugo von Hosmannsthal in Wien geb. — 1910: Der dichter D. I. Bierbaum in Dresden geft. Taten für Montag, 2. Februar. Sonnenaufgang 7.38, Sonnenuntergang 16.50; Mondaufgang 15.53, Monduntergang 7.4-5 Uhr. 1700: Der Dichter und Aesthetiker I. Eh. Gottsched geb. — 1829: Der Naturforscher Alfred Brehm geboren. folgreiche schriftstellerische Betätigung. In allen Sportzweigen geschult, fiel Pognol schon in der Mittelschule als Boxer auf, und er verdiente das erste Honorar seines Lebens nicht als Schriftsteller, sondern als Boxer. Allerdings betrug die Stimme nicht wie bei Weltmeistern mehrere tausend Dollars, sondern nur sechs Franken. Immerhin erhielt der entwicklungsfähige „Sportstudent" für seinen zwei ten Match in Marseille bereits zwölf Franken. Sein Gegner, den Pagnol mit Leichtigkeit k. o. schlug, war damals der spätere Boxchampion Moracchini. Hieraus geht einwandfrei hervor, daß der Sportwelt infolge des Musenkuffes, den Pagnol erst in späteren Jahren erhielt, eine vielversprechende Größe verloren ging! Freiwillige Sammlung. Don Hans JRiebau. I. AuS dem Protokoll der Stadtverordneten- fitzung vom 28. Ianuar: ... darauf erklärte Herr Bürgermeister Felsch unter anderem, so dringend nötig auch die Errichtung eines Obdachlofenheimes sei, so ausgeschlossen sei im Augenblick die Finanzierung. Werne der Antragsteller, Herr Stadtverordneter Redebusch, den Betrag von zwanzigtausend Mark, jedoch, was er, der Bürgermeister, bezweifle, auf dem Wege sreiwiiiiger Sammlung herbeischaffen könne, so stände der AnncHme des Antrages nichts im Wege. II. Anzeige im Tageblatt vom 29. Ianuar: Iener ehrenwerte Bürger unserer Stadt, dec im letzten Monat auf einer Geschäftsreise Damen- bekanntschaften zweifelhafter Methoden gemocht hat, wird aufgefordert, als Sühne fünfzig Mark für das Obdachlosenheim zu stiften, andernfalls sein Name öffentlich genannt wird. III. Aus dem Protokoll der Stadtratssitzung vorn 1. Februar. G Darauf übergab Herr Stadtverordneter Redebusch H^rrn Bürgermeister Felsch als Ertrag seiner öffentlichen Sammlung für dcks Obdachlosenheim den Betrag von einunddreißigtausend Mark gegen Quittung. Ist -er Krieg schuld? Von Dr. Adolf Weber, Geh. ;Reg.ie Anpassung der deutschen Landwirtschaft an die Zeitverhältnisse". Vortrag von Dr. Pfisterer. 18.45: „Driand". Vortrag von Annette Kolb. 19.15: Französischer Sprachunterricht. 19.45: Pinterhaltungskonzert. 20.30: Menschen im Dorf. Hörspiel. 21.15: Die vertauschten Manuskripte. Ein musikalische- Hörspiel. 22.45: Schluß des Sechstagerennens. 23 bi« 24: Pinterhaltungskonzert. (Schluß des redaktionellen Teils.) vorbeugen ist leichter als heilen! Gerade jetzt, bei dem häufigen Auftreten der Grippe sollte man immer eine Packung Litro- vonille in Pulver oder Oblaten mit sich führen, damit bei den ersten Anzeichen einer Grippe dieses bewährt, und unschädliche Borbeugungsmittel gleich zur Hand ist. 763V WMW-WMUM sind von besonderem Wert, da der Körper tm Winter eine besondere Neigung zum Aniah zeigt. Nehmen Sie früh, mittags und abends 2—3 Jolubn« Kerne, die Sie in Avotheken erhalten. 160V 2 KILOGRAMM n,hendri Gewicht Bilanzgewinn 1931 ? Dieses Jahr verlangt äußerste Leistung von jedem Betriebe . . • Sie ist nur möglich bei zweckdurchdachter Zusammenarbeit aller verantwortlichen Stellen. Vergessen Sie nicht, daß Ihre Liefer* abteilung nur rentabel sein kann, wenn Sie sich des modernen, unabhängigen Lastwagenbetriebes bedient! Ein wirtschaftlicher, schneller, nach dem Wucht-Prinzip konstruierter Blitz Lastwagen mag auch für Ihren Gewinn entscheidend sein. 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RM 5395.» SELSHEIM AM MAIN (siebenfach bereift) ©Nun lassen Sie denselben Gegenstand plötzlich auf die Woge fallen Augenblicklich wird die Woge bis zum doppelten Gewichtausschlagen.Dies entspricht der Wucht der Stösse, die ein Lastwagen während der Beladung und Fahrt auszuholten hat. ©Mit Rücksicht darauf wurden die Blitz Lastwagen nach dem Wudif- Prinzip konstruiert. - Dies ist das Geheimnis ihrer außerordentlichen Zuverlässigkeit, Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit. (■ZEUGNIS DU ADAM OPIl A.O. ©Legen Sie einen Gegenstand vorsichtig auf eine Wage. Dann wird die Woge anzeigen, was der Gegenstand tatsächlich wiegt. Dies entspricht dem Gewicht, dos ein vollbeladener Lastwagen trägt, wenn er stillsieht. DAS WUCHT-PRINZIP Generalvertretung: M OTOR WAG E N-VE R KAU FS G E S E LLS C H AFT mit beschränkter Haftung • Spezial-Reparaturwerkstätte mA Reichhaltiges Ersatzteil-Lager, Groß-Tankstelle ■ GIESSEN, Frankfurter Str. 52—56, Fernsprecher 2847/48 Verlobte Lang-Göns Kirchberg-Lollar grüßen als Vermählte Gießen (Kreuzplatz 5), 34. Januar 1931 llucfirhncilfen ’ Die hist. Fachschaft an der Landesuniversität Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen und Militär 50 Pfennig. 786 D Karten vor verkauf bei Dr. Töpelmann, Südanlage 4 Gießen, den 31. Januar 1931 Unkostenbeitrag 30 Pf. ist der Vortrag frei. 839 D Vortrag 827 D 830 D Die Restbestände aus unserem Totalausverkauf ........ ........ ■ ' ' vViederbesehaifaag von gekündigten T AufwerlungsHypotbeken durch Schaumberaer&Solin, Ludwigst.SOI Hotel Schütz Gefangverein Heiterkeit mit Tanz zum Verkauf. - Nur noch wenige Tage Anfang 4 Uhr 6EBR.WEIL 826 D liehe Vorsprache. 0592 (1IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIB Neustadt 10 [0569 Sparen Sie in 1931! Die 0591 □ les* drei wesentlichen Eigenschaften der gediegenen 824 D BrQhl’sche Druckerei, Gießen, Schulstraße 7, Anruf Nr. 2251 Lichtspielhaus-Gießen VfB 08 Gießen in sämtlichen Räumen der Liebigshöhe Damenkarten 1.50, Herrenkarten 2 M. Für Mitglieder der hist Fachschaft u.des Oberhess. Geschichtsvereins Geschmackvoll I Vornehm I Pereönllohl Vorverkauf nur Damenkarten: Kaufhaus Schmücker, Marktstraße, und Salomon, Schulstraße. O Friseur Wahl, Neustadt; Friseur Büttner. 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Der Gemeim DÜrgemeisterei gclrc Sw y. erstattete 2-ncht ul hflogencn Derhandlu tiefer Gefahr zm meinöerat ist gewillt mehr bereits f 3 schule erhalten bleibt Lanbkr » Diefeck, 30.3i hiesige Aürgerve Jahresversammlung , Mage wurde dem ■ Tie Dorstandswahl ' uchl des seitherigen haste, ersvlgreiche letzten Jahre hervc mchrere Aeuausnch spann sich eine sehr konununalpolitischen Insbesondere wurde der Türgerversammll Einspruch gegen der gegen den Äussafsungl in seiner Form, noll beanstanden ist, so dc Erfolg im Derwaltum kTrvhe,31.3ar der am 1. Dezember 3 gestanden hat, legt a' am l.Mai d. I. seit meistereigeschäste wer geordneten Rau g gck. Grohen-D dieses Monats ve Ernestine Frey gen Verheiratung a lcheiden. Lurch ihr a ihre gewissenhafte P den 8 Jahren ihrer 5 die Zuneigung der ■ Atzung der @emei Weggang von hier Zur Aachsolgerin ist nannt worden. - 2 *n der Mhe des g, 2°hnsleig zwe bene Uhren angel s^Lich, 30.Jan. In fNtilage sah bet h Altung eii ^chswchrkapelle ab. MO schert herein ^Q1 Jahre MM ZrM« Samstag, 31. Zanuar 1931 Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhefsen) Nr. 26 Drittes Blatt Oderheffen. Gemeinderat in Büdingen. 11 Büdingen, 30. San. 3n der jüngsten GemeinderatSfihung ersuchte das ®c- meinderatsmitglied G lc nz den Bürgermeister um Aufklärung über die in der S.adt umgehenden Gerüchte, die von erheblichen Verfehlungen bei der Stadtkafse wissen wollen. Der Borsitzende teilte hierauf dem Gemeinderat mit, daß sich die bei der Stadt- taffe veruntreuten Gelder auf 3400 Mark belauf e n. Der Betrag fei zum Teil durch Bürgschaft gedeckt, man hoffe aber, dah der ganze Betrag erseht werde. Der ungetreue Kassenbeamte versuchte bekanntlich, sich zu er- schieheu: er verletzte sich jedoch nur leicht und wurde bereits als geheilt aus dem Krankenhaus entlassen. Als Auskunftsperfon war der Stadt- rechner Berges geladen, der dem Gemeinderat über die Derfehlungen des betretenden Beamten Aufklärung gab. Wit Rücksicht auf die gegenwärtige Revision Der Stadtkasse durch Beamte der Oberrechnungskammer, deren Ergebnis zunächst noch abgewartet werden soll, wurde die Angelegenheit zurückgestellt. Gemeinderatsmitglied Glenz ersuchte weiter den Gemeinderat um den Beschluß, die von der Gaswerksdeputation beschlossene abermalige Einstellung des früheren Gasmeisters Hummel außer Kraft zu setzen. Diesen Antrag lehnte der Gemeinderat ab. Ein Antrag des Gemeinderatmitglieds K n a f, die Angelegenheit nochmals der Gaswerksdeputation zur Nachprüfung zu überweisen, wurde vom Gemeinderatangenommen. Der Vorsitzende gab sodann ein Schreiben des Ministers für Kultus und Bildungswesen bekannt, nach dem der Staatszuschuh zur hiesigen Gewerbeschule gesperrt werden soll. Der Gemeinderat billigte die von der Bürgermeisterei getroffenen Maßnahmen zur Erhaltung der Schule. Beigeordneter Diem er erstattete Bericht über die in Darmstadt gepflogenen Verhandlungen, die die Abwendung dieser Gefahr zum Zwecke hatten. Der Gemeinderat ist gewillt, alles zu tun, daß die nunmehr bereits 100 Sahre bestehende Gewerbeschule erhalten bleibt. Landkreis Gietzen. * Wieseck, 30. San. Dieser Tage hielt der hiesige Dürgerverein seine diesjährige 3ahreSversammlung ab. Rach der Rechnungsabloge wurde dem Rechner Entlastung erteilt. Die Dorstandswahl ergab einstimmige Wiederwahl des seitherigen Vorstandes, wobei die lebhafte, ersolgreick^r Tätigkeit des Vorstandes im letzten 3ahre hervorgehoben wurde. Nachdem mehrere Neuaufnahmen vollzogen waren, entspann sich eine sehr lebhafte Aussprache über die kommunalpolitischen Dinge der letzten 3ahre. SnSbesondere wurde dabei betont, daß der von der Dürgerverfammlung vom 11. Sar.uar erhobene Einspruch gegen den Nachtragsvoranschlag entgegen den Auffassungen des Bürgermeisters, weder in seiner Form, noch in seiner Begründung zu beanstanden ist, so dah berechtigte Hoffnung auf Erfolg im Derwaltungsstreitverfahren bestehe. 1. Trohe, 31. 3an. Bürgermeister Schmidt, der am 1. Dezember 38 3ahre der Gemeinde vor- gestanden hat, legt aus gesundheitlichen Gründen am 1. Mai d. 3. fein Amt nieder. Die Bürgermeisterei geschäfte werden ab 1. Februar vom Beigeordneten Rau geführt. gck. G r o h e n - B u s e ck, 30. 3an. Am Letzten dieses Monats verläßt biti Schulverwalterin Ernestine Frey ihre hiesige Stelle, um wegen Verheiratung aus dem Schuldienste auszu- scheiden. Durch ihr allzeit freundliches Wesen und ihre gewissenhafte Pflichterfüllung hat sie sich in den 8 3ahren ihrer Tätigkeit in unserer Gemeinde die Zuneigung der Schulkinder und die Weob- schähung der Gemeindeglieder erworben. 3hr Weggang von hier wird allgemein bedauert. Zur Nachfolgerin ist Schulverwalterin Hoch ernannt worden. — Am hiesigen Bahnhof sind in der Nähe des Fahrkartenschalters und auf dem Bahnsteig zwei elektrisch betriebene Uhren angebracht worden. # Lich, 30. Jan. Infolge der ungünstigen Wirtschaftslage sah der hiesige Kriegerverein von der Abhaltung eines Konzertes der Gießener Reichswehrkapelle ab, und hatte dafür seine Mitglieder zu einem Familienabend eingeladen. Hierzu wurde der ehemalige Fliegerleutnant Keller (Worms) gewonnen, der an Hand von guten Lichtbildern von seinen Erlebnissen während des Weltkrieges erzählte. 3m Anschluß an den beifällig aufgenommenen Vortrag gedachte der Vorsitzende des Vereins, Stadtrechner Ludwig Häu- s e r , der 60. Wiederkehr des Reichsgründungs- tages. Gesangsvorträge des Rothschen Männerchores unter der Leitung von Lehrer Stein und Konzertstücke der Kapelle Topp (Gießen) umrahmten die Veranstaltung. D L i ch, 29. San. Der Gesangverein' „Qx vthscher Männerchor", früher Gesangverein »Märmerquartett" dahier, kann in diesem Sahre auf sein 40jähriges Bestehen zu» rücDIicken. Aus diesem Anlaß plant er eine 3ubi- läumsfeier am 20. und 21. Suni, und er will dabei gleichzeitig die Weihe einer zweiten Fahne vornehmen Für die Veranstaltung sind umfangreiche Vorarbeiten zu leisten. Der Verein hat sämtliche hiesigen Vereine zur Mitarbeit aufgerufen und aus ihren Reihen Arbeitsausschüsse gebildet. Dieser Tage fand in Steins Saalbau die erste konstituierende Versammlung statt. Der Vorsitzende gedachte nach Begrühungswvrten an die Versammelten des verstorbenen Gründers und Ehrendirigenten des Vereins Rektor Roth. Sodann sprach er Über die Art und den ilmfana des in Aussicht genommenen Festes. Der Sohn^des Ehrendirigenten. Pfarrer Fritz Roth in Neu- Ssenburg. habe die Festrede am Sonntag und Gießener Saushalts-Mwendigkeien. Die Stadtverwaltung ist gegenwärtig mit der Ausarbeitung des Gießener Haushalt s - voranschlags für das Rechnungsjahr 19 31 beschäftigt. Durch die gewaltige Ungunst der Wirtschaftslage ist die Haushaltsvorbereitung diesmal weit schwieriger, als in den bisherigen Sahren. Gelegent.cch der Begründung des zweiten Nach ragskcedits in Höhe von 127 000 Marl zur laufenden Haushaltsrechnung, der bekanntlich das unerwünschte Diktat eines Staats- kommissars mit sich brachte, betonte Oberbürgermeister Dr. Keller, dah nach den derzeitigen Verhältnissen, besonders auf dem Gebiete des Wohlsahrtswesens, im nächsten Sahr mit einer Mehrauswendung von rund 750 000 Mk. gerechnet werden müsse. Das würde ein Anwachsen der Haushaltssumme von rund 73/< Mill. Mk. im lausenden Rechnungsjahre auf rund 8' ; Mill. Mark für das neue Ctatsjahr bedeuten. Die Stadwerwaltung und mit ihr alle mit ernstem Derantwortungsbewuhtfein für bic Geschicke unseres Gemeinwesens tätigen Personen sind erfreulicherweise der Ansicht, dah alle Mittel angewandt werden müssen, die zu einer Minderung bar Ausgaben — wobei man jetzt sogar vor schmerzhaften Eingri.fen nicht zurückschrecken bars — führen können. Hm die Wege zu diesem Ziele sorgsam zu prüfen, sind gegenwärtig Beratungen der Stadtverwaltung mit dem Finanzausschuh des Stadtratcs über Crsparnismöglich- feiten auf den verschiedensten Gebieten der städtischen Haushaltsführung im Gange. Es werden dabei sowohl von der Stadwerwaltung, wie auch von der Vertretung des Stadtrats mit vollem Verständnis für die Erfordernisse dieser schweren Zeit alle Wege geprüft, denn man will wirksame Arbeit leisten. Man würde sich in der Bürgerschaft irren, wenn man diese scharfe Ersparnisaktion etwa als ein Produkt bet allerjüngsten Zeit ansehen würde: es besteht Pelmehr schon seit Monaten bei den verantwortlichen Stellen beider städtischer Körperschaften der Wille, die Last der Steuerzahler soweit wie möglich leichter zu machen, nur scheute man sich bisher vor Eingriffen, bei denen zwangsläufig auch manche angenehm empfundene Einrichtung der Stadt und manches an sich begrüßenswerte Projekt in den Bereich der Streichung einbezogen werden muh. Die immer mehr wachsende Not der Zeit mit ihren außerordentlich vermehrten steuerlichen Lasten zwingt jetzt aber zu solchen Maßnahmen. Welches Ergebnis bei den Sparkonferenzen der Stadwerwaltung und des Finanzausschusses herauskommen wird, läßt sich heute noch nicht übersetzen. Gs darf als selbstverständlich gelten, dah für die Gestaltung des neuen Haushaltsplanes die steuerliche Snanspruchnahme der Bürgerschaft auf das möglichst geringste Ausmah beschränkt werden muh. Snwieweit dabei die gegenwärtig gültigen Steuerausschlagssätze abzuändern oder zu belassen sind, kann sich erst im Verlause der nächsten Wochen ergeben. Sehr wesentlich wird aber der Gesichtspunkt sein, dah die Endsumme der Ausgaben nach besten Kräften — und natürlich unter Wahrung der unabweisbaren sachlichen Notwendigkeiten — mit der steuerlichen Leistungsmöglich- keit in Einklang gebracht wird. Wenn man sich dabei von dem Bemühen leiten läht, die Haus- Halts-Auswendungen und damit die Steuerver- pslichtung soweit wie möglich hera^udrücken, so muh man sich aber auch vor der Gefahr hüten, über die sachlich vertretbare Grenze hinauszu- geben, weil sonst der Schaden für die Gesamt- Wirtschaft größer fein wird, als der Nutzen für den einzelnen Steuerzahler. Man wird sich immer vor Augen halten müffen, daß größte Sparsamkeit im städtischen Haushalt eine gute und dringend wünschenswerte Sache ist, auf der anderen Seite aber die unverrückbare Tatsache besteht, daß eine leistungsstarke städtische Finanzwirtschaft unter den heutigen Verhältnissen sehr befruchtend für die heimische Gesamtwirtschaft, insbesondere für Handwerk und Gewerbe aller Art fein wird. Wir denken nicht daran, uns der berechtigten Forderung nach bestmöglichster Sparsamkeit — über die sich zweifellos alle einsichtigen Personen völlig einig sind — entgegen zu stemmen, aber wir möchten auch nicht die Tatsache übersehen wissen, dah der Auftrags- und Arbeitsmangel in unserer heimischen Wirtschast doch eigentlich erst von dem Zeitpunkt an sehr empfindlich und einschneidend wurde, als die Stadtverwaltung wegen Mangels an ausreichenden Mitteln als Auftraggeber immer mehr aussiel: eine Lage, die durch die unvorhersehbare Entwicklung in der Wohlfahrtspflege natürlich noch verschärft wurde, obwohl der Stadtrat alle Anstrengungen machte, die bei diesem Notstand geboten waren. Bedauerlicherweise ist die Lage jetzt so, dah von der schwer ringenden und steuerlich überlasteten Privatwirtschaft nicht das Mah von Arbeitsaufträgen gegeben werden kann, auf das Handwerk und Gewerbe für die Fortführung ihrer Betriebe rechnen, und dah für beide seit mehreren Sahren in fteigenbem Mähe nur die Stadt noch als wesentlicher Aus- tragge&er in Betracht kommt. Eine Durch icht der städt. Haushaltsp.äne der letzten 6 Sahre zeigt, dah von dcr Stadt lehr e.heoliche Aufwendungen für Arbeiten gemacht wurden, von denen für unser Handwerk und Gewerbe umfangreiche wirtschaftliche Förderung ausgegangen ist. Wenn man beachtet. dah nach überschlägigen Berechnungen von 1924 bis 1930 über 6 Millionen Mark für Wohnungsbauten und Baudarlehen, etwa 2 Millionen für Strahenbauten, ebenfalls etwa 2 Millionen Mk. für die Errichtung von Schulen und anderen städtischen Sebäuden, etwa >/s Million Mk. für verschiedenartigste Vetrieos- und andere Bau- tewdes Elektrizitätswerkes, ebenso etwa' .-Million Mark für die Erbauung von Kanälen, ferner etwa 200 000 Mark für Arbeiten des Gas- und Wasserwerks usw. ausgewendet wurden und unter Te- rücksichtigung noch mancher anderer kommunaler Bauunternehmungen eine Gesamtsumme von rund 11' 3 Millionen Mark im Laufe dieser sechs Sahre für bauwirtschaftliche Unternehmungen der Stadt in Zirkulation kam, sv kann man sich Wohl einen Begriff davon machen, in welch erheblichem Ausmaße die heimische Wirtschaft bisher durch die Stadt wirtschaftlich. befruchtet wurde. Dah diesen Aufwendungen, die ja nicht allein aus Steuermitteln zu decken waren, sondern auch Anleiheaufnahmen erforderlich machten, natürlich finanzielle Verpflichtungen in Gestalt von Zinsen und Tilgungen gegenüberstehen, die selbstverständlich auf der Ausgabenseite des Haushalts als drückend qnpfnnben werden, liegt klar auf bet Hand. Man schätzt Wohl nicht zu hoch, wenn man diese Zahlungsverpflichtungen an Hand der vorerwähnten Gesamtausgaoe auf gut und gern eine Million Mark jährlich angibt. Es ist ohne weiteres begreiflich, dah die Stadt bei allem Willen zu weitmöglichster Förderung der heimischen Wirt- fchaft für die nächsten Sahre das bisherige Tempo der Bauarbeiten nicht sortsehen kann, und es hätte gar keinen Zweck, wegen einer Beschränkung dieser Arbeiten auf em gewisses Ausmah Vorwürfe gegen den Stadtrat und die Stadtverwaltung zu erheben. Auf der anderen Seite wird man aber an den verantwortlichen Stellen unserer Kommunalpolitik auch nicht so weit gehen können, nun lediglich nach rein finanzpolitischen Gesichtspunkten alle Dauarbeiten radikal einzustellen, weil dann die Auftrags- und Arbeitsnot unseres Handwerks und Gewerbes und aller damit verbundenen Dürgerschichten überhaupt nicht gemildert oder behoben werden könnte. Man wird zweckmähiger- weise die mittlere Linie einhalten müssen, auf der — wenn auch unter gewissen steuerlichen Opfern der Dürgergesamtheit — wenigstens einigermaßen wieder eine Belebung der heimischen Wirtschaft in Gang gebracht werden kann, von der bann ein neuer Smpuls auf den Arbeitsmarkt und auf die Kaufkraft der Bevölkerung zu erwarten sein wird. Eine derart orientierte Haustzaltspolitik für das neue Rechnungsjahr wird sich zweifellos zum Nutzen der Gesamtheit auswirken. Unbedingtes Erfordernis ist ferner, dah die Herrschaft des Staatskomimissars, die nach dem jetzigen Stande der Dinge bis zum 31. März als dem Ablauf des Rechnungsjahres 1930 begrenzt ist, unter keinen Umständen für das neue Haushaltsjahr wieder Geltung erlangt. Die Stadtrats- mehrheit hat bisher durch ihre Entscheidungen dafür gesorgt, dah Der Verwaltung die zum normalen Haushalts betriebe erforderlichen Mittel zur Verfügung standen, und sie hätte sicherlich auch Ende Dezember vorigen Sahres einen Ausweg aus dem Dilemma gefunden, wenn damals zur Beratung der schwierigen Lage mehr Zeit zur Verfügung gestanden hätte. Man muh bei dieser Gelegenheit erneut klar betonen, dah unser Gießener Haushalt nicht etwa durch ein Versagen der Stadtratsmehrheit, oder durch ein Verschulden der Stadtverwaltung, sondern lediglich durch das in dem vorliegenden Ausmaße unvorhersehbare Anschwellen der Wohlfahrtslasten wiederholt mit Fehlbeträgen belastet wurde. Wie im vorigen Sahre z. Z. der Entscheidung über den Haushaltsplan, so wird man auch bei der Beschlußfassung über den nächsten Haushalt eine verständnisvolle Poli tik des Ausgleichs in geircinfamen Bemühungen des Stadt- rates und der Stadtverwaltung als unerläßlichen Faktor des kommunalpolitifchen Wirkens im Stadthause ansehen müssen. Dabei darf man auch auf beiden Seiten, im wohlverstaitdenen Sn» teresse des Ganzen, unter Umständen die Einräumung gewisser Konzessionen nicht von sich weisen. Eine solche Politik des Ausgleichs und des gegenseitigen Nachgebens wird sicherlich nützlicher sein, als eine Politik der Versteifung, bei dcr bann die Selbstverwaltungsrechte unter die Räder kommen und wichtige steuerliche Sntereffen der Bürgerschaft mehr getro fen werden, als im entgegengesetzten Falle. Man muß darum hoffen und wünschen, daß für das neue Haushaltsjahr keinem Staatskommissar wieder Gelegenheit geboten wird, mit seinem diktatorischen Regiment in unser Gemeinwesen hineinzuregieren. Bürgermeister ©eil die Festrede am Kvmmers- abend übernommen. Sodann verlas der Festschriftführer die für die Ausschüsse in Aussicht genommenen Mitglieder. Alle Anwesenden stimmten widerspruchslos dieser Eintellung zu. Die Ausschüsse bestehen aus dem Finanz-, Presse-, Wohnungs-, Wirtschafts-, Empfangs-, Bau« und Schmückungs--, Dergnügungs- und Ordnungsaus- schuh. Shnen obliegt nunmehr die Vorbereitung und Durchführung des Festes. Bürgermeister Geil wurde unter allseitiger Zustimmung zum Festpräsidenten berufen. Der Dor itzende des sest- gebenden Vereins gab zum Schluß dem Wunsche Ausdruck, daß das geplante Fest einen vollen Erfolg bringen möge. Streio Biivrngcn • Ortenberg, 31. San. Der bisherige P o ft» meister des hiesigen Postamts, der bekanntlich wegen Unregelmäßigkeiten im Dienst unter Haftbefehl gestellt wurde und nach seinem Selbstmordversuch zur Zeit noch schwer verletzt im Bübinger Krankenhaus barnieberliegt, hat seine unlauteren Manipulationen auch zum Nachteil eines anderen hiesigen Postbeamten ausgeführt. Dieser Postbeamte richtete, wie man hier allgemein hört, ein Gesuch um Gewährung eines verbilligten Baubarlehens in Höhe von 9000 Mark an bie Oberpostdirektion Darmstadt. Diesem Gesuch wurde stattgegeben und der Betrag hierher überwiesen. Der PostEine besondere Gelegenheit: Pelzmäntel In guter Ausführung: 55.00 00.00 135.00 108.00 meister erklärte jedoch dem Gesuchsteller, sein Gesuch sei' abschlägig beschickten worden, und er steckte die Summe von 9000 211 a r t in bic eigene Tasche Darüber hinaus soll der Verhaftete weitere Unregelmäßigkeiten begangen haben, über Deren Höhe bis jetzt noch nichts Bestimmtes festgestellt werden konnte, da bic ganzen Vorgänge reichlich undurchfich.ig sind. Großfeuer auf der Grube Messel. WSN. Darmstadt, 30. San. Heute vormittag gegen 5 Uhr kam von der Grube Messel der Alarmrus „Großfeuer". Die Darmstädter Feuerwehr rückte sofort an bic Brandstätte ab. Dert war ein großer Oelbehäl" ter in Brand geraten. Die Feuerwehr lo-l kalisicrtc Den Brand, der auf die umliegenden! Oelbehä.'ter und auf die Grube sich auszudehnew drohte. Der Brand ist durch eine Stichflamme- entstanden, bie aus einer verstopften Oelmotors pumpe hcrausbrach. Cs gerieten z w c i Hall e n von 2 5 Meter Länge in Branb , in denen 8 0 Sonnen O e l lagerten. Das Ocl brennt noch. Die Keller, in denen llch iwch Oel» tanks befinden, wurden wegen Erplofionsgefahr, unter Waffer gesetzt. Hine Explosionsgefahr besteht aber nicht mehr, zumal nur noch mit: Schaumlöschern gearbeitet wird. Menschen sind erfreulicherweise nicht zu Schaden gekommen. W.lddiebereien im Hinterland. ][ Marburg, 30. San. Sn den umfangreichen Bergwäldem des südlichen Teiles des Kreises Viedenkops. besonders in den Gc» marcungen Günterod, Endbach, Nicder-Weidbach, Ober-Weidbach, Uebernthal und Bischoffen, machte sich in den letzten Sahren eine enorme Abnahme des Rehbestandes bemerkbar, die darauf schließen lieh, daß hier Wildereram Werke waren. Diese Vermutung wurde dadurch bestätigt, bah man öfters in den Wäldern Schasse hörte, ohne daß Sagdberechtigte in Frage tarnen. Ferner fand man auch oft Rehe, die in Schlingen qualvoll verendet waren. Ende September v. 3. fand man im Walde bei Günterod ein Reh, das im Dickicht aufgebrochen an einem Daum hing. Zwei Forstbeamte stellten sich daraufhin abeirds in der Nähe der Fundstelle auf die Lauer. Am anderen Morgen gegen 6 Uhr erschien ein junger Mann, um das Tier abzuholen. AIS ec sich entdeckt sah, ergriff er trotz nachgesandlcr Schüsse bie Flucht unb entkam. Die Beamten hatten aber ben Wilderer als einen der Gebrüder 3u ng aus Günterod erkannt und hielten anschließend in deren elterlichem Hause eine Haussuchung ab, bie für die Gebrüder Sung so belastend aussicl, daß beide zur Anzeige gebracht wurden. Das Amtsgericht Gladenbach verurteilte den älteren Bruder, Adolf, zu einem 3 ahr Gefängnis und Polizeiaufsicht, den jüngeren Bruder, Fritz, zu zwei Monaten Gefängnis. Letzterer nahm das Urteil an, während dem älteren Bruder Adolf die Strafe zu hoch erschien. Heute beschäftigte sich bie hiesige Strafkammer mit ber eingelegten Berufung. Sntercffant war bas Geständnis des Angeklagten, daß er in den letzten Sahren 1 5 R e h e geschossen hätte, mit Schlingenstellerei habe er sich indessen nicht abgegeben. Demgegenüber. betonte bet Sachverständige, Geheimrat Professor Dr. Olt aus Gießen, daß man bei den Vorgefundenen Fellen Strangulationsmerkmale Erkennen könne, so daß Schlingenstellerei in Frage komme. Das Gericht erkannte auf Verwerfung ber Berufung, doch soll von Polizeiaufsicht Abstand genommen und nach Verbüßung von drei Monaten geprüft werden, ob Strafaussetzung in Betracht: kommt. Ein anderes gerichtliches Nachspiel in der Schlingenstellcraffäre dürfte sich demnächst an» schließen, da durch die Vernehmungen in der nunmehr erledigten Sttafsache tociterefieben Günterodcr Einwohner in den Verdacht der Wilddieberei gekommen sind. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 1. Februar. Septuagesimae. Staötfirdjc. 9.30 Uhr: Pfarrer Becker: 11: Kinder» kirche für die Markusgemeinde, Pfarrer Becker: 17t Pfarrass. Seemann. — Iohanneskirche. 9.30: Pfarrer Bechtolsheirner: 11: Kinderkirche für die Lukas- gemeinde, Pfarrer Bechtolsheirner: 17: Pfarrer Ausfeld: 20: Bibelbesprechung im Iobannessaal, Pfarrassistent Seemann. — Kapelle des Alten Fried- Hofs. 9.30: Pfarrer Lenz: 11: Äinderkirche für bie Luthergemeinde, Pfarrer Lenz. — Elisabeth-Klein- kinderschule. 9.45: Pfarrer Lic. Waas: 18: Pfarrer Lenz. — Gemeindesaal, Liebigstroße 56. 14: Taubstummen Gottesdienst, Pfarrer Bechtolsheirner. — Klein-Linden. 11: Kinbergottesdiensl: 13.30: Hauptgottesdienst. — Wieseck. 14: (Frauenchor) Direktor Pfarrer Schneider, Niederramstabt. Kollekte. — Allen-Vuseck. 10: Kollekte. — Kirchberg. 10: Kirchberg: 13.30: Mainzlar. — Haufen-Garbenteich. 10: Hausen: 13: Garbenteich. — waßenborn-Steinberg. 13: hauptgottesbienst: 14: Kinberkirche. — Lich. 9.45: Beichte: 10: Stiftspfarrer Draubt, heiliges Abenbmahl: 12.45: Kindergottesdienst: 14: Stifts« dechant Kahn. katholische Gemeinden. Samstag, den 31. Januar. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 1. Februar, eeptuagefima. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte: 7: Messe: Kommunion der Männer: 8: Kommunion: 9: Hochamt mit Predigt: 11: Messe mit Predigt: 17.30: Christenlehre und Andacht. — Grünberq. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 17.30: Christenlehre und Andacht, — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt. — Nidda 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. ' Montag, den 2. Februar. Gießen. 6.45 Uhr: Wachsweihe. Soninaga ieii.1 d. L»er^' u .it -oiürtcn am 1.2. 1. Frl. Dr. Gürtler. Dr. Steinreich. Engelapotheke. 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Die Winterhilfe 1930/31 schließt sich diesem Vorgehen unterstützend an. Um dieses Ziel zu erreichen, sind eine Neihe von Veranstaltungen geplant, deren Förderung im Interesse der Erieichung des guten Zwecks der Sache eine sittliche Pflicht derjenigen Mitbürger ist, die trotz gewisser Einbuße noch in der Lage sind, helfen zu können. Wenn daher in den nächsten Tagen der Nuf zum Äesuche eines Wohl- tätigkeitskonzertes ergeht, oder die Deauftragten unserer Gemeinschaft von Haus zu Haus gehen, um die Scherflein der Einzelnen mit herzlichem vor« ausdank entgegenzunehmen, oder unsere Helferinnen am der Straße um ein Geldstück für ihre Sammelbüchse freundlichst bitten, so hoffen wir, nicht ver- gedlich zu rufen. Verschließt Herzen und Hände nicht vor der Massennot. Helfe jeder, soweit er helfen kann, spende jeder seiner Leistungsfähigkeit entsprechend. Der bekannte Opsersinn der GießenEr Bürgerschaff wird unseren Notruf nicht ungehört verhallen lassen. Gießen, den 30.Januar 1931. 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