Kr. 254 Erstes Via« 181. Jahrgang Zreitag, 30. Oktober 1951 Dmd und Verlag: Vrühl'fche Universttäts-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Stehen. 8chriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. in unseren en wett- n lassen n - und Tarif H irncgC chen, MM Eiten, bcn. ver- ge- Ver- Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20u , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Blumschein und.für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Bietzen. Problem und für die Preisbildung führen wird. Bei aller Anerkennung der Schwierigkeiten, die in der Ratur der Probleme liegen, werden in Kreisen der Beteiligten die Aussichten heute abend doch so optimistisch beurteilt, daß man jetzt sogar an einen schnelleren Abschluß der ganzen Arbeiten glaubt, als ursprünglich erwartet wurde. Man rechnet damit, daß die Ausschüsse, die sofort mit der Arbeit beginnen sollen, schon Ende der nächsten Woche ihre Berichte vorlegen werden. ül'tiL Mark denken. Durch die Bereitstellung öi-m Ioldbonds könnte die D3Z. für Deutschland K*if Rückzahlung eines so großen Teiles seiner üuilzfnstigen Verpflichtungen m das Ausland er- unäLchen, daß damit nicht nur Deutschland, son- auch seine Kreditgeber aus der ;::mine r mehr verfahrenen Lage mit a In cm Schlage befreit sein würden. D^e Reichsfinanzminister Dietrich und der Generaldirektor der J.-G.-Farben, Geheimrat Schmitz, nach der Sitzung des Wirtschaftsbeirats. Berlin, 29. Ott. (6*2103.) Die Verhandlungen des Reichskabinetts und des Wirtschaftsbeirats sind heute abend unter dem Vorsitz des Reichspräsidenten fortgesetzt worden. Sie Vereinigten Staat en ermöglicht worden. Diese Praxis könne unmöglich fortgesetzt werden. Vielmehr sei die Lösung derReparations- frage durch eine Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich auf eine feste Grundlage zu stellen. Lamont schätzt die deutsche Zahlungsfähigkeit auf jährlich eine Milliarde Mark. Er betont jedoch gleichzeitig, daß vielleicht eine andere Ziffer zu Grunde gelegt werden könnte. Des weiteren weist Lamont daraufhin, daß Deutschland unter dem Voungplau Fachausschüsse für die Hauptfragen^ für die Z i n s f r a g e , für das Loh dauerten von 17 bis 19 Uhr und waren ausgefüllt durch eine allgemeine Aussprache, in der nach den Vormittagsreden von Regierungsseite nun die Vertreter der verschiedenen Berufe zu Worte kamen. Stimmungs- mäßig läßt sich feststellen, daß der eindringliche Appell des Reichspräsidenten an das Verantwortungsgefühl der Beteiligten offenbar doch einen sehr starken Eindruck gemacht hat. Jedenfalls hören wir von gut unterrichteter Seite, daß sich in der Aussprache trotz der natürlichen Gegensätzlichkeit in der sachlichen Einstellung allgemein ein erfreuliches Verständnis für die Forderungen der gegenwärtigen Rotzeit gezeigt hat. Der morgige Vormittag wird von Verhandlungen frei bleiben, damit die Vertreter der Gruppen Gelegenheit haben, sich miteinander zu beraten. Rach der bisherigen Aussprache kommt es nun nämlich darauf an, zu Formulierungen zu gelangen. Sie sollen morgen vormittag ausgearbeitet werden, so daß sie am Rachmittag in der Vollsitzung des Wirtschastsbeirats vorgelegt werden können, die um 17 Uhr wieder unter dem Vorsitz und im Hause des Reichspräsidenten beginnt. Man rechnet damit, daß die Generalaussprache bereits morgen abend zum Abschluß kommen und zur Einsetzung der drei Großmann, der Führer der Freien Gewerkschaften, begibt sich zur Sitzung in das Reichspräsidentenpolais. das Recht habe, einen Zahlungsaufschub zu verkünden. Deutschland würde jedoch besser tun, da ein solcher Zahlungsaufschub bereits bestehe, den nicht im Voungplan. vorgeschlagenen Wqg zu gehen, sondern sdbald wie möglich a n Frankreich heranzutreten, um sich mit ihm unmittelbar zu einigen. Zum Schluß unterstreicht noch Lamont, daß die Vereinigten Staaten jede vorgeschlagene Lösung der Schuldenfrage vorurteilslos prüfen werden. Die Ausführungen Lamonts erregen in Amerika größtes Aufsehen, da Lamont erst am letzten Montag eine lange Unterredung mit dem französischen. Ministerpräsidenten Laval hatte. Haltezeit im Februar eine fühlbare Besserung eintrete. Da also die Kredite zweifellos wiederum zu erneuern »seien, müsse man hoffen, daß man inzwischen eine Formel finde, die wenn nicht eine Mobilisierungsmöglichkeit, so doch zumindest zusätzliche Bürgschas- t e n schaffe, die den Gläubigern Deutschlands erlauben, sich teilweise von ihrem Zwangsguthaben zu entlasten. „Ich möchte dem hinzufügen, daß in französischen Regierungskreisen trotz des nur beschränkten, unmittelbaren Interesses das letztgenannte Problem besondere Beachtung finden werde. Immerhin scheint es, daß, wenn auch die Erörterung über die gegenwärtige Beurteilung der Lage mit einem Unentschieden geendet hat, für Frankreich hieraus als mittelbare Auswirkung seiner führenden Rolle in Europa die Verpflichtung erwachse, den er st en Schritt zu tun. Die nächsten Wochen dürften schon dafür Anhaltspunkte geben, wie es dabei vorzugehey gedenkt." Varis, 29.OfL (H3IB.) Der Sonderberichler- jlüler des „Malin", der die Reise Lavals nach Snxrika mitgemacht hatte und sich noch drüben aus- silt. berichtet über eine Unterredung, die er mit kne bekannten belgischen Finanzmann Franc- 1iU hatte. Froncqui erklärte, daß er Vefürchtun- gn wegen der Erneuerung der im Februar 1932 [eiligen und in Deutschland eingefrorenen br edite Hobe und entwickelte im Anschluß daran frin-t Pläne über Schaffung einer inter- »ationalen Kreditanstalt entsprechend der 3ilchs erklären mühte, sofort Deutschlands Beispiel ■folgen. Frankreich und Belgien hätten zwar in IKutichland wenig Kapital eingelegt, dafür aber mn |o mehr bei den kleinen Staaten. Man müsse fio -aher fragen, was aus diesen Geldern «erben würde im Falle eines Moratoriums. Ahr» Jahre lang hätten Geldverleiher bedürftigen Slawen das Geld aufgedrängt. In Ame- tilo |ei er mit seinem plan, der Gründung einer Olkd-itbank, auf sehr viel Verständnis gestoßen, tj'ioaer habe ihm erklärt, er werde sich mit der ßia n z ö s i s ch e n Regierung in verbin- iutig sehen. Falls Paris annehme, würde auch Sheüfa annehmen Lr, Francqui. habe daraus mit Laval Fühlung genommen, der mit Ersche,ni täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat >m Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger-, lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Hernsvrechanschlüffe imter5ammelnummer2251 Anschrift für Drahtnachrichten i Anzeiger Sietzen. Postscheckkonto: icanffurtam Main 11686. Amerika uni» die Reparationsfrage Der Morgan-Teilhaber Thomas Lamont verweist Deutschland auf den Weg direkter Verständigung mit Frankreich. :ba zuständigen Ministerien über den plan Ifjcntalf habe. Die Auffassungen seien jedoch f 8d QL Einige stimmten einem diesbezüglichen lüige zu. andere seien entschlossenste Gegner. Das Goldproblem. Was geschieht nach Ablauf des GliHalleablommens? Der Belgier Francqui schlagt eine internationale Kreditanstalt vor für Umwandlung der kurzfristigen Schulden in langfristige. Stober. >18: B <3tuI)l: io. u*n9ber würde die B3Z. die bereitgestellten Goldbeträge verzinsen. Die Denkschrift betont, daß auch dke Goldüberschuhländer das größte Interesse an der mit der Hergabe von Gold verbundenen Möglichkeit einer Ankurbelung der Weltwirtschaft hätten. Die eingefrorenen Kredite. In der Schwei; fordert man zusätzliche Bürgschaften. Genf, 29. Ott. (£11.) Der Leiter der Schweizerischen Rationalbank Professor Bachmann, äußerte sich in der „Agence Economique et Fi- nanciere" über die Börsen- und Kreditpolitik der Schweiz und behandelte dabei auch d i e gegenwärtig in Deutschland „eingefrorenen" Kredite, von denen auf die Schweiz noch etwa 400 Millionen Franken (rund 329 Millionen Mark) entfallen. Bachmann glaubt nicht, daß bis zum Ablauf der Still- ,|9UlWblOft ertldXsQUs[Q[( Die Aussprache im Wirtschaftsbeirat Man erwartet schnelle Arbeit der Ausschüsse. Reuhork, 29. Ott. (WTD.) Thomas Lamont, der Mitinhaber der 3. P. Morgan- Bant, äußert sich in einer in der Saturday Review of Litcrature veröffentlichten Besprechung des Buches von Dr. Schacht: „Das Ende der Reparationen", über die Reparationsfrage. 3n diesen Tagen müssen wir Realisten sein und das Tatsächliche der Lage Deutschlands erfassen, ohne durch Versuche der Schuldzuschiebung beeinflußt zu werden. Während der Krise, die Deutschland durchmacht, kann kein sogen. Sachverständiger damit beginnen, Zahlen festzusetzen. Rur Deutsche und Franzosen allein tonnen schließlich zu dieser Festsetzung gelangen. Sollten bei einer solchen aus ührbaren Verständigung die führenden Rationen Europas weiterer amerikanischer Mitarbeit bedürfen, so sollen sie diese erhalten, vorausgesetzt, daß ihre Forderungen vernünftig sind. Vor allem müßten Deutschland und Frankreich sich von ihren Zwangsvorstellungen befreien, und zwar Frankreich von feiner Kriegsfurcht und Deutschland von seiner Befürchtung, daß Frankreich seinen wirtschaftlichen Untergang wolle. Offenbar sehe man dies auch in Deutschland ein und erstrebe eine Verständigung mit Frankreich. Aus den Aeuße- rungen jedoch, die nach Bekanntgabe des Hoover- planes aus Deutschland kamen, habe man den Eindruck gewinnen können, daß in Deutschland die Auffassung herrsche, Hoover billige Deutschlands allgemeine und F i - nanzpolitik und tadle Frankreich. Es ilangt äCn der .... 3,85 färb. 3,85 isatr, 3,85 3,85 3,85 n und 3,85 3,85 n, her- 3,85 3,85 iöperte 3,85 3,85 :1 mit 3,85 eid mit le 3,85 lit Sti- / hnürg- 3,85 ! Di- Kante 3,85 <160, r.... 3,85 , aus itist.. 3,85 Hohl- .... 3,85 idecke, >dernefl 3,85 Wollt, 3,85 gerauht 3,85 nd aus entzCK- ... 3,85 , prima Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Die Kehrseite der internationalen Verschuldung. Der Druck der dentichen Zwangsausfuhr auf die G äub geriänder. London, 30. Okt. (WTB. Funkspruch.) 3m „News Ehronicle" schreibt Sir Walter Layton, Deutschland habe mit durchgreifenden Maßnahmen einen sehr beträchtlichen Ausfuhr. Überschuß erzielt, der aber noch nicht genügt, um die Zahlung der Schulden zu ermöglichen Andere Länder drohen wegen der deutschen Konkurrenz bereits mit Vergeltungsmaßnahmen gegen Deutschland Die internationalen Schulden sind jetzt so umfangreich daß ihre Rückzahlung alle b e ft e t) e n b e n * H a n d e l s k a n ä l e z u beeinträchtigen droht. Es ist keinem Schuldnerland mehr möglich, das Problem der Rückzahlung der Schulden aus eigener Kraft zu regeln. Die Gläubigerländer müssen sich endgültig darüber einigen, ob sie Zahlungen in Form von Sachwerten haben wollen oder ob sie es vorziehen, die Schulden herab- z u s e tz e n. Der frühere Schatzkanzler, Sir Robert Hörne, erklärte, die erste Aufgabe der Regierung müsse darin bestehen, die Handelsbilanz ins Gleichgewicht zu bringen. Er sprach sich nachdrücklich gegen einen überstürzten Versuch aus, das Pfund Sterling zu irgendeinem Kurs zu stabilisieren, den'man nicht mit Sicherheit behaupten könne. Es werde geraume Zeit vergehen, ehe an einen solchen Versuch zu denken fei, der den Realitäten Rechnung zu tragen habe. England müsse einem Druck interessierter fremder Länder energisch Widerstand leisten und das Pfund Sterling nur zu einem Kurse stabilisieren, der seinem inneren Werte entspricht. Der Unternehmer im korporativen Staat. Das Wirtichaftsprogramm des Faschismus Rom, 29. OtL (WTB.) Der Korporations- rnmister Dottais hat in Bologna in einer viel beachteten Rede zu der Funktion des Kapitals im korporativen Staat Stellung genommen. Rach Zurückweisung der Meinung, der Kapitalismus habe ausgespielt und die korporative Wirtschaft müsse sich in der Richtung des Staatssozialismus entwickeln, führte er aus, die Funktion des Kapitals sei durchaus nicht abgeschlossen, so wenig als die Funktion des Produzenten, des Arbeitgebers oder des Besitzers. Kapital iinD wäre aus deutscher Seite der denkbargrößte Fehler, derartige unrichtige Anschauungen zu hegen. Er sei einer der Letzten, zu glauben, daß der DersaillerDertrag ein Werk der Vollendung sei. Jedoch sei kein Grund zu der Annahme vorhanden, so viele dies auch in Washington und London zu glauben schienen, daß das französische Volk in dieser Frage sich als unvernünftig erweisen würde. Man müsse aber Frankreichs Reigung für eine methodische Behandlung berücksichtigen und dürfe nicht ungeduldig werden, wenn die Franzosen auf einem solchen Berfahren bestehen. Wir wissen, daß politische Fragen erster Ordnung ihrer Lösung auf dem europäischen Kontinent harren, und wenn wir von den Reparationen sprechen, sind wir uns bewußt, daß keine wirklich endgültige Verständigung erreicht werden kann ohne Berücksichtigung der damit in Verbindung stehenden politischen Fragen. Lamont sagt weiter: „Die Reichsregierung Hot sich anläßlich der letzten deutschen Finanzkrise nicht an den Hauptgläubiger Deutschlands, Frankreich, sondern an England gewandt. Offenbar aber sind die Franzosen das Volk mit dem sich Deutschland sowohl finanziell als auch politisch zu einigen versuchen muß. Davon kann sehr wohl das Gedeihen oder der Verderb der deutschen Wirtschaft abhängen." Bisher seien die deutschen Reparationszahlungen fast ausschließlich durch Anleihen aus den 15 ""d 5.55 Uhr. Sobbatfeier den t’eam5tag vor, blQU3Qn” 5.55. Uhr. Lvcldbonds wären mit 4 v. H. z u verzinsen um) mit 1 oder 2 v. H. zu amortisieren, l sie nach 28 oder 41 3ahren durch die D3Z. üDio »er eingelöst werden könnten. EW.lte die Schaffung eines Goldersahes neben Mrt? vorhandenen monetären Goldvorräten auf S5iio.erigfeiten stoßen, so ließe sich der gleiche TDhii auch so durchführen, daß die Länder rnit G o ldüberfluh jeweils einen Teil der uiui heimischen Rotendeckung nicht benötigten NZcidbestände der B3Z. als Deckung für «on dieser auszugebende Goldnoten Iw Verfügung stellen. Das Gold könnte an den ddilHerigen Plätzen bleiben. Als Gegenleistung Sshmitzfchlä'i die Ausgabe von (yoldbonds durch die BZZ. vor. Berlin, 29. Okt. (WTB.) Geheimrat Dr. Her- :mmn Schmitz von 3G.-Farben hat einer Reihe l'.ctDerftänbiger Persönlichkeiten der internatio- 1 nölen Finaxzwelt eine Denkschrift zum Gold- IXWem und über das Problem der intematio- lefllen kurzfristigen Verschuldung zugestellt. 3n ititfer Denkschrift sagt er: Wenn man seine An- i"tju.ng von 1929 aufgreifen und Goldbonds niiL- Ergänzung der in der Welt vorhandenen ^Dinäte an monetärem Gold schaffen würde, so I»title man mit deren Ausgabe und Verwaltung 8>»ie D3Z. in Basel betrauen. Der Beim» der auszugebenden Goldbonds müsse so hoch ölieiöblt werden, daß er zur llebernahme 0! rt I ch e i d e n d e r Teile der gegenwär- H igen internationalen kurzfristigen üL »schuld ung a u f d i e D 3 Z. als zentralen XRkS'.tgeber ausreichen würde. Man könne an eiiiem Emissionsbetrag von etwa 5 Milliar - Besitz blieben auch weiterhin, waS man auch sagen wolle, zwei Grundteile des korporativen Wirtschaftssystem-. Ss sei jedoch eine Verlagerung in ihren Beziehungen und ihren Funktionen festzustellen. SS handele sich nicht um eine Krise des Kapitalismus, sondern um eine Krise der Funktionen deS Kapitalismus, wie sie biS heute auSgeübt werden. Dementsprechend sei auch die Verwirklichung der korporativen Wirtschaft nicht dazu bestimmt, die private Initiativ« preiszugeben, sondern dazu, diese Jnitia- tive au disziplinieren und ineinander einzuoroneir. Es gebe eine Grenze, über die hinaus die private Initiative Aum Verbrechen an der nationalen Wirtschaft und am Gedeihen des einzelnen Individuums werde. Es müsse daher ein Svstern geschaffen werden, in dem unter Berücksichtigung dieser Grenze und in Wahrnehmung deS höheren wirtschaftlichen Interesses der Nation die Intervention des Staates in die Erscheinung trete. Dabei solle nicht etwa die private Initiative durch die staat- liche Initiative erseht werden, eS handele sich vielmehr darum, die einzelnen privaten Initiativen einer Disziplin zu unterstellen, die durch den Staat als das einzige Organ mit der notwendigen umfassenden Erkenntnis der Bedürfnisse der nationalen Wirtschaft auSgeübt werde. Absteigende Konjunktur auch in Frankreich. Krijenerjchetnunsten in allen Wirtschaftszweigen. Pari», 29. Oft. (1DIB.) Der Vorsitzende de» Nationalen wirtschastsrate» und Präsident des Zentralkomitees der französischen Kohlenbergwerke peyerimhosf erklärte einem vlitarbeiter des „Poris Midi", dah auch Frankreich jetzt von der allgemeinen Krise ersaht worden sei. Die industrielle Produktion habe merklich nachgelassen; der Auhenhan- del sei im August a u s den niedrig st en Stand seit der Fraukenstabilisicrung zurückge- gangen. Der Eisenbahn- und Güterver- k e h r sei in den abgelaufenen Monaten d. 3. gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um 7 o h. jurütfgegangen. Die Arbeitslosen beziffert er auf 200 000 bis 250 000; dazu kommen etwa 1,5 Millionen Kurzarbeiter. Alles in allem könne man den Beschäftigungsrückgang mH 14,5 v. h. veranschlagen. Die Wirtschaft stehe unter dem Eindruck der Pfund- enlroerfung und der Bankenkrise und zeige weiter eine absteigende Tendenz. 14 Wahlvorschläge für die hessischen Landtagswahlen. Darmstadt, 29. Olt. QIm Schluffe der Einreichungsfrist dec Wahlvorschläge für die Landtagswahlen sind beim Landcswahlleiter folgende 14 Listen in der angegebenen Reihenfolge ein- gcgangcn: 1. Sozialdemokratische Partei, 2. Zentrum, 3. Kommunisten, 4. Kommunistische Opposition, 5 Deutsche Vollspartei, 6. Gtaatspartei, 7. Radikal-Demokraten, 8- Christlich-sozialer Volksdienst, 9. Volksrcchtpartei, 10. Hessisches Landvolk. 11. Äeutschnationale Volkspartei, 12. Sozialistische Arbeiterpartei,. 13. Rationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei, 14- Wirtschaftspartei. Verbunden sind die Listen 4 und 12, 5 und 9, sowie 10 und 14 Roch einmal enger verbunden sind die Listen 5 und 9. Die Liste 14 (W i r t - schaftspartei) verzeichnet als Listenführer RechtSanwalt Ludwig, Ingelheim, und Kaufmann R e i b e r t, Reu-Isenburg. Die Kandidatenliste der Rationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei umfaht 76 Ramen. Unter ihnen befinden sich in ersten Stellen. Karl Lenz, Schriftsteller, Darmstadt: Professor Ferdinand Werner, Studienrat, Buhbach; Frih Kern, Fabrikarbeiter, Eberstadt; Heinrich Ritter, Bürgermeister, Gau- Odcrnheim: Dr. Reinhold Daum, prakt. Arzt, Oppenheim; Wilhelm Schwinn, Gast- und Landwirt, Spreng (Odenwald); Edmund Diehl, Landwirt, Gau-Odernhcim; Wilhelm Seipel II., Landwirt, Fauerbach (Oberhessen), Dr. Werner Best, Gerichtsassessor, Gonsenheim; Alfred Klostermann, Lehrer, Vockenrod; Heinrich Göckel, Landwirt. Dingen: Dr. Karl Schilling, prakt. Tierarzt, Dau-Odernheim. l Erhaltung der Betriebskrankenkaffen. D Man schreibt uns: Seitdem unter der Auswirkung ■Der Wirtschaftsnot auch der Bestand der reichsgesetz- 'lichen Krankenversicheruna gefährdet erscheint, ist der Gcdanke einer anderen Organisation der Krankenversicherung wieder in den Vordergrund gerückt. Den Bestrebungen nach Zusammenfassung der Krankenversicherung in große zentralisierte Orts- krankenkassen stehen die Bemühungen um Erhaltung der beruflichen Gliederung der Träger der Krankenversicherung gegenüber. In der Tat hat sich die seit Einführuna der reichsgesetzlichen Krankenversicherung, seit 1883, bestehende dezentrale Organisation der Versicherung in einem gesunden Wettbewerb der verichiedenartiaen Versicherungsträger untereinander auf das Beste bewährt. Unter den neben den Ortskrankenkassen bestehenden Sonder- kaffen (Land-, Innung»., Betriebs- und Ersatzkranken- kassen), deren Beseitigung oder zum mindesten erhebliche Verminderung anaestrebt wird, Haden na- menthd) die Betriebskrankenkasien, die die Bahnbrecher der reichsgesetzlichen Krankenversicherung gewesen sind, stet» Hervorragendes geleistet. Trotz erhdelich niedrigerer Beiträge gewähren sie im allgemeinen bedeutend höhere Leistungen al» die Ortskrankenkassen. Daß die Betriebskrankenkasien wesentlich vorteilhaster wirken können, liegt in ihrem Wesen und in ihrer Verfassung begründet Bei ihnen zeigt sich die wahre Solidarität der Versicherten. Die Rücksicht auf die Mitarbeiter führt dazu, daß die Krankenkasie nur in Anspruch genommen wird, wenn e» notwendig ist Die Versicherten sind sich bewußt, daß c» in der Hauptsache ihre Mittel sind, die vertan werden, wenn „ihre" Kasse un- gerechtfertigt ausgenutzt wird Daß die Beträge, die bei anderen Kaffenarten für die Verwaltung auf- gewendet werden müssen bei den Betrieb:fronten- fassen zum größten Teile für die Fürsorge frei sind, ist auch ein nicht unbedeutender Vorzug. E» ist eine irrtümliche Auffassung von Solidarität, wenn für Eindeitsfranfenkasien ein getreten wird Umbildung des britischen Kabinetts. Stärkere Berücksichtigung des konservativen Wahlerfolgs. Wird Reville Chamberlain Schahkanzler? London, 29. Ott. (XH.) Rach den Wahlen ist die Hmbilbung und Erweiterung des Kabinetts die wichtigst« innere Frage. Sie wurde bereits am Donnerstag in einer Kabinettssitzung besprochen. Macdonald hatte nach einem Empfang beim König vorbereitende Besprechungen mit den Kronjuristen, den beiden sozialistischen Ministern Snowden und Thomas sowie mit den Parteiführern Baldwin und Sir Herbert Samuel. Da Snowden nicht mehr Mitglied deS Unterhauses ist, kann er verfassungsmäßig den Schahkanzlerposten nicht mehr länger bekleiden. Er wird voraussichtlich zurück tret en, sobald das neue Kabinett gebildet ist. Es verlautet aber, daß er nach seiner Ernennung zum Lord einen Ministerposten oder einen Sitz im Oberhaus erhalten soll, so daß seine Ersahrungen und sein Können auch weiterhin der Regierung zur Verfügung stehen. Ferner gilt es in politischen Kreisen als sicher, daß der KriegSminister Lord Orewe zurücktre- ten wird, da er an die Amtsübernahme die Bedingung knüpfte, nach Beendigung der Amtszeit des jetzigen Kabinetts seiner Verpflichtung enthoben zu werden. Endlich muß das Kabinett wieder auf seine gewöhnliche Stärke von 20 bis 21 Mitglieder gebracht werden Macdonald beabsichtigt, den Charakter des neuen Kabinetts alsRational- regierung zu wahren Er wird jedoch der Veränderung der Parteistärken Rechnung tragen und dementsprechend das Verhältnis zugunsten der Konservativen ändern müssen. Den Parteiführern wird es überlassen bleiben, Vorschläge für die Besetzung der Ministerposten zu machen. Reville Chamberlain wird als Anwärter für den Posten deS Lordkanzlers oder des Schayministers genannt. Auf letzteres Amt hat auch Runciman Anwartschaft, wozu er jedoch seine Verbindung mit der Royal-Wail-Dampfschiffahrts-Gesellschaft lösen mühte. Gerüchte wollen wissen, daß auch Churchill Aussichten auf einen Ministersessel hat. Parlamentar.sche Depllogenheiten verlangen es, daß auch Sir John Simon als Führer der wichtigen Gruppe der liberalen Rationalisten in- Kabinett ausgenommen wird. Rach den Mutmaßungen der Presse kommen als weitere Minister in Frage der frühere Marineminifter Amery; für die großen juristischen Poften im Kabinett der gegenwärtige Lordkanzler Lord Sankey und Lord H a i l s h a m. ferner Sir W. I o w i 1t, Sir Thomas Inskip und Sir Doyd M e r r i m a n. Lord Reading wird den Poften als Außenminister wahrscheinlich beibehalten. Eine andere Frage, die politische Kreise lebhaft beschäftigt, ist die der Führung der Oppo- s i t i o n s a r b e i t e r p a r t e i im Unter- ha u s. Diese Frage ist angesichts der Tatsache, daß die Lawine der für die Kandidaten der nationalen Regierung abgegebenen Stimmen alle führenden vormaligen Minister der Arbeit erpartei weggefegt hat, von besonderer Bedeutung. Man erwartet, daß Henderson bald eine Sitzung der Arbeiterpartei einberufen wird, um die Frage der Führung zu regeln .Daily Herold" meldet, daß Henderson auf derGenfer Abrüstungskonferenz den Vorsitz führen wird. DaS auf dem Kontinent verbreitete Gerücht, daß er wegen des Ergebnisse- der britischen Parlament-Wahlen wahrscheinlich seinen Posten als Vorsitzender der Abrüstungskonferenz niederlegen werde, nimmt keine Rücksicht darauf, daß Hendersons Ernennung persönlichen und nicht politischen Charakter trug. Hendersons Sohn hat erklärt, das Gerücht könne mit allem Rachdruck dementiert werden, ein Rücktritt seines Vaters sei niemals in Frage gekommen. Wie die amtlichen Statistiken beweisen, umfassen die Betriebskrankenkasien nicht die günstigsten Versicherungsrisiken, sie stehen vielmehr in dieser Hinsicht ungünstiger da, als namentlich die großen Ortskrankenkassen. Bei Übergang der Betriebskranken, kosten in die Ortskrankenkassen wären die Ortskrankenkassen genötigt, die Beiträge zu erhöhen und die Leistungen herabzufetzen. Niemand hätte Vorteil von solchem Vorgehen, alle aber hätten Schoden, vor allem diejenigen, die bei den Betriebs- krankenkassen versichert waren Gerade in der ge- genwärtigen Notzeit müssen die lebendigen Kräfte des Volkes in der Krankenversicherung wirksam sein; weitesten Kreisen muß eine unmittelbare Mit- Wirkung gewährleistet bleiben. Diese Mitwirkung wird um so geringer, je größer und bürokratischer der Verwaltungsapparat der Krankenkasse ist. — Alle diese Umstände erfordern es, daß die Krankenversicherung in ihrer dezentralen Organisation erhalten bleibt und die neben den Ortskrankenkassen bestehenden Sonderkosten in ihrem gegenwärtigen Bestände nicht beeinträchtigt werden. HitlerbeiGeneralv.Schleicher Meine nationalsozialistische Propaganda in der Reichswehr. Berlin, 29. Oft. (CRD.) Heber einen Besuch des Führers der Rationalsozialisten, Adolf Hitler, bei dem General v. Schleicher sind in der Presse Darstellungen verbreitet worden, die, wie vom Reichswehrministerium betont wird, wesentliche Unrichtigkeiten und Schiefheiten enthalten. Zunächst ist Hitler nicht nur einmal, sondern zweimal bei General v. Schleicher gewesen, und zwar einmal vor vier Wochen und dann vor etwa einer Woche. Diese Unterredungen waren ober nicht etwa geheim oder rein dienstlicher Ratur und erfolgten m i t Wissen des Reichswehrmini st ers und der übrigen zuständigen Stellen; außerdem ist auch der preußische Innenminister unterrichtet worden. Der Inhalt dieser beiden Unterredungen war die Frage, ob die Rationalsozialistische Partei seit dem Prozeß gegen die Himer Reichswehroffiziere noch Versuche zur politischen Beeinflussung von Reichswehrangehörigen unternommen habe. Da- Ergebnis war, daß sowohl von der politischen Leitung der Rationalsozialisten jede solche Beeinflussung grundsätzlich ab gelehnt worden ist und daß auch kein Einzelfall von Zersetzungsversuchen in der Reichswehr vorgekommen ist. Hitler betonte außerdem, er würde niemand in der Partei dulden, der sich illegale Handlungen zuschulden kommen ließe. Die Behauptungen über sonstigen politischen Inhalt der Unter» redung sind völlig aus der Luft gegriffen. Oie Neuregelung der Gemeindearbeiierlöhne. D e r li n, 29. Oft. (CRB.l Die Verhandlungen über die Reuregelung der Gemeindearbeiterlöhne find ergebnislos abgebrochen worden. Die Vertreter des Reichsverbandes kommunaler und anderer öffentlicher Arbeitgeberverbände Deutschlands blieben bei ihrer Forderung einer Lohnsenkung um 9 Prozent unter Hinweis auf die sich immer schwieriger gestaltende Wirtschasts- und F nanzlage der Gemeinden. Die GewerkschaltSvertreler erklärten demgegenüber eine Lohnkürzung in diesem Ausmaße für untragbar. Vereinbarungsgemäß wird nunmehr ein Schlichtungsverfahren unter dem Vorsitz des Stettiner Schlichters Regierungsdirektors Dr. Friedländer eingeleitet. Oie Lohnverhandlungen bei der Neichspost gescheitert. Berlin, 29. Oft. (LND.) Die Verhandlungen der Tarifparteien über ein neue- Lohnabkommen bei der Reichspost sind gescheitert. Die Reichspost hat auf ihrer Forderung beharrt, ab 1. Rovember die Arbeitslöhne allgemein u m 4,5 Prozent au kürzen. Don den Xarifgc- werkschaften ist die Forderung abgelehnt worden mit der Degründung. daß bereit- seit dem Frühjahr d. 3. Lohn- und ArbeitSzeitkürzungen Lohnverluste zwischen 19 und23Pro- z e n I verursacht habe DaS Personal könne weitere Kürzungen seines äußerst geringen Einkommen- nicht mehr tragen. Die Reich-post hat da- Schlichtungsverfahren beim ReichSarbeitsministe- rium beantragt. Schiedsspruch für die Arbeiter der ReichSverwaltungen. Derltn, 29. Olt. (WTB.) Im Lohnstreit der Arbeiter bei den Reichsverwaltungen (m i t Ausnahme der Reichspost, über die am Dienstag, dem 3. November vor dem Schlichter verhandelt werden soll), wurde dec Schiesspruch gefällt. Die Stundenlohnlätze (Tabellengrundlöhne) der unter den Tarif fallenden, über 24 Jahre alten männlichen Arbeiter werden gesenkt in Lohn- klasse Ul der Lohnstaffel 1 bis 5 um je 2 Pfennig, I sämtlicher Lohnstaffeln, 11 der Lohnstaffeln 1 bis 10 und III der Lohnstaffeln 6 bis 15 um je 3 Pf., im übrigen um 4 Pfennig. Die Lohnsätze der Arbeiter unter 24 Jahren und der weiblichen Arbeiter bestimmen sich nach dem üblichen Schlüssel. Die Neuregelung tritt am 1. November in Kraft und ist erstmalig kündbar zum 31. März 1932. Die Auswirkung des Schiedsspruch- ist die, daß unter Derücksichtigung der Ortslohnzulagen eine Senkung der einzelnen Lohnsätze um 2 bis 6 Pfennig eintritt. Die Gesamtlohnsenkung beträgt im Durchschnitt 4,5 Prozent. König Georg V. und der Kriegsausbruch. Mehr als ein Dokument aus den kritischen Iulitagen 1914 beweisen die aufrichtigen Bemühungen des deutschen Kaisers, den Frieden au erhalten und selbst der Willensschwäche Zar sand den Entschluß, den ihm mit Hilfe falscher Nachrichten abgerungenen Befehl zur allgemeinen Mobilmachung wenigstens 24 Stunden zu widerrufen. Hnwillkürlich erhebt sich die Frage, wie weit sich der König von England für die Sache des Frieden- eingesetzt hat. Das Wenige, was bisher über die Haltung des Königs im Juli 1914 bekannt geworden ist, läßt bei oberflächlicher Betrachtung vielleicht die Auffassung zu, daß Georg V. die Politik Greys unterstützt hat. Bei näherer Betrachtung zeigt sich aber, daß dies nicht richtig ist. Ausschluß hierüber gibt ein im Oktoberheft der „(Berit n e r Monatsheft e" (Quaderverlag, Berlin NW 6, Preis 1,50 Mk.) soeben erschienener Aufsatz von Professor Dr. R o l o f f. Roloss zeigt, daß König Georg von Grey keineswegs ausreichend unterrichtet worden ist. Dokumente, auS denen er die Politik Greys hätte erkennen können, sind ihm anscheinend vorenthalten worden. Nur auf diese Weise ist eS zu erklären, daß ihm die Nachricht von der russischen allgemeinen Mobilmachung so überraschend kam, daß er an ein „Mißverständnis" glaubte und durch sein Telegramm an den Zaren dieses „Mißverständnis" aufAullären hofft«. Bei dieser HnkenntniS der wirtlichen Vorgänge wird man daher auch die bekannten Worte des Königs zum Prinzen Heinrich, daß England alles tun werde, um neutral zu bleiben, al- feine aufrichtige Heberzeugung auffassen dürfen, wenn auch die Haltung GreyS während der IulikrisiS mit dieser Aeuherung nicht in Einklang zu bringen war. Kleine politische Nachrichten. Amtlich wird erklärt: In der hessischen Bevölkerung gingen in den letzten Tagen Gerüchte über die Einführung neuer Steuern um. Eine Verlautbarung über die letzte Äabi- nett-sihung stellt fest, daß beschlossen wurde, in Hessen weder eine staatliche Schlachtsteuer, noch eine Fahrrad- oder Nähmaschinensteuer einzuführen. Reichsfinanzminister Dietrich veranstaltet auS Anlaß seiner Mithilfe im Wahlkampf der hessischen Staatspartei am Montag, dem 9. November, nachmittag- in Fran kfurt a M. eine zwanglose Zusammenkunft für Vertreter von Handel und Gewerbe. Vertreter der Beamtenschaft und Presse auS Hessen und Frank urt a. M. Die Aussprache verlort den Zweck, dem Minister bei dieser Gelegenheit eine stärkere persönliche Fühlung» nähme mit der rhein-mainischen Bevölkerung zu ermöglichen. Die stillen Prolongationen der AuslandS- frebi te der Länder und Gemeinden sind bei den zuständigen Stellen besprochen toor» W'-'k: 9lwfÄ‘ b flUSflOn69 ',?> w »i- k * * teanfPrUI fctcnal. fr » w* »oh n », ft! HA , C‘V - auch d k •’S» aber tr|d wU bt Faris' mi * Ui) ta f» keine >. grauen auf M S*n. fobalb e» K mir in W kben, ftüüd) un sah ich |nm. Hin junge» 6lr trug einen | siyen mar. C-» war aus bl fejlid) einen Fleck ■, al» ob irgen! frir. weide M n dem Hütchen h ;ff IlfahT kJ. ''klbsliusricden, k, ^,-siLlchen un ^.lann-tun-m fcanfr.’ 3o ungtiäljr sah 1n Ni fjüften i t- Nutlidw Kus k.,lr wohl schon, • lh: Vendkleid an k^ken, baß Nr , den. Gewiße Puickie bedürfen noch einer ein- flehenden Klärung. Bekanntlich sind die Aus- andsfchulden der Länder und Gemeinden nicht in das Baseler Stillhalteabkommen einbezogen worden. Aus oder Welt. Da» Doppel-Jubiläum der „Frankfurter Zeitung^. Die aus Anlaß des 75jährigen Bestehens der .Frankfurter Zeitung" und des Iw.Geburtstags ihres Begründers Leopold Sonnemann veran- 1 ftaltete akademische Feier gestaltete sich zu einer ! eindrucksvollen Kundgebung für die Bedeutung | der Jubilarin wie der Presse überhaupt. Di« | Reihe der Reden eröffnete der Vorsitzende des Auflichtsrates der Frankfurter Soeietäts-Drucke- 1 rei. Oberpräfident a. D. Dr. Schwände r, der besonder- des verstorbenen Friedrich Payer ge- > dachte, der ein Menschenalter hindurch um Geist ’ und Leben des Blattes, um seinen Dienst am Gemeinwohl unermüdlich bemüht gewesen sei. | Die Glückwünsche der preußischen StaatSregierung überbrachte Handelsminister 'Dr. S ch r c i b e r. Der Minister gab der Hcdcrzcugung Ausdruck, daß die .Frankfurter Zeitung" getreu ihrer großen Tradition, auch in Zukunft in den vordersten Reihen derer stehen werde, die sich der großen Erziehungsausgabe am Volke mit vollem Ernst bingeben. Staatspräiident Dr. Adelun ggratu» lierte für die hessisch« Regierung Die Wünsch« der Reichsregierung und des Reichskanzlers überbrachte der Pressechef der Reichsregierung, Ministerialdirektor Dr. Z c ch l i n. Wettere Glückwunschansprachen hielten u. a. Oberbürgermeister DrLandmann, der Präsident der Handelskammer Otto Hauck, der Rektor der Hnioexlität Professor Dr. Madelung, ber stellvertretend« Vorsitzende deS Vereins Deutscher Zeitungsver- leger Professor Julius Ferdinand W o l s f. das Vorstandsmitglied des ReichSverbandes der Deutschen Presse Redakteur Mar Horndasch unb der Dichter Rudolf Dinding. Die Reihe der Redner schloß Dr. Heinrich Simon mit einem LebenSabriß seines Großvaters Leopold Sonnemann. Schadenerfah für 3cilung»oetbole. Das Landgericht Dresden hat eine Schadenersatzklage der nationalsozialistischen Tageszeitung „D c r Freiheitskampf" gegen den sächsischen Staat für begründet erklärt und da» Land Sachfen zu 2 5 0 0 0 Mark Schadenersatz verurteilt. Die Urteilsbegründung hebt hervor, daß do» Verbot des Dresdener Polizeipräsidiums, da» f ü r vier Wochen gelten sollte, unbegründet war, weil eine Aufforderung zu Gewalttätigkeiten nicht vor lag. Der Polizeipräsident habe s e i n «i Sorgfaltspslicht fahrlässig verletzt. „Das Verbot einer Zeitung", so sagt das Urteil, „ist eine sowohl politisch wie wirtschaftlich derart ein- schneidende Maßnahme, daß den für das Verbot verantwortlichen Beamten eine ganz besondere Sorgfaltspflicht bei Prüfung der Voraussetzungen eines solchen Verbotes trifft." — Die Berliner nationalsozialistische Tageszeitung „Der Angriff" war am 4. Februar d. I. wegen eine» am 3. Februar erschienenen Artikel» vom Berliner Polizeipräsidenten aus die Dauer von 14 lagen verboten worden. Die Beschwerde des Verlages ging erst am 11 Februar vom Polizei- Präsidium an das Preußische Ministerium de» Innern und von da au» erst am 2 0. Februar, also vier Tage nach Ablauf der Ver- botsdouer, an das Reichsgericht Dao Reichsgericht hob am 23. Februar das Verbot a I» unbegründet auf. Darauf verklagte der Verlag den Preußischen Fiskus auf Schadenersatz ,Do- Landgericht I Hot dieser Klage stattgegeben und die beklagten Instanzen zur Vergütung der Schadenersatzansprüche verurteilt. Der Lübecker Tubcrkulosc-prazcß. 3m Tuberkulose-Prozeß erklärte der Präsident des Reichsgefundheitsarntes. Dr. Hamel Die am 27. März 1927 vom Reichsgesundhettsral beschlossenen Empfehlungen hätten den Versuche«, das Calmette-Vcrfahren in Deutschland in größerem Umfange einzuführen, einen Riegel vorschieben wollen. Di« Niederschrift dieser Sitzung fei an die Länder übersandt worden. Der Gesundheitsrat habe seine Stellungnahme zum 2CG. später nicht geändert. 'Als ich in Paris die Nachricht von den Lübecker Vorgängen erhielt, war ich über das eingetreten« Unglück und darüber, was mir als Ausweitung des Lübecker Unglücks vor Augen stand, geradezu erschlagen. Ich war ferner dadurch u n - angeneym überrascht, daß man in Lübeck das Verfahren empfohlen hatte, trotzdem der ReichsgesundheitSrat davon abriet und ohne daß eine Verständigung mit dem Reichsgesundheitsamt oder dem Reichsinnenministerium erfolgt war, und daß man sich Über die in der Stellungnahme des ReichSgefundheits- rats ausgesprochenen Sverre ohne vorherige Verständigung hinwegsetzte. Der Präsident wurde alsdann über seine angebliche Aeuherung: ..Die Dahn für die Einführung des Ealmette- Dersahrens in Deutschland ist jetzt frei", vernommen. Diese Aeuherung will der Angeklagte Dr Altftaedt von Dr. Bielefeld-Lübeck mitgeteilt bekommen haben, und diese Aeuherung bat Altftaedt — nach dessen Aussage — bewogen, das Calmette-Verfahren in Lübeck einzuführen. ohne sich noch einmal an das Reichs- gesundheitSamt au wenden. Dr. Hamel erklärte es für ausgeschlossen, dah er sich so geäußert habe Schwere» Autounglück. Dei Troppau stieß bei dichtem Nebel aus der Straße nach Komorau ein Automobil m i t einem Personenzug zusammen. Di« fünf Insassen des Kraftwagens wurden sämtlich schwer verletzt. Vier von ihnen sind nachts im Krankenhaus gestorben; auch der fünfte dürfte kaum mit dem Leben davonkommen. Lin vierjährige» Kind zu lobe mißhandelt. In Hamburg ist der 24jährige Schiifsheizer B. festgenommen worden. Er wird beschuldig!, fein 4jäbriges Kind zu Tode mißhandelt zu baden. B. ist seit zwei Jahren verheiratet und feil feinen 4jährigen vorehelichen Sohn Harry schon seit längerer Zeit schwer mißhandelt haben. 2m Mittwoch erschien da- Ehepaar bei einem Polizeiarzt, um sich einen Totenschein für daS am Sonntag gestorbene Kind ausbändigen zu lassen. Der Arzt stellte fest, dah Kopf und Körper des Knaben Zeichen schwerer Mißhandlungen aufwiesen. Nach den bisherigen Feststellungen ist der Kleine am Sonntag von seinem Vater in unmenschlicher Weise mit einem Leibriemen geschlagen worden. Der Tod ist wahrscheinlich infolge der dabei erhalt-neu Verletzungen eingetreten. y bei bassem ** :*eekfi r* Ui.üi । IfiiiisM 1? 1Q8I 8” 5«( flul 2i tvx Wo <11. &W 10^*5014 LL^'L l=k I? 6«"n. M LrZs -d-ich 7 inbur* .^et-9t» '.einen u^ung AusdÄ kLi6t« S ■Itiws tX^ss Kanzlers über. bAerung, Dj. K ere Gluck, ^rrburgermeistet S ''eiivem^ W« deitungiDfr, °nd Dvlsf^ Landes der D^. ^vrndalch urL L Die Reche dn vlmon mit einem 8 Leopold Sonne. ngsoetbotc. fine Cchadenerjag. ^Reifung „Der fn jach^chen Staat bos Land Sachsen nersatz verur. fbt hervor, daß bas rösidiums, bas für unbegrünbet lu ®emalttäfig(eiten ösident habe seine össig verletzt, fallt bas Urteil, „ist choitlich derart einen für bas Verbot e ganz befon- bei Prüfung dn Verbotes trifft.' - tische Tageszeitung Februar d. 3. megen n Artikels vom $et- 1 Tauer von 14 la- Vefchioerde des Skr- r u a r Dom Polmi- Ministerium des > m 20. (Februar, lauf ber Sßtv chsgerichi. Bos n das Verbot als verklagte der Der- f Schadenersatz. .Das frattgegeben unb dir gütung ber Ech- ilase-PcoA klärte der Präsident Ir. Hamel: Di hLgesundheitsrat bitten den Versuch- Deutschland in go einen Tiegt' Iiedcrschiist dies« ichersandt vorbei eine Etellungnah« rändert. W« den Lübecker Bl' xt das eingetretene als Llsveitu'ig w»*?* ner dadurch un «SS liSs-s ,iehuSäctunl '°°^Äebel°!j SxL iI,x »Ajifijthf das am KW > seitrbanb. Oft Ist uns der SMm Zm StUroanen Walltoritrane 28 Morgen, Samstag, b. 31. Oktober 1931 DamemHemdhosen ^«.7'7.75 Bedeutende loiticrnfrctc Sveiseölsobrik uebt tudmpen, bet der Grofebondels- kundsdiaft emgesübrtcn Vertreter für den Platz Otiefeen und Umgebung K onkurren,- Vertreter ausgesrt,lassen, ^rtnittl. Angebote unter Äutgobe von Referenten und des bearbeiteten Be iirto unter twiV o. d. Geichst. d. Giefe ;’l Rentabl.berrfchaftl. Etagenhaus 3 >3Zimm.,Küche, Badez., Winterg., Beronda, fliehend. Wasser u. grober Gonen, evtl, fotort beziebb., sehr günstig a. 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Im Namen aller Hinterbliebenen: Emilie Konrad Fritz Konrad und Frau Hrch Konrad Karl Konrad und Frau. Gießen (Neustadt 57). den 30 Oktober 1931. Die Beerdigung findet Montag, den 2 November, nachmittags 2 Uhr aut dem Neuen Friedhof statt 7,75d wird am 5. November, 11 llhr vormittags, in einer großen Versammlung in Friedberg im Trapp'schen Saale sprechen tVahl ober tVablenthaltuna? Besonders preiswert I SCHLUPFHOSEN SuHrdaarocr unbefoiml und In bieftn.Vdlltn Mn» nen wir niditd tun für d Dlkdrrrrlanqung der 2'twtrbunqa unterlagen Gießener Anzeiger Fußboden" PMchenleger gesucht. Schr. Ang. u. 06316 a.d.Gfe.A. Verkäufe | »Fabrikneuer BMW-Wagen weit unter Preis, ferner ein Lieferwagen sowie ein 06330 500 ccm D-Hnd zu verkaufen. 0. Fakir, Fahrzeuge Gießen, Htthlslr. 12. Die Beerdigung findet Samstag, den 31. Oktober 1931, vormittags 11'/, Uhr. aut dem Neuen Friedhof statt. 06340 Zigarren/Zigaretten Tabake In großer Auwwahl Wlcdervcrkhufer Fabrikpreise! K.Scheuerlein. 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"Us der anderen r> nicht etwa durch imungen in dem >tung befreien, das Nigen Lerlehrs, e°or es endgültig on besonderer Le- ^9 der genannten rt eine Cchodenr- 5 Besuchern de» I andere Personen, Haus betreten, ein Seiten. >ch von dem De« ton in glücklichen die großen Dorrt den Dinier mit sich hierin vieles fchreilet durch das wird die Parole man allenthalben und für alle De- rlachheit empfiehlt, igen Ausgaben, so zen, nur muß man ogen zu über« 'Mmcn in ihrer baä Gegenteil baß fine Menge a, ia sogar ihre von ihrem Pro« uh man sich doch ii gerade das Te« entlld) bezweckt ist. Veielligkeit, deren itlleien Stabt nlji r Ausfall der >n eine schwere melt der Sastwrrte. n Dan denle nur indHachleHl borgen sehr Punkt« hien, erwartete ihn . Nah des Pulvers Das Tespräch W klebte es Ick g das Interesse des SÄÄ S- ns eben - denJjofft, » dauern v t 'M n d'k 2doptiv>°^ rW*M‘ KrL-. S’ÄÄ'S' an das Heer der Angestellten, der Handwerks- leute, Schneiderinnen, Friseure, Musiker, für die die paar Wintermonate buchstäblich die Ernte für daS ganze Iahr darstellen. Es empfiehlt sich, hier einmal nachzuspüren, und man wird bald finden, daß der Schaden aus einem anderen Gebiet liegt. Vielfach sind solche Festlichkeiten dadurch etwas in Mißkredit gekommen, daß dabei ein übertriebener Luxus in Kleidung und Verköstigung getrieben wurde, zwei Faktoren, die mit einer freudigen, behaglichen Festesstimmung sehr wenig zu tun haben. Leider gibt es heutigentags genug Existenzen, für die eine Feier ohne Betrieb, Negermusik und Albernheiten nicht dankbar ist, so daß viele Vereine, in dem Bestreben, ihren Mitgliedern und Gasten etwas zu bieten, auf allerhand Ausflüchte kamen und durch Heranziehen auswärtiger „Attraktionen", sowie kostspielige Saaldekorationen ihre .Kassen unnötig belasteten. Bei einigem guten Willen müssen sich in jedem Verein einige Talentierte finden, die sich nicht lange bitten lassen und zur Unterhaltung beitragen; Aufgabe der übrigen wird es dann sein, solche Darbietungen dankbar hinzunehmen und nicht durch giftige Redensarten Kritik zu üben. Was die Verköstigung anbelangt, so gebietet ja die Geldverknappung ohne weiteres eine maßvolle Einschränkung, auch dürfte eine wesentlich frühere Polizeistunde sehr zu empfehlen sein. Auch das für die Damen heikelste Thema der Toilettefrage läßt sich bei einigem guten Willen gewiß auch in bejahendem Sinne erledigen, zumal viele Geschöpschen in einem einfachen niedlichen Kleide oft viel entzückender und anmutiger aussehen, als wenn sie sich mit allermöglichem aufgestecktem Tand und Firlefanz ihre Nachbarin zu übertrumpfen suchen. Gewiß, man muß der Schwere der Zeit Rechnung tragen. Aber eine radikale Absage der Winterfestlichkeiten wird absolut nicht die gewünschte Lösung bringen. Es mutz vielmehr ein Weg gefunden werden, die kleinen Feierlichkeiten in einem bescheideneren Rahmen zu erhalten, der auf der einen Seite der Geschäftswelt zugute kommt und auf der anderen Seite in Stimmung über die Winter- monate hinweghilft. Georg Weller. Ermäßigte Eisenbahnfahrpreise für auswärtige Theaterbesucher. Aus dem 'Bureau des Gietzener Stadt- t h e a t e r s wird uns geschrieben: Es ist den Bemühungen der Intendanz des Gietzener Stadttheaters und des Deutschen Bühnenvereins gelungen, für die Inhaber von Abonnements- und auch von Tageskarten des Stadttheaters die verbilligte Sonntagsfahrkarte auf allen Strecken (also auch Wetzlar—Gießen) auch für die Mittwoch Vorstellung durchzusehen. Die auswärtigen Theaterbesucher haben am Schalter ihre Theaterkarte zur Abstempelung vorzuzeigen und erhalten daraufhin eine Sonntagsfahrkarte. Bei der Rückfahrt ist dann an der Sperre wiederum die Abonnements- bzw. Tageskarte vorzulegen — also: Theaterkarten am Mittwoch für die Rückfahrt auf heben! Für d'e Theaterbesucher, die erst Mittwochabende .i Gießen eine Eintrittskarte sich besorgen können, schweben noch Verhandlungen mit der Reichsbahndirektion, die im Laufe des Ro- vember zur Entscheidung kommen. Das Publikum sieht das Interesse des Theaters, nun lasse es sein Interesse auch dem Theater zukommen. De Karioffelakiion der Gießener Winternothilfe. In Ergänzung unseres gestrigen Berichts über die Kartoffelversorgung unserer hilfsbedürftigen Mitbürger durch die Winternothilfe ist heute noch mitzuteilen, daß bisher rund 1500 Zenter Kartoffeln durch Ankauf und Schenkungen für die Versorgung beschafft wurden. Rund 500 Zentner wurden bereits verausgabt, die weiteren Mengen rollen jetzt ständig an. Um die Beschaffung dieser Kartoffelmenge haben sich Herr Kaufmann und Stadtratsmitglied Leopold Mayer und Herr Handwerkskammersyndikus Röhr, die beide in uneigennütziger und mühevoller Tätigkeit den Ankauf in der Wetterau besorgten, in hohem Matze verdient gemacht. In der gleichen anerkennenswerten Weise ist der I u n g d e u t s ch e Orden durch zahlreiche Mitglieder, an deren Spitze stuck, theol. Seib, Holzheim, bei diesem Hilfswerk tätig gewesen. Die Iungdoleute haben sich um die Sammlung der Kartoffelschenkungen und bei dem Ausladen und Transport der mit den Reichswehrfuhrwerken herangeholten Kartoffeln eifrig und in dankenswerter Weise um das Gelingen der Aufgabe bemüht. Auf die Bemühungen der überaus tatfrohen Vertreter des Iung- veutfchen Ordens ist ein großer Teil der Schenkungen zurückzuführen; u. a. find aus der für gemeinnützige Hilfswerke stets sehr bereitwilligen Gemeinde Holzheim allein 60 Zentner Kartoffeln geschenkt worden. Beim Transport der Schenkungen hat sich ferner die Technische Rothilfe eifrig und anerkennenswert mit betätigt. Von den übrigen Schenkungen, für deren Gesamtheit den gütigen Spendern alle Anerkennung und herzlicher Dank gebührt, sind die gestern bereits mitgeteilten Stiftungen aus Obbornhoi- f e n und Birklar von den dortigen Hofgü - lern gegeben worden. Reben den Kartoffeln wurden von dem hilfsbereiten Landvolk auch ansehnliche Mengen Gemüse und Obst geschenkweise überlassen. Zur Finanzierung des Winter- -ilsswerks hat der Oberhessische Automobilklub e. B. in dankenswerter Weise 500 Mk. zur Verfügung gestellt, für das gleiche Werk wurden von der Molcerei Grieb 50 Mk., außerdem für das Wohlfahrtsamt noch weitere 50 Mk. gefpei.jet und mit herzlichem Dank angenommen. Zur Beschaffung von weiteren Geldmitteln sind der Winternothilfe eine Anzahl Wohltätigkeitsveranstaltungen zugesagt Horben. * ** Sitzung des P r o o i n z i a l a u s s ch u s - je s. Am nächsten Samstag, 31. Oktober, 8.30 Uhr beginnend, findet im Sitzungssaal des Regierungs- xebäudes zu Gießen, Landgraf-Philipp-Platz 3, eine öffentliche Sitzung des Prooinzialausschusses der Ärovinz Obernessen statt mit folgender Tagesordnung: 1. Beschwerde des Wilhelm Hofmann V. in Steinheim gegen den Beschluß des Kreisamts Gießen unn 2. Mai 1931 wegen Verhängung einer Ord- mngsstrafe infolge Fehlens in der Jnnungsoersamm. Inna der Schuhmacher-Zwangsinnung Gießen; 2 Aufnahme des Karl Wilhelm Kinkel aus Frankfurt a. M. in die Landes-Heil, und Pflegeanstalt Gießen; hier: Ansinnen des Kreisdirektors des Krei- l<8 Gießen an die Stadt Gießen auf Uebernahme der Derpflegungskosten; 3. Klage des Bezirksfürsorße- verbandes Hamburg-Stadt gegen den Bezirksfur- forgeverband des Kreises Friedberg auf Erstattung der für den Geisteskranken Richard Ott aus Butzbach entstandenen Kosten; 4. Klage des Ernst Jung in Gießen gegen die Stadt Gießen wegen Heranziewing zu den Kosten für die Gossenpflasterung in der Mar- bürget Straße; 5. Klage des Bezirksfürforgeverban- des der Stadt Gießen gegen den Bezirksfürsorge- verband des Kreises Schotten auf Erstattung von Fürsorgeaufwendungen für August Schneider aus Beckingen. * Eröffnungsfeier der Volkshochschule. Morgen, Samstag, findet die Eröffnungsfeier des Winterhalbjahrs der Volkshochschule im Großen Hörsaal der Universität, 20 Uhr, statt. Cs ist anzunehmen, so schreibt man uns, daß der Vortrag über Wilhelm Raabe von Oberstudiendirektor Dr. Baur weitgehendstes Interesse finden wird. Dasselbe darf wohl auch von den musikalischen Darbietungen gelten. Das Kam- merorchester der Volkshochschule bringt unter Leitung von Musiklehrer Franz Bauer jr. eine Suite von Ioh. Seb. Bach für drei Flöten, Streichorchester und Cembalo und ein Konzert von D'Al Abacco für Streichorchester und Cembalo. Beide Stücke stammen aus der Zeit um 1700. Diese Veranstaltung macht zugleich die späteren Kursbesucher mit einem Teil der Volks- hochschularbeit bekannt. Im übrigen dürfte der Abend auch Fernstehenden einen kleinen Einblick in die Volkshochschularbeit gewähren. Das eigentliche Arbeitsgebiet liegt natürlich in den Kursen, die in der nächsten Woche ihren Anfang nehmen. Siehe heutige Anzeige. ** Die Musikabteilung des „W ander- vogel Höhenflug Gießen" errang, wie uns berichtet wird, am vergangenen Sonntag bei dem Mandolinenwettstreit des „Mandolinenkranz" in Dieburg, anläßlich der Reichswerbewoche des „Mandolinen- und Gitarrenbundes" in der Sonderklasse unter starker Konkurrenz den ersten und Ehren-Preis. Die Preise werden im Laufe der nächsten Woche bei der Firma Gg. Alb old, Kirchenplatz, ausgestellt. •* Gietzener Lehrerinnen-Verein. In diesen Tagen hielt, wie man uns berichtet, der Gießener Lehrerinnen-Verein zusammen mit dem Allgemeinen Deutschen Frauenvere'.n (Staats- bürgetinnenverband) eine Versammlung ab, in der Frau (Seminarleiterin Schmidt über ba£ Thema ,. Frauenoberschulen und Höhere Fachschulen, ein höherer Schultyp für ausgesprochene weibliche Veranlagung als Vorbereitung für weibliche Berufe“ sprach. Die Rednerin referierte über zwei Schularten, die bereits in Preußen in mehreren Städten Eingang gefunden haben. Sie sollen eine erweiterte Bildungsmöglichkeit für die Mädchen fein, die nicht durch das Abitur zum Universitätsstudium gehen wollen, sondern sich einem hauswirtschaftlich-pflegerischen oder technisch-künstlerischen höheren Beruf auf Grund ihrer Veranlagung zuwenden möchten. Die Absolvierung dieser Schulen führt zu einer Reifeprüfung mit der Berechtigung zum Besuch des Berufspädagogischen Instituts und der Akademien, die die Ausbildung vermitteln für das Lehramt der Musik, des Zeichnens, des Sportes und der Leibesübung. Auch gibt es die wissenschaftliche Vorbildung für die Bibliothekarin, die technische Assistentin, die Sozialbeamtin und ähnliche Berufe. Den Schülerinnen, die nicht In einen Beruf im öffentlichen Leben übergehen wollen, vermittelt diese Schule durch ihre praktisch wirtschaftliche Einstellung die Kenntnisse und Fertigkeiten, die sie in ihrem Frauenberuf heute so nötig gebrauchen. Zur weiteren Vertiefung des ganzen Problems soll im Laufe des Winters noch ein zweiter Vortrag folgen, den eine Lehrerin einer derartigen Schule halten soll. ** Der kommende Musterkoffertarif. Wie uns vom Verbände reifender Kaufleute Deutschlands mitgeteilt wird, hat die Ständige Tariskom- Mission in einer in Würzburg stattgefundenen Sitzung endlich beschlossen, einen besonderen Musterkoffertarif und zwar mit einer Ermäßigung von durchschnittlich 33z v. H. aufzustellen. Der bereits Jahre währende Kampf der Wirtschaft um diese Vergünstigung für den kaufmännischen Berufsreiseverkehr ist damit ein gutes Stück vorwärts gekommen. Die endgültige Entscheidung über die Einführung liegt nunmehr bei der Deutschen Reichsbahn- gescllschaft-Hauptverwaltung und beim Reichsverkehrsminister. ** Krankenhilfsdienst fürBeifenbe. Bei der Tätigkeit des Reisenden, die ihn wochen- und monatelang von seinem Wohnort fernhält, kommt es öfter vor, daß der Reisende unterwegs erkrankt. Wenn es sich dabei nur um vorübergehende Unpäßlichkeit handelt, die mit Erwerbsunfähigkeit nicht verbunden sind, ist keine besondere Hilfe erforderlich. Anders ist es, wenn Reisende unterwegs bettlägerig erkranken. In solchen Fällen sind sie auf die Beratung und Betreuung von Kollegen angewiesen, weil sich das Hotelpersonal um den Kranken kaum kümmern kann. Ab und zu kommt es auch vor, daß die Benachrichtigung von Angehörigen notwendig ist. Um solchen Erkrankten die Lage zu erleichtern und ihnen das Gefühl des Verlassenseins zu nehmen, ist der GDA-Krankenhilfsdienst eingerichtet worden. Er besteht fast an allen Orten, an denen Verwaltungs- oder Zahlstellen der GDA-Kasse vorhanden sind. Bereitwillig haben sich Mitarbeiter überall diesem kollegialen Hilfswerk zur Verfügung gestellt. Kirchliche Ausrichten. Evangelische Gemeinden. Samstag, den 31. Oktober. Reformationsfeier. Sladtkirche. 9 Uhr: Pfarrer Becker. — Johannes- kirche. 9: Pfarrer Bechtolsheimer. — Kirchberg. 10: Kollekte. — Wiefeck. 10: Jugendgottesdienst (Chorschule) — auch für die übrige Gemeinde — Kollekte für Voitsberg (Steiermark). — Hausen-Garbenteich. Jugendgottesdienst: 9: Hausen; 10.15: Garbenteich. — Cid). 9.30: Stistsdechant Kahn, Posaunenchor, Kirchengesangverein, Kollekte; 10.45: Kindergottesdienst. i Schluß des redaktionellen Teils.)__________ Der Umbau im Schuhhaus Bottina ist vollendet. Die bisherigen Verkaufsräume sind um ein vielfaches vergrößert. Infolge der anerkannten Leistungsfähigkeit der Firma ist der Kundenkreis täglich größer geworden. Es war daher weder für die Käufer noch für die Warenmengen genügend Platz vorhanden. Das umgebaute Lokal ist groß, hell und bequem, die Warenläger übersichtlich angeordnet. Anläßlich der Eröffnung bringt die Firma Bottina außergewöhnliche (Angebote, die aus der in vorliegender Rümmer erscheinenden Anzeige nur zum Teil ersichtlich sind. Es ist emf> feylenswert, die wirklich interessanten Ausstellungen in den sieben Schaufenstern zu besichtigen. Eine nennenswerte Reuerung bildet der im Lokal aufgestellte Röntgenapparat (Pedoskop), mittels dessen jeder Käufer selbst untersuchen kann, ob und wie der Schuh patzt. Dieser Apparat ist ein wichtiges Hilfsmittel beim Einkauf von Kinderschuhen. 7296 D ■ N ■ y Es ist eine wissenschaftlich feststehende Tatsache, daß Feuchtigkeit den Tabakrauch filtriert und ihm Reizstoffe entzieht. Machen Sie folgenden einfachen Versuch: Feuchten Sie das Mundende einer Atikah ganz leicht zwischen den Lippen an, und rauchen Sie sie bis etwas über die Hälfte. Dann schneiden Sie das Mund ende durch und prüfen Sie es unter einer scharfen Lupe. Sie werden sehen, daß die Feuchtigkeit durchgedrungen ist, obgleich das Papier sich weder aufgelöst hat noch schlüpfrig geworden ist - wie das bei einem Mundstück oft der Fall ist. Es ist gesünder ohne Mundstück zu rauchen Am Feuchtigkeitsrande schimmert der Tabak merklich dunkler durch ab in der übrigen Cigarette. Das ist die Stelle, an der sich die Stoffe im Rauch festgesetzt haben, die den Hab reizen und durch ihren scharfen, bitteren Geschmack das feine Aroma des Tabaks beeinträchtigen. Deshalb ist eine Cigarette ohne Mundstück nicht nur gesünder und bekömmlicher ab eine Cigarette mit Mundstück, sondern sie schmeckt auch besser. Ganz abgesehen davon, gibt das Mundstück schon an und für sich einen unangenehmen Beigeschmack. Diese Darstellung zeigt deutlich die filtrierende Wirkung derFeuchtigkeit im Mundende einer A tikah ohne M undstück. Der Tabak ist dunkler geworden als bei der Mundstück-Cigarette, bei der das Mundstück das Eindringen der Feuchtigkeit verhindert. ML ATIKA AUSLESE-CIGARETTEN Selbstverständlich OHNE MUNDSTÜCK Sport-Jacke, mit Pelz imitiert Futter, sehr warm, eleganter Schnitt...................48.-, ■ Loden-Mantel bayr. 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Die „übrig" gebliebenen 110 000 Reichsmark. Oberheffen. Landkreis Gietzcn. 00 Klein-Linden, 27. Oktober. Im blumengeschmückten Kirchlein feierte am Sonntag die evangelische Kirchengemeinde ihr diesjähriges Kirch- w e i h f e st. Das Fest ist bis auf den heutigen Tag ein rein kirchliches geblieben und wird zur Erinnerung an den Tag der Einweihung der im Jahre 1866 erbauten Kirche gefeiert. Das Fest wurde, wie üblich, mit Posaunenspiel vor der Kirche am frühen Sonntag eröff^t. Der Posaunenchor leitete auch den Fest^o^tesdienst ein und begleitete mit dem Orgelspiel die Gemeindegesänge. Pfarrer Bremmer hielt die Festpredigt. Am Nachmittag gingen, alter Sitte gemäß, die Aeltesten des Dorfes zum Abendmahl. $ Alten-Bufeck, 28. Okt. Am Sonntag wurde im vollbesetzten Gotteshause das Erntedankfest gefeiert. Eingeleitet wurde die Feier durch ein Lied des hiesigen Gemischten Chores. Der Ortspfarrer betonte in seiner Predigt, daß man bei dem reichen Erntesegen auch der Notleidenden gedenken solle. Die Konfirmanden legten am Altar unter sinnvollen Sprüchen Früchte des Feldes nieder und verschönten die Feier durch ein Lied. Der Ertrag der Kollekte soll für den Erweiterungsbau der Kleinkinderschule Verwendung finden. -j- Großen-Buseck, 29.Oktober. Die reiche O b st e r nt e, die in unserer Gemeinde in diesem Herbst unter Dach zu bringen war, harrt noch zum großen Teil der Verwertung. 3n vielen Familien wurden die Aepfel zur Herstellung von Apfelwein verwendet. Auch die Apfelweinkeltereien haben reichliche Apfelweinvorräte eingekeltert. Von Händlern werden gegenwärtig wieder größere Mengen Obst in die Dahn verladen. Die Preise sind so niedrig, daß sich viele Leute noch nicht entschließen können, ihr Obst abzusehen. Es werden für gebrochene Aepfel geringerer Qualität 2,50 bis 3 Mk. pro Zentner bezahlt. Rur bessere Sorten, wie Boskoop und Goldparmänen, werden mit über 3 Mk. bewertet. Auch aus dem benachbarten Rödgen werden größere Mengen Obst den Händlern am hiesigen Bahnhof zugeführt. d. Hungen, 29. Okt. Die Lichtbild st eile des Kreises Gießen veranstaltete heute im Saale des „Darmstädter Hofes" eine Kinovorfüh- rung für die Schüler der Schulen von Hungen und der umliegenden Gemeinden. Der reizende Film „Mit dem Silberkondor über Feuerland" führte die Kinder in das Wunderland Südamerikas und bot ihnen einen Blick in die unwirtlichen Landschaften, Fjorde Und Gletschergebiete jener Gegend, zeigte ihnen die dortige Tierwelt und das Leben und Treiben der noch in geringer Zahl vorhandenen Ureinwohner des noch fast unbekannten Landes. Naturaufnahmen von unbeschreiblicher Schönheit erschienen in reicher Abwechselung auf der Leinwand und erregten gespannte Aufmerksamkeit bei allen Zuschauern. Lehrer Reinheimer, Großen-Linden, in dessen Händen die Vorführung ruhte, trug durch klare Erläuterungen zum Verständnis des Films bei. Der Film hat hohen Wert und kann auch Erwachsenen zum Besuche empfohlen werden. s. Aus der nördlichen Wetterau, 28. Okt. Llnsere Landwirte sind zur Zeit stark mit dem Ernten und Verfrachten der Zuckerrüben beschäftigt. Die Aktienzuckerfabrik „Wetterau" in Friedberg hat den Versand in der Weise organisiert, daß an vorgeschriebenen sog. Abnahmestellen, wie Berstadt, Echzell und Wölfersheim, die einzelnen Ortschaften ihre Rüben wagenweise direkt vom Acker aus an festgesetzten Wochentagen anfahren können. Daneben ist es aber auch zulässig, daß größere Landwirte ihre gesamte Rübenernte in einem besonderen Waggon an jeder beliebigen Station verladen, in welchem Falle die Fabrik ebenfalls die Frachtkosten trägt. Die Ortschaften der näheren Umgebung Friedbergs fahren die Zuckerrüben per Achse in die Fabrik und erhalten in diesem Falle als Fährlohn die Frachtkosten vergütet. Durch genaue Einteilung wird einer Lieberfüllung des Betriebs vorgebeugt. Die in sonstigen Jahren wegen der Rässe oft sehr beschwerliche Zuckerrübenernte geht Heuer glatt vonstatten. Infolge der bisherigen Trockenheit sind auch die prozentualen Gewichtsabzüge für anhaftende Ackererde wesentlich niedriger. Sie bewegen sich in diesem Herbst im allgemeinen zwischen 6 und 10 Prozent, während sie in manchen Jahren 10 bis 13 Prozent und darüber betrugen. In neuerer Zeit geht man vielfach dazu über, die Rüben aus- zuzackern, nachdem man mit einem neuen Gerät die Blätter an den stehenden Pflanzen abgestohen hat. Bei Rücklieferung von 40 Prozent Grün- schnihel werden am Rübenpreis 24 Pf. per Doppelzentner gekürzt. Bei Rücklieferung von 4 Prozent Trockenschniyel werden außerdem geringe Trockenkosten in Abzug gebracht. Wer trotz der Kontingentierung mehr Rüben anliefert, erhält dafür vergällten Zucker oder getrocknete Rüben zurück. Kreis Friedberg. * Butzbach, 29. Okt. Der hiesige Kaufmann Gg. Dinkel gab in einer Sitzung der Butzbacher Winterhilfe bekannt, daß er die Summe von 3 0 0 0 M k. der Winterhilfe Butzbach zur Verfügung stelle. Der Betrag ist die Entschädigungssumme, die dem Stifter für den tödlichen Unfall seines Sohnes zugeführt wurde. Kreis Schotten. i Groß-Eichen, 27. Okt. Am Sonntag wurde in unserem Kirchspiel das Crntedank- f e st durch gutbesuchte Gottesdienste in Groß- und Klein-Eichen gefeiert. In beiden Kirchen war der Altar von den Konfirmanden mit Feld- und Gartenfrüchten aller Art geschmückt. In Groß- Eichen wirkte der Männergesangverein in dankenswerter Weise mit. Pfarrer König hielt die Predigt. Die Kollekten für das Elisabethenstift WER. Frankfurt a. M., 29. Okt. In der Donnerstag-Verhandlung im Favag-Pro- zeh wurden zunächst drei Zeugen zu der Angelegenheit Berlin-Frankfurter Versicherungsgesellschaft vernommen. Bekanntlich hatte die Favag zur Abwicklung der Llebernahme des Dersiche- rungsbestandes der Berlin-Frankfurter Versicherung dem Dersicherungsdirektor Esser einen Betrag von 40 000 Mark zur Verfügung gestellt und dann nochmals 110 000 Mark für diesen Zweck reserviert. Diese 110 000 Mark wurden nicht benötigt und Direktor M ä d j e brachte sie persönlich nach Frankfurt zurück, wo die Summe unter den Favag-Direkloren verteilt. wurde. Der als Zeuge vernommene Dersicherungsdirektor Esser erklärte, daß, als die Aufteilung der von der Favag als „übrig" gebliebenen Summe von 110 000 Mark erfolgte, keineswegs zu übersehen gewesen sei, daß das Geschäft als solches gewinnbringend verlaufen war, so daß man damals auch keinen Betrag als überflüssig geworden hätte verteilen können. Auch der Versicherungsdirektor Schnell gab der Lieberzeugung Ausdruck, daß die Verteilung nicht hätte vorgenommen werden dürfen, da der Geschäftsverlauf damals noch nicht so sicher war, um die Verteilung zu rechtfertigen. Direktor G o e t j e s (Berlin), der Auf- in Darmstadt und den hessischen Diakonieverein ergaben ansehnliche Beträge. ^2 Sellnrod, 27. Okt. Unsere Gemeinde feierte am Sonntag das Erntedankfest. Im Gottesdienste predigte Dekan i. R. D o l p aus Laubach. Chöre der Schulkinder halfen die Feier verschönern. Der Altar war von den Konfirmandinnen in üblicher Weise mit Erntegaben geschmückt worden. Kreis Alsfeld. * * Alsfeld, 27. Okt. Am vergangenen Sonntag fand in der Turnhalle die feierliche U e b e r - reichung der Gesellenbriefe anläßlich der diesjährigen Gesellenprüfung statt. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses des Ortsgewerbevereins Alsfeld, Gewerbelehrer Rohrbach, wies in der Begrüßungsansprache auf die schwierige Lage des Handwerkerstandes in der gegenwärtigen Wirtschaftskrise hin und betonte die Notwendigkeit einer weiteren Ausbildung der jungen Handwerker, deren Ziel die Ablegung der Meisterprüfung sein müsse, auch heute noch brauche man trotz der Mechanisierung und Rationalisierung der Betriebe einen tüchtigen Handwerkerstand. Er schloß mit der eindringlichen Mahnung an die Prüflinge, eifrig weiterzuarbeiten an ihrer gewerblichen Ausbildung. Die Glückwünsche der Behörden überbrachten für das Kreisamt Regierungsrat Strack, für das Kreisschulamt Schulrat Rausch, für das Kuratorium der Gewerbeschule Bürgermeister Dr. Völsing, Syndikus Röhr- Gießen für die Handwerkskammer, Rektor Müller-Alsfeld für die Gewerbeschule und Glasermeister Lenth für den Orts- gewerbeverein. Die Ueberreichung der Gesellenbriefe erfolgte durch den Vorsitzenden, Gewerbelehrer Rohrbach. Die Gesellenprüfung bestanden insgesamt 75 Prüflinge, darunter 42 vor dem Prüfungsausschuß des Ortsgewerbeoereins: die übrigen Prüflinge verteilten sich auf die Schmiede- und Schneiderinnung. Die stimmungsvolle Feier wurde umrahmt durch musikalische Darbietungen von Mitgliedern des Alsfelder Jugendorchesters. ss. Grebenau, 27. Okt. Am vorigen Sonntag konnte Pfarrer Schreiber nach segensreichem Wirken in unserer Gemeinde sein 2 5. Dienstjubiläum feiern. Aus diesem Anlaß brachten ihm sämtliche Vereine unseres Städtchens einen Fackelzug. Die Vorsitzenden der Vereine gedachten in kurzen Worten der Bedeutung des Tages, und der Gesangverein, sowie die Gesangsabteilung des Turnvereins trugen durch einige schöne Chöre zur Verschönerung der Feier bei. Pfarrer Schreiber dankte für die Ehrungen und sprach die Hoffnung aus, daß es ihm noch lange vergönnt fein möchte, in Grebenau zu wirken. Preußen. Kreis Wetzlar. Q Wetzlar, 29. Okt. Der Kreisverband Wetzlar der Evangelischen Jungmännerbünde hielt am Sonntag in Wetzlar seine Herbst- t o g u n g ab. Der Kreispräses Pfarrer Koch (Lützellinden) eröffnete die Tagung. Inspektor C laß en von der Evangelischen Gesellschaft in Elberfeld hielt ein biblisches Referat. Den Jahresbericht erstattete der Kreispräses, ebenso den Bericht über die Bundesversammlung in Barmen. Stadtmissionar H e n n - d) en (Wetzlar) berichtete über das Jungscharlager im Soonwald an der Nahe. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurden auch die Kreisveranstaltungen festgelegt. Der Kreisverband Wetzlar zählt insgesamt 18 Vereine: in fast allen Vereinen bestehen jetzt Jungschar- und Jungvolkgruppen, ebenso Posaunenchöre. I Groß-Rechtenbach, 28. Okt. Da die Ge- meindeoorstände der Gemeinden des Amtes Rechtenbach sich geweigert haben, die für eine Erhöhung der Kreisumlage aus Anlaß der Hilfsmaßnahmen für die Landesbank der Rheinprovinz erforderlichen Mittel aufzubringen, hat die Aufsichtsbehörde bestimmt, daß die Gemeinden für das Rechnungsjahr 1931 zu der bereits beschlossenen B ü r - gersteuer einen Zuschlag von 50 o.H. nach dem Landessatz zu erheben haben. sichtsratsmitglied der Berlin-Frankfurter war, hat der Favag den Betrag von 110 000 Mark sofort nach Gründung der neuen Gesellschaft zur Verfügung gestellt und ihn zu diesem Zweck an Mädje abgeliefert. In der Tatsache, daß Mädje das Geld persönlich nach Frankfurt überbrachte, will er nichts Verfängliches erblicken. Er war der Meinung, daß der Vetrag in das Vermögen der Favag zurückfließen und nicht unter die Direktoren verteilt werde. Im Hinblick darauf, daß Mädje vier Jahre umsonst seine Tätigkeit der Berlin-Frankfurter Versicherung zur Verfügung gestellt habe, hält der Zeuge eine Vergütung von 30 000 Mark an Mädje für angemessen, je 38 000 Mark für Dumcke und Becker schienen ihm dagegen reichlich hoch. Sodann wurden der Buchhaltungschef Gent und der Bureaudiener Wolf vernommen. In der Hauptsache handelte es sich dabei um die Feststellung, welchen Gang die Post innerhalb der Favag zu machen hatte. Dabei erklärte Gent, daß man mit ihm als Leiter der Versicherungsbuchhaltung Komödie gespielt habe, indem man ihm tagtäglich nur einen Teil der Post vorgelegt habe. Um eine völlige Klärung der Postfrage zu erzielen, wurde die Vernehmung von vier weiteren Zeugen beschlossen. Die Aussagen des Dureau- dieners Wolf waren ohne Bedeutung. Z H o ch e l h e i m, 28. Okt. Für die W i n t e r n o t- hi l s e wurden in unserer Gemeinde gesammelt: 64 Zentner Kartoffeln, 9 Zentner Obst, 18 Zentner Kraut und sechs Kisten Handkäse. Diese Sachen sollen der Stadt Wetzlar zur Verfügung gestellt werden. Die Sammlung brachte ferner fünf Laibe Brot und 11,50 Mark Bargeld ein, die an Bedürftige in der eigenen Gemeinde zur Verteilung kommen sollen. Für das Bargeld sollen Naturalien beschafft und verteilt werden. Eine zweite Sammlung von Fleisch, Wurst, Fett usw. soll später veranstaltet werden. <> Dornholzhausen, 28. Okt. Bei der Sammlung für die Winternothilfe wurden in der hiesigen Gemeinde gezeichnet: 29 Zentner Kartoffeln, 4 Zentner Weiß- und Rotkraut, 2 Pfund Fleisch, 4 Pfund Butter, 3 Zentner Aepfel und 7,50 Mark Bargeld. Kartoffeln, Kraut und Aepfel sollen dem Stadtwohlfahrtsamt in Wetzlar zur Verfügung gestellt und die übrigen Gegenstände an Bedürftige in der Gemeinde verteilt werden. Kreis Biedenkopf. T Waldgirmes, 24. Okt. Der Ausbau des Wegenetzes in unserer Gemarkung ist in drei Losen vergeben worden. Mit der Ausführung der Arbeiten wurden die Firmen K l a s und Weimer von hier und die Firma Wagner von Krofdorf betraut. Die Herstellung des Sportplatzes mit über 5000 Kubikmeter Erdbewegung ist der Firma H. W e i m e r (Gießen) übertragen worden. Bei den Arbeiten werden alle Wohlfahrts- und Krisenunterstühungsempfänger, sowie auch viele andere Arbeitslose auf einige Monate Beschäftigung finden können. Die Kosten sind mit etwa 30 000 Mk. veranschlagt und bereits aufgebracht. — In diesem Herbst sollte mit dem Reubau einer sechs kl assigen Schule auf dem Gelände des alten Friedhofes begonnen werden. Die Regierung hat jedoch hierzu die Genehmigung versagt, da die letzten Gräber erst vor 27 Jahren geschlossen wurden. Amtsgericht Gießen. Eine hiesige Firma ließ ihre Ausstände in der Stadt durch einen Beauftragten eintreiben. Aus einer Wohnung An der Kläranlage brachte er aber statt Geld Schläge nach Hause. Der Schuldner wies ihm die Türe mit den Worten, er solle sich schleunigst fortmachen, sonst bekomme er draußen von den Weibern feine Haue. Dies traf insofern zu, als ihm die Angeklagte vor dem Hause eine Gießkanne auf den Kopf schlug. Der rabiate Schuldner und ein dritter Angeklagter ließen es sich dann nicht nehmen, auch mit Fäusten auf ihn einzuschlagen. Die Verletzungen waren ohne Bedeutung, die drei Angeklagten einschlägig noch nicht vorbestraft. Unter Annahme mildernder Umstände erhielten sie .wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung für sie immerhin erhebliche Geldstrafen. Eine junge Ehefrau in Begleitung eines 15jäh- rigen Mädchens begegneten auf einem Spaziergang in der Umgebung von Gießen einem Chinesen, von Berus Kaufmann und veranlaßten diesen, sich ihnen anzuschließen. Sie lagerten zu öritt’ auf einer Wiese. Die Ehefrau ergriff die Hand des Chinesen, spielte damit, streifte ihm schließlich vom Finger einen Ring ab und lief davon. Daß ein Scherz vorlag, war ausgeschlossen. Rach dem Ergebnis der Beweisaufnahme konnte das Gericht aber nur annehmen, daß es sich nicht etwa um die vorbedachte Plünderung eines Ausländers, sondern um einen Gelegenheitsdiebstahl handelte, indem die Angeklagte beim Anblick des Ringes einer an sie herangetretenen Versuchung erlag. Das Gericht erkannte, zumal die Angeklagte noch unbestraft war, auf Grund ihres Geständnisses, auf eine an Stelle der an sich verwirkten fünftägigen Gefängnisstrafe tretende entsprechende Geldstrafe. Ihr arbeitsloser Ehemann und ein anderer Erwerbsloser, die in ihrer Rähe ebenfalls auf der Wiese gelagert hatten, waren der Mittäterschaft bezichtigt. Doch war ihnen eine Schuld nicht nachzuweisen, und sie wurden freige- sprochen. Beide sollen nach den Wahrnehmungen des Chinesen den gestohlenen Ring aus der Hand der Angeklagten an sich gebracht haben und dann in den Wald geeilt sein. Die Angeklagte, die allerdings mit dem Ring zu ihnen gelaufen war, bestritt dies und entlastete beide, behauptete namentlich, der Chinese habe die von ihm geschilderten Wahrnehmungen wegen der in Betracht kommenden Entfernungen gar nicht machen können. Dieser war zwar im allgemeinen der deutschen Sprache mächtig, aber sein Ausdrucksvermögen ließ ihn doch manchmal bedenklich im Stich, so daß seiner Vernehmung eine ausschlaggebende Bedeutung nicht beigemessen werden konnte. So kam es, daß die weiteren Vorgänge sich nicht aufklären ließen. Auch ein unter Zuziehung der Beteiligten auf der Wiese vorgenommener gerichtlicher Augenschein, der die damalige Situation wiedergab, konnte keine Klärung schaffen. Erweitertes Schöffengericht Gießen. * Gießen, 28. Okt. Ein auswärtiger Kaufmann ist der LIrkundenfälschung — Fälschung eines Wechsels — beschuldigt. Da er in einer früheren Verhandlung unentschuldigt ausgeblieben, wurde er heute vorgeführt. Der Angeklagte hatte früher geleugnet, heute ist er in vollem Umfange geständig, weshalb von einer Beweisaufnahme abgesehen werden kann. Das Gericht verurteilt ihn zu 3 Wochen Gesäng- n i s, bewilligte ihm aber bedingten Strafaufschub unter Festsetzung einer Bewährungsfrist von 3 Jahren. Außerdem hat er zum Ausgleich der entstandenen unnötigen Kosten in zwei Raten den Betrag von 60 Mark an die Staatskasse zu zahlen. Ein junger Arbeiter hat während seines Aufenthalts in der Schweiz in mehreren Fällen parkende Autos gestohlen. Er wurde gefaßt und an Deutschland zur Bestrafung ausgeliefert. Es werden ihm heute vier Autodiebstähle zur Last gelegt. Einen von ihnen gibt der Angeklagte zu, die übrigen bestreitet er. Das Gericht verurteilt ihn wegen dreier Fälle in eine Gesamtstrafe von 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis, abzüglich 4 Monate 10 Tage Untersuchungshaft: in einem Falle erfolgt Freisprechung, der bei dem einen Diebstahl mitgeführte Revolver wird eingezogen. Im Jahre 1926 hatte sich ein Schwindler- Paar in einem benachbarten Landstädtchen bei einer Familie als Sommergäste einlogiert. Durch die Vorspiegelung, sie brauchten eine größere Summe zum Ankauf von versteigerten Warenlagern, gelang es dem Paar, von ihrem Gastgeber die Summe von 1650 Mk. herauszulocken. Alsdann verschwanden sie, der Mann unter Mitnahme eines neuen Fahrrades. Die flüchtigen Angeklagten wurden später wegen weiterer Betrügereien ergriffen. In der heutigen Hauptverhandlung muhte hinsichtlich beider Angeklagten das Verfahren wegen Betrugs eingestellt werden, weil die Angeklagten bereits vom Landgericht Hanau wegen fortgesetzter Betrügereien abgeurteilt sind und der hiesige Betrugsfall damic bereits miterledigt ist. Wegen des Diebstahls des Fahrrades, der im strafschärfenden Rückfall begangen wurde, erhielt der Angeklagte ein Jahr drei Monate Zuchthaus. Kunst und Wissenschaft. Medizinischer Aobelpreis für Professor Warburg. Stockholm. 29.Okt. (TU.) Der medizinische Robelpreis für das Jahr 1931 wurde dem Berliner Professor Dr. Otto Warburg zuerteilt. Der deutsche Gelehrte erhielt die Auszeichnung für die „Entdeckung des Atmungsferments, feine Art und Wirkungsweise". Professor Warburg, der am Kaiser-Wilhelm» Llnstitut in Berlin-Dahlem wirkt, ist schon früher bekannt geworden durch feine bahnbrechenden Forschungen über den Oxydationsprozeß lebender Zellen. Infolge des Falles der schwedischen Krone wird der Robelpreis in deutschem (Selbe diesmal nur etwa 160 000 bis 170 000 Mark wert fein. Gottfried-Ketter-Preis für Hans Carossa. Zürich, 30. Okt. (WTB. Funkspruch.) Don der Martin-Bodmer-Stistung ist der diesjährige Gottsried-Keller-Preis in Höhe von 6000 Franken dem Dichter Hans Carossa zu- erkannt worden. Die Verleihung des Preises an den Ausgezeichneten erfolgt am 5. Rovember durch den Pen-Club in Zürich. Der Gottfried-Keller- Preis wurde bereits vor zwei Jahren einem Deutschen, dem kürzlich nach Wien berufenen Literarhistoriker Josef Radler, verliehen. » Carossa wurde am 15. Dezember 1878 zu Tölz in Bayern geboren; er ist der Sohn eines Mediziners und ergriff zunächst den väterlichen Beruf, ließ sich 1903 als praktischer Arzt in Passau nieder und siedelte 1914 nach München über. Seine Werke: „Gedichte" (1910); „Doktor Bürgers Ende" (1913); „Die Flucht" (1916); „Ostern" (1920); „Eine Kindheit" (1922); „Rumänisches Tagebuch" (1924); „Verwandlungen einer Jugend" (1928); ein neues Prosabuch wird demnächst unter dem Titel „Givn. Eine Legende aus dem ärztlichen Leben" im Insel-Verlag erscheinen. — Carossa wurde bereits 1928 durch die Verleihung des Münchener Dichterpreises ausgezeichnet. &ne. gute- Ttcuckcix^t: Jede Umhüllung eines MAGGkSuppen-Würfels gilt-auch wenn sie noch nicht mit Gutschein-Aufdruck versehen ist - als 1 Gutschein. 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