Ur. 228 (Erftes Blatt 18b Jahrgang Mittwoch, 50. September (931 vietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dmrf und Verlag: vrühl'fche Univerfilütrvuch. »nd Steinönideret H. Lange in Gießen. Sdfriftktteng und Geschäftsstelle: Zchullttaße 7. Annahme pon Injeiae« für die lagtsnumma di« zum Nachmittag vorher, Preis für i mm höhe für ?tn)eicien von 27 mm Brette örtlich 8, ausmärt« 10 Reichspfennig.- für Rekta mean zeigen von 70 mm Brette 35 Neichspfennig, Platzvorschrift 20', mehr. Chefredakteur Dr. Frredr. Will). Lange. Verantwortlich für Doltttl Dr. Fr. With. Lana«; für Feuilleton Dr H.IHyriot,- für den übrigen Teil Ernst Btumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter^ sämtlich in Gießen. Eriche ini täglich,avßei Sonntags und Feiertag«. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Sezvgspret»: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Herifvrechanfchlüffe ■nterSammdnummer'2251. Anschrift für Drahtnachrichten »«jetger Ziehen. poftschecktonto: firanlfurt am Main 11688. 4ln Sie Ärvein Der Gegenbesuch der französischen Minister Laval und Briand pat den programmähigcn Ter lauf genommen. Erfreulicherweise hat die Bevölkerung Besonnenheit geübt, so baff cs nicht zu Störungen gekommen ist, die für Deutschland nur überaus peinlich hätten sein müssen, lieber den Wert der ihnen dargebrachten Kundgebungen ^werden sich die Franzosen wohl selbst keinen Illusionen bingeben. Es durfte ihnen bekannt sein, baff die Mehrheit bes beutschen Volkes zwar eine Der- stänbigung mit Frankreich wünscht, bie zur Ucbertoinbunq ber Weltwirtschaftskrise unerlaff» lich ist, bah sie aber anbererseitS zu sehr unter ben Folgen ber französischen Machtpolitik gelitten bat, als baff sie bie französischen Gäste mit Enthusiasmus begrüßen konnte. Handelte es sich doch nicht darum, ein freudiges Ereignis zu feiern, sondern den Versuch zu machen, in nüchterner Arbeit ben Grunb stock für bessere Beziehungen zwischen den beiden Rachbarländcrn zu legen. Wie weit dies gelungen ist, werden wir trotz aller hossnungSIreudig gehaltenen Eommuni- queS erst in einiger Zeit voll zu überblicken vormögen. Tein äußerlich gesehen ist die Zusammenkunft der beiderseitigen Staatsmänner harmonisch verlausen. Der Txinkspruch, den Dr. Brüning bei dem Empfang in der Reichskanzlei auf die Gäste auSgebracht hat, stellt einen Appell an die französische Ration dar. Es bedeutet nur eine Selbstverständlichkeit, daß ber Kanzler noch einmal unverhohlen zum Ausbruck gebracht hat, wie weit unb schwierig ber Weg noch ist, ber zurückgelegt werben muh, bis bas erstrebte Ziel enger Zusammenarbeit tatsächlich erreicht ist. Der Antwort Lavals war zu entnehmen, bah bet französische Ministerpräsident ben Gegenbesuch nicht nur als einen Höflichkeitsakt gewertet wissen wollte. Die französischen Staatsmänner sinb sich hoffentlich darüber klar, bah diese Versicherung eine Verpflichtung einschlieht, nämlich den Willen, nunmehr mit der Verständigungsbereitschaft wirklich Ernst zu machen. Für die Völker mühte es eine tiefe Enttäuschung fein, wenn die schönen Worte auch diesmal Schall unb Rauch blieben. Laval hat sehr richtig hervorgehoben, bah bas Vertrauen bie Voraussetzung für ieg- liche Art bes Zusammenwirkens ist. Wir wollen wünschen, bah er hierbei bie uneingeschränkte Gegenseitigkeit im Auge gehabt hat. In ber Vergangenheit haben wir leiber immer toicbcr erfahren müssen, baff Frankreich alle Dinge unter dem Gesichtspunkt seiner Sicherheit sah, während es die nur zu begründeten deutschen Ansprüche mit Fühen trat. Sollten die Ausführungen Lavals den Sinn haben, daß jetzt ein Wandä in dieser Auffassung eingetreten ist, so wäre ein wichtiger Schritt zu einem besseren Einvernehmen getan. In den Besprechungen ber Staatsmänner sind auch bie politischen Probleme berührt worben. Die Tatsache, daß der Oes.entlichkcit hierüber keine näheren Mitteilungen gemacht würben, läßt barauf schließen, baff man über bas An - sangsstabium nicht hinausgekommen ist. Etwas anbered war nicht zu erwarten gewesen, so baß biefer Ausgang nicht zu überraschen vermag. Es hätte ein Wunber geschehen müssen, wenn mit einem Schlage alle Steine bes Anstoßes zwischen Deutschland unb Frankreich aus bem Wege geräumt worben wären. Die seelische Ucbertoin- bung der Vergangenheit, von ber ber Reichskanzler sprach, kann schwerlich von heute auf morgen vor sich gehen. Es bedeutet schon einen Gewinn, ber freilich auch nicht überschätzt werben darf wenn bie beiberfeitigen Staatsmänner menschlich einanber näher gekommen sinb, benn bas psychologische Moment spielt auch heute in ber Politik eine große Rolle. Da-5 greifbare Ergebnis bieses Besuches haben wir in der Einsetzung ber deutsch-französi» schen Kommission für bic wirtschaftliche 3uf ammenarbeit zu erblicken Daß es zu einer solchen Abmachung kommen würbe, war bereits vor bem Eintreffen ber Franzosen in Berlin bekannt geworden. Die Mitglieder dieses Ausschusses, der teils in Berlin, teils in Paris tagen soll, werden im wesentlichen höhere Beamte beider Länder fein, so daß es sich nicht etwa nur um eine Gutachtertätigkeit der Kommission handelt. Daß der Wirtschaftsausschuß sofort gebildet werden wird, ist sicher, daß er sofort ersprießliche Arbeit leisten kann, ist weniger alS wahrscheinlich. Jedoch darf sich die öffentliche Meinung durch die sachliche Rüchtemheit des amtlichen Berichts nicht irreführen ober gar abschrecken lassen, denn eS ist wieder sicher, daß bei einigem guten Willen mehr zu erzielen ist als eine neue Aktenveröffentlichung, es ist auch sicher, daß zwischen den leitenden Staatsmännern alle- daS berührt worden ist, was der Bericht nicht einmal anbeutet. Aber ber Wirtschaftsausschuß kann ein Sprungbrett sein für eine Verstänbigung. bie sich nicht nur auf ben gegenseitigen Handelsverkehr beschränkt. Daß der Wirtschaftsausschuß bie politischen Fragen nicht entscheiben kann, ist richtig, inbessen kann bie Bedeutung des Ausschusses gerade darin liegen, daß er durch seine Verhandlungen den Beweis erbringt, daß ohne Lösung der politischen Fragen sich kein Weg aus der Wirtschaftskrise finden wird. Sehen wir uns bie Aufgaben des Ausschusses näher an, so fällt auf, bah bie Franzosen offenbar großes Gewicht darauf legen, gewisse Wirtschaftsvereinbarungen zu verstärken und auszubauen, worunter wohl die K a l i - u n d E i s e n- ver träge sowie die wechselseitigen Verbindungen der chemischen Industrie zu verstehen Die französischen Minister wieder in Paris. Oie Minister verlaffen deutschen Boden. Abschiedstelenrainm an den Reichskanzler Aachen, 29. Sept. (WTB.) Die französischen Minister haben bei Aachen mit dem sahrplan- mäßigen Zuge kurz vor 17 Uhr Deutschland verlassen. Auf bem Bahnsteig bes Haupt- bahnhoseS Aachen hatten sich, wie bei ber Hinfahrt nach Berlin, bie französische unb belgische Kolonie zahlreich eingesunden. Ein zahlreiches deutsches Publikum wohnte dem kurzen Aufenthalt bei. Der D-Zug nach Paris hatte auf dem Bahnhof Aachen einen planmäßigen Aufenthalt au Rangierzwecken. Diese Pause benutzte Ministerpräsident Laval, um sich auf dem Bahnsteig zu ergehen. Briand blieb am Fenster des Salonwagens. Beiden Ministern wurden zahlreiche Blumensträuße überreicht. Vom Zuge aus richteten Laval und Briand an den Reichskanzler das folgende Telegramm: »Wir möchten Deutschland nicht verlassen, ohne Ihnen für den Empfang, den Sie uns bereitet haben, wie auch für die Aufnahme durch die Bevölkerung unseren Dank anszusprcchen. Im Laufe unserer Unterredungen haben wir f ü r bie Annäherung unfererbeiben Länder gearbeitet Wir wollen aufrichtig dahin streben, daß unser gemeinsames Werk von einem vollen Erfolg gekrönt werde." „Eine neue Methode". Laval über das Ergebnis des Berliner Besuchs Paris. 30. Sept (111.) Ministerpräsident Canal hat an der ersten französischen Grenzstation 3 eumont der dort nersammelten Bevölkerung folgende Erklärung abgegeben: „Wir haben in Berlin die heikelste Aufgabe zu erfüllen gehabt. vor die sich jemals französische Minister gestellt sahen. Mit dem Besuch wollten wir die Beziehungen zwischen den beiden Ländern durch eine Tat verbessern. Ich habe beim Reich-lanzler Brüning die Schaffung eines französisch-deutschen Wirt- schaslsausschusses angeregt. Dieser plan konnte verwirklicht werden. Ein Ausschuß wird unverzüglich gebildet, der die Probleme zu prüfen hat, die die beiden Länder interessieren. Dadurch ist eine neat Methode in Anwendung gebracht worden. Angesichts der augenblicklichen Schwierigkeiten und der Im Vordergründe des Interesses stehenden Fragen mag diese Initiative vielleicht bescheiden erscheinen. Man wird sie er st nachihren Ergebnissen beurteilen können, heute heißt es, nut bie Absicht zu würdigen, die ihr zugrundellegt Alle Maßnahmen, die geplant sind, um dem Elend, das heute in der Welt herrscht. Abhilfe zu bringen, sollen einen Ausgleich herbeiführen und den Frieden festigen. Wir haben nichts von den Unter- essen unseres Landes geopfert, weil wir die Möglichkeit ins Auge faßten, diese Interessen unter den gegebenen Umständen mH den Erfordernissen der internationalen Solidarität in Einklang zu bringen. Genau wie gestern in Berlin werde ich demnächst a u ch i n Washington im Jlamen meine» Lande» meinen Teil an den neuen und schweren Aufgaben übernehmen. die die Weltkrise allen Regierungen auferlegt“ Die Ausführungen des Ministerpräsidenten wurden mit lebhaftem Beifall unb den Rufen „Es lebe Frankreich!“ ausgenommen. — Eine Gruppe von Eisenbahnern, die gleichzeitig Mitglieder eines Front» kämpferverbandes sind überreichte dem französischen Außenminister einen Blumenstrauß. Briand gab hierauf ebenfalls eine kurze Erklärung ab, in der es sind. Daß andere WirtschastsgruPPen sich ebenfalls verständigen können, ist möglich, aber Sinn und Zweck hat Sie Arbeit nur, wenn Frankreich von Anfang an dazu bereit und entschlossen ist, der deutschen Wirtschaft den Weg in das französische Kolonialreich freizugeben. Aber das liegt alles noch in weitem Felde, denn ehe umfassende Wirtschaftsverhandlungen möglich sind, wobei selbst Handels- und zollpolitische Fragen eine untergeordnete Rolle spielen sollen, muh Deutschland zunächst wissen, wie eS das Kostenproblem für seine Wirtschaft lösen soll. Deutschlands Lage ist ja deshalb ganz außergewöhnlich, weil es einstweilen noch mit dem Zwang belastet ist, Tribute in gewisser Höhe aufbringen zu müssen, waS eine rücksichtslose Ausplünderung der ausländischen Märkte vorausfetzt. Deutschland ist jederzeit bereit, sich an einer normalen Entwicklung der Handels- und Zollpolitik zu beteiligen, aber dieser Rormalzustand muß durch die Lösung des Tributprvblems erst einmal hergestellt werden. Deutschland kann nicht ein oder zwei Milliarden Mark im Jahre aufbringen, wenn es nicht die Auslandsmärkte dauernd unter Druck setzen will. Deutschland kann cs noch weniger darauf ankommen lassen, daß die anderen Länder auf Mittel und Wege sinnen, um die deutsche Einfuhr von ihren Grenzen fernzuhalten, woran sich in allerjüngster Zeit sogar Frankreich selbst beteiligt hat. Auch darin unterscheidet sich die Lage Deutschlands von Frankreich, daß Deutschland gerade u. a. heißt, daß man ihm Betrat an den loten und Verwundeten des Weltkriege» vorgeworsen habe, als er sich zu seiner Friedenspolitik entschlossen habe. Er habe trotzdem fein Kiel weiteroerfolgt, da er der Ueberzeugung gewesen sei, daß d i e ehemaligen Frontkämpfer sich als erste darüber freuen würden, daß ihr Opfer nicht vergebens gewesen sei. Diese Hoffnung habe ihn stets gestärkt, und er danke den Eisenbahnern für die neue Ermutigung, die sie ihm hätten zuteil werden lasten. Wieder in Paris. Bon der Bevölkerung herzlich begrüßt. Paris, 29. Sept. (WTD.) Um 23.10 Uhr ist der fahrplanmäßige Zua Berlin—Paris a u f dem Rordbahnhof in Paris eingelausen. | Eine ziemlich große Volksmenge wartete in dee Bahnhofsvorhalle auf die zurückkchrcndcn fron» i Aösischen Minister, während die offiziellen Persönlich eiten und Journalisten teilweise aus dem Bahnsteig zugelassen waren. Dolizei und republikanische Garde sorgten für den Absperrungs- dienst. Der Wagen, dem Laval und Briand entstiegen, befand sich am Zugende. Die beiden Minister, bewillkommnet von ihren KabincttS- kollegcn und von dem deutschen Geschäftsträger in Paris konnten sich nur mit großer Mühe und langsam unter dem Beistand einer Gruppe fie umgebender Polizisten einen Weg bis zur Hall« bahnen, wo sie in ihre Automobile stiegen. Di« Volksmenge begrüßte die beiden zurückkehrenden Minister mit dem Ruse: „SS lebe Lavall SS lebe Driandl Es lebe der Frieden!". Dringende Forderungen der wirtschaftlichen Spihenverbände. Berlin, 29. Sept. (ERB.) Der Reichsverband der Deutschen Industrie hat gemeinsam mit den übrigen Spihenverbänden der deutschen Wirtschaft dem Reichskanzler, den Ministerpräsidenten der Länder und einer Anzahl führender Parlamentarier eine Erklärung zur Wirtschaftspolitik zur Kenntnis gegeben. Einleitend wird festgestellt, daß ein Ausweg aus dem bitter ernsten Zustande der deutschen Wirtschaft nur noch möglich erscheine, wenn die Reichsregierung in kraftvoller Entschlossenheit und in voller Unabhängigkeit von Interessenten-und Par tei- Politik denWeg zu fofertigem a n • den finde. Die deutsche Politik müsse erkennen, daß es zwischen sozialistischen und kapitalistischen Wirtschastsmethoden kein Kompromiß gebe. Sie müsse sich offen und rückhaltlos zu einem Weg. dem deS individualistischen Wirtschaftssystems, bekennen. Die Wirtschaft müsse ihrerseits alles daransehen, Handlungen Im eigenen Lager zu vermeiden, die im Widerspruch zum individualistischen Wirtschaftssystem stehen. Ebenso wie jeder neue Slaalteingrlff in d i e Wirtschaft grundsätzlich abgelehnt werden müsse, müsse auch jede Fehlleitung wirtschaftlicher Kräfte durch Subventionen unterbleiben. Darüber hinaus habe die Wirtschaft die pflicht, alle Wege zu beschreiten, die eine Auflockerung des Preisniveau» herbeizuführen geeignet feien. Damit stehe aber In unlösbarem Zusammenhänge, daß die Regierung sofort und umfassend die wirtschaft»-, sinanz-undsozialpolitifchenMah- nahmen durchführe, ohne die die notwendige Kostensenkung und Kostenauflockerung unmöglich sei. In der Erklärung wird dann weiter die wirtschaftspolitische Entwicklung der RachkriegSzeit gekennzeichnet unter dem Einfluß des erheblich gestiegenen FinanzbedarfS des Reichs, der Länder und der Gemeinden. der im Jahre 1913 16,2 Prozent des damaligen Volkseinkommens, im Jahre 1928 29 dagegen 30,1 Prozent des Volkseinkommens aue- gemacht habe, und daran die Forderung geknüpft, an die Stelle kapitalzerstörender Eingriffe solche Maßnahmen jju setzen, die die Kapitalbildung zu fordern geeignet seien, was gerade jetzt um so notwendiger sei, alsdieVor - gänge in England neue schwere Auswirkungen für die deutsche Wirtschaft mit sich brächten. 3n ber Erklärung wirb sodann eine Reihe von Erfordernissen, die schnell unb umfassend oet- wirklicht werden müssen, ausgestellt: Lin weiterer umfangreicher Ausgaben- und A u s g a b e n a b b a u in der gesamten öffentlichen Hand, damit sich die Reparationsentlastung sofort in einer Senkung der die wirtschaftlichen Gestehungskosten besonder» belastenden Steuern auerokfen könne. Line Anpassung der Löhne und Gehälter an die gegebenen Wettbewerbaoerhältnisse (Reform des Tarif- und Schlichtungswesen»), Anpassung ber weit überhöhten sozialen Belastungen an bü» wirtschaftlich Mögliche und durchgreifende Derroallungeoeteln- sachungen auf allen Gebieten der Sozialversicherung einschließlich der Arbeitslosenversicherung. Senkung der Tarife der Reichsbahn, der Reichspost und der gemeindlichen Versorgungsbetriebe. Befreiung des deutschen Geldmarktes vom Druck der öffentlichen schwebenden Schulden durch eine unter Wahrung der Gläubigerrechte erfolgende Konsolidierung dieser Schulden. Lndgültige SeseitigungallerReste der Zwangswirtschaft, insbesondere auch im Wohnungswesen. Zusammen mit der Erfüllung dieser Forderungen müßten alle zukünftigen Akte der Gesetzgebung und Schritte der Verwaltung aufgebaut sein auf dem Grundsatz der Sicherung des Privateigentums. Ferner fei es eine grundlegende Notwendigkeit, die Währung gesund zu erhalten. Für die Privatwirtschaft sei eine Ausweitung des Kreditoolumen» dringend erforderlich, aber jedesWährungsexperl- m e n ( müsse ganz entschieden a d g e t e h n t werden. 3n ber hanbelspolitik müsse eine Linie verfolgt werben, die der Aufrechterhat- tung und Erweiterung der deutschen Ausfuhr ebenso Rechnung trage wie der Aufrechterhaltung und Erweiterung de» Binnenmärkte». Die Erklärung schließt damit, daß die staatliche, wirtschaftliche und kulturelle Zukunft Deutschlands von folgenden beiden höchsten Grundsätzen abhänge. dem freiheitlichen Grundsatz der von den schöpferischen Kräften der Einzclpersönlichkeit deS Arbeitgebers und des Arbeitnehmer- getragenen Privatwirtschaft und dem bindenden Grundsatz der nationalen Idee und der nativ- nalpolttischenVerantwortung. mit Rücksicht auf die Tributlast gezwungen ist. jede überflüssige Einfuhr zu drosseln. was sich wieder im wesentlichen nur gegen Frankreich richten kann, dessen Einfuhr nach Deutschland zum größten Teil entbehrlich oder durch deutsche Erzeugnisse zu ersetzen ist. Wenn also Frankreich die Absicht hat, den drohenden Verlust des englischen Marktes durch eine sehr bedingte Verständigung mit Deutschland auszu- tauschen, so hat das auch wieder zur Voraussetzung, daß Deutschland wissen muß, wie es künftig das Kostenproblem feiner Wirtschaft ordnen kann. Daß deutscherseits alleS geschehen wird, um in der Zusammenarbeit des deutsch- französischen Wirtschaftskomitees ein für beide Länder ersprießliches Ergebnis zu ermöglichen, braucht kaum gesagt au werden. Wir glauben, daß auch die Franzosen alles Interesse daran haben, den praktischen Ruhen dieser Kommission sich erweisen zu lassen. Der Zusammenbruch der Danque Rational de Cr6dit in Paris war e i n Warnungssignal für unseren westlichen Rachbam, und die Aufhebung der Goldwährung in England und in den nordischen Staaten mahnt Paris eindringlich, neue Wege in seiner Wirtschaftspolitik zu geben. Erkennen die Franzosen die Zeichen der Zeit und tragen sie ehrlich ihr Teil dazu bei, eine wirkliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich auf toirt- schafllichem Gebiet zu fefcaffen, so steigen von selbst die Aussichten auf eine Lösung der politischen Probleme. Ein Zollunionsplan £e Troquers. Paris, 30. Sept. (WTD. Funkspruch.) In, „Oueore entwickelt Senator und ehemaliger Minister für öffentliche Arbeiten LeTroqueralS Vorsitzender des Komitees für die europäische Zoll Union einen „konstruktiven Europaplan". Er bezeichnet es als notwendig, daß die 20 Staaten, die bisher die Handelskonvention vom 24. März 1930 ratifiziert hätten, er Gemeinde Bamberg zufiel. -----va Jede ehrliche Ueberzeugung soll man achten, vorausgesetzt. daß sie eben ehrlich ist. Auch der Pazifismus kann eine Ueberzeugung sein. Menschen also, die an den ewigen Frieden glauben, an jene herrliche Zeit, „wo die Fahnen still sich senken und der Kriegslärm ausaegellt, in dem Parlament der Menschheit, in dem Bruderbund der Welt", können beanspruchen, daß man sie ernst nimmt, selbst da, wo auf Grund aller Erfahrungen der Weltgeschichte die Hoffnung auf ein solches Paradies auf Erden nicht geteilt wird. Aber die Voraussetzung dabei ist eben immer, daß es sich um eine ehrliche Ueberzeugung, um ein Ideal handelt. Der deutsche Pazifismus einer gewißen Prägung steht seit langem in dem Geruch, daß in ihm Elemente die Führung haben, denen es nicht so sehr um die Ueberzeugung zu tun ist wie u m d a s Geschäft, das sich daraus machen läßt. Er ist infolgedessen und wenn der Reichsaußen- ........... ____semann vor einigen Jahren in Genf in berechtigter Entrüstung von den „Lumpen gesprochen hat, die neue Lügen gegen Deutschland erfinden, dann hat er mit diesem Temperaments- ousbruch Zustimmung gefunden auch bei denen, die ihn und seine Politik sonst bitter bekämpften. Nun ist es dieser Tage in Berlin zu einem Beleidigungs- prozeß gekommen, der von der Deutschen Friedensgesellschaft gegen rechts- und links- stehende Blätter angestrengt war nur zu dem Zweck, um sich gerichtlich bescheinigen zu lassen, daß der deutsche Pazifismus eine saubere Weste hat. Dieser Zweck ist mißlungen, dabei ist das Urteil nicht das Entscheidende, sondern die Beweisaufnahme. Nur einige Einzelheiten seien berausaegriffen: Es ist durch Zeugenaussagen festgestellt, daß die französische Liga für Menschenrechte einige zehntausend Franks nach Deutschland überwiesen hat, daß aus der Tschechoslowakei zu demselben Zweck über 80 000 Mark gekommen sind, und zwar sehr wahrscheinlich aus einem Fonds, den Herr Benesch zur Verfügung hatte. Zum mindesten bestanden zwischen ihm und den deutschen Pazifisten sehr enge Beziehungen gerade in den Zeiten, als Herr Benesch der Mittelpunkt des Kampfes gegen Deutschland war. Einer dieser tüchtigen Herren hat sich sogar vom polnischen Konsulat regelmäßig sein Monatsgehalt abgeholt, angeblich als h o n o rar für Artikel, die er auf Bestellung für polnische Zeitungen schrieb. Wie diese Artikel aussehen mußten, wenn der polnische Staat ihm dafür eine Rente zahlte, braucht wohl nicht weiter gesagt zu werden. Wir legen auch kein ausschlaggebendes Gewicht darauf, ob die Führer der Friedensgesellschaft selbst ihr Alibi nachweisen können. Uns genügt das Ergebnis der Beweisaufnahme durchaus; danach ist gerichtsnotorisch, daß, vorsichtig gesagt, unter dem Deck- mantel solcher Friedensorganisationen abenteuerliche Existenzen gedeihen konnten, die bei der Entgegennahme ausländischer Bestechungsgelder keinerlei Hemmungen besaßen und dafür öffentlich Anschauungen vertreten mußten, die immer nur den Splitter im Auge des eigenen Volkes sahen, nie aber den Balken im Auge der anderen. Aber ihre Rolle als bezahlte Kronzeugen des Auslandes gegen die deutsche Politik ist jetzt wohl für immer aus- Oie Gärung in der Sozialdemokratie. Die Abgeordneten Scydewitz und Rosenfeld , weiden ausgeschlossen. Berlin, 30. Sept. (VDZ.) Der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands hat am Dienstag die Abgeordneten S e y d e w i h und Rosenfeld aus derSPD. ausgeschlossen, weil Seydewitz und Rosenfeld als die Gesellschafter der Freien Verlagsgesellschaft, die die Wochenzeitung „Die Fackel" herausgibt, s i ch beharrlich geweigert haben, entsprechend dem Beschluß des Parteiausschusses ihre Tätigkeit e i n z u st e l l e n. In dem Bestehen der Freien Verlagsgesellschaft sah der Parteiausschuß den Anfang einer Sonderorganisation, die nach dem Beschluß des Heidelberger Parteitages unzulässig ist. Es wird betont, daß die beiden Abgeordneten nur wegen dieser sonderorganisatorischen Bestrebungen, nicht aber wegen ihrer kritischen Haltung zur politischen Taktik der Sozialdemokratie erfolgte. Am Sonntag soll in Berlin eine Reichskonferenz der ausgeschlossenen und mit ihnen sympathisierenden Abgeordneten der Sozialdemokratischen Partei stattfinden, auf der von Delegierten aus dem ganzen Reich zur Frage der Gründung einer neuen Partei Stellung genommen werden wird. nungen — ein Blick in die Tageszeitungen bestätige die große Zahl dieser unverwertbaren Wohnungen — in Kleinwohnungen trete eine Entlastung des Daumarktes ein, und die jetzt entstehenden Steuerausfälle infolge Leerstehens der Grohwohnungen würden durch die Schaffung zusätzlicher Arbeitsmöglichkeiten für das vollständig darniederliegende Handwerk und die Entlastung des Arbeitsmarktes bei weitem ausgeglichen. Der Antrag wurde jedoch a b g e l e h n t. Ein Landbundantrag, die Regieichng möge bei den öffentlichen Sparkassen dahin wirken, daß bei Zwangsvollstreckungen auf die Notlage der Schuldner Rücksicht genommen werde, fand einstimmige Annahme, ebenso ein Antrag der gleichen Partei, die Regierung möge bei der Landesbank dahin wirken, daß die inzwischen durch die Reichsbankdiskonterhöhung untragbar gewordenen Zinsen für Feldbereinigungen herabgesetzt werden. Oie hessischen Zentrumskandidaten. D a r m st a d t, 29. Sept. (WSN.) In einer Landesausschußsitzung der hessischen Zentrumspartei wurden die Kandidaten für den neuen hessischen Landtag bestimmt. Die Liste weist folgende Namen auf: 1. Hoffmann Ministerialrat, Darmstadt; 2. Blank, Landwirt, Gaulsheim; 3. Schül, Amtsgerichtsrat, Offenbach; 4. Wesp, Gewerkschafts, sekretär, Darmstadt; 5. Winter, Rektor, Mainz; 6. Frau h a t t e m e r , Hausfrau, Darmstadt; 7. Weckler, Landwirt, Rockenberg; 8. Dr. ntohr, Professor, Mainz; 9. Hainstadt, Studienrat, Bensheim; 10. Noll, Lederarbeiter, Horchheim bei Worms; 11. Dr. Schmidt, Rechtsanwalt, Mainz; 12. Altmann, Schuhmachermeister und Beigeord- neter, Seligenstadt; 13. Keller, Amtsgerichtsrat, Gießen. Außer den Kandidaten Dr. Stohr, Noll, Dr. Schmidt und Altmann haben alle dem bisherigen Landtag angehört, in dem das Zentrum mit 13 Abgeordneten vertreten war. tischen Ergebnissen zu gelangen, dadurch bewegen, daß sie sich nunmehr ieglicher Maßnahmen enthalten, die zu einer Erhöhung ihrer Rüstungen führen könnten. Der Dölkerbundsrat wird daher aufgefordert, die Regierungen zu einer Erklärung bis zum 1.November 1931 zu veranlassen, dahingehend, ob sie bereit sind, von diesem Zeitpunkt für die Dauer eine- I a h r e s einen derartigen Waffenstillstand der Rüstungen anzunehmen. Tagung des Gustav-Adolf-Vereins in Würzburg. Würzburg, 28. Sept. (WTD.) Die Tagung des Gustav-Adolf-Vereins begann am Samstag mit einer Degrühungsversammlung. Im Namen des Zentralvorstandes der Gustav-Adolf-Stiftung überbrachte Oberkirchenrat O. H i l b e 11 (Leipzig) die herzlichsten Wünsche. Pfarrer G e r st - er g e r (Eger) hielt einen Vortrag über das deutsch-evangelische Leben In der Tschechoslowakei. Dekan Lindner gab bekannt, daß Gemeinde und Kirchenbezirk Wü^burg zum Landesfest eine Liebesgabe von 2400 Mark gesammelt haben. Im Namen des bayerischen Hauptvereins nahm Oberkirchenrat v. R ü d e l freudig bewegt die Gabe mit Dankesworten entgegen und teilte mit, daß Oas Programm des Deutschen Landvolks. Schutz der bäuerlichen Beredlungswirtichaft Berlin, 29. Sept. (TU.) Der Vorsitzende der Christlichnationalen Dauern- und Landvolkpartei, v. H a u e n s ch i l d , hat am Dienstag dem Kanzler die Forderungen seiner Partei überreicht. Vor Pressevertretern führte v. Hauenschild über seinen Schritt beim Kanzler u. a. aus: Nur Eingriffe tief st er Art könnten heute noch zum Ziele führen. Zölle usw. mühten so gehandhabt werden, daß sie eine Inflation ausländischer Lebensmittel auf3 schärfste einschränken. Die deutsche Politik müsse nach außen der Erkenntnis zur Auswirkung verhelfen, daß die Kriegstribute nicht nur unberechtigt, sondern auch ein entscheidendes Hindernis für die Gesundung der Weltwirtschaft seien. Im Innern müsse sie durch strengste Sparsamkeit und durchgreifenden Schuh der heimischen Produktion dem deutschen Wirtschaftskörper neue Kraft entgegen- führen. Die Reichsregierung in ihrer gegenwärtigen Zusammensetzung biete keine Gewähr für eine Politik, die diesen Notwendigkeiten Rech» ' OWOlKtnios. 0 neuer. 0 nafD oedetM. 0 woikiq, • oeuttKl »Reoea ♦ Schnee & Graupeln, e neoel K Grwater.(§)WindSUlle.-O^ sehr «enter Ost nassiger Südsüdwest 15 stürmischer »4 L,vL ’l[ JMfifa, _nfl <®W. Ä bat |i* rtll| Wtnb rt öamuti 2otb Aea! vj liberalen ^erpräsiden. Ehrquer« Äd rviid 1 fhtoün. LK {Wtte die S® knn und Mtofltamm M die Lide. 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Die Anleihe wird in Stücken von 100. 500, 1000 und 5000 Goldmark auSgefertigt. Als Goldwert gilt der Gegenwart von Vm? Kilogramm Feingold. Dieser Gegenwert wird bei den Zinszahlungen und der Einlösung der verlosten Stücke errechnet unter Zugrundelegung des Londoner Goldpreises deS 15. deS der Fälligkeit vorangehenden MonatS. Die Umrechnung in die deutsche Währung erfolgt zum Mittelkurs der amtlichen Berliner Rotterung für Auszahlung London des gleichen Tages. Die Anleihe wird vom 1. Oktober 1931 mit jährlich 4,5 v. H. verzinst. Zeichnungen werden angenommen a) bei denjenigen Reichsbahnkafsen. die von den zuständigen Reichsbahndirektionen als Zeichnung-- stellen bestimmt werden, b) bei allen RcichSbank- anstalten, c) bei bestimmten Danken in Berlin und in 27 anderen deutschen Städten. Vornottzen. — TageSkalender für Mittwoch. Obe.h.ss scher Kunstvcrctn: Jubiläumsausstellung Ernst Eimer, Turmhaus am Brandplatz, 15 bis 17 Uhr. — Handgewebe-AuSstellung von Schloß Aus der Provinzialhauptfiabt. Gießen, den 30. September 1931. Herbstzauber. Meint ihr, die Unken seien längst in ihre Winterquartiere gezogen und schliefen dort den Schlaf derer, die sich durch reichlich Schreien die Ruhe verdient haben? Ach nein — noch leben viele von ihrer Sippe, plärren den Menschen die Ohren voll und machen ihnen das Dasein schwer und schwerer. So sitzen sie auch jetzt mit finsteren Mienen, tun sich gewichtig und sogen: Ach ja, schon wieder Oktober, jetzt wird e» bald schneien und dann kommt die Kalte und die Räss« die Qual langer Nächte, das viele künstliche Licht..." Wir leben alle in derselben schweren Zeit, wir tragen alle dieselben schweren -sorgen, und da» Dissen darum ist genug des Kummers und gibt uns Ernst genug fürs Lebei. und Schaffen. Wenn wir aber die Aufgabe de» Daseins recht erfüllen wollen, dann brauchen wir auch einen Kraftquell, aus dem heraus wir Zuversicht und Freudigkeit schöpfen. Hat der Herrgott das Jahr so verschiedentlich gestaltet, daß der Mensch nur in den Monaten der grünenden und blühenden Natur froh sein soll, um bann unzu- frieden an jeder dunklen Wolke herumzunörgeln, die am Himmel daherzieht? Frischer weht der Wind jetzt freilich, und manch kräftiger Regenschauer gehört nun mal in den Herbst hinein, aber deshalb — wer Augen zu sehen hot, dem bietet sich auch jetzt noch de» Schonen genug. In den (Bärten wiegen sich In ounten Reigen vielfarbige Aftern im Verein mit den gelben Ringelrosen. Und in anmutiger Schönheit strahlen die Dahlien und Georginen, nebst ihren krausen Schwestern, den Chrysanthemen. Und nun gar da» Laub der Bäume?! Wer den Blick auf- wärt» trägt, wird leuchtenden Auge» Meister Herbst, da» Malergenie, bewundern, der da» grüne Gewand der Bäume nun so farbenprächtig dekorierte. Wenn auch nur ein Zipfelchen blauen Himmel» die Sonne hineinleuchten lägt In da» farbenfrohe Bild, bann wirb Jeher, ber ein wenig Herz mitbringt, von Gottes schöner Natur noch viel einheimsen können. Denkt nicht, bah bie Jahre be» reifen Lebens- sommers keinen Trost mehr in ber Herbstsanne flnben können, sonbern nur bie Jugend Frohsinn aufzubringen vermöchte beim Anblick und dem Gedanken, bah biese Farben ja eigentlich Vorboten sinb von Wintereinsamkeit? Gerade ber Vollmensch, ber Früh- lingsstürme und bie schwüle Sommerzeit hinter sich hat, wirb ben Herbst seines Lebens noch einmal mit jener Schönheit ausgefallen können, ber so wohl- tuenb bie Umgebung bezwingt .. Oktober, Weinmonat! Die Blätter am Weinspalier leuchten rot unb golben — rot unb golden blinkt im Glase, wa» heranreiste In Wind unb Sonne, Feuer gebenb bem Blute, Wärme unb Frohsinn. Lachenb trinkt ihn bie Jugend — ber Levensfrühling, unb ruhig geniehenb ber Lebenssommer — unb mit Anbacht aber der Mann, den bee Lebens Oktober- onne streift. Sonnig lacht es aus seinen Augen mit ener Wärme bie nicht mehr lobernb versengt, son- fern froh unb beschaulich nach jedem Sonnenstrahl greift ber bum Leben bie Schattenseiten erhellt. Lagt die Unken rufen: „Gilbharb, Oktober, fälter wird e», bie Tage werden kürzer", wir wollen dank- bar auch au» be» Herbste» Sonnenschein uns einen Grunde wurde eine Essenzulage gegeben. Um Beschwerden hab« eS sich aber nicht gebandelt. StaatSanwaltschastSrat Dr. Schaper beantragte gegen den Angeklagten, der bebauptete, dah er die Mitteilungen von einer Zivilperson «halten bade, eine Gefängnisstrafe von 2 Monaten, wobei er erklärte, .waS würde in dem von den Kommunisten so gepriesenen Ruhland mit einem Mann geschehen. der, wie der Angeklagte eS tat, die Düte deS Esten- der roten Armee in dtoctkl gestellt hätte? Och glaube, der Mann sähe so schnell da- Licht der Sonne nicht wieder. Wir sind ja viel zu großmütig." so meinte der Anklagevertreter unter dem Hinweis, dah der Angeklagte noch nicht einmal den Versuch gemacht habe, einen Wahrheitsbeweis anzutreten. 3n feinem Schlußwort äußerte der Angeschuldigte, dah man In Rußland den Kritiker sofort herausgedolt hätte, um die vorhandenen Fehler abzustellen. DaS Gericht verurteilte den Angeklagten zu 300 M k. Geldstrafe unter der Feststellung, dah mit dem Rrtikel Mihtrauen in die Reichswehr getragen werden sollte. GS wurde PublikationSbesugniS ausgesprochen. "AnmahnungvonSteuernundAb- gaben. Die Ltadtkasfe macht in einer Bekanntmachung im gestrigen Anzeigenteil darauf aufmerksam, dah eine Reihe von Steuern und Abgaben biS einschließlich 7. Oktober fällig ist. Interessenten seien besonders daraus hingewiesen. •• Der Wochenmarkt beginnt, wie auS einer Bekanntmachung im gestrigen Anzeigenteil hervorgeht, vom 1. Oktober ab um 8 Uhr und endet um 14 Uhr. •• Frachtnachlah bei Ob st versand. Um großen Schichten der Bevölkerung bei ber dies- jährigen guten Obsternte Gelegenheit zu geben sich für ben fommenben Winter reichlich mit Obst zu versorgen unb sich baburch eine gewisse Erleichterung In ber Lebenshaltung zu verschaffen, gewährt bie Deutsche Reichsbahngesellschaft vom 1. Oktober bis 30. November für ben Stückgutoersanb von frischen Aepfeln, Birnen unb Pflaumen (Zwetschen) einen Frachtnachlaß ber in bem hauptsächlich für blefcn Versand in Frage kommenden (Entfernungen unb Gewichtsmengen ungefähr 30 v. H. beträgt. * Der Alice-Frauenverein vom Roten Kreuz nimmt auch in diesem Iahre wieder eine Ehrung von Hausangestellten vor, die 5. 10 und 15 Iahre in einem Hause gedient haben. Die Möglichkeit, diese Ehrungen durchführen zu können, verdankt der Alice-Frauenverein der Güte einer hiesigen Familie. 2lähereS über die Anmeldungen ist aus dem heutigen Anzeigenteil ersichtlich. " Geschäftsjubiläum. Die Firma Gust. I. Kahn, Ledergcschüft und Schuhgrohhandlung in Giehen, Bahnhofstraße 35, kann jetzt, wie vor einigen Tagen schon kurz mitgetcllt, auf ihr 60jähriges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Anlaß veranstaltet die Firma vom 1. bis 7. Oktober eine Iubiläums-Derkaufswoche, in der sie ihre Waren — wie aus der heutigen Anzeige ersichtlich ist — auch im Kleinverkauf abgibt. "Reitjagden. Man schreibt uns: Wie in jedem Iahre, so finden auch in diesem Herbst Reitjagden des DotaillonS und des Reitervereins Gießen an jedem Mittwoch- und Samstagnachmittag statt. Sie dienen in erster Linie zur Ausbildung im Gelände und sollen den Beweis erbringen, daß Reiter und Pferd während des Sommerhalbjahres gelernt haben, sich aus freier Flur zu bewegen und Hindernisse jeder Art zu nehmen. Die Jagden beginnen mit dem ..Stelldichein". DaS ist der Sammelpunkt, an dem sich die Teilnehmer zu Beginn der Iagd treffen. Der Beginn der Iagd wird durch daS Lied „Wohlauf Kameraden aufs Pferd, aufS Pferd" angcblafcn. Voraus reitet ein Reiter als Fuchs, chm folgen bie Vorrencr (Puore genannt). Hinter diesen reitet der Iagdherr «Master). Dann schlichen sich die einzelnen Abteilungen (Felder genannt) an. Die hiesigen Jagden werden mol» UenS in zwei Feldern geritten. DaS lieberreiten deS Iagdhcrrn ist verboten und wird mit Straf« belegt Die Iagden führen über freie Felder mit künstlich ausgebauten Hindernissen, über Wasserläufe und durch Wälder. Hierbei gibt ei manche Schwierigkeiten zu überwinden. So z. B. daS Herabklettern an großen Steilhängen und daS lleberspringen brennender Hindernisse. So wird nicht nur die Ausbildung von Reiter und Pferd erprobt, sondern auch Mut und Zuverlässigkeit Die Iagden enden meistens, wenn ei daS Gelände erlaubt, mit einem AuSlaus. Bet ber Hubertusjagd trägt der Fuchs an der linken Gchulter einen Fuchsschwanz. An diesem Tag« wird beim AuSlaus der Fuchs gejagt. Dem Schnellsten und Geschicktesten, bem es gelingt, ben Fuchsschwanz abzureiben, wird er als Eigentum übergeben Rach Beendigung ber 3agb wird daS „Halali" geblasen, unb an bie einzelnen Teilnehmer nach alter Sitte ein Eichenlaubbruch überreicht. •• Die Schaumesse auf Oswalds- garten ist in diesen Tagen das Ziel vieler Gießener DaS gute Wetter, daS bisher bie Mess« begünstigte, brachte an ben Rachmittagen viel« Besucher, unb auch in ben Abendstunden herrscht stets lebhafter Betrieb. Die Orgeln ber Schist- schaukel unb ber Äaruffeli füllen die Luft mit ihrem Durcheinanber verschiedener Melodien neuerer und älterer Schlager, und die AuSruser vor den Buden versuchen mit allen möglichen Mitteln, die Aufmerksamkeit deS Publikums auf ihr Geschäft zu lenken. Mit Trommeln unb Sirenen, mit Muschelhorn und Tambourin erinnern die Schaubudenbesitzer daran, daß .sogleich wieder eine neue Vorstellung" beginnt. Hin und wieder kracht ein Schuß, der die Rächststehenden erschrecken läßt. Reben den verschiedenen Hnterhal- tungSstätten ber Schaumesse findet in diesem Jahre bie amerikanische Motorrabsensation der »Steilen Wand" besondere Ausmerksamkeit. Der Fahrer Harry R o l t o n zeigt aus seinen schweren Indian-Motorrädern kühne Fahrten an ber fünf Meter hohen (teilen Wand, an der er mit großer Geschwindigkeit Herumrast und dabei allerlei Kunststücke vollführt. DaS Ganze stellt eine hoch einzuschätzende sportliche Leistung dar, die von dem AuSführenden viel Mut, Geschicklichkeit unb Energie verlangt. Dem Fahrer wird denn auch stets lebhafter Beifall zuteil. Reben der Schaumesse, die um die Unterhaltung der 'Besucher bemüht ist, findet, wie in jedem Iahre, auch DerkausSmarkt statt. DaS Geschäft hat allerdings auch stark unter der wirtschaftlichen Rotlage zu leiden. Die Messe ist noch bis einschließlich Sonntag, 4. Oktober, geöffnet. •• Achtung Australien! Achtung Asien! Am Sonntogvormittag gelangte Im Lichtspielhaus Bahnhofstraße ein auSgez ichneter Kulturfilm zur Vorführung. AuS jedem einzelnen Bild war zu spüren, daß ein Berufener am Werke war: Dr. E o l i n Roß. Der Film brachte Gegensätzlichkeiten, in drastischen Formen ausg zeigt, — hier bie australische Großstadt mit Ihrem modernen (Betriebe, dort da- endlose, slache Land, kaum besiedelt, aber in fruchtbarem Ucbcrsluß besangen, bann in größerer geistiger Linie einander gegenübergestellt: hier Australien, der .Raum ohne Volk' und dort Südostasien mit dem Men- schenübersluh, dem „Volk ohne Raum". Man sah — um nur kurz daS in Bildern gezeigte zu (treffen — bie Wolkenkratzer von Melbourne und Sidney, daS moderne Leben in den Großstädten an der Küste, die endlosen Steppen im menschenleeren Hinterland, die eigenartige Tierwelt im Busch, die üppige Flora an den Fluhläusen unb eindrucksvolle Bilder von den Festen und den kultischen Tänzen ber Ureinwohner Australiens Dann folgten Aufnahmen auS dem bumpfen Gewühl chinesischer Küstenstädte, Bilder aus dem Leben der chinesischen KuliS in Armut und Rot. Der Film führte weiter nach Indien und veranschaulicht« gleichnishaft die Freiheitsbewegung der Inder, zeigte Tempeltürme und Tschad-Mahal. daS £ eben am heiligen Ganges u. a. m. Richt weniger schön und eindrucksvoll waren die Bilder, die dem Leben der Bewohner von Reu-Guinea und Reu-Dee- land abgelauscht waren. Einen großartigen Abschluß sand der Film In der Wiedergabe deS Infernos der vulkanischen Gebiete Reu-DeelandS mit ihren kochenden Schlammseen und heißen Quellen, mit den rauchenden Bergen und heißen Tälern, auS denen — merkwürdiges Spiel der Ratur — ll)ir wollen daß Ihre Anzeigen für fic werden! Westerburg des BDI.: Gas« »bei, 10 bis 13ilbe Ad IS bl?,?0 .Uhr- - Shristliche Versammlung Gt ßen 20.15 116;, Llndcnp.atz 1. Svcngeli'atwnS- versammlung, „Welches ist bie wichtigste Wahl UA 77 Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Im Westen nichts RcueS" «letzter Tag). ~ Rui dem Stadttheaterbureau wird uns gclcbrieben: Am 2. Oktober beginnt daS Stadttheater seine diesjährige Winterivielzeit mit der Erstaufführung von Bruckner- .Slisabech von " unter der Spielleitung von Intendant Dr. P rasch. Es kommt damit zum erftenmal ein IBetf biefeÄ Dichter- in Gießen zur Aufführung. Die Eröffnungsvorstellung ist zugleich bie erste -Erstellung im Freitag-Abonnement. Beginn 19.N) il&r; Ende 22.30 älhr. Die erste Fremdenvorstellung wird am Sonntag, 4. Oktober, mit einer einmaligen Wiederholung der Komödie .Der Garten Eden" von Oesterreicher und Dernauer unter 'der Spielleitung von Peter F a s - sott veranstaltet. Beginn der Vorstellung 18 Uhr, Ende gegen 20.30 Uhr. — Der Spielplan ver- zeichnet für den 6. Oktober als zweite Srstaus. suhrung und zugleich als erste Vorstellung im DienStag-Abonnement Bruno Franks Komödie .Sturm im Wasserglas". Spielleitung: Heinrich Hub. Unser neuer Roman. 3n der morgigen Ausgabe deS .Gießener Anzeigers" werden wir den laufenden Roman »DaS bißchen Erde" von Richard Dkowronnek zu Ende bringen und zugleich mit der Veröffentlichung eines neuen großen Werke- beginnen: mit dem Vornan einer Frau, die sich seit langem in unserem Leserkreise der größten Beliebtheit erfreut, und deren früher bei unS erschienene Erzählungen stet- außerordentliche Erfolge erzielt haben. Die jetzt von unS erworbene, neueste Arbeit der geschätzten Autorin reiht sich ben früheren Veröffentlichungen würdig an und vereinigt In sich alle Vorzüge, welche die ungewöhnliche Popularität dieser Schriftstellerin in weiten Streifen deS Publikums, ganz besonder- aber bei ber weiblichen Leserschaft erklären. »Wenn Menschen auseinandergehen" von 3- Gchneider.Foersil ist ein von großer Phantasie und dramatischer Handlung getragener Roman unserer Zeit, eine spannende und packende Schilderung auS dem Leben, von Liebe und Leid, vom Verlieren und Sichsinden, vom Schmerz deS Verzicht- und vom Glück der endlichen Wiedervereinigung zärtlicher Herzen nach langer Zeit der Entfremdung. Rie» mand wird die Geschichte vom Schicksal der jungen Frau RoSmarie ohne tiefe Ergriffenheit lesen. Jeder wird die wechselvollen Schicksale Der jungen Liebenden und die aufregenden Abenteuer de- ForscherS Szengeryi mit der lebhaftesten Anteilnahme bi- zum letzten Kapitel und zum befreienden Ausklang verfolgen. — Wir sind gewiß, mit dem neuen Werk einen Roman nach dem Herzen unserer Leserinnen und Leser gesunden zu haben und ihnen mit der morgen beginnenden Veröffentlichung eine besonder- willkommene, tägliche Unterhaltung zu bieten. Oie Gpeiselarie der Gießener Reichswehr. In einer Verhandlung vor dem Großen Schössen- gericht in Frankfurt a. M. interessierte man sich für die Mahlzeiten, die von den Kompanieküchen der Reichswehr in Gießen verausgabt werden. GS gelangte die Speisekarte einer ganzen Woche zur Verlesung^ aus der man entnehmen konnte, daß für die Mannschaft bestens gesorgt wird und Grund zu Klagen nicht vorhanden ist. Sin Mitglied der Küchenkommission, das al- Zeuge austrat, Hauptmann Scheuerpsiug, bezeichnete daS Essen al- reichlich und ausgezeichnet, wie eS sich daS Zivilpublikum kaum noch leisten könne. In einem Artikel der kommunistischen .Arbeiterzeitung" in Frankfurt a. M. vom 6. Mai wurde geaen den Bataillonskommandeur der Vorwurf erhoben, daß das Essen schlecht sei und die Mannschaften übermäßig gedrillt würden. Es gebe die ganze Woche nur dünne Suppen, mit Ausnahme Freitag-, wo es Fisch gebe. Manche Leute hätten es satt, einen Staat zu schützen, von dem sie nicht ausreichend beköstigt würden. Auf den Strafantrag deS Kommandeurs kam eS zu einer Anklage gegen den verantwortlichen Schriftleiter Fritz Häuhner wegen verleumderischer Beleidigung. ES war u. a. auch behauptet worden, dah am 2. Mai die Soldatenkost so schlecht gewesen sei, daß auf Beschwerden der Leute jeder ein Viertelpfund Wurst extra erhalten habe. Rach ben Dekunbungen des Hauptmanns fanden an dem Tag die Dorwettkämpfe für einen 25-Kilo- meter-Gepäckmarfch statt, und lediglich auS diesem fit. 228^5 abzurutcn. Gießen, den 28. September 1931. 6165 D 6484 DI Sprechstunden: 8—10, 3 — 4 Uhr 6461 D im Alter von 51 Jahren. 6472 D Lollar, den 28. September 1931. 05616 6352D 1490 D liefen Stoffe Für die Jugend (Jahren glänzend befö/irf Ausschlag,16äb&Hämoaiwiden.bän^häd£nd)und<' Richtige. Hier nur einige Beispiele: Geschmack das [Verschiedenes) Kleiderstoffe 0.78 per m 1.10. 0.85, täten Cr£pe Caid, 70 cm brt., alle schö- 1.45 nen Farben per m Für die Dame Tweed-Diagonal, 70 cm breit, in 1.45 schönen Farben per m haltbare Ware per m Mantelstoffe. Besätze und kotier 3.90 Für den Herrn 5.25 9.50 1.20 Grobe Posten Reste Vereine L. Bernard Stoffspezialhaus, Plockstrafee 16 6469 A" Jeden Husten beseitigt Bexalit! 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Oktober, nachmittags 4 Uhr. von der FrledhoishaUe aus statt Seidenstoffe Kunsts. Marocaine, ca 100 cm breit, in schönen Farben, p. m 2 45, Kunsts.Marocaine.calOOcm br, bedr ,i ganz neuen Must., p. m 3 90, Georgette,100 cm br, t. hochapart. Abendkleid.,!.herrl.Must ,p m3.90, Georgette,100 cm br, reine Seide, schwere Ware, in allen Farben,p. m Reins. Marocaine, 100 cm breit, beste Qualität, in allen Farben, p. m Baumwollwaren Wäschestoffe, 80 cm breit, gute HroolheBen- Ablösung Bausparen durch dem Bansparkassenge- setz entsprechend. Tarii u.Bedingung. Verl angen Sie Angebot. Ansiahlnnpinner- halb ca. 8 Monat. ca. 2300000 RM. Württemhergia Bau- u. Hypothek.- Entschcldungs- Q.m.b.H.,Stuttgart Charlottenstr. 8 1 Vertreter 6«fl3v allerorts Gesucht, Bekanntmachung Die Lieferung von 250 Zentner Hafer ist zu vergeben. In tiefer Trauer: Frau Auguste Deibel, geb Rudolph und Kinder nebst allen Angehörigen. X 15. Okt. 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Unter dem beitslosigleit von et der ganzen Welt ScWeihaltungsgrü Einjuhr zurA zeichen hiersür sind reich hat vor me aus den deutschen i Dcineinfuhr verbot der letzten Genfer Tc deutschen Export u Handelspolitik unte siir die gesamte Politik symptomatisl teste Teile der Del halbentwickelten @1 lichen und südöstlic Krise aus den Agr infolge innerpolitisc den Mähe kausunsä erport geworden. Wetthandelsvvlume lmg andauert, um Ergebnissen von 1! Jndustrieerport ist Milliarden zurück^ daher notwendige, zu dem Aotbehels nisse greisen müsse. Die innere Wii unter dem Zeichei tarnen Dirtsch innere und äußere bei rückgängiger ' werdende Steuerdi lonenarbeitslosigk. lebenssähigen Krä erdrosseln, Gegen! w'r nur zur Wie Statt besonderer Anzeige. Heute nachmittag ist unsere herzensgute, treue Mutter, Schwiegermutter und Orobmutter Frau Paula Scriba, öeb. Bettüeuhäuser Witwe des Pfarrers Friedrich Scriba im 77. Lebensjahre in dem Herrn sankt entschlafen. Namens der trauernden Hinterbliebenen: Laura Steinberger, geb Scriba Paula Thomas, geb Scriba Amtsgerichtsrat Steinberger Studienrat Dr. Thomas und Enkelkinder Gießen. Hersfeld, Darmstadt. Ottenbach a. M.. den 29 September 1931. Die Beerdigung findet in der Stille statt. Mantelstoffe, 140 cm brt., schöne aparte Muster und Farben.. .per m Mantelstoffe, 140 cm breit, reine Wolle, alle neuen Gewebe in ca 50 Mustern und Farben, jahrelang bewährte Fabrikate, p. m 8 90,7.90.6.50, Besatz-Feil-Imitation, 130 cm breit, in Riesenauswahl.....11.00, Kunstseidene Futterstoffe, in vielen Farben u. Mustern, 1.68,145, Kirchwed Don Dind pfeif f er rüttelt gelb? ß, “bet spatgrünen C M nun wartet i bÄn’ der e> b -c' und b<Äl0der A ^ern iugfc Ser "Älun9 das eTh? x6e Hausp undA^^den scheu /E , frisch , Dorf 6r'Ä Statt besonderer Anzeige. Heute nacht entschlief plötzlich nach langem mit Geduld ertragenen Leiden mein Heber Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater. Großvater, Bruder. Schwager und Onkel Herr Friedr. Wilh. Norwig im 59. Lebensjahr. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Martha Norwig, geb. Auel. Lollar, den 29. September 1931. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 1. Oktober, nachmittags 3 Uhr. von der FrledhoishaUe aus statt Jon Dr- fr 5as d^° fenSl' schal Olckercld lich/n deuii^m 13.3u! nisse eit ^gngslä schass 2it?k« elbll & getan- w ' heim wiesen, oav &flß ^nTiner - „iil" Sauf unsere chast abhängen | Vermietungen | Herrschaftliche 4- to. 5-Zimmer- woiinnng mit Zentraihelz. und all. Zubehör. Staifer- allee 70, per 1. Aov. au vermiei. Näheres Ke serallee 701. Zwei out möbl. wwD Wolm-u.Schlafzinimer nebenetnanbeilieo.a. per in. Sttdanlage 9 p. Gr. gut möbi. Zim. mit 1 oder 2 Bellen, Lchre.bllich u.cietir. Licht AU vermiet. Kai er aller 60 p. Bedingungen können bei der unterzeich neten Verwaltung eingesehen werden. Angebote sind verschlossen und versehen mit der Aufschrift „Angebote für die Haferlieferung" mit dem Muster bis zum 6. Oktober 1931, vormittags 11 Uhr, einzureichen. In den Angeboten sind die Bedingungen anzuerkennen. Zuschlagsfrist sechs Tage. Das einzureichende Hafermuster, 1 kg enthaltend, muß getrennt von dem Angebot verpackt, mit der Aufschrift „Muster zum Angebot für Haferlieferung" versehen sein. Gießen, den 22. September 1931. Verwaltung der Veterinär-Kliniken und -Institute. AusküniletnNechlS-, Siras«, rZamtl.-Anae- leoenueitcn, Gesuche, Verträge, Beobach« tungen. Ueberwachg. und Ermittlungen preiSw^ streng dtskr. u. an all. Orten err. it. erledigt Detektiv- Bnrean-n.Ansknnttel Inh.K.Gerz,Bad-Nau- heim. Kuretr. 17. ,'38 Geschäftsdrucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten bei Brühl. Schulstrafle 7 Möbl Zimmer au vermieien. lE Stcinitrane 51 v. | Mietqesucne | Sielt. Dame s. leere Stube lind Küche. Schrtstl. Angeb unt. 05618 a d. Gieß. 21ha. 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Da« Ziel deutscher Agrarpolitik muh eS fein, die Dolksernährung aus die nationalwirtschaftlichen Grundlagen der heimatlichen Ackererde zu stellen und die Land- wirtfchaft als den Hauptträger deS Binnenmarktes zum Motor für den organischen Wiederaufbau der deutschen Wirtschaftskraft zu machen. Die Sreig- niffc seit dem 13. Juli hoben die unerbittliche wirtschaftliche Zwangsläufigkeit einer sürforglichen Ernährungspolitik erneut mit aller Klarheit bargetan. Ich selbst habe seit Iahren daraus hinge- wicsen, daß beim Versiegen des ausländischen KredilstromeS daS deutsche Volk aus die Kraft feiner eigenen Srnährungs- bafiS zurückgeworsen und das Wohl und Wehe der gesamten Nation gerade auch im Hinblick aus unsere außenpolitische Handlungsfreiheit von der Leistungsfähigkeit der deutschen Landwirtschaft abhängen würde. Jetzt ist dieser Zeitpunkt gekommen. _ Die Beziehungen Deutschlands zur Weltwirt- schast sind charakterisiert durch die Abhängigkeit unserer Industrie von der Rohstosszusuhr in Höhe von etwa fünf bis sechs Milliarden Mark, die eine ruhige Wirt- schaftsentwicklung gesährdende kurzfristige Auslandverschuldung von etwa acht Milliarden, die kommerzielle Zinsenlast von mindestens 1,5 Milliarden Mark und die politisch« Tributlast, von der wir heute noch nicht wissen, wie weit es gelingen wird, uns von ihr zu befreien. Wollen wir unsere Zahlungsbilanz zum Ausgleich bringen, so bleibt unS nur der Weg der Export st eigerung und der Einfuhr- e r s p a r n i f s e. Aber auch hier stoßen sich die Dinge hart im Raume. Der Export unserer Industrie ist bei der Ungleichheit der politischen Machtverhältnisse mehr als vor dem Kriege abhängig von der Ausnahmewilligkeit des Auslandes. Unter dem Zwange der stagnierenden Arbeitslosigkeit von etwa 22 Millionen Menschen in der ganzen Welt wird daS Ausland sich aus Selbsterhaltungsgründen gegen die deutsche Einfuhr Aur Wehr fetzen. Deutliche Anzeichen hierfür find fchon wahrnehmbar. F r a n l - reich hat vor mehreren Tagen ohne Rücksicht aus den deutschen Handelsvertrag die Holz- und Weineinsuhr verboten. Die Schweiz hat aus der letzten Genfer Tagung einen Vorstoß gegen den deutschen Export und damit gegen die deutsche Handelspolitik unternommen, dem grundsätzliche, für die gesamte europäische Handelsvertragspolitik symptomatische Bedeutung zukommt. Weiteste Teile der Welt, die gesamten kolonialen und halbentwictelten Erdteile mit Einschluß des östlichen und südöstlichen Europas sind infolge der Krise auf den Agrar- und Rohstofsmärkten und infolge innerpolitischer Erschütterungen im steigenden Maße kausunsähig sür den deutschen Industrieexport geworden. In diesem Iahre wird das Weltbandeisvolumen, wenn die bisherige Entwicklung andauert, um etwa 100 Milliarden hinter den Ergebnissen von 1929 zurückstehen. Der deutsche Industrieexport ist gegenüber 1929 um etwa vier Milliarden zurückgeworsen worden. Wir werden daher notwendigerweise noch stärker als bisher zu dem Rotbehcls weitergehender Einsuhrersparnisse greifen müssen. Die innere Wirtschaftslage Deutschlands steht unter dem Zeichen einer scheinbar unaufhaltsamen Wirtschaftsschrumpfung. Die innere und äußere Schuldenlast Deutschlands, der bet rückgängiger Wirtschaft immer untragbarer werdende Steuerdruck, die soziale Last der Mil- lionenarbeitSlosigkeit — sie drohen, die noch lebensfähigen Kräfte der deutschen Wirtschaft zu erdrosseln. Gegenüber einer solchen Lage können wir nur zur Wiedergesundung gelangen durch Kirchweih am Tegernsee. Don Anny Schaefer. Der Wind pfeift über die noch lebenswarmen Felder, er rüttelt an den Aesten der Buchen, bas herbstlich gelbe Laub raschelt zur Erde, wirbelt über spätgrünen Wiesen. Die Erntearbeit ist ge- lan, nun wartet noch das Laubrechen und Mistbreiten. ehe der erste Schnee die Fluren deckt, und die Sommer- und Herbstarbeit ist beendet. Lind so ist der Kirta — die Kirchweih — für den Bauern zugleich ein Erntefest, auf das sich alt und jung das Iahr über freut. Es beginnt der große Hausputz, jeder Winkel wird gefegt, es wird geräumt, die Betten in der .guten Kammer" werden gelüftet, die Wände in Küche und Stall frisch geweiht, die Stubenböden gescheuert, die Vorhänge an den blanken Fenstern leuchten einem blühweih entgegen. Um das Haus herum wird Ordnung geschafft, es gilt dem .Kirta", dem Tag der Freude. Am Rachmittag vom Kirta-Samstag ist die Hauptarbeit beendet, die Bäuerin walkt mit frohen Augen die „Kirta- nudeln" aus weißem Mehl mit Wcinberln und läßt sie im siedenden Schmalz hoch steigen, während die Kirchenglocken feierlich das Fest einläuten, die weih-gelbe Fahne aus dem Turme flattert. Die Gräber um die Kirche herum werden mit den letzten Herbstblumen geschmückt, der Bauer holt mit feinem .Bräuneri" Bier im Faß aus dem Dors, er kaust den .Kirta-Draten". Was sonst noch im Hause fehlt, das besorgen die „Weiber- leut", die auch frisches Weihwasser aus der Kirche nach Hause tragen. Zur Vorfeier gibt es am Abend Brotsuppe mit Blut- und Leberwürsten. Festlich angetan kommt am Kirtasonntag die Gemeinde über Feld und Hügel. Zum Hochamt läßt das Alter der Iugend den Vorrang, besucht bescheiden die Frühmesse. Den langen, weiten Rock über den Arm geschlagen, gehen die Frauenleut, einzeln ober gepaart auch mit .Männerleut", zur Kirche. Aus dem seidenen Schalk mit Eilber- I geschnür steigt schmuck ein Sträußchen von frischen Geranienblüten und Myrthen, das gleiche schmückt den kleinen feschen Filzhut mit goldenen Schnüren und Quasten. Ost ist eS kein Zufall, daß die Blüten mit denen auf dem Hut eines Burschen übereinstimmen, denn auch der Bauer hat seine Poesie, sein Zeichen der Liebe. Die Bäuerin auf dem Hof richtet indeh in der Stube vor dem Herrgottswinkel den „Kirtatisch": drakonische Sparsamkeit und eine inner- 1 ich aufbauende Wirtschaftspolitik. Die Hoffnung auf eine schnelle Wirkung von Sparmaßnahmen dürfen wir nicht zu hoch spannen. Lins sind namentlich durch die alles umspannende soziale Rot die Grenzen eng gezogen. wenngleich auch grundlegende Resormen deshalb nicht aufgeschoben werden sollten. Entscheidend bleibt letzten Endes doch immer der Kurs der Wirtschaftspolitik. DaS erste Ziel muß fein, der Wirtschaftsschrumpfung Einhalt zu gebieten. DaS ist auf die Dauer nur möglich durch echte, organische Arbeitsschaffung. Llnterstüht durch eine entsprechende Steuerpolitik kann dann auch wieder Kapitalbildung aus eigener Krast erfolgen. Damit ist zugleich der Anfang für Schuldentilgung und in Verbindung mit einer schonenden Behandlung auch der Anfang zu einer vernünftigen ZinSgestaltung geschaffen. Wie läßt sich die organische, echte Arbeits- schassung erreichen? Rur dadurch, daß wir diejenigen Produktionsmöglichteiten im eigenen Lande restlos ausschöpfen, für die der Absatz innerhalb unserer Volkswirtschaft gesichert werden kann. In erster Linie denke ich dabei an den Ersatz ausländischer RahrungS- und Genuß- mittel durch volle Ausnutzung der noch brachliegenden landwirtschaftlichen Produktionsreserven. Eine landwirtschaftliche Produktionssteigerung um 2 bis 2.5 Milliarden Reichsmark bedeutet Mehrarbeit in der Landwirtschaft für 500 000 Menschen, deren Bedarf an Produktionsmitteln, Verbrauchsgütern und Verkehrsleistungen weiteren 750 000 Menschen Arbeit geben und als Motor für das Wiedererwachen der deutschen Wirtschaft aus dem gegenwärtigen Zustande der Lethargie wirken wird. Hierin liegt die staatspolitische ratio der Agrarpolitik, weil die Agrarpolitik für Rettung des gesamten Volkes und zum Wiederaufbau unserer Wirtschaft unerläßlich ist. Woraus es jetzt für die Landwirtschaft ankommt, ist die Schließung der Preisschere durch Senken der Produktionsmittelpreise. Dieses Ziel wird ohne Locke- rung der Kartell- und Lohnbindungen nicht zu erreichen sein. Bevorstehende Entwicklungen und Entscheidungen im Ruhrgebiet werden nur Dorseldkämpse sein. Ihnen werden bald grundlegende gesetzliche Regelungen folgen müssen. Der Weg zur Rettung in Deutschland liegt auf dem Wege einer wirklichen, in Ruhe und Zielsicherheit durchgeführten Deflation. Es scheint mir unbedingt notwendig, die gesamten Produktionskosten in Deutschland so weit zu senken, daß eine Rentabilität der Betriebe aller Art wieder möglich wird. Es wird darauf ankommen, mit den geringen uns zur Verfügung stehenden Kapitalmengen größte Effekte zu erzielen. Die Landwirtschaft hat die deflationistische Entwicklung mit ihrem Agrarindex 101 bereits vorweggenommen und wartet nunmehr gegenüber den Entwicklungen aus dem Gebiete des gesamten Lebenshaushaltes, der Industriefertigsabrikate (Kartelle). dem Gebiete des Verkehrs, der Lohnpolitik. der Realsteuern und der Schul» und Wegelasten auf gerechten Ausgleich. Insbesondere darf man naturgemäß auch nicht vor dem Zins- Problem halt machen. Hier gibt es nur ein Entweder-Oder, sonst würde die Schuldenlast der Wirtschaft mit fortschreitendem Preisabbau immer schwerer und könnte schließlich sogar zur Erdrosselung der Wirtschaft führen. Hand in Hand damit muß die saure Kleinarbeit, die Organisation und Finanzierung des Absatzes, die Verminderung der Preisspannung, die weitere sie zieht stolz über die blank gescheuerte Platte das schneeige Tischtuch aus hausgesponnenem, oft mit bunten Dortchen durchzogenem Leinen. Den schönsten Maßkrug holt sie aus dem Kasten in der „guten Kammer". Schaumiges Bier gießt sie hinein, stellt daneben die Schüssel mit goldgelben Kirta-Rudeln. Wer auch immer an diesen Tagen die Stube betritt, unterschiedslos wird ihm ein Trunk, eine Gabe aus der Schüssel angeboten', es wäre eine große Verachtung, keinen Gebrauch davon zu machen. Rach dem Festgottesdienst gibt es beim Wirt Weißwürste zum Bier. Burschen und Mädchen gehen bis zur Mittagszeit zum Tanz. Die Bäuerin schaut, daß die Knödl in der Fleischsuppe nicht versieben, zu denen es heute Salat mit Ranen (rote Rüben) gibt. Der Dierkrug macht habet die Runde, man greift tapfer zu und freut sich auf den Abend, den eigent.ichen 'Festschmaus. Der junge „H aterbua“ schleicht sich nach der Stall- zeit um den Herd herum und labt sich einstweilen an dem köstlichen Geruch von Schweins- und Kalbsbraten, der in der Pfanne schmort. Heute hätte er Llrlaubstag fürs Elternhaus, aber „dös (an arme Leut", erzählt er, „da gibts koan Brat n und koa Bier — da is nct lufchti", meint er. Der erste Kirtatag gehört der Familie. Rach dem Rachmittagskaf ec mit K.rtanudeln ergötzt sich die Iugend mit der Ziehha.monika ober bem „Psotzen- fcobel“ (Munbharmonika) unb tonzl bazu. Am Abenb versammelt man sich um ben Tisch. Ha. ist bas eine Lust! Der knusprige Dtaten bampst unb finbet begehrliche Abnehmer. Der Kirta-Montag gehört dem Wirt, es wird getanzt bis in die Rächt hinein. Am Abend geben die Dorf-Honoratioren dem Kirta für einige Stunden die Ehre. Auf den Hosen aber besuchen sich gegenseitig Freunde und Bekannte. Bei Licht kommt die Rachbarschaft. Die Männer rufen vorerst: „Habts ’nen Schnaps?" und legen habet hie Hände auf den armen, malträtierten Kirta-Magen. Gegessen wird wenig, dagegen mehr dem Kaffee zugesprochen. Man frotzelt (neckt) sich gegenseitig, erzählt sich luftige Erlebnisse, bringt in her „Kirta- ftimmung“ kleine Bosheiten an, hie man sich sonst nicht zu sagen traut Alles geht unter in einem fröhlichen Lachem Die Lichter finb erloschen. Im nächtlichen Dunkel ziehen fingenb unb musizieren!) Heimkchrende vorbei. Buam unb Dtambln lachen luftig in bie Welt: „Iuchu, Kirta ts! Sanma jung— sSterb n fimmt zieht! Iuchu!" Anpassung der Erzeugung an den Verbrauch usw. gehen. Zwischen der Grünen Front und mir besteht über da-, waS sachlich erforderlich ist, völlige Einigkeit. Diese Einigkeit ist auch notwendiger denn je. Die Landwirtschaft darf nicht in unfruchtbarer Kritik dem eigentlichen Kampfplatz fernbleiben, sondern sie muß durch begönne n e Mitarbeit an der Politik, die sich um bie ilcberttunbung der allgemeinen Krise bemüht. Dcrbinhern, baß in Ötunben höchster Gefahren unb wichtigster Entscheidungen ihre Stimme überhört wird. Hessens erste Segelflugpilotin. WSR. WormS. 29 Sept Am Sonntag legte die Sportlehrerin Fräulein Kraft aus WormS in Grünstadt (Pfalz) ihre ä-Prüfung im 6 e g c l f I u g ab. Sri. Kraft ist bie erste Segelflugpilotin Hessens Sie errang den Flugschein mit 31 Sekunhen (vorgeschrieben sind für hie Prüfung 30 Sekunhen). Vertagung des Favag-prozesseS. WSR. Frankfurt a. M., 29. Sept Der für ben 2 Oktober vorgesehene Termin für ben Beginn her Hauptverhanblung im Favag-Pro- zeh ist auf Antrag her Staatsanwaltschaft wegen Erkrankung bes Angeklagten Aholf M ä d j c auf ben 15. Oktober verlegt worben. Mähje ist seit Witte September an einem Rieren- unb. Herzleihen erkrankt. OdcrHeffen. Landkreis Gießen. ch Cid), 29 Sept. Der Jahrgang 1881 beging am Samstagabend im Parkyotel eine Wie - oersehenSfeier, zu der sich etwa 80 Kameraden eingesunden batten Kamerad Robert Iensch hieß bie Fünfziger willkommen, wäh- renb für bie im Iahre 1895 in Lich konfirmierten ehemaligen Frankfurter Waisenkinder Kamerad Leonhard Richter sprach. In einer längeren Anlprache verglich Oberzolllvmmiftar Georg K o ck die Sorgenfreien Iugendjahre mit der ernsten Gegenwart Der Abend wurde verschönt durch die Dorträge eines GesangguartettS. Die Kapelle Schmidt halte ben musikalischen und humoristischen Teil übernommen. Die Vorführungen fanden ungeteilten Beifall. Am Sonntagvormittag fand gemeinsamer Kirchgang statt. Anschließend begaben sich bie Teilnehmer auf ben Friebhof zu einer Feier mit Kranzniederlegung für die Gefallenen und Verstorbenen deS IahrgangeS. StiftSdechant Kahn hielt bie Ansprache. Am Sonntagnachmittag traf man sich noch einmal bei Kamerab Heinrich Schmidt X. U Rodheim a. d. H.. 29. Sept. Unter ben Kindern unsere- Orte- herrscht schon seit Wochen der Keuchhusten. Besonder- hart wurden die kleineren Kinder befallen, aber auch größere Kinder und erwachsene Personen blieben nicht ixr- schont. Durch bie Herbstferien konnte von einem außerplanmäßigen Schluß be- Llnterricht- Ab- ftanb genommen werben. Wustrie- und Handelslammer Gießen. Lieber die Sitzung der Industrie- und Handelskammer Gießen für die Kreise Gießen, AlSfeld und Lauterbach, die am 24. September in Gießen stattfand, wird uns berichtet: Der Herr Vorsitzende gedenkt vor Eintritt in die Tagesordnung in einer herzlichen Ansprache des 25jährigen Dienstjubiläums deS Syndikus und überreicht ihm eine Ehrengabe ben Kammer. Herr Dr. Zeidler dankt in bewegten Worten für die ihm gewordene Ehrung. Der Herr Vorsitzende widmet sodann dem Heimgegangenen Mitgliede, Dergwerksdirek.or Robert Liste, einen warm empfundenen Rachruf; zu seinem Gedächtnis erheben sich bie Anwesenben von ihren Plätzen. Ferner gibt her Herr Vorsitzende ein Schreiben des Herrn Kommerzienrats Adolf K l i n g s p o r bekannt, in welchem er mitteilt, daß er sich wegen seines Gehörleibens genötigt sehe, aus her Kammer auszuscheiden. Die Dersamm ung ermächtigt ben Herrn Vorsihenben. Herrn Kommerzienrat K l i n g s p o r ben Dank der Kammer für bie währenb einer 26jährigen Mitgliebs- unb Vize- präsibentschaft ge eistete Mitarbeit auszusprechen. Für bie ausgeschiebenen Herren Kommerzienrat Adolf K l i n g s p o r unb Brauereibesiher H inrich Ihring, sowie für ben verstorbenen Dergwe.ks- bircltor Robert Liste haben Ersatzwahlen stattzusinben. In Vorbereitung bieser Wahlen wirb Termin auf ben 26. Rovember b. I. bestimmt. Zur Frage ber Hauszins st euer beschließt bie Kammer bie folgenbc Erklärung: „Die Rot- wenbigkeit ber Erhaltung bes Hausbesitzes unb bes gewerblichen Grundbesitzes durch bie alsbaldige gänzliche Aushebung ber Hauszins steuer wirb als bringlich anerkannt, weil bavon bie Wieherbelebung her Volkswirtschaft, in Sonderheit aber eine Erstarkung bei Daumarktes unb eine Wiebereinschaltung von Arbeitslosen in ben Probuktionsprozeh erwartet werben bars. Dieses mit ber Aushebung der Hauszinssteuer angestrebte Ziel bars aber niemals burch eine Verschiebung ber Steuerlast von ber einen auf bie anbere Schulter erreicht werben, weshalb auch der Gebanle einer Wohnraumsteuer, wie überhaupt jebe anbere steuerliche ober hypothekarische Belastung bes HauSbesiheS mit aller Entschiebenheit abgelehnt werden muß." In Mcbereinftimmung mit ben übrigen hessischen Kammern wirb bie grundsätzliche Zustimmung zu dem Entwurse einer Verordnung über Öen Lleberlandverkehr mit Kraftfahrzeugen erklärt, obwohl Bedenken darüber nicht verhehlt werden können, daß im Güterverkehr das freie Spiel der Kräfte durch wesentliche Einschränkungen des freien Kraftverkehr- ausgeschaltet werden soll. Die hessischen Kammern sind erneut bei dem Minister des Innern dahin vorstellig geworden, daß durch eine Abänderung der Mustersahungen den Gemeinden die Erhebung ber Bier st euer unmittelbar bei ben Gastwirten zur Pflicht gemacht wirb- Die hessischen Kammern hoben den Minister des Innern um eine Unterredung gebeten, in welcher ihm bie Wünsche zur Gemeinbe- OeiDcrbefteuer für bas Rechnungsjahr 1931, sowie zum Reichsrahinengesey für die Gewerbesteuer vorgetragen werden sollen. Gemeinsam haben sich die hessischen Kammern für die Aufhebung der Verordnung über Verzugszuschläge bei Steuerzahlungen eingesetzt. Die Kammer erklärte ihre Bereitwilligkeit zur Mitarbeit bei der geplanten Winternothilfe 1 93 1/32. Die von der Kammer mit dem Hauptzollamt gepflogenen Verhandlungen wegen Schaffung von Erleichterungen bei der Entrichtung von 3ollgefällcn für bei bet damaligen Zollabfertigungsstelle am Güterbahnhof Gießen zur Abfertigung gelangten Zollgüter haben zur Einrichtung einer Zahlstelle bei bem Zollamt Bahnhof Gießen geführt. Den Zahlungspflichtigen ist hierburch nunmehr bie Gelegenheit gegeben, bie Zölle für bie bei bem Zollamt Bahnhof Gießen abgefertigten Zollgüter sofort an Ort unb Stelle sowohl in bar als auch bargelb* los burch Scheck- zu entrichten. Auch würbe bet Zahlstelle bie Ermächtigung erteilt, von Firmen, bie bei dem Hauptzollamt Gießen Zahlungsaufschub genießen, an Zahlungsstatt vorschriftsmäßig aubgefertigte Aufschubanerkenntnisse anzunehmen. (Sin Brief Wedekinds an einen unbekannten Empfänger. Der folgende, aus Kutschers Wedekind-Bio- graphie (Georg Müller, München) abgedruckte Brief mag zeigen, wie schwer der Dichter Frank Wedekind noch mit dem Leben zu kämpfen hatte, als fein Name durch feine Stücke schon weithin bekannt geworden war: an wen dieser verzweifelte Hilfeschrei gerichtet war, weiß man nicht. „Geehrter Herr! Ich habe, nachdem ich die Schule verlassen, Artikel in Zeitungen geschrieben. Eine kleine Erbschaft erlaubte es mir dann, mich ganz der freien literarischen Arbeit hinzugeben. Damit habe ich mir einen in den literarischen Kreisen Deutschlands geschätzten Namen gemacht. Meine Mittel sind zu Ende, ohne daß ich noch von ihrem Ertrag leben kann. Ich habe seit drei Monaten wieder angefangen, für Zeitungen zu schreiben (Frankfurter Zeitung, Berliner Tageblatt, Tägliche Rundschau), aber die Redaktionen haben meine Artikel als unverwendbar, zu subjektiv, zurückgewiesen. Was ich seinerzeit ohne Mühe tat, muß ich erst wieder lernen. Und es wird mir gelingen, wenn ich noch einen Monat Zeit habe, meine Anstrengungen fortzusetzen. — Ich habe versucht, was in meiner Lage möglich war. Ich bewarb m ch um eine Stelle als Korrespondent, aber die Stellen sind besetzt. Ich bot mich den großen Blättern Berlins als Korrefpon- bent für Korea an. Man hält die Situation für die Ausgabe nicht für wichtig genug. Ich war in sämtlichen Uebersktzungsbureaus von Paris. Infolge der Ferien hat man keine Arbeit zu vergeben. — Ich sehe vor mir die Unmöglichkeit zu arbeiten, bie Krisis. die sich in meinem Leben eingestellt, zu überleben. Ich fürchte in einen Abgrund zu fallen, aus dem es mir nicht mehr möglich fein wird, mich em- porzuarbeiten. — Eine Summe von 200 Francs würde mir erlauben, meine Schulden, die mich hindern, zuhause zu fein, zu bezahlen, und meinen Weg als anständiger Mensch fortzufetzen. Ich huldige keinen Utopien. Ich habe kein anderes Ziel, als mir eine geachtete Position in der Gesellschaft zu erringen. — Es wird mir nicht leicht. Sie um diese Hilfe zu bitten, indem ich mir sage, daß ich Unglückliche- ren, Aermeren, als ich bin, die Früchte Ihrer Groh- mut raube. Aber ich besitze schließlich auch nichts auf dieser Welt als mein Leben, meine Begabung und meinen besten Willen. Erlauben Sie mir eine Bitte beizufügen. Ich. wäre glücklich, irgendeine Arbeit zu finden, die mir zweihundert Francs per Monat einbrächte. Was man mehr braucht, würde ich mir nebenbei verdienen können. Id) würde mit jeder Arbeit vorlieb nehmen. Ich spreche drei Sora- chen und es wäre nicht das erste Mal, daß ich in einem Büro arbeite. — Es geschieht nur, um meine Idealität zu beweisen, wenn ich mir erlaube, meiner Bitte eines meiner Bücher beizufügen, — ... Ich bitte Sie nur um das eine, mich nicht warten zu lassen, denn Ihre Entscheidung ist entscheidend." Zeitschriften. — Im Septemberhesk des „Kunstworts" (Herausgeber: Hermann Rinn. Verlag G. D. W. Eallwey, München) findet man u. a. eine eingehende Würdigung zum 100. Geburtstage Raabes von Hans Böhm, der vor allem gewissen Form- und Stilproblemen nachgeht unb den Dichter als Präzeptor und Kritiker der Deutschen schildert: sehr lesenswert ist ferner bie im vorliegenden Heft erscheinende Fortsetzung von Böhms kritischer Analyse der neuen Lyrik, wobei eine Reihe interessanter Ergebnisse formuliert wird. Den Aussatz über Schinkel von Walther Linus begleiten Bilder von Bauwerken und Land- schastsmalereien des berühmten Architekten. Ferner: eine Erzählung „Menschenäugen", von I. Anker Larsen: ein AuNatz über „Entproletari- fierung“ von Paul Iosto k: Worte ber Trauer um Friedrich Gunbol' von Oscar Iancke: Kriminalfilm-Bericht: Zeitglossen: zwei Reprobuktio- nen nach ©emälben von Ioses Achmann. — — Paneuropa, bie Ibee, bie alle Völker Europas vereinigen will, ist nicht bie einzige, bie umwälzenb in bie Weltgeschichte eingreift. Es entstauben, wie Prof. K. Haushofer in einem interessanten Artikel „Geopolitik ber Pan-Ibeen" in ber Hummer 4515 der Illustrierten Zeitung (Verlag I. 3. Weber, Leipzig) bar* legt, bie verschiebensteu raumgcftaltenben An* triebe: bie panasiatische, panamerikanische, pan* pazifische Bewegung usw.: eine beigegebene Weltkarte zeigt bie verschiedenen Pan-Strömungen mit ihren Schneidungs- unb Reibungszonen. — Der Kraftomnibus als neues Fernverkehrsmittel tritt uns in einem bebilderten Artikel von Dr. G. F. Dierfeld entgegen. — In fremde Erdteile führen der Aufsatz „Im Kampf gegen die Heuschrecken in Ostafrika" von Missionar Wilhelm Guth sowie das farbig reproduzierte Gemälde, „Das tanzfreudige Dali", von Prof. Franz Kienmayer. Bei der n a wurden sehr geringe I schmack - hatte .. | doch gai 45 AortieRung 'Nachdruck oerboten etwas über 700 Mk. gelöst, eine . _ . _ Summe gegenüber normalen Jahren, in denen die Gemeinde 2000 Mk. aus Obst einnahm. Nüsse und Zwetschen wurden gut bezahlt, Wirtschaftsund Keiteräpfel waren sehr billig. Nur die feinsten Sorten Tafeläpfel erzielten etwas bessere Preise', aber auch davon kostete der Zentner am Baume nur 2 bis 3 Mk. — Die Kartoffel- , ganz unverständlich, weshalb sie mir den Brief geschickt hat, den Malte ihr" ... — gleich in den ersten Tagen angeboten . Sonst nämlich, ja ... sonst wäre es Helle Freude. „Ich glaube auch. Aber meine Zeit ist um, ich must .wieder fort" ... „Ilm Gottes willen, Frau Baronin", sagte er erschreckt, „jetzt wollen 'Sie uns verlassen? Wo es endlich auf die Genesung geht?" ... „Gerade deshalb! Es lag doch nur an einem Zufall, dast er mich vorhin nicht ebenso gesehen hat wie Sie und die beiden andern. Und ich möchte Sie herzlich bitten, dast es bei unferm Abkommen bleibt. Dast Sie's üjm nicht sagen, dast ich hier bei seiner Pflege ein wenig geholfen habe ... Ich bin ja überhaupt nur gekommen, weil ich ... nun weil die Frau Försterin mir depeschiert hatte, er läge im Sterben. Sonst ... da ist denn doch zu vieles und Schweres geschehen" ... Sie brach ab, denn sie fühlte, dast ihr die Tränen kamen. Sonst war sie nicht so weichmütig, aber die letzten Wochen mit allen Anstrengungen und Sorgen hatten sie mürbe gemacht und schwer mitgenommen. Peter Nägelein sah trübselig vor sich hin. „Tut mir leid, aber ich kann es verstehen. Er selbst hat mir zweimal davon gesprochen. Das erstemal, als ich ankam, und dann kurz vor dem Zweikampfe" ... Er machte eine kleine Pause und hob den Kopf: „Ja aber, meine Verehrteste Frau Baronin, jetzt hilft das nichts! Immer mit dem verdammten Zartgefühl und blost so halben Worten, da kommt man nicht vom Fleck. Wenn.(Sie mir also nicht die Erlaubnis geben, frei von der Leber weg reden zu dürfen" ... Sie errötete bis unter die Haarwurzeln: „Ich bitte darum" ... Er holte tief Atem: „Nun denn ... also von der blöden Torheit, die ihm fast das Leben gekostet hat, war er schon kuriert, ehe er sich diesem Herrn Oberleutnant von Bredow als Scheibe hinstellte. Dast er sich in diese Berliner Dame verliebt hatte, dürfen Sie ihm nicht nachtragen. Die konnte auch andern Leuten den Kopf verdrehen. Und über eins darf ich Sie jedenfalls beruhigen, sie hat sich in unferm braven Malte getäuscht. Der hat überhaupt gar nicht verstanden, was sie eigentlich" ... Die junge Baronin Perkwald errötete noch heftiger, hob die Hand. „Cs ist gut, Herr Nägelein ... Uni) das habe ich ihm schon verziehen. Es war noch etwas andres dabei. Sie wollte vielleicht auch m i ch treffen, weil ich mich von ihr fernhielt und auf die Freundschaft nicht eingehen wollte, die sie mir — viel zu überschwenglich für meinen Ge- Auf Pfingsten ging es, im Bellahner Park blühte der Flieder, was in Sträuchern und Hecken schlüpfte, war schon längst beim Nester- bauen. Drinnen in dem kleinen Schlößchen aber hatte es lange und bange Wochen gegeben, und gar oft hatte es auf des Messers Schneide gestanden, ob der trübe Unkenruf des Regimentsarztes recht behalten sollte oder die Helle Zuversicht des Malerchens. Aber endlich kam ein Tag, an dem. Malte Römnitz nach langer Bewußtlosigkeit zum erstenmal wieder die Augen aufschlug, klar und ein wenig verwundert um sich blickte, als wenn er eine Frage auf dem Herzen hätte. Weshalb unter denen, die um sein Bett standen, eine fehlte, deren Nähe er zuweilen doch deutlich verspürt hatte. Ihre sanfte Stimme hatte er gehört und ihre leichte Hand auf feiner heißen Stirn gefühlt, aber nut drei standen da, Lenh, die alte Miken und Peter Nägelein. Die eine fehlte ... Der kleine Maler lachte zwar übers ganze Gesicht, aber er machte eine drohende Handbewegung: „Hier wird noch nichts gesprochen, hier wird nur geschlafen, hat der Herr Professor befohlen!" ... Da schloß Malte gehorsam wieder die Augen, ein schmerzlicher Zug flog über sein blastgewordenes, abgemagertes Gesicht. Das waren nur Träume gewesen, er hatte sich's gleich gedacht!... Die fast ja weit fort von hier in Wiesbaden, deren Hand zu spüren er vermeint hatte ... er hatte ja damals selbst gesehen, wie sie mit dem )—( Ruppertsburg, 29. Sept. Gemeinde-Ob st ver st eigerun ter Wichtigkeit fei der Zusammenschluß aller Land- wirte in den Biehverwertungsgenossenschasten deshalb, weil es gelte, Einfluß auf die Preisbildung an den Märkten zu gewinnen. An den beifällig aufgenommenen Vortrag schloß sich eine eingehende Aussprache an. Elf neue Mitglieder traten der Biehverwertungsgenossenschaft bei. Zum Vertrauensmann für die Gemeinde Kinzenbach wurde der Landwirt K. H o f m a n n I. gewählt. Z Hochelheim, 28. Sept. Der vom 4. Oktober ab in Kraft tretende Winterfahrplan der Kraftposten bringt auf der Kraftpostlinie Wetzlar- Hochelheim keine Aenderung. A Niederkleen, 29. Sept. Der Dezirks- kriegerverband „Hüttenberg" hielt in der Gastwirtschaft Langsdorf seine diesjährige H e r b st v e r s a m m l u n g ab, an der Vertreter der Kriegervereine Dornholzhausen, Ebersgöns, Groß-Rechtenbach, Hochelheim. Hörnsheim, Lützellinden, Großen-Linden, Niederkleen pnd Oberkleen, sowie eine Abordnung des Krciskriegerverbandes Wetzlar teilnahmen. Nach der Degrüßunas- ansprache des Berbandsvorsitzenden, Förster Graße (Oberkleen), hielt Major a. D. Schütz (Wetzlar) einen Vortrag über die Kriegsschuld- frage und die Abrüstung. Das nächstjährige Kriegerverbandsfest soll voraussichtlich in Groß-Rechtenbach abgehalten werden. Kirche und Schule. Kreisiagung der evang Frauenvereine. SsGroßen-Linden,29. Sept. Der Kreis. Perband Gießen des Verbandes der evangelisch-kirchlichen Frauenvereine in Hessen hatte seine Mitglieder zur Herbsttagung in unsere Gemeinde eingeladen. Die Tagung wurde eröffnet mit einem Gottesdienst, in dem Pfarrer Schneider (Rieder-Ramstadt) die Predigt übernommen hatte. In der N a ch v e r s a m m l un g , die ebenfalls in der Kirche stattfand, hieh Frau Kreuder (Gi.ßeri), die Krüsperbandsvorsitzei de, die Frauen aus nah und fern willkommen. Sie überbrachte die Grüße des Oberkirchenrats D. Wagner (Gießen) und des Dekans G u h m a n n (Lollar-Kirchberg). Sodann hielt Pfarrer Schneider einen Vortrag über das Thema „Frauentum und Notzeit". Er verlangt dienende Liebe, die sich offenbart in Selbstbesinnung, ferner tapfere Selbstbehauptung, die auch einen zähen Widerstand dem Unglauben entgegensetzen soll, und opferwillige (Älbstverleugnung, die von einem Christen fordert, rechtes Christentum wirklich vorzuleben. Frau Kreuder dankte dem Redner für seine Ausführungen. Aus ihren geschäftlichen Mitteilungen war zu entnehmen, daß im letzten Jahre drei Tagungen stattfanden. An Kollekten gingen 205.60 Mark ein, von denen 110 Mark an die Anstalt in Nieder-Ramstadt und kleinere Beträge nach Offenbach und dem Frauenerholungsheim überwiesen wurden. Die nächstjährige Tagung soll in Leihgestern stattfinden. Pfarrer Schultheiß regte an, von dem großen Obstsegen in den Gemeinden einen Teil den Nieder-Ramstädter Anstalten zugute kommen zu lassen. Pfarrer Wahl (Lang-Gons) wünschte, daß durch die Frauenvereine der an der Hauptverkehrsstraße liegenden Orte Lang-Göns, Großen-Linden und Klein- Linden an je zwei Wochentagen den Wanderern warmes Mittagessen dargereicht- wird. Mit einem Choral fand die Tagung, die von Chorvorträgen des Frauenvereins Klein-Linden umrahmt war, ihr Ende. Die Kollekte des Tages kam den Nieder- Ramstädter Anstalten zugute. Talen für Mittwoch, 30 September. 1857: der Dichter Hermann Sudermann in Mat- ziken geboren; — 1863: der Admiral Reinhold Scheer * in Obernkirchen (Hessen-Nassau) geboren. _____ Nur zwei Gäste verweilten noch länger, sahen sich mit spähenden und hungrigen Augen in dem reichen Besitztum um. Don weither waren sie zu dem Begräbnis gekommen, die beiden Herren von Römnitz aus der Nebenlinie, die der Todesfall am nächsten anging. Ein ältlicher Major außer Diensten in Zylinder und schwarzen Handschuhen, dazu sein ältester Sohn, ein lang aufgeschossener Jnfanterieleutnant mit einer schwarzen Binde um den blauem Aermel ... Drei hatten vor kurzem noch gestanden zwischen ihnen und der Hohenrömnih ... Jetzt lag der eine sicher unter kaltem Gestein, der zweite war ein nieder- gebrochener Greis, und der dritte rang in dem kleinen Schlößchen Vellahn mit dem Tode. Nach allen zuverlässigen Berichten war es nicht anzunehmen, daß er wieder hochkam, dazu toai. die Verwundung zu schwer gewesen ... Ein weites Tor tat sich vor ihnen auf zu Reichtum, Glanz und Besitz, nicht mehr so lang war der Weg ... ganz in der Nähe winkte die rosige Hoffnung, die jahrhundertelang nur wie ein wesenloser Nebelstreif am fernen Horizonte gehangen hatte ... Was eine Sage fast nur gewesen war, wurde Wirklichkeit, und wohlverwahrt war die Urkunde, die der weit in die Zukunft blickende Ahn sich hatte ausfertigen lassen, ehe er aus der Hohenrömnitz zog, um dem Markgrafen von Brandenburg gegen die trotzigen Junker zu Hilfe zu reiten--- So schwirrten die Gerüchte, und die Beteiligung an dem Leichenbegängnisse war stärker als sonst bei so unbeträchtlichem Anlasse. Schon viele kleine Kinder waren in Hohenrömnih zur Welt gekommen Und gestorben, niemals jedoch zuvor hatte sich ein so zahlreiches Trauergefolge eingefunden ... Aber die Neugierigen tarnen nicht auf ihre Kosten. Und wieder einmal konnte man sich überzeugen, wie wenig solchen unsichern, aus dem Nichts entstandenen Gerüchten zu trauen war. Die fremde Dienerschaft stand an ihrem Platze wie sonst, zur Seite des kleinen Sarges aber saß der Herr Erblandmarschall mit seiner ganzen Familie ... als der Schlohpfarrer seine ergreifende Predigt hielt, gab es ein einziges einträchtiges Schluchzen. Sogar der Geistliche konnte seine Rührung nicht bemeistern, sprach mit tränen* erstickter Stimme, als er daran erinnerte, welch ein Jauchzen durch die andächtige Gemeinde gegangen wäre noch vor wenigen Wochen. Hosianna und Lob und Preis hätte sie gesungen dem allgütigen Herrn, der dem Hause Hohenrömnih den Erben schenkte! Derselbe Herr hatte ihn sich wieder zurückgeholt in sein himmlisches Reich ... nur Menfchenfürwitz fragte, warum und weshalb? ... Die ganze Srauerberfammlung stand gerührt bei den herzbewegenden Worten, bloß der Herr Erblandmarschall sah starr geradeaus mit tränenlosen Augen. Er hatte wohl schon genug geweint in den Tagen und Nächten vorher ... Der lange Zug setzte sich in Bewegung, der kleinen Dorfkirche zu, unter deren Fußboden in weitem Gewölbe die Römnihe den letzten Schlaf schliefen. Die Gruft war geöffnet, der kleine Sarg glitt an den Leinentüchern langsam hinab. Der Pfarrer sprach mit halblauter Stimme die letzten Geleitworte: „Der Herr sei mit dir, segne deinen Eingang und Ausgang" ... Da aber geschah etwas Seltsames. Der Herr Erblandmarschall schrie plötzlich mit gellender Stimme: „Es ist nicht wahr, er läßt sich nicht spotten ... den ungetreuen Knecht schlägt er mit schwerer Hand" ... Der alte Kammerdiener Paalzow sprang zu, fing den älmsinkenden in seinen Armen auf. Die Trauerversammlung aber stand bestürzt, ging in einiger Verstörung auseinander. Die Glocken oben im Turm läuteten noch, als die Wagen schon in dichter Folge Über die Schloßbrücke rollten ... älnd bei der Heimfahrt sprach man mit Bedauern d von, d ß der üb -mäßig: Schmerz dem Herrn Erblandmarschall wohl den Sinn verwirrt hätte... ch O b e r ° H o r g e r n, 29. Sept. Hohe Preise wurden bei der an der Kreisstraße Gambach—Ober-Här- gern—Münzenberg abgehaltenen O b st v e r st e i g e- rung bezahlt. Es wurden für gutes Obst pro Zent ner 5 Mark erzielt, Kelterobst und gewöhnliche <5or [ ten erbrachten pro Zentner 1 bis 2 Mark. Birnen j blieben im Preis zurück. Nur Mollebusch-Birne war gesucht und erbrachte pro Zentner etwa 5 Mark. Kreis Schotten. Peter Nägelein schrie fast auf. „Den Brief haben Sie gelesen und sind doch gekommen?!" ... Sie nickte nur, die Tränen schossen ihr unaufhaltsam aus den Augen. Peter Nägelein stand ein paar Augenblicke ratlos, bann flog ein heller Schimmer über sein Gesicht. „Sie brauchen sich nicht zu schämen, meine liebe Frau Baronin. Das ist ... ja also, Donnerwetter nochmal, was sind Sie für ein prachtvolles Frauenzimmer! ... Das heißt, ich bitte um Entschuldigung, das ist mir nur so herausgefahren! Aber man konnte vielleicht noch etwas andres dazu sagen. Ein paar Worte, die einer gesprochen hat, der in seinem Hauptberuf Apostel war. im Nebenamt ein Dichter: ,Sie vertrüget alles, sie glaubet alles, sie hoffet alles, sie duldet alles!< And die Hauptsache schließlich: ,Sie höret nimmer auf“ ... „Na ja", sagte die junge Baronin Perkwald und trocknete sich die Augen — „wenn wir schon so offen darüber sprechen — sonst wäre ich auch nicht gekommen! ... Aber nur Dankbarkeit will ich nicht. And deshalb muß ich jetzt fort“ ... „Verstehe ich vollkommen", erwiderte der kleine Maler ernsthaft, aber der Schalk lächte ihm dabei schon wieder aus den Augen: „Der Gefahr dürfen Frau Baronin sich nicht aussehen! ... Aber es braucht doch nicht gleich bis Wiesbaden zu gehen, Alten-Krakow ist um diese liebe Frühlingszeit ja auch ganz schön. Jedenfalls hätte cs unser Patient da näher, wenn der Herr Pro- sessor es ihm endlich erlaubt, auf die Brautschau zu fahren" ... Danach lachten sie beide, schüttelten sich herzhaft die Hand. Gute Freundschaft hatten sie längst schon geschlossen in den bangen Stunden am Krankenbette. Jetzt aber verknüpfte sie ein noch engeres Band, die Liebe zu einem, der ihnen gleichermaßen teuer war--- 2lls der berühmte Rostocker Chirurg, der von der Baronin Perkwald zur Behandlung gerufen worden war, feine nächste Krankenvifite machte, war er mit dem Patienten wenig zufrieden. Zwar die Wunde war über alles Erwarten gut zugeheilt, die Atmung in dem verletzten Lungenflügel funktionierte vorzüglich, und man durste annehmen, daß das Narbengewebe sich im Laufe der Zeit von selbst abstohen würde. Aber zur vollständigen Genesung gehörte mehr. Der Geist mußte sich wieder aufrichten in dem geschwächten Körper, sonst blieb sie nur Stückwerk. And daran fehlte es dem jungen Grafen Römnitz. Ganz teilnahmslos lag er da, nicht mal ein Lächeln flog über sein Gesicht, als er hörte, daß er gesund wäre, nun langsam wieder aus stehen dürfte ... Da nahm der Herr Professor sich den kleinen Maler vertraulich beiseite. (Schluß folgt.) Wagen voll von Kisten und Koffern zum Bahnhofe fuhr ... Eine schlanke junge Dame, die hinter dem Kopfende des Bettes gesessen hatte, stand auf, verlieh leise das Zimmer. Peter Nägelein ging ihr nach und schüttelte ihr freudestrahlend die Hand: „Ich glaube, wir haben's jetzt geschasst, aus dem Gröbsten ist er 'raus!" Sie nickte lächelnd, auch in ihrem Gesicht stand Abmdern der GRG. Im Rahmen des Abruderns der GRG. wurde nach mehrjähriger Pause wieder einmal zwischen Schülern der hiesigen höheren Lehranstalten ein Rennen um einen Wanderpreis ausgefahren. Die Vierermannschast der Ober-Realschule konnte den Vierer des Gymnasiums hinter sich lassen und sich den Wanderpreis für ein Jahr sichern. Im übrigen sah man noch Anfänger, die in diesem Jahre das Rudern erlernt haben, ihre ersten Rennversuche unternehmen. Auch die „Alten Herren“ waren rennsportlich tätig. Das Abrudern, verbunden mit internen Ver- eins-Meisterschasten, wollte vornehmlich den Ruderern, die im Laufe des Sommers auf offenen Regatten nicht starten konnten und den Anfängern eine Möglichkeit geben, sich im Rennrudern zu betätigen. Auch die Trainingsmannschasten lieferten sich gegenseitig nochmals harte Kämpfe. Die Zusammensetzung der Mannschaften erfolgte erst kurz vor dem Start durch Auslosen. Die Gleichmäßigkeit der Arbeit hat naturgemäß darunter zu leiden. Am so erfreulicher war es, daß sich die beiden Achter-Mannschaften, in welchen sich hauptsächlich Rennruderer diesen Jahres befanden, einen Kampf lieferten, der guten Rennen auf offenen Regatten nicht nachstand. Bei der Preisverteilung am Abend gab der erste Vorsitzende einen Rückblick auf die vergangene erfolgreiche Rudersaison. Im Anschluß daran würdigte er unter großem Beifall aller die Verdienste des diesjährigen Ruderlehrers Emil Schulde und überreichte ihm zum Zeichen der Anerkennung einen schönen Geschenkkorb. Herr Schulde dankte für die Ehrung und fand seinerseits Dankesworte für die Rennruderer. Er betonte besonders deren vorbildlichen Sportskameradschafts- und Opfersinn, der die Grundlage für die schönen Erfolge gegeben habe. Sein „Hipp Hipp Hurra“ galt dem ferneren Aufstieg der Gießener Rudergesellschaft 18,77. Die Feier, die durch verschiedene Darbietungen von Mitgliedern unterhaltsam ausgestaltet war, nahm einen schönen Verlauf. Oer Gau Hessen bei den mitielrheinischen Gerätemeisterschasten. Bei den am Sonntag in Darmstadt stattgefundenen Gerätemeisterschaften des Mittelrheinkreises der DT. (über die wir bereits berichteten), fehlten von den 149 Gemeldeten 40. Auch die sieben Bewerber des Gaues Hessen traten nicht vollzählig an. Bedauerlich war vor allem, daß der favorisierte Sinnwell vom Tv. 1860 Bad-Nauheim nicht zur Stelle war. Don ben 106 zum Zehnkampf angetretenen Wettkämpfern konnten 78 die vorgeschriebene Punktzahl erreichen. Vom Gau Hessen placierten sich noch verhältnismäßig gut: Karl Reuter Tv. 1846 Gießen, als 18.Sieger (152,5 Punkte); Karl Schick, Tv. 1846 Gießen (146P.); Alfr. Eckhardt, Tv. 1860 Bad-Nauheim (143 P.); Ad. Ahrens, Tgm. Marburg (142,5 Punkte). Handballrunde im Gau Hessen der OT. Die Spiele am Sonntag. Meister klasse: Pol.-Spv. Butzbach I gegen Tv. Alsfeld I 11:5 (6:2); VfL. Wetzlar! gegen T. u. Spv. Butzbach! 4:9 (3:3); T. u. Spv. Marburg! — Tv. Cappel! 5:4 (4:2); Mtv. Gießen! gegen Tv. Grohen-Buseck I 8:2 (5:1). A.klaffe: VfL. Wetzlar I! — Spvg. 1900 Gießen I! 7: 3 (3:5): Tv. Allendorf I — Tv. Wetzlar I! 3:1 (1:0); Tv. Nieder-Mörlen l — Pol.- Spv. Butzbach!! 5:0 (4:3); Tv. Pohl-Göns I gegen T. u. Spv. Butzbach I! 9:2 (1:2); Tv. Gedern » — Tv. Dorheim! 8:1 (1:1). 8 -Klasse: Tv. Lich ! — Tv. Ebersgöns l 4:4 (1:3); Tv. Kirch-Göns I — Tv. Griedel I abgebrochen; Tv. Krofdorf I — Tv. Dutenhofen I 2: 2 (1:2); Tv. Nauborn I — Tv. Wehlar-Niedergirmes I! 5:6 (1:3); Tv. Angersbach l gegen Tv. Romrod I 2: 4 (2:2). L-Klasse: Tv. Krofdorf I! — Tv. Klein- Linden l! 5:0 (2:0). Jugendklasse: Spvg. 1900 Gießen 2gd. gegen Tv. Lich Jgd. 3:4 (0:4); Tv. Heuchelheim Jgd. — Tv. Niedergirmes Jgd. 6:3 (3:3); Mtv. Gießen Jgd. — Hochelheim Jgd. 11:2 (6:0). Handball der Sp.-Dg. 1900. VfL. Wehlar II — Spvg. 1900 II 7:3. Entgegen den Erwartungen kam 1900’8 Zweite von Wetzlar mit einer deutlichen Niederlage zurück. Sie ist in erster Linie darauf zurückz^sühren, daß die Mannschaft als Ganzes schlechter spielte als gewöhnlich. Bis zur Halbzeit war das Spiel verteilt, was durch ein 3:3-Ergebnis zum Ausdruck kam. Dann waren die 1900er dem schnellen Stürmerspiel der Wetzlarer nicht mehr gewachsen und mußten sich noch vier Tore gefallen lassen. 1900 Jugend — Tv. Lich Jugend 3:4. Der Turnverein Lich stellte auch diesmal eine äußerst gute Els ins Feld, die 1900er muhten sich mächtig strecken. Nachdem sich die Gäste bis zur Halbzeit einen 4:0-Vorsprung gesichert hatten, vermochten die 1900er in der zweiten Hälfte auf 3:4 zu verkürzen. Arbeiler-Turn- und Sportbund. Gießen I — Lrbstadl I 2:3. Das Spiel fand auf dem Trieb statt. Die Gäste stellten eine schnelle Elf, deren Hauptstütze der Torhüter war. Nur diesem Spieler verdanken die Gäste den Sieg, denn Gießen war den Gästen technisch weit überlegen. Der Spielbeginn sah ein verteiltes Spiel, bis Erbstadt durch einen Elfmeter in Führung ging. Nach der Pause übernahmen beide Mannschaften abwechselnd die Führung. Der Sieg war aber den Gästen beschieden. Heuchelheim I — Wieseck I 6:5. Gespannt sah man dieser Begegnung in Heuchelheim entgegen. Wenige Minuten nach Spielbeginn führte Wieseck 1:0. Der Ausgleich lieh nicht lange auf sich warten. Wieder übernahm Wieseck die Führung. Halbzeit 3:4 für Wieseck. Nach Seitenwechsel brachte ein Eigentor den Ausgleich für Heuchelheim. Dann übernahm Wieseck nochmals die Führung. Im Endspurt konnte dann Heuchelheim noch zwei Erfolge erzielen. Wehlar I — Watzenborn I 1:1. Den Gästen aus Watzenborn gelang es, die zahlreichen Angriffe der Einheimischen durch taktisches Abseitsspiel zu unterbinden. Es gelang ihnen andererseits, die Führung zu übernehmen. Wetzlar glich jedoch gegen Schluß wieder aus. IHarburg I — Grohen-Vuseck I 6:3. In einem flotten, schönen Spiel ging Marburg bald in Führung. Trotz aller Anstrengungen der Gäste konnten die Platzbesitzer noch fünfmal erfolgreich fein, dem Grotzen-Duseck nur drei Erfolge entgegenzusetzen vermochte. Vorher standen sich Marburg II. und Grünberg I. gegenüber. Hier konnten die Gäste mit 6:0 Sieger bleiben. Marburg Jugend — Heuchelheim Jugend 0:7. Naunheim II — Kinzenbach I 2:4. Kinzenbach war in Naunheim zu Gast. In der ersten Spielhälfte sah man ausgeglichenes Spiel. ernte bringt nur eine Mittelernte. Besonders die Industrie-Kartoffeln haben infolge der großen Nässe schwer gelitten. Nur „Edeltraut" und „Ackerfegen" haben sich der Feuchtigkeit gegenüber als widerstandsfähiger erwiesen. Kreis Als/eld. H- Alsfeld, 29. Sept. Der Verein für das Deutschtum im Ausland, Ortsgruppe Alsfeld, veranstaltete im großen Saal des „Deutschen Hauses" einen Tiroler Abend durch eine Volkskunstgruppe aus Tirol. Die Auf- sührung war ein voller Erfolg. Von den Darbietungen sind die gesanglichen Leistungen der Gruppe, in denen ursprüngliche Natürlichkeit und kultivierte Veredelung sich in den Stimmen zusammenfinden, besonders anerkennend hervorzuheben. Tiroler Lieder und Märsche, von der Zither begleitet, wechselten mit anmutigen Volkstänzen. Am Schlüsse des ersten Teils sprach der Leiter der Gruppe, Dr: Falbesoner aus Innsbruck, über das Thema „Der Heldenkampf deutschen Volkstums in Tirol". Die Ausführungen des Redners hinterliehen einen tiefen Eindruck. Das „Meraner Fahnenschwingen“ beendete die Vorführung. Preußen. Kreis Wetzlar. <5 Krofdorf, 29. Sept. Gestern fand die V e r ■ fteigerung des Gemeindeobstes statt. Es standen etwa 500 Zentner, meistens Aepfel, zum Verkauf. Die Preise sind besser ausgefallen, als man bei der reichen Obsternte und der Geldknappheit erwartet yatte. Besonders das Tafelobst wurde einigermaßen gut bezahlt. Auswärtige Käufer muhten bar zahlen. Z ßaunsbad), 29.Sept. Hier hat sich ein 70 = jähriger Landwirt in der Scheune beim Heurupfen einen Dorn, jedenfalls von einer Hauhechel, in einen Finger geftofjen. Obwohl der Dorn sofort entfernt wurde, trat nach zwei Tagen starkes Anschwellen des Armes ein, so daß der Verletzte sich in ärztliche Behandlung begeben und schließlich in die Klinik überwiesen werden mußte. Alle ärztliche Hilfe war aber leider vergebens. Acht Tage nach dem Unfall trat der Tod des bedauernswerten Mannes infolge Blutvergiftung ein. 0Kinzenbach,28. Sept. Am Samstagabend fand hier im Saale der Gastwirtschaft P e u s ch eine Versammlung der Ortsbauernschaft statt. Landwirt Wilh. Langsdorf (Groh-Rechtenbach) hielt einen Vortrag über „Genossenschaftliche Viehverwer- . tun g“. Er berichtete über die Tätigkeit der vor kurzem ins Leben gerufenen Genossenschaft für den Kreis Wetzlar und wies auf die diesbezügliche allgemeine Entwicklung hin. Es beständen jetzt in Nassau 13 und in Hessen 14 Viehverwer- * tungsgencsfe..schasle.r. Der genossenschaftliche Tieh- Umsatz sei ständig im Steigen begriffen. Von groß- Das bißchen Erde. Vornan von Rich trd Skowronnek. Copyright by I. Engelhorns Nachf., (Stuttgart Mittel lieb^Z Inger Ar-M' 5fll säon Ä Mb-Br"; SW6 ipiejctf (*■J Dieses einen Grohen- 3n®roK len ge9cnubc 0ieWcl MS.Kope tag h°t heue dierungder «Ratiohalbanf bis angenomme firaft Berlin,30' ligen ü*rte in ®ang, $ur5! gtimmungsmaßi eingetreten zu vorliegenden Besuch der ü Überwiegen macht, besonders guten 2chri Am Devisenmari 3,90, gegen Pan Spanien 43. * 10,50 Mi lagen End Reich. Ende 2 einlagen bei 10 504,88 Mill. Mark Ende 3u hin eine Abnal über einer 2lb Juli, auf. * Heinrich a.M. Die M man bei den AG., Frankfurt wieder eine Er Hon vornehmen kunasmaßnahw troffen worden abgebaut werd« * Daggv Die Daggonsc DTI.'Handed gen 2Iu(trag86. I Porzelh Teller, tief oder f Dessertteller, 19 Terrinen, oval ot 6 Personen Terrinen, oval ot !2 Persone Stieren,4ecki Salatieren, 4 ecki Sälatieren, 4ecki Patten, oval, 34 Piaffen, oval, Zy Patten, oval, 28 Platten, 0^25 Sauaeren 6 Sauderenfütl2 "eeSCni«K- Kaffeeservice ft, "Werne Dek( .ßei Erzähl, Aus"ahmE Tlad) Seitenwechsel fiel Naunheim ab und über- lieh den Gästen den Sieg. Naunheim Jugend — Krofdorf Jugend 4:0. Saasen I — Hausen I 4:2. Schon nach wenigen Minuten führten die Gäste au» Hausen mit 2:0. Dann kamen die Saasener mehr aus und konnten ein Tor ausholen. Nach Seitenwechsel war Saasen mehr im Dorteil und sandte noch dreimal ein. Gießen (3ugcnb) — Dieses (2. Jugend) 1:1. Die körperlich unterlegenen Gäste lieferten den Plahbesihern ein schöne» Spiel und konnten durch Elfmeter ein llnentfchiedcn erzielen. Dieses (1. Jugend) — Hausen (Jugend) 8:0. Wieses war dem Gast weit überlegen und konnte einen sicheren Sieg sür sich buchen. Groften-Linden II — Hungen II 4:1. In Grosten-Linden standen sich diese Mannschaften gegenüber. Die Platzbesiher waren die Besfe- ren und konnten da» Spiel mit 4:1 für sich entscheiden. Groften-Buses II — Cang- ■Mai . . 10.09 59.16 19.11 59 28 10.09 59.13 10.11 59.25 . . . 12.477 12.497 12.48 12.50 FuMpdl . . 73.28 73 4? 73 21 73 42 ecu . . . 3.154 3.060 3.047 3.053 t*cllaa6 . . 169 83 170.17 169 83 170.17 Cck>k Wette........ AoUinMIdJC Worte........ jtalitnilrbt Worte Wotrotflildit Woirn Ttuddr-Ccfirneld), • 100 fedjUltag Rumänridif Worte........ SLwtdilckx Worte........ €d)rori|tr Worte Epamldit Worte Unoatildrt Worte 4.20 58.53 92.22 16.34 16.67 169.46 21.31 92.71 59.02 2.49 96.66 82,14 36.83 72.75 4.22 58.77 92.58 16.40 16.73 170.14 21.39 93.09 59.26 7.51 97.04 12.46 36.97 73,15 Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 3?. ©cpt. Cs wurden notiert: Weizen 225 bi» 227,50; Roggen 217.50; Sommergerste für Brauzwccke 175 bis 180; Hafer. 160 bis 167,50; Weizenmehl, südd, Spez. 0 (mit Austauschware) 35,50 bis 37,25, (Sondermahlung) 34 bi» 34,75; Weizenmehl, Niederrhein, (mit Austauschware) 36,50 bi» 37. (Sondermahlung) 34 bis 34,50; Roggenmehl 30,25 bis 31,25; Weizen- kleie 8,75; Roggenkleie 8,75 Mark. Tendenz: flau. Berliner Produktcnmarkt. Berlin, 29. Sept. Der Produktenmarkt zeigte heute ein recht schwaches Au-sehcn. Infolge der Beruhigung auf Grund der verschiedenen Ministerreden, in denen deutlich zum Ausdruck kam, daft auf jeden Fall an der Stabilität der Mark festgehalten werde, ist die Zurückhaltung der Landwirtschaft bei der Herausgabe von Offertenmaterial gewichen. Das Inlandangebot trat stärker in Erscheinung, zumal die Käufer im Zusammenhang mit dem schleppenden Mehlabsatz nur vorsichtig Rohmaterial erwerben; die Erklärungen des Ministers Schiele, die wiederholt darauf hinwiefen, daft e8 gegenwärtig nicht auf die absolute Höhe des GetreidepreismveauS, als vielmehr auf die Relation zu den ProduktionS- mittelprelfen ankomme, fanden naturgemäß auch starke Beachtung. Besonders waren Weizen für Waggon» und Kahnverladung reichlich offeriert und stellte sich im Prompt- und Lieferungsge- schäft 3 bis 4 Mark schwächer. Roggen wurde von der Bewegung mitgezogen, obwohl daS erst- händige Angebot keineswegs dringlich, die Gebote lauteten gleichfalls 3 Mark niedriger. Am Liefe- rungSmarkt kam es sogar zu Rückschlägen bi» au 5,50 Mark. Weizen- und Roggenmehle haben schleppenden Absatz bei teilweise 0,50 Mark niedrigeren Preisen. Hafer und Gerste im Anschluß an die Allaemeintenbenz matter. E» notierten für je 1000 Kilo: Weizen, märkischer. 210 bi» 213, September 228, Oktober 225,50 bi» 226, Dezember 228.50 (Geld. Hau); Roggen, märkilcher. 185 di» 187. September 196,50 bi» 193. Oktober 195,50 bi» 196,50. Dezember 196 bi» 197,25 (flau); Braugerste 157 bi» 172 (ruhig); Futter- und Industrie- aerfte 149 bi» 156; Hafer, märkischer. 135 bi» 143, September 148 (Brief!, Oktober 145,50 bi» 145. Dezember 147,50 (Geld, matter); für je 100 Kilo: Weizenmehl 26,75 bi» 32 (matten, Srieffaflen öer Redaktion. (Rechtsgutochien sind ohne Verbindlichkeit ber Schriftleitung » Cantipoft. Ihre Vereinbarungen bei Abschluß des Kaufvertrages entbehrten ber notigen Klarheil und Bestimmtheit; sie waren besser auch schriftlich nieder- e worben. Sie können heule lediglich noch auf d ber von Ihnen angegebenen Behauptung, daft Sie das Tier zurückgeben dürsten, wenn sich feine Eigenschaften nicht belferten, die Zurücknahme de» chundes verlangen. In einem Rechtsstreite müßte der Beweis von Ihnen erbracht werden, daft bie besagte Vereinbarung tatsächlich getroffen worden ist. Letzte Nachrichten. Dee Ruhrschiedsspruch über bie Arbeitszeit verbindlich. B e r 11 ji, 30. Sept. (DIB. Drohtmcidung) Der Beichsarbeitsminister hat den gestern ergangenen Schiedsspruch über bie Arbeitszeit Im Buhrkohlenbergbau Im öffentlichen Interesse für verbindlich erklärt. Line Dcrbinb- llchkeltserklärung des Lohnschiedsspruche» Ist nicht erfolgt. Die von unterrichteter Seite mll- geteilt wird, Ist jedoch anzunehmen, daft die Frage der Lohnregelung Im Ruhrbergbau durch eine voraussichtlich noch heute ergehende Jtotoerorb- n u n g geregelt werden wird. (Schluß des redaktionellen Teils.) All werden und doch jung bleiben, das ist bie Parole für jebermann, deshalb muft alles daran gefeftt werden selbst Im Alter noch erwerbsfähig zu bleiben. Die Alterskrankheit ist die Arterienverkai- kung. Auf einem von den gewöhnliaien Mitteln ab- weichenden Prinzip beruht Radiosclerin, ein seit Jahren klinisch erprobtes Vorbeugungsmtttel gegen Arterienverkalkung und deren Folgen, bas reinstes Radiumfalz enthält. Seine Wirkung beruht auf dem Abbau ber erkrankten Zellen an ber Gefäß Innen- wand, woburch gleichzeitig Neubildung gefunben Gewebes angeregt und somit neue Energien bem Zellengewebe und ben Drüsen zugeführt werben. Literatur mit wissenschaftlichen Abhandlungen und Prabetabletten kostenfrei burch Hersteller: Radio- sclerin G. m. b. H., Berlin SW 68/28. , 6467V Neueröffnung Köhler Das Preisinserat des neuen Bekleidungs- Hauses Köhler, jetzt Seltersweg, kann erst morgen erscheinen. Jedenfalls steht fest, daß ganz Außergewöhnliches in Bezug auf Freie u. Qualität geboten wird. «.«A (flas-nakme Porzellan, gute Fabrikate Teller, tief oder flach, Feston weiß, 4 Stück.. 1.— Dessertteller, 19 cm, Feston weiß, 6Stück.. 1.- Terrinen, oval oder rund, Feston weiß für 6 Personen 3.- Terrinen, oval oder rund, Feston weiß für 12 Personen 4 - Salatieren, 4 eckig, 30 cm, Feston weiß 1. — Salatiercn, 4eckig, 27 cm, Feston weiß -.70 Skalieren, 4 eckig, 24 cm, Feston weiß -.60 Platten, oval, 34 cm, Feston weiß —.95 Platten, oval, 30 cm, Feston weiß —.65 Platten, oval, 28 cm, Feston weiß ........ -.60 Platten, oval, 25 cm, Feston weiß —.50 Saucieren für 6 Personen, Feston weitf’... -.65 Saucieren für 12 Personen, Feston weiß ... - .95 Kaffeeservice für 6 Personen, 9 Teile 3.95, 2.95 Kaffeeservice für 6 Personen, 15Teile 6.-, 4.50 Kaffeeservice für 12 Personen, 27 Teile moderne Dekore 11.— Porzellan, gute Fabrikate Gedecke (Tasse und Teller), Streublumen.. —.50 Gedecke (Tasse und Teller), schöne Muster -.95 Konfektservice, 7 Teile 1.50 Tassen, hoch od. nieder, weiß, 5 Stck. 1.— Tassen, hoch od. nieder, Goldrand.. 4 Stck. 1.— Tassen, hoch o'd nieder, indischblau, 4 Stck. 1.— Dessertteller, indischblau, 4 Stck I.— Dessertteller, Goldrand .. 4 Stck 1. - Tafelservice, Feston Goldrand,23Teile .... 14.50 Dasselbe für 12 Personen, 45 Teile 29.75 Bleikristall, handgeschlitfen Komponiere, 7 Zoll, Rosen 3.50 Blumenvase, 23 cm 3.— Likörkaraffe ..................... 3. — Weinkaraffe '..... 8.— Jardiniere, 9 Zoll 8.75 Jardiniere, 10 Zoll 11.— Vasen, klein —.90, -.50 Glas Weinkelche, Kristallglas, 6 Stück 1.25 Weinkelche mit Mattband,6 Stück......... 1.50 Römer mit grünem Stiel, 6 Stück 1.25 Bierbecher, Goldrand oder Schliff, 6 Stück.. 1. — Kompotteller, gepr, 6 Stück - .75, - 50 Schüssel, 22 cm, schönes Muster - .60 Schüssel, 20 cm, glattes Muster - .50 Schüssel, 23 cm, glattes Muster -.60 Kuchenteller, 30 cm, glattes Muster —.75 Kuchenteller, 29 cm, schönes Muster —.60 Satz Schüsseln, 5 Teile 1.40 Butterdosen, gepr -.25 Sahneservice, gepr., 3 Teile -.75 Vase, 22 cm, schöne Form - .50 Bowlen, optisch, mit Deckel 2.50 Steingut Waschgamituren, elfenbein,klein,5Teile... 2.50 Waschgarnituren, elfenbein, mittel, 5 Teile.. 3.50 Waschgamituren, elfenbein, groß, 5 Teile... 4 25 Waschgamituren, Goldrand, klein, 5Teile... 3.75 Waschgamituren,Goldrand, mittel,5Teile.. 4.75 Waschgamituren, Goldrand, groß, 5Teile... 5.75 Waschgamituren m.schwarzen Linien,5Teile 5. - Waschgamituren,blaues Dekor,groß, 5Teile 5.— Topflappen- oder Zwiebelbehälter 1. - Kakaokannen mit Deckel —.75 Kinderbecher, mehrfarbig, 2 Stück -.25 Satz Schüsseln, weiß, 6 Teile -.90 Satz Schüsseln, bunt, 6 Teile 1.50 Teekannen, braun 1.25, 1.— Oebäckkasten, schöne Dekore 1. — Puddingformen, verschiedene Muster —.75 Bei Barzahlung 10 Prozent Rabatt während der Ausnahme-Tage auf alle übrigen nicht besonders ermäßigten Preise! 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