Donnerstag, 50. Juli 1931 181. Jahrgang Nr. 176 Erstes Blatt Gietzemr Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Dmd mid Verlag: vrühfsche Uutverfikätr-Viich. eeö Stehrtrederet H. taugt tu Sieße». Sdfriftlething unö Gefchästrstelle: Schulftraße 7. SnnaQfflt pm Injtitt* für die laqtinummcr bi» -um Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höh« für Anzeigen von 27 mm Brette örUich 8, ausrolrt» 10 Neichopsennig; für Sie» hlameanjcigtn von TOmnt Brette 35 Rerchspseimig. Platzoorschrist 20'. mehr. Chefredakteur. Dr. Fnedr. Wilh. Lang«. Berantwonlich für Volitifc Dr. üg lich, avtzer öowwtag« und Feiertag» Betlaaew: vi« Illustriert, Btehener Familien dlütte» Heimat «m Düd Vie Scholle Monat»-bezug,preis: 2.20 Deichsmard und 30 Deichspfennig für Träger» lohn, auch bet Dichter- scheinen einzelner Dumm er, msolg, höherer Gewalt. Herafprechaufchlkße an te r 5 a m m elnumm er 225 l Anschrift für Drahtnachrichten H, zeig er «letze», p-tzscheckkonto: grenffnrtom Mott, 1168«. Was plant das Reichstabineii? Beratungen über die weitere Auflockerung des Zahlungsverkehrs. — Wirb Geheimrat Schmitz Wirtfchastskommiffar mit außerordentlichen Vollmachten? Berlin, 29. Juli. (IU.) Amtlich wird mit- geleHl: „Da« R e l d)» t a b l n e 11 erörterte Mittwoch nachmittag in einer kurzen Sitzung die von feinem wirtschast»au»schuß vorgeschtagenen rolrt- schastspoiitischen Maßnahmen, die mit der weiteren Wiederaufnahme de« Zahlung»verkehr» Zusammenhängen. Die Beratungen werden fortgesetzt. Ergänzend erfährt die „Telegraphen-Union : Der wlrlschast»au»schuß de« Reich-kabinett, Hal sich im taufe de, Mittwoch vor allem mit der Jngang- fehung de« Zahlung «verkehr« beschäftigt. Die Erwägungen hierüber sind jedoch noch nicht abgeschlossen. Jm übrigen werden durch zahlreiche Ressortbesprechungen und Einzelberatun- gen zur Zelt mit allen maßgebenden wirtschafl«- unb Finanzkreisen Maßnahmen vorbereitet, die erforderlich sind, um den gesamten wirlschastsapparol auf da« durch die ausländischen Geldabzüge verringerte ftapllaloolumen e l n i a ft e 11 e n. Die Vorbereitungen hierzu dursten noch einige Zeit In Anspruch nehmen, zumal sie in einem inneren Zusammenhang mit den Still- halteoerhandlungen stehen, die zur Zelt mit den Konsortien der ausländischen Bankgläubiger geführt werden. Neben Mahnahmen bezüglich de» larlfwesen» stehen vor allem preispolitische Maßnahmen zur Erwägung. Zu den hiermit im Zusammenhang neuerdings ausgetretenen Gerüchten, daß geplant sei, Geheimrat Schmitz von den JG.-Farben zum wlrlschast»kommlssar mit besonderen Vollmachten zu ernennen und Ihm für die Jlnanjfragen den Direktor der Arbeiterbank. Bachem, an Ale Seife zu stellen, wird von unterrichteter Seite erklärt, dah die. Innerhalb der Reichsregierung noch nicht erwogen worden fei Allerdings spreche angesichts der Notwendigkeit, die wirlschast»- mahnahmen der nächsten Zeit nach einem eln- he i 11 i ch e n plan zu treffen, mancherlei für die Kombination. Uebrigene sieht Geheimrat Schmitz zur Zelt den vorn Reichskanzler nach Berlin eingeladenen ausländischen Finanzsachverständigen zur Unterrichtung zur Verfügung. Industrie und Kredi'krisis. Aussprache tm RcichSvcrba.td. Berlin. 29. Juli (XU.) Präsidium und Dorstand des ReichSverbandes der Deutschen Industrie traten am 29. Juli unter dem Vorsitz des ftellveriretenden Vorsitzenden, Abgeordneten Frvwein, zu einer stark besuchten gemeinsamen auhervrdentlichen Sitzung zusammen, in der die gegenwärtige währungs-, kredit- und fincrn-poli- tische Lage eingehend besprochen wurde. Die Beratungen tourben eingeleitet durch Berichte von Dr. Silberberg und Geheimrat ÄaftI über die Entwicklung der Währungs- und Kreditlage in den letzten 6 Wochen. Die Selbsthilfe-Rotmaß- nahmen »der Wirtschaft in dieser Zeit, insbesondere auch die Kreditgarantie aftion de r Wirtschaft. daS Notverordnung-- w e r k der Reichsregierung und die bisherige Tätigkeit deS ReichSverbandes in allen diesen Fragen Silberberg übte unter einmütiger Zustimmung des Präsidiums und Dorstandes scharfe Kritik an der Finanzgebah- rung und Kreditpolitik der letzten Jahre, die zu einem erheblichen Teil die jetzigen Zustände verschuldet hätten Er stellte die Forderung auf, dah in aller- kürzester Frist die von der Industrie schon seit langem geforderten Mahnahmen zur k o n f o - 11 bIe r u n g der kurzfristigen Verschuldung der Länder und insbesondere der Gemeinden und zur Sicherung sparsamster Wirtschaftsführung in allen Zweigen der öffentlichen Verwaltung durchgeführt werden mühten. Lr hob dabei hervor, bah die Industrie mit um so größerem Nachdruck diese Forderungen aufstellen könne, je mehr sie selbst bereit sei. auch erforderliche Aenderungen in der Kreditpolitik der privaten Wirtschaft. soweit sie nicht schon durchgeführt find, zu verlangen. Geheimrat K a ft I berichtete u. a. über die Verhandlungen mit den Banken und den anderen Spihenverbänden, sowie mit der Reichsregierung und der Reichsbank, die in den letzten Tagen über die Rotwendigkeit der Rückkehr zum normalen Zahlungs - und lieber wei- lungsverkehr und die Schaffung erweiterter Kreditmöglichkeiten für die Wirtschaft geführt worden sind. Rach einer lebhaften Aussprache, in der die einmütige Gegnerschaft gegen die Regelung des inneren Zahlungsverkehrs zum Ausdruck kam, billigten Präsidium und Dvrstand einmütig die bisherigen Schritte und Mahnahmen der Leitung des Reichsverbandes. Sie sprachen sich insbesondere gegen alle Vorschläge aus, die Irgendwie da» vertrauen in die deutsche Währung zu erschüttern geeignet wären. Aus der anderen Seite mühten aber alle durch da» Bankgeseh gegebenen Möglichkeiten zur wlederher- ft e 11 u n g de» den Bedürsnlssen der Wirtschaft Rechnung tragenden Notenumlauf» der Reich»bank und zur Beschaffung von Glralgeld angewandt werden. Man war einmütig der Ansicht, dah, wenn sich an- gesicht» der Entwicklung der Verhältnisse e I n hoher Reich»bankdiskont für eine kurze Uebergang»zelt nicht vermeiden lasse, doch unbedingt dafür Sorge getragen werden müsse, bah dabei jede Ueberlrei* b u n g, wie sie da und dort gefördert worden Ist. unterbleibt ES komme daraus an. das Wirtschaftsleben vor unerträglichen Belastungen zu bewahren und nicht unnötigerweise den schon im bedenklichen Aus- mahe vorhandenen Schrumpfungsprozeß zu vergrößern. Die Wiedereinführung des normalen Zahlung«- uno TleberweisungSverkehrs müsse unter sorgfältiger Beobachtung der Beanspruchung so schnell wie möglich durchgeführt werden. Im Zusammenhang mit der Wiedereinführung des normalen Zahlungs- und Ueberweifungsver- kehrS seien auch für die Dauer deS augenblicklichen Rotstandes Mahnahmen tut vvrf orgli- chen Bewirtschaftung der Vorhände- nen Devisendecke einschl. eine- Ausfuhrverbotes für ReichSmarknoten nicht zu vermeiden. Gegen die Verordnung über die Erhebung einer Gebühr für Auslandrei- f e n wurde scharf Stellung genommen. Die inzwischen eingetreienen Milderungen feien teils unzulänglich, teils hätten sie eine so weitgehende Durchbrechung gefchasfen, dah eine weitere Aufrechterhaltung dieser unverständlichen Maßnahme »weckloS geworden sei. SS sei daher zu fordern, daß die Reichsregierung sobald wie möglich von ihrer Befugnis, diese Derordnung wieder außer Kraft zu setzen, Gebrauch macht. Froweln berichtete über die Stellungnahme be» Relchsverbanbe» ju ber Gestaltung ber Lieferung». unb Zahlungsbeblngungen in ber gegenwärtigen Notzeit. Lr ging babei von bem Bc- schluh be» Präsidium« vom 15. unb 16. b. M. au», nach welchem j ebe Verschärfung ber Lieferung», unb Zahlung »bedin- gungen unterbleiben»» —sie. Dieser Be- schluh bezieht sich besonber» auch auf ble Fakturierung im Geschäftsverkehr unb roenbet sich gegen (eben Uebergang z u einer Fakturierung in Golbmark ober in Aus- lanbwährnng im Geschäftsverkehr. Alle Derfuche einer angeblichen Währungsfiche- rung im Rechnungsverkehr feien geeignet, d a S Gegenteil von dem Gewünschten herbeizusüh- ren. Der Zweck der Geschäftsbedingungen müsse stets auf die Durchführung des Arguivalent- prinzipS gerichtet fein, um für die Leistungen im Geschäftsverkehr entsprechende Gegenleistungen zu erhalteir. In einem erneuten Rundschreiben sollen die Derbände vor jeder Derlchärfung der Geschäftsbedingungen gewarnt und ersucht wer- den, darauf zu achten, daß die vereinbarten Bedingungen innegehalten.wenden. Ein Wirtschafisprogramm der Kreien Gewerkschaften. Vin Vankenamt soll die Kreditpolitik kontrollieren. Berlin 29. Juli. (Sil.) Der Dvrstand des Allgemeinen Deutschen Gewerk- schaftSbundes hat unter Beteiligung des Asabundes folgende Sntfchließung zur Lage gefaßt: Die ernste Lage der deutschen Wirtschaft erfordert entschiedenes und schnelles Handeln. Die Gewerkschaften als Dertreter der von der Rot am härtesten betroffenen DolkSmaffen erheben daher folgende Forderungen: I. Damit die Wiederausnahme der Zahlungen bei privaten und öffentlichen Banken und Sparkassen gleichmäßig und schnellstens gesichert wird, ist die Dersorgung mit ausreichenden Umlaufmitteln durch weitere Wcch'eldiSlvn- ticrungen der Reichsbank notwendig. II. Um die notwendige Räumung der Warenlager herbeizuführen und die Währung zu sichern, sowie den erforderlichen Druck auf die Abgabe von Devisen- und Rotenvorräten auszuüben, darf vor der vorübergehenden Erhöhung des Diskontsatzes der Reichsbank nicht zurückgeschreckt werden. III. Die Regelung der Rückzahlungen kurzfristiger Auslandsverschuldungen darf nur durch Dermit tlung der Reichsbank erfolgen. Hierbei ist das Stillhalteübereinkommen durch ein teilweises A u S - landmoratorium zu ergänzen. IV. Der inländische Geld- und Kapitalmarkt bedarf der öffentlichen Kontrolle und Lenkung. Das Reich muh maßgeblich an der Der- waltung der Danken beteiligt werden. Zu vielem Zwecke ist ein Dankenamt zu errichten. Zu seinen Ausgaben gehört besonders: Die Kreditpolitik der Danken zu kontrollieren, Richtlinien für die Anlagepvlitik der Kreditinstitute auizustellen und die Durchführung der Richtlinien zu überwachen. V. Die inS Ausland und in ausländische Werte geflüchteten Kapitalien sind der deutschen Wirtschaft wieder zuzusuhren. Die bisher erlassenen -Notverordnungen gegen die Kapitalflucht" beziehen sich nur aus die Flucht in Devisen. Sie sind deshalb zu erweitern: 1. Alle ausländischen Effekten in deutschem Eigentum sind der Reichsbank zum Kaus anzubieten. 2. Die Anmeldepflicht für Devisen ist auf sämtliche Au-landSforderungen ohne Rück- sicht aus ihre Höhe und den Fälligkeitstermin auS- zudehnen. 3. Die Dewilligung von Ausnahmen bei der Devisenablieferung auf Grund der ergangenen Rotverordnungen darf nur von derReichS- bank unmittelbar erteilt werden. VI. Heber die zur Ueberwindung der augenblicklichen Stockung zu treffenden Maßnahmen Frankfurt a. M.. 29. Juli. (ENB.) öle ble ..Frankfurter Zeitung" erfährt, Ist nunmehr nach fast breitägigen verhanblungen mit ben Vertretern ber großen englischen unb amerikanischen Banken eine grunbsähliche Uebereinfunfl zuslanbe- gefommen. Sie sieht vor, bah bl e Ausland- banken mit I h ren nach Deutschlanb gegebenen Krediten st111ha11en, daß sie aber bis zu einem gewissen Betrage ihrer Forderungen da» Recht zur Umlegung der Kredite haben sollen. Al, neue Adresse für die um- zulegenden Kredite sowohl für Bar- al» auch für Rembourskredite wird die Golddivkonlbank bienen. Die bei ben Berliner Verhandlungen anwesenden Auslandvertreter waren, soweit England in Frage kommt, von saft sämtlichen Firmen Berlin, 29. Juli (TU.) Der Bundesoorstand des Reichslandbundes hat in seiner Sitzung am Mittwoch, den 29. Juli, einstimmig einen Ausruf beschlossen, in dem es heißt: Rach dem Scheitern der ausländischen Kreditoerhandlungen ist Deutschland völlig auf sich allein gestellt. Seine vornehmste Pflicht ist es, die elementare Grundlage seiner Existenz — d i e Dolksernähruna aus eigener Kraft und Scholle — zu sichern. Die Ernte Hot begonnen. Kaum sind die ersten Waggons (Betreibe auf dem Markt, schon ist ber Preis für alle (Betreibearten um 2 bis 3 Mark je Zentner gefallen. Der Sturz der Getreidepreise ist durch die verspäteten Maßnahmen der Regierung nicht verhindert worden. Die Landwirtschaft muß daher zur Selbsthilfe greifen. Der Bundesvorstand des Reichslandbundes ruft daher die Landbundmit- olieber in den Ländern, Provinzen, Kreisen und Gemeinden, sowie darüber hinaus alle Landwirte auf, den (Betreibe- und Diehoerkauf nach folgenden Gesichtspunkten vorzunehmen: Soweit Brotgetreide In Frage kommt, bür- fen nur diejenigen Mengen verkauft werden, die zur B r o t o e r s o r g u n g jeweils erforderlich find. Das bedeutet, daß für die Zeit bis zum 5. August jegliche Reuverköufe unterbleiben. In der Zeit vom 5. bis 31. August darf jeder Landwirt nicht mehr als dreiviertel Zentner (Betreibe je Morgen der (B e • treideanbauflöche anbieten. Unbeschadet der von der Reichsregierung durch Gesetz als notwendig anerkannten Richtpreise von 230 Reichsmark |e Tonne Roggen ufw. beträgt der Mindestpreis, der für Getreide in marktfähiger Beschaffenheit nach Berliner Roti; erreicht werden muß, für Augustverkäufe je Zentner: Weizen 12 Mark Roggen 10 „ Hafer 9 Braugerste 11 „ Futtergerste 9 „ (für spätere Lieferungen entsprechend hoher). Für West, und Mitteldeutschland sind diese Mindestpreise je nach örtlicher Lage durch Zuschläge zu ergänzen. Bei den vorstehend angegebenen Getreidepreisen befiehl sogar die Möglichkeit, den Brotpreis zu senken, wenn die Regierung an die Ausnutzung der von chr selbst in Dänemark gemachten Feststellungen herangeht. Auch der Schlachtviemarkt ist durch Derkausenthaltung zu entlasten, um Durchschnittspreise zunächst in Höhe von hinaus sind zur Rückkehr des Dertrauens im In» und Auslände die Reform des Aktienrechts .und die Ausdehnung bet Kartell- und Monopol kon t rolle ent- sprechend den Forderungen der Gewerkschaften notwendig. Ebenso dringlich sind Sicherheitsmaßnahmen für die öffentlichen Finanzen und für die Stützung des realen Einkommens der Arbeiterschaft. Der Lohnabbau hat sich als Irrweg erwiesen. Um die Läger zu räumen, bürten Verlust Verkäufe nicht gescheut werden. Karteilhemmungen müssen beseitigt werden Ueberhvhte Zölle in Landwirtschaft und Industrie sind abzubauen. Die deutsch, Außenpolitik muß in erster Linie aus eine Verständigung mit Frankreich gerichtet sein. Um den Aeichsbankpräsidenten. London. 29. Juli. (IU.) Eine Jnsormatlon bei „Manchester (Buarblan" besagt, baß bei Rücktritt Dr. Luther», dessen Führung wäh- renb der Krisenlage scharf kritisiert worben sei, nach bet VNeberherstellung normaler Bankveitzättnisse i« Deutschland sicher sei. Nur die Frage seine« Nachfolger« stehe noch offen. Die Ernennung Dr. Schacht« würde sofort erfolgen, wenn er nicht aus seiner Forderung, einen S l tz im Kabinett zu erhalten, bestehen mürbe. Bi«her hätten aber Dr. Brüning unb seine fL Soweit Banken und Sparkassen gewissen €>4>ut\r*nrn 69 Iahren starv heute vormittag nach längerem schwerem Leiden ein bekannter Mitarbeiter Geh.- Rat v Behring». Dr. Karl Siebert. Der Verstorbene, ein Sohn de» Vizebürgermeister» und Ehrenbürgers der Stadt Marburg. Friedrich Siebert igelt. 1918>. hatte an der hiesigen Universität sein etaat»cramen al» Pharmazeute ah- felegt unb dann promoviert, al» er 1894 die bie- ige Schwanapotheke von seinem Vater übernahm. Aber schon 1901 nxinbte er sich gänzlich dem Gebiete der Bakteriologie zu und wurde ein Hcnrpt- mitarbeiter des Erfinders de« Heilserum», Geh.- Rat Emil v. Behring ». Als Leiter tvr 'Behring- werke verhalf er diesen zu höchster Blüte und war noch bi» zuletzt im Aufsichtsrat der 'Werke vertreten. Dr. Siebert wurde besonder» bekannt durch seine wisfenschaftlichen Kreb»- und SyphiliSfor- schungen sowie seine gemeinsam mit Apotheker Scho11meyer durch geführten älnfersuchungen über physiologische Einstellung von Digitall». Dr. S i e b e r t ist aber nicht nur auf wissenschaftlichem Gebiete hervorgetreten, er entfaltete auch eine fegenöreiche Tättakelt bei vielen gemeinnützigen Einrichtungen unserer Stadt. Rundfunkprogramm. Freitag, 31. Juli. 7.30 Uhr: Bad Reuonahr Frühkonzert be» Z^urorchester». 12.00: Schallplattenkonzert. 1630: Wiesbaden: Konzert des Kurorchefter». 1845: Aerztevortrag: „Die Wildbäder Im Lichte von Raturwisfenfchast und Medizin". 19.15: Mu- seumSsaal Pforzheim: Mandolinenkonzert. 19.45: LlnterhaltungSkonzert de» Rundfunkorchester». 20.15: ..Um« golonc Kalb", ein Tofentairz von beute. 2115: Sommernachtslieber. 2145: Reue Musik der Rationen (6. Abend). 23.20 bi» 24.00: Tanzmusik. 0.30 bi« 130: Rachtkonzert. Samstag, 1. August. 7 30 Uhr: Bad Reuenahr Frühkvnzert be» Kurorchefter». 12.00; Schallplattenkonzert: Wagner-Konzert. 1520: Stunde der Iugend. 16.30: RachmittagSkonzert de» Rundfunkorchester». 18.10: „Tägliche Begegnungen" — Soziale Zwiegespräche unter Leitung von Dr. Hendric de Man und Dr. Paul Laven. 18 45: ..Französischer Witz und deutscher Humor", vorgetragen von Horaee Rlel- lon- 1915: Spanischer Sprachunterricht 19.45: Mannheim: Volkslieder. 20.15: 40 Grad im Schatten, lustige Hörbilder von Earl Struve unb Willy Reichert. 21.45: Aeltere Tänze. 22.40 bl» 24.00: Tanzmusik. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Keligiansgesellschast. Sabbatseier den 1. August 1931. Freitag abend 7.80 Uhr; Samstag vormittag H, nachmittags 4; Sabbatausgang 9.05. — Wochengottesdienst: morgens 6.30; abends 7 Uhr. Vie Wetterlage. 16,tn. Sejfdljjjon _ZNöc3i Mo Pans, Clermont ^<8) Berlin Q wofWtnloi. o neuer » n«ie eedtrei •wolkig •Bedeckt, ettegr^ # Schnee ä 4r«upem eReoei K bal)„ x'rrfmniq( Serben frf U'ch Nick Ä er Qrt mir x."^ein, j Sevilla, ' her' ..Und tt >de uAei £ befliei Vner vers Samstag, i. Aug. letzter Tag iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiTnii 5047 A Handarbeits-Ausstellung ^chtspidhäus seitersweg bis dahin noch geöffnet von 11-1 Uhr vorm. u. 4-6 Uhr nachm. vom Haus der Handarbeit Seit Mai 1930, der Eröffnung unserer Fleischverteilungsstelle in Gießen, sind alle Fleisch- u. Wurst war en um 20,7°/o im Preis gesunken Auf die einzelnen Fleisch-Sorten beträgt der Abschlag: Schweinefleisch: Karbonaden und Nacken Pfd. Kalbfleisch: Rindfleisch: Unsere Mitglieder, die nicht zu dem Fleischverteilungsstelle - Bezirk Gießen, waren nur Im eigenen Geschäft 5028 A Schinken und Schultern mit Knochen-. Schieres Schweinefleisch ohne Knochen Bauch, wie gewachsen.................. Bauch mit Beilage....................... Kalbshaxen.............................. Hals und Brust.......................... Bug, Nierenbraten und Koteletts....... Keule.................................. Kalbfleisch ohne Knochen.............. Suppenfleisch............................ Bratenfleisch............................. Bratenfleisch ohne Knochen............ Warenabgabe nur an Mitglieder 28.6 °/0 29.8 % 29.5% 268% 29,0% 30,7% 23,1% 25,5% 25,5% 22,2% 13.8% 13,8% 16,7% Liebigstraße, gehören, können in den übrigen Stad t-Verteilungsstellen Fleischbestellungen aufgeben. — Genossenschafter, bezieht Fleisch- und Wurst- 1.00 0.90 1.20 0.88 0.78 0.90 1.00 1.00 1.00 1.40 1.00 1.00 1.25 Konsnmerein Giehen ii.Liiiö e. G. m. b. H. Gummifabrik sucht zum Vertrieb ihrer Fahrradbereifungen in Oberbesfen gut etngesührlen Vertreter Offerten unter F. L. 3540 durch Rudolf Messe, Gießen. 6038V Bekanntmachung. Zagd-Derpachtung. Die Jagdnutzung in dem gemeinschaftlichen Jagdbezirke der Gemeinde Leidenhofen in einer Größe von etwa 580 ha Wald- und Feldjagd soll am 12. August d. 3., nachmittags 4 Uhr, in der Gaftwirt- fd)aft Kutsch, Hierselbst, öffentlich meistbietend verpachtet werden. 50360 Die Bedingungen haben vom 10, bis 24. Juli im Geschäftszimmer des Unterzeichneten öffentlich ausgelegen und werden im Termin bekanntgegeben. Leidenhofen, den 29. Juli 1931, Der Jagdvorsteher. ____________Burk._____________ Jagd-Verpachtung. Ein Teil der hiesigen Gemeindejagd, zirka 230 ha, davon 65 ha Wald, mit gutem Rehwildbestand, wird am Samstag, dem 8. August 1931, nachmittags um VA Uhr, im Rathaus, dahier, auf sieben Jahre öffentlich verpachtet. 50350 Ranstadt, den 29. Juli 1931. Bürgermeisterei Ranstadt. Birkenstock. Dr. Steinreich verreist am 2. August Vertreter sind die Herren: Dr. Meyerhoff Dr. Ploch 04303 Gießen, den 29. Juli 1931. 5031 D Steinbach, den 29. Juli Die Beerdigung findet mittags 3 Uhr statt Die Beerdigung findet Freitag, den 31. Juli, nachmittags 2/2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. und 3 Kinder. 1931. Freitag, den 31. Juli, nach- 5039 d Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe Frau, unsere treubesorgte Mutter, meine liebe Tochter, unsere gute Schwester und Schwägerin Fran Emma Grüner, geb. Schmitt gestern abend plötzlich und unerwartet, im Alter von 27 Jahren zu sich zu rufen. In tiefer Trauer: Paul Gröper, Polizei-Hauptwachtmstr., nebst Kindern und allen Angehörigen. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, nach schwerem Leiden meinen lieben Mann, unsern guten Vater, Sohn, Schwiegersohn, Bruder und Schwager Herrn Ludwig Kloos Wagnermeister im blühenden Alter von 43 Jahren in die Ewigkeit abzurufen. • Die trauernden Hinterbliebenen: Luise Kloos, geb. Sommeriad emi Rat eeaai Auskünfte inRechls-, Slraf-.Famil.'Ange- legenheiten, Gesuche, Verträge, Beobachtungen. Ueberwacbg. und Ermittlungen vreisw.. streng dtskr. u. an all. Orten ert. it. erledigt Detektlv- Bnrean-n.Ansknnitel Inh.K.Gerz,Bad-Nauheim. Knrstr. 17. v'w Die angefchl.Vereine werden auf das Marine-Konzert in der Volksballe am Abend deS I.Ang. empfehlend hinge- wiesen.5041D Samstag, 1. 2lug^ abends 8% Uhr Vereinsabend in der „Stadt Lich". Ausgabe d. Diplome 0 Bezirkswenschre»- den in Friedberg u. Verbands-Wettlckr. in Darmstadt. 5034 D Der Vorstand. ^cuunu, UvUc 04313 Wime Mwe i. gut.Vage Wetzlars, in welch, gute Zahn- praxts ausgeübt w., als Büro u. dgl. ab 1. Sept. d. I. z. verm. Nähe Bahn, Näber. t.b.Wcidn't d. Gff. A. | Stellenangebote I Größerer Verein sucht zuverlässigen Erheber Schristl. Angeb. unt. 5033D an d. Gff. Au,. Milch Dampfmolkerei sucht zum Vertrieb von Milch u. Nahm in Gieffen geeignete Personen. Schriitl. Angebote uni. 04304 an den Gteff. Anz. Ein in Küche u.Haus- arbeit erfahrenes mouien bei gutem Lohn ges. Schristl. Angeb. unt. 5044D an d. Gff. An^. 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August 1931, nachmittags 2 Uhr, auf der Höhe bei Ulrichstein Flugzeugschau — Begrüßungsflug — Sturz- und Kunstflüge (Loopings, Rollings. Bücken- I itge) — Luft-Turnier — Ballonjagden — Leichtflugzeug-Vorführungen — Postsackabwurf — Gemischte Stafette (Läufer, Motorradfahrer u. Flugzeuge) — Höhenmusik und andere Luftspiele — Fallschirmabsprung aus 1000 Meter Höhe 04305 Volkstümliche Eintrittspreise: Erwachsene Mk. 0.50, Kinder Mk. 0.30, Sitzplatz Mk. 1.00 Restauration und Parkplätze vorhanden. — Veranstalter: Südwestdeutsche Sportflieger - Vereinigung Gießen im Einvernehmen mit der Gemeinde Ulrichstein Trauer TflSibto UtmwtfiKMuißiJ NOWACK für Damen, Herren und Kinder finden Sie bei uns in reicher Auswahl bei zeitgemäß verbilligten Preisen: Trainings-Anzüge aus gutem Baumwoll-Trikot, M 50 innen gerauht, hell- o. dunkel- gl blau, für bis 6jährige....... ” jede weitere Größe 50 Pfennig mehr Trainings-Anzüge für Damen und Herren, aus "9()0 gutem Baumwoll-Trikot,innen I gerauht, hell- oder dunkelblau 1 5048 A Modehaus Salomon Wir machen unsere Darlehens- und Hypothekenschuldner darauf aufmerksam, daß durch die ergangenen Notverordnungen die Fälligkeit der am 1. Juli d. 3- zu zahlenden Schuldzinsen in keiner Weise berührt wird. Wir erinnern unsere Schuldner schon heute daran, daß auf Grund der Bedingungen der Schuldurkunden für alte Darlehen, für welche die Zinsen nach Ablauf von vier Wochen nach Fälligkeit gezahlt werden, sich der Zinsfuß um V/o für die abgelaufene Zinsperiode erhöht. Eine weitere Mahnung erfolgt nicht mehr. 50420 Gießen, den 29. Zuli 1931. Vezrvkssvavkasie Gieße-) Zacheis Gießen, den 29. Juli 1931. 5027 D Ein schwerer Schlag hat uns getroffen. Unser hochverehrter 5030 D X Wein- nnoX AplelweinlBsser in allen Größen Küferei l Sonunerkorn y ^^Bleichstr.^r Die Beisetzung findet Samstag, den 1. August, vorm. 10% Uhr, aut dem Neuen Friedhof statt. Es wird gebeten, von Beileidsbesuchen Abstand zu nehmen. Die forstliche Fachschaft der Universität Giefeen i. A.: K. L. Krafft. Für den Bezirk Gieffen-Koblenz-Frank- surt suchen wir oerkaufSgewandten 6087V Heven und bieten demselben auffergewöhnllch höbe Verdtcnitmöglichkeit. (Steine Kau- lloussrellung, keine Nachnahmen!» Zuschrift: Fracht & Ruwcmeyer. Hannover, Calcnbcrgerstraffc 47. Heute morgen um 6 Uhr entschlief sanft nach langer, schwerer, mit großer Geduld ertragener Krankheit meine liebe, herzensgute Frau, • die treusorgende Mutter ihrer Kinder, unsere liebe, brave Tochter, meine gute, unvergeßliche Schwester, Schwiegertochter, Schwägerin, Nichte und Tante Frau Katharine Weher, Seh. Euler im Alter von 38 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Weber, Reichsbahnmechaniker nnd Kinder Klein-Linden, Großen-Linden, den 29. Juli 193L Die Beerdigung findet am Freitag, dem 31. Juli 1931, um 15.30 Uhr, in Klein-Linden vom Trauerhause, Frankfurter Straße 115, aus statt. __50<0 D Statt besonderer Anzeige. Heute früh entschlief sanft nach langem schweren Leiden mein lieber Mann, unser treuer Vater und Schwiegervater der o. ö. Professor der Forstwissenschaft Dr. oec. publ. et phiL Wilhelm Borgmann im 63. Lebensjahre. Namens aller Hinterbliebenen: Margarete Borgmann, geb. Walldorf. Herr Professor Dr. phil. et oec. publ. Wilhelm Borgmann ist uns durch den Tod entrissen. Dieser Verlust trifft schon die gesamte forstliche Welt aufs tiefste, noch viel mehr aber uns, den Nachwuchs. Für uns war der Dahingegangene nicht nur der fachlich überragend befähigte Lehrer, er war uns Verehrung und Liebe erweckender, kerndeutscher Mann. Seine Persönlichkeit ist uns Vorbild und Führer, sein Name steht in unserem Herzen. I Vermietungen | 4-Zimmer-Wolin. mit Laden zu günstigen Bedingung. zu verm. Schr. Ang. u. 04319 an d. Gff. Anz. Nr. 176 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Donnerstag, 50. Juli 1951 Prinzessin Ileana von Rumänien und Erzherzog Anton von Habsburg in der Brautkutsch« , »ach der Trauung in Sinata. e 1 l W österreichischer Politiker, denen man sich bemühte, den Gedanken einer Personalunion mit Ungarn schonung-voll nahezubringen, beweist die Extratour deS Prinzen Sixtus von Parma, der zwei Wochen nach Dekanntwerden der Zollunion nn Flugzeug aus dem Wiener Flugplatz Aspern eintras und dort ausgerechnet von dem französischen Gesandten Elauzel begrüßt wurde, beweist der vielbesprochene Aufenthalt des ungarischen Kardinals und Furstenprimas Seredy in Paris, wo er angeblich nur die Kolonialausstellung in Augenschein nehmen wollte, in Wirklichkeit aber die Stimmung in der Königssrage sondierte. Man kann sich also für die nächste Zeit auf Lieberraschungen gefaßt machen, wenngleich eS noch eine offene Frage bleibt, wie die Kleine Entente und insbesondere die Tschechoslowakei, die bisher jede Habsburgerrestauration als casus belli erklärt hat, sich zu einer erfolgreichen Legitimisten- aktion in Ungarn stellen wird. Begeistert werden die Tschechen gewiß nicht sein, aber im übrigen ist anzunehmen, daß die Kleine Entente einer solchen Belastungsprobe nicht standhält. Sv wenig sich aber in Ungarn selbst eine Opposition gegen die Uebernahme der königlichen Befugnisse durch einen Habsburger bemerkbar macht, so groß ist sie in Oesterreich, das, von einem kleinen, schwarzgelben Häuschen abgesehen, nur in dem Zusammengehen imb in der Bereinigung mit dem Deutschen Reiche eine bessere Zukunst erblickt und sich durch keinerlei Machinationen in dieser Ueberzeugung beirren lassen wird. Dessenungeachtet bleibt das neue Austauchen des habsburgischen SternS eine höchst interessante, geschichtliche Tatsache. Wieder scheint der alte Leitspruch dieses Fürstengeschlechtes sich dnrchzu- setzen: „Tu felix Austria nube!“ Hochzeit in Bukarest - DerlobungSpräliminarien in Pianore wer hätte vor zehn Jahren an eine solche Morgenröte des Hauses Habsburg zu glauben gefragt? Aber die Erde steht nicht still, sie dreht sich. Manche Rachkriegspolittkel:. die das noch immer nicht einsehen wollen und von der Unantastbarkeit des durch die Versailler Verträge gegebenen Status quo faseln, werden sich bald eines besseren belehren lassen müssen. („Gießener Qlnj wechslung mit dem Erzherzog Albrecht unterlaufen. Der junge Ehegatte ist der 1901 geborene Sohn des Erzherzogs Leopold Salvator und der Prinzessin Dlanka von (Bourbon.________________ Morgenröte des Hauses Habsburg Hochzeit in Bukarest. - Verlobung in pianore. Oberheffen. Gemeinderat in Grünberg. -s- Grünberg. 29. Juli. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats wurde zunächst als Tag für die Wahl eines Beigeordneten ber 30. August bestimmt. Die Steuersätze für die Real steuern und S on d e r- gebäudesteuer für 1931 wurden in gleicher Höhe wie im Vorjahre festgesetzt: bei der Grundsteuer und der Gewerbesteuer treten die gesetzlich vorgeschriebenen Ermäßigungen von 6 bzw. 12 Prozent in Kraft. — Im Interesse der Wiederbelebung der Bauwirtschaft durch steuerliche Vergünstigungen schloß sich der Gemeinderat dem Vorgehen des hessischen Finanzministers an. nach dem vor dem 1. April 1931 bezugsfertige Wohnungen bis Ende 1938 von der Grundsteuer befreit sind. — Die seinerzeit bei der Dorschlags- beratung beschlossene Verdoppelung der Di er steuer ist vom Ministerium insofern beanstandet worden, als es die Erhöhung nur für dieses Rechnungsjahr gelten lassen will. Der Bridge. Don JRotfa Roda. In der Zeit vor dem Krieg verlangte man vom Diplomaten: guten Adel, sicheres Französisch und vorzügliche Kenntnis im Bridge. Tennis mar erwünscht, aber nicht vorgeschrieben. Wer etwas von Bolkswirtschast verstand, galt zwar für einen Neuerer — doch wenn er sonst Manieren hatte, sah man über den Mangel gern weg. Ein Legationssekretär — Süddeutscher, dafür aber Rittmeister d R — hat erstaunliche Karriere gemacht dank seiner Gabe: schon aus Ton und Mienen der Partner genau die Zusammensetzung ihrer Blätter zu lesen. Man sagte sich mit Recht: solch ein Mann muß auch politisch.psychologiiche Fähigkeiten haben — und schickte ihn vom Fleck weg als Rat nach Paris. .. Da lese ich nun mit Freude, daß die Tradition auch durch den Krieg nicht abgerisien ist, ja, daß der Bridgetisch nun erst recht dort gebaut wird, wo man die breiteste Brücke braucht von Nation zu Nation: im Völkerbund. — Sir Eric Drummond, der (9e- neralsekrelar, spielt täglich einen Robber mit seiner Bureauleiterin und zwei Herren des Sekretariats. Den Point um ein Zehntelpenny. — Keine geringe Auszeichnung das für die jungen Herren, mit dem Chef dreschen zu dürfen — und sie werden gewiß ihren Weg machen, wenn sie sich am grünen Tisch, Kartentisch, bewähren. • Leider ist einem sehr ehrgeizigen angehenden Diplomaten einmal das Glück davongewischt — und er hatte es doch fast schon am Schlafittchen gehabt. Das war an Bord eines Ozeandampfers, ich schwanden. Der Zug ruckt an, rollt. Ich suche ihn, kann ihn aber nirgends entdecken. Da plötzlich steht er neben mir, den Koffer in der Hand: „Weißt du, ich fahre doch lieber an die Nordsee, — bei dieser Hitze ..." stottert er verlegen. „Du bist wohl verrückt! Und die Fahrkarte?" „Auf alle Fälle hatte ich nur eine Bahn- ft e i g f a r t e genommen," erklärt mein Vetter ge> heimnisvoll: „weißt du, ich habe ja auch gar kein Geld, um zu verreisen. Bei den schlechten Zeiten .. Aber diese Sensation, in einem kD-Zug zu stehen, ist doch herrlich! Und das Vergnügen jo billig'. Jeden lag reise ich irgendwohin. Morgen fahr ich an die Nordsee. Willst du mich wieder begleiten?" Ich schüttle energisch den Kopf. „Dann hilf mir wenigstens den Koffer heim- tragen", meint mein Detter gekränkt: „ein Auto ist für mich zu teuer!" Beiter Leopold reift nach Spanien Don Siegfried von Vegesack Nach langer Zeit treffe ich wieder einmal meinen Detter Leopold. Diesmal in einem Reisebureau. Eine Menge Prospekte liegen vor ihm ausgebreitet, er blättert hier und dort, macht Notizen und ist. so eifrig beschäftigt, daß ich ihn kräftig am Arm fasten muß, bis er aufblickt. „Großartig", ruft er begeistert wie immer, „du wirst mir sicher raten können, wohin ich reisen soll! Alles ist so verlockend, daß ich mich zu nichts entscheiden kann. Sieh mal her, eine Millelmeer-Reise: Tunis, Palermo, Korfu, Athen, Kairo ... Aber dann denke ich mir, da unten wird es wohl zu heiß sein. Wie wäre es mit einer Nordlandfahrt? Die norwegischen Fjorde, Spitzbergen. Da wollte ich schon lange hin. Muß großartig sein: Nordlicht, (fisbaren. Aber weißt du: Schiffahrt ist eigentlich nichts für mich. Und seit der letzten Katastrophe . . Man kann nie wissen. Vielleicht ist es doch am klügsten, wenn ich ins Hochgebirge gehe. Ins Engadin oder nach Savoyen. Vielleicht auch in die Hohe Tatra. Stety mal, — ist das nicht eine fabelhafte Landschaft? Ich wundere mich, daß mein Vetter so ausschweifende Reisepläne hot. Denn bisher ift'es ihm immer schlecht ergangen. Er muß wohl irgendein gutes Geschäft gemacht haben, denke ich mir, — vielleicht eine Erbschaft, von der ich nichts weiß? Ich gebe ihm diesen und jenen Rat merke aber, daß er nur ganz flüchtig auf meine Worte hört. „Ja, ich muß mich nach den Zügen erkundigen", erklärte er mir schließlich, rafft die Prospekte zu sammen und stellt sich bei der Auskunft an. Hier läßt er sich die Abfahrtzeiten färntlicher 0 Zuge, sämtliche Anschlußmöglichkeiten im mitteleuropäischen Eisenbahnnetz sagen. — der Beamte blättert wie ein Irrsinniger im Kursbuch die hinten Anstehenden werden schon ungeduldig. Aber mein Vetter läßt sich durch nichts stören. Erst als er alles notiert hat, verlaßt er freundlich lächelnd den Schalter und-er- klärt mir strahlend: „Dein, ich fahre nach Spanien, nach Granada und Sevilla!' Die Verbindung ist großartig, sieh mal her ..." , Und wann fährst du denn?" frage ich etwas nervös denn ich habe noch vieles zu erledigen. ..Morgen früh. Weißt du was? Du holst mich ab und begleitest mich zum Bahnhof! Wir frühstücken .tufammen. wer weiß, wann wir uns Wiedersehen. Bei einer so weiten Reise ..." Ich verspreche es ihm, denn ich habe morgen sowieso in der Stadt zu tun. Punkt neun stehe ich vor seiner Tür, mein Detter öffnet, — im Schlafrock. ,Ia. weißt du. ich habe es mir überlegt", kommt es noch ganz verschlafen aus ihm heraus: „ich fahre doch lieber heute mittag nach Lugano Spanten scheint mir nicht ganz sicher zu sein: Revolution, Unruhen. Weiß Gott, was die Leute da noch alles anfteUcn. Im Tessin dagegen braucht man nichts zu befürchten. Da passiert nichts. Lugano ist gerade das Richtige: blauer See, grüne Berge, roter Wein. Stell dir nur vor: eine Dftcria, ein elektrisches Kia- vier und ein Fiasko Chianti! Gibt es etwas Schone- res? Da habe ich mir gestern abend eine Flasche gekauft — als Dorfreude. Wir müssen Sie jetzt aus- trinken' Und dann hilfst du mir beim Packen." Ich bleibe, wir trinken, wir packen. Mein Vetter packt mit wahrem Feuereifer. Alles, was ihm in die Hände kommt, schleudert er in den Koffer. Ich ver- suche, die Sachen etwas zu ordnen, muß es aber aufgeben, da er immer wieder alles durcheinander wirft. Mit großer Mühe gelingt es uns endlich, den Koffer zu schließen. Wir leeren die Flasche, wir stoßen auf die Reise an. Zuletzt malt mein Vetter auf einen großen Karton das Wort: „Verreist?" und befestigt das Plakat an der Tür über dem Brief- kästen. Wir schleppen den Koffer die Treppe hinunter, sehen uns nach einem Auto um. Aber nirgends ist eins zu entdecken. „Ach was", meint mein Vetter, ,^um Bahnhof ist es nicht weit, wir gehen einfach zu Fuß!" Der Koffer ist schwer, der Wein bat uns müde gemacht, immer wieder müssen wir stehen bleiben, uns verschnaufen. Und es ist glühend heiß. „Weißt du", meint mein Vetter nachdenklich, indem er sich die feuchte Stirn abwischt, „vielleicht ist es im Süden noch heißer. Soll ich wirklich .. Aber wir sind schon beim Bahnhof, mein Vetter [oft die Karte. Es ist ein furchtbares Gedränge, der Zug überfüllt. Mein Baler läuft aufgeregt von Wagen zu Wagen. Nirgends ein Platz Schließlich stellt er den Koffer in den Gang und lehnt sich zum Fenster heraus. Er winkt einem Zeitungsmann, kaust außerdem Zigaretten, eine Banane. Auf dem Wagenschild unter ihm steht: „Mailand—Rom". Mein Vetter ist glücklich. „Weißt du", meint er, „dieses Gefühl kurz vor der Abfahrt des Zuges ist doch das Herrlichste, was es gibt, — schöner als die ganze Reise! Ich habe nur eine Angst: wenn es in Lugano noch heißer ist Ich versuche ihn zu beruhigen, aber sein Gesicht wird immer besorgter. Jetzt werden schon die Wagen, türen zugeknallt, alles drängt an die Fenster, um Abschied zu nehmen. Mein Detter ist plötzlich ver- ) In unserer Meldung über die Eheschließung *' ixeigcr vom 28. Juli) ist eine Derbem Erzherzog Albrecht unter- Von unserem Dr. O. (Nachdruck auch mit Quellenangabe, verboten!) Wien. 3ufi 1931. Die Hochzeitsglocken, die am letzten Iulisonntag in Bukarest zur Feier der Eheschließung zwischen der Prinzessin 3 leana. der rumänischen Königsschwester, und dem Erzherzog Anton von Habsburg') ertönten, haben da- ursprüngliche Programm der Kleinen Entente zu Grabe geläutet. Wan erinnert sich, daß die Kleine Entente vor mehr als einem Jahrzehnt sich zulammenfand, um den Aspirationen der Habsburger auf den ungarischen Königsthron und den damit verbundenen magyarischen Re- visivnsansprüchen „ein für alle Male" einen Damm entgegenzusetzen. Aber unterdessen ist viel Walser die Donau hinabgeflossen, die politischen Konstellationen haben sich bedeutend verschoben und von den drei Staaten Tschechoslowakei, S ü d s l a w i e n und Rumänien, die sich fev* nerzeit zur Kleinen Entente zusammenschloffen, tanzt seit der Rückkehr König Carols aus dem Exil Rumänien immer offensichtlicher aus der Reihe. Aus der Todfeindschaft zwischen Bukarest und Budapest hat sich in den letzten Monaten ein leidlich gutes, fast freundschaftliches VerhälttiiS entwickelt, das für die Staatskunst Wussolims cm beredtes Zeugnis ablegt Eingeleitet tourt* die neue Aera durch einen offiziellen Besuch, den Prinz Ri ko laus. CarolS jüngerer Bruder, im April diese- IahreS dem ungarischen Reichs- verweser H o r t h y in Budapest abstattete. Aino nun geschah etwa-, was 'Man noch vor fünf Jahren für undenkbar gehalten hätte: die rumänische Dynastie, verschwägert mit der jugoslawischen, verbindet sich mit dem Hause Habsburg. Lind während die ßegitimiften sowohl tn Zis- als auch in Transleithanien. gegen deren Restaurationspläne sich ein Jahrzehnt lang das Waffen- starrende Bündnis der Kleinen Entente gerichtet hatte, plötzlich eine auffallende Untätigkeit an den Tag legen, seit die maßgebenden Stellen in Budapest, wie es vor kurzem geschah, die Königsfrage in Lingam als „durchaus nicht aktuell" bezeichneten, beginnt man auf einmal in Paris und Rom freundlichere Töne anzuschlagen. Die Ursache dieser seltsamen Gesinnungsänderung ist im deutsch - österreichischen Zollunionsentwurf zu suchen, der bekanntlich sowohl von Frankreich wie auch von Italien aus machtpolitischen Gründen alS unannehmbar bezeichnet wurde. In diesem Punkte trafen sich ausnahmsweise die Interessen der zwei großen europäischen Gegenspieler. Beide befürchten nämlich auS einer Erweiterung des deutschen Wirt- schaft-raumes, die für das deutsche Volk von eminentem, lebenswichtigem Interesse ist. eine Minderung ihre« Einflüsse« in Mitteleuropa, bzw. auf dem Balkan. Während Frankreich vor allem au« Rücksicht für die verbündete Tschechoslowakei, dann auS gefühlsmäßigen Impulsen heraus den Gedanken einer deutsch-österreichischen Zollunion bekämpft, herrscht in Italien die Besorgnis, ein bis an den Brenner reichendes Großdeutschland mit dem Wirtschaftsdrang nach dem Südosten könnte die italienischen Dorherrfchaftspläne auf dem Balkan empfindlich stören. Darum gab zur gleichen Zeit, da in der römischen „Tribuna" eine Aufsatzreihe erschien, die sür eine Wiederherstellung der 8tr.-Berichterstatter Habsburgermonarchie als leidlich vollkommene Lösung der mitteleuropäischen Wirt- fchaftssragen cintrat. der Leibjournalist des Herrn Briand. Jules Sauerwein, in Ofenpest klar und deutlich zu verstehen, man sei am Quai d'Orsay bereit, zur Königsfrage in Ungarn und zu der eventuellen Wiedereinsetzung eineS Habsburgers eine freundlichere Haltung als bisher anzunehmen Richt lange darauf veröffentlichte der italienische Senator Errrnoni im ..Pester Lloyd" einen Artikel, in dem er betonte, Italien müsse gegen die deutsch-österreichisch« Zollunion schon deshalb Stellung nehmen, weil diese für die neuitalienischen Häfen Triest und Fiume eine schwere Bedrohung darstelle. wobei Herr Eirmoni verschwieg, daß diese beiden Hafenstädte. die in der österreichischen Zeit mächtig emporblühten, seit dem Weltkrieg säst um ihre ganze Bedeutung gekommen sind. Lind nun empfahl in der allerletzten Zeit der frühere ilalie- nifche Rativnalistenführer Francesco Coppola, Mitglied der königlichen Akademie, in einer maßgebenden italienischen politischen Revue unter dem bezeichnenden Titel „Anschluß oder Habsburg" als einzigen Ausweg aus der gegenwärtigen Lage die monarchische Lösung, weil nur dadurch der Anschluß Oesterreichs an Deutschland vereitelt werden konnte. Das ist natürlich ein Irrtum Denn gegen eine Klärung der ungarischen Königsfrage und gegen einen Habsburger als Träger der hl. Stefanskrvne wird man auch in Deuftchland gewiß nichts einwenden, sofern die Restauration der Habsburger eine rein ungarische Angelegenheit bleibt Die Anschlußfrage braucht also durch eine Thronbesteigung Ottos nicht berührt zu werden. Die Anschauungen des Herrn Coppola, den persönliche Beziehungen mit dem Prinzen Sixtus von Parma, Bruders der Kaiserin Zita, verbinden, werden aber erst verständlich, wenn man sich vor Augen hält, daß in der letzten Zeit eine über das gewöhnliche Maß hinausgehende Annäherung der Kaiserin Zita an das italienische Königshaus Savoyen erfolgt ist. Bekanntlich wurden die Gerüchte über eine geplante Verlobung ber jüngsten Tochter des italienischen Konigspaa- res Maria mit dem jungen Otto von Habsburg von Rom aus nicht dementiert Die Annahe- rung erfolgte nach eingehenden vertraulichen Besprechungen zwischen dem ungarischen Ministerpräsidenten und einem Beauftragten Mussolinis im vorigen Jahre, als sich der italienische Kronprinz mit der belgischen Königstochter verlobte und bei dieser Gelegenheit einen Besuch in Stee- nooaerzeel abstattete. Diese offizielle Visite, die, wie es heißt, von Mussolini entriert wurde, führte zu einer Einladung Zitas nach Pianore, wo die Exkaiserin zur Zeit mit ihrem ältesten Sohne Otto den Sommer verbringt und wo in diesen Wochen eine eingehende Aussprache mit dem italienischen Königspaare stattgefunden hat. Vor Pianore hatte sich Zita, was hervorgehoben zu werden verdient, nach Rom begeben, um sich vom Papst mit souveränen Ehren empfangen zu lassen, obgleich sie ihren Besuch nur als Privatperson angekündigt hatte. Da man nun weiß, daß der Papst in den letzten Jahren aus diplo- mattschen Rücksichten die Erledigung der Korrespondenz mit der früheren österreichischen Kaise- rin seinem Kardinalstaatssekretär überlassen hatte und sie durch diesen ermahnen ließ, noch eine Zeitlang in christlicher Geduld zu verharren, so gebt man gewiß nicht fehl, wenn man dem feierlichen Empfang im Dattkan eine ganz besondere Bedeutung beimißt. Daß man im Lager Habsburgs zur größten Aktivität entschlossen ist, beweisen die immer häufiger werdenden Pariser Besuche maßgebender Gemeinderat beschloß daher die Verdoppelung nur bis 31. März 1932. Länger beschäftigte man sich mit der Aende - rung des Ort-bau st a tut« das aus dem Jahre 1900 stammt. DaS Statut hatte im Jahre 1925 einen Nachtrag erhalten, nach dem die Kosten der Fahrbahn und Gossenherstellung auf Stadt und beiderseitige Anlieger zu je einem Drittel auSgeschlagen werden sollten. AlS nun auf Grund dieser Regelung den Anliegern der Theo-Koch- Straße ihre ötraßenlDftenBeiträge angefordert wurden, wandten sie sich mit einer Eingabe an den Gemeinderat und baten um deren Erlaß, da seither außer den Kosten für 2,50 Meter Breite des Fußsteige- die Straßenanlieger noch niemals weitere Kosten.getragen hätten Man war allgemein der Meinung, dqß das Tragen der Straßen- herstellungskosten die Daulust nicht fördere und die Kosten der Fahrbahn und Gosse von der Allgemeinheit zu tragen seien, während die Anlieger nur für die Kosten des Fußsteiges aufzukommen hätten ES wurde daher beschlossen, diesen Paragraphen des Rachtragstatuts vom Jahre 1925 wie- glaube, auf der „Mauretania", Strecke Neuyork— Hamburg. Es fuhren der Admiral von Hintze mit, Gesandter in Norwegen — Rudolf Kammer aus Czernowitz, Max Reinhardts Gesandter in Amerika — dann der Bankmann Otto Etsch Kahn--diese drei Herren mit dem Ersten Offizier des Dampfers bildeten ein Bridgequartett. — Man muß wissen, daß Rudols Kammer a. Cz. anerkannt ist als bester Spieler beider Welten: man hat ihm darum schon eine hohe Stelle im auswärtigen Dienst von Honduras angeboten; doch er bleibt Reinhardt treu. Nun gab es auf der „Mauretania" einen Baron - wie hieß er nur gleich? Schüben oder ähnlich. Schüben war jener ehrgeizige Schlemiehl, von dem die Rede fein soll. Er lag Herrn Kammer in den Ohren: Kammer möchte dach vermitteln, daß Schüben einmal, nur einmal zu der erlauchten Partie zugezogen werde, und Kammer verhieß Gewährung für den Fall, daß etwa einer der Bier seekrank würde. Nun, die Aussichten darauf standen nicht gut: der Offizier des Dampfers wird schwerlich seekrank werden. Der Admiral erst recht nicht. Und Mister Kahn und Kammer? Haben die Fahri über den Ozean wohl schon fünfzigmal ohne Beschwer vollbracht. Richtig passierte man das Feuerschisf von Non- tuckett — kein Zwischenfall: das Teufelsloch bei Neufundland — nichts Im Golfstrom aber pflegt bas Meer glatt zu sein. Endlich, am Eingang in den Kanal, erhebt sich ein Sturm; und wächst von acht auf Windstärke zehn — auf zwölf. Die Damen unter den Passagieren verflüchtigen sich — allmählich auch die Herren — die Stewardessen rennen mit geheimnisvollen Gefäßen ... „Mauretania" stampft gleich einem Walroß. — Ber- gebenbs lauert ber Baron im Hintergrunb auf seine Chance; bie Bier sitzen fröhlich unb spielen. Da aber geschieht etwas Unerwartetes: ber Erste Offizier wirb abberufen. Gefahr. Muß sofort auf bie Kommanbobrücke. Unb von Kammer als Ersatzmann herangewinkt, mit grünglasigem Lächeln naht Baron Schüben ber heißersehnten Diplomatenrunde. Er hat den Weg quer durch den Rauchsalon nicht heil vollenden können. Ist auf diesem Höhepunkt seines jungen Lebens so schrecklich seekrank geworden — so krank, daß . Muß ich weitererzählen? Man ersinne die allerärgste Möglichkeit, die aus der Sachlage entspringe» kann, und hat immer noch zu niedrig geraten. Man mußte den Tisch wechseln und die Starten. Der Admiral spricht von Schüben nur mit Widerwillen, Otto Etsch Kahn nur mit Ekel. der aufzuheben und die bereits angeforderten Beträge zu erlassen. Tie Pächter der Fischerei im Drunnenthal ersuchten um den teilweisen Nachlaß ihrer Pacht und begründen dies mit dem Schaden, den sie im vorigen Jahre durch die Räumung der Deiche mit ihrer eingesetzten Fischbrut erlitten hätten. Laut des Pachtvertrags ist ein derartiger Fall jedoch nicht vorgesehen, von der jährlichen Pachtsumme von 180 Mark wird daher nichts erlassen, dagegen soll den Fischereipächtern eine einmalige Entschädigung von 50 QHarf gewährt werden. Nach einer Mitteilung der Provin^ialbauver- wattung soll die zweite Teerung der Lvn - dorferStratze, 1962 Quadratmeter, bei einem Preis von 75 Pfennig pro Quadratmeter 1471,50 Mark kosten, wovon die Stadt ein Drittel mit 490,50 Mark zu tragen hätte. Der Gemeinderat stimmt dem zu. Landkreis Gießen. • Wieseck, 29. 3uli, 3n der Nacht zum Samstag fielen in unmittelbarer Nähe der Grabenstraße 4 bis 5 Revolverschüsse, die die Einwohnerschaft in einige Unruhe versetzten. Wie sich inzwischen hcrausgestellt hat, gab der diensttuende Polizeibeamte diese Schüsse ab. Er sah einen Mann, der sich in verdächtiger Weife an verschiedenen Hofbvren zu schaffen machte. Da der Betreffende auf den Anruf des Beamten die Flucht ergriff, sah sich der Polizeibeamte veranlaßt, einige Schüsse abzugeben. Der Flüch» tige wurde jedoch nicht getroffen und entkam. 0 Göbelnrod, 29. Juli. Am Sonntag beging unsere hiesige Schule das diesjährige Jugend- feft, das einen recht guten Verlauf nahm! Erwartungsvoll hatten sich Schulkinder, Eltern und zahlreiche Gemeindeglieder auf einer schön gelegenen Waldwiese versammelt. Lieder- und Gedichtevorträge, Reigen und Szenenspiele gelangten zur Aufführung. Auch drei Mannerchöre, vom Gesangverein „Eintracht" unter Leitung von Lehrer Allendörfer gut zu Gchör gebracht, fügten sich gut in den Rahmen des Programms ein. In einer Ansprache wies Lehrer Allendörfer auf die Not der Zeit hin und forderte zur Selbsthilfe und zur Einigkeit auf. Nach der Abwicklung des Programms trieben die Kinder allerlei Spiele, wie Sackhüpfen, Wetthüpfen, Topfschlagen ufw.; hierbei konnte jedes der Kinder einen kleinen Preis erringen. Zum Schluß dankte der Leiter der Veranstaltung allen, die zum guten Gelingen beigetragen hatten. Bürgermeister Weber sprach den Dank der Gemeinde aus. ) Lich, 29. Juli. Durch die Deutsche Reichspost wurde hier derersteBriefmarkenautomat im Flur des Rathauses aufgestellt. * Lang-Göns, 29. 3uU. Die landwirtschaftliche Bezugs- und Absahge- nossenschaft hielt am Sonntag ihre 12. ordentliche Generalversammlung unter dem Vorsitz von Bürgermeister R o m p f ab. Die Bilanz, die mit einem Reingewinn von 496 Mk. abschließt, wurde einstimmig genehmigt. Der Gesamtumsatz hat sich gegen das Vorjahr trotz der schlechteren wirtschaftlichen Lage erhöht. Der Direktor Alfred R o m p f erstattete den Geschäftsbericht und sprach über die jetzige wirtschaftliche Loge. 3m Anschluß daran gab der Rechner AD. Schmidt Aufschluß über geschäftliche Angelegenheiten. Bei der Vorstands- und Aufsichtsratswahl wurden für die zurückgetretenen Mitglieder Philipp Kehler, Anton Konrad D e r n und Karl Schäfer die Landwirte Wilhelm Ludwig L u h. Wilhelm Konrad Frey und Wilhelm Dem III. gewählt. Außerdem wurde das sahungsgemäß ausscheidende Aufsichtsratsmitglied A. Karl B r ü ck e l wiedergewählt. — 3n der Jüngsten Gemeinderatssitzung wurden in den Steuerausschuh folgende Herren einstimmig gewählt: Landwirt Alfred Rompf, Stellvertreter Landwirt Karl Konrad Rern. Schuhmachermeister Wilhelm Konrad Wenzel 1;unö Händler August Krämer. Kreis Büdingen. -*■ Aus dem Niddatal, 29. Juli. Seit gestern ist die Dreschmaschine in Betrieb. Arbeiter und Handwerker, die ihr »Zehrbrot" selbst ziehen, bringen ihr geerntetes Getreide zum Dreschplatz, um mit Körnern und Stroh wieder heimzukehren. Der Roggen hat gut entwickelte Körner und der Ertrag befriedigt. Die G e r st e, die stellenweise stark vom Drahtwurm, der Larve des Saatschnellkäfers, heimgesucht war, ist kurzhalmig und liefert sehr unterschiedliche Erträge. Der Weizen ist noch nicht geschnitten, der Hafer vielfach noch grün. Kreis Schotten. * Ulrichstein, 30. 3uIL Am kommenden Sonntag findet auf der Höhe bei Ulrichstein, veranstaltet von der Sportfliegervereinigung Gießen eine flugsportliche Ver- a n st a l 1 u n g statt, bie eine Reihe interessanter Darbietungen bringen wird. Die Piloten der Sporlfliegervereinigung werden eine Reihe von Kunstflügen, Rückenflügen, Loopings, Rollings, Turns und andere Flugfiguren vorfuhren. Außerdem ist ein Fallschirmabsprung des bekannten Piloten Resch vorgesehen. Die Veranstaltung, die bereits verschiedentlich in Oberhessen erfolgreich zur Durchführung kam, dürfte auch hier viele Interessenten finden. Näheres in der heutigen Anzeige. ch R a i n r o d, 27. Juli. Am Freitag wurde dem einstimmig wiedergewählten Beigeordneten August K o n r a d, der auch an diesem Tage seinen Geburtstag feierte, eine Ehrung zuteil. Am Abend erschien unter Pfeifen- und Trommelklang der Turnverein mit Lampions, um seinem 2. Vorsitzenden ein Ständchen zu bringen. Mitglied Wilhelm Schmidt beglückwünschte im Namen des Vereins den Beigeordneten zur Wiederwahl. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß er als Beigeordneter noch lange der Gemeinde und ihren Bewohnern mit Rat und Tat hilfsbereit zur Seite stehen möge. Sodann beglückwünschte er ihn noch zum Geburts- tag und beschloß seine Rede mit einem kräftigen „Gut Heil". Der erste Vorsitzende des Turnvereins, Bürgermeister D e ch e r t, gedachte in anerkennen- Seu Worten der Tätigkeit des wiedergewählten Beigeordneten in den verflossenen 3ahren und drückte ebenfalls den Wunsch aus, Herrn Konrad noch lange als seinen Stellvertreter zur Seite zu haben. Beigeordneter Konrad versprach, in der Gemeinde und im Turnverein auch in Zukunft seine Pflicht zu tun. Preußen. Kreistag des Kreises Biedenkopf. WSR. B i e d « n k o p f, 29. 3uli. 3n der letzten Rreistagsfitzung wurde der Haushaltsplan tu.*; 1 9.3 1 verabschiedet, der trotz erheblicher Ab- I^^^E^nen ungedeckten Betrog von über 176 000 Mark aufweist. Da diese Summe aus Kreissteuern nicht aufgebracht werden kann, hofft man auf Staatszuschüsse. Rach längerer Debatte beschloß der Kreistag, die Aufwandsentschädigung für den Landrat auf 200 Mark pro Monat zu ermäßigen und den Staatszuschuh für das Kreisauto in Höhe von 1800 Mark dem Kreis zur Verfügung xu stellen. Landrat Cvhm ann hatte bei Beginn der Aussprache über diese Anträge die Sitzung verlasfen, nachdem er erklärt hatte, in diesen Anträgen eine gegen ihn gerichtete Spitze zu erblicken. Er behielt sich vor, bei Annahme der Anträge auf die Benutzung des Kreisautos zu verzichten und die staatliche Fahrtkostenentschädigung von 1800 Mark nach eigenem Ermessen zu verwenden. Kreis Wetzlar. I Wetzlar, 29. Juli. Der Regierungspräsident hat die Polizeioerwaltungen bis auf weiteres ermächtigt, von dem für den Regierungsbezirk Koblenz erlassenen Verbot der Aufzüge und Versammlungen unter freiem Himmel Ausnahmen zuzulassen. ch Dutenhofen, 28. 3uli. 3n der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde die weitere Finanzierung der Wasserleitung beraten. Gemeinderatsmitglied Lehrer Gaß kam zunächst auf die Zahlungsschwierigkeiten bei der Rheinischen Landesbank zu sprechen, die sich auch in unserer Gemeinde auswirkten. Der Dau der Wasserleitung war mit 150 000 Mk. veranschlagt. Die Rheinische Landesbank beteiligte sich hieran mit einem langfristigen Darlehen von 100 000 Mk., das je nach Bedarf und in Raten abgehoben werden sollte. 80 000 Mk. konnten bisher in Anspruch genommen werden, die restlichen 20 000 Mk. wären vor 14 Tagen benötigt worden, doch nun kamen die Zahlungsschwierigkeiten der Dank. Das Restgeld von 20 000 Mk. wurde gesperrt, neue Kredite durften nicht gewährt werden, und die Auszahlung der Arbeitslöhne kam ins Stocken. Um die Lohnverpflichtung abzutragen, ist ein Betrag von 3000 Mark sofort nötig. Der Redner gab der Hoffnung Ausdruck, daß die beiden hiesigen Sparkassen ein Darlehen geben könnten, um über dis erste Geldknappheit hinwegzukommen. Vorsteher Agel führte hierzu ergänzend aus, daß ab 15. August das Wasserleitungsgeld erhoben werde und gab die Hebegebühren bekannt. > Wißmar, 28. Juli, lieber gärungslose Früchteverwertung sprach hier die Haus- Haltslehrerin Adam (Wetzlar). Insbesondere wurde die Herstellung von Obstsäften vraktisch gezeigt und damit den Zuhörern eine MöMchkeit für die Verwertung der reichen diesjährigen Obsternte gewiesen. 0 Niederkleen, 27. Juli. In seiner jüngsten Sitzung beschäftigte sich der Gemeinderat mit der Begutachtung der Forstwirtschaft s p l ä n e für das Forstwirtschaftsjahr 1932. Dem Hauungsplan, nach dem 580 Festmeter Derbholz und 2600 Raummeter Reiserholz zum Einschlag kommen sollen, wurde zugestimmt. Am Kulturplan wurden Abstriche in Höhe von 250 Mark gemacht: die hier vorgesehenen Arbeiten sollen tarrch Wohlfahrtserwerbslose ausgeführt werden. 0 Niederkleen, 29. Juli. Auf den Antrag der Gemeindevertretung zur Verbreiterung der Provinzial st raße im hiesigen Orte durch Zurückstellung des Hauses der Witwe Johannes Meier hat der Landeshauptmann der Rheinpro- vinz eine Provinzialbeihilfe von 2000 Mark bewilligt. 1500 Mark hat der K r e i s a u s - schuß in Wetzlar unter der Bedingung bereitgestellt, daß die hiesige Gemeinde einen gleichen Betrog aufbringt. Der Gemeinderat hat in feiner jüngsten Sitzung beschlossen, den Betrag von 1500 Mark auf die Gemeinoetasse zu übernehmen. Kreis Biedenkopf. xx Aus dem südlichen Hinterland, 28. 3uli. Seit einiger Zeit tarnt man in unserer Gegend Aufkäufer bemerken, die in den Bauernhäusern alte Zinn stücke (Krüge, Teller, Schüsseln und Leuchter) zu erwerben versuchen. Die Aufkäufer zahlen für die zum Teil sehr wertvollen Geräte allerdings nicht den Preis, der billigerweise verlangt werden könnte. Trotzdem die Kriegswirtschaft zur Ablieferung von Zinngeschir- ren, hauptsächlich während der letzten Kriegsjahre, aufgefordert hat. befindet sich doch noch in mancher Familie dies oder jenes Erinnerungsstück. Es wäre erfreulich, wenn diese wenigem künstlerisch ausgeführten Zinngeschirre in den Bauernfami- lien erhalten bleiben. VolMmlicherVereiliswettkanips zwischen FC. und TB. Grotzen-Buseck. Zum ersten Male standen sich am Sonntag FE. und TV. Großen-Duseck im volkstümlichen Vereinswettkampf gegenüber. Leider wurde die Abwicklung des Programms durch den Regen erheblich verzögert. Auch die Leistungen wurden ungünstig beeinflußt. Wie vorauszusehen war, behaupteten die Turner in den meisten Konkurrenzen das Feld. Die Wettkämpfe zeitigten folgende Ergebnisse. Männer. 100-Meter-Lauf: 1. Karl Dort 12,3; 2. Otto Olicolai 12,9; 3. Karl Pfeiffer 13,0 Set. Weitsprung: 1. Karl Hahn 5,80 (durch Stechen entschieden); 2. Karl Dort 5,80; 3. Heinrich Seipp 5,20 Meter. Kugelstoßen: 1. Karl Hahn 11,80; 2. Karl Rühl 11,55; 3. Karl Henh 11,15 Meter. Stabhoch: 1. Karl Dort 2,90; 2. Wilhelm Hahn 2,80; 3. Otto Nicolai 2,80 Meter. Die Sieger in diesen 4 Wettbewerben gehören sämtlich dem Turnverein an. Ballweitwurf: 1. Karl Henh (Tv.) 78; 2. Otto Engelbrecht (FC.) 71; 3. Heinrich Pfeiffer (Tv.) 71 M-ter. Speerwerfen: 1. Adolf Rau (Tv.) 36; 2. Karl Henh (Tv.) 31,50; 3. Karl Hahn (Tv.) 30,0 Meter. Die am Sonntag in Ruttershausen durchgeführten Volksturnmeisterschaften des Lahn-Dünsberg- Gaues standen in bezug auf das Wetter unter keinem günstigen Stern. Das hatte naturgemäß eine Beeinträchtigung der Leistungen zur Folge. Dies machte sich hauptsächlich bei den Laufkonkurrenzen bemerkbar. Die Turner hatten mit einem sehr scharfen Gegenwind zu kämpfen. Daß aber trotzdem ganz achtbare Leistungen zustande kamen, zeugt von der stetigen Aufwärtsentwicklung der Leichtathletik in unserem Gau. Die Kämpfe, die bereits um 8 Ähr unter der Leitung von Sportwart Winter, Launs- bach. begannen, und nach einer Pause von V/2 Stunden ihren Fortgang nahmen, waren um 16.30 Ähr reibungslos abgewickelt. Den Entscheidungskämpfen am Nachmittag wohnte eine große Zuschauermenge bei. Nachstehend die Ergebnisse: Klaffe A (Männer). 10 0 Meter. 1. Schiefer stein, Launsbach, 11,8 Sek.; 2. Großhaus, Lollar, 11,9; 3. Schardt, Hausen, 12,0 Sek. Durch einen prächfigen Start verschaffte sich Schieferstein schon einen Vorteil, den er bis ins Ziel zu halten vermochte. 200 Meter. 1. Agel, Ahbach, 25,3 Sek.; 2. Will, Ruttershausen, 25,4 Sek.; 3. Zecher, Staufenberg. Der an 3. Stelle stehende Zecher war in diesem Lauf der bessere Läufer, muhte aber infolge Dahnübertretens distanziert werden. 400 Meter. 1. QI. Simon, Odenhausen, 59,2 Sek.; 2. O. Schneider, Odenhausen, 60,4; 3. Komp. Lollar, 60,4. Simon gewann sicher. 8 0 0 M e t e r. 1. QI. Simon, Odenhausen, 2,19,4 Min.; 2. E. Hasselbach, Londorf, 2,20,3 Min.; 3. H. Winter, Launsbach, 2,20,4 Min.; 4. L. Bep- ler, Kinzenbach. 3n diesem Lauf lag der an dritter Stelle stehende Winter, Launsbach, bis zu den letzten 100 Meter in Führung, wo sich alsdann Simon vorschob, um mit einem prächtigen Endspurt sicher zu gewinnen. 1500Meter. l.L. Grölz, Staufenberg, 4,37,7 Min.; 2. O. Agel, Atzbach, 4,51,3; 3. QI. Bremer, Erda, 4,51,8 Min. 3 0 0 0 Meter. 1. L. Grölz, Staufenberg, 10,18,9 Min.; 2. QI. Bremer, Erda, 10,40; 3. L. Lich, Londorf. Die beiden längeren Strecken waren dem Staufenberger nicht zu nehmen. 4xl00-Meter-Stasfel: 1. Turnverein 50; 2. Fuhball-Club 52 Sek. Iugend. 100-Meter-Lauf: 1. Heinrich Seipp (Tv.) 12,3; 2. Karl Hahn (Tv.) 12,5; 3. Heinrich Harbach (FC.) 13,1 Sek. Kugel stoßen: 1. Karl Hahn (Tv.) 14,20; 2. Heinrich Seipp (Tv.) 12,0; 3. Wilhelm Schärfer (Tv.) 11,30 Meter. Dallweitwurf : 1. Heinrich Pfeiffer (FC.) 80,30; 2. Heinrich Melior (FC.) 76; 3. Fritz Wagner (Tv.) 76 Meter. Weitsprung: 1. Karl Hahn (Tv.) 5,45; 2. Hch. Harbach (FC.) 5,40; 3. Hch. Hahn (Tv.) 5,40 Meter. 4xlOO-Meter-Staffel: 1. Turnverein 50; 2. Fußball-Club 52 Sek. 3000-Meter-Lauf: 1. Heinrich Melior (FE.) 10:40,5; 2. Heinrich Pfeiffer (FC.) 10:58; 3. Heinrich Alsfen (FE.). Schüler. 75-Meter-Lauf: 1. Karl DonariuS 11,2; 2. Fritz Müller 11,4; 3. Otto Dort 12,2 Sek. Dallweitwurf: 1. Karl Donarius 67; 2. Heinrich Hofmann 66; 3. Wilhelm Scheld 65 Met, Kugelstoßen: 1. Karl Donarius 8,60; 2. Otto Dort 8,20; 3. Wilhelm Scheld 7,70 Meter. Weitsprung: 1. Karl Donarius 5; 2. Otto Drück 4,70; 3. Willi Dambmann 4,65 Meter. Die Sieger der Schülerklasse gehören ebenfalls sämtlich dem Turnverein an. 4xl00-Meter-Stasfel (Gauwanderpreis): 1. Turn- und Sportverein, Odenhausen, 48.4 Sek. 2. T.-Vgg. Ruttershausen, 49.2 Sek. TV. Lollar, 49.2 Sek. Olympische Staffel (Wanderpreis von W. Dender, Krofdorf): l.Surn* und Sportverein, Odenhausen, 3,51.8 Min. 2. iCb. Staufenberg, 3,59 Min. 3. TV. Atzbach, 3,59.5 Min. Hochsprung: 1. O. Dietz, Lollar, 1,55 Meter. 2. Wißemann, Lollar, 1,55 Meter. 3. Schardt. Hausen, 1,55 Meter. (Durch Stechen entschieden.) Weitsprung: 1. Schieferstein, Launsbach, 6,24 Meter. 2. Großhaus, Lollar, 6,06 Meter. 3. E. Winter, Launsbach, .5,76 Meter. Schieferstein erzielte bereits mit dem ersten Sprung im Vorkampf 6,22 Meter, um sich im 3. auf 6,24 Meter zu verbessern, während er in der Entscheidung diese Leistung nicht mehr ganz erreichte. Stabhochsprung: 1. Wilh. Depler, Kinzenbach, 3,20 Meter. 2. Hasselbach, Londorf, 2,90 Meter. P. Arnold, Kesselbach, 2,90 Meter. Der Sieger nahm sämtliche Höhen bis 3,20 Meter glatt. Kugelstoßen: 1. O. Dietz, Lollar, 10,81 Meter. 2. E. Winter, Launsbach, 10,60 Meter. 3. Fr tz Geier, Ahbach, 9,71 Meter. Sie in stoß en: l.O. Agel, Lollar, 7,37 Meter. 2. Grohhaus, Lollar, 7,27 Meter. 3. R. Depler, Kinzenbach, 7,21 Meter. Diskuswerfen: 1. E. Winter, Launsbach, 30,42 Meter. 2. W. Depler, Kinzenbach, 29,50 Meter. 3. Fr. Geier, Ahbach, 29,48 Meter. Der Sieger verfügte über die beste Technik. Dietz, Lollar kam hier nicht in die Entscheidung. Speerwerfen: 1. O. Dietz, Lollar, 43,52 Meter. 2. O. Pfeiff, Londorf, 42,57 Meter. 3. Wihemann, Lollar, 40,53 Meter. Frauen. 7 5 Meter: 1. L. Parlow, Lollar, 11 Sek. 2. E. Kraft, Odenhausen, 11,5 Sek. 3. H. Schwabe, Lollar. 11,6 Sek. Hochsprung: 1. W. Schleenbecker, Kinzenbach, 1,25 Meter. 2. E.' Felde, Staufenberg, 1,15 Meter. Weitsprung: 1. L. Parlow, Lollar, 4,06 Meter. 2. E. Kraft, Odenhausen, 4,02 Meter. Schlagballweitwurf: 1. E. Seipp, Lollar. 48,95 Meter. 2. E. Felde, Staufenberg, 44,40 Meter. 3. W. Schleenbecker, K'nzonbach. Leichtathletikmeisterschafien im Lahn-Dünsberg-Gau (ADT.) Jugendklasse. 100 Meter: 1. Karl Jäger, Reiskirchen, 12,6 Sek.; 2. Erw. Sack, Reiskirchen, 12,6 Sek.r 3. Karl Opper, Daubringen, 12,7 Sek. Sack hatte bereits im Vorlaus eine Zeit von 12,5 Sek. erzielt, muhte sich aber im Endlauf von Jäger knapp schlagen lassen. 1 5 0 0 Meter: 1. K Rühl, Staufenberg, 4:55.8 Min.; 2. W. Best, Wißmar, 4:55,9 Min.; 3. H. Krämer, Ruttershausen, 4:55,9 Min.; 4. K. Förster, Erda, 4:59,0 Min. Zu diesem Lauf starteten nicht weniger als 15 Mann. Hochsprung: 1. Ehr. Möbus, Reiskirchen, 1,60 Meter; 2. W. Lepper, Alten-Buseck, 1,55 Meter; 3. Hans Schmidt, Dorlar, 1,55 Meter; 4. K. Klein, Lollar, 1,50 Meter. Diese Leistung von dem sehr talentierten Turner stellt wohl die beste Leistung der ganzen Meisterschaften dar. Weitsprung: 1. Ehr. Möbus, Reiskirchen, 5,50 Meter; 2. K. Klein, Lollar, 5,50 Meter; 3. K. Jäger, Reiskirchen, 5,37 Meter; 4. H. Biehl, Lollar, 5,37 Meter. Kugelstoßen: 1. Hans Pfaff, Kesselbach, 12,50 Meter; 2. Fr. Balser, Reiskirchen, 12,49 Meter; 3. Ehr. Möbus, Reiskirchen, 11,45 Meter; 4. H. Schmidt, Dorlar, 11,40 Meter. Speerwerfen: 1. H. Schmidt, Dorlar, 38,54 Meter; 2. W. Grote, Lollar, ^8.13 Meter; 3. K. Oestreich, Dorlar, 37,43 Meters' 4. Chr. Möbus, Reiskirchen, 36,43 Meter. D.f.B. Leichtathletik. Der den am vergangenen Samstag stattgefun- benen Jugendwettkämpfen des DE. 1899 Offenbach a. M. ftarteten für den VfD. die Leichtathletiken O. L u h und W. P a u l u s. Luh konnte seine gute Form wiederum unter Beweis stellen, indem er mit 14,19 Meter im Kugelstoßen den 1. Platz belegte. 1. Luh, VfB. 08 Gießen, 14,19 Meter; 2. Franz, VfL. Würzburg, 13,63 QHeter; 3. Hornftscher, Sp.-D. 98 Darmstadt, 13,24 Meter. Außer Konkurrenz erreichte 2ub 14,76 Meter. W. Paulus wurde gegen scharfe Konkurrenz im Vorlauf Zweiter Sek. Im Zwischenlauf vermochte er sich nicht durchzusetzen. Schiedsrichterprüfung für Handballspieler im Gau Hessen DT. Gauschiedsrichter-Obmann Weisel, Butzbach, hielt in Butzbach eine Schiedsrichterprüfung für das Handballspiel in den Turnvereinen des Gaues Hessen ab. Die zur Prüfung gemeldeten Turner mußten sich einer schriftlichen, mündlichen und praktischen Prüfung unterziehen, die von 17 Turnern bestanden wurde. Aus unserem heimatlichen. dem zweiten, Bezirk wurde der Titel Schiedsrichter folgenden Turnern zugefprochen: Ollbert Luh (Olllendorf a. d. Lahn), Z ö r b (Gro- hen-Linden), Eckhardt (Hörnsheim), Weigel (Klein-Linden), und Schleenbäcker (Krofdorf). Die übrigen Teilnehmer verteilen sich auf die anderen Bezirke des Gaues Hessen. Handball im Gau Hessen (D. T.) Tv. Großen-Llnden I — Tv. Dorheim I 4:3 (2:1). Obwohl die Großen-Lindener mit Ersah antreten mußten, konnten sie einen knappen, aber verdienten Sieg erringen. Großen-Linden zeigte sich in diesem Spiel von seiner besten Seite. Die zweite Mannschaft schlug die zweite des Tv. Klein^Linden 5:4, während die Schüler Dornholzhausens Schüler mit einer 8:3-Niederlage nach Hause schickten. Deutsche Kanumeisterschasten 1931. Nach den Ausschreibungen des Deutschen Kanu- Verbandes werden die Kurzstrecken-Meisterschaften im Kajak und Kanadier die Kanu-Polo-Meisterschaf, ten und die erste Deutsche Kanu-Segel-Meisterschaft auf der neuen Regatta-Anlage der Stadt Duisburg, dem Wedau-See, am 1. und 2. August ausgetragen, die Langstrecken-Meisterschaften im Faltboot auf dem Rhein bei Düsseldorf am 9. August. Gleichzeitig findet ein Kanu-Länderwettkampf Westdeutschland — Holland und anschließend eine Wanderfahrt rheinabwärts nach Holland statt. Arbeiter-Turn- und Sporibund. Aus Anlaß eines Bezirks-Schiedsrichtertages fanden am Sonntag auf dem Trieb einige Schiedsrichter-Lehrspiele statt. Am Vormittag standen sich Gießen II und Hungen 1 gegenüber. In einem überaus scharfen Spiel, das abwechselnd von mehreren Schiedsrichtern geleitet wurde, konnte Hungen mit 2:0 Toren als Sieger den Platz verlassen. Den Auftakt am Nachmittag bildete das Spiel zwischen Gießen HI und Saasen I. Auch hier wurde ein wechselvolle's Spiel geboten. Aus beiden Seiten ließ jedoch Spielaufbau und Ballbehandlung viel $u wünschen übrig. Die Gegner trennten sich mit dem Änentschiedenen von 2:2 Toren. Ein sehr schönes Spiel lieferten sich anschließend die Jugendmannschaften von Gießen und Wieseck. Trotz aller gegenseitigen Anstrengungen vermochte aber jede Mannschaft nur einmal erfolgreich zu sein. Zum Hauptspiel standen sich dann Gießen I und Naunheim I gegenüber. Gießen trat komplett, Naunheim mit Ersatz..an. Nach lebhaftem Hin und Her ging Gießen zuerst in Führung. Gin fälliges Ausgleichstor der Naunheimer wurde vom Änparteiischen nicht anerkannt. Das Spiel nahm an Schärfe zu. Schließlich kam es zu einem vorzeitigen Spielabbruch. Steinau I — wieseck I 2:4. Wieseck I kam einer älteren Rückspielverpflichtung in Steinau bei Schlüchtern nach. Die Wiesecker lieferten ein sehr schönes Spiel und lagen bereits bei Halbzeit mit 3 Toren in Führung. Nach dem Seitenwechsel gelang es der Mannschaft nur noch einmal, zum Erfolg zu kommen. Steinau konnte in den letzten Minuten das Ehrentor und kurz vor Schluß den zweiten Treffer buchen. Wißmar I — Lollar I 2:2. Lollar weilte zu einem Samstagabendspiel in Wißmar. In völlig veränderter Aufstellung stellte sich Lollar den Einheimischen. Es entwickelte sich ein flottes Spiel. Lollar ging kmrch einen Elfmeter in Führung. Nach Wechsel erzwang Wißmar den Ausgleich, Lollar stellte die Tordifferenz aber bald wieder her. Erst kurz vor Schluß konnte Wißmar abermals ausgleichen. Vorher spielten die Jugendmannschaften beider Der eine. Lollar blieb mit 3:2 Toren Sieger. Grünberg I — Rieder-Ohmen I 1:3. Nieder-Ohmen war in Grünberg zu Gast. Bis Halbzeit gelang es keiner Partei, zum Erfolg zu kommen. Nach der Pause waren die Gäste IINE6ANZ UBtMiKMlNB SCHMtBZSTILLENDt U--- W I 0 K.UN6 GEGEN KOPFSCHMERZ MIGRÄNE kn 1931. leutschen Rann- )[OiTiei(ter[dja|' gel'Meisirychast Stobt Duisburg, oft ausgetragtn, iottboot auf dem Ilelchzeilig finbtl tjdjlanb - hol- erfahrt rheinab- Ng dessen U. rl, Duhbach, erprüfung für M des Aauez ldeten Turner mdlichen und e Don 17 Tur« erem Heimat- >e der Titel zugespvchen: ZörbsSw. :1m), Wei« eenbäcker verteilen sich Wen. lD.r.) m 14:3 (2:1). nit Ersatz anknappen, aber finden zeigte lten Seite. ic jn>ei/e des Schü/cr 5*orn« iederlogenach des« » nj ««hl M unter Teivei, ? ^ugelsichen ■ ,°® wichen, nzburg, 1363 ’ Darmstadt, 1£76 -Mr. "Arven, im Zwischenlauf »S3 äfer S«“9"- J.•* SIIR *«s H A**» Jä L',-> -K 12.49 1.45 QHcter; jr ffiunb z,Schied-- itag auf dem Üehrfpiele ziehen ii und xtaui schock" rrren LHeds- Mgen mit 2® ^eN- . . -a.1 ldeteWS^ । 2luch W 'M HS M UNO -VOU ig. Die Segne- ebenen von 23 n sich anltfir Qlnftrengun^ nur einmal er» s8 L Spiels zu einem vor 1.4 L Sfa Lore" « sK Wirtschaft • B« t r ä ch t l ich« r Ausfuhrrückgang in Fahrrädern. Die durch die unzulängliche Aufnahmefähigkeit deS JnfandmarkteS bedingt« Notlage der deutschen Fahrradindustrie wird noch vergrößert durch den außerordentlichen Ausfuhr- rückgang. 3m ersten Halbjahr 1931 schrumpfte der Zahrraderport gegenüber dem gleichen Zeitraum her. Vorjahres auf kaum mehr als ein Drittel zusammen. Der gesamte Fahrraderport betrug im erlten Halbjahr 1931: 28 790 Stuck gegen 24 210 im zweiten Halbjahr 1930 und 70 810 im ersten Halbjahr 1930. Wertmäßig belief sich der Fahrraderport auf 1.8 Mill. Mark gegen 1,4 Mill. Mark bzw. 4.5 Mill. Mark. Frankfurter Schlachtvichmarkt. Frankfurt a. M. 30. Juli. Auftrieb: Rinder 62; Kälber 727; Schafe 128; Schweine 665 Stück. SS notierten pro 100 Pfund Lebendgewicht: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 47 bis 51, mittlere Mast- und Saugkälber 42 bis 46, geringe Kälber 34 bis 41; Schafe: Mast- lämmer und jüngere Masthämmel, Weidemast 40 bis 44, mittlere Mastlämmer. ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 33 bis 39; Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund 48 bis 51, von etwa 200 biS 240 Pfund 50 bis 52, von etwa 160 bis 200 Pfund 50 bi- 52, fleischige Schwein« von etwa 120 biS 160 Pfund 47 bis 51 Mark. Marktverkauf: Kälber und Schafe schleppend, geräumt; Schweine sehr rege, ausverkauft. Berliner Produktenmarkt. Berlin, 29. 3uli. Aach stetigem DormittagS- verkehr nahm die Produktenbörse einen ruhigen Verlauf. Das 3nlandangebot von Brotgetreide ist ausreichend, wenn auch nicht dringlich, da die Landwirtschaft bei den gegenwärtigen WitterungS- verhältnissen noch mit Grntearbriten beschäftigt ist. Die Kauflust beschränkt sich in der Hauptsache auf Deckung des notwendigen Bedarfs, größere Abschlüsse kommen nicht zustande. Für Weizen und Roggen waren die gestrigen Preise im Dörsenver- laufe nicht immer durchzuholen Der Mehlabsatz bleibt auf geringe Mengen für den üblichen Bedarf beschränkt, bei Geboten waren di« Mühlen zu Preiskvnzessionen bereit. Das Offertenmaterial in Hafer ist ziemlich gering und bei einiger Aachfrage des Konsums waren leicht erhöhte Preise durchzuholen 3m Absatz von Gerste ist dagegen kaum eine Besserung zu verzeichnen. Es wurden notiert (1000 Kilo): Weizen, märt, (neue Ernte). 200 bis 202 (etwas matter»; Roggen, märt, 151 bis 153; Wintergerste, neue 137 biS 149 (ruhig); Hafer, märkischer 147 bis 153 (befestigt). (100 Kilo): Weizenmehl 28,75 bis 36,25 (matter); RogDie amerikanischen Leichtathleten haben sich von Berlin auS nach Kopenhagen begeben und starteten dort mit gutem Erfolge. Sie gewannen alle von ihnen bestrittenen Wettbewerbe überlegen, lediglich über 100 Meter wurden Wallins und Fates von dem Dänen 3örgen- sen in 10,9 geschlagen, und im Weitsprung reichte es für Suttermeister, der mit 3.90 Meter dos Stabhvchspringen gewann, mir zum dritten Platz. wieder vornehmlich auS Magdeburger Spielern zusammen Die Mannschaft hat folgendes Aussehen: S. Rademacher. Bene de. Amann, Schumburg, Eordes (sämtl. Hellas Magdeburg), Gunst (Hannover), Schulze (Magdeburg!. Srfay: Schwarz (Köln). • Bei der Zigarren- und Tabak- sabrtk Rinn & 6.(008 AG. . Heuchelheim «Gießen) stehen einem Fabrikation-Ertrag von 3,79 «2 97) Millionen Mark Unkosten und Abschreibungen in Höh« von 1,80 (121) und Steuern von 0.75 (0,84) Millionen Mark gegenüber. Der Sonderrücklage wurde (in Millionen Mark) ip (03), dem Stiftungskonto und der gesetzlichen Reserve wieder je 0,1 überwiesen Dilanzzahlen: Vorräte 1 46 (2,39). Außenstände 7,15 (5-3), Kreditoren 3 29 (4,08). Aktienkapital 3,0. • 14)31 ein g u t e s H e u j a h r. Die Erhebung des Deutschen Landwirtschastsrates ergibt für dieses Jahr einen Ertrag von rund 19 Millionen t Heu allein des ersten Schnittes, gegenüber einem Gesamtertrag von 25 Millionen t des vorigen Iah' res und von nur 21,6 Millionen t bzw. 210,7 Millionen t Gesamtertrag an Heu der Jahre 1929 und 1928. Der Ertrag diese» Jahre» wird also weit über die der beiden letzten Jahre hinausgehen. • Die Frankfurter ‘Banticr - (Bereinigung hat beschlossen, den Zinssatz für Sparkonten rückwirkend ab 16. 3uli auf 8 Prozent zu erhöhen. Dieser Zinsfuß gilt sowohl für .Alte Konten" als auch für .Frei« Konten". • Bankfirma D.Menerfeld in Braun- s ch w e i g g e l ch l 0 s s e n. Die in Braunschweig do- miziliercnde Prioatbankfirma D. Meyerfeld hat nach fast lOOjährigem Bestehen ihre Schalter schlichen müssen und muh einen gerichtlichen Der- gleich mit ihren Gläubigern anstreben. • Rückgang des Hafenverkehrs in Hessen. Der gesamte Hasenverkehr Hessens über Mainz und Worms betrug im Mai d. 3. 132 000 Tonnen gegen 208 800 Tonnen im gleichen Monat deS Vorjahre- und 238 400 Tonnen im Jahr« 1929. Don Jahresbeginn bis Ende Mai sind es diese- 3ahr (in 1000 Tonnen) 638,8, 1930 865, 1929 820 9. • Herabsetzung der Tarif« für den Schiffahrls-Pasagi«rverkehr. Die Schisfahrtsgesellschaften, die einen regelmäßigen Passagierverkehr zwischen den Vereinigten Staaten und Amerika und Kanada einerseits und den europäischen Hasen andererseits unterhalten, und die in der „Atlantik-Konferenz" zuiammengeschlvs- sen sind, haben beschlosfen. di« äleberfahrtpreis« mit Wirkung ab 17. August herabzusetzen. Dies« Beschlüsse bestehen vor allem in einer Herabsetzung der Preis« für bi« höchst« und die n edrigste Klasse. Der Preis für di« erste Klasse soll um 10 biS 30 Prozent ermäßigt werden, und für die dritte Klasse dürft« di« Ermäßigung ungefähr 13 Prozent auSmachen. Di« in Paris geführten Verhandlungen betrafen lediglich den Passagierverkehr, nicht den Frachtverkehr. leicht überlegen und konnten zum Schluß als Sieger den Platz verlassen. Die 3ugend-Mannschasten trennten sich mit dem Unentschiedenen von 1:1. Kurze Sporinotizen. 3u den Europameisterschaften im Schwimmen vorn 23. bis 30. August in Paris entsendet der Deutsche Schwimmverband insgesamt 41 Aktive, und zwar 29 Herren und 12 Damen. Die endgültige Aufstellung unserer Dertretunger- solgt nach den Meisterschaften am Wochenende tn Königsberg. . e DeutschlandsWasserballsiebenge- gen Belgien am 9. August in Barmen setzt sich genmehl 23 biS 27 (behauptet); Weizenkleie 12.25 bi« 12,50 (still); Roggenkleie 1125 biS 11,50 (matt); Diktvttaerbsen 26 bis 31; Futtererbsen 19 bis 21; Ackerbohnen 20 biS 22; Wicken 24 bis 28. Aus aller Welt. Abschluß de» 14. Deutschen Studententage». Di« Beratungen des 14. Deutschen Studententages in Graz wurden beendet. Zum Vorsitzenden der Deutschen Studentenschast wurde der Leiter des Kremes VII (Bayern), Lienau, einstimmig gewählt. Als Mitarbeiter wurden Re- serendar G i e r l i ch s und der Leiter de« Kreises VI (Karlsruhe«, cand. ing. Askev 0 ld , gewählt. In der letzten Vollversammlung wurde noch em« Reihe von Entschließungen und Anträgen genehmigt, darunter ein Einspruch gegen die vom preußischen Kultusministerium an gestrebt« Einrichtung einer staatlichen Begabten- sürs 0 rge. Es wird darin bedauert, daß zu diesem Zweck der bewährten studentischen Wirt- schastssürsorge bedeutende Mittel entzogen worden seien. Reserendar Schulz gab der Erwartung Ausdruck, daß all« Kräfte, auch die der na- tionalsvzialistischen Bewegung, ihr gesamtes Streben auf akademischem Gebtet den Zielen der Deutschen Studentenschast unterordnen werden. Auf Erund des Berichts des Ausschusses für Hochschulreformfragen, den Wendnagel- Dießen erstattete, wurde ein Antrag angenommen. der u. a. di« Errichtung von Arbeitsausschüssen in enger Fühlungnahme mit den Prosessoren anregt. Referendar Ludwig- Berlin berichtet« über di« Arbeiten im Grenz - ausschuß. ES wurde ein Antrag angenommen, der die Bereitstellung ausreichender Mittel für den Bau von Studentenheimen im bedroht en Ostgebiet, fordert. Die politisch« Erziehungsarbeit soll auch auf da- Ostraum- Problem ausgedehnt werben. An den Beratungen des Studententages in Graz haben 175 Vertreter teilgenommen, die rund 125 000 Studenten repräsentiert haben. Al» Separatist gebrandmarkt. Mitte vergangenen 3ahres erschienen in kurzer Folge in der Wiesbadener Wochenschrift „Das Wochenende" vier Artikel, die sich mit der Person des Majors a. D. H i l l e r beschäfttgen und dessen Leben und Treiben während der Besät- zungszeit unter die Lupe nahmen. Hiller stellte gegen den Schriftleiter Doe11ne r Strafantrag. Das Verfahren wurde aber eingestellt und dem Major blieb der Weg der Privatllage. Der Prozeß endet« mit Freis prechun g deS Doettner. Durch die Beweisaufnahme wurde nicht nur erwiesen, daß Hiller der Desatzungsbehörde nahegestanden hat. sondern auch mit der separatistischen Bewegung sehr eng verbunden war, bei dem Hochverräter Dorten verkehrte, bei Auszug der französischen Wach« den Hut zog, ein „Vive la France“ rief, als die Trikolore auf dem Schloß hvchging, seinen Sohn dabei anlernte, mit dem Holzgewehr zu präsentieren ungeachtet, daß ein ehemaliger Offizier in nächster Rahe ihm wegen dieses Vorfalls zurief: »Schuft, fetz' den Hut auf!" Bücheriisch. — Das Deutsche Sängerbuch. Heraus- gegeben von Dr. Franz Josef Ewens. (Verlag Neufeld & Henius. Berlin SW 11. — 24s) — Dr. Ewens hat mit diesem Werk, für das er amtliches Material des Deutschen Sängerbundes nutzbar machte, und das mit etwa 200 Illustrationen in Buch- und Tiefdruck sowie Karten- und Textbildern geschmückt ist, ein Standardwerk der Männerchor- vewegung geschaffen. Geheimrat Dr. Hammers ch m i d t hat dem bedeutsamen Buche die Einfüh- rung geschrieben. Dann folgt eine Schilderung der Entwicklung de» Deutschen Sängerbundes, m der ein aufschlußreiches Bild über das Werden und Wachsen dtescr kulturell so außerordentlich bedeutungsvollen Organisation gegeben wird. Anschließend folgen Berichte über die Geschichte der Kreise de» Deutschen Sängerbundes, die von der Pflege de» deutschen Liedes in allen Gegenden des Reiches interessante Mitteilungen machen, lieber den Deutschen Sängerbund und feine Einrichtungen" berichtet Johanne» Poppe (Berlin), über „Da» deutsch« Sängermuseum zu Nürnberg" schreibt Bruno P l 0 n k a (Nürnberg) außerordentlich fesselnd. Weiter enthält das Buch interessante Abhandlungen von den Tondichtern , in diesem Abschnitt schreibt Dr. Paul M i e » (Köln) über „Formen de» Männergesang»", wahrend Dr. Franz Josef Ewen» (Berlin) über „Unsere lebenden Meister" schreibt. Eine wertvolle Bereicherung erfährt das Buch auch durch den Abschnitt „Vom Lied". Hier schreibt Dr. Mac Burk- Hardt (Berlin) über das Thema ..Der Humor im deutschen 'Volkslied"; Dr. Georg Panzer (Berlin) berichtet über „Hondwerkerlicdcr"; Erich Langer (Dresden) behandelt dos Kapitel „Wie unser« schönsten Lieder entstanden find"; Professor E. Ma en- n e r (Weinheim) schreibt über „Deutsches Dolk und deutsches Lied im Auslande". „Vom Sänger" ist der Schlußabschnitt des Buches betitelt. Hier schreiben Dr. Fritz Stege (Berlin) über „Die kulturelle Be- deutung des Männerchorgesongs", Dr. Eberhard P r c u ß n e r (Berlin) über „Staat und Ehorgesang- wesen", Wilhelm Tebje (Hamburg) über „Der Bund der Mannerchöre im DHV.", W. Röntz (Berlin) über „Sänger und Student", Heinrich D a - misch (Wien) über „Geschichte und Grundlagen der Sängerknabenchore, Erich Langer (Dresden) über „Da< Dereinsleben". Dr. Paul Mies (Köln) über „Der Männerchor auf der Schallplatte"; schließlich sind noch zeitgemäße Berichte über da» Kaiservreis- singen heroorzuheben. Alles in allem ist zu sagen, daß man es bei diesem Buche mit einem Werk von hohen Qualitäten zu tun hat. das dem Herausgeber, seinen Mitarbeitern, dem SBerlag und auch der deut- schen Sängerbewegung zum Ruhme gereicht. Die Männergesangvereine seien auf dieses Standardwerk mit besonderer Empfehlung hingewiesen. Letzte Nachrichten. Aufhebung der Ausreisegebühr für nächste Woche. 23 c r U n, 30. Dull. (1DIB.) wie wir erfahren, soll die Notverordnung über die 100-R2N.-Gebühr bei Auvlandreiscn im Laufe der nächsten wache auf- gehoben werden. Da» Reich»sinanzminisfer«um ist der Auffassung, daß die Notverordnung bl» dahin ihren Zweck erfüllt habe, den großen Strom der Auslandreisen während der sommerlichen Hochsaison auf inländische Reiseziele umju- leiten und so den Abfluß erheblicher Geldmengen ins Ausland zu verhindern. Jeder Artikel ein Billigkeits-Schlager Knab.-Schillerhemden, 70 cm Ig. 195 3 Stück Taschentücher Verseh. 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Hatte inan in Berlin die Angelegenheit nicht ernst genommen. feinen Angaben vielleicht mißtraut? Jeder Zeitverlust konnte aber unabsehbare Folgen haben. Vielleicht hatte d'Alvez schon für heute oder morgen ein Verbrechen geplant! Gegen Mittag klopfte es an Hellbtngs Tür«. Auf seinen Auf trat ein Herr von etwa vierzig Jahren ein. ..Kriminalkommissar Drannat!" ..Endlich!" entfuhr es Hellbing. Der Beamte lächelte unmerklich. „Sie fürchteten wohl, es käme niemand mehr von uns, Serr Helbing!" „Man sagte mir in Berlin, dah sofort einer Ihrer Herren hierherfahren würde: als aber zweieinhalb Tage verstrichen .. Dr. Brannat unterbrach ihn. „Ich bin schon seit zwei Tagen in Norderney. Absichtlich meldete ich mich bisher nicht bei Ihnen. Ich wollte das Hotel und seine Bewohner aus der Ferne beobachten. Jetzt bin ich im Bilde. Seit heute früh wohne ich hier im Hause." Sie setzten sich. „Auf Grund Ihrer Angaben war es uns «in leichtes, sestzustellen, wer sich hinter diesem Vicomte d'Alvez verbirgt", berichtet« Brannat. „Er ist ein uns und den ausländischen Krimlnalbehor- Len zur Genüge bekannter Hochstapler namens Cassianu, ein geborener Dalmatiner. Seine Komplizin, die kleine, schwarzhaarige Dame, di« stets an seinen Unternehmungen beteiligt ist, ist seine |