Nr. M Erster Blatt 18s. Jahrgang Samstag, 30. Mai Ml Erschein» täglich,trauer Sonntags und Feiertag» Beilagen: Vie 3 Quittierte vtehener FamMenblLtta ßetmai im Bild Die Scholle monats-Beiugsprels: 2.20 Reichsmark und 30 Rrichspfennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern mfolge höherer Gewalt. Zerrisprechanschlösse anterSammemummer2251 Anschrift für Drahtnach« richtens Bnjetger Sieben. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vn«r und Verlag: vrühl'sche UntverfiftttL-vuch- und Ztetndruckerei L Lange in Sietzen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Re- klameanzeigen von 70 mnc Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/o mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gieren. Vertrauen. Don Dr. Paul Rohrbach. QBir sind jetzt wieder, zum ersten Male seit der Napoleonischen Zeit, an den Punkt gekommen, wo cs für die breiteren Schichten sinnfällig und materiell fühlbar wird, was es heißt, ein Volk hat keine ^Handlun gsfreiheit gegenüber Bedrückern, die ihm an Macht überlegen sind. 3ft man sich aber auch an den Stellen, wo unsere verantwortliche Außenpolitik gemacht wird, über den psychologischen Zu st and klar, der sich jetzt in Deutschland ausbreitet? Wir tragen: was wird kommen, wenn wir, nach einer bloß saisonmäßigen und vorübergehenden Besserung der Arbeitslosigkeit und allgemeinen Wirtschaftslage, in einen Winter hineingehen sollen mit sechs bis sieben Millionen Arbeitslosen, mit weiter verkürzten Gehältern, mit erhöhten Steuern, mit mehr oder weniger beschnittenen Sozialleistungen — und es sind auch dann noch keine Erfolge in der auswärtigen Politik erzielt? Es geht nicht, der Nation immer neue materielle und seelische Belastungen aufzuladen, wenn man nicht gleichzeitig nachdrückliche Aktionen unternimmt, um die auswärtige Lage moralisch und materiell zu erleichtern. Natürlich war dieZvll- union mit Oe st erreich auch in diesem Sinne gedacht, und als die Ankündigung erfolgte, hat sie eine Zeit lang, mehr vielleicht als der Oef- sentlichkeit bewußt war, zur Dämpfung der allgemeinen Anzufriedenheit beiqetragen. Das Gefühl war da: Endlich einmal hat unsere auswärtige Politik einen entschiedenen Schritt gewagt! Dies Gefühl hat durch die Vorgänge in Genf einen gefährlichen Schlag erlitten. Zugegeben, daß die Verweisung der juristischen Seite der Zollunion vor dem Haager Gerichtshof nicht verweigert werden konnte, so muhte doch angesichts der bedenkenlosen Einheitsfront, die sich im Vol- kerdundsrat gegen das Lebensrecht Deutschlands gebildet hatte, und angesichts des erneuten Hohns auf die Abrüstung, von deutscher Seite dem Rat in der allerernstesten und entschiedensten Tonart zu Gemüte geführt werden: Wir verlangen als eine souveräne Nation angesehen zu wer- den, und fällt jetzt noch ein Tropfen in den Becher, so läuft er über; dann sind wir Mitglied des Völkerbunds gewesen. Unter diesem Eindruck hätte der Nat auseinander gehen sollen, und daß es nicht geschah, hat der Negierung ein Stück von dem Boden entzogen, den sie braucht. 3n den Tagebuchblättern Leovold von Nankes gibt es eine Stelle von tiefer politischer Weisheit. Sie lautet: „Sn der Welt befindet sich immer ein idealer Schwung der Mehrzahl, der Mittel- mähigkeit, wenn man will, der sich zuweilen literarisch, zuweilen politisch äußert. Für ben Staat kommt außerordentlich viel daraus an, daß diese Macht i h m angehöre, wenigstens nicht wider ihn sei; die beschränkte Idealität der Mittelmäßigkeit. Sie hat zugleich häufig durch ihren moralischen Inhalt etwas Respektables." Mit dem eigentümlichen Ausdruck „Sdealität der Mittelmäßigen", meint Nanle, weit entfernt von aller Nichtachtung, das natürliche Verlangen des durchschnittlichen Dolksangehörigen. daß er auf seine Negierung als auf den Träger der moralischen Kräfte in der Staatsführung vertrauen bürfe. Eben darum geht es bei uns heute, um nicht mehr und nicht weniger. Es geht nicht mehr um Parteien, nicht mehr um die doktrinäre Einstellung von „rechts" und „links", sondern es geht darum, daß die Negierung in Gefahr ist, die Fühlung mit der Volks st immung ganz und gar zu Verlierern Wenn, wie es jetzt der Fall ist, in Deutschland mit Notverordnungen über Notverordnungen regiert werden soll, so muß dafür gesorgt werden, daß im politisch gebildeten und lebendigen Teil des Volks die Empfindung herrscht: es wird wenigstens der energische Versuch zu einer Politik der auswärtigen E n t l a st u n g gemacht, die auch dem deutschen Selbstgefühl etwas gibt. Was wir jetzt erleben, ist nur das Sichtbarwerden eines Zustandes, den die Klügeren schon 1919 voraussahen und der latent immer bestanden hat. Dee neue und große politische Nealität aber ist, daß jetzt eine viel weitere Schicht diesen Zustand fühlt, ihn in seinem Zusammenhänge begreift unb darum von unseren Staatsmännern eine andere Politik verlangt. Sn Cheguers wird von der Tributfrage gesprochen werden, und schon ist der Versuchsballon in die Höhe gegangen: Zwei Milliarden Mark lan^iristige Anleihe für Deutschland, wenn wir aushören, von Nevikion des Voung-Plans zu sprechen. Mit Verlaub, das geht nicht. Wenn jetzt tr-.rber nichts anderes herauskommt als neue Schulden und vielleicht ein Versprechen, „zur gegebenen Zeit" werde man weiter mit uns verbandeln. dann ist die völlige Dertrauenskata- stropße gegenüber der Negiercmg nicht mehr auf- ?ubglten — und der Schaden davon wäre für Deutschland größer, als b'oß das Ende einer Negierung. Sebcrmann weiß, daß durch die allgemeine Preissenkung auf dem Weltmarkt — praktisch ist sie dasselbe, wie eine Steigerung des Goldwertes — unsre Tributlast gänzlich unvorhergesehener Weise in anderthalb Iahren um 30 Prozent g e st ie gen ist. Niemand aber versteht, warum nicht schon längst gegen diesen Mehrdruck etwas unternommen wurde! Es hieß, erst müsse im Snnern saniert werden. Inzwischen ist aber längst evident, daß diese Sanierung gar nicht In unserer Macht liegt, weil ohne Dehe- * „Erst Brot, dann Reparationen!" Mißtrauensvotum der Landvolkpartei gegen Minister Curtius. Münster i. TI., 29. Mai. (CNB.) In Münster tagten am Donnerstag Parteivorstanb und Reichstagsfraktion des Deutschen Landvolkes. Im An- fchluß daran fand im Schützenhof eine von mehr als 2000 Personen besuchte Kundgebung der Anhänger der Partei aus ganz Westfalen statt, lieber die Sitzung des Parteivorstandes und der Reichstagsfraktion wurde ein Bericht ausgegeben, der besagt, daß die politische Lage besprochen und dabei der schweren Enttäuschung über den Ausgang der Genfer Beratungen und das Ausbleiben durchgreifender Maßnahmen zugunsten der bäuerlichen Beredelungswirtschaft Ausdruck gegeben wurde. Weiter heißt es: Parteivorstanb und Fraktion erwarten, daß aus den diplomatischen Mißerfolgen des Außenministers Dr. Curtius die entsprechenden Folgerungen gezogen werden und in kürzester Frist die auf Grund des Zollermächtigungsgesetzes möglichen Maßnahmen zugunsten der bäuerlichen Ber- edelungswirtschaft in ausreichendem Maße getroffen werden. Sollte die Reichsregierung, etwa unter dem Druck der Sozialdemokratie, sich gegenüber den aus nationalen und wirtschaftlichen Gründen notwendigen Forderungen ablehnend verhalten, so muß das zwangsläufig Rückwirkungen auf die Reichstagsfraktion' haben. Parteivorstand und Fraktion können sich auch von der kommenden Notverordnung eine grundlegende Besserung der Verhältnisse nicht versprechen, wenn nicht beschleunigt die Reparationsfrage von der Reichsregierung aufgegriffen und mit aller Deutlichkeit ausgesprochen wird, daß das deutsche Volk die Tributlasten nicht zu tragen in der Läge ist. Das Wort muß endlich Geltung bekommen: „Erst Brot, bann Reparatione n!" Auf den Tenor biefer Mitteilung waren auch die beiden Referate der Reichstagabgeordneten Dr. Ge- reke und Hepp zugeschniten. Dr. Gereke führte u. a. aus: Ohne eine gesunde Landwirtschaft gebe es keine Möglichkeit, aus der schweren Zeit herauszukommen. Eine gesunde Kaufkraft der Landwirtschaft sei eine der wesentlichsten Voraussetzungen. Die Haushalte von Reich und Ländern würden durch die ungeheuren Wohlfahrts- l ast en über den Hausen geworfen. Die Bauernschaft erhebe nachdrücklich die Forderung nach strengster Sparsamkeit und auf Aende - rung des Finanzausgleichs-Schlüs- f e I s. Der Zustand auf dem Gebiet der kommunalen Verwaltung laufe auf eine Bevorzugung verschwenderischer Großstädte hinaus. Gegen die Landwirtschaft seien Kräfte am Werke, die einen Druck auf die Reichsregierung ausübten, um das, was Schiele und das Landvolk mühsam aufgebaut hätten, zu zertrümmern und mit dem Schlagwort „Nieder mit dem Brotpreis" eine Bresche zu schlagen in das Z o l l s y st e m. Es werde auch der Versuch gemacht, den ungeheuren Mißerfolg Dr. Curtius' in Genf dem Ernährungsminister in die Schuhe zu schieben. Der Außenminister habe nicht mehr das Vertrauen des Landvolkes. Dr. Gereke streifte darauf die in Aussicht genommene Notverordnung und betonte, daß dem deutschen Volke weder eine Anleihe noch Steuer- erhöhungen den Ausweg aus den Schwierigkeiten bringen könnten. Das Volk sei am Ende seiner Kraft. Der stellvertretende Parteivvrsitzende, Reichstags- abgeorbneter Hepp, erklärte, die Frage der Sanierung der Landwirtschaft sei zu einem großen Teile eine Preisfrage, die gelöst werden müsse auch gegen gewisse Kreise der Verbraucherschaft. Wenn Dr. Brüning den Forderungen Schieles gefolgt wäre, befände sich die Landwirtschaft heute in einer wesentlich besseren Lage. Die Reichsregierung müsse alles aufbieten, um die Landwirtschaft durch geeignete zollpolitische Maßnahmen zu schützen. Die Sanierung der Oesterreichischen Kreditanstalt Oie BZZ. vermittelt einen Stühungskredit. — Oesterreich Mittelpunkt der europäischen Wirtschastsdepression. - Oer Londoner Geldmarkt und die Reparationsfrage. Wien, 29. Mai. (TA.) Nach einer Mitteilung der BIZ. haben sich zehn ber größten Zentralbanken bereiterklärt, der Oester- reichischen Nationalbank einen Devisenkre- b i t zur Verfügung zu stellen, der in Derbinbung mit den übrigen Maßnahmen ausreichen wirb, bie Stabilität ber österreichischen Währung aufrechtzuerhalten. Nach Mitteilung ber Oesterreichischen Nationalbank wirb als Vertreter ber auslänbischen Gläubiger Prof. N i st von der Bank von Frankreich bei ber Oesterreichischen Krebitanstalt als Auf- s i ch t s o r g a n fungieren. Auf ber Sitzung des Londoner Sonder- a u s s ch u s s e s. ber in Verbinbung mit ber Angelegenheit der Oesterreichischen Krebitanstalt eingesetzt worben ist, erklärten sich die Londoner Banken damit einverstanden, ihre Depositen bei ber Kreditanstalt zu belassen, vorausgesetzt, daß die österreichische Negierung die Bürgschaft übernehme. Da diese Bürgschaft inzwischen vom österreichischen Parlament genehmigt worden fei. bestehe kein Grund zur Beunruhigung. Es würde jedoch nicht fair fein, wenn man bie ganze Last auf den Londoner Schultern ruhen liehe. Paris und Neuhork sollten ebenfalls ihren Teil dazu beitragen, denn es liege im allgemeinen Interesse, ein finanzielles Anheil zu vermeiden. Die Zusammenarbeit aller führenden Finanzzentren sei dringend notwendig. Es sei eine kurzsichtige Politik, in schwierigen Zeiten die Kredite einzuschränken. Auch die „Financial Times" seht sich für internationale Zusammenarbeit ein. Oesterreich, das gleichzeitig schwierigen politischen und wirtschaftlichen Problemen gegen überstehe, sei vorläufig der Mittelpunkt der Depression in Europa. Hierdurch werde auch das Schicksal Deutschlands unmittelbar berührt. Die Verhältnisse seien dort keineswegs so, daß sie zu Investierungen durch Ausländer ermutigten. Die Nervosität in Frankreich sei in erster Linie schuld an der Zurückziehung der Kredite und dem Verkauf der deutschen Papiere. Wahrscheinlich seien die amerikanischen Verkäufe zum größten Teil auf die Eindrücke zurückzuführen, die bie hartnäckigen Erörterungen bes Neparations- und Schuldenproblems während der Konferenz der Internationalen Handelskammer in Amerika hervorgerufen hätten. ES sei bekannt, daß Amerika seine Haltung in der Schuldenfrage bisher nicht geändert habe. Deutschland werde seine Verpflichtungen bis zum Letzten zu erfüllen suchen, aber es werde bie Grenze seiner Leistungsfähigkeit im nächsten Iahre, wenn nicht schon in diesem Iahre. erreichen. Die Erklärung eines Moratoriums müßte in der ganzen Welt, allerdings nicht notwendigerweise auch in England, einen Rückschlag verursachen. Dennoch deuteten Anzeichen daraus hin, daß die Reichsregierung die Reparationsfrage aufwerfen werde. Die Lage der Zentralbanken in Deutschland und Oesterreich sei gesund, aber man müsse Geduld und Ausdauer haben, um sie durch die politischen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten hindurchzubringen, bis sie wieder vollstes Vertrauen genössen. bung der Weltwirtschaftskrise die deutsche Wirtschaft gar nicht in Ordnung lommen kann, und weil, wenn zu der Krise noch die Tributlast bleibt, kein Gedanke an Ausgleichung des Etats ist. Ersparnismaßnahmen auf der Ausgabenseite bedeuten praktisch zugleich Verminderung auf der Einkommenseite, denn die Steuerschraube ist bei uns schon überdreht, und jede ins Gewicht fallende Gehaltskürzung, zumal in den mittleren und unteren Schichten, wo doch allein die Masse es bringt, schwächt die Kaufkraft. Ohne die „Idealität ber Mittelmäßigen" kann keine Negierung auf die Dauer leben, und am allerwenigsten eine Negierung wie die jetzige deutsche. Wenn sie sich dies moralisch-politische Betriebskapital erhalten will, so muß sie jetzt zwei Dinge tun. Erstens muß sie das Ausland vor die Alternative stellen: entweder die im Voung- Plan gegebene Zulage der positiven Mitarbeit 21IIer für die Ab'eistung der deutschen Verpflichtungen wird erfüllt, oder Deutschland verweigert weitere Mithilfe an feiner eigenen Erwürgung. Zweitens aber muß die Negierung, statt der öffentlichen Meinung im eigenen Lande Vorlesungen über Genfer politische Taktik zu halten, vielmehr eben diese öffentliche Meinung zum Dun- genossen aufrufen, um dem Ausland deutlich zu machen: Deutschland ist am Ende nicht nur der Erfüllungs-Möglichkeiten, sondern auch des C r - füllungs « Willens! Was das Ausland bisher der deutschen Regierung nicht geglaubt hat, wird es sich dann wohl bequemen müssen, der deutschen Ration zu glauben. Thüringen. Weimar, 30. Mai. (TA.) Der Staatshaushalt des Landes Thüringen für 1931. öer in Einnahmen und Ausgaben mit 167,48 Millionen balanciert, wurde vom Thüringer Landtag nach außerordentlich stürmischer Aussprache mit 18 gegen 10 Stimmen angenom- m e n. Für den Etat stimmten die Regierungsparteien (Deutsche Volkspartei, Wirtschaftspartei und Landvolkpartei), während die Nationalsozialisten und Kommunisten dagegen stimmten. Die Sozialdemokraten, die Staatspartei und die Deutschnationalen enthielten sich mit insgesamt 21 Stimmen der Stimme. Ein sozialdemokratischer Antrag, den Vertrag mit Prof. Schulze, Naumburg, abzulehnen, wurde mit den Stimmen der Sozialdemokraten, der Kommunisten, der Staatspartei und der Deutschen Volkspartei gegen die Nationalsozialisten, Deutschnationalen und einen Abgeordneten der Wirtschaftspartei, bei Enthaltung der Landvollpariei und der übrigen Wirtschaftsparteiler angenommen. Randnoten. Auf den Pfingsttagungen des Vereins für dasDeutschtum im Ausland wird in den zahlreichen Sitzungen und Veranstaltungen eine Fülle von Arbeit geleistet. Cs handelt sich nicht nur um die Berichterstattung über die Lage in den einzelnen Gebieten des Grenz- und Ausland- deutschturns, nicht nur um die inneren Organisationsfragen, sondern auch um bie Vorbereitung und Durchführung der praktischen Kleinarbeit. Diesmal in Aachen standen die berufsständischen Fragen im Mittelpunkt der Sitzungen. Neben der Angestelltenschaft hat es sich vor allem um eine Arbeit er tagung und eine Dauerntagung gehandelt. Daß die christlichen Gewerkschaften ohne Vorbehalt an der Volksdeutschen Sache mitarbeiten können, ist selbstverständlich. Nach den Erklärungen des Duisburger Polizeipräsidenten Meyer, der als Vertreter der Freien Gewerkschaften sprach, scheint es aber doch, als ob auch die Sozialdemokratie auf t*m Wege wäre, in den großen nationalen Fragen des Gesamtdeutschtums zu einer der Lage des Deutschtums in der Welt angemessenen Haltung zu kommen. Im Gegensatz dazu sind bei den Bauernfragen von vornherein alle politischen Gesichtspunkte ausgeschaltet. Hier handelt es sich darum, der Tatsache Rechnung zu tragen, daß die volksdeutsche. Frage in Europa, insbesondere im Osten, in erster Linie eine Bauernfrage ist, so daß auch der innige Zusammenhang zwischen den deutschen Bauerngruppen drinnen und draußen hergestellt werden muh. Außerdem gilt es gerade in der heutigen Notzeit, die Gegensätze zwischen Stadt und Land auszugleichen, um die gesamtdeutsche Entwicklung nicht daran scheitern zu lassen, daß die großen Volksschichten sich nach der Pfennigrechnung des Brotpreises spalten. Doch dieses Ringen um volksdeutsche Gemeinschaftsarbeit auch im täglichen Leben der Berufsstände war nicht das große Erlebnis von Aachen. Das war die Masse der Zehntausend frischer Iungen und Mädel. die durch die Straßen flutete und mit ihrem Schwung auch den Erwachsenen den nötigen Auftrieb gab. Das waren vor allem bie gemeinsamen Massenfeiern, die Abendfeier im Wald- stadion mit dem anschließenden Fackelzug in die Stadt und der Festzug am Pfingstmontag, bei dem alle deutschen Stämme die historischen Geburtsstätten alter deutscher Kaiser- und Reichs- Herrlichkeit grüßten. Dieses Erlebnis der vorbehaltlosen Verbundenheit im Geist volksdeutscher Arbeit möge weiterwirken draußen im Lande und insbesondere der Heranwachsenden Generation die Tatkraft zur Erfüllung einer besseren Zukunft vermitteln. Wer die sudetendeutschen Bäder in der Tschechoslowakei aufsuchen muß, um den ramponierten Körper gehörig aufbügeln zu lassen, der bekommt bei der Fahrkartenausgabe ein Formular in die Hand gedrückt, das bei mindestens zehntägigigem Aufenthalt in den betreffenden Badeorten für die Rückf ahrt zur Grenze eine Preisermäßigung von fünfzig Prozent verspricht. Das ist schon eine feine Sache. Aber sie wird noch weiter verbessert durch eine andere Zusahvergünstigung. Der Reisende darf sich die tollsten Amwege leisten, die Preisermäßigung bleibt ihm sicher. Damit wird denn auch erreicht, daß die Besucher der Bäder sich ein wenig das fremde Land ansehen — und überall bleibt Geld hängen. So wird der Fremdenverkehr trotz der scheinbar weitgehenden Ermäßigung eine lohnende Sache; was da wirklich an Fahrgeld erspart wird, schlägt der Reisende bei seinem Aufenthalt in der neuen Umgebung auf den Kopf, und darüber hinaus noch einiges mehr! In Paris machen sie in diesem Iahre einen großen Rummel mit der französischen Kolonialausstellung; auch die reiselustigen Deutschen sind als gute Gäste herzlich eingeladen. Damit sich aber der Fremdenstrom nicht nur auf die Metropole beschränkt, sondern seine Reisekasse auch über die französische Provinz verteilt, haben die Franzosen eine altbewährte Schweizer Einrichtung übernommen und noch ausgebaut: Man kauft sich eine Netzkarte für die Eisenbahn und befahlt dafür den Betrag, der normalerweise für die Zurücklegung von 200 Kilometer ausreichte. Aber mit dieser Netzkarte darf der schaulustige Reisende bann ganz Frankreich abklappern, kreuz und quer, wie es ihm beliebt; das kostet keinen Pfennig mehr. Der also vom Wandertrieb befallene Fremde wird sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, wird dabei aber genötigt fein, hier und da und überall sein Geld auszugeben. Wieder ist mit einem sehr geschickten Trick eine große Wirkung erreicht. Hierzulande aber überanstrengt man sich nicht. Da wird eine „großangelegte" Werbung für den Fremdenverkehr betrieben, viele Stellen tun das, die Reichsbahn, die Post, die Bäder, die Kurorte und die Sommerfrischen und noch zahlreiche Organisationen. Doch die Sache hat keine Stoßkraft. Es wird erbittert darum gerungen, den reiselustigen Fremden in unser Vaterland zu bringen, indem wir ihm soviel Hchönheit, aufmerksame Bedienung, fließend warmes und kaltes Wasser und andere angenehme Dinge versprechen. Aber dfe Hauptsache vergessen wir. Wohl wird von unserer Preiswürdigkeit erzählt, doch fehlt dabei der Anreiz, das Lockmittel. Geld ist auch im Auslande eine wichttge Angelegenheit, und wenn man dem Reiselustigen so und soviel Prozent Preisermäßigung auf die Fahrkarte verspricht, zieht das viel mehr als das verlockendste Plakat. Die Reichsbahn will gewiß rentabel arbeiten, aber sie hat auch ihre wichtige Aufgabe im Dienst der Volkswirtschaft. Die Einnahmen würden sicher nicht geringer sein, wenn die Züge bei ermäßigten Preisen voll beseht sind, als jetzt, da sie nur unvollkommen ausgenutzt werden. Uni) wenn dadurch der Fremdenstrvm stärker als bisher nach Deutschland geleitet wird, dann erfolgt wirtlich eine Befruchtung der ganzen Wirtschaft, die so dringend nötig ist. Die Abwärtsbewegung an den deutsch e n B ö r s e n hat auch nach den Pfingstseiertagen angehalten und sich sogar noch weiter verschärft, wobei vor allem die neuen Rückgänge an der Neu- yorker Börse und der Zusammenbruch einer bedeutenden Wiener Privatbank Anlaß zu Abgaben fast auf der ganzen Linie gaben. Auch die innerpolitische Lage ist nicht dazu angetan, die starke Nervosität einzudämmen. Die Börse scheint sich heute über die traurige Lage, in der sich die deutsche Wirtschaft befindet, völlig im klaren zu sein. Die wenigen Hoffnungsfunken sind wie weggeblasen. Nur so kann man cs sich erklären, daß der Aktienindex einen Tiesstand erreichen konnte, wie er kaum in der schlimmsten Baisseperiode zu verzeichnen war. Man ist auch nicht geneigt, ein günstiges Moment auszuwerten. Die Tatsache, daß sich der Beschäftigungsgrad in der ersten Hälfte des Mai weiter gehoben hat, blieb völlig unbeachtet. Was bedeutet schließlich auch eine Abnahme der Zahl der Arbeitslosen um 147 000, wenn sich die Gesamtzahl immer noch auf 4,21 Millionen beläuft. Sieht man aber die Lage mit etwas freundlicheren Augen, so ist doch immerhin festzustellen, daß seit dem Höhepunkt der Erwerbslosigkeit Mitte März, an der nahezu fünf Millionen Erwerbslose vorhanden waren, bis heute 769000vomArbeitsmarktwie- der aufgenommen wurden. Es ist nur zu hoffen, daß auch im Laufe der nächsten Zeit eine weitere Entspannung eintreten und auch in anderen Industriezweigen sich eine Besserung der Beichäfti- gungslage herausbilden wird. Leider ist am Baumarkt, wo die Saisonbelebung spätestens im April zum Durchbruch zu kommen pflegt, eine merkbare Belebung nicht fühlbar geworden und die Arbeitslosigkeit nur geringfügig zurückaegangen. Der Beschäftigungsausfall beziffert sich in den ersten vier Monaten 1931 gegenüber dem letzten Jahr auf etwa 40 v. H., was einem Umsatzausfall von rund 840 Millionen Mark entspricht. Diesen Zahlen braucht man nichts hinzuzufügen. Lassen wir aber weiter Zahlen sprechen. Die durchschnittliche arbeitstägliche Gewinnung der deutschen Walzwerke war im April gegenüber dem März um 2,1 Prozent niedriger, der Kohlen- a b s a tz des Rheinisch-Westfälischen Kohlen-Syndi- kats zeigt für dieselbe Zeit eine arbeitstägliche Abnahme um 4,95 Prozent. Die wirtschaftliche Not und auch die starke Auslandskonkurrenz veranlassen immer neue Industriezweige zu engerer Zusammenarbeit. So haben jetzt die drei größten kontinentalen B le i st if t h e r st e 11 e r, die A. W. Faber Castell-Bleistift AG. Stein bei Nürnberg, die Bleistiftsabrik oorm. Johann Faber und die Koh-i- noor Bleistiftfabrik L. & C. Hardtmuth in Budweis (Tschechoslowakei) eine Union geschlossen, von der man sich vor allem Ersparnisse auf dem Gebiet des Vertriebes und der Unkosten 'verspricht. Die ufer- losen Unterbietungen am Benzinmarkt haben ebenfalls wieder zu einer Konvention mit gleichzeitiger Preiserhöhung geführt, nachdem die frühere an der Außenseiterkonkurrenz in die Brüche gegangen war. Für die neue Konvention dürfte allerdings die russische Konkurrenz, die bisher noch Gewehr bei Fuß steht, ein nicht zu unterschätzendes Störungsmoment bilden. Die Zusammenfassung der Spreng ft offintereffen der J.-G.-Farben- Industrie ist letzten Endes auch als eine Verein- fachung der Geschäftsführung und damit Verbilligung des Verwaltungsapparates zu werten. Die Zukunst der Sozialversicherung. Minister Siegerwald über die künftige Sozial- und Lohnpolitik. Berlin, 29. Mai. (TU.) Reichsarbeitsminister Stegerwald äußerte sich gegenüber dem Berliner Vertreter der „Kölnischen Volkszeitung" über Wirtschafts-, sozial- und lohnpolitische Fragen. Man verlange, so führte er u. a. aus. zur Zeit stürmisch eine grundlegende Ref orm der Sozialversicherung. Darüber brauche man sich nicht die Köpfe heiß zu reden, sie komme von selbst. 3m Jahre 1931 trete nämlich für die gesamte Sozialversicherung dieselbeEin- nahmedürre ein, die bei Reich, Ländern und Gemeinden zu beobachten sei. Bei dem gleichen prozentualen Beitragssatz wie im Jahre 1929 dürfte die gesetzliche Sozialver- ficherung einschließlich der Arbeitslosenversicherung im Jahre 1931 um 1 bis 1^ Milliarden Mark weniger Einnahmen aufwei- sen, als im vergangenen Jahre. Zur Zeit leisteten Arbeitgeber und Arbeiter alles in allem rund 18 v. H. des Lohnes an Beiträgen zur Sozialversicherung. Wenn die gegenwärtigen gesetzlichen Leistungen in allen Versicherungszweigen beibehalten werden soUten, dann müßten die Beiträge insgesamt um 5 bis 6 vom Hundert erhöht werden. Das sei wohl für die Arbeitnehmer wie für die Wirtschaft eine wahre Unmöglichkeit. Bei der heutigen Kapitolverknappung vermehre in Deutschland jede wesentliche produktionsbelastende Erhöhung der Sozialbeiträge die Arbeitslosigkeit. Zur Frage der Lohnpolitik erklärte der Minister u. a. folgendes: Im Jahre 1931 rechne die Arbeitslosenversicherungsanstalt je 1 Prozent Beitrag mit 212,5 Millionen Einnahmen, also mit übet 75 Millionen Jahreseinnahmen weniger, als im Jahre 1929. Das bedeutet, daß die Arbeitslosenverficherten im Jahre 1931 21,25 Milliarden oder u m 7,1/? Milliarden weniger an Löhnen undGehältern bezögen als im Jahre 1929. Es ergebe sich dreierlei: 1. Daß die Behauptung, die deutschen Löhne seien zu unbeweglich und zu starr, im ganzen gesehen nicht richtig sei. 2. Daß die staatlichen Schlichtungs» Instanzen auf die Lohnpolitik in ihrer Gesamtheit gar nicht den überragenden Einfluß hätten, der vielfach fälschlich angenommen worden fei. 3. Daß eine zweite allgemeine Lvhn- senkungswelle durch die staatlichen Schlich- tungsinstanzen in nächster Zeit nicht mehr durchgeführt werden könne. Sechzehn Stunden in der Stratosphäre. Professor Piccard mit seinem Assistenten Ki pfer und seiner Familie. Bei seiner Landung wurde Professor Piccard mit der Nachricht von der Geburt eines dritten Kindes überrascht. W« £ ■ 1 ■ W M 1 FW" CV'- - v W piccard berichtet über seinen Flug. Die Messungen der Höhenstrahlung. Augsburg, 29. Mai. (WTD.) Dem Sonderberichterstatter der „Reuen Augsburger Zeitung" gab Professor Piccard in Obergurgl folgende Erklärungen : „Sie werden es kaum glauben, daß wir in 25 Minuten bereits 15 000 Meter hoch geflogen sind. Dieser rasche Aufstieg wat natürlich insofern sehr unangenehm, als der Ballon sehr heftigen Erschütterungen ausgesetzt war, hauptsächlich aber deshalb, weil wir keine Zeit hatten, unsere Messungen in verschiedenen Höhen vorzunehmen. Diese Messun- 16 000 Meter erreichte Piccard auf seiner Rekordfahrt, das in fast 4000 Meter höher als die Grenze zwischen Tropo- und Stratosphäre, die zwischen 12 000 und 13 000 Meter Höhe verläuft. Die bisher höchste Höhe erreichte der Amerikaner Grey, dessen Ballon jedoch platzte, so daß Grey getötet wurde. Der offizielle Ballonweltrekord verblieb darum bis zu Piccards Fahrt den Deutschen Berson und Süring. Die höchste Höhe, die ein Flugzeug erreichte (Leutnant Soucek) liegt noch immer fast 3000 Meter unter der von Piccard erzielten Höhe. 20Km 12 9- UGSPITZE\ 1963m. ?%%% Pr„°fhrson ltSout* 12945 m. Prof Sunng 13157m. 10800m. MOUNT EVEREST 8800m. Segelflugzeug Hohenrtkorij KomfeJd 2225m. , Krieqsluftschiff1.55 tu. 7300m. Prof. Piccard 16000m. gen betreffen die f»genannte Höhenstrahlung. Diese Messungen lassen sich in der Stratosphäre deshalb besser durchführen, weil es hier keine Luft mehr gibt, die die Höhenstrahlung absorbiert. Reben diesem eigentlichen Zweck des Fluges wollten wir aber noch den Rachweis erbringen, daß es grundsätzlich möglich ist, in einer Verschlof senen Kabine in die Stratosphäre vorzudringen. Dieser Rachweis ist vor allem wichtig für die Luftschiff a h r t, weil ihre Maschinen im der Stratosphäre größere Strecken in kürzerer Zeit zurücklegen können als in der Atmosphäre." Die größte Aeberraschung bereitete Professor Piccard, daß er so lange auf einer Höhe von 15 000 Meter sich gehalten hat. Freilich wurde diese Flughöhe nicht freiwillig gehalten. Das Gasventil funktionierte nicht, und die beiden Piloten waren nicht in der Lage, Gas abzulassen, wodurch ein Fallen des Ballons eingetreten wäre. „Wir waren also rund 16 Stunden in der Stratosphäre. Unser Sauerstoff ging zur Reige, als wir — es war inzwischen 20 Uhr geworden — plötzlich zu finken begannen, wohin war uns gleichgültig. Es war ein großes Glück, daß wir in den Alpen niedergingen, weil das Riedergehen im Flachlande sturzartige Folgen, hätte annehmen können." Die Landung Piccards erfolgte zwischen zwei Eisabrissen des Obergurgler Ferners auf einer Schneefläche von etwa 2500 Meter Länge und war so hart, daß die Gondel sehr erschüttert wurde. Instrumente wurden zerschlagen und die Kleider der beiden Ballonfahrer zerrissen. Die Hose Dr. K i p f e r s hat sehr gelitten und ist als historisches Stuck photographiert worden. Der erste Wunsch Professor Piccards, als er im Hotel Edelweiß ankam, war ein Bad. Der Assistent Dr. Kipfer äußerte sich, als man ihn nach seinen nächsten Plänen fragte: „Mein erster Plan ist, zunächst einmal gründlich a u s z u s ch 1 a f e n." Die Bergungsarbeiten. Obergurgl, 29. Mai. (WTB.) Während Professor Piccard heute in Gurgl ausruht, bereiten Dr. Kipfer und Universitätsprofessor Dr. Wagner aus Innsbruck als Ballonsachverständiger mit Hilfe der durch die Tiroler Landesregierung zur Verfügung gehaltenen Militärabteilung den Abtransport des Ballons vor. der nm Samstag durch die Firma Riedinger in Augsburg, der Herstellerin des Ballons, erfolgen wird. Heute früh 5.30 Uhr ging eine aus 19 Mann eines Alpenjägerregimentes aus Innsbruck bestehende Bergungsexpeditian unter Führung 'des Leutnants Statiner nach der Landungsstelle des Ballons ab. Voy der Tiroler Landesregierung hatte sich Regierungskommissär Dr. M a n g u t s ch sowie etwa ein Dutzend Pressevertreter angeschlossen. Der schwierige Anstieg zum (Burglferner führt auf ungebahnten Steigen über Firnschnee und Fclsen bis zur Höhe von etwa 2600 Meter. Nach dreistündigem Marsch wurde der Ballon erreicht. Er lag mit der Hülle nach unten unter dem mächtigen Bruch des Gurglferners. Die Spuren im Schnee lassen deutlich erkennen, daß die Gondel etwa 50 Meter weit geschleift wurde. Es zeigte sich, daß die beiden Forscher auch bei der Landung von außerordentlichem Glück b e g ü nft i g t waren. Die Gondel des Ballons wurde von Piccard nach der Landung sorgfältig verschlossen und bot einen grotesken Anblick. Neben einer Anzahl geheimnisvoller Instrumente waren primitive Pappschachteln an ihr mit Schnüren befestigt. In einer Flasche, die jedenfalls an der Aluminiumgondel an- gebunden war, lag ein Zettel mit folgendem Inhalt: „Am 27. Mai 1931 gegen 21 Uhr landete ich mit Ballon F. N. R. S. Die Kabine enthält die Instrumente und persönliche Effekten. Ich bitte jeden, sie nicht zu öffnen. Wir sind, Herr Kipfer und ich, am 28., morgens, talwärts, linke Seite vom Ballon aus gesehen, abgestiegen. Prof. Piccard." Rings um die Gondel liegt eine Menge verbrauchter Trockenbatterien, leere Sauerstoffflaschen, Decken, Säcke mit Bleistaub, der nach Piccards An- aaben sich außerordentlich gut bewährte, leere Konservenbüchsen, Gasmaskeneinsätze, Kalipatronen, Butterbrote, alte Zeitungen, Stricke und Taue im Schnee verstreut. Dte Bergungsarbeiten wurden sofort in Angriff genommen und schritten rasch vorwärts. Die GondÄ bleibt vorläufig oben, da der Abtransport zu viel Schwierigkeiten bereitet. Man will Piccard veranlassen, sie zur Erinnerung an seine denkwürdige Landung in Gurgl zu belassen. Gegen 11 Uhr kam auch Ingenieur Kipfer zur Landungsstelle, um die Bergung der Instrumente zu leiten. In Gurgl trafen im Laufe des heuttgen Vormittags auch der bekannte Schweizer Flieger Mittelholzer ein. Piccard, der am Sonntag nach Augsburg zurückzukehren gedenkt, hat sich dem Ansturm der Pressevertreter entzogen, indem er mit feinem Spirituskocher aus rückte, um sein Mittagessen fett ft zu bereiten. Sämtliche Apparate Piccards sind bereits geborgen, während zum vollständigen Abtransport des Ballons selbst die vorhandenen Kräfte nicht ausreichen. Eine Flugzeugaufnahme von Piccards Ballon auf dem Großen Gurgler-Ferner. Der Ballon selbst ist nur klein zu sehen, da das Flugzeug sich nicht tiefer herunterwagen durfte. Der Pfeil bezeichnet den Ballon. YrWSSe*; ru’ sdho Haiiön ar. äer b rgurgeler Ffcnex Der Broipreis. Maßnahmen der preußischen Regierung. Berlin, 29. Mai. (WTB. Amtlich.) Rachdem auf dem Wege verbilligter Abgabe von Roggen aus den Beständen der Deutschen Getreidehandelsgesellschaft es gelungen ist, den Brotpreis in Berlin herabzufetzen, und auch i n Leipzig auf die Gestaltung des Brotpreises Einfluß zu nehmen, sind von der preußischen. Staatsregierung im Zusammenwirken mit dem Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft mit den lokalen Stellen Verhandlungen über eine Ausdehnung der Aktion auf industrielle Gebiete mit einer starken arbeitslosen Bevölkerung eingeleitet worden. In Köln wird in allernächster Zeit von den Brotfabriken und von den Konsumgenoffen- schäften der Preis für Graubrot von 50 auf 47 Pf., für Schrotbrot von 36 auf 34 Pf. herabgesetzt werden. Eine gleiche Herabsetzung der Preise durch die Kölner Bäcker ist zu erwarten. In weiteren industriellen Städten des Rheinlandes, Westfalens, der Provinz Sachsen und in Frankfurt a. M. erfolgten entsprechende Einwirkungen auf die Gestaltung des Drvt- preifes. Heber das Ergebnis der Bemühungen wird in allernächster Zeit die Oeffentlichkeit unterrichtot werden. Wie dem „Börsen-Courler" gemeldet wird, finden zur Zeit Verhandlungen statt, die darauf hinzielen, auch den rbeinischen und mitteldeutschen Mühlen verbilligten Roggen zur Beeinflussung des Brot- vreises zu überlassen. In Frage kommen ausschließlich größere Provinz st ädte, in denen infolge Mehlknappheit eine Brot- preiserhöhung eingetreten ist. Verhandlungen mit rheinischen Mühlen wegen Abgabe van 15 000 t Roggen stehen vor demAbschluß. Ferner werden mit einigen mitteldeutschen Städten, u. a. mit Magdeburg und Halle gleichartige Verhandlungen geführt. Die Bedingungen, zu denen der Roggen den Mühlen überlassen werden wird, werden sich an die Bedingungen bei der Abgabe von Roggen an die Berliner und Leipziger Mühlen anlehnen und vor allem vorsehen, daß die Mühlen das aus diesem Roggen gewonnene Mehl zu einem zu vereinbarenden Preis nur an solche Bäcker abgeben, die sich verpflichten, das Mehl ausschließlich zur Herstellung verbilligten Brotes zu verwenden. Die Roggenbestände der DGH. gingen bis Ende April auf rund 140 000 t zurück, sind aber inzwischen durch Abwicklung und Uebernahme eines Engagements von weiteren 60 000 t auf rund 200 000 t erhöht worden. Deutschland protestiert in Paris gegen die Grenzverletzung. Berlin, 29. Mal. (121.) Die Reichsregierung hat am Freitag den deutschen Bof- schafterinParis beauftragt, bei der französischen Regierung wegen der wiederholten llebersliegung deutschen Gebietes durch französische Militärflugzeuge ernste Vorstellungen zu erheben. Aus aller Wett. Schwere Ausschreitungen in Berlin. In Berlin wurden Stahlhelmangehörige, die sich am Senefelder-Plah angesammelt hatten, um sich dann zum Görliher Bahnhof zu begeben, von Kommunisten beschossen. Durch die Schüsse wurden zwei Polizeibeamte sowie ein unbeteiligter Passant erheblich verletzt. Die Täter entkamen. Der Zustand des einen schwerverletzten Hauptwacht- meisters ist sehr ernst. Zu schweren Ausschreitungen kam es in der Skalitzer Straße. Gegen 22.45 Uhr wurden zwei Polizeibeamte bei Auflösung ernerkommunistischen Ansammlung angegriffen. Hierbei wurde ein Hauptwachtmeister durch Messerstiche am Kopfe erheblich verletzt. Der 62 Jahre albe Maurer August Hahn, Mitglied des Stahlhelms, wurde von bisher unbekannten Tätern durch einen Kopfschuß getötet. An der gleichen Stelle wurde auch ein Maschinenbauer durch Messerstiche in den Rücken und durch einen Schuß in die rechte Hand verletzt. Insgesamt nahm die Polizei fünf Personen fest. Unter der Hochbahn in der Skalitzer Straße sammelten sich gegen 23 Ahr mehrere Trupps von Kommunisten, etwa 200 Personen, an, die Steine auf d i« Sparen .sparen • sparen Der Händler erklärt Ihnen den günstigen Zahlungsplan der Allgemeinen Finanzierungs Gesellschaft. 144* WARUM BENZIN 6 Zylinder 3,5 Liter von RM 4395.- bis RM 5395.-siebenfach bereift-abWerk 4 Zylinder 2,6 Liter von RM 3295.- bis RM 4175.- fünffach bereift - ab Werk Der schwerverletzte alte Mann starb auf dem Wege ins nähr Krankenhaus. Der Täter wurde sestgenommen. Schwere Bluttat. Auf dem Düppelplatz in Oberhausen ereignete sich eine furchtbare Bluttat. In den Anlagen des Platzes saß auf einer Dank der 72- jährige Invalide Hoffmann, mit dem der städtische Wärter der Anlage in Streit geriet. Als der Vater des Wärters hinzukam, miH handelten beide den alt en Mann furchtbar. Der Wärter zog sein Taschenmesser und brachte dem alten Mann mehrere tiefe Stiche bei. Als die Frau des Wärters . herbeieilte, um ihren Mann von weiteren Taten abzuhalten, erhielt sie selbst einen Stich in die Schlagader. Blitz spart für Sie, weil die großen Ladeflächen der Blitz Lastwagen volle Ausnutzung der Tragfähigkeit gestatten. Blitz spart für Sie, weil die Leistungsfähigkeit und Schnelligkeit dieser Lastwagen die Versorgung größerer Gebiete in noch kürzerer Zeit als bisher ermöglichen. Blitz spart für Sie, denn ein nach dem Wucht-Prinzip gebautes Chassis mit der Tragfähigkeit von 2,25 Tonnen kostet nur RM 3295 "düng wurbt rafdjL Aus der provinzialbauptstadt. Gießen, den 30. Mai 1931. Es muß das rechte Wort sein ... Don Reinhold Braun. Zu allen Zeiten hat das Wort zum wirksamen Zauber gehört: das wirst du aus Märchen und Sagen wissen: aber es muh das rechte Wort, das Herzenswort sein, und die meisten vergessen es. Ricarda Huch. Immer noch klingt mir das Wort meiner Mutter im Ohr: »Jung! Vergiß das nicht: Ein gutes Wort find't einen guten Ort!“ Bislang habe ich redlich versucht, dem Worte treu zu bleiben und bin alleweil gut dabei gefahren, und es ist mir gelungen, gerade weil ich mein Herz mit in die Waagschale warf, meinen Mann zu stehen. Lind je älter ich werde, desto mehr ertenne ich die Bedeutung dieses schlichten Mutterwortes für mein Leben. Lind ich meine, bei mancherlei Schwerem ist doch die Freude mir zur Seite geblieben, und mit mir ein gut Stück Weg bergauf gegangen, und mich deucht, sie hat stets immer besonders lieb gelächelt, wenn ich mich bezwang, statt eines harten und herzlosen Wortes eins zu sprechen, daraus ein wohlmeinender und doch fester Herzenswille und starke Bereitschaft zum Guten aufklang. Ganz leicht ist mir das nicht immer gefallen. So hab ich's gehalten, als ich noch vor meinen Quartanern stand, und ich werde es weiter so tun jetzt in meinem bewegten Rhapsodenleben. Das Herz siegt am Ende doch in den meisten Fällen. Lind außerdem: was wäre ein Dichter ohne die Erkenntnis vom »wirksamen Zauber" des rechten Wortes! Vielleicht ist es überhaupt die bedeutsamste Aufgabe des Dichters in unserer Zeit, durch die Art und reine Inbrunst seiner Werke das Herzenswort in den Menschen wieder heimisch und lebendig zu machen. Ja, das ist der beste Dienst am Dolkhaften: denn es bedeutet ein Reuwerden des deutschen Gemütes. Aber auch alle andern Künste müßten vom gleichen Willen beseelt sein: denn — um nur ein Beispiel anzuführen — ist ein Ludwig Richter-Bild nicht auch ein echtes Zauberwort? Der Sah des Rovalis ist immer noch Wahrheit: »Das Herz ist der Schlüssel der Welt und des Lebens." Warum haben wir so viel verschlossene Tür im Dasein der heutigen Ration und oft in ihren lebenswichtigsten Bezirken! Es ist zu- viel Gleißnerlum, harter Schliff, Stein und Dorn, eine Gasse und Tumult. Frhenhaftigkeit und Sinnlosigkeit in unsern Worten. Sie sind zu sehr von der Oberfläche genommen und gehascht, tragen zu viel Maske und Talmi. Sie sollen nach etwas aussehen und sind im Grunde ein armes Richts, eine schillernde Hülle. Es fehlt zum Teil die Sesam-Kraft der Lieke, das ..Tue dich auf!", hinter dem die ewige Zaubermacht des Herzens steht. »Es muß wieder das rechte Wort sein", hinter dem der gcrme. liebe, echte, grundbafte Mensch anfragt, sein Sdeltum. sein unermüdlicher Impuls, seine ganze, aus Gott stammende große und reine Düte. Linser Wort muß wieder ein Stück unseres Wesensklanges werden, wie wir es von Mutter und Vater her und von der wahren Liebe gewöhnt sind. Freilich sollen wir bei all dem guten Willen zu solchem Tun doch immer die nötige Lekenskluqheit bewahren und hier und da auch an den Satz denken, daß man »Perlen nicht vor die Säue werfen" soll. Linser Herzenswort muß Ausdruck unserer Stärke und kampfgewohnten Gründigkeit bleiben. Das hängt ganz von der Art des Augenblicks ab und von dem, zu dem wir es sprechen. Lind wenn Reichhaltiges Ersatzteil-Lager, Groß-Tankstelle • GIESSEN, Frankfurter Str. 52-56, Fernsprecher 2847/48 Oer Reichsfrontsoldatentag in Breslau Seldte über die politischen Aufgaben des Stahlhelm. eiten. Ehrend stWi bereiten ior Lr. Lüa. mftaMzer mit ■Regierung gut lwng den 21b« eomitoa durch der hechellenn I.rüh 5Ä Uhr 'lagerregimenter expedition unter ner noch der !oi) der Tiroler grkommissär Lr. tzend Pressever« e Anstieg junt i Steigen über von etwa 2600 h wurde der der hülle nach 5 Turgtscrncr;. h erkennen, dog hteift wurde. $3 :t auch bei der sichern Eiülk i Mt In An« ch vorwärts- §>e >a der Abtrans- reitet. Man v« inerung an te-ne alju belal* img bet llnstru 1 im Lause des -kannte SW iiccard, W Mehren A Hvirituslocher Mn Mr; ePiccardssmd ons M D,e ichen. ch,»S-d"'" litfl«»“9 Generalvertretung: MOTORWAGEN-VERKAUFSGESELLSCHAFT mit beschränkter Haftung . Spezial-Reparaturwerkstätte Zell. itin®'* ^^Mptvacht' t^«reilun' :ren^?' Dege" r 6*camtc °l-ze Aschen er ?V Htahl' tglied ^Kiern >on Piccard nach und bot einen ner Anzahl ge> irimiÜDt fyapp‘ estigt. Zn einer üumgondrl an« mit sagendem Uhr landete ich ibine enthalt die iifetten. Ich bitte sind, hen Sipser ;ärts, linke Seile stiegen. Piccard.' ne Menae ver« .auerslossslaschen, id) Piccardr An« ährte, leere Ron« Aalipatronen, je und Taue im Polizeibeamten warfen. Die Polizei konnte die Ansammlung zerstreuen. Der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete A. Reißner trug erhebliche Arm- und Kopfverletzungen davon. Die Täter konnten bisher nicht ermittelt werden. G 38 im Dienste der Deutschen Lufthansa. Das größte deutsche Landflugzeug Junkers G 38 (D 2000) ist von der Deutschen Lufthansa übernommen worden. Dem Wunsche zahlreicher Städte folgend wird die Deutsche Lufthansa mit dem viermotorigen Großflugzeug zunächst einen Deu ts chlandflug unternehmen und hierbei von Berlin ausgehend u. a. Danzig, Königsberg, Breslau, Leipzig, Rürnberg-Fürth München, Stuttgart, Mannheim, Frankfurt a. M., Köln, Düsseldorf, Essen. Bremen, Hamburg anfliegen. Der Start zu diesem 20-Städte-Flug erfolgt am Dienstage Rach dem Deutschlandflug wird die Lufthansa die O 38 im regelmäßigen Luftverkehr auf der Strecke Berlin — Hannover — Amsterdam — London einsetzen. Grohfeuer in einer Rahrungsmillelfabrik. In dem Fabrik- und Verwaltungsgebäude der u. a. durch die Herstellung der Ovomaltine bekannten Nahrungsmitteifirma Wander AG. in Bern brach aus unbekannter Ursache ein Brand aus, durch den in kürzester Frist d e r ganze Dachstuhl der Fabrik sowie eine Angestelltenwohnuna zerstört wurden. Eine Aufwartefrau sprang vom dritten Stock in ein bereitgehaltenes Tuch herunter, erlitt jedoch so schwere Berletzungen, daß sie bald darauf starb. 14 Personen durch abstürzende Sandmassen getötet. Fünf Arbeiter wurden bei Arbeiten an einem Sandhügel in der Gegend von Luksor (Aegypten) von herabstürzenden Sandmassen begraben und getötet. Neun den Verunglückten zu Hilfe eilende Per- fonen erlitten das gleiche Schicksal. wieder ein Ueberfall auf einen Geldbriesträger. Ein dreister Ueberfall erfolgte in Königsberg auf einen Geldbriefträger. Der Postbeamte befand sich auf seinem Destellgang. Plötzlich kamen xtoet Männer auf einem Motorrad angesahren. Als sie den Geldbriefträger erreicht hatten, durch- schnitt einer der beiden blitzschnell dem Beamten den Tragriemen seiner Geldtasche. Dieser konnte aber die Geldtasche, in der sich 9000 Mark befanden, festhalten, so daß der Raub mißlang. Die Täter ergriffen schleunigst die Flucht. Sie haben sich anscheinend vorher über den täglichen Dienstgang des Beamten unterrichtet und eine wenig belebte Straße als am geeignetsten für den Lieberfall gewählt. Große Schiffsneubauten in England? Daily Herald weiß von einer merklichen Belebung der Schiffsbautätigkeit in den Clyde Schiffswerften zu berichten. Die Glasgower Firma John Brown & Co. werde demnächst den Auftrag erhalten ein Schwesterschiff zu dem seiner Vollendung entgegengehenden 7 3 0 0 0- Tonnen-Dampfer der Lunard Line zu hauen. Ferner beabsichtige die Canadian Pacific Railway Company ein Schiff in Auftrag zu geben, das der soeben fertiggestellten »Emvreh v s Britain" gleichen soll, dessen Baukosten sich auf etwa 3 Millionen Pfund belaufen hätten. ** Neues Provinzialtagsmitglied. An Stelle des durch einen tragischen Ünglücksfall aus dem Leben abberufenen Provinzialtagsmitgliedes Altbürgermeister Friedrich Jost (Bermuthshain), ist der Landwirt Konrad (Kurt) Göbel aus Pfordt (Kreis Lauterbach) in den Provinzialtag der Provinz Oberhessen als Mitglied eingetreten. ** Der Festzug der Burschenschaft „Germania" anläßlich des 80. Stiftungsfestes wird heute abend, ab 19 Uhr, folgende Straßen passieren: Hofmannstraße, Frankfurter Straße, Wil« Helmstraße, Ludwigstraße, Gartenstraße, Neuen Baue, Neuenweg, Seltersweg, Westanlage Bahnhofstraße, Kaplansgasse, Kreuzplatz, Sonnenstraße. '* Sommerspielzeit des Stadtthea- ter5. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Das Stadttheater Gießen beginnt am Sonntag, 31. Mai, mit der ersten Fremdenvorstellung der Sommerspielzeit. Zur Aufführung gelangt unter der Spielleitung von Karl Dolck das Lustspiel von Leo Lenz „Ständchen bei Nacht". Leo Lenz ist bereits durch seine Werke „Heimliche Brautfahrt" und „Bettinas Verlobung" dem Gießener Theaterpublikum bekannt. Auch sein letztes Werk, „Ständchen bei Nacht", fand bei seiner Erstaufführung herzliche Aufnahme. Das Stück wird zum letzten Male aufgeführt. Außerdem ist cs die letzte Auf- sührung des Ensembles der Spielzeit 1930/31. In dieser Vorstellung verabschieden sich Ilse Jahn, Edu Wesener, Friedrich Zingel. Die Vorstellung findet zu ermäßigten Sommerpreisen statt. Beginn der Vorstellung 18.30 Uhr, Ende 20.30 Uhr. *• Maienolasen. Bei dem heutigen Maienblasen, das vom Turme der Iohanneskirche um 19 Llhr stattfindet, werden folgende Stücke zu Gehör gebracht: 1. Allein Gott in der Höh' sei Ehr. 2. Preis und Anbetung sei unferm Gott: v. Rink. 3. Geh aus mein Herz und suche Freud. es zu anderer Zeit leise und innig wie ein Mutterwort sein darf, immer muh es aus der echten Kraft kommen. Rur dem Starken, Tiefen und Guten wird sein Sesam gelingen, nur den schöpferischen Dreien: Liebe, Glaube und Hoffnung: aber die Liebe muß auch hierin die größeste bleiben. Richt nur für Sagen und Märchen wollen wir das Herzenswort gelten lassen, sondern auch für das Leben selber, seine wichtigsten Augenblicke und seine Freude und sein Leid. Gott hat uns die Herrlichkeit der Sprache, die Zaubermacht des Herzenswvrtes verliehen, daß wir es in feinen Dienst stellen zum Segen unserer Menschenbrüder und -schwestern. Direktor Karl Wenzel f. Gestern vormittag verstarb im Krankenhaus in Stuttgart der kaufmännische Direktor der Gailschen Tonwerke Karl Wenzel im 66. Lebensjahre. Der Heimgegangene weilte seil längerer Zeit in einem «Sanatorium in Degerloch mußte jedoch, da sich seine Krankheit verschlimmerte, nach Stuttgart überführt werden, wo ihm im Krankenhaus leider keine Hilfe mehr gebracht werden konnte^ Seit 42 Jahren stand er im Dienste der Gailschen Llntemehmungen, um die er sich durch seine restlose und hingebungsvolle Tätigkeit große Verdienste erwarb. Im öffentlichen Geben trat er seit 20 Jahren hervor als erster Kommandant der Freiw. Gailschen Feuerwehr, die in ihm einen vortrefflichen Führer besaß und seiner Tatkraft viel zu danken hat. Insgesamt gehörte er 39 Jahre dieser Wehr an, acht Jahre war er deren Schriftführer, und 20 Jahre oblag ihm die Leitung der Wehr als erstem Hauptmann. Seine ehrenamtliche Mitarbeit stellte er weiterhin der Deutschen Turnerschaft in aufopferungsvoller Weise zur Verfügung. Er bekleidete lange Jahre das Amt des 1. Schriftführers im Gau Hessen der DT. und hat sich hier um die Förderung des deutschen Turnens stets in regster Weise bemüht. Den Heimgegangenen zeichneten ein vorbildlicher Charakter, tatfrohe Hilfsbereitschaft und große Liebenswürdigkeit aus. Richt nur bei feiner Firma, sondern! auch bei allen Personen, die ihm durch gemeinsame ehrenamtliche Tätigkeit verbunden waren und ihn in hohem Maße schätzten, wird sein Andenken in bester Erinnerung verbleiben. Bornotizen. — Tageskalender für Samstag: Wohl« tätigkeitskonzert, 20.30 Uhr, Stadtkirche, zum Besten des Evang. Schwesternhauses. — Verein 9tubei- fport Gießen 1913 und Akad. Ruderabteilung: Dor- standsfitzung, 20.30 Uhr, 21 Uhr Mitgliedervc:- sammlung. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: Märchenfilme „Das Waldhaus" und „Heinzelmännchen" 14.15 Uhr. Zu den üblichen Zeiten ,^Der Schrecken der Garnison". — Tageskalender für Sonntag: Stadttheater: „Ständchen bei Nacht", 18.30 bis 20.30 Uhr. — Sängergau Gießen Stadt und Land: Zweiter Gauliedertag Gießen, 9 Uhr Wertungssingen. Neue Aula der Universität, 12.30 Uhr öffentliche Kund- gebung Südanlage, 16 Uhr Zusammenkunft, Kath. Vereinshaus. — Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer: Bezirksversammlung, 14.30 Uhr, Eaf6 Leib. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Der Schrecken der Garnison". — D i e Benefizvorstellung der Mit- glieder des Gießener Stadttheaters beginnt heute abend 20.30 Uhr. Letztes Auftreten von Ludwig Linkmann. — Eine Mitgliederversammlung der Oberschlesier findet am Montag, 1.Juni, 20.15 Uhr, im „Auerhahn" statt. Näheres in der heutigen Anzeige. Kampf, der den Volksentscheid, die Landtags« wählen, die Reichstagswahlen und die Reichs« Präsidentschaftswahlen in sich schließt, von uns durchgeführt werden. Daneben bereiten wir den Aufbau des organischen Staates vor. Wir befinden uns hier im unüberbrückbaren Gegensatz zum Marxismus, der uns mit seinem System an den Rand des Verderbens gebracht hat. Preußen und Deutschland müssen aus sich heraus, aus innerer Kraft wieder gesund und stark werden. Wir werden es nicht länger dulden, daß eins der befähigtesten Völker der Erde durch die Barbarei innerer und äußerer Feinde daran gehindert sein soll, seine Fähigkeiten zu entfalten, um sie in den Dienst der Nation, in den Dienst Europas und somit auch in den Dienst der ganzen Welt zu stellen. Verloren ist nur der, der s i ch selb st aufgibt, wir vom Stahlhelm geben nichts auf, weder unsere Selbständigkeit, noch unsere Kolonien, noch unsere Wehrhaftigkeit. Wir wollen keinen Krieg, wir wollen aber auch keine Sklaven sein. Ganz besonders soll dies im Osten ausgesprochen werden, um zu zeigen, daß die Zeit vorbei ist, wo man das deutsche Volk von seinem schicksalsverbundenen Land vertreiben kann. Breslau, 29. Mai. (TU.) Am Freitagabend wurden die Veranstaltungen des 12. Reichs - Frontsoldatentages in Breslau mit einer großen öffentlichen Kundgebung in der Jahrhunderthalle begonnen. Zu Beginn führte der Gründer inb erste Bundesführer des Stahlhelms, Franz Seldte, u. a. aus: In der Festschrift des Stahlhelms für den schlesischen Stahlhelmaufmarsch habe ich in einem Geleitwort gesagt: „Das Lebens- recht Deutschlands im Osten zu behaupten und vor aller Welt zu betonen, ist der Wille des Stahlhelms und der Sinn des 12. Reichsfrontsoldatentages in Breslau". Des Ostens Not ist aber unsere eigene Not. Notgemeinschaft ist der Staat, der jetzt für -Volksgemeinschaft kämpft. Aus der (tzeiftesart des Frontkämpfers ist der B e • griff der Unparteilichkeit des Stahlhelms entstanden. Im November 1918 war das Volk in Not, war das Reich in Not. Noch in dieser Stunde ist das Volk in Not, ist das Reich in Not. Ich habe bei der Reichsgründungsfeier am 18. Januar den Beginn eines zweijährigen Befreiungskampfes verkündet. Mit , der ganzen Energie des Frontsoldaten wird dieser 4. Deutschland, Deutschland über alles: v. Josef Haydn. •• Anlagenkonzcrt findet morgen, Sonntag, 11 Llhr, durch bas Musikkorps unseres Bataillons bei günstiger Witterung in der S ü d - anlage statt. Die Musikfolge ist: 1. Armee- marsch 11, Rr. 145 ..Radehkymarsch". Parademarsch des ehem. Hessischen Inf.-Rgts. Rr. 118. 2oh. Strauß. 2. Ouvertüre zur komischen Oper „Eine Rächt in Venedig". Ioh. Strauß. 3. Melodien aus Leo Falls Operette „Dollarprin- zessin". O. Fetras. 4. „Traumwalzer". C. Millöcker. 5. Potpourri aus dem Ballett „Die Puppenfee". Jos. Bayer. 6. a) Armcemarsch II, Rr. 195, „Der Königgräher". Parademarsch des ehern. Hessischen Inf.-Rgts. Rr. 168. G. Piefke, b) Armeemarsch , ll, Rr. 198, „FridericuS-Rex- Grenadiermarsch". F. Radeck. *• Die Museen und der Heidenturm sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr bei gewöhnlichen Preisen geöffnet. •* Der zwei te Gaulicdertag des Sängergaues Gießen (Stadt und Land) findet am morgigen Sonntag in Gießen statt. DaS im Rahmen des Liedertages vorgesehene Wertungssingen beginnt um 9 Uhr in der Reuen Aula der Universität. Siehe heuttge Anzeige. ** Aus dem Gießener Musikleben. Wie man uns mitteilt, wird der hiesige „Sänger- trän z" in diesem Jahre die „Bruchjche Glocke" und zum Haydn-Jubiläum „Die Schöpfung" aufführen. " Sommerfest der Gießener Studentenschaft. Man schreibt uns: Das alljährliche beliebte Sommerfest findet am Sonntag, 7. Juni, wiederum in der Dolkshalle statt. Die Vorbereitungen zu dieser großzügigen Veranstaltung werden in Gemeinschaft mit der Gießener Studentenhilfe getroffen, zu deren Gunsten das Fest abgehalten wird. Die Mitwirkung einer Reihe von Mitgliedern des Gießener Stadttheaters ist gesichert. Darüber hinaus werden Ueberraschungen verschiedener Art geboten werden. Daß der Tanz den ihm zustehenden Anteil finden wird, versteht sich bei einem Fest der Jugend von selbst. Aber auch für die alteren Herrschaften wird für allerlei Kurzweil und für beste Verpflegung gesorgt sein. Es darf erwartet werden, daß die Beteiligung aller Devölkerungs- lreise wiederum Außmaße annimmt, tobe sie von früheren gelungenen Sommerfesten her rühmlichst bekannt sind. (Siehe heutige Anzeige.) •• Eine Strahensammlung der Heilsarmee findet in den Tagen vom 1. bis 13. Juni in Gießen statt Die hiesige «Station der Heilsarmee will die bei dieser Sammlung anfallenden Gelder zur Ausbreitung ihrer Arbeit in Gießen verwenden. *• Eine Kleidersammlung für die notleidende Bevölkerung soll auch in diesem Jahre wieder durchgeführt werden. Der Alice-Frauenverein und der Allgemeine Deutsche Frauenverein bitten in einem Aufruf im heutigen Anzeigenteil um Uebersendung entbehrlich gewordener Kleidungsstücke (Sommer- und Winterklei- inmg) an das Wohlfahrtsamt. Unsere Mitbürger seien besonders darauf hingewiesen. •• Letzte Rutzholzversteigerung der Stadt Gießen. Don der Stadtverwaltung wird uns geschrieben: Es sei darauf hingewiesen, daß die Stadt Gießen am nächsten Montag, l.Iuni, 10.30 Uhr beginnend, auf der Liebigs- höhe die letzte Rutzholzversteigerung in diesem Wirtschaftsjahr abhält, bei der Fichten-, Kiefern- und Eichenlangholz, Kiefer n-Langgrubenholz, Eichen-, Lärchen-, Erlen-, Kiefern- und Fichten- Rutzscheiter und -knüppel, sowie Fichtenderb- stangen 1. bis 3. Klasse zum Ausgebot Eommen. Räheres kann aus der am 16. Mar im Gießener Anzeiger veröffentlichten Bekanntmachung ersehen werden. ERZEUGNIS DEC ADAM OPEL A. G. «BUSSEL SHEIM A. M. • PERSONENWAGEN • LASTWAGEN • FAHRRÄDER vjftr yf&uM' '(rrauM dauern nur bis Samstag, den 6. Juni 1931 3645 A Möblierte Zier gehl! ÄTR. 2.15, 3.75, 6.10, 10.80 Mosse, Stuttgart einzureichen. 3704 V Korbsessel sehr billig 03141 FernSprecher 3659 2019 D Umgeb. (4-5 Zimm.) vom 1. bis 3. Juni den (Sieb. Anzeiger. SCHUHHAUS 2207 V Wir kauften mehr als 5000 Meter RESTE 3101 A Gießen, Mäusburg 4 extra billig einl G I ein wirksames Pflegemittel, um gesund, kräftig und schön zu bleiben. Millionen Menschen in allen Kulturländern schützen sich vor Kopfschuppen und Haarausfall durch regelmäßigen Gebrauch des weltbekannten Naturprodukts- Gebr., gut erhaltene Kinderwagen werden schenkweise Garten von 400—600 qm auf auf dem Sand oder am Rodtberg, gegen bar zu tauf, gesucht. Schr. Ang. unt. 03147 an den Gieh. An zeig. für einen Besuch des hiesigen Platzes zu gewinnen. Er wird T/labcK Sic SckmaztK, aK&kroiJiisxn'l allen, die an Fuss-Schmerzen leiden, in meinem Geschäft zu einer kostenlosen Fuss-Prüfung und kostenlosen Beratung zur Verfügung stehen. Sch empfehle allen Interessenten, von diesem Kundendienst Gebrauch zu machen. BURGIT FUSSPFLEGE DIENST Garagen zu vermieten. (sss-D Schubertttr. 2. bankmäßig und allerbestens geleitet und beaufsichtigt, unbedingte Sicherheit für Einzahlungen und aller übernommener Verpflichtungen, sucht arbeits- | Kaufgesuche | 5 - Zimm.-Etagenhaus in guter Lage, gegen Kasse zu kaufen ges. Schriftl. Angeb. nur von HauSbes. unter 03173 an d. Gh. Anz. Ungeheure Mengen Reste und Abschnitte aller Art treffen täglich ein. Es sind prachtvolle Sortimente in Seidenstoffen, Kunstseidendruck, Wollmousseline, Zephir, Baumwollmousseline, Waschleinen, Waschpopeline, Kunst- seidenbeiderwand, Voile, einfarbige und bedruckte Crepe-Faillä und Crepe-Maroc, Sporthemdenstoff, Kleiderzwirnstoff, Schürzenstoffe. — Unsere Reste sind von hervorragender Qualität, sie entstammen den bedeutendsten Fabriken! 1 Einlamilienhaus in Giehen oder näb. Wilhelm Kohlermann Neustadt 12 / Tel. 3676 I fWir suchen allerorts strebs. Personen für l. Beschäftigung v.d. Wohnung aus ufro. nach unser. Arbeusunlerlagen. WüChenverdienltbis90M. Kapiiat nicht erford. Verdienst sofort. Oss. u. 205 a. d. Ann.« Ervcd. M. Lückertz, Münster i. W. „»v Es ist mir gelungen, einen erfahrenen FUSS-SPEZIALISTEN vom FERBERS RESTE-6ESCHAFT VllMMeseiAu mehr. .Benin, abzug. Schrtftl. Angeb. unt. 03176 an d. Gh. Anz. Berichtigung! Die Serientage «. Firma Schmücker Jetzt heißt es aber zugreifen in dem Massenverkauf von Sommer-Stoffen nniiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiu 2C bis 25 °lo Provision durch Berkaus von VremerKaffee.Tee und Kakao (feinste Qualitäten) an Private. Angebote sind zu richten an das 13692V Kaffee>DersandbauS Bremen. Bremen Hildesheimer Strahe 38 niiniiiiiiiiiiiiiiiiuHiiimnninniiiiiiiiiiiiiiiiiiiinmiimiin LMM gesucht. Schriftliche Angebote unt. 3679V an den Gieh. Anz. geg. Barzahlung zu I °^egBezahlg. ges. kaufen gesucht. Schr. Wohlfahrtsamt, Angeb. unt. 03154 an Abt.Armenamt, Vorn 20. Juli bis 1. August 1931 veranstaltet die Universität einen Ferieokurs lilr Deutsche u.Ausländer mit dem Thema Der junge Mensch in der Gegenwart Da eine größere Anzahl von auswärtigen Teilnehmern sich angemeldet hat, deren Unterkunft schon jetzt sichergestellt werden muß, ergeht an die Gießener Einwohnerschaft die herzliche Bitte,möblierte Zimmer (mit oder ohne Verpflegung, auch für bescheidene Ansprüche) für die in Frage kommende Zeit baldmöglichst anzumelden. Schriftl. Angebote mit allen näheren An- gaben unt. 3690D an den Gieß. Anzeiger. | Mietgesuche | Beamter sucht 4-6-Zimmer- Wohnung zum 1. Oktober 1931. Schrlsll. Angeb. unt. 03136 an d. Gh. Anz. ^möbl. Zimmer (Schlafstell.) f. allein- stehende Person, ges. Schr. Ang. mit Ang. des Mtelvreiseö unt. 3667D an d. Gh. Anz. KL 4- ZimnL-Wohng. im Sudviertel gegen 2—3-Zimmcr, ebenf. im Südmertei, zu tauschen gesucht. Schristl. Anaeb. unt. 03183 an d. Gh. Anz. Zu meinem Nachmittag- u. AbenkursuS in WlMeo, ZMneikieii. Simen, 9Qnöfliöeiien, fileiöetnöijen nehme noch Anmeldungen entgegen, auch Lehrlingsausbildung. 103186 Frau Ze!ver,MeWrin,zrliliksllllerstt.zm. Lungenverschleimung harmäck. Husten. Luftröhrenkatarrh, Keuchhusten, Bronchialkalarrh, Asthma etc. behebt und lindert selbst in veralteten Fällen der schleimlösende Oettheim's Brust- u. Lungentee Preis Mk. 1,25. Zu haben In den Avo- theken, benimmt: Pelikanapotbekc Gic- ßren. Kreuzvlatz 2.________________74'16v freudige Herren als Bezirks-Vertreter! Fachkundige Bewerber, die sich besten Rufes und Ansehens erfreuen und erstklassige Referenzen nachweisen können, belieben ausführliche Bewerbungen möglichst mit Bild unter F. J. 392 durch Rudolf _ ||_ Grau- und ■ QIk Weiß-Stück MM ■ Mk von bester Quali- M M HB ■ MB rät und größter W MdW WWM Ergiebigkeit zu billigstem Preis C. Rübsamen, Gießen Einige Zentner »V *■ w AUöett.Groß.-Bnseck Schtttgenstr.15. paua [Vermietungen] 2 grobe, leere Zimmer in gut. Lage zu vermieten. Zu erfragen in der Geschäftsstelle des Gien. Anz. 031711 Freundl., gut möbl. Zimmer sos. od. spät. zu verm. «>7> Larseralleevvp. (Sur möbliertes BMwt mit Balkon, anschl. tl. Schlafzimmer sofort zu vermieten. Schristl. Angeb. unt. 03182 an d. GH. Anz. 2 gut möblierte Zimmer • in gutem Hause an ruhige Mieter sofort oder später abzugeb. mk» Gartenstr. 26. Leeres Zimmer zu vermiete neu her- gerichtet. [03156 Nodbeim.Str.38I. Einige HaurerM mit Gewerbeschein zum Verkauf von Bürstenwaren eines Blindenunternehm. gesucht. Schr. Ling. u. 03157 an d. GH. Anz. Jung., selbständiges Mädchen mit gut. Zeugn. in kl. Haush. zum 15. Juni oder 1. Juli gesucht. Frau Dr. Bauer, Goethestr. 48. fwiD Besseres, tüchtiges lötan im Kochen und allen Hausarbeiten erfahren, gesucht. Vorstellen Montvg. 3K97Ü Scltcrsweg 441. [Stellengesuche) Junger Chauffeur sucht Stellung, am liebsten in Werkstatt, wo er sich technisch tveitecausbild.kann. Führerschein 2 u.3b. Andere Arbeit.werd. mit übernommen. Christ. Hahn, Biellen, Wetzsteing.31b.Bahn Mischin mit Ttsch, 220 cm Durchmesser, neu, zu 45 Pik. zu verk. Usie» Polsterwerkstätte A. Wehrheim, Löberstrahe 17. Holzwolle in Ballen gedreht für Packzwecke gut geeignet, sehr billig abzugeben. 3702D Andreas Euler, Steinstrahe 7. weil überzählig, zu verkaufen. 3715V Wallbott Slnnerod. Neue und gebrauchte Mtachiiieii in allen Preislagen, auch mietweise oder gegen kleine Raten. Bürobedarfshaus Franz Vogt dc Co. Gienen. 6H‘A Ladenlokal: Selterswcg 44. Reparaturwerkstatt Pokobaus, Goeihestr.32.Rut2464 1 gut erhalt., weißer Brennabor- Kinderwagen billig zu verkaufen. Zu erfr. in d.Geschst. des Giehen. Anzetg. ZrSulein welch, längere Jahre im taurm. Betrieb tätig war, sucht per sosort od. spät. Beschäftigung. nuch halbe Tage. Schriftl. Angebote unt. 03168 an den Gieh. Anz. Jüngere Staljpi* (feine Anfängerin), mit guter Auffassg., flott und fnub. arb., per 15. Juni gesucht. Schrtftl. Angeb. mit Zeugnisabschrift, u. Gehaltsangab. unter 370ID an d. GH. Anz. Ein in all. häuslich. Arbeiten erf. 23jähr. Mädchen sucht z. I.Juli Stelle in gutem Haufe, wo Hilfe vorh., evtl, mit Familienanschl.Ang. erbet, an *2L Wenz, Schloß Friedeihausen, Post Fronhausen. 3717d | Verkäufe | Gebr.,gut erhaltenes Sofa für 15 Mark zu verkaufen. 03187 Südanlage 7. [Stellenangebote| General Vertreter für einen gröheren Bezirk -um Verkauf chcm.-iechn. Artikel gesucht. Nur wirklich verkaufstücht. Herr, wollen sich melden. Schriftl. Angeb. unt. 3666 k) a.d. Gieh. Anz. Schilder- Reisende ges. Hohe Prov. sp. festes Gehalt. Muster frei. 3685V W. Pötters, Barmen I.Brtll.-Met. Schilderfabrik. Braver Junge als Lehrling für meine Bau- und Mäbelschrelnereiges. Anton Wagner, Schretnermeister, Marburg. Str. 32. Gebrauchten, gut Ii erhaltenen,grölten LiegGStÜhle fatal Groher Raum seith. als Versammlungsraum benutzt, aber auch für jeden ander. Zweck (Werkstatt oder Lager) geeignet, evtl. m. Wohnung zu vermtelen. Schrtftl. Angeb. unt. 03161 g d. Gieh. Anz. lllllllllllllllllMIIIIIIIIIIIHIID Laden mit Nebenräumen, in bester Lage der Stadt, sowie einige Lagerräumezu vermieten. Näh. zu erfr. i. d. Geschst. d. GH. A. Illllllllllllllllllllllllllllllllll! rogetranm auch zum Unterstell, von Möbeln geeign^ zu vermieten. Dammstr. 4fi II. 200 qm grohe, Helle Werkftatt auch als Lager, zu vermieien. Näh. mmd Scbiflenberg.Weg 24 (»airwass * n* 1 Nr. 124 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Samstag, 50. Mai 1031 Beharrungsvermögen. Don Or. Hermann Oreyhauö. Die menschliche Matur ist geneigt, im Leben des einzelnen wie dem eines ganzen Dalles stets nur den Fortschritt als beachtlich zu verzeichnen. 3a, der Mensch berechnet seine Lebensabschnitte oder die Perioden in der Geschichte der Doller danach. Dicht mit Anrecht! Solche Auffassung ist ein Zeichen gesunden Denkens und Lebens. Dur kommen Zeitabschnitte, wo diese Rechnung nicht p a h t, ja, wo sie geradezu als falsch erscheint. 3n einem solchen lebt gegenwärtig das deutsche Doll. Die Führer der Umwälzung von 1918 erleben die große Enttäuschung, daß nicht nut weiteste Dollskreise, voran die Jugend, sich von ihnen abwenden, sondern daß auch sozusagen alle von ihnen getroffenen Steuerungen erschüttert erscheinen, und daß sie selbst vor einem nackten Daseinskampf stehen. Wie kommt das? Wie ist es möglich, daß mehr als ein Jahrzehnt nach dem Ereignis die äußerlich überwundenen Kräfte mit plötzlicher', elementarer Gewalt von neuem ihr Hauvt erheben? — Wir stehen hier vor einer Erscheinung, die nicht etwa dem deutschen Umsturz allein eigentümlich ist, sie tritt nach allen Erschütterungen auf.' Sic liberale Geschichtsschreibung hat dafür die Dezeichnung Reaktion geprägt, der ■ Geschichtsphilosoph schürft tiefer und sieht darin den Ablauf eines Beharrungsvermögens, das jedem Zeitabschnitt eigen ist. Alle geschichtliche Entwicklung ist ein unausgesetzter Kampf zwischen Dergangenheit und Zukunft. Die eine muh sterben, um der anderen das Leben zu geben. Spannungen entstehen, wenn diese organische Entwicklung durch plötzliche Erschütterungen d. h. Revolutionen, vorwärts» geschleudert wird. Da stellt die Geschichte sofort die Frage nach der inneren Berechtigung der Revolution. Allerdings drängt sie nicht auf eine sofortige Antwort. Vielmehr läßt sie das eben genannte Beharrungsvermögen wirken. um der neuen Bewegung Zeit zur Entwicklung zu geben, durch die sie die Berechtigung ihres Auftretens beweist. In diesem Stadium ist jetzt die deutsche Entwicklung nach 1918. Sie glaubte sich schon konsolidiert, weil der Liebergang, äußerlich betrachtet, geordneten Der- hältnissen wieder Platz zu machen schien. Lind weiter hegte sie den Glauben, 1918 eine geschichtliche Leistung zur Rettung des Daterlandes vollbracht zu haben. Aber was nach 1918 den Staat in erster Linie hielt, war das aus Öen überkommenen Verhältnissen stammende Beharrungsvermögen, es war vor allem das pslichtgewohnte Beamtentum, das den Staat über die Staatsform und die Partei stellte und damit den Staat vor zu großen Erschütterungen bewahrte und ihn endlich damit rettete. Inzwischen hat sich der revolutionäre (Staat äußerlich durch- gcseht. Dun drängt die Geschichte auf die Beantwortung der Frage nach der Berechtigung seines Tuns im Jahre 1918. Hat er sich bewährt, oder hat er gar Besseres geleistet als der alte Staat? Die Fragen werden täglich dringlicher. Wo bleibt die Antwort? Die Geschichte, insbesondere die deutsche, kennt genug Umstellungen im Dölkerleben, um das Problem des Beharrungsvermögens so gegenständlich zu machen, daß es zur Aufhellung der gegenwärtigen Krise im deutschen Volk dienen kann. Gehen wir langsam rückwärts! Der Sturz Bismarcks! Zwar kein äußerlicher Llmsturx, und doch welche Wendung der Dinge! Immerhin geschah zunächst nichts, was ernsthaft vom alten Kurs abwich. Die Reichskanzlerschaften Caprivis und Hohenlohes bemühten sich um die überkommene Linie. Scheinbar mit Erfolg! Dis ganz plötzlich um die Jahrhundertwende die sogenannte Cinkreisungspolitik Eduards VH. ein» setzte und g.eich die größten Erfolge zeitigte. Was war geschehen? Das Beharrungsvermögen aus der Dismarckzeit hatte allmählich nachgelassen, der „neue Kurs" mußte seinen Berechtigungsnachweis erbringen. Wie furchtbar er versagte, ersehen wir schaudernd aus den Denkwürdigkeiten Bülows. Die Folgen kosteten wir in Weltkrieg und Revolution. Die Sünden am Erbe Bismarcks Fritz ist mißzufrieden. Don Harry Schreck. Das Mittagsmahl verläuft wider alle Gewohnheit schweigsam. „Schlechter Laune ... he?", äußert der Vater heiter, indem er sich behaglich eine bräunlich-schwarze Zigarre aus der Kiste holt, „das wäre schade! Dagegen solltest du etwas tun, mein Junge. Wie wäre cs, wenn wir uns den Fußball holten und damit ein bißchen hinter dem Hause tummelten? Eine Viertelstunde Fußball würde uns beiden ganz gut tun. Man wird dabei so hübsch müde und jagt seine Stimmungen zum Teufel. Keine üble Sache, wie? Einverstanden?!" „Falls es dir Spaß macht", murmelt Fritz zögernd, während er seine zwölfjährigen Beine unentschlossen umherbaumeln läßt, „und wenn du meinst!" „Du kannst das ruhig deutlicher sagen" lächelt der Vater freundlich, „mit dem Fußball war das doch nur so ein Vorschlag. Von mir aus könnten wir beide ebenso gut Schach spielen. Für einen alten Burschen wie mich ist das nach dem Mittagessen viel gemütlicher. Gestern hast du mir da übrigens eigentlich beim Endspiel ganz gehörig zugesetzt. Du wachst dich, mein Sohn! Nur ... mit den Eröffnungszügen solltest du vorsichtiger sein. Wer hat diesmal Weiß?" „Beim letztenmal hast du absichtlich den Turm verloren", läßt Fritz nebenher einfließen, „aber wenn du gern Schach mit mir spielen möchtest —" „Also, kurz und gut", schließt der Vater lachend das Gespräch ab, „du hast keine besondere Lust. Du willst^ wahrscheinlich lieber zu irgendeinem Freunde hinüberlaufen und mit dem etwas Besseres aushecken. Kann ich verstehen. Kann ist vollständig verstehen! Wenn man es recht bedenkt — was ist das schon für ein Vergnügen, den Sonntagnachmittag mit seinem Vater totzuschlagen, wenn man ein junger Kerl ist wie du! Schluß und erledigt. Auf Wiedersehen also ..." (Fritz verläßt mit nachdenklicher Miene das Speisezimmer.) * Am Abend hingegen zeigt Fritz sich zur Aussprache geneigt. fZch. habe heute nachmittag eine Fensterscheibe Enlzwei geschlagen", teilt er nach einiger Ueberwin- öung kurz und trocken mit, „es war eine ziemlich hoben sich bitter gerächt. Mit dieser Erkenntnis ist Zukunft gewiesen. Ein gegenteiliges Bild liefert die Betrachtung der Revolution des Jahres 1 8 48. Aeußcrlich hat diese ihr Spiel verloren. In Berlin, in Frankfurt und in Wien siegte, um das liberale Schlagwort zu gebrauchen, die Reaktion. Tatsächlich aber, und das bezeigt ihre innere Berechtigung, hat sie sich doch durch - gesetzt, wenn auch erst mehr als zehn Jahre später. Auch revolutionäre Bewegungen haben ein inneres Beharrungsvermögen, das sie solange ausflackern läßt, bis die innewohnende Idee sich durehgeseht hat. Allerdings werden die Revolutionäre selbst selten den Lohn ihrer Arbeit davontragen, ja. nicht einmal die Apostel der Ideen kommen zu ihrem Rechte. Immer sind es einsichtige Gegner, die ihnen Wirklichkeit verleihen. Wenn es noch eines Beweises für die gestaltende Kraft des Beharrungsvermögens im Leben der Dölker bedürfte, dann tritt er hier deutlich zutage. Don Haus aus konservative Staatsmänner verknüpfen Dergangenheit und Zukunft einer organischen Einheit und gewährleisten so durch die ihnen eigene Datur die gesunde Entwicklung. Man vergegenwärtige sich nur einmal, wie der konservative Bismarck mit den liberalen Kräften das Deutsche.Reich von 1871 schuf, und wie er ihre Energie solange nutzte, wie es seinem Besten frommte. Oder man denke an den englischen Staatsmann Robert Peel, der, von Haus ein strenger Tory, dennoch 1845 sein Land zum Freihandel führte und es damit vor einer asozialen Erschütterung bewahrte. Cs ist hiermit das Geheimnis geklärt, wie aus einer Revolution eine Reformation werden kann, d. h. wie eine nicht mehr zu hemmende Entwicklung in ruhige und gesunde Dahnen gelenkt werden muh. Denn das ist mit dem Begriff Beharrungsvermögen nicht gemeint, daß es einen starren, unelastischen Zustand darstellt, vielmehr ist sein Wesen geradezu Bewegung, wenn auch nur Bewegung in gemäßigtem Tempo. Hier hat das sirmfälligste Beispiel der Freiherr vom Stein durch seine Reformen gegeben. Wenn er auch nur wenig mehr als ein einziges Jahr im Amte war. so haften seinen Reformen trotz ihrer tief einschneidenden Bedeutung keine Züge von Lieberstürzung oder unnötiger Hast ein. Sie haben nach und nach mehr erreicht als die große französische Revolution von 1789. die durch ihre Gewaltmaßnahmen so gut wie nichts von den berechtigten politischen Forderungen durchsetzte, sondern nur den Weg zu einer schroffen Reaktion in der Militärdiktatur Dapoelcons vorbereitete. Erst lange nach deren Lleberwindung und nach Riederringung der Restauration Ludwigs XVIII. und Karls X. konnten sich die Absichten von 1789 schrittweise durchsetzen, so sehr waren die reaktionären Kräfte durch die liberalistische LIeberfpannung des Gedankens der französischen Revolution wieder erweckt worden, ja, sie feierten in Dapvleon III. sogar eine Auferstehung und sind heute noch nicht ganz tot, wie Frankreich überhaupt in seiner Staatsgestaltung gegenüber den übrigen europäischen Mächten mit wenigen Ausnahmen außerordentlich im Rückstände ist. Hier offenbart sich ein Beharrungsvermögen rein negativer Art. Allein diese Feststellung dient nur zur Stützung und Klärung des Problems, wie alles auf den Entwicklungsgang ankommt, auf die innere Berechtigung der jeweiligen politischen Ziele. Die Geschichte ist langmütig mit ihren Urteilen. sie gibt in ausreichendem Maße Bewährungsfrist. Hat aber die entscheidende Stunde geschlagen, dann ist sie mitleidslos, dann verlangt sie d i e T a t. So steht das heutige System in Deutschland vor der Frage: hat es die auf seine Bewährungsfrist gesetzten Hoffnungen erfüllt, und besitzt es Kräfte genug, den Weg in eine deutsche Zukunft zu finden? Wirtschastöfreiheit auch eine Forderung der Gegenwart. Don Dr.Hermann Fischer,Md^präsident desHansa-Äundes für GewerbeHandel undZndusirie. Cs ist ein Irrtum, anzunehmen, daß der Gedanke der W i r t s ch a f t s f r e i h e i t, der die Wirtschaftspolitik des 19. Jahrhunderts beherrscht hat, der Gegenwart keine Zielsetzungen mehr zu bieten vermag. Denn das Freiheitsideal der Wirtschaft ist keine ideelle Konstruktion, die einer vorübergehenden Geschichtsepoche als Parole diente und mit ihr erledigt ist. Es wurzelt vielmehr tief in der Seele des modernen Menschen. Cs ist doch.kein Zufall, daß Freiheit und Selbst- Verantwortung der einzelnen Persönlichkeitgleich- zeitig auf dem Gebiete des geistigen Lebens, des wissenschaftlichen Denkens und der religiösen Lieberzeugung, des künstlerischen Schaffens, des wirtschaftlichen und politischen Wirkens als Parolen entstanden sind. Das Zeitalter des Individualismus, das das Mittelalter überwunden hat, forben die Freiheit des Individuums auf allen Gebieten des Lebens und es ist wiederum' kein Zufall, daß diese Forderungen gerade im 15., 16. und 17. Jahrhundert zu mächtigen, die Zeit bewegenden, die Welt revolutionierenden Parolen wurden. Die geistige Entwicklung der Menschheit bedingte, daß gerade zu dieser Zeit das Freiheitsideal entstand, es ordnet sich organisch in die geistige, gesellschaftliche Entwicklung des Menschentums ein, die wir überblicken können. Die Forderung nach Freiheit und Selbstver- antwortung des Menschen in der Wirtschaft war deshalb nur eine Seite der Sache. Zugegeben, daß es eine sehr wichtige Seite war. Denn die gleichzeitige Entfesselung freien wirtschaftlichen Denkens und freier wirtschaftlicher Energien hat die größten zivilisatorischen Fortschritte gebracht, die die Menschheit jemals erlebt hat. Fortschritte, nicht nur für einzelne begüterte Schichten, sondern für alle Schichten, die an der Wirtschaft beteiligt sind! Die Lohnarbeiterschaft hat hieran ebenso teilgenommen wie die Bauern, die Handwerker und andere Schichten des Dolkes. Sie Reallöhne sind im Laufe des vorigen Jahrhunderts verdoppelt und verdreifacht worden, die Zahl der Bedürfnisse, die mit dem Lohn befriedigt werden können, hat sich auch für den Lohnarbeiter vervielfältigt. Sazu kommt die Fülle der aus der Kraft der Wirtschaft finanzierten Einrichtungen des Staates und der Gemeinden für kulturelle und hygienische Zwecke, für Verwaltung, Rechtsprechung, Schuh und Sicherheit usw. Es ist selbstverständlich, daß diese Feststellung nicht die Aufforderung an die Lohnarbeiterschaft einschlieht: Ihr habt genug, seid zufrieden! Sie dient nur dem Rachweis, daß alle Schichten des Volkes voranlommcn, wenn der Staat jedem, der nützliche Arbeit leisten will, dieses erlaubt. Lind hieran knüpft sich die Folgerung, daß wir hinsichtlich des weiteren Fortschrittes der wirtschaftlichen Lage der Massen unseres Volkes und der Lieberwindung der gegenwärtigen Wirt- schaf tsnot sehr skeptisch sein müssen, wenn der Gesetzgeber nicht einsieht, daß reglementierende Eingriffe, so gut sie auch immer gemeint sein mögen, die wertvollsten Kräfte des wirtschaftlichen Fortschrittes unseres Volkes fesseln. Wir können auf die großen Leistungen Hinweisen, die die Entfesselung der persönlichen Kräfte in der Wirtschaft ermöglicht hat und wir sehen andererseits das unsägliche Elend jeden Tag vor Augen, das entstanden ist, nachdem die Staaten der Illusion unterlegen sind, daß sie berufen und fähig seien, auf wesentlichen Gebieten der Wirtschaft ihren Gang vorzuschreiben. Es genügt natürlich nicht, festzustellen, daß die Staaten Fehler machen, denn insbesondere was Deutschland anlangt, müssen wir feststellen, daß die Fehler eines demokratisch regierten Staates untere eigenen Fehler sind. Vielleicht tonnen wir die Irrtümer, denen wir gegenwärtig verfallen sind, überwinden, wenn wir nach dem Vorbild der Psychoanalyse uns klarmachen. warum wir ihnen verfallen sind. Wir erkennen dann, daß der Krieg ein sozialistischer Erziehungs- Prozeß war. Sic Verteidigung unseres Volkes verlangte eine Limstellung der Wirtschaft auf den Derteidigungszweck. Sicfe Limstellung wurde, soweit die Herstellung von Kriegsmaterial in Frage tarn, mit bewunderungswürdiger Schnelligkeit erreicht. Das Mtttel hierzu, die Ingangsetzung der Rotenpresse, war allerdings bedenklich und die Versuche, durch Preisvorschriften und Rationierung peinliche soziale Auswirkungen der Arbeit der Rotenpresse zu unterdrücken, waren wenig erfolgreich. Der wirtschaftliche Egoismus, der nun einmal den Alltag beherrscht und nur in gehobener Stimmung durch das Gemeinschaftsgefühl verdrängt wird, wurde dadurch nicht beseitigt, daß wir ihn bürokratisierten. Aber viele Menschen wurden Nutznießer der staatlichen Eingriffe, Persönlichkeiten, die vorher von der Wirtschaft nichts wußten, gelangten zu einflußreichen Stellungen in dem Gebiet zwischen Staat und Wirtschaft. Unternehmer wurden vielfach durch den Staat verwöhnt. Als mit dem unglücklichen Ausgang des Krieges das alte System zusam- menbrad), fand die nunmehr in die staatliche Verantwortung getretene deutsche Sozialdemokratie weit über die Kreise der Arbeitnehmerschaft hinaus eine Gesinnung vor, die, wenn auch nicht die offene Sozialisierung, so doch ein Liebermah staatlicher Eingriffe begünstigte. So haben wir, statt uns auf die Kräfte zu besinnen, die den wirtschaftlichen Aufstieg schon einmal mit größtem Erfolg getragen haben, das System des Staats- interventionismus eingeführt. Das Ergebnis ist traurig genug. Cs kommt alles daraus an, daß gegen dieses System mit aller Energie Front gemacht wird, weil wir sonst in wirtschaftlichem und sozialem Elend verkommen und damit auch als Staat erledigt sind. Wir müssen endlich begreifen lernen, daß im Gegensatz zu der für jeden politischen Snob selbstverständlichen Meinung, daß die wirtschaftliche Freiheit eine vorübergehende Epoche sei, der Sozialismus eine vorübergehende Epoche ist. Alle kollektivistischen Einrichtungen haben ihre geistige Wurzel und ihre organisatorische Rechtfertigung i m Kriege. Den Aufstieg und die Vermehrung des Wohlstandes der Menschheit in friedlichen Zeiten zu fördern, sind sie nicht in der Lage. Sie friedliche Aufbauarbeit, die Heilung der Wunden des Krieges und die Vermehrung des Wohlstandes aller Schichten sind Angelegenheiten der Einzelpersönlichkeit, auf deren Freiheit allein unsere wirtschaftliche Zukunft begründet werden kann, sowie die bewunderungswürdigen Leistungen der Vergangenheit für sie Zeugnis ablegen. Großes Schadenfeuer in Gedern. V Gedern, 30. Mai. (Eigener Drahtbericht des Gieß. Anz.). Auf bis jetzt noch nicht aufgeklärte Weise brach gestern kurz nach 23 Uhr in der Hofreite der Christine Rispel Witwe dahier ein großes Schadenfeuer au>. In kürzester Zeit standen eine große Scheune, sowie die Stallungen mit Heuschober in hellen Fl ammen, die sofort auf die Rehengebäude des Kaufmanns K l i g f ch e w s k i Übergriffen. Die Gebäude brannten b i 8 auf d i e Grundmauern nieder. Das Vieh konnte noch in letzter Minute gerettet werden. Ser Schaden ist beträchtlich. Sie Feuerwehr war innerhalb weniger Minuten zur Stelle, mußte ihre Arbeit aber nur auf die Rettung der benachbarten Gebäude beschränken. Sa gerade an dieser Stelle mehrere Hofreiten aneinanbergren^en, war die Sachlage äußerst gefährlich. Feuer in einer Möbelfabrik. Friedber g, 29. Mai. (WSN.) Heute brach um 11 Uhr in dem Fabrikgebäude der M ö b e l f i r m a 9 o e d e l Feuer aus, dem das große Möbellager mit zahlreichen fertigen Zimmereinrichtungen zpm Opfer fiel. Die gesamte Friedberger Feuerwehr hatte eine Stunde lang mit den Löscharbeiten zu tun. Ein Feuerwehrmann, der in ein Glasdach gefallen war, zog sich Verletzungen zu und mußte ins Krankenhaus geschafft werden. Zum Glück blieben die dicht angrenzenden Nachbarhäuser von dem Feuer verschont. lange und breite Fensterscheibe. Peter und ich haben mit dem Bumerang geübt. Da kam das eben so. Der Mann, dem sie gehört, hak geschrien, daß das sicher nicht billig ist. Er will morgen früh zu dir kommen und es dir erzählen. Er meint, du wirst schön schimpfen, wenn du seine Rechnung für die Scheibe „Tja, Pech ist Pech!", bemerkt der Vater, indem er den Kopf wiegt, „aber was denkst du wohl, wieviel Scheiben ich damals als Junge zerschmissen habe?" „Eigentlich ist es gar nicht wahr, daß es nur eben so gekommen ist", gibt Fritz, eine dunkle und ernste Spannung im zwölfjährigen Knabengesicht zu verstehen, „ich habe den Bumerang mit Absicht in das Fenster hineingehauen. Weil Peter nicht geglaubt hat, daß ich den Mut dazu hätte! Er würde sich — hat er gesagt — nach so was überhaupt nicht nach Hause trauen. Und dann habe ich den Bumerang eben genommen und ihn losgeschmissen. So ist das gewesen — ja!" „Wahrscheinlich hätte ich das an deiner Stelle genau so gemacht", äußert der Vater belustigt, „aber nun soll dein armer Vater dafür aufkommen, he?" „Peter hat gesagt, daß er sich nach so was überhaupt gar nicht nach Hause trauen dürfte!", wiederholt Fritz mit einem sonderbaren Unterton in seiner zwölfjährigen Stimme, „und Peter hat noch dazu gesagt, daß sein Vater da aber einen ordentlichen Höllenkrach schlagen würde. Sogar dann, wenn die Sache mit dem Bumerang nur eben so aus Zufall gekommen wäre. Peter hätte da mindestens acht Wochen lang kein Taschengeld gekriegt, bis das Fenster bezahlt ist!" „3o, jo, solche Väter gibt es", sagt fein Gegenüber fröhlich. * Frist rutscht unentschlossen auf seinem Stuhl hin und her: „Manfred — das ist doch der aus dem vierten Stock — hat uns am Samstag erzählt, daß er zur Strafe ohne Abendbrot ins Bett mußte weil er mit feinem guten Anzug in den Schilfmodder hineingefallen ist. Und Gerhart hat ein paar mächtige Backpfeifen von feinem Vater bekommen, weil er erst abends nach zehn Uhr heimgekommen wäre! Lange — hat Gerhart gesagt — wird er das sicher nicht meh- mitmachen. Am liebsten möchte er nach Brasilien ausrücken ... jawohl!" „Das ist doch eigentlich schrecklich, wenn ein Junge ZU seinem Vater kein Vertrauen hat", meint der Vater bedauernd, „was sind das bloß für Väter!" „Aber der Gerhart und der Manfred werden es ihnen schon mal zeigen!", beteuert Fritz, ohne seine verhaltene Erregung aufzugeben, „wenn die nur erst in Brasilien sind! Die anderen Jungens finden das großartig. Was meinst du, wie denen die beiden Vorkommen! Gerhart hat sich schon eine ungestempelte Briefmarke von Amazonas besorgt; damit will er von dort an seinen Vater schreiben, daß er ihm die Backpfeifen verzeiht. Das ist doch mal ein Einfall, wie?" „Da kann ich ja wirklich froh sein, daß du mir feine Backpfeifen zu verzeihen brauchst", schmunzelt der Vater, „wir kommen ohne Brasilien aus ..." „Aber ... wenn mich die anderen Jungens nun fragen, was du getan hast, als du die Geschichte von der Fensterscheibe gehört hast?", stößt Fritz verzweifelt hervor, „kannst du dir denn gar nicht denken, wie die mich angucken werden? Das glaubt mir doch keiner; das glaubt ja nicht einmal Peter! So einen Vater gibt es ja nicht, werden die sagen! Oder sie halten dich einfach für schlapp. Ganz einfach für schlapp, hörst du! Und ich muß mir das bann mit anhören —!" 2Rit einem trostlosen Achselzucken läuft er jählings hinaus. * Am nächsten Morgen erscheint dem Vater ein Bekenntnis ratsam: „Sieh mal, mein Sohn, wir wollen uns doch nicht falsch verstehen. Wenn ich dich richtig begriffen habe, bist bu mißzufrieben mit mir, weil bei uns zweien alles so glatt geht. Weil wir ohne Höllenkrach unb ohne Backpfeifen unser Auskommen finben. Und weil du nicht so recht weißt, weshalb bu nach Brasilien ausrüden solltest, um mir von ba eine Postkarte zu schreiben unb mir bies unb jenes zu verzeihen. Da liegt boch ber Hase im Pfeffer, nicht wahr?!" „Wenn ich aber boch ber einzige bin, ber so einen Dater hat!", wirft Fritz bloß zur Hälfte überzeugt ein, „unb wenn sie dich für schlapp halten —!" "9a, sollen wir beide denn deshalb nun auch Unfug machen?", erkundigt sich der Vater ein bißchen bekümmert, „willst bu womöglich, baß ich bich verstoße, weil bu eine Scheibe eingeschmissen hast? 9ch kann mich boch schließlich nicht plötzlich in einen Menschenfresser oerroanbeln. Aber falls es dir Spaß macht. kannst bu ja ben anberen 9ungens erzählen, daß ich so wäre. Vielleicht reicht bas schon hin, baß bu bir nicht mehr so als Einspänner oorkommst." „So bumm finb bic nicht", äußert Fritz mit Bestimmtheit, „bie kriegen bas sicher heraus, wenn ich ihnen was vorschwinbele. Sogar Peter merkt bas —" „Zum Teufel, und wenn sie es merken —!", knurrt der Vater, indem er feinem Sohn ermunternd auf bie Schulter klopft, „bann zeig ihnen boch, baß em richtiger Vater kein .schwarzer Mann' zu sein braucht, ber Angst unb Schrecken um sich verbreitet. Sag ihnen boch, baß ein vernünftiger Vater gar nichts Besseres tun kann, als ber Kamerab seines 9ungen zu sein unb sich so zu verhalten, wie er sich selbst als Kinb einmal seinen eigenen Vater gewünscht hat!" (Dem Vater scheint es, baß bies ein Wort unter Männern ist.) * Als Fritz jeboch gegen Mittag von ber Schule nach Hause kommt scheint es ihm seinerseits billig, noch ein weiteres Wort unter Männern zu äußern:' „Du, barüber hab ich noch nachgebacht ... über bas mit bem .Kameraben'. Also ber Gerhart ist boch mein Kamerab. Unb ber Manfreb ebenso. Na ja unb ber Peter wohl'auch. Unb bann ist noch ber Heinz von gegenüber ba. Unb der Günther aus ber Wei. manschen Straße. Das finb boch alles Kameraden, nicht wahr? Wenn man bie alle zusammenzählt, finb bas ziemlich viel. Unb ba ... ja, unb ba ..." „Run ja", bemerkt ber Vater ein wenig unsicher, „unb da meinst du nun, daß du mich als Kameraden eigentlich gar nicht brauchst. Nur so als Vater —" „9q", sagt Fritz, „als Vater, mit bem man was hermachen kann!" Hochschulnachrichien. Professor Dr. Hans Erich Feine in Rostod, bem, wie bereits gemelbet, ber in Kiel neüerrichtete Lehrstuhl für beutsches unb bürgerliches Recht angeboten würbe, hat zugleich einen Ruf nach Tübingen erhalten. Der orbentliche Professor Dr. Fritz Schulz in Bonn ist in gleicher Eigenschaft in bie juristische Fakultät ber Universität Berkin versetzt worben. Hier übernimmt er als Nachfolger bes Geheimen 9ustizrats Th. Kipp ben Lehrstuhl bes römischen unb bürgerlichen Rechts. 80 Lahre Gießener Germania. Das neugestaltete Haus. Das achtzigste Stiftungsfest der Gießener Burschenschaft „Germania" wurde gestern nachmittag in Gegenwart vieler Bundesmitglieder mit ihren Damen eingeleitet mit der Llebernahme des umgebautes Hauses. Architekt Ernst Schmidt- Gießen als Bauleiter gab zunächst einen kurzen lieberblick über die Abwickelung des Baues und dankte allen Mitarbeitern, besonders aber den Herren des Bauausschusses und hier namentlich Herrn Dr. Löhr als ortsansässiges Mitglied der Baukommission für die unermüdliche Unterstützung bei der Durchführung des Um- und Erweiterungsbaues. Er wünschte der Burschenschaft „Germania", daß sie sich in den neugestalteten Räumen stets wohlfühlen möge. Der Vorsitzende der Alte-Herren-Vereinigung, Oberlandesgerichtsrat Dr. Schneider- Darmstadt, sprach zunächst herzliche Dankesworte an Architekt Schmidt für die schöne und verständnisvolle Neugestaltung des Hauses, weiter dankte er allen Mitgliedern des Bundes für ihre Opferbereitschaft für dieses Werk; insbesondere sagte er Dank den Herren Geheimrat Haupt für die Herausgabe der Festschrift, Ober-Regierungsrat Bühner (Darmstadt), der als Schatzmeister in vortrefflicher Weise die Finanzierung des Baues durchführte, und dem Chemiker Dr. Löhr, der als ortsansässiges Mitglied der Baukommission sich in aufopferungsvoller Weise um die gute Erlediaung der Bauaufgabe bemühte. Der Redner wünschte, daß auch das neugestaltete Haus nicht nur ein Hort des. echt burschenschaftlichen alten Germanengeistes sein möchte, sondern auch eine Stätte des Frohsinns für die Jugend des Bundes. Mit dem Wunsche, daß in dem Hause die alte Germanentradition weiter gepflegt werde, übergab er es der Aktivitas. Der Erste Chargierte sagte den Alten Herren herzlichen Dank der Aktivitas für das schöne Heim, dessen sich die Aktivitas stets würdig erweisen würden. Im Anschluß an die Hausübernahme versammelte sich die große Festgemeinde in der Diele und in dem daneben liegenden Saale zu einer Gefallenen-Gedenkfeier. Nach musikalischer Einleitung hielt Alter Herr Pfarrer Linden st ruth, Butzbach, die Gedenkrede, in der er zunächst betonte, daß auch in den frohen Stunden des Wiedersehens die Toten des Bundes nicht vergessen würden, mit denen die Germanen allezeit verbunden seien. „In dieser feierlichen Stunde gedenken wir mit unauslöschlicher Dankbarkeit der teuren Brüder, die einst ihr Leben Hingaben für Volk und Heimat. für des Vaterlandes Freiheit und Ehre. Wir haben ihre Namen vor zehn Jahren auf unsere Ehrentafel geschrieben, zugleich,aber ihnen ein Denkmal gesetzt, das dauernder ist als Erz und Stein,, ein Denkmal in Germanenherzen. Linser ehrfürchtiger Dank gilt auch den Angehörigen unserer gefallenen Dundesbrüder; wir sind mit ihnen verbunden durch die Erinnerung an unsere teuren Toten. Im Gedenken an die lieben Gefährten froher Jugendtage voll Durschenlust und Durschenhcrrlichkeit, in der Erinnerung an die guten, trauen Kameraden auf blutiger Wahlstatt, die treu waren bis in den Tod, werden wir stille, und in die feierliche Stille, die wir ihnen weihen, lassen wir die Empfindungen hineinströmen, die ihr Andenken in uns weckt ... Aus heiliger (Stille steigt empor starke Kraft. Ihr Opfer lehrte uns, den tiefen Sinn des Burschenschafterlebens, des Germanenlebens ernennen. Auch wir müssen bereit sein zum Opfer, wenn es des Baterlandes Glück und Wohlfahrt, Freiheit und Ehre es gebeut. Der Glaube, daß das Opfer unserer Brüder nicht vergebens war, sondern im Walten einer göttlichen Vorsehung Sinn und Zweck hat, Saat bedeutet für eine lichtere, höhere Zukunft unseres Volkes, und der unerschütterliche Wille, in Einigkeit und Treue Leben und Streben dem Vaterland zu weihen, mache uns unserer unvergeßlichen Toten würdig." Mit einer musikalischen Darbietung fand die Feierstunde ihren Abschluß. Das Haus ist durch den Um - und Erweiterungsbau nicht nur zu einer Zierde des Wetzlarer Wegs, sondern auch zu einem besonderen Stück in der Reihe unserer Studentenhäuser geworden. Nach den Entwürfen und unter der Bauleitung des Architekten Ernst Schmidt von Gießen hat das Haus in allen Teilen eine glückliche Gestaltung erfahren. Bon der Straße her führt eine bequeme Treppe nach dem Portal des Hauses hinauf, durch das man in einem Vorraum mit Windschutz und von da aus in die geräumige Garderobe gelangt. Der Vorraum sowohl, wie die Garderobe sind durch lichte Farbengebung hell und freundlich gestaltet worden. Von der Garderobe im Parterregeschoß betritt man nach Westen zu die geschmackvoll eingerichtete Diele, die, erst durch den Umbau geschaffen, zu einem prächtigen Schmuckkästchen des Hauses geworden ist. In diesem Raume hat auch die Ehrentafel mit den Namen der Gefallenen des Bundes ihre würdige Stätte gefunden. Der südliche Teil des Parterregeschosses enthält den charakteristisch gestalteten Kneipraum, der durch Hinzunahme der früheren Veranda an der Straßenfront und durch Anbau an der Rückfront zu einem Saale umgewandelt wurde, in dem sich auch größere gesellschaftliche Veransta.l- tungen des Bundes ermöglichen lassen; eine Schiebetür zwischen dem Hauptsaale und dem kleineren, nach der Straße zu liegenden Saalteile gestattet die Trennung beider Raume. Durch zweckmäßige Ausnutzung von Nischen an der inneren Längsseite des Saales fanden die Büfetträume einen raum- technisch günstigen Platz. Im ersten Obergeschoß befindet sich an der nördlichen Seite ein neuzeitlich eingerichtetes Damen- zimmer mit Nebenräumen. Weiter ist hier ein be- haglich ausgestattetes Zimmer für die Alten Herren, davor gelagert ein breiter Balkon. Den Hauptteil an der Straße nimmt ein großes Zimmer ein, das zum geselligen Aufenthalt der Aktivitas bestimmt ist und mit seiner gediegenen Ausstattung einen sehr vorteilhaften Eindruck macht. Anschließend nach rückwärts folgt der Speisesaal für die Aktivitas, der hübsche geschnitzte Möbel aufweist und ein Durchreichefenster von der Küche her hat. An der Rückfront des Hauses ist die Bibliothek mit dem Lese- und Schreibzimmer in zweckentsprechender Ausstattung angefügt. Daneben befindet sich die modern ausgestattete Küche, deren Kochbetrieb auf Gasheizung eingestellt ist, mit blitzsauberen Geschirrschränken, Warmeoorrichtungen, Kühlschränken, Geschirr-Reinigungsanlagen usw. Das zweite Obergeschoß enthält die Wohnung für die Familie des Dieners und Hauswarts der Burschenschaft, ferner Schriftwartzimmer und Nebenräumen. Darüber im Turm befindet sich ein Gastraum. Im Kellergeschoß ist durch den Erweiterungsbau an der rückwärtigen Hausseite die Fecht- schcuer sehr wesentlich vergrößert worden, ferner ist der Gesichtspunkt maßgebend gewesen, viel Licht und Luft dem Raume zuzuführen. Neben der Fechtscheuer wesentlich vergrößert worden. Daneben hat man, um den Forderungen der Hygiene in vollem Maße gerecht zu werden, einen Raum mit Duschen und Waschbecken und den übrigen sanitären Anlagen geschaffen. Neben der Zenttalheizung ist noch eine Gasheizanlage vorhanden, die in den Ueberaangs- wochen die ausreichende Erwärmung des Hauies ermöglichen, in den strengen Winterwochen die Kessel-Zentralheizung ergänzen soll; im gleichen Raume ist auch eine Warmwasserbereitungsanlage mit Gasheizung eingerichtet. Durch diesen Um- und Erweiterungsbau — den der Alte-Herren-Verband der Burschenschaft dank der vortrefflichen, feit Jahren vorsorgenden Arbeit des Schatzmeisters so durchgeführt hat, daß er bereits in allen Teilen bezahlt ist — hat unser heimisches Handwerk und Gewerbe während der ganzen Bauzeit vom September v. I. bis jetzt eine Quelle lohnender Beschäftigung gehabt. Mit diesem Bauunternehmen hat die Burschenschaft „Germania" nicht nur ihren eigenen Zwecken Genüge getan, son- dern auch ein bedeutsames und anerkennenswertes Stück Wirtschaftsbelebung in unserer Stadt geleistet, das gerade in diesen Zeiten der Handwerks- und Gewerbenot besonders hoch veranschlagt werden muß. Die Genugtuung der Alten Herren und der Aktivitas der „Germania" über den in allen Teilen wohlgelungenen und schönen Hausumbau kann von der Bürgerschaft im Hinblick auf die wirtschafts- Vom 1. Juni an erfcheint in täglichen Fortfetzungen im Gießener Anzeiger Brandung des J£c6cns ffloman von 3f£äte JEindncr fördernde Kraft, die von diesem Werke ausging, nicht nur verstanden, sondern auch in berechtigter Weise mitempfunden werden. Zur Geschichte der Germania. Aus Anlaß ihres Sttftungsfestes gibt die Germania eine Festgabe für ihre Mitglieder heraus: „Beiträge zur Geschichte der Gießener Llrburschenschast". Im ersten Teil bietet Geheimrat Prof. Dr. Hermann Haupt eine Darstellung des Lebens und Wirkens von Karl Christian Sartorius 1814—1824 nach seinen eigenen Aufzeichnungen. Im ersten Abschnitt gibt Haupt, der 1907 mit seinem Buch über Karl Folien, den geistigen Führer der „Gießener Schwarzen", zum erstenmal die urburschenschaftlichen Verhältnisse an unserer Ludoviciana dargestellt und damit der Forschung neue Wege gewiesen hatte, eine gedrängte Schilderung des Lebensganges von Karl Christian Sartorius, über den er in den „Hessischen Biographien" Bd. 3 und an anderen Orten bereits gehandelt hat. Dann folgen Abschnitte aus Sartorius' Lebenserinnerungen über seine Gießener Tlniversitätszeit 1814—1818, über seine Lehrtätigkeit und die Demagogen-Llntersuchung in Wetzlar 1819—1824. Daran schließen sich die ausführlichen Anmerkungen Haupts an: Den zweiten Teil hat Oberlandesgerichtsrat Dr. Hans Schneider, der in der Festschrift zum 50. Stiftungsfest 1901 die Geschichte der „Germania" geschrieben hat, der Allgemeinen Gießener Burschenschaft Germania 1818 — 1819 gewidmet. Der erste Abschnitt behandelt die Entwicklungsgeschichte der Gießener Llrburschenschaft und die Geschichte der allgemeinen Gießener Burschenschaft Germania in den Jahren 1818 und 1819. Die Gründung der „Teutschen Lesegesellschaft" vorn November 1814 war der Ausgangspunkt der burschenschaftlichen Bewegung an unserer Ludoviciana. Nach kurzer Einigtest standen die burschenschaftlich Gesinnten den Korps, damals Landsmannschaften genannt, wieder feindlich gegenüber. Auch die Versöhnung beider Parteien auf dem Wartburgfest 1817 war nicht von langer Dauer. Bei der Gründung der allgemeinen Gießener Burschenschaft Germania 1818, der auch die Korps Hassia und Konstantia beitraten, blieben die „Schwarzen" grollend beiseite stehen, weil sie jedem Zugeständnis an die Korps abhold waren; ja, ihr Führer Karl Folien veröffentlichte gerade damals seinen „Ehrenspiegel". Erst als der unversöhnliche Folien 1819 nach Jena übergesiedelt war, gelang es, eine Einigung herbeizuführen. 3m zweiten Abschnitt bringt Schneider das Mitgliederverzeichnis der alten Germania nach ihrem Stammbuch vom 13. August 1818 bis zum 23. August 1819; es enthält 134 Namen. Den Schluß der Festschrift bildet Verfassung und Brauch der allgemeinen Gießener Burschenschaft Germania von 1818, deren Original sich zufolge einer Schenkung im Archiv be$ Korps Hassia befindet. Im ganzen darf über diese Festschrift gesagt werden, daß sie eine wichtige und wertvolle Bereicherung der Kenntnis des Studententums an unserer Universität darstellt, daß sie auf derselben Linie wie Hermann Haupts „Karl Folien" die Geschichte der Anfänge des burschenschaftlichen Lebens in Gießen rn glücklicher Weise fortführt. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bi* 12.33 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. .?ür unverlangt eingesandte Manuskripte i ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr I übernommen. Das Schicksal das letzt« Roman von J.Schneider-Foerstl. Llrheber-Nechtschuh durch Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. (Schluß.) Ab und zu sichteten wir einen Dampfer oder einen großen Segler, aber sie kreuzten alle so weit am Horizont, daß unser Rufen, Wracken und was wir sonst noch ausklügelten, um uns bemerkbar zu machen, erfolglos blieb. Infolge des überstandenen Schreckens machte sich in den ersten Tagen eigentlich kein Hungergefühl geltend. Aber dann wurde es fürchterlich. Auf der Insel gab es nichts als eine Algenart. Seetang und Steine. Wir schrien vor Freude, als ein paarmal Fische von der Strömung so weit hinausgetrieben wurden, daß wir sie mü Steinen ertoerfen konnten. Wir aßen sie roh. Cs war immerhin besser als nichts. Von Satt- werden natürlich keine Rede. Cs war schrecklich, wie die einzelnen von uns immer schwächer und apathischer wurden. Lind eines Tages — es war knapp vor Sonnenuntergang — sah ich meinen getreuen Thomson plötzlich davonrennen und in die Strömung springen. Ich wollte ihm nach, aber Graf Lippstädt hielt mich zurück. Thomson muhte den Verstand verloren haben. Wir brauchten Stunden, um das Entsetzen abzuschütteln. Aber schon einige Tage später beneideten wir ihn. Er hatte es überstanden und wir das Fürchterliche noch vor uns. Das Meer war immer wieder barmherzig, indem es uns Krabben, Muscheln, tote Fische und anderes anschwemmte. Es genügte gerade, um nicht zu verhungern. Immer war Lippstädt derjenige, der auf den Großteil seiner Ration verzichtete, um ihn mir zuzustecken. Ich glaube, ich wäre sonst wahnsinnig geworden. Lind dann, als wir uns schon so halb und halb darauf gefaßt gemacht hatten, daß es keine Rettung mehr für uns gab, kam der Flieger. Zuerst war es lähmendes Entsetzen, als er, ohne uns irgendwie bemerkt zu haben, wieder abzog. Aber Lippstädt schwor darauf, daß er uns trotzdem gesichtet haben muhte, und er behielt recht." „Nehmen Sie einen Schluck Wein!" ermunterte Hetterfield, der sah, wie Thoms Augen merkwürdig verschwammen. Man muhte dem jungen Mann nun Ruhe gönnen. Hetterfield erbot sich, das Notige zu veranlassen, um Thoms Angehörige zu verständigen. „Lind meiner Schwester, bitte", sagte dieser dringlich, „depeschieren Sie, dah Viktor lebt." „Es wird alles zu Ihrer Zufriedenheit erledigt", versprach der alte Herr. Nach dieser großen Anstrengung des Erzählens schlief Thom vierunzwanzig Stunden lang, ohn« auch nur ein einziges Mal die Augen zu öffnen. Alice Hetterfield hatte von der Post einen eingeschriebenen Brief erhalten und sich mit demselben auf ihr Zimmer zurückgezogen, um ihn mit Muhe lesen zu können. Sie hatte ihrem Groh- Vater mitgeteilt, welch lächerliche Winkelzüge das Schicksal zuweilen liebe, und dah sie nun die Braut von Lutz Setterholm geworden sei, dem Manne, der sowohl Viktor als dem Vater bis jetzt feindselig gegenübergestanden hatte. Lind dieser Brief hier, den sie nun mit etwas Herzklopfen aufschlihte, würde die Antwort aus ihre Mitteilung sein. Der alte Lippstädt, der eine Promenade durch den Park machte, glaubte einen Hellen Schrei aus einem der Fenster des ersten Stockes gehört zu haben. Er wollte schon nach dem Hause springen, als der Kopf der geliebten Tochter sich über das Sims neigte und ihre Helle Stimme ihm zurief: „Grohpapa läßt vielmals grüßen. Gr hat solche Sehnsucht nach mip, dah er, wenn erst die gröhte Sommerhitze vorüber ist, herüberkommen will, um dich und mich in die Arme zu schließen." Lim Lippstädts Mund spielte ein Lächeln. Reichlich spät fiel es dem Alten ein, sich nach dem Schwiegersohn umzusehen. Aber er wollte Alice nicht kränken und ihr in nichts die Freude verderben. Man würde Wohl zusammen auskommen die kurze Zeit, die Hetterfield hier blieb. Am Nachmittag hatte Alice in der Stadt zu tun. Sie benützte es wenigstens als Vorwand, in Wirklichkeit steuerte sie ihren Wagen vor Lutz' Wohnung und ließ ihn zu sich herabbitten. „Wo kann man mit dir reden?" empfing sie ihn. „Wichtiges, Lutz! AllerwichtigstesI" „Nanu, mein Mädchen?" Es war ärgerlich, daß man hier auf offener Straße nur einen Handkuß geben durfte. „Wollen wir zu Mama? In ein Cafe? Sag, Liebes?" „In den Prater! Geht das nicht, Lutz?" „Auch!" stimmte er zu. „Nimmst du mich gleich mit?" Wie er war, ohne Hut und Mantel setzte er sich neben sie ans Steuer. „Laß mich fahren und du sprichst", bat er. Sie schüttelte nur den Kopf und drückte den Fuß auf den Hebel. „Sprich!" drängte er, als der Wagen eine wenig belebte Straße durchfuhr. „Du mußt dich gedulden!" Er wand sich in Llngeduld: „Etwas Erfreuliches, Alice?" Sie bogen in den Prater ein und während er den Schlag öffnete, verlangsamte sich auch die Llmdrehung der Räder. Er stand als erster vor der Terrasse eines kleinen ®afider, auch Soin- iohlfnhrisami zu rtensnaßer.Auf men die Sachen 3693 D M.zm«rO> igula Seit. _ W MW rt o-e'-d" Ton 2 J*W“ “ iscba«1'1111 Nr. 124 Drittes Blatt sietzenerAnzelger (General-Anzeiger für Oderhessen) Samstag, 50. Mai 1951 Wandern und Reisen • Bäder und Sommerfrischen Reise mii dem Fahrscheinheft! Oie verschiedenen Vorteile, die es bietet. In bcr Benutzung der MER-Fahrscheinhefte ist am 1. April eine bemerkenswerte Erleichterung in Kraft getreten. Auf dem LImschläg der Hefte fallen fortan der Vermerk „Vicht übertragbar" und die Unterschrift des Inhabers fort. Damit werden die Fahrscheinhefte allgemein übertragbar, solange die Reise noch nicht angetreten ist. Daß die MER-Fahrscheinhefte infolge ihrer övtägigen Gültigkeitsdauer gegenüber den nur 4 Tage geltenden amtlichen Fahrkarten mancherlei Vorteile bieten, ist wohl allgemein bekannt. Daß man mit ihnen jedoch auch in bestimmten Fällen wesentlich billiger als mit der gewöhnlichen Fahrkarte reist, wird noch nicht genügend beachtet. Allerdings ist die Ausgabe der MER-Fahrscheinhefte an bestimmte Bedingungen gebunden. Sie werden nur ausgegeben für einfache Reisen über 600 Kilometer, für Rundreisen über 300 Kilometer und in Verbindung mtt einem Auslandfahrausweis ohne Einschränkung durch eine Mindestentfernung. Treffen diese Voraussetzungen zu, dann sollte man nicht zögern, auf alle Fälle ein Fahrscheinheft zu wählen; denn die Vorteile sind mannigfach. Innerhalb der 60tägigen Geltungsdauer kann die Fahrt beliebig oft und beliebiglange unterbrochen werden — mit der Fahrkarte nur einmal —, das Reisegepäck kann nach der Bestimmungsstation abgefertigt werden, auch wenn der Reisende selbst noch allerlei Umwege macht. Für diese Umwege mühte der Reisende ohne Fahrscheinheft jedesmal eine neue Fahrkarte lösen — im Heft sind alle gewünschten Kreuz- und Querfahrten enthalten. Billiger als gewöhnliche Fahrkarten werden die MER-Fahrscheinhefte in den Fällen, in denen der Reisende seine Fahrt mehrmals unterbrechen will. Er braucht dann den Schnellzugzuschlag nur einmal für die gesamte Strecke, und zwar für je 650 Kilometer zu zahlen. Ebenso vorteilhaft ist auch das Fahrscheinheft für Rundreisen. Beträgt z. D. die Gesamtstrccke 2129 Kilometer, und wird ein Fahrscheinheft gewählt, so ist für je 650 Kilometer ein Schnellzug-Zuschlag zu zahlen; er kostet für die 2. Klasse 36 Mark, für die 3. Klasse 18 Mark. Würde der Reisende von einem Orte zum nächsten jedesma!l eine neue Fahrkarte lösen, steigen die Zuschläge auf 64,— bzw. 32,— Mark. Die Reise würde dadurch in der 2. Klasse um 28,— Mark, in der 3. Klasse um 14,— Mark teurer. Die Vorteile, die die MER-Fahrscheinhefte besonders bei weiten Reisen bieten, sind ailso recht beträchtlich. Leben der heutigen Zeit. Hier weicht auch der Wald weiter zurück von der Stadt, die viel weniger romantisch wirkt als Erbach, und hinter der, dem Norden und dem Westen zu, den Straßen anzumerken ist, daß sie einen stärkeren Verkehr zu bewältigen haben als die, deren Benutzung bis dahin so erstaunlich angenehm erschien. Das Tempo, das in einer landschaftlich reizvollen Gegend, wie sie sich im Odenwald findet, naturgemäß geruhig ist, verlangsamt sich unter diesen Umständen um einen weiteren Grad. Es geht an Ortschaften mit seltsamen Namen vorüber — Asselbrunn, Etzengesäß, Mäm- linagrumbach, Frau Näuses — und immer mehr ver. schwindet der Wald von der Bildfläche. Bei Lengfeld wird, zur linken Hand, auf einen Hügel hingetrotzt, die B e st e O tz b e r g sichtbar, aber sie fällt'ganz aus dem Rahmen eines Landstrichs, der nahezu ausschließlich aus gut gepflegtem Ackerland besteht und sich unaufhaltsam zur Ebene hinabsenkt. Ein letzter Gruß aus ritterlicher Zeit ... Was nun kommt, fesselt nicht mehr sonderlich, obwohl die Straße über Reinheim, südlich an Darmstadt vorüber, nach Pfungstadt, wo ein hierzulande gern getrunkenes Bier gebraut wird, durch Ortschaften kommt, die, noch nicht durch die moderne Architektur verschandelt, den anständigen Geschmack FD-güge mit dritter Klaffe. Eine beachtenswerte Anregung. Der Hessische Industrie- und Handelskamm erlag und der Hessische Verkehrsverband haben aus der Erwägung heraus, daß dem Schienenweg in seinem Wettbewerb mit anderen Verkehrsmitteln nur durch größte Aktivität und Ausnützung aller sich bietender Dcrkchrsmöglichkeiten geholfen werden kann, hinsichtlich der weiteren Fahrplangestaltung einen Vorschlag gemacht, der in nachstehender Erklärung niedergelegt ist: „Im Wettbewerb mit anderen Verkehrsmitteln ist es geboten, daß die Reichsbahn innerhalb des Rahmens eines weiteren zeitgemäßen Ausbaus ihres Fahrplans die Zahl der Fl).Züge wesentlich vermehrt. In geeigneten Fällen empfiehlt sich die Führung der Fl).Züge in Gestalt leichter Kurzzüge, die nach Bedarf unter Zusammenfassung mehrerer Vcrkehrsbeziehungen zu schweren Zügen zu vereinigen wären. Da im Iahre 1930 93,61 Prozent der Reisenden gegenüber 92.8 Prozent im Vorjahre, die auf eine zeitgemäße, besonders schnelle Beförderung ebenfalls Anspruch erheben können, die Holzklasse benützen, sollte die besonders bevorzugte Zug- gattung der FO-Züge ebenfalls mit der 3. Wagen- klasse ausgestattet werden. Auf diesem Wege soll ermöglicht werden, Reisen auf weitere Entfernungen in sämtlichen Wagenklassen unter wesentlicher Abkürzung der Reisezeiten zurückzulegen. Gegenüber den bestehenden öreiflaHipen Schnellzügen mit einer durchschnittlichen Reisegeschwindigkeit von rund 60 Kilometer sollte den neuen, als ineinandergreifendes FD-Zug-Reh auszugestaltenden Zugverbindungen 1.—3. Klasse eine Reisegeschwindigkeit von durchschnittlich 70 Kilometer gegeben werden, was eine Abkürzung der Reisezeiten um rund 15 Prozent ermöglicht. Angesichts der namentlich durch die Tributlasten verursachten schwierigen Finanzlage der Reichsbahn ist nichts dagegen einzuwenden, daß für die höherwerttge Verkehrsleistung auch in der 3. Klasse der FO-Züge ein besonderer Zuschlag zu den SchneUzugsfahrpreisen erhoben wird, der nach oben durch den Satz des seitheriges Fl)-Zuschlags in der 1. und 2. Klasse - 4 Mk. - zu begrenzen wäre." Wie wir erfahren, befindet sich eine diese Gedanken weiter vertiefende Denkschrift in der Ausarbeitung, um nach Fertigstellung den zuständigen Stellen und der Oeffentlichkeit zugeleitet zu werden. Preußen. Kreis Wetzlar. # Atzbach, 29. Mai. In der jüngsten Sitzung der hiesigen Gemeindevertretung standen die Festsetzung des Haushaltsplanes für 1931 und der Dau der Kleinkinderschule zur Beratung. Die Gemeindevertretung setzte den Etat in Einnahme und Ausgabe auf 77 000 Mark fest. An Gemeindeumlagen sollen erhoben werden: 325 Prozent der Grundvermögenssteuer und 375 Prozent der Gewerbesteuer. Außerdem wird die Bürgersteuer in einfachen Sähen erhoben. Einem Antrag der Besitzer von Hausneubauten auf allgemeine Ermäßigung ihrer Grundvermögenssteuer konnte nur bedingt entsprochen werden. Der Entwurf einer Kleinkinderschule soll in einer späteren Sitzung in Gegenwart eines Vertreters des Kreisbauamtes besprochen werden. Der Vertragsentwurf, der die gegenseitigen Rechte und Pflichten über die Kleinkinderschule zwischen Zivil- und Kirchengemeinde regeln soll, fand nicht die Zustimmung der Vertretung. Eine Kommission soll einen neuen Entwurf ausarbeiten. Für den Bau stehen 4581 Mark bereits zur Verfügung, 6000 Mark sollen dem Stromgeldfonds entnommen und der Rest durch eine Anleihe aufgebracht werden. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt Nr.39 vomoom 29. Mai enthält: Voraussichtliche Reichs- steueräberweisungen. — Die Umlagen und die Son- dergebäudesteuer der Provinz Oberhessen. — Die Wahlen zum Provinzialtag der Provinz Oberhessen. — Verlust eines Dienstausweises. — Jugendtag und Steinfeier. — Heimatkundliche Arbeitsgemeinschaften. — Landwirtschaftskunde. einer solideren Zeit sich bewahrt haben. Hier und dort erscheint es als wünschenswert, einzukehren und zu verweilen, aber die Lockung von Westen her ist schon zu stark. Ein großer Bogen über Wolfs- kehlen und Leeheirn nähert dem Ziel. Es liegt etwas in der Luft, am Horizont hängt ein Silberschimmer — die Rheinebene ist gewonnen. Dann, hinter dem Weiler Geinsheim, senkt sich die Straße. Die Zacken der Schwabsburg winken, schon von drüben her, vom Jenseits des „rebengrünen Stroms", wie ihn der große Dichter dieser Zeit genannt hat, der an ihm aufgewachsen ist. Der Odenw.ald ist dem Gesichtsfeld entglitten. Der Blick gehört dem Westen, dem gegenüber, das mit den nun schon sichtbar gewordenen Weinbergen Willkommen winkt. Indessen, eine Brücke gibt es nicht. Die Fähre nimmt drüben noch Menschen auf; Geduld, Geduld — sie landet bald auch hier. Kühl weht es vom Wasser herauf, dem murmelnden. Die Dächer von N i e r ft c i n liegen schon im ersten leichten Schatten. Die Sonne entgleitet dem Tag, dem schönen Tag zwischen Main und Rhein. Was für ein Abend tut sich auf* Er saugt den Menschen förmlich an, und es gibt keinen Wider, stand gegen ihn. Denn die Seele ist dem umständlicheren Leib fröhlich voraufgeflattert. schönen alten Stuckarbeiten und wandern durch schönen Waldbestand an der Beilsteiner Ley, einem prächtigen Basaltsteinbruch, vorüber nach Beilstein. Der anmutig gelegene Ort, der von Bergen etnge- schlossen ist, wird überragt von einer Ruine, deren Betreten Vorsicht heischt (Wirtschaft von Stahl). Wir gehen nun weiter über den Rasenberg (512 m) und den Kreuzberg und kommen darauf in das Ulmbach, tat, dem wir bis Biskirchen folgen. Von Biskirchen bis Braunfels Fahrkarte nachlösen. Wanderzeit etwa 5 Stunden. Reiseliteratur. — JosefPonten:ZwiscstenRhoneund Wolga. Landschaftsbilder I. Mit einem Vorwort von Professor Dr. Erich von Drygalski. Reclarns Universal-Bibliothek. Nr. 7142. Geheftet 40 Pf. — (189) — Josef Ponten ist nicht nur berühmt als bedeutender Erzähler, sondern auch als hervorragender Geograph, in dessen „künstlerischen Erdbeschreibun- gen" europäischer und amerikanischer Landschaften sich Anschauungskraftz Schilderungsgabe, Nerven des Dichters mit dem Wissen, den Beobachtungen des weitgereisten Forschers zu einem einzigartigen Ganzen lebendig-anschaulicher Wissenschaft verbinden. Als erstes von drei Bändchen erscheinen hier europäische Landschaftsbilder aus Deutschland, Frankreich, Italien, der Schweiz und Rußland Wanderfahrten. Gießen — Gleiberg — Vetzberg — Rodheim. Wir gehen von der Lahnbrücke den Weg, der uns am oberen Hardthof vorüber zum Gleiberg führt. Unterwegs kommen wir am Bismarckturm vorbei, von dem man einen schönen Blick über die Stadt und das Lahntal hat. Nach gebührender Besichtigung der Burgruine Gleiberg, wobei wir nicht versäumen wollen, uns die großartige Rundschau vom Turm zu befrachten, gehen wir durch das Dorf und schlagen die Richtung nach Rodheim ein. Kurz hinter einem Wegweiser, an dem wir vorüber kommen, führt ein Feldweg rechts ab, auf dem wir in kurzer Zeit den Vetzberg erreichen. Von dem Gemäuer der alten Burg bieten sich uns reizvolle Blicke, namentlich auf den Gleiberg, das Biebertal und das Dünsberggebiet. (Bei W. Becker gute Einkehr.) Vom Vetzberg führen uns blaue Dreiecke alsbald zum Endziel Rodheim. Wanderzeit höchstens 2% Stunden. Katzenfurt — Greifenstein — Veilstein — Biskirchen. Wir fahren mit Sonntagskarte (Katzenfurt— Braunfels zurück) nach Katzenfurt, überschreiten das Bahngeleise und folgen schwarzen Punkten durch Feld und Wald nach der Ruine Greifenstein (Einkehr bei Simon). Wir besichtigen gegen ein kleines Entgelt die interessante Burganlage sowie die Kirche mit Vom Main zum Rhein. Meine Reise im Frühjahr. Don Will Scheller. Eine Ankunft und ein Abend in Miltenberg bringen mit Nachdruck zum Bewußtsein, daß Reisen nichts anderes ist, als ein durch fortwährende Ortsveränderung potentiertes Erlebnis des eignen In- nern. Durch ein in feiner seltsamen, mitten aus der Straße ragenden Verlassenheit wie ein Denkmal wirkendes Tor fährt der Wagen in langsamem Tempo ein und folgt der Straße die sich zum Flusse senkt. Am Ufer, von dem fließenden Blau durch eine breite Promenade getrennt, stehen die Hotels, die zugleich Gastwirtschaften sind. Der Reisende aber hält sich dort nicht lange auf, sondern streunt nach eiliger Erfrischung durch die Gassen der - kleinen Stadt, deren bauliche Sehenswürdigkeiten, an eine Berglehne geschmiegt, er nicht lange zu suchen braucht. Wenn nun in der Dämmerung die Umriß- linien des Mains mit der gesegneten Landschaft ver- schwimmen und droben im Städtchen die gepflegten Fachwerkbauten aus dem Dunkel leuchten, so fühlt ich der Mensch, der zum erstenmal hier gelandet ist, n seiner Erwartung bestätigt: so ungefähr hatte er ich's gedacht. Die Ansichtskarten und Prospekte haben nicht gelogen. So trinkt er zufrieden im „Riesen" einen offenen Wein oder anderswo ein Glas (oder zwei) des guten einheimischen Bieres und schläft danach sanft bewegt dem andern Tag entgegen. Der hat es in sich. Fräst schon ruft die Soyne zur Fahrt, und sie windet sich in sanften Krümmungen durch ein Gelände, das in Grän und Weiß zumal einen unbeschreiblichen Prunk des Blähens entfaltet. Das saftige Grän der Wälder, Wiesen und Getreidefelder ist bis an die Hänge, wo der Wald sich zusammenschließt, übersät mit Obstbäumen im Weiß der üppigsten Blüte. Sie sehen von weitem aus wie riesige Büschel von Wiesenschaumkraut. Rechts und links der Straße aber lagern sich kleine und große Grundstücke, auf denen fleißige Menschen, meist Frauen und Mädchen, mit weißen Kopftüchern gegen die Sonne sich schützend, fleißig der Gemüsepflanzung warten — ein Bild das an diesem Tag trotz allen Wechsels der Landschaft, immer wiederkehrt. Am Eingang zu einem Gebirgstal, das in den Odenwald hinein sich verzweigt, kommt Amorbach in Sicht, ein heiter sich hinbuckelndes Stadtgebilde, das einen der innenarchitektonisch reichsten Kirchen- bauten des Barock besitzt, die Abteikirche, deren leben, bejahende das Gefühl zugleich über die Welt hinaus- tragende Prachtentfaltung zumal in der Deckenbemalung, im Hochaltar und in der Kanzel als eine Glanzleistung der Benediktiner zu betrachten ist, die hier einst geherrscht haben. Seit dem Reichsdeputationshauptschluß gehört der Bau mit» dem anschließenden Kloster den evangelischen, in Amorbach auch mit einem Schloß begüterten Fürsten von ßeiningen, zu deren Besitz auch die ausgedehnten Waldungen ringsum zu rechnen sind. Auf einem der Bergkegel träumen, von hohem Baumwuchs versteckt, die in • dauerndem Verfall begriffenen Reste der Wilden- b u r g von den Zeiten, da Wolfram von Eschenbach hier als Gast des Ritters von Durne, eines Gefolgsmannes Friedrichs I. von Hohenstaufen, des Barbarossa, den „Parzival" ersann. Wer hier länger ver- weilen will, findet in den reizvollen alten Gasthäusern Amorbachs alles, was er als Mensch von heute verlangen zu dürfen glaubt. Denn die Stadt betrachtet sich selbst als Luftkurort. Freilich: die Luft ist hier auf den Hängen des Oden, waldes überall gut, und wie nun die Straße sich in vielen Kurven hinaufschraubt, strömt von allen Seiten der Segen der Einsamkeit herab, und es ist, als wäre der Wagen ganz allein da auf der Welt und als wäre sie eigens für ihn hierhin gezaubert mit ihrem beschwingenden Vergnügtsein in sich selbst. Die Straßen durchs Land sind hier wie Alleen, und es schneit Blütenblätter. Dann ist auf einmal Erbach da, der alte Fürstensitz mit einem Schloß, dessen Anspruch in einem eigentümlichen, ungemein reizvollen Gegensätze steht zu der Intimität des Ortes und seiner beschaulichen, kleinbürgerlichen Ruhe — ein Ort wie jenes Bild aus dem chinesischen Märchen, in dem der Maler selbst verschwindet. Denn es ist, als wäre der Mensch hier aus der Welt, als könne er hier in diesem Spitzweg.Frieden sich verloren gehen, sich und dem Leben, dem er in den Odenwald entfloh. Das Leben aber fordert ihn zurück, und schon im nahen M i ch e l st a d t atmet es, mittelalterlicher Nachklänge umnachtet, ihm bewegter entgegen, das 3665 V Kämpen auf Sylt das Nordseebad der guten Gesellschaft Bilderreicher Prospekt kostenlos durch das Verkehrsamt Kämpen ■■■ Luftkurort Partenstein im Spessart (Bahnstation), 15 Bahnminuten von Heigenbrücken) Hotel und Kurpension Rietz 3248 v wundervoll gelegen. Idealster Sommeraufenthalt, inmitt. herrl. Wälder Reiz. Fremd.-Zimm. Fließ, warm u. kalt. Was«. Zentralh. Bäder i.H. Bek vorz. Küche. Volle Pension mit Nachm.-Kaffee Mk 4.50 u. 5.—. Auloh Verlang. Sie Prospekte. Tel. Frammersbach 35. Referenz: Dr. Fritz Bock Frühjahrskur für V3563 | Nervenkranke und Nervös-Erschöpfte Spezialknranslalt Bolheim im Taunos bei Frankfurt a. M. — Prospekte durch M San.-Ral Dr. M. Sdinlze-Kalileyss. N>^.en 1 X^^NordseehaillnselJuisl vx,/........ Das vornehme Familienbad der Nordsee 17 km langer, sehr breiter,reiner feinsandiger Naturstrand, ohne Buhnen u. Bauten, der Innerhalb von 1—3 Minuten von allen Häusern erreichbar ist. Mäßige Pensionspreise. Kurkarten Inhaber: Kalte Seebäder kostenlos; warmeSeebäder Erwachsenei Mk.,Kinder50Pfg. Neuerbante große moderne Lesehalle mit Schreib- nlscho, Rauchzimmer u. Zentralheizung. Unterhaltungen: Reitsport, Tennissport, Tennisturniere, Konzert, Reunions und Kinderfeste. Frequenz 12000. Prospekte durch die Badeverwaltung und Reisebüros. 3116 V DeiMtojMl Parole: Nordseebad Borkum Preisabbau / Tages-Kurkarte Msec-Klima Prospekte 3iO5V durch d. Bade Verwaltung Gasthaus Thörner. 3533 D Römlinghofen Post ÖberkasFel ä. Rh. Pension Hühner 3669 D Omnibus Sonntags: Gießen ILudwigS- vlav) ab 13.40, Arnsburg ab 18.15 Ubr. ruhiges Haus, bekannte gute reichh. Verpflegung Pension Mk.4.-, ab15. Juli Mk.4.50 4 Mahlzeiten, garn. Frühstück neuzeitliches Strandbad KloslerArnsbmg '/«Stunde Waldweg von Lich. Sehenswerte Rume u. Barockbauten. Beste Verpflegung lermäßtgte Preise) und Sommerfrische im <$itt -Urteil: „Eö wäre mir erwünscht, wenn die Badener- waltung besonders in ärztlichen Kreisen darauf Hinweisen würde, daß ich den Salzschlirfer Bonifaziusbrunnen als das bedeutendste medizinische Heilwaffer einschätze und mir kein Mineralwasser bekannt ist, dem ich eine gleiche Wirkung zntraue". San.-Rat Dr. Schulie-Lremberg, Hannover. Haustrinkkuren gerade jetzt gegen Gicht und Nstcumak Erhältlich in allen Apotheken und Drogerien. Niederlage von W. Stoll bei Wilhelm Michel Walltorstraße 71 / Fernruf 2479 ;o29 v Otto Klein & Co. G. m. b. H., Mtneralwassergroßhandlung, Frankfurt a. SJJL Hauptgüterbahnhos, Fernruf 75454 u. 75455 Besucht deutsche Bäder! SchloB-Cafä Marburg Mittwoch: 5-Uhr-Tanz-Te® Besitzer; J, H. Kübel. [3699D 3572 D Inh. Carl Spangenberg - Schönste Aussicht Marburgs Täglich ab 15.30 Uhr: Konzert D ienst,Don nerst.,Sonnab. u.Sonnt :Tanz-Abend Erbolunüshein]„EicliIior‘, Lauterbacb Strecke Gießen—Fulda (Hessen) 10 Min. von Bad. Salzschlirf, am Südostabhang des Eichbergs, mit großen in die Waldungen des Eichbergs übergehend. Parkanlagen, macht einen Aufenthalt einzig idyllisch. Einzel- u. Familienzimmer zum Preise von tägl. RM. 4.- bis 5.- pro Person einschL Pension. Neuzeitl. Schwimmbad in nächster Nähe Herrliche, ruhige, sonnige Höhenlagen sichern beste Erholung und Genesung 3077D 'Rad Saldiausm-Q^^ Bewährte Heilquellen / Schöner alter Park Preiswerte Pauschalkuren Auskunft: Hessische Badedirektion Höhenluftkurort Herbstein ■ I Gasthaus ..Hewslscher Hof“ I Sommerfrische in ichömter Höhenlage des Vogelsberges. I Ringsum Laub- und Nadelwälder, Badegelegenheit in 2 Seen. Veranda und sonnige Liegeterrasse mit herrlich. Ausblick. Luftige, saub. Zimmer und gepflegte, anerkannt gute Küche. Pensionspreis 4 Mk. Wirtschaft. HessischerGparkaffenr und Giroverband Die diesjährige Hauptversammlung des Hessischen Sparkassen- und Giroverbandes fand in Alzey statt. Zu einem Degrüßungsabend hatten am Vortage die Stadt Alzey und die Kreissparkasse Alzey eingeladen. Auf die Begrüßungsansprache des Bürgermeisters Dr. Hill (Alzey) erwiderte mit Dankesworten der Verbandsvorsrtzende Iustiz- rat Dr. h. c. Reh. Zu der Hauptversammlung waren vc>m Deutschen Sparkassen- und Giroverband Präsident Dr. Kleiner und Direktor Cremer erschienen. Ferner waren die Rachbarverbände durch Präsident Re uff er (Stuttgart), Direktor Müller (Stuttgart), Präsident Dr. Gugelmeier (Mannheim), Direktor Walter (Mannheim), Direktor S t ä h l e r (Kaiserslautern), Direktor Hartmann (Wiesbaden) vertreten. Für die Kommunale Landesbank waren Oberbürgermeister Granzin (Offenbach), Direktor Loy (Darmstadt), für den Hessischen Landgemeindetag Bürgermeister Alexander (Gonsenheim) anwesend. Iustizrat Dr .Reh begrüßte vor Eintritt in die Tagesordnung noch die Regicrungsvertre- ter, Oberregierungsrat Kuhn vom Ministerium des Innern in Darmstadt und Kreisdirektor Draudt (Alzey). Für den Minister des Innern überbrachte Oberregierungsrat Kuhn Grüße und wünschte den Verhandlungen einen gedeihlichen Verlauf. Auf der Tagesordnung stand in erster Linie der Geschäftsbericht, den der Ver- bandsvorsihende erstattete. Die Verbandsrechnung für 1930 wurde debattelos genehmigt. Den Bericht über das Geschäftsergebnis der Gemeinschaftsbank (Landeskommunalbank-Girozentrale für Hessen) erstattete in einem ausführlichen Referat Direktor Henkel. Dann hielt Präsident Dr. Kleiner einen Vortrag über „Die Geschichte und Entwickelung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes", dem sich ein ergänzender Vortrag des Iustizrats Dr. Reh über „Die Geschichte und Entwickelung des^ Hessischen Sparkassen- und Giroverbandes" anschloß. Wochenbericht vom Frankfurter Vroduktenmarkt. Der Frankfurter Produktenmarkt zeigte auch in dieser Woche eine weiter zur Schwäche neigende Tendenz. Durch die Ungewißheit über die künftigen politischen Maßnahmen zum Zwecke der Brotpreissenkung erachtete man es als ganz natürlich, daß jedermann nur die allernotwendigsten Käufe vornimmt. Das Geschäft am Drotgetreidemarkt kam fast völlig zum Stillstand. In Weizen war das Angebot in alter Ware relativ klein, Umsätze kamen nur sehr spärlich zustande/ Der Preis zeigte eine abermalige Ermäßigung um 2,50 Mk. pro Tonne. Reuweizen wurde etwas mehr offeriert, die Preise sind weiter zurückgegangcn. Man bot mecklenburgischen Weizen 76 Kilogramm schwer, per prompte Lieferung zu 30.50 Mk. per Zentner an. Am R o g g e n m a r k t ist die Tendenz etwas stetiger und die Preise konnten sich bei kleinem Angebot gut behaupten. Die Umsätze beschränkten sich aber auch hier nur auf Käufe des notwendigsten Bedarfs. G e r st e lag sowohl in Brau-, als auch in Industriegerste geschäftslos. Futtergerste war ebenfalls nur wenig gefragt und blieb zu 22 bis 23 Mk. erhältlich. Hafer lag sehr ruhig und weiter rückgängig. Es notierte die Tonne In- ^landhaser 210 bis 215 Mk. Das Geschäft am Mehlmarkt war auch ;in dieser Woche lustlos, die Preise weiter gedrückt. Für süddeutsches Weizenmehl Special 0 stellte sich die Rotiz auf 41 bis 42 Mg., für Niederrhein. Spezial 0 auf 40,75 bis 41,25 Mark pro 100 Kilogramm. Die zweite Hand war mit etwa einer 0,50 Mk. billigeren Offerte im Markt, erzielte ledoch ebenfalls keine nennenswerten Arnsätze. Am Roggenmehlmarkt war 60prozentigcs Roggenmehl besser gefragt, als 70- prozentiges. Die Preise blieben gegen die Vorwoche unverändert. Futtermittel lagen infolge der günstigen Witterung weiter gedrückt und verzeichneten trotz des schwachen Angebots ebenfalls nur geringen Absatz. Der Preis für Weizenkleie war mit 12,75 Mark etwas mehr rückläufig, während Roggen- kleie einen relativ lleinen Abschlag aufzuweisen hat. Die Rotiz lautete für 100 Kilogramm 13.50 Mark. Am Kartoffelmarkt ist die Rachfrage wesentlich 'geringer geworden, so daß bei ruhiger Tendenz die Preise etwas nachgaben. Man verlangte pro Zentner Industriekartoffeln hiesiger Gegend bei Waggonbezug 4.10 bis 4.15 Mk. Wochenbericht vom Frankfurter Effektenmarkt. Die Depression an der Effektenbörse hielt auch in dieser Woche an. Infolge der Unterbrechung durch die Pfingstfeiertage kam zum Liquidationstage starkes Material an die Märkte, was einen erneuten Kurseinbruch zur Folge hatte. Die Mehrzahl der Kurse ist im Laufe dieser Woche wieder unter das Riveau von Mitte Ianuar gegangen. Das Vertrauen zur Börse ist bei dem Publikum stark gesunken. Die wenig freundliche Stimmung des Auslandes gegenüber Deutschland nach der Genfer Konferenz hinterlieh einen nachteiligen Eindruck. Richt weniger bedrückt fühlt sich die Börse durch die bevorstehende Rotverordnung und durch die plötzlich eingetretene Abschwächung der Reichsmark. Die Kulisse und das Publikum, ja selbst die Banken, schritten im Hinblick darauf zu verstärkten Abgaben, die vornehmlich zu Geldbcschaffungszwecken vorgenommen wurden. Am Schluß der Derichtswochc machte sich dann, nach vorhcrgegangcner erneuter Abschwächung, eine kräftige Erholung bemerkbar, da die Kontermine auf dem niedrigen Kursniveau wieder Rückdeckungen vornahm, wobei die Version von einer politisch gebesserten Lage anregte. Die Besserungen betrugen dabei von 3 bis 5 Prozent. Besonders matt lagen wieder die international gehandelten Werte des Elektro-, Kali- und Kunstseidemarktes, aber auch in solchen Werten, die bisher noch einigermaßen gestützt wurden, wie I.-G.-Farben, einige Montanpapiere, Leonh. Tietz, Zellstoff Waldhof und alle Bankaktien, besonders aber Danatbank, erfolgten nach Aufhören der Interventionen empfindliche Einbußen. Den weitaus größten Verlust hatten Chadeaktien, die auf die schwache Haltung der Peseta 26 Mk. verloren. Ilse Bergbau, Rhein. Braunkohlen und Svenska gaben bis zu 15 Prozent bzw. Mark nach. Am Rentenmarkt bestand ebenfalls nicht unerhebliches Angebot, so daß für Anleihen, Pfandbriefe, Industrieobligationen, Städte-Anleihen und Reichsschuldbuchforderungen Einbußen bis zu 2,5 Prozent zu verzeichnen waren. Sehr schwach war besonders die Poung-Anleihe. Der Geldmarkt hat sich im Hinblick auf den Altirno etwas versteift. Am Devisenmarkt lag die Mark schwach. Wochenbericht vom Frankfurter Gchlachtviehmarkt. Wie in der Regel unmittelbar nach hohen Feiertagen die Märkte schwach beschickt waren und auch ein Rachlassen des Geschäftes aufzuweisen hatten, so war es auch diesmal. Die Rachfrage konnte jedoch voll befriedigt werden, z. T. ergab sich noch Lieberstand. Auffallend ist jedoch das starke Interesse, das sich am S ch w e i n e m a r f t zeigte. Allerdings zeigte auch die Beschickung mit 4523 Stück (gegen 7453 in Vorwoche) eine ziemlich Abnahme. Infolge der niedrigen Preise für Schweinefleisch hat der Verbrauch etwas zugenommen. Besondere Rachfrage bestand nach leichten Fleischschweinen, während Fettschweine nahezu unverkäuflich sind. Rach schleppendem Handel wurde der Markt ausverkauft. Die Preise zogen gegenüber der Vorwoche von 4 bis 6 Mk. an. Auf dem Rindermarkt entsprach der Auftrieb (890 gegen 1612) der an den Märkten nach Feiertagen üblichen Beschickung. Bei ruhigem Geschäft und unveränderten Preisen wurde der Markt geräumt. Am Kälbermarkt konnte sich trotz des geringen Auftriebs (950 gegen 2644) keine Preisbesserung durchsetzen. Der Handel war ruhig, später schleppend, doch wurde ausverkauft. Die Preise blieben für die besseren Qualitäten behauptet, dagegen trat für geringe Kälber eine Abschwächung von 6 Mk. pro Zentner ein. Am Schafmarkt wurde der Auftrieb von 91 Stück glatt geräumt. Es notierte pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 45—48, a2) 40—44, bl) 35-39. Bullen a) 40-43, b) 35-39. Kühe a) 35—38, b) 29—34, c) 22—28, d) nicht notiert. Färsen a) 45—48, b) 40—44, c) 36—39. Kälber a) -, b) 59-64, c) 53—58, d) 40-52. Schafe nicht notiert. Schweine a) —, b) 47—49, c) 48 bis 50, d) 47—49, e) 46—48. * * Hessen-Nassauische Gas AG., Frankfurt a. M. -Höchst. Die Generalversammlung der Hessen-Nassauischen Gas AG., Frankfurt a. M.-Höchst beschloß die Verteilung einer Dividende von 6 v. H., gegen 7 v. H. im Vorjahre, aus dem erzielten Reingewinn von 390 469 NM. Zum Vortrag auf neue Rechnung gelangen 11079 Mark. * Main-Kraftwerke AG., Frankfurt a. M.-Höchst. Im Geschäftsbericht der Main- Kraftwerke AG. wird darauf hingewiesen, daß das abgelaufene Jahr ganz im Zeichen des wirtschaftlichen Niederganges stand. Die Stromabgabe ist von 105,26 Millionen kwh auf 91,04 kwh zurückgegangen. Trotz des erheblichen Rückganges des Stromabsatzes ist es möglich, die vorjährige Dividende von 6 vH. bei genügenden Abschreibungen aufrecht zu erhalten. Aus dem Bruttogewinn von (in Mill. Mark) 5,03 (5,31) verbleibt nach Abzug der Handlungsunkosten von 0,77 (0,86), der Steuern von 0,89 (0,93) und der Abschreibungen von 69 478 Mk. (34 049) ein Reingewinn von 1 404 528 Mark (1 406 502). Zum Vortrag auf neue Rechnung sollen 11 862 Mk. (12 874) gelangen. Frankfurter Börse. F r a n k f u r t a. M., 30. Mai. Tendenz: schwächer. Die Wochenschlußbörse stand unter dem Eindruck der bekanntgewordenen generellen Einstellung der Notverordnung, die in Verbindung mit dem flauen gestrigen Schluß der Neuyorker Börse eine erneut schwächere Tendenz zur Folge hatte. Auch die weitere Zunahme der Wohlfahrtserwerbslosen und der bestehende Auftragsmangel wirkten störend. Das weitere Anwachsen "der Spareinlagen und die gebesserte Lage der Oesterreichischen Kreditanstalt blieben anderseits unbeachtet. Die Spekulation nahm nach den gestrigen Deckungen heute wieder Abgaben vor, die jedoch kein größeres Ausmaß annahmen, zumal die Banken etwas Aufnahmeneigung bekundeten. Bei kleiner Umsatztätigkeit ergaben sich gegen die gestrige Abendbörse meist Kursrückgänge bis zu 1 v. H. Spezialwerte, wie IG.-Farben, AEG., Siemens, Aku und Karstadt gaben um je 2 v. H. nach. Stärker rückläufig waren Salzdetfurth und besonders Schiff- fahrts-. Montan-, Bau- und Zellstoffaktien, die bis 1,5 o. H. verloren. Von Bankaktien waren Reichsbank mit 2 v. H. mehr abgeschwächt, während die übrigeft Papiere dieses Marktes bis 1 v. H. nachgaben. Am Anleihemarkt zogen Auslosungsanleihe weiter leicht an. Von fremden Werten Ungarn Gold 0,25 v. H. höher. Im Verlaufe bröckelten die Kurse weiter ab, wobei der Verlustabschluß bei Karstadt verstimmte. Spezialwerte erlitten erneut Rückgänge bis 1,5 v. H. Am Geldmarkt hielt die Nachfrage für Tagesgeld an, so daß der Satz auf 5,5 v. H. erhöht wurde. Am Devisenmarkt setzte sich die scharfe Entwertung der spanischen Valuta fort. Das Pfund lag etwas rückläufig. Man nannte Mark gegen Dollar 4,21, gegen Pfunde 20,48, London gegen Neuyork 4.8648, gegen Paris 124,15, gegen Mailand 92,96, gegen Madrid 57,25, gegen Schweiz 25,1450, gegen Holland. 12,0925. Berliner Börse. Berlin, 30. Mai. Schon im heutigen Vormittagsverkehr konnte man eine stärkere Zurückhaltung bei der Spekulation bemerken, die ihre Begründung einmal in der erneuten Kursabschwächung des Neuyorker Platzes, ,3um andern aber auch in den möglich innerpolitischen Folgen der Notverordnung suchte. Der Beginn der heutigen Börse verzeichnete erneut Kursrückgänge der Salzdetfurthaktien um 4,5 v. f)., wobei anscheinend die gestern gemeldete notwendig gewordene Arbeitskürzung in der Kaliindu- strie seitens der Kundschaft nachwirkte. Die Kursgestaltung war ziemlich uneinheitlich, neigte aber im übrigen zur Schwäche, IG.-Farben eröffneten auf eine Intervention^,75 o. H. höher, Jlse-Bergbau gewann 2 v. H., Rheinische Braunkohle 1,5 v. H., Schubert & Salzer 2 v. H., Berger 4,5 v. H., anderseits waren aber heute Kaliwerte bis zu 4,5 v. H., Svenska um 3 Mark, Karstadt um 2,25 v. H. und Chadeaktien um 6,50 Mark gedrückt. Bei letzteren verstimmte natürlich die neue katastrophale Entwertyng der Peseta. Anleihen waren gut behauptet. Von Ausländern erschienen Oesterreichisd)e Kreditanstalt wieder mit Plus-Plus-Zeichen, dagegen waren Türken auf die ergebnislosen Verhandlungen hin schwächer. Unifizierte Türken erschienen mit Minus-Minus-Zeichen. Am Geldmarkt zog der Satz für Tagesgeld auf 6 v. H. an, Geld über Ultimo entsprechend auf 6 bis 8 v. H. Die übrigen Sätze unverändert. Im Verlaufe ging das Kursnioeau bei kleinem Geschäft weiter zurück. Spezialwerte verloren im Verlaufe bis 3 v. H. Erwähnenswert ist noch die feste Haltung der Schlesischen Zementaktien, die auf den relativ günstigen Abschluß und die 8-v. H.-Dividende mit Plus-Plus- Zeichen erschienen und um 4,5 v. H. über gestern ein- setzten. Auch Thüringer Gas wurden verspätet mit 136 v. H., Laurahütte mit 32,65 o. H. und Oester- reichische Kreditanstalt mit einem Kurs von 9,75 Mark genannt. Berliner Produktenmarkt. Berlin, 29. Mai. Rach den gestrigen scharfen Preisrückgängen machte sich bereits im heutigen Vormittagsverkehr eine Erholung bemerkbar, und die Produktenbörse eröffnete in festerer Haltung. Die für heute vorgesehenen beträchtlichen Weizen- andienungen wurden gestern abend zurückgezogen, so daß der Druck am Weizenmarkte nachgelassen, hat, für spätere Lieferung lagen auf dem ermäßigten gestrigen Preisniveau größere Kaufaufträge aus der Provinz« vor, so daß die Rnfangsnotie- rungen 3 bis 4 Mark höher lagen. Rm Effektivmarkte blieb das Geschäft schleppend, das Angebot von Reuweizen hat sich etwas verringert, und die Forderungen lauteten 2 bis 3 Mark höher. Roggen zur prompten Verladung wird, namentlich in Kahnmaterial, vermehrt offeriert, die Mühlen kaufen infolge Qualitätsbefürchtungen nur vorsichtig. Ain Lieferungsmarkt kam es zu Preisbesserungen um 1 bis 2,25 Mark. Weizen- und Roggenmehle haben bei unveränderten Preisen ruhiges Geschäft. Hafer in prompter Ware bei ausreichendem Angebot stetig, der Lieferungsmarkt war erholt. Gerste in unveränderter Marktlage. Ab 1. Iuni wird im handelsrechtlichen LieserruiMgeschäft Oktobergerste notiert werden. Es notierten (1000 Kilo): Weizen, märkischer 272 bis 274 (stetig).Mai 280,50 bis 281,50, Iuli 287 bis 286,50. Sept. 242 (Brief): Roggen, märkischer 200 bis 202 (stetig), Mai 215 bis 216, Iuli 196, Sept. 186,25; Futter- und Industriegerste 222 bis 236 (ruhig); Hafer, märkischer 191 bis 193 (ruhig), Iuli 201 bis 200,50 (Brief), Sept. 172 bis 170,50. Gießener Wochenmarktpreise. Cs kosteten auf dem heutigen Wochen markt: Butter Pfund 1,40 bis 1,50; Matte 30 bis 35: Wirsing (neuer) 30 bis 35; Weißkraut 15 bis 25; Rotkraut 25 bis 40; rote Ruben 15 bis 20; Spinat 15 bis 20; Römischkohl 20 bis 25; Spargel 30 bis 60; Tomaten 60 bis 90; Zwiebeln 15 bis 20; Meerrettich 30 bis 60; Schwarzwurzeln 35 bis 40; Rhabarber 10 bis 15; Kartoffeln 5 bis 6; Aevfel (ausländische) 50 bis 60; Kirschen (ausländische) 70 bis 80; Erdbeeren 2,00 bis 2,40; Aprikosen 90 bis 1,00; Honig 40 bis 50; junge Hähne 90 bis 1,00; Suppenhühner 90 bis 1,00; Rüsse 60 bis 70; Käse (10 Stück) 60 bis 1,40; Tauben Stück 50 bis 70; Eier 8 bis 9; Blumenkohl 40 bis 70; Salat 10 bis 15; Salatgurken 40 bis 70; Ober-Kohlrabi 20 bis 25; Lauch 5 bis 15; Rettich 20 bis 25; Sellerie 10 bis 50; Radieschen Bund 10 bis 15; gelbe Rüben (neue) 20 bis 25; Kartoffeln Zentner 4,00 bis 5,00 Mark. Daten für Samstag, 30. Mai. Sonnenaufgang: 4.18 Ahr, Sonnenuntergang: 20.27 Ahr. — Mondaufgang: 19.49 Ahr, Mond- untergang: 2.59 Ahr. 1265: der italienische Dichter Dante Alighieri in Florenz geboren. — 1431: Die „Iungfrau von Orleans", Ieanne d'Arc, wird in Rouen verbrannt. — 1640: der Maler Peter Paul Rubens in Antwerpen gestorben. — 1853: der Maler Vinzent van Gogh in Groot Zundert in Brabant geboren. Daten für Sonntag, 31. Mai. 1750: der preußische Staatsmann Karl August Frhr. v. Hardenberg in Essenroda geboren. — 1773: der Dichter Ludwick Tieck in Berlin geboren. — 1809: der Komponist Ioseph Haydn in Wien gestorben. Ferdinand Schill fällt bei der Verteidigung Stralsunds. — 1857 : Papst Pius XI. zu Desto geboren. — 1916: Seeschlacht vor dem Skagerrak. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Montag, 1. Iuni, 20 bis nach 22.30 Ahr: „Die Boheme". — Dienstag, 2., 20 bis gegen 23: „Andine". — Mittwoch, 3., 19.30 bis nach 22.30: „Die Macht »des Schicksals". - Donnerstag, 4., 20 bis 22.45: „Der fliegende Holländer". — Freitag, 5., 20 bis nach 22: „Wozzeck". — Samstag, 6., 20 bis 22.30: „Der lustige Krieg" (zum erstenmal). — Sonntag, 7., 15.30 bis nach 18: „Der Barbier von Sevilla" (geschlossene Vorstellung für Erwerbslose). 20 bis gegen 22.30: „Das Land des Lächelns". Schauspielhaus. Montag, 1. Iuni, 20 bis gegen 23 Ahr: „Elisabeth von England". — Dienstag, 2., 20 bis gegen 22: „ Fenster". — Mittwoch, 3., 20 bis gegen 22: „Margot und das Iugendgericht". — Donnerstag, 4.. 20 bis gegen 23: „Elisabeth von England". — Freitag, 5.. und Samstag, 6., jeweils von 20 bis gegen 22: „Margot und das Iugendgericht". — Sonntag, 7^ 20 bis nach 23: „Der Hauptmann von Köpenick". Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 o. H.» Lombardzinsfuß 6 v. H. $ranffurl a. 3)1. Berlin Frankfurt a. .01. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Banknoten. Schluß-s l-Uhr- furd Kurs Schluß« fürs Anfang« Kurs Schluß« lurs 1-Uhr« Kurs Schluß-s lurs | Anfang- Kurs Schluß« lurs 1-Uhr- Kurs Schluß« kurs Anfang- Kurs Berlin, 29..wai Geld »rief Dänische Roten ....... 4,198 58,39 112,32 20,43 16,43 168,76 22,00 112,33 59,03 2,485 112,43 81,09 37,42 12,44 73,22 — Frankfurt 4,216 58,63 112,76 20,51 16,49 169.44 22.08 112,77 59,27 2,505 112,87 81,41 37,58 12,50 73,52 a. 7N. Dalum 29.5. 30.5. 29.5. 30.5. Datum 29.5. 30.5. 29.5. 30.5. Dalum 29.5. 30.5. 29.5. 30.5. 0% Deutlche Retcheauleihe von 1927 .......... 7% Deutsche RelchSanlekhe von 1929 ..... ..... Deutsche Snl.-M>lS1^Schuld ml! AuLlos.-Rechlen....... DeSgl. ohne Auilos.-Rechte . . . 6% Hess. BotliNaal von 1929 (rüdjQÖlb. 102%)...... Oberteilen Provinz - Anleihe mit AuSlos..Rechten....... Deutsche Komm. Sammeiabl. Anlclhe Serie 1....... 8% Qtanlf. Hyp.-Bank Goldpfe. XIII unfünbbar bis 1934 . . . 7% firantf. Hyp.-Bank Goldpse unkündbar bis 1932 ..... l¥i% Rheinische Hyp.-Bank Liqu. Goldpse......... 8% Pr. Londerpsandbriesanstalt, $|anbbrte|e R. 11...... 8% Pr. CanbeSpfantbriefonfiali, Komm^Obl. R. 20...... 7% Pr. CanbeSpIanbbrtefanßalt, Psandbriese R.»...... - K.®.®. obg. B ortrtegr-Obligatio- neu. rückzahlbar 1932 ..... 4% Oesterreich«che Goldrente . . 4,20% Ocsterrcichische Silberrente 1% Oesterreichtsche Einheitliche Rente........... 4% Ungarische Goldrente . . . . 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 KV*% beSfll. von 1913..... 4% Ungarische Kronenrente . . . 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türlische Bagdadbahn-Anl. Serie 1........... 4% brtfiL Serie U....... 5% Rumänisch, vereinte Rente Bon 1903 .......... 4J4% Rumänische vereinh. Rente von 1918 .......... 4% Rumänische vereinh. Rente . 84,25 99 93,5 51,6 95,25 91 100,5 96,5 19 16,5 14,75 3 3 3 7,13 13,4 5,4 I | | I | | I 1 I 1 1 1 II 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 84,9 99,4 93,5 51,6 100,5 1,8 16,4 15 15,5 3,05 3,15 3,1 7,25 13,65 5,5 54,2 4,6 16,9 15,25 2,9 2,95 3,05 13,75 5,4 Hamburg-Amerika Paket ... 7 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 8 Hama Dampfschiss.....10 Norddeutscher Lloyd.....8 Allgemeine TeutscheCreditanst. 10 Barmer Bankverein .... 10 Berliner Handelsgesellschaft . 12 Commerz- und Prioat-Bank . 11 Darmstädter und Nationalbank 12 Deutsche Bank und DiLconw-GeleUschast, ... 10 Dresdner Bank ...... 10 RetchSbanl........12 AE.G............8 Bergmann.........9 dellt. LieserungSgesellschaft. 10 Licht und Kraft......10 Fellen & Guilleaume . . . 7yt Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen .... 10 Hamburger EteltrizttätS-Werke 10 Rheinische Elektrizität .... 9 Schlesische Elektrizität. ... 10 Schubert L Co.......11 Siemens L HatSke ..... 16 Tronsradto...... 8 Lahmeyer & Go...... . 10 Subetui..... . • . . 5 Gelsenkirchener ....... 1 Hoesch Eisen........ KSln-Ncuessen. . .•••..< Mannesmann-Rvhre» • • • • ' Manssclder Bergbau . .... 7 Obcrschles. Eiienbedars .... 6 Lterschles. Kaliwerk«. .... 7 Phönix Bergbau......8¥i Rheinische Braunkohlen . . 10 Rheinstahl..... 6 Riebeck Montan......7.2 51,25 51,9 107,5 102,25 120 101,5 101,75 136,5 89,5 99,75 99,75 72,5 95,5 95 112,75 144,5 103 38 60,5 64,5 56 148 50 65,25 31,5 46 143,5 66.8 50 51 102 101 101 . 134,5 88,25 50.25 90,5 73,25 51,5 107.5 102 120 101,65 101,75 136 89,5 69,25 101 100,75 72,5 95,25 95 112,13 143 102 38,13 61,75 64,65 55 48,5 148 49,5 53 64,75 31,25 65 46,75 142 67 49,25 90,5 106,75 102 120 101,4 101,25 135 88,9 100,5 71 95,75 96,5 111,75 = 38 61 64,65 55 47,75 150 50 53 64 65,25 143,5 67 Bereinigte Stahlwerke..... Olavi Minen......16'/, Kaliwerke Aschersleben ... 10 Kaliwerke Westeregeln ... 10 Kaliwerke Salzdetfurth ... 15 I. G. Farben-Jndustri« . . . 12 Tanami! Nobel.......6 Scheideanstalt....... .9 Goldschmidt ....... .6 RütgerSwerke ........ 6 Metallgesellschaft.......8 Dhillon Holzmann......7 Zementwerk Heidelberg . . 10 Cementwerk Karlstadt. ... 10 Walch & Freytaa......8 Schultheis Patzenhofer ... 15 Aku...........18 Bemberg........." Zellstoff Waldhos .... 18'/, Zellstoff Aschaffenburg ... 12 Charlottenburger Wasser ... 8 Dessauer (fla=..... 9 Daimler Motoren . ..... V Rat. AuwmobU.......0 Orenstem & Koppel ..... 6 Svenska........... frankfurter Maschinen .... 4 Geigner....... 6 Heyligenstaedt ....... O Jungten«....... 6 Lechwerke..........8 Matnkraftwerke Höchst a.M>. . 8 Miag...........10 Gebt. Roeder.......10 Boigt & Haesfner..... S Süddeutsche Zucker .... 10 46 21,5 122 127,5 183,5 133 116,5 38,25 47 58,5 71 53 23 - 64,5 75,5 72,5 23,5 65,75 94 223 9,5 28,5 109,75 179,5 131 116,5 46,25 59 70,25 52 63 72 24 66,5 109,75 46 21,4 122,5 128,25 182,5 131,75 38,9 47 59 72 23,25 131,5 62,75 74,65 73,5 65,25 112,75 24,75 67 40 94 225 10 30,5 110 46 21,5 127 . 178 132,5 47 59 70 132 64 75 72 112 23,75 66,5 39,25 93,5 225 tzranzüsische Roten ....... Holländische Noten ....... Italienische Noten........ Norwegische Noten....... Deutsch-Oesterreich, 1 100 Schilling Rumänische Noten....... Schwedische Noten ....... Schweizer Noten ........ Spanische Roten........ Tschechoslowakische Noten..... Ungarische Noten........ Devisenmarkt Berlin 29. Mol 30. W 131111131111111=8 £l111111 Hll Amtliche Notierung Geld | Ariel Amtliche Notierung Geld | »riet Amst.-Rott. Buen.-AtreS Brsf.-Antw. Christiania. Kopenhagen Stockholm . HelsingforS. Italien. . . London. . . Neun ort . - Paris. . .. Schwei, .. Spanien. . Japan . . . ft-tto de Jan. Wien in D-- Oett- abgeft Prag . . . . Belgrad . . Budapest. . Bulgarien. Liffabon . Danzig. Sonftautin- Athen. . Lanada . Uruguay. 169,15 1,275 58,57 112,62 . 112,65 112,75 10,584 22,01 20,416 4,2065 16,456 81,335 37,86 2,079 0,291 59,11 12,461 7,422 73,30 3,045 18,91 81,80 1,784 5,242 4,204 2,298 20,98 169,49 1,279 50,69 112,87 112,87 10,604 112,97 22,05 20,501 4,2145 16,496 81,495 37,94 2,083 0,293 59,23 12,481 7,436 73,44 3,051 18,95 81,96 1,789 5,262 4,212 2,302 21,02 169,16 1,278 58,555 112,62 112,66 112,75 10,584 22,015 20,461 4,2065 16,475 81,39 34,07 2,079 0,297 59,12 12,66 7,424 73,41 3,045 18,91 80.80 1,784 5,456 4,203 2.348 20,98 169,50 1,282 58,675 112,84 112,88 112,97 10,604 22,055 20,501 4,2145 16,515 81,55 34,13 2,083 0,299 59,24 12,86 7,438 73.45 3.051 18,95 80,9« 1,789 5,466 4,211 2,352 21,02 Rundfunkprogramm. Sonntag, 31.2Hai. 7 Ufjr: Don Hamburg: Hafenkonzert. 8.15: Katholische Morgenfei«. 9.15: Stunde des Chorgesangs. 10.15: Ausführung der Opernschule des Hochschen Konservatoriums, kl.05: Erlebte Geschichten, von F. T. Weiskopf, Berlin. 11.30: Leipzig: Kantate am Sonntag „Trinitatis", „Es ist ein trotzig und verzagt Ding", von Jloh. Seb. Dach. 12: Schallplattenkonzert. 14: Stunde des Landes. 15: Karlsruhe: Mit Sang und Klang nach Lindenau. 16: Dachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18: „Zur Seelenkunde deutscher Stämme und Landschaften", Dortrag von Prof. Dr. Paul Zaunert, Kassel. 18.25: Robert Musil lieft auS eigenen Werken. 18.50: „Liebhabertheater", Dortrag von Hartung. 19.30: Bunter Abend, Quer durchs deutsche Land! 21: Gastspiel der Stuttgarter Kammeroper, „Das goldene Kreuz", Oper in zwei Akten. 22.40 bis 24: Tanzmusik. Montag, 1. Juni. 7.30 bis 8.30 ilfjr: Bad Ems: Konzert des Kurvrchesters. 11.50: Schallplattenkonzert. 16.30: Konzert. 18.15: „Das Tarifwesen". Dortrag von Dr. Georg Böse, Heidelberg. 18.45: „Ein Werk in Deutschland", Dortrag von Walter Daum, Halle. 19.15: Englischer Sprachunterricht. 19.45: „Hnö trotzdem! Humor in schweren Zeiten", von Dr. L. H. Schütz und Karl R. Hörgcs. 20.30: Konzert Anton Rubinstein. 22: Zeitbericht, Kampf um die deutsch-österreichische Zollunion in Genf. 23: Tanzmusik. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 31. Mai. T r i n i t a t i s f e st. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfr. Becker: zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Markusgemcinde; 9.30: Pfarrassistent Seemann: 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde: Pfarrassistent Seemann — Johanneskirche. 8: Pfr. Ausfeld: zugleich Christen, lehre für die Neukonfirmierten der Johannes- gemeinde: 9.30: Pfr. Bechtolsheimer. 11: Kinder- kirche für die Lukasgemeinde: Pfr. Bechtolsheimer : 20: Bibelbesprechung im Johannessaal: Missionar Walther. — Kapelle des Alten Friedhof». 9.30: Psr. Lenz: zugleich Christenlehre für die Neukonsirmicr- ten der Luthergcmeinde: 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde: Pfr. Lenz. — Llisabcth-Kleinkinder- schule. 9.45. Psr. Becker. — 3m Saale der neuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde: Psr 'Ausfeld. — Klein-Linden. 9: Hauptgottesdienst: anschließend Christenlehre für die mänliche und roeib: liche Jugend: 10.15: Kindergottesdienst. — wiefeck. 9.30. — Allcn-Vuscck. 10. — Kirchberg. 10: Kirchberg: 11: Christenlehre für die konfirmierte männliche Jugend: 13.30: Mainzlar. — Hausen-Garben- tcich. 10: Hausen: Christenlehre: 13: Garbenteich. — Matzcnborn-Steinberg. 9.30. Hauptgottesdienst mit Christenlehre-, Missionsprediger Muller (Wiesbaden). — Cid). 8: Stiftspfarrer Draudt, 9.30: Stiftsdechant Kahn: Christenlehre für die weibliche Jugend. katholische Gemeinden. Samstag, den 30. Mai. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 31. Mai. 1. Sonntag nach Pfingsten. Dreifaltigkeitsfest. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte: 7: Messe: 8: Kommunion: 9: Hochamt mit Predigt: 11: Messe mit Predigt: 14: Andacht mit Segen. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Cich. 10: Hochamt mit Predigt: 20: Vortrag und Andacht. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Montag, den l.Juni. Caubach. 7.30 Uhr: Messe. Mittwoch, den 3. Juni. Hungen. 6.15 Uhr: Messe. LonntanSdicnit d.Aerzte n. Apotheken am 31.5 31. Dr. Neumann-Svengel. Dr. Wolf. Engelapolheke. Zahnarzt: Dr. Metz. *D Vorbeugen ist ein bewährter Grundsatz. Man wende ihn daher auch auf dem Gebiete der Fußpflege an. In der Zeit vom 1. bis 3. Juni hat im Schuhhaus Süß jedermann Gelegenheit, zu kostenloser Fußprüfung und Beratung durch einen Fuß- Spezialisten vom Burgit. Fußpflege - Dienst in Dresden. 2207V Gießen (Bergstraße 9), z. Z. Stuttgart, 29. Mai 1931. 3712 D taufen. 03163 WeserstraBe 3111. 031 581 37101»! Gießen, den 28. Mai 1931. 03145 3698 Die Trauerfeier findet Dienstag, 2. Juni, 2.30 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt.-Von Beileidsbesuchen bitte ich abzusehen. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer teuren Entschlafenen sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank. Für die vielen Beweise aufrichtigster Teilnahme be* dem Heimgang unserer Heben Entschlafenen sowie für die aufopfernde PflegederSchwestern Trinaund Elisabeth während Ihrer langen Krankheit und für die besonderen Aufmerksamkeiten der Herren Pfarrer sagen wir innigsten Dank. Familie Chrmacher Schupp und alle trauernden Hinterbliebenen Lollar, den 30. Mai 1931. Villen 03174 Etagenhäuser Güter zu verkaufen H. Cloos, Gießen, ttirchstraße 2. Televbon 3772. Znunobilten, Huvocheken- Vermittlung. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Aloys Spengler und Kinder. Montag, ben i.3uni nachmittags ab 2 Uhr, versteigere ich im „tötoen", Neuenweg 28: einen Kassenschrank (geeignet für Ge meinden), drei Sofas, einen Staub- sauger (Elektro-Lux), eine Kinderbadewanne (emailliert), eine große Badewanne (emailliert), zwei Waschtische mit Marmor einen Kleiderschrank, einen runden Tisch, zwei Schnellwaagen, vier Stühle (gepolstert), ein Bett mit Federn (emailliert), zwei elektrische Oesen, ein Bügeleisen (elektrisch), Schreibtische, Nachttische Grammophonplatten, Zimmer- und Nachttischlampen, einen ovalen Spiegel mit Goldrahmen, zwei Wein- schränke, einen Obstschrank, ein Mädchen- rad, einen Regulator, einen großen Ein- machschrank. 3714O Zum Verkauf kommen: ein- und zweitürige Kleiderschränke, ein Schlafzimmer, eine Küche, Fliegenschränke, Blumenkrippen, Nachttische, Herren, und Damenräder. Versteigerung bestimm!. Ludwig Havtmetz Auktionator und Taxator Neuenweg 28 — Telephon 3414 Statt besonderer Anzeige. Mein lieber Mann, unser herzensguter Vater, Schwiegervater, Großvater und Bruder Karl Wenzel Direktor der Wilhelm Gailschen Ton werke A. G. ist heute im 66. Lebensjahre von uns geschieden. Im Namen der Familie: Lina Wenzel, geb. Reinig. tAm Pfingstmontag abend ging unsere herzensliebe, gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Fran Margarete Werner Wwe. geb. Maus nach kurzem, aber schweren Leiden im 83. Lebensjahre von uns, wohlversehen mit den heiligen Sakramenten unserer Kirche. Wir haben sie gestern in aller Stille zu ihrer letzten Ruhestätte begleitet Die trauernden Hinterbliebenen: Familie B. Kellner, Offenbach/Main Familie W. Werner, Gießen Familie C. Harrer, Colmar (Elsaß) Familie A. Szczech, Gießen Gießen, den 30. Mai 1931. Todes-Anzeige Am 29. Mai 1931 entschlief sanft nach kurzem Krankenlager unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmütter Frau Maria Bopp, geb. Bern im Alter von 72 Jahren. In tiefer Trauer: Familie Philipp Wolf, Bischofsheim Familie Karl Bopp, Gießen Familie Wilhelm Bopp, Annerod Familie Heinrich Fink, Garbenteich Die Beerdigung findet Sonntag, den 31. Mai, nachmittags 315 Uhr in Hausen statt Selegenheilskuus! 4 PS Opel In gut erhallen. Zustande wegen Anschaffung eines größ. Wagens, steht zu verkaufen bei s«„z Ludwig Miinch, Moiorsahrzeuge Lindenstrutb. Auto- Gelegenheitskauf. Mehrere 2-u.4-sitzig. Opel, off. u. geschloff. gebraucht.maschtnell einwandfrei, ganz billig abzugeb. 3WD Opelaato, Wen Frankfurter Str. 52. Telephon 2847/48. Verkäufe Bei mir steht ein Bulle zum Berkaus. Herdbuch-Tier, Notscheck. g.Abst.,l4' »Non. all. Wilhelm Käthes II., Bottenhansen. 37181) 10 Wochen alte BevSel zu verkaufen. 3700D Karl Zimmer Lieh, Oberstadt 8. Entchen 7 Tage alt, zu ver- Bekanntmachung. Am Montag, dem 1., Dienstag, dem 2., und Mittwoch, dem 3. Juni 1931, jedesmal nachmittags von 1 Uhr an, werden im Hof des Anwesens Asterweg 27 eine große Anzahl teilweise sehr gut erhaltene, aus Nachlässen herrührende Gegenstände, wie Möbel, Kleidungsstücke, Küchengeräte und dergleichen mehr, öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigert. 3438C Der Oberbürgermeister (Wohlfahrtsamt). ____________Dr. Seid.____________ Bekanntmachung. Dienstag, den 2. Juni 1931, findet Rindvieh. (Nutzvieh-) Markt statt: sämtliches Bich wird gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. Auftriebszeit am Markttage von 7 bis 8 Uhr vormittags. Der nächste Schweinemarkt findet am 17. Juni 1931 statt. 3628C Gießen, den 30. Mai 1931. Der Oberbürgermeister. I. B.: Dr. Seid. Bekanntmachung. Betr.: Einlösung von Mietgutscheinen zu Lasten der Sondergcbäudesteuer Rj. 1930. Ich weise darauf hin, daß die Einlösung der bis zum Schluffe des Rechnungsjahres 1930 (31. März 1931) ausgestellten Miet- gutfcheine nodj bis spätestens 1. Juli 1931 (Rechnungsabschluß) erfolgen kann. Im Falle nicht rechtzeitiger Einlösung verlieren vom genannten Zeitpunkte ab die alsdann noch in Umlauf befindlichen Gutscheine ihre Gültigkeit. 3663D Gießen, den 27. Mai 1931. Der Oberbürgermeister (Wohlfahrtsamt). ___________Dr. Seid.___________ Bekanntmachung. Die diesjährige öffentliche Impfung in der Stadt Gießen findet wie folgt statt: 1. Impftermin: Dienstag, 2. Juni, von 16 bis 17 Uhr. Nachschau: Dienstag, 9. Juni, von 17 bis 17S Uhr. 2. Impftermin: Dienstag 9. Juni, von 16 bis 17 Uhr. Nachschau: Dienstag, 16. Juni, von 17 bis WA Uhr. 3. Impftermin: Dienstag, 16. Juni, von 16 bis 17 Uhr. Nachschau: Dienstag, 23. Juni, von 17 bis 17.30 Uhr. Jmpflokal ist die Turnhalle der Schiller- fchule, Schillerstraße. 3519C Zu diesen Terminen können alle in 1930 oder früher geborenen Kinder, bei welchen der Nachweis der erfolgreichen Impfung bisher nod; nicht erbracht wurde, vorgestellt werden. Die Kinder müssen mit rein gewaschenem Körper und reinen Kleidern zur Impfung gebracht werden. Kinder aus Häusern, in denen übertragbare Krankheiten herrschen, sind nicht zugelassen. Gießen, den 28. Mai 1931. Der Oberbürgermeister. I. B.: Dr. Seid. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Harbach für Rj. 1931 liegt vom Samstag, dem 30. Mai d. 3., ab eine Woche lang auf unserem Bureau zur Einsicht offen. Innerhalb dieser Zeit können Einwendungen schriftlich oder mündlich vorgebracht werden. 3713D Zur beschlossenen Umlageerhebung haben die Ausmärker beizutragen. Harbach, den 29. Mai 1931. Hessische Bürgermeisterei Harbach. _______________Schomber.__________ Arbeitsvergebung. Für den Reubau eines LagerkellerS an der Heilstätte SelterSberg sollen die 6rö', mauret- u. Betouarüenen vergeben werden. 03123 Die Pläne liegen im Düro des Architekten Daurat Meher. Westanlage 6, zur Einsicht offen. Die Angebotsunterlagen können daselbst in Empfang genommen werden und sind dort bis Montag, den 8. Juni, vormittags 11 Llhr einzureichen. Der Hess. Landesverband __«ur Bekämpfung der Tuberkulose. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Albach für 1931 Rj. liegt vom 1. Juni bis einschl. 8. Juni d. I. auf unserem Amtszimmer zur Einsichtnahme offen. Es ist die Er- Hebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. Albach, den 29. Mai 1931. Hessische Bürgermeisterei Albach. _____________Lenz.________3707D Bekanntmachung. Montag, den 1. Juni, vormittags 10 Uhr, wird im Hofe des Faselstalles zu Quetfborn ein abgängiger Eber öffentlich versteigert. 3687D Oueckborn, den 28. Mai 1931. Hessische Bürgermeisterei. Albert. das unangenehme und peinliche Ausrutschen auf Parkett oder sonstigen gebohnerten Böden gehabt! Diese Gefahren sind vorbei. Die Bodencreme PerWachs bringt allen, auch den unsichersten Füßen, ■ Sicherheit wie auf jedem gewöhn- Blichen Holzboden. Sind Fußböden *Jund Treppen mit PerWochs behan- Mdelt, ist ein Ausgleiten normaler» weise ausgeschlossen. 7 Wollen Sie bei diesem aufjergewöhn» glichen Vorzug noch auf Perwacht ■ verzichten? | Machen Sie sich selbst und andern leine Freudei Verwenden Sie in Xfr Ihrem Heim für den Boden nur noch GröOe 3 RM 2.65 Ulalnlgo Hersteller: THOMPSON-WER KE G.m.b.H. DÜSSELDORF Motorrad Sarolaor. 660 cem, kovfgesteuert, wegen Sterbefall zu verk. Vogel, Lndwlgitr, 62. Triumph- Motorrad 300ccm,gul erhalten, vretSw. zu verkauf. tilOotneniflnn Sonnenttr. 5, Ml<7 1 auch Lspiinniger Wagen m.Pfuhlfasr, fast neu, komvl. mit Ifpänntfl. Kuhgeschirr, zu verk. Daobringen, HanptatraBe 26. Z..,D »lavier sehr aut erhalten, für 300 Mk. zu verkaufen tocotfl Ebert, Klavlermacher, Ludwigstr. 8. La,,» MW und 03164 1 Auszugtisch eiche gebeizt, gebr, aber sehr gut erhalt , auch einzeln, i.A. sehr preiswert zu verk. Möbelfabrik k ar 1 Hahn, Löberstraße 17. Gebrauchte Küche billig zu verkaufen. OSUfi] Goetheitr. 501. In größter Bade-Hauben Bade-Schuhe Spielbälle — Gummi-Tiere Drogerie Winterhofl Kreuzplatz 10 A 3342 A Eine Postkarte genügt! wenn Ihnen an einem guten sofortigen Haupt- oder Nebenverdienst und Dauer- eristenz gelegen ist. Kein Geld einsenden. Kavual und Branchekennlnisse nicht erforderlich. Sie machen völlig unverbindlich u. ohne jede Konen zuerst einen Versuch und • • '.staunen. Schreiben Sie beule noch an Po,i,chließfach tt.tzG, 'Auerbach (Hessen). In drei Tagen haben Sie Antwort. -r"D Eine Postkarte genügt! Auskunft durch: Prospekte kostenlos. 3 Bezirksdir. Ost, Frankfurt a. Main ßrönnerstraße 20 — Telephon Nr. 24 289. Tüchtige Vertreter gesucht. niiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiniiiwiiiiiiHiiiiin SONNTAG, DEN 7. JUNI, IN DER VOLKSHALLE Das alljährliche große Sommerfest der Gießener Studentenschaft und der Gießener Studentenhilfe MITWIRKEN DE: MITGLIEDER DES GIESSENER STADTTHEATERS Nika Eggmeier der große Humorist gastiert heute abend im Universitätscafe Plockstraße 5 03159 es liegt in gießens mauern das Wirtshaus an der iahn du kannst dort ruhn und schauen nach alltags hast und plag ein rippchen von dem Schweinchen fein der handkäs lädt zum schmaus dich ein der apfelwein so kühl und gut wie er hier im keller ruht und hell und dunkel brauhaus-bier ich wünsche wohl bekomm es dir. SchattigeGartenwirtschaft a, der Lahn bringt sich in Erinnerung Ludwig Jochem Statt Karten! Oie Verlobung meiner Tochter (StfC mit Herrn Gerichtsreferendar Otto Vierheller gebe ich be- lannt Frau (Zlsbeih Äeiling geb. Sponagel Darmstadt Mathildenplah 17 31. Meine Verlobung mit Fräulein (Ase Äeiling/ Tochter des ver. storb. Herrn Ministerialrats Dr. Karl Volling und seiner Frau Gemahlin Elsbeth, geb. Sponagel, zeige ich an Otto Vierheller Darmstadt Heidelberger Straße 132 i 1931 3696 V Neue u. gebrauchte Dezimal- ui MW billig zu verkaufen. Beparatnrwerkstätte Karl Schmidt, Löberstraste 19. miss Statt Karten! IhreVermählung geben bekannt Diplomhandelslehrer Paul Nehmer Anny Nehmer, geb. Weyer Anfang 8 Uhr. Saalöffnung 7 Uhr Vorverkauf: Musikalienhandlung ChalHer, Universitätssekretär Ritter Bureau der GieBener Studentenhilfe Im Studentenhaus Eintrittskarte RM. 1.50, Studentenkarte RM. 1.00 einschließlich Tanzkarte 3706 D Sängergau Gießen-Stadt und Land i. H. S. B. Sonntag, den 31. Mai 1931 2.0auliedertag in Gießen Ab 9 Uhr Wertungssingen in 3694D der Neuen Aula der Universität Großes Militär-Konzert Sonntag, den 31. Mai, abends 8.30 Uhr im Cafe Leib 3650 D ausgeführt von der Kapelle des I. (Hess.) 6ren.-Bat.15. Inf.-Regts., Gießen Eintrittspreis 80 Pf. Studentenkarte 50 Pf. U. vsMiWnWlM ist und bleibt Edel Whier der Landre-BreitiiauiiLWeWbierbrauerei Kurzgeschntttenes MHz liefert 1490D Dampisägewerk Lollar B. Nubn. A. G. Asbest- Platten 1,2, 3.4 und 5 mm, wieder am Lager. 67W0 CarlSchunck Tapezier- u. Polsterarbeiten fertigt gut u. billig. Revaraturen auher d. Haufe, osi« Carl Reh, Ebelstr. 14 la Gasherde mit Doppelsparbrennern zum Spottpreis von Mk. 19.50 Carl Schunck 3711 p Bahnhofstr. 64 IW 3705 V eppiche deutscheQualit. liefert ohne An- Zahlung in 12 Monatsraten Teppichhans Orient Frankfurt a. M. Zeil 25 Schreiben Sie sofort Akt.-Ges, 3684 D Sieben, Pulvermühle (Lahnbrücke) ____________Telephon 3027_______03178 Cafe Ebel Sonntag, den 31. Mai 1931 Eröffnung unserer 03167 neneWerMelen GarteuwtscUafl Zur Unterhaltung der werten Gäste ist in den Gartenanlagen ein Radio-Lautsprecher angebracht. — Um geneigten Zu- spruch bittet: Frau Erb, Wwe. Angenehm und modern Ist die neue Herren- Bluse mit Ledergürtel; sie macht die Hitze erträglicher 3104 A Badeanzüge für Damen und Herren C.Röhr&Co. Gartetrmöbel besonders Friedhofs-Bänke,-Sessel ufro. Eögar Borrmann, Gießen. 5 cbrn 6fettig behauene Lungsieme gebrauchtlSchielit- und Ecksteine) gibt billigst ab sssaD Glöckner Lick, Teles. 376. Sägespäne zum Streuen sowie Anmachholz laufend abzugeben. Dampfiäaewerk Abcndstern, Televbon 3580. qmm Wanzen sowie jedes andere Ungeziefer vertilgt gewissenhaft u. diskret unter schritt l. Garantie. Behördl. Dankschr. Bet Wanzen nur Vergasung. Zimmer o. Mk. 7 an. Kammer). Schomber, Gießen, Kirchenplatz 18- Geschäftsmann, Witwer, 50 er, Nabe Gte- heu, sucht tüchtige,fol. Hausfrau, zwecks Heirat Genaue Angabe der Verhältnisse u. Bild. Verschwiegeuh.zuge- sichert.Schr.Ang.unt. 03162 a. d. Gieh. Anz. (6eb.Dame,Ende30 grohe,angenehm.Er- scheinung.mil gemütlichem Heim, wünscht Wiederheirat m. Herrn inges.Stel- lung. Höh. Beamter bevorz.Diskr.Ebren- sache. Schr.Ang. unt. 03127 a. d. Gtest. Anz. weil alkoholarm, durststillend und erfrischend Die als gleichwertig empfohlenen Nachahmungen, wobei es sich aber vielfach nur um Einfachbier nach Berliner Art handelt, weise man zurück. — Zu beziehen durch: Bierverlag Wilhelm Michel Walltorstrafee 71 * Fernsprecher Nr. 2479 Bei WIMWW hilft das Naturprodukt MI-MIMW In Apotheken, Drogerien und Reformhäusern, bestimmt zu haben: Reformhaus Scholz, Kreuzplatz 5; 1428V Kräuterhaus Jung, Schulstrahe 5; Drogerie W. Kilbinger Nacht, Seltersweg 79a. Familien-Drucksachen verlobungsanzelgen Vermählungsanzelgen bei Brühl. Schulstraße Geburtsanzeigen 2>/1Ltr.-45 PS-6 Cyl.-Pu Iman-Limouslne RM 6250 / 3Ltr.-55 PS-6 Cyl.-Pul m.-Umous. RM 6950 3-4 Ltr.-65 PS-8 Cyl.-Pullman-Llmojsine RM 7750 4 Cy',-30 PS-4-Sitzer-Phaeton RM 3390 / 4 Cyl.-30 PS-4-Sitzer-Llmouslne RM 3590 Vagerr , • der l^/uc/i/zg end Elegant; «In M.I.I.re.rfc moderner I Autol.chnlk, de. Ergebniel lehnehnteleAyr ErfehAjngen | Adam Kircher, Gießen, Bleichstr. 15 Reparatur-Werkstätten 2zz sefjr Billigen ^Preisen! qJ~C6Z‘T€TI~c71tI'Z,ÜQC für Straße und Sport ffdosen in allen Sorten d)amen~3Yläntel in neuesten 3-ormen d)amen~ir , ■®enRoß?uns1, ;SS ^LeTehe ^ulregje »achtes. 3t =*>4* *6* Lch: swj^rden. D^uhr s,