Getreidebörse. 29. April Ts notierten: en 217,50, fjaftr (inlönbi> enmehl ((übbeutfdje?, 6.?e= RvWMch 30 bis 32, w 13,15 Wt.-XwW ung bet ’Regierungsmaö- kjS&i “jfiött M.CT. w ? ^siseidvÄ^rs. 7Bö’na^ bat büßten ÄJ Alu ■nt sZhS t lug L» *■ t»Ss. l»r ^er.aue bfo. tatn l£rSl0§en^ «ÄS* Schul, lud) tit Ä5 .Manien, der ftr NÄmÄ1 MtaKr -ah um rde. 1 Wnt auf Börse. ^dem im W\^M «Lk ft lur yficften eine x\ Kn’“ Vertrag von Dc. Ausstellung. nie prähistatWr^E tur in Frobenms AM mler chi frecher: Dr P-ml Laven M s Thema M1'^ 2 Don (SjJ’SjjLff Bortrag «5- «* ins^lpeMvn. _ HM prlin 168-6 1,361 58,355 112,30 112-3 10,556 21,975 20.x. 4,1955 16,396 SO-»' 43,81 2,0fi 0,302 iS.O'i Ä 18,87 1,60 .784 ,442 4,192 2,766 20.92 ’S 58,47 1'2. 10,56 22,015 20,44* 4,2035 16,43 80,97 43.83 2,077 0,304 59,135 p 444 7,390 73.26 3,04« 18-9 81.76 1,789 ,454 4,200 2,773 20,96 "iStit "utT 58,08 112.03 20,357 16,357 168.83 22,0 112,03 56,ß 2,477 112.15 80,59 42,72 I?-” 72,91 etM IsHT 1,321 58.48 112.5 112.51 112.62 10.575 22,01 20 439 4,2020 16.426 80,925 43J9 2,077 0,314 59,14 Ä I & i 799 449 1 4J99 2,783 ;j,98 —ÄJ93 58,32 112,47 20.43 16.4'7 168,9 22,09 112.41 59.0 2.494 112,5? g),9l Ag 11. 73,21 -—- ÄS ®tl61 — nr. wo Erstes Matt M. Jahrgang Donnerstag. 30. April (931 Ertche'n' lüglich.kmtz« Sonntags und Feiertag» Beilagen: Vre Illustriert, Etetzenei Familienblättei tzeimal im Dill» Di, Scholl, monats Bejugsprcls: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspsenmg für Träge» lohn, auch bei Richter- scheinen emzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Sernfprerf an|d)lüfle anterSammelnummer2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzetger Siesten. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Siebener einziger General-Anzeiger für Oberhessen vnick vnb Verlag: vrLhl'sche Universitäts-Such- und Stetndruckerei 8. Lange in Sietzen. Schristlettung und Seschäftrftelle: schulftratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsenmg; für Re« Klameanzeigen von 70 mix Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20u „ mehr. Chefredakteur. Dr. Friede Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Tlaj Filter, sämtlich in Gießen Reparationen, Kriegsschulden und Wirtschafiskrifis. Reichsbankpräsideni Or. Luther über die Ursachen der Wirtschafisnot: Die falsche Verteilung des Goldes über die Erde durch Reparationen und Kriegsschulden. Berlin, 29. April. (WTB.) 3n der Generalversammlung der Anteilseigner der Reichsbank mach eReichsbankpräsident Dr. Luther vor Eintritt in die Tagesordnung einige allgemeine Bemerkungen. Er ging davon aus, daß die Erörterungen der letzten Zeit über die Bedeutung und den Sinn der Goldwährung, wenigstens dazu beigetragen hätten, dah eines der Haupthindernisse für die Lleberwindung der Weltwirtschaftskrise klar erkannt worden ist und daß man jetzt den Finger auf die Wunde lege. Richt von der Währungsseite her könne die große Rot geheilt werden, sondern die Verteilung des Goldes über die Erde hin sei falsch. Sn Deutschland sei der Goldbestand auf den Kopf der Bevölkerung berechnet von 64 Mk. Ende 1913 auf 36 Mik. Ende 1930 zurückgegangen, in England von 93 Mk. auf 66 Mk., in Frankreich dagegen von 150 auf 214 Mk. und in den Vereinigten Staaten von 86 auf 161 Mk. gestiegen. Frankreich habe damit den bei weitem größten Goldbestand von allen Landern der (Erbe; wäh. rend vor dem Kriege sein Goldbestand das Zweieinviertelfache der deutschen Kopfquote ausgemacht habe, machte er Ende 1930 das Sechsfache der deutschen Kopfquote aus. Die Hauptursache der Goldoerschiebungen feien die Reparationszahlungen Deutschlands und die Internationalen Kriegsschuldenzahlungen. Der Ausgleich mühte seitens der Empfängerländer durch Einfuhr ausländischer Wertpapiere ober durch Kapitalexport herbeigeführt werden. Das geschehe aber nicht, besonders seitens Frankreichs, sondern der Ausgleich werde zum größten Teil durch Goldeinsuhr vollzogen in einer Zeil, wo die ganze Welt und besonders Deutschland an hunger nach langfristigem Kapital leide. Der grohe Fehler fei, dah der Weltgoldbestand seiner monetären natürlichen Funktion entkleidet und infolgedessen sterilisiert fei. Sodann wies Dr. Luther auf die hohe kurzfristige Auslandverschuldung Deutschlands hin, die das deutsche Wirtschaftsleben lähme. Auf diesem Hintergrund« habe sich auch im abgelaufenen Geschäftsjahr die Bankpolitik des Instituts abgespielt. Dr. Luther ging dann noch auf die Auswirkungen der Reichstagswahlen vom 14. September 1 930 aus die Devisenbilanz der Reichsbank ein, wobei er darauf hinwies, dah ein Verlust von über 1 Milliarde Mark eingetreten sei, der bis heute nicht eingeholt werden konnte. Ohne besondere Maßnahmen wäre es nicht möglich gewesen, den Wirtschastsbedarf und den politischen Bedarf Deutschlands an Devisen zu decken, wenn nicht die außerordentlichen Devisenzuflüsse des Winterhalbjahres (Bevorschussung der Reichsbahnvorzugsaktien usw.) stattgesunden hätten. Sn diesem Zusammenhänge betont« Dr. Luther, dah die Besserung der deutschen Außenhandelsbilanz auf eine Verringerung der Einfuhr, dagegen nicht auf eine Steigerung der Ausfuhr, zurückzuführen sei. Die geringe Belebung der Wirtschaft in bcn_ letzten Wochen sei nicht überdas saisonmähige Maß hinausgegangen; auch der Zahlungsmittelumlauf habe keine entsprechende Aufwärtsbewegung gezeigt. Andererseits könne aber darauf hingewiesen werden, dah offensichtlich in wichtigen Wirtschaftszweigen der Konsum seit längerer Zeit aus Lagerbeständen befriedigt wird, ohne dah eine laufende wiederaufsüllung in hinreichendem Umfange siallgefunden hat. Soweit solche Lagerbestände sich erschöpfen, fei mit einer allmählichen Erleichterung der Krise durch Aufträge aus Herstellung dieser Konsumgüter zu • rechnen. „Auherdem soll mit Befriedigung festgestellt werden, dah die zusätzliche Rot, die wir aus psychologischen Ursachen seit mehr als einem halben Jahre zu erdulden hatten, im Schwinden begriffen ist. Das vertrauen im In- und Ausland zur Stabilität der deutschen verhält- nisse wächst erkennbar an. (Ein Spiegelbild der besonders seit Februar sich vollziehenden Wandlung zum Besseren bietet die Kursbewegung der deutschen Papiere drinnen und drauhen. Der Durchschnittskurs der fest verzinslichen werte an der Berliner Börse hat seinen Höchststand vom Sommer vorigen Jahres ungefähr wieder erreicht. Die Ausländsanleihen haben ebenfalls den größten Teil der Kurseinbuhen an den Auslandsbörsen wieder aufholen können. Der Zins für langfristiges Geld ist in Deutschland im Zusammenhang mit dem Erfolg des 7prozentigen Pfandbriefes etwas gesunken. Diese somit eingetretene ruhigere Beurteilung enthebt die für das deutsche Volksschicksal Verantwortlichen in keiner Weise der Rotwendigkeit tatkräftigen Handelns, drückt aber das berechtigte Vertrauen des Sn- und Auslandes aus, daß die deutsche Wirtschaft und das deutsche Volk, die vor, während und nach dem Kriege so gewaltiges geleistet haben, auch der Schwierigkeiten der Gegenwart Herr werden." DerJahresbrrichtderReichsbank Die deutsche Wirtschaft unter dem Druck der Reparationen. Berlin, 29. April. (TU.) Auch der Sah- resbericht der Reichsbank für 1930 enthält dieses Mal bedeutsame politische Feststellungen. So stellt der Bericht ausdrücklich fest, dah die seit 1928 zu beobachtende Verschlechterung des deutschen Wirtschaftslebens während des Berichtsjahres unter den Einwirkung der Weltwirt- schaftslr.se sich außerordentlich verschärft habe. Daß Deutschland überhohe Reparationslei st ungen zu tragen habe, gebe der inländischen Depression chre besondere Schwere. Unter dem Zwange seines Kapitaldefizits müsse Deutschland mit aller Macht an der Besserung seinerHandelsbilanz arbeiten, die Ausfuhr um jeden Preis stei- ?ern und zugleich die Einfuhr einschrän- e n, was die Weltwirtschaftskrise weiter zu verschärfen geeignet sei. Dabei falle erschwerend ins Gewicht, dcch die Reparationszahlungen seit Deendigmia der Pariser Konferenz ihrem! realen Wert nach um ein Fünftel gewachsen seien. Es zeige sich mit erschreckender | Deutlichkeit, was die deutschen Vertreter bei der Pariser Konferenz fortgesetzt aber erfolglos betont hätten, nämlich daß der unaufhörliche Druck der Forderungen der Siegerstaaten immervonneuem pvlitischeund wirtschaftliche Erschütterungen verursache. Die dem deutschen Wirtschaftsapparat unter diesem Druck aufgebürdeten Lasten liehen chm keine ausreichende Rente. Der bisher beschrittene Weg, die zur Deckung bei? Reparationen und des wirtschaftlichen Kapitalbedarfs benötigte Beträge durch Aufnahme von Auslandschulden auszubringen, habe zuäuherst gefährlichen und auf die Dauer unerträglichen Zinslasten geführt. Der Bericht betont sodann, dah diese Lage den Rähr- boden für Währungsbesorgnisse ähnlicher Art gebildet habe, wie sie schon iim Vorjahre während der Pariser Konferenz auf getreten seien, die diesmal durch innerpolitische Vorgänge ausgelost worden seien, die als Reaktion einer auf die Spitze getriebenen Dolks- nvt gewertet werden müßten. Die Reichsoank habe indessen den Beweis liefern können, daß alle Befürchtungen wegen der Stabilität der Reichsmark durchaus grundlos seien. Cm neue# priisnngsvrgan für die Zollunion. Das Komitee zur Kontrolle der Pfänder für die österreichische Völkerbundsanleihe soll einberufen werden. Ein gefährliches (Spiel. .Man glaubt zu schieben, und man wird geschoben." Die deutsch-österreichische Zollunion ertrinkt allmählich in der Fülle von Kommissionen, die gebildet sind oder gebildet werden sollen, um den Franzosen den Gefallen zu tun, dem ersten praktischen Versuch einer wirtschaftlichen Annäherung Mitteleuropas Schwierigkeiten in den Weg zu legen. Das neueste auf dem Gebiet haben sich die Staliener geleistet. Sie wollen den Ausschuß wieder ausgraben, der zu Zwecken der Finanzkontrolle im Sahre 1922 gegründet wurde, um ihm die Frage vorzulegen, ob die Zollunion dem Anleiheprotokoll widerspräche. Das merkwürdige ist nur, daß dieser Ausschuh eigentlich gar nicht mehr besteht und von den Gläubigermächten nur wieder einberufen werden kann, wenn die Gefahr besteht, dah die österreichischen Pfänder für den Anleihe- dienst nicht mehr ausreichen oder das Gleichgewicht des österreichischen Haushaltes ins Schwanken kommt. Beide Voraussetzungen treffen doch im vorliegenden Falle offenbar nicht zu, denn darin besteht eigentlich auf keiner Seite mehr ein Streit, daß Oesterreichs Zolleinnahmen durch den Anschluß an das deutsche Zollsystem wesentlich erhöht werden, die für die Anleihe gegebenen Sicherheiten also sich nur verstärken. Trotzdem kann Stalien mit seiner Anregung natürlich die Absicht haben, den Franzosen einen Knüppel zwischen die Deine zu werfen. Denn, wenn dieser Ausschuß zu dem Ergebnis kommt, dah Bedenken gegen die Zollunion aus dem Gesichtswinkel der Konvention von 1922 nicht vörliegen, dann sind ja eigentlich alle weiteren Unterhaltungen in der Europa-Kommission und im Dölkerbundsrat überflüssig. Das Urteil wäre dann schon gesprochen, bevor Frankreich dazu kommt, seine eigentliche Anklagerede zu halten. Es will uns nur scheinen, als ob in Rom übersehen würde, dah der Finanzkontrollausschuh automatisch dann nicht nur die finanziellen, sondern auch die politischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Grundlagen der Zollunion nachprüfen wird, dah also gerade das geschieht, was von deutscher Seite von Anfang an mit Entschiedenheit a b gelehnt wurde, noch dazu in einem Ausschuh, dem Deutschland nicht angehört. Es würde uns also nicht wundern, wenn Herr Driand diese Bedenken Staliens mit Freuden auf g re i f t und darin praktisch eine Verwirklichung seiner Absicht sieht. Denn ob Stalien nachher stark genug ist, um den Stein aufzuhalten, wenn er einmal im Rollen ist, bleibt zum mindesten zweifelhaft. Man sollte deshalb die Suche nach neuen „Gremien" unterlassen und sich an das Programm halten, das ja nun einigermaßen feststeht, daß der Europa-Ausschuß sich mit den Möglichkeiten beschäftigt, die aus der Zollunion für ganz Europa entstehen können und dah bamt noch die Suriften ihr Sprüchlein hersagen, daß aber im übrigen politische Sach Prüfungen ober Ginmischungsversuche zu unterbleiben haben. Frankreich begünstigt den plan. Was soll der Kontrollausschutz? Gens, 29. April. (TU.) Wie der Vertreter der „Telegraphen-Union" von gut unterrichteter Seite erfährt, sind seit einigen Tagen geführte Verhandlungen über die Einberufung des in dem zweiten Genfer Protokoll vom Jahre 1922 eingesetzten Kontrollausschusses für d i e österrei- chische Völkerbundsanleihe noch nicht abgeschlossen, doch wird allgemein die Einberufung des Ausschusses für den 10. Mai nach Genf erwartet. Die endgültige Entscheidung hierüber soll in den nächsten Tagen fallen. Der Wunsch auf Einberufung des Ausschusses soll, wie hier verlautet, von Frankreich ausgehen, jedoch haben sich in den Verhandlungen einige Mächte dem Wunsche angeschlossen. Der Kontrollausschuß, dessen Befugnisse in dem zweiten Genfer Protokoll ausschließlich auf f i n a n z t e cy n i s ch e Fragen beschränkt sind, könnte lediglich darüber 'entscheiden, ob die bei dem Abschluß der Völkerbundsanleihe von Oesterreich verpfändeten Zolleinnahmen durch das deutsch-österreichische Zollabkommen berührt werden. Nach den Bestimmungen des Artikels 12 des zweiten Genfer Protokolls vom Jahre 1922 kann eine außerordentliche Tagung des Kontrollausschusses jederzeit auf Grund eines von zehn Stimmen unterstützten Antrages einberufen werden. Nach der Vertellung der Stimmen, die nach den Anteilen der österreichischen Anleihe berechnet werden, rechnet man hier, daß bei den etwaigen kommenden Verhandlungen des Ausschusses voraussichtlich ein Mehrheitsund ein Minderheitsbericht zustande- kommen wird. Es dürfte dem Ausschuß unmöglich sein, ohne Mißhandlung der wirtschaftlichen Logik die Pfänder durch die Zollunion als gefährdet zu bezeichnen, da die Zolleinnahmen nicht nur gegenwärtig mehr als ausreichen, sondern durch die Union mit dem Reich trotz des Fortfalles eines Teiles der österreichischen Zollgrenzen eine w e - sentliche Steigerung erfahren dürften. Die französische Regierung will aber anscheinend nichts unversucht lassen, durch jeden nur erdenklichen Druck die bevorstehende Aussprache im europäischen Ausschuß und im Rat wenigstens zu präjudizieren. Ein Versuch mit untauglichen Mitteln. Abwehr der österreichischen Presse. Wien, 29. April. (WTD.) Die bisher unbestätigt gebliebene Meldung der „Römischen Tri- buna“, daß das Finanzkontrollkvmitee für Oesterreich angerufen werden soll, um zu prüfen, ob der Pinn des deutsch-österreichischen Zoll- abkommens mit dem Oktoberprotokoll vom Sahre 1922 im Wiberspruch stehe, findet in einer Reihe von Blättern energische Abwehr. Die „Reichspost" schreibt: Eine derartige Aktion steht im offenen Widerspruch zu den Bestimmungen der Genfer Konvention. Das Komitee hnt die alleinige Aufgabe, die Sicherheit des Zinsendienstes für die Dölkerbundsanleihe zu überwachen. Diese Anleihe gehört zu den bestgesichertsten Anleihen der Welt. Es besteht also die absolute Gewähr dafür, daß die Einnahmen Oesterreichs aus den Zöllen auch im Falle einer Zollunion erhalten bleiben. — Sn den „Wiener Reuesten Rachrichten' heißt es: Richts beweist Wohl klarer und deutlicher die Stärke der Position Deutschlands und Oesterreichs in der Angelegenheit der Zollunion als die endlosen Quertreibereien, welche seit Veröffentlichung des Vorvertrags gegen ihn im Gange sind. Die neueste Leistung der politischen Sntriganten, dem Zoll- unionsplan auf dem Wege über das Kontrollkomitee für die österreichische Völkerbundsanleihe auf den Leib zu rücken, ist ein Versuch mit völlig untauglichen Mitteln. Die Aufgabe des Komitees beschränkt sich darauf, die Sicherheit des Zinsendienstes für die Völkerbundsanleihe zu überwachen; mit dem Zollunionsplan: als solchen hat es überhaupt nichts zu tun. Oie Sozialdemokraten beim Reichskanzler. Der Brotpreis. — Der sozialpolitische Kurs Berlin, 29. April. (ERD.) Wie wir erfahren, hatten die Vertreter der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion, die Abgeordneten Dr. Breitscheid, Dr. Hertz und Dr. H i l f e r d i n g, heute vormittag eine eingehende Besprechung mit Reichskanzler Dr. Brüning, in der sie auf den Ernst der Lage hinwiesen, der nach ihrer Ansicht durch die Erhöhung des Brotpreifes und die vom Reichsernährungsminister beabsichtigten weiteren Zollmatznahmen geschaffen worden ist. Shre Fraksion lege den größten Wert darauf, daß die Regierung die gesetzliche Verpflichtung erfüllt, den Brotpreis auf dem Stande des letzten halben Sahres zu halten. Die Verbilligung dürfte nicht durch eine Verschlechterung der Qualität herbeigeführt werden, sie sei vielmehr durchdieCrmätzigung der Zölle zu erreichen. Auch die sonst geplanten Zollmahnahmen seien geeignet, die Lebenshaltung zu verteuern, den Sndustrieexport zu beeinträchtigen und damit die Arbeitslosigkeit zu vermehren. Reichskanzler Dr. Brüning erklärte, dah die Reichsregierung die Absicht habe, den Brot- Preis auf dem alten Stand zu halten. Auf welchem Wege die Verbilligung durchgeführt werde, darüber werde das Kabinett sehr bald entscheiden. Außerdem wurde in der Besprechung noch die Finanzlage der öffentlichen Körperschaften behandelt und im Zusammenhang damit kamen auch die sozialpolitischen Maßnahmen zur Behebung der Arbeitslosigkeit, zur Verkürzung der Arbeitszeit und zur Sicherung der sozialen Leistungen zur Sprache. Aus den Erklärungen des Kanzlers ergab sich, daß die Beratungen des Kabinetts Über diese Fragen noch nicht abgeschlossen und daß Entscheidungen in bet unmittelbaren Zukuns t nicht zu erwarten sind. Der „Abend", das Spätblatt des „Vorwärts", bemerkt zu der Besprechung, daß man die Mah- nahmen der Regierung nun zunächst abwarten müsse, dah aber die Besorgnisse der SPD. durch die Erklärungen des Kanzlers noch keineswegs völlig zerstveut seien. Heute empfing der Reichskanzler auch noch den Landvolkführer Dr. Gereke. Sn dieser Besprechung wurde ebenfalls die gesamtpolitische Lage erörtert. Vorher hatte Dr. Gereke noch eine Unterhaltung mit dem Reichsernäh- r u n g s m i n i st e r, die sich naturgemäß besonders auf die Zollforderungen der Landwirtschaft bezog. Hindenburg an den Arbeitsausschuß deutscher Verbände. Berlin, 29. April. Reichspräsident von Hindenburg hat dem Arbeitsausschuß deutscher Verbände, der auf sein zehnjähriges B e ° ft e h e n zurückblickt, folgendes Handschreiben gesandt: „Am 30. April find zehn Jahre vergangen, seitdem der Arbeitsausschuß deutscher Verbände ins Leben gerufen wurde. Während dieser Zeit hat der Arbeitsausschuß unermüdlich und unter Zusammenfassung der politischen Kräfte aller Richtungen im Dien st e des Vaterlandes gewirkt. Seiner Aufklärungsarbeit ist es vor allem zu danken, daß d i e Wahrheit über d i e Entstehung des Weltkrieges seitdem in der ganzen Welt an Boden gewonnen hat. Es ist mir eine besondere Freude und Genugtuung, dies am heutigen Ehrentage des Arbeitsausschusses feststellen zu können. Aber dasZielistnochnichterreicht. Das ganze deutsche Volk ist einig darin, daß der Kampf um die Wahrheit nicht aufhören darf, bis der Gerechtigkeit zum Siege verhalfen ist. Möge dem Arbeitsausschuß bei der Verfolgung dieses Zieles zum Heil und zur Ehre unseres Vaterlandes auch künftig Erfolg befchieden fein! Gez.: von Hindenburg." Oer Etat des Innenministenums vor -em Landtag.! Darmstadt. 29. April. (WHP.) Präsident Delp eröffnet die Mittwochsitzung um 10.30 älhr mit geschäftlichen Bemerkungen. Aus seinen Mitteilungen ist bemerkenswert, daß der 1. Mai sihungsfrei" ist. Dagegen tagt der Landtag auch am kommenden Montag. Das Haus trat darauf in die Weiterberatung des Etats ein, die bei der Hauptabteilung (M inisterium des Innern) Fortgang nahm. Minister -es Innern Leuschner wünschte in vier Hauptpunkten seine Meinung darzulegen: die Sparmöglichkeiten, die Frage der Verwaltungsreform, die finanzielle Lage der Gemeinden und die Tätigkeit der politischen Polizei. Sparanträge bei den Zentralbehörden sind besonders beliebt. Jedoch erscheint die Behauptung, daß durch eine Stellenreduktion auch die Arbeit vermindert würde, doch wohl zu einfach. Der Landbund verlangt Herabsetzung der Aeferentenstellen von 18 auf 11, weniger als die Zahl der Referenten stellen von 1914. Der Minister weist darauf hin, dah seit 1914 die Ausgaben folgendermahen gewachsen sind: die Geschäfte der P o l i zei, die früher nebenher erledigt werden konnten, verlangen bei den völlig veränderten Berhältnisien heute drei Referenten; durch Steuer-, Verkehrs- und Wohlfahrtsangelegenheiten werden weiter neu drei Referenten beantragt. Rimmt man noch die Referentin in Frauen - angelegenheiten hinzu, so bedeutet das zusammen eine notwendige Vermehrung der Referentenzahl um sieben. Von der Reserentenzahl des Jahres 1914 ausgehend mühte sie hiernach heute 19 und nicht 18 betragen. An diesen Tatsachen wird auch die von mir gleichfalls ange- strebte älebertragung von Arbeiten an die Lokalstellen nichts wesentliches ändern können, weil der Kreis der in Frage kommenden Dienstgeschäfte in einem Land ohne Mittelbehörden, wie Hessen, naturgemäß beschränkt ist. Auch die gesetzgeberische Arbeit darf bei der Arbeitsbelastung meines Ministeriums nicht übersehen werden. Die neue Gemeindeordnung ist ein Gesehgebungswerk, das im Rahmen der heutigen Gesetzgebungsbefugnis der Länder in jeder Hinsicht an die Spitze gestellt werden muh. Oie Derwaliungsreform. Eine AufhebungderstaatlichenPro- vinzialdirektionen schlägt überhaupt nicht zu Buch. Die Antragsteller übersehen, dah die Provinzialdirektoren gleichzeitig Kreisdirektoren sind und Leiter des Selbstvcrwaltungskorpers der Provinz, die bei den wichtigen Aufgaben, die ihnen obliegen, nicht entbehrt werden kön- » neu. Die Kreisneueinteilung würde, so wie ich sie mir denke, im Endzustand eine Einsparung von einigen 100 000 Mark bringen. Es ist durch nichts zu beweisen, dah dadurch die Bevölkerung auf andere Weise auch nur annähernd so hoch belastet würde, um so mehr, als bei dem heutigen Zustand die Bevölkerung aus sehr vielen Gemeinden Tagesreisen zurücklegen muh, um zu ihrer Kreisstadt zu kommen. Grenzregulierungen können aber nicht helfen; jede Erörterung führt zwangsläufig zur Aufteilung von Kreisen. Ich vertrete deshalb nach wie vor den Standpunkt, dah die Reform entweder im ganzen oder überhaupt nicht gemacht werden kann. Ich gebe freilich zu, dah die Beunruhigung, die jede einschnei- Oende organisatorische Aenderung naturgemäß mit 1 sich bringt, nicht gerade jetzt in die Bevölkeruncq . hereingetragen werden sollte. Ich habe deshalb ' auch davon abgesehen, die in meinem Ministerium geleisteten Vorarbeiten abzufchliehen. O.e Notlage der Gemeinden. Die meisten Sorgen machen mir die Gemeinden. Die Wirtschaftskrise lostet mit besonderem Druck auf ihnen. Die Steuereinnahmen gehen zurück. So bringen die Reichsüberweisungssteuern im neuen Rechnungsjahre den Gemeinden nur etwa 17 Millionen Mark (gegenüber 20 Millionen 1930). Auf der anderen Seite st eigen die Wohlfahrts- la st en ins Llngemessene. Die 21 000 Wohlfahrtserwerbslosen, mit denen im Durchschnitt des Jahres 1931 gerechnet werden muh, bedeuten für die Gesamtheit der hessischen Gemeinden einschließlich der Ausgaben für die Krisenfürsorge eine Bela st ung von 2 1 bis 22 Millionen. Die Last verteilt sich jedoch keineswegs annähernd gleich, sondern zahlreiche Städte und Gemeinden haben ein Vielfaches der hohen Durchschnittsbelastung zu tragen. Ohne einen inter- kommunalen Ausgleich, der sich über das ganze Land erstreckt, sind die Verhältnisse nicht zu meistern. Der im Vorjahre geschaffene Aus- gl e i ch s st o ck hat jedoch nicht ausgereicht, um nur den in schlimmster Bedrängnis befindlichen Gemeinden zu helfen. Infolge der starken Erhöhung der Durchschnittsbelastung muß deshalb der Ausgleichsstock für 1931 wesentlich erhöht werden. Auch mit dem Ausgleichsstock können nur für eine Liebergangszeit die dringendst Twtwendigen Mittel aufgebracht werden, um zu verhüten, daß die geforderte Reichshilfe nicyt zu spät kommt. Bei der katastrophalen Entwickelung der Arbeitslosigkeit kann mir ein Ausgleich, der über das ganze Reich hin wirksam ist, Hilfe bringen. Die Polizei. Die Verschlechterung der Wirtschaftslage hat auch zu einer Verschärfung des politischen Kampfes und damit zu einer vermehrten Tätigkeit der politischen Polizei geführt. Man denke nur an die alltäglich erfolgenden Demonstrationszüge, die Hunderte von Teilnehmern auf das flache Land und gerade in denjenigen Gemeinden führen, wo ausreichende Polizeikräfte nicht vorhanden find und wo die zugeströmten rauflustigen Demonstranten oft nichts anderes im Schilde führen, als der eingesessenen Bevölkerung die richtige Gesinnung mit schlagenden Argumenten beizubringen. Die Bereitschaftspolizei wie die Kriminalpolizei war ständig unterwegs, was natürlich auch sehr erhebliche Kosten verursacht hat und unseren Etat recht bedenklich belastet. Die Anspannung des einzelnen Beamten der Exekutive war außerordentlich, so daß ick nicht verfehlen möchte, auch von hier aus der getarnten Polizeibeamtenschaft Den besonderen Dank der Regierung auszusprechen. Die Notverordnung des Reichspräsidenten hat endlich die Möglichkeit gegeben, Abhilfe zu schaffen. Es ist eine sehr scharfe Waffe. Ich habe deshalb mit allem Nachdruck die mir unterstellten Behörden angewiesen, das politische Leben, das sich in anständigen und sachlichen Formen vollzieht, in keiner Weise beschränkt werden darf. Wo es jedoch gilt, der Verhetzung und Unterwühlung der öffentlichen Ordnung entgegenzutreten, wird sie mit aller Schärfe und Strenge gehandhabt werden. Das mögen sich auch diejenigen gesagt sein lassen, die jetzt schon an ihre Anhänger genau detaillierte Anweisungen über die Umgehung der Notverordnung herausgehen lassen. Die Notverordnung richtet sich gegen Ausschreitungen, nicht gegen politische Betätigung. Die Parteien haben es in der Hand, ob sie angewandt wird oder nicht. Oie Aussprache. Abg. S t u r m s e l s (Soz.) erkannte die Personalpolitik des Ministers an, der darauf bedacht gewesen sei, die Stellen der Verwaltung mit republikanisch zuverlässigen Personen zu besetzen. Die Rotverordnung sei zu begrüßen. Jedoch verrnisie er eine Bestimmung, die sich dagegen wendet, daß Organe der Republik es unterlassen, von den geltenden Bestimmungen den Gebrauch zu machen, den man erwarten müsse. Vielfach sei daran die Lässigkeit der Staatsanwaltschaften und der Gerichte schuld. Hauptaufgabe des Innenministeriums sei die Durchführung der schon lange versprochenen Verwaltungsreform. Für die notleidenden Gemeinden sei der von der Regierung geplante Ausgleichsstock unzureichend. Rvtwendig sei eine Aenderung des Finanzausgleichs. Die Reichsregierung müsse den Gemeinden die Möglichkeiten zur Bewältigung ihrer Aufgaben geben. Man müsse den Gemeinden eine größere Selbständigkeit einräumen, allerdings unter der Aufsicht des Staates. Die Mehrheit seiner Fraktion fei für einen dezentralisierten Einheitsstaat. Die Entwicklung der Dinge lasse sich doch nicht aufhalten. Hessen sollte aus der Entwicklungstendenz die notwendigen Konsequenzen ziehen. Abg." Dr. Keller- Gießen (Zentr.) befaßte sich eingehend mit den von der Regierung beim Innen- Ministerium vorgenommenen Einsparungen. Ebenso groß wie die Krisis der Finanzen und Wirtschaft sei die Krisis der Staatsgesinnung. Die Ver- waltungs. und Polizeimaßnahmen des Ministers fänden die ungeteilte Billigung feiner Partei. Die Notverordnung des Reichspräsidenten gegen das politische Rowdytum und die Gottlosenpropaganda sei zu begrüßen. (Zuruf des Abg. Hammann (Korn.): „Nun machen Sie schon wieder so einen Schlager." Allgemeine Heiterkeit.) Man müsse dem Reichskanzler zurufen: Landoogt werde hart! Der Redner forderte schließlich ein Uniformverbot für Hessen, das immer mehr zum Zufluchtsort für die radikalen Verbände werde. Eine Zusammenlegung der Kreisämter lehne das Zentrum ab, da die Städte zur Bedeutungslosigkeit von Landorten herabsinken würden, wenn man ihnen die Kreisämter nehme. Das Wahlrecht müsse geändert und das Wahlalter heraufgesetzt werden. Abstimmungen. Hierauf nahm Präsident Delp die gestern zu- rückgestellten Abstimmungen über die Hauptabteilungen „Landtag" und „Staatsministerium" vor, die im Sinne der Ausschußbeschlüfse angenommen wurden. Der Antrag des Abg. Werner (Rats.), die Zahl der Abgeordneten im kommenden Landtag auf 30 festzusetzen, wurde dem Finanzausschuß überwiesen. Der weitere Antrag des Abg. Werner auf Herabsetzung der Landtagsdiäten verfiel der Ablehnung. Von den Kommunisten lag ein Miß» trauensantrag gegen das Staatsministerium vor. Präsident Delp stellte demgegenüber folgenden Antrag: „Die Regierung besitzt das Vertrauen des Landtages." Dieser Antrag wurde mit den Stimmen der Koalition angenommen; dagegen stimmten Kommunisten, Deutschnationale und der Abg. Werner (Rats.), während sich Volkspartei, Dollsrechtpartei und Landbund der Stimme enthielten. Fortsetzung -er Debatte. Abg. Best (DRP.) stellte den Ausführungen des Ministers eine von ihm verfaßte Llebersicht über die Steigerung-der Haushalts- k o st e n im allgemeinen sowie der Ko st en der Ministerien im besonderen gegenüber. Er könne dem Minister darin nicht zustimmen, daß erst ein Abbau der Staatsaufgaben stattfinden müsse, ehe an einen Abbau der Ministerien gedacht werden könne. Dem stehe doch eine hervorragende Eigenschaft der Beamten gegenüber, die Eigenschaft des Pflichteifers. Der Gesamtaufwand der Ministerien habe sich gegenüber 1917 vervierfacht und gegenüber 1899 nahezu verzehnfacht. D.e Regierung müsie unbedigt zu einer Senkung der Ausgaben kommen. Abg. Leucht gen s (Bbd.) richtet an die Regierung die Forderung, auf die Reichsregierung einzuwirren, daß sie ihr besonderes Augenmerk auf den Etat der Gemeinden richte. Hier zeichne sich eine verhängnisvolle Entwiellung ab. Der Ausgleich des Reichsetats verliere vollständig an Bedeutung, wenn die Fehlbeträge nun auf einmal in den Gemeindeetats erschienen. Unter feinen Umständen dürften die Kreise aufgehoben werden, solange nicht an anderen Stellen gespart werde. Die Tatsache lasse sich nicht aus der Welt schaffen, daß gegenüber der Vorkriegszeit die Zahl der höheren Beamten im Innenrninisterium von 19 auf 45 gediegen sei. Die Ministerien seien in unverantwortlicher Weise aufgebläht. Abg.Werner (Rat.-soz.) kritisierte die Verwaltungsarbeit des Innenministers. Auf Kosten des flachen Landes dürfe nicht gespart werden Der Redner gab dem Wunsche Ausdruck, daß die Besetzung der Polizei stellen in Hessen mit der gleichen Loyalität durchgeführt werde, wie das vom Minister Frick in Thüringen geschehen sei. Der Redner wandte sich ganz entschieden gegen die Methoden der Justiz gegenüber den Rationalsozialisten. Der Rationalsozialismus fei eine völlig legale Bewegung. Man werde der Reichsregierung keine Möglichkeit geben, gegen die Bewegung mit Rotverordnungen vorzuaehen. Abg. Riepoth (DVP.) übte scharfe Kritik an der Personalpolitik des Innenministers. Der vom Minister eingeschlagene Weg führe zum AntergangdesBerufsbearntentums. Seine Partei begrüße es, daß nun auch die Regierung den Plan der Verringerung der Kreis- ämter habe fallen lassen. Das Ziel der Verwaltung sei nicht in einer Verminderung der Lo- kalstellen zu erblicken. Vielmehr seien auch aus psychologischen Gründen Sparmaßnahmen in der Zentrale ju fordern. Die Einsetzung von StaatSkommissaren dürfe nur zum Zwecke der Stärkung der Selbstverwaltung der Gemeinden, aber nicht zu deren Untergang erfolgen. Die Rotverordnung des Reichspräsidenten begrüßen wir, weil wir gegen die Verwilderung der politischen Sitten sind. Die Autorität des Staates müsse gewahrt werden. Dabei dürfe man keinen Unterschied machen, ob es sich um Anhänger oder um Gegner der Republik handele. Abg. Schreiber (Stp.) sprach dem Minister sein Vertrauen aus. Jedoch müsse endlich einmal der Paragraphenwald beseitigt werden. Zu diesem Zweck sei eine Reuordnung der hessischen Polizeiverodnungen angebracht. Auch eine gründliche Aenderung des Polizeistrafgesetzes sei erwünscht. Eine Reform der Kreisgrenzen sei unbedingt erforderlich. Die gefährdete Existenz der Gemeinden könne unter keinen Umständen nur durch Beseitigung der Länder erhalten bleiben. Die Gemeinden mühten gehalten fein, ihre Ausgaben zu senken. Abg. Axt (Dpt.) wies darauf hin, dah ein Teil der Kriegswohlfahrtslasten, die die Gemeinden im Kriege hätten übernehmen müssen, ihnen nun wieder zurückerstattet werden soll. Eine Erhöhung der Sparkassenaufwertungen fei infolgedessen wünschenswert. Die Regierung solle sich in diesem ©imte verwenden. Abg. Reibe r (Dem.) polemisierte gegen die Ausführungen des Abg. Werner. Die nationalsozialistische Bewegung sei niemals dazu berufen, Deutschland auch nur eine Stunde lang zu führen, auch wenn die Zahl ihrer Anhänger noch so anschwellen würde. Er und seine Freunde würden nicht dulden, daß der Rationalsozialismus in Deutschland auch nur eine Minute lang die Macht egreife. Donnerstag Weiterberatung des Innenetats. Giaaishilse für die Gemeinden in Preußen. Der Staatsrat beschließt Beteiligung an der Fürsorgelast. Berlin, 29. April. (TU.) Der Preußische Staatsrat nahm am Mittwochabend einstimmig den Jnitiativgesetzentwurf an, wonach sich der preußische Staat im Rechnungsjahr 1931 mit einem Betrage von 250 Millionen Mark an den Kosten der Arbeitslosenfürsorge beteiligen soll. Die Mittel sollen auf die Bezirksfürsorge-Verbände verteilt werden und zwar einmal nach der Zahl der Wohlfahrtserwerbslosen in den Fürsorgeoerbänden urb zum anderen nach dem Bedarfssatz, der unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse durchschnit'- sich für den einzelnen Unterstützungsfall festgesest wird. Das Gesetz soll rückwirkende Kraft ab 1. April dieses Jahres erhalten. Mit dem Gesetzentwurf zugunsten der Erwerbs- losenunterstützung, die den Gemeinden obliegt, hct der Staatsrat zum erstenmal von dem Recht, ein Jnitiatiogesetz vorzulegen, Gebrauch gemacht. Der Staatsrat sieht die Lage der Gemeinden und Gcmeindeverbände so ernst an, daß er ein s o- f o r t i g 6 5 Handeln für geboten erachtet hat. Die Verhandlungen zwischen Reich und Staat schleppen sich eit Wochen hin, ohne daß eine Hilfe für die überlasteten Gemeinden auf dem Gebiet der Wohlfahrtsfür orge eingetreten wäre. Um die Sache vorwärts zu treiben, hat sich dann der Staatsrat in seltener Einmütigkeit zu dem Jnitiativgesetz entschlossen. Die neueste „Spionage-Affäre" in Franlrech. Paris, 29. April. Die gestern in Paris unter dem Namen „P a u l" verhaftete spionageoerdächtige Persönlichkeit ist, wie Havas aus Marseille berichtet, im vorigen Jahre in Südfrankreich in Begleitung einer Frau aufgetaucht, später aber wieder plötzlich verschwunden. Die Frau soll sich namentlich anOffiziereundSoldatender Fliegertruppe herangemacht haben. Damals glaubte man, daß man es mit einem Russen zu tun habe. Gegenwärtig werden in der Provence Nachforschungen angefteüt. In Marseille wurde gestern eine Haussuchung vorgenommen und Dokumente beschlagnahmt, die in Paris auf ihre Wichtigkeit geprüft werden. — Wie verschiedene Blätter berichten hat sich der tag. „Paul" selbst a l s Schweizer ausgegeben. Er soll für Rech- nung der Sowjetunion gearbeitet haben. Eine Haussuchung sei gestern auch beim General- fetretär der Kommunistischen Partei von Marseille vorgenommen worden. Aus aller Welt. Furchtbare Eisenbahnkatastrophe in Aegypten. Am Mittwochnachmillag fing ein Ausflügler. 3 u g auf der Strecke Alexandria—Kairo Feuer. 38 Personen, darunter zehn Kinder, fanden da- bei den Tod. Drei starben nach ihrer Einlieferung in das Krankenhaus, und 36 Personen wurden schwer verletzt, viele Leichen waren bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Der Zustand einer Reihe von verwundeten ist sehr ernst. Unter den Toten befindet sich ein Europäer. Der Aus- slüglerzug, auf dem sich die gemeldete Brandkala- ftrophe ereignete, bestand aus alte st em Material. Der Brand ist offenbar durch öle Erhitzung der Achsenlager eines am Ende des Zuges befindlichen Wagens 3. Klasse entstanden. Da keine Rotbremse und überhaupt kein Mittel vorhanden war, um mit dem Zugführer in Verbindung zu treten, blieben die Bemühungen, ihn aufmerksam zu machen, lange Zeit fruchtlos. Infolge der raschen Fahrt des Zuges griffen die Flammen rasch um sich. Drei Personenwagen verwandelten sich in eine fahrende Hölle; Männer, Frauen und Kinder, soweit sie nicht im Qualm erstickten, stürzten fld) aus Öen brennenden wagen und blieben zerschmettert neben den Schienen liegen, halbverkohlte Leichen, Sterbende und Wehklagende bezeichnen den Weg de» llnglückszuges. Als der Zug endlich zum Stehen kam, war in den drei vom Feuer erfaßten Wagen nichts mehr zu retten. Eckeners Luftfahrtpläne. Dr. Hugo Eckener ist in Paris eingetroffen. „Neu Aork Herold" berichtet, daß Eckeners Pariser Aufenthalt vor allem dem Abschluß der Verhandlungen über die Finanzierung des Zeppelin-Nordpolfluges dient. Geldgeber fei der amerikanische Zeitungskönig William Randolph Hearst, der auch die Nordpol-Unterseebootfahrt von Sir Hubert Wilkins finanziert und als Bedingung für die Geldhergabe an Dr. Eckener eine Begegnung zwifchen Wilkins und Eckener am Nordpol gefordert hat. Dr. Eckener würde, obwohl eine solche Begegnung sein Luftschiff 600 Meilen von seiner eigentlichen Route abbringen würde, diese Bedingung annehmen. Nach der Begegnung mit Wilkins würde Dr. Eckener sich alsdann an die geographische Erforschung des Franz- Joseph-Landes und des Nikolaus II.-Landes machen. Dr. Eckener hat in Begleitung von Vertretern des französischen Luftsahrtministeriums den Flugplatz von Orly, 20 Kilometer südlich von Paris, besichtigt, wo zwei große Luftschiffhallen aus Beton stehen. Die Besichtigung galt'^Dw- Prüfung der Möglichkeit, dort einen Lufthafe n für Passagier- und Frachtverkehr einzurichten, wenn der Luftschiffverkehr zwischen Deutschland und Nordamerika aufgenommen wird. Hochgebirgstragödie. Von Zermatt brachen drei deutsche Touristen zu einer Tour ins Monte-Rosa-Gebiet auf. Zwei andere Mitglieder der Partie, ein Herr und eine Dame, blieben wegen Müdigkeit in der Betemps- Hütte zurück. Das Wetter war sehr ungünstig. Entgegen der Vereinbarung kehrten die drei Touristen am Dienstagabend nicht in die Hütte zurück. Erst Mittwoch konnte der in der Hütte zurückgebliebene Tourist nach Zermatt melden, daß zwei seiner Freunde völlig erschöpft und h allb erfroren nach der Hütte zurückgekehrt seien. Ihr Kamerad ist in eine Spalte des Grenz- g l e t s ch e r s gefallen. Die beiden Zurück- gekehrten haben an der Unglücksstelle bis Mitternacht gewartet, von welchem Zeitpunkt ab der Verunglückte keine Antwort mehr gab. Rettung scheint nicht möglich. Erdbeben in Transkaukasien. Durch ein Erdbeben im transkaukasischen Rätebundesstaat sind in den von der Katastrophe betroffenen drei Bezirken der Republik Rachit- s ch e to a n mehrere Dörfer vollständig zerstört, in anderen mehr als die Hälfte ter Häuser vernichtet worden. Durch das Erdbeben wurden mehr als 100 Menschen getötet oder verletzt. In Rahitschewan sind 60 Häuser zerstört worden. In den Städten Gersau und Oschnu- bar fielen insgesamt 380 Häuser dem Erbeben zum Opfer. Da im Erdbebengebiet großer Mangel an Lebensrnitteln und besonders an Brot herrscht, wurden auf dem Bahnhof Tiflis 6000 Tonnen Getreide beschlagnahmt und nach dem Erdbebengebiet abtransportiert. vom Blitz erschlagen. Bei Zülkenhagen (Kreis Reu-Stettin, Pommern) suchten auf dem Heimwege von der Arbeit ter Ofensetzer Hermann und der Dachdecker Wiese bei einem Gewitter unter einem Baume Schuh. Ein Blitzstrahl fuhr in den Baum und zur Erde nieder. Hermann wurde auf der Stelle getötet, sein Begleiter Wiese schwer verletzt. Oie Wetterlage. ,O Lorn 4ä anKt 1H. (lermont wa ( T 40 O 6 , ä A- .Baren- 2Ljart rtayerü O (?l Wien I ) ° o O o 23== k»- M ZÄ 44 r° a O wolkenlos. O heiter Q mid oeoecuL » xoikiq. • bedeckt «Regelt * Schnee & Qraupem e Neoei K 6e*nit^r.@Wind$tille.O-> sehe leichter Ost massiger Südsüdwest ^siMrmtscnei "ordwest Ole Pfeile fliegen mit dem wmde Die oeioen Stationen jtenena-n zahlen geben die Temperatur an. Die Linien verbinden Orte mit gleichen» auf neeresmveau umgcrechneten Luftdruck Wettervoraussage. Der Tiefdruckkern über Dänemark hat sich weiter abgeflacht und verliert allmählich seinen vorherrchenden Einguß. Wohl werden durch ihn immer noch kühle ozeanische Lujtmassen nach dem Kontinent be.ö.dect, die zu Bewölkung und vereinzelt leichten Schauern führen, jedoch bildet sich über Rordsrankreich und dem Kanal ein Zwischenhoch, das auch bei uns eine vorübergehende Wetterberuhigung herbeiführen dürfte. Da aber über dem Rordmeer sich eine neue Störung bewegt, so ist ozeanische Luftzufuhr durch sie bis nach Deutschland nicht ausgeschlossen. Infolgedessen ist gegenwärtig noch keine durchgreifende Beständigkeit der Wetterlage vorauszusehen. Aussichten für Freitag: Teils bewölkt, teils aufheiternd, später wieder vereinzelte Riederschläge, leichter Temperaturanstieg. Aussichten für Samstag: Immer noch kein beständiges Wetter. Lufttemperaturen am 29. April: mittags 8,8 Grad Eelsius, abends 7 Grad; am 30. April: morgens 6 Grad. Maximum 10,8 Grad, Minimum 4,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 29. April: abends 9,2 Grad; am 30. April: morgens 6,6 Grad Eelsius. — Niederschläge 1,4 mm. — Sonnenschein/ dauer 2K Stunden. -Äi* Ipliöt ßQris . *«6 d»»^ch- 1*. 6elhnl^ePpc- NÄlfber Pol:%ÄnJW SALZ A'Ä "°ch Ä ' iums Äern be- id) Don i .^ugpiQij Wifes* DZZ "••»fiat igöbie. e, ein ft«„ \'ö®n irAta ft* :Jehungünftin ^rlen die drei Tourt die Hütte zurück kr Hütte zurück' !Sen' ba& amei '*°Pft und ha-b Mhrtseien.Hr l6 d" Grenz. A beiden Zurück. gluSMe bis Müler, ■oeitpuntl ob der Ber- l au hi gab. Rettung nskaukasien. ranskaukalischm Löte» a der Katastrophe be- r Nublit Äachit. Mündig zerstört, Wlftc der Häuser vei- is Erdbeben wurden >en getötet oder m sind 60 Häuser zer- en Gersau und Oschnu- Häuser dem Erbeben bebengebiet großer itteln und besvn- rden aus dem Bahn- »etreide brschtagnahmt iet abtransportiert. schlagen. tKreis Aeu-Htettm, Heimwege von der Ar- m und der Dachdecker ter unter einem gstraßl fu£r in ben Hermann wurde ans fcm DryNter DW erläge. •Huh ZZJÄ 0 0 int 10 T „,(6 :0ll6er SiZZlich erlier- durch s M WgJ Ech dem bet uns eme ^lc, l9 ««* iUet,!j eustzustlhr o;ea"!^,iäaclchlo!scn- ** j. Len>ö^> "MH LeE . a: j,4 tM"- ** Ti UKn । 0 0 , 0 IMuscnt i .Blrtfr Injö- 8 0 r bs^TWl't i8T < VI Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 30. April 1931. OaS Krastdroschlenwesen in Gießen. Im neuesten Amtsverkündigungsblatt wird eine längere Polizeiverordnung über das ..Kraftdroschkenwesen in Gießen veröffentlicht. Die Verordnung enthält die Bestimmungen über die Erlaubnis zum'Betrieb des Kraftdroschkengewerbes, die Zulassung eines Kraftfahrzeuges als Kraftdroschke, die Vorschriften über den Erwerb des Kraftdrojchkensührerscheins, eine Zusammenfassung der Pflichten des Unternehmers, des Führers, der Fahrgäste, die Bestimmungen über Halteplatze, die Aufsichtsführung und die bei Übertretung der Vor chriften in Kraft tretenden Strafbestimmungen. In einem Anhang sind die Bestimmungen über die Ausrüstung und die Beförderungstarife festgelegt. In den neuen Vorschriften heißt es u. a.: Wer in Gießen auf öffentlichen Straßen oder Plätzen ohne vorgängige Bestellung Kraftdroschken zu Fahrten gegen Entgelt bereitstellen will, bedarf der Erlaubnis des Polizeiamts. Diese Erlaubnis zum Betriebe des Kraftdroschkengewerbes ist persönlich und unübertragbar. Sie kann entzogen werden, wenn der Erlaubnisinhaber die zum Betrieb des Kraftdroschkengewerbes erforderliche Fähigkeit und Zuverlässigkeit nicht mehr besitzt oder nicht mehr über die zum Betrieb des Unternehmens nötigen Mittel verfügt; wenn sich nachträglich die Unrichtigkeit der für die Erteilung der Erlaubnis beigebrachten Unterlagen ergibt; .penn der Inhaber der Erlaubnis den Betrieb länger als drei Monate eingestellt hat; wenn der Inhaber der Erlaubnis wiederholt gegen die Vorschriften dieser Verordnung oder andere bei Ausübung des Kraftdroschkengewerbes zu beobachtenden gesetzlichen Vorschriften verstoßen hat. Wer eine Kraftdroschke führen totll, bedarf eines Kraftdroschkenführerscheins, den daS Poft- zeiamK ausstellt; Der Kraftdroschkenhalter rch dafür verantwortlich, daß seine Fahrzeuge den Vorschriften der Kraftdroschkenordnung entsprechen, insbesondere auch, daß die Kraftdroschken- führer den Dienst pünktlich und in sauberer Kleidung versehen, daß die Kraftdroschken bei der Ausfahrt auf dem Halteplatz und bei der äleber- nahme einer Fahrt betriebssicher, gut gereinigt und mit einem richtig gehenden Fahrpreisanzeiger versehen sind. Der Kraftdroschkenhalter ist verpflichtet, dafür zu sorgen, daß die von dem Poft- zeiamt bestimmte Anzahl Kraftdroschken rechtzeitig aus den dafür bestimmten Halteplätzen aur- fahren und dort zum Dienst bereitstehen. Der Kraftdroschkenhalter hat sich gegen Haftpf licht für Schadenersatz gemäß den Vorschriften Des Gesetzes über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen und zugunsten der Fahrgäste gegen Haftpflicht für Schadenersatz aus dem Veförderungsvertrag und aus unerlaubter Handlung zu versichern. Der Kraftdroschkenführer muß sich im Shenft nüchtern und wach halten. Er hat sich gegenüber den Fahrgästen stets höflich zu benehmen. Es ist ihm verboten, seine Dienste in aufdringlicher Weise curzu bieten, insbesondere zu diesem Zwecke in den Straßen umherzufahren. Er darf dieLenkung der Kraftdroschke niemals einem anderen, insbesondere einem Fahrgast, überlassen. Wahrend der Fahrt ist ihm das Rauchen, sowie jede Unterhaltung verboten. Er hat auf Verlangen des Fahrgastes beim Ein- und Aussteigen die Türe zu öffnen und zu schließen, beim Auf- und Ab- laden des Gepäcks behilflich zu fein, sowohl vor Beginn als auch währeiid der Fahrt das Verdeck des Wagens auf- unb niederzuschlagen, sowie die Fenster zu offnen und zu schließen. Beim Ein- und Aussteigen hat der Kraftdroschkenführer bei Dunkelheit die Beleuchtung im Innern des Wagens einzuschalten. Auf die ihm übergebenen Sachen des Fahrgastes hat er währeiid der Fahrt zu achten, soweit dies mit feinen Führerpflichten vereinbar ist. Rach Beendigung der Fahrt hat er den Wagen zu durchsuchen und von den Fahrgästen darin zurückgelassene Oegenständr, welche er ihnen nicht sofort wieder zustellen kann, möglichst sofort, spätestens binnen 24 Stunden, auf dem nächsten Polizeibezirk oder dem Polizeiamt (Fundstelle) abzugeben. Der Kraftdroschkenführer ist, wenn seine Kraftdroschke frei ist, verpflichtet, jede Fahrt nach Maßgabe des Tarifs auszufüh- rcn. Er hat dabei, wenn die Fahrgäste nicht ausdrücklich etwas anderes wünschen, den kürzesten Fahrweg einzuschlagen. Er darf nur dann eine Fahrt ablehnen, wenn die Kraftdroschke vorüber- aehend nicht benutzbar oder bereits bestellt ist. Auf Trinkgeld hat er keinen Anspruch. Als Fahrgast muß jede reinlich gekleidete Person ausgenommen werden. Betrunkenen oder solchen Persvnen, die sich unanständig betragen, oder von denen infolge ihrer Kleidung oder ihres sonstigen Zustandes eine Derunreinigung der Kraftdroschke zu besorgen ist, darf der Kraft- dvvschkenführer die Fahrt vtzer deren Fortsetzung verweigern. Dritten Personen darf et die Mit- fahrt ohne Zustimmung des Fahrgastes nicht gestatten. Den Fahrgästen ist verboten, die Füße auf die Sitzkisfen zu legen und den Wagen zu verunreinigen. Handgepäck kann von dem Fahrgast mit in das Innere des Wagens genommen werden, sofern dadurch der Wagen nicht beschmutzt oder beschädigt wird. Andere Gepäckstücke sind neben dem Führersitz, auf der Kofferbrücke am Hinteren Ende oder auf dem Verdeck des Wagens unterzubringen, falls das Verdeck hierfür eingerichtet ist. Zu Beförderungen von Gegenständen über 100 Kilogramm Gewicht ist der Kraftdroschkenführer nicht verpflichtet. Für die Berechnung und die Bezahlung des Fahrpreises ist der von dem Polizeiamt festgesetzte Tarif maßgebend. Der Fahrgast hat nur den Preis zu zahlen, den der Fahrpreisanzeiger anzeigt. Jede Kraftdroschke muß mit einem Fahrpreisanzeiger versehen sein, der den Betrag des vom Fahrgast zu zahlenden Fahrpreises unmittelbar anzeigt. Im Innenbezirk der Stadt Gießen ftnd tariflich folgende Fahrpreise festgesetzt worden. Rach Tarif I kostet eine Fahrt bis 500 Meter 0 70 Mk., je weitere 200 Meter 0,10 Mk.; nach Taxe ll bis 500 Meter 0,70 Mk., je weitere 150 Meter 0,10 Mk. Wartezeit wird für je 2 Minuten mit je 0,10 Mk. berechnet. — Fahrten außerhalb der Gemarkungsgrenze der Stadt Gießen werden für die ersten 1000 Meter mit 0,70 Wk., je weitere 1000 Meter mit 0,40 Mk. berechnet. OHD. und Angestelltenversicherung. Der Deutschnationale Handlungs- gehilfen-Verband hatte — wie man uns berichtet — die aus feinen Reihen gewählten Vertrauensmänner und Ersatzleute zur Ange- stellten-Verficherung aus Gießen, Ober- Hessen und dem Dillgebiet zu einer ©djuIungS- tagung nach Gießen eingeladen. Der Sachbearbeiter für Sozialversicherungen im Verbände, Dr. Wischer, Hamburg, leitete die Tagung mit einem Referat über Zweck und Geschichte der Angestelltenversicherung ein. In großen Zügen gab der Redner einen Lieberblick über die Entstehung, Entwicklung und gegenwärtige Lage der Angestelltenversicherung. Er setzte sich mit den Gegnern dieser Versicherung auseinander und legte schärfste Verwahrung ein gegen die Pläne, die Gelder der Angestelltenversicherung zu irgendwelchen anderen Zwecken als denen, für die sie nach dem Angestelltenvcrsicherungsgesetz bestimmt sind, zu verwenden. An die Aussprache schloß sich der eigentlrche Schulungslehrgang an, in dem viel Wissenswertes für die praktische Tätigkeit als Vertrauensmann der RsA. vermittelt wurde. Zum Schluß der Tagung wurde einstimmig nachstehende E n t s ch l i e- n g angenommen: „Die auf Einladung des Deutschnationalen Handlungsgeh Isen-Verbandes, (Sau Main-Weser, in Gießen versammelten Vertrauensmänner und Ersatzleute der Angestelltenversicherung, als Teil des Delbstverwaltungskörpers, erhalten durch De- riebt des Herrn Dr. Wischer von der sozialpolitischen Abteilung des DHV., Hamburg, nähere Kenntnis von dem Plan der Landesversicherungsanftalten, wonach die Kapital- reserve der Angestelltenversicherung zum Zwecke der Sanierung der Knappschafts- und der Arbeiter- Invalidenversicherung in Anspruch genommen werden soll. Die Versammelten legen nachdrücklichst Verwahrung gegen solches EnteignungSverfahren ein und geben der Erwartung Ausdruck, daß die Reichsregierung solche Anschläge auf das Eigentum der Versicherten eindeutig zurückweist. Jahrzehntelang hat der Selbstverwaltungskörper die aus eigener Kraft der Versicherten und deren Arbeitgeber aufgebrachten Beiträge verwaltet und in sorgfältiger Abwägung von Leistung und Gegenleistung eine knapp genug bemessene Kapitalreserve für später fällig werdende Leistungen angesammelt, um den gesetzlich gewährleisteten Dersicherungs- ansprüchen gerecht werden zu können. Jeder Zugriff mühte als eine Enteignung der Versicherten, ja als ein Raub angesehen werden." Daten für Freitag, 1. Mai. Sonnenaufgang 5 Uhr, Sonnenuntergang 19.45 Uhr. — Mondaufgang 19.17 Uhr, Monduntergang 4.20 Uhr. 1218: Rudolf I. von Habsburg auf Schloß ßtm- bürg geboren; — 1821: der Forschungsreisende Karl Ritter von Scherzer in Wien geboren. Gießener -ßvkycnmnrklprcise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 130 bis 140 Pf. (Kochbutter von 110 Pf. an), Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 20 bis 40 (pro Zentner 20 bis 30 Mk.), Weißkraut 15 bis 25 (pro Zentner 10 bis 15 Mk.), Rotkraut 25 bis 40 (pro Zentner 20 bis 30 Mk.), Kartoffeln 5 bis 6 (pro Zentner 4 bis 5 Mk.), gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 25 bis 30, Llnterkohlrabi 5 bis 6, Feldsalat 100 bis 120, Tomaten 70 bis 80, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 35 bis 40, Rhabarber 30 k.s 35, Aepsel 40 bis 50, Dörrobst 30 bis 35, Rüsse 60 bis 70, Honig 40 bis 50, junge Hähne 90 bis 110, Suppenhühner 90 bis 110 Pfennig pro Pfund; Tauben 70 bis 80, Eier 8, Blumenkohl 40 bis 70, Tauben 70 bis 80, Gier 8, Salat 20 bis »25, Salatgurken 50 bis 70, Blumenkohl 40 bis 70, Oberkohlrabi (neue) 20 bis 25. Sellerie 10 bis 50, Lauch 5 bis 15 pro Stück; Rettich (neue) 20 bis 25, Radieschen 15 bis 20 Pfennig pro Bund. Vornotizen. — Tageskalender für Donnerstag: Hausfrauenabend mit Vortrag über Seefischverwendung, 20 Llhr, im Cafe Leib. — Vortrag: „Glück für dich und deine Familie", vom Generalsekretär des Blauen Kreuz, 20 Ähr, Markussaal. — G. R. G.: Generalversammlung, 20.15 Llhr, Bootshaus. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: Prozeß der Kitty Kellermann (Hokuspokus). — Astoria-Lichtspiele: »Das Geheimnis feiner Frau". — Aus dem Stadttheater-Dureau wird uns geschrieben: Morgen, Freitag, 1. Mai, 19.30 Llhr, Wiederholung der romantischen Tragödie: „Die Jungfrau von Orleans" unter der Spielleitung von Intendant Dr. Prasch mit Beatrice Döring als Jungfrau. — Sonntag, 3. Mai, findet als Fremdenvorstellung auf vielfache Anfragen und Wünsche hin eine nochmalige und letzte Wiederholung des beliebten musikalischen Lustspiels: „Meine Schwester und ich" von Berr und Verneuil mit der Musik von Ralph Benatzky unter der Spielleitung von Intendant Dr. Prasch statt. Gewöhnliche Preise! Beginn 18.30 Llhr. — In Vorbereitung als nächste Erstaufführung am Dienstag, 5. Mai, das historische Schauspiel: „Haus Rothschild", von Hanns Sahmann. Spielleitung Intendant Dr. Prasch. Die Rolle der Frau Gudula, der Mutter der fünf Gebrüder Rothschild, spielt Frau Auguste Prasch-Gre- venberg, Ehrenmitglied des Meininger Landestheaters, als Gast. ** Dienstjubiläen bei der St adt- verwaltung. Wie uns heute berichtet wird, konnte der Dermessungsobersekretär Emil Döp- f e r beim städtischen Dermessungsamt am 23. April auf eine 25jährige Dienstzeit bei der Stadtverwaltung jurüdbliden. Der Jubilar wurde am 1. April 1919 als Beamter angestellt. Im Jahre 1912 hatte er die Prüfung als Geometer 2. Klasse abgelegt, daraufhin wurde ihm 1913 das Geometerpatent erteilt. Am morgigen 1. Mai kann der Dermessungsobersekretär Heinrich G r ö - ninger ebenfalls das Jubiläum feiner ^jährigen Tätigkeit beim städtischen Vermefsungsamt begehen. Herr Gröninger bestand gleichfalls im Jahre 1912 die Prüfung als Geometer 2. Klaffe, 1913 wurde ihm das Geometerpatent erteilt, und am 1. April 1919 wurde er als Beamter angestellt. Beide Iubilare erfreuen sich sowohl bei der Stadtverwaltung, wie auch bei ihren Kollegen und in weiten Kreisen der Bürgerschaft großer Wertschätzung. * Angcftellteniubiläum. Am morgigen 1. Mai kann Frl. Helene Eidmann auf eine 25jährige Tätigkeit als Verkäuferin bei der Manufakturwarenfirma Karl Loos. Kir- chenplah 13, zurückblicken. Die Jubilarin hat sich durch Fleiß und Treue das Vertrauen des Firmeninhabers erworben und besitzt auch die Wertschätzung der Kundschaft in hohem Maße. *• Ein Fünsundsiebzigjähriger. Der Rentner Wilhelm Wagner, wohnhaft Steinstraße Nr. 45, feiert am 1. Mai bei guter Gesundheit seinen 75. Geburtstag. ** Freie Schul st eilen. Erledigt ftnd: eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Ehringshausen, Kreis Alsfeld, Dienstwohnung wird in absehbarer Zeit frei; eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Assen he im, Kreis Friedberg, die Dienstwohnung ist frei. ** Eine O r t s b a u s a tz u n g für da» Schwarzlachgebiet wird von der Stadtverwaltung im heutigen Anzeigenteil veröffentlicht. Interessenten seien besonders darauf hingewiesen. ** Volkshochschule Gießen. Wie schon mitgeteilt, nimmt die Volkshochschule ihre Sommerarbeit mit einer Eröffnungsfeier am Samstag, dem 2. Mai, im Singsaal des Realgymnasiums auf. Einen Uebcrblick über die eingerichteten Kurse gibt die heutige Anzeige. Interessenten tun gut, zur Orientierung über Einzelheiten sich einen Arbeitsplan zu beschaffen, der kostenlos abgegeben wird. Weitere Brotpreiserhöhungen. Mainz, 29. April. (WSN.) Die Bäcker und die Vereinigten Brotfabriken von Mainz, sowie der Mainzer Spar, und Konsumverein haben mit Wirkung vom 27. April eine B r o t p r e i s e r h ö h u n g durchgeführt. Das Mischbrot erster Sorte wurde von 90 auf 95 Pf., das Mischbrot zweiter Sorte und das Roggenbrot von 78 auf 85 Pf. für zwei Kilogramm erhöht. Die Preissteigerung wurde von den Drgpnifationcn in gleicher Höhe durchgeführt. Im Kreise Alsfeld wurde der Brotpreis von 65 auf 72 Pf. und in den Kreisen Schotten und Lauterbach von 65 auf 75 Pf. pro zwei Silogramm Roggenbrot erhöht. Die Erhöhung des Brotoreifes wird mit der Steigerung der Mehl preise begründet. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 blf 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen Wie konnten Sie mich nur mit meiner Schwester verwechseln, die doch 7 Jahre jünger ist als ich? Seitdem wir uns zuletjt sahen, sind Sie eigentlich noch jünger geworden, gnädige Frau! Und da Sie, wie ich sehe, dem Kaffee Hag treu geblieben sind, werde ich Sie in zehn Jahren vielleicht mit Ihrer Tochter verwechseln. Sie sind also auch ein Hag-Freund? Ja freilich, denn 1. halte ich es in der heutigen Zeit, wo die Nerven so vieler Menschen aufs äußerste angespannt werden, einfach für ein Gebot der Lebensklugheit, coffeinfreien Kaffee Hag zu trinken, 2. gibt es keinen Kaffee, der mir besser schmeckt als Kaffee Hag. ■21 DER KERNPUNKT DER FRAGE! Wenn ober die Zigarette gesprochen wird, ist oft von gänzlich belanglosen Dingen die Rede, ohne daß die Hauptsache, der Tabak auch nur erwähnt wird. Dabei ist der Tabak der Hauptbestandteil mehr als 95 % der Zigarette, und nicht einmal 5% bleiben für Papier, Mundstück usw. MAKEDON berücksichtigt dieses Verhältnis und legt den Schwerpunkt bei der Herstellung seiner Marken auf den Tabak. MAKEDON-Zigaretten bestehen aus edelstem Tabak, der wenigstens 4 volle Jahre in den Orient-Lägern der MA KE DON-Organisation dem günstigen Einfluß seines Heimatklimas ausgesetzt war und dort durch eine volle Reife sein wertvolles Aroma erlangt hat. Ihr Kleid -ist bestes Papier nach unseren eigenen Anweisungen hergestellt. PERFEKT so« 5 E LE ET eo« Makedon G.m.b.H., Fabrikniederlage Frankfurt a.M., Hanauer Landstr. 147/149, Tel. Carolus 40441 Generalvertretung: J. Meyer-Höckell, Frankfurt a.M., Staufenstraße 2. 3 billigeTage 10% Rabatt alle Waren, Donnerstag Freitag Samstag außer Marken-Artikel Infolge Konzern-Einkaufs m.üb.4OOSpezial- geschäften der Deutschen Einkaufs-Genossenschaft In Erfurt billigste Preise bei besten Qualitäten Julius Schulze Kreuzplatz Gegründet 1859 2533A Fernsprecher 2774 10 Sondertage für den Herrn!! 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Mai Gute Verbindungen nach dem In- und Ausland 3009 D _____ . Landung aus Richtung Frankfurt a. M. 13.15 Uhr Start in Richtung Frankfurt a. M.....14.15 Uhr Zubringerdienst kostenlos zu allen Linien Abfahrt25 Minuten vor Startab Ludwlgsplatz Auskunft und Flugscheine: Flugieitung Gießen, Fernruf 2401 Hamburg-Amerika-Linie, Fernruf 4179 Norddeutscher Lloyd, Fernruf 2797 Moeser G.m.b.H., Fernruf 2328 Günstige Fracht- und Luftpostverbindungen 3 Worte sind stets zu beherzigen bei Einkauf eines Gasherdes: NUR | ORIGINAL CD _ O « TJ j SENKING i» I ■■■BHiaUHHBII Z X CO 295SA Volkshochschule Beginn des SommerhalbjahreS mit der Eröffnungsfeier am Samstag, bcm 2. Mai. 20 Ubr im Singsaal des Realgymnasiums lLudwigstrafte). Avbekisvlan Sonntags: Pstanienkundliche Ausflüge. 1. Ausflug: 3. Mat. Hangelstem. Jnspe or Rehnelt. Montags: LebenSprobtCiue «Charakter und Schicksal, Frelhei. und Notwendtgleiu. Pros. Stmtet Dicnötags: Dtkialur und Bolkswtlle tm Wandel der Geschichtet Prof. Hüter. Grundlaaen der Radiotechnik lRealnumnastumL Dr. fceuhel. Englisch für Anfänger (^ortleu. desWinierkurseSi. Gg Gral. Rhythmische Körperschulung lGradenitr.11, H.« Maria Kübel. Mittwochs: Menschen unserer Seit. Prof. Messer. Potenzen. Wuczeln VoiaritUmen. l-r. Heunel. Englisch für Fortgeschrittene. Studienassessor Christ. Freitags: Magen- und Darinerkrankungen und Stoffwechsel- störungen. i»r. med. Malech. Französisch für Fortgeschrittene. Gg. Graf. Zeichnen. Siunfhnn'.er Fries. Kammerorchester der Volkshochschule. Anmeldung bei Musiklehrer Fran» Bauer ir., Walliorstr. 2. Kursräume: (roo nichts anderes vermerkt» Universität. Näheres am Schwarzen Brett, 2. Stock links. Beginn: Ab Montag. 4. Mai, jeweils 20 Uhr. Alles Nähere auch über Ferienkurse iit dem Kursverzeichnis zu übernehmen, das kostenlos in den Buchhandlungen und auf der Geschäftsstelle, Wolsstraüe 20 p„ erhältlich ist. 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Arbeitstagung des Oberhessischen Missionsvereins für Basel. )( Hungen, 29. April. Am Montag sand im „Solmser Hof" unter dem Vorsitz von Dekan G u h m a n n, Kirchberg, eine Arbeitstagung der Vertreter des Oberhessischen Missionsvereins für Basel statt. 3m Mittelpunkt der Verhandlungen stand ein Referat des frühe- Die Aufräumungsarbeiten an der llnglücksstätte. Die furchtbare Explosion in der Magdeburger Sacharinfabrik Fahlberg, List & Co. hat zehn Todesopfer gefordert. verborgen geblieben, und sie werden ihre Lage ausnuhen, so gut sie können. So gut sie können. — Aber sie können eben nicht gut. Denn wenn im Jahre 1932 das 3raf- mandat erlischt, besteht für weitere 25 3ahre ein Bündnisvertrag zwischen London und Bagdad, Freiheit des englischen Weges nach 3ndien, Awrechterhaltung englischer Garnisonen, namentlich einer in Mossul, Verpflichtung des Zusammengehens im Kriegsialle. Was bedeutet es demgegenüber, bah das britische Oberkommissariat in eine Botschaft verwandelt und statt der indischen Rupie mit dem Bilde König Georgs der Dinar mit dem Bilde Feisals eingesührt wird!? Das bedeutet praktisch gar nichts, und deshalb ist das, was jetzt in Bagdad verhandelt wird, eigentlich nicht viel mehr als eine Geste, allerdings eine bedeutsame und warnende Geste, mit der man Europa sagen will, dah es eine panarabische Bewegung gibt, dah Staaten, die.man mit Lineal und Bleistift auf grünen Tischen geschaffen hat, nicht für die Ewigkeit bestimmt sind ... panarabische Zukunftsträume Oie Konferenz von Mekka. — Vor dem Ende des Zrakmandais. Don unserem A. ^-Sonderberichterstatter. heißen Strahlen Schiitenmoschee glänzen und gleißen läßt, bald wieder die Märzstürme mit unvorstellbaren Sand- mengen das Trümmerfeld am rechten Tigrisufer und die gigantischen Torbogenreste von Ktesiphon zudecken und die Wüste sowohl wie die zu kurzer Blüte erwachte Steppe mit seltsam gelblichem Lichte erfüllen, ruht die Politik in der früheren Hauptstadt der Kalifen. 3m Parlament, in dem die Alhd, die „Schwurparte i“, mit 79 Abgeordneten geaen 9 Opositionelle das erdrückende Liebergewicht hat, erklärte in diesen Tagen der Sprecher der Regierung, man müsse mit allen Antworten warten, bis der Ministerpräsident Huri Pascha von seiner Reise wieder zurückgekehrt fei. Die Ahd ist die Regierungspartei, und deshalb entstand ob der erwähnten Erklärung nicht allzuviel Lärm. Unb tatsächlich richtet sich im Augenblick das 3nteresse aller aus das Ergebnis der Unterredungen, die zwischen Ruri Pascha und den Vertretern des Königs 3bn Saud in Mekka gesührt werden. Vor kurzem ist erst der Vertrag zwischen dem 3rak und dem Fürsten Abdallah von Transjordanien zustandege- kommen. 3eht soll ein ähnliches Abkommen mit 3bn Saud abgeschlossen werden, und dann dürste sich eine Kommission aus Bagdad nach dem fernen begeben, wo 3mam Vachia noch immer halsstarrig abseits steht. Was bei diesen Verträgen abgemacht wurde, beziehungsweise noch abgemacht werden soll, das ist bis zum Augenblick noch unbekannt. Aber man hat nicht umsonst Mekka, die Stadt des Propheten, zum Konferenzort gewähtt. Sowohl in den größeren Städten als auch in den Dörfern, wo die Störche es sich bereits auf den Dächern der wie verfallene Ritterburgen aussehenden Häuser im Rest bequem gemacht haben, spricht man von der bevorstehenden Einigung von 40 Millionen Arabern, vom Zusammenschluß aller Reiche arabischer Sprache, die nach dem Kriege aus dem todwunden Körper des Qsmanenreiches geschnitten worden sind. Es ist aber Wohl noch nicht ganz soweit, denn schließlich hat weder Feisal noch Abdallah, noch 3bn Saud oder 3mam Vachia das letzte Wort. Der 3rak ist noch immer britisches Mandatsgebiet, und zu den 40 Millionen Arabern gehören auch noch das von den Engländern beherrschte Palästina und Fran- z o s is ch - Sh r i e n, in dem immer neue französische Garnisonen und Zitadellen errichtet werden. Aber man kann sich zum Beispiel vorstellen, daß es bereits in Mekka zu einer vorläufigen Einigung auf zollpolitischer Basis kommt. Das wäre dann auch für Deutschland und Oesterreich nicht ohne 3ntereffe. Denn würde man dem Gedankengang der hohen Diplomatie der Alliierten folgen, dann dürfte der 3vak auch im 3af>re 1932, da das britische Manaac erlischt, nicht in den Völkerbund ausgenommen werden, da es ja dann „seine Selbständigkeit durch die Zollunion eingebüht" hätte, wie man dies im entsprechenden Falle bei Oesterreich behauptet Hal. Der nicht unbedeutende Erfolg, den die 3rak- regierung durch die Unterzeichnung des Vertrages mit der 3rak°Petroleum-Ge- s e l l s ch a f t soeben erzielt hat, dürfte in Mekka zu allerlei anderen Dingen ermutigen. Durch die endlosen Verhandlungen mit den Vertretern des Petroleumkapitals der Welt haben die Araber ferner gemerkt, daß sie doch die stärkeren Rerven haben und sie wollen diesen Vorteil wahrnehmen, daran ist nicht mehr zu zweifeln. Auch der Widerstreit der innerhalb der einzelnen internationalen Wirtschaftsgruppen, ja sogar innerhalb der Regierungsvertreter der einzelnen Staaten Europas besteht, ist den 3rafleutim nicht Hessischer Evangelischer Landest,rchentag. Darmstadt, 29.April. (WSN.) Nach Einzel- bisprechunaen der Gruppen am Mittwochvormittag eröffnete Präsident D. Herrmann die Sitzung. Es wurde zunächst in der Beratung der Tagesordnungspunkte fortgefahren. Eine wesentliche Aussprache ergab sich nicht. Kirchenregierung unter dem 13. Februar 1930 vor- läufig erlassen worden. Die Vorlage betr. Kinderzuschlag für Kinder vom 16. bis 21. Lebensjahr wurde ebenfalls genehmigt. Der Vertreter der Kirchenregierung erklärte, eine Einstufung der Geistlichen analog den Bezügen der Staatsbeamten werde ausgearbeitet. Annahme fanden weiter die Vorlage betr. die Bildung einer Krankenkassenge- m e inschaft für die evangelischen Geistlichen, sowie eine Vorlage betr. Kürzung der Bezüge der Geistlichen, der geistlichen Beamten der Kirchenregierung usw. Dann trat man in die Beratung des gestern bereits in der Generaldebatte behandelten Entwurfs zu einem neuen Kirchengesetz ein, das zur Erhol- tung^der kirchlichen Ordnung und Sitte erlassen werden soll. Der §3 dieses Gesetzes steht vor, daß die kirchlich-evangelische Trauung von dem Geistlichen versagt werden muß 1. bei Personen, die beide der evangelischen Kirche nicht angehören, und 2. bei Ehen zwischen Angehörigen der evangelischen Kirche und andern christlichen Religionsgemeinschaften, wenn vorher der evangelische Teil zuaestanden hat, daß sämtliche Kinder nicht evangelisch getauft und erzogen werden sollen. Diese beiden Positionen wurden debattelos angenommen, während über die Position III des §3, die die kirchliche Trauung bei Mischehen (mit Nichtchristen und Heiden) regelt, eine längere Aussprache einsetzte, die aber zu keinem Ergebnis führte, da sich die Gruppen über diese Frage noch nicht einigen konnten. Die Sitzung wurde daher auf morgen 9 Uhr vertagt Die Gruppen verhandelten heute nachmittag nochmals über diese Frage, um eine Basis zu finden, auf der eine Einigung erzielt werden kann. Eine Anzahl Vorlagen der Kirchenregierung wurde einstimmig genehmigt; zunächst eine Vorlage betr. Kirchengesetz über die Auszahlung von Ruheaehalten evange- lst.cher Geistlicher und von Versorgungsbezügen der Die einzelnen entscheidenden geschichtlichen Ab- schnitte auf dem Weg zu der christlichen chinesischen Kirche und die Stellung der Basler Mission dazu, wurden in klaren Ausführungen aufgezeigt und gaben die Grundlage zu einer eingehenden Aussprache. Hierbei konnte der Redner auf eine Anfrage nach der Richtigkeit von Pressemeldungen der letzten Zeit über Gandhis angeblich feindliche Stellung zum Christentum auf Grund tatsächlichen Materials eine Aeußerung Gandhis mitteilen. die seine Stellung in wesentlich anderem Licht zeigt. Als Gandhi kürzlich gefragt morden sei, welches das beste Programm für eine tatendurstige 3ugend sei und wie dieses Ziel erreicht werden könne, habe er geantwortet: „das beste Programm ist die „Bergpredigt" und werdet 3ünger 3esu". Den übrigen Teil der Tagung füllten geschäftliche Dinge aus. Als Vertreter des Vereins auf dem 3ahrcsfest in Basel wurden außer dem Vorsitzenden die Pfarrer Luft, Meiches, und Knodt, Bad-Rauheim, bestimmt. Auf dem 3ahresfest in Basel sollen 500 Mk. für die Aufnahme der Missionsarbeit im Hinterland von Togo überreicht werden. Das 3ahressest des Vereins soll bei Einwilligung des Kirchen- vorstandes im September in Langsdorf gefeiert werden. • X Eine Dekanatskonferenz der evangelischen Geistlichen des Dekanats Gießen wurde im Markussaal zu Gießen von Pfarrer Mahr mit Gebet und Schriftlesung eröffnet. Dekan Guhmann begrüßt« die Versammelten und gedachte des 85. Geburtstages des Kirchenrats M i ck e l, früher Pfarrer zu Allendorf a. d. Lumda, zu Gießen. Rach einer Reihe amtlicher Mitteilungen wurde, eingeleitet von Pfarrer Mahr, Gießen, die Frage der „D o r f k i r ch e" behandelt. Oer erste hessische Katholikentag. WER. Marburg, 29. April. 3n diesem 2lahre findet zum ersten Male ein hessischer (ober- und niederhessischer) Katholikentag in Marburg anläßlich des Elisabeth-3ubiläums am Sonntag, 14.3uni, statt. Um 9.30 Uhr hält der Bischof von Fulda, 3oseph Damian Schmitt, ein feierliches Pontifikalamt. Festprediger ist der Kölner Domprediger P. Dionysius Ortsief er. Rachmittags findet ein großer Festakt in den Stadtsälen statt. Die Festrede hält der hessische Gesandte Ruß aus Berlin. Erweitertes VezirkSschöffengerichl Gießen. * G i e ß e n, 29. April. Zu verantworten hatten sich heute drei verhältnismäßig junge Leute von Gießen wegen einer Reihe von schweren Diebstählen. Zwei von ihnen waren unbestraft, die Vorstrafe des Dritten ist wenig bedeutend und liegt 3ahre zurück. Die Triebfeder war wirtschaftliche Rotlage; sie sind aber bei ver Ausführung der Taten sehr viel weiter gegangen, als die Rot es erklärlich, wenn auch nicht entschuldbar hätte machen können. Der schwerst2 Fall war ein gemeinsamer Einbruch in ein hiesiges Kleidergeschäft, wo Anzüge und Wäsche von bedeutendem Wert gestohlen wurden. U a. wurde auch der Rudergesellschaft ein nächtlicher Besuch abgestattet, und es wurde dort Wein und Sekt gestohlen. Mehrere der Diebstähle hat der Haupttäter allein ausgeführt. Die Angeklagten, waren geständig, so dah keine umfangreiche Beweisaufnahme erforderlich war. Die Strafen lauteten auf zwei 3ahre undzwei Monate, ein 3 a h r und sechs Monate und acht Monate Gefängnis, unter Anrechnung, eines Teils der Untersuchungshaft. Ein Pferdehändler aus Ober-Mockstadt Hotts für eine Pferdehandlung in Fulda den kommis- sionsweifen Verkauf von Pferden übernommen. Die einkassierten Gelder hat er in erheblichem Umfang veruntreut. Seine Behauptung, er Habs mit einer Gegenforderung für ausgelegtes Fuller- geld aufgerechnet, erwies sich als eine Ausrede, denn es wurde festgestellt, daß er das Futtergeld nach ausdrücklicher Vereinbarung selbst zu tragen hatte. Er erhielt eine Gesängnis- strafevon siebenMonaten. Ein Brief Dom neuen Robinson. 3um 200. Todestage Daniel Defoes, des Dichtens des unsterblichen „Robinson", wird ein Brief von Dr. Ritter, dem neuen Robinson, der auf der Galapagos- 3nsel lebt, inicteffieren. Mit Erlaubnis des Verlegers M. Willahn in Berlin geben wir aus dem Buche „Der moderne Robinson" einen Abschnitt wieder: 3sla Floreana, 28. Oft 1929. Ein englisches Kriegsschiff „Diomede" ankert augenblicklich in unserem Hafen und will Briefe besorgen. 3ch hatte noch keine Muße, die Erleb- Nisse hier zu beschreiben, und auch jetzt drängt di€ oeit (zwei Stunden), so daß ich hier nur andeuten kann. Wir haben hier ein in mancher Hinsicht ideales Plätzchen gefunden mit schönem Klima (mittags 30 Grab Celsius, nachts 10 Grad), stets fliehender Quelle mit kleinem Bächlein, und von einem früheren „Unternehmer" schon mit Stacheldraht ein gezäunt. Aber wir haben fast unüberwindliche Arveit mit dem Ausrotten der dornigen zähen krummen und harten Akazien. Alles sollte gleichzeitig getan werden: Gepäcktransport (20 bis 40 Zentner) drei Stunden weit auf einem Wege, welchen 3hr stellenweise überhaupt für unpassierbar erklären würdet (er gleicht da einem der felsigen ausgetrockneten Betten eines Schwarz- wcnbbaches), dazu haben wir nur ein Pferd Zur Verfügung, die beiden andern sind schwer oder nicht zu fangen und das eine zudem hochtragend, das andere noch jung und nicht eingewöhnt. Ein Transport von zwei Zentnern raubt uns immer zwei Tage. Roch bringender svllte allerhand gepflanzt und dafür der erste Baum geschaffen werden. Llnseve 30 Dananen- pflonzen wiegen allein 10 Zentner, aber sie sind bereits angewachsen, und die größte ist schon 1 Meter hoch. 3n einem ,3ahr hoffen wir reichlich Früchte zu ernten. Radieschen konnten wir bereits nach drei Wochen essen. (Natürlich haben wir nut wenig gepflanzt.) Alle unsere dortigen Genüsse könnten w.r hier anbauen, ohne sie fo- gar m bet trockenen Zeit zu begießen, infolge des Bachtins, das in der Llfernähe den Boden feucht hält. Ebenso drängend ist ferner ein Haus- ober Hüttenbau, benn bie Regenzeit steht vor der Tür unb ein Dach ist für den Hausrat fast noch nötiger, als für uns. Dabei sind unsere Arbeitskräfte leider allzu beschränkt, was zur Genüge unsere Knappheit entschuldigt. Wir bedauern fast täglich, baß nicht alle unsere Familienangehörigen hier finb, vor allem muh ich an A. benten, für welchen biefe 3nsel ein reines Parabies wäre. Es gibt reichlich zu jagen: oer- wilberte Rinber, Schweine, Ziegen, Hühner, Hunbe, Esel unb viele, viele Enten. Alle biefe Tiere finb für uns so harmlos unb scheu wie unsere Rehe. Unser 3nbianer will immer jagen unb Toros schießen, um ein frisches Beefsteak zu haben. Da wirb denn so ein prachtvoller Stier getötet unb enttäuscht bie größten Fleisch- stücke herausgeschnitten unb alles aobere den Hunben unb Schmeißfliegen üb er. affen. Wenn bie Hunbe bamit gefüttert werben, vermehren sie sich um so mehr unb fallen bann rubeltoeife noch mehr als jetzt bie Kühe unb Kälber an. Es gibt schon jetzt viel mehr Stiere als Kühe. Zur Verwertung bes Fleisches fehlt eine Konservenfabrik. Alle, welche bie Einsamkeit lieben, fin- ben hier etwas Passendes. Die 3nsel kurz zu beschreiben, ist schwer. Dor allem sind Boden, Landschaft und Klima ganz eigenartig. Für ganz großzügige Pflanzungen eignet sich bie 3nsel nicht. Die guten unb tiefgründigen Boden flächen sind schwer zugänglich und zu beschränkt, es sind auch alle Versuche zur Kolonisation bis jetzt gescheitert, trotzdem halte ich Floreana (S. Maria Charles) für die schönste der Galapagos°3nseln unb gebenke biefe u'-cht mehr zu verlassen, obwohl bie Kultivierung unseres Gartens mir oft fast unüberwindlich scheint. Mit etwas Kapital unb einigen 3nbios cmJ Arbeitern würbe sich aus unserer Riebet- lassung (Frido) schon ein Garten Eben machen lassen, aber allein bleibt es eben eine Einsiedelei, unö das ist es ja auch. Klima und Pflanzenwuchs sind von der Höhenlage ungemein abhängig. 100 Dieter Höhenunterschied bedingen einen Klimawechsel wie im Schwarzwald 1000 Meter. Der höchste Berg, an dessen Fuße im Süden unsere Quelle und unser Garten liegen, ist 500 Meter hvch und oben auch in der Trockenheit mit grünem Gras bewachsen, er sieht etwa aus wie der Belchen ober Selb berg, nur steiler (nach Rorben ist er ein aufgesp-altenet Krater), zwei Drittel der Zeit ist seine Kuppe in Rebel gehüllt, unb wir spüren bann manchmal oft in 50 Meter Höhe einen allerfeinsten Sprühregen unb Rieseln. 3m Gegensatz bazu ist bie Küste vollstänbig trocken, aber unter ber Sonne hatten wir bis jetzt noch nicht zu leiben, selbst bann nicht, wenn wir brei Stunk)en bei senkrechtem Stanb bergauf gingen mit schweren Rucksäcken. Auch ber Hintergrunb ist oft bewölkt. 3n etwa 200 Meter riefelt es in ber Trockenheit fast täglich. Hier gibt es viele Zitronensträucher unb Bäume mit stetigen Früchten. Diese Pflanzen empfindet man ihrer stahlharten Dornen wegen — alle Dornen hier (ihrer selbst gibt es sehr Viole) gleichen Grammophonnadeln — bald als Unkraut. Auch Orangenbäume finb keine Seltenheit, unb bis vor kurzem hatten wir so viele Orangen wie wir wollten, babei blühten sie bereits toieber, so baß uns in ein paar Monaten eine neue Ernte bevorsteht. Die Orangen finb hier baS belieb teste Schweinefutter (wenn man abends irgenbwo einige hinlegt, finb sie morgens auf- gefressen). Diese Bäume stammen Wohl von früheren Siedlungen. 3n unserem Garten gibt es leider keine (aber sog. „Cerillas", bie wir noch nicht kennen, ba sie erst vor ber Reife stehen). Sn 200 bis 300 Meter Hohe zu wohnen, wo e£ reKfricberen Humus unb größere Flächen gäbe, gefällt uns wegen ber borkigen „ewigen Rässe unb Kälte"_ nicht. Es gibt ba oben zwei alte Sceräuberhöhlen, welche jetzt gelegentlich von jagenden Norwegern unb andern besucht werden und in welchen wir auch einige Tage hausten, öa wir uns erst da oben ansiedeln wollten, aber bas feuchte, neblig kalte (b. h. nachts 10 Grad Golsius) Klima hat uns bann doch 'in bie son- nigere Tiefe getrieben und hier ist bas Klima bis jetzt fast ibeaL Die Temperatur ist stets angenehm. Morgens gleicht sie einem schönen frischen Maimorgen bei uns, mittags einem Hochsommertag, abends unb nachts einem Lauen Herbst (unsere Quelle hat 22 Grad Celsius), so baß sie morgens lau unb mittags noch gerade kühl erscheint. Am meisten haben wir — nicht wie wir dachten: unter den größten — sondern unter den kleinsten Tieren ber 3nssl zu leiben: den Sand- floben, welche so winzig und zudringlich sind, daß sie sich, wenn man nicht stets energisch Fußpflege treibt, unter die Haut am Raqel und andre Hornhautfalten einbohren, dort ihre Eier ablegen, welche sich bann zu einem steck- nabelkopfgvoßen, verkapselten Knötchen entwickeln, ben Gefäßschnitt als Placenta benutzend. Die Schmerzen veranlassen einen bald, dasselbe het- auszuschneiden. Wir hoffen durch Fernhalten von Schweinen unb Hunden bas Ungeziefer mit ber Zeit aus unferm Garten „Frido" auszurotten, „Schnaken" gibt es hier, wie bei uns im Herbst — natürlich machen sie keine Malaria — die 3nsel ist ja unbewohnt! Die vielen Fliegen find nur lästig, wenn sie Fleisch oder Kot riechen. Von sonstigem Ungeziefer haben wir bis jetzt nichts bemerkt. Wir haben den größten Wunsch, uns bald aus unserem Garten ernähren zu können und keinen 3nbio mehr zu brauchen, welcher jeden Tag einen Stier ober ein Schwein schieß en will. Aber freilich einige Monate wirb es noch gehen unb w.r haben uns nicht reichlich genug mit Hülsen-Mehlsr ächten unb Fett versehen, so baß w:r hauptsächlich über bas Fett her erlegten Tiere froh finb. Das Kriegsschiff hat uns mit einigen Nahrungsmitteln beschenkt, unb wir er- toar.en außerbem täglich ben Kapitän. Hunger können w.r hier nie leiben, falls wir eben Fleisch essen würben. Meer unb Lanb Liefern überreichliches Material für 3äger unb Fischer. 3ch muß immer an Mutter benken, wenn so einige Zentner Stierfleisch zum Verfaulen liegen bleiben müssen. Was bas Pferb tragen kann, versuchen wir wegzubringen unb an ber Sonne zu trocknen, bas geht unten sehr gut, in einem Tag ist es bürr unb hart, wenn es in bünner Schicht aufgeschnitten wirb. Aber beswegen sind wir nicht hier, und sowohl bas Liegenlassen wie bas Essen und Verwerten des Fleisches bedeutet eine große Qual für mich. 3ch weih noch nicht, wozu das Schicksal mich in diesen Fleisch- Wust geworfen hat, der mich zu erdrücken droht. Wir sehnen uns nach einem Qbstparabies und finden ein 3agdparabies. Ein kleines Wildwest, in welchem wir uns unsere vegetarische 3nfel erst erschaffen müssen, „Hüter ber Schwelle", anders weiß ich es bis jetzt nicht zu beuten ... SJL-'Sport To. Londorf I — Tv. Garbenteich I 3:1 (1:0). Beide Mannschaften lieferten sich ein hartes Spiel, bietungen mit einigen Chorvorträgen und trua so Während Garbenteich im Sturm seinen besten zum h°rmonttchen Verlauf der Deranstaltung wesen - Mannschaftsteil hatte, war, besonders in der zwei- lich bei. Mitglied Fr. Keßler begleitete mit kn Hälfte Londorf durch die bessere Arbeit seiner | Schallplattenmusik auf Lautsprecher übertragen, die Läuferreihe etwas im Vorteil. Bei gleichmäßig ver- I turnerischen Darbietungen. Nachdruck verboten. 7. Fortsetzung. teiltem Spiel gewann Londorf nicht zuletzt durch die glänzenden Leistungen seines Torwarts. Ein Unentschieden hätte dem Spielverlauf eher ent- Oberstufe: 12-Kampf: G. Schäfer 1. Preis; Th. Jung 2. Pr.; O. Sommer 3. Pr.; K. Weiß 4. Pr.; E. R. Möckel 5. Pr.; O. Weiß 6. Pr.; O. D«n 7. Preis. Mittelstufe: 4-Kampf: Sy Sommer 1. Preis; K. Harnisch 2. Pr.; W. Sommer 3. Pr.; W. Sarnes, O. Sommer 4. Preis. Damen: 9-Kampf: Karoline Ruhl 1. Preis; Hilde Gorr und Mariechen Schmandt je einen, zweiten Preis; Karoline Happel 3. Pr.; Lina Stephan 4. Preis. In der Schüleroberstufe (6-Kamps) wurden 13 und in der Unterstufe 11 Schüler durch Preise ausgezeichnet. Bei den Sonderkämpfen blieben Sieger: Stabhochsprung Theo 3ung 2,55 Meter, Freiweitsprung O. Sommer 5,40 Meter. Werbeabend des Turnvereins 1862 Wieseck. N«s GckiMÄl WÄchtdasietzirkVoe« Roman von 3. Schneider-Foerstl. Urheber-Rechtschuh durch Verlag Oskar Meister. Werdau L Sa. Zechten im Tumqau Hessen (OT ). Auvscheidungsfechlen der Altmannen. Um die Teilnehmer .ür die Metsterschaftskämpfe im Mittelrheintreis zu ermitteln, veranstalteten die Fechter der 3. Gaugruppe (Gau Hessen) am Sonntag in Bad-Rauheim unter Leitung von Gaufechtwart Kühn, Friedberg, ein Alt - mannen-2lusscheidungs-Fechten. Es wies eine stärkere Beteiligung als die gleichen Veranstaltungen der Vorjahre auf und verriet auch in den gebotenen Leistungen die gute fechterische Schulung des Gaues. Als ausfallend muß bezeichnet werden, daß die bekannten alten Kämpen und Meister des Gaues entweder gar nicht mehr auf dem Fechtboden waren oder dem jüngeren Rachwuchs in zum Teil überraschenden Ergebnissen — nach der positiven wie auch nach der negativen Seite — die Spitzenplätze überlassen mußten. Dank der einwandfreien Tätigkeit des Kampfgerichts, dem außer bekannten Fechtern aus Frankfurt a. M., Worms und Bretzenheim auch die Gießener Hergenrother und Ziegler angehörten, wurden die Kämpfe reibungslos und eindrucksvoll vor einer sehr interessierten, aufmerksamen Zuschauergemeinde durchgeführt. Die Ergebnisse: Florett: Rach 3 Gruppen in der Vorrunde und 2 Gruppen in der Zwischenrunde traten von den 22 Bewerbern 8 in die Endrunde, in der es nach hochwertigen Gefechten folgende Placierung gab: 1. Heinz Bersch, T. u. Spv. Marburg, 7 Siege; 2. Walter Gerhardt, Tv. 1846 Gießen, 6 Siege; 3. Ludwig Gerhardt, Tv. | 1846 Gießen, 4 Siege; 4. Karl Hahn, Tv. 1860 Dad-Rauheim, 3 Siege; 5. Hans Mulch, Tv. Wetzlar, 3 Siege; 6. Hans Leonhard, Tv. 1846 Gießen, 3 Siege; 7. Robert Schautz, Tv. Wetzlar, 2 Siege; 8. Ludwig Da übel, Tv. 1846 Gießen, 0 Siege. Säbel: Rach einer Vorrunde in 2 Gruppen mit wenig befriedigender Technik steigerte sich in den scharfen Gefechten der Endrunde die Leistungshöhe erfreulich. Von den 17 Gemeldeten kam 8 in die Entscheidung, in der sie sich in folgender Rangfolge an ordneten: 1. Ludwig Daube!, Tv. 1846 Gießen, 6 Siege; 2. Konrad Plaack. T. u. Svv. Marburg, 5 Siege; 3. Ludwig Gerhardt, Tv. 1846 Gießen, 5 Siege; 4. Hans Mulch Tv. Wetzlav, 4 Sege; 5. Walter G e r h a r d t, Tv. 1846 Gieren, 3 Siege; 6. Robert Schauß, Tv. Wetzlar, 3 Siege; 7. Karl Hahn, Tv. 1860 Dad-Rauheim, 2 Siege; 8. Paul Hoffmann, Tv. 1860 Dad-Rauheim, 0 Siege. Die sechs besten jeder Waffe erwarben sich die Teijlnahmeberechiigung an den mittelrheinischen Kreismeisterschaften, die im 3uni in Bad Homburg ausgetragen werden. Handball im Gau Hessen (D.T.i Tv. Heuchelheim I — Spvg. 1900 Gießen I 11:4 (7:1). Mit obigem Ergebnis mußte sich in Heuchelheim die zwar nur mit 10 Mann spielende erste Mannschaft der Spielvereinigung 1900 geschlagen bekennen. Das Spiel begann mit sehr scharfem Tempo; schon in den ersten Minuten Übernahm Heuchelheim die Führung, Gießen glich aber bald darauf aus. Rachdem die Einheimischen noch em weiteres Tor ausgeholt hatten, ließ der Kampfeifer der Gäste merklich nach. Halbzeitergebnis 7:1 für Heuchelheim. Rach Seitenwechsel kam Gießen etwas mehr auf, ohne aber am Torunterschied etwas ändern zu können. , t Schiri Walter Loh.(Tv. 1846 Gießen) war ein gerechter Leiter. ; Tv. Slein Linden — To. Lützellinden 2:2. . Am Sonntag trug die 1. Handballmannschaft des Turnvereins Klein-Linden das Freundschaftsrückspiel Der General ging nach dem Schrank in dec Ecke und kam mit einem Glas Goldwasser zurück. .Trink! Heber alles kann man hinwegkommen wenn mam will. 3ch hab auch einmal geliebt! Jawohl — und während ich gebalzt hab' wie cm Hahn, hat sie mich mit einem anderen betrogen! Ha! Ein Weib verdirbt die beste Rasse! Stint **3n Lippstädts Fingern schwankte das Glas zum Munde. Ein Trapsen rann ölig auf den Wassenrock und ließ einen häßlichen Fleck zuruck. Er erhob sich und mühte sich zu strammer Haltung. „Befehlen Exzellenz noch etwas?" „Richts, als daß du jetzt mit mir nach Langenbach fährst. Seit ich dich über den Taufstein gehalten habe, sind wir nicht mehr zusammen in einem Wagen gesessen. Daran kannst du dich natürlich nicht mehr erinnern. Damals war die Fahrt jedenfalls amüsanter, als sie heute werden dürfte. Du hast gebrüllt, was deine Lungen gaben, und deine Amme hat sich die Arme aus dem Leibe geschaukelt, weil du nicht zur Räson zu bringen warst. Heute bist du stiller. Weiß Gott, es wäre besser, wenn du poltern konntest wie dazumal. Das leert die Galle aus, und Hei^ und Lunge werden frei damit. Vorwärts, mein Sohn!" Lippstädt ging nach dem Fenster, seinen Helm zu holen. Er fühlte sich heiß an von der Sonne, die auf das Leder gebrannt hatte. Zehn Minuten, hatte er gedacht, dann würde Ruhe sein. Lind nun mußte er Seite an Seite mit dem General nach Langenbach fahren und seinen hämmernden Kopf zum Denken zwingen. Eine Ordonnanz stand an der Türe und erstattete eine Meldung. Trotzdem Viktor seit dem Morgen nichts mehr genossen hatte, verursachte ihm der Geruch von Braten und Kompott, der durch den Korridor zog, Brechreiz. Der Säbel der Exzellenz flirrte Stufe um Stufe auf und schlug im Souterrain hart auf den Dflasterboden. Lippstädt hatte den seinen etwas hochgehalten. Jeder Laut verursachte ihm Schmerzen. Der Bediente hielt den Schlag der Limousine offen. Grobe stieg als Erster hinein und lieh sich in der rechten Ecke nieder. Geneigten Hauptes, die Schultern etwas borgebogen, folgte Lippstädt. Heim, dachte er, nur heim! Lind eine Stunde den Hedwig Dloem lag schlaflos. Mit dem Abendzug war Thom weggefahren. Lutz gab ihm bis Hamburg das Geleit. Thomson war schweigend mit in das Abteil gestiegen. Thom würde einen fürsorglichen treuen Begleiter an ihm haben. Sie wußte ihrem Aeltesten nicht genug zu bauten dafür, daß er Thom in solchen Schuh gegeben hatte. Es war doch eine gewisse Beruhigung. Richt auszudenken, wie das wäre, wenn sie ihren Jüngsten auf dieser Reise allein wüßte. Dloemsche Art war nicht die der Setterholms. ßut> war schon mit vierzehn Jahren eine selbständige Persönlichkeit gewesen. Thom aber blieb trotz seiner neunzehn immer noch das Kind, um das man sich sorgen muhte. Ach, und sie tat es so gern, sich um ihre Kinder sorgen. Sie hörte ein Geräusch und richtete sich auf. An der Türe stand ein heller Schatten: „Schläfst du, Mama?" Evelins fliederblauer Pyjama leuchtete auf. Es hatte den Anschein, als wage sie es nicht, näher an das Bett der Mutter zu kommen. „Es ist lieb von dir, daß du noch nach mir siehst", sagte Hedwig erfreut. „3ch kann ohnedies nicht schlafen. Immer bin ich bei Thom. 3n zwei Stunden ist er schon in Hamburg." Evelin regte sich nicht. Ihre nackten Füße, die in weihen Pantöffelchen steckten, machten keinen Schritt von der Türe weg. Rur ihre Stimme fragte von dorther: „Warum hast du Viktor Lipp- städt abgetoiefen?“ Hedwig Dloem vergah Thom, vergaß Lutz und setzte sich nun vollends in den Kissen auf. „Ich verstehe nicht, mein Kind. Ich kann einen Mann, der gar nidft zu mir gekommen ist, nicht abweisen." „Er war bei dir!" „Rein!" Frau Hedwig lieh das Licht auf flammen. Der langbefranste Seidenschirm warf einen goldenen Reflex über den luxuriösen Raum und tauchte die Gegenstände in ein irisierendes Flimmern. Die Dosen und DöSchen, bas Silber ber Bürsten und Kämme auf bem spiegelumsäumten Toilettentisch schillerten opalen auf. „Wann soll er denn bei mir gewesen sein, Kind?" „Heute mittag!" „Du weiht, Eve, dah ich erst gegen drei llbr nach Hause kam. Das allein muh dir Beweis Der Turnverein 1862 Wieseck hatte zu einem Werbeabend eingeladen, der im Braunfchen Saale stattfand und {ehr gut besucht war. Die Veranstaltung hatte den Zweck, besonders der Jugend den Wert des Turnens erkennen zu lassen. Dem- entsprechend stand auch das Jugendturnen im Mittelpunkt des Abends. Die Jugendlichen zeigten an Barren, Pferd und Reck exakte Hebungen, während die Turnerinnen Freiübungen und Volkstänze boten. Bei den Kleinsten, bei den Turnerinnen und bei den aktiven Turnern, an den Geräten, bei den Freiübungen und bei den Tänzen klappte alles vor- züglich. Die Eltern konnten sich überzeugen, daß die turnerische Erziehung an ihren Kindern in der richtigen, planvollen Weise geschieht. Die Veranstaltung dürste ihren Zweck kaum verfehlen. Der Abend darf als gelungen und für den Verein als ein großer Erfolg bezeichnet werden. Die Gesangsabteilung des Vereins umrahmte die turnerischen Dar- Gport der Soldaten. Tv. Monsheim — 1. Mannschaft 2. Kompanie 6:9 (0:5). Im Anschluß an ben Achtungserfolg gegen Rot-Weih Frankfurt a. M (9:6), konnte die Kompaniemannschaft weitere Siege feiern. Die 1. Mannschaft ber 2. Kompanie war Gast beim Turnverein Monsheim. Monsheim, in eigenem Bezirk an zweiter Stelle, lieferte schon im Vorspiel (4:3 für bie Kompagnie) ben Soldaten einen gleichwertigen Kampf. Darauf eingestellt, spielte bie Militärmannschaft von Anfang bis Schluhpfiff mit besonderem Schwung. Der Sieg ber Kompaniemannschaft, die zur Halbzeit bereits mit 5:0 führte, war nie in Frage gestellt. Tv. Kirchen (Sieg) — 1. Ätannschaft 2. Kompanie 4:12 (0:8). Am Sonntag spielte die 1. Handballmannschaft in Kirchen a. b. Sieg. Erneut wurde bie Spielstärke der Militärmannschaft unter Beweis gestellt. Kurz nach bem Anstoß erzielte Krämer bas erste Tor für bie Soldaten. Durch diesen Erfolg ermutigt, ging die Mannschaft nun vollkommen aus sich heraus und bei Halbzeit stand das Spiel 8:0 für bie Soldaten. Rach bem Wechsel wurden auf jeder Seite noch vier Tore erzielt. Die Militärmannschaft verlieh als sicherer Sieger den Platz. Leichtathletik. Zum ersten Male trat in diesem Jahre die 1. Rennmannschaft, bestehend aus vier Mann, zu einem volkstümlichen Fünfkampf auf den Plan. Der Fünfkampf setzte sich zusammen aus: Hochsprung, Weitsprung, Kugelstoßen, 75-Meter-Em- zellauf und einer 4x75-Me ter-Staffel. Auch hier erkämpfte die Militärmannschaft mit 80 Punkten Vorsprung einen einwandfreien Sieg. Hierbei ist hervorzuheben der Hochsprung 1,65 Meter und der Weitsprung 6,25 Meter von Obergrena- bier Jakob. genug sein, dah ich den Grafen weder empfangen, noch abweisen konnte." „Dann war es Lutz!" Hell wie ein Schrei klangen diese Worte Evelins. Hedwig erschrak bis in die innerste Seele. Kreise dichten sich um sie und begannen sie immer mehr einzufangen, dah sie zuletzt von deren Wirbel völlig umstrickt war. Lutz! Darum seine Reserviertheit, als er Abschied vor dem Abteil genommen hatte. Sie hatte förmlich gefroren dabei. Lind als die Wagen sich bereits in Fahrt fetzten, hatte er noch rasch gebeten: „Sorge dich um Eve. Sie wird sich sehr vereinsamt fühlen.' Ader fürchterlicher als die Erkenntnis, dah ihr Aeltester über sie hinweg gehandelt hatte, war die Angst, daß dessen Tun nun einen Keil zwischen ihn und Eve trieb. Hie SetterholmI Hie Dloem! Lind es waren doch beides ihre Kinder, die sich nun allenfalls befeindeten. Das muhte verhindert werben um jeden Preis. War es nicht schon des Bitteren genug, das sie gekostet hatte? Lind so brachte sie nun um des Friedens ihrer Kinder willen das Opfer der Selbstanklage. Ihre Stimme vibrierte als sie jetzt sprach: „Lutz hat mir wohl einmal gesagt, dah der Graf dir zugetan ist und möglicherweise eines Tages kommen wird, um dich anzuhalten. Ich habe ihm sofort zu verstehen gegeben, dah ich ihm mein Jawort verweigern mühte. Ich habe Gründe, Evelin, die mich zu diesem Handeln zwingen. Lind Lutz hat sich nun wohl beauftragt gefühlt, ihm eine Absage zu geben." „Lind welches sind diese Gründe, Mama? Hedwig drückte die beringten Hände in die Seide der Steppdecke und wagte es nicht, zu der Tochter hinübewzusehen. Rur der helleSchcin, der von der Türe kam, sagte ihr, dah die Tochter noch immer dort stand. Man konnte einem Rennwagen ausweichen, der in voller Fahrt dahingeschossen kam, selbst einer Kugel, wenn man deren Lauf verfolgte, aber dieser Frage ihres Kindes, von der sie wußte, dah sie entschied, konnte sie nicht entgehen. „Erlaß mir die Antwort", bat sie dessenungeachtet. Cs war zuviel der Selbstverleugnung. „Wie du willst, Mama!" Run schnellte Hedwig hoch. Erst war es Feuer gewesen, das sie verzehrt hatte, nun schüttelte sie der Frost. Die Angst, die sie empfand, lieh ihr die Lippen aufeinanderbeben. Ihr war, als bräche alles über ihr zusammen. Thom war fort! Lutz hatte ihr nie ganz gehört! Lind nun würde auch die Tochter gehen! Sie sah sich plötzlich allein! Richt nur gatten-, sondern auch kinderlos. Lebendigen Leibes zu den Toten geworfen. Jetzt, in dec Schweigsamkeit und Ruhe der Rächt, wurde die Furcht, ihr jüngstes Kind könnte sich von ihr lossagen, so groß, dah sie wie eine Sünderin ihr Bekenntnis sprach: „Ich war einmal Egon Lippstädts Braut! Dicht in der Oeffentlichkeit! Rur im Geheimen! Ich habe ihn geliebt, wie du den Sohn liebst! Cs kam zu einem Duell zwischen ihm und Lutz' Vater. Lippstädt muhte den blanken Rock ausziehen und seinen Abschied einreichen. Hast du mich gehört, Eve?" „3a, Mama!" „O Gott! Warum sagst du nichts?" ängstigte ^„OBaS soll ich dazu sagen? Wenn es so ist, wie du mir berichtet hast.. „Du glaubst mir nicht?" weinte Frau Hedwig auf. Die Tochter kam einige Schritte näher und hielt die Hände ineinanderverschränkt, als wolle sie ihre Gefühle gewaltsam meistern. „Warum soll ich dir nicht glauben, Mama? Aber was hat das mit Viktor zu tun? Warum sollen wir für etwas gestraft werden, an dem wir keine Schuld tragen? Lutz' Vater war doch nicht der meine?“ "Anders wäre es, wenn Graf Lippstädt eine Tochter hätte und Lutz wollte sie zu seiner Frau machen. Aber so! Viktor und ich! Warum soll das nicht gehen?" „Eve, begreifst du denn nicht?" „Rein! — Wir werden warten, bis ich volljährig bin, dann kann ich über mich selbst bestimmen!" Seide raschelte. Der helle Schein an ber Sure jerftatterte in nichts. Den Rückm gegen die Wand gedrückt, hielt Hedwig Die Schläfen mit den Spitzen der Finger zusammen. Sie zersprangen sonst. Die Gedanken jagten in Sprüngen: „Ich habe Lutz entlastet! Ich habe ihn reingewaschen! Ich habe alle Schuld"auf mich genommen! Lutz, was kann ich noch für dich tun?“ Das Haus lag ganz still. Rur zuweilen kam aus der Richtung, in der die großen Derkehrs- strahen lagen, der schrille Ton einer Huve, das Rattern eines Motors oder irgendein Signalpfiff. Die Fenster standen weit offen, und die schweren Cichenjalousien waren darüber herabgelassen. Hedwig war grenzenlos müde und verspürte zugleich eine solch unerklärliche Angst in sich: um Lutz, um Thom: am meisten aber um Evelin. „Man betrügt sich immer selbst, glaubt, dah es eine Lust sein müsse, dem Leben Kinder zu schenken und sich in deren Liebe zu sonnen. Lind sie schieben einen bei den ersten Versuchen zum Flüggewerden zur Seite und geben zu erkennen, dah sie nun fähig sind, ihre eigenen Wege zu gehen. Sie wollen nicht immer umsorgt und behütet sein. Die Freiheit lockt, wie sonst nichts zu locken versteht." (Fortsetzung folgt.) sprachen. Tv. wieseck I — Tv. Aichach I 5:2 (3:0). Das Entscheidungsspiel um den Ersten in der Runde der Zweiten sah in Lollar erwartungsgemäß die Mannschaft des Tv. Wieseck in Front. Bereits bei Halbzeit mar die Mannschaft klar in Führung und behauptete sich auch nach dem Wechsel, trotzdem Atzbach etwas auskam und zwei Erfolge erzielte. To. Londorf 3gb. — Tv. Staufenberg 3gb. 6:1 (2:0). Londorf konnte bereits bis zur Pause mit zwei Toren führen und stellt nach Seitenwechsel durch weitere vier Erfolge, denen der Gast nur das verdiente Ehrentor entgegensetzen konnte, den Sieg sicher. To. Lollar Jgd. — To. Mendorf Jgd. 9:1 (3:1). *Eine überraschend hohe Niederlage mußte die spielstarke Jugend Allendorfs in Lollar hinnehmen. Während sich die Gäste noch bis zur Pause recht annehmbar hielten, war in der zweiten Hälfte die Widerstandskraft gebrochen. * Im Geräte-Mannschaftskampf der beb den Turngaue Lahn-Dünsberg und Main-Rod-Gau am Samstag in Lollar blieb der Lahn-Dünsberg- (Bau überraschend mit einem klaren Vorsprung Sieger. Die Mannschaft der Gäste war etwas vorn Pech verfolgt und erreichte nicht ihre sonstigen Leistungen. Tv. Watzenborn-Steinberg (AOT.) Der Turnverein „Gut-Heil" Watzenborn-Steinberg veranstaltete am Sonntag in ber Form eines Anturnens eine Werbeveranstaltung, deren Verlauf allerdings durch die schlechten Witterungsverhältnisse beeinträchtigt wurde. Das Wctturnen hatte folgende Ergebnisse: Kops auf irgend etwas legen dürfen und wär's mir Heu! Das Gehirn versagte sonst. Mißbilligend sah ihn der General an. „Denk, es wär Krieg! Da ist auch manch ein« ausgezogen, der das Weib nicht mehr gesehrn hat, das er liebte. Lind überhaupt: Wenn du ein Mann von Ehre und Charakt« bist, dann pfeifst du diesen Dloems auf ihre Tochter. Die Welt hat mehr der schönen Frauen als nur eine!" Mit hastigen Fingern griff Lippstädt in das Zigarettenetui, das die Exzellenz ihm bot. $. ©p. D. 1926 Steinbach. Am Sonntag hatte die 1. Mannschaft des FSpv. 1926 Steinbach die gleiche von Ettingshausen zu Gast und verlor nach verteiltem Spiel mit 6:2 Toren. Ettingshausen war während des ganzen Spiels leicht überlegen und gewann verdient, allerdings war zu berücksichtigen, daß Steinbach mit drei Mann Ersatz antrat. Schiri Jung (Lollar) leitete korrekt Vorher lieferten sich die beiden 2. Mannschaften einen stets flotten Kampf, den Ettingshausen verdient, aber auch mit viel Glück gewann. Schiri W e i n a n d (Leihgestern) leitete zufriedenstellend. Spv. Klein-Linden Schüler — vfv. Gießen Schüler 2:0. Das Fußballspiel der Schülermannschaft des Sportvereins Klein-Linden gegen die Schülermann, schäft des DfB. Gießen endigte mit einem 2:0-Siege der flinkeren Klein-Lindener. Radrennen des Gaues Oberheffen. Dem Radfahverv«ein „Lieb« Berg und Tal" Göbelnrod war die Durchführung des Rennens des Radfahr«bundes, Gau Oberhessen, übec- tragen. An diesem Rennen beteiligten sich 28 Fahr«, die In drei Klassen starteten und ihre Aufgube ohne nennensw«ten Zwischenfall erledigte. Die 61 Kilometer lange Rennstrecke der Klasses führte über Grünberg, Münster, Lich, Gießen, Reiskirchen, und unt« sechs Fahrern trug Jäger (Lllfa) den ersten Sieg davon. In d« Klasse 6. die die 50 Kilometer lange Strecke Göbelnrod, Grünberg, Münster, Ettingshausen, Harbach, Göbelnrod zu bewältigen hatte, fuhr unter zwölf Teilnehmern 2llb. Mebus (Göbelnrod) als «ster Sieg« durchs Ziel. Die Jugendklasse fuhr über Grünb«g, Münster, Ettingshausen, Queck- born, (30 Kilomet«). Hier wurde Otto Schulz (Göbelnrod) unter zehn Fahrern «ster Sieger. Wertvolle Preise konnten unter die Sieg« verteilt werden. Reitsporifest in Hungen. In Hungen wurde In diesen Tagen mit den «sten Vorb«eitungen zu einem großen Reitsportfest begonnen. Für den 27. und 28. Juni ist eine reitersportliche Veranstaltung vorgesehen, an d« voraussichtlich alle ob«hessischen Reitervereine teilnehmen werden. Man rechnet weiter mit d« Teilnahme d« Reichswehr aus Gießen und aus Hanau. Das Militär wird die ausgeschriebenen Konkurrenzen unter sich aus tragen. Man nimmt schon heute an, daß in jenen Tagen üb« zweihundert Pferde und Reit« In Hungen weilen und an den Wettbewerben teilnehmen werden. Lieb« die Gestaltung d« Konkurrenten b«ät eine Turnierleitung unt« dem Vorsitz deS Freiherrn Röder von Diersberg. Cs ist vorgesehen, das Fest in der Hauptsache als ein Sportfest zu gestalten und von gesellschaftlichen Veranstaltungen nach Möglichkeit abzusehen. DaS Fest soll vielmehr für Pferd und Reiter eine Gelegenheit sein, die Kräfte im Wettkampf zu messen und der Jugend neuen Impuls zu ge >?n. Der Hungen« Reiterverein wird am Samstagabend eine Begrühungsfei« mit Standartenweihe veranstalten. Für den Sonntag ist ein Festzug vorgesehen. Die Tageszeiten vom Samstag und Sonntag sollen von den Wettkämpfen ausgefüllt fein. Astoria-Lichtspiele 15°° 10°° 40 beides Foulard-Seide jetzt 297® A Nowack ■ 'W öM pulver aus reinseidener Marocain, Georgette, Crdpe de Chine, undb Wdsd- ^inig Am 28. April entschlief sanft nach kurzer Krankheit unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwägerin und Tante LandsteUe in Mecklenburg 22 Mornen gtoh, mit lebend, tt. to em Inventar für 1401) Mk veiLtoMorg Wtesen und Weiten können vachtw. sür2O'Mk.v>o 'Dfotnen tun übern, werden. Ersord. sind ^-10000 Mk. Nähere Auskunft durch ao.iD Christ. Wanner?., 6r.-Buseck, Schützenstr. mit Esther Ralston - Gary Cooper Ein unerhört spannender Sensationsfilm in 8 Akten. Verschiedenes] Nachhilfe in Latein Schüler einer Oberklasse ert. Sextanern unoQuintanern des Realgymnasiums gründlich Nachhilfeunterricht tn Vaiem. Mätztae Vernutung. Schr. Aug. u. 29731) an den Gteb-An-etg. >ungen. n Tagen mit den ™ Men Leit« l- und 28.3uni ift Mvvrgeschen, an mischen Leiterver« rechnet weiter mit lt aus Gichen und loird die ausge» « sich austragen, «b in jenen Tagen weiter in Hungen Derben teilnchinen Länge aufgelöst werden kann. Die einzelnen Straßenzüge müssen architektonisch Teppiche weit unt. Preis noch einige abAuQeb. Vetten-Vär Marktstrabe 29 A.ellSilikse in Duchtührui'a Stenographie, 'Maichmenichr. Swön chieiben, Plakni schritt. . eginn 4. Mai. Vogtsdie Handelsschule S.eßen, Goethe- str. 32, Vokohans Bettwäsche Frottierwäsche Inlett * Federn "Gardinen in größter Auswahl - moderne Muster - bei Kleiderstoffe Seide * K’seide Wollmusselin Zephir im Alter von 80 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Schlag Familie Freitag Familie Velten. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme sowie für die zahlreichen Karten. Kranz- und Blumenspenden bei dem Hinscheiden meiner unvergeßlichen lieben Frau und Tochter Emma Block, geb. Weisel sagen wir hiermit innigsten Dank. Besonders danken wirdem Herrn Piarrer lürdietrostreichen Worte, dem Gesangverein, sowie allen, die der teuren Entschlafenen das letzte Geleit gaben. Im Namen der Hinterbliebenen: Karl Block. .stMDrÄNÄt hast du mich 9^ort| Sonneborn Alicestrabe 16, neben dem Hess. Hof Wenn alles vertagt, dann bilit I227UA Trainers Augen wasser das sich seit 120 Jahr, als Kräf itglinasmittel f.schwacheAuaen glänzd. bewä rt bm. AUeinverk. für @teken: Drogerie Winterhoff Kreuävlatz 10. Für grofie stalWGe Figur Größe 50-5L billig zu ve» kaufen. <>««! Herren-Anzüge, saft neu. tu hell u. bun.eL 1 Herrenaniug, dunkelblau noch nicht getrauen. 2 Sommer-Paletote, Coverejats 2 Windjacken errenuoe.» gestreift. Helt und dunkel i Baar neue Ton* r stensohnhe, Gr. 43 Herrenfahrrad. Adler, säst neu. mit eiet- irischer Beleuchtung irauenemoüniopD früh. Maifeimagatin Scllerswcg 2. -sberg. Es ist vor« - Mptsache als ein on geschäftlichen Kit abzusehen. 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Mai. 7.15 bis 8.15: Frühkonzert des Homburger Kurorchesters. 10.20 bis 10.50: Als deutscher (Zunge in einer französischen Schule. Französisch und deutsch erzählt von Ulrich Hessel, Paris. 12.10: Schallplattenkonzert. 15: Stunde der Jugend. 16.30: Aachmittagskonzert. 18.15: .Arten der Arbeitslosigkeit", Dortrag von Heinrich Ritz- mann. 18.45: .Zehn Jahre Akademie der Arbeit", Dortrag von Stadtrat Dr. Michel. 19.15: Spanischer Sprachunterricht. 19.45: Mein Poesie- Album, eine satirische Revue von Gerd Fricke. 20.30: 100 Minuten... Heiterer Abend. 22.30 bis 24: Tanzmusik. 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März 1930 wird nach Begutachtung durch den Herrn Oberbürgermeister und den Kreisausschuß, mit Genehmigung des Herrn hessischen Ministers des Innern vom 20 Februar 1931 zu Nr. M. d.J. 19 608 auf Grund des Artikels 15 des Gesetzes, die Städteordnung betreffend, vom 8. Juli 1911, in der Fassung des Gesetzes vom 15. April 1919 und der Artikel 2, 29, 37, 44 und 59 der Allgemeinen Bauordnung vom 30. April 1881 und der §§ 3 bis 5, 7, 9, 66 und 78 der Ausführungsverordnung zur Allgemeinen Bauordnung vom 1. Fe- bruar 1882, zu dem Bebauungsplan für das Gebiet zwischen der Main Weser-Bahn und Marburger Straße einerseits und dem Schwarzlachweg und der Straße Am Sandfeld andererseits folgende Ortsbausatzung erlassen: 2815C Storung der Feier der Sonn- und Festtage erlassenen Anordnungen zuwiderhandelt. Artikel 224 des Hessi- schen Polizeistrafgesetzes untersagt hiernach gänzlich an Sonn, und Festtagen öffentliche oder geräuschvolle Hantierungen und Arbeiten der „Landwirte, Fabrikanten, Handwerker und sonstigen Gewerbsleute". Hiernach ist der Personenkreis, von dem die Sonntagsruhe gestört werden kann und soweit er von Ihnen erfragt wird, gtnau fcstgelegt. TB. G. in £. Wenden Sie sich an ein Pianohaus. Rundfunkprogramm. Jreilag, l.Mai. 7.15 bis 8.15: Frühkonzert. 11.50: Schallplattenkonzert. 15.20: „Das Mikrophon in der Schulklasse." Unterrichtslektion aus der Schrvarzburg- Reformschule. 16.30: Dachmittagskonzert des Württembergischen Tonkünstlerorchesters. 18.10: Denkmalspflege im römischen Trier. Eine Unterhaltung zwischen Stadtbaurat Schmidt und Mu- Zu Artikel 29 der Allgem. Bauordnung. Gewerbebetriebe, die unter § 16 der RGO. fallen oder die durch Staub, Rauch, Dünste und üble Gerüche, Geräusche oder Erschütterungen Nachteile, Gefahren oder Belästigungen für die Anwohner herbeiführen, sind für das ganze Gebiet grundsätzlich verboten. Gewerbebetriebe die über das Maß des üblichen Kleinhanowerkbetriebes hinausgehen und nicht unter oorbenannte Bestimmungen fallen können nur auf dem Baublock 6 zugelassen werden. Für die übrigen Gebiete werden nur Gewerbebetriebe^uaelassen, die nicht unter die in Abs. 1 aufgeführten Betriebe fallen und nicht über das Maß eines Kleinhandwerkbetriebes hinausgehen. _ „ . § 2. Anerkannt besleshiiiüMta nichts fj» li) voll- Ser Tü? le miH. an ...weilen Ton& ÄÄS 1 warben 8uAvg« und U< Sie iovl. einheitlich durchgeführt werden. Die Entfernung der Gebäudegruppen von der Nachbararenze hat mindestens 4 m zu betragen. Die Gebäude lind dreigeschossig zu errichten, d. h. zugelassen sind nicht mehr als zwei Bollgeschosse über dem Erdgeschoß. Die Bautiefe darf das Maß von 12 m nicht überschreiten. § 3. Zu Artikel 37 und 59 der Allgemeinen Bauordnung und § 78 der Ausführungr- verordung zur Allgemeinen Bauordnung. Die Errichtung von Seiten- und Hintergebäuden ist für die Baublöcke 1 bis 5 verboten. Als Hintergebäude gelten: Seitenflügel und Seitengebäude, Mittelflügel und Mittelgebäude, Ouerflügel und Quergebäude. In den Baublöcken 6 sind solche zugelassen, bedürfen jedoch der besonderen Genehmigung der städtischen Baudeputation. Sofern über den dreigeschossigen Bauten Dachgeschosie errichtet werden, dürfen in denselben nur Räume eingebaut werden, die zu den in den Vollgeschossen liegenden Wohnungen als Nebenräume gehören. Die Errichtung von selbständigen Dachgeschoß- wohnungen ist verboten. Die äußere Formenaebung der Bauten soll einheitlich durchgeführt werden. § 4. Vorstehende Ortsbausatzung tritt mit dem Tage ihrer Veröffentlichung in Kraft. Gießen, den 25. April 1931. Il)er Oberbürgermeister. J.D.: vr. Hamm. Bekanntmachung. Der in der Sitzung des Stadtrats vom 24. April 1931 feftgestMe Voranschlag der Stadt Gießen für das Rechnungsjahr 1931, ebenso die Voranschläge des Wohlfahrtsamts, der Elektrizitätswerke, des Gas- werks, des Wasserwerks, des Dolksbades, der Straßenbahn, der Studienanstalt und der Gewerbe, und Maschinenbauschule liegen vom Freitag, dem l.Mai 1931, ab während einer Woche im Stadthaus, Bergstraße, Zimmer Nr. 17, offen. Die Beteiligten können innerhalb der Offenlegunbs- frist die Voranschläge einsehen und schriftlich oder zu Protokoll Einwendungen gegen ihren Inhalt vorbringen. Gießen, den 29. April 1931. (2815C Der Oberbürgermeister. Dr. Keller. (Sehr., gut erhalten SWZlNMl aii verknuse.'. |uiid Anzuseheu oonnitt. Steinttr. 7811 r. Drciflammiger Gasherd m.Backot. btlL A.öerL Neuen Baue3. letzt kaufen! Groner Po len Herren- u. Dameif tofdtcniüdier miet) cingeiroffertQblOPf. oer Stück. 30101) Bauer, tttaöuj Seltersweg 87, 1. St. iiiniiiiiilillliiiiiliiiiilliiiir Lötzinn 3'jJ/0— ;.0n/.„ve rPsuud 89dts 90 Pi., miede eingetronen ioroie 3fa he Kordel, ver Pfund70 431., Warst- gern and Packpapier um so mehr, als die Aotkreuzvereine in solchen Avtzeiten, wie wir sie jetzt durchleben, natürlich besonders stark in Anspruch genommen werden. Das Rote Kreuz läßt jedem seine Hilfe angedeihen, der ihrer bedarf, ohne nach Konfession, politischer Gesinnung oder Stand zu fragen. Andere Sammlungen, die etwa schon jetzt statkfin- den, haben mit dem Voten Kreuz nichts zu tun. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schrtftleitung.) L. v. in h. Für die Anstellung von Lehrern im Auslande besteht beim Hessischen Kultusministerium in Darmstadt ein Dezernat unter der Leitung des Staatsrats Block. Die einschlägigen Bestimmungen können Sie bei dem zuständiaen Kreisschulamt Ihres Bezirks, also in Alsfeld, einsehen. BJilrugie. Nach § 366 des Reichsstrafgesetzbuchs wird mit Geldstrafe bis zu 60 RM. oder mit Haft bis zu 14 Tagen bestraft, wer den gegen die Kaiserallee 20 p. iiiiiiiiiniiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiir Freibank Freitag, den 1. Mai 1931, von 8 Ubr ab l^.i Fleischverkauf > | KaufgestiCiie | Kaust' gegen bar los.' ^.Adler-Schreib- masch ne 2. Motorrad ftcueriret. 20 > cem, I NSIL BMW. oder | DKW.mit Boichticht und dno -vorn. Bed. nm erhalten Schr. ginget, bis 3 5. unt i 3014Dan d. Gtz. An^t.1 Gröger. Aauartum au kauten gesucht. Lchr Angeb. u. 0-25381 a d.Gtetz. Anzeiger. Gebrauchte, etierne GarleoslülileD.Tiscb fo m.Fuhre Zcb lac len au faulen gesucht. Schr. Angeb. u. 02544 a d Gien. AnAetger. Ferner das lustige Beiprogramm 2967 C Roikreuziag 1934. Man schreibt uns: Am Sonntag, 14. Juni, findet — wie alliährlich — in ganz Deutschland der Rotkreuztag statt, bet dem eine Straßen- und Haussammlung (letztere Anfang Juni beginnend) veranstaltet wird. Jeder Deutsche weiß, wie ungemein segensreich das Hilsswerk des Roten Kreuzes ist, wie seine Wohlfahrtseinrichtungen zur Linderung der Dot beifragen, und wie die Tätigkeit der Freiwilligen Sanitätskolonnen vom Roten Kreuz bei ieder größeren Deranstaltung nützlich und bei Unfällen geradezu unentbehrlich ist. Die Haupteinnahme der Rotkreuzvereine, die sie zur Destreitung der mit der Hilsstätigkeit jeder Art nun einmal verbundenen Ausgaben befähigt, besteht in dem Ergebnis des Rotkreuztags. Es ist deshalb zu hoffen, daß auch in diesem Jahre das deutsche Dolk nach Kräften durch Gaben dazu beiträgt, dem Roten Kreuz die Erfüllung seiner gemeinnützigen Aufgaben au ermöglichen, indem jeder einzelne ein Scherflein dazu gibt. Dies reinw aus WoUSei de laioe nit l»bot allen Fei' ollen, klenr aus reinseid cr. " «Otte,, FOr„ 6pe -»arocatn ,arben...... n u=d neuen >90 /LuTlI d iiR'HX -"^5,°e" Teppiche Hombt biHi-ge Sa 2" Sonntag e Schwank über l Angaben sich u unb ernteten v -i-Tcholten desBezirksle Ludwig (ßid)1 Straße für da; j mittel und er zeij unterrichtlich die zubringen. Zn bei feil anerfannl, nehmen, aber au mit der ein Teil Trottoir; aefchutz H Tuhpe Jahresbericht■ des Schuljahre An den 3 18 Kinder teil Präsidenten un erhielten. Die löge 3401 M. , zählte 70 Einte untere Schule v besucht. D Laubach Mgen San hugS- undQ schlossen die lm TeMzt rungsbaufühiei stand sein Exai L Ä Äti« St Ss V wi”lc Ä SA gti» O rft 'i i6«dr«e»r2 ftarf x>« ' £ bett Leute b^M « vorzemge 3n genommen w aus prM'pl wurde beschw Kanalisation I wird. v Lonoor Dertreter der lang der Law einen $otti wesen Der mit großem 3n lebhafte Ausspi hallendere der Dolkshalle ge'Hrt von d< loehr unter Di Löber. Die Zuhörern dan erntete starken k Dillink hier eine i sammlung der Handwcrl die tvirtschaftli Organisation i ßend referierte ßen Mr die! Jezirlsberbandi Gleiche Derfam Obbornhofen un Hiermit zur gefl. Kenntnis, daß ich ein Spezialgeschäft in NEU-ERÖFFNUNG IX* | Frankfurter Straße 36, Filiale K1I1K Schulstraße 5, Telephon 2103. 02549 in der • Frankfurter Str, 36 (Ecke Friedrichstraße) ab morgen nachmittag 4 Uhr eröffne Syas* Zs •fta*' ÄÄ* AK '*5$^ bereM.! Gute Waren! Nirgends billiger^* ®-6.™d.e. ^ sind infolge des großen Preisabbaues jetzt sehr billig! Benutzen Sie diese günstige Gelegenheit! Heinrich Hochstätter Verkauf Brandplatz 1 • Ausstellung Kreuzplatz 1. 2782 A Eine Partie Teppiche-Ausverkaufsmuster, tadellose, fehlerfreie Ware - ganz besonders preiswert Mustern Mk allen Größen Mk. Kleider aus Wollmousseline mit lang. 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Bevor über das System entschieden wird, sollen verschiedene im Betrieb befindliche Anlagen besichtigt werden. Die Lieferung von Kanalreini- gungsgeräten wurde der Firma Haase & C o. in Gotha zum Angebotspreis von 1220 Mark übertragen. Mit Rücksicht darauf, daß durch den Dau der Wasserleitung dos Wasser im Brunnen der hiesigen Zigarrenfabrik Berens sich stark gesenkt hat und die Fabrik, wo z. Z. hundert Leute beschäftigt sind, viel Wasser verbraucht, sollte bezüglich des Brandwegs eine vorzeitige Inbetriebnahme der Wasserleitung voc- genommen werden. Der Gemeinderat lehnte dies aus prinzipiellen Gründen ab. Bezüglich der Wasserleitung in der Straße „Auf der Wann" wurde beschlossen, daß die Wasserleitung und Kanalisation bis zu einer Kanallänge verlängert wird. v Londorf, 29. April. Gestern hielt hier ein Dertretcr der öffentlichen Bausparkasse, Abteilung der Landesbank, Girozentrale für Hessen einen Dortrag über das Bausparwesen. Der Dortrag wurde von den Zuhörern mit großem Interesse ausgenommen und löste eine lebhafte Aussprache aus. — Der hiesige Volks- hallenverein veranstaltete am Sonntag in der Dollshalle ein M i l i t ä r k o n z e r t, aus- geführt von der Kapelle der Gießener Reichswehr unter der Leitung von Obermusikmeister L ö b e r. Die Darbietungen wurden von vielen Zuhörern dankbar ausgenommen. Die Kapelle erntete starken Beifall. k Dilling en, 29. April. Am Sonntag fand hier eine gutbesuchte Handwerkerver- sammlung statt, in der Syndikus Röhr von der Handwerlskcunmer-Rebenstelle Gießen über die wirtschaftliche Lage und die Bedeutung der Organisation des Handwerks sprach. Anschließend referierte Geschäftsführer Kirchner, Gießen, über die Aufgaben der Beratungsstelle des Bezirksverbandes Gießen der Gewerbevereine. Gleiche Versammlungen fanden in Ronnenroth, Obbornhofen und Lltphe statt. Kreis Schotten. -i- Schotten, 28. April. In einer Versammlung des Bezirkslehrervcreins referierte Lehrer Ludwig (Eichelsachsen) über die Gefahren der Straße für das Kind durch die modernen Verkehrsmittel, und er zeigte den Weg, dem gefährdeten Kinde unterrichtlich die unerläßlilbe Verkehrsdisziplin beizubringen. In der Ausspracye wurde die Notwendigkeit anerkannt, Verkehrsunterricht aufzunehmen, aber auch die Rücksichtslosigkeit gegeißelt, mit der ein Teil der Wagenlenker die nicht durch Trottoirs aefchützten Dorfstraßen durchfährt. )—( Ruppertsburg. 28. April. Rach dem Jahresbericht zählte unsere Schule am Ende des Schuljahres 42 Knaben und 50 Mädchen. An den Reichsjugendwettkämpfen nahmen 18 Kinder teil, wovon 3 die Llrkunde des Reichspräsidenten und 13 die des Staatspräsidenten erhielten. Die Schulsparkasse, deren Gesamteinlage 3401 Mk. am Ende des Schuljahres betrug, zählte 70 Einleger. Im neuen «Schuljahr wird unsere Schule von 47 Knaben und 53 Mädchen besucht. □ Laubach, 29. April. Die Mitglieder der hiesigen Landwirtschaftlichen Bezugs- und Absahgenvssenschaft haben beschlossen die Genossenschaft -wegen des schlechten Geschäftsganges aufzulösen. — Regierungsbauführer Friedrich Zimmermann bestand sein Examen als Regierungsbaumeister. Kreis Alsfeld. -er. Homberg, 29. April. Die hiesige Freiwillige Sanitätskolonne veranstaltete am Sonntag einen Theaterabend, bei dem ein Schwank über die Bühne ging. Die Mitwirkenden gaben sich um die Aufführung sehr viel Mühe und ernteten verdienten Beifall. Der Ertrag des Abends sollte der Kolonne einen Teil der Mittel verschaffen, mit deren Hilfe sie ihren vielfältigen Aufgaben gerecht zu werden hofft. Preußen. Kreis Wetzlar. L. W i ß m a r, 28. April. Am Sonntag fand hier unter dem Vorsitz von Albrecht Schmidt (Wie- seck) die Dundcssihung des Keglerbundes Lahn-Buseckcrtal statt. Von den angeschlossenen 15 Vereinen waren 14 vertreten. Das Auskegeln der Dundeskette findet am 31. Mai statt. Das Bundesfest soll am 14. Iuni in Wißmar abgehalten werden. Ferner wurde die Anschaffung einer Dundeskegelbahn beschlossen. 3 Großrechtenbach, 28. April. Die F r e l - willige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz des Amtes Rechtenbach hielt ihre diesjährige Generalversammlung unter der Leitung des Vorsitzenden, Bürgermeister Dr. Reumann, ab. Die von dem Ka senführer, Polizeihauptwachtmeister Langsdorf, vorgetragene Iahresrech- nung schloß ab in Einnahmen mit 178,54 Mk., in Ausgaben mit 96,11 Mk., demnach mit einem Bestand von 82,43 Mk. Dem Kafsenführer wurde Entlastung erteilt. Lieber die Tätigkeit der Kolonne im abgeloufenen Iahre berichtete der Kolonnenführer, Lehrer Messerschmidt (Groß- Rechtenbach). Bei der Ergänzungs- bzw. Reuwahl des Vorstandes wurden gewählt: für den ver- jogenen Kolonnenarzt Dr. med. Erler Dr. med. Watz (Hörnsheim), als stellvertretender Vorsitzender Kolonnenführer Lehrer Messerschmidt (Groß-Rechtenbach), als Schriftführer Landwirt Wilhelm Langsdorf II, (Groh- Rechtenbach), als stellvertretender Kolonnenführer Landwirt Karl Weber (Groß-Rechtenbach), als Beisitzer Friedrich Kuhl (Groß-Rechtenbach), Heinrich Volk (Hörnsheim), Wilhelm Messerschmidt (Vollnkirchen), Friedrich Möglich (Volpertshausen) und Oskar Olbrich (Weiden- hausen), als Zeugwart Karl Schiefer st ein (Groß-Rechtenbach). Die satzungsmäßig ausscheidenden Vorstandsmitglieder, Vorsitzender Dr. Reumann, Kolonnenfüh.ec Messerschmidt und Kassenführer Langsdorf, wurden einstimmig wicdergewählt. Bevor die Einrichtung einer Llnfallhilfsstelle in die Wege geleitet wird, soll der engere Vorstand zunächst die Verhältnisse bei den Wetzlarer Llnfallhilfsstellen einsehen und Bericht erstatten. ~ Dornholzhausen, 27. April. Die hiesige Spar- und Darlehnskasse hielt ihre ordentliche Generalversammlung unter der Leitung des Auf sichtsratsvorsihenden, Landwirt Wilhelm Straßheim, ab. Der Rendant der Äafft, Lehrer Watz, gab einen Lleberblick über das abgelaufene Geschäftsjahr. Der Verkehr in laufender Rechnung und die Spareinlagen haben um 20 v. Sy bzw. 10 v. Sy zugenommen. Der Warenverkehr und die Darlehnsgewährung gegen Bürgschaft und Hypothek bewegten sich in den Dahnen des Vorjahres. Die Bilanzsumme beträgt 94 000 Mark. Die Bilanz wurde einstimmig genehmigt und dem Vorstand Entlastung erteilt. Vom Reingewinn wurden 10 v. H. Dividende ausgeschüttet, der Rest fand als Detriebsrücklage Verwendung. Außerdem wurde für bezogene Futtermittel eine Rückvergütung von 4 v. H. gewährt. Der satzungs- gemäh ausscheidende Vorsitzende des Vorstandes, Landwirt Anton Rühl, wurde einstimmig wiedergewählt. An Stelle des ausscheidenden Aufsichtsratsmitgliedes Landwirt Anton Althen wurde der Anstreichermeister Karl M a ck einstimmig gewählt. O Riederklee n, 27. April. Die hiesige An- und Verkaufs genossenschaft Raiffeisen hielt ihre diesjährige Generalversammlung unter der Leitung des Vorsitzenden, Landwirt Louis Ll l m, ab. Derbandsrevisor I o l k (Gießen) trug die Bilanz des abgelaufenen Geschäftsjahres vor, die mit folgenden Zahlen abschloß: Konten in laufender Rechnung 22 732,02 Mark, Warenkonto 20 079,82 Mark, Getreidekonto 17 776,37 Mark, Reingewinn 56,01 Mark. Als Rachfolger für das Vorstandsmitglied Wilhelm G l a u m, der eine Wiederwahl ablehnte, wurde Landwirt Karl Reuter I. gewählt. Das Aufsichtsratsmitglied Louis Messerschmidt wurde wiedergewählt. Als Rachfolger des bisherigen Rechners Martin I u n g wurde der Amtsangestellte Karl Reineck mit Stimmenmehrheit gewählt. Wirtschaft. * Der Aktienindex. Der vom Statistischen Reichsamt errechnete Aktienindex (1924/26 - 100) stellt sich für die Woche vom 20. bis zum 25. April auf 91,5 gegenüber 93,2 in der Vorwoche, und zwar in der Gruppe Bergbau und Schwerindustrie auf 87,3 (89,2), Gruppe verarbeitende Industrie auf 81,4 (82,7) und Gruppe Handel und Verkehr auf 112,8 (114,9). ’ Der Verwaltungsrat der Deutschen Reichsbahn tagte am 27. und 28. April in Berlin. Die Ausschüttung einer siebenprozentigen Dividende auf die Vorzugsaktien Serien 1 bis 5 wurde beschlossen. Auch der dritte Monat des laufenden Geschäftsjahres hat infolge des Darniederliegens der Wirtschaft einen weiteren Rückgang der Einnahmen gebracht. Bis zum 1. April 1931 sind sie um rund 170 Millionen Mark hinter dem Vorjahre und um rund 300 Millionen Mark gegenüber dem Iahre 1929 zurückgeblieben. * Philipp Holzmann AG., Frankfurt a. M. Die Gewinn- und Verlustrechnung weist einschl. Vortrages einen Geschäftsgcwinn von (alles in Mill.Mk.) 4.529 (i. V. 4,787) aus, von dem nach Abzug der allgemeinen Linkosten von 1,23 (i. D. 1,23) und der Abschreibungen von 1,39 (i. D. 1,65) ein Reingewinn von 1 909 225 Mk. (1907 630 Mk.) verbleibt, aus dem wiederum 8 v. H. Dividende auf die Stammaktien und 6 v. H. auf die Vorzugsaktien verteilt und 214 925 Mark (213 330 Mk.) auf neue Rechnung Dor getragen werden sollen. * Elektrizitäts-AG., vormals Schuckert & Co., Rürnberg. Der Geschäftsgewinn von 1930/31 beträgt 7 250 965 Mk. Durch Hinzurechnung des Gewinnvortrages von 366 305 Mark erhöht er sich auf 7 617 270 Mk. (8 021 856 Mark). Rach Bestreitung von 1 225 408 Mk. für allgemeine Verwaltungskosten, Steuern, Zinsen, Linkosten und Abschreibungen auf Gebäude ergibt sich ein Reingewinn von 6 391 862 (6 793 884) Mk. Frankfurter Börse. Frankfurt a. QU., 30. April. Tendenz: etwas beruhigter. Bereits im heutigen Dorbörsenverkehr machte sich nach den starken Abschwächungen an der Abenfchörse eine leichteDeruhigung bemerkbar. Die Börse zeigte überwiegend etwas erholte Tendenz, trotzdem die gestrige Reuyorker Börse wieder in sehr schwacher Haltung schloß. Hiervon ging allerdings eine starke Zurückhaltung der Spekulation aus, da man eventuell auch Rückschläge auf die deutsche Börse befürchtet. Die heutige leichte Besserung war in erster Linie auf die bessere Beurteilung der I.-G.-Farben-Dividende zurückzuführen, wonach man nach den neuesten Pressemeldungen nun doch ziemlich wahrscheinlich mit einem zwölf- prozentigen Dividendevorschlag in der am Samstag stattfindenden Aufsichtsratssihung rechnen kann. Eine Anregung ging von dem heutigen Wirtschaftsbericht der Dedibank aus. Anderseits wirkten der bestehende Kapitalbedarf des Reiches und anderer Stellen, die ungünstigen Aussichten int Karstadtkonzern, sowie die Ungewißheit über den Ausgang der Zollverhandlungen und der heutige Zahltag retardierend. Gegenüber der Abendbörse war die Kursentwicklung stark unregelmäßig und überwiegend etwas schwächer, doch haben die Verkäufe nur geringes Ausmaß angenommen. Leicht befestigt waren nur I.-G.-Farben und AEG. bei Besserungen bis zu 1 Prozent. Elektrowerte lagen, trotz des günstigen Schuckert-Abschlusses, bis 2 Prozent niedriger, desgleichen Kunstseidewerte, Montan- und Bauaktien, AG. für Verkehr, «Schiffahrtswerte 1 bis 2 Prozent. Gut behauptet blieben Kaliwerte, Zellstoff-Aktien und Deutsche Linoleum. Bankaktien gaben meist um Bruchteile eines Prozents nach. Arn Anleihemarkt waren deutsche Renten behauptet, während von fremden Werten Türken und Mexikaner noch leicht abgeschwächt waren. Der Pfandbriefmarkt lag im ganzen ruhig und ziemlich behauptet. Liqui- dationspfandbriefe eher schwächer. Im Qkrlaufe der Börse ergaben sich bei etwas lebhafterem Geschäft auf Rückdeckungen der Kulisse Kursbesserungen von 1 bis 2 Prozent, wobei besonders Farben- und Kunstseidewerte im Vordergründe standen. Bei den anfänglich vorgenvm- menen Abgaben an einigen Papieren handelt es sich um amerikanische Verkäufe, die jedoch keine größeren Einbußen verursachten, da von Bankseite interveniert wurde. Da später das herauskommende Material glatt Aufnahme fand, schritt die Spekulation zu den oben erwähnten Kursen und Rückkäufen. Am Geldmarkt bestand zum heutigen Zahltag weitere Rachfrage, so daß sich Tagesgeld auf 6 Prozent stellte. Am Devisenmarkt hielt die internationale Festigkeit des Pfunds an. Weiter erholt lagen Madrid mit 45,87 gegen London. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1990, gegen Pfund 20,4225, London gegen Reuyork 4,8635, gegen Paris 124,42, gegen Mailand 92,89, gegen Schweiz 25,24, gegen Holland 12,0990. Berliner Börse. Berlin, 30. April. Die heutige Börse bot zu Beginn ein sehr undurchsichtiges Bild. Stiin- mungsmäßig war man eher etwas beruhigter. Trotz des wieder sehr schwachen Schlusses der Reuyorker Börse traten aber gegen die niedrigsten Kurse von gestern abend (Sri) olungen ein, so daß im allgemeinen gegen die Mittags- schlußkurse nur noch unbedeutende Verluste festzustellen waren. Rur in Spezialwerten kam noch Material heraus, und in diesen gingen die Verluste denn auch über den Rühmen von 1 bis 2,5 v. H. hinaus. Am Banken- und Schifffahrtsmarkt schien das amerikanische Angebot nachgelassen zu haben. Ferner lagen Elektro- und Kunstsei bewerte noch ziemlich'stark angeboten. Bei letzteren soll es sich weniger um Abgaben Hollands gehandelt haben, obwohl Amsterdam ebenso wie die übrigen europäischen Auslandbörsen eher schwächer eröffnete. Man sprach von der Auflösung eines größeren Engagements innerhalb der Börse. Inwieweit die Großbanken die her- auskommcnde Ware in sich auf gefangen haben, ist schwerlich zu beurteilen, von einer systematischen Interventionstätigkeit konnte jedoch nicht die Rede fein. Während Holzmann auf den günstig beurteilten Abschluß 1,25 v. H. gewinnen konnte, gingen Schuckert P/8 v. Sy zurück. Anleihen ruhig, auch Ausländer wenig verändert. Rur Mexikaner schwach und teilweise minus- minus. Pfandbriefe eher angeboten, jedoch still. Reichsschuldbuchforderungen bis 0,25 v. H. niedriger. Geld zum -Ultimo für Tagesgeld respektiv Geld über Ultimo auf 6 bis 8 v. H. anziehend, die übrigen Sähe unverändert. Auch im Verlaufe erhielt sich die etwas bessere Grundstimmung, und die Kurse tonnten sich unter kleinen Schwankungen etwa behaupten. Exklusiv Dividende notierten Deutsche Reichsbahnvorzugsaktien und Buderus. Verspätet gelangten zur Rotiz Rheinische Elektrizität mit minus 4 v. H. und Ilse mit minus 5 v. H. Am Farbenmarkt herrschte wieder sehr optimistische Stimmung, da man wieder mehr für eine zwölfprozentige Dividende Meinung hatte. Die Widerstandsfähigkeit dieses Marktes erhielt auch die übrige Börse.. Schweinemarkt in Wetzlar. # Wetzlar, 29. April. Der heutige Schweinemarkt war mit 584 Ferkeln und 11 Läufern beschickt. Der Handel war anfangs recht lebhaft, flaute aber bann ab. Es wurden bezahlt für 5 bis 6 Wochen alte Ferkel 15 bis 18 Mk., für 7 bis 8 Wochen alte 19 bis 22 Mk., für 9 bis 10 Wochen alte 23 bis 25 Mk. je Stück. Läufer und Springer kosteten 30 bis 40 Mk. je Stück. Es verblieb lieber- stand. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. QH., 30. April. Auftrieb: 79 Rinder, 958 Kälber, 45 Schafe, 1052 Schweine. Es wurden bezahlt: beste Mast- und Saugkälber 59 bis 63, mittlere Mast- und Saugkälber 54 bis 58, geringe Kälber 45 bis 53 Mk. Marktverkauf: Kälber und «Schafe ruhig, geräumt; «Schweine ruhig, geräumt. Kirchliche Nachrichten. Katholische Gemeinden. Freitag, den 1. Mai. Gießen. 6 Uhr: Segensamt; 20: Maiandacht. Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 2. Mai. Freitag abend 7.15 Uhr; Samstag vormittag 8; nachmittags 4; Sabbatausgang 8.40. — Wochen» gottesdienst: morgens 6.30; abends 7 Uhr. Kurszettel -er Berliner un- Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 v. H., Lombardzinsfuß 6 o. H. Sranffun a. M. Berlin ;frrantrun a. | Berlin Jrannun a. Dl. Berlin Banfnofen. Schluß. l.Uhr. Schluß- Anfang- Schluß» l l Anfang» Berlin, 29. April Gelb Brief (ur4 Kur« kure । Kurs lurS Kurs kurs , Kurs Iure Äurt hird Kurs Ameri'anilche Noten...... Belgische Noten ....... Dänische Noten ....... Englische Noten ....... Französische Noten ....... Holländische Noten ....... gtaltentidie Noten........ Norwegische Noten....... Deutlck-Oesterreich, A 100 Schilling Rumänische Noten....... Schwedische Noten....... Schweizer Noten........ Spanische Noten........ Tschechoslowakische Nölen..... Ungarische Noten .... Devisenmarkt Berlin 4,18 58,10 112,03 20,372 16,375 168,26 21,99 112,03 58,83 2.482 112,16 80,65 43,41 12,405 72,93 - Frankfurt 4,20 58,34 112,47 20,452 16,435 168,94 22,07 112,47 59,07 2,502 112,60 80,97 43.59 12,465 73,23 a. rn. Datum 29.4 30.4 29.4 30.4 Datum 29-4 30 4 29.4 30.4 Datum 29.4 30 4 29.4 30.4 6% Deutsche ReichSanleihe von 1927 ......... 7% Deutsche Reichsanleihe von 1929 .......... Deutsche Anl.-Ablös.-Schulb mit Aullos.-Rechten ...... DeSgl. ohne AuNos.-Rcchte . . 8% Hell. volkrstaat von 1929 (rüdiablb. 102%)...... vberhessen Provinz - Anleihe mit Suetos.-Rechtcn...... Deutsche Komm. Sammel abl. Anleihe Gerte 1 ... 8% firanll. Hrtv.-Bank Goldpfe XIII untünbbar dir 1934 . . - 7% flranlf. Hvv-Ban! Goldpfe unkündbar bU 1932 ..... 4K% Ndclntsche Hvv^Bank 2lqu. Goldpfe......... 8% Pr. LandeSpIandbrielanstalt, Pfandbriefe Si. i» ..... 8% Pr LandeeplanobriesanstaU, fiomm.-Cbl. 8L 20. . . 7% Pr. Canbeopf an obrief anftalt, Pfandbriefe R. N...... V.E.G. abg. öonnegfeCbllgatio- nen. rückzahlbar 1932 4% Oesterreichtsche Goldrente . . 4,20% Ocsterretchtsche GUberrente 4% Oestenelchtsche Einheitliche Rente 4% Ungarische Goldrente .... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4¥t% deSgt. von 1913 4% Ungarische Kronenrente . . 4% Türtlsche Zollanleihe von 1911 4% Türillche Bagdadbahn-Aul. Serie 1 ... 4% deSgt. Serie ll....... 6% Rumänische verelnh. Rente von 1903 ... . iVi% Rumänische verelnh. Rente von 1913 .......... t% Rumänische verein-. Rente . 84,75 100 57,75 5,75 95,75 57 56,25 101,5 97,5 92 100,5 96,5 2,25 18,9 16,13 3,8 3,85 3,85 8-15 6,75 57,8 f 3Z 85 100,1 57,8 5,9 95,5 56 100,5 22,8 2,3 18,9 3,85 3,9 3,9 8,3 15 6,75 57,75 5,65 2,3 16,25 3,9 6,75 t'amburg.’jtmert'j 'Balet ... 7 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 8 Hanta Tampfschtss .... 10 Norddeuticher Llovd.....8 Allgemeine DeutscheCeedltaost. 10 Barmer Bankverein ... 10 Berliner Handelsgesellschaft . 12 Cammer;- unv Peivat-Bank. 11 Darmstädter und Nationalbank 12 Deutsche Bank und DtSconto-GeseUschast, ... 10 Dresdner Bank......10 Reichsbank........12 A.E.G. .........6 Bergmann.........9 Elektr. Lieferungsgesellschaft. 10 Licht und Straft......10 Retten & Guilleaume . . . 7ya Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen .... 10 Hamburger EleltrizitätS-Werke 10 Rheinische Elektrizität .... 9 Lchlciische Elektrizität. ... 10 Schucken L Eo...... . n Siemens L Halske.....16 Transradio....... . 8 vabmener & (So.......io Buderus ......... 6 Deutsche (Erb81 ...... 6 Essener Steinkohle ...... 6 Gelsenkirchener ...... 8 Horvcner ........ 0 Hoelch Eilen. ....... 6^ Ilse Bergbau.......10 KlScknerwerke . ...... .7 Köln-Neuellen..... 7 ManncSmann.Aöbren .... 7 Mansfelder Bergbau . .... 7 Lbcrschlcs. Eilenbedarf . . . . 6 Oberschles. Kolswerie.....7 l’bünlr Bergbau . ... 6% Rheinische Braunkohlen . . 10 Rheinstahl ..... 6 Siiebeck Montcm ...... 7.2 60 120 115.5 134 104,75 103,75 163,5 101 k 0 119 81 121,65 115,5 136 164,13 126,5 49,75 70,5 76,5 69 180 66,5 73 35,5 60 165 77 58,75 109 162 101,5 117 121,5 135,25 164 75,5 67,75 59,75 75 59 111,4 80,5 59,5 120 116 133,5 104,5 104,75 164,25 102,25 87 116,25 119,75 81 122,25 116,25 136,13 166 126 51 70,75 77 68,4 180 64.5 68 74 35,5 75,75 60,4 167 76,4 — 58,9 110,5 80 58,9 119.25 109 133,5 104,25 104 163 101,75 85 113,5 117 80,13 121 134,5 165 49,25 76,25 66,5 60,25 63,25 66,75 74 59.75 162 7“ tBeretntflte Stahlwerke..... Otavi Mtnen .... 16•/, Kaliwerke Aschersleben ... 10 Kaliwerke Vesteregeln ... 10 Kaliwerke Salzdetfurth ... 15 I. G. Yarben-Industrie . . . 12 Dvnamit Nobel.......6 Goldschmidt ........5 RütgerSwerke ........ 6 Metallge!ellschaf1.......8 Philipp Holzmann ...... 7 Zementwerk Heidelberg . . 10 Eementwerk Karlstadt. ... 10 SBatift & ftreutaa .....8 Schultheis Patzenhofer ... 15 Lstwerie ........ 12 Aku .........18 Bemberg..... 14 Zellstoff Waldbak .... 18'/, Zellstoss Aschaffenburg ... 12 Charlottenburger Wasser ... 8 Dessauer GaS 9 Daimler Motoren ...... O Deutsche Linoleum ...... Maschinenbau A.-S. ..... 0 Nat. Automobil ...... O Orenstein & Koppel . .... 6 Leonhard Dietz ...... 10 SvenSka ....... .frankfurter Malchin« .... 4 Griyner .........e Heviiaenstaedt.......o Iunghans.........6 Lechwerke..........8 Mainkraftwerie Höchst a.M.. . 8 Shag..........10 Gebt. Roeder.......10 Boigt & Haessner......S Süddeutsche Zucker .... 10 54,5 140 144 227 143,75 131 46,5 52,75 67,5 99,5 79 33,4 80,5 92 98 83,5 29,5 85,5 107 245 127,5 53,5 140,5 144 221,5 144,5 50,65 78 33 79 91,5 83,5 29,75 85,5 = 55 29,25 143,5 146,75 225,13 144,9 46,5 52,75 67,5 98,75 35 159,4 82,75 92 96,65 84 127,25 29,65 85,75 50,5 107,13 245 16,5 38 128 54 28,75 138,5 144 222 144,75 44 50,75 100 157 79,13 91 95,25 83,9 125.5 29,25 84,5 48,5 107 243,5 = 29 April 30 April Amtliche Notierung »elö | Briet Amtliche Notierung Geld 1 Brie. Amst.-Rott. Bu n.-AireS Brsi.-Antw- Gbriftiania. Kopenhagen Stockholm . Helsingtors. Statten . . . London. . . Neunork .. Baris.... Schweiz .. Spanten . . Japan . . . Nio de Jan. Wien in D-» Ceft. abflefl- Prag . . . Beiirad . . Budapest. . Xiui arten . Lissabon Danzig Konst nnu. Athen (Lanaoa llru uay. . Latro . . . 168,61 1,361 58,355 112,30 . 112,30 112,43 10,556 21,975 20,404 4,1955 16.396 80,81 43,81 2,073 0,302 59,015 12,424 7,376 73,125 3,040 18,87 81,60 1,784 5.442 4.192 2,766 20,92 168,95 1,365 58,475 112,52 112,52 112,65 10,576 22,015 20,444 4,2035 16,436 80,97 43.89 2,077 0,304 59,135 12,444 7,390 73,265 3,046 18,91 81,76 1,789 5.454 4.200 2.773 20,96 168,65 1,356 58,355 112,30 112,29 112.43 10,556 21,965 20,402 4,1945 16,392 80,815 44,28 2,073 0,305 59,01 12,427 7,376 73,115 3,038 18,85 81,59 1,784 5,439 4,193 2.767 20,92 168,99 1,360 58,475 112,52 112,51 112,65 10,576 22,005 20,442 4,2025 16,432 80,975 44,36 2,077 0,307 59,13 12,447 7,390 73,255 3,044 18,89 81,75 1,789 5,449 4,201 2.773 20,96 Berlin, poliiifdjen [lern P 6r Ctiebnis Der Zoll tunächst ml* 40 Reilhsr seslgelehl-B 6(5 Kabinetts wetteren Soin len haben- ,ichea Beslilnm iiaooD obhängi 10 RM. unter |[l durch das i 45 ZUR. gege herigen verhö Zur Hase Doppelienlnei rv^lchastliche Legllmino nhuhungen r nbfen auf 20 auf 8 R2IL, fü für gereichte pinen und M messen. ZürS« Oer bis 31. Hii 2,10 K21L für d peljenlnet ein. und 5d)mal des 3n(taflfrdi flimmt werden, weilcren Sdjril tung her ( cheu Bered -MM gefäl überwiegend au llchen Behieben tage Wer Bet' dend ist. SleichMg tung und Can stehenden Mitt verbrauche 28. Mär; 1931 Dor;ubeugen. E bccregierungen detsfpanne wird, in denen =•** gell« rietztN" 0° V ‘ Di» - Olonati;6 2.20 -*tl(h6 lohn. oudL »;.S 'N Mreichende wird dies um tor Zölle für1 Vorausfehunge um eine un Jung des 2 Mfqänqig jy ^nahmen eil auf den Mehl S rundlag J’Broforeifes llf Nimmung M hl, bi, ®”Men. an her Bt, ®ieN Nen foicie j ©eltei6t. r 9WllnU den Q AÄ1”6/! bkibA?t[Q r‘Hona P ">ehlS?n> lnÖ nicht' •U,,fl63 hi U der!« n,u ?>e f dvteg^theb s^j^nachst e*nem fS. WuSeten bi den 6 $ U? Ä *£ i ann. da hfaüt Vom 1. Mai bis 9. Mai 1.75, 1.45, 98, Muster. Tweed mit K'seiden. Effekten, mod. 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