Nr. 305 Erstes Blatt M. Jahrgang Dienstag. 29. Dezember 1931 (Er|d)eint täglich, außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monats-Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüffe nnterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Zranfturtam Main 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitüts-Vuch- und Zteindruckeret R. Lange in Gießen. 8chriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe L Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l nun höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20"/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Die Vorbereitung der internationalen Konferenzen. Französisch-englische Fühlungnahme. — Frankreich schlagt für die Reparationskonferenz den 20. Januar und als Tagungsort Lausanne vor. Der französische Botschafter im Foreign Office. Landon, 29. Dez. (2BIB. Funkspruch.) „Times" meldet: Der französische Botschafter de Fleuriau sprach gestern nachmittag im Foreign Office vor und wurde vom Staatssekretär des Aeußcren empfangen. Es verlautet, daß die ftanzöfifche Regierung dringend wünscht, mit möglichst geringer Verzögerung zu einer Vereinbarung über die Einberufung der internationalen Reparatianskonserenz zu kommen. Die französische Regierung ist der Meinung, daß die Konferenz frühe st ens am 2 0. Januar zufammentreten kann, weil die Kammer am 12. Januar ihre Arbeiten wieder aufnimmt. Somit würde das Datum der Eröffnung der Repa- rationskonserenz vor den Beginn der Genfer Völkerbundsratstagung am 25.Januar fallen, und eine Woche später soll in Genf die Abrüstungskonferenz beginnen. Es ist daher angeregt worden, Lausanne für die Reparalionskonferenz zu wählen. EnglandwünschtBerschiebung der Abrüstungskonferenz. Die Rcparationsverhandtungen sollen nicht unter Druck zwangsmätziger Befristung gestellt werden. Genf, 28. Dez. (TU.) Die englische Regierung hat in den letzten Tagen bei den meisten europäischen Regierungen und auch in Washington diplomatische Schritte unternommen, um den Standpunkt der einzelnen Regierungen zu dem Beginn der bevorstehenden diplomatischen Konferenzen festzustellen. Auf englischer Seite halt man nach wie vor an der Auffassung fest, daß ein zeitliches Zusammen- fallen der Tributkonferenz mit der Abrüstungskonferenz vermieden wer- den müsse. Man befürchtet, daß die voraussichtlich am 20.Januar beginnende Tributkonferenz unter dem Drucke des naheliegenden Zeitpunktes der zum 2. Februar ein- berufenen Abrüstungskonferenz ge- zwungen sein würde, ihre Arbeiten mit einer nicht wünschenswerten Beschleunigung bis zum Beginn der Abrüstungskonferenz abzuschließen. Man hält im Hinblick auf die außerordentliche Bedeutung der zur Verhandlung gelangenden internationalen finanzpolitischen Fragen eine derartige zwangsmäßige Befristung der Arbeiten nicht für wünschenswert, insbesondere, da bereits am 2 5. Januar der Völker- bundsrat u«d am 31. Januar die Euro- pakommission in Genf zusammentreten, an denen nach den bisherigen Gepflogenheiten die Außenminister der Großmächte teilnehmen. In den bisherigen Verhandlungen sollen die meisten Regierungen keinerlei grundsätzliche Bedenken gegen eine zwei- bis drei- wöchigeVerschiebungderAbrüstungs- k o n f e r e n z geltend gemacht, es jedoch a b g e » lehnt haben, in dieser Angelegenheit die ersten Schritte zu tun. Aus Grund dieser Verhandlungen hängt nunmehr die Entscheidung über eine etwaige Vertagung der Abrüstungskonferenz von der weiteren Stellungnahme der englischen Regierung ab. lieber den Tagungsort der Tributkonferenz konnte in den bisherigen Verhandlungen keine Uebereinftimmung erzielt werden, da auf französischer Seite im Hinblick auf die Abrüstungskonferenz Lausanne auf englischer und auf deutscher Seite dagegen Luzern ober der Haag als Tagungsort gewünscht werden. Man nimmt in hiesigen internationalen Kreisen an, daß über diese Frage bereits in der allernächsten Zeit eine Verständigung zwischen den Regierungen erzielt werden wird. Vorbesprechung zwischen Macdonald und Laval? Paris, 28. ez. (TU.) In Paris finden augenblicklich Verhandlungen zwischen Vertretern des englischen Schatzamtes und des französischen Finanzmini st eriums statt, um den Standpunkt der beiden Regierungen in der Reparationsfrage einander näher zu bringen. Diese Besprechungen, die keinen amtlichen Charakter tragen, sollen dazu dienen, den Voden für eine direkte Aussprache zwischen Laval und Macdonald vorzubereiten. Das Dementi, das der Quai d'Orsay im Zusammenhang mit einer angeblichen Einladung Macdonalds an Laval erlassen hat, darf auch nicht dahin ausgelegt werden, als ob eine Zusammenkunft zwischen den beiden Staatsmännern nicht beabsichtigt sei. Man betont vielmehr schon jetzt, daß eine derartige Aussprache vor der Regierungskonferenz im Rahmen der von den Sachverständigen gemachten Vorschläge liegen würde. Vei den von der französischen Presse gemeldeten Schreiben Macdonalds soll es sich außerdem um. einen Privatbrief vertraulicher Aatur handeln, so daß das Dementi dem Quai d'Orsay, der bekanntlich die amtliche Einladung des englischen Ministerpräsidenten an Laval ableugnet, sehr verständlich ist. Bei den augenblicklichen Pariser Verhandlungen wird englischerseits der bereits in Basel zum Ausdruck gekommene Standpunkt vertreten, wonach die von den Sachverständigen vorgeschlagene Äeuregelung sich nicht nur auf die Tributzahlungen, sondern auch aus die interalliierten Schulden beziehen müsse. Der außenpolitische Berichterstatter des „Echo de Paris", Pertinax, erinnert in diesem Zusammenhang noch einmal an die ergebnislosen Besprechungen zwischen dem französischen Finanzminister Flandin und Layton. Die englische These ginge dahin, Deutschland ein fünfjähriges Moratorium zu gewähren und Frankreich zu dem Verzicht auf seine Reparationsforderungen einschließlich des ungeschützten Teiles zu bewegen und es auf der anderen Seite durch die Aufhebung seiner Schulden an 'Amerika schadlos zu halten. Flandin machte demgegenüber geltend, daß Deutschland mindestens den ungeschützten Teil der Reparationen zahlen müßte, der ihm unter Umständen in Bombay, 28. Dez. (Silj Gandhi traf am Montag in Bombay ein. Kurz vor seiner Ankunft war es zu schweren Zusammen- stößen zwischen Parias und Kongrehanhängern gekommen. Die „Unberührbaren“, die Gandhi beschuldigen, die Durchsetzung ihrer Forderungen nach entsprechender Vertretung in den indischen Provinzparlamenten verhindert zu haben, waren mit Stöcken, Glasscherben, Messern und anderen bewaffnet. Sie rissen die Fahnen und Guirlanden, die von den Kon- grehanhängern in den Straßen angebracht waren, herunter. Kurz vor der Ankunft von Gandhis Dampfer strömten sie zum Hafen, wo sich ein Gefecht zwischen ihnen und den Kongreßanhängern entspann, das erst durch starke Polizeiabteilungen beendigt werden konnte. Bei der Prügelei wurden 25 Personen verletzt. Der ursprünglich vorgesehene großartige Empfang, bei dem Gandhi in einem mit Weißen Pferden bespannten Wagen durch die Straßen Bombays fahren sollte, war fallengelassen worden Trotzdem hatte sich eine ungeheuere Menschenmenge am Hafen eingesunden und riesige Menschenmassen, die auf 500 000 geschäht werden, drängten sich in den Straßen. Gandhi wurde von Patel und dem Moslemführer Ansari sowie von seiner Frau an Bord des Schiffes begrüßt. Mit dem Spinnrad unter dem Arm schritt Gandhi unter die Menge, die ihn mit lauten Dusen begrüßte und ihm Girlanden aus indischem Garn zuwarf. Sn den Form eines Kred ites an bie Reichsbahn wieber zur Verfügung gestellt werben könne, wie bies bereits gelegentlich bes Hoover-Moratoriums ber Fall gewesen ist. Rach Wiederherstellung besserer wirtschaftlicher Verhältnisse soll Deutschland wieder die Reparationszahlungen in vollem Umfange aufnehmen und n u r vom geschützten Teil befreit werden, wenn Amerika seinerseits auf seine Schuldenforderungen verzichtet. Die beiden Finanzsachverständigen wurden schließlich darin einig, daß alles unternommen werden müßte, um die Gläubigermächte Deutschlands nach Gewährung eines Moratoriums von der Schulbenzahlung an Amerika zu befreien. Die von Macbonalb angeftrebte Unterredung mit Laval gelte auch in erster Linie der Lösung dieser Frage. Pertinax erklärt hierzu, daß die A ufftel- lung einer g e m« i ns a m e n englisch- französischen Front sehr wohl möglich sei. Macdonald habe seine sozialistischen Mitarbeiter über Bord geworfen. Wenn er sich nun auch dazu entschließe, sich auch von den deutsch-eng- lischen Anhängern zu befreien, so sei eine Einigung zum Besten Europas sehr wohl möglich. Straßen wurde Gandhi mit Rusen begrüßt, die | zum Llngehorsamkeitsfeldzug auf forderten. Gandhi erklärte Pressevertretern, den Ersolg der Londoner Konferenz halte er für sehr gering. Die Konferenz fei nur ein Debattierklub gewesen. Später hielt Gandhi eine Rede, in der er das Volk aufforberte, fich bereitzuhalten, wenn der Kampf unvermeidlich fei. Er werde aber keinen Versuch unterlassen, um eine gütliche Lösung zu finden. Die Rede schloß er mit folgenden Worten „Ich glaube nicht, daß ich die gleiche Selbstbeherrschung wie früher werde beobachten können, wenn die Lage einen energischen Entschluß erfordert. Bei den letzten Auseinandersetzungen ist man mit Knüppeln gegen uns vorgegangen, bei einem etwaigen künftigen Konflikt werden wir Kugeln zu erwarten haben." Vithalbai Patel, der auf demselben Dampfer wie Gandhi eintraf, bemerkte in einem Interview, daß die dritte Rundtischkonferenz sich als Fehlschlag erweisen werde. Es seien Anzeichen dafür vorhanden, daß Sndien rasch einer Agrarrevolution entgegengehe. Der Boykott britischer Waren, britischer Handels- und Versicherungsgesellschaften mühte viel strenger durchgeführt werden. Der Besuch Gandhis und seine Tätigkeit in England, schloß Patel, habe das Ansehen des Sndischen Kongresses kaum erhöht. Die neuen Annchen in Aordwest-Mien. WWW ■ xX "*■, >■■1 Indische Truppen ziehen in Peschawar, dem Hauptunruhenherb, ein. Oben links: Panbit Jawaharlal Nehm, Präsident des Allindischen Kongresses, ber von ben englischen Behörben in Haft genommen wurde. — Das Wiederaufflammen der Unruhen in Nordwestindien hat in England größte Beunruhigung hervorgerufen. Es scheint sich um organisierte kommunistische Tumulte zu handeln, die am selben Tage losbrachen, als Gandhi von feiner Europafahrt nach Indien zurückkehrte. Gandhis Empfang in Bombay. Scharfe Zuspitzung der politischen Lage. Colijn verlangt schleuniges Handeln. Gemeinsame Behandlung von Schulden« und Rcparationsfrage. Amsterdam, 28. Dez. (WTB.) 3n einer Preffeunterrebung erklärte das nach Holland zurückgekehrte holländische Mitglied des Baseler Sachver» slänbigenausschusses, L o l i j n, daß man sich angesichts des Umstandes, daß der Ausschuß bei seiner Arbeit an bestimmte Grenzen gebunden war, über das einstimmig erzielte Ergebnis seiner Beratungen erfreut zeigen könne. Den wichtigsten Teil bilde das vierte Hauplstück. Wenn man die dort niedergelegten Feststellungen ruhig durchlese, so werde man wahrnehmen, daß der Ausschuß deutlich dargelegt habe, daß Deutschland die Zahlungen, die es unter dem youngplan leisten solle, nicht transferieren könne, ohne die gegenwärtige Lage zu verschlechtern. Gleichzeitig aber sei ausgeführt worden, daß eine Streichung der deutschen Zahlungen allein das Problem nicht löse, solange andere Länder zur Zahlung ihrer Schulden verpflichtet blieben. Die Schlußfolgerung des Sachverständigen- ausschusses gehe somit dahin, daß beide Fragen gleichzeitig behandelt werden müßten, und zwar so schnell wie möglich, wenn man eine Katastrophe vermeiden wolle. Was das Zustandekommen der einzelnen hauptstücke des Baseler Gutachtens angehe, so stammten die Entwürfe zum ersten Hauptteil von L a y k o n, zum zweiten Hauptteil von Layton und Ri st, zum dritten Hauptteil von Dr. Melchior und zum vierten haupttell von Rydbeck und ihm (Lolijn) selbst. Mit Bezug auf die bevorstehende neue Reparationskonferenz ber Regierungen betonte Dr. Lolijn schließlich noch, daß für den Fall, daß die verantwortlichen Staatsmänner keine Defchlüffe von wirklicher Bedeutung fassen würden, die Lage in Europa und damit in der ganzen Welt noch viel ernster werden müsse, als sie es jetzt schon fei. Japan seht den Vormarsch in der Mandschurei fort Die Operationen gegen Tschingtschau. ß o n b o n, 29. Dez. (WTB. Funkspruch.) „Times" meldet aus Tokio, baß ber Soifer von Japan am letzten Sonntag bie Entsendung weiterer Truppen nach ber Manbschurei genehmigt hat. Die Japaner setzen den Vormarsch auf Tschingtschau fort. General Tschangshue- liang hat von ber Nanking-Regierung den Befehl erhalten, bie Stabt unter allen Umständen zu h a l • t e n. Die Station T a w a an der Peking—Mukden- Bahn wird von einem chinesischen Panzerzug und etwa 200 Soldaten verteidigt, wahrend ein japanischer Panzerzug 7 Kilometer südlich von Tawa stationiert ist. Außerdem rückt eine japanische Kavallerieabteilung mit zehn Panzerautos von Tien- tschuangtai gegen Tawa vor. Die japanische Regiegierung veröffentlicht eine Erklärung, die den Nachweis bringen soll, baß militärische Operationen gegen Tschingtschau wegen ber ungeheueren Zu- nähme bes Räuber Unwesens unbebingt notwenbig seien. Die Zahl der Räuber im Bezirk bes Liao-Flusses sei seit dem 1. November von 1300 auf 30 000 gestiegen. Diese seien mit Maschinengewehren und Grabenmörsern ausgerüstet und erhielten von Tschingtschau aus ihre Weisungen. Ministerpräsident I n u k e i erklärte, Japan würde bie Mandschurei nicht einmal annehmen, wenn sie ihm geschenkt würbe. Die Verteidigung der ausgedehnten Grenzen der Mandschurei würde Japan zu viel Geld kosten. Japan wolle nur die ihm vertragsmäßig zustehenden Rechte wahren. Demnächst werde eine Erklärung veröffentlicht werden, in der die „Politik ber offenen T ü r" in ber Mandschurei erneut bestätigt werden soll Nie Lohnsenkung nach der Notverordnung. Berlin, 28.Dez. (TLI. Amtlich.) Sn ber Oessentlichkeit sind Zweifel an dem zwingenden Charakter ber in ber Rotverordnung vom 8. Dezember 1931 vorgeschriebenen Lohn- unb Gehaltssenkung aufgetaucht. Rach ber Auffassung ber zuständigen Stellen, die auch in der amtlichen Verlautbarung zu ber Rotverorbnung zum Ausbruck gekommen ist, kann kein Zweifel barüber bestehen, baß die im engsten Zusammenhang mit ber Senkung bes gesamten Preisstandes stehende Herabsetzung ber tarifvertraglichen Gehälter und Löhne ab 1. Sanuar 1932 kraft Gesetzes eintritt. Die Tarifvertragsparteien haben lediglich das aus der Rotverordnung selbst ersichtliche Ausmaß ber Kürzung in den einzelnen Tarifvertrag als dessen Bestümmmg Au übernehmen, wobei sie im Rahmen der Dorschriften der Derordnung Unebenheiten beseitigen können, die sich etwa aus dem verordneten Eingriff in den Tarifvertrag ergeben. Dur fall- ihnen da» nicht gelingt, hat der Schlichter die bindende Festsetzung gemäß den Dorschriften der Derordnung zu treffen. Meine politische Nachrichten. Der Präsident des Evangelischen Oberkirchenrats in Berlin D. Dr. Kappler ist persönlich an den preutzischenKultusminister herangetreten, um wegen der Schließung von neun ausschließlich evangelischen pädagogi. schenÄkademien vorstellig zu werden und dem Minister von der Beunruhigung Kenntnis zu geben, die die Nachrichten über die geplante Besetzung des leitenden Postens des preußischen Äolksschulwesens In evangelischen Kreisen hervorgerusen hat. Der Senat der Freien Hansestadt Hamburg wählte für das Jahr 1932 Bürgermeister Dr. C. Petersen zum Ersten und Bürgermeister Roß zum Zweiten Bürgermeister. Die Leipziger Städtisch-Technischen Werke beantragen bei den Stadtverordneten eine Herabsetzung der Straßenbahnfahr- preise von 25 auf 20 Pf. für die Einzelfahrt sowie Verbilligung der 'Netz- und Monatskarten. Der Gas- preis soll von 18 auf 16 Pf. pro Kubikmeter ermäßigt werden. Die Preise für Elektrizität bleiben bis auf weiteres unverändert. Große amerikanische Flottcnmanö- her sosjen im Februar und März auf der Höhe von Hawat und an der kalifornischen Küste stattfinden, an denen sämtliche Seestreitkräfte der Dereinigten Staaten in Der- bindung mit dem Landheer teilnehmen werden. Am 6 Februar soll die Schlachtschiffflotte mit Unterstützung von Land- und Luftstreitkräften einen Angriff auf Hawai unternehmen. Später wird die Flotte an der kalifornischen Küste bei San Pedro ein Landungsmanöver unternehmen, an dem doS Lenkluftschiff „Akron" teilnehmen wird- • Die neue chinesische Nationalregie, rung ist gebildet worden. Zum Präsidenten der Notionalregierung, dessen Stellung derjenigen des Staatspräsidenten in den westlichen Demokratien entspricht, wurde Linsen, der frühere Präsident des Gesetzgebenden Rots ernannt. Präsident des Vollziehenden Rats (Ministerpräsident) wurde 5 u n f o. Aus aller Wett. Artur oen Gwinner f. Der langjährige Direktor der Deutschen Bank, Dr. h. c. Artur von Gwinner, der als stellvertretender Vorsitzender dem Aufsichtsrat der Deutschen Bank angehörte, ist heute nacht geworben. Gwinner war 1856 in Frankfurt a. M. als Sohn des später geadelten Konsistorialpräsidenten Wilhelm Gwinner geboren. Er war verheiratet mit Anna Speyer aus dem bekannten Frankfurt-Neu- yorker Bankhaus. 1888 holte ihn Georg von Siemens in die Leitung der Deutschen Bank, wo er beim Ausbau der Petroleum, und Elektrowirtschaft mitwirkte. Bei den Bahnbauten inAnatolien spielte er eine besondere Rolle. 1910 wurde er in dos Preußische Herrenhaus berufen. Tragisches Ende eines Spazierganges. Am Sonntag unternahm ein Erzieher des in Pilgramshain (-Schlesien) befindlichen Heil- und Er- ziehungsinstituts mit mehreren Jungen einen Spa- ziergang. Ein Junge ging auf das Eis des Blümel- Bruches und brach ein. Sein zehnjähriger Freund wollte ihn retten, versank aber ebenfalls in den Fluten. Als der Erzieher die Hilferufe der Kinder vernahm, sprang er sofort ins Wasser und es gelang ihm, die beiden Jungen zu erfassen, doch klammerten sich bieft so an ihren Retter, daß alle drei zunäch st untergingen. Rur dem Erzieher gelang es, wieder an die Oberfläche zu kom° Blick ins späte Jahr. Don Mitt Scheller. Da» kleine Mädchen, da» droben am Waldsaum wohnt in dem halb unter Daumen vergrabenen Dauernhaus. hat. als eS heute früh zum Dorf ging, den Apfel fortgeworfen, der ihm als Frühstück auf den Schulweg mitgegeben worden war. Halb hatte es ihn schon verzehrt, weil es der duftigen Lockung nicht widerstehen tonnte; dann aber hat e£ ihn, wer weiß, warum, achtlos fallen lassen; leicht ist er über den auSgefahrenen Feldweg hingerollt, über ein paar Furchen gesprungen und dann in dem See liegengeblieben, der sich in dem breiten Abdruck eines PferdehusS gebildet hat. unlängst, als der feine leise Degen tagelang nicht enden wollte. Da liegt also der Apfel, das gelbliche Fruchtfleisch an den Bißstellen gebräunt, aber nicht eigentlich in dem kleinen See zwischen den Erdfalten drin, sondern über ihm, gleichsam schwebend an die Oberfläche geschmiegt und nicht untergegangen: denn diese Oberfläche ist gläsern, voll spröden Widerstände- gespannt über der Erdvertiefung durch den Pferdehus. und der Rest des Apfel» spiegelt sich in der imaginären Altymblüblcit. die unter diesem dünnen EiSgebilde bte Tiefe der Welt aufzu- schließen scheint. Sein Abbild verliert sich da unten, schwächer und schattenhafter werdend, und der Ort, wo eS endet, scheint unermeßlich fern von allem, wo» greifbar ist. Aber der Weg ist noch weich, er bat noch nicht jene winterliche Härte, die den Schritt in metallischem Klang nachhallen läßt; und die weißen Kristalle de» Reif» auf den starren Gräsern am Wegrand und auf dem testen Grün der Sieder haben noch nicht da» sprühende Leuchten, da» tbnen ein Aussehen gestaltet, als wären sie dem Schnee verwandt. Vielleicht aber liegt da» daran, daß die Sonne den zarten Dunst nicht völlig zu durchdringen vermag, der zwischen dem Land 'und den Wolken hängt und die Licht weithin wie mit feinen Geweben verschleiert. Sie ist da, die Sonne, ihr Glanz ist noch zu spüren, sogar ein Hauch ihrer Wärme teilt sich mit. noch immer, und wer durch die Debelschichten chr ent- gegenblidt, sieht alSbald. wenn er sich wieder abwendet. ,teilte grüne, gelbe, violette Scheiben vor sich her tanzen und kann sie lange nicht Io» werden. Denn die Dunstfchiebt ist ja nicht einmal stark genug, um das lichte Dlau zu verbergen, da» zwischen den weihen, undeudich verschwim- Die Politik geht in Urlaub. Sine kurze Pause zwischen den Jahren. — Oer Reichskanzler, die Minister Dietrich und Sroener von Berlin abwesend. Berlin, 28.Dez. (CJIB.) Wie wir erfahren, ist Reichskanzler Dr. Brüning gestern von Berlin a b g e r e i ft, um die Tage zwischen den Festen zu einem kurzen Erholungsurlaub auszu- nuhen. Er wird voraussichtlich am Montag ober Dienstag nächster Woche wieder in Berlin fein. Ebenso sind auch die Minister Dietrich und G r o e n e r von Berlin abwesend, so daß d i e Führung der Regierungsgeschäfte augenblicklich beim Reichspostminister vr. Schähel als dem Dienstältesten des Reichskabinetts liegt. Er wird den Reichskanzler auch bei den Reujahr » e m p f ä n g e n beim Reichspräsidenten vertreten, die auch in diesem Jahre In der üblichen Weise vor sich gehen. Reu ist dabei allerdings, daß um 11 Uhr vor den üblichen Gratulanten eine Mborbnung der „Halloren", der halleschen Saljbergteute, vom Reichspräsidenten empfangen wird. Sie erschienen früher regelmäßig in ihrer altertümlichen Tracht zur Reujahrsaubienz beim Kaiser und haben seht darum gebeten, den alten Brauch beim Reichspräsidenten wieder aaf- nchrnen zu können. Aus der Abwesenheit de» Reichskanzlers, des Vizekanzler» und Reichsfinanzminlster», sowie de» Reichswehr- und Reichslnnenminlster» ergibt sich von selbst, daß da» Kabinett in den nächsten Tagen wichtige politische Dinge nicht behandeln wird. Wichtig ist dagegen die Wiederaufnahme der Berliner Still- halteverhandlongen, die heute forfgeführt werden und nach der bekannten Ankündigung des Kanzler» kurz vor den Feiertagen noch etwa 14 Tage in Anspruch nehmen dürften. Das Koalitionsgespräch in Hessen. Das Zentrum erwartet noch die Antwort der NSDAP. F r a n l fu r t a. M., 28. Dcz. (WTB.) Don Jen- trumsfeite wird dem Wolffbureau geschrieben: Auf die Antwort des Zentrums an die NSDAP, ist noch keine offizielle Rückantwort erfolgt. Dafür bringt aber der ,^H e s s e n h a m m e r" zwei Artikel, der eine van dem Gauleiter und Irak- tionsführer der NSDAP. Karl Lenz, der andere van einem Dr. Sch. gezeichnet, die man vielleicht beide als eine Umschreibung der nach zu erwartenden offiziellen Aeußerung ansehen darf. Beide stempeln die Zentrumsantwort aufeineAblehnungum und wollen dadurch dem Zentrum die Verantwortung für das Nichtzustandekommen einer Regie- rungskoalition mit den Nationalsozialisten zuschreiben. Sie sehen die Ablehnung bereits darin, daß das Zentrum den nationalsozialistischen Bedingungen eigene Bedingungen entgegen ft eilt und damit die Nationalsozialisten an den Verhandlungstisch bringen will. Solange die NSDAP, noch nicht über die absolute Mehrheit im Landtag verfügt und zur Regierungsbildung noch eine andere Partei nötig hat, muß sie sich gefallen lassen, daß die andere Partei sich nicht unter ihre Dikta- t u r begibt. Die Zentrumspartei hat ihr eigenes polu tisches Programm, und es kann ihr nicht zugemutet werden, daß sie das Programm der NSDAP, sich zu eigen macht. Deshalb muß die Selbständigkeit beider Parteien in der Koalitionsregierung durch Verhandlungen sichergestellt werden. Wenn die Nationalsozialisten behaupten, daß die zwölf Forderungen gar nicht parteipolitischer Art wären, sondern lediglich volklich und staatspolitisch, so trifft das nicht zu. 1. An die Spitze stellt die NSDAP, die Forderung eines nationalsozialistischen Staatspräsidenten. Das Zentrum hat sich m i t einem Minister für Hessen einverstan- den erklärt, vorausgesetzt, daß das verfassungsmäßig möglich ist und baß dieser Minister über- parteilich fei. Das ist volklich und ftaatspoli- tisch, die Forderung der NSDAP, dagegen Partei- politisch. 2. Das Zentrum kann verlangen, gerade im Interesse eines geschlossenen Auftretens nach außen, daß nicht jedes Land je nach der zufälligen parteipolitischen Zusammensetzung seiner Regierung, eine eiaene Außenpolitik treibt, sondern d i e Außenpolitik des Reiches unterstützt. Das ist ebenfalls volklich und staatspolitisch. Das Zentrum stellt die Forderung nicht, weil der derzeitige Reichskanzler aus dem Zentrum hervorge. gangen ist, sondern weil das Zentrum die Außen- Politik der Reichsregierung, in der die verschiedenen politischen Richtungen vertreten sind, für richtig hält, und als Derfassungspartei die verantwortliche Reichs- regierung wenn irgend möglich stützt. 3. Das Zen- truni kann sich nicht begnügen mit der eidlich erhärteten Legalitätserklärung des obersten Führers der NSDAP., Adolf Hitler, und zwar nicht etwa weil es den Eid des Führers mit einem Fragezeichen versieht, sondern weil gewisse Vorgänge in der Vergangenheit und Gegenwart berechtigte Zweifel entstehen lassen, ob der oberste Führer seine Unterführer noch immer ganz in der Hand hat. Aus den beiden Artikeln hat man den deutlichen Eindruck, daß die NSDAP, die schwere Verantwortung, die mit dem Eintritt in die Regierung ver knüpft ist, nicht auf sich nehmen wird. Daß sie ihren Wählern gegenüber das nicht wahr haben will, versteht sich van selbst. Bei den kommenden Preußenwahlen will die NSDAP, ihre ganze Agitation au* gegen bas Zentrum richten. Wenn sie dabei in Hessen gleichzeitig mit dem Zentrum in Koalition stünde, würde das ihren politischen Kampf erheblich lähmen und erschweren. Cs war deshalb von vornherein nicht zu erwarten, daß sich in die- s e m Zeitpunkt die NSDAP, mit einer solchen Koalition belasten wird. men. Er konnte In völlig erschöpftem Zustande gerettet werden. Die beiden Jungen, deren Eltern in Berlin wohnen, sind ertrunken. Die Leichen konnten noch nicht geborgen werden. Ein Elfjähriger rettet seinen Vater. 3n Lampertheim brach der Bootshau»- besiher Mich. Kem an der Altrheineinfahrt an einer 2,80 Meter tiefen Stelle im Eise ein. Verschiedene Männer machten vergebliche Rettungsversuche. Der 11jährige Sohn Hans schob nun eine Dohle vor sich über das Gis b i s zur Ginbru ch st eile. Kern gelang es nach viertelstündiger Arbeit, völlig erschöpft auf die Dohle zu kommen wo man ihm Leinen zuwarf und ihn an Land zog. Der kleine 11jährige Sohn darf somit al»derLebeir»retterfei- nes Vaters gelten. Tragische Folgen eine» gefährlichen Kinderspiel». In Damsendorf (Altmark) ereignete sich am dritten Feiertage ein tragischer Unglüd»faII. Sin Gutspächter hatte seinem elfjährigen Jungen ein Tefching zu Weihnachten geschenkt. Der dreijährige Sohn deS Gutsarbeiters Dösche spielte mit dem Tefching und legte auf seinen fünfjährigen Dru- der an, indem er sagte: ..Ich kann dich erschießen!" Die Kugel traf den Knaben ins Herz. Er brach tot zusammen. Vier Kinder in einem Wohnwagen verbrannt InGolmar geriet der Wohnwagen de» Äorb* machcrs Kracmer in Drand. Dabei verbrannten vier Kinder Kraemcr», zwei erlitten lebensgefährliche und zwei leichte Brandwunden. Zwei Kindern gelang cs, sich au» dem brennenden Wagen zu retten. Elli Beinhorn in Britijch-Jndien. Die Fliegerin Elli Beinhorn ist am Heiligen Abend in Delhi eingetroffen. Auf dem Flugplatz wurde sie von der dortigen deutschen Kolonie begrüßt. Elli Beinhorn wird in einigen Tagen den ffieiterflug nach Kalkutta und von dort nach Siam und den Lundainseln antreten. Ein Trapezkünstler tödlich verunglückt. Der Verwandlungs- und Trapezkünstler Barbette ist in Barcelona vom Trapez töd- l i ch abgestürzt. Dor etwa einem halben Fahr war Barbette dos letzte Mal in Berlin im Wintergarten. Eine Frau oollsührte hochoben an der Decke am freischwingenden Trapez akrobatische Glanzleistungen und verbeugte sich zum Schluß als Mann. Das war Barbette, einer der besten Verwandlungs- nummern, die da» internationale Bariett gehabt hat Die Wetterlage. AMrdeei nemi X 090 L den «$8. Ittftmber <05/ ^9 3 Wien o PdJ-O. fr 8 Z-,v7 *-8 — -I OVOtttnfoi.® neuer (>nii» » *orxto_#»cdtcn. ♦ Schnee a Qriupem ■ "ehet K 6ew>t«er (Q)wmdjbtie.-O X* leichter OSl £ -ni»igcr Sud$u0wC$l Q "oreweil Oie Piene fliegen mit dem wmde Oie oeioen juvonen ntnmden z«*- len gehen o t Temperotur «a. Oie l- en verfrnfleo Orte Mil gleiche» iut Mecrumieao umgerecneeien uuitoruc« Tscttcrvoraussagc. Der Kaltluftvorstoß an der Rückseite de» kräftigen Zollgebiete» im Norden und Nordosten hat bereits begonnen und in Deutschland einen Temperaturriuf tzang von zirka 5 Grad gebracht. Der Hauptkern der Störung wandert nach Finnland hin ab; indessen hat sich ein neuer über der Nordsee gebildet, der sich aber auch weiter östlich zu verlagern scheint. Somit wird der Zustrom der Kaltlust nach dem Festlande nicht unterbrochen, so daß die Temperaturen weiter sinken und Frost einsetzt, der besonders bei aufklarender Nacht stärker in Erscheinung tritt. Fn Begleitung der maritimen Pv.arluft dürfte vorüber- gehend wechselhafte Bewölkung lutkommen, die auch vereinzelte Schneefälle mit sich bringt. Aussichten für Mittwoch Weiterer lern- peraturrückgana, auch tagsüber 5'oft, wechselnd bewölkt mit Aufklaren, vereinzelte Schneeschauer Aussichten für Donnnerstag: Verschärfung de» Frostes. Lufttemperaturen am 28. Dezember, mittags 5,4 Grad Celsius, abends 3,1 Grad; am 29. Dezember: morgens 0,8 Grad. Maximum 5,5 Grad, Minimum 0,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 28 Dezember: abends —0,2 Grad; am 29. Dezem- ber: morgen» —0,2 Grad. — Niederschläge 4,1 mm. menben Wolkenbänken flimmert, hinter denen — aber sie sind vielleicht mit künftigem Schnee beladen? — die Sonne ihren niedrigen Pfad einem frühen Abend entgegcngeht. Der Fluß, der feinen Dogen zwiefach durch das breite Wiesental zieht, hat die Farbe von gehärtetem Blei. Die geschorenen Flächen der Wielen legen sich falb um das Dorf, das auS einer Spiel- zeugschachlel am Rand des Hügels drüben aus- gebaut und von dem milchigen Strom nebliger Ferne überslossen ist: nur die vom Gebälk durchbrochene Helligkeit der HauSwände ist wahrzunehmen, hier und da das dunkle Geviert eines wohl roten Dachs, und über alldem dort, wo das Dunstgewebe schon in die Konturen des Hügels geht, die mahnende Spitze des gedrungenen Kirchturms. Gegenüber, dort hinten, wo der Wasserlauf nur mehr als Furche im Wiesengrund zu erkennen ist, heben sich die Silhouetten der Fabrik-Anlagen vom weißlichen Grau der nahenden Dämmerung ab, in der die große Stadt schon versunken ist. und aus schlanken Schloten steigen bräunliche Rauchfahnen kerzengerade empor und verlieren ihren Umriß bald in der Unsichtigkeit von Gewölk und Nebelschleiern. Die Däume, die vom Tathang her die nahen Gärten begrenzen, sind Gewirke au» schwarzem Filigran. Die Vogel verweilen immer seltener auf den deS Grüns beraubten Schaukeln ihrer schwingenden ßcbeixffTeube. Sie huschen im dorrenden Gesträuch umher oder umflattern menschliche Behausung, aus der ihnen toarmer Odem entgegenbraut; auch wissen sie, daß an manchem Fenster Nahrung zu finden ist. Sie fürchten sich auch nicht, in der kalten Lache einer Dachrinne zu baden, und in ihrem Zwitschern, das. vom kurzen Gebell eine» Hundes, vom leisen Klagen einer Katze abgesehen, allein die Lautlosigkeit der Stunde unterbricht, ist kein Unterton von Lebens- angst. Dein, sie nehmen die Verwandlung der Welt hin, ohne sich darüber zu grämen oder sich stören zu lassen dadurch, daß sic nicht verstehen, wie da» kommt: daß nun die wundersamen Gehäuse ihrer umlaubten Lust, die Däume. mit ihren tausend Kammern von Wärme und Grün, erstorben lind und keine Wände und keine 6peile mehr für sie haben, und daß es not tut. andere Schlups- winkel zu suchen, tief unten an der Srde, und neue Gefilde, den Hunger zu befriedigen; vielleicht aber, wer wüßte es je. sind sie bem Begreifen der Vergänglichkeit näher als irgendeine» der Delchöpfe. und eben deshalb so unbekümmert und so unbefangen ...? Das Jahr ist spät geworden; Dämmerung kürzt den Tag; ein flüchtiges, knirschendes Klirren verliert sich ohne Widerhall im Ohr de» Manne», al» der Karren, den er schwer atmend durch den Feldweg treibt, den Apselrest überfährt, den ein kleines Schulmädchen fortgeworfen und längst vergessen hat. Wie man im Schneehaus wohnt. SHe Eskimos an der Aordküste von Labrador wohnen den ganzen Winter über, der dort acht Monate dauert, in Schneehäusern, lieber die Einrichtung dieser merlwürdigen Winterwohnun- gen erzählt Aäheres Dr. H. K ö n i g in der bei Hugo Dermühler in Berlin erscheinenden Monatsschrift »Der Erdball". Solch ein SchneehauS wird aus aneinandergereihten rechteckigen Schneeblöden errichtet und hat die Form einer Halbkugel; im Scheitelpunkt befindet sich ein Lilförmig zugefchnit- tener .Schluß-Stein", der sich durch sein eigenes Gewicht sestdrückt. Die Einsetzung diese» letzten Dauteils gehört zu den schwierigsten Arbeiten beim Schneehaus-Dau. Sin SinganaStunnel, der zu der Wohnung hinsührt, besteht ebenfalls au» Schneeblödem Dieser Tunnel fällt nur dann weg, wenn ein solches Schneehau» auf Reifen gebaut wird, oder im Frühjahr, wenn es nicht mehr so kalt ist. Al» der Verfasser Anfang Mai 1^2v airt feiner Schlittenreise die noch heidnifchen Eskimos von Aulatsivik an der nördlichen Ostküfte Labradors besuchte, hatten diese ihre unterirdischen Holzhäuser bereits verlassen und waren zur EiS- kante gezogen, um dort Walrosse zu jagen. Dort hatten sie sich Schneehäuler errichtet. Aber als dann die Maisonne sich zu sehr bemerkbar machte, und diese Wohnungen feucht wurden, war man in Zelte übergesiedelt, die einen Seehundsfell- Dezug hatten Schlaspritschen und Fußboden bestanden au» Schnee. Auch hier war noch die Einrichtung der Schneehäuler bei behalten. Diese werden erwärmt und erleuchtet durch große Lampen au» dem sog. Weichstein, den man mit dem Messer schneiden kann; der Docht besteht au» getrocknetem Moos, während der übrige Teil der Lampe mit geschmolzenem See Hunds speck au»ge- fülle ist. Mit einem kleinen Hol^ftück in Jorm eine» Krummstabe» sorgt die Hau»srau dafür, daß die Flamme gleichmäßig brennt Darüber hängt der Kochkessel, der ebenfalls au» Weichstein besteht, heute aber «chvn öfter» durch europäische Erzeugnisse ersetzt wird, und darüber sicht wieder das Gestell zum Trocknen der naflen Kleider, da» ein mit Riemen au» Deehundsleder bespannter Holzrahmen darstellt. „£uifez Königin von Preußen." Der Stoff diese» Film» ist, man erinnert sich ichon früher mehrfach behandelt worden. Die bedeutendste literarische Fassung, Molo» Roman .Luise" (Mittelstück der bekannten Trilogie) bot die Grundlage für das Manuskript von Fred Hilden- brandt, Friedrich Raff und Julius Uroiß. Die Handlung folgt in großen Zügen den historischen Vorsingen in Preußen um 1806. Die Regie — Corl Froelich — übernahm mit glücklicher Hand den bildhaft-impressionistischen Stil der epischen Vorlage. Vorwiegend kurze, markante Szenen — durch eine etwas breit ausgesponnene, nur auf Schauwirkuna berechnete Parade unterbrochen — bauen den Gang der Handlung von der Kriegserklärung bis zur Flucht nach Memel in schnellem Wechsel und dramatischer Steigerung. Die Gestalt der Königin, vor dem bewegten Hintergrund der diplomatisch-kriegerischen Verwicklungen Preußen», ist sehr schlicht, sehr menschlich und sympathisch ersaßt: Luise als Frau und als Mutter, als gute und treue Kameradin des schwerfälligen, nüchternen und mit wenig Glück an der Spitze de» Staate» und seiner Armee stehenden Königs; auch als preußische Patriotin und — in der ergebnislos verlaufenen Begeanung mit Napoleon — als Diplomatin; zuletzt lehr still, nach Frieden sich sehnend, schon von Ahnungen eine» nahen lobe» angeruhrt. In Paretz. Gerade do» Menschlich Natürliche, do» prunklo» Un- pathetische der Gestalt kommt in der gewinnend liebenswürdigen, vornehmen und überzeugenden Darstellung von Henny Porten vorzüglich zum Ausdruck; am unmittelbarsten in den knappen und am wenigsten „historischen" Szenen mit ihren Kin- dern, mit Friedrich Wilhelm allein und zuletzt im Park von Paretz Al» König Friedrich Wilhelm zeigt der erstaunlich vielseitige Gründgen» eine liebevoll eindringende, scharf profilierte Leistung. Untadelig auch Kayßler» markanter Freiherr vom Stein. Dagegen enttäuscht Paul Günther, besten Napoleon ichon in der Maske wenig gelungen erscheint. Die übrige Besetzung ist gut; zu nennen sind Arendt (Louis Ferdinand): Gaidarow l^r Alexander); Helene Feh dm er (Gräfin voßi; Ettel; Goeflke; Ferdinand Hart. (Eine stilgerechte Begleitmusik schrieb M i l d e - M e i ß n e r. — Der Film läuft gegenwärtig bei lebhaftem Besuch im L i ch t s p i elh a u ». —r— riutn und die Wiederaufnahme verminderker Sochlieferungen wünsche. „Times" sagt, es ist eine Regelung notwendig, die zum mindesten Europa der Etabiliät einen Schritt näher bringen wird. Eine solche Regelung geht mindestens zwei Bedingungen ein, nämlich ein angemessenes Moratorium und eine He rabsehung der künftigen Verbindlichkeiten Deutschlands auf eine Summe, die keinen Zweifel daran läßt, daß Deutschland sie nicht bezahlen könne, ohne seinen Wechselkurs zu sehr zu stören. — „Financial Rews" seht ihren Kampf für eine endgültige Lösung fort und sagt, wenn eine völlige Annullierung der Kriegsschulden und Reparationen unmöglich sei, so könnten die deutschen Annuitäten auf beispielsweise 430 bis 500 Millionen Gold- mark festgesetzt werden. Zur Zahlung einer solchen Summe werde Deutschland in verhältnismäßig kurzer Zeit imstande sein. Der japanische Vormarsch in der Mandschurei. Schanghai, 30. Dez. (Sil.) Der Vormarsch der Japaner in der Mandschurei ist bisher trotz des Rückzuges der Chinesen nicht ringe st eilt worden. General Kamura hat mit einer japanischen Abteilung P a i t s ch i p u in der Rähe der Eisenbahn Peking—Mulden besetzt. Hierbei kam es zu einem Zusammenstoß zwischen japanischen Panzerwagen und chinesischen Truppen. Die Chinesen wurden in die Flucht geschlagen. Zwei chinesische Truppenzüge passierten von Kintschau kommend am Mittwoch Schanhaikwan ohne von den in der Stadt stationierten japanischen Truppen in Stärke von 500 Mann aufgehalten zu werden. Ein japanischer Kreuzer und drei Zerstörer sind in Schanhaikwan eingetroffen. 3n den englischen Meldungen über den Rückzug der chinesischen Truppen hinter die chinesische Mauer wird besonders hervorgehoben, daß dadurch über 45 0 Kilometer der Eisenbahn Pekin g—M u k - den, die zum Teil in englischem Besitz ist, von den Japanern beseht und unter ihre Kontrolle kommen werden. Äussisch-rumänffOe Fühlungnahme. Frankreich vermittelt dcn Frieden. B u k a r e st, 30. Dez. (WTB.) Die Regierung hat heute mittag folgendes Kommunique ausgegeben: In Verbindung mit oem französisch- sowjetrussischen Richtangriffsabkommen werden Verhandlungen zwischen Polen und Sowjetruhland über den Abschluß eines Richtangriffspaktes geführt. Als weitere Folge dieser Verhandlungen sind die Regierungen von Rumänien und der Sowjetunion miteinander in Fühlung getreten, um die Möglichkeit der Aufnahme von Verhandlungen über den Abschluß eines ähnlichen Vertrages zu erörtern. — In diesem Kommunique, das als Wendepunkt in den rumänischrussischen Beziehungen angesehen wird, bestätigt die rumänische Regierung zum ersten Male offiziell die Nachricht über eine Fühlungnahme mit Sowjetrußland. Immerhin werden von informierter Seite die Meldungen über die Entsendung einer rumänischen Delegation nach Riga zur sofortigen Aufnahme direkter Verhandlungen als zum mindesten verfrüht angesehen. Die Aufnahme direkter Verhandlungen vor dem Besuch des rumänischen Ministers des Aeuhern in Warschau erscheint als ausgeschlossen. Auch gilt es als wenig wahrscheinlich, daß bereits in Warschau irgendein rumänisch-russisches Abkommen unterzeichnet werden konnte. Konstituierende Sitzung des Leuschner - Untersuchungsausschusses. WSD. D a r m st a d t, 30. Dez. Das Plenum des Hessischen Landtags hat Anfang Dezember einen nationalsozialistischen Antrag angenommen, nach dem ein Untersuchungsausschuß eingesetzt werden soll zwecks Prüfung verschiedener Amtshandlungen des Inne n- ministers Leuschner. Dem Minister werden eine Reihe von Amtspflichtverletzungen oorgeworfen, die u. a. in der Art der Beröffentlichung des Box- Heimer Dokuments, in der Ausstellung des angeblich falschen Leumundszeugnisses für den Abg. Karl Wilhelm Schäfer (Offenbach) durch das Polizeiamt Offenbach und in „unberechtigten Eingriffen in die Rechtspflege" erblickt werden. Dieser Ausschuß trat heute zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Die Verhandlung fand unter dem Vorsitz des nationalsozialistischen Abg. Jung statt und wird gemäß der Strafprozeßordnung geführt. Regierungsvertreter nahmen an der heutigen Sitzung nicht teil. Rach einer lebhaften Geschäftsordnungsdebatte, in der die sozialdemokratischen Mitglieder gegen die Geschäftsführung protestierten und eine Beschwerde an den Aeltestenrat ankündigten darüber, ob der vom Plenum angenommene Antrag, dessen Ausführungen teilweise beleidigend seien, überhaupt zulässig sei, teilte der Ausschußvorsitzende mit, daß zu Punkt 2, der die Boxheimer Affäre betrifft, eine Regierungsantwort bis jetzt noch nicht vorliege Mit 7 gegen 2 Stimmen fand ein kommunistischer Antrag, der der Regierung das Befremden darüber ausspricht, daß diese Antwort noch nicht vorliege, Annahme. Schließlich wurde ein Antrag Schül (Zentr.) angenommen, daß die Regierung baldmöglich st zu dem vollständigen Antrag eine 2C n t ro o r t erteilen soll. Oie Senkung der Postgebühren. Zernbrief kostet künftig 12 Pfennige. — Fernpostkarte 6 Pfennige. Berlin, 30. Dez. (WTB.) Der Verwaltungsrat der Deutschen Reichspost beschloß, eine Reihe wichtiger Postgebühren herabzusehen, und zwar werden gesenkt: Die Gebühren für Jetnbrlefe bis 20 Gramm von 15 auf 12 P f^ für Fernbriefe von 20 bis 250 Gramm von 30 auf 25 Pf.; die Gebühren für Briefe über 250 Gramm bleiben unverändert. Die Fernpostkarte kostet künftig st a l t 8 n u r 6 P f., die Postkarte mit Antwort statt 16 nur 12 Pf. — Bei den Paketen werden in Zukunft vom Absender lediglich die Beförderungsgebühren und nur im Falle der Zustellung vom Empfänger die Zustellgebühr von 15 Pf. für jedes Paket erhoben. Die Beförderungsgebühren betragen künftig bis 5 Kilogramm in der ersten Zone 30 Pf., in der zweiten Zone 40 Pf. und in der drillen bi» fünften Zone 60 Pf. Hebet 5 bis 10 Kilogramm werden die Gebühren in der ersten Zone für jedes Kilogramm mit 5 Pf., in der zweiten mit 10, in der dritten mit 20, in der vierten mit 30 und in der fünften Zone mit 40 Pf. gestaffelt. Bei Paketen über 10 Kilogramm beträgt diese Staffelung in der ersten Zone 10 Pf., in der zweiten 15, in der dritten 20, in der vierten 25 und in der fünften Zone 30 Pf. Außerdem wird der Freimachungszwang für Pakete aufgehoben. Eine schematische Verteilung der zur Verfügung stehenden 125 Millionen Mark a u f alle Post - und Fern Meldegebühren verbot sich, weil dann bei allen Tarifpositionen nur eine ganz geringfügige und praktisch unwirksame Senkung hätte stattfinden können. Die hohen Selbstkosten im Fernmeldewesen gestatten eine den Erwartungen der Oeffentlichkeit entsprechende Gebührensenkung nicht. Der Verwaltungsrat hat sich deshalb entschlossen, die Senkung auf besonders wichtige Po st gebühren zu beschränken. Die Senkungen werden mit größter Beschleunigung durchgeführt, jedoch erfordert die Herstellung neuer Postwertzeichen zu 6 und 12 Pfennig und die technische Durchführung der neuen Regelung des Paketverkehrs einen gewissen Zeit- raum, so daß die neuen Gebühren voraussichtlich wohl erst Mitte Januar in Kraft treten werden. Die nötigen Vorbereitungsmaßnahmen sind vom Reichspostministerium bereits in Angriff genommen worden. Verschärfte Richtlinien für die Devisenbewirtschaftung. Einschränkungen für ausländische Versicherungen. Berlin, 30. Dez. (WTB.) Im „Deutschen Reichs, anzeiger" vom 30. Dezember werden die Richtlinien für die Devisenbewirtschaftung in neuer Fassung bekanntgemacht. Die Richtlinien vom 24. August und ihre erste Ergänzung vom 2. Oktober treten damit außer Kraft. Die Devisenzuteilung für L e i st u n - gen von Versicherungsnehmern aus Fremdwährungsoersicherungen ist eingeschränkt worden. Die Genehmigung zur Verwendung von Devisen wird allgemein versagt für Versicherungsprämien, die über eine tarifmäßige laufende Jahresprämie hinaus entrichtet werden sollen, sowie — mit Ausnahme der aufsichtsfreien Verficherungszweige — für Leistungen an ausländische, in Deutschland nicht zugelassene Versicherungsunternehmun- gen. Bei Personenversicherungen wird die Genehmigung außerdem versagt, wenn bei einem nach dem 15. Juli 1931 abgeschlossenen Vertrag die vereinbarte Prämienzahlungsdauer wenigerals 12 Jahre beträgt oder wenn es sich um eine nach dem 2 0. Dezember 1931 abgeschlossene oder auf Fremdwährung umgestellte Versicherung handelt. Ein Neujahrsausruf Hitlers. München, 30.Dez. (TU.) Der Führer der nationalsozialistischen Bewegung, Adolf Hitler, erläßt zum 1. Januar einen Ausruf, in dem es u. a. heißt: Das 12. Jahr des Kampfes unserer Bewegung ist zu Ende. 3m Jahre 1931 ist unsere Bewegung zur größten Partei Deutschlands geworden. Deutschland ist im Begriff, in rapider Schnelligkeit nationalsozialistisch zu werden, Arn 14. September 1930 zählte unsere Partei 293 030 Mitglieder. Heute, am 1. Januar 1932 hat sie die 800 000 bereits überschritten. Die Zahl unserer Anhänger beträgt schon jetzt mehr als 15 Millionen. Die Welt geht einer Entscheidung entgegen, die sich in Jahrtausenden oft nur einmal vollzieht. So klein und kurzsichtig die bürgerlichen Parteien sind, erkennen sie im Bolschewismus auch jetzt noch nicht die Zerstörung aller menschlichen Kulturen. Sie haben keine Ahnung davon, daß ein Sieg des Bolschewismus nicht nur das Ende unserer heutigen Völker, ihrer Staaten, ihrer Kulturen, ihrer Wirtschaft, sondern auch das Ende ihrer Religion bedeutet. Wenn die von uns geschaffene nationalsozialistische Bewegung als Gegengewicht gegen den Marxismus heute ausfiele, würde Deutschland morgen bolschewistisch sein. Das Schicksal selbst will klare Fronten. Das Bibelwort, das den Heißen oder Kalten anerkennt, den Lauen aber zum Ausspeien verdammt, sehen wir in unserem Volle in Erfüllung gehen. Wir gehen nunmehr in das neue Jahr hinein, in der Acberzeugung, daß es das schwerste Jahr des Kampfes unserer Bewegung sein wird. Der Weg von sieben Mann auf 15 Millionen war schwerer, als der Weg von den 15 Millionen zur deutschen Ration. Wenn wir einst die Kühnheit hatten, an unser gigantisches Ziel und seine Verwirklichung zu glauben, dann wollen wir heute den Mut besitzen, wie ein Ritter ohne Furcht und Tadel zwischen Hölle, Tod und Teufel hindurch den Weg zum Sieg und zur Freiheit zu wählen. Wir wollen als Kämpfer in dieses neue Jahr hineinmarschieren, auf daß wir es als Sieger verlassen. Die Preisüberwachung zum Teil den Landern überfragen. Berlin, 30. Dez. (TA. Amtlich.) Der Reichskommissar für Preisüberwachung hat für diejenigen Gegenstände und Leistungen zur Befriedigung des täglichen Bedarfs, deren Preisgestaltung zentral kaum beeinflußt werden kann, die ihm zustehenden Befugnisse auf Um die Kapitalflucht durch Begebung von Reichsmarkschecks ins Ausland zu verhindern, wird angeordnet, daß künftig Schecks ins Ausland oder ins Saargebiet nur noch versandt oder überbracht werden dürfen, wenn der Genehmi - gungsbefcheid der Devisenbewirtschaftung s st e4 l e dem Scheck beigefügt ist. Erfolgt die Versendung auf Grund einer allgemeinen Genehmigung, wie sie Handelsfirmen, Versicherungsunter, nehmungen usw. für ihre Zahlungsgeschäfte mit dem Ausland erteilt werden, so hat der Inhaber der Genehmigung selbst dem Scheck einen entsprechenden Vermerk unter Angabe des betreffenden Landesfinanzamts und der Nummer des Genehmigungsbescheids beizufügen. Die Vorschrift gilt auch für Schecks, die auf einen Betrag unter 2 0 0 Mark lauten. Vom 10. Januar ab dürfen Kreditinstitute, denen Reichsmarkschecks aus dem Ausland oder dem Saargebiet zum Inkasso zugehen, diese einem Ausländer oder Saarländer nicht mehr auf seinem Konto gutbringen, wenn die Genehmigung zur Versendung der Schecks nicht in der bargelegten Weise aus Dem Scheck selbst ersichtlich ist. die ober st en Landesbehörden übertragen. Die Aebertragung erfolgt einstweilen nur für alle landwirtschaftlichen Erzeugnisse, die im kleinen Marktverkehr feilgehalten werden, wie Kartoffeln, Gemüse, Obst, Eier; ausgenommen Milch, Butter und Schmalz; Geflügel aller Art; Fisch mit Ausnahme der Seefische. Leistungen des Sattler - u nd Tischlerh andw e rks; alle Markenartikel, soweit die Reichsregierung ihre Befugnisse aus der Rotverordnung den obersten Landesbehörden übertragen hat oder übertragen wird. Die Befugnisse über die Schließung von Betrieben und Geschäftsräumen hat sich der Reichskommissar auch für diese Waren selbst Vorbehalten. Aus aller Welt. Schwerer Sturm an der norwegischen Küste. Vor der Küste von Stavanger hat ein iln- wetter, wie man es in den dortigen Gegenden seit Menschengedenken nicht erlebt hat, großes Anheil angerichtet. Stellenweise wurden Windstärken von 37 bis 38 Meter in der Sekunde festgestellt. Bei Rosenberg wurde ein norwegischer 1000-Tonnen°Dampfer vom Kai losgerissen und in den Fjord hineingetrieoen, wo er strandete. Auf dem Lande sind die Telegraphen- und Telephonlinien weithin umgertffen worden. Alle Verbindungen zwischen Stavanger und den umliegenden Inseln sind unterbrochen worden. Die Lokomotiven fuhren in der Dunkelheit gegen umgerissene Telegraphenpfähle und wurden dabei mehr oder weniger schwer beschädigt, so daß die Züge auf offener Strecke halten mußten. Menschenleben sollen bisher nicht zu beklagen sein. Wolfsjagden in Jlorbfpanien. In ganz Nordspanien sind starke Schnee- fälle zu verzeichnen, die stellenweise zwei Meter Höhe erreicht haben. Der Verkehr ist fast überall lahmgelegt. In mehreren Ortschaften sind Rudel von Wölfen aufgetaucht, denen bereits viel Vieh zum Opfer gefallen ist. Die Bauern veranstalten regelrechte Wolfsjagden. Hitzewelle in Südaustralien. Am Dienstag wies die Temperatur in A d e l a i d e in Südaustralien 49 Grad Celsius im Schatten auf. Es war dies der heißeste Tag feit siebzig Jahren. Während der letzten fünf Tage hat die Temperatur täglich 39 Grad Celsius überschritten. Die Polizisten mußten halbstündlich abgelöft werden. In den Fabriken fielen die Arbeiter scharenweise um. Die Tiere im Zoologischen Garten wurden dauernd mit Wasser besprengt. In den Petroleumlagern ließ man Wasser über die Vorräte laufen, um Feuer zu verhüten. Der 59. Jahrestag der Gründung Süd- aufL-aliens wurde bei 40 Grad Hitze gefeiert. Trotzdem nahmen 50 000 Menschen an der Feier teil. Auf dem Lande wüten zahlreiche Buschfeuer, die von Tausenden von Freiwilligen bekämpft werden. Gasexplosion in der City von London. Durch große Explosionen in der Londoner City in unmittelbarer Rähe der Bank von England wurde bei den Strahenpassanten und den Bewohnern der anliegenden Häuser eine Panik hervorgerusen. Die Explosionen, die vermutlich infolge Andichtwerdens einer unterirdischen Gasleitung entstanden waren, waren von meterhohen Stichflammen begleitet. Durch den Luftdruck wurden die Kanaldeckel in die Luft geschleudert und die meisten Fensterscheiben der anliegenden Häuser zertrümmert. Die Feuerwehr arbeitete zweieinhalb Stunden ununterbrochen, um größeres Anglück zu verhüten, da sich dauernd neueEx- p l o s i o n e n ereigneten und die Straße an vielen Stellen meterweit aufgerissen wurde. Der Verkehr wurde vorübergehend stillgelegt. Zuchthaus für Amlsunterschlagungen. Das Erweiterte Schöffengericht in Köln verurteilte den 34jährigen kaufmännischen Bureaugehilfen Kerz aus Köln, der bei der Stadt beschäftigt war, zu 2 Jahren 6 Monaten Zuchthaus. Der Angeklagte hat seit 1927 fortgesetzt öffentliche und auch private Arkunden gefälscht und die Stadt Köln um einen Gesamtbetrag von 19 3 819 Mark betrogen. Die Methoden, deren er sich dabei bediente, waren verschieden. Teilweise stellte er fingierte Rechnungen auf, teilweise ließ er Rechnungsduplikate verschwinden. Im ersten Jahre brachte er rund 1000 Mk. in seine Tasche, im folgenden war es bereits das Fünffache und schließlich brachte er eS in einem Jahre auf über 100 000 Mk. Wie der geständige Angellagte erllärt, hat er daS Geld restlos für Rennwetten verbraucht. Das Gericht stellte in der Arteilsbegründung fest, daß der Angeklagte, obwohl er nicht Beamter im staatsrechtlichen Sinne gewesen sei, dennoch als Beamter im Sinne des Strafgesetzbuches gilt. Bombenexplosion in einem amerikanischen Postamt. Im Postamt von E a st o n (Pennsnlvanien) ereignete sich eine schwere Bombenexplosion, wodurch ein Postbeamter getötet, einer schwer und drei leichter verletzt wurden. Das Postamt wurde schwer beschädigt. Die Explosion ereignete sich, als sechs Pakete verladen wurden, die a n h e r- öorragenbe Faschistenführer in Amerika, darunter eines an das italienische Konsulat in Pittsburg gerichtet waren. Die Polizei hat um- fassende Maßnahmen eingeleitet, um die Absender der Pakete zu ermitteln. Fünf Pakete, die gleichfalls Bomben enthielten, wurden unschädlich gemacht. Auf das italienische Konsulat in Pittsburg ist kürzlich bereits ein Anschlag verübt worden. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Freitag, den 1. Januar. Neujahr. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Becker; 17: Pfr. Mahr. — Iohanneskirche. 9.30: Pfr. Ausfeld; 11: Kinder- kirche für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld; 17: Pfr. Bechtolsheimer. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz; 11: Kinderkirche für die Luther- gemeinde; Pfr. Lenz. — Elisabeth-Kleinkinderschule. 9.45: Pfr. l.ic. Waas; 11: Kinderkirche für die Pe- trusgemeinde; Pfr. Lic. Waas. — Klein-Linden. 13.30: Neujahrsgottesdienst. — Wieseck. 9.45: Schülerchor und Chorschule; Opfer für die kirchliche 21 r«. menpflege; 11: Kinderkirche. —-Alten-Buseck. 10: Gottesdienst. — Kirchberg. 10: Kirchberg; Kollekte; 13.30: Mainzlar; Kollekte.— Hausen-Garbenteich. 10: Garbenteich; 13: Hausen. — Watzenborn-Steinberg. 13.15: Hauptgottesdienst; Kollekte. — Gröningen. 10: Hauptgottesdienst; Kollekte. — Lich. 10: Stifts- dechant Kahn; Kollekte; 14: Stiftspfarrer Draudt; Kollekte. katholische Gemeinden. Freitag, den 1. Januar 1 932. Neujahrstag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Meße; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Andacht mit Segen. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt; 14: Dankandacht. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schollen. 10.30: Hochamt mit Predigt. Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag den 2. Januar. Vorabend 4.30 Uhr; morgens 9 Uhr; Predigt; abends 4.45 und 5.25 Uhr. Israelitische Religionsgesellschasl. Sabbatfeier den 2 Januar. Freitag abend 4.10; Samstag vormittag 8 30; nachmittags 4.45; Sabbatausgang 5.25. — Wochengottesdienst: morgens 7.10; abends 4 Uhr. Sonntanedienit d.Aente«.Apotheken am 1.1.32 S.-N.vr.Schlievbake. vr.Wolf. Pelikanavotbeke. Zahnarzt: Dr. MeV. W,D SCH MERZ BEKÄMPFUNG ZUVERLÄSSIG UND RASCH BEI KOPFSCHMERZ • MIGRÄNE- NEURALGIEN UND ZAHNSCHMERZ JAHR ZEHNTE BEWÄHRT CITROVANILLE 6 Pulver oder 12 Oblaten-Packung RM. 1.10. an Lichtspielhaus Gießen Geschäfts - Empfehlung! i beheb. aus 23inun. (ineümnöeroeb.) m. Goethebund-Gießen Wünsche zum neuen Jahr. 9116 D Klein-Linden 9101 D Siadttheatev-Abonnement der spätere Fahrten. 07651 verkaufen. 07646 Anfang 4 Uhr Anfang 4 Uhr 9118 D Holzversteigerung Les 9142D (Verschiedenes Anlung*Bciten: Neujahr und Sonntag 8.5J10 und epti.mitQüdienben. in gutem Hause, ne- 8.30 ITxr, Samstag 4 und 8J0 Uhr 919OC 37210, Abon 8 m Leonh. Pauly Hess. Geometer 2. Kl. iolo- Gelegenheitskaa! -'Jiebrere *A 40 PS x?uel=Vi- ominen, 'JJlobeUe 10,— 7,— 5,— RM. 12,- 10,— eignet f. in.tibcöaar ob. ein». Tarne fof. SU venrt.Sd)T.?Infr. u. 07648 a.d.tsth.Az. Gietzen, den 29. Dezember 1931. Die Bürgermeisterei. I. D.: Dr. Hamm. Matratzenrahmen Stahlmatratzen Leistungsfähige Werkstätte übernimmt die Anfertigung und Lieferung zu den äußerst billigen Preisen und bittet um Anfrage. Evtl, wird tüchtiger Vertreter eingestellt. Schriftliche Angebote unter 9135D an den Gießener Anzeiger. Die von Professor 2oetbeer, Tvranlfrt. Ltr.24v.scttb.bcw. Praxisräume 6 ob. 9 Zimmer, sind ab 1. Avril n. I. zu Denn. Anzuk. vorm. Frun Poly, »Vranffurt. 2tr.241. Frau M. Pauly Gastwirtschaft „Zum Rangierkopf“ 5. Schlager: ,, Atlantic City“ Ein unerhört tolles Lustspiel in 7 Akten ÄÄ?1" Auto» und Geschirrsattlerei Karl Spies / Neustadt 8 Garage für 2 Wagen, Abbe Wcitanlage genickt. 2ckriftl.Anaeb.nnt. 07647» a. d.lsth. Anz. | Stellenangebote | Crbcntlidie» Mädchen vom Lande sofort gesucht. 9158D Spediteur fünfer, Gietzen. Die von meinem Vater seit einer langen Reihe von Jahren betriebene Auto u. Geschirrsattlerei habe ich übernommen und wird von mir in unveränderter Weise weitergeführt. — Ich bitte, das meinem Vater bewiesene Vertrauen auch auf mich zu übertragen. Zugleich verbinde ich hiermit die besten ■ Astoria-Lichtspiele W Ab Morgen, 1. Januar, bis cin*chl. Sonntag i. Schlager; Der Kriminal-Reporter von Chikago Gewaltiger Detektiv-und Kriminalfilm in 8 Akten In den Hauptrollen: Lewi* Stone, Marceline Day, Malcohn Gregor Herzliche Glückwünsche zum Jahreswechsel in gutem Hause fof. ob. 1 2 32 zu nenn. | ^cknftl.Angeb unt. 07667 a d.tsth.Anz. Die zu zahlende vierte Rate beträgt für: Proszeniumsloge, Rangloge und 1. Rang (Reihe 1 bis 2) 1 Rang (Reihe 3 und 4), Sperrsitz (Reihe 1 bis 9) Logenrückplatz, 1. Rang (Reihe 5 und 6), Sperrsitz (Reihe 10 bis 13) Sperrsitz (Reihe 14 bis 18), 2. Rang (Reihe 1, Mitte) 2. Rang (Reihe 2 und 3) und 2. Rang (Seitenreihe) 2. Rang (Reihe 4 und 5) 4 _ Die Einlösung mutz vor der 13. Abonnementsvorstellu'ng erfolgt sein. GieOen - Hoherodskopf Postauto. Sonntag, 3. Januar. 7 Uhr, Ludwigsplatz. Fahrpreise wie seither. Verbilligter Vorverkauf bei den Firmen Kühne (Seltersw.) und Schwan (Mäus- burg) bis 2. Januar (18.30 Uhr). Kein Anspruch auf Rückerstattung des Fahrpreises bei Nichtbenutzung der Karten. Diese gelten nicht für Meiner werten Kundschaft die herzlichsten Glückwünsche «um Jahrewweehmel! | Kautqesuc.ie | Gute, junge, frisch melkende sofort zu tauf. ges. 2diriftl.2lnneb.unt. 9021 Dci.b.Gh. Anz. EWmHIenWS am Wartweg,Fried- tichstr., Leibg. Weg ob.angr. Strotzen o. Privatm. geg. flaffc zu taufen gesucht. 2dinftl.2lnncb.unt. 07641 a. b.i’Jn. Anz. HOTEL SCHÜTZ Neujahrstag NaMItags Tee mit Tanz Lernt Einheitskurzschrift! Wir eröffnen am Freitag, dem 8. Januar, 19 Uhr. in der PcNtalozziNchulc. Nordanlage 18, für Damen und Herren einen 9140 D Anfänger-Lehrgang in der Einheitskurzschrift unter Leitung eines staatlich geprüften Lehrers der Stenographie. — Unterricht »gelt: 7 RM.; (für Mitglieder 4 RM.) Erwerbslose erhalten besondere Vergünstigungen Außerdem beginnen zur Fortbildung: ®Freilag,den8.Jan.,Nühr:FortbUrtengikursns Donnerstag, 7. Jan., 21 Uhr: Bedeachriftkursns Mittwoch, 13. Jan., 191', Uhr: Praktlkerknrsns Donnerstag,7. Jan.,19ühr: Diktatknrs. 60-100 S. Donnerstag, 7. Jan., 20 Uhr: Diktatknrs. 120 n.h. I. ReiciiskoFZSChrill-CesellsGhall e.V„ Gießen Jeder Naturfreund muß den Film wehen! Kleine Preise: 0.60 bis 1.50 RM. Jugendliche zahlen halbe. Preise. Die Mitglieder des Goethehnndes erhalten Karten zu 0.50 und 1 RM. gegen Einlösung des Gutscheins Nr. 4 aus dem Gutscheinheft des Goethebundes. Vorverkauf: Tageskasse, Hapag- Reisebüro, Seltersweg, u. Musikalienhandl. Chauier. 9121 i 1929—19.30, sehr billig. CbcL (stießen, Tvranffurter tr. 52 EinegrößereAnzahl Riemenscheiben geteilt ob. ungeteilt, verschieb. Tunens., billig abzug. Bimö Heyllgenstaedt ft Co. A.-B., Gießen. Fabrikant sucht per 1. Januar 1932 soliden. fleißigen Herrn für den Stadtbezirk Giefeen zum Verkauf v. Bohnerwachsen, technischen Gelen und Fetten an Private Bewerber müssen größeren Bekanntenkreis ^besitzen, bchriftl. Angebote unt. 9133D an den Gieß. Anz. Mar Sonntag, den I. Januar, 11.16 Uhr vore. 8. Kulturfilm-Veranstaltung ElaKultnr-Großtllni: Spanien Das Land der Sonne — der paradiesischen TUor — dor tausendjährigen Städte — das Land dor Tororos n. dor feurig. Tomporaeonto Der Golf von Biskaya — Weltbad San Sebastian — Volksspiele der Basken — Uralte Märchen — Dörfer in den Pyrenäen — Der Zauber der alt- kastilianiscben Städte — Der Alcazar, der sagenhafte Königspalast — Madrid Malaga — Die Pracht der Sierra Nevada — Granada — Die Königsburg der Nasscriden Barcelona — Die Welt-Ausstellung mit dem Nationalpalast — Biesea-Fontlnen — Und als Hßheponkt ein sensationeller Stierkampf Bei seiner Uraufführung fand der Film begeisterte Aufnahme und wurde von der Presse einmütig als einer der schönsten Kulturfilme begrüßt Achtung! Krankentransporte nach jeder Entfernung, mit erstklassigem geheizten Privat-Krankenwagen führt aus, bei äußerst billiger Berechnung Anto-Vermietung 07670 Heinrich Weller, Gießen.Tel..3989 Konkursverfahren über das Vermögen des Landwirts Rudolf hcistermann in Gietzen, Marburger Str. 66. Beschluß 2n dem Termin zur Gläubigeroersamm- lung vom 7. Januar 1932, vormittags 9 lltjr, sollen auch die nachträglich angemcl- deten Forderungen geprüft werben. Gietzen, den 29. Dezember 1931. (9141D Hefsisches Amtsgericht. Die Einlösung des vierten Abschnitt» der Abonnements für Dienstag, Mittwoch und Freitag hat an der Theaterkasse, So- hannesstratze 3, zu erfolgen, und zwar: 9143C Rlontag, den 4. Januar 1932, für die Dienstag-Abonnenten, Dienstag, den 5. Januar 1932, für die Mittwoch-Abonnenten, Mittwoch, den 6. Januar 1932, für die Freitag-Abonnenten in der Zeit von 10 bis 13 Uhr und von 16 bis 18 Uhr. Rach Einzahlung auf Postscheckkonto Frankfurt a. M. flaffe des Stodttheaters Gietzen, erfolgt Uebersendung nementskarten. Küche, evtl, Kiich.- Ben., Bad Beding., ■Sentralb. angcn., a. Tel. Ben.v.ig.Ebe- vaar fof. als Tauer» miet. gci. 2direibt. mutz Dorb.fein.2lu9» führt, schr. Ang. nur nut zeitgem autzerit. Mictvr. unt. 07652 an den Gietz. Anz. Möbliertes Zimmer Räbe Kinderklinik z. 1. 1. von verrn zu miet, gesucht. 2dir. PrctSang. u. 07644 an den otura Ohnnbcimb.itraafr fnrt a. M. umd Erwin Höchster, Manu aldiirw. Roth a.d.Lahn motzes Zimmer rnöbl. zu verrn. I(W8 Cftanlane 47 I. Möbl.Zimmer zu vermieten. Lndwigstr. 33 N p. Walltorftr.73 H.ut. aewerbl. Äüume Lager, Werkstatt ob. bergt, mit Anfahrt- ratnpe, Keller usw. zu verrn. Nab. zw. 13 unb 15 Uhr im Borderb.,3. 2t. »7,. B. Kali, Lndwlgstr.48 Zfcntables fxS-Zhnuier-ta m.Rad.nalieBabn- bof u. Kliniken, bill. zu verkauf. Anzahl. Mk.i0000.—.2dir. Angeb. unt. 07663 an ben (stieb. Anz. | Mietgesuche 5-6-Zimmer- WoHnunq zürn 1. Avril 1932 zu^mieten gesucht. Schr.Pretsangeb. unt. 9149D an ben tstlctzen. Anz. erbet. Sielt, lindert. Ebev. sucht z. 1.4. od.svcit. 3 4-Zimm.Wohn. 2ckristl.Angeb.unt. 07656 a. d.Äh. Anz. 4-Jimmer- Wohnung 411m 1.4. gesucht. 2ckriftl.Angeb.unt. 07636 a. b. Statt besonderer Anzeige Katharina Görres Herbert Snell Verlobte Aachen Hindenburgstraße 54 Neujahr 1932 ....... Ihre Vermählung geben bekannt HandelstammersyndikusOr.HansGöbel und Frau Hettha, geb. Keck Friedberg treffen), Zanuar 1932 Ludwigstraße S »1170 tiSU-betten (ötebl «.Hohl I’ liier. Sd.U filmest ah Imair. Lioderb.ChaiirLa.Pri- rate. RateniL Latal.fr Liacaeobeirahrih Sehl 2 i'mvatb.Mädcken aus achtbar.,>am ilie mit flott, .rinur, ist tstelegenbett gebot., selbst. Handwerksmeister, 26 a., evgl. (mit 25 Mille Ber- mögen) zwecks Heirat f enneruu lern. Diskr. zugef.Eckr.Ang. rn. Bllb unt. 07654 an den Gieh. Anz. erd. Herzlichen Dank für aste Glückwünsche und Spender, anläßlich unserer goldenen Hochzeit Friedrich Volk IIL und Frau Hörnsheim, ken 31. Dezember 1931 Union 2. Ju. 1932 Kneipe i.i.tddMn 9152D Stadttheater Gießen. .r*D Zamolafl, b.-’-Aan. 15 bis 17 Uhr Geickl. Beranftalt. d. ErtverbKlolen Store ieWaiierglai Komödie in 3 Akten von Bruno Franck. Nr. 305 Zweites Blatt Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Donnerstag, 31. Dezember 1931 Form hoffen. die besten Neujahrswünsche! Tanz-Lehr-Znst. Bäulke, Gießen 886 ID 9109 D Restaurant „Postkeller beste Neujahrswünsche! Äeinrich Dahmer und Frau 9050 D 07661 Unserer verehrten Kundschaft die besten Glückwünsche z. neuen Jahr Burg Gleiberg Restauration Niebergall Meiner werten Kundschaft sowie Freunden und Bekannten ein frohes neues Jahr! Gg. Börding, Schuhmacher, u. Frau Gießen, Teufelslustgärtchen 3 Leuchelheim, Friedrichstraße 16 9059 D Vrühl'sche Universitäts-Buch-u. Steindruckerei, N. Lange, Gießen -----................... 0610 D Meiner Kundschaft, allen Freunden und Bekannten Rußland: wird für uns das große Absatzgebiet. Silberpreis: wird im Frühjahr 1932 seinen Höchstkurs erreichen, im Sommer abbröckeln und Meiner Kundschaft, Freunden u. Bekannten Unseren werten Kunden, Freunden und Bekannten Unseren werten Schülern, Freunden und Bekannten Heinrich Balser und Frau Elektroinstallateur Zum Jahreswechsel wünsche ich meiner verehrl. Kundschaft, allen Freunden und Bekannten ein gesegnetes glückliches neues Fahr I Die besten Wünsche fürs neue Jahr! Schuhmach^meister B.Amendu. Frau, Hundsgasse 4 9069 D die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahr! die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahr! Unseren werten Gästen, Vereinen und Freunden die herzlichsten Glückwünsche zum Jahreswechsel. Unserer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten herzliche Glückwünsche zum Jahreswechsel! L. Best und Frau, Bleichstr. 11 ........................... 9113D Richard Bornemann Motorrad- und Fahrradhandlung und Frau S. Bornemann Damenschneidermeisterin 9052 o Meiner werten Kundschaft, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Ludwig Becker und Familie Maler- und Anstreichermeister Frankfurter Straße 33 ....................... 9076 D MkämpsensürDeuffchland. Gedanken an der Jahreswende. Von Dr. W. A. Krannhais. Immer strebe zum Ganzen, Und kannst du selber k.in Ganzes Werden, als dienendes Glied Schließ' an ein Ganzes dich an. (Schiller.) Welch Stückwerk aller menschlichen Ordnung weiser Bedacht ist, neu lehrt es uns jede Jahreswende. Fubel ist und Rausch, wenn die zwölf Schläge von den Türmen niederhallen, und fast ist es wie ein Taumel, und doch wie ein Suchen. Ungewißheit und Hoffnung, Fragen und kaum eingestandene Antworten, Vergessenwo'.le:i, De- grabenwollen, das Alte hinter sich lassen und zum Reuen streben, all das ist an diesem künst- lichen Einschnitt, den wir, schon fast gelöst vom natürlichen Gang der Dinge, in unser Leben machen. Solange wir Menschen versuchten, Ordnung in die scheinbare Sinnlosigkeit all unseres Tuns zu bringen, legten wir diesen Haltepunkt einmal hierhin und einmal dorthin, und mxt) bis heute nicht sind wir übereingekommen, wann nun eigentlich ein „Reues Fahr" anfängt. Zeigt uns nicht das schon, welch Stückwerk solch „Fahr" ist, daß es eigentlich ein Richts ist, sondern daß es nur um unsertwillen von uns selbst gemacht wurde, und daß es darum eigentlich recht töricht ist, wenn wir sprechen: Was wird das neue Fahr uns bringen? Als ob „das Fahr" ein Ding wäre außer uns, ja so etwas Aehnliches wie ein „Schicksal", von dein wir hoffend Gutes erflehen, zagend Döses befürchten. Das ist so echt menschlich und zeigt so recht, wie wir doch in unserem Innern so sehr klein sind, daß wir immer und immer wieder uns Gebilde, Worte, Begriffe, schaffen, denen wir die Verantwortung für unser Tun und Lassen und für das, was aus ihm wird, auf die Schultern wälzen! Das ist ein Fatalismus, der nicht germanischen Gepräges ist. Strebende Tat, h i m m e l st r e - bende Tat, das ist germanischer Geist! Richt banges Fragen vor der Sphinx: Schicksal! Was ist denn Schicksal? Fst denn Schicksal wirklich irgend eine außerhalb stehende übernatürliche Macht, der wir nicht entrinnen können? Fst Schicksal nicht etwas Anderes? 27t Schicksal nicht ein Handeln, ein Tun, ein Wegefinden, ein Abrechnen, ein Auswägen zwischen dem. was mein Sein ist, meine Wesenheit, und der Wesenheit, dem Sein des großen Ganzen, dem All, Gott?! Fa, diesem Schicksal kann ich im Dösen und im Guten nicht entrinnen: denn es ist eben das Ergebnis dessen, was ich bin, was ich sein will, mehr noch, was ich sein soll, kurz: meines „Lebens", und der Erkenntnis, der gläubigen Erkenntnis wie ich dieses Leben, das ich als ein Ganzes leben soll, dem großen Ganzen zu verknüpfen habe. Solch Schicksal kann tragisch sein, wird tragisch sein, wenn mein. Ganzes in der Reinheit seines Wollens zerbrechen muh um des Einklangs mit dem All willen. Solches Schicksal kann freudig sein, wenn Einzelleben undAlleben eines sind. Aber wo ist das der Fall? Sind das nicht die großen Leuchtpunkte der Menschheit, wo der Mensch, fast schon Gott, sagen kann: Es war doch schön! Fst es aber nicht gerade die Schwäche unserer Zeit, daß wir um alle Tragik herum- gehen, daß wir vergessen, vergessen wollen, daß es eigentlich der tragische, der faustische Mensch ist, der allein den Ramen „Mensch" verdient?! Aber ist es nicht vielleicht gerade diese uneingestandene Erkenntnis, die uns alljährlich, und sei es im Taumel, an der Wende des Fahres still stehen heißt, die uns einen Augenblick lang, wie hilfesuchend, die Hände ineinanderlegen läßt, die uns auf Sekunden dem pochenden «Schlage unseres Gewissens lauschen läßt, das die ewige Frage in uns hämmert: Hast du alles getan, daß du ein Ganzes seiest, und hast du alles getan, daß du dich dienend dem großen Ganzen einfügest? Hier als Mensch in deiner Familie, in deinem De- ruf, in deinem Amt? Dort als Glied deines Volkes, als Teil deines Vaterlandes, als Träger seines Lebens, seiner Ehre, seiner Freiheit, seiner Würde? Lind dort wieder als ein Wesen, das ein Bild Gc-ttes 'sein soll, eine Erlösung der Welt zu Gott, ein Kind des Allgeistes? Fst solch mahnende Frage in dir lebendig, dann wird j e d e r T a g dir Fahreswende fein! Einmal aber nur stehen wir und reichen uns helfend die Hände. Schauen vorwärts und schauen rückwärts, schauen die Fahre des Kampfes und Der Schwäche, der Rot und des Riederbruches und heben unsere Augen auf zu den Bergen, von wannen uns H.l.e kommt. Denn Geweh h it und Sitte, sie sind in dem kleinen engen Kreis unseres Lebens mächtige Helfer dem Einzelnen, vernicht allein zu stehen vermag. Daß der Kreislauf sich rundet und vollendet, fern dem Geschehen, in unabänderlichem Gleichmaß, wie der Sonne Lauf, wie dec Gang der Edgar Borrmann Eisenwaren-, Werkzeug-, Laus- und Küchengerätehandlung ...................... 9131 D Frankreich: Um die Mitte des Fahres 1232 entstehen neue Differenzen zwischen Deutschland und Frankreich. Frühling: kommt diesmal sehr spät. Fndustrie: Die deutsche Fndustrie erlebt einen unerwarteten Aufschwung. Mark: Die deutsche Mark bleibt stabil. Makart Zeitalter: ^hn gehen wir cn gegen Versimpelt und gemütlich wer en wir w.rden. immer auf der Flucht vor dem Trommelfeuer der Ungemütlichkeiten dieser Zeit. Rechtsruck: kommt! Jedoch wird der Rational- Sozialismus sich in weit gemäßigterer ~ m durchsetzen, als manche fürchten oder ... und wer hat recht? Das Jahr 1932 im Orakel der Geheimwiffenschasten. — Hellseher, Astrologe und Kartenlegerin sind sich nicht einig! Sterne am ewigen Himmel, — es liegt doch wieder Großes in diesem kleinen Kalendergedanken. Großes, das zum Stillesein mahnt und zur Demut. Was sind wir in den Fahrmillionen unserer Erde? Groh steht die Zeit und klein sind nur wir Menschen. Werm sie den Zeiger rückt um Haaresbreite, sinken Reiche dahin. Throne stürzen, Kulturen vergehen: wenn sie den Zeiger rückt, schweigen jauchzende Lieder, gerinnen Tränen, und Gedanken vergehen: Wort wird «Schwert, Liebe wird Haß, Freund wird Feind. Eines Haarstriches Breite rückt der Zeiger der Weltenuhr, und immer ist das Eine in allem gleich, gleich klein und gleich groß: Mensch sein! Vor dem Vorhang aber stehen Tausende, bange Fragen in den Augen. Klingen ist von Ferne, Glocken der Heimat. Fern unserer Seele! Aber es ist da und läutet stäicker, so daß wir hoffen! Die Harrenden aber hören es und den Tätigen ist es Verheißung: ihr Blick geht hinauf aus der Tiefe des Tales zur Höhe und bringt ihnen den stolzen Mut! Daß die Glocken der Heimat, daß die Glocken unseres Vaterlandes wieder klingen, ist unser Werk! Schaffet, daß sie dröhnen tm neuen Fahr, daß sie Einheit rufen und Freiheit, Deutschfein von Turm zu Turm! Ihr könnt es, ihr alle, wir alle, du und du! Du Mann, du Frau, du Füngling, du Mädchen! Schaffet, daß frei die Glocken des deutschen Friedens läuten! Roch ist nicht Friede! Sturm sollensie läuten! Sturm, der die Herzen zusammendrängt, Sturm, der dahinfährt und alles bricht, was undeutsch ist und morsch! Sturm sollen sie klingen! Sturm, der Lug und Trug zerweht, auf daß die Wahrheit leuchte! Sturm sollen sie singen! Sturm, der um unser Haus weht, daß es fest stehe, eines jeden Deutschen Herz ein Stein in seiner Mauer! Daß es fest werde wie Stahl, heute und immer, wie deutscher Stahl! 1914 schlug die Glocke der Zeit, 1918 tönte sie dumpf, wann wird sie hell klingen zum neuen, zum deutschen Fahr? Solche Frage ist die Frage nach deinem deutschen Sein. Wie der Wanderer, der gefahrvolle Schluchten, stürmende Meere, dunkle Wälder und öde Wüsteneien überwunden hat. nicht innehält, nun da er seine Kraft erprobt hat, da er wie eine Verheißung den Beginn eines Erfolges seiner Bemühungen sieht, nicht zagen Fußes stehen bleibt, sondern vorwärts strebt, dem leuchtenden Gipfel zu, so wollen auch wir nicht innehalten, zu kämpfen für Deutschland! Wollen nicht und werden nicht! (Rachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Wir möchten alle so gerne wissen, was uns das Fahr 1932 bescheren wird. Run gibt es ja Menschen, die behaupten, hinter die Kulissen der Zeit schielen zu können: Hellseher, Astrologen, Kartenlegeri Rur, — daß die sich manchmal leider auch irren! Linser Berliner P. ^.-Mitarbeiter jedoch wollte es ganz genau wissen und hat sich deshalb entschlossen, bekannte Vertreter aller drei Fakultäten der „Zukunftsgucker" aufzusuchen. Lind dabei ist das Peinliche passiert, daß jeder von ihnen — etwas anderes sagte! Aber wir geben Fhnen den Rat: schneiden Sie sich diese «Seite aus, heben Sie sie auf! Lind Silvester 1332 vergleichen Sie einmal! Dann werden wir ja sehen, wer recht gehabt hat: der Astrologe, der Hellseher oder die Kartenlegerin? 1932 hellgesehen! Öin Gespräch mit Erik Jan Hanussen. Berlin-Kurfürstendamm! Das schönste Schild hier in der ganzen Gegend ist das weiße, auf dem in großen Buchstaben die Worte stehen: Sekretariat Erik Fan Hanussen Ein Fahrstuhl bringt mich zu dem berühmten Hellseher. Fn der Anmeldung sitzt eine bPdhübjche Sekretärin zwischen lauter langweiligen Aktenbündeln: sie bringt mich zum Sekretär. Rach langer Rücksprache komme.ich ins „Geschäftszimmer": hier sitzt Erik Fan H ^aussen! Er sitzt an einem großen Schreibtisch, und unter seinen buschigen Augenbrauen sehe ich seinen festen Blick auf mich gerichtet. Plötzlich durchzuckt mich die Frage: «Sieht er am Ende jetzt schon hell, und weiß er vielleicht bereits schon meine tiefsten Gedanken... ?“ Der Sessel, auf dem ich sitze, ist zwar fabelhaft bequem, aber... Da kommt schon m t scharfer Stimme fein: F.age: »Was wollen Sie eigentlich wissen?" Run bin ich beruhigt, älnfere älnlerhaltung war lang und interessant. Hier das Ergebnis, nach Schlagworten alphabetisch geordnet: Berlin: wird mächtig altdeutsch. Sehr zum Wohle unserer Rachkommen. Bolschewismus: macht im Fahre 1932 einen letzten Versuch zur Machtergreifung, der jedoch mißglückt. Damit bricht der Kommunismus in Deutschland völlig zusammen. Courths-Mahler-Renaissance: steht uns bevor! Richts wie Schäfereien und Lieblichkeiten in der Literatur. Völlige Abkehr von den Kriegsbüchern. Ganghofer und Rosegger werden wieder gefressen werden. Familienleben: wird wieder modern. im Herbst wieder steigen. Ein weiteres Absinken ist nicht zu befürchten. Sommer: wird diesmal h ei ß und dürr. Theater: Rückkehr zu mit hochdramatischen Konflikten überhäuften Stoffen. Tonfilm: wird noch nicht durch den Raumtonfilm verdrängt. Das passiert erst im Fahre 1933. Auch der Farbtonfilm kommt im neuen Fahre noch nicht. Weihnachten 1932: werden wir sagen: Fn all den Fahren haben wir nicht so viel Sensationen erlebt, wie in diesem einen Fahr. Winter: des Fahres 1932 ist mild. 1932 kartomantisch! Ein Besuch bei Frau Theres Wendler. „Die weiß alles: da müssen Sie hingehen!", hatte mir meine Portierfrau gesagt. „Fa. die weiß alles!", sagte auch meine Bäckerfrau. A.so ging ich hin. — Mietshaus. «Seitenaufgang. Drei Treppen. Dann endlich die Tür mit dem gesuchten Schild: Kartomontie Karten und Blei deutet Frau Theres Wendler gewerblich, behördlich genehmigt. Fch klingelte. Schritte näherten sich schlurfend: Frau Theres Wendler persönlich stand vor mir, sagte: „Grüß' Gott, Herrchen!" und bat mich herein. Sie ist eine rundliche, gemütliche und freundliche Frau. Fetzt führt sie mich an ihre Arbeitsstätte. Das war also das geheimnisvolle Kabinett. Reben dem Ofen flatterte ein Kanarienvogel. Unö auf dem Tisch lagen — die Wunderkarten. Die 32 Karten, aus denen Frau Theres Wendler mir alles erzählt hat, was uns im Fahre 1932 passieren kann. Sie griff nach ihnen, legte sie zusammen, mischte sie, hob ab, ließ mich mischen, lieh mich dreimal mit der linken Hand abheben, legte auf. Dann mischte sie nochmal und sprach: Das Fahrzehnt der Alten! „Herrchen", — sie nannte mich immer so — »sehen Sie mal, Herrchen, heben Sie hier dreimal ab. So, danke! Fch sehe einen großen Mann. Er reckt weit seinen Arm. Er schreitet vorwärts auf ein Haus, ein mächtiges Haus. Das ist der Staat. Sehr einflußreiche Freunde stehen ihm bei. — Heben Sie mal mit der linken Hand ab! — Rein, hier sehe ich nur den Gerichtsvollzieher... Heben Sie nochmal ab! Run aber — Wirren im Ausland. Australien stürzt sich in Konflikte. Brände, Katastrophen. Fch sehe, daß eine europäische Macht eingreist. — Das Alter kommt wieder. Wohl nicht nur in der Mode. Das muh eine gründliche Wandlung sein, das sehe ich hier. Die Menschen werden wieder in die Kirchen gehen, und die Ehemänner ihren Frauen treu bleiben. Die Kinder werden Vater und Mutter ehren und — dann auch — die Altersrenten werden heraufgesetzt. Die Zeit des Kindes wurde abgelöst durch die Zeit der Fugend. Fetzt aber bricht das Fahrzehnt der alten Leute an. Mischen Sie! — Die Menschen, denen es gut gegangen ist in den letzten Fahren, werden sich hüten müssen, ihnen droht Gefahr. Die aber, bei denen es mal so, mal so war, die immer kämpfen muhten und trotzdem nicht zugrunde gegangen sind, — das Fahr 1932 wird ihnen endlich das verdiente Glück bringen. Bei den Pferderennen steht eine Lleberroschung bevor, wie wir sie bisher kaum noch erlebt haben! — Run wollen Sie bitte drei Häufchen legen! Max Schmeling bleibt Weltmeister. Ein deutscher Boxer jedoch, kleiner als er, etwas schwerer, Süddeutscher, wird ihm ernstlich zu schaffen machen. — Glückszahlen für das Jahr 1932 sind: 2, 9, 28, 99, 103, 247!“ 1932 astrologisch! Em Gespräch mit Arthur Schuhmacher. Arthur Schuhmacher zählt heute zu den bekanntesten Astrologen Deutschlands: Sein Rame ist durch einige verblüffende Treffer so bekannt geworden, daß ihn die Humboldt-Hochschule zu ihrem Dozenten machte. Er fällt auf durch seine angenehme, ungezwungene Art: ihm fehlt jede Wichtigmacherei, der man in diesen Kreisen nur zu oft begegnet. Aus seinem Schreibtisch nimmt er einige Zeichnungen: Kreise, Zahlen, Sternbilder find darauf, die Berechnungen für das kommende Fahr. „Rach dem heutigen Stande der astrologischen Wissenschaft sind wir noch nicht in der Lage, präzisierte Ereignisse vorauszusehen, — es sei denn, man nähme seine Zuflucht zu Allgemeinplätzen. Was wir Astrologen aber heute schon mit ziemlicher Sicherheit vorauszusagen vermögen, — das sind öie Grundtendenzen der kommenden Entwicklung. Diese sehen für 1932 wesentlichgünstiger aus, als in den Vorjahren! Fn der weltwirtschaftlichen Lage wird eine grundlegendeDesse- r u n g eintreten. Während der Fanuar und Februar noch ernste Auseinandersetzungen bringt, wird der Umschwung voraussichtlich Ende F e b ru a r eintreten und Mitte Fuli als Impuls besonders stark in Erscheinung treten. Die allgemeinen Auswirkungen d efer Besserung werden sich für uns allerdings nicht gleich bemerkbar machen. Eine Erleichterung dör te erst im Juni spürbar werden. Die extremen Richtungen werden bis dahin noch weiter anwachsen. Auch weist der Monat Februar noch einige bedenkliche Zeichen auf: Auffallend ist, daß in diesem Monat auch das Horoskop Brünings sehr ungünstig aussieht. Fhm wird die Zeit vom Mai bis zum 20. Funi mutmaßlich Unannehmlichkeiten bringen, die vor allem durch eine Mißstimmung in den Volksmassen verursacht sein dürften. HitlersHoroskop sür das Fahr 1932 steht im Widerspruch zu den allgemeinen Erwartungen. Der Oeffentlichkeit erscheinen seine Chancen im kommenden Fahre so groß wie nie zuvor. Sein Horoskop aber läßt feine Stellung ernstlich gefährdet erscheinen. Vor allem im Februar und im Oktober wird er Differenzen mit seinen Anhängern auszufechten haben, die seine schwerste Machtprobe darstellen dürsten. Da in der Fahresfigur für Deutfchland der Saturn — das Gestirn der Gefährdung — auf den Platz des Mondes fällt, der das Symbol des Volkes ist, muh mit Krankheiten epidemischen Charakters gerechnet werden Stark tritt im Fahreshoroskop die Verbindung mit dem Ausland hervor. Expeditionen dürften jedoch nur schwerlich den gewünschten Er'o'g zotigen, da für sie im Fahre 1932 in besonders starkem Maße die Gefahr eines vorzeitigen Abbruchs besteht. — Der Film hat gute Chanren für seine Entwicklung. Das Theaterchaos jedoch wird weiter fortschreiten. Ganz komische Autoren werd:n zu Worte kommen, die aber nicht den Beifall des Publikums finden Wie gesagt, — die durch die allgemeine Besserung der Weltwirtschaft hervorgerusene C r - leichter ung wird in Deutschland erft später merklich fühlbar werden. Fm Oktober und Rovember wird sie jedoch schon so weit fortgeschritten fein, daß wir in den Winter 1932'33 nicht mit jenen Sorgen schreiten werden, die uns in den letzten Fahren nicht verlassen haben. Wettervoraussage. Mit dem Kaltluftzustrom ist der hohe Druck im Westen nach Deutschland vorgedrungen und hat eine Zunahme des Frostes bewirkt. Gegenwärtig hat sich über Holland eine flache Störung entwickelt, durch deren Beeinflussung etwas Bewölkung und vereinzelt auch noch geringe Schneefälle zu erwarten sind. Im ganzen kommt aber der hohe Druck zur Geltung, der das Frostwetter bestehen läßt. Lieber Frland rückt jedoch ein neues Tief heran, dessen Ausläufer vielleicht bis zu Beginn der nächsten Woche sich bemerkbar machen und wahrscheinlich Milderung verursachen dürften. Aussichten für Freitag: Leicht wolkig, mehr aufklarend, jedoch noch vereinzelt leichte «Schneeschauer, Frost. Aussichten für Samstag: Vorwiegend trocken, zeitweise etwas wolkig, sonst vielfach aufklarend, Wetter mit Frost. Lufttemperaturen am 30. Dezember: mittags — 0,2 Grad Celsius, abends —7,1 Grad; am 31. Dezember: morgens —5,6 Grad. Maximum —0,1 Grad, Mini mum —8,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 30. Dezember: abends —0,2 Grad: am 31. Dezember: morgens — 0,2 Grad Celsius. — Son. nenfcheindauer % Stunde. Allen Lesern, Mitarbeitern und Freunden des Gießener Anzeigers wünschen wir ein gesegnetes neues Jahr! Schriftleitung und Verlag des Gießener Anzeigers 9009 0 Herzliche Glückwünsche zum Jahreswechsel allen Kunden, Freunden und Bekannten Wilhelm Fleckenstein und Frau 9035 D Konsum-Verein Gießen und Llmgegend e. G. m. b. 55. Unfern verehrlichen Mitgliedern beste Glückwünsche zum neuen Jahre! Der Vorstand 9066 D Gießen 9130 D 91'90 Meiner Kundschaft, allen Freunden und Bekannten die besten Neujahrswünsche! Familie Kunz, Metzgerei, Bleichstraße 29 • 9147D Meyer im Schuh ruft seiner Kundschaft Prosit Neujahr JUi Herzlichen Glückwunsch zum neuen Jahr! Unferer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten herzliche Glückwünsche zum Jahreswechsel! Otto Nahnefeld und Frau, Caf6 Leib Allen Geschäftsfreunden ein glückliches Neujahr! Ruhl, Gießen, Plocksrraßc 12 Pboto / Nadio Unserer werten Kundschaft, allen Freunden und Bekannten herzliche Glückwünsche zum Jahreswechsel Karl Lapp und Familie Dachdeckergeschäft u. Bau klempneret, Diezstr. 7 9051 D 9106 a Meiner werten Kundschaft sowie allen Freunden u. Gönnern ein glückliches neues Jahr! H. Pfeiffer, Gießen, Wolkengasse 16 Schubmachermeister und Schuhhandlung 9065D Bäckerei Lange, Neustadt 37 .... 9067D Allen Gästen, Kunden, Freunden und Bekannten zum Jahreswechsel die herzlichsten Glückwünsche Frau L. Voller Gastwirtschaft und Metzgerei 905 6 0 Ein gesegnetes neues Jahr wünschen ihren Gasten, Freunden und Bekannten Gastwirt Dechert und Frau „Kühler Grund", Neuen Däue 5 und Tafe-Nestaurant Liebigshöhe 9123 D Unseren werten Gästen, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Familie Heinrich Dippel Gastwirtschaft 9071 D Unserer werten Kmrdschaft, allen Freunden und Bekannten herzlichen Glückwunsch zum neuen Jahr! Bäckermstr.Wilh.Dippelu.Frau Crednerftraße 34 9105 o Unseren werten Gästen, Freunden und Gönnern ein frohes neues Jahr! Restaurant Cafe Ebel Frau Gertrude Erb und Sohn 9039 0 Prosit Neujahr! Zum Jahreswechsel die besten Wünsche A. F. Elbert u. Angehörige Spezialgeschäft für Qualitäts-Obft und Frisch-Gemüse, Neuenweg 18 9064 o Gasthaus zum Deutschen Hof Allen Freunden und Gästen herzlichen Glückwunsch zum neuen Jahr! Karl Faber 9063 D Unserer werten Kundschaft sowie unseren Gästen, Freunden u. Bekannten ein glückliches neues Jahr! Heinrich Faulstich und Frau Wirtschaft und Metzgerei ............ 9055 0 Allen Geschäftsfreunden u. Bekannten die besten Wünsche zum Jahreswechsel! Familie W. Feuerbach Gießen, Marburger Straße 30 9026 0 Ein glückliches neues Jahr! Gg. Götz und Frau Tapezier-, Polster- u. Dekorationsgeschäft, Bleichstraße 10 Privatwohnung: Südanlage 12 9139p Meiner werten Kundschaft sowie Freunden und Bekannten ein herzliches Prosit Neujahr! Hans Götz 55erren- und Damenfrinersalon Asterweg 1 Frankfuner Straß« Telephon 3762 —.......................... Herzlichen Glückwunsch zum Jahreswechsel! Metzgerei Jakob, Friedrichstraße 91270 Unseren werten Kunden, Gästen, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Willy Hoelters u. Frau Bäckerei, Konditorei und Cafs 9074 D Die besten Glückwünsche zum Jahreswechsel entbietet ihrer Kundschaft Metzgerei Jakob, Neuenweg 18 9079 0 Herzliche Glückwünsche zum Jahreswechsel allen unseren werten Gästen, Kunden, Freunden und Bekannten Carl Leckmann und Frau Metzgerei und Gastwirtschaft Kaiserallee 32 91120 Meiner werten Kundschaft sowie Freunden und Bekannten herzliche Glückwünsche zum neuen Jahr! 90400 Karl Herling, Marktstraße 12 Spenglerei und Installation Die besten Glückwünsche zum Jahreswechsel entbietet seiner Kundschaft, Freunden und Bekannten Otto Leyder, Schleiferei Am Lindenplatz 9029 0 Unseren werten Gästen und Gönnern herzlichen Glückwunsch zum neuen Jahr! Ernst Hebstreit und Frau Restauration und Cafs Gießen, Frankfurter Straße 66 9107 0 Familie Karl Haas BLckerei,Konditorei,Cafö,Bleichftr.21 91390 Unserer werten Kundschaft, Freunden mW Bekannten ein glückliches neues Jahr! Cafe und Konditorei Haas Neuenweg 2 •HOD Meiner werten Kundschaft u. Gästen sowie allen Freunden und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Unseren werten Gästen, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Alois Janson und Frau „Hessischer Hof" 9128 0 Allen Gönnern zum neuen Jahre viel Gluck, Gesundheit und langes Leben! Wilh. Kem, Chabeso-Fabrik Plockstraße 7 ................. 91320 Unseren werten Kunden, Gästen, Freunden und Bekannten herzlichen Glückwunsch zum neuen Jahr! Familie Kimpel Metzgerei u. Restaur., Licher Str. 57 ........... 9129 0 Ein glückliche; neues Jahr wunschl <1--------- (ür treue Kundschaft dankt, -------- um baldiges Wiedersehn bittet y K---------- . , ♦ 9149 A Unseren werten Gästen, Freunden und Bekannten ein frohes neues Jahr! W. Schmid imd Frau „3um Braustübel", Wolkengasse 9075 0 Ab so|| es |jßS $ein* Dos Ist unser aller Sylvesterwunsch noch diesem Jahr der Trübsal u Not Was wir daran tun können, die allgemeine Loge tu erleichtern,dassoll geschehen Getreu unseren Grundsätzen wollen wir auch im neuen Jahr bestrebt sein, durch die billigsten und besten Angebote unseren treuen und neuen Kunden zu dienen, um die Anschaffung der notwendigen Kleidung jedem zu ermöglichen. Jo diesem ein frohes neues 9115 Unserer werten Kundschaft, allen Freunden und Bekannten die besten Neujahrswünsche! Bäckerei Schomber und Sohn, Walltorstraße ................ 90340 Unserer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Karl Keiner Adolf Stumpf Maßschuh, und Reparatur-Werkstätte, Walltorstr. 41 90790 Herzlichen Glückwunsch zum neuen Jahre! Hermann Vogel und Frau Schuhmachermeister Mittelweg 7 Telephon 4244 §194 0 Unferer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten die besten Glückwünsche zum neuen Jahr! Fritz Wintterlin lmd Famllie Bäckerei und Konditorei, Bruchstraße 32 9146 0 Prosit Neujahr! 9033 D ein glückliches neues Jahr! Neils & Kraft 9036 D Wilhelm Nebhuth und Familie Seilerei, NodHeimer Straße 56/58 9026 D Meinen werten Kunden und Gästen die besten Glückwiinsche zum Jahreswechsel! Robert Nohl und Frau Gastwirtschaft u. Metzgerei, Ederstr. 6 9070 d Unserer werten Kundschaft sowie allen Freunden und Bekannten herzlichen Glückwunsch zum neuen Jahr! Meiner werten Kundschaft, Verwandten, Freunden und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahr! Unserer werten Kundschaft von Gießen und Umgegend sowie allen Bekannten ein kräftiges Unserer werten Kundschaft, allen Freunden und Bekannten herzliche Glückwünsche zum Jahreswechsel! Heinrich Meier und Frau Dachdeckergeschäft Walltorstraße 46 Fernsprecher 2622 9032 D Unserer werten Kundschaft, allen Freunden und Bekannten wünschen wir Unserer werten Kundschaft, Freunden rmd Bekannten herzliche Glückwünsche zum Jahreswechsel! Karl Krug, Mehgermstr., u. Fam. Marktplatz 23, Telephon 3472 ................... 9038 D Wilhelm Michel und Frau Walltorstraße 71 Ein glückliches neues Jahr wünscht Optiker C. Leisler vorm. Emil Schmidt, Neuenweg 16 9061 D Unseren werten Kunden, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Herzliche Glückwünsche zum neuen Jahr! L. Kronenberg, Bäckermstr., u. Frau Gießen, Löwengasse 23 ....................... 9062 D Lichtspielhaus Astoria-Lichtjpiele 9058 D Meiner werten Kundschaft, Nachbar- schäft, Freunden und Bekannten herzlichen Glückwunsch zum Jahreswechsel! Gustav Laichinger und Familie Restaurant „Zum Graf Zeppelin" Wilhelmstraße 49 .. 9136 D Familie Gustav Müller Bäckerei, Konditorei und Cafe Kaiserallee 22 9111 D Unserer werten Kundschaft sowie Freunden und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Karl Paul und Frau Bäckereiu. Konditorei, Bahnhofftr. 64 ............... 9057 D Meiner werten Kundschaft, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Friedrich Nau Schlossermeister ...................9037 D Unserer werten Kundschaft und Gästen, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Ludwig Reuß und Familie Bäckerei, Konditorei und Cafe Seltersweg 46 ....T1T.m.|T........ 9073 D Unseren werten Gästen, Freunden u. Bekannten ein recht fröhliches neues Jahr! Familie Römer Restaurant „Germania" ................ 9053D Ein frohes Neujahr ihren werten Gästen und Freunden Familie Runzheimer ,Zur Stadt Wetzlar", Ludwigstr. 55 ... . 9137 D Prosit Neujahr! Meinen werten Gästen, Freunden und Bekannten herzliche Glückwünsche zum neuen Jahre! Hans Schmitz „Ium Ventilche", Sonnenstraße 13 9054 D Unseren werten Kunden, Freunden, Verwandten und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Jakob Schupp und Familie Fahrradhandlung, Steinstraße 38 9030 D Unseren werten Gästen und Kunden ein recht fröhliches neues Jahr! Weinstube und Kolonialwarenhandlung Fritz Seibel und Frau Unseren Schützenbrüdern nebst Fami- lien sowie Freunden und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Schützengesellschaft 1926 Gießen e.V. Zusammenkunft mit Familie 1. Zamurr, 16 Uhr, im Vereinslokal (Liebigshöhe) 9031 D ......... ....-,.r.T.T-T?!’9P Unseren werten Gästen und Bekannten die besten Neujahrswünsche! Franz Soldan und Frau Restaurant zum schwarzen Walfisch Seltersweg 50 „um.it.nmiiiiHi Meiner werten Kundschaft, Freunden u. Gönnern ein gesegnetes neues Jahr! K. K. Stein u. Familie, Beuern langj. Christbaumftand Frankfurter- Straße Ecke Wetzlarer Weg bei Gastwirt Scnkler, Kaiserallee bei Gastwirt Leckmann 8986 d ..................................... Unseren werten Kunden, Gästen, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Familie Gustav Stephan Mctzgereiu.Gastwirtschaft,Steinftr.76 9027 D Ein glückliches neues Jahr wünscht Konrad Völzing und Familie Schuhmachermeister, Franks. Str. 13 —— 9126 D Meiner werten Kundschaft, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Ludwig Weber und Frau Krofdorfer Straße 30 9025 D Prosit Neujahr! Meiner werten Kundschaft, Freunden und Bekannten herzl. Glückwunsch zum menen Zahr! Fa. Jean Weisel Mineralwasser-Großhandlung Sonnenstraße 6 9049 D Unserer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahr! Paul Wenz Bäckerei,Konditorei,Cafe,Lich.Str.29 9108 D Albach Meiner werten Kundschaft und allen Bekannten ein glückliches neues Jahr! Emil Schwalb Milchhandlung, Albach -.rr, Atten-Buseck Zum Jahreswechsel die herzlichsten Glückwünsche Wilhelm Döpp und Frau Mineralwasserfabrik, Alten-Buseck 8910 D Annerod UnsererwertenKundschaft, Gästen und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Karl Wallbott und Familie Metzgerei u. Wirtschaft, Annerod Fernsprecher 2490, Amt Gießen 88,9 v Unseren werten Gästen, Kunden u. Bekannten ein glückliches neues Jahr! Karl Will und Familie Cafö und Restauration 8909 „Anneröder Mühle" Bieber Unserer werten Kundschaft und Gästen herzl. Glückwünsche zum neuen Zähre! Wilhelm Reeh, Gastwirt „Reehmühle" im Biebertal 8'52 D Oaubringen Zum Jahreswechsel die besten Glückwünsche! Karl Braun und Familie Maßschuhmacherci, Daubringen 8861 D Meiner werten Kundschaft die herzlichsten Glückwünsche zum Jahreswechsel! Jak. Pfeiffer, Milchwirtschaft Hofgut Heibertshausen b. Gießen 8850 D Fellingshausen Meiner werten Kundschaft sowie meinen Gästen die besten Glückwünsche zum neuen Jahr! Phil.WeberXI., Fellingshausen Gastwirtschaft und Metzgerei 9151 D Garbenteich Unseren werten Gästen, Verwandte und Bekannten die herzlichsten Glückwünsch zum neuen Jahre! Peter Becker und Familie „Zum kühlen Grund", Garbenteich • 89J5 Unserer werten Kundschaft, Gästen Freunden u. Bekannten wünschen w ein glückliches neues Jahr Familie Heinrich Lotz Metzgerei u. Wirtschaft, Garbentei 890 Unseren werten Gästen, Verwandten und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Familie Karl Steup „Zum weißen Roß", Garbenteich • 89 61' Meiner verehrten Kundschaft, Ver- wandten und Bekannten herzlichen Glückwunsch zum Jahreswechsel! WilhelmStumpf/Friseurgeschäft Garbenteich 8908 d Gleiberg Meinen werten Gästen, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Restauration „Zur Linde" Karl Feuser 8852 D Großen-Linden Unserer werten Kundschaft, Gästen, Freunden und Bekannten herzliche Glückwünsche zum Jahreswechsel! Ludwig Dem und Frau Cafe u. Konditorei, Großen-Linden 8950 D Unserer werten Kundschaft, Freunden t und Bekannten herzliche Glückwünsche | zum Jahreswechsel! Albert Klotz u. Frau, Gr.-Linden | 8954 D | Unserer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten die besten Glückwünsche zum neuen Jahre! Heinrich Krahl und Frau Brot- u. Feinbäckerei, Großen-Linden ........................................... Unserer werten Kundschaft, Freunden u. Bekannten Gottes Segen wünscht zum neuen Jahre! Heinrich Leun V. und Fran Metzgerei, Großen-Linden .............. 8953 D Unseren werten Gästen, Verwandten und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Heinr. Menges Ww. u. Familie Gasch. „Zum Ritter", Großen-Linden 89 2D Unseren werten Kunden, Freunden t und Bekannten t ein glückliches neues Jahr! r Nagel und Clauß Sttumpf-u. Wäschehaus, Gr.-Linden i Meinen werten Gästen, Freunden und I Bekannten t die besten Glückwünsche zum neuen Jahre! Philipp Schaum u. Familie | Gastwirtschaft, Großen-Linden I ,,,,,, ,,,,,,, Heuchelheim | Unseren werten Gästen,' Freunden und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Lorenz Burk und Familie Turnhalle, Leuchelheim 8864 r Keffelbach I Meiner geehrten Kundschaft, Freunden und Bekannten hiermit die besten Wünsche, ! ein gesegnetes neues Jahr! I Ludwig Olemotz 3911 d Spenglermeister, Kesselbach (Oberh.) Mein-Linden Unseren werten Kunden, Freunden, Verwandten und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Karl Linterlang jun. u. Familie Metzgerei Klein-Linden, Wetzlarer Str. 20 9125D Unserer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Familie Ludwig Luh II. Tabakwaren, Klein-Linden ......t-t 898?D | Unserer werten Kundschaft, Gästen, I Freunden u. Bekannten wünschen wir ein glückliches Neujahr! Georg Lutz und Familie 8984 d: Bäckerei und Cafö, Klein-Linden : Unserer werten Kundschaft, Verwandten und Bekannten herzliche Glückwünsche zum Jahreswechsel! Friedrich Stein und Familie Brot- und Feinbäckerei, Klein-Linden 89?9O Unserer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten die besten Glückwünsche zum neuen Jahre! Schuhhaus Wilh. Weigel II. Klein-Linden r.........,,........,.[[r.............1983 D Prosit Neujahr! August Weller Turnerheim, Klein-Linden ............... 8985 D Die besten Glückwünsche zum neuen Jahre! 8989 d Friedrich Weller und Familie Gastwirtschaft „Zum Seidenen Sttitmpfchen", Klein-Linden Meiner werten Kundschaft, Verwandten, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Fritz Weller, Schuhmacher Klein-Linden, Lützellindener Str. 12 ..... 8°81 D Lang-Göns Unserer werten Kundschaft sowie unseren Gästen, Freunden u. Bekannten ein glückliches neues Jahr! Familie Bischoff Gastwirtschaft u.Mehgerei^ang-Göns 8957u Unserer werten Kundschaft, Verwandten, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Wich. Miller IV., Lang-Göns Gemischtwarenhaus 8956 D Unserer werten Kundschaft, Ver- wandten und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Ludwig Steinmüller u. Familie Brot- und Feinbäckerei, Lang-Göns 8959 D Unserer werten Kundschaft, Verwandten und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Wilhelm Weitzel Wwe. Inh.: Lugo Weitzel und Frau Brot- und Feinbäckerei, Lang-Göns 8958 n Launsbach Meiner werten Kundschaft, Verwandten und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Ludivig Wagner u. Familie Tabakfabrikate, Launsbach 8865 " Leihgestern Unseren wert. Mitgliedern nebst Fam. ein gottgesegnetes neues Jahr! Eisenbahner-Verein Leihgestern Der Vorstand 8960 D Lollar Unserer werten Kundschaft, Freunden ! und Bekannten 899« d | ein glückliches neues Jahr! t Fam. Georg Beierdörffer, Lollar | .herzlichen Glückwunsch znm neuen Jahre! Karl Espich und Frau Lollar Möbelhaus, Daubringer Sn. 21 8991 p Meiner werten Kunbschaft, Ver- I wandten, Freunden und Bekannten | die herzlichsten Glückwünsche zum Jahreswechsel! Albert Fuchs u. Frau, Lollar | Herren- und Damen-Friseur ................ 8997 ।| Ihren werten Gästen und Gönnern die besten Glückwünsche zum Jahreswechsel! Heinrich Lettche u. Familie Gasnvirtsckafr „Ium Schwan" Lollar, Neujahr 1932 899 Ihren werten Gästen u. Görmern ein recht fröhliches neues Jahr! Heinrich Hofmann u. Fam. Lollar Gasthaus „Jur Linde" und Tabakwaren-Großhandlung 8989 D Meiner werten Kundschaft, Gästen und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahr! Karl Lofmann II. und Familie Lollar, „Ium Deutschen Haus" ............ 988 0 Unserer werten Kundschaft, Ver- wandten, Freunden und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahre! Georg Kreipl und Familie Bäckerei, Lollar «992 v herzlichen Glückwunsch zum neuen Jahr! Konrad Moos Mld Famüie Metzgerei u. Gastwirtschaft Lollar 8866 D Unseren werten Gästen, Verwandten und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahre! K. Petrasch, Lollar Wirtschaft „Zur Berg schenke" Hauptstraße 173 8996 D herzliche Glückwünsche zum neuen Jahre! Karl Römer u. Familie, Lollar Fahrräder, Radio, Nähmaschinen b< 95 D Unserer werten Kundschaft, Ver- wandten und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Karl Schmulbach und Familie Lollar ....... ..,,.,.,7.. ............8999 D Unseren werken Kunden, Gästen, Ver- wandten und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahr! Familie Earl Volkmann Lollar, Metzgerei und Gastwirtschaft 1« 1 D Ein fröhliches neues Jahr wünscht seiner treuen Kundschaft und allen Bekannten Karl Wagner Maßschuhmachermeister, Lollar Lumdastraße 26 8998 D Meiner werten Kundschaft, Freunden ; und Bekannten die herzlichsten Glück- : wünsche zum Jahreswechsel! 3993 b\ Wilh.Wörner u. Familie, Lollar : Londorf Meiner werten Kundschaft und meinen Bekannten herzlichen Glückwunsch zum Jahreswechsel! Karl höres, Baugeschäft Londorf 3939 D Nordeck Unserer werten Äunbübaft, sowie Freunden und Bekannten die besten Wünsche zum neuen Jahre! Kaspar Pfeiff und Famüie Milchhandlung, Nordeck 9072 D NodHelm a.d.B. Unserer wertenKundschaft,Gästen, Freunden und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahr! Familie I. Bechtold Metzgerei und Wirtschaft Rodbeün a. d. Bieber 8855 D Meiner werten Kundschaft, Freunden und Bekannten herzl. Glückwunsch z. neuen Jahr! Schreinermstr.Dudenhöferu.Fam. Rodheim a. d. Bieber 3354 o Rödgen Unserer werten Kunbschaft, Verwandten, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Wilhelm Koch imd Faniilie Metzgerei, Rödgen 8853 n Meiner werten Kundschaft, Freunden und Bekannten herzl.GlllckwünschezumIahreswechsel Robert Lotz, Mllchhandlung Rödgen .......rrTf.................. fT 9024 D Staufenberg Meinen werten Gästen, Freunden und Bekannten die herzl. Glückwünsche zum Jahreswechsel! Ludwig Bierau und Familie Burg Staufenberg 3353 d Unserer werten Kundschaft, Gästen, Freunden und Bekannten herzl. GlllckwünschczumIahreswechsel Familie LouiS Geißler II. Gastwirtschaft, Staufenberg 88571 Unseren werten Gästen, Freunden und Bekannten die besten Glückwünsche z. neuen Jahr! Familie Ludwig Zecher V. Gastwirtschaft, (Staufenberg 33-80 Steinbach Unserer werten Kundschaft, allen Gästen, Freunden, Verwandten und Bekannten herzlichen Glückwunsch zum neuen Jahre! 89I2D Ioh. Deuker u. Frau, Steinbach Bäckerei und Gastwirtschaft Unserer werten Kundschaft, Gästen, Freunben und Bekannten die besten Glückwünsche zum neuen Jahr! Familie Paulus Gerhard I. Metzgerei und Gastwirtschaft „Zum Ritter", Steinbach o?>i2 Meiner werten Kundschaft sowie Freunden, Verwandten u. Bekannten herzlichen Glückwunsch zum neuen Jahr! Famüie Peter Lahn Milchbandlung, Steinbach _______T____,_______.... 8913 0 Treis a. ö. Lda Wieseck Waldgirmes Watzenborn-Steinberg 8941D 89'6 v ein glückliches neues Jahr! Ein glückliches neues Jahr wünscht 891» D Fam. Karl Stark, Sattlermeister Wieseck 9010 D Wißmar Die besten Wünsche zum neuen Jahr! Uns. wert. Kundschaft u. Bekannten ein gllickliches neues Jahr! Familie Karl Schmandt III. Spenglerei, Install., Glektr. Licht- u. Krastanl., Zentralheizung., Steinberg Lerzliche Glückwünsche zum IabreSwechsel! Lerzliche Glückwünsche zum neuen Jahre! Otto LaaS und Familie Metzgerei u.Wirtsch.,Wieseck,Alicestr. Unserer werten Kundschaft, Freunden u. Bekannten wünschen wir Unserer werten Kundschaft, Gästen, Freunden u. Bekannten wünschen wir ein gesegnetes neues Jahr! Georg Sommer VI. u. Familie Metzgerei und Gastwirtschaft „Zum Löwen", Watzenborn 894) 0 Leinrich Braun u. Familie Gastwirtschaft u. Metzgerei, Wieseck und Gießen, Frankfurter Straße 9124- Unserer werten Kundschaft, Verwandten, Freunden und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahr! Unserer werten Kundschaft, Verwandten, Freunden und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahr! Familie Gustav Weller Brot- unb Feinbäckerei, Wieseck 9002 D Unserer werten Kundschaft, Verwandten, Freunden und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahr!' Familie Karl Lein Brot- und Feinbäckerei, Wieseck 9001D Wilhelm Dorfeld und Familie Wieseck Unserer werten Kundschaft, Ver- wandten, vreunden und Bekannten die herzl. Glückwünsche z. neuen Jahre! Leinrick Sommer und Familie Maß- und Schuhgeschäft Watzenborn, Babnhofstr. 55 »94? l Anseren werten Gästen, Freunden und Bekannten Rudolf Eüßmuth Mld Frau Bäckerei, Steinberg Schlosserm ftr.Gg.Schmandt 8. u.Fam. Fachgesch. f.aut. Schweißerei, Fahr- räder, Nähmasch. u.dgl., Steinberg Meinen werten Kunden von Gießen und Amgegend die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahre! Ludwig Klas, Zigarreufa brik Waldgirmes bei Wetzlar 8961 I' die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahre! Familie Leinrich Lonnann Gastwirtschaft „Zum kühlen Grund", Wieseck "Am 1. Januar Tanz erftklassige Jazzkapelle. 90011 Unserer werten .Kundschaft, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Fam. Georg Buß II., Metzgerei Watzenborn Meinen werten SVunbcn, Freunden und Bekannten ein gllickliches neues Jahr! Adam DöbuS Gafnvirt „Zur Germania", Wieseck 9IMI' Unseren werten Kunden, Gästen, Verwandten, Freunden u. Bekannren zum Jahreswechsel herzliche Glückwünsche! Wilh. Lemp I I., Treis a. d. Lda. Gasthauszmn R i tteru. Kolonialwaren 8<591 Meiner werten Kundschaft sowie Freunden und Bekannten herzlichen Glückwunsch zum neuen Jahre! Wilhelm Lecke und Familie Mllchhandlung, Steinberg 3945 r> Unseren werten Gästen, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Christine Faber und Fam. Carl Philipp, Watzenborn „Zum goldenen Stern" 3941 d Unseren werten Gästen, Freunden und Bekannten ein gllickliches neues Fahr! Wilhelm Leib und Famüie Gastwirtschaft, Wißmar 88*0 D Unserer verehrten Kundschaft, Gästen, Verwandten und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum Jahreswechsel! 90020 Ludwig Lauser und Frau Bäckerei, Steinberg 9145 D Die besten Wünsche zum neuen Jahre! Familie Läufer Restaur. „Zur WilhelmShöh Steinberg Unserer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahre! 88-7« Lennann Ullrich u. Famüie Brot- und Feinbäckerei, Wißmar Meiner werten Kundschaft | sowie Freunden und Bekannten die besten Glückwünsche zum neuen Jahre! 9,431 t Karl Wallbott 1. und Familie | (rlektro-Installanonsgesch., Steinberg Die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahre! Georg Läufer XIV. u. Familie „Zur Krone", Steinberg ...................... 8 47 Am Neujahrstag Tanzmusik 9000 D *i/&! ’Ä«. >' nie W FÄjte« tz-r «irntlichen Crtr.-W.K I£ K ®"': [ Aber scho" I“ fehlt, di« Stow für diese ungu^ b<|jften zu bä der unseres b7el^®°: wie u.wll tm läus-sieüen des tcWten Sav! Weist M v«1 schasl btctnjluö 2m klarsten I ber nahezu Selbstverwl meinden M grillen der Ren öllcntüchen und Ausdruck. 6-5 M Schicksals. । durch Leiern d meinden das kommunalen c d 0 m 61 e i n. c Todestages ehr Ausschaltung d brachte und ar richtete, die de ebenso sehr vid Stein jener D fein Derk des rechtes von der an der Jähret eines felbftüera Haltung der eig auch neranttoo nur dringend L zu Anfang dei meist erdiktatorei kommenden 2ah den, sondern bc durch die voll« ftimmungsrechte einem iSemeinw Tvooltcrung öi Erledigung ihi unfähig zeigen jiiHchälle Soi aber man mö; schlagen und Ärältcn die Fr wcrtungsbewuß töten. Lst xd\\ auch in dem s war, den gcre< nalcn Derwalti Einklang mit bi schalt zu bringe die durch ftaatl wng-diktatur t« der Lpiye unk dort vielmehr i wngsrechtS uni der gewählten Unllange geschä Mt retten, daß noch für das d °dne Sehlbetra d"kch barmonifi »altung und { Jellenber Deisc ^bäuerliche irr Auswirkung der stob Don diese« Wird alfo niemc o^drrung nach ^en Selbstver n” Gemeinden fe°8e der Dttlid 0"«' «erechtfert ®enn unsere Niastlichen ko °us die 1 Entw luif?auS ih/ri k32 be,ra {efen "'N, t J?ll9Pfan öle höh .¥'*4 l%n m®. 'rsten $5! 6?% Mnunfl9|ahres UN 27 o ftl“ tebüebfn EKfÖS ’• ö ber rn und !?bhfcn*eintrel ?lctten 9)n?U5flQb SDer°rbi bkr diesen"'!?^ Ur. 305 Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Donnerstag, 3. Dezember Die Stadt Gießen an der Jahreswende 1931/32. Von allen kommunalen Jahresbilanzen, die nach den Jnflationsjahren am Silvestertage zu ziehen waren, ist noch keine so wenig erfreulich gewesen, wie die heutige Kommunalbilanz Les Jahres 19 31. Aus der ganzen Linie Ler öffentlichen Verwaltung, aber auch in der Entwickelung der privaten Wirtschaft überwiegen die Minuszeichen sehr erheblich die wenigen befriedigenden Pluspunkte, als deren hauptsächlichsten man wohl die Tatsache ansehen kann, daß von den Grundlagen der öffentlichen und der privaten Wirtschaft nicht noch weit mehr als bisher schon zu Bruch gegangen ist. Es wäre verfehlt, die Stadtverwaltung mit derVerantwortung für diese ungünstige Entwickelung im Jahre 1931 belasten zu wollen. Man wird sich vielmehr bei der heutigen rückschauenden Betrachtung des Weges unseres Gemeinwesens im Jahre 1931 die Tatsache vor Augen halten müssen, dah — toie überall im Reiche — auch hier die Zwangsläufigkeiten des vom Reiche, oder vom Lande bestimmten Ganges der Dinge in einschneidendster Weise das Schicksal der Kommune und der Wirtschaft beeinflußt haben. Am klarsten kommt diese Signatur der Zeit in der nahezu völligen Aufhebung des Selb st verwaltungsrechtes der Gemeinden und in den schwerwiegenden Eingriffen der Reichsregierung in weite Gebiete des öffentlichen und privaten Wirtschaftslebens zum Ausdruck. Es wirkt geradezu wie eine Ironie Les Schicksals, dah das Jahr 1931, in dem man durch Leiern des Reiches, der Länder und Gemeinden das Andenken an den Schöpfer der kommunalen Selbstverwaltung, den Freiherrn vom Stein, anläßlich der 100. Wiederkehr seines Todestages ehrte, die hoffentlich nur zeitweilige Ausschaltung dieses hohen kommunalen Rechtes brachte und an seine Stelle eine Diktatur aufrichtete, die dem modernen Geiste unserer Zeit ebenso sehr widerspricht, wie dem Freiherrn vom Stein jener Verwaltungszustand, den er durch sein Werk des kommunalen Selbstbestimmungsrechtes von der Tagesordnung absetzte. Man muh an der Jahreswende 1931,32 vom Standpunkt eines selbstverantwortungsfrohen und für die Gestaltung der eigenen kommunalen Angelegenheiten auch verantwortungsbereiten Bürgertums aus nur dringend wünschen, dah die Staatskommissare zu Anfang des Jahres 1931 und die Dürger- meisterdiktatoren am Schlüsse dieses Jahres im kommenden Jahre nicht zur Dauereinrichtung werden, sondern baldmöglichst ihre Ablösung finden durch die volle Wiederherstellung des Mitbe- stimmungsrechtes der Bürgerschaft. Wenn in einem Gemeinwesen die gewählte Vertretung der Bevölkerung durch eigenes Verschulden sich zur Erledigung ihrer gefetzmähigen Obliegenheiten unfähig zeigen sollte, so möge man für derartige Cinzelfälle Sondermaßnahmen in Kraft setzen, aber man möge nicht alle über einen Leisten schlagen und dadurch bei den ausbauwilligen Kräften die Freude und den Willen zu verantwortungsbewußtem Mitarbeiten lähmen oder gar töten. Wir wissen, dah der Gießener Stadtrat auch in dem schweren Jahre 1931 stets bereit war, den gerechten Erfordernissen der kommunalen Verwaltung zu entsprechen und diese in Einklang mit der Leistungsfähigkeit der Bürgerschaft zu bringen. Cs ist uns auch bekannt, dah die durch staatlichen Zwang etablierte Verwaltungsdiktatur keine Freude oder Sympathie bei der Spitze unseres Gemeinwesens ausgelöst hat, dort vielmehr das hohe Gut des Selbstverwaltungsrechts unter verantwortlicher Mitwirkung der gewählten Bürgerschaftsvertreter in vollem Umfange geschäht wird. Und es ist auch nicht zu bestreiten, dah unsere Stadt, deren Haushalt noch für das ebenfalls schon schwere Jahr 1930 ohne Fehlbetrag abgeschlossen werden konnte, durch harmonisches Zusammenwirken von Verwaltung und Stadtrat in durchaus zufriedenstellender Weise geführt wurde, bis die jüngste bedauerliche Entwickelung der Verhältnisse als Auswirkung der allgemeinen Wirtschaftskrise eintrat. Von dieser Gießener Sachlage aus gesehen wird also niemand bestreiten können, dah unsere Forderung nach Wiederherstellung der kommunalen Selbstverwaltung und nach Behandlung der Gemeinden durch die Staatsgewalt je nach Lage der örtlichen Verhältnisse in vollem Umfange gerechtfertigt ist. Wenn unsere Gießener Bürgerschaft nach dieser grundsätzlichen kommunalpolitischen Betrachtung den Blick auf die bemerkenswertesten Positionen der städtischen Entwicklung im Jahre 1931 lenkt, so wird sie in erster Linie die Gestaltung der städtischen Haushaltswirtschaft für 19 3 1 /32 betrachten müssen. Dabei wird nicht zu übersehen sein, daß für den gegenwärtigen Haushaltsplan die höhere Gewalt der allgemeinen Wirtschaftskrise und der reichs- und landesgesetzlichen Eingriffe in die Kommunalverwaltung in vollem Umfange zur Geltung kam. Unter der Einwirkung der schon im Frühjahr beginnenden Krise mußte zum ersten Male in der Geschichte unserer Stadt ein unausgeglichener Haushaltsvoranschlag verabschiedet werden. Mit einem ungedeckten Fehlbetrag von 304 000 Mark ging unsere Stadt in das neue Wirtschaftsjahr hinein. Im bisherigen Verlaufe des Rechnungsjahres wuchs das Defizit im Haushalt durch unvorhergesehene Minderung der Einnahmen — die Ueberweisungen an Reichssteuern allein sind um 27 v. H. hinter den Voranschlagssätzen zurückgeblieben — und durch ' e steinenden Lasten der fVohlfahrtserwerbslosenfürsorge. Auch die durch das kürzliche kommunale Steuerdiktat festgesetzte Erhebung der Bürgersteuer nach dem Dreifachen des Landessatzes und die Heraufsetzung der Biersteuer und der Gemeindegetränkesteuer, sowie die von der Reichsregierung angeordnete Erhöhung der Reichsumsatzsteuer mit ihrer anteilmäßigen Auswirkung auf unseren städtischen Haushalt werden nicht die Möglichkeit bieten, den vor einigen Wochen noch auf etwa 600 000 Mark bezifferten Fehlbetrag auszu- gleidfen, da bekanntlich durch die Preissenkungsmaßnahmen der Reichsregierung auch weitere Minderungen der bisher veranschlagten kommunalen Einnahmen eintreten werden. Der Rückgang der städtischen Ausgaben unter der Einwirkung der Vierten Notverordnung wird gleichfalls nicht ausreichend fein, auch nur annähernd das Gleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben herzustellen. Unter diesen Umständen muß die Bürgerschaft bei der gegenwärtigen Kommunalbilanz leider die betrübliche Feststellung machen, daß der städtische Haushalt auch im neuen Jahre Gegenstand ernster Sorge sein wird, solange nicht das Reich in eine anderweitige Regelung der Wohlfahrtserwerbslosenfürsorge mit dem Ziele einer durchgreifenden finanziellen Entlastung der Kommunen einwilligt. Gerade durch die Abschiebung der Wohlfahrts- erwerbslosen-Fürsorge vom Reich und zu einem erheblichen Teile auch von der Arbeitslosenversicherung auf die Kommunen ist das kommunale Finanzelend bei den meisten Städten und Landgemeinden, dabei auch in unserer Stadt, eigentlich erst entstanden. Während das Reich seinen Haushalt zu sanieren bemüht war und die Länder mit mehr oder minder großem Erfolg das gleiche Bestreben zeigten, überließ man den Kornmunaloerwaltungen immer mehr die Aufgabe, ihre ganze Finanzkraft zum weitaus größten Teile nur noch der Fürsorge für die Wohifahrtserwerbslosen dienstbar zu machen. Einen Maßstab für die steigende Inanspruchnahme der städtischen Finanzen für die Wohlfahrts- erwerbslosenfürsorae gewinnt man, wenn man sich das Wachstum der Ziffern der versorgungsberechtigten Personen vor Augen hält. In Gießen waren an Wohlfahrtserwerbslosen mit Angehörigen in der Betreuung des Wohlfahrtsamtes am 1. Juli 1930 insgesamt 297 Hauptunterstützungsempfänger mit 582 Zuschlagsempfängern, am 30. Dezember 1930 waren es 358 bzw. 659 Personen, bis zum 1. Juli 1931 waren die Zahlen auf 467 Hauptunterstützungsempfänger mit 1158 Zuschlagsempfängern und bis zum 30. November 1931 auf 807 Hauptunterftützungsempfänger mit 2093 Zuschlagsempfängern angewachsen. Dieses ständige Ansteigen der Ziffern tritt um so mehr hervor, als in allen übrigen Teilen der Wohlfahrtspflege die Zahlen der betreuten Personen heute im großen und ganzen noch denselben Stand aufweisen, wie in der Mitte des vorigen Jahres. Dadurch wird der Beweis geliefert, daß die kommunale Wohlfahrtsarbeit zum weitaus größten Teile der Aufgabe gilt, die eigentlich Sache des Reiches und der Arbeitslosenversicherung ist. Die finanzielle Belastung der Stadt durch diese Fürsorge, in Verbindung mit dem starken Rückgang und der langsamen Zahlung der Steuern, hat denn auch dazu geführt, daß die Mittel der Stadtkasse unter mancherlei Anstrengungen nur noch gerade hinreichen, die Wohlfahrtsausgaben und den laufenden Verwaltungsaufwand an Gehältern und Löhnen, sowie an den unbedingt notwendigen sachlichen Kosten zu decken. Die Stadt lebt also tatsächlich von der Hand in den Mund. Die bedauerliche Folge dieses Zustandes war, daß während des ganzen Jahres 1931 keine neuen Werte in unserer Kommunalwirtschaft geschaffen werden konnten. Weder war es möglich, den dringend notwendigen Schulhausbau in den Eichgärten fertigzustellen, obwohl weitere Dauraten etatsmäßig bewilligt, aber aus- zahlbar nicht zu beschaffen waren, noch konnte der ebenfalls schon seit Jahren allgemein als sehr dringlich anerkannte Dau eines Biehhoses in die Wege geleitet werden. Ein vorausgezahlter Zuschuß des Staates für den Viehhofbau war sogar wieder zurückzuzahlen, weil die Stadt nicht die Möglichkeit hatte, auch nur einen Teilbetrag ihres Kostenanteils verfügbar zu machen. Die gleiche Erscheinung ist aus dem Gebiete des Straßenbaues festzustellen, obwohl auch hier eine ganze Reihe dringlicher Arbeiten vorhanden find. Eine schwere Last trägt die Stadt ferner an den städtischen Wohnhausbauten, die namentlich durch die zwangsläufige Aebernahme der Hegemag-Häuser auf die Stadt verursacht wurde und zur Folge hatte, dah irgendeine weitere Aktivität der Stadtverwaltung auf dem Gebiete des Wohnungsbaues nicht entfaltet werden konnte. Daß größere und ebenfalls dringliche Aufgaben unserer Kommunalwirtschaft, wie z. D. die Lösung der Gaswerk-Frage, der Zentralisierung aller Verwaltungsstellen usw., unter den obwaltenden Tlm- ständen auf dem Papier stehenbleiben mußten, ist natürlich selbstverständlich. Unter.diesem Mangel an städtischer Schaffensmöglichkeit mußte naturgemäß auch die h e i - mischeWirtschaft, insbesondere das Baugewerbe und die verwandten Handwerkszweige, sehr empfindlich leiden. Mit starkem Bedauern muß man heute eine weitere Verelendung großer Teile des gewerblichen und handwerklichen Mittelstandes verzeichnen, die sogar schon dahin geführt hat, dah selbständige Handwerksmeister den von 'vielen nie für möglich gehaltenen Weg zum Arbeitsamt zwecks Hilfeleistung von dieser Stelle antreten muhten und auch der handwerkliche Rachwuchs an selbständigen Existenzen und Gesellen immer mehr in Verfall kam. Diese Entwicklung wirkte sich in steigendem Maße neben der allgemeinen Arbeitslosigkeit auch auf die übri- OiestädiischenVersorgungsbeiriebe Das städtische Elektrizitätswerk. Der im Jahre 1929 begonnene Neubau des Hochspannungs-Schalthauses, sowie der Umbau der Gleichstromanlagen sind vor kurzem beendet und in Betrieb genommen worden. Die Raumverhältnisse wurden so groß gewählt, daß später Erweiterungen leicht durchgeführt werden können. Durch die Errichtung der neuen Schaltanlagen mußten sämtliche Hoch- und Niederspannungskabel umgelegt werden. Sonstige Netzerweiterungen wurden nicht vorgenommen. Im Laufe des Jahres 1931 wurden im Ueber- landgebiet 103, im Stadtgebiet 21 Neuanschlüsse her- gefteUt und insgesamt 520 neue Zähler gesetzt. Die nutzbare Stromabgabe belief sich im Jahre 1931 auf 8 542 759,5 KWh, gegen 9174 968 KWh im Jahre 1930. Von dem Verbrauch entfallen an KWh auf das erste Vierteljahr 1931 insgesamt 2 200 395,5 (1930 = 2 439 162,5), auf das zweite Vierteljahr 1 857 214 (2 042 359). auf das dritte Vierteljahr 2 042 680,5 (2 102 713), auf das vierte Vierteljahr 2 442 469,5 (2 590 733,5). Die Stromabgabe hat in diesem Jahre gegenüber dem verflossenen Kalenderjahr um etwa 6 Prozent abgenommen. Die Wenigerabgabe beschränkt sich in der Hauptsache auf industrielle Ab nehme.. Durch erhebliche Zunahme an Haushaltestrom, insbesondere Einrichtung von elektrischen Küchen, wurde ein großer Teil des Ausfalles wieder ausgeglichen. Oie städtische Straßenbahn. Im Januar 1931 wurde die Strecke Bahnhof— Bahnhofstraße—Marktplatz stillaelegt, um den voraussichtlich auftretenden Zuschuß zu mindern. Der Verkehr nach dem Reuen Friedhof wird durch Umsteigen auf dem Marktplatz aufrechterhalten. Im Laufe dieses Jahres hat sich her- ausgestellt, dah durch die Stillegung dieser Strecke die vorgesehenen Ersparnisse noch weit überschritten worden sind. Im allgemeinen ist der Verkehr durch die wirtschaftliche Rotlage nicht unerheblich zurückgegangen. Befördert wurden im Jahre 1931 insgesamt 1 239 080 Personen, gegen 1 847 885 im Jahre 1930. Die Frequenz der Straßenbahn auf Vierteljahre verteilt, stellt sich wie folgt dar: im ersten Vierteljahr 1931 befördert 310 747 Personen (1930 = 433 960), im zweiten Vierteljahr 334 088 (510 767), im dritten Vierteljahr 297 925 (478 313), im vierten Vierteljahr 296 320 (424 845). Oas städtische Gaswerk konnte am 24. Dezember d. I. auf fein 75jähri- ges Bestehen zurückblicken. (Siehe Artikel im „Gießener Anzeiger" vom 22. Dezember Rr. 299.) Das Werk litt im abgelaufenen Jahre unter dem Drucke der ungünstigen Wirtschaftslage. Die Gasabgobe ging um 133 000 Kubikmeter auf 3 311 000 Kubikmeter zurück. Der Rückgang verteilte sich während des Jahres nicht gleichmäßig, denn während in den ersten 8 Monaten noch eine Zunahme von 3270 Kubikmeter zu verzeichnen war, brachten die letzten 4 Monate einen Ausfall von 136 000 Kubikmeter, der hauptsächlich durch Wenigerverbrauch in den Haushalten verursacht wurde. Der Gasverbrauch in der Rachbargemeinde Wieseck, die bekanntlich das Gas aus dem Gießener Gaswerk erhält, hat sich während des Jahres um rund 7000 Kubikmeter auf 57 600 Kubikmeter erhöht. Die größte Lagesabgabe belief sich auf 11 800 Kubikmeter (23. Mai 1931), gegen 11780 Kubikmeter im Jahre vorher, die geringste Tagesabgabe war 6560 Kubikmeter (2. Osterfeiertag). Zur Erzeugung des Gases sind etwa 9000 Tonnen westfälische Kohlen verbraucht, die zum Verkauf 4500 Tonnen Koks und 390 Tonnen Leer als Rebenerzeugung ergaben. In der Ammoniakfabrik wurden insgesamt 56 Tonnen schwe- felsaures Ammoniak erzeügt. Das Gasrohrnetz erfuhr eine Erweiterung um 555 Meter und hat jetzt eine Länge von rund 57,2 Kilometer erreicht. Rcuanschlüsse wurden 12 ausgeführt. Gewöhnliche Gasmesser sind mit Ende dieses Jahres 6311, Dorausbezahlungs- gasmesser 1394 vorhanden, zusammen 8205 Messer -mit 40 699 Flammen, gegen 8170 Messer mit 39 793 Flammen am Ende des Vorjahres. Oas städtische Wasserwerk wurde infolge des niederschlagreichen Sommers nicht stark beansprucht. Die Förderung des Pumpwerkes Queckborn ist daher von 2 843 000 Kubikmeter im Jahre 1930 auf 2 456 000 Kubikmeter im Jahre 1931 zurückgegangen. Der Zulauf aus den Brunnen- und Stollenanlagen im Gießener Stadtwold und bei Großen-Buseck betrug 190 000 Kubikmeter, so daß der Gesomtwasserzulauf sich im abgelaufenen Jahr auf 2 646 003 Kubikmeter berechnet. Queckborn hat 19 800 Kubikmeter, Wieseck 3 400 Kubikmeter, Heuchelheim 56 800 Kubikmeter, Lindenstruth 4200 Kubikmeter und Klein-Linden 22 650 Kubikmeter Wasser aus dem Gießener Wasserwerk erhalten. Die Wasserversorgung der Gemeinde Klein-Linden begann am 1. Juni 1931. Die größte Lagesabgabe belief sich am 3. Juli 1931 auf 9970 Kubikmeter, gegen 12 400 Kubikmeter im Jahr zuvor, die niedrigste am 6. Dezember 1931 auf 4343 Kubikmeter gegen 4724 Kubikmeter im Jahr 1930. Dos Wasserrohrnetz wurde um 1100 Meter verlängert und ist einschließlich der Zubringerleitungen von Queckborn und der Brunnen- und Stollenanlagen 121,8 Kilometer lang. Die Zahl der Hous- und ® arten- anschlüsse stieg um 19 auf 2954, die Zahl der Wassermesser auf 3268 und die Zahl der Hydranten auf 433. Das Wasser der verschiedenen Versorgungs- anlagen wurde wieder, wie in den Vorjahren, durch das Chemische Untersuchungsamt der Provinz Oberhessen regelmäßig chemisch und bakteriologisch untersucht. Das Wasser entsprach stets den Anforderungen, die an ein gutes Trink- und Gebrauchswasser zu stellen sind. Oas städtische Volksbad wurde im abgelaufenen Jahr von 150 175 Badegästen, gegen 150 763 irn Jahr zuvor, besucht, so daß nur eine sehr geringe Abnahme zu verzeichnen ist. An Bädern wurden irn Jahre 1931 verabreicht: Schwimmbäder 65 544 (1930 = 64 635), Wannenbäder 25 728 (31 544), Brausebäder 22 010 (22 537), Schulbäder 34 843 (29 859), Schwitzbäder 2050 (2188). Je Einwohner und Jahr gerechnet sind 4,1 Bäder verabfolgt worden. Im März wurde versuchsweise an den Sonntagen das Bad geöffnet: der Sonntagsbetrieb wurde jedoch wegen Unwirtschaftlichkeit wieder aufgegeben. Das Schwimmbeckenwasser, das täglich dreimal umgewälzt und monatlich erneuert wird, wurde durch das Chemische Untersuchungsamt der Provinz Oberhessen regelmäßig chemisch und bakteriologisch untersucht und hat wie in den Vorjahren keinen Anlaß zu Beanstandungen gegeben. Das Wasser im Schwimmbecken ist infolge der dauernden Filtrierung und Chlorung in jeder Hinsicht als vollkommen einwandfrei zu bezeichnen. Der Wasserverbrauch im Jahre 1931 betrug 41500 Kubikmeter; das ist je Bad 276 Liter. Der Verbrauch an Brennstoffen für die Wassererwärmung und Heizung der Baderäume betrug 460 Tonnen, oder je Bad 3,6 Kilogramm. Für Strom wurden für den Betrieb der elektrischen Schwitzbadeapparate, für die Schwimmbeckenwasser-Reinigung und für die gesamte Beleuchtung 13 500 Kilowattstunden verbraucht, d. i. umgerechnet für ein Bad 0,09 Kilowattstunden. gen Zweige der heimischen Wirtschaft aus und trug sehr wesentlich zu der besorgniserregenden! Dezimierung unserer Industrie- und Gewerbebetriebe, sowie des Einzelhandels bei. Wie ungünstig die Entwicklung der Verhältnisse im Jahre 1931 hier geworden ist, beweisen die Zissern der Vergleichsverfahren und Konkurse. Während im Jahre 1929 im Amtsgerichtsbezirk Gießen 8 Vergleichsverfahren und 15 Konkurse zu verzeichnen waren und das Jahr 1930 — 15 Vergleichsverfahren und 32 Konkurse brachte, mußten im Jahre 1931 wiederum 15 Vergleichsverfahren und 43 Konkurse registriert werden. Dazu kommt, dah in allen Unternehmungen die Erträge stark gesunken sind und hierdurch die Aktionskraft der Wirtschaft in weitgehender Weise von der Rot der Zeit aufgezehrt wurde. Daß unter diesen Umständen die Clendskurve unserer Zeit bis zum Jahresschluh immer größeres Ausmaß annahm, ist nicht verwunderlich. Der Kommunalpolitiker, wie überhaupt jeder mit Verantwortungsbewußtsein in der Entwicklung der Dinge stehende Bürger kann nach dieser Jahres- Schlußbilanz nur mit ernster Sorge die Schwelle des neuen Jahres überschreiten. Es wäre jedoch verfehlt, sich nun einer Art Berzweiflungsstimmung hinzu- geben. Richtig wird es vielmehr sein, angesichts der Schwere der Verhältnisse alle Kräfte z u ver- stärkter Energie zusammenzufassen, um im Rahmen der kommunalen Möglichkeiten durch zweckdienliche Maßnahmen einer weiteren Ausbreitung des Unheils entgegenzuarbeiten und den Weg zu einer Besserung der Verhältnisse bereiten zu Helsen. Diese Arbeit wird nicht leicht werden, sie wird vielmehr zahlreichen Hemmungen und Beschwernissen begegnen, aber sie muß mit unbeugsamem Mut getan werden, denn nur durch Mut und Einsetzung aller Kraft ist der Weg aus dem Elendskreis ins Freie zu erringen. Möchte uns nach den schweren Enttäuschungen und Sorgen der verflossenen 12 Monate das neue Jahr diesen Erfolg des Mühens und Strebens bringen. Aus der provinzialhaupistadt. Gießen, den 31. Dezember 1931. Jahreswechsel. . Sanduhren sind heute nicht mehr im Gebrauch. Die Industrie hat bessere Instrumente, die Zeit zu messen, geschaffen, doch ist es schade, daß man diese alten Zeitmesser nicht knehr besitzt; denn keine Uhr, so kunstvoll sie konstruiert ist, versinnbildlicht das Dahinschwinden der Zeit so gut wie der Sand, der aus der einen Schale in die andere rinnt. Er versinnbildlicht das Dahinrinnen der Zeit, über diese selbst, kann er keine Erklärung geben. Zeit! das ist ein Wort, das wir oft, auch in mannigfachen Wortverbindungen, im Munde führen, aber den Begriff, der sich mit diesem Worte verbindet, kann uns kein Naturforscher und kein Philosoph definieren, hier stehen wir vor einer völlig rätselhaftem geheimnisvollen, unser Denken übersteigenden Größe. Aber eins wissen wir von der Zeit — gerade am Jahreswechsel tritt das mit aller Deutlichkeit hervor —, daß sie unaufhaltsam dahinflieht. Der Psalmist sagt: „Wir bringen unsere Jahre zu wie ein Geschwätz. Unser Leben führet schnell dahin, als flögen wir davon", und Hiob klagt: „Meine Tage sind leichter dahingeflogen denn eine Weberspule". Hieraus folgt für den Menschen, der sich seiner Pflicht bewußt ist, daß er die Zeit in seinen Dienst stellt, rastlos tätig ist und an das Heilandswort denkt: „Ich muß wirken die Werke des, der mich gesandt hat, solange es Tag ist, es kommt die Nacht, da niemand wirken kann". Nichts quält den Menschen hinterher so sehr wie die Erkenntnis, daß er seinen Lebenstag versäumt hat. Mit dem Arbeiten allein, dem Streben und Gewinnen ist es keineswegs genug, alles Tun dieser Art muß von der Liebe zu den anderen Menschen geleitet sein. Sodann muß dem heutigen Geschlechte, dem der technische und wirtschaftliche Fortschritt nicht schnell genug vonstatten geht, gesagt werden, daß es mitunter verdienstvoller sein kann, zu ruhen und zu schweigen, als ohne Rast und Ruhe zu debattieren, zu gestalten, zu rechnen. Die Mönche und Nonnen der alten Zeit, die in der Anschauung Gottes, in der täglichen Hinwendung zu den ewigen Dingen ihre Zeit verbrachten, die Mystiker des Mittelalters, die Pietisten der Kirche, die von Martin Luther ausge gangen ist, alle diese Frommen, die weltfremd aber als Gottes Freunde dahingelebt haben, haben der Menschheit mehr genützt, als mancher Erfinder und Politiker. Unsere Zeit hat sehr viel Geist, aber wenig Seele, viel Stimmung, aber wenig Gemüt; das war bei diesen Freunden Gottes anders. Häufig hört man am Ende eines Jahres die Rede: Nun hat das Jahr von uns Abschied ge nemmen. Das ist kein Wort der Weisheit. Was wir in vergangenen Tagen erlebt haben, ist uns nicht verloren, es bildet vielmehr einen unveräußerlichen Bestandteil unseres Seins. Goethe sagt: „Jeden Nachklang fühlt mein Herz froh und trüber Zeit". Warum suchen alle Menschen gern die Stätten ihrer Kindheit und Jugend auf? Weil das, was sie dort gefunden haben, lebendig mit ihnen geht. Je höher die Jahre steigen, um so lebendiger wird die Erinnerung an das, das vergangen ist. Alte Menschen reden auf einmal von solchen Jugendgefährten, die sie nie ihren Angehörigen gegenüber erwähnt haben, im Dämmerzustände fingen sie Lieder, sagen sie Gedichte her, die sie ein halbes Jahrhundert lang ver gelten hatten, das vergangene Leben ist ihnen ein dauernder Besitz und nicht etwa nur das Freudige aus der Vergangenheit. Ein auf dem religiösen Gebiete der Gegenwart führender Mann hat gesagt: „Ich bin gewiß, daß kein einziger Mensch die Erinnerung an getragenes Leid je hergeben wird". Noch einmal soll zu uns die Sanduhr reden. Auf einem Grabstein steht die Inschrift: „Flüchtig rinnt der Uhrensand und reißt uns fort ins dunkle Land, im erogen Kreislauf der Natur bist du, o Mensch, ein Sandkorn nur". Ein klangvolles, aber pessimistisches Wort. Anders denkt der christliche Glaube; er sagt, daß mir aus Gottes Hand kommen und in Gottes Hand gehen, daß unsere Zeit in Gottes Händen steht. Darum ist der Christ am Jahreswechsel ruhig und getrost. Was die Zukunft bringt, das kommt von Gott, und weil es von ihm kommt, ist es gut und heilsam. H. B. Taten für Freitaq, 1. Januar. 1484: Der Reformator Ulrich Zwingli in Wild- haus (Schweiz) geboren; — 1891: Deutschland besetzt die Küste Deutsch-Ostafrikas. Mark 1,80 Verlag des Gießener Anzeigers. ,3urüif gegeben em AuSlande, ind' Nachdruck verboten 5. Fortfetzung. so au- dem Schlafe „Oft da- eine Art, einem au wecken? Weiht du nicht, du Böser, dah man damit der Schönheit einer firau schadet? Und Dolores immer bi« 0 schafts-Verhältnisse und der sehr starken spannung deS deutschen Devisenbestandes An- gibt du willst doch, dah deine schönste firau bleibt?" nur mein!“ Er kühle Wunde zu, flüsterte er „Einmal? solange du ort und Wohnung des Absenders anzugeben, damit diesem die ®i Mi «T« die fragenden Augen mit seinem und in ihr duftige- Haar hinein mit Heister Stimme, die sie betörte: Sendung im Falle der Ünzustellbarkeit . werden kann. nverschämter Bettler. Vor- Er umfahre glühend ihren blühenden Körper: „Ommer wirst du für mich die Schönste sein, immer, meine süße Dolores! Auch dann, wenn eine andere meinen Flamen trügt, wirst du die einzige bleiben, die mein Herz besitzt." Dolores runzelte ihre schön geschwungenen Brauen: eine UmnuUfaltc erschien auf ihrer glatten Stirn. „W e meinst du das? Wie soll ich das verstehen?" Er lieh sich in einen Sessel fallen und zog die leicht Widerstrebende auf feine Knie. ..Höre mich an, Dolores. Es muh etwas ge« lchrhcn. damit ch aus meiner ewigen Geldmisere herauskomme. Deine Schönheit verdient einen anderen Rahmen als den, den ich chr bisher zu geben vermochte. Du weiht, dah ®ut und Schloh Xannenaue von meinem Baler her verschuldet sind: cs besteht keine Au-ficht. den Befiy durch Arbeit allein wieder fo hoch ju brinacn. dah er standes- aernähe Einkünfte für mich abwirft — ganz zu schweigen von dem, was du brauchst und woraus du Anspruch hast. Der einzige Weg für dich und mich, um uns ohne Sorgen anzugehören. ist — für m'ch .. -.. eine reiche Heirat!" sagte sie schnell. Er führe ihre Hand. (Fortsetzung folgt) gestern erschien in der Liebigstrahe während der Bormittagsstunden ein Bettler, der sich besonder- rabiat gebärdete. Einen Einwohner, der ihm nichts gab, nannte er einen (Dauner und warf die Haustüre so zu, dah es durch die ganze Wohnung dröhnte. Als dieser Einwohner auf die Strahe ging, um sich nach polizeilichem Schutze umzutun, wurde er zum zweiten Wale vor zahlreichen Passanten beschimpft On einer anderen Wohnung öffnete eine firau, die vor kurzem erst von. längerer Krankheit aufgestanden ist, dem Bettler die Korridortür. AI- sie den Mann, der etwas Aum Berkaus anbot, nicht sogleich verstand, überschüttete sie der Bettler ebenfalls mit gemeinen Schimpfworten. Hoffentlich gelingt es, diesen üblen Menschen ausfindig zu machen. Sr war ohne Kopfbedeckung, trug eine Windjacke und eine Hornbrille: außerdem hatte er eine Mappe unter dem Arm. An seiner bayerischen Mundart dürfte er leicht zu erkennen sein. ** Der Preisschutz in der Schokoladenindustrie aufgehoben. Der Reichs- kommissar für Preisüberwachung verhandelte gestern mit dem Verband deutscher Schokolade» sabrikanten und den Verbänden des Schokoladehandels über die Preissenkung. Der Verband der Schokoladefabrikanten erklärte, daß die Schokoladeindustrie keine Preissenkung vornehmen kann, da bereits im ersten Halbjahr 1931 in stärkerem Umfange eine Verbilligung durchgeführt sei. Mit diesem Entschluh fällt ab 1. Oanuar 1932 der Preisschutz für die Markenartikel in der Schokoladenbranche fort Die Preisbindung hört auf, monatlich ohne Illustrierte und auf INk. 1,95 monatlich mit der Illustrierten. Dazu kommt die Zustellgebühr von 25 Pfennig. bei diesem Besuch nur um eine Weihnachtsüber- raschung für ihn, Hans Egon, gehandelt hätte? Aber war sie nicht nach jener Szene noch hin- gebender und zärtlicher al- sonst gewesen? Er muhte nur immer imstande sein,- ihre kostspieligen Launen zu befriedigen, dann brauchte er keinen Mann zu fürchten. Und er war ja nun auf dem besten Wege, jenen Reichtum zu erlangen, der auch Dolore- Ansprüchen mit dienstbar sein sollte. Die- unscheinbare Deschöpfchen, diese Birgit mit dem goldenen Millionenhintergrunde, hatte er schon jetzt völlig in feiner DeWalt. War sie erst seine firau, und das würde sie bald sein, so würde er zugleich mit ihr und ihrem Reichtum auch die schöne Tänzerin für Immer besitzen. Die Wolken, die fein leichtsinnig schönes Deslcht verdüstert hatten, wurden von einem strahlenden Lächeln verscheucht, al- er jetzt Dolores er blickte. Sie kam zur Tür herein in einem nil- grünen, schleppenden Rachtgewand au- Seide, über da- sie einen Spitzenübrrwurf, mit Schwan verbrämt, gewor'en hatte. Wie ein verschlafenes Kind reckte sie die herrlichen Arme und sah den Mann halb zärtlich, halb schmollend an. Krisenunterstützung nicht a l s Einnahmen anzurechnen sind. Angesichts der gegenwärtigen auherordentlichen Rotzeit habe er keine Bedenken, dah solche Zuwendungen unberücksichtigt bleiben, und er ersuche die Arbeitsämter entsprechend zu unterrichten. ,e Unbestellbare Briefe und Postkarten. Bei der Oberpostdirektion in Darmstadt mußten im Zahre 1931 5460 Briefe und 7072 Postkarten, sowie zahlreiche Drucksachen, die infolge ungenügender Anschrift weder dem (Empfänger aus- gehändigt, noch an den Absender zurückgegeben werden konnten, vernichtet werden. Hierdurch mögen für die Beteiligten Unannehmlichkeiten mancherlei Art entstanden fein. Auch wird das Fehlen dieser Sendungen zu ungerechtfertigten Lorwürsen gegen die Postverwaltung und ihre Beamten Anlaß gegeben haben. Ohne genaue und vollständige Anschrift des Empfängers, zu der bei größeren Orten außer dem Dor- und dem Zunamen der etanb, die Strahe und die Hausnummer gehören, ist die Zustellung einer Postsendung selbst dem findigsten Zusteller nicht immer möglich. Auch ist es unumgänglich nötig, auf allen Postsendungen stets Name, WohnIch hab dir verzieh«! Vornan von Lloiilde von Ltegmann «Stein. Copyright by Martin fieuchtwanger, Halle. war. Hier zog er vor einem verschlossenen Gartentor einen Schlüssel aus der Tasche und öffnete. Er durchquerte den herbstlich kahlen Vorgarten und wollte auch die Haustür öffnen. Zu feiner größten Verwunderung jedoch stieß er auf einen Widerstand. 0m gleichen Augenblick aber schlug brinnen ein Hund mit dünner Stimme an. Es wurde hell hinter der Tür im Vestibül: eilige Schritte vernahm er jetzt. Lind alsbald erklang Paolo-, des Diener- Stimme, hinter der Sicherheitskette: „Wer ist da?" „Ich bin eS!" sagte Hans Egon ungeduldig. „Was soll da- bedeuten? Seit wann kann ich mit meinem Schlüssel hier nicht mehr herein?" „Verzeihung, Herr", antwortete Paolo, der umständlich und absichtlich ungeschickt an der S.cherßeitskette hantierte. „Einen Augenblick, bitte. Ich glaube, hier ist etwas nicht in Ordnung. Es war neulich ein Einbruchsversuch verübt worden. Seitdem haben wir eine Sicherung. Aber sie scheint nicht zu funktionieren. Och werde sofort Werkzeug holen." HanS Egon trat ungeduldig von einem fiufj auf den anderen. E- paßte ihm durchaus nicht, hier in der Kälte zu warten. Plötzlich glaubte er ein Geräusch zu hören. Ding da nicht die Hinterpforte? Aber im gleichen Augenb.ick rollte ein Wagen vorüber, übertönte die leisen Schritte, die er zu hören vermeinte. und schon klirrte von innen her Werkzeug — der Riegel wurde zurückgefchoben. Mit undurchdringlichem Gesicht öffnete Paolo dem Grafen die Haustür. ..Melden Sie mich", sagte Hans Egon. Paolo zuckte bedauernd die Achseln. „Madame erwartete den Herrn Grafen nicht mehr und hat sich, da sie von der Probe sehr ermüdet war. schon zur Ruhe gelegt Herr Graf bemühen sich vielleicht in den grünen Salon? Och werde Madame wecken." Hans Egon legte ab und trat in den wohlig erwärmten Raum. Aber da- Behagen, das ihn zuerst umfangen, wich einer leichten Unruhe. War da nicht ein frember Zigarettengeruch, der undefinierbar, aber doch erkennbar den Raum erfüllte? ES war weder feine englische noch die ägyptische Sorte, die Dolores bevorzugte. Sein Mißtrauen, da- er nur mühsam niedergerungen hatte, erwachte von neuem und stärker, angesichts der fo sorgfältig gesicherten Tür. von deren neuem Mechanismus ihm Dolore- nicht- erzählt hatte. Was halte sie doch neulich gesagt, als er sie wegen der Geschichte mit dem ü beide le um und eien Kunsthändler finsfard zur Rede stellte? Hatte er ihr damals mit Recht geglaubt, al- sie ihm unter Schwüren und Tränen versicherte, daß es sich Kriminal-Hauptwachtmelster Seih oon der werbepolizei wurde zum Sriminal|efretär ernannt. •• Reichsbahn-Personalie. Reichs- bahnobrrinspeltor K l i f f m ü 11 e r, Vorstand der hiesigen Fahrkartenausgabe, Gepäck- und Eilgutabfertigung, wurde mit Wirkung vom 1. Dezember zum Reichsbahn-Güteroberinspektor ernannt. ** Kriminalpolizei-Personalie. Der Ge- Bezugspreissenkung. Dom 1. Januar an roirb der Bezugspreis für den Gießener Anzeiger gesenkt auf Wohl versuchte eine innere Stimme in ihr, gegen die Betäubung ihrer Sinne anzuklingen, aber diese Stimme wurde leiser und leiser unter dem zärtlichen Flüstern seines Munde-, der sich dem ihren näherte. „Birgit. Birgit!" flüsterte er noch einmal, und chr Harne war chr plötzlich wie eine Kostbarkeit, neu geschenkt von dem Manne, der so jäh von ihrer Seele Besch ergriffen hatte. Sie schloß die Augen. HanS Egon beugte sich mit einem triumphierenden Lächeln über ihr hingebendeS Mädchenantlitz und küßte den zarten Wund, den noch kein Mann berührt. Mit einem unterdrückten Schluchten des Glücke- nahm sie den ersten Kuh des Geliebten entgegen — und bann. In einer jähen Aufwallung Der Leidenschaft, schlang sie ihre Arme um den Halde- schonen Mannes. „Du", flüfterte sie selbstvergessen, und sah strahlend zu dem Gesicht auf, da- seit Wochen durch ihre Träume gegangen, „sag' mir noch einmal, daß du mich nebst, daß du mein fein willst — die in dem verträumten, blumendurchdusteten Wintergarten die Welt um sich vergessen hatten. „Wollen wir tanzen, Liebling?" fragte HanS Egon. Birgit erwachte wie auS einem tiefen Traum. »Tanken — jetzt? Vor den Blicken aller anderen kühl und fremd zu dir sein? Och kann es nicht, Hans Egon. Och möchte mir diese Stunde nicht entweihen. Bitte, bringe mich nach Hause. Och werde mich mit Kopfschmerzen entschuldigen. Die gütige, alte Exzellenz wird da- verstehen." „Roch einen Kuh , drängte er helh, und zog die Erschauernde wiederum on sich. Mit einem verlegenen Lächeln strich sich Birgit über ihr Haar, ehe sie mit HanS Egon wieder in den Ballsaal zurückkehrte. Die Exzellenz stand zufällig in der Rähe und sah die beiden mit einem prüfenden Blick an. als Birgit jetzt eine Entschuldigung stammelte. Die alte Dame verstand und machte ein spitzbübisches Gesicht. „Oa, gehen Sie nur. Kindchen. Och kann mir wohl denken, daß der Ball Sie heute weiter nicht interessieren wird." Birgit dankte ihr mit einem lieben Lächeln und schritt an Hans Egons Arm wie im Traum zwischen den tanzenden Paaren hinaus aus dem Saal. Sie liefe es geschehen, dafe er ihr den Pelz umlegte, chr in den Wagen hals, sich neben sie setzte und von neuem den Arm um sie schlang. War es wirklich kein Traum, daß sie hier mit dem geliebten Manne ganz allein durch die nächtlich stillen Strafeen fuhr? Und sie schmiegte sich an ihn, dessen Gedanken, chr unbewuht, ganz andere Bahnen wandelten. Der Vater schlief schon: seine Fenster waren dunkel. Birgit schickte das wartende Mädchen au Bett. 6ie wollte jetzt allein sein. Allein schritt sie durch die kühlen Korridore. In denen ihre Tritte seltsam verlassen hallten. Leise drückte sie auf die Klinke ihrer Schlaf» zimmertür. Süßer Rosenduft drang ihr entgegen — und da wußte sie mit wachen Sinnen: nein, e- war kein Traum: alle-, alle- war Wirklichkeit! Hier in diesen Rosen dufteten die ersten Verräter einer Leidenschaft, die ihr Leben so plötzlich verändert hatte. Sie nahm die herrlichen Blüten aus dem Silberkelch, streifte die bescheidenen Maiglöckchen, die daneben standen, mit einem mitleidigen Blick. Die glühende Fülle der Rosen an ihr Herz drückend, verschwand sie in ihrem Schlafzimmer. Rosendust umschwebte sie, al- sie In den ersten Traum hinüberschlummerte — HanS Egon- schone- Gesicht beugte sich über sie und flüsterte chr noch einmal beifee Liebesworte zu. Inzwischen schritt Hans Egon von Rauenstein mit hochgeschlagenem Mantelkragen weiter und Weiter, brS et in einer Billenstrafee angelangt vertrauen? Vertrauen auch, wenn böse Zungen dir aegenüber etwas anderes behaupten wollen, al- Das, wa- ich dir sage? Du. du allein bist die Frau, die ich immer gesucht habe. Hätte ich dich nur eher gesunden! Rie, Birgit, ich schwöre e- dir, wäre je eine andere Frau in meine Gedanken gekommen. Aber nun sollst du das einzige, angebetete Gestirn an meinem ßcbenSfeimmel fein; alle- andere mufe verblassen, solange mir die Sonne deiner Liebe scheint." Mit seligen, gläubigen Augen hatte Birgit den heihen Beteuerungen au- dem geliebten Munde gelauscht. Ohre Hände falteten sich unwillkürlich zum Gebet. Etn frommes Kinder» lächeln lag um ihren Mund Die weichen Klänge eine» Wiener Walzer« tönten lockend zu den beiden Liebenden herein. ” Dle Museen und der Heidenturm sind am ReujaferStage geschlossen. Vorzügliche Wintersportver- hältnisse im Vogelsberg. Rachdern gestern nachmittag über dem Vogelsberg noch ein Schneeschaucr niederging, haben sich die Schnee- verhältnisse wesentlich gebessert. Es liegen zur Zelt 25 Zentimeter Schnee, davon 10 Zentimeter Pulverschnee. Das Wetter ist sehr Har, die Temperatur liegt 10 Grad unter Rull und Dürfte voraussichtlich während der nächsten beiden Tage kaum eine Aenderung erfahren. Die Sportmöglich- feiten im Vogelsberg sind zur Zeit ganz ausgezeichnet. •• Keine Anrechnung von Winterhilfe auf Krisenunter st ützung. Reichs- arbeitsminister Dr.Stegerwald hat verfügt, daß einmalige oder vorübergehende Zuwendungen an Arbeitslose, insbesondere Spenden im Rahmen der Winterhilfe, bei der Bemessung der und Onbuftrie und Handel treten für diese Waren in freien Wettbewerb. Die Preisentwicklung totrb vom Reichskommissar beobachtet werden. ee Spanien im Filmbild. Zn der 8. fluU turfilm-Sorftellung, die das Lichtspielhaus, Bahn- bofftrafee, in Gemeinschaft mit dem Goeihebund am Sonntag, 3. Januar, 11.15 Uhr. verar.stallet, kommt ein Film zur Vorführung, der das Znteresse vieler Freunde des Kulturfilmes f.nden dürfte. Der Bildstreifen führt nach Spanien, dem Land der Sonne, mit seinen paradiesischen Tälern, mit seinen tausendjährigen Städten, seinen Bergen und seiner lempe- ramentvollen Bevölkerung. Der Besucher wird den Golf von Biscayo, die Dolksspiele der Basken, die altkaft.Uanischen städte und den sagenhaften Königs- palast Alkazar, die Dörfer in den Pyrenäen, die Städte Granada, Madrid, Barcelona kennenlernen und den Zauber uralter Märchen, wie auch den Reiz des modernen Weltbades San Sebastian erleben können. In weiteren Abschnitten de» Filme» werden die Weltausstellung in Barcelona, der Rationalpalast und schließlich ein Stierkampf gezeigt, der ja für jeden Spanier da» Erlebnis ist. Die Freunde der Natur, der Kunst, der Arch lektur und des bewegten volklichen Lebens dürften in dieser Film vor- ftcllung viel Freude erleben, (siehe heutige Anzeige.) " Reue Kurse in Sinhertskurz- schrift. Die Erste Re.ch-kurzschriftgesellschaft Dießen beginnt am Freitag, 8 Oanuar 1932, 19 Ufer, in bet Pestalozzlschule, Rordanlage, für Damen und Herren einen An'änger-Lehrgang in bet Einheil-kutzschrift. Das Unterricht-gelb ist, wie man uns mit teilt, den heutigen wirttchaft- lichen Dethällnissen entsprechend auf 7 Mark herabgesetzt worden. Außerdem erhalten öt- werbslose besondere Vergünstigungen. Zur Fortbildung beginnen neue Redeschrift-, F:rtbildungs-» Praktiker» und Diktatkurse. (RähereS in der heutigen Anzeige.) •• Autounsall. Gestern gegen 17 Ufer ereignete sich bei Lollar ein schwerer Autounfall. Der Oekonom Hammel aus Büdingen fuhr mit einem Personenwagen in der Richtung von Gießen nach Lollar. Äun vor dem Lollarer Wald kam der Wagen infolge der Glätte der Straße ins Schleudern und fuhr gegen einen Baum. Die Ehefrau Hammel- erlitt durch den heftigen Anprall einen Oberschenkelbruch und muhte von der Gießener Freiwilligen SanitätSkolonne nach der Chirurgischen Klinik gebracht werden. 5Xrt Wagen wurde erheblich beschädigt. ' Die Maul- und Klauenseuche iw Oberhessen. 0nRödgen, Kreis Friedberg, ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Ort und Gemarkung Rödgen sind zum Sverr- bezirk, die Orte und Gemarkungen Schwalheim und Wisselsheim zum Beobachtungsgebiet erklärt. Oberbeffen. Gesangvereins-Jubiläum in Laubach. D Laubach, 30. Dez. Der Gesangverein .Eintracht" beging im Saale deS „Schützenhofes" in einfacher, aber würdiger Weise die Feier seines 50jährigen De - st e h e n s. Der offizielle Festakt wurde mit dem Chor .Gott grüße dich" — gesungen von den aktiven Mitgliedern — eröffnet. Rach einem Prolog und einem schönen Kinderspiel hielt der Vorsitzende Franz Gä b i s ch die Festansprache. Dabei gab er einen Rückblick auf den Entwicklungsgang des Verein-. Die stattliche Mltgliederzahl beweise feine heutige Stellung und Leistungsfähigkeit nach außen hin. Mit der Mahnung, getrost in die Zukunft zu schauen, und dem Wunsche, daß der „öintracfet" eine weitere friedliche Ent- toitflung beschieden fein möge, schloß der Redner seine Ausführungen. Anschließend sand ein Theaterstück beifällige Ausnahme. Sodann überbrachte Bürgermeister Högy die Grüße i d Wünsche der Stadt Laubach und forderte dieM.t- gliebcr auf, sich auch weiterhin die Pflege bei deutschen Liedes angelegen sein zu lassen. 0m Anschluß daran erfolgte die Ehrung von 13 Iubi- Devisen anfordern. Die Lieferung dieser ausländischen Zahlungsmittel b.S zu der zugelassenen Hohe deS Gegenwertes von 200 Mk. kann von der Reichsbank auf Grund der gesetzlichen Vorschriften nach Darlegung triftiger Gründe nicht verweigert werden, obwohl durch diese Onan- spruchnahme der Devisenvorrat in Deutschland zum Rachteil der viel dringlicheren wirtschaftlichen Erfordernisse geschmälert wird. Angesichts der gegenwärtigen Verhältnisse und mit Rücksicht auf die dringenden Rotwendigkeiten unseres Wirtschaftslebens sollten Vergnügungsreisen nach dem Auslande besser unterbleiben, insbesondere dürfte eS sich empfehlen, im Hinblick auf die großen Schw.erigie t:n, die Frankreich, entgegen aller schönen Worte seiner Vertreter, jetzt wieder unserem deutschen Volke in der Reparationsfrage bereitet, diesem Lande nicht auch noch deutsches Geld durch überflüssige Reifen zuAuführen. Man nehme sich auch bei uns das mustergültige Beispiel der Engländer, die sofort nach dem Eintritt der Schwierigkeiten des Pfundes die Parole deS Daheimbleibens ausgaben und auch konsequent befolgen, zum Vorbild, und diene dadurch dem eigenen Volke und der heimischen Wirtschaft, Aumal es in Deutschland wirklich genug landschaftlich schöne Gegenden und Wintersportplätze gibt, an denen man sich auch im Winter erholen kann. Vornotizen. — Tageskalender für Donnerstag. Etadttheater Gießen: „Lampaci vagabundas“, 19.30 bis 22 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ra- dellen". — Tageskalender für Freitag (Neujahr). Stadttheater Gießen: „Marguerite : 3", 19.30 bis 22 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: .Kadetten". — Astoria-Lichtfpiele, Seltersweg: ^Der Siri- minalreporter oon Ehikago" und ..Atlantic Eity". — Aus dem Stabttpeaterbureau wird un- geschrieben: Heute, 19.30 Uhr, Silvester- Vorstellung im Etadttheater Gießen. Erstaufführung der Zauberpofie: .Lumpacivagabundus" von Oohann Restroh mit Gesang, Musik. Tanz und vielerlei sonstigen Silvester- und Reujahrsüber- raschungen. Spielleitung dieses Werke-, da- in völlig neuer Onhenierung und Ausmachung in Szene geht, hat Karl H e y s e r, musikalische Leitung Fritz E u j 6 , choreographische Leitung Ewald Bä ulke. 12. Vorstellung im Mittwoch abonne- ment. Gewöhnliche Preise. Ende 22 Ufer. — Morgen, Freitag, als Reujahrsveranstaltung zum letztenmal das Lustspiel: „Marguerite: 3" von Fritz Dchwiefert als Werbe-Vorstellung zu kleinen Preisen. Beginn: 19.30 Ufer; Ende 22 Uhr. — SamStag, 2. Oanuar. 15 Ufer, geschlossene Vorstellung für die Erwerbslosen, .Sturm im Wasserglas". Komödie voit Bruno Frank. Ende 17.15 Ufer. (tzi?s;errer Wochenmarltpreise. • Gießen, 31. Dez. Es kosteten auf dem heutigen Wvchenmarkt: Kochbutter Pfund von 0,90 Mark an; Butter 1,00 bis 1,10; Matte 25 b.s 30; Wirsing 7 bis 8; Weißkraut 5 bis 6; Rotkraut 7 bis 8. gelbe Rüben 8 bi- 10; rote Rüben 8 bis 10; Spinat 15 bi- 20; Unter-Kohlrabi 5 bis 6; Grünkohl 10 biS 12; Rosenkohl 15 bis 20; Feldsalat 80 bis 1,00; Tomaten 50 bis 60; Zwiebeln 10 bis 12; Meerrettich 35 biS 70; Schwarzwurzeln 25 bis 35; Kartoffeln 4; Aepfel 8 bis 10; Birnen 8 bis 10; Dörrobst 30 biS 35; Enten 80 bis 1,00; Honig 40 bis 50; junge Hähne 80 biS 90; Suppenhühner 70 bis 80; Gänse 80 bis 90; Rüsse 35 bis 40; Käse (10 Stück) 50 bis 1.20; Tauben S!ück 50 bis 60; Eier 12 biS 14; Blumenkohl 20 bis 60; Endivien 8 biS 10; Ober-Kohlrabi 8 bis 10; Lauch 5 b.s 10: Rettich 10 biS 15; Sellerie 10 bis 40: Kartoffeln Zenter 3,00 bis 3.50; Weißkraut 3,00 biS 3 50; Wirsing 4,00 bis 5,00; Rotkraut 4,00 bis 5,00. Vorwärts 1932! In dieser Zett, die, voller Haß und Sttett, erschüttert deines Glaubens Tempelbau, verfällst du leicht in Ungerechtigkeit und siehst die ganze Erde grau in grau. Und doch gibt# Freunde noch die mit dir gehn, die deine Sorgen und die dich verstehn: Es albt noch Menschen, die nicht fröhlich sind, sobald dein Weg durch Not und Tränen geht, und mancher lebt, der nicht nur nach dem Wind die Fahne seiner Ueberzeugung dreht. Es gibt noch manchen Menschen in der Welt, der gütig, eyrlich, frei sich zu dir stellt! Wo» dir das neue Jahr auch bringen mag: Schau' nur auf die Vergangenheit zurück. Ein Lachen und ein Lied an manchem Tag blieb als Erinnern dir und schien dir Gluck. Noch lebst du! Und bedenk, was du gewannst, daß Sonne du und Lenz bald sehen kannst! Puck. Oie Durchführung der Mietsenkung. 3m Anschluß an die Verordnung des Reichs- ärbeitSministerS und des Reichsministers der Justiz zur Durchführung der Mietsenkung vom 15. Dezember 1931 ist nunmehr die hessische Verordnung zur Durchführung der Mietfenkung vom 23. Dezember erschienen. Kommt ein Einverständnis über die Hohe der Friedensmiete oder über die Ermäßigung deS Mietzinses für Altwohnungen nicht zustande, so entscheidet auf Antrag eines DertragSteils daS Mieteinigungsamt, dem der Vermieter die erforderlichen Unterlagen vorzulegen hat. Wird ein Einverständnis über die Ermäßigung deS Mietzinse- für Wohnungen, die in Reubauten oder durch Um- oder Einbau in Althäusern nach dem 1. Juli 1918 neu geschaffen wurden, nicht erAielt, so entscheidet auf Antrag eineS VertratzsteilS in den Städten mit Städteordnung die Bürgermeisterei und in den Landgemeinden daS Kreisamt. Degen die Entscheidung der Bürgermeisterei und deS KreiSamtS ist die Anrufung deS Ministers deS Innern zugelassen. Jetzt keine Vergnügungsreisen ins Ausland! Trotz der außerordentlich schwierigen Wirt- — Immer werde ich es dir sagen. eS hören willst, daß ich dich liebe, dafe tch dein bin. Süfee Birgit, ich kann es kaum fassen, daß ich dich errungen habe. Wirst du mich lieben, immer lieben? Wirst du mir immer es, wie unS mitgeteilt wird, immer noch Leute in Deutschland, die gerade in dieser Zeit Vergnügungsreisen nach d ' . besondere nach Frankreich, unternehmen und dazu KL iftfi;?Qm ’rfs Liid, ?on erleben ^rnesmetbej „er .^Qtionab Mdttia r v üreunbe 5 runö des be. "Kr Filmvor, “eW.*W xitgMschch 'Januar 1932 Anlage. sÄr Ä^Sang in ^chlsgrlh ist. 3^ Ärtschaf^ M l Aark erhalkn Lr. len. Zur gort, tfirtbilbunträ«, m dn Haien U Hr er, er MunfalL ’ingen fuhr mit ung von Diehen rer Duld kam «r Straße ins n Daum. Die ) den heftigen md mhte von itSkolonne nach t werden. Ser enfeuche in reis Friedberg, Egebrochen. ch zum Sperren Schwalheim zSgebiet erklärt. in Laubüch. Kefangver« .m Saale des würdiger Weise rigen De« wurde mit dm ;en von den al« ch einem Prolog hielt der Dor« lnsprache. Dabei ntlviiÜmigsgang glicöerzahl be« LißungsWg« ährMg. getrost dm Wunsche, friedliche Ent« ilofo der Seiner send fand ein . tzodanlt über« die Grüße 1 d orderte dieM.t« die Pflege des , lallen. 3m An« g von 13 3ubt« —__ Deihnachtsüber- handelt hatte? Szene noch hin« 1 Msen? e sein/ ihre kost« dann brauchte er er war ja nun ichtum zu erlan« chcn mit dienst- en. diel- itergrunde. hatte Slt Dar!« lem. SS* •'S«. 'Ä'verschuld W au fWJL die lores umntt »s?5 L?" S-s 0 14 " *’ M ** •" 6,‘ W ewas W LKS "tl°d .4 um}11® Die Gporthelden des Jahres 193-1. 13 18 4 ■s - ■ c w RM । SW H 1. Wolfgang do n Gronau, überquerte In zwei Etappenflügen den Nordatlantik. 2. Der Breslauer Schwimmer G. Deutsch gewann in Paris die Europameisterschaft im 200» Meter-Rückenschwimmen. 3. Jsmayr (München) stellte im olympischen Dreikampf (Reißen, Stoßen, Drücken) mit 695 Pfund einen neuen Weltrekord auf. 4. Rüßlein gewann gegen Roman Rajuch die deutsche Berufsspieler-Tennismeisterschaft. 5. Herta Wunder (Leipzig) stellte einen neuen Weltrekord im 100-Meter-Brustschwimmen auf. 6. Rudolf C a r a c c i 0 l a gewann das italienische 1000-Kilometer-Auto-Rennen sowie die Rennen auf dem Rürburg-Ring und auf der Berliner Avus. 7. Günter G r 0 e n h 0 f f errang einen Weltrekord im Langstreckenflug für Segelflugzeuge. 8. Max Schmeling verteidigte erfolgreich seinen Wellmeistertitel gegen Stribling. 9. Ellen B r a u m ü l l e r (Berlin) verbesserte mit einem Wurf von 40,29 Meter den Damenwellrekord im Speerwerfen. _ 10. Marga von Etzdorf erreichte im Sport- flugzeug von Berlin aus die japanische Hauptstadt Tokio. 11. Eugen Mühlberger, Europameister in der Federgewichtsklasse der Schwerathleten, stellte einen neuen Weltrekord im Gewichtsheben beim Fest der Frankfurter Sportpresse auf 12. Hanni Köhler durchquerte Vorderindien mit dem Motorrad. 13. Der englische Rennfahrer Campbell stellte mit 395 Stundenkilometer einen Geschwindigkeitsweltrekord für Automobile auf. 14. Der Mittel- und Langstreckenläufer Süh- ring errang auf der 5000-Meter«Strecke mit 14:49,5 'einen neuen deutschen Rekord. 15. Ernst Übet, der deutsche Kunstflieger, star- tete mit größtem Erfolg beim Welttreffen der Kunst- flieget in den Vereinigten Staaten. 16. Walter Somali gewann bei den Radrenn- meistersckaften in Kopenhagen die Weltmeisterschaft der Steyer. 17. Der englische Fliegerleutnant S t a i n s f 0 r t h. der Sieger beim Schneiderpokalrennen, erreichte eine Stundengeschwindigkeit von 724 Kilometer, wurde aber kurze Zeit darauf bei einem Absturz getötet. 18. Cilly Außen erwies sich beim Tennisturnier in Wimbledon als beste Spielerin der Welt. 19. Wolf Hirth, der Stuttgarter Segelflieger, kreiste im Segelflugzeug über den Wolkenkratzern von Reuyork. 20. Elli Beinhorn, die junge deutsche Sport« füegerin, durchquerte ohne Begleiter Nordafrika und startete zu einem neuen Asienflug. 21. Der Hamburger Zehnkämpfer Sievert erzielte bei den deutschen Mehrkampfmeisterschaften eine so hohe Punktzahl, daß er jetzt als zweitbester Zehnkämpfer der Welt gilt. laten, denen der Vorsitzende mit Worten der Anerkennung Ehrenurkunden überreichte. Zum Schlüsse ehrte der derzeitige Dirigent der ^Eintracht". Lebtet Flath (Geilshausen), den Verein durch die Uebetteichnng eines Geschenkes. Lanvtre»s Grctzen. X Wieseck, 30. Dez. Die Weihnachtsfeier des , in diesem Winter zehn Jahre bestehenden Evan- jgelischen Frauenvereins brachte zu Sang und Klang aus Kindermund, einem ein- drucksvollen Vorspruch und einer Ansprache des Ortsgeistlichen zwei Lichtbilderreihen: „Christliche Frauen", und „Weihnachtssitten und «gebrauche in aller Welt", die stud. phil. Kling erläuterte. 3 Daubringen, 30.Dez. Der Gesangoer. ,| e in Saubringen (Dirigent: Lehrer Eberle, 2öIIar) veranstaltete in seinem Dereinslokal von Weimer eine schön verlaufene Weihnachts- feier. Der Vorsitzende, Kaufmann Wilhelm Roth, begrüßte die Teilnehmer. Männerchöre unter Leitung des Vorsitzenden und zwei Theaterstücke füllten den Abend aus. ' Daubringen, 30. Dez. Die alljährlich . größte Kaninchen-Aus st ellung Hessens, die Schau des Landesverbandes Hessischer Kaninchenzüchter, findet am 2. und 3. Januar in unserem Orte statt. Die Organisation und Leitung der Ausstellung ist dem Klecntierzuchtverein Daubringen übertragen worden. * Grohen-Buseck, 31. Dez. Der hiesige Gesangverein „Heiterkeit" hielt am zweiten Weihnachtsfeiertag im Saale von Gastwirt Drück seine Weihnachtsfeier ab. Chorlieder unter Leitung von Chormeister Konrad Aicolai ernteten reichen Beifall. Zwei flott gespielte Theaterstücke und Tanz unterhielten die zahlreichen Gäste. ' Hattenrod, 30. Dez. Am zweiten Weih« ntofeiertag hielt der G e s a n g v e r e i n „E i n- k tracht" fein Wintervergnügen ab. Drei flott zur Aufführung gebrachte Theaterstücke unterhielten die Teilnehmer sehr gut und sanden lebhaften Beifall. Musikalische Darbietungen, Chor- ü ort rage und Gesangseinlagen füllten die Pausen. Tanz beschloß den harmonisch verlaufenen Abend. s- H a u \ e n, 30. Dez. DerTurnvereinl864 hausen veranstaltete in der Gastwirtschaft „Zur Iohneiche" eine turnerische Abenbunter- Haltung. Die Schülerinnen führten einen Reigen auf, bie Knaben zeigten Stabübungen unb turnten am Barren unb am Pferb Die Allersriege überraschte mit wohlgelungenen Stabübungen, unb bie aktiven Turner führten fehl' exakte Freiübungen aus, turnten außerdem am Barren, Reck unb am Werb. Alle Vorführungen zeigten, baß Turnwarte unb Turner mit Lust unb Energie gearbeitet hatten. ‘t>er Vereinsvorsitzenbe K. Freitag hielt eine kurze Anspracke. Musikalische Darbietungen umrahmten die Vorführungen. u. Lang-(e)öns, 30.Dez. Der Gemeinderat befaßte sich in seiner jüngsten Sitzung mit der Gemeinderechnung f ü t das Jahr 193 0. Die Rechnung weist an Gesamteinnahmen aus dem Betrieb 140 017,56 Mark aus, denen Ausgaben in Höhe von 128 359,44 Mark gegen- überstehen. Es verbleibt demnach ein Rechnungs- rest von 11 658,12 Mark. Die Vermögensrechnung schließt mit einer Einnahme von 3468 Mark und einer Ausgabe von ebenfalls 3468 Mark ab, die den einzelnen Fonds zugeführt werden. D L i ch, 29. Dez. Die hiesige Beamtenschaft Halle den Vorstand des Vereins für Handel «unb Gewerbe, sowie alle sonstigen Gewerbe- 5 und Hanbeltreibenben zu einer Besprechung in ben I „Holländischen Hof" emgelaben. Unter bem Vorsitz oon Lehrer Meckel tauschten Beamte unb Ge- £ merbetreibenbe ihre Meinung herüber aus, wie bie Ä jtotoerorbnung unb bie Preisbilbung miteinanber ' in Einklang gebracht werben könnten. Im allge- 4 meinen soll vorerst abgewartet werben, wie sich die Preisgestaltung für bie Lebensbebürfnisse in ■ ncidjfter Zeit auswirkt. Einzelne Berufszweige haben sich aber jetzt schon bereit erklärt, burch Preisherabsetzung ben Staufern entgegenzukommen, namentlich bann, wenn bie Warenabgabe gegen & Barzahlung erfolgt. "Obbornhofen, 28. Dez. 3n unserem Dorfe, dos im Verhältnis zu seiner Einwohnerzahl von e5D Seelen schon von jeher viel alte Leute zahlte, leben zur Zeit 39 Einwohner, die das Alter von 7 0 Jahren überschritten hoben. Darunter sind sechs Männer uchd drei siü Frauen, die bereits über das 8 0. Lebensjahr hinaus sind, sowie drei Veteranen ren 1870/71. c m . II > Be11enhausen, 29. Dez. Aus Veranlassung des Denkmalpflegers, Prof. W a l b e (Darm- ftadt), wurde in diesen Tagen durch Arbeitslose ein altes steinernes Tauf- oder Weih- Wasserbecken, das sich seither an unb-achte- ler Stelle der Dorsstraße befand, an den Haupt- eingang der Kirche gebracht, wo es spateren Geschlechtern erhalten werden soll. ! Steinheim, 30.Dez. Im Saale von O. Hofmann hielt der hiesige S p 0 r t v e r e t n Jem >iesjähriges Wintervergnügen ab. Aach einer SHülervorstellung am Aachmittag wurde der Abend mit einer Begrüßungsansprache des Dor» sitzenden, Wilhelm Koch, eingeleitet. Zur Auf- sihrung tarnen mehrere Theaterstücke, teils ernten, weihnachtlichen, teils fjeiteren Jn&altS. Sie jmgendlichen Sarsteller entledigten sich ihrer Auf- gaben mit viel Geschick. Auch der Liedvortrag eines Sängers wurde beifällig ausgenommen. Die Darbietungen wurden von Musikstücken umrahmt. Hreio Vüvtngen u. Aid da 29. Dez Aachdem in diesem Jahre tat Gesamtverein des Vogelsberg e r H ö - henklubs, sowie die Zweigveteme Alsfeld, | Tübingen, Darmstadt, Lauterbach unb Schotten ißt 50. Stiftungsfest feiern tonnten, tann man auch die Selti 0 n Aidda auf 50 Ja hr e ’ \ jtzres Bestehens xurüdbliuen. Die goldene Jubel« feier findet am 16. Januar statt. •Slrciö Schotten Schotten, 30. Dez. Bei der schulärztlichen llntersuchung der Kinder, die in diese mSchuljahre iim erstenmal im ganzen Kreise durchgefuhrt wurde, muhte >n den hochgelegenen Ortschaften des Vogels- viraes festqeftellt werden, daß ein hoher Pro. der Schüler Sropfanlage z-rgt. Sn den tiefgelegenen Dörfern am Rande des Ge- ; b irges war diese Krankheitserscheinung nur ganz 1 0 neinzelt zu beobachten. Da man örztlicherseits immer mehr zu der Annahme neigt, baß bie jod - arme Gebirgsluft die Kropfbildung veranlasse soll versuchsweise in allen Schulsälen des Krei- ses Jod aufgi stellt werden, um die Lust in den Schulräumen mit schwachen Joddämpfen zu mischen. Es muß sich bann zeigen, ob bie Maßnahme aus- rcichenb ist, einen Rückgang bieser rein örtlichen Krankheitserscheinung herbeizuführen. § Ulrichstein, 31 Dez. Einer unserer alle» sten Ortseinwohner, Landwirt W:lh. Schar» mann L, vollendet heute sein 80. Lebensjahr. Der alte Mann ist körperlich und geistig noch von bemerkenswerter Rüstigkeit, legt noch oft weite Wege nach Aachbarorten zu Fuß zurück und versieht heute noch das Amt des Bau» schähers in unserer Gemeinde. — Der Männergesangverein Ulrichstein hielt am zweiten Weihnachtstage im Gtohfchen Saale seine Weihnachtsfeier ab. Der Vorsitzende, Maurermeister Fritz Appel, h.eh die zahlreich erschre- neuen Mitglieder und Gäste in einer kurzen Be- grühungsansprache willkommen. Bei angeregter Unterhaltung vergingen die Stunden sehr rasch, die aktiven Sänger trugen unter Leitung von Wilh. Daupert II. einige Lieder vor und ernteten reichen Beifall. — Der hiesige Zweigne r e i n des VHC. hiell am Sonntag im Grob'chen Saale seine Weihnachtsfeier ab Tierarzt M e i s t i begrüßte die Te lnehmer Sie DHC.- Jugenb brachte darauf einige Theaterstücke zur Aufführung, die lebhafte Anerkennung fanden. Die Pausen wurden mit musikalischen Darbietungen und mit Gedichtvorträgen der Jugend aus- gefüllt. k. Dodenhausen II, 29. Dez. Der neugegründete Heimat- und Wanderverein, der sich aus Mitgliedern der früheren Ortsgruppe des VHC. zusammensetzt, veranstaltete im Gasthaus Wenzel eine weihnachtliche Feier. Jn bunter Reihe bot die Jugend den zahlreichen Gästen durch Gedichte, Orchester und Solovorträge, sowie durch die Aufführung eines Weihnachtsspieles und eines Schwankes einige unterhaltsame Stunden. — Der M ä n n e r g e s a n g- verein (Dirigent Lehrer Zimmer) hielt seine Weihnachtsfeier am zweiten und am dritten Feiertag ab und erfreute durch die Darbietung von Chorliedern, Gedichtvorträgen und Lustspielen die teilnehmenden Mitglieder und Gäste. I Ober - Lais, 29. Dez. Am Abend des zweiten Feiertages veranstaltete der hiesige G e - sangverein „Liederfreund" im Saale des Gastwirtes Werner einen Unterhaltungsabend. Der Abend wurde eröffnet mit zwei vom Gesangverein „Liebersreund" mV.er Leitung seines Dirigenten. Lehrer Oberheim, vorgetragenen Chören. Im Mit elpunkl der Veransta'tung stand ein dreialtiges Schauspiel. Die Auf ührung, von Lehrer Oberheim mit Sorgfalt und viel Geschick vorbereitet, stand auf sehr hoher Stufe. Die Darsteller boten durchweg sehr ansprechende Leistungen. Die zahlreichen Zuschauer spendeten lebhaften Beifall. . ! G e b e r n, 29. Dez. Der hiesige Turnverein veranstaltete am zweiten Weihnachtsfeiertag einen wohlgelungenen Unterhaltungsabenb. Im Mittelpunkt bes Programms stanb bie Aufführung eines Lustspiels, bas sinngemäß bie Fortsetzung des im vorigen Jahre bei der gleichen Gelegenheit aufgeführten Lustspiels barstellte. Der 1 Torsihenbe, Reichsbahnassistent Stöhr, hielt eine kurze Ansprache: bie Kapelle bes Musikver» eins wartete mit einem schneidigen Marsch auf. Spielvereinigung 1926 Leihgestern. I Spvgg. Leihgestern I — VfB. Friedberg II 3:3 (2:2). Am ersten Feiertag weilte die 2. Mannschaft des VfB. Friedberg zu einem Gesellschaftsspiel | in Leihgestern zu Gast. Zu Beginn des Kampfes legten die Leihgesterner ein schönes und schnelles Kombinationsspiel vor unb konnten in ber zehnten Minute die Führung übernehmen. Dann kamen aber bie Gäste mehr auf, erzielten ben Ausgleich, aber nur kurze Zeit blieb es bei bem Gleichstand. Die Platzbesiher gelangten abermals zur Führung, bie aber bie Gäste kurz vor Halbzeit wie- berum ausglichen. Aach ber Pause ließen bie Platzbesitzer etwas nach, ber Gegner nützte bie Schwäche aus und stellte das Spiel auf 2:3 für sich. Im Endspurt holte aber Leihgestern das Tor wieder auf und gestaltete so das faire Treffen unentschieden. Für ben Rest ber Spielzeit gelang es keiner Mannschaft mehr, trotz aller Anstrengungen, zu Erfolgen zu kommen. Sonjas Konkurrent n siegt. 2m Aeuyorker Mabison Square Garben gelangte die amerikanische Kunstlaufmeisterschaft für Damen, die gleichzeitig als Ausscheidung für die Olympischen Winterspiele gilt, zum Austrag. Miß Maribel Dinson (Winchester) zeigte sich wieder allen Bewerberinnen überlegen und holte sich zum vierten Male hintereinander ben Meistertitel. Miß Vinson zählt neben der Wienerin Fritzi Bürger und ber Schwebin Aenna-Dive Hultön, beten Teilnahme ebenfalls sichergestellt ist, in Lake Pla- Gronhoffs irekordflug anerkannt. Der Internationale Luftfahrt-Derbanb hat bi« am 25. Juli von Günther Gronhoff (Frankfurt) mit 220,270 Kilometer ausgestellte Segelflugleistung als internationalen Rekorb anerkannt. Kurze Sportnotizen. Zu den Deutschen Bobmeisterschafte n am 9. unb 10. Januar in Schreiberhau wer» ben Teilnehmer aus Oesterreich, Frankreich, Polen, ber Tschechoslowakei unb ber Schweiz erwartet. DerDeutsche Bob-Verband wird nunmehr bestimmt die geplante Expedition zu ben Olympischen Winterspielen in Lake Placib ausführen. Amerikas Olympisches Komitee für Lake Placib hat für bie Kunstlauf-Wettbewerb« insgesamt je fünf Herren unb Damen gemeldet. M i t 1:0 fertigte die kanadische Eishockey- Mannschaft aus Ottawa in Kattowitz die polnische Aational-Vertretung ab. Weltmeister Clas Thunberg (Finnland) hat seine Meldung zu ben Europa-Meister- schasten am 9. unb 10. Januar in Davos abgegeben. S.Jl.-'fpoit cib zu den schärfsten Konkurrentinnen der Weltmeisterin Sonja Henie. Das Lustspiel fani> lebhaften Beifall, da sich die Darsteller (Mitglieder des Vereins) nicht nur mit viel Sorgfalt um die Aufführung bemühten, sondern sich auch mit viel Geschick ihrer Aufgabe entledigten. Der Abend war für den Turnverein ein großer Erfolg. ch Aus dem oberen Vogelsberg, 30. Dezember. Um die niedrigen Schweine- »reife nicht noch tiefer fallen zu lassen, organi- ierte eine Anzahl Gemeinden eine eigene Ab - atzorganisation, durch die sie ben Frank- urter Viehmarkt bireft beliefern. Sie erzielten babei bisher Preise über Aotiz. Man will diese Art der Diehverwertung auch im neuen Jahre fortsehen. Kreis 2tlsseld. xy Burg-Gemünden, 30. Dez. Der hiesige Turnverein hielt in ber Wirtschaft „Zum Felsenkeller" ein wohlgelungenes Wintervergnügen ab. Verschiedene Theaterstücke ernsten und heiteren Inhalts gelangten zur Aufführung unb unterhielten aus das Beste. Tanz beschloß die Veranstaltung. ch Nieder Gemünden, 30. Dez. Im vollbesetzten Saale des Gasthauses Schäfer hielt unsere Schule ihre Weihnachtsfeier ab. Ein gemeinsam gesungenes Lied eröffnete den Abend. Lehrer Lotz hiell die Begrüßungsansprache. Sein Dank galt allen denen, bie mitgeholfen haben, ben Abend oorzubereiten. In harmonischer Folge brachten dann die Kinder ein- unb mehrstimmige Lieber sowie Gebichte unb Weihnachtsspiele zu Gehör, an beren Vortrag sich auch bie Kleinsten beteiligten. In ben Pausen würben gemeinsam Weihnachtslieber gesungen. Im weiteren Verlauf des Abends gruppierten sich die Schüler um den Weihnachtsbaum und die Weihnachtsgeschichte wurde vorgetragen. Lehrer Lotz hielt eine ernste Schlußansprache. — Der hiesige Geflügelzuchtoereln hielt im Hinblick auf die vom 8. bis 10. Januar in Homberg ftattfinbenbe Bezirksausstellung eine Vorschau ab. (Einige Züchter hatten eine Reihe oon Ausstellungstieren verschiedener Rassen mitgebracht. Herr S ö d l e r nahm die Besprechung der Tiere vor unb erläuterte ausführlich, worauf ber Züchter fein Hauptaugenmerk zu richten habe. Zusam- menfaffenb betonte er, baß allgemein im hiesigen Verein ber Stanb ber Zucht als sehr gut bezeichnet werden könne. U Ober-Ohmen, 30. Dez. Der gemeinsame Familienabend des Gesangvereins „Germania" und W Turnvereins stand im Zeichen der Mitglirderehrung, die der Gesangverein „(Sermamu vornahm. Wie der Vorsitzende des Vereins mitteilte, wurde die Gründung des Vereins am 11. Januar 1864 vorgenommen. Bon den damaligen Gründern lebt nur noch einer, das Ehrenmitglied Johannes Strittet, der jetzt 67 Jahre treu z u seinem Ver- e i n steht. Ihm wurde für seine vorbildliche Treue ein schönes Diplom überreicht. Außer Ehrenmitglied (Stritter konnte der Vorsitzende, Heinrich Jäger, noch 11 weitere Mitglieder für 50 jäh - rige bzw. 25jährige Mitgliedschaft ehren. Förster Falk übermittelte die Glückwünsche für den Turnverein. Gesangliche und tut- ■>XV\1OOgr >* * * §nur0,25 Tabletten nur 0,20 nerische Darbietungen umrahmten die Mitglieder- ehrung. Maingau. WSR. Frankfurt a. W.. 30. Dez. Sine hiesige Pensionsinhaberin wurde durch ein reisendes Betrügerpaar schwer hereingelegt. Ts handelt sich um einen gewissen Walter Blum und eine Wilhelmine Scheer, die der Pension»- inhaberin vormachten, ihr holländische Dulden verschaffen zu können. Diese gab dem sau- I deren Pärchen ihre Ersparnisse in Höhe von | 1700 Mark, um damit den Ankauf der Dulden vornehmen zu können. Mit diesem selten Bissen verschwanden die beiden Betrüger aus Rimmer- Wiedersehen. Beben dem pekuniären Schaden hat nun die unvorsichtige Frau auch noch ein Verfahren wegen "Verstoßes gegen das Devisen geseh zu gewärtigen. Wirtschaft. Sie kommenden ZinSvereinvarongen. Berlin. 30. De;. (WTB.) Die Verhandlungen der Spitzenorganisationen der Banken und Sparkassen beim Lankenkommissor über die Regelung der Zinssätze am Geldmarkt dauern noch an. Die endgültige Regelung dürfte erst im neuen Jahre getroffen werden und von Beginn 1932 ab Geltung hoben. Für Spareinlagen wird den Spigenoerbänden ein Zinssatz von 4 Prozent und für Kündigungsgelder von 5 Pro- z e nL vorgeschlagen. Diese Sätze werden wahrscheinlich auch endgültig festgelegt werden. In der Frage der S o l l z i n s e n und Provisionen ist es bisher zu einer Entscheidung nicht gekommen! hierüber wird noch eingehend beraten. Es wird jedoch auch hier mit freiwilligen Vereinbarungen gerechnet. so daß aller Voraussicht nach ein zwangsweises Eingreifen des Bankenkommissars nicht nötig sein wird. Frankfurt fest. F r a n k f u r t a. TL, 30. Dez. Der heutige telephonische Esfektensreiverkehr von Bureau zu Bureau verzeichnete etwas lebhafteres Geschäft als an den Vortagen. Nachdem bereits gestern nach- mittag überwiegend Nachfrage bestanden hatte und die Sturfe leicht anzogen, war die Tendenz heute ausgesprochen f e ft. Es sollen größere Äauf- orbers, besonders aus dem Rheinlande, vorgelegen haben, die bei der Enge des Marktes zu mehr- prozentigen Aursbesserungen führten. Die wesentlich besseren Aussichten für eine günstige Entwicklung der französisch-englischen Reparationsverhandlungen fanden ebenso wie die Befestigung der Neuyorker Börse Beachtung. Am Aktienmarkt betrugen die durchschnittlichen Aursbesserungen 1 bis 2 Prozent. Für Spezialwerte, wie IG.-Farben, Reichsbank und Siemens stellten sich Erhöhungen um 3 bis 4 Prozent ein. Auch am Montanmarkt hielt die schon giftern gebesserte Nachfrage an, so daß sich auch hier durchweg Äursavaneen bis zu 2 Prozent ergaben. Der fe st verzinsliche Markt tendierte gleichfalls fester. Interesse erhielt sich vor allem für Liquidationspfandbriefe und Reichsaltbesitzanleihe, die erneut 1 bis 1,5 Prozent gewannen. 8prozentigc Goldvfandbriefe lagen ebenfalls bis 1 Prozent fester. JG.-Farbcnbonds und Reichsbahn-Vorzugsaktien gingen mit etwa 2 Prozent höheren Sturfen um, wahrend Reichsschuldbuchsorderungen nur Bruchteile eines Prozentes gewannen. Stadtanleihen und Morn- munafobligationen begegneten nur geringem Interesse. Tagesgeld war zu 7 Prozent etwas gesuchter. Freundliche (Hrundstimmunq in Berlin. Berlin, 31. Dez. (WTB. Funkspruch.) Der letzte Freiverkehr des alten Jahres hatte weiter freundliche G r u n b ft i m m u n g. Eine gestern gegen 18 Uhr plötzlich eingetretene -Iproz. Abschwächung her Reichsbankanteile, bie allerbings vorher um runb 10 Prozent gestiegen waren, wirkte sich auf bie Allge- meintenbenz nicht aus. Anscheinenb nahmen bie Deckungen ihren Fortgang. Der Materialmangel, ber durch das Nachlassen des Auslandangebotes schon seit Tagen herrschte, blieb bestehen. Am Aktien- markt setzten sich bie 21 n l a g e f ä u f e fort. Bekanntlich werben jetzt größere Gelbbeträge frei, einmal aus ben zum Jahresultimo fälligen ZZupon Diskontzahlungen, zum anbern aber auch aus ben am 2. Januar zahlbaren Auswertungsobligationen bert icnigen Inbustriegesellschaften, bie nicht um Stun- bung eingekommen sind. Allein der letztere Betrag wird auf etwa 80 Millionen Mark geschätzt. Einen guten Eindruck machte ferner die nunmehrige endgültige Festsetzung des Termins für die Repara- tionskonserenz am 18. Januar in Lausanne. Die Kurse setzten dann auch bei nicht sehr großem Geschäft allgemein bis zu 2 v. Sy fester ein, konnten allerdings bisher diese Gewinne nicht immer voll behaupten. Auch Reichsbankanteile eröffneten schon wieder 2 p. Sy über gestern abend. Lebhafteres In teresse zeigte sich für Montanwerte, besonders für die Aktien des Stahlvereins, für Mannesmann, Gelsen- kirchen unb horpener und für Schiffahrtsvopiere, m denen die Exekutionen nun endgültig aufgehört au haben scheinen. Am Elektromarkt konnten AEG. ihren gestrigen Höchststand behaupten. Auch für Schuckert und Gefsürel erhielt sich einiges Interesse. Schultheisaktien gaben von einem anfänglichen 3-v. H -Gewinn bie Hälfte roieber her Sonst fielen von Spezialwerten noch Deutsche Erböl. Rutgers werke und Dessauer Gas durch Festigkeit auf. Auch am '21 n I a g e m a r r t blieb bie Tertbenz f r c u n b 11 cf). 8prozentige Golbpsanbbriese besserten sich bis zu 1 Prozent, 7prozentige gingen etwa 1 Prozent unter ben 8prozentigen um. Die Altbesitzanleihe setzte ihre '2luswartsbewegung um 1 Prozent fort, auch Reichsschulbbücher lagen etwa 1 Prozent fester. Reichsbahnvorzugsaktien gewannen etwa 0,75 Pro jent, bie Farbenbonbs folgten ber Aktienbewegnng, liegen aber doch schon wieder etwa 6 Prozent unter den Aktien. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. Bl. Banknoten. Z0 Ve,«nbr, 31. ©eimter Hmilidx Jletienmq amflidx Jiotierung »eiP »rie< Meld »rief OelftngfctS . 5.994 6,006 5.994 6.006 Uten . . . 49.95 50.05 49.95 50.05 Hrofl . . 12,47 12.49 12.47 12.49 »utopefl . . 64.93 65.07 64.93 65.07 Sofia . . . 3.057 3.063 3.057 3.063 Holland . . 169,03 169.37 168.93 169.27 £41o . . . 78,42 78.58 77.67 77.83 ftopenbagee. 79.17 79.33 78.67 78.83 Stodbolm . 79.82 79.93 79.12 79.28 London . . 14.36 14,40 14.21 14.25 iBucnM atiH 1.068 1,072 1.068 1.072 9Jeunort . 4.209 4.217 4.209 4,217 förüffel . . . 58,59 58.71 58.49 53,61 Italien . . . 21,42 21.46 21.40 21.44 Pari« . . . 16.51 16.55 16.51 16.55 Schweiz . . 82,07 82.23 82.05 82.21 Spanien . . 35.76 35.84 35.76 35.84 Danzig . . 82.12 82.28 82.12 82.28 .lapan 1.498 1.502 1 .449 1.451 Wto de ?an.. 0.249 0,251 0.256 0.258 Jiifloflanrtea. 7,393 7,407 7.393 7,407 lliiiabon . . 13,04 13,06 12.89 12,91 Berlin, 30. »eiember (seid »rief dnienlanildie yioten....... 4,20 4.22 Selflifdie Noten......... 58,43 58,67 Tänildie Noten......... 78,99 79,31 Cnflltidie Noten......... 14,32 14,38 rttängofifdie Noten........ Halianviiche Noten........ 16,47 16,53 168.66 169,34 Jialienitdie Noten....... 21.35 21,43 Narwegifche Noten........ 78,24 78,56 SeuHth-Ceflcrretd), • 1OO Sdililirtfl — — Numaniiche Noten ...... 2.48 2,50 £diroecifdie Noten........ 79.64 79,96 Schweizer Noten......... 81.89 82,21 Gpanifdie Noten......... 35.63 35,77 Ungarifche Noten ...... Reichsbankdiskont 7 v. h., Lombordzinsfuß 8 v. h. Das Pfund wieder etwas schwächer. Berlin, 30. Dez. (WTB.) An den internationalen Devisenmärkten hat sich das englische Pfund, nachdem es mit 3,42 ( unverändert zu gestern eröffnet hatte, im Laufe dem Vormittags aus 3,4060 gegen den Dollar abgefchwächt! es war an den verschiedenen Plätzen angeboten, doch hielten sich die Umsätze in engem Rahmen. Gegen den Gulden stellte sich das Pfund auf 8,48, gegen den französischen Frank auf 86,80, gegen Zurich aus 17,43 und gegen die Reichsmark auf 14,32. Der D o*ll ar war kaum verändert. Die Reichsmark tendierte fester! fo zog sie in Amsterdam auf 59,20, in Zürich auf 122 und in Paris auf 606 an. Die Rorddevisen waren gut behauptet, ebenfalls die Südamerikaner, der französische Frank war wieder etwas fester. Am Rachmittag ergaben sich im allgemeinen keine größere Schwankungen, nur das englische Pfund ging weiter etwas zurück und gab gegen den Dollar auf 3,3925 bis 3,3950 nach, gegen den Gulden stellte es sich auf 8,47, gegen Paris auf 86,65, gegen Zürich auf 17,40 und gegen die Reichsmark auf 14,24. Der Dollar war eher etwas fester, auch der französische Frank zog leicht an. Die Reichsmark tendierte s e ft, in Amsterdam notierte sie 59,32, in Zürich 121,95 und in Reuyork 23,78. Die Rorddevisen lagen etwas schwacher, der holländische Gulden befestigte sich leicht, Japan schwächte sich weiter ab. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. RL, 30. Dez. Im Frankfurter Eiergroßhandel entwickelte sich zwischen den Jahren nur unbedeutendes Geschäft, obwohl die Anlieferung von frischen Eiern durch das unbeständige. meist kalte Wetter ziemlich gering war. Die Preise zogen für alle Sorten leicht an. zumal die Konkurrenz der Kühlhausware fast völlig weg- fällt Es notierten in Pf per Stück ab loco Frankfurt a. QU.; Bulgaren 9.50 bis 9.75. Jugoslawen 9,00 bis 9,50, Holländer 8.50 bis 12,00, Dänen 8.50 bis 12,50, Flandern 10,50 bis 11,00, Bayern 9.00 bis 10.00, Dt. Frischeier 8,00 bis 12,00, In- und ausländische Mittel- und Schmutzeier 7,00 bis 7,50. Kühlhauseier: Holländer 9,00, Bulgaren 8,00, Rumänen 7,50. Amtsgericht Gießen. Drei kleinere Verhandlungen entbehrten nicht eine» politischen Einschlags. In dem einen Fall handelte es sich wiederum um eine unzulässige Geldsammlung der KPD. die in einem Rachbar- ort einen Aufzug veranstaltet hatte, an dem auch der Angeklagte teilnahm. Während desselben sprang dieser und auch noch andere Teilnehmer aus dem Zuge in die angrenzenden Häuser und sammelten dort für ihre Partei Sie rechneten wohl, infolge deS Aufzugs auf eine erhöhte Debefreudigkeit. Der Angeklagte schloß sich dann wieder dem Zug an. Sr erhielt eine Geldstrafe von 10 Mark. Der zweite Fall betraf die unzulässige Verbreitung eines Plakats politischen Inhalts, daS dem Kreisamt nicht vorgelegt und von dem schlecht unterrichteten Angeklagten in einem benachbarten Ort der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht worden war. Seine nicht ungeschickte Verteidigung gipfelte barm, daß er die Zweckmäßigkeit der einschlägigen Ecsetzesstelle (§ 11 der Verordnung des Herrn Reichspräsidenten vom 28. März 1931) bemängelte, da daS Plakat nur die Ankündigung einer kommunistischen Versammlung enthielt, die schon auf andere Weife bekannt geworden war. Der Angeklagte wurde aber durch daS Urteil belehrt. daß es dem Richter keineswegs zufteht. rechtsgültige Verordnungen oder Teile derselben einer Rachprüfung hinsichtlich ihrer Zweckmäßigkeit zu unterziehen, und allerdings nur zur Minimalstrafe verurteilt. Im dritten Falle sollten drei nationalsozialistische Studenten verbotswidrig die Partei- kleidung öffentlich getragen haben. Sie bestand in gleichen schwarzen Mützen mit Totenkopfabzeichen und hatten die Form der Mützen der nationalsozialistischen Schutzstaffel. Es sehlte jedoch das sog. Hoheitszeichen, der Adler mit dem Hakenkreuz, ein für die Partei geschütztes Abzeichen. Das Gericht sprach die Angeklagten srei, da eine einheitliche Parteikleidung, die geeignet sei, ihren Träger als Mitglied der nationalsozialistischen Partei auch äußerlich zu kennzeichnen, nicht Vorgelegen habe, zudem auch andere vaterländische Verbände Totenkopfabzeichen trügen, so daß dadurch nicht ohne weiteres auf die Zugehörigkeit zur nationalsozialistifchen Partei geschlossen werden könne. In einem weiteren Falle galt es, die Reichs- anstalt für Arbeitsvermittelung und Arbeitslosenunterstützung vor Verlusten infolge betrügerischer Manipulationen Erwerbsloser zu schützen, die glauben, sich dadurch mühelos in den Genuß von Unterstützungen, die ihnen nicht zustehen, setzen zu können. Ein Gärtner und sein Arbeitnehmer hatten gemeinschaftlich Arbeitslosenunterstützung für letzteren auf Grund einer falsch ausgestellten Arbeitsbescheinigung des ersteren beantragt. Das Arbeitsamt wies den Antrag ab. da nach den an ihm gemachten Feststellungen die betrügerische Absicht auf der Hand lag. In dem gerichtlichen Rachspiel wurde der weniger belastete Arbeitnehmer zu einer Geldstrafe von 30 Mark, der Arbeitgeber dagegen, der die Arbeitsbescheinigung falsch ausgestellt hatte, zu einer solchen von ICO Mark verurteilt. Die Kreuzung Liebigstrahe—Ludwigstraße. ebenso die in ihrer Rähe befindlichen Straßenkreuzungen. können mit Recht als Gefahrenstellen für den Kraftfahrzeugverkehr bezeichnet werden. Dine ganze Reihe von Autounsällen mit gerichtlichen Verhandlungen und Augenscheinnahme im Gefolge ha: dort fchon ftattgefunben. Einer der Gründe Dafür kann vielleicht darin gefunden werden, daß gleich hinter dem Eifenbahnviadukt eine erhebliche, vielleicht von Kraftfahrern zu wenig beachtete Steigung der Ludwigstraße ein- fetzt. 3m Fragefall handelt es sich um einen an besagter Stelle erfolgten Zufammenstoß eines von der Frankfurter Straße her durch die Lie- bigstraße fahrenden L eferwagens mit einem aus Gebenkl öer Metnöen Bügel! der Ludwigstraße kommenden Kleinkraftwagen. Rach der Anklage soll die Schuld ben Führer des Lieserwagens treffen, der seine Geschwindigkeit nicht den lokalen Verhältnissen angepaßt habe. Auf Grund des vorhandenen Beweismaterials vermochte aber daS Gericht den Angeklagten einer Fahrlässigkeit nicht für überführt zu erachten und sprach ihn wegen mangelnden Beweises frei. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung ) Line Anregung an die Gießener Maschinendauschule. Zu dem Eingesandt unter dieser Ueberfdjrift in der Dienstag.Nummer des Gießener Anzeigers ist zu bemerken: Schon im Winter 1930 31 hat sich die Gcwerbe- unb Maschinenbauschule als erste technische Anstalt Hessens in ben Dienst der Arbeitslosen gestellt. Wir haben damals 130 Arbeitslosen fast aller handwerklichen und technischen Berufe Unterricht gegeben. Dieser Unterricht wurde von dem Leiter und den Lehrern der Anstalt außerhab ihrer Dienftftunben kostenlos erteilt. Für ältere Techniker und Ingenieure waren sog. Arbeitsgemeinschaften eingerichtet, von denen heute die Abteilung für Segel Flugzeugbau (bas zweite Flugzeug ist zur Zeit im Bau) am meisten Interesse finbet. Wir bitten ben Einsender, sich vertrauensvoll an uns zu wenden, so baß wir ihm nähere Auskunft geben können. Dr. Bönnings Direktor ber Gewerbe, unb Maschinenbauschule Gießen. Geschichten aus aller Welt. (Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Pips, dcrBrillanfcnhund. s. Warschau. Hunde, die einem mal etwas wegschleppen, sind keine Seltenheit. Seltener schon sind Hunde, die systematisch flauen — man ersäuft sie oder vergiftet sie sanft. Aber Hunde, die systematisch und mit der Kenntnis von Sachkennern Wertgegenstände klauen und sich einen versteckten Schatz von Schmuckstücken anlegen, die sind selten. Ein solcher Hund namens Pips fand sich in Lodz. Richt im vorigen Jahrhundert, nicht vor dem Weltkrieg, sondern jetzt. In Lodz hatte bislang eine Familie I. mit ihrem Pips lange Zeit eigentümliche Scherereien, obwohl niemand an Pips dachte, wenn mal ein S chmuckstück verschwand, denn Pips war ein Leisetreter und höchst gewandt Aber immer, wenn er dabei gewesen war, fehlte irgendein Schmuckstück. Doch keiner der Bekannten und Freunde der Familie 3. wagte auch nur im entferntesten, weder die genannte Familie noch ihren Hund zu verdächtigen. Jene waren zu ehrlich, dieser war eben nur ein dummer Hund. Jüngst aber besuchte die Familie wieder mal gute Bekannte und nahm, wie so oft. auch ihren Hund mit. Aber außer den Besuchern und den Besuchten befand sich niemand im Zimmer. Plötzlich entdeckte die Gastgeberin, daß ihr vom Tisch ein Ring mit Brillanten im Werte von mehreren hundert Zloty verschwunden war. Alle- Suchen half nichts und die Gastgeberin, sah sich zu bem nicht freundlichen, aber verständlichen Vorschlag gezwungen, die Polizei zu rufen. Ihr Dorschlag wurde natürlich angenommen. Die Polizei kam, suchte, untersuchte, aber sie fand den kostbaren Ring nicht. Zu Hause angekommen, bemerkten die Eheleute I., noch schwer erschüttert von dem Zwischenfall, ein sonderbares Gehabe ihres Pips. Der war nämlich unter das Bett gekrochen und'kratzte nun eifrig mit den Pfoten auf dem Fußboden in der Ecke. Man holte ihn hervor, schob daS Bett weg und sand unter dem Fußboden einen wahren Schah von Kostbarkeiten. Natürlich fand sich in seinem Versteck auch der vorhin abhandengefommene Ring. Und nun erinnerte sich das Ehepaar, daß PipS ja schon immer unteren Bell herumgekrahl habe, niemals aber Halle man nachgesehen. Rur dies- mal Halle Pips so toll und auffällig gekratzt und gescharrt, daß er Verdacht erregte. Und siehe da. der Ring, das bisher teuerste gestohlene Stück, lag unter den früher gestohlenen Schmucksachen, wie von Menschenhand dorthin gelegt, um es nur gut zu verstecken. Pips war über die Entdeckung seiner Kleplo- manie bzw. seine- Gold- und BriNantenschahes tief traurig. Er mußte dran glauben. Au-. Ltadtjnßiläum und Nicscnßankctl. (k) Stockholm. Die schwedische Gemeinde Destervik begeht demnächst ein seltene- Fest. Um Die Festfreude der biederen Desterviker nicht zu stören, muß aber gleich eingangs au-drücklich betont werden, daß es sich nicht um eine einfache Gemeinde handelt unb daß man Vestervik noch nicht einmal als .Städtchen" bezeichnen darf. Sonbem in allen Ehren als Stabt. Wiewohl sie für westeuropäische Begriffe nicht gerabe groß ist und in keinem Lexikon vermerkt steht. König Erich XIII., Union-Herrscher von Dänemark, Schweben unb Norwegen, war nämlich gnäbig unb .beförberte" die Gemeinde Destervik zur .freien Stadt". 3m 3ahre 1431. Anschließend wurde zwar ber großzügige König 1434 von Schweben. 1439 von Dänemark und 1442 sogar auch von Rorwegen vertrieben. Daran konnten 'selbst bie bankbaren Desterviker nichts änbem. Glücklicherweise waren aber Erich-Rachfolger hulbvoll genug, bie große Geste ihres Dor- Herrscher- nicht rückgängig zu machen. Und so feiert Destervik zu Anfang des nächsten Jahres das fünfhundertjährige Bestehen als Stadt. Der Magistrat wird nun sämtliche Bürger, die ihr siebente- Leben-jahr (!) überschritten haben, zu einem Monstre-Bankett einlaben. Richt etwa zu einem Festessen mit zahllosen Gängen, sondern nur zu einem schlichten Kaffeekränzchen Und doch dürfte das einfache Bankett mit Kaffee unb Kuchen in steter Erinnerung aller Teilnehmer bleiben. Denn alle Gäste dürfen ihre Tassen mit bem dazugehörigen Teller mit nach Hause nehmen zum Andenken. Das Porzellangeschirr, mit dem Wappen der Stadt Destervik und mit den zwei Jahreszahlen 1431 1931 wird ohne Zweifel das wohlbehütete Prunkstück aller guten Staben bilden. Sv stellt Destervik sich selbst und dem unglücklichen. 1459 in Rügenwalde verstorbenen Erich XIII. ein dauerndes .Ehrenmal". Wen» auch nur au- zerbrechlichem Porzellan... Danksagung Herr Karl Falkenheiner Familie Karl Becker. Gießen (Kaiserallee 75). den 31. Dezember 1931. «L W-mKmWn Wirtschaft a. 2tcinitr. 21, sofort Am 30. Dezember wurde mein lieber Mann, unser guter Vater, Bruder. Schwiegersohn. Schwager und Onkel Für die grobe Teilnahme, sowie für die ehrenden Nachrufe und Kranzspenden beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen sagen wir unseren herzlichen Dank. m verschiedener Ausführung * sowie unb Badewannen enwfieblt Edgar Vomnann, Eisenhandlung Die Beerdigung findet am Montag, dem 4 Januar, nachmittags 2 Uhr. auf dem Neuen Friedhof statt ui verpachten oder zu verkaufen. Säb. *. Becker, Iteflentr. ß, Tel. 3304. 07669 Nteder-Gemünden. den 31. Dezember 1931. 9I56D von seinem langjährigen, im Kriege zugezogenen Leiden erlöst Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Else Falkenheiner, geb. Beck. u. Kinder. Alle Schweine. ÄÄX.’ÄSSStt ivlche mit helfen Beinen, gefunden und 163D entwickeln sich überraschend schnell, wenn Sie durch jedes Futter 1 Eßlöffel voll echte» RASSOL mengen. Verlangen Sie nur echte» Dassol in Onginalstasche» u. weifen Sie Nachahmungen jurüdc Allein. Hersteller: (Engel* opothehe Gießen. Zu haben in allen Apotheken. W icheu* Brennholz ofenfenifl und für Wafchküche aertaiu oro Wagen 5—8 Zir. tret an» Hau» 6J1L sowie Ammachboi» iieieri mO J. Wellhafer Telephon 23 13 Ivkviu Str. 24 Dr. med.W. Malech Seltersweg St behandelt nunmehr auch Mitglieder sAall. kante. Irsatskassea Rann. I .r>atx- ka^e.GDA, DHV, ZDA.KKV u.a ) Kraak - u. Iterbekaiae L t. Dtatsche BeUfc Saaltltaverela — Slrtaerkraakeakaiae Kruktakain ttr Poit- i. Tal«|r. Beamte Hassliebe Beaataa-Iraakukasse (A s. 1) Sprechstunden: IG/»—12,4—5