w ge. >t sand?" 12 toiteen h :gU$ S®5 iS* aller Dr, e"«ge!e|tt L»n\?Q,e nach A ®,c Shmme ?5..Nt feiten anpeit, wenn et fc w't Ehren, 4jMl an. Ez ^MjuVor. ^MgenL; ;b'Ae her« stunden aus fr* ' toicbet abreifte. Hergelchnietteriei, Hörern sprach, Begeisterung, die ul sich riß. Eobalü 'es Heimes trat, iculenljieben über rden, Titel, Ehreq iöes hingewvrsen. Zeitungen damals seinem Arbeits« ittcn gefehlt, und iMe gestehen, was hatte. ÜI54 i HigstenPreis®; jni <10 (enwolle.'*1''” .i,i o.« .<0 g ■I ...Lot 0.« Rr. 253 Erstes Blatt M- Zahrgang Donnerstag, 29. Moder 1951 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Vezugsprets: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. §ernfprecbanfchlüsfe anterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten- Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Stanffurt am Main 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Druck und Verlag: vrLhl'sche Univerfität§-Buch- und Zteindruckerei R. Lange in Gietzen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulttraße 7. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20° , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot^ für den übrigen Teil Ernst Blumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Absolute Majorität für die Konservativen. Macdonalds Sieg. Don unserem ^.-Berichterstatter. Dachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten I London, 28. Oktober 1931. 3n dem kurzen, aber mit beispielloser Heftigkeit geführten Wahlkampf hat die nationale Regierung gesiegt. Die Parteien der Rational-Regierung, vor allem die Konservativen, haben einen beispiellosen Sieg erfochten. Dieses Ergebnis hat man zwar vorausgesehen. Wettete doch die Börse schon seit Wochen darauf, daß die nationale Regierung über 400 Stimmen im neuen Parlamengt erhalten würde, Ramsay Macdonald, der Premier der nationalen Regierung. aber daß die Arbeiterpartei und mit ihnen Lloyd Gorge so viel verlieren würden — das Hat doch niemand erwartet. Die Feststellung Macdonalds, daß das Ergebnis der Wahlen geradezu bestürzend sei, ist somit nur zu verständlich. Trotz des eigentümlichen Wahlsystems in England, aus Grund dessen vor allem eine regierungsfähige Mehrheit geschaffen werden soll und Dicht ein Parlament, das möglichst genau der Stimmung der Bevölkerung entspricht, ist das Ergebnis der Wahlen für die Engländer überraschend, da es eindeutig unter der Parole „gegen die Internationalisten und gegen die Gewerkschaftler" erfochten wurde. Können doch selbst die Labour-Leute nicht bestreiten, daß die nationale Regierung tatsächlich nicht nur die Mehrheit der Mandate, sondern auch die Mehrheit der Bevölkerung hinter sich zu bringen verstanden hat, so daß auch bei einem anderen Wahlsystem eine klare Mehrheit für die nationale Regierung im Parlament vorhanden sein würde: 2leber zwei Drittel der Wähler haben sich für i)ie nationale Regierung ausgesprochen. Das heißt, daß in England ein Stimmungs- »mschwung vor sich gegangen ist, der nicht hoch genug bewertet werden kann. An die Stelle der früheren liberalistischen oder sozialistischen Einstellung eines großen Teiles der Bevölkerung ift eine neue Gesinnung getreten, die ausgesprochen bürgerlich-national, ja konservativ ist. Der sozialistische Gedanke, dem man England bereits verfallen glaubte, hat an Anhängerschaft verloren, und stärker als die Inter- »ationale hat sich der nationale Gedanke, das Bewußtsein von der geschichtlichen Gröhe und Bedeutung des englischen Bolkes erwiesen. Weder Der Gewerkschaftsgedanke, noch die konsequente Vertretung marxistischer Ideen und Forderungen haben den Ansturm der nationalen Idee zu koiderstehen vermocht. Die Mehrheit des englischen Bolkes lehnt alle sozialistischen Experimente ab vnd tritt für den so viel gelästerten — aber auch foie man nicht vergessen darf in England behei- nateten — Kapitalismus ein. Moskau ist nichts für die britischen Inseln. Das zeigt sich vor allem in der 21 ieberlag e b e r bisherigen L a b o u r - F ü h r e r. Alle bie großen 21 amen ber Gewerkschaften, mit lenen die Internationale zu prunken pflegte, sind geschlagen worden, und zwar in den Hochburgen ihrer Anhängerschaft, die bisher jedenfalls als uneinnehmbar galten. Henderson, Thom Shaw, 2llexander, Ben Tillet und Ben Turner, alle sind sie samt und sonders nicht wieder- gewählt worden, obwohl die Gewerkschaften den letzten Mann ihrer Mita' eder aufgeboten hatten, um die Position der Fahrer im Parlament zu sichern. Die Arbeiterpartei hat damit d e n K e r n ihrer alten Führerschaft verloren und im Parlament werden andere, Tlnbekannte an ihrer Stelle die Leitung der geschlagenen Partei zu übernehmen haben. Auf fünf Jahre ift bie alte Garde ber Arbeiterpartei aus ber eigentlichen politischen Führung ausgeschaltet unb auf die Tätigkeit in ber Gewerkschaft beschränkt Horben — ohne, daß sich absehen liehe, wer benu nun an ihrer Stelle Labour weiterführen soll. Gerade in England, im klassischen Lande der politischen Tradition, ist eine solche Riederlage vernichtender als es sonst Wahlniederlagen in europäischen Ländern zu sein pflegen. Die Arbeiterpartei wird sich reorganisieren müssen, ja wird dieleicht sogar gezwungen sein, sich umzustellen. Mit den alten Methoden geht es nicht weiter — der englische Wähler fast aller Schichten lehnt sie einfach ab. 2lber nicht nur die Labour-Leute werden um- lernen müssen, wenn sie je wieder zur Macht gelangen wollen, sondern auch die Splitter, die es versuchten, mit neuen Ideen an bie Massen her- anzukommen. Denn auch die Kommunisten und Faschisten haben den Engländern nicht zugesagt, sondern sind von der Masse der Bevölkerung so radikal abgelehnt worden, wie es nur irgend denkbar ist. Kommunismus unb Faschismus sind eben so unenglisch, bah sie erst ganz unb gar umgebacht unb umgedeutet werden müssen, ehe sie einem Briten schmackhaft gemacht werden können. Unb es mutet angesichts dieser Feststellung nur wie eine Ironie der Geschichte an, dah noch zum letzten Male LlohdGeorge, dieses lleberbleibfel der einst allmächtigen liberalen Partei, für sich einen Parlamentssitz hat erfechten können, obwohl er ber einzige ist, ber sich nicht mehr umstellen kann. Ist so der Wahlsieg ber nationalen Regierung auf bie Fehler zurückzuführen, bie ihre Gegner gemacht haben, so barf man doch nicht verkennen, daß der eigentliche Triumphator nicht Macdonald, sondern Baldwin ist. Zwar ging der Wahlkampf für bie nationale Regierung, Macdonald, unb damit für ein überparteiliches Prinzip, aber den Vorteil davon haben ausschließlich die Konservativen gehabt. Baldwins kluge Taktik, der sich stets davor gescheut hat, die Arbeiterklasse zu brüskieren und der stets gegen Klassenkampf aber auch gegen Klassenherrschaft aufgetreten ist, unb aus biefem Grunde immer wieder die Tolerierung der Labour-Regierung durch bie Konservativen erzwang, ist ber eigentliche Sieger im Wahlkampf. Denn gerade die Tatsache, daß Baldwin sich an die Seite Macdonalds gestellt hat und wie ein guter Kamerad durch dick und dünn zu ihm gehalten hat, als das Land in Gefahr war unb es in der Regierung keine Lorbeeren zu ernten gab, hat ihm und feiner Partei die Anhängerschaft aller jener Unentschlossenen verschafft, bie bei den englischen Wahlen den Ausschlag zu geben pflegen. Der große staatsmännische Entschluß Macdonalds, mit seiner Person sich gegen die Arbeiterpartei einzusehen, war gewiß ungewöhnlich eindrucksvoll. Größer aber war zweifellos bei den breiten Massen die Anerkennung 1 der Ritterlichkeit, mit der sich Baldwin in der entscheidenden Stunde für den von ihm bisher bekämpften Führer seiner Gegner einsehte, um über alle Parteiinteressen hinweg das Pfund, und damit den Wohlstand des britischen Bolkes zu retten. Man vergißt allzu leicht, daß auch das seine Gefahren hatte und durchaus nicht so einfach war, wie man das vielfach angenommen hat. Aber ber Lohn, ber sich in dem überwältigenden Wahlsieg ber Konservativen ausdrückt, zeigt, dah es sich immer lohnt, die Sache über die Person und bie Ration über die Partei zu stellen. Der wohlverdiente Sieg der Konservativen unb der mit ihr berbünbeten Parteien wirb also Eng- lanb für bie nächsten fünf I^hre eine national» bewußte unb starke Regierung geben. Welche Bedeutung es hat, daß dies gerade in dieser so unsicheren Zeit geschieht, das braucht nicht besonders unterstrichen zu werden: jedenfalls ist England <■ - 1 J-M So sah London am Wahltag aus. Ueberall mußten wegen des dichten Nebels riesige Pechfackeln auf- gestellt werden. gerüstet. Dieses Verdienst, baß bas englische Volk boch vor allem auch der Selbstlosigkeit Macdonalds verdankt, rechtfertigt es denn auch wenn man in dem Wahlergebnis vor allem den Erfolg Macdonalds sieht. Dah England der Welt wieder stark und einig gegenübertreten kann, ist vor allem sein Verdienst. Für die künftige englische Politik steht schon heute fest, daß sie weitgehendst von den konservativen Ideen beeinflußt sein wird. Zuerst werden wir dies i n der Handelspolitik zu fühlen bekommen. Es kann kein Zweifel mehr darüber bestehen, daß England in Kürze zu einem ausgeprägten System des Schutzzolls übergehen wird, das die Lage der englischen Industrie erleichtern und die Arbeitslosigkeit mildern soll. Für uns bedeutet diese Maßnahme eine schwere Gefahr, geht doch ein guter Teil unserer Ausfuhr nach England. Aber nicht nur Deutschland würde von britischen Schutzzöllen betroffen werden, sondern auch zahlreiche andere Länder, und es steht zu befürchten, daß die Weltwirtschaftskrise durch die Errichtung der Zollmauern noch verschärft wird. England muß sich also darüber klar sein, daß es zu einer sehr zweischneidigen Waffe greift. Ob und inwieweit der Ausfall der Wahlen auf die Außenpolitik Londons abfärben wird, läßt sich heute noch schwer übersehen. Wir wissen aus der Vergangenheit, daß in den konservativen Kreisen eine beträchtliche Sympathie für Frankreich besteht, die sich nur zu oft zu unserem Nachteil betätigt hat. Man wird sich wohl aber auch bei den Konservativen der feindseligen Haltung Frankreichs in den letzten Monaten erinnern und zu der Erkenntnis gelangt fein, daß mit den Pariser Methoden der Welt der so dringend erforderliche wirkliche Frieden nicht gebracht werden kann. England vermag heute, wenn es seine Machtstellung in der Welt wieder erlangen will, keine einseitig französisch orientierte Politik mehr zu treiben. Es erscheint uns daher nicht richtig, schon jetzt von der Möglichkeit eines Wiederauflebens der einstigen Entente zu sprechen. Für die deutsche Regierung sind die englischen Wahlen eine ernste Mahnung. Der Reichskanzler hat die Ausarbeitung des Wirtschaftsprogramms bisher mit der Begründung hinausgezögert, daß zunächst klare Verhältnisse in England geschaffen sein müßten. Nun ist es so weit, und wir können uns keinen Illusionen mehr darüber hingeben, welcher Kurs künftig in London gesteuert werden wird. Damit erwächst dem Reichskabinett die ernste Aufgabe, mit größter Beschleunigung alle die Maßnahmen zu treffen, die erforderlich sind, einem weiteren gefährlichen Schrumpfungsprozeß der deutschen Wirtschaft nach Kräften vorzu- bcugen, solange es dazu überhaupt noch Zeit ist. Der Eindruck in Berlin. Verstärkte Schutzzollpolitik wird den deutschen Ausfuhrhandel erschweren. Berlin, 28.Ott. (ENB.) In Berlin bespricht man lebhaft den Ausgang der englischen Wahlen, die der nationalen Regierung, vor allem aber den Konservativen einen geradezu fantastischen Erfolg gebracht haben. Ihre Mehrheit ist so groß, wie sie noch in keinem Parlament war. Trotzdem rechnet man damit, daß Macdonald dem Kabinett auch weiter angehören wird, wenn auch nicht als Premierminister. In der englischen Oefsentlichkeit wird das Wort Schutzzoll bereits sehr laut ausgesprochen. Wird eine gesteigerte Schutzzollpolitik verwirklicht, so kann das natürlich auch nicht ohne Rückwirkung auf die deutschen Absatzmöglichkeiten in England bleiben. Der Ausgana ber englischen Wahlen wird also bei den bevorstehenden Verhandlungen des Wirtschaft^ b e i r a t e s eine erhebliche Rolle spielen. Ein Teil der Abendblätter nimmt in Kommentaren zu dem Ausgang der Wahlen Stellung. Der „21 b c n b" (soz) führt bie Nieberlage ber Arbeiterpartei oorwiegenb auf bie Flucht ber Liberalen zu den Konservativen burch bie Vorstellung ber besitz- bürgerlichen Einheitsfront zurück. — Das „Tempo" (Ullstein) glaubt, baß bie Aufgaben des K a - binetts Brüning, ein wirtschaftspolitisches Programm aufzustellen, durch den konservativen Sieg nicht gerade erleichtert würden, weil auch bei der Aussicht auf spätere Ermäßigung der Reparationen zunächst die Schwierigkeiten für den deutschen Handel sich erheblich vermehren würden. — Die „Dos fische Zeitung" (Ullstein) ist der Auffassung, daß für die nichtenglische Welt das gestrige Ergebnis hauptsächlich wirtschaftspolitische Bedeutung habe. Die Zollmauer um England sei so gut wie errichtet. In den großen Grundlinien der englischen Weltpolitik werde sich nichts ändern, denn in den Fragen des Abbaues ber Kriegsschulben, ber Reparationen unb ber Rüstungen seien auch bie Konservativen im großen unb ganzen einig mit der übrigen Bevölkerung. — Auch ber „B ö r s e n - E o u r i e r" (bem.) unterstreicht bie wirtschaftspolitischen Auswirkungen bes konservativen Wahlsieges unb schreibt: Der Sieg der Konservativen eröffne in dieser Beziehung außerordentliche trübe Aspekte. Es sei damit zu rechnen, daß nach Ueoerwinduna gewisser technischer Schwierigkeiten ein neuer Zolltarif mit Hochschutzzöllen eingeführt werde, womöglich noch vor Weihnachten. Die „Börfenzeitung" (konservativ) verweist auf die nationale Geschlossenheit des englischen Volkes und die unzweideutige Verurteilung aller gefährlichen sozialistischen Experimente. — Der „L o k a l a n z e i g e r" (Hugen- berg) äußert sich ähnlich. Der Partei, die England in die jetzige Krise hineingesteuert habe, unter deren Herrschaft es seine Weltgeltung und seine finanzielle Machtstellung eingebüht habe, sei von ihren bisherigen Anhängern die Quittung für ihr Versagen ausgestellt worden. — Die „Deutsche Zeitung" (deutschnational) zieht die Folgerung, dah mit dem Marxismus auch die sogenannte „Derständigungspolitif vernichtend geschlagen worden sei, die Deutschland soviel gekostet habe. Eigentlich gab es sie ja niemals, so erklärt das Blatt. — Der „Angriff (nat.- fpd ) schreibt: Die Völker erwachen; sie besinnen sich auf das, was ihnen nottut. Sie wünschen keine Hetze und Zersplitterung mehr in parteipolitisch orientierte liberale und marxistische Gruppen, Bünde und Parteien. Sie wollen allein, daß ihre Angelegenheiten national und nicht international geregelt werden. Letzter Stand: 555 für die Regierung, 50 in Opposition. London, 28. Off. (2DIB.) Der Stand der Parteien war um 21.45 Uhr (MEZ.) wie folgt: Konservative 472 Rationale Arbeiterpartei 13 Liberale (darunter 25 Simon-Liberale) 70 j Arbeiter-Opposition 50 Kommunisten 0 Rene Partei g Unabhängige 3 Insgesamt gewählt 608 hiervon sind für die Regierung 555 gegen die Regierung 50 Unabhängige 3 Die Zahl der für die Regierung abgegebenen Stimmen beträgt 14240937, darunter: konservative 11 867 697, Rationale Arbeiterpartei 338 517, Rationale Liberale 1 949 485. Gegen die Regierung haben 7 316 889 Wähler gestimmt, darunter 6 611 167 für die oppositionelle Arbeiterpartei, von 30 158 967 wahlberechtigten haben 20 852 104 von ihrem Recht Gebrauch gemacht. Premierminister Macdonald ist in seinem Wahlkreis Seaham mit 28 978 gegen 23 027 Stimmen des Kandidaten der oppositionellen Arbeiterpartei gewählt worden. Die Mehrheit Macdonalds beträgt demnach 5951 Stimmen. — Churchill, ber in seinem Wahlkreis einen liberalen und einen Arbeitergegner hatte, ist wiedergewählt worden. — Der bekannte linksradikale Arbeiterführer Mac Lean ist mit einer Mehrheit, die sich von 4600 auf 600 vermindert hat, wiedergewählt worden. — Der Vorsitzende der Unabhängigen Arbeiterpartei Fenner Vrockway ist geschlagen worden. — Lloyd George wurde in seinem Wahlkreis Carnavon gewählt. Seine Mehrheit über den konservativen Kandidaten betrug 5387 Stimmen. — Der vormalige Staatssekretär für Indien in der Arbeiterregierung, Wedgwood Benn, ist im Kampfe mit den konservativen und unabhängigen Kandidaten unterlegen. — Der Sohn Lloyd Georges, Major Lloyd George (liberal), hat seinen Sih mit einer von 3460 auf 694 Stimmen verminderten Mehrheit gehalten. — Das Mitglied der oppositionellen Arbeiterpartei. der bekannte Arbeiterführer I 0 hast 0 n ist gegen den konservativen Kandidaten unterlegen. Johnston war Lordsiegelbewahrer im Labour- ftabinett. — Der liberale Führer Sir John Simon ist gegen den Kandidaten der oppositionellen Arbeiterpartei gewählt worden. Die Parteiführer über den Wahlausgang. London, 28.Ott. (WTB.) Der Rekordsieq der Konservativen steht in der Geschichte ber englischen Sohlen insofern einzig ba, als bie Konservativen keinen Wahlkreis verloren haben, was sich vorher wahrscheinlich noch bei keiner Partei ereignet hat. Im neuen Parlament werben bie Abgeordneten der Opposition kaum zwei von den vier Banken ber Opposition besetzen, so baß ein großer TeU ber regierungsfreunblichen Abgeorbneten im Sitzungssaal bes Unterhauses auf der Seite berOpposition wirb Platz nehmen müssen. Die Zahl ber Abgeorbneten ber Arbeiterpartei wird sogar aerinaer sein als diejenige der kleinen Gruppe von Liberalen im alten Parlament, bie sich auf 60 belief Die oi er letzten Ergebnisse ber enghjepen Wahlen, nämlich bie Ergebnisse für bie westlichen Inseln, für Inverneß, für die Universi- tät London unb für die gemeinsamen englischen Universitäten werden erst morgen, am Freitag, am Samstag und am nächsten Montag oorliegen. Eine große Menschenmenge wartete heute a u f den Premierminister in Downingstreet und stürmte vor Begeisterung fast feinen Kraftwagen, der ihn vom Flugplatz, wo er aus Seakam eingetroffen war, nach seiner Wohnung brachte. Man konnte es Macdonald ansehen, daß er in den letzten Tagen nur wenig Schlaf genossen hatte. Er erklärte: bin dem Lande sehr dankbar, daß es uns eine solche Unterstützung gegeben hat. Sowohl seinen politischen Gegnern wie besonders seinen tatkräftigen Mitarbeitern wünsche er zu versichern, daß der Triumph der Nationalregierung nicht etwa zu einer Vernachlässigung der Interessen der arbeitenden Bevölkerung ausgenutzt werden solle, die ihren vollen Anteil an dem nationalen Erfolg gehabt habe. Snowden erklärte: Die Demokratie habe ihr Vertrauen in ihre Führer bewiesen. Er selbst könne sich über das Unheil, da- die Arbeiterpartei befallen habe, nicht freuen, er bedauere eS vielmehr, daß die Arbeiterführer diesen Zusammenbruch durch ihren unsinnigen Mangel an Verantwortungsgefühl und Verständnis für den Geist des Volkes über sich und über die Partei gebracht hätten. Sie hätten gehofft, die Erwerbslosen für ihre Parteizwecke auszubeuten. Gerade die Wähler der 3n- dustriebezirke, in denen die Arbeitslosigkeit am größten sei, hätten den sozialistischen Führern eine vernichtende Absage erteilt. Das Wahlergebnis bedeute jedoch nicht das Ende der Arbeiterpartei. Sie werde unter Führung neuer Männer wieder auferstehen, die über ausreichende Weitsicht und Mut vcrsügten. Das Ergebnis werde zum Vesten der Partei ausschlagen, wenn sie die ihr erteilten Lehren beherzige. Baldwin erklärte, daß man das Wahlergebnis nicht als einen Parteisieg auffassen dürfe. Es sei vielmehr ein begeistertes Geständnis des ganzen Volkes zugunsten einer gemeinsamen Zusammenarbeit, um daS Haus in Ordnung zu bringen. Die Wahlen würden in der ganzen Welt ihren Widerhall finden und das Vertrauen in die Beständigkeit und Gröhe Englands wiederherstellen. In der Heimat würden die Wahlen den politischen Parteien eine Lehre dafür sein, dah der gesunde Verstand des britischen Volkes gegcndemaaogifchePro- paganda gefeit sei. Die Demokratie habe sich in der großartigsten Weise selbst gerechtfertigt. Vicht zu vergessen in diesem Augenblick des Triumphes sei jedoch die ungeheure Verantwortung, die auf den Schultern der Rational- regierung liege, der die Arbeiter der ganzen Station ihr Vertrauen entaegengebracht hatten, das keineswegs von der Regierung enttäuscht werden dürfe. Oie Gchutzzollfrage. verstärkter Druck der Konservativen. London. 28. Okt. (ERD.) 3n politisch interessierten Kreisen werden heute abend lebhaft die Möglichkeiten einer Kabinettsumbildung infolge der Wahlen diskutiert. Snowdens wahr- scheinlicherRücktritt macht die Ernennung eines neuen Schal',kanzlers in der sehr nahen Zukunft notwendig. 5>.c riesige äleberlegenheit der Konservativen im Parlament wird zwcisellos einen erhöhten Druck auf die Regierung auSlösen, ein umfassendes T a r i s s h st e m einzufüh- ren. Während man erwarten kann, dah Baldwin und seine konservativen Kabinettskollegen loyal die Bedingungen der freien Hand beobachten werden. um die der Premierminister ersucht hat und zwar auch in der Zolltariffrage, wird zweifellos die große Masse der Konservativen ungeduldig werden, wenn die Einführung von Zolltarifen lange hinausgeschoben wird. Die Haltung der beiden liberalen Kabinettsmitgliedcr Sir Herbert Samuel und Sir Donald Maclean wird, wenn die Dariffrage vor das Kabinett kommt, wahrscheinlich einen wichtigen Einfluh auf die Kabinettsumbildung haben. Sollte der Druck der großen Masse der Konservativen zugunsten eines umfassenden Tarifes zu hartnäckig werden, so kann es gut sein, dah Sir Herbert Samuel und Sir Donald Maclean ihre Stellung im Kabinett unhaltbar finden und sich schließlich gezwungen sehen, das Kabinett zu verlassen. Sir John Simon wird im Zusammenhang mit der Besetzung eines wichtigen Regierungspostens genannt. Für den Fall, daß Tarife über eine gewisse Beschränkung hinaus angenommen werden, besteht die Möglichkeit, dah Lloyd George seine Unterstützung der nationalen Regierung zurückzieht und völlige Unab- hängigkeit ihr gegenüber annimmt. GegenZollkontingente im deutsch- schweizerischen Handelsverkehr. Berlin 28.Okt. (ERD.) Die schweizerische Regierung hat bei den gegenwärtig in Bern ge» führten Verhandlungen über die Reurcgclung der dcutsch.schweizer'fchen Handelsbeziehungen die Forderung nach Einführung gewisser Zollkontingcnte erhoben. 3n seiner gestri- acn Sitzung hat sich das Reichskabinett gegen diese Forderung ausgesprochen. Für den Beschluß war vor allem die Erwaguna maßgebend, daß eine Einschränkung der deutschen Ausfuhr zu S ch w i e - rigkeiten bei der Erfüllung deut- scher Verbindlichkeiten gegenüber dem A u s l a n d e führen müßte, äeberdies war von schwe rer.scher Seite verlangt worden, daß der Gegenwert dieses eingeschränkten Exports nicht ohne weiteres an die deutschen Gläubiger ab- gesuhrt. sondern zunächst einmal zu einer Art bevorrechtigter Befriedigung gewiss er schweizerischer Forderungen verwendet werden sollte. Dieser Zahlungsmodus mußte auch schon deshalb abgelehnt werden weil er etnen bedenklichen Präzedenzfall geschaffen hatte. SS bleibt abzuwarten, ob die Schweiz ihre Fvr- derungen für ?o unerläßlich hält, daß sie deren Ablehnung mit der bereits in Aussicht gestellten Kündig u n g deS Handelsvertrags zum 1. Februar n. 3. beantwortet, oder ob daS gemeinsame Streben nach Verineidung n uer Beunruhigung und Erschütterung der europäischen Gesamtwirtschaft in letzter Stunde zu einer Verständigung führt, wie sie sicherlich in der Linie der seit Jahren in Genf verfolgten Bemühungen um die Schaffung stetiger Auslauschbeziebungen Insbesondere innerhalb Europa» liegen würde Eröffnung des Wirffchastsbeirais. Hindenburgs Appell zu gemeinsamer Arbeit unter Rückstellung aller Gonderintereffen. Berlin. 29. Okt. (ERB. Funkspruch.) Die Verhandlungen des WirtschaftsbeiraLs. die die ganzen nächsten Wochen aus^üllen werden, wurden heute vormittag um 11 älhr durch den Reichspräsidenten eröffnet. 3n dem äußeren Bilde der Wilhelmstrahe machte sie sich durch die große Wagenauffahrt vor dem Hause des Reichspräsidenten bemerkbar. Auf der gegenüberliegenden Seite der Straße hatte sich eine zahlreiche Zuschauermenge eingefunden. Die Konferenz selbst findet in dem Saal der ersten Etage statt. An der Sitzung nahmen außer dem Reichspräsidenten und dem Reichskanzler sämtliche Reichsminister teil, ferner ReichS- bankpräsidcnt Dr. Luther, die Mitglieder des WirtschaftsbeirateS und der Generaldirektor der Reichsbahn. Reichspräsident von Hindenburg empfing sie im großen Saale des Präsidenten- hauscs und begrüßte sie hier mit folgender Ansprache: ..Meine Herren, es ist mir eine angenehme Pflicht. Sie. bevor wir an die ernste Arbeit gehen, willkommen zu heißen und 3hnen für die Bereitwilligkeit zu danken, mit der Sie meinem Ruse Folge geleistet und 3hre Mitarbeit zur Verfügung gestellt haben. Die schwere Krise der Weltwirtschaft und Deutschlands besondere Wirtschaftsbedrängnis. erfüllen die Zeit mit bangen Sorgen, sie rütteln an den Frontpfeilern des wechselseitigen Vertrauen- und erschüttern die Zuversicht in die Erhaltung der Grundlagen unserer Vol^wirtschast. 3m Bewußtsein der Verantwortung, die ich vor dem deutschen Volke und vor meinem Gewissen habe, habe ich mich entschlossen, angesichts der außerordentlichen Wirtschaftswirrnis einen besonderen und außergewöhnlichen Weg zu beschreiten. 3ch habe auf Vorschlag der Reichsregierung aus führenden Persönlichkeiten des Wirtschaftslebens, aus den großen Wirtschaftsgruppen von 3ndustrie. Landwirtschaft. Handel. Handwerk und Kleingewerbe, aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern einen Wirtschafts- b e i r a t zufammenberufen, und Sie. meine Herren. zu einer gemeinsamen Beratung mit der Reichsregierung zu mir gerufen, um der Reichsregierung bei ihren Bemühungen um einen Weg zu helfen, auf dem die wirtschaftliche und soziale Rot des deutschen Volkes zum Besseren gewandt werden kann. Riemand von Ihnen wird verkennen, in welchem Maße die Lage Deutschlands durch politische und weltwirtschasiliche Umstände bestimmt wird. Hier liegen die großen und schweren Aufgaben der deutschen Außenpolitik. von Ihnen aber erwarte ich. dah Sie sich mit mir und mit der Reichsregierung von dem unbeugsamen Dillen beseelen lassen, wie auch immer die Entwicklung der Dell sein mag, ausdereigenenüraflDeutschlands heraus von unserem Volke abzuwenden, was eigene» handeln nur immer abzuwenden vermag. Rur so wird eine Grundlage geschaffen für die notwendigen internationalen Bemühungen zur Lösung der gesamten Weltkrise. Rur da» vewuhtsein solcher Pflichterfüllung und äuher- fter ftraftanftrengung wird unser Volk befähigen, in innerer Verbundenheit und mit nationaler Würde da» zu tragen, roa» sich in seinem Schicksal al» unabweisbar erweist. Die Aufgabe, die Ihnen gestellt wird, kann nur bei richtiger Bewertung der wirtschaftlichen Kräfte und in gerechter Abwägung widerstr ebender Interessen geleistet werden. Ich erhoffe als Ergebnis dieser Zusammenarbeit wirffchaftlicher Sachverständiger für die Reichsregierung einen Ausgleich wirtschaftlicher und sozialpolitischer Gegensätze und eine Besserung der deutschen Dirtschaftsnot. Denn diese schwere Aufgabe gelöst werden soll, so muh sich jeder von Ihnen für die Gesamtheit de» deutschen Volke» und dem eigenen Gewissen verantwortlich fühlen, muh sich j e b e r inner- l i ch lo»lösen von Gedanken an Gruppeninteressen und an Einzel- r ü ck s i ch t e n. nur wenn solche Gesinnung Sie, meine Herren , erfüllt, werden Ihre Beratungen den wirklichen Werl und die Überzeugende Kraft besitzen, ohne die ein gesunde» und lebensstarke» Volk sich nicht führen läht. Wenn das deutsche Volk durch die wirtschaftlichen und moralischen Wirrnisse und die Gefahren innerer Zersetzung hindurch zu besserer Zukunft gelangen soll, so ist hierfür Voraussetzung, dah die Führer der Wirtschaft zusammen mit der Reichsregierung einen klaren und zielsicheren Weg gehen. Möchte 3hre Zusammenarbeit, meine Herren, Ergebniffe zeitigen, welche die Reichsregierung in den Stand setzen, aus Grund der verfassungsmäßigen Verantwortlichkeit, die ihr die Pslicht der Führung zuweift, mir wirksame Maßnahmen zur Wiederherstellung unserer Wirtschaft und zur Aufrechterhaltung des sozialen Friedens vorzuschlagen. Dieses Ziel fest vor Augen, lassen Sie unS nunmehr an die gemeinsame Arbeit gehen." Der Reichspräsident eröffnete dann im SitzungS- saale die erste gemeinsame Sitzung deS Wirtschaftsbeirates und der Reichsregierung und erteilte zunächst dem Reichskanzler Dr. Brüning das Wort. Der Reichskanzler legte in seinen Ausführungen die Wirtschaftslage und die zur Besserung der Wirtschaftsnot in Frage kommenden Möglichkeiten dar. Hieran schlossen sich ergänzende Darlegungen des Reichswirtschaftsministers Dr. W a r m b o l d und des Reichsbank- präsidenten Dr. Luther an. Es folgte eine allgemeine Aussprache, die nach einer Mittagspause um 17 älhr fortgesetzt wird. Die Regelung der Auswerlungshypolhekeu. Besprechung der Interessenten im Reichsjustizministerium. Berlin, 28. Oft. (ERD.) Lieber die Frage der Regelung der fällig werdenden Aufwertungshypotheken fand unter Vorsitz des Ministerialdirktors Volkmar im RLichsjustizministeriurn eine Sitzung statt. Zu dieser Sitzung waren Vertreter der beteiligten Ministerien sowie der beteiligten Verbände geladen. Es zeigte sich, daß Gläubiger wie Schuldner weitgehendes Verständnis für ihre gegenseitigen Schwierigkeiten und Röte hatten. Für die H a u s- besiher beantragte Stadtrat Hu mar eine Wiederingangsetzung der verstrichenen Fristen des Auswcrtungsgesches sowie die Möglichkeit ether Revision von vor den Auswertungsstellen geschlossenen Vergleichen. Rechtsanwalt Dr. Kurt Fontheim wies als Vertreter der Gläubige r von Aufwertung sh ypotheken darauf hin, dah ein allgemeines Moratorium, wie es von mehreren Seiten propagiert werde, aus allgemeinen volkswirtschaftlichen Gründen unbedingt abzulehnen fei, da es zahlreiche andere Kredite ebenfalls zum Einfrieren bringen müßte. 3m übrigen würde eine Einigung zwischen Gläubiger und Schuldner unschwer Zustandekommen, wenn die Schuldner sich, wie sie es in der ersten Hälfte des Jahres 1931 auch getan haben, zur angemessenen Abzahlung und zu marktmähigen Zinsen bereitfinden würden. 3n der sich anschließenden ausgedehnten Debatte, in der auch insbesondere Vertreter deS Sparer-Bundes, der Sparkassen und der Versicherungsgesellschaften zu Worte kamen, wurde allgemein der Lleberzeuguna Ausdruck gegeben, daß ein allgemeines Moratorium abzulehnen fei, daß weiterhin auch ein Moratorium bei Zwangsversteigerungen infolge verzögerter Zinszahlung nicht angängig sei. Es sei vielmehr allein wünschenswert, daß Gläubiger und Schuldner nach wie vor auf -den Weg der direkten gütliche nVe rcinbarung verwiesen würden und erst, wenn dieses restlos versucht sei, die Aufwertungs stellen je nach Lage des einzelnen Falles zur Erteilung individuellen Zahlungsaufschubesermächtigt werden sollen. Es wurde eine Einigung darüber erzielt, daß bereit» ge- Nationalsozialismus und Arbeiterschaft. München, 28. Okt. (TU.) In einem Artikel der Reichsleitung der NSDAP, im „Völkischen Beobachter" werben die Vorwürfe zurückgewicien, als ob man sich in Harzburg der Schwerindu- ftrie verschrieben habe. U. a. heißt es in diesem Artikel: Um jo notwendiger erscheint die Gegenfrage an die Zentrumsarbeiterschaft, welche posulven Kräfte in einer vom Volkswillen getragenen Regierung von den Nationalsozialisten bi» zum Zentrum wohl in der Lage wären, auch nur den • rJudVKma6en' «egen die Interessen des schai- ,enden Vo..e» zu regieren. Warum rennt man offene schioffene private Vergleiche nicht angetastet werden sollen, ferner daß entgegen’ dem Anträge der Industriehausbesiher der Schuldner bei den Verhandlungen nach wie vor die BeweiSlast dafür habe, daß er nicht zur Zahlung und LIm- fchuldung zu tragbaren Bedingungen imstande sei. Schließlich wurde auch die Frage der im 3ahre 1932 fälligen Goldhypotheken erörtert. Heber dieses Problem konnte bisher eine Einigung nicht erzielt werden. Die überwiegende Ansicht geht jedoch dahin, daß es gefährlich fei, diese Frage schon jetzt in Angriff zu nehmen und mit der Frage der Aufwertungs- Hypotheken zu verquicken. Oas Ende der Wohnungs- zwangswirlschast. Ersatz durch ein soziales Mictrecht. Berlin, 28. Okt. (VDZ.) Arn 9. November wird im Reichsjustizministerium eine Besprechung mit den Vertretern der Landesregierungen über die Schaffung eines sozialen Mietrechts slattfinden. In der Notverordnung vom Dezember sind bekanntlich schon feste Termine angegeben, an denen spätestens d i e Wohnungs- Zwangswirtschaft völlig beseitigt sein soll. Gleichzeitig ist aber bestimmt, daß rechtzeitig vor der Außerkraftsetzung des Mieterschutzgesetzes, des Reichsmietengcsetzes und der anderen Gesetze zur Regeluna der Wohnungswirtschaft ein soziales Mietrecht geschaffen werden soll. Ein Entwurf des Reichsjustizministeriums liegt zur Zeit noch nicht vor. Die Verhandlungen mit den Ländern sind zunächst nur als vorbereitende Besprechungen beabsichtigt. Erst auf Grund dieser Fühlung- nähme wird das Justizministerium an die Ausarbeitung eines Entwurfs Herangehen, der dann später den gesetzgebenden Körperschaften vorgelegt werden soll. Eine Regelung durch Notverordnung ist in dieser Frage angesichts der einschneidenden Eingriffe, die ein neues Mietrecht gegenüber dem geltenden Rechtszustand bringen mußte, nicht zu erwarten. Die Regierung wird vielmehr für die Regelung dieser Materie den orbnungsmäfji- gen Parlaments rischen Weg einschlagen. Türen ein, wenn man es ehrlich meint mit der Arbeiterschaft und praktisch die Möglichkeit hat, die Gespenster, die man zu sehen glaubt, zu bannen? E» muß befremden, daß selbst der Reichskanzler Dr. Brüning mit deutlicher Bezugnahme auf ein von uns erstrebtes Kabinett der nationalen Kräfte erklärt, er halte es für unmöglich, einen Weg zu begehen, der von vornherein eine geschloffene Front gegen die Arbeiterschaft bedeute. Wenn Brüning damit den Weg meint, den die NSDAP, zu gehen entschlossen ist, dann schlägt diese Behauptung den Tatsachen in» Gesicht. Die Gleichstellung von Arbeiterschaft und Marxismus ist einer jener Denkfehler, die der Marxismus in bewußter Fälschung der Wirklichk^t dem instinktlosen Bürgertum suggeriert hat, um seinen Einfluß trotz seiner durch den Nationalsozialismus längst gebrochenen Macht aufrecht zu erhalten. „Die A n n ä h e » r^ung Hitler - Brüning wird als große» Fragezeichen über der ganzen politischen Entwick- lung dieses Winter» stehen", so schreibt die „Deuffche Allgemeine Zeitung zur Charakteristik der inner- politischen Situation, und auch von anderen Blättern wird die Möglichkeit einer Synthese Brüning- Hitler diskutiert. Wir wollen in diese Diskussion nicht ingreifen, sondern sie denen überlaffen, dre sich davon einen politischen Gewinn versprechen. Oie Wirtschaftspartei. Ter Rcichsausschuß billigt die Haltung der Fraltion. Berlin, 28. Oft. (VDZ.) Der ReichSauS- schuß der Wirtschaftspartei trat am Mittwoch im Reichstag zusammen, um zu der Haltung der Reichstagsfraktion bei den letzten Abstimmungen im Reichstag und zu den organisatorischen Schwierigkeiten Stellung zu nehmen, die sich in einigen Ortsgruppen der Wirtschaftspartei infolge der Haltung der ReichStags- fraltion ergeben haben. Heber die Sitzung wird folgender Bericht auSgegeben: -Der aus allen Teilen des Reiches stark besuchte ReichSauSschuh der WirtschaftSpartei nahm tn feiner Sitzung am Mittwoch Kenntnis von den Gründen, öic bie Haltung der Reichstagsfraktion bet den Abstimmungen im Reichstag bestimmt haben. Er überzeugte sich, dah die Haltung der Retchstagssraktion von der Rücksicht aus die weltpolitische. innenpolitische und die wirtschaftliche Gesamtlage vorgeschrieben war. Der Reichs^uS- schuß erwartet, daß die Fraktion ihre Bemühungen um die Bildung einer von allen nationalen Kräften deS Volke» getragenen Regierung fortfetzt und sichtbare Maßnahmen zur Belebung der schwer bamieberliegenben deutschen Gesamt- wirtschaft durchsetzt. Die Abstimmung ergab bei einer Stimmenthaltung, dah der Reichs- tagSfraktion daS volle Vertrauen für ihre Haltung, bei der sie daSVaterland über diePartei stellte, ausgesprochen wurde." Aus aller Wett. Kommunistische Terrorgruppen in Gelsenkirchen. $er Mord an dem Polizeioberwachtmeister Riederwerfer in der Rächt zum Montag, hat eine schnelle Aufklärung gesunden. Der Gelsenkirchener Kriminalpolizei ist cs gelungen, fünf Funktionäre der KPD. und Mitglieder einer Terrorgruppe als Täter zu crm.t- teln. Drei der Täter konnten bereit- scstgcnom- men werden, während zwei, darunter der Hauvt- täter Klohs, noch flüchtig find. Die Ermittlungen haben ergeben, daß am Sonntagabend eine größere Zahl von Mitgliedern der Kom- munistischen Partei und des Antifaschistenbundcs im kommunistifchen ..DolköhauS' versammelt war, und daß von dort aus planmäßige Patrouillengänge in d i e Stadt unternommen wurden, um politische Gegner zu ..beobachten". Klohs verteilte an kommunistische Funktionäre Armeepistolen und zog mit mehreren Leuten unter Absingen kommunistischer Lieder auf bi« Straße. Dabei kam es zu den Vorgängen, wobei der Obcrwachtmeister bei der Feststellung der Ruhestörer durch fünf Schüsse töd 1 ichvcr - letzt wurde. Durch Zeugen ist einwandfrei scst- gestellt worden, daß auch von den übrigen Kommunisten auf den am Boden liegenden schwerverletzten Polizeibeamten noch zahlreiche Schüsse abgegeben wurden. kommunistische Werkspionage bei JG.-Facben. Bei einer Haussuchung bei dem inzwischen verhafteten kommunistischen Agitator Gruber in Düben (Kreis Bitterfelds find neben vielen Waffen, Munitionskisten und DiebeSgut auch Pläne und Auszeichnungen gesunden worden, die unzweideutig WerkspionagefürSowjet- r u h l a n d erkennen lassen. Gruber gehörte dem Betriebsrat der 3G.-Farben in Bitterfeld an. Ds sind in seinem Hause auch elektrische Schaltungen, Leitungsdrähte, Gummikabel und viele andere bei 3G-Farben gestohlene Gegenstände beschlagnahmt worden, die allem Anschein nach zur Sprengung von Eisenbahnen und Staatsbau- ten Verwendung finden sollten. Die Zeppclinfahrken nach Südamerika. Die d r i 11 e a f f a g i e r f a b r t de- .Graf Zeppelin" nach Südamerika hat mit der Landung in Friedrichshafen ein glückliches Ende gefunden. Durch die Selbstverständlichkeit und Pünktlichkeit, mit der diese Fahrten durchgelührt wurden, ist bewiesen, daß ein regelmäßiger Lust- schiffdienst für Passagiere und Post von Mitteleuropa nach Südamerika mit Zeppelinen ausführbar ist. Die Leistungen deS Luftschiffes, feiner Führer und seiner Besatzung haben überall in der Welt, besonders in Südamerika, große Begeisterung hervorgerufen. Die regelmäßige Fortführung der Zeppelin-Fahrten von Deutschland über Spanien oder Frankreich nach Südamerika wird in Zukunft davon abhängig sein, dah c* gelingt, an geeigneten Plätzen in Spanien und Frankreich sowie an der südamerikanischen Westküste Luftschi ff Häfen mit Hallen eimu- richten. Von deutscher Seite wird der neue Lust- schnelldienst für Post und Passagiere als Mittel einer engeren Verbindung zwischen Mitteleuropa und 3bero-2merika sehr begrüßt und auch weiterhin für seine Durchführung mit allen Kräften gearbeitet. Wettervoraussage. 21n der Südseite der nach Nordosten abjlebenben Storung ist ozeanische Warmluft nach Deutschland oergtörungen und hat in der letzten Nacht Bewölkung und vereinzelt auch Niederschläg« oer- ursacht. Da die Westluft noch anhält, dauert auch das wechselhafte Welter zunächst an. wobei sich die Temperaturen zwischen Tag und Nacht mehr ausgleichen. Jedoch wird durch da» Hoch über der Bis- caya vorübergehend leichte Besserung eintreten: aber mit dem Herannahen der neuen über dem Ozean erkennbaren Störung dürfte alsbald wieder (Er- wärmung und Wolkenbildung mit Niederschlägen einsetzen. Aussichten für Freitag. Bewölkt mit Aufheiterung. Temperaturen mehr ausgleichend, noch etwa- milder, einzelne leichte Riederschläge. Lufttemperaturen am 28. Oktober: mittags 5 Grad Celsius. abend» 0,9 Grad: am 29. Oktober, morgen» 4.4 Grad. Maximum 6,4 Grad, Minimum —0,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 28. Oktober. abend» 3,8 Grad: am 29. Oktober: morgen» 3,2 Grad Celsius — Niederschläge 0,4 mm. — Son- nenscheindauer 4K Stunden. Gießener Minieriwthilse 1931/32 80 10 10 Helft den Meidenden! Jede Gabe ist willkommen! Sachspenden an das Stadt. Wohlfahrtsamt, Gartenstraße 2, Zimmer 9, erbeten- auf Wunsch erfolgt Abholung. Telephon 2858. Geldspenden nehmen auch die Lanken und Sparkassen entgegen- ferner sind Einzahlungen auf das Winternothilfe-Konto Nr. 3372 bei der Lezirkssparkasse Gießen möglich. EINE GANZ ÜBERRASCHEND SCHMERZSTILLENDE WIRKUNG o. S). verbleiben zur Verfügung derjenigen örtlichen Organisation, die den Vertrieb übernommen hat, hier der G i e ß e n e r N o t. Hilfe, v. 5). erhält der Landesausschuß. Die restlichen o. f). werden dem Ausgleichsfonds bei der Vohl/ahrtsbrlefmarken See Relchspost eölllg bis 30.Joni 1931 Reichsgeschäftsstelle, über dessen Verwendung der Reichsarbeitsausschuß verfügt, zugcführt. Für die Gießener Nothilfe übernimmt bas Stöbt Wohlfahrtsamt, Garten ft raße 2, Erd - gefchoß, Zimmer N r. 9, die Ausgabe der Wohlfahrtsbriefmarken einschließlich der Markenheftchen sowie der Wohlfahrtspostkarten. Nur von den bei dem Städtischen Wohlfahrtsamt bezogenen Dohlfahrksbriefmarken und -karten fliehen 80 v. h. des Reinertrages (Wohlfahrts- aufschlag) der Gießener Nothilfe zu. Es ergeht daher die besondere Bitte an alle Gießener Firmen und Einwohner, ihren Bedarf an Wohlfahrtsbriefmarken in erster Linie bei dem Städtischen Wohlfahrtsamt zu entnehmen. Nur dadurch trägt jeder Gießener Bürger auch zur LinderungderörtlichengroßenNot bei. Alle Gießener Firmen werden gebeten, während einer Woche oder einiger Tage in den Monaten November, Dezember oder Januar ihre gesamte Geschäftspost ausschließlich mit Wohlfahrtsbriefmarken zu frankieren. An alle Bürger der Stadt ergeht die Bitte, für die nächste Zeit nur Wohlfahrlsbriefmarken durch Vermittlung des Städtischen Wohlfahrtsamts zu verwenden, insbesondere sich ihrer bei Uebermitt- lung von Glückwünschen bei den kommenden Festen (Weihnachten, Neujahr und Ostern) zu bedienen. Auf die in der heutigen Ausgabe erscheinende Bekanntmachung der Gießener Nothilfe wird verwiesen. Gang der innerpolitischen Dinge bis zur Gegenwart. Dabei erklärte er, daß die Deutsche Volks- Partei dem ersten Kabinett Brüning mit großem Vertrauen entgegengekommen sei, je länger je mehr aber habe erkennen müssen, daß ihre Hoffnungen auf durchgreifende Aufbaumahnahmen enttäuscht worden seien. Trotzdem habe die Deutsche Dolkspartei die Regierung Brünings auch nach den Reichstagswahlen vom September 1930 weiter unterstützt, zumal der Reichskanzler im Laufe des letzten Sommers dem Parteiführer Dinge ldeh Versprechungen hinsichtlich eines Reparationsmoratoriums, einer Auflockerung de- Tarifrechts und einer Erweiterung des Reichskabinetts gegeben habe, die aber leider nicht erfüllt worden seien. Der Redner begründete daS Abrücken der Volkspartei von Brüning mit der Richterfüllung dieser Versprechungen und mit dem Mangel an Vertrauen zu einer positiven Politik des jetzigen Kabinetts, wobei er als maßgeblichsten Gesichtspunkt betonte, daß der Rationalsozialis- Berücksichtigung der Erholungsfürsorge. Die verfügbaren öffentlichen Gelder reichen bei der jetzigen Massennot kaum aus, um die dringendste Not auch nur einigermaßen zu beheben. Gerade die Mütter, Kinder und Jugendlichen sind diejenigen, die am härtesten betroffen werden. Dielen Erholungsbedürftigen blieb eine Erholung versagt, da hierfür Mittel der öffentlichen Fürsorge nicht mehr zur Verfügung standen. Auch die schwer kämpfende deutsche Wirtschaft kann wirksame Hilfe allein nicht leisten. Jeder einzelne, der noch in der glücklichen Lage ist, in Arbeit und Verdienst zu stehen, muh ein Scherflein beisteuern und mithelfen, die all- • gemeine Volksnot zu lindern. Durch Erwerb und Verwendung der neuen Wohl- fahrtsbriefmarkcn wird jedermann hierzu Gelegenheit gegeben. Die Volkstümlichkeit der Wohlfahrtsbriefmarken nimmt von Jahr zu Jahr zu. Die diesjährigen Wohlfahrtsbriefmarken werden wiederum in künstlerischer Ausführung in Stahldruck ausgeführt werden und in Fortsetzung der vorjährigen Reihe deutsche Städtebilder zeigen. Die neuen Wohlfahrtsbriefmarken werden bis zum 30. Juni 1932 postalische Gültigkeit für alle Post- Helst auch durch Wohlfahrtsbriefmarken! unsere Mütter - für unsere Jugend!" Unter diesem Losungswort wird ab 1. November 19 31 der Postverkaus und der außerpostalische Vertrieb der neuen Wohlfahrlsbriefmarken 1931 zugunsten der Deutschen Nothilfe beginnen und am 15. Januar 1932 enden. Die Erträge der Wohlfahrtsbriefmarken dienen zur Linderung materieller Notstände im ganzen Reichsgebiet. In erster Linie soll der Erlös Verwendung finden für Mütter, Kinder und Jugendliche unter besonderer Hub — Sujö — Däulke. Beginn 20 UBr, Ende 22.30 Llhr. — Die Deutschnationale Volkspartei oeranstallet am Samstag, 7. November, 20 Uhr, in der Volkshalle eine öffentliche Kundgebung. Redner ist der Parteiführer Dr. Hugenberg. Siehe heutige Anzeige. * ** Justizpersonalien. Der Vorsitzende des Arbeitsgerichts in Gießen Ludwig Raab wurde zum Amtsgerichtsrat beim Amtsgericht Gießen ernannt. Der Oberjustizsetretär beim Amtsgericht Grünberg Wilhelm Büttner wurde in gleicher Eigenschaft an das Amtsgericht Alsfeld versetzt. ** Aon der Kraftpostlinie Gießen- Hoch elheim. Die Postverwaltung hat von der Einziehung des Fehlbetrages der Kraftpost Gießen— Hochelheim für die Monate Juli, August und September in der Erwartung, daß die nächsten Monate einen Ueberschuß bringen, oorerst abgesehen. ** Wandergewerbescheine und Gewerbelegitimationskarten. Im jüngsten Amtsverkündigungsblatt wird vom Kreisamt Gießen bekanntgegeben, daß Anträge für Wandergewerbe- scheine und Gewerbelegitimationskarten für das Kalenderjahr 1932 umgehend bei den Polizciämtern und Bürgermeistereien gestellt werden müssen, wenn der Antragsteller zu Beginn des neuen Jahres im Besitz der Karten sein will. In der Bekanntmachung wird weiter darauf hingewiesen, daß die Wandergewerbescheine in Zukunft nicht mehr vom Kreisamt aus- gegeben werden, sondern vom Finanzamt abgeholt werden müssen. ** Goldene Hochzeit. 3n der gestern veröffentlichten Rotiz über die goldene Hochzeit des Ehepaares Stein mußte der Vorname der Frau nicht Maria, sondern Elisabeth heißen. •* Volkshochschule und Arbeits- lose. Man schreibt uns: Zu den Einrichtungen, die berufen sind, unserer Bevölkerung über diesen schweren Win! er hinwegzuhelsen, gehört auch die Volkshochschule. Es ist noch lange nicht genügend bekannt, daß sie zu allen ihren Kursen den QIc- beitslosen unentgeltlich Zutritt gewährt. Außerdem werden noch besondere Fortbildungskurse für jugendliche Arbeitslose eingerichtet werden. Da die staatlichen und städtischen Zuschüsse sehr verkürzt wurden, ergeht um so dringender an Private die Ditte, die bewährte Arbeit des Vereins „Volkshochschule" zu unterstützen. ** Urlaub für Staatsbeamte am Reformationstag. Durch ein Ausschreiben des hessischen Gesamtministeriums wird dieDienst- befreiung für Staatsbeamte und Angestellte am Reformationstag geregelt. Danach ist in allen Orten, in denen am 31. Oktober evangelischer Gottesdienst abgehalten wird, den Beamten, Angestellten und Arbeitern der evangelischen Konfession auf Ansuchen Urlaub zum Besuch des Gottesdienstes zu erteilen, ohne daß eine Anrechnung auf den Erholungsurlaub stattfindet. Für die Schulen bleibt die frühere Verordnung des Kultusministeriums in Kraft. ** Di e Deutsche Volkspartei, Ortsgruppe Gießen, hatte auf Montagabend zu einer Mitgliederversammlung in das Gasthaus „Hindenburg" eingeladen. Generalsekretär W e l k o w (Darmstadt) sprach über die politische Entwicklung in den letzten wahren, um die Mitglieder der Ortsgruppe mit den verschiedenen Geschehnissen, die im Wahlkampf zur hessischen Landtagswahl eine Rolle spielen werden, näher bek nntzurnachen. Der Redner wies zunächst auf die Erfolge der Außenpolitik Stresemanns hin und schilderte dann den Aus der provinzialhauptstavt. Gießen, den 29.Oktober 1931. Zu Ende denken! Die heimischeKapitalbildung ist zur Zeit ins Stocken geraten; die Quellen, die auch in der bisherigen schweren Krise sich ergiebig zeigten, haben vorübergehend fast gänzlich zu fließen aufgehört. Geht man den Gründen dafür nach, so stößt man bald auf den Zentralpunkt aller wirtschaftlichen und politischen Schwierigkeiten der Gegenwart, auf den Mangel an Vertrauen. Dieser Grund mag gerade heute erklärlich erscheinen, aber er hilft nicht weiter, im Gegenteil, er ist sehr schädlich. Was geschieht z. B. mit dem Geld, das bisher zur Sparkasse gebracht wurde? Es wird in sehr vielen Fällen gehamstert, d. h. zu Hause an einem mehr oder weniger sicheren Ort in Verwahrung gehalten, oder es wird zum Kauf großenteils unnötiger Waren verwendet. Auf der anderen Seite verlangen aber die Sparer, daß die Geldinstitute die bei ihnen abgerufenen Gelder prompt auszahlen. Daß ein solches Mißverhältnis auf die Dauer nicht möglich ist, liegt auf der Hand. Denn alle Geldinstitute sind auf neue Einlagen angewiesen; aus ihnen bestreiten sie in erster Linie die Auszahlungen; nur der über den täglichen Auszahlungsbedarf hinausgehende Betrag wird normalerweise bekanntlich in Hypotheken und sonstigen Wirtschaftskrediten angelegt. Bleiben Einzahlungen aus, so sind Danken Genossenschaften und Sparkassen gezwungen, Kredite zu kündigen, um dadurch die Mittel für die Auszahlungen zu gewinnen. Diese Kreditlünöigungen treffen das Handwerk, die Landwirtschaft, den Hausbesitz, also alle die Kreise, aus denen auch die Sparer stammen, sehr schwer. Aus diesen kurzen äleberlegun. gen ergibt sich von selbst die notwendige Folgerung: Wenn, wie bis zur Mitte des Jahres, ein geregelter Ein- und Aüszahlungs- verkehr von statten geht, der sieh weitgehend in sich selber ausgleicht, so werden wir auch über den kommenden Winter genau so gut ohne irgendwelche Stockungen hinüberkommen, wie es im letzten, gleichfalls schweren Winter der Fall war. Es hängt also von uns selber ab, und die vernünftige ruhige Einstellung der Bevölkerung während der Zahlungskrise des Juli läßt die Hoffnung berechtigt erscheinen, daß die Einzahlungen wieder stärker in Gang kommen. Die eindeutigen Erklärungen von Reichskanzler Dr. Brüning, Staatsminister Dr. S e v e r i n g und von Reichsbankpräsident Dr. L u t h e r aus der Sparkassentagung Ende September über die Sicherheit der Währung sind geeignet, auch die letzten Hemmungen zu beseitigen. Gießener Winternothilfe. Die Kartoffelversorgungsaktion der W i n t e r n o t h i l f e ist zur Zeit rege im Gange. Täglich treffen größere Kartoffelmengen hier ein, die in denkenswerter Weise von der hiesigen Reichswehr mit Fuhrwerken aus den benachbarten Orten herangefahren werden, im übrigen auf dem Dahnwege ankommen. Bis jetzt sind etwa 500 Zentner an unsere hilfsbedürftigen Mitbürger ausaegeben worden. Durch hochherzige und sehr anerkennenswerte Schenkungen großer Kartoffelmengen war es möglich, die gekauften Kartoffeln so zu verbilligen, daß der Preis pro Zentner auf 1,50 Mark festgesetzt werden konnte, wobei zu beachten ist, daß es sich bei den Lieferungen durchweg um gute Speisekartoffeln handelt. Von den dankenswerten Schenkungen an Kartoffeln, Ob st und Gemüse sind uns bisher folgende bekannt geworden: Reumühle bei Muschenheim 25 bis 30 Zentner Kartoffeln, Oeko- nomierat Hofmann in Hof-Güll 30 Zentner Kartoffeln, Sammlung des Lehrers in Harbach 7,5 Zentner Kartoffeln und 7,5 Zentner Aepfel, Hof Graß bei Hungen 10 Zentner Kartoffeln, Hungen 10 Körbe Aepfel, Kammer in Bellersheim 10 Zentner Kartoffeln, Obbornhofen 10 Zentner Kartoffeln und 10 Zentner Gemüse, Birklar 25 Zentner Kartoffeln, Gemüse und Obst, Staufenberg 8 Zentner Kartoffeln, Gemüse und Obst. Die gütigen Spender dürfen gewiß sein, daß die Gießener Winternothilfe diese hochherzige Llnterstühung ihnen herzlichst dankt. Bornotizen. — Tageskalender für Donnerstag: Hausfrauenberatung, Oefsentliche ^ichtbilderver- anstaltung, Cafö Leib, 20 Ahr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der keusche 3osef". — Astoria- Lichtspiele, Seltersweg: „Rache des Verlassenen" und „Kolonne X“. — Aus. dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Freitag, 30. Oktober, als 5. Vorstellung im Freitag-Abonnement erste Wiederholung der mit großem Erfolg erstaufgeführten Schwankoperette: „Frauen haben das gern...!" von Arnold und Dach-Rideamus-Kollo in der De- sehung der Erstaufführung unter der Leitung von fenbungen nach bem In- unb Auslanbe besitzen. Zur Ausgabe gelangen Marken zu: 8 Pf.. Verkaufspreis 12 Pf. (Zwinger in Dresben), 15 P., Verkaufspreis 20 Pf. (Rathaus in Breslau), 25 Pf.. Verkaufspreis 35 Pf. (Heibelberger Schloß), Querformat, 50 Pf., Verkaufspreis 90 Pf. (Lübecker Holftentor). Außerbem werben wieberum Markenheft- ch e n, enthaltenb zehn Marken zu 8 Pf. unb vier Marken zu 15 Pf., ausgegeben, beren Verkaufspreis 2 RM. betragen wirb. Schließlich gelangt noch eine P.o ft karte in künstlerischer Ausführung (Radie- rung) mit eingebrudter 8-Pf.-Wohlfahrtsbriefmarke zur Ausgabe bie 12 Pf. kostet. Die Auflage der Marken unb Postkarten ist beschränkt; etwaige Rest- beftänbe werben nach Ablauf ber Vertriebszeit ver- Bon bem Abgabepreis fließt ber reine Frankie- rungswert ber Post zu. Der Reinertrag (Wohlfahrts, aufschlaq) aus bem außerpostalischen Verkauf ber Wohlfahrtsbriefmarken fließt ber Deutschen Nothilse zu unb wirb folgendermaßen verteilt: mus unbedingt mit in die Verantwortung hineingestellt werden müsse. Rach einer kurzen kritischen Beleuchtung der Stellungnahme der fünf volksparteilichen Reichstagsabgeordneten, die im Reichstage für Brüning stimmten, beschäftigte sich der Redner kurz mit der hessischen Politik, wobei er auf den Kampf der Deutschen Volkspartei gegen die Weimarer Koalition hinwies und betonte, die jetzige Regierungskoalition habe aus Hessen ein Geschäftsunternehmen gemacht, das der Befriedigung der Parteimitglieder diene. Weiter kritisierte der Redner die hessische Rotverordnung mit den Eingriffen in die verfassungsmäßigen Rechte der Beamten bei völliger Schonung des Tarifrechts. Schließlich betonte er noch die dringende Rotwendigkeit einer starken nationalen Mittelpartei wie die DVP., zu deren Unter- stützung bei der Landtagswahl er auffordere. 3m Anschluß an den Vortrag fand eine kurze Aussprache statt. " Der Bund für christliche Erziehungin Haus und Schule hielt am Freitag, wie man uns berichtet, einen Familien- abend im 3ohannessaal ab. Pfarrer Lenz hielt einen Vortrag über das Thema: „Biblische Weissagung und Zeichen der Zeit in der Gcgen- toart“. Er beschränkte sich hauptsächlich auf die Weissagungen, die wir aus 3esu eigenem Munde haben. An mehreren Beispielen zeigte er, wie die Sekten in willkürlicher Weise prophetische und dunile Dibelstellen auslegen und wie manche schon oft den Zeitpuntt der Wiederkunft Christi vergeblich berechnet hätten. Solche Rechnungen, die gegen 3esu ausdrückliches Verbot gehen, solle man, so führte der Redner aus, unterlassen. Aber eine nüchterne Betrachtung der Bibel und der Gegenwart kann doch auch wieder nicht verkennen, daß die Menschheit heute in Zeiten großen Abfalls, blutiger Verfolgungen und schwerster Prüfungen steht, und daß also in der Gegenwart augenscheinlich Dinge geschehen, auf die uns 3efu Wort vorbereiten wollte. Den musikalischen Teil des Abends hatten Herr und Frau Rebeling übernommen und vermittelten mit ihren Darbietungen den Zuhörern ein schönes Erlebnis. KOPFSCHMERZ (MIGRÄNE ' NEURALGIE _ ^ZAHNSCHMERZ, 5, :? CITROVAN ILLE Jaitvfcktdc .AewÜW - od.OÄm.1.15 die Betriebsbedingungen des Motors ! IW M »"'°-7r.ib-»off, SHELL-BENZIN, für-hochkomprirnier.nde Motoren: DYNAMIN La»on Sie sich bei den SHELL-Tankstellen oder durch den SHELL-FÜHRER fachmännisch beraten, welche der 6 SHELL AUTOOEL- Qualitäten, die abgestimmt sind auf alle Motor-Typen und alle Jahreszeiten, speziell Nur ein Qualität«- und Marken-Autooel, das k\ auch unter diesen neuen, weit schwierigeren Verhältnissen einwandfrei schmiert, ver- hindert Anlass-Schwierigkeiten, Störungen und Verschleiss, zu deren Behebung oft l kostspielige Reparaturen nötig sind. Dr. Hilgenberg spricht in derVolkshalle in Gießen Samstag, den 7. November 1931, abends 8 Uhr pünktlich 7237 D Frau Elisaheibe Pfeifl Wwe.,geb.Freitag Gießen, den 29. Oktober 1931. Frau Amalie Diehl Wwe im Alter von 88 Jahren. Reiskirchen, den 28. Oktober 1931. Die Beerdigung findet Freitagnachmittag um 2 Uhr statt. 06307— Ä'IS vergibt Vertretung. Offerten Postfach 8, Leipzig ».21. 7^V (Morgenfeier) 7251 d Stellenangebote 7240D Lichtspielhaus • Gießen Sonntag. 1.91 ov. 31 H. Kirchner 7251 D 30. ii„ Äiee„- Tovnousrrit ■iUÄT.:| Stadttheater Brühl'schen Druckerei Ncucnwrg 28. Iciephon 3414. Mer Verwachs nur haudidu/ifL auflrajg&n^, bohnert glänzend, macht nicht glatt! lischt erst am 30. Juni 1932. Es werden ausgegcben: im Knmmerspielzyklus verschoben werden. — Weitere Anzeige folgt. Gestern vormittag verstarb nach längerem Krankenlager im 62 Lebensjahre unsere treusorgende Mutter, Schwieger- mutter und Großmutter Familie Diehl Familie Gundrum Familie Hallenberger l^r. Itu-t r tt. tmD ILininrid) 1 Ubr am Mi»r;d’* •*<*l«niihe tiOETHEBL'ND GIESSEN Nur Sonntag, 1. November, vormittags 11.15 Uhr K I LTV RFILfl-VERA X S TA LTl X ti Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Hans Pfeiff Die Beerdigung findet am Samstag, dem 31. Oktober, vormittags 11 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt WWW können linden abgebaut.Kaufleute cvtl.auchBeamtc.d. gut berufen u. mit den Gießener Ber- bältniff. bekannt sind Schrift!. Angeb. mit Lebenslauf u.7188o an den Gieß. Anz. Bekanntmachung. Betr.: Vertrieb von Wohlfahrtsbriefrnar- fcn 1931 zu Gunsten der Deutschen Nothilfe durch das Städtische Wohlfahrtsamt Gießen. In der Zeit vom 1. November 1931 bis 13. Januar 1932 findet zur Linderung materieller Notstände im ganzen Reichsgebiet ein wohlsahrtsbriesmorkenoerkauf statt, dessen Erträge „unseren Müttern und unserer Jugend" zugute kommen werden. Die postalische Gültigkeit der Wohlsahrtsbrief- marken nach dem In. und Auslande er- Konkursverfahren. Heber das Vermögen des Theo Bieker in Gießen, alleinigen Inhabers der Firma Ehr. Bieler in Gießen, wird heute, am 28. Oktober 1931, nachmittags 5 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Der Rechtsanwalt Luley in Gießen wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 14. November 1931 bei dem Gerichte anzumelden. Es wird zur Beschlußfassung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschusses und eintretendenfalls über die in § 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf Donnerstag, den 26. November 1931, vormittags 10% Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte — Zimmer Nr. 201 — Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Kon- kursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird ausgegcben, nichts an den Gemein- schuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 14. November 1931 Anzeige zu machen. 7263 D Hessisches Amtsgericht in Gießern Schwache Lungen die leicht anfällig und Erkrankungen auSges. sind (Katarrh, Asthma, Hustenreiz, Verschleimung usw.) auch in veralteten Fällen kräftigt Wörishofer Lllngenaufbau-Tee und Lungenkallsaft, tausendfach bewährt. ^vSutevhausSrmg Heil- und Pfleaemittel der Natur, __________ in der Schulstraßc. 06309 GOETHE-BUND Aus theatertechnischen Gründen muß die im Programmheft für Sonntag, den 1.November angezeigte Schauspiel-Aufführung Verkaufs-Filialen errichtet an allen Plätzen. Jede Sam. ift Käufer. Schriktl. Anfr. unter 06295 an den Gieß. Anz. TodeS'Anzeige. Nach kurzem Leiden verschied am 28 Oktober unsere liebe Mutter, Großmutter, Urgroßmutter, Gothe und Tante W WWHMssk kommen Freitag und Samstag im Laden Woltengasse 21 von nachmittags 3 dis 6 Uhr zum Verkauf: Roßhaarbesen, Kokosläuser (in jeder Länge), Waschleinen, Ledergamaschen, Rohrsessel, Rohrtruhen, Rucksäcke, Reisekoffer in Leder, Kunstleder und Fiber, ein Posten Lederschulranzen, Tarnen- Handtaschen, Portemonnaies, Kartätschen, Hut-, Kleider-, WichS- u. Lchmutz- bürsten, Autobürsten, Geldtaschen, Manikürgarnituren, Handbesen, Abseisbür- sten, Schrubber, Handwaschbürsten; außerdem Reftbcstande aus Konkurs, zu jedem annehmbaren Preis. Verkäufe Umstände halb, verkaufe ich im Auftr. 1 V^-Motorrad steuer- u. fübrersck; - frei, 200 ccm, mit eleftr. Licht u. Horn (Bosch) u.Sozius, i. sehr gutem Zustand. Alb.^ahn.Auto- u. Motorr.-Revar.«». Villingcnb. Hungen (Oberhesfen). B. R 20.45 Uhr [72I5D oiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiii Achtung! Es gibt Schnee! Deshalb benutzen Sie die Gelegenheit und kaufen Sie bei mir am Freitag, den 30. CHobcr und folgende läge: Rodelschlitten z.Spottpreis ferner: Fahrradlampcn mit rynamo (Balner), Kleiderschränkc, Büfetts, Stc- dcnzeu, Herrenräder, 1 Lpicgelschrank, dreitürig, und viele» andere. 7255 D Ludwig Harimeh Gießen. n„D ..fronen hohen Oos gern...!" Srritnn. d. :u). Cft. non 20 bis 22', Uhr 5. .Ireiioq-HD -EorfL CucrcttcnuTcifc Schwaukoverette in 3 Akten von Fl. Arnold u tt Bach Gefangstertc von Rideamus. - Dlufik von Walter Hollo. Ülllllllllllllllllllllllllllllllie PALMEN UND PYRAMIDEN Ein neuer Groß-Kulturfilm der Ufa-Kulturabteilung Ein Film von Aegypten, dem Lande der grandiosen Gegensltse, vom Paradies des Niltals and der tödlichen Weite sonnendnrchgltihter Wüsten, von der majestl- tischen Wacht lahrtansende alter Enltstltten nnd dem sinnverwirrenden Trubel des Orients. Von Triest nach Alexandrien — Auf uralten Karawanenstraßen — Im Lande des Nils — Assuan und der gewaltige Staudamm von Schellal — Die prächtigen Tempel des Luksor und Karnak — Das Tal des Todes mit den weltberühmten Pharaonen- gräbem — Die Pyramiden von Memphis und Gizeh - Die Millionenstadt Kairo — Die märchenhafte Mohammed-Ali-Moschee — Die heilige Toten Slottemx breitung Aun h einer wir ländis. wenn ci ti von d in der Zc mililörpoli dürfe, wie Panama-? französische »fkvnsu! dienen, eir 8ut Prei Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhefsen) Kriegerdenkmal-Weihe in Großen-Buseck ii. G r o ß en-Du s e ck , 27. Oft. Die Einweihung unseresGefallenen-Ehren- males am vorigen Sonntag gestaltete sich zu einer erhebenden Feier, die durch ihre betonte Einmütigkeit einen besonders wohltuenden Eindruck machte. Im überfüllten Gotteshause fand vormittags ein Gedächtnisgotlesdienst statt, zu dem der Kriegerverein und der Gesangverein „Heiterkeit" mit ihren Fahnen geschlossen erschienen waren. Der Posaunenchor und der Gesangverein „Heiterkeit" versetzten durch ihre Musik- und Liedervorträge in die rechte Stimmung. 3n ergreifender Weise gedachte Pfarrer Schmidt des Kriegsausbruches, der Taten, des Leidens und Sterbens unserer Helden und des Ringens der Daheimgebliebenen, besonders der Frauen und Alten, die voll festen Willens die Hand an ben Pflug legten. Mit immer wieder aufrichtenden Worten wies er auf die Tröstungen wahren Glaubens hin und lenkte den Mick von der Vergangenheit auf die Zukunft. Um 13.30 Uhr begaben sich der Ortsvorstand, sämtliche Vereine und die Schulkinder in einem ansehnlichen Zuge unter Glockengeläute von der Schule an der Oberpforte zur Kirche, vor der das Ehrenmal errichtet ist. Dort hatte sich bereits eine tausendköpfige Menge eingefunden. Von nah und fern waren Verwandte und Freunde der Gefallenen herbeigeeilt, um an ihrer Ehrung teilzunehmen. Die Enthüllung. Der Posaunenchor spielte „Wir treten zum Beten", die beiden Oberklassen sangen das Lied vom sterbenden Reiter und trugen, wie noch öfter während der Feier, stimmungsvolle Gedichte vor. Dann sprach Regierungsbaurat Kuhlmann (Gießen). Er führte aus, daß auch in der heutigen Rotzeit die Frage, ob man den Gefallenen Ehrenmäler errichten solle, bejaht werden müsse. Sie sollten ja nicht nur ein Beweis des Dankes an die Opfer, sondern auch ein ewig mahnendes Zeichen für die Lebenden sein. Hierauf erläuterte er den Gedanken, der dem Entwurf des Denkmals zugrunde liegt: Wie der auf dem Altar liegende mächtige Eichenast im Sturmwinde vom Baume gerissen wurde, so opferten sich die Söhne der hiesigen Gemeinde auf dem Altäre des Vaterlandes. Die Blätter welken, aber wenn der Frühling einzieht, wird der Baum von neuem anheben zu grünen. So wird auch das deutsche Volk nach überstandener Rotzeit wieder seine Kräfte entfalten. Darauf fiel die Hülle unter Präsentieren der Gewehre des Kriegervereins und Senkens der Fahnen. Leise spielte der Posaunenchor das Lied vom guten Kameraden. Rach der Enthüllung folgte als zweiter Teil der Feier die Weihe. Diese wurde eingeleitet durch den von den vier Gesangvereinen unter Stabführung des Musiklehrers Ricolai gesungenen Massenchor „Es rauschten die Sensen durchs Aehrenmeer hin". Das Lied ist gedichtet von einem Sohn unserer Gemeinde, Lehrer Kimmel in Allendorf. Es erzählt von dem Auszug, dem Kämpfen und der Heimkehr der Krieger des Dusecker Tales und dem Dank der Heimat an „die Kämpfer der Ehre, die Helden im Streit". Dann hielt Pfarrer Schmidt die Weiherede. Seinen von tiefem Ernst getragenen Ausführungen lag die Forderung: „Pflicht, Recht, Liebe, Wahrhaftigkeit, seiet dankbar den Gefallenen, zeigt euch ihrer würdig!" zugrunde. 3n der Gedächtnishandlung verlas der Geistliche die Ramen der auf vier Bronzetafeln ausgezeichneten 51 Gefallenen. Darauf setzte Trauergeläute ein, während die Anwesenden still ihrer auf dem Felde der Ehre gebliebenen Angehörigen gedachten. Ein weiterer Schülerchor „Tröstet mein Volk', das von dem Posaunenchor vorgetragene Largo von Händel und Gebet des Geistlichen schlossen den zweiten Teil ab. Rach dem Ehrengruh des Kriegervereins folgte die llebernahme des Denkmals in den Schuh der Gemeinde. Bürgermeister Gans sprach mit markigen Worten von dem Dank, den die Gemeinde den Gefallenen zolle, und der Pflicht aller, es ihnen nachzutun in Gewissenhaftigkeit und Treue. Er werde es als seine besondere Aufgabe ansehen, das Denkmal in pflegende Obhut zu nehmen. Darauf sprach er allen, die an der Erbauung des Ehrenmals beteiligt waren, und zur Ausgestaltung der Feier beigetcagen hatten, Dank aus. Eine kernige Ansprache hielt auch der Provinzialrabbiner 5>r. Sander, der, wie der evangelische Geistliche, zur Einmütigkeit und zu festem Zusammenstehen zur Ueberwindung der Rotzeit aufforderte. Mit tiefempfundenen Dankesworten legten Bürgermeister Gans für die Gemeinde, K. Rink für die Kriegsbeschädigten, K. B o n a - r i u s für sämtliche Vereine und Rektor Inder- t h a l für die Schule wundervolle, ganz in Grün gehaltene, mit großen Weißen Schleifen und entsprechender Aufschrift versehene Kränze nieder. Rektor I n d e r t Hal führte noch aus, daß das deutsche Volk den Krieg nicht so heldenhaft hätte durchführen können, wenn nicht neben dem Elternhaus dje Schule Gehorsam und Pflichtbewußtsein tief in die Seele des Volkes gepflanzt hätte. Rach einem Sprechchor der Oberklassen, dem gemeinsamen Lied „Ein feste Burg ist unser Gott" und dem Segen durch den Geistlichen schloß die bei allen Teilnehmern in immerwährender Erinnerung bleibende erhebende Feier. Der Herbstwind wehte das welke Laub von den vor dem Ehrenmal stehenden alten Akazien und Linden, und verheißungsvoll grünte das junge Gras der neuen gärtnerischen Änlagen im letzten Sonnenscheine. Ur. 255 Zweites Blatt ZwischeMlantikundpazifik. Von Otto Corbach. Jedes Schulkind weiß, daß die Erde eine Kugel ist, aber im politischen Leben der Völker Europas beginnen erst heute sich die Begriffe im Sinne der Kugelgestalt der Erde zu wandeln. Die Entdeckung überseeischer Länder durch europäische Seefahrer hatte jahrhundertelang für europäische Staatsmänner nur die Bedeutung einer immer größeren Ausweitung ihres Machtspielraums; ihre traditionelle europäozentrische Einstellung zu den Vorgängen auf unserem Planeten blieb unerschüttert. Auch der amerikanische Unabhängigkeitskrieg änderte daran bis in die jüngste Zeit wenig. Die freien Völker der „Reuen Welt" zogen sich auf sich selbst zurück und selbst die nordamerikanische Union entwickelte viele Jahrzehnte hindurch keinerlei Ehrgeiz, die Kreise ehrgeiziger europäischer „Weltpolitik" zu stören. Erst durch den Weltkrieg verschob sich der Schwerpunkt des atlantischen Kulturkreises von London nach Washington. Seitdem entwickelte sich Moskau als ein von Westeuropa unabhängiges eurasisches Energiezentrum, und jetzt scheint Tokio auf einer dramatischen Tagung des Genfer Völkerbundes mit Erfolg seine Geltung als Mittelpunkt eines unabhängigen pazifischen Kulturkreises durchgedrückt zu haben. Man muh eine ungefähre Vorstellung davon gewinnen, wie sich auf solche Weise ein politischer Globus gestaltet, um zu verstehen, um was es sich eigentlich bei allen neuerlichen weltpolitischen Konferenzen handelte und im be- sondern jetzt wieder bei dem Besuch des französischen Ministerpräsidenten L a v a l in Washington handelt. Die auffallende Unentschlossenheit, die sowohl britische wie amerikanische Staatsmänner seit dem großen Kriege gegenüber Frankreich als der kontinentaleuropäischen Vormacht an den Tag legen, findet ihre Er-v klärung in der gemeinsamen Sorge angelsächsischer politischer Kreise um die Zukunft ihrer pazifischen Macht st ellungen. Das Entstehen und Werden des französischen Kolonialreiches war nie in irgendwie beträchtlichem Maße eine Angelegenheit der Ausbreitung der Völker weißer Rasse. In französischen Kolonien spielen Siedlungen von hellhäutigen Menschen noch heute nur eine geringe Rolle, und es handelt sich dabei zudem vorwiegend u m afrikanische Länder, wo die traditionelle Vorherrschaft europäischer Kolonialmächte vorerst wenig erschüttert ist. Hingegen sind die angelsächsischen Mächte verantwortlich für das künftige Schicksal jener überseeischen Gemeinwesen, die sich aus einer europäischen Massenauswanderung entwickelten, und diese sind von den politischen Entfaltungsmöglichkeiten erwachender asiatischer Völker, allen voran der Japaner, unmittelbar bedroht. Die französische Diplomatie hat aus dem unschlüssigen Pendeln der Wachsamkeit britischer und amerikanischer Staatsmänner zwischen Vorgängen im atlantischen und solchen im pazifischen Kulturkreise seit dem großen Kriege den größten Vorteil zu ziehen gewußt. Sie konnte durch eine zuverlässige Haltung die britische Seemacht hindern, sich zur Wahrung überseeischer Interessen zu zerstreuen, sie konnte nicht minder die Kreise amerikanischer Dollar-Diplomatie auf dem europäischen Kontinent stören, und sie konnte durch Quertreibereien gegenüber angelsächsischen Flottenverständigungsbemühungen sogar die Ausbreitung der japanischen Machtsphäre begünstigen. Run hat sich Japan in Genf zum erstenmal einer wirklichen Einheitsfront der abendländischen Mächte gegenübergesehen, und wenn es trotzdem vorläufig nicht gelungen ist, es von dem Standpunkte abzubringen, daß es in der Zone der südmandschurischen Bahn auch militärpolitisch ebenso frei schalten und walten dürfe, wie die nordamerikanische Union in der Panama-Kanal-Zone, so soll doch gerade die französische Anregung, die Union für einen „K o n s u l t a t i v p a k t" zu gewinnen, dazu dienen, ein zureichendes Druckmittel gegen Japan zur Preisgabe seiner ostasiatischen „Monroe- Die pontinischen Gefilde. Don Or. Gustav W. Eberlein, Rom. Rur ein.Genie, so hieß es seit Jahrzehnten, könne die römische Frage lösen. Wer aber der Pontinischen Sümpfe Meister werde, der müsse mächtiger sein, so sagte man seit Jahrhunderten, als Kaiser und Päpste. Man rast die Via Appia hinunter, die Königin der Straßen, der ihr Erbauer, jener blinde Zensor, den Ramen gab. Ein für Fußgänger tagelanger Damm, schneidet sie schnurgerade durch die Sümpfe. Und es war der gleiche Appius Claudius, dem mitten im Kriege der Gedanke kam, etwas Ordnung in das Durcheinander faulender Wasser und Wälder, ersaufender Städte und Kulturen zu bringen. Damals schrieb man, wenn der alte Witz erlaubt ist, weil man sich in den alten Kalendern so schwer zurechtfindet, das Jahr 312 vor Christus. Appius Claudius scheiterte an der Größe seiner Aufgabe. Als man ein bißchen später, so gegen zehn Menschenalter etwa, Cäsar auf die liegengebliebene Arbeit aufmerksam machte und ihm sagte, unter den Volskern seien hier Rekordernten verzeichnet worden, wollte natürlich auch er wieder Kornkammern aus den Sümpfen machen. Dann versuchte sich Augustus daran. Rerva. Trajan. Theoderich, der König der Goten. Alle, alle lockte das Titanenhafte, mehr der Ruhm als der wirtschaftliche C.winn. Es war nichts damit. Denn sie alle stellten das Technische über das Menschliche, wußten nicht oder wollten nicht wissen, daß es der freie Bauernstand gewesen war, der durch seiner Hände Arbeit die zerstörenden Dergwasser gebannt und damit die Sumpfbildung verhindert hatte. Mit seiner Freiheit ging auch der natürliche Schuhwall unter. Die Wälder hätten vielleicht noch länger Widerstand geleistet, aber unter den Päpsten wurden sie obgeholzt, weil das Volk mit besonderer Zähigkeit an seinen Waldgöttern hing. Run konnte sich die Ratur zurückbilden bis in die Schöpfungslandschaft hinein, als nur Wasser und Etj)e war. Wohl griffen auch die Päpste zu, wo ihren Dorherrschern der gelbe Tod den Spaten aus der Faust geschlagen hatte. Roch heute läuft die „Linea Pia", ein Hauptkanal Pius VI., neben der Doktrin" zu schaffen. Der Sinn eines solches Paktes würde darin bestehen, daß Amerika Frankreichs „Sicherheitspolitik" in Europa irgendwie, sei es auch nur durch „wohlwollende Reutralität" im Falle einer Völkerbundsaktion gegen einen Störer der durch den Versailler Frieden festgesetzten heiligen „Ordnung", verbürgen hülfe, während Frankreich dafür sorgte, daß der Völkerbund sich von der Union zugunsten einer aktiven und nachdrücklicheren politischen Betätigung im Fernen Osten ins Schlepptau nehmen ließe. Borahs temperamentvolle Offenherzigkeiten haben bewiesen, daß man in den Vereinigten Staaten nach wie vor wenig Verständnis für den französischen Sicherheits-Komplex hat, und es ist noch sehr fraglich, ob sich in diesem Punkte amerikanische und französische Mentalität je auf einen Renner bringen läßt. Es scheint auch, als habe man auf französischer Seite die Bedeutung überschätzt, die man in Washington heute noch einer Mitwirkung europäischer Mächte an einer endgültigen Regelung politischer Machtverhältnisse im Fernen Osten beimißt. Via Appia her, aber größere Erfolge mußten ausbleiben, weil man sich mangels präziser Messungsmethoden niemals über die Gefällunter- schiede des inzwischen völlig verwüsteten Geländes klar wurde. Die Sümpfe lagen jetzt in einer flachen Wanne zwischen den kahlen Dolsker- bergen und den Dünen, es wimmelte von unterirdischen Quellen und das Meerwasser drang unterirdisch in die unter seinem Spiegel liegenden Becken. Auch die mächtigsten Kanäle muhten infolgedessen in Regenzeiten versagen, ja, man war gezwungen, sie wieder anzuschneiden, um den Ueberschuh der urplötzlich herabschießenden Wassermengen abzuleiten, mochte er hinlaufen, wohin er wollte. Wie ein Fluch lag es über dem verfemten Lande, wie ein biblischer Fluch. Da ließen auch die Päpste die Arme sinken. Und der gelbe Tod herrschte unumschränkt. Weh dem, der leben mußte in seinem Bereich! Man ahnte ja noch nichts von der keimtragenden Stechmücke, der Anopheles, man führte die furchtbare Krankheit, wie noch heute ihr Name besagt, einfach auf die mal aria, die schlechte Luft zurück, wurde geboren und siechte dahin. Einmal habe ich mich in den mörderischen Sümpfen verfahren. Die Sonne stand schon tief, die Anopheles, fingen an zu schwärmen, ich hatte kein Chinin bei mir, und das Benzin ging, erbleichend mußte ich's feststellen, zur Reige. Ungeheuerlich gehörnte Büffel bliesen mir, als der Wagen steckenblieb, ihren feuchten Atem ins Gesicht, daß ich nicht wußte, ob meine Stirne davon naß war oder vor Angst, aus der Oede nicht mehr zurückzufinden. Die paar Menschen, die hier Hausen, sind unberechenbar, die Wildnis steckt ihnen im Blut; ich dachte an den Hirten, der ein Mädchen, das ihn verschmähte, samt ihrer ganzen Familie in ihrer Strohhütte einschloß, Feuer daranlegte und in das Prasseln des grausigen Scheiterhaufens ein Liebeslied hineinsang. D'Annunzio ließ sich von diesem lodernden Mal einer vermeintlich urgewaltigen Liebe hinreißen, sie zu verherrlichen, aber als man den Mörder dreißig Jahre später entdeckte, glaubten die Richter nicht viel Federlesens machen zu sollen. Dreißig Jahre — tausend Jahre — Zeit und Leben gelten hier nicht viel. Endlich tauchte ein Reiter auf, kam heran, starrte uns schweigend an, ritt schweigend davon. Sein langer Stachelstab stand wie eine Lanze In der öffentlichen Meinung des Volkes der Vereinigten Staaten wächst seit Jahren eine Strömung, die die amerikanischen Interessen in Ostafien durch eine unmittelbare Verständigung mit Japan, China und — unter Umständen — Rußland gesichert wissen und dafür um so freiere Hand für eine solche Ordnung europäischer Verhältnisse gewinnen möchte, die ein dauerhafteres Gleichgewicht verbürgte, als es das gegenwärtige Uebermah französischer Macht zuläßt. Man darf sich durch den Lärm um das militärische Vorgehen der Japaner in der Mandschurei nicht darüber Hinwegtäuschen, daß es unter den chinesischen Rationalisten eine starke japanfreundliche Partei gibt, die sich mit einer politischen Kontrolle Japans in Rordchina abfinden würde, wenn sie dafür um so ungestörter in Mittel- und Südchina ein unabhängiges chinesisches Staatswesen aufbauen könnte. Dazu gehören die Kantoner Sezessionisten, und wenn es — wie gemeldet — wirklich zu einer friedlichen Verständigung zwischen diesen und der Rankinger Regierung kom- gegen den messinggelben Himmel. Wieder eine Stunde fruchtloser Anstrengungen, da trottete im letzten Dämmer ein Düffelgespann heran, ein quittengelbes Mädchen, sechzehn oder dreißig Jahre, wer will das bei diesen Malariagesichtern sagen, schirrte schweigend an, immer die Augen voll fassungslosem Staunen auf die fremde weihe Frau geheftet, die Peitsche klatschte, der Schlamm spritzte ... Dieselbe Straße, die wir dann in einem Sturm der Gefühle nach Rom hineinjagten, im ersten Sonnenglast eines dieser überirdisch schönen Oktobertage zurück in die pontinischen Gefilde. Gefilde, ja, ich habe mich nicht versprochen. Allen voran jagte der Mann, der die römische Frage lösen konnte, Mussolini. Da steht er auf dem Belvedere des Schlosses von Sezze und schaut hinunter. Die Ebene blendet, die Ebene ist braun und grünlich, von Geraden und Parallelen durchzogen, man denkt unwillfürlich an die sagenhaften Marskanäle. In der Ferne schimmert das Meer, in einer perlmutterhaften, opalisierenden Unbestimmtheit wie in den Lagunen Venedigs. Zur Linken, schemenhaft aufsteigend aus milchiger Weite, der Berg der Circe, der Tochter der Sonne. Zur Rechten, wie ein aufs Wasser geworfener schwimmender Würfel der Torre Astura, die berüchtigte Burg der Frangipane. Tausendjährige Geschichte sieht uns an. Ich weiß nicht, was in diesen Minuten in der Brust Mussolinis vor sich ging, aber ich verstand die Cäsarengebärde, mit der er nun hart und stolz durch die Morgenluft schnitt: Hinunter! Hinein ins Land, über die behelfsmäßigen Brücken, über die zementfeuchten Kanäle. Einer heißt Canale Mussolini, der ist vierzigtausend Meter lang, mißt dreißig Meter im Durchmesser am Anfang, sechzig bei der Mündung am Meer. Weitere Hunderte von Kilometern müssen folgen. Man schätzt die Gesamtkosten des Werkes auf 600 Millionen Lire, was übrigens nicht einmal so viel erscheint, wenn man bedenkt, daß die vor einigen Jahren fertiggestellte, die Sümpfe durchziehende Schnellbahn nach Reapel, die wir eben kreuzten. 1600 Millionen verschlang. Sie führt in die ob ihrer Fruchtbarkeit und zumal ihres Weines wegen, des Falerners, seit dem Altertum besungenen Phlegräischen Gefilde Donnerstag, 29. Oktober (951 men sollte, so würde es sich dabei eher um ein Abflauen des amerikanischen Windes handeln, der bisher die Segel der Rankinger allchinesi- schen Einheitspolitik schwellte, als um eine Einheitsfront zu entschlossener Bekämpfung japanischer imperialistischer Bestrebungen. Darauf deutet ja auch das Abblasen der Boykottbewegung gegen japanische Waren durch die Rankinger Regierung hin, was ja sonst im Augenblick der Versöhnung mit den südlichen „Rebellen" unverständlich wäre. In diesem Zusammenhänge verdient auch auf die wachsende Bewegung zugunsten einer Anerkennung der Unabhängigkeit der Philipp in os im Volke der Vereinigten Staaten hingewiesen zu werden. Der Senator Hawes (Missouri) hat sich sogar in diesem Sommer sechs Wochen auf den Philippinen aufgehalten, um den führenden Kreisen der einheimischen Bevölkerung Mut zuzusprechen, ihre Unabhängigkeit zu fordern; er stellte ihnen in Aussicht, daß er daraufhin einen entsprechenden Antrag im Senat einbringen und durchbringen werde. So etwas wäre gar nicht denkbar, wenn man sich in maßgebenden amerikanischen Kreisen nicht tatsächlich mit dem Gedanken trüge, sich von fernöstlichen Machtpositionen zurückzuziehen, um in um so größerer Unabhängigkeit das Gesicht dem Atlantik und Europa zuzuwenden. Roch ist eine solche Reuorientierung bei weitem nicht bis zum Weißen Hause vorgedrungen, und wenn Hoover und Stimson dem Senator Borah gestatteten, den französischen Gästen seine Meinung über die Versailler Friedensordnung freimütig zu sagen, so brauchte das nur als eine Warnung für die französischen Staatsmänner aufgefaht zu werden, ja nicht zu denken, als bleibe der Washingtoner Regierung ebensowenig wie der Londoner Regierung schon etwas anderes übrig, als sich mit einer Art französischer Diktatur über Mitteleuropa als unumstößlicher Tatsache abzufinden. Auch der französische Imperialismus wird nicht wenige Stufen von der Höhe, die er erklommen hat, herabsteigen müssen, wenn er die angelsächsischen Mächte, vor allem die Union, nicht zu dem Entschluß herausfordern will, die Reue Welt des Fernen Ostens sich selber zu überlassen, um die „alte" Welt Europas wieder „ins Gleichgewicht" zu sehen und damit im Weltmaßstäbe eine Taktik zu wiederholen, die den britischen Staatsmann Canning einst der „Monroe-Doktrin" freien Spielraum gewähren lieh, um der Reaktion der „Heiligen Allianz" die Stirn bieten zu können. Oberhessen. Landkreis Gießen. D Lollar, 29.Okt. Der Tum- und Gesangverein Lollar konnte in diesem Jahre auf fein 70jähriges Bestehen zurückblicken. Der Verein sah von der Veranstaltung einer größeren Festlichkeit ab und hatte lediglich zu einem Liederabend eingeladen. Frauen-, Männerund Gemischter Chor brachten einzeln und gemeinsam einige Lieder zum Vortrag. Die Darbietungen unter der Leitung des bewährten Dirigenten, Berufsschullehrer Eberle- Lollar, legten Zeugnis von dem ernsten Streben aller Mitglieder in der Pflege des deutschen Liedes ab. Die Gesangsoorträge fanden reichen Beifall. Besonders gefiel das Sopransolo von Fräulein Heda Müller-Lollar (Wiegenlied von Brahms) mit Chorbegleitung. Das Lied mußte wiederholt werden. Herr Herbert Kruger- Bad-Nauheim trug, begleitet von Chorleiter Eberle, einige sehr ansprechende Lieder vor. Das Konzert dürfte bei allen Zuhörern einen sehr guten Eindruck hinterlassen haben. — Der Reichsbahn-Assistent Philipp Harb u sch aus Lollar, bedienstet bei der Bahnmeisterei 2 in Gießen, kann heute auf eine 2 5jährige Dienstzeit bei der Reichsbahngesellschaft zurückblicken. r. Hungen, 28. Okt. In der jüngsten G e • meinderatssitzung wurde u. a. beschlossen, daß die noch rückständigen Gemeindesteuern nunmehr in monatlichen Raten eingezogen werden sollen. Für diese Rückstände werden zugleich Zuschläge erhoben. Der Gemeinderat entschloß sich weiter zur Anschaf- Was denn ober eigentlich hier geschieht? Was wir hier tun? Run, Mussolini läßt die Pontinischen Sümpfe oustrocknen. So etwas scheint ihm wichtiger als die Trockenlegung eines Landes nach amerikanischem Muster. Das gehört zu dem Titanenwerk der „gänzlichen Bonifizie- rung Italiens". Jetzt will er sich überzeugen, wie die Arbeit vorwärtsgeht. Er klettert auf Krane hinauf, er läuft querfeldein, bald steht er zwischen Loren, bald verschwindet er zwischen Arbeitsgruppen, er kommt, wenn man ihn bei Den Autoritäten sucht, aus einem Ziegenstall heraus. Dazwischen geht die tolle Wagenjagd weiter. Das Gebiet ist ja nicht klein, 151000 Hektar, sagt er. Italien gewinne eine Kolonie ohne Schwertstreich im eigenen Lande. Die Volkswirtschaftler werden ausrechnen, daß sich die ganze Geschichte so wenig lohne wie die Trockenlegung der Zuidersee, weil es ja doch bereits viel zu viel Getreide gebe. So etwas darf man aber dem Duce nicht vorhalten. Er deutet nur auf die quittengelben Gesichter der eingeborenen Hirten: der Würgengel der Malaria muß verjagt werden. Wie soll es gelingen, Exzellenz, dieses fast phantastische Werk zu Ende zu führen? Er sieht dem fremden Pressemann scharf ins Gesicht: „Roch einmal fünf Jahre, sechstausend Arbeiter, fünftausend neue Häuser und dreißigtausend Siedler — so ist das zweitausendjährige Problem zu lösen!" Zeitschriften. — „Verlorene Erfindungen" betitelt sich ein Beitrag von Professor S. Harvey in der neuesten Nummer der 91 lüft ritten Zeitung (9.9- Weber, Leipzig), in dem der Verfasser einige tragische Erfinderschicksale schildert, Fälle, in denen nach langjähriger mühseliger Forscherarbeit die Erfinder ein Opfer ihrer Wissenschaft wurden, und das Werk mit dem Meister unterging. — Einen Einblick in den Betrieb einer Großbank zu Ultimo gewährt ein reich mit Bildern ausgestatteter Beitrag. — Das Leben und Treiben auf den Philippinen wird auf einer doppelseitigen Bildertafel zur Darstellung gebracht und in einem begleitenden Artikel von Erwin Drin- neberg eingehend geschildert. — Die moderne Archi- tcktur und ihre Bestrebungen behandelt ein illustrierter Artikel von Rolf Spörhase: „Das Treppenhaus im neuen Bau". fund eines verbesserten Stadtwap- p e n s in den Farben gold-blau aold Ein Gesuch des Arbertergesangvereins um Ueberloffung des Gingfaaks für Uebungsftunben wurde abgelehnt. 3n der nichtoifenllichen Sitzung wurden einige Un» terstützungsgesuche behandelt. s Hungen, 28. Okt Gestern wurde hier, rote alljährlich, ein Waggon mit Liebesgaben für an ft alten der Inneren Mission verladen. Man hat in den Vorjahren die Erfahrung gemocht, daß es nicht zweckmäßig ist. wenn zuviel verschiedene Lebensmittel in einen Wagen geladen werden. Es wurde darum gebeten, von Gemüse und Oblk abzusehen und sich auf Speisekartoffeln zu beschränken. An der Sendung beteiligten sich die Ge- meinden Hungen, Langsdorf, Bellersheim. Bettenhausen, Utphe, Inheiden. 9n Utphe war die Beteiligung an der Spende sehr rege; es konnten aus dem kleinen Ort über 20 Zentner Kartoffeln nach der Bahn gebracht werden. Das Anfahren an die Bahn bereitete allerdings oft Schwierigkeiten, da wegen der landwirtschaftlichen Arbeiten Fuhrwerke schwer zu haben sind. OJtXfport Zwei-Stunden Bahnlaufen. Hoch eine leichtalhletische Veranstaltung der Spieloereinigung. Als endgültiger Abschluß der Saison 1931 bringt die Spieloereinigung 1900 noch einmal eine leichtathletische Veranstaltung zur Durchführung, oie umfaßt nur einen Wettbewerb, und zwar das erstmals hier in Gießen ausgeschriebene Zwei-Stunden- Bahnlaufen. Der Veranstalter stellt in erster Sink Gerhardt in den Kampf; neben ihm wird noch Schaaf die 1900er-Farben vertreten. Mit einigen guten auswärtigen Kräften schweben noch Verhandlungen Fest zugesagt Hot auch der als Marathonläufer bekannte Jäckel, Sportklub „Saar 05 Saarbrücken, der im Vorjahre hinter Geißler (Charlottenburg) und Wanderer (Potsdam) in der Deutschen Marathonmeisterschaft den dritten Platz belegte $(£ „Teuton «"Watzenborn-Steinberg wahenborn-Sleinberg I — Butzbach II 5:2 (0:2). Die erste Manschaft setzte am vergangenen Sonntag gegen die Ligareserve des DfR. Butzbach ihren Elcgeszug fort. Auf beiden Seiten sah man schönes Kombinationsspiel. Die Platzbefitzer spielten leicht überlegen, die Gäste verlegten sich dagegen Haupt- sächlich auf Durchbrüche, deren einer in der zehnten Minute zum Erfolg führte Die Teutonen ließen sich nicht verblüffen, aber trotzdem Hintermannschaft und Läuferreihe den Sturm mit prächtigen Vorlagen bedienten, blieben Erfolge aus. Kurz vor Halbzeit gelang den Gästen ein weiteres Tor. Die zweite Halbzeit gehörte ganz den Platzbesitzern. 3n der zehnten Minute konnte der linke Läufer des Platzbesitzers den ersten Treffer erzielen. Durch die- fen Erfolg gestärkt, gingen die Teutonen mächtig aus sich heraus und die Butzbacher kamen nicht mehr über die Mittellinie. Die Gastgeber konnten bis zum Abpfiff noch vier weitere Tore erzielen. (Ecken 21:0 für Steinberg.) Die Schülermannschaft konnte in Wetzlar einen klaren Sieg (5:0) über die zweite Schülermannschaft des Sportvereins Wetzlar erringen. Turnverein 1883 Lollar. Io. Lollar — 3 53-Meter-Lrawlstaffel. mit 2:01.4 Min. auf. Weltmeister William Tilden wurde bei den BerufStenniskämpfen in Amsterdam von Karel Kozeluh mit 9:7, 6:1 geschlagen. Diefürden8Vovemberin Berlin geplanten Endspiele um die Deutsche Wasserball- meisterfchaft mußte verlegt werden, da sich infolge der damit verbundenen hohen Kosten in Berlin kein Veranstalter gefunden hat. Obst- und Gartenbau-Ansfleuunn in Gründers. 4- Grünberg. 26. Oki Am Samstagnachmittag fand die Eröffnung der hiesigen O b ft - und Gartenbau-Ausstellung in der Turnhalle statt. Landwirtschafts-Assessor Dr. Bocher, der Vorsitzende des hiesigen Vereins, sprach nach der Begrüßung über die Ziele, die die Ausstellung verfolge. Weitere Ansprachen hielten noch Polizeidirektor Wolf, Gießen als Dorsihender des Kreis-Obst- und Gartenbau- Vereins, ferner Dr Becker von der Dflanzcn- schuhstclle, sowie Obstbauinspektor Enk ter, Gie- ßen, vom Landwirlschastskammcr-Aus chuß. Die Ausstellung war sehr reichhaltig beschickt. Bei der PretSverteilung am Sonntag- nachmittag betonte Dr. B ö ch e r, daß bei der Preiszuerteilung vor allem auf genaue Erfül- hmg der gestellten Aufgaben gesehen worden wäre. Oie Ergebnisse der Prämiierung: Gruppe I (drei Sorten Tafeläpfel, je 10 Früchte, die für die hiesige Gegend als Hauptsorten besonders anbauwürdig sind). Vertreten waren hier die Sorten: Boskop, Blenheim. Gelber Edelapfel, daneben Harberts. Landsberger und Kaiser Wilhelm. Ehrenpreise erhielten L. Dörr. Queckborn; K. Kömpf und K. Hopp, Lumda; K. Damm, Saasen. 1. Preise: K. 3öde IVI.. Grünberg; M. Münch und K. Wagner. Saasen; K- Bau und Ed. Bau, Lumda; W. Fuchs und Ad. Schultheiß. Göbelnrod 2. Preise: Oberforstmeister Schneider, Grünberg; G- Grün. Lehnheim; E. Zimmer, Bingmühle. 3. Preise: H Fatum X.. Lindenstruth; H. Wagner, Bollnbach; A. S ch l ö r b. Lauter. Gruppe II (drei Sorten W i r t s ch a f t s - äpfel, für hiesige Gegend besonder- anbauwürdig). Vertreten waren Jakob Lebel (Mecklenburger), Roter Eiserapfel und Roter Bamberger- 1. Preise: Lehrer Müller, Reinhards- Hain; K. Damm, Saasen; K. Hopp, Lumda 2.Preise: M Münch, Saasen; H. FatumX.. Lindenstruch. 3. Preise: G. Grün, Lehnheim: L. Dörr, Queckborn. Gruppe III (guter KochapfM, 5 Pfund sortiert). 1. Preise: Oberforstmeister Eckstein. Grünberg; A. S ch l 5 r b. Lauter. . 2. Preis: L. Dörr, Queckborn. 3.Preise: G. Grün, Lehnheim; A. Schlörb, Lauter; Bankier 3öckel. Grünberg. Gruppe IV (schöner, haltbarer Tafel- apsel, je 5 Pfund in 1. und 2 Sortierung). Ehrenpreis: H. Keil. Lumda. 1. Preise: K. Damm und K. Wagner, Saasen; Lehrer Müller, Reinhardshain; Rechtsanwalt Beil- stein, Grünberg; H FatumX., Lindenstruth; H. Wagner, Bollnbach. 2.Preise: Bürgermeister Knauß, Stangenrod; Oberforstmeister Eckstein, Grünberg; H Fey. Warthof bei Grünberg. 3.Preise: A. Schlörb, Lauter; L Dörr, Queckborn; Rechtsanwalt Beil st ein und Ehr. Schweihguth, Grünberg. Gruppe V (drei Sorten Tafelbirnen, die für die hiesige Gegend als Hauptsorten besonders anbauwürdig sind, je 10 Pfund). 1-Pr. W Fuchs, Göbelnrod; Oberforstmstr. Schneider, Grünberg. 2-Preis: G. Allmendinger. Grünberg. 3.Preise A. Schlörb, Lauter; K. Appel, Lehnheim. Gruppe X (zwei Sorten Tafel äpfel, die für den Großhandel besonders geeignet und für die hiesige Gegend anbauwürdig find; in erster Sort.crung und handelsüblicher Verpackung sEin- beitdiftej). Ehrenpreise W Fuchs (2) und Ad. Schultheiß, Göbelnrod 2. Preis A. Schlörb, Gabtcr Gruppe XII idrei der ertragreichsten Apfel - oder Birnensorten von Lpalier- sormen, je 10 Früchte). I.Preis Oberforstmeister Schneider, Grünberg. 2. Preis H Schmid11-, Grünberg. 3-Preis Bankier Iöckel, Grünberg. Gruppe XIII (großfrüchtige Aplel- oder Birnforte von Spalierformen, je zehn Früchte). 1. Preise Oberforstmeister Eckstein und Lehrer Roth, Grünberg; K. Wagner. Saasen. 2. Preise Lehrer, ® cngnagel und Oberbahnmeister Kitz. Grünberg. Gruppe XIV «Kern- und Steinobst- früchte, Trauben, Quitten, Rüsse). Ehrenpreis. L. Dörr, Queckborn. 1- Preis: Rechtsanwalt B e i l st e i n. Grünberg. 2. Preise: Ad- Roll. Göbelnrod; A. Schlörb. Lauter; K. Rau, Lumda. 3.Preise K. Appel. Lehn-" heim; Lehrer Müller. Reinharde Hain ; Lehrer (Sengnagel, Grünberg. Gruppe XV (Apfelwein, im Haushalt hergestellt, zwei Flaschen). 2. Preis Uhrmacher 3 ö ck e l. Grünberg. Gruppe XVI (Beerenwein, im Haushalt hergestellt. Liköre. Süßmost und Säfte). Ehrenpreise Frau E- Robert und G- Allmendinger, Grünberg. 1. Preis Bankier 3 5del. Grünberg 2.Preise: Oberforstmeister Ed st ein und Ehr. Schweißgut h. Grünberg. Gruppe XVII (Ob ft - und Gemüsekonserven). Ehrenpreise Frau Direktor Trautman n, Frau E. B o n - ® i f f und Frau Studien- rat Seybold, Grünberg 1 Preise Frau Schweiß gut h, Frau 3ul Von - Eiff. Frau M. Diehl und Frau K 3 ö ck e l VI.. Grünberg. 2. Preise: Frau H. Schmidt III. und Frau Ober- forstmeistcr Eckstein. Grünberg. 3. Preise Frau Lehrer ©engnagcl, Frau H Schmidt II.. Frau P. R o b e r t und Frau M. Menzinger. Grünberg. Sondergruppe (Gemüse und landwirtschaftliche Erzeugnisse). Ehrenpreis Studienrat Seh b old, Drünberg. 1-Pr.: Uhrmacher 3 o d e l, Direktor Trautmann und A. La über, Grünberg. 2. Preis: H. Bon- Ei f f, Grünberg. 3n der- Sondergruppe (Geräte) erhielten lobende Anerkennungen O. MatthieS, Grünberg, für Gartengeräte; Seng und Schlüter. Grünberg, für einen Obstschrank; G 2111- menbinger, Grünberg, für eine Kelter- und Obstpresse für den Haushalt; Daumwart W. FuchS, Göbelnrod, für eine Baumfpritze; Uhrmacher P f e f f c r für Obststützen, und Gartenbauarchitekt Schwarz, Gießen, für eine Gartenanlage Am Sonntag war der Besuch sehr gut. am Montag wurde die Ausstellung von den hiesigen Schulen besichtigt. Tprcchstunvcn Der Redaktion. 11.30 bis 12JO Uur. 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geichlosfen Anzei^ena flräge sind lediglich an di« (Beldjäf t • fl e 11 e 1° richten Jur unverlangt eingefandte Kl a n a 1111 p t« ohne -eigesügtes Rüdporlo wird keine Gewähr übernommen. ullrirh - (nlr~‘Sodbrennen •■■■■ E MBMM Vw** 250gr.0,60. TabldtGn 0.25 u.1,50 ErhäHfch LÄpothefan ubrogeritn Yertriebf.ULA. Glogou&CV Chicago Morgen Freitagabend Mehetsuppe Ab 10 llbr WeNNeifch mit Kraut. Adler* Vtarktvtav 20 06311 Freitng: rötlliger Sis dita fl Filet*. Pfund von 45 Pf. an ■ KMhftMh .. i" Nur beste Qualitätsware Marktstraße N ?2<3 A Telephon 2417 Brennholzvrrsteigerung SamStag, den 31. Oktober, wird im Staufenberger Gemeindewald folgendes Holz versteigert: Buchen-Scheiter .... 25 Rm. Erchen-Scheiter..... 42 „ Shefern-Sdieiler .... 11 „ Fichten-Sdieiter .... 470 „ Buchen-Knüppel.... 69 „ Eichen-Knüppel .... 22 „ Siesern'Anüppel.... 30 „ Fichten-Knüppel.... 350 „ Zulammenkunst vormittags 9 Uhr auf der Hachborner Straße beim alten Pflanzgarten. Staufenberg, den 21. Oktober 1031. Hesi. Bürgermeisterei Staufenberg. ____________Meyer.________7254 D Geschäfts-Drucksachen Rechnungen enefbiitter 6 rlefum schilge Postkarten bei Brühl, Schulstrafle 1 oeschiMswenen W.®: Wörlshofener Naturhellmittel als I. vouotbet auf statt 7203 D miiiiiiiinniiimiiililiHnlnnlhiflllllllllliiilllllhilillllllii Z Trinken Sie täglich Plellermlnzlee Ea dient Ihn r l Gesundheit! y Maschinenschreiben und Stenographie Sonder- Lehrgänge beginnen Anfang November. iTnge» n AbendkaneJ Auskunft u. Anmeldung duren d. Direkt, der Vogtschen Handelsschule GleBen, GoethestraBe 3f V4 Pfund 50 Pfennig Hausverkauf Am 89.Oktober 1931. vormittag* 9 Uhr. findet auf Zimmer Nr. 112 dos Amtegericht» Gießen der Verkauf des Hauses Marburger Straße 110 S>ltclbftqeber ee'udu. Angebote unter 063. Ehm- rünberg. aulmannunD :eis: §■ 3on- Geräte) M ) Matthäi n g und Schl,>i- hrank; ®- in. W«- Damwart /- amspriye. £ und Gartenbau- ür eine Garten- * sehr gut. am Datils 5omM ,d>M ® sÄ'Ä! W|t” •rhältfch Apo* tOrt* tlDd U H10 u'*U «eg* Lü erbeten >o" Warten Sie mit Ihren Einkäufen! Samstag früh beginnt unsergroßer Verkauf. staunend billige stehen Ihnen zur Wahl 7262 A 2 große Dosen 69 v» pfd. 22 Liter 50 <130, 631, 645, 687, 729, 819, 825, 831, 947, 968, 988, Wir empfehlen ferner: HäMcciien Slangen-Matcaroni Pfd. 50 p/d 28 Blutwurst geräuch. 1/4 Pid. 17 2191, 2217, Leherwiirst tu Pfd. 17 dazu 5% Zinsen für 6 Jahre — 30% 195,— Beachten Sie bitte meine Schaufenster! Holl.Volihürinßes., 45 Wei6.Tiscliwein“75 Apfelwein I. XX 48 Der nächste (als letzter vor Weihnachten) Webunterricht Neu eingetroffen: 7256 C Frische Kokos-Makronen -/. pld. 24 481, 482, 617, 740 778, 780, 781, 893, 895, 901, 1045, 1059, 1362, 1371 1398, 1449, 1515, 1660, 1664,, 1665, 1769, 1841, 1 UUX-f kO i k f ker Ab:ösungsanieihe der Stadt Gießen. II. Ziehung: 22. Oktober 1931. Auszahlung: 2. Januar 1932. Gezogen wurden: Gruppe A, zu nom. 1000,— RM. — 3 Stück: Nr. 36, 49, 60. Gruppe B, zu nom. 500,— RM. = 2 Stück: Nr. 44, 66. Gruppe C, zu nom. 200,— RM. = 11 Stück: Nr. 24, 113,115, 132, 202, 212, 215, 231, 254, 262, 365. Gruppe D, zu nom. 100,— RM. = 25 Stück: Nr. 10, 18, 29, 87, 88, 149, 175, 203, 214, 302, 341, 352, 353, 365, 374, 412, 544, 555, 573, 654, 706, 709, 751, 754, 793. Gruppe E, zu nom. 50,— RM. = 64 Stück: Nr. 58, 78, 97, 114, 137, 160, 200, 309, 329, 335, 371, 402, 404, 440, 479, 487, §05, 592, 607, 659, 660, 661, 663, 701, 706, 715, 732, 736, 755, 765, 782, 792, 834, 858, 918, 939, 998, 1009, 1086, 1128, 1154, 1163, 1169, 1172, 1230, 1307, 1330, 1349, 1353, 1382, 1397, 1401, 1420, 1429, 1442, 1462, 1545, 1642, 1691, 1716, 1803, 1855, 1885, 1903. Gruppe F, zu nom. 25,— RM. = 98 Stück: Nr. 4, 12, 94, 104, 113, 142, 158, 161, 163, 273, 288, 297, 337, 345, 349, 351, 356, 379, 417, 429, 447, 480, 542, 570, 576, 600, 611, 620, 623, Bückinge fett u. zart Pfd. 28 llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllLe 1 SONDERPREIS von Freitag, den 30. Oht. bis einschl. 2. Nov 2899, 29Q3, 2911, 2934, 2939. nom. 12,50 RM. = 35 Stück: Nr. 61, 146, SfflADMfllßRABE 5% Rückvergütung I Mischung III...Mk 3.60 | Mischung IV...Mk. 3.0C Rollmops, Bismardilier., Gelee-o.Brallierte $n 1 Liter-Dose ÖU | Junge zarte Hühner pm. 95 165, 167, 169, 220, 223, 244, 389, 391, 392, 399, 488, 543, 656, 843, 1411, 1418, 1419, 1423, 1428, 1500, 1522, ---- ---- 1.719, 1723, 1740, 1785, 2032, 2340, 2371, 2395, ZuvAuWarrmgr Unserer geehrten Kundschaft zur gefälligen Kenntnisnahme, daß wir die Verteilung unserer Margarine, Kaffee usw., von beute an 3*rf. Minn i Schön, Gießen, Friedrichstr. 9 Mergeben haben. 06310 Wir bitten die verehrlichen .Kunden, die in letzter Zeit nicht beliefert wurden, sich direkt an Obenbenannte au wenden. — Porto wird gern erstattet. Unsere Sparkart n behalten weiterhin vo. Mischung I ... Mk. 4.40 Mischung II ... Mk. 4.00 EIN WEG ZUM SPAREN! ein fiten fivch __ zur älllllllllllll Zusammen 845,— RM. Die Einlösung erfolgt bei der Stadtkasse Gießen, und zwar Dom 2. Januar 1932 ab gegen Rückgabe der gezogenen Auslosungsrechte nebst Schuldverschreibungen der Ablosungsanleihe im gleichen Nennbeträge. Gleichzeitig wird noch bemerkt, daß von der I. Ziehung (31. Oktober 1930) die nachstehenden Stücke bisher nicht eingelöst worden sind: Gruppe C, zu nom. 200,— RM. = 5 Stück: Nr. 4, 13, 140, L92, 235. Gruppe D, zu nom. 100,— RM. = 13 Stück: Nr. 79, 93, 97, IM, 100, 193, 342, 383, 492, 614, 813, 819, 827. Gruppe E, zu nom. 50,— NM. — 20 Stück: Nr. 39, 66, 385, 387, 409, 758, 910, 995, 1075, 1173, 1193, 1200, 1223, 1225, 1379, 1400, 1482, 1488, 1571, 1904. Gruppe F, zu nom. 25,— NM. = 57 Stück: Nr. 71, 83, 90, 96, 191, 203, 219, 270, 276, 277, 278, 279, 290, 292, 294, 321, 327, m« unfor Ona (n b a Oüren-SMe n an. leicht und warm. 11.1 Kdr.-SchnalL-Sllelel von 1.70 an Die ausgelosten Stücke werden zum sechs- und einhalbfachen ihres Nennbetrages eingelöst. Außerdem werden bei der Einlösung Zinsen in Höhe von 5% des Einlösungsbetrags für die Zeit vom 1. Januar 1926 bis 31. Dezember 1931 vergütet. Beispiel: Bei der Einlösung werden gezahlt für je 100,— 3tM. Nennwert der Auslosungsscheine .. 650,— RM. von Vor der Wahl wie Sie in der äußerst kritischen Zeit Ihr Geld einteilen, um Ihren Winterbedarf einzudecken und nach Möglichkeit Ihren Angehörigen mit wenig Geld eine schöne Weihnachtsfreude bereiten können, treten wir mit unserem heutigen Angebot an Sie heran. Durch Großeinkauf einer Menge Gelegenheitsposten, die wir fast ohne Nutzen unserer Kundschaft zugute kommen lassen, hoffen wir auch diesmal Eisoffers Serientage zu einem Stadtgespräch zu machen Der Erfolg unserer seitherigen Serientage war groß, wir haben uns jedoch diesmal noch weit mehr angestrengt, um unsere seitherigen Leistungen noch zu überbieten. Urteilen Sie nicht nur nach diesem Angebot, sondern betrachten Sie sich die Waren in unserem Schaufenster und unserem Lokal ohne jeden Kaufzwang. — Wir bieten Ihnen jetzt: Für 25 Pf. Für 50 Pf. Für 95 Pf. 1 Kohlenschaufel m.Holzgr.u.l Stocheisen, zu». I Kohlenschaufel, extra schwer, mit poliertem Griff mit Nickelring 1 Nußknacker 1 Alum.-Kinderbesteck, 3teilig 1 Alum.-Kinderbecher, groß I Porzellan-Kinderbecher mit 1 Alum.-Löffel 6 Alum.-Kaffeelöffel I Weinrömer, optisch Kristallglas 2 Porzellan-Tassen, groß I Porzellan-Tasse mit Untertasse, mod. Muster 1 Goldrand-Suppenteller 1 Kehrschaufel, lackiert ! Taschenlampen-Batterie, normal 3 Stück Toilettenseife 1 Riegel Kernseife, gar. rein, 400 Gramm I Spiegel mit weißem Holzrahmen, 22x15 cm 1 Fl. Köln. Wasser,Uhrform,60%Alkoholgehalt 1 Tube prima Zahnpasta oder 1 Tube Hautcreme 1 echt Leder-Portemonaie 1 Schöpf-, Schaum- od. Saucelöffel, weiß Emaille 1 schön, emaill. Kinderbecher od.Teller,m. Bild. I Flasche gutes Mopöl, 100 Gramm 1 Möbelbürste oder 1 Handbesen, Kokos 3 Glas-Kompotteller oder 3 Glasschüsseln 1 sch.Blumenvase, schwer, m.Schl.-Stem, 16 cm 1 Reibeisen 4 Kleiderbügel, saubere Ausführung 1 Strahlregler mit Gummischlauch,jf.Wasserltg. 1 großes Salatbesteck, Kunsthorn 1 Rasierapparat 1 großes Stück gute Rasierseife 2 Rollen fettdicht.Butterbrotpapier.zus.lOOBog. 1 Wichsbürste, reine Borsten 1 Erstlingshemdchen oder Lätzchen 1 Topflappen mit Garn 2 Decken zum Sticken 2 Staub- oder Poliertücher 1 Nachttischdeckchen mit Spitze 1 Leder-Ansteckblume 1 Mullwindel 1 m Landhausgardinen mit Volant 1 Scheibengardine, engl. Tüll 1 m Gardinen-Tüllkante I Puppe, gekleidet 1 Drehdose mit Musik 1 Holzbaukasten 1 Schäferei oder Hühnerhof Für 50 Pf. 1 Email-Waschschüssel, gestanzt, weiß 1 Fenster-Eimer, grau, 22 cm 1 Email-Schüssel, groß, weiß, schwer, 30 cm 1 großer Posten Werkzeuge wie Zangen all. Art, Sägen, Hämmer usw. 6 Alum.-Eßlöffel oder 6 Gabeln 1 große Glasschüssel, In hübschem Muster, 23cm 1 schöne Porzellan-Obstschale 1 Glasaufsatz, auch f.Geschäftz.Ausstell.geeign. 3 Teebecher mit Schliff 1 Auflaufform oder 1 Milchtopf, gar. feuerfest 1 Emall-Milchtopf, gestanzt, weiß, 12 cm 1 Kaffeekanne, weiß 1 Löffel od.l Gabel,Chromalpaka,gar.'säurebest. 1 schöne Tortenschaufel im Geschenkkarton 1 Briefkasten, schöne Ausführung I Leibflasche, Weißblech 1 Springform, 26 cm, Weißblech 1 schöner Brotkorb in modernen Dekoren 25 m Wäscheleinen, geklöppelt 1 Türvorlage, Kokos 1 Piasavabesen oder 1 Kokos-Bodenbesen 1 Teppichbürste, reine Borsten 1 Roßhaarhandbesen 1 Pfd.Bohnerw.od.l Pfd. Bodenbeize,gute Qual. 100 Papier-Servietten,Damast- od. Panamamust. 1 Porz.-Butterdose, mit Goldr. oder Zwiebelmust. 1 Pfannkuchenteller, extra groß 1 Handtuchhalter, weiß, lackiert 1 Wichskasten, lackiert, Fichte 1 Schuhputzgarnitur, bestehend aus 1 Wichs-, 1 Auftragbürste,r. Borst., u. 1 Schmutzbürste 1 schönes Gedeck mit mod. Streublumen, 3teillg 10 Rasierklingen, Edelstahl, Handabzug, „Das blaue Wunder“ 5 Abendbrotteller, Steingut 4 Rollen prima Krepp-Klosettpapier 1 schöne Kakteenbank o.Kakteengießk.Jeinfarb. 1 Aermelbügelbrett 1 große Tube Rasiercreme, bes. empfehlenswert 60 Feder- oder Knopfklammem 1 Konfektspritze mit 6 Tüllen 1 Strumpfbandgürtel mit 4 Halter 1 Kinderschlüpfer, warm gefüttert 1 Knabenschürze, Zephir, mit Besatz 1 Sofakissen in schwarz od. hellfarbig, vorgez. 1 Damenschürze, zum Sticken 1 Läufer oder ovale Decke mit Spitze u. Einsatz 1 Paar Herrensocken mit Kunstseide 1 Paar Hosenträger 1 Herd-Wandschoner, Wachstuch 1 Paar starke wollene Kinderstrümpfe 1 Baskenmütze, reine Wolle 1 mod. Stehumlegkragen od. Dauerwaschkragen 1 Taschentuchbehälter y2 Dutzend Kindertaschentücher m. bt. Saum 1 Handtuch, grau Halbleinen, I m Tüllkante, breit 1 Scheibengardine, engl. Tüll, mit Muster 1 Kastenwagen, Buchenholz 1 Nähkorb, schönes Muster 1 fein gekleidete Puppe mit Haar 1 Hühnerhaus 1 Kegelspiel, groß 1 Karton Puppenmöbel 1 Stadtkoffer, in verschiedenen Farben Für 75 Pf. 1 Thermosa-Isolierfl.m.Alum.-BecherJu.Oberteil 1 schöne Blumenampel mit Kette 1 moderner Blumenübertopf 5 Suppenteller, glatt, Steingut 1 Aluminium-Kochtopf, 18 cm 1 echt Porzellan-Fleischplatte, 32 cm, Feston 1 echt Porzellan-Sauciere, groß 1 echt Porzellan-Schüssel, eckig, 27 cm 1 schöner Kuchenteller, Kristallimit., 30 cm 1 Kinderröckchen,warm gef.,od. gestr.Röckchen 1 Kopfkissen mit Festonbogen 1 Klammerschürze mit Garn zum Sticken 1 Damen-Trägerhemd mit Feston 1 Paar reinwollene Herrensocken 1 Paar kunsts. Damenstrümpfe in mod. Farben 1 Kinder-Jäckchen, fein farbig, Seidenglanz 1 moderner Selbstbinder 1 Waschtischgarnitur zum Sticken 1 moderne Damen- od. Kindermütze, reineWolle 1 Damast-Handtuch, Halbleinen 1 Nähkorb, Peddig mit Perlen 1 Bettvorlage, sehr haltbar 1 Kohlenfüller oder 1 Brlkettträger,stabile Ausführung 1 Email-Kochtopf, gestanzt, schwer, 22 em 1 Email-Eimer, weiß, 28 cm 1 Email-Spülschüssel, extra tief, weiß, 36 cm 1 Email-Wasserkonsol, Delftmuster, mlt%-Llt.- Maß 1 Tortenplatte, Majolika mit Nickelrand, 28 cm 1 Keksdose in feinfarbigem Glas 1 schöne Damenhandtasche 1 Springform mit 2 Böden, stabil, 26 cm 1 Satz (4) Glasschüsseln in verschiedenen Größen 5 Bierbecher mit Schliff oder Goldrand, optisch 1 Likörservice, 6 bunte Gläser mit Tablett 1 Bügeleisen, verschiedene Größen 1 Eier-Service, 7teilig, schöne Ausführung 1 Porzellan-Kaffeekanne, groß, in Goldr., Zwiebelmuster oder weiß 1 große Blumenampel mit Kette, neue Muster 1 Bratpfanne, 26 cm, blank, mit Holzgriff 1 Zeitungshalter In Schleiflackfarben mit Tageseinteilung 3 schöne Weingläser mit blauem Kelch and Traubenschliff 1 große Salatschüssel, Kristallimit., und 1 Salatbesteck zus. 2 echt Porzellan-Suppenteller mit Goldrand 1 echt Porzellan-Fleischplatte, 28 cm, mit Goldrand 1 Satz Schüsseln, Porzellan, 3teilig 1 Garnitur Waschschüssel, Steingut 5 Porzellantassen mit Untertassen 6 Porzeilanteller, 19 cm 4 Porzellantassen mit Untertassen, Goldrand 1 Email-Küchenschüssel, gestanzt, 38 cm 1 Thermosa-Isolierflasche, Außenhülle ganz aus Aluminium 1 Email-Salatseiher, 24 cm, weiß 1 Holztablett, Buche, gezinkt, 48x30 cm 1 Klosettbürstenhalter mit Bürste, weiß 1 Rauch-Service, vermessingt, 4teilig Kaffeekannen, Kochtöpfe, Auflaufformen, garantiert feuerfest 1 aparte Damenschürze in weiß, farbig, gemustert oder uni 1 Damenhemd mit reicher Stickerei oder Klöppelspitzenverzierung 1 Damen-Schlüpfer, warm gefüttert, kräftige Qualität 1 extrabreiter Hüftgürtel, Damastmuster 1 Paar Mako-, Seidenflor- oder plattierte Strümpfe, la Qualität 1 Herren-Normalunterhose, Wolle gemischt 1 Paar kräftige Sportstrümpfe, nur moderne Dessins 1 kunstseid. Cachenez, moderne Muster, weiß und farbig 1 Paar warme Damen- oder Herrenhandschuhe 1 Kaffeewärmer zum Sticken oder Füllung dazu 1 Strampel-Anzug In schönen Farben 1 Holzeisenbahn 1 schöner Einkaufskorb oder -fasche I Küchentischdecke, Zephir, haltb. Qualität 1 Sofakissen, buntfarbig mit Wollfüllung, mod. Muster 6 Stück Gläsertücher 1 Bettkolter mit bunter Streifenkante 2 Stück Gerstenkorn-Handtücher, schöne Qual. 1 Stör mit schönem Tülleinsatz 1 Puppe mit Schlafaugen und Stimme 1 Burg, fein gemalt 1 Karton Puppenmöbel 1 Stadtkoffer mit Schloß In modernen Farben Für 195 Pf. 1 Brotkasten, fein lackiert, moderne Dekor« 1 Toiletteneimer, Emaille, weiß 1 Obstservice In besonders schöner Ausführung, 7tellig I Waschgarnitur, elfenbeinfarbig, 4teilig 40 m Wäscheleinen, extra stark, geklöppelt 1 Salon-Kohlenkasten mit schönem Dekor 1 Bohner, reine Borsten, 6 Pfund schwer 1 Roßhaar-Bodenbesen, extra schwere Ausführ. 1 Teigschüssel, schwer, 44 cm, gestan/t 1 eleg. Damen-Nachthemd, weiß mit reicher Stickerei oder farbigem Besatz 1 eleg. Prinzeß-Rock mit Klöppeleinsatz und Spitzen garniert 1 Kissen mit weißer oder farbiger Stickerei, nur prima Qualität 1 Finett-Nachtjacke, gute Qualität, mit Festonverzierung I Paar reinwollene Kaschmir-Strümpfe oder seidenplattiert 1 Herren-Pullover mit Aermel, moderne Dessins 1 Damen-Berufskittel, Zephir, mit mod. Besatz 1 große Bettvorlage, sehr haltbar 1 Stör, creme, Gittertüll mit Einsatz u. Fransen 1 Tischdecke, 130/150, mod. Muster, echtfarbig 1 Nesselbettuch, 2,25 m lang 1 Pferdestall mit Wagen und Pferd 1 Puppenküche mit Möbel 1 Mamma-Puppe, schön gekleidet, groß 1 Zelluloid-Puppe, extra groß Für 245 Pf. und höhen 1 Kaffeemühle, geschm. Mahlwerk, Hartholzgehäuse ...........2.45 1 Wasserkessel, weiß Emaille, 22 cm, gest. 2.45 1 apartes Seidentrikot-Unterkleid in mod. Farben, extra lang........2.45 1 Bettuch mit Hohlsaum, Strapazierware 2.45 1 warmer Kind.-Schlafanzug oder warmes Nachthemd............2.45 I Parade-Kissen m.Einsatz und Stlckerel- vollants.............2.45 1 Herren-Weste, gute warme Qualität. . 2.45 1 weißes Oberhemd..........2.45 1 Korbsessel-Garnitur, 2telllg, mod. Streifenmuster, Kunstseide......2.45 1 Wandkaffeemühle, geschm. Mahlwerk, weiße Rückwand.........2.95 1 Reform-Rlesen-Mop mit Stiel, extra groß 2.95 1 Garnitur Jäckchen mit Mütze, reine Wolle, In schönen Mustern.....2.95 1 wollenes Bettuch, starke Qualität . . . 2.95 1 Bettkolter, schöne Muster 1.95, 2.45, 2.95 1 Ofenschirm, fein lackiert . . . 3.95, 3.45 1 Kaffeeservice mit großer Kanne, 9tellig 3.45 1 Damenschlafanzug In eleganter Ausführung .............3.45 1 eleg.warm.Herren-Nachthemd,Ing.Qual. 3.95 1 eleg. Madras-Fenstergarnitur, Stell. 1.95 3.95 1 Schaukelpferd, stabil, gute Ausführ. 3.95 4.95 1 Haushalt-Leiter, 7 Stufen......4.45 1 Blumenkrippe, weiß, lackiert.....6.95 1 Email-Brotkasten, schwere Ausführung, 3 Kilo.............6.95 1 Kaffeeservice, neueste Formen, für 12 Personen, echt Porzellan.....13.95 1 Speiseservice, Porz., Feston, Goldrand, 23telllg.............13.95 Die Waren sind in beiden Etagen aut Tischen übersichtlich aufgebaut — Des groben Andranges wegen benützen Sie bitte die Vormittagei Unser Personal wird sich freuen, Ihnen ohne jeden Kaufzwang die vorteilhaftesten Serien vorzulegen Mengenabgabe vorbehalten! Nur solange Vorrat reicht! Kaufhaus ü.tlsoffer „*"±" ffllA Rr. 253 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhefsen) Donnerstag, 29. Oktober (93| Wirtschaftskrise — Kapitalbildung. Gedanken zum Weltspartag 1931. Der Weltspartag am 30. Oktober, mit dem sich alljährlich die Sparkassen an die Sparer wenden, fällt diesmal in eine besonders schwere Zeit. Ein aufregender Sommer liegt hinter uns, ein schwerer Winter steht bevor. Wirtschaftliche Not, Einkommensminderung und Arbeitslosigkeit bedrücken nach wie vor das deutsche Volk. Das Verkehrteste, was ein Volk in solcher Lage tun könnte, wäre, das Selbstvertrauen zu verlieren und sich statt von ruhiger Ueberlegung und vernünftiger Einsicht von Angst und Panik leiten zu lassen. Der deutschen Volkswirtschaft fehlt genügend eigenes Kapital. Zwar haben allein die breiten Schichten der Sparer bei den Sparkassen in den Jahren seit der Stabilisierung über 11 Milliarden Reichsmark Kapital zusammengetragen. Aber die einheimische Kapitalbildung reicht nicht aus zur Deckung des großen Kapitalbedarfs, der sich durch Krieg, Frie- densvertragsverluste, Reparationen, Inflation, technische Fortschritte und wirtschaftliche Veränderungen angehäuft hat. In erheblichem Umfange hat die deutsche Wirtschaft daher in den vergangenen Jahren ausländisches Kapital heranziehen müssen. Die vor allem mit kurzfristigem Auslandgeld verbundenen Gefahren, die in der Zahlungskrise im Sommer schließlich einen schlimmen Ausbruch hatten, haben deutlich erkennen lassen, wie wichtig gerade die Bildung von einheimischem Kapital ist. 18 Millionen Deutsche haben heute ein Sparbuch, sind Sparer bei den deutschen Sparkassen. Diese Zahl ist nicht nur ein großartiger Vertrauensbeweis für die deutschen Sparkassen, sie zeigt auch einen der wichtigsten und besten Aktivposten an den die deutsche Volkswirtschaft heute hat. Diese Sparer sind, so drückte es kürzlich Reichsbankpräsident Dr. L u t h e r treffend aus, die moralisch und wirtschaftlich wertvollsten Schichten des deutschen Volkes, sie sind ideale Träger der Kapitalbildung auf breitester Grundlage. Die Ersparnisse werden von den Sparkassen sicher und zinsbringend angelegt, so daß die gesamtwirtschaftliche Entwicklung davon gefördert wird. Das Kapital, das der deutschen Wirtschaft in so starkem Maße fehlt, kann nur auf zweierlei Weise beschafft werden, durch Borgen vom Ausland oder durch Sparen im Inland. Auslandskapital ist teuer, oft unsicher und gegenwärtig nicht, oder nur wenig zu bekommen. Es bleibt also nur der eine Weg: das Sparen. Jede Mark, die im Inlands gespart wird, ersetzt ausländisches Geld und gibt ein neues Hilfsmittel im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit und Wirtschaftsschrumpfung. Natürlich hilft sie dann nicht, wenn sie gehamstert wird, wenn sie zu Hause im Schrank oder „im Strumpf" aufgehoben wird, denn da kann das Geld nicht wirtschaftlich fruchtbar gemacht werden. Im Gegenteil, jede gehamsterte Mark stört den Zahlungsverkehr, schwächt den Kreislauf des Geldes und schädigt so die Wirtschaft. Alle diese Zusammenhänge zwischen Arbeitslosigkeit, Einkommensrückgang, Kapitalmangel, Zahlungsverkehr und Spartätigkeit sind allen deutlicher denn jemals durch die rasch aufeinander folgenden Ereignisse der letzten Monate erläutert worden. Es ist die große Aufgabe des diesjährigen Weltspartages am 30. Oktober, die einzig richtige und mögliche Folgerung aus all den Erkenntnissen und Erlebnissen der letzten Zeit dem deutschen Volk vor Augen zu halten: Den Kreislauf des Geldes aufrechtzuerhalten. Wirtschaft. *" Vernehmungen in der Schultheis- Patzenhofer-Angelegenheit. Wie die Justizpressestelle in Berlin mitteilt, haben die Vernehmungen in Sachen Katzenellenbogen (Schultheis) seitens der Staatsanwaltschaft bereits begonnen. Bis. her liegen zwei Anzeigen von Aktionären wegen Betrugs und Untreue vor. * Städtische Werke AG., Kassel. Der Aufsichtsrat der Städtischen Werke AG., Kassel, be- faßte sich in seiner gestrigen Sitzung mit dem Abschluß für das Rechnungsjahr 1930/31 und beschloß, der Generalversammlung die Verteilung von wieder 11 v. H. Dividende vorzuschlagett. Berliner Börse und englische Wahlen. Berlin, 29. Okt. (WTB. Funkspruch.) In den heutigen Vormittaasstunden lagen neben dem Ergebnis der britischen Wahle n nunmehr auch in größerem Umfange die internationalen Pressestimmen vor. Nach diesen beurteilt man den Sieg der Konservativen im allgemeinen geteilt. Wirtschaftspolitisch stören die Exportländer natürlich die zu erwartenden Schutzzölle, die eine E r - schwerung des internationalen Handels bedeuten. Aus amerikanischen Exportkreisen liegt allerdings eine Meldung vor, nach der man zunächst wenig geneigt ist, die Befürchtungen zu teilen, daß durch evtl, englische Zölle der amerikanische Handel beeinträchtigt würde. Von etwa 500 Artikeln, die von Amerika nach England exportiert werden, sieht man keinen als so bedeutend an, daß für ihn Spezialzölle erhoben werden müßten. Man glaubt ferner, daß in England selb st Inter- Werm Menschen arrseinarrderrgehn (Roman von I. Schneider-Foerstl. llrheberrechtsschutz Verlag O. Mei st er, Werdau. 24. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Stundenlang konnte er vor dem Bild sitzen, len Kopf weit hintenüber geneigt, die geliebten Züge betrachtend. Wenn er abends die Augen Ichlotz, verfolgten sie ihn noch in seine Träume (hinüber, die wirr und abgerissen die endlos Ian» -gen Nächte durchirrten. Ihre Stimme schmeichelte sich i-n sein Ohr, ihr Mund an seine Lippen. .z'Bela — wie kann man so über die Matzen glücklich sein!" Dann stöhnte er auf: „Und so über die Matzen unglücklich, Rosmarie!" Török kam immer seltener. Die beiden Männer Duhten sich nichts mehr zu sagen, nicht das ge» mngste. Sie trugen ein und dasselbe Leid und toagten kaum den Finger daran zu legen, damit 2ie Wunde nicht wieder bluten sollte, die Wunde, 2*te doch niemals vernarben konnte. An Horvath dachte Szengeryi nur selten und lann ganz flüchtig, als ob er nicht in dessen «öchuld stünde, da er doch Rosmaries Leben Hatte retten wollen. Für das alles gab er nichts. •Gie war tot. Datz der Freund gegangen war, schmerzte ihn kaum. Das Leid um die geliebte ■firau verschlang jedes andere Gefühl. Er mutzte sich erst entsinnen, als ihm eines Wintertages eine Dame gemeldet wurde, auf Heren Karte er „Naja Dosanhi" las. Naja Bosanhi? Er ging ihr die Hälfte des Zimmers entgegen, sah u ter schwarzen Schleiern ein schmales, durchgeistigtes Gesicht, das in dem feinen suchte, als ob es ein ganz anderes fei, als das, das in ihrer Erinnerung lebte. „Komme ich dir ungelegen, Dela? 3d) ertrug es nicht mehr." Sie taumelte in den Stuhl, den er ihr zuschob uad faltete die Hände im Schotz. „Mater Dolo- ci>fa!“ so durchfuhr es ihn. Irgendwo hatte er einmal dieses Bild gesehen. Genau so, wie dieses junge Weib hier vor ihm satz, haftete es in feinem Gedächtnis. „Kann ich dir irgendwie behilflich fein, Naja?" fiagtc er. „Du siehst, ich bin nur noch ein halber Mensch, aber ich habe Verbindungen." Dr hielt inne und sah auf den gesenkten Kopf, u.-in den die Lichter des Abends spielten. „Vielleicht hast du Vertrauen zu mir.“ Sie suchte nach Atem. „3ch komme nicht darüber hinweg. essenkonflikte entstehen können, die das Zustandekommen eines allgemeinen Hochschutzzolles wenig begünstigen. In Berliner Handelskreisen hielt man diese Hochschutzzölle für das kleinere Hebel und glaubt, daß stabile Währungsverhältnis s e in England immer noch besser seien, als eine Inflation, die jede Konkurrenz unmöglich machen würde. Das Abschließen der einzelnen Länder durch Zollmauern hat man ja auch schon früher gehabt. Daß jetzt die Schweiz auch noch in den Kreis dieser Länder eintreten will, wurde allerdings ! nicht gerade freudig begrüßt. Im heutigen Freiverkehr herrschte daher Zurückhaltung, doch war die Tendenz trotz des schwachen Neuyorks von gestern kursmäßig etwa behauptet. Schultheisaktien waren sogar etwas gesucht, auch für Siemens bestand einiges Interesse. Pfandbriefe lagen wenig verändert. Obwohl der Umsatz als solcher etwas lebhafter ist, als an den Vorlagen, hört man doch allgemein Klagen über die geringe Verdienstmöglichkeit, da es sich bei dem größeren Kreis der Telephonmaller mehr um Zusallsgeschafte handelt und auch die Telephonspesen einen großen Teil der Einnahmen verschlingen. Der einzige Vorteil dieser größeren Basis ist, daß jetzt schon alle Börsenpapiere theoretisch handelbar sind. Das Interesse der Spekulation beschrankt sich natürlich weiter auf die Hauptpapiere. In Kreisen der Privatbankiers soll sich übrigens erneut ein gewisser Widerstand gegen die Verpflichtungen, Effekten für Ausländer nicht zu verkaufen, geltend machen. Es wird behauptet, daß man diese Verpflichtungen nur bis Ultimo dieses Monats eingegangen sei, und es Szengeryi mutzte sich erst besinnen, was sie meinte. Er wuhte, datz sie Horvath geliebt hatte. Trotzdem fand er kein Wort des Trostes. Er war ganz ausgesogen vom eigenen. Leid. „Vom Gericht wurde mir sein Testament zu- geschickt", erzählte sie tonlos. „Das Kind ist Erbe." „Das Kind? Ich Weitz nicht welches Kind du meinst?" „Das feine." Er schüttelte den Kopf. „Ich wutzte gar nicht, datz er geheiratet hat. Es mutz während meiner Abwesenheit geschehen sein. Wer ist seine Witwe?" „Ich." Szengeryi griff sich an die Schläfen. „Wer hat euch getraut?“ „Niemand, Vela." Das Mädchen klammerte die Hände ineinander und sah in die Ferne. „Vater verwehrte mir seinen Segen, und fliehen wollte ich nicht! Heute würde ich es tun — alles würde ich tun, was er von mir verlangt. Aber die Toten haben keine Wünsche mehr." Szengerhis Gesicht war bleich. „Wenn es dich tröstet, Naja, datz ich dieselbe Qual erleide wie du —" Ihre Nechte hob sich abwehrend. „Ich will keinen Trost, wie ich auch kein Vergessen möchte. Das Erinnern ist das einzige, das mir keiner nehmen kann. Ich möchte dich nur um die Adresse eines Anwalts bitten, um Guidos letzten Willen auszuführen. Er hat bestimmt, datz der Knabe seinen Namen trägt. Von den Zinsen des Geldes soll sein Unterhalt bestritten werden und später seine Erziehung. Vis zum zwölften Lebensjahre darf er bei mir bleiben." „Lind dein Vater?" Szengeryi hielt den Kopf zurückgelehnt und horchte auf das Knistern der Scheite, die im Kamin verkohlten. „Er weih jetzt alles. Vis heute hat er die Nuhe des Toten mit keinem hätzlichen Wort gestört." „Wir bereuen immer erst, wenn es zu spät ist." Naja unterdrückte mit Gewalt das Weinen, das ihr in der Kehle satz. Er bat sie, sein Gast zu sein, solange sie in Wien zu weilen gedenke, klingelte nach Aga, die Török ihm überlassen hatte, damit er doch wenigstens einen mitfühlenden Menschen um sich wutzte und drückte die Hände vor das Gesicht, als die Türe hinter Aga ins Schlotz gefallen war. „Heute nacht, lieber Schatz, wenn die Sterne am Himmel steh'n, dann muh ich fort ..." Die Fenster muhten für einen Spalt offen gestanden haben, denn das Lied klang eben von der Strahe herauf, wo eine Iugendgruppe vorüberzog. Szengeryi sprang hinzu und stieh in die Riegel, datz die Scheiben klirrten. wird daher für die nächsten Tage eine diesbezügliche Verordnung zur Neuregelung erwartet. Frankfurter Schlachtvichmarkt. Frankfurt a. M., 29. Okt. Auftrieb: 135 Rinder, 1053 Kälber, 515 Schafe, 656 Schweine. Es wurden notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 40 bis 44 Mark, mittlere Mast- und Saugkälber 35 bis 39, geringe Kälber 30 bis 34; S ch a f e: Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 27 bis 30, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 22 bis 26, fleischiges Schafvieh 17 bis 21, S ch w e i n e : vollfleischige von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 47 bis 50, von etwa 200 bis 240 Pfund 46 bis 49, von etwa 160 bis 200 Pfund 45 bis 49, fleischige von etwa 120 bis 160 Pfund 42 bis 47 Mark. — Marktverkauf: Kälber sehr schleppend, geräumt; Schafe ruhig, geräumt; Schweine ruhig, ausverkauft. Auslandbörsen und englische Wahlen. Die Londoner Börse war gestern auf Gewinnmitnahmen leicht abgeschwächt, die britischen Staatspapiere konnten aber ihre Anfangsgewinne voll behaupten. Die Pariser Börse war nach freundlicher Eröffnung später uneinheitlich, bei äußerst geringem Geschäft schloß sie in schwacher Haltung. Die WienerBörse war bei geringem Geschäft nicht einheitlich, doch ergaben sich auf vielen Marktgebieten Kursbesserungen. Die Amsterdamer Börse war nach freundlicher Eröffnung später schwächer. Man sah den englischen Wahlsieg eher als u n g ü n st i - gen Faktor an, da man bezüglich der Zollpolitik Befürchtungen hegt. Die Börse schloß meist zu den niedrigsten Tageskursen. Aus denselben Erwägungen wie Amsterdam hinsichtlich der Folgen des Wahlsieges der nationalen Regierung in England war die Neuyorker Börse uneinheitlich. Oie (Reichsmark überall weiter fest. An den internationalen Devisenmärkten hat sich das Pfund von seiner vorgestrigen Abschwächung nicht nur erholen, sondern es hat sich kräftig befestigen können, da man an den Auslandsplätzen von dem Wahlerfolg der Regieruna überrascht wurde. Gegen den Dollar konnte sich das Pfund von 3,8875 vor gestern auf 3.92 befestigen; in Amsterdam zog es auf 9.65 an, in Zürich auf 20,0750 und in Paris auf 99,75. Die Reichsmark liegt international weiter fest, wobei die feste Haltung des Pfundes nicht ohne Einfluß blieb. In London war sie unverändert mit 16,57, d. h. die Pfundbefestigung kam ihr ebenfalls voll Augute; in Amsterdam zog sie auf 58,10, in Zürich auf 120,25 und in Paris auf 591 an. Der Dollar machte die Aufwärtsbewegung des Pfundes in gewissem Umfange mit, so daß er sich in Paris auf 25,30, in Amsterdam auf 246,85 und in Zürich auf 510,65 stellte. Der französische Frank lag an den verschiedenen Devisenplätzen nicht einheitlich. Die Norddevisen waren ziemlich gut gehalten und die südamerikanischen Devisen lagen fester. Madrid unverändert. Am Nachmittag war das englische Pfund heftigen Schwankungen ausgesetzt und schwächte sich ab. In Neuyork und Amsterdam ging es sogar auf seinen vorgestrigen Schlußstand wieder zurück, nur in Paris konnte es seinen Tagesgewinn fast ganz behaupten. Gegen den Dollar schwächte es sich also auf 3,9025 wieder ab, gegen den Gulden auf 9,6350, gegen Zürich auf 19,9250, gegen Madrid auf 43,90. Gegen Paris stellte es sich auf 99,69, dagegen lag der Frank in London mit 99,06 bedeutend fester. Die Reichsmark hat ihre Aufwärtsbewegung fortgesetzt und liegt an allen internationalen Devisenplätzen ro e i - ter f e ft. In Neuyork zog sie auf 23,70 an, in Amsterdam auf 58,2750, in Zürich auf 121, in London stellte sie sich auf 16,5550, d. h. genau wie vorgestern, wobei aber die Befestigung des Pfundes zu berücksichtigen ist. Der Dollar hat sich am Nachmittab an allen Plätzen wieder befestigt, so zog er in Amsterdam auf 246,7050 an, in Zürich auf 511 und in Paris auf 25,3975. Die Devise Madrid hat sich ebenfalls befestigen können, dagegen neigen die Norddevisen, vor allem Stockholm, zur Schwäche. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2U. Banknoten. 28 Df ober 29 Oktober Amtliche Notierung Amtliche Notierung meld 3 rief Geld 3riel Helsingsor» . 8,59 8,61 8,54 8,56 Wien. . . 58,94 59,06 58,94 59,06 Prag . . . 12,47 12,49 12,47 12.49 Budapest . . 73,28 73,42 73,28 73.42 Sofia . . . 3,072 3,078 3,072 3,078 Holland . . 170,73 171,07 170,68 171.02 Ü3lo . . . . 92,31 92,49 91.41 91,59 Kopenhagen. 92,91 93,09 92,01 92,19 Stockholm 95,65 95,85 93,91 94,09 London. . . 16,44 16,48 16,29 16,33 Buenos Aires 0,983 0,987 0,978 0,982 Neupori . . 4,209 4.217 4,209 4.217 Brüssel. . . 58,84 58,96 58,74 58.86 Italien. . . 21,78 21,82 21,73 21,77 Paris . . . 16,59 16,63 16,59 16,63 Schweiz . . 82,50 32,56 82,32 82,48 Spanien . . 37,36 37,44 37,36 37,44 Danzig. . . 83,27 83,43 82,77 82.93 Japan . . . 2,058 2,062 2,058 2,062 Rio de Ian.. 0,259 0,261 0,259 0,261 Iugoflawien. 7,473 7,487 7,473 7,487 Lissabon . . 14,99 15,01 14.94 14,96 Reichsbankdiskonk 8 v. h. Berlin, 28 . Df ober Geld Bries Amerikanische Noten....... 4,20 4,22 Belgische Noten . ........ 58,68 58,92 Dänische Noten . ........ 92,71 93,09 Englische Noten . ........ 16,40 16,46 Französische Noten........ 16,58 16,64 Holländische Noten........ 170,36 171,04 Italienische Noten........ 21,81 21,89 Norwegische Noten........ 92,11 92,49 Deutsch. Oesterreich, * 100 Schilling 58,68 58,92 Rumänische Noten........ 2,52 2,54 Schwedische Noten........ 95,46 95,84 Schweizer Noten. ........ 82,32 82,64 Spanische Noten. ........ 37,22 37,38 Ungarische Noten ........ 72,75 73,15 Lombardzinsfuß 10 v. h. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 29. Oft. Cs kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Kochbutter von 100 Pfennig das Pfund an, Butter 120 bis 130, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 8 bis 10, Weißkraut 6 bis 7. Rotkraut 8 bis 10, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Römifchkohl 8 bis 10, Llnter-Kohlrabi 5 bis 6, Grünkohl 15, Rosenkohl 20 bis 25, Feldsalat 80 bis 100, Tomaten 35 bis 40, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 30 bis 35, Kürbis 5 bis 6, Kartoffeln 3,5 bis 4, Repfel 8 bis 10, Dirnen 8 bis 10, Dörrobst 30 bis 35, Honig 40 bis 50, junge Hähne 90 bis 100, Suppenhühner 80 bis 100, Gänse 80 bis 90, Nüsse 25 bis 30; Tauben (Stück) 50 bis 60, Eier 12 bis 13 Pf. das Stück, Blumenkohl 20 bis 60, Salat 10 bis 15, Salatgurken 20 bis 25, Endivien 10 bis 15, Ober-Kohlrabi 8 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 40; Kartoffeln 2,50 bis 2,80 der Zentner, Aepfel 4 bis 6, Weißkraut 2 bis 2,50, Wirsing 4 bis 5, Rotkraut 4 bis 5 Mark. „Morgen früh, lieber Schah..." Aga sand, als sie eine Viertelstunde später wieder eintrat, ihren jungen Professor im Sessel zusammengesunken. „Warum schreit man nach einem Menschen erst, wenn er nicht mehr erreichbar war? Don den Toten kommt keiner wieder." Lord Calderon kniff die Visitenkarte, die ihm der Diener reichte, an den entgegengesetzten Ecken ein und hob die verkrümmte Schulter. „Kenne ich nicht!" Das glattrasierte Gesicht neigte sich tiefer zu ihm herab. „Eure Lordschaft sollten sich den Mann ansehen und die Geige auch!" „Du meinst also, datz es sich lohnt?" „Ohne allen Zweifel, Mylord!" „Dann bring mich also hinüber!" Der Diener trat hinter den Fahrstuhl und schob ihn mit behutsamer Sorgfalt in das Empfangszimmer nebenan. Schweres Getäfel gab der Decke und Wänden eine ernste Linie. „Mister Horvath, Mylord!" Das Dienergesicht verschwand. Irgendwo krachte ein Stück der schweren Möbel. Der Schritt, der von der Türe her über den kostbaren Perser kam, ritz keinen Laut in die Stille. „Guido Horvath, Lord." In dem farblosen Gesicht erwachten zwei Augen von graublauem Ton und falkenartiger Schärfe. Gibt es nicht einen Geiger gleichen Namens?" „Ich bin es selbst." „And der andere, der in Sorrent den Tod fand?" „Ist einer Person mit mir.“ Calderon schüttelte den Kopf und zeigte nach einem Stuhl. „Cs spricht sich besser", beharrte er, als Horvath nur die linke Hand auf den Wulst der Lehne stützte. „Ich habe kein Recht zu fragen. weshalb Sie für die Mitwelt tot zu sein wünschen. Ich achte jeden Willen. Kann ich die Geige sehen, die Sie mir zum Kaufe anboten?" Horvath ging zu einem Tisch, der in der Nähe der Türe stand, nahm dort einen polierten Kasten auf und trug ihn zu dem Greis herüber. Der Deckel glitt zurück. „2lh! John hat nicht zu viel gesagt. Man mutz sie gesehen haben!" Die Finger strichen über das dunkelgeflmnmte Holz und liehen die Saiten leise anschlagen. In den graublauen Augen erwachte das Degehren. Lord Calderon war ein Junggeselle und ein Sonderling, und zwar einer von jenen, die mit zäher Verbissenheit Stücke bestimmter Gattungen von Dingen erwarben, ohne nach der Höhe des Preises zu fragen und sie dann in einen Hei- ligenschrein verschlossen, um anbetend davor zu stehen und immer wieder neue Gesellschaft der bereits vorhandenen zuzuführen. Mit jedem Gegenstand, den er erwarb, wuchs fein Verlangen nach mehr. Es gab auf Schlotz Port-Rush Zimmer, in deren Vitrinen chinesische Tassen, Vasen, Teller, Statuen. Schüsseln und Schalen sich häuften. Andere Räume wiederum waren mit alten Möbeln gefüllt, so datz man. wenn man von einem Zimmer ins andere trat, gewissermatzen den Fuß von einem Jahrhundert in ein anderes setzte. Calderons größte Sammlerleidenschaft aber waren die Geigen, sowohl solche, die Altertumswert besaßen, als auch jene, die nur deshalb eine Kostbarkeit darstellten, weck die Hände eines Künstlers von Ruf sie zum Tönen gebracht hatten. Die Geige, die er jetzt behutsam aus dem blauen Samt des Kastens nahm und mit den Rügen streichelte, wies beide Vorzüge zugleich auf: Ein Altertumsstück und dem Geiger Horvath gehörend, dessen Ruhm die ganze Welt erfüllte. „Ich kaufe sie!" Lord Calderon sah nur noch das Instrument, und so entging ihm das Aufatmen des Künstlers. „Was verlangen Sie dafür, Mister Horvath?" „Um Geldeswert ist sie mir nicht feil." „Wie dann?" Calderons Gesicht ritz sich von dem geflammten Holz los und- hob sich zu dem schönen Männerantlitz mit einem mädchenhaft weichen Mund empor. Seine Finger pretzten sich fest um den Hals der Geige, als könnte deren Desiher sie ihm unversehens aus den Händen winden und das Weite suchen. „Wie öann?“ fragte er ein zweitesmal. „Sie sollen mich adoptieren, Lord Calderon." „Ich habe nicht verstanden!" „Cure Lordschaft sollen mich an Sohnesstatt annehmen — ohne jede Verpflichtung persönlicher oder finanzieller Natur, aiur Ihren Namen mutz ich tragen dürfen, weiter will ich nichts. Dafür sollen Sie die Geige haben." Calderon lief) keinen Blick mehr von Horvath. „Hören Sie, Mister Horvath: Entweder find Sie verrückt — oder bin ich es. Einer von uns beiden ist es ganz sicher." „Mylord irren. Ich habe Gründe, tot für die Witwelt zu sein, wie Sie ganz richtig bemerkten." „Sie sehen nicht aus, als ob Sie irgendein Verbrechen begangen hätten, um dessentwillen Sie sich verstecken müßten“, unterbrach ihn Calderon. „Verbrechen?" Horvaths Gesicht war leicht gefärbt. „Nein! Ich würde sonst nicht vor Ihnen stehen und um Ihren Namen bitten. Aber es widerstrebt mir, als Romanheld angesehen zu werden, der in Sorrent starb, um nach Jahresfrist wieder aus der Versenkung zu tauchen." (Fortsetzung folgt.) ' ■>. / Sie Sondewergiilmgen der Javag-Direkioren. WSR. Frankfurt a. M., 27. Oft In den gestrigen und heutigen Verhandlungen deS Fa- vag-ProzesseS kamen wieder eine Reihe von Sondervergütungen an die Vorstandsmitglieder der Favag zur Sprache. So hatte der Aufsichtsratsvorsitzende Hoff am 1. Juni 1926 die Verteilung einer Vergütung von 1 50 000 Ml. an Dumcke, Decker, Schumacher und Lindner bewilligt. In der betreffenden Urkunde heißt eS, dah die ordentlichen Vorstandsmitglieder den Ausfall, den sie in den Aufbaujahren 1924/25 an Tantiemen hatten, nicht durch Grhöhung ihrer festen Bezüge erseht erhielten, da sie selbst erklärten. Io lange warten zu wollen, bis der Aufbau vollendet sei. Der Abschluß für 1 926 habe nun 1,8 Millionen Mark Gewinn gebracht, so daß diese Gratifikation bewilligt werden könnte. Bemerkenswert ist, daß die Zahlungen an die einzelnen Direktoren in den Buchungen verschleiert wurden. Dabei wurde sogar mit fingierten Briefen, die u. a. an eine Londoner Jirma gerichtet waren, operiert. Tatsächlich sind aber die Briefe nicht obgegangen und spurlos verschwunden. Der Zweck dieser eigenartigen Verschleierung soll angeblich gewesen sein, daß die in der Buchhaltung beschäftigten Leute nicht« von der Verteilung dieser Gratifikation wissen sollten. Aus dem Erwerb der Beteiligung der Favag an der Düsseldorfer Rückversicherung AG. fiel der Favag ein Gewinn von 150 000 M a rk zu. der ebenfalls an die Direktoren Decker, Dumcke, Schumacher und Lindner zu je 37 500 Mk. aufgeteilt wurde. Später wurde das Geschäft wieder rückgängig gemacht und Schumacher und Becker sollen die erhaltene Vergütung nach dem Zusammenbruch der Favag an die HelioSversicherungS- gesellschaft wieder ^urückbezahlt haben, der tn- zwischcn daS Geschäft mit der Düsseldorfer Rückversicherung übertragen worden war. Die Auszahlung der 1 50 000 M k. an die vier Direktoren ist bei der Helios nicht verbucht worden. Rach den Feststellungen des Büchersachverständigen Dr. Gut beriet ist die gesamte Geschäftsabwicklung mit der Düsseldorfer Rückversicherung bei der Helios nur teilweise und unvollständig verbucht worden. Eine Reihe von Konten, so da» Kasfekonto, wurden eingeschoben, um die wahren Vorgänge zu verschleiern. Die vier Direktoren traten in den Buchungen überhaupt nicht in Erscheinung. Zum Zwecke der älebernahme des Transport- verficherungsgcschäfts der Berlin-Frankfurter Allgemeinen Vcrsicherungs- A. - G. waren einem Vermittler 40 000 Mark zur Verfügung gestellt und dann noch weitere 110000 Mark flüssig gemacht für den Fall, dah die 40 000 Mark nicht reichen würden. Die 11 0 000 Mark wurden aber nicht benötigt und M ä d j e brachte diese Summe persönlich nach Frankfurt zurück. M ä d j e bekam hiervon sofort eirre Vergütung von 30 000 Mark. WaS mit dem übrigen Geld geschehen ist, weih Mädje nicht anzugeben. Auf die Frage eines Richters, warum er persönlich den Betrag nach Frankfurt überbracht habe, erklärt Mädje, dah er zufällig nach Frankfurt reiste. Sodann kam der Rückkauf von 400 000 Mark Aktien der Vereinigten Berlinischen Lebensversicherung aus dem Besitz der Röchling-Bank zur Sprache, wovon 160 000 Mark Aktien den Direktoren Dumcke, Vecker, Lindner und Schumacher gegen eine zweijährige Stundung de» Kaufpreise» überlasten wurden. Den Direktoren wird vorgeworfen, durch die Annahme der Aktien zum Rachteil der eigenen Gesellschaft gehandelt zu haben. Weiter wurde noch eine Transaktion besprochen. die eine unberechtigte Geldentnahme -um Rachteil der Südwestdeutschen Bank betrifft. Es handelte sich hier um eine Unterbeteiligung bei der aus Anlaß der Kapitalerhöhung der Favag im Jahre 1928 der LandeSgewerbebank Südwestdcutschen Bank zugeteilten 20prozentigen Quote. Beteiligt sind hier Dumcke, Becker, Mädje, Sauerbrey und Fuchs. Durch diese Unterbeteiligungen sind 98 912 Mark der Provision der Landesgewerbebonk verbraucht worden, so dah der Landergewerbebank bzw. der Südwestdeustcheu Bank nur noch eiu Betrag von 13 588 Mark verblieb. Die an Sauerbrey und Fuchs gezahlten Beträge von je 6250 Mark sind im Kassakonto der Lüd- weftdeutschen Dank nicht im Ausgang verbucht. Für diese Deträge quittierten Decker und Lauer- brcy für die Favag, aber in da« Vermögen der Favag find die Deträge nicht gelangt. Taten für Donnerstag, 29. Oktober. 1790: der Pädagoge Adolf Diesterweg in Siegen geboren; — 1863: der Ufrikarenende Fran) £ mann in Hamburg geboren; — 1918: Auflösung der österreichisch-ungarischen Monorchie. Aus dem Amtsverkünbigungsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt Nr.73 vom 27. Oktober enthält: Die Ausstellung von Dan- der^ewerbescheinen. — (Berne rbelegitimationstarten. — Stenographielehrerprüfung. — Unterricht saussoll am 31. Oktober 1931. Kirchliche Nachrichten Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionrgerneinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 31. Oktober Bor- abend 5 Uhr; morgens 9; abends 5.15 und 5.55 Uhr. Israelitisch^ Religionsgesellschast. Sabbalfeier den 31. Oktober. Freitag abend 4 40 Uhr; Samstag vormittag 8.30; nachmittags 5.15; Labbatausgang 5 55. Wochengottesdienst: morgens 6.45, abends 4.30 Uhr. Das nebenstehende Zeichen bedeutet eine eifern um den Sieg der Preiswürdigkeit—Weitere Worte wollen wir sparen und Sie selbst urteilen lassen 0,85 1 Morgenrock 2,85 1 Plissee-Kostümrock 3,85 1 Blusenschoner, reine Wolle.. 2,85 1 Damen-Pullovcr In herrl.Farb. 3,85 1 Mädchen-Strickweste 2,85 1 K’seld. Cachenez 1 1 Paar Hosenträger, mit 1 jähr. 0,45 1,85 1 m Mantelstoff, gemustert 1 1,85 0,45 0,85 1 2,85 1,85 1 moderner Damenschirm 1 1 2,85 1,85 1 3,85 1 1 3,85 1 Corselett, gute Form, mit Sel- 0,45 3,85 0,85 2,85 1 1 Paar Damenstrümpfe, Woll- 0,45 1 1 3,85 0,85 2,85 1 0,45 1 1 3,85 0,85 2,85 1 0,45 1 1 3,85 0,85 2,85 1 1 0,45 1 1 1 Waschtischgarnitur, aus pri- 3,85 0,85 1 0,45 1 0,85 3,85 0,45 1 2,85 1 0,85 1 0,45 1 2,85 0,85 1 1 2,85 1,85 1 1 1 2,85 3,85 1,85 1 1 1 2,85 0,85 1 Wollgarnitur, Schal u. Mütze SL Haustuchbettuch, 150x225 2,85 1 3,85 yCHNiiCKEIL E Ie”n ■ HfiRKTrr".* 0,45 0,45 0,45 0,45 0,85 0,85 1 gestreifte Herrenhose 1 Herren-Sportmütze . 1 Paar Sportstrümpfe . 1,85 1,85 1,85 1,85 1,85 1,85 1 1 1 2,85 2,85 2,85 2,85 2,85 2,85 2,85 2,85 0,85 0,85 0,85 0,85 0,85 0,85 0,85 0,85 0,85 0,85 0,85 0,85 0,85 0,85 0,85 1 1 1 1,85 1,85 1,85 1,85 1,85 1,85 1,85 1,85 1,85 1 1 2,85 2,85 2,85 1 1 3,85 3,85 3,85 3,85 0,45 0,45 0,45 0,45 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1,85 1,85 1,85 1,85 1,85 1,85 1,85 1 1 1 1 1 2,85 2,85 1 1 1 1 1 1 1 1 1 0,45 0,45 0,45 3,85 3,85 0,45 0,45 1,85 1,85 3,85 3,85 3,85 3,85 3,85 0,45 0,45 0,45 0,45 0,45 Garantie................. m Dekorat.-Voile, 115 cm br. m reine Seide, weichfließende Kleiderware telfutter .......... m Tweed-Georgette, r. Wolle St. Damenschürze, Indanthrenfarbig ................... St. Damen-Unterkleid, K’selde mit Spitze St. Schlüpfer Charmeuse, ausgezeichnete Qualität St. Kinderschirm Paar Glacehandschuhe St. gez. Tischdecke, 130x160 ma Frottee, 60/100 St. Damen-Nachthemd m. Fst. St. Kissenbezug mit reicher Stickerei St. Biberbettuch, 140/190.... St. Kinderbadetuch, 100x100 SL Dapienhemdhose, mit Mot u. Valenclenne St. Schlafdecke, grau m. Streifenkante m Mako-Bettdamast, 130 cm, modernes Blumenmuster ... Herren-Oberhemd, in farbig oder weiß................ Paar Herren-Gamaschen .... Knaben-Pullover Herren-Pullover m 95 cm breite Tweed-BoucM, reine Wolle m Crepe-Marocain, herrl.Qual. m Cr8pe-Georgette, reine Seide mako St. färb. Damen-Satinschürze Paar reinwoll. Herrensocken St. Damen-Unterkleid, innen gerauht St. Herrenunterhose, wollgem. SL Damen-Berufsklttel mit langem Arm St. Charmeuse-Unterkleid mit Cröpe-de-Chlne-Blende Stoff, 120 cm breit........ St. Herren-Einsatzhemd, schw. Ware St. Herren-Plüsch-Unterhose St. braunes Blberette-Feil.... Paar Damenstrümpfe, Wolle mit Seide St. weißer Damen-Berufsklttel mit Arm St. Hüfthalter mit 4 SL Strumpfbänder SL gezeichnete Tischdecke mit Hohlsaum St. Damen-Nachthemd, weiß mit färb. Besatz St. Paradekissen mit Feston.. SL Herren-Nachthemd aus gutem Kretonne St. Damast-Tischtuch, 130x 130, mod. Muster .... St. k'seldene Decke, 125x 150, kariert St. Schlafdecke, 140x 190, Blumenmuster St. gestr. Kinderröckchen, reine Wolle, ohne Arm 1 Strickjacke mit Plüschbesatz, regul. Wert 27,—......... 1 Damen-Strlckkleld 1 blaue Arbeitsjacke 1 Oxfordhemd mit Kragen und Krawatte Knaben-Strickanzug m Fleur Romaine, 95 cm, hervorragende Qualität Waffelbettdecke, gebogt m schwarzer Samt, geköperte Ware, 70 cm 1 m Stores am Stück, mit Durch Sätzen und Drillierfransen . 1 m Duchesse, la Qual., f. Man 2 St. Aufnehmer, 60 80 1 SL Kissenbezug, gebogt, aus la Kretonne Billiger als in den Vorkriegszeiten werden Waren aller Art zu tinfteitspreisen 1 m Crßpe de Chine, bedruckt für flotte Seidenkleider 1 m kunstseidener Dekorations- St. Reisekissen, Lederlmit. .. SL Damen-Unterziehhose.... St. Strumpfhaltergürtel, extra breit, mit 4 Halter Paar Damenstrümpfe, Waschkunstseide, mod. Farbe St. Gummischürze St. gestrickte Herrenunterhose Paar Damenhandschuhe aus erstklassigem Trikot St. weiße Servierschürze St. Leib- und Seelhose, wollgemischt St. gezeichnete Damen-Nessel- schürze, farbig St. Damenschlüpfer, innen gerauht Paar reinwollene gestrickte Herrensocken Damen-Trägerhemd mit Feston ............... m Strelfendamast, 130 cm breit St. färb. Erstlingsröckchen, gestrickt m Nessel, 160 cm, für Betttücher SL Frottierhandtuch, 50 x 100, schwere Qualität St. färb. Erstlingsjäckchen... tenschluß u. Rückenschnürg. SL Kaffeedecke, weiße Damastdecke mit farbig. Kante SL Dam.-Tischtuch, 130x160, moderne Blumenmuster.... SL Damen-Schlafanzug aus fein, farbig. Wäschebatist.. SL Haustuchbettuch m. Hohlsaum, 150 x225 SL kunstseidene Tischdecke, 130 x 160, in allen modernen Farben, beste Qualität SL Kindergamitur, r. Wolle, Jacke und Mütze ......... SL Herr.-Nachthemd, gerauht SL Damen-Nachthemd aus weißem Crols<, mit entzük- kender Stickerei SL Paradekissen aus prima Wäschestoff und reichlicher Stickerei-Garnierung Baskenmütze Kinderhosenträger Paar Sockenhalter 3 St. Herrenumlegekragen 1 in Landhausgardine, weiß mit farbigem Streifen 1 m Belderwand für Hauskleider und Schürzen Erstlingshemdchen Sanitätstuch, 80/80, aus gutem Mull Mädchenhemd mit Stickerei.. 3 St. Herrentaschentücher mit farbiger Kante 4 St. Kindertaschentücher mit Häkelkante 3 St. Netztücher 1 St. Frottierhandtuch 3 St. Staubtücher 3 St. Damenbinden 2 St. schwere Frottierseiflappen SL Kinderschlupfhose, Innen gerauht, Gr. 30 Paar Herrensocken, Jacquard- Muster St. 50x50 gez. Decke aus la Haustuch St. Kinder-Nesselschürze, gezeichnet St. gezeichnetes Kissen, schöne Muster 3 St. Hemdenpassen mit Klöppelspitze 1 St. Schalkragen, reich bestickt» St. Büstenhalter, Vorderschi., aus gutem Wäschestoff .... Flasche Kölnisches Wasser... St. Halskette Paar gestr. Klnder-Fäustel- handschuhe St. Knabenschürze 1 Wollschal 1 Knaben-Leibhose, für 1—4- jährige.................. 1 m Wasch-K’selde, bedruckt.. I m Klelder-Tweed 1 St. Etamine-Stores, besonders billig 1 m Sportflanell, la Qualität... 1 m Waschsamt, bedruckt 1 in Kleiderstoff, kariert in den Verkauf gebracht. Sie brauchen kein Fachmann zu sein, um zu erkennen, daß in unseren 5 finficitspreislagen Gewaltiges geleistet wird. Unsere sämtl. Abteilungen wett- 85 (Revolution serö Hi. 2M b Scholle ?B* 1 Hi« r Dati*, 29.Ofl jLttrr W >•*' frxrita «nl-emach |-.L berichM übt Li bdannlm d q.i Mitt. Staut fr-, wegen der t Jjütyn und 'm jjrtbilc tobe । fcw Plant übe i ütionaltn f 2 ntrrmilionalni . t-rlutwig der 6r df i anb Japan-: red auch anderi t-rcöilf iu lang ■ tngtmanöfll »rgt der 01- »ürir also die i actionaif firtöiloF । ßratroflkrra. Dir ■ji der Semas |i iiizschwach, tdlärk dem So o m'ünlich gla Lci|tting der gUysWbat werde hob« io kinra £ fc np't deigewohu Id jung um die ptr-onhd) habt sic exilrrr verlangt dutchdrüikw werd 3 Igrn oergege o c r einem fi 6 r J d) Netzen wütl ■ 'Ireftztn mir ft' Horatotiu ter im QÜamnnn I * ■ dtrn, so wärt erklären mü foicm. Jrantreid 1O> uiichtonü romi »- m is mehr del I