nr. 227 (Mtes Blatt 181. Jahrgang Dienstag, 20. September (951 Lr|ch e in» > »glich, außer Sonntag» unb Feiertag». Bella gen: Die 3Qu]triette (Biebener FamiliendlLtter Heimat im Vilb Die Scholle monati Bezugspreis: 2.20 Reichsmar» unb 30 Retch»pfenntg fflr Iräger» lohn, auch bei Richter- Meinen emjelnerJlummern Infolge höherer Gewalt. HernfprechanfchlSsie ■nter5ammelnummer2251. Anschrift fflr Drahtnachrichten flmelger »letzen, pstsicheckkonto: Frankfurt am Blain 11686. GWnerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen vnick «nd versag: vrühl'fche UniversilülZ'vuch. nnö Sfetabniderel 8. rangt In Gießen. Schrtftleltnng und Oefchüftrftelle: Schnlitraße 7. Nnnahmr oo* Anzeige* fflr die Tagconummer vis jum Nachmittag vorher. Preis für | mm höhe fflr Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8. awsmflrt» 10 Reichspfenmg; für Re« hlameanvigen von 70mra Breite 36 Neichepfennig, Diatzvorfchrift 20'. mehr. (Tbelrebaktfur: Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für DolUtb Dr. Ar. Wiih. Lange: fflr Feuilleton Dr f^.Ihgriot, Sr ben übrigen Teil Ernst lumfchein unb fflr ben Anzeigenteil Max filier, sämtlich in Vietze*. Abschluß des französischen Ministerbesuchs in Berlin. Besuch bei Hindenburg. Berlin, 28. Sept. (TAD) DaS heutige Programm beS französischen Besuches begann mit dem Empfang der beiden französischen Minister durch den Reichspräsidenten. An dem Empfang nahmen auch der französische Botschafter Francois Poncet und Staatssekretär Meißner teil. Dor dem Hause des Reich-Präsidenten in der Wilhelrn- straße hatte sich eine große Menschenmenge eingefunden. die bei der Ankunft und bei der Abfahrt der Minister Hochrufe ausbrachte. Staatssekretär Dr. Meißner empsing die sranzösischen Düste am Portal des Reichspräsidentenpalais und geleitete sie zum Arbeitszimmer deS Reichspräsidenten. Reich-Präsident von Hindenburg begrüßte seine Gäste an der Schtvelie seine- Arbeitszimmer». Der sranzösische Botschaft ter Fran^oiS Poncet stellte dem Reichspräsidenten die Herren vor. Die Unterhaltung verlies in sehr sreundschastlicher Form. Der Besuch beim Reichspräsidenten dauerte etwa 20 Minuten. 3m Pergamonmuseum. 3m Anschluß daran besuchte Ministerpräsident Laval in Begleitung de- Generalsekretär- deS französischen Auswärtigen Amtes, Berth - lot. deS Reichskanzler» Brüning, sowie de» Reichs- oußenminister» EurtiuS da» Pergamonmuseum. Außerdem waren der sranzösische Botschafter Fran^oi« Poncet unb Professor MeS- nard von der französischen Botschaft sowie der Ehes de» Protokoll» Gras Tattenbach anwesend Rach einer halben Stunde Ausenthalt im Pergamon- und Kaiser- Friedrich-Museum fuhr ReichSauyenminister Dr. TurtiuS nach dem Hotel Adlon, um Briand abzuholen, um dann gemeinsam eine Fahrt in die Umgebung Berlin- zu unternehmen Ausflug an die Havelseen. teinc Konferenz im engsten Kreise im Lchioti Brüningltnden Man hatte einen der landschaftlich schönsten Punkte bei Eladow ausgewählt, so daß die Gäste auch einen Eindruck von der Schönheit der Hovelseen bekamen. Da- Schloß Drüning- linden a. d. Havel bei Eladow, da- bi» gestern wohl nur wenigen Berlinern selbst dem Rainen nach bekannt war, ist plötzlich berühmt geworden. Der wunderbar an der Havel gelegene Besitz gehört dem Major a. D. v. Brüning, der aber nicht mit dem Reichskanzler, sondern mit den Dorbesitzern der Höchster Farbwerke (Meister, LuciuS und Brüning) verwandt ist. DaS Schloß ist vor einiger Zeit dem Automobilklub von Deutschland al» Klubheim zur Verfügung gestellt worden, woraus sich die Möglichkeit ergeben hat, dort Gäste zu bewirten. 3n Eladow hatte eS sich natürlich bald herumgesprochen. welchen Besuch Drüninalinden erhalten würde, so daß zu den zahlreichen Pressevertretern und Kameraleuten noch viele Schaulustige auS der Umgebung kamen. Brüning und EurtiuS gingen nach ihrer Ankunst in Brüninglinden zunächst mit ihren Gästen im Garten spazieren und er- klärten ihnen vom User auS, von wo man einen wunderbaren Blick über die Havel Hai, die Landschaft. Dann begab man sich zu Tisch. Alle- in allem nahmen etwa 20 Personen an dem Frühstück teil, an da- sich Besprechungen zwischen den Staat-männern in engstem Kreise anschlossen. Die Rückkehr nach Berlin ersolgte nicht gemeinsam, vielmehr fuhren Reichskanzler Dr. Brüning und Ministerpräsident Laval etwa- früher von Brüninglinden ab. um über PichelSwerder und die Heerstraße direkt zum Hotel Adlon zurückzukehren. während Bri - and unb Dr. Cur 1 iuS über Potsdam nach Berlin fuhren, ohne allerdings die Sehenswürdigkeiten der Havalstadt zu besichtigen. Kurz vor 16 Uhr waren die französischen Staatsmänner wieder in Adlon, um dann eine Stunde später erneut LuDerhandlungenindieReichS- kanzleizu s ahren. Abschiedseflen in der französischen Botschaft. Zum Abschluß des Ministerbesuches veranstaltete der Botschafter Francois. Poncet heute abend ein Essen, an dem außer Laval und Briand mit ihren Begleitern und dem Personal der Botschaft von deutscher Seite der Reichskanzler mit einer Anzahl Mitglieder des Reichskabinetts und der preußischen Regierung, ferner Reichsratsmitglieder, Stadtverordnete, deutsche und fremde Diplomaten, bar- unter verschiedene fremde Botschafter, weiter eine Reihe höherer Beamte ui.b Vertreter des öffentlichen Lebens der Hauptstadt aus den verschiedensten Berufskreisen teilnahmcn. Wahrend der Mahlzeit brachte der französische Botschafter einen Trinkspruch auf den Reichspräsidenten unb denPräsidentenberfranzösifchcnRe. publik aus. Rach dem Essen blieben Gaste und Gastgeber noch längere Zeit in angeregter Unter- Haftung vereint, in deren Verlauf die deutschen und französischen Minister, als sie am offenen Fenster bemerkt wurden, von der vor der Botschaft warten- den Volksmenge lebhaft begrüßt wurden. Dir Abreise. Tie französischen ttäste staben heute früh Berlin wieder verlassen. Derlin, 29. Sept. (WTD Funkspruch ) Gegen 7.30 Uhr verließen Ministerpräsident La - Dal und Außenminister Briand daS Hotel Adlon, in welchem sie während ihres Berliner AusenthafteS gewohnt hatten Zu ihrem Abschied hatten sich Herren de» Auswärtigen Amtes eingesunden, darunter LegationSsekretar von Mumm, Der die französischen Minister biS zur Grenze begleiten wird. Dor dem Bahnhos Friedrichstraße hatte sich wegen der trüben Zeit kaum Publikum eingesunden. ReichSaußenminister Dr EurtiuS erschien schon um 7,30 Uhr am Bahnhos. Kurz daraus wurden die französischen Gaste vom Außenminister und dein e ix' de» ProtokoU», Gras Tattenbach. begrüßt. Die Gäste warteten vor dem BahnhosSeingang auf Reichskanzler Dr/Brüning, der nach knappen zehn Minuten ein traf. Um 7.50 Uhr verließen dann die franzöfifchen Minister mit den Herren ihrer Begleitung Berlin. Zum Abschied hatten sich außer dem Reichskanzler und Dr. SurtiuS auch unter Führung deS französischen Botschafters die Herren der französischen Botschaft und zahlreiche Mitglieder der hiesigen sranzösischen Kolonie sowie der deutsche Botschafter in Paris, von Hoesch, die Staatssekretäre Dr Psünder, von Bülow und Wei-mann, Ministerialdirektor Dr. K öp ke, sowie der Ehes deS Protokolls Gras Tattenbach, auf dem Babnfteig ein- gefunden. Das Ergebnis der Besprechungen. Eine gemischte Kommission unb ein ständiges gemeinsames Generalsekretariat sollen enge Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem Gebiet sichcrstellen. Berlin, 28. Sept. (IU.) Amtlich, lieber den Besuch Der französischen Staatsmänner In Berlin wurde folgendes amtliches ftommunlqu» vereinbart. Der fran;ösifcl)e Ministerpräsident und der französische Außenminister sind nach Berlin gekommen, um den Besuch z u erwidern, den Ihnen seinerzeit der Reichskanzler und der Reichsminister des Auswärtigen in pari» abgeflotlei haben. Zugleich war es ihre Absicht, ihre früheren Besprechungen zu einem Ergebnis zu führen. Die Vertreter der beiden Regierungen hoben erneut Ihrer Ueberzeugung Ausdruck gegeben, daß I h r Ziel die pflege vertrauensvoller Beziehungen zwischen den beiden Ländern ist. Sie sind der Ansicht, daß die Wirtschaftskrise, unter der gegenwärtig die ganze Welt leidet, e» ihnen zur gebieterischen pflicht macht, vor allem auf wirtschaftlichem Gebiet ihre Bemühungen ju vereinigen, um Cöfungen zur Milderung der Rot zu finden. Den deutschen und französischen Ministern scheint es geboten, ein besondere» Organ zu schossen, dessen Arbeitsweise greifbare Ergebnisse zu gewährleisten verspricht. Sie sind dementsprechend ubereingefommen, eine gemischte deutsch- französische Kommission zu bilden, die au» Vertretern der beteiligten Zentralstellen unter Beteiligung von berufenen Vertretern der verschiedenen Zweige der Wirtschaft wie auch der Arbeitnehmer bestehen soll. Die Leitung der Kommission wird Mitgliedern beider Regierungen obliegen. Außer- dem wird ein gemeinsame» ftän'blge» Generalsekretariat eingerichtet. Die Kommission wird ihre Sitzungen je noch Bedors In dem einen ober anderen Lande abhalten und Ihre Arbeiten al»balb ausnehmen. Die Kommission hat die Ausgabe, alle die beiden Völker berührenden Wlrtschastssragen zu prüfen, ohne dabei die Interessen anderer Länder und die Rotwendigkeit Internationaler Zusammenarbeit au» dem Auge zu vertieren. Sie wird vor allem die Möglichkeiten prüfen, öle bereit» bestehenden Wlrtfd)afteoerelnbarungen z u verstärken und autjubauen und neue Vereinbarungen abzufchließen, und zwar ge- gcbencnfaU» in neuen Organisationsformen. Sie wird den gegenwärtigen Stand de» Handelsverkehrs zwifä)en beiden Ländern unterfuchen, um die feit dem Inkrafttreten des Handelsverträge» von 1927 gesammelten Lrsahrungen nutzbar zu machen. Sie wird weiter gemeinsam nach neuen Absatz Möglichkeiten suä)en. Rach übereinstimmender Ansicht ist diese Auszählung nicht erschöpfend. Die Vertreter der beiden Länder legen Wert darauf, klar zum Ausdruck zu bringen, daß sich ihr Vorgehen nicht gegen d I e Wirtschaft irgendeine» anderen Lande» richtet. Sie erklären, daß sie es abIehnen, die Lösung der der Kommission zugewiesenen fragen etwa In gemeinsamen Vorgehen aus dem Gebiete von Zoll- erhöh ungen zu suchen. Sie werden sich in Einklang mit den allgemeinen Bestrebungen zur Bekämpfung der Wirlfchost»krife halten und werden die Mitarbeit anderer Völker In jedem Jade noch- suchen, wo die Sachlage die» erfordert. So könnte u. a. die Durchführbarkeit Internationaler Abmachungen über Schiffahrt und Luftverkehr geprüft werden. Die Vertreter der deutschen und der sranzösischen Regierung sind überzeugt, daß sie hiermit den (Drunbfleln zu einem Werk de» Aufbau» legen. Dies Werk soll der e r fl e Schritt zu einer Gemeinschaftsarbeit fein, die ein Gebot der Stunde Ist und an der mllzuwirken alle berufen sind. Das Auswärtige Amt ist befriedigt. Möglichkeiten einer Entspannung. - Eine neue Basis für gemeinsame Arbeit. Ber11n, 28. Sept. (TU.) Don maßgebender amt- | sicher deutscher Seite wird zu den deutsch-sranzösi- schen Besprechungen In Berlin erklärt, daß der Verlaus der Besprechungen beherrscht gewesen sei von der absoluten Notwendigkeit engflcr deut sch-französischer Zusammenar- bell, nicht nur Im Interesse der beiden Lander, sondern zur Rettung Europas und darüber hinaus zu rn Wiederaufbau der Weltwlrtschast. Diese Auffassung fei auch in der Unterredung zwischen dem Reichspräsidenten und den beiden französischen Tlinlftern zum Ausdruck gekommen Die Aussprache war nicht nur auf die nächsten wirtschaftlichen Fragen beschränkt, sondern erstreckte sich auch auf die großen weltpolitischen Vrobleme. Aus diesem weiteren Gebiete sind Beschlüsse allerdings noch nicht gefaßt worden, vielmehr konzentrierten sich die Besprechungen schließlich auf die Einsetzung des deutsch-sran- zös11chen Komitees. Es wird aus hohen Beamten der beiden «Regierungen zusammengesetzt und je nach den aktuellen Ausgaben durch berufene Vertreter der Wirtschaft ergänzt werden. An der Spitze des Komitees steht immer einer der beiden Außenminister, wenn das Komitee in Berlin tagt der deutsche, wenn es in Paris arbeitet, der französische. Außerdem wird ein Generalsekre- tariot unter Leitung eines deutschen und eines französischen Beamten errichtet werden. Es wird bestätigt, daß auch ble Gewerkschaften zu dieser Derständigungsarbelt hlnzuge,zogen werden sollen. Die Ausgabe des Komitees ist naturgemäß zunächst, die wirtschaftlichen Beziehungen der beiden Länder weiter zu vertiefen unb auf allen möglichen Gebieten, z. B. dem des Kartellwesen », Wege zu suchen, die zueinander fuhren. Der Aufgabenkreis des Komitees ist so elastisch wie möglich gehalten, weil man hasst, daß das Komitee gerade bei fortschreitender Arbeit erst in viele Probleme hineinwachsen wird, die sich jetzt noch gar nicht bestimmen lassen. Jedenfalls wird hier ein Instrument geschaffen, das dazu dienen soll, die deutsch- franz»fifch.'n Beziehungen auf eine ganz an- b e r e Basis zu stellen. Schließlich wirb von amtlicher Seite noch betont, baß es nicht nur gelungen fein bürste, ben französischen Gästen ben Berliner Aufenthalt so angenehm wie nur möglich zu gestalten, sonbern daß von die- fern Besuch auch eine ft arte Entspannung in ben Beziehungen ber belben Volker ausgehen wird. Die französischen und die deutschen Minister haben jedensalls beschlossen, auf diesem Wege weiter iortzuschreiten. Zunächst wird letzt Milt» Oktober das Komitee seine Arbeiten ausnehmen. Von amtlicher Seite wird bestätigt, daß die wirtschaftliche Zusammenarbeit sich auch auf koloniale (Hebt et e ei', recken soll Darüber ist in den Berliner Unterhaltungen bereite sehr eingehend verhandelt worden Die Prüfung im einzelnen wird Ausgabe des Komitee» sein. Das pariser Echo. Pari», 29. Sept. (WTB Funkspruch.) Die Po- rtser Presse steht unter dem Eindruck, daß durch die Berliner Verhandlungstage eine für ble Lerstanbi- gungsarbeit günstige Atmosphäre geschaffen würbe. Die Schaffung eines ftänblgen deutsch-französischen Wirtschaftskomitees findet gute Aufnahme Man will die Bedeutung einer derartigen Organisation nicht übertreiben, da die politischen Fragen seinen Aus- gabenfrele übersteigen, aber auch nicht unterschätzen. Der Besuch ber französischen Minister beim Reichs- Präsidenten von Hindenburg wird al» Zeichen ber Entspannung besonbers hervorgehoben. „Agentur f) a d q •“ erklärt z. B , ble Schaf- fung eine» deutsch sranzösischen Wlrtschastskomitee» beweise materiell den Willen beider Rationen zur Zusammenarbeit Selbstverständlich werde die eingesetzte Kommission nicht ble Reparation»- unb Krebitsragen zu behandeln haben, da diese Probleme nicht nur Frankreich unb Deutschland angingen. Ihre Prüfung werbe weiter Sache ber Regierungen sein. Aus dem gleichen (örunbe seien bei den Berliner Besprechungen a u ch politische Fragen, ble Abriisftmgokonserenz unb Schulbenreparatlon, nicht angeschnitten worben „Petit Parisi» n" betont, bie Berliner Begegnung sei In einer Atmosphäre verlausen, die von otunbe zu Stunde herzlicher geworden sei — „Petit Journal" sagt, ber Besuch ber französischen Minister bei Hindenburg erteile denen ein» Antwort, die behaupten, daß sich seither nicht» geändert habe. „L a 'Jt i p u b 11 q u e“ behauptet die Berliner Begegnung zeige beiden Völkern, daß sie keineswegs durch ein v erhäng nlsvol- l e» Geschick zur gegenseitigen Vernichtung bestimmt seien. Man werde ben Urhebern ble- ler Wendung ber Dinge einigen Kredit schenken mlift jcn. „I a u r n e e 3 n b u ft r l e 11 eM macht Vorbehalte. Damit ble Zusammenarbeit sich voll auswirke, sagt bav Blatt, müssten bie politischen Ag > - tatoren daraus verzichten, die Bemühungen all b»T stören, bl» m Frieden, In 9tub« unb in der Sicherheit der Vertrage arbeiten mochten. „Figaro" fragt, ob Frankreich nicht etwa z u viel Vertrauen in Berlin bewiesen habe, und nicht etwa z u viel Kredite gewahren werde „Liberi-" erinnert daran, daß bereit» eine ganze Anzahl von Kartellen besteht, daß aber der wichtigste Faktor nämlich das Geld, fehle. Für Frankreich sei es aber unmöglich, sich in eine internationale Kreditbank zu verwandeln. — „Intran- (io»an I ""II bagegen au» iudiilöffi erfahren haben, daß sich brr deutsch französische Ausschuß außer den genannten Ausgaben unverzüglich mit der Frage der finanziellen Unterstützung Deutsch, land» sowie mit derjenigen ber Reparationen beschäftigen werbe , P ari » S o i r" bestätigt diese Auffassung unb erkürt, baß bl» Minister nur deshalb am Montag nach Eladow gefahren seien, um ungestört über ble politischen Fragen zu verhandeln, bie gelegentlich der ersten Besprechungen gestreift worden seien Es handle sich hierbei um Kredithilfe für Deutschland und um da» Reparation»- Problem. Was sagt man in Bersin? Derlin. 28. Sept. (ERD.) Da- Kommunique über den deutsch-französischen Gedankenaustausch wird in den meisten Morgenblättern ausführlich besprochen. Der .vorwärts" nennt das Ergebnis der Besprechungen ein Ergebnis der -äßen, unermüdlichen Arbeit der Sozialdemokraten und ber Gewerkschaften beider Länder. Die Sozialdemokratie habe feinen Grund, sich mit einer der oft.i R 'ii' । hu ,en zu sol bi 1 Im so mehr Grund habe sie, daS festzuhalten, waS an dem Ergebnis des Berliner Besuches ihr Erfolg sei. Aus dem Wege zur Herstellung de« wahren DölkersriedenS, auf dem Wege zum Ausbau einer sozialistischen Wirtschaftsordnung liege bie deutfch-französifche Verständigung, d h Verständigung der arbeitenden Massen ber beiden Länder. Die .Do s s. Z e i t u n g" schreibt, ble Arbeit In StresemannS Geist geht weiter Sie ruht aus dem festen Grund gesicherter Grenzen und gesicherter Währung. Inzwischen hat sich auch über die ganze Erde die Erkenntnis verbreitet, daß kein Volk Grund bat, sich zu ,reuen, wenn ein andere» Volk in Rot und Derzweislung versinkt. Der Geist der gegenseitigen HilsSbereit- schast ist mit der allgemeinen Rot gewachsen. — Die ..Germania" glaubt, daß allzu großer Optimismus ebenso versehlt wäre wie jene Stimmung der Ungläubigfeit, ble sich gegenüber allen deutsch-französischen Angleichung-bestrebunaen äußere Die Wiberstände seien nicht gering, aver baß biesmal ein em st Hafter Wille vorhanden sei, Dafür bürgten ble Ramen unb Persönlichkeiten der Staatsmänner, welche diesen Plan au« der Tause gehoben haben Der „D örsen- Courier" verzeichnet ble Tatsache, baß ber Krei« der Ausgaben deS gemischten Komiiees nicht begrenzt werde, allo ihre Erweiterung jederzeit möglich sei. So hosse man, durch die Wirtschaft-Verständigung der politischen Verständigung wirksam vorzuarbeiten. — Die ..Deutsche Allgemeine Zeitung" verweist auf Locarno unb Thoiry, wo man die gleichen Töne schon vernommen habe Trotzdem sei daS deutsch-sranzösische Verhältnis, mit Ausnahme der Räumung des Rheinlande-, einer wirklichen Befriedung um keinen Schritt nä» bergefommen. Allerdings möge der täglich toellerfrelfenbe Drand der Weltwirtschaftskrise allmählich eine neue Situation schassen, unter deren Druck auch Frankreich endlich ein« sehe, daß aut seinem bisherigen Wege weder seine eigene Wohlsahrt unb Sicherheit, noch ein gutes Verhältnis zu Deutschlanb, noch eine Ge- lunbung der Welt erreicht werden könne — Der ..Lokal- Anze i ger" fragt: DaS ist alle»? Ein Komitee im Sinne Frankreichs, bas sei schlimm. Frankreich sehe, baß eS keine Tribute mehr erhalten werbe. ES wolle sich sichern, (eine Goldmacht und die mit ihr verbundene Hegemonie, also Sa ch l i e f e r u n g e n Deutschlands und sranzösisches Eindringen i n ble deutsche Industrie mtt französischem Gold, das ja verzinst werden müsse. Oie Sparkassen als Glieder der deutschen Wirtschaft. Fünfzig Lahre Deutscher Sparkassen- und Giroverband. Berlin. 28. Sept. (WTB.) Die zu der 50- jährigen IubiläumStagung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes zahlreich Erschienenen begrüßte der Präsident des Verbandes, Geheimer Regierungsrat Dr. Kleiner und gab der Versicherung Ausdruck, daß die Sparkassen auch weiterhin die Politik der Wiederherstellung des Vertrauens in das politische und wirtschaftliche Deutschland mit allen Kräften unterstützen würden. Die Sparkassen seien die natürlichen Depositenbanken für Deutschland und gewährleisteten durch die staatliche Aufsicht und durch die kommunale Haftung ein Höchstmaß an Sicherheit. Die öffentlichen Sparkassen seien durchaus gesund. Das Reich sollte seinen Einfluß mit allem Rachdruck dahin geltend machen, daß die verantwortlichen Leiter der privaten und öffentlichen Bankgruppen sich zu regelmäßigen Besprechungen zusammensinden. Völlig undiskutabel und restlos abzulehnen seien alle Pläne einer generellen Schuldenabwertung sowie alle Projekte, die direkt oder indirekt, beabsichtigt oder unbeabsichtigt, auf eine Geldentwertungspropaganda hinauslaufen. Reichskanzler Or. Brüning erklärte dann u. a.: Die Weltkrise hat Formen angenommen., von denen die breite Oef,entlich- keit überrascht und auf das höchste beunruhigt worden ist. Wenn eineStandardwährung der Welt ins Wanken gerät, sind die Folgen nicht abzusehen. Die Regierungen stehen vor schwerwiegenden Entscheidungen, die möglicherweise dür Wirtschaftsentwicklung auf Jahre hinaus festlegen können. Da gilt es, eine klare Linie zu verfolgen und voreilige Beschlüsse zu vermeiden. Denn nichts stört das öffentliche Leben mehr als eine Zickzacklinie der Politik. Die Währung muh in Deutschland unversehrt erhalten bleiben. Die Regierung wird darum im Verein mit der Reichsbank alles tun, um die Währung in ihrem Bestände au schützen. Jeder, der sparen kann und will, soll gegen Entwertung seinesVermögens gesichert werden. Es ist die größte Aufgabe des Sparkassenwesens, den S p a r s i n n anzuregen und die Spargelder zu verwalten. Man wird prüfen müssen, ob die Sparkassen gegenüber ihren Garantieverbänden selbständiger au machen sind als bisher und ob ihre Liquidität verbessert werden kann. Der rein pri- yatwirtschaftliche Standpunkt wird nicht mehr alleinbestimmend sein dürfen für die Richtung, in die der Kapitalstrom fließen muß. Diese Richtung darf nicht allein abhängen von der Rente, sondern auch von den Erfordernissen größter volkswirtschaftlicher Ergiebigkeit. Rach wie vor werden die Sparkassen den K l e i n k r e d i t kurzfristiger und langfristiger Art besonders pflegen müssen. Dringend notwendig ist die A b k e h r von den gesteigerten Zinssätzen bei allen Geldinstituten. Die Tatsache, daß die Spareinlagen in den letzten Jahren trotz zunehmender Wirtschaftsnot eine sehr beachtliche Hohe erreichen konnten, ist ein Beweis eines starten Vertrauens der breiten Schichten des Volkes und des gefunden Kerns des Wirtschaftslebens. Sie ist aber auch Ausdruck eines entschlossenen Selbst- h i l f e w i l l e n s. Es ist zu hoffen, daß die deutsche Sparkassenorganifation dazu beitragen wird, dieses nächstliegende Ziel zu erreichen. Der preußische Innenminister t Geverinq ^.führte sodann aus: Der Deutsche Sparkassenverband ' tft heute zu einer Organisation erwachsen, die in ranz Deutschland 3000 öffentliche Sparkassen umaßt. Das Sparkassengeschäft ist ein Mitteltan ds g e sch ä f t, ein Geschäft des kleinen Mannes. Die zwölf Milliarden Mark Spareinlagen bei den Sparkassen in Deutschland sind von 18 Millionen Sparern nach der Inflation gespart worden. Sie haben den Verhältnissen in Politik und Wirtschaft Vertrauen entgegengebracht. Wer dieses Vertrauen untergräbt, schlägt der Wirtschaft neue Wunden und vermehrt das Elend der Arbeitslosigkeit. Das Geld im Strumpf ist Aderlaß an der deutschen Wirtschaft. Die Sparkassen sind eine kommunale Einrichtung. Dem Spareinleger haftet nicht nur die Sparkasse mit ihrem Vermögen, sondern daneben der kommunale Gewährsverband mit seinem eigenen Vermögen, auch mit seiner Steuerkraft. Durch die schwere Wirtschafts- und Finanzkrise sind auch die Sparkassen schwer betroffen worden. Wie werden den Spar- kästen da, wo dies noch nicht der Fall ist, eigene Rechtspersönlichkeit geben müssen, um das Sparkassenoermögen von dem sonstigen Vermögen der Gemeinden zu trennen. Wir werden vor allem die Liquiditätsreserven der Sparkassen und Girozentralen stärken und sichern müssen. In den letzten Jahren ist das Realkreditge- schäft überspannt worden. Auch dem K o m- m u n a l k r e d i t werden engere Grenzen gezogen werden müssen. Die Geschäftsführung übersichtlicher zu gestalten, eine wirksame Kontrolle zu ermöglichen, jedem unnötigen Krästeverbrauch entgegenzutreten, darin werden alle einig sein. Das alles aber darf nicht zur Beseitigung der Selb st Verwaltung und der Selbstver- antwortung der Sparkassenorganisa- Honen führen. Darum werde ich allen Angriffen entgegentreten, die auf eine Entkommunilisierung der Sparkassen und auf eine Zertrümmerung der zentralen Organisation abzielen. Oer ReichsbankprasidenL gegen jede Znflationspoliiik. ReichsbankpräOent Dr. Luther machte dann einige grundsätzliche Bemerkungen über die deutsche Währungspolitik angesichts der Entwertung des Pfundes. Lr wandte sich scharf gegen die Jnflationsideen. Reue Aufträge für die Industrie, Exportprämie im Preise usw., dieses Wohlbefinden sei nur im ersten Stadium der Inflation vorhanden, was Deutschland am eigenen Leibe erlebt habe. Sehr bald würden Soften und Preise steigen. Für Deutschland scheide der Gedanke, es könnte eine dosierte, eine kontrollierte Inflation geben, aus. Dr. Luther betonte, daß er es weit von sich weife, durch Inflation den deutschen Sparer um sein Kapital zu bringen. Für Deutschland gebe es noch ein besonderes Hindernis, die Goldparität schwinden zu lassen, nämlich die v a l u t a s ch u l d e n, da es an das Ausland vorwiegend in Gold, Dollar oder in anderen gold- beftändigen Währungen verschuldet sei. Infolgedessen würde uns in unserer Lage eine Abwertung der Reichsmark keineLrleichlerungenim Schuldenstand bringen, zumal unsere Auslandverschuldung in der Gesamlverschuldung die entscheidende Rolle spiele. Die für die Schaffung neuer Währungen gemachten Vorschläge (Roggenmark, Rentenmark, Steuermark, Arbeitsmark usw.) bezeichnete Dr. Luther als reine Inflationen. Alle diese Projekte gingen darauf hinaus, neueZahlungs- mittel zu schaffen, ohne sich an den alten wäh- rungsgrundsah zu halten, daß der Zahlungsmittelumlauf nicht über die Grenze hinausgehen dürfe, die sich aus dem Warenumlauf ergebe. Die Bindung an das Gold gewährleiste objektiv die Einhaltung dieser Grenze, deren Ueberschreitung Inflation bedeute. Das Festhalten an der Goldwährung bewahre Deutschland vor unübersehbaren Schwierigkeiten und werde schließlich auch Deutschlands Kredit stärken. Oie Bürgerschafiswahlen in Hamburg. Schwierigkeiten einer Mehrheitsbildung. — Bleibt der alte Senat am Ruder? Die Meinung der presse. Hamburg, 28. Sept. (TU.) Die Hamburger Blätter nehmen bereits ausführlich Stellung zum Ausgang der Bürgerschaftswahlen. Die „Hamburger Rachrichten" (deutschnatl.) schreiben u. a.: Auch der Ausgang der Hamburger Bürgerschaftswahlen hat erwiesen, daß der R a t i o n a l- sozialismus im Wachstum fortschreitet. Ein zweites Merkzeichen ist das Anwachsen des Kommunismus auf Kosten der Sozialdemokratie, die einen ganz erheblichen Rückgang au verzeichnen hat. Ob die Hamburger Sozialdemokratie Lust verspürt, sich mit den Kommunisten in eine Mehrheitsbildung zu begeben, in der doch zweifellos die Kommunisten Ton und Tempo angeben würden, ist abzuwarten. Rach den schweren Einbußen der Deutfchnationalen und der Deutschen Volkspartei, kann auch die bürgerliche Rechte keine Mehrheit stellen. Der alte Senat wird, selbst wenn er nach einem Mißtrauensvotum zurücktreten mühte, die Geschäfte solange weiterführen, bis ein neuer Senat gewählt ist. — Das „Hamburger Fremdenblatt" (demokrat.) schreibt: Die Wähler haben ihrer Stimmung der Enttäuschung, der Ratlosigkeit und der Verzweiflung Ausdruck gegeben. Die Bildung eines Roten-Ar- beiter-Senats aus Sozialdemokraten und Kommunisten halten wir für ein, vom Kredit und vom Ansehen der internationalen Wirtschaft so abhängiges Staatswesen, wie Hamburg, für völlig untragbar. Wenn das Volk selbst keinen Rat weih, wächst die Verantwortung der Führer ins Ungeheure. Die Stunde scheint gekommen, in der unter Ausschluß der Radikalen, alle, die es mit Hamburgs Wirtschaft ernst meinen, sich in irgendeiner Form zu- sammenschliehen. Die Berliner Presse nimmt nur kurz zu dem Ergebnis der Wahl Stellung. Der „Vorwärts betont: Die Hamburger Wahlen haben die Erwartungen des demokratischen und freiheitlichen Deutschland nicht erfüllt. Die Verzweiflungsstim- mung, die die Volksmassen angesichts der drohenden Winternot packte, haben die Stimme der Vernunft unterdrückt. Das „Berliner Tageblatt" betont, daß die Gewinne der Nationalsozialisten das Maß des Erwarteten überstiegen habe. Die Bürgerschaftswahl ist ein deutliches Symptom für die wachsende Not im Volke. — Die „Germania" weist darauf hin, daß Kommunisten und Nationalsozialisten als die billigen Sieger einer leicht mit Hoffnungslosigkeit und Mißtrauen zu er- füllenden Wählerschaft hervorgingen. Ihre Erfolge seien in der Hauptsache auf die Jung- und Neuwähler zurückzuführen. Die Nationalsozialisten hätten einigen Grund, ihren Sieg über die liberalbürgerliche Mitte zu feiern. Ihren Hauptgegner, den Marxismus, hätten sie jedoch nicht geschlagen. — Die „Deutsche A l l g. $ t g." meint, daß die Hamburger Wahlen eine bitterernste Mahnung an das Kabinett Brüning sei. — Die „Deutsche Tageszeitung" betont, daß die radikale Welle eine verstärkte Gewalt gezeigt habe. Sie übe ihre Haupt st aßkrast auf den rechten Flügel aus, während die Sozialdemokratie in allen Fugen krache. Die Deutschnationalen begännen ihre Verluste wieder auszugleichen. — Der „Berliner Lokal-Anzeiger" weist darauf hin, daß das deutsche Volk in immer größerer Mehrheit die Politik der Brüningparteien ablehne. Die nationale Opposition habe mehr gewonnen, als die Sozialdemokraten verloren hätten. Die Parteien zum Wahlergebnis. Hamburg, 28. Sept. (TA.) Zu dem Ausfall der Hamburger Dürgerschaftswahlen erklärte Bürgermeister Dr. Petersen, der Spitzenkandidat der Deutschen Staatspartei: Man dürfe nicht den Mut verlieren. An der Wasserkante wisse man, daß der Sturm viel aufwühlen und zerstören könne, daß aber schließlich wieder Ruhe eintrete und daß dann wieder gearbeitet werde. Das Wahlergebnis zeige, daß ohne die Sozialdemokratie eine Mehrheit nicht gebildet werden könne. — Der Vorsitzende der Deutschnationalen Volkspartei, Max Stavenhagen, stellt fest, daß die Wahl einen starken Auftrieb der Partei seit den letzten Reichstagswahlen gezeigt habe. Der Zuwachs der Stimmen, der etwa 30 v. H. betrage, entspreche demjenigen der Rationalsozialisten. Lieber die Möglichkeiten einer Rückwirkung zu sprechen, sei noch verfrüht. — Der Vorsitzende der Deutschen Volkspartei, Dr. B a g g e, weist darauf hin, daß die bürgerlichen Parteien gegenüber den Bestrebungen weiter Kreise, die Dinge zu einer radikalen Entscheidung zu bringen, in doppeltem Maße die Ruhe bewahren müßten. Die Reichsleitung der RSDAP. schreibt zu dem Ergebnis u. a.: „Das Volk hat der nationalsozialistischen Bewegung in überwältigender Weise sein Vertrauen ausgesprochen. Gegenüber bisher drei, zieht die Partei mit 43 Mandaten in das Hamburger Parlament ein, während fast alle anderen Parteien schwer geschlagen aus dem Wahlkampf zurückkehren. Die Große Koalition ist von uns Rationalsozialisten in Hamburg zerschlagen worden. Die Reichsregierung wird darin eine neue Bestätigung der Tatsache sehen müssen, daß sie nicht mehr das Vertrauen der Mehrheit des deutschen Volkes besitzt." Kleine politische Nachrichten. Nach dem amtlichen Ausweis für die Einnahmen und Ausgaben Hessens betrugen per Ende August die Gesamteinnahmen im ordentlichen Haushalt 29,695 Millionen Mark, denen Gesamtausgaben von 36,686 Millionen Mark gegenüber» stehen. Im außerordentlichen Haushalt sind per Ende August 0,271 Millionen Mark Einnahmen und 0,611 Millionen Mark Ausgaben verzeichnet. * Die Reichsbahn hat im Einvernehmen mit der Reichsregierung den drei vertragschließenden Organisationen die §§ 4 und 5 des Lohntarifvertrages zum 31.Oktober gekündigt, um die in der Rotverordnung vorgesehene Lohnsenkung auch bei der Reichsbahn durchzuführen. * Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist von seiner zweiten Südamerikafahrt nach 79 Fahrstunden wieder auf heimatlichem Boden gelandet. Obwohl die Rückkehr erst eine Stunde vorher bekannt wurde, war das Werftgelände von zahlreichen Zuschauern bevölkert. * Reichsminister des Innern Dr. Wirch hat den badischen Staatspräsidenten telephonisch gebeten, da- Verbot der „Reuen Badischen Landeszeitung" mit sofortiger Wirkung aufgu - heben. Das Verbot war ausgesprochen, weil das Blatt Indiskretionen zur neuen Rotverordnung Über eine geplante Herabsetzung der Beamtengehälter veröffentlicht hatte, die angeblich geeignet waren, Beunruhigung unter der Beamtenschaft hervorzurufen. Das Verbot ist mit sofortiger Wirkung aufgehoben worden. * Der Oberpräsident der Rheinprovinz hat die in Köln erscheinende nationalsozialistische Tageszeitung „Westdeutscher Beobachter" einschließlich ihrer Kopfblätter auf die Dauer von zwei Wochen verboten. * Das Amtsgericht Halle verurteilte den Merseburger Regierungspräsidenten Ernst von H a r - nack, einen Sohr, des kürzlich verstorbenen berühmten Theologen^ zu 100 Mark Geldstrafe wegen Beleidigung des Dundesführers des Stahlhelms a. D. Düsterberg. v. Harnack hatte bei einer Versammlung in Halle zur Bekämpfung des Volksbegehrens Düsterberg als rauhbeinigen Stahlhelmfeldwebel bezeichnet und ihn mit einem „kleinen Pintscher" verglichen, der dem Montblanc (Severing) gegenüberstehe. Vor dem Hamburger Schwurgericht hat sich heute der 28jährige ehemalige Polizeioberwachtmeister Pohl wegen des von ihm am 13.März dieses Jahres auf den Regierungsrat Saffallt) verübten R e v o l v e r a n s ch l a g s, bei dem Lassally erheblich verletzt wurde, zu verantworten. Der Angeklagte gibt zu, die Absicht gehabt zu haben, den Regierungsrat, der ihn in einem Disziplinarverfahren wegen angeblicher Betätigung für die RSDAP. zu vernehmen hatte, zu erschießen, und erklärt, er bereue die Tat nicht. • Die lettischen Regierungsparteien beschlossen, den RigaerDomder deutschen Domgemeinde durch Notverordnung wegzunehmen. Die '.Regierung erhielt das Recht, die Umgestaltung des Domes, der in Marakathedrale umgetauft werden soll, durchzuführen. Der deutschen Domgemeinde, der Besitzerin, sollen im Verwaltungsrat v.on 10 Stimmen nur drei belassen werden. Das Kabinett dürfte schon in den nächsten Tagen die Enteignungsverordnung herausgeben. Die Domenteignung war sowohl vorn Parlament wie durch Volksentscheid abgelehnt worden. * Lord Melchett wird im britischen Oberhaus eine Vorlage einbringen, durch die die Regierung ermächtigt werden soll, im Verordnungswege die Einfuhr zu beschränken ober gar zu verbieten, soweit sich dies mit den bestehenden Handels- vertrügen in Einklang bringen läßt. Eine solche Verordnung würde, falls sie nicht die gesetzliche Sanktion durch das Parlament erhalten würde, eine Gültigkeit von 60 Tagen haben. Der englische Gewerkschaftsführer C o o k hat sich einer schweren Drüsen - Operation unterziehen müssen. Die Drüsenentzündung hatte sich seit Januar, wo ihm bereits einBeinam- p u t i e r t werden mußte, zusehends entwickelt und war durch eine Erkältung, die sich Cook auf der Völkerbundstagung in Genf zugezogen hatte, akut geworden. Der Befehlshaber der britischen Atlantikslotte, Admiral Sir Michael H o d- g e s, hat aus Gesundheitsrücksichten um Enthebung von seiner Stellung gebeten. Der KV» nig hat den Admiral Sir John Kelly zum Befehlshaber der Atlantikflotte ernannt. Auf der Atlantikflötte hatte sich bekanntlich kürzlich die große Lohnrevolte ereignet. Oie Gärung in der Sozialdemokratie. Die Breslauer Parteifunktionäre gegen die Tolerierungspolitik. Berlin, 28. Sept. (ERB.) Auf die von der sozial-demokratischen Parteileitung an die Abgeordneten Dr. Rosenfeld und S e y d e w i tz gerichtete Anfrage, ob sie bereit seien, entsprechend den Beschlüssen des Parteiausschusses die Herausgabe der Zeitschrift „Die Fackel" aufzugeben, hat Dr. Rosenfeld zugleich im Namen von Seydewitz geantwortet, daß sie nicht die Absicht hätten eine Sonder Organisation ins Leben zu rufen, auf der andern Seite aber auch nicht in der Lage seien, sich von der „Freien Verlagsgesellschaft" und der „Fackel" zurückzuziehen. Der sozialdemokratische Parteioorstand wird fid)J)eute mit der durch diese Antwort geschaffenen Lage vefchäftigen. Der Erweiterte Parteivorstand der Breslauer Sozialdemokratie, der aus den 130 leiten- den Funktionaären der Parteiorganisation Groß. Breslaus bestehb hat in einer Entschließung fest- gestellt, daß die Politik der Zusammenarbeit mit den bürgerlichen Parteien versagt habe und daß der Druck für die deutsche Arbeiterklasse in steigendem Maße gewachsen sei. Die Hamburger Wahlen bewiesen, daß die „Tolerierungspolitik" der SPD. der Partei schweren Schaden zufüge. Die Ent- schließung fordert aus diesem Grunde eine Kursänderung. Keine Besoldungskürzung in Thüringen. Weimar, 28. Sept. (TU.) Die Thüringer Notverordnung stellt fest, daß das Land Thüringen einen Fehlbetrag von rund zwölfMillionen Reichsmark auszugleichen hat. Eine weitere Gehaltskürzung der Beamten und Einführung neuer Steuern ist vermieden worden. Man hat den Ausgle^ durch verschiedene Haushaltsabstriche ermd)t. Die Aufwandsentschädigung der Landtagsabgeordneten ist erheblich herabgesetzt worden. Weiter wurde in der Besoldung der Volksschullehrer und Dberfetretäre eine zurückgestufte Angleichung an d i e R e i ch s s ä tz e vorgenommen. Aehnliche Angleichun. gen erfolgen bei anderen Beamtengruppen. Insbesondere wird auch Thüringen die Universitätspro- fessoren in ihren Pensionen deü übrigen Beamten gleichfetzen. Ebenso sind die Vorlesungsgelder und die Vorlesungsgeldgarantie gekürzt worden. Weib- l i ch e B e a m t e, die sich verheiraten, haben in Zukunft auf alle Fälle aus dem Staatsdienst a u s 3 u - scheiden. Das Grundgehalt der Lehrerinnen wird unter Berücksichtigung einer herabgeminderten Pflichtstundenzahl auf 90 v. H. des Lehrergehalts Vie Wetterlage. Stol Abtritten- ML ,o *TL '-o> id §5^ *7, i (EE 15 H *^Lonf Montag, (L 16. September eg3lt tffUhr Q wolkenlos. O neuer. o narb bedeckt 3 wolkig. O oewen <*eget> • Schnee a Graupeln, s Nebel K Gewitter.(§)wind$tilie.«Q^ seV «•enter Ost jS massiger Südsüdwest q stürmischer wordwy^ Oie »feile fliegen mit dem winde. Pie beiden Stationen stehenden Za» «n geben die Temperatur an. Oie Linien verbindet» Ort« mll gltidic® tut Meeresniveau ungerechnet«» Luftdruck Wettervoraussage. Die Ostfeestörung ist schnell nordöstlich abgewandert und hat uns mit ihrer Kaltluft Temperaturrückgang gebracht. Dabei ist aber auch der hohe Druck, der schon lange über den britischen Inseln lagerte, nach dem Festlande hingesaugt worden. Im Bereiche seiner zusammenfinkenden Luftmassen wird der Himmel nach Frühnebelbildung zunächst vielfach auf- heitern. Jedoch Ist eine länger anhaltende Schönwetterperiode nicht gesichert, denn an der Vorderseite eines kräftigen Tiefdruckgebietes über Island wird warme Luft vorgeschoben, die sich bereits über Irland durch Temperaturanstieg anzeigt. Sie wird allmählich auch bis auf das Festland gelangen und zum Abbau des Hochdrucks führen. Bei ihrem Aus- breiten auf die vorgelagerte Kaltluft treten Bewöl- fung und später Niederschläge auf. Die Temperaturen steigen dann allgemein an. Vorhersage für Mittwoch: Nachts frisch, morgens neblig und dunstig, tagsüber zunächst aufheiternd und trocken, später Bewölkungszunahme und wärmer. Vorhersage für Donnerstag: Wolkiges Wetter mit weiterer Erwärmung, einzelne Niederschläge. Lufttemperaturen am 28. September: mittags 12,6 Grad Celsius, abends 7,8 Grad; am 29. September: morgens 6,2 Grad. Maximum 13,4 Grad, Minimum 4,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 28. September: abends 12 Grad; am 29. September: morgens 9,2 Grad. — Niederschläge 0,6 mm. —, Sonnenscheindauer 2% Stunden. herabgesetzt. Weiter hat Thüringen eine Huf- rückungssperre für die Dienstallersstufen eingeführt. Aotverorimung in Württemberg. Stuttgart. 28. Sept. (WTB - Da» toüti- tembergische Staatsministerium hat die erste Hot- Verordnung erlassen. Sie sieht mit IDiriung vom 1. Oktober ab eine allgemeine Kürzung der Gehälter der Beamten de» Staate», der Gemeinden und der Zweckverbände u m 5 Prozent unter Freilassung der Dehäller unter 1500 Mark pro Jahr und der Bezüge der Polizei vor. Die Schüller der Ledigen und Kinderlosen werden um 7 Prozent gekürzt. An weiteren Mahnahmen kommen noch in Betracht. Die Unterbindung der Vorrückung auf zwei Jahre, die Aushebung de» Wohnung», gelbe» bei Inhabern von Dienstwohnungen, ferner bei ledigen Beamten unter 45 Jahren, die Kürzung de» WohnunqSgeldeS aut die Hälfte und die Beseitigung der Unterhaltszuschüsse und Beihilfen für höhere und mittlere Beamte, sowie künftiger Wegfall der Vorschriften über die Enthebung der Hochschul- lehrer von den Amtspflichten. Da da» Defizit im württembergifchen Staatshaushalt 13 bi« 15 Millionen Mark beträgt, die ör- sparnisse auf Grund der ersten württembergifchen Rotverordnung aber nur 6 Millionen Mark auSmachen, erklärt die Regierung. dah fie in absehbarer Zeit eine weitere Kürzung der B^amtengehälter vornehmen müsse. Aus der Pwvinzialhauptstadt. Diesten, den 29. September 1931. Warum heiße Milch bei Erkältung? Don Dr meb. W. Schweisheimer. Die erste Regel bei der Behandlung einer Erkältungskrankheit heißt: Wärme — Wärme von außen und von innen. Rechtzeitige Zufuhr von Wärme ist imstande, eine drohende Erkältungskrankheit noch rechtzeitig abzubrechen, ohne daß sie sich voll entwickelt. Heiße Getränke, wie Milch, Tee verschiedener Arten usw., sind in solchen Hätten ein beliebtes Hausmittel. In der Tat läßt sich damit eine vortreffliche Wirkung erzielen. Das Seltsame dabei ist, daß es keineswegs nur die örtliche Wirkung ist, durch die ein Gesundheitseinfluß ausgeübt wird. Jede erfahrene Haussrau und Mutter saat uns daß bei Heiserkeit ein Glas heiß genossener Milch oder Zitronenwasser von Vorteil ist. Die heisere Stimme entsteht dadurch, daß Im Verlaus der Erkältung sich ein Kehlkopskatarrh entwickelt hat; die Schwellungen und Schleimauflagerungen im Kehlkopf und an den Stimmbändern rufen die Irübuna der klaren Stimme hervor. Es läßt sich denken, daß das Trinken heißer Milch beim Hinabgleiten durch Schlund und Speiseröhre auf den benachbarten Kehlkopf unmittelbar bessernd einwirkt: der Wärmereiz bringt Blutgefäße im Kehlkopf zur El-weite- rung, damit gelangt mehr Blut an die kranke Stelle, und das ist stets eine Vorbedingung für rasche Heilung. Wichtiger ist aber die allgemeine Wirkung des heißen Getränkes auf den Körper. Jemand hat sich erkältet und dabei einen Katarrh des Mittelohrs daoongetragen oder eine 9id)iae oder einen Rheumatismus der Rackenmus- tulatur Die Wärme, die mit der heißen Milch in den Körper gelangt, teilt sich alsbald vom Magen und Darm aus auch dem Blut mit. Der ganze Blutkreislauf wird angeregt, geht schneller vor sich, und damit kommt in der gleichen Zeit mehr Blut zu der kranken Stelle, mit ihm auch mehr Heilkräfte. Es ist dabei gleichgültig, wo der kranke Punkt liegt, er kann noch so weit von Speiseröhre und Magen entfernt lein. Heiße Milch trägt in vorzüglicher Weise zur Anregung der Schweißabsonderung bei. Schwitzen ist ein vorzügliches Mittel zur Unterbindung einer beginnenden Erkältung, zur Heilung einer fortgeschrittenen. Mit dem Schweiß werden viele Giftstosse aus dem Körper hinausgeschafft, die auf bakterielle Einwirkung zurückgeführt werden können. Reben der durch heiße Milch hervorge- rufenen Anregung des Blutkreislaufes kommt der Schweißabsonderung selbst sicherlich auch eine hilfreiche und gesundheitsfördernde Rolle zu. Auch regt heiße Milch die Nierentätigkeit an, und das bedeutet erst recht eine notwendige Entlastung des Körpers von Bakterienabfällen und Bakteriengiften. Weil eben die Nieren olles au»- scheiden müssen, was im Körper an Abfällen flüssiger Art entsteht werden sie leicht bei Erkrankungen In Mitleidenschaft gezogen. So ist eine Nierenentzündung häufig die Holgeerlcheinung einer voraus- gegangenen Mandelentzündung. Die Anregung der Nierentätigkeit durch heiße Milch beugt auch hier bestens vor. Oie oberhesftfchen Zenirumellandidaien für die Landtagswahl. Die Bezirksausschüsse Diesten und Friedberg der Zentrumspartei in Oberheffen haben in gemeinsamer Sitzung beschlossen, al» Kandidaten für die bevorstehende Landtagswaylen zu nominieren: 1. Landwirt Weckler in Rockenberg, 2. Oberveterinür- Rat Dr. Rostkopf in Diesten, 3. Schriftsetzer Schmidt in Harheim. Oie erste Jagd. Am Samstagnachmittag veranstaltete der Reiterverein unter Beteiligung der Offiziere unsere» Bataillons die erste Jagd diese» Herbste». Etwa 30 bi» 35 Teilnehmer hatten sich an der Marburger Straste in der Rühe der Karlsruhe einaefunocn. Um 15 Uhr bliesen die Militärmusiker Schillers unsterbliche» .Reiterlicd" au» dem .Wallenstein": .Wohlauf, Kameraden, auf» Pferd, auf» Pferd!" und unter Führung von Herrn Oberstleutnant K l e p k e begann die 3agb. Sie führte zunächst durch die Kiesgrube link» der Marburger Straste, dann nach verfchiedenen Hindernissen wieder hinüber an den Waldrand des Hangelsteins; von dort an der Mühle vorüber nach dem Flugplatz und weiter zum Philo- sophenwald und Trieb, wo ein Teil der ständigen Wilitärhindernisse genommen wurde. 3n der Rühe der Liebigshöhe wurde das Halali geblasen, und Frau Oberstleutnant Klepke Überreichte den Reitern den Eichenlaubbruch. Da» schöne Bild der in flotter Fahrt durchgeführten 3agd wurde umrahmt von den herbstlichen Ruch der Felder und den zum Teil fchon bunten Farben der Wälder. Stoppelfelder und Kartoffelfeuer gemahnten wohl daran, daß der Sommer vorüber ist; aber fie stimmten die Reiter nicht trübe. Denn nur einmal im 3ahr, wenn die Felder abgeerntet sind, können sie die Freude geniesten, im Galopp über die Fluren dahinzufliegen. Rur e i n deutscher Dichter, Rudolf G. Binding, hat es verstanden, diese Empfindungen in die rechte Form zu gießen in seiner unvergleichlichen .Reitvorschrift für eine Geliebte", weil er selber mit Leib und Seele dem Pferd verhaftet ist, das niemals durch Auto oderMotor- rat erseht werden kann. .Drauhen nur" — sagt er — „trägt dein Pferd dich recht. Draußen nur, unter freiem Himmel, ist es ganz königlich, ist es ganz Tier. Draußen nur ist es wirklich be- fchwingt. Rur wenn es dir brausten gehorcht, gehorcht es dir ganz. Draußen nut fühlt es ganz seine Macht, fühlst auch du ganz seine Macht, beherrscht du über das ganze befreite Mast feiner Kraft. — Rur der Himmel, Geliebte, ist groß genug, dein Zelt zu sein, wenn du reitest." W. Gics;cner Wochcnmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Kochbutter Pfund von 1,10 Mk. an; Butter 1,30 bi» 1,50; Matte 30 bis 35; Wirsing 8 bis 10; Weißkraut 6 bis 7; Rotkraut 8 bis 10; gelbe Rüben 8 bis 10; rote Rüben 8 bis 10; Spinat 20 bis 25; Römischkohl 8 bis 10; Bohnen 15 bis 25; Unter-Kohlrabi 5 bis 6; Feldsalat 8 bis 10; Tomaten 20 bis 25; Zwiebeln 8 bis 10; Meerrettich 40 bis 80; Kürbis 5 bis 6; Pilze 20 bi» 25; Kartoffeln 31/» bi» 4; Frühäpfel 8 bis 10; Falläpfel 3 bis 4; Aepfel 8 bis 10; Birnen 8 bis 15; Dörrobst 30 bis 35; Pfirsiche 40 bis 60; Preihelbeeren 30 bis 35; Brombeeren 30 bis 35; Zwetschen 8 bis 10; Honig 40 bis 50; junge Hähne 90 bis 1,00; Suppenhühner 80 bis 1,00; Rüsse 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 bi» 1,40; Tauben Stück 50 bis 60; Eier 11 bis 12; Blumenkohl 30 bis 70; Salat 5 bis 10; Salatgurken 15 bis 20; Einmachgurken 2 bis 4; Endivien 10 bis 15; Ober-Kohlrabi 8 bis 10; Lauch 5 bis 10; Rettich 10 bis 15; Sellerie 10 bis 40; Radieschen Bund 10 bis 15; Kartoffeln Zentner 2,80 bis 3,00; Aepfel 5,00 bis 7,00; Weißkraut 3,00 bis 4,00; Wirsing 6,00; Rotkraut 6,00 Mk. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Deutsche Staatsportei, 20.30 Uhr. .Aquarium . Mitgliederversammlung. — MB , 20.30 Uhr, Lase Ebel, Austerordenlliche Generalversammlung. — Handgewebe-Ausstellung von Schloß Westerburg des BD3, Cafe Ebel. 10 bi» 13 und 15 bi» 20 Uhr. — Lhristliche Versammlung Gießen, 20.15 Uhr, Lindenplatz 1, EvangelilationS-Ver- sammlung .Warum war Ehristu» hier?" — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: ,3m Westen nicht» Reue»". — Au» dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die erste Vorstellung der Winterspielzcit 1931 32 de» Stadttheater» Diesten findet am Freitag. 2. Oktober, statt. Zur Eröffnung gelangt da» historische Schauspiel .Elisabeth von England" von Ferdinand Bruckner unter der Spielleitung he» 3ntenöanten erstmalig zur Aus- sührung. Diese Vorstellung ist die erste Vorstellung im Freitagsabonnement. Al» nächste Erstaufführung wird am 8. Oktober ein Werk Bruno Franks .Sturm im Wasserala»" unter der Spielleitung von Heinrich Hub herausgebracht. Die erste Fremdenvorftellung der Wintersaison wird am Sonntag, 4. Oktober, veranstaltet. Zur Ausführung gelangt als einmalige Wiederholung .Der Garten Sven" von Oesterreicher und Dernauer. Spielleitung hat Peter F a s s o! t. Beginn 18 Uhr; Ende gegen 20.30 Uhr. •• Mondfinsternis. Am vergangenen Samstag war Gelegenheit, eine Mondfinsternis, und zwar die zweite totale Mondfinsternis in diesem 3ahre teilweile zu beobachten. Rach der astronomischen Rechnung trat der Mond 17.41 Uhr in den Halbschatten der Erde, 18.45 Uhr in den Kernschatten, war 20.05 Uhr vollkommen im Schattenkegel der Erde, auS dem er erst 21.31 Uhr herauszutreten begann. Um 22.42 Uhr verlieh der Mond den Kernschatten und um 23.55 Uhr auch den Halbschatten. Die Mondfinsternis wurde auch hier in den späteren Abendstunden teilweise beobachtet Allerdings konnte der Beginn der Verdunkelung der silbernen Scheibe nicht vollständig verfolgt werden, da Wolken die Sicht verhinderten. Erst- gegen 21 Uhr erschien der Mond in kupferroter Färbung am allmählich sich auf- hellenden Rachthimmel. Der Austritt des Mondes aus dem Kernschatten der Erde war gut zu beobachten. Bald stand die Mondscheibe wieder klar am Himmel. Sanitäts-Hebungen. Am Sonntag- vormittag hielten die Freiwilligen Sani- tätskolonnen vom Roten Kreuz aus Gießen, Leihgestern und die in Ausbildung befindliche Abteilung von Watzenborn-Steinberg eine ge- meinlame Hebung in der Nähe des Schiffenberges ab. Man nahm als Hnfallurfache das frühzeitige Losgehen eines Sprengschusses in einem Steinbruch an, bei dem eine größere Anzahl Arbeiter verletzt wurden. Die Kolonnen hatten die Ausgabe, bei den zum Teil Schwerverletzten erste Hilse zu leisten und den Abtransport aus dem Steinbruch vorzunehmen. Während die Sanitätsleute bei der Arbeit waren, wurde von dem Leiter der Hebung ein weiteres größeres Verkehrsunglück an der Sdjiffenberger Straße angenommen. Auch dort mußte eine Anzahl der Helfer eingesetzt werden. Bei der Hebung waren 3 Aerzte und 40 Sanitäter anwesend. Die Kritik über den Verlauf der Rettungsübung hielt Reg.- Med.-Rat Dr. Kortüm (Gießen) ab. Er betonte, daß die getroffenen Maßnahmen der Helfer in dem schwierigen Gelände, auch für einen Ernstfall, richtig waren. — Die Arbeitersamariter hielten am Samstagabend ebenfalls eine Hebung ab. Um 21.10 Uhr alarmierte der Führer einer Kamerad- schäft des Reichsbanners, die sich auf einem Marsch nach Rödgen befand, die Kolonne der Arbeitersamariter. Es wurde ein schwerer Unfall angenommen, der dadurch entstand, dah ein schlecht beleuchtetes Kraftfahrzeug in die Gruppe der Marschieren- den fuhr und eine Anzahl der Reichsbannerleute mehr ober weniger schwer verletzte.. Bereits acht Minuten nach der Alarmierung fanden sich die ersten Samariter an der Unfallstelle ein und bald darauf war die gesamte Kolonne mit den notwendigen Geräten zur Stelle. Beim Scheine von Fackeln wurden die Verletzten sachkundig behandelt. Die vom technischen Leiter der Hebung alarmierte Wiesecker Kolonne, die um 21.37 Uhr eintraf, brauchte nicht mehr einzugreifen. Die Kritik der Hebung ergab die lobende Anerkennung der raschen Hilfeleistung. •• Modenschau des Kaufhauses Schmücker. Gestern nachmittag und gestern abend (heute abend soll sine weiter« Vorführung folgen) veranstaltete da» Kaushau» S ch m ü cker seine diesiährige Modenschau. Da» Sass Amend war der Schauplatz der unterhaltsamen Revue. Viele Besucher hatten sich dazu cingefunden. Musik der Kapelle Wehmeher leitete die Schau ein. Sin Ensemble Frankfurter Mannequin» brachte die neuesten Schöpfungen der Mode Aur Vorführung. (Sine Con’ercncicre wußte die Kleider und Mäntel geschickt zu empfehlen, wartete mit verfchiedenen humoristischen Rezitationen aus und unterhielt die Gäste während de» ganzen Zeiträume» der Vorführungen. DefangSeinlagen (Fräulein Stoll berg) wurden mit dankbaren Beifall aufgenommen. Die Vorführungen brachten eine Fülle des Reuen und Schönen. Mor'enröcke in schönen Farben und Formen. Rachm.ttagSkleider in einfacher Machart (die Mode propagiert wieder Taille) und in modernen Farben, in guten Stoffen. Winterk eiter in zweifarbigen Zusammenstellungen von schwerem Braun und dunklem Grün (die Modefarben für den kommenden Winter) und noch viele» andere nahm die Aufmerksamkeit der interessierten Zuschauerinnen in Anspruch. Sport- und Wintermäntel in allen Qualitäten, vom billigsten bi» zum teuersten Pelzmantel, ließen bei den Besucherinnen manchen Wunsch lebendig werden. Lamm ell und Krimmer, Biberelte und Bi am treten al» Besahmaterial auf und geben den Mänteln eine besondere Rote. Den Abschluß der Modenschau bildeten die schönen Abendkleider. Lang bleibt auch für diesen Winter die Mode. Al» Reuerscheinung soll das 3äckchen zum eigentlichen Abendkleid getragen werden. Schöne Kombinationen von Weiß und Schwarz gefielen besonders gut und fanden starken Beifall. Auch Grün soll in der Gesellschaft erscheinen. Ueberall aber wird der srauliche Charakter betont. Die Modenschau in ihrer Gesamtheit gab einen weiten Ueberblick über da», wa» die Mode für den kommenden Winter bringen will. Die Gäste, insbe- fondere die Damen, dürften die Modenschau wohl sehr befriedigt und mit mancherlei Wünschen (mehr ober weniger erfüllbaren) belastet verlassen haben. Die Modenschau erbrachte in ihrer Reichhaltigkeit den Beweis, dah die hiesige De- schästswelt wohl imstande ist, hochgespannten Ansprüchen gerecht zu werden und für die Gießener Bevölkerung keine Rotwendigkeit vorliegt, ihren Bedarf in der Großstadt zu decken. — 3n Verbindung mit der Modenschau zeigte die Firma Schuhhaus Süß moderne Damenschuhe in allen Farben und in sehr schönen Formen. •• 3agdschonzeiten im Kreise Wetz - l a r. Die Schonzeit für Hafen endet mit dem 30. September, so daß der 1. Oktober der erste 3agdtag ist. Der Schluß der Schonzeit für Fasanenhähne und -Hennen ist vom Bezirksausschuß in Koblenz auf den 29. September festgesetzt, so daß der 30. September der erste 3agötag ist. Haselhühner dürfen mit besonderer Erlaubnis des Regierungspräsidenten in der Zeit vom 1. Oktober bis 30. Rovember erlegt werden. Die Schußzeit für Taubes (Hohl-, Ringel- und Turteltauben) hat bereit» mit dem 1. September begonnen und endet mit dem 28. Februar. Berliner Börse. Berlin, 29. Sept. (WTB. Funkspruch) Da durch die gestrige Bekanntmachung des Börsenvor- standes nur eine Schließung des Börsenverkehrs bzw. der Börseräume angeorbnet worben ist, wirb ber außerbörsliche Freiverkehr bzw. ber Telephonoerkehr von Bureau zu Bureau nicht verboten. Heute früh ist zwar noch nichts ge- hanbelt worben, unb auch eine Tenbenz noch nicht erkennbar, boch scheint man in Bankkreisen eher etwas enttäuscht zu sein, ba nach ben gestrigen Beschlüssen ber Wiebererössnungstermin ber Börse vollkommen im unklaren gelassen wirb. Am Devisenmarkt hörte man Pfund gegen Kabel mit 385,50, Pfund gegen Paris mit 97,75, Pfund gegen Mai- lanb mit 80, Pfund gegen Spanien mit 42,25 und Pfund gegen Amsterdam mit 934. Die nordischen Devisen lagen unverändert. Gurgle trocken .... chäf:S» läge au vermieien. Zu erir. t. d. Geschst des Gien. Ant. | Mietgesuche | Unge. möbl. Zimmer el. V., evtl. Zentralb. A. 1. Nov ges. Sckr. Ang u.6445Va.d.G.A. Bekanntmachung. I Qitm fubfetl Krnnd - Wochenmarkt beginnt von Donners- /3UUl 1 WI/IVll Wl WIV den 1. Oktober 1931, ab vormittags | _ _ ,, Uhr und endet um 14 Uhr. 6427C Morgen Mittwoch Der tag, den um 8 Uhr und endet um 14 Uhr. 1. 2. 3. 6433C anteil). 4. um 8.45 Uhr um 7.15 Uhr 5. 6. Oeffentliche Mahnung. Folgende Steuern und Abgaben werden hierdurch zur Zahlung bis spätestens 7. Oktober 1931 einschließlich gemahnt: Gießen, den 29. September 1931. Der Oberbürgermeister. I. V-: Dr, Rosenberg. Schulgeld für die Hessische Studienanstalt für August 1931. Wohnungsmiete aus städtischen Häusern für August 1931. 1. und 2. Rate Straßenreinigungsund Müllabfuhrgebühr 1931 (Mieter- ENGLISCHE Sprach- und Kcnversationskurse für a) Anftt ’ger b) Fortgeschrittene Beitrag zur Land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft für 1930. 2. Rate Hundesteuer 1931. Die für das Rj. 1930 nachträglich veranlagten Grund-, Gewerbe- und Son- jeden Mittwoch Abend. Preis: Monatlich 6 Mark. Lehrer: Mr. D. R. Lloyd, 05521 von der Londoner Universität. Anmeldung: Mittwoch, 30.September, zwischen 7 und 9 Uhr abends, im Kaufmännischen Vereinshaus. Nordanl>ßre. Schlachtfest ________Ab 40 Uhr Wellfleisch. Zur Oelmühle Oammstraße 39 Morgen Mittwoch, den 30. September Mehelsuppe Morgens ab 10 Llhr Wellfleisch mit Kraut. Es labet ein: 25598_________H. Grünewald. Mittwoch, den 30. September, nachm. ab 2 Llhr, versteigere ich im Löwen, Neuenweg 28: ein Büfett, einen Eisschrank, Sofas, ein Vertiko, einen Salon, eine Theke, Nähmaschinen, drei Oefen, Spiegel, Bilder, ein Klavier, ein Eßservice, verschiedene Bleikristalle, Zigarren, eilten Regulator, Tisch, Bettwäsche u. v. a. 6448V Zum Verkauf sind neu eingetroffen: eine große Sendung ein- und zweitüriger Kleiderschränke, Waschtische, Büfetts, Kredenzen, Schlafzimmer, ein Wäscheschrank. . Versteigerung bestimmt. Ludwig Hartmeh, Auktionator und Taxator Neuenweg 28 — Telephon 3414 versteuern. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt Einzug der rückständigen Beträge auf Kosten der Schuldner. Gießen, den 26. September 1931. Stadtkasse Gießen. Teppiche Brücken und Vorlagen beste deutsche Fabrikate Läufer Autos Decken ReisesDecken DivansDedcen TisdisDecken Felle Größere Posten zurückgesetzter Waren weit unter Preis! Tapetenhaus Otto Täubert Seltersweg Ecke Westanlage 6432 A Kübler-Kleidung führen: Spezialhaus Frdr.Teipel J. 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In der ältesten isländischen Quelle, die von der Entdeckung und Besiedelung Grönlands durch die Rorweger berichtet, in Are FrodeS „Jflendigabok" (um 1130) wird bereits von einer Mrbevölkerung Grönlands erzählt- Es heißt darin: „Sie sanden, nämlich Erik der Rote und seine Leute, dort menschliche Wohnstätten, sowohl im Osten wie im Westen des Landes und Bruchstücke von Booten und Stein- gerätschasten, so daß man daraus erkennen kann, daß die Art Leute dort gefahren waren, welche Finnland besiedelt haben und welche die Grön- länder Skrälinger nennen." Die Skrälinger, deren Spuren Erll der Rot« fand, als er alS erster Europäer um daS Jahr 980 Grönland besiedelte, waren SSkimoS, blt damals bereits aus Grönland ihren Wohnsitz hatten Obwohl aber Grönland nun bereit- eine fast tausendjährige Geschichte schriftlicher Meber- licfcrungcn zählt, war da- Innere deS LandeS biS vor etwa 50 Jahren so gut wie unbefannnt Rur der Küstensaum, der von zahlreichen, tief eingeschnittenen Fjorden zerklüftet ist, bleibt eisfrei Im Hintergründe der Fjorde, wo mächtig« Gletscherzungen bi- inS Meer herabfließen, breitet sich aber in der Höhe eine endlose weiß« Fläche auS, daS BinneneiS, eine schauerliche weiße Oede, die lange Zeit kein Mensch zu betreten wagte Die EskimoS hatten vor dem Inlandeis eine abergläubische Scheu und waren nicht zu bewegen, eine Expedition dorthin au begleiten Sie meinten, dort oben hausten dl« Dr. Sobge und Dr. Georgi, die Gefährten des im Grönlandeise ums Leben gekommenen deutschen Forschers Professor Wegener, sind jetzt nach unendlichen Entbehrungen und Strapazen zurückgekehrt und wurden in Kopenhagen von ihren Frauen erwartet. Das bißchen Erde. Vornan von Richard Skowronnek. Copyright by I. Engelhorns Nächst, Stuttgart. 44 Fortsetzung Nachdruck verboten Die Menge löste sich langsam aus, die Männer gingen wieder zur Arbeit zurück. Meber die Dammallee kam ein Wagen gelabten, vier schlank trabende Braune davor, die ein Kutscher in weißer Livree und rotem Kragen vom Sattel aus lenkte. Der Herr Erblandmarschall schien es gar eilig zu haben, das dem Reffen gegebene Wort einzulösen! .. . Reben ihm sah sein Rechtsbeistand mit dem Hohenrömnitzer Oberinspektor, ein Land- reitcr auf dem Bocke. Der Vertreter der Polizeigewalt jedoch fah sorgenvoll drein trotz des schweren Säbels zwischen seinen Knien. Sein Vorgesetzter hatte ihm besohlen, Seine Erzellenz bei Der Besitzergreifung des LehnguteS Vellahn zu unterstützen, etwa sich regendem Widerstande des bisherigen Insassen kräftig zu begegnen. Das aber war leichter gesagt als getan — er kannte den jungen Grafen Malte! Wo der hinschlug mit seiner groben Faust, wuchs kein Gras. Mnd der Kellner im Strelitzer Hos hatte ja bei der Der- nehmung erzählt, wie unglimpflich er mit zwei starken Herren zugleich umgesprungen wäre, dem Herrn Oberleutnant von Bredow und dem Baron von Lewenitz. der sechs Fuß hoch in seinen Stiefeln stand. Da würde er mit einem kleinen Polizeibeamten wohl noch viel weniger Federlesens machen ... Dem Herrn Erblandmarschall fiel es auf, daß vom Schlosse her so viel Leute kamen. Er ließ den Wagen halten und sprach einen der Tagelöhner an: „Was ist denn da drüben los? Hat's da vielleicht eine Volksversammlung gegeben T‘ Der Angeredete riß die Mütze vom Kopse, nahm die Hacken zusammen. „Halten zu Gnaden, Exzellenz. nein! Vorhin haben sie den Herrn Graf Malte auf einer Bahre gebracht, er lag da wie tot und rührte sich nicht. Da sind wir mitgegangen, aber der Lentz tagte eben, es wär' noch ein bütchen Leben in ihm. wir sollten für ihn beten. Mnd gehen wir jetzt wieder nach Haus" ... Der Kutscher wollte weiterfahren, ein Zuruf lieh ihn wieder halten. Der Herr Erbland- marfdjall fchloh ein paar Sekunden lang die Augen ... Der Herr da oben, der die Menschen- schicksale lenkte, meinte es gut mit ihm, stand ersichtlich auf feiner Seite. Rach dem unermefo- lichen Gnadengeschenke von gestern nahm er ihm heute die einzige Sorge vom Herzen, die ihn noch drückte ... Von einem Sterbenden brauchte er keine Feindseligkeiten mehr zu befürchten für sich und feinen Heinen Sohn! ... Dur hätte es jich natürlich vor den Leuten übel ausgenommen, wenn er in einem solchen Augenblicke rück- I sichtslos von seinem Rechte Gebrauch gemacht hätte Da lieh er den Herrn Rechtsanwalt und | die beiden Beamten aus dem Wagen steigen, fuhr allein zum Schlosse. Der Landreiter aber mit seinem langen Säbel sprang so hurtig vom Docke, dah er saft hingelallen wäre. Auch ihm war erheblich leichter zumute als noch vor wenigen Minuten. Er hatte eine Frau und sech- kleine Kinder zu Haus. Da dankte man seinem Schöpfer, wenn er einen vor der Ausführung gefährlicher Amtshandlungen bewahrte ... Der Rittmeister von den Friedeberger Dragoner, der als Mnparteiischer fungiert hatte, empfing den Herrn Erblandmarschall auf der Diele, erstattete ihm kurzen Bericht über den Verlauf des Zweikampfes und seine Veranlassung: fügte hinzu, er hätte mit den andern Herren sein möglichstes getan, den Verletzten ohne Erschütterungen ins Schloß zurücHuschaffen, der Ausgang aber natürlich stände in Gottes Hand ... / Der Herr Erblandmarschall hatte mit schmerz- bewegtem Gesichte zugehört. „Die Wege des Höchsten sind unerforschlich , sagte er, „uns geziemt nur, in Demut daS Haupt zu beugen" ... Bei jedem einzelnen der Herren bedankte er sich für die seinem Reffen geleistete Hilfe, ging ins Rebenzimmer, in dem der Regimentsarzt um den Todwunden bemüht war. Ein hagerer Heiner Mensch sah am Kopfende des Bettes, hielt eine mit blutigem Wasser gefüllte Schrillest die alte Miken stand jedoch unnütz dabei. Sie hätte gerne geholfen, aber vor Tränen konnte sie nichts sehen, und die dummen alten Hände versagten ihr den Dienst ... Der Arzt war mit seiner Arbeit zu Ende. Aus einen fragenden Blick des Herrn Erblandmar- schalls zuckte er mit den Achseln. ..Ich glaube kaum, Exzellenz", sagte er flüsternd. „Oder vielmehr, ich halte es leider für gänzlich ausgeschlossen Aus der Literatur sind mir ja einige günstig verlaufene Fälle bekannt, aus dem russisch-japanischen Feldzuge. Da wurde verschiedentlich berichtet, daß Lungenschüsse wieder ausheilten. Bei denen aber handelte es sich um glatte Schuhkanäle mit einer Breite von etwa ächt Millimetern. Hier jedoch — es tut mir leid, daß Exzellenz nicht etwas früher gekommen sind, sonst hätten Eie sich persönlich davon überzeugen können — ja, hier also ist der Ausschuß ungefähr wie ein Zweimarkstück so groß! Ich habe mich darauf beschränkt, das Loch zu verschließen, wundere mich aber, offen gestanden, daß der Patient noch immer ... ja, er muh über eine selten widerstandsfähige Ratur verfügen!" Der Herr Erblandmarfchall bedankte sich auch bei dem Herrn Regimentsarzte, bat ihn, seine schätzenswerte Kunst und Erfahrung dem Patienten bis zuletzt zu widmen. Dann trat er an das Lager seines Reffen, sah lange auf das wachsbleiche Gesicht hinab und bewegte die Lippen in stillem Gebet Verzieh dem Sterbenden und empfahl seine Seele der Obhut des Höchsten .. Als er wieder aufblickte, glaubte er zu bemerken, daß der hagere kleine Mensch am Kopfende des Bettes ihn mit seltsam höhnischen Augen ansah Aber das war wohl nur eine Täuschung gewesen. Der Kleine erhob sich, machte eine respektvolle Verneigung. „Peter Rägelein ist mein Harne, Exzellenz, ich war mit Ihrem Herrn Reffen in Afrika. Mnd ich glaube, ich kann Sie beruhigen. Ich bin zwar nur Laie, aber ich habe gesehen, wie da drüben noch ganz andre Löcher zuheilten, trotz Schmutz, Insekten und — nicht zu knapp wahrscheinlich — Bazillen. Mnd wer zwei Jahre Afrika ausgehalten hat ... ja also, ich hoffe es wird schon werden, Exzellenz!" ... Da bedankte der Herr Erblandmarschall sich auch bei Herrn Rägelein für den trostreichen Zuspruch, fuhr nach gemessener Frist wieder nach Hohenrömnitz zurück. Mnd er war höchlichst zufrieden, dah es ihm vergönnt gewesen war, statt unnachsichtiger Strenge verzeihende Milde walten zu lassen. Im übrigen aber verstand ein Arzt wohl mehr als ein Laie, er brauchte den bisherigen Inhaber des Lehngutes Vellahn nicht austreiben zu lassen, dem wies ein Höherer den Weg ... Mnd nur rein menschlich erschien es ihm, wenn er sich jetzt einer dankbaren und gerechten Freude hingab Da drüben hinter dem dunklen Saume des Waldes, wo die weih-rote Fahne im Winde flatterte, schlief sein kleiner Sohn. Gar winzig waren noch seine Glieder, aber der Herr, Der ihm so weit geholfen hatte, würde sie groß werden lassen und stark ... auch ihm selbst noch etliche Jahre schenken in Rüstigkeit und Gesundheit, damll er über den ersten Schritten des Werdenden wachen könnte ... Das Vergehen einer dunkeln Stunde war ihm verziehen. hell schien die Sonne der Gnade über ihm und seinem Haus ... Auf dem Heimwege überholte er die Vellahner Förstersfrau, die ein kleines Wägelchen selbst kutschierte, einen speckfetten Gaul mit der Peitsche vorwärts trieb in den tiefen Geleisen. „Wohin denn so eilig, Frau Schwarztn?" fragte er leutselig. , Ä _ „Bloh nach Moltzahn, Exzellenz, em paar Einkäufe besorgen" ... Die elegante Equipage mit den vier Braunen davor flog vorüber, die rundliche Frau Förster sah ihr ingrimmig nach. „Dat war eck di grab up de Räs hängen, wat eck" in Molyahn to dohn hebb", sagte sie feindselig zog ihrem Röhlein eins über den speckigen Rücken, dah es für ein paar hundert Schritte in eine beschleunigte Gangart fiel Erne lange Depefche trug sie in der Tasche, die nach Wiesbaden gehen sollte. Mngefähr drei Taler würde sie wohl kosten, war eigentlich schon em Brief, aber es stand alles drin. 2luch dah dieser Friede- berger Soldatendoktor anscheinend einen Quark verstände und dah die Frau Baronin daher einen ordentlichen Arzt mitbringen sollte. Die Kosten würden gedeckt werden, denn es läge noch eine Menge Weizen und Roggen auf dem Speicher — Die Flagge über dem Durgfried der Hohenrömnitz wehte halbmast seit vier Tagen schon, die blanke Zahnenspitze war in schwarzen Flor gehüllt. Es war ander- gekommen, al- der Herr Erblandmarschall es sich gedacht hatte ... Ein kleines Menschenlichtlein, das vom ersten Augenblicke an nur mühsam geflackert, war erloschen, wie von einem Windhauche ausgeweht ... Keiner der berühmten Aerzte. die um bie eichengeschnitzte Wiege standen, hatte Helsen können — einer, der ein Herr hatte werden sollen über tausend Menschen und eine weite Strecke Land, lag als ein verwesendes Klümpchen Fleisch zwischen starrer Weiher Seide und Blumen gebettet ... In der weiten, schwarz ausgefchlagenen Halle stand der kleine Katafalk, sechs Lichter brannten zu Häupten und Fühen ... schweigend sahen die Herren und Damen aus dem Geschlechte der Römnihe von den Wänden herab Mnd sie spürten kein Milleid mit dem Greis, der seit ^Soeben sich weder Haar noch Bart geschoren hatte, mit tränenlosen Augen neben seinem toten Heinen Sohne sah ... Dort unten hatten sie auch einmal gelegen, die Welt ging weiter ihren Gang ... ein neue- Bild fügte sich an die schon fast endlose Reihe ... Aber es gehörte nicht zwischen sie, der Kleine da unten war ein Eindringling gewesen au- fremdem Blut ... ein Eid war gebrochen worden, ehe er zur Welt kam ... Mnd deshalb schlug ihn Gott, der Herr, ihn und den Vater ... Allerhand Gerüchte gingen durch das Land, von denen niemand wußte, ob sie wahr oder falsch waren ... Zwei Tage und Rächte hatte der Herr Erblandmarschall die Leiche seinekleinen Sohnes in den Armen getragen, geschrien und gebetet, bis der Schlohpsarrer ihn mit sanftem Zuspruche zur Vernunft zurückgebracht. Danach aber hätte eine Austreibung begonnen, all das welsche Volk hätte dos Schloß verlassen müssen. Von fürchterlichen Szenen erzählte man sich zwischen dem Erblandmarschall und seiner Gemahlin ... Den alten Kammerdiener Paalzow hätte das Gewissen getrieben, seinem Herrn zu offenbaren, was er erspäht hätte in argwöhnischem Sinn ... Dah man mit einem vertrauensseligen Greis ein freventliches Spiel getrieben ... Der angebliche Bruder der jungen Schlohherrin wäre einer gewesen, der ihr näher stand ... eine ganze Gesellschaft von fremdländischen Abenteurern hätte sich zusammengetan, um einen frechen Raubzug zu unternehmen. einen Raubzug, der nun, im letzten Augenblicke sozusagen glücklich vereitelt worden war ... (Fortsetzung folgt) bösen Dämonen, die den Menschen übel gesinnt sind und fürchterliche Rache nehmen, wenn sich ein Mensch in ihr Reich hineinwage. Dieser Glaube hat die Eskimos sicher vor manchen nutzlosen Opfern bewahrt. Der moderne Forschergeist machte aber bei den Toren des Dämonenreiches nicht Halt. Kühne Männer drangen in die weihe Wüste ein, doch der alte Gskimoglaube bewahrheitete sich, wenigstens teilweise, und mancher Forscher fiel dem Dämonen zum Opfer. Selbst heute im Zeitalter der Flugzeuge, Propellerschlitten und drahtlosen Stationen haben, die Eisdämonen im Innern Grönlands ihre Macht offenbar noch nicht ganz verloren, wie das Schicksal Pros. Alfred Wegeners und wohl auch das von Dr. Krueger beweist. — Der erste Versuch, das Inlandeis Grönlands zu durchqueren, war lächerlich prosaisch. Der dänische Major Paars wollte mit Soldaten und elf Pferden, die aber alle noch vor Antritt der Eiswanderung eingingen, quer durch Grönland an die Ostküste ziehen, um die vermeintlich dort wohnenden Rachkommen der alten Normannen zur Steuerzahlung anzuhalten. Diese Versuche, wie alle anderen bis zu dem der beiden berühmten englischen Alpinisten Drown und W h y m p e r, der Bezwinger des Matterhorns, die 1867 nur wenige Kilometer im Inlandeis vorwärtskamen, muhten mißlingen. Erst der bedeutende Polarforscher Nordenskjöld drang 1870 50 Kilometer weit ins Inlandeis vor. Eine unendliche, unmerklich langsam ansteigende weihe Fläche lag vor ihm. Trotzdem wagte Nordenskjöld die Theorie aufzustellen, dah er sich auf einem quer durch Grönland verlaufenen Eisstreifen befunden haben könnte, während nördlich und südlich davon eisfreie, von Tundren bedeckte Landstreisen liegen könnten. Aber bereits das Jahr 1888 brachte über das Innere Grönlands volle Klarheit, soweit es wenigstens seine allgemeine geographische Struktur betraf. Nansen hatte den Plan gefaht, mit drei norwegischen ‘Begleitern, darunter dem berühmten Polarfahrer Kapitän Sverdrup, und zwei Lappen das Innere Grönlands auf Schneeschuhen xu durchqueren. Das Unternehmen gelang, uno in 40 Tagen wurde die 560 Kilometer breite und bis 2770 Meter hohe Dinneneisfläche bezwungen. Das Innere Grönlands entschleierte sich als restlos« Giswüste. Nansen ging aus diesem Kampf mit den Eisdämonen siegreich hervor. Ein anderer Forscher, Mhlius-Erich- s e n, fiel ihnen aber zum Opfer. Seine Tätigkeit galt der Erforschung Nordost-Grönlands. Als Erichsen mit seinen Begleitern Hagen und dem Eskimo Brönlund im Jahre 1908 nicht zurückkehrte, hatten die auf dem Schiffe zurückgebliebenen eine Ersahexpedition ausgesandt. Wegener, der sich damals gleichfalls auf dieser Expedition befand, stellte zum ersten Male in der Geschichte der Polarforschung umfassende Untersuchungen über die höheren Luftschichten der Arktis an. Die Hilfsexpedition verlief ohne Ergebnis, erst im nächsten Frühjahr konnte die Leiche Brönlunds gefunden werden, der sich als Letzter allein durch Kälte und Winternacht über die Eisfelder geschleppt hatte. In lückenhaftem Dänisch fand man auf den letzten Seiten seines Tagebuches die erschütternden Worte: „Kam am Fjord 79 um, nachdem ich versucht hatte, über das Inlandeis heimzukehren, im Monat November. Kam hier bei abnehmendem Mond an und konnte nicht weiter wegen erfrorener Füße und wegen der Dunkelheit. — Die Leichen der anderen liegen mitten im Fjord vor Gletschern (ungefähr 2,5 Meilen). Hagen starb am 15. November und Mhlius ungefähr zehn Tage danach. Jörgen Brönlund." Dieser Bericht ist ein Zeugnis wahrhaften Heldentums und ergreifender Seelenstärke. I Die bedeutende Durchquerung, des grönländi- . schon Inlandeises wurde im Jahre 1913 vom * dänischen Forscher Koch und von Professor Wegener unternommen. Es war geplant, Grönland an der breitesten Stelle zu durchqueren. Das Unternehmen gelang, doch war es eine Tragödie der mitgenommenen Tiere. Sechzehn isländische Ponies und ein Hund wurden geschlachtet. Das Innere Grönlands stieg bis 3000 Meter an. Ununterbrochen wehten Stürme, die auch bei klarem Wetter ein schneidendes Cis- fegen hervorriefen. Die Temperatur sank bis auf minus 50 Grad und war selbst Im Sommer auf der Höhe des Binneneises von erschreckender Tiefe. Zu Tode erschöpft kamen die Forscher nach 1200 Kilometer Marsch an der Westküste an und mußten dort, wenige Kilometer vor der rettenden Siedlung, noch ihren ebenfalls halbverhungerten Hund schlachten. Die Bissen des grünlichen, schleimigen Fleisches blieben ihnen aber im Halse stecken. Wenn man nicht zufällig im Boot des Pastors Chemnitz von Pröven, der sich gerade auf einer Inspektionsreise befand, die Forscher entdeckt hätte, wer weih, ob Wegener und Koch damals mit dem Leben davongekommen wären. Warum, wird man fragen, begeben sich die Menschen in diese trostlosen Einöden? Die Gründe sind rein wissenschaftlicher Natur, mit einem kleinen praktischen Hintergrund. In erster Linie sind es wetterkundliche Studien, die von großer Bedeutung sind. .Sie große Eisfläche Innergrönlands ist eines der Hauptzentren der ark- schen Wetterbildung, die wieder stark das Wetter der nördlichen gemäßigten Zone beeinflußt. Ganz einfach gesprochen, unser Wetter hängt vielfach von den atmosphärischen Vorgängen in Grönlands ab. Daher ist das Studium der Wetterverhältnisse auf dem grönländischen Inlandeis für die Wetterkunde sehr wichtig. Auch müssen Untersuchungen über die Abschmelzung des Eises angestellt werden. Das Innere Grönlands befindet sich in einem ähnlichen Zustand, wie Teile Europas in den letzten Eiszeiten. — Außer dem Drang nach wissenschaftlicher Forschung muß die Herzen der Forscher aber noch etwas anderes bewegen. Vielleicht sprechen nur wir Menschen der Bequemlichkeit von „trostlosen Einöden". Alle Forscher, die Grönland kennengelernt haben, lieben dieses Land und kennen nur einen Wunsch: bald wieder zu seinen zartgrünen Wiesen, seinen grauen, schwarzen und bunten Felsen, dem flammenden Himmel und der weißen Unendlich» keit des Inlandeises zurückzukehren. Forderungen des hessischen Handwerks. Bensheim, 27. Sept. (WSN.) Heute nachmittag fand hier der Hessische Handwerksund Gewerbeverbandstag statt, der zahlreich besucht war. Generalsekretär Hermann (Berlin) hielt einen Vortrag über „Das Handwerk in den heu- tigen Notzeiten". Der Redner aab einen Ueberblick über die politische und wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands, namentlich unter Berücksichtigung des Handwerks. Der Jahresbericht des Direktors Schüttler wurde nicht erstattet, da er demnächst im Druck er- scheinen soll. Die I a h r e s r e ch n u n g, die auf der Ausgabenseite mit 15 521 Mark abschließt und deren Deckung durch die Handwerkskammer übernommen wird, wurde einstimmig genehmigt. Man schritt dann zu der Wahl von verschiedenen Ausschußmitgliedern. Mehrere Anträge fanden ihren Niederschlag in der folgenden Entschließung, die einst im- m i g Annahme fand: Mit am härtesten betroffen von der heutigen Not, fordert das hessische Handwerk anläßlich seiner Tagung In Bensheim: 1. Eine Wirtschaftsordnung, innerhalb deren Lebensraum gesichert ist für Handwerk und Mittelstand als den besten Kräften der Nation. 2. Sofortige produktive Arbeit durch Beseitigung der Sondergebäudesteuer, die es dem Hausbesitz ermöglicht, dringliche Reparaturen alsbald zu erteilen. 3. Durchführung des öffentlichen Vergebungswesens nicht unter fiskalisch-egoistischer Ausnützung des heutigen Notstandes der Betriebe und unabhängig von der Willkür des Einzelsalles, sondern planmäßig nach dem Grundsatz: Jedem das Seine. .Sur Erreichung dieses Zieles ist der sachverständige Handwerksmeister einzuschalten. 4. Steuerliche Atempause für das vollkommen erschöpfte Handwerk. Verteilung der Realsteuerlast je nach den Kosten, die die Betriebs- und Grundstücks- gruppen den Ländern und Gemeinden verursachen. Beseitigung der Steuerverzugszuschläge bei nicht böswilliger Versäumnis, entgegenkommende Stundungsbehandlung. 5. Senkung der Zinsen auf einen Sah, der den heutigen Wirtschaftsverhältnissen angepaßt ist. 6. Beseitigung der Konkurrenz von Schwarzarbei- tern, die sich in einem durch die soziale Gesetzgebung gesicherten Arbeitsverhältnisse befinden. 7. Nach den hessischen Wahlen wird der Landesausschuß des Verbandes der neuen hessischen Regierung ein Programm über die dringendsten Forderungen vorlegen. In der folgenden Aussprache kam es zu scharfen Meinungsäußerungen, namentlich bei der Anfrage der Ortsgruppe Mainz, ob der Betrag von 8 0 0 0 0 Mark, der aus der R e i ch s w e ft h i l f e dem Handwerk zur Verfügung gestellt wurde, bei der Darmstädter Volksbank sichergestellt sei. Es wurde erklärt, daß man einem Nachlaß von diesem Betrag in keinem Falle zustimmen werde. In einem Antrag wurde dem durch Krankheit abwesenden derzeitigen Vorsitzenden Nohl all- aemeines Mißtrauen ausgesprochen. Geschäftsführer Direktor Schüttler erklärte im Namen des Vorsitzenden, daß dieser seinen Vorsitz sofort niederlegen werde, falls ein solcher Antrag m der Versammlung gestellt werde. Da der Antrag zur Verlesung kam, ist die S t e l l e d e s c r ft e n Vorsitzenden vakant. Der Mißtrauensantrag wurde später zurückgezogen. SJl.-’fpOTt Meisterschaften der Kunstturner. Der Mittelrheinkreis brachte am Sonntag in Darmstadt seine Meisterschaften im Kunstturnen zur Durchführung, die in diesem Jahre eine besonders starke Besetzung erfahren hatten. Als Sieger im Kunstturn-Zehnkampf ging Kipp (Tv. Klein-Auheim) vor Heinrich Ott (Tg. Eintracht. Frankfurt) als Sieger hervor. Der favorisierte Frankfurter Pfeifer kam zusammen mit seinem Vereinskameraden Seligmann auf einen guten dritten Platz. Die Einzelergebnisse. Kunstturn-Zehnkampf: 1. Johann Kipp (Tv. Klein-Auheim), 169'/2 Punkte: 2. Heinrich Ott (Eintracht Frankfurt), 166'/2; 3. Pfeifer und Seligmann (beide Eintracht Frankfurt), je 166; 4. Fiedler (Darmstadt 1846), 165; 5. Neumann (Mainz), 163; 6. Kretz (Mainz-Kastel), 162'/-: 7. Krimmel (Kostheim) und Hellmer (Bornheim), je 162; 8. Hau (Eintracht Frankfurt) und Herrmann (Bockenheim), je 161; 9. Hörnis (Niederrad), 160; 10. Roth (Klarenthal), 159'/,. Einzelmeisterschaften: Ringe: 1. Fiedler (Darmstadt), 57; 2. Schwinn (Darmstadt) und Höppner (Neu-Isenburg), je 50'/,; 3. Häfner (Bornheim), 49'/,. — Pferd (quer): 1. Hahn (Esch), 52; 2. Ott (Eintracht Frankfurt), 51; 3. Krimmel (Kostheim), 49'/,. — Pferd (längs): 1. Ott (Eintracht Frankfurt), 65'/,; 2. Wolfen- stedter (Offenbach), 55; 3. Herrmann (Tg. Bockenheim), 53. — Barren: 1. Roth (Klarenthal), 52'/,; 2. Hainz (Diedesheim), 51; 3. Herrmann (Bockenheim), 50. — Reck: 1. Pfeifer (Eintracht Frankfurt), 54'/,; 2. Kretz (Mainz-Kastel), 54; 3. Hellmer und Haßler (beide^Bockenheim), je 52 Punkte. Wieder verloren! vsv. Gießen Liga — „Germania" Marburg Liga 1:4 (1:1). Die Grün-Weihen hatten in der bisherigen Ver- bandsspielserie wenig Glück. Im Spiel des Sonntags fand die Pechsträhne ihre Fortsetzung. „Germania" Marburg gewann unverdient und unverdient hoch. Die VfBer kämpften mit großem Eifer. Der Erfolg blieb aber aus. Die Läuferreihe und die Verteidigung arbeiteten sehr gut; Balser im Tor war verschiedentlich ganz hervorragend. Das Schmerzenskind war aber der Sturm. Ja, man kann sagen: Der Sturm hat das Spiel verloren! Alle Angriffe der Hiesigen scheiterten an der gegnerischen Verteidigung. Viele prächtige Chancen, totsichere Sachen wurden oft — verblüffend ungeschickt war der Sturm manchmal — nicht aus- genützt. Dabei spielte sich der Kamps während der ersten Halbzeit fast ausschließlich in des Gegners Hälfte ab. Balser bekam während der ersten 30 Minuten ganze vier Bälle. Die Hiesigen arbeiteten sich in prächtigen Kombinationen immer und immer wieder vor des Gegners Tor, um dort völlig zu versagen. Das einzige Tor für VfB. schoß auch nicht etwa ein Stürmer, sondern der linke Läufer Leutheuser. Lehrmund schädigte eine Mannschaft dadurch, daß er höchst überflüs iger Weise einem Spieler nachtrat und herausge teilt wurde, so daß die Mannschaft mit zehn Mann spielen mußte. Die Gäste, die Marburger, enttäuschten. Ihr Spiel war oft genug sehr primitiv, im Anfang sehr zusammenhanglos, technisch durchaus nicht hervorragend (man fragte sich, wie diese Mannschaft gegen SC 03 gewinnen konnte), aber stets auf Erfolg bedacht. Die Schwäche der Plahbesitzer war die Stärke der Gäste: der Sturm. Die drei Innenstürmer der Marburger verstanden sich besser als die übrige Mannschaft zusammen. Kamen sie vor das Gießener Tor, dann waren sie sehr gefährlich. Tie Hintermannschaft der Hiesigen bekam dann schwere Arbeit. Balser mußte während der zweiten Halbzeit öfters eingreifen, war dabei aber nicht immer glücklich. Für die vier Tore darf man ihn allerdings auch nicht allein haftbar machen. Der S p i e l v e r l a u f sah die VfBer während des Spieles fast ständig feldüberlegen. Aber erst in der 40. Minute fiel der erste und einzige Treffer für VfB. In der 43. Minute brachte den Mar- burgern ein rasanter Angriff den Ausgleich. Halbzeit 1:1. In der 11. Minute nach der Pause passierte ein Ball Balsers Torlinie, der Torschütze stand aber abseits. Noch in der 30. Minuten der zweiten Halbzeit stand das Spiel unentschieden. Indessen waren die VfBer im Spielaufbau längst nicht mehr so klar wie zuvor. In der 31. Minute ging nach hartem Hin und Her vor dem BfB.- Tor ein Ball unhaltbar direkt unter die Latte. 2:1 für Germania. Bald darauf folgte der zweite und dritte Treffer für die Marburger. Das Ergebnis zu korrigieren, gelang den Grün-Weißen trotz aller Anstrengung nicht mehr. Auch in diesem Spiel hätte aber ein Unentschieden dem Spielverlauf mehr entsprochen. Der Schiedsrichter Spur! (Butzbach) leitete einwandfrei. Das Publikum nahm lebhaften Anteil, blieb aber zum Teil leider nicht immer sachlich. DfB. Cigarefetoe — BfB. Aßlar I 4:1. Vor dem Ligaspiel trugen beide Mannschaften ein Gesellschaftsspiel aus. Das fair durchgeführte Treffen sah die technisch besseren VfBer jederzeit in Front. Das Spiel stand lange Zeit 1:1. Aßlar mußte aber zum Schluß kapitulieren und sich drei weitere Tore gefallen lassen. Der Schiedsrichter leitete einwandfrei. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 (Liga) unterliegt in Frohnhausen (Dill) 1:3 (1:2), Noch vor vier Wochen brachten die Blauweihen im Gesellschaftsspiel einen sicheren 4.1-Sieg von Frohnhausen heim, so daß die jetzige Niederlage sehr überrascht. Das sonntägliche Spiel war ein Punktspiel und die Gastgeber kämpften diesmal mit großem Ehrgeiz und übermäßig hart mit dem Erfolg, daß sie den Gießener Stürmern die Courage abkauften. Bei 1900 haben einige Spieler offensich- lich versagt. Der Mittelstürmer spielte eine klägliche Rolle. Schwach waren auch die Außenstürmer. Entscheidend für den Spielausgang war das Versagen des Ersatz-Torwarts. Nach einem ausgeglichenen spannenden Kampf kurz vor dem Seitenwechsel ließ er zwei haltbare Bälle passieren. Endlich führten auch die Anstrengungen der Gießener zu einem Tor. Den Gießener Treffer erzielten auf Flanke von Best, Lippert durch eleganten Kopfball unhaltbar. Nach der Pause bestürmte 1900 mit geringen Ausnahmen ununterbrochen das Frohnhäuser Tor, scheiterte aber durch das eigene Unvermögen der Stürmer. Die Gießener setzten jetzt alles auf eine Karte und nahmen noch Henrich und Zeiler mit in den Angriff. Die Mannen des Plahvereins standen aber wie eine Mauer und erreichten durch überreichlich hartes Spiel, dah die Blauweihen nicht zu Erfolgen tarnen. Ab und zu machte auch Frohnhausen einen durchbruchsartigen Angriff und kam dabei etwa 5 Minuten vor Schluh zu einem dritten Treffer. Resigniert ergab sich 1900 in fein Schicksal. Die Ligareserve erfocht gegen Burgsolms' zweite Mannschaft einen knappen 2:1-Sieg. Bei 1900 fehlte der Torwart, der durch Grob ersetzt war. Die Gesamtleistung war sehr schwach. Als sehr gut ist die Leistung der 3. (Lehr-) Mannschaft zu bewerten, die in einem überaus spannenden Spiel die Dritte des VfB. mit 2:1 Treffern bezwang. 1900 trat bis auf den Torwart komplett an. BfB. hatte seine Mannschaft wesentlich verstärkt und versprach sich schon im voraus den sicheren Sieg. 1900s Junioren befanden sich aber In bester Form und Spiellaune. Nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte, in der 1900 einen Elfmeter verschoß, wurden die Blauweihen im zweiten Teil überlegen und erzielten durch Schmidt und Karber zwei prächtige Tore. BfB. konnte durch Elfmeter ein Tor aufholen. Die vierte Mannschaft kehrte von Daubringen 7:4 siegreich zurück. Fünf Elfmeter und zwei Platzverweise bei Daubringens zweiter Elf kennzeichnet die Schärfe des Spieles. Handball im Männerturnverein (O.T). Tv. Großen-Buseck 1 — Mtv. Gießen I 2:8 (1:5). Auf dem Mtv.-Sportplatz am Schifsenberger Weg standen sich am vergangenen Sonntag die ersten Mannschaften des Turnvereins Großen-Buseck und des Männerturnvereins im Handballverbandsspiel !gegenüber. Die beiden Mannschaften führten ein chönes und faires Spiel vor, das die Gastgeber urch ihr technisch besseres und vollkommeneres Zusammenspiel für sich entscheiden konnten. Gießen bat Anwurf und geht sofort mit 1:0 in Führung. Kurz danach erhöht der Mittelstürmer durch Strafwurf auf 2:0. Die Großen-Busecker werden, nachdem sie durch einen Strafstoß ein Tor aufgeholt haben, ganz in ihre Hälfte eingeschnürt. Von der unsicheren Großen-Busecker Hintermannschaft werden zahlreiche Strafwürfe verursacht, von denen die Männerturner noch drei zu Toren verwandeln können. (Halbzeit 5:1 für Gießen). Auch in der zweiten Halbzeit sind die Gastgeber jederzeit Herr der Lage. In regelmäßigen Abständen erzielen sie noch drei weitere Treffer, denen die Gäste nur einen einzigen entgegensetzen können. So konnten die Männerturner einen verdienten 8:2°Sieg erringen. Die Männerturner stehen damit auch weiterhin ohne Punktver- lüft mit einem Torverhältnis von 17:9 an der Spitze der Meisterklasse in der Gruppe A. Vor dem Spiel der Meisterklasse trug die erste Jugendmannschaft gegen die gleiche des Turnvereins Hochelheim ebenfalls ihr festgesetztes Verbandsspiel aus. Leider mußten die Gäste mit -mehrfachem Er- satz antreten, so daß die Mtv.-Jugend leichtes Spiel hatte und durch einen hohen 11:2-Sieg wieder zwei Punkte erringen konnte. So steht auch die erste Jugendmannschaft des Männerturnoereins nach beendeter Vorrunde an der Spitze der Tabelle. Den dritten Sieg des Tages errang die Schülermannschaft des Mtv. gegen die gleiche Mannschaft des Turnvereins Großen-Linden mit 5:3. Leichtathletik der Sp.-Vg. 1900. Bei günstigem Wetter kamen am Sonntag die Vereinsmeisterfchaften zum Austrag. Bei reibungsloser Abwickelung ergaben sich durchweg spannende Kämpfe. Infolge des Fehlens vieler Spihenleute, die zum Teil noch an Verletzungen laborieren, zum Teil nicht abkömmlich waren, blieben die Leistungen hinter dem Jahresdurchschnitt zurück. Auch die schlechten Trainingsmöglichkeiten während der letzten Wochen mögen dazu beigetragen haben. Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete die Deutsche Staffel, die infolge geschickter Zusammenstellung einen äußerst interessanten Verlauf nahm. In der Jugendklasse erwiesen sich wieder Koch II. und Herrmann sowie die Mittelstreckler als recht zuverlässig und gut. Bei den Frauen war die starke Formverbesserung von Frl. Hublih über 200 Meter bemerkenswert. Die Ergebnisse folgen. (Ergebniffe der vereinsmeisterfchaften. Aktive: 50 Meter: 1. Schwab 6,2 Sek.; 2. H. Jung 6,4; 3. Linsemann 6,5. 100 Meter: 1. Schwab 11,8 Sek.; 2. H. Jung 12; 3. Linsemann 12,1. 1500 Meter: 1. Bepperling 4:33,8 Min.; 2. Schaaf 4:34; 3. Glagvw. Weitsprung: 1. H. Jung 5,65 Meter; 2. Schmitz 5,06; 3. Linsemann 4,84. Hvchsprung: 1. Hopfenmüller 1,48 Meter; 2. Jung 1,45. Kugelstoßen: 1. H. Müller 11,46 Meter; 2. Lipp 11,05; 3. Hopfenmüller 9,91. • Speerwerfen: 1. Hopfenmüller 41,55 Meter; 2. H. Jung 33,60; 3. Kunert 32,66. Deutsche Staffel (1500, 800, 400, 200, 100 Meter): 1. B-Mannschaft 8:29,4 Min.; 2. A-Mannschaft 8:29,6. Jugend (A und B): 100-Meter Klasse A und B: 1. Franz Koch 11,8 Sek.; 2. Gräf 12,1; 3. Herrmann (B-Iagend) 12,2. 800-Meter Klasse A und B: 1. Baumstieger 2:13,5 Min.; 2. Mootz 2:15; 3. Wörenkämper 2:16,5; 4. Salzberg (B- Iugend). Hochsprung Klasse A: 1. Herrmann 1,50- Meter; 2. Baumstieger 1,44; 3. Franz Koch 1,42. Weitsprung Klasse A: 1. Gräf 5,45 Meter; 2. Baumstieger 5,07; 3. Betz 4,93. Diskus Klasse A und B: 1. Betz 30,18 Meter; 2. Koch II. 29,61; 3. Salzberg (B-Jugend) 26,66. Speer Klasse A: 1. Gräf 46,98 Meter; 2. Luckhardt 35,33; 3. Koch II. 35,11. Speer Klasse B: 1. Herbert 36,06 Meter; 2. Herrmann, 35,91; 2. Gros 27,76. Weitsprung Klasse B: 1. Herrmann 5,03 Meter; 2. Salzberg 4,49. Jugend C: 75 Meter: 1. Willi Koch 11,4 Sek.; 2. Häuser 11,7; 3. Wittich II. 11,9. Weitsprung: 1. Willi Koch 3,91 Meter; 2. Häuser 3,49; 3. Wittich II. 2,96. Kugelstoßen (5-Pfund- Kugel): 1. Willi Koch 7,41 Meter; 2. Häuser 5,80; Wittich II. 4,72. Jugend D: 50 Meter: 1. Eisenhuth 7,8 Sek.; 2. Dick 8; 3. Helm. Kraft. Standweitsprung: L Eisenhuth 1,83 Meter; 2. Helm. Kraft 1,75; 3. Dick 1,70. Ball weitwerfen: 1. Eisenhuth 50,98 Meter; 2. Kraft I. 39,58; 3. Kraft II. 36,45. 4x50- Meter-Staffel: 1. OKlasse 32,2 Sek.; 2. V-Klasss 32,4. Frauen: 50 Meter; 1. Hublih 7,4 Sek.; 2. P. Richtberg 7,6; 3. Nickel 7,7. 200 Meter: L Hublitz 30,1 Sek.; 2. Nickel 30,4; 3. Guth 31,9. Hochsprung: 1. P. Richtberg 1,27 Meter; 2. Guth 1,23. 3. Hublitz 1,19. Weitsprung: 1. Nickel 4 Meter; 2. Hublitz 3,70; 3. Ehelmüller 3,44. Kugel: 1. Nickel 7,51 Meter; 2. Etzelmüller 6,42; 3. Hublih 6,39. Diskus: 1. Nickel 21,46 Meter; 2. Hublih 20,64; 3. Etzelmüller 17,05. Mädchen A: 75 Meter: 1. G. Richtberg 11,3 Sek.; 2. G. Ockel 11,4; 3. Reitz. Weitsprung: 1. E. Richtberg 3,83 Meter; 2. G. Ockel 3,55; 3. Kreuzburg 3,13. Kugel: 1. Kreuzburg 4.97 Meter; 2. G. Ockel, 4,88; 3. Reitz 4,82. Mädchen B: 50 Meter: 1. Guth 7,5 Sek.; 2. Diehl 7,6; 3. Kraft. Weitsprung: 1. Diehl 3,96 Meter; 2. Guth 3,93; 3. Kraft 3,60. Ballweitwurf: 1. Kraft 33,01 Meter; 2. Guth 32,02. 3. M. Ockel 27,75. 4x50-Meter-Staffel: 1. A-Mannschaft; 2. B-Mannschaft; 3. OMannschast. Kurze Sportnotizen. Auf der Frankfurter Stadionbahn stellte der einheimische Steher Ludwig Schäfer in einem Rekordversuch mit 84,750 Kilometer für eine Stunde einen neuen Bahnrekord auf. * Bei den Avusrennen der Motorräder wurden in allen Kategorien neue Rekorde aufgestellt. Den Großen Preis von Berlin gewann Bullus auf RSU. in 1:28.52 Stunden für 235 Kilometer (Stundendurchschnitt 159,2 Kilometer) überlegen vor Wiese Hannover) auf BMW. ♦ Paovo Rurmi gewann in Stuttgart vor 20 000 Zuschauern das 5000-Meter-Laufen überlegen vor Schaumburg (Oberhausen). Bi/Z/gsten undbequemste/» ßrennstotfr^K^ Bauch, Zein Buß,ZeineßJitacken Möbel-Sonderschau 6426 A Gießen • Telephon 2060 Bahnhof-Gaststätten 5707 A 6136 D Wir sind nerüstet! soll Ihnen einen weiteren Beweis unserer großen Preiswürdigkeit liefern Herren-Anzüge RM. 27.50, 35.00 und höher 3 teilig Herren-Mäntel RM. 29.50, 38.00 und höher (Ulster und Paletot) Damen-Mäntel in jeglicher Preislage Knaben- und Am Sonntag, 4. Oktober, von 1 bis 6 Uhr geöffnet H. Kaeß Nachfolger INHABER WILHELM HORN & SOHN Kreuzplatz 15 Kreuzplatz 15 Unsere Preise sind trotz höchster Leistung den Wirtschaftlichenverhältnissen angepaßt Vorsaisonpreise: M.125.- 138.- 148.- 158.- unb stehen unsere zimmermLßig eingerichteten Ausstellungsräume einem verehrten Publikum von Gießen und Umgegend zum freien Verkehr zur Verfügung. — Dir laben hierdurch zur zwanglosen Besichtigung höflichst ein Elegante Maßanfertigung im eigenen Atelier Möbelfabrik Karl Hahn, Gießen Lbberstraße 17 Polsterwerkstätten A. 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Mootz 5; 4. öaljbirg (B- .: l. Herrmann 153 1 ’granb Koch 1,42. »ras 5,45 Meier; 2. 93. DiskuS -lasse A c; 2. Koch II 29,61; 66. Speer Klasse A: Luckhardi 35,33 ; 3 B: 1. Herbert 36,05 2. Gros 27,76. Weit' iann 5,03 Meter; 2. 1. Willi M 1U ittich H. 1U » 1 Mer; 2. Hauser ugelstobenBU Teter; 2. Hauser 5,80. , Eiseichuth 7,8 6ctl Standweitspnmg: L SSK g-lÄS Hublih T.4 { U 200 M-r. l- r 304; 3. Guth blA 127 Mer; 2. Guth 1 Olidcl 4 OBe- rung-1; 21,46 Meter, u i ÄS'» ^^Mveitwurs. N ’S:« ... Wtorräder .en auf ft»' K»Ä^ . StultgDll .WERBEWOCHE Freitag, den 2. Oktober METZELSUPPE Mk. 1.80 Schweine eigener Mästung Vorbestellungen: Tel. 2725 Was kann man mit 3 Gramm Kaffe e machen? 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Obst-, Gartenbau- und Jagdausstellung in der Ltebigahihe n Gieflen vorn 3. bin B. Oktober. Reichhaltige Zusammenstellung von auserlesenem Obst. — Erstklassige Gai tenbauerzeugntsse u.Auswahl aller Blumensorten. — Beispiele der Schädlingsbekämpfung und des Vogelschutzes — Reichbeschickte Sammlung von Geweihen und anderen Jagdtrophäen. — Vielseitige Darstellung von Wild- und Geweiht- rankbeiten mit Anweisung zur Seuchenbekämpfung. — Wildpflege und Naturschutz. Biatritt: Erwachsene 30 PL Kinder bis zu 14 Jahren 15 Pf. — Schulklassen geschloßen unter Führung der Lehrer am 5. und 6. Oktober pro Kind 10 PL Großer Kunstturn-Wettkampf der besten Turner der drei Großgaue des Mittelrheinkreises (Rheinhessen. Main-Rhein, Hesseni am 4. Oktober, nachmittags 240 Uhr, la der Velksballe xa Oloflon. Jahrestagung des Landesverbandes hessischer Obst- und Gartenbauvereine am 4. Oktober, venaittaga 10.30 Uhr, im Saale des Cali Leib xa Gießen. Jubiläumsfeier des Hubertus Gießen anläßlich des 10jährigen Bestehens des Vereins am 4. Oktober Im Sehttxeahaus xa Gielen. Unterhaltungsdarbietungen Im Gießener Stadtthoator, Im Llektsplelhaaa and la lea Gaststätten. Zu zahlreichem Besuch laden ein der Verkehrsverein Gießen u.die Geschäftswelt 6130 D Setters Mlil neuer Herbst - u. IViMterware in die neuen Geschäfts räume! Mit dem Ausdruck meines Dankes für das mir bisher gezeigte Vertrauen verbinde ich zugleich die herzliche Bitte, meinem Hause auch weiterhin den Vor- zug zu geben. In den vergrößerten Räumen noch größere Leistungen und nach wie vor bleibt mein Grundsatz bestehen: Meiner Kund* schäft stets des Beste! Das Signal für Qualität und Billigkeit meines nach dem Seltersweg 17 verlegten Spezialhauses für Herren-und Knabenbeklelduno Donnerstag, den 1. Oktober Beachten Sie mein morgiges Preisinserai 64511 Anlässlich meiner Eröffnung 10 Werbe- Tage zu einmalige*! 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Geburtstages mich mit Glückwünschen und Geschenken in so überaus reichem Maße ehrten, persönlich zu danken, bitte ich, auf diesem Wege meinen herzlichsten Dank entgegennehmen zu wollen. Gießen, den 28. September 1931. 05603 Daniel Heil. Das Neueste in Wäsche die neuen Wäschestoffe die neuen Waschsamte die neuen Betten Matratzen, Kolter, Daunendecken Die Torfmullmatratze für den Säugling zeigen Ihnen unsere Schaufenster I Die Preise sind niedrig I C.RÖHR&CO. 6441 A Bahnhofstraße Nummer44 jJv-Bären cVlOOe en grossen Bär Preis: ^en ?U.tnen Baj 2, Preis: Bm ^inen Bar 3, Preis: P'ne° * ausserdem V^ubnVde'^ Konkurs- Ausverkauf Gold- u. Silberwaren jeglicher Art (insbesondreTaschen* und Armband-Uhren, Wecker usw. werden von Mittwoch, den 30. September 1931 ab, von 8 Uhr vormittags an, aus den Lagerbeständen des Juweliers Georg Gümbleln, Gießen, Neuen Bäuc 5, mit bedeutendem Nachlaß verkauft. 6435 D Der Konkursverwalter: Dr. Katz, Rechtsanw. 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H. 6437 A Nr. 221 Drittes Blatt Siebener Anzeiger (Seneral-Anzeiger für Gberheften) Dienstag, 29. September 1931 n Sie mein s Preisinsera M \ ^ttiuAra rtt \ meine ÄUiWttJ Marke „W" Beiter Lckellsilcd im tliiMnii Beiter ftabcljau im Äufictnii | Beiter Teclat- im iluSitntl Rotznnaen LldoUen «ob. fiarfitn Leb. «rtilcitn Leb. 'Half läfllitb irtilb In ni: la Qualnai. 11*11 Zwiebel kucken JjjnÖs! en- ten nur ilität in . vjfi 4tS’ ".y, Tfl.«sJ .Pfund42 ' '".pfund60 41 -Ü,ld gieSen Wirtschaft. • Neue Durchführungsverordnung zur Devifenverordnung. Die fünfte Durchführungsverordnung zur Devifenverordnung stellt zunächst fest, dost die den Gegenstand des Stillhalteabkommen- bildenden Rechtste ziehun- Sen zwischen inländischen Danken und inländi- hen Schuldnern, ausländischen Dankgläubigern und ausländischen Schuldnern durch btt Reichsbant zu überwachen sind. Ferner wird verordnet, dah im Inlande ansässige Personen Wertpapiere in die Depots von Ausländern nur mit schriftlicher Genehmigung der Stelle für Devisenbewirtschaftung einlegcn dürfen, und dast inländische Danken gleichfalls eine solche Genehmigung benötigen, um Wertpapiere, die Ausländern gehören. zu verkaufen, es fei denn, die Desiher versichern, dast diese Wertpapiere einem Inländer gehören. Die« deshalb, um zu verhindern, dast Inländer sich bic den Ausländern zugeftandene Freigabe deS Erlöse« aus Sffektenverkäusen zunutze machen. • Kein Stützungsgesuch des Horb» deutschen Lloyd. Zu gleicher Zeit mit der Mitteilung, dast die amcr kanischen Frcigabegcldtr auf der .Dremcn" an den Norddeutschen Lloyd unterwegs feien, wurden Gerüchte verbreitet, die D e r l u ft c der Norddeutschen Lloyd infolge de? Psundentwcrtung seien so grob, dah eine Stützung durch das Reich notwendig werde. Don der Dcrwaltung de« Rorddeutfchen Lloyd wird dazu erklärt, der Rorddcutfche Lloyd habe keine derartig groben Vrrluste durch die Pfund- cntwertung erlitten, dah er eine Stützung durch das Reich notwendig habe. Es fei auch nicht be- absichtigl, eine Stützung zu beantragen. Bis aus weiteres keine Börse. Berlin, 28. SepL (1DIB.) Dem Börfenoorhand log bei feiner heutigen Sitzung ein Lriah des preu- ßischcn Ministers für handel und Gewerbe vom 28. September 1931 vor, in welchem dieser im Einvernehmen mit der Beichsregierung und dem Belch»- bnnkpräsidenten er au» dringenden allgemeinen Interessen für notwendig erklärt, die Börsen- versammlungen bi» aus weitere» aus- fallen zu lassen, und den Börsenvorstand ersucht, einen entsprechenden Beschluß herbeizuführen. Der Börsenvorstand hat diesem Ersuchen mit der folgenden Bekanntmachung entsprochen, in dem Bericht an den Minister aber dem dringenden Wunsche Ausdruck gegeben, dah den Bedürfnissen der Wirtschaft nach baldiger Fortsetzung de» amtlich en Börsenverkehr» Bechnung getragen wird und dah alle» geschieht, um aus eine schleu- nige Beseitigung der jetzt der Abhaltung von Bor- senversammlungen etwa entgegenstehenden Gründe hinzuwirken. „Die Börsenoersammlungen der Abteilung Wertpapierbörse fallen vom 29. September 1931 ab bi» auf weitere» au». Die Börsenräume werden deshalb für die Besucher der Abteilung Wertpapierbörse vorläufig geschlossen gehalten werden. Die Feststellung der Devisenkurse erfolgt in der Beich » bank." Frankfurt und München folgen. Frankfurt a M., 28. Sept. (WTB.) Der Fvankfurter Börsenvorstand hat sich dem Beschluß des ^Berliner Börsenvorstandes. die Börfenräume bis auf weiteres zu schließen, a n geschlossen. München, 28. Sept. (WTB.) Die Börsen- Derfammlungen fallen ab Dienstag, 29. September 1931, bi s auf weiteres aus Die Bär- ,erträume bleiben deshalb für die Besucher der Effektenbörse geschlossen. Frankfurter Börseiistimmungöbild. Frankfurt a. M., 28. Dept. Zu Deginn der neuen Woche zeigte die Dörse ein sehr ruhiges Di 1 d. 3m Laufe des Dormittags hatte es im telephonischen Verkehr zwischen den 'Lankbureaus den Anschein, als ob sich eine festere Ctwnmung herauskristallisieren wollte, wofür allerdings keinerlei äußere Momente angeführt werden konnten. Man dachte wohl in erster Linie an den Besuch der französischen Minister in Berlin. aus deren freundlicher Ausnahme man Schlüsse auf daS Zustandekommen eines befriedigenden Ergebnisses bei den kommenden Verhandlungen ziehen wollte. Später aber wurden wieder wesentlich schwächere Kurse genannt, da das Wahlergebnis in Hamburg mehr in den Vordergrund der Erörterungen gestellt wurde. Man kann nicht umhin, die Tatsache der weiteren Radikalisierung der Devölse- r u n g als ein wenig erfreuliches Zeichen an»u- sprechen. Von verstimmendem Einfluh waren ferner die Schwierigkeiten bei der Dank Rationale de Credit in Paris. Recht drückend auf die Stimmung wirkte es, dast über die Wiedereröffnung der Dörse immer noch keine Beschlüsse gefaßt worden find und baß man auch in dieser Hinsicht nicht weih, was die Zukunft bringen wird. Arn Aktienmarkt nannte man IG.-Farben mit 99 nach 103, Siemens mit 109 nach 112. Pfandbriefe waren anscheinend heute weniger offeriert, doch macht sich in diesen Werten andauernd Schwächeneigung geltend. Der Tagesgeldsah ging von 7,5 auf 7 v. S>. zurück. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Reuyork 3,86, gegen Paris 93,75, gegen Mailand 76,50, gegen Madrid 42,50, gegen Schweiz 19.75, gegen Holland 9,62' <>. Or. Ernst Reichskommiffar für das Bankgewerbe. (Berlin, 28. Sept. (WTD.) Der bisherige Ministerialdirektor im preußischen Ministerium für Handel und Gewerbe, Dr. Ernst, ist zum Reichskommissar für das Dankgewerbe ernannt worden. Die Flucht vom Goldstandard. Dänemark folgt Schweden und Norwegen. Kopenhagen, 29. Sept. (WTD.) Hm Mitternacht gab Ministerpräsident Stauning folgende Erklärung über die im Lause des Tages geführten Valuta-Verhandlungen ab: Nachdem die Reichsbanken und die Regierungen von Schweden und Norwegen am Sonntagabend beschlossen' hatten, die Pflicht der Einlösung der Geldscheine mit Gold aufju- heben, war es einleuchtend, daß Dänemark seine Valutapolitik nicht in der Richtung fort- sehen konnte, die in den ersten Tagen nach den Ereignissen in London einzuschlagen war. Die Nationaldank hatte im Laufe des Montag eine Reihe von Verhandlungen und richtete Montagnachmittag ein Ersuchen an die Regierung, von der Pflicht der G o l d e i n I ö f u n g befreit zu werden. Die Regierung hat beschlossen, vorzuschlagen, daß dem Wunsche der Nationalbank durch ein besonderes Gesetz entsprochen wird. Diese Gesetzesvorlage dürfte DienStagfrüh eingebracht werden. Nach den letzten Verhandlungen mit den Parteiführern erklärte Ministerpräsident Stau- n i n g. daß diese sich mit den geplanten Da - lutamaßnahrnen einberfTanöcn erklärt hätten. Die vorzulegende Gesetzesvorlage wird eine Bestimmung über die Aufhebung der Goldeinlösungspflicht bis einschließlich 3 0.November in Hebereinstimmung mit den von Schweden getroffenen Maßnahmen enthalten. Weiter wird darin eine Destimmung enthalten sein betr. die Einsetzung eines Reichstagsausschusses von vier Mitglieder zur Kontrolle des Valutahandels. Durch eine königliche Verordnung wird es möglich sein, dem Wunsche der Nativnaldank auf Herabsetzung des Deckungsverhältnisses von 50 auf 3 3 i,3 Prozent entgegenzukommen. Diskonterhöhung in Holland. A m st e r b a m . 28. Sept. (WTD.) Die Niederländische Bank hat den Diskont mit Wirkung ab 29. September von 2 auf 3 Prozent erhöht. Der Sah von 2 Prozent war seit dem 16. Mai 1931 in Geltung. Zahlungsbeschränkung der Schweizerischen Volksbank. Bern, 28. Sept. (WTD.) Die Schweizerische Dolksbank mit dem Sitz in Bern •bat, wie die Schweizerische Depeschenagentur Bern mittedt. für ihre Zweigstelle Zürich die kündigungslose Auszahlung von Sparkassenguthaben bis zu 800 Franken beschränkt. In einer vom Derwaltungsrat der Schweizerischen Dolksbank veröffentlichten Erklärung wird betont, trotz gewisser Verluste, die heute alle Danken erleiden mögen, dürften alle der Dank anvertrauten Gelder als gesichert angesehen Werdern cs bestehe kein Grund zur Dcunruhi- gung. Gewisse Einschränkungen in der Auszahlung der Spar- und Depositengelder müßten vorgenommen werden, um den Auswirkungen un- fontroUierbarer Gerüchte zu begegnen. Die holländischen Exporteure wehren sich. Amsterdam. 28. Sept. lWTD.) Die Vereinigung der holländischen Exporteure hat heute den Beschluß gefaßt, ihren englischen Abnehmern mitflutcilen, daß sie sich mit einer De- zahlung ihrer Lieferungen nach England zum gegenwärtigen Pfundkurs nicht zufrieden geben können. Sie stünden vielmehr auf dem Standpunkt, daß die laufenden Kontrakte nod) Aum Goldkurs abgeschlossen seien, sodaß auch die Bezahlung auf demselben Stande erfolgen müsse, wie er vor der Suspendierung der Goldwährung in England gewesen sei. DcoisenmarkI Berlin — Frankfurt a. Bl. Banknoten. 28