Nr. 123 Erster Blatt 181. Jahrgang 8reitag, 29. Mai (931 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dmd und Verlag: vrühl'sche Untverfitäls-Vuch- und Steinöruderei L Lange tn Stehen. Zchnftleitung und Geschäftsstelle: Zchulfttahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Re» klameanzeigen von 70 inne Breite 35 Reichspfennig, Platzoorschrist 20", mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton vr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen Erich e »nt täglich,autzer 6onntogs und Feiertag» Beilagen: vte ODuftriert» vtehenei FamUienblättu Heimat im Bild Die Scholle MonalS'bezugsvrets: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummeru infolge höherer Gewalt. Hernfprechanfchlüste anterSammeInummer225l. Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Siehe». Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. piccards Gtratosphärenflug geglückt. Oer Besuch im Nichts. Nun ist das waghalsige Experiment des Professors. P i c c a r d mit seinem Flug in die Stratosphäre doch geglückt. Rachdem alle ,Hoffnungen schon beinahe ausgegeben waren, nachdem der Ballon mitten über Europa für einen halben Tag fast verschollen war, kam zunächst die Meldung, daß die Gondel aus einem Tiroler Gletscher gesichtet worden sei, und wenig« Stunden später wurde auch das Unwahrscheinliche Ereignis, daß die beiden Insassen wohlbehalten ihr Gefängnis wieder verlassen haben, dah sie aus dem Nichts z u r ü ck g.e - kehrt sind, reich beladen mit wissenschaftlicher Ausbeute. 3n den Stunden des Zweifels haben sich die Skeptiker zu Wort gemeldet, haben darauf hingewiesen, dah der Flug schlecht vorbereitet war und dah es als ein Leichtsinn angesprochen werden müsse, wenn ein so ungeübter Luftschiffer sich cm ein derartig ungeheures Wagnis ter- 'emptei KOCHEL-SEE Jmsto* TIROL »öSeefeld jpZirl S T UBA I -GL ET SCH SCHWEIZ ; ' ! ITALIEN Bozen X Lendungsstelle Karte des Kreuz- und Querflugs von Augsburg bis zum Gurgl Gletscher. antraue. Sie werden von dem Gesichtswinkel der Erfahrung aus gesehen wahrscheinlich recht haben. Aber im Zweifelsfalle entscheidet nun einmal der Crf o l g , und der Erfolg ist dem kühnen Forscher bis zuletzt treu geblieben. Man kann auch nicht sagen, dah sein älnter- nehmen ein Abenteuer war, was ihn in das iln- belannte hineintricb, war nicht Wagemut oder Rekordlust, sondern wissenschaftlicher Drang, der neue Wahrheiten zum Wohl der Menschheit sammeln wollte; und offenbar auch gesammelt hat. Denn das Ziel, das er sich setzte, hat er erreicht. Er hat sich weiter vom Erdboden entfernt, als es jemals einem Menschen gelungen ist, und hat Erkenntnisse mitgebracht, die sich vermutlich für die Eroberung der Lust bahnbrechend auswirken werden. Denn wir wühlen bisher von den Vorgängen in den oberen Luftschichten nur sehr wenig, die Pilotenballons der Wetterwarten sind zwar schon bis an 18 Kilometer in die Höhe vorgedrungen, aber was sie aufzeichneten, war doch nur Stückwerk, lieh nur ahnen, was Piccard jetzt mit eigenen Augen gesehen hat. Die Vorgänge an den Grenzen der Atmosphäre sind zu kompliziert, als dah sie sich gemeinverständlich machen liehen. Die Untersuchungen über die Gamma-Strahlen, die irgendwie aus dem Welten raum zu uns dringen und die merkwürdige Eigenschaft haben, dah sie durch zentime- tcrdicke Bleischichten dringen, dah sie sogar noch 200 Meter unter Wasser festgestellt werden können, interessieren in der Theorie zunächst den Wissenschaftler. Die Physik wird sie erst für die Praxis des täglichen Lebens umwerten müssen. Aber darüber hinaus hat die Stratosphäre auch für die Technik noch eine besondere, gleichsam hochaktuelle Bedeutung: Jenseits der Cirruswolken hört der Begriff des Wetters auf, dort oben gibt es nur gleichmäßige Luftströmungen; die Lust ist zudem so dünn, dah ihr Widerstand nur einen Bruchteil dessen ausmacht, der auf der Erde zu überwinden ist. Darauf beruhte das Geheimnis der Kruppschen Ferngeschütze, darauf beruht auch das Prinzip des Raketenfluges, und wenn auch die Rätsel der Stratosphäre durch diesen ersten Versuch kaum gelöst sein dürften, so bleibt doch Piccard der Bahnbrecher, der für die Eroberung der Luft neue Wege gesucht und, wie es scheint, auch gesunden hat. Oie Auffindung piccards am Gurgl Kerner. Beide Flieger wohlbehalten geborgen. WTB. Sölden, 28. Mai. (15.15 Uhr.) Der Der- freier des Süddeutschen Korrespondenz - Bureaus meldet: Rach der soeben bei der Gendarmerie eingelaufenen ersten authentischen Nachricht der Rel- tungsexpedition ist der Stratosphärenslug geglückt. Der Ballon hat eine höhe von 1 6 0 0 0 m erreicht. Die Landung erfolgte glatt gestern um 22 Uhr auf dem Gletscherbruch des © u r g l e r-J e r n e r s in den Oehtaler Alpen. Professor Piccard und fein Begleiter sind wohlbehalten und befinden sich zur Zeit auf dem Dege nach Obergurgl. Der Ballon und die Instrumente sind unbeschädigt. Der e r ff e Augenzeuge, der den Ballon Piccards auf feiner Fahrt ins Oetztal verfolgt hat, ist der Wirt vom G a st h o f „Zur P o st" in Sölden. Lr berichtet, daß der Ballon Piccards gestern etwa 20.30 Uhr genau nördlicher Richtung in etwa 4000 bis 5000 m höh« das Oehtat hinaus in Richtung auf den Gurgler-Ferner flog, der von Sölden aus durch den Rölderkogel verdeckt ist. Der Ballon war so deutlich im Mondschein sichtbar, dah man genau die schwarz und die weihe Hälfte der Gondel bei der Drehung im Winde unterscheiden konnte. Kurz nach 21 Uhr verschwand der Ballon unter dem Grat Rölderkogel. Der Oberlehrer Falkner, der Schullehrer G st r a i n und der Besitzer Gruner, die früh 8 Uhr von Obergurgl aufgebrochen waren, erreichten um 10.30 Uhr als erste die Landungs- stelle des Ballons am Ferner. Professor Piccard und fein Assistent Ingenieur Kipser befanden sich bereits auherhalb der Gondel und waren im Begriff, aus die Felsen hinaufzusteigen. Die Bergungsmannschaft machte sie jedoch durch Zeichen auf die Gefährlichkeit dieses Ausstieges aufmerksam und begab sich dann hinunter aus den Gletscher. Sie labte dann die beiden Forscher, die stark unter Durst litten, mit lee. Die Forscher waren selbst noch mit einiger Nahrung versehen. piccards erster Bericht über feinen Fing. Mit dem wissenschaftlichen Ergebnis durchaus zufrieden. Gurgl im Oetztal, 28. Mai. (WTB.) Professor Piccard schilderte einige Zeit nach seiner Ankunst in Gurgl dem Münchener Vertreter des WTB., der als erster Journalist in Gurgl eintraf, an Hand seiner in kleinen Rotizbüchern niedergelegten Fahrtauszeichnungen die Ergebnisse seines Fluges, soweit sie ihm wissenschaftlich besonders bemerkenswert erschienen. Dabei wies Professor Piccard darauf hin, daß ein Teil der Apparate gut funktioniert hatte, daß aber auf die Verwendung eines anderen Teils der Apparate, wie vorauszusehen, verzichtet werden mußte. Die Hauptmessung, auf die der Forscher den größten Wert legte, nämlich die Messung der durch die kosmischen Strahlen erzeugten Leitfähigkeit der Gase, ist, wie Professor Piccard betonte, vollkommen gelungen, jedoch nur in sehr großen Höhen, was dadurch veranlaßt wurde, daß der Ballon äußerst schnell stieg. Er hatte in 25 Minuten bereits eine höhe von 15 Kilometer erreicht, also viel schneller, als ursprünglich beabsichtigt. Durch einige technische Fragen, die auf den Ballon bezug hatten und uns während des Aufstiegs vollauf beschäftigt haben, haben wir die hauptmessung erst in 15 Kilometer anfangen können. Die größte höhe von 16 Kilometer wurde bereits um 7.45 Uhr erreicht. Der äußere Luftdruck betrug um diese Zeil 76 Millimeter (also ungefähr ein Zehntel atmosphärischen Drucks), nachdem kurz vorher 77 Millimeter gemessen worden waren. Auf die Bestimmung der Flugroute hat Professor Piccard keinerlei Wert gelegt, da er mit Dr. Kipfer vollauf mit wissenschaftlichen Messungen beschäftigt war. Die seitliche Geschwindigkeit betrug im Durchschnitt etwa 15 Sekundenmeter. Piccard verglich mit großem Interesse seine wenigen Auszeichnungen über die Beobachtung der Flugroute mit den verschiedenen Standortbestimmungen, die von der Erde aus vorgenommen worden waren. Aus der Gondel selbst konnte immer nur-ein ganz kleiner Ausschnitt der überflogenen Landschaft wahrgenommen werden, was eine genaue Bestimmung des Standortes vom Ballon aus unmöglich machte. Der Mond erschien wesentlich heller als bei Beobachtung vom Erdboden aus. Das Relief der Berge gewährte einen überwältigenden Eindruck. Aus die Frage, weshalb Professor Piccard die ausgezeichnete Landemöglichkeit in Oberbayern und im Inntal, besonders i n 3 n n s b r u d, nicht ausgenutzt habe, erwiderte der Forscher, daß es nicht mög - l i ch war, das Ventil zu ziehen. Er hätte sonst unbedingt die Landung gegen 11 Uhr i m Lechtal vorgenommen, weil eY dort sehr gute Landegelegenheit feftfteUte. Die Signale des Flugplatzes Innsbruck haben die Balloninfassen überhaupt nicht wahrgenommen, so daß auch dort eine Landung unterblieb. Erst in den Abendstunden war es Professor Piccard möglich, zur Landung zu schreiten, die nach seinen eigenen Auszeichnungen um 20.52 Uhr erfolgte. Zu diesem Zeitpunkt war er in der Lage, nachdem der innere Druck der Gondel durch Ablassen van Sauerstoff in Uebereinffim- mung mit der Außenluft gebracht war, die Mannlöcher zu öffnen. Die Temperatur in der Stratosphäre, die ja bekannt ist, betrug außerhalb der Gondel 55 bis 60 Grad unter Null, im Innern der Gondel herrschte infolge der Sonnenbestrahlung eine ziemlich hohe Temperatur, zeitweise bis zu 41 Grad über Null. Von außerordentlicher Wichtigkeit für das Gelingen des Fluges hat sich die kluge Voraussicht des For- schers erwiesen, nicht, wie ihm ungeraten war, nur eine Sauerstoff-Flasche, sondern den doppelten Sauerstoffvorrat mitzunehmen. Professor Piccard erklärte hierzu: Ich treffe für alle wichtigen Unternehmungen Vorsichtsmaßregeln und hatte daher zwei Sauer st offapparate mitgenommen, obwohl mir die Lieferfabrik mitgeteilt hatte, daß die Sauerstoff-Flaschen mit absoluter Sicherheit funktionieren. Daß wir zwei Apparate mitführen, hat uns zweifellos gerettet, denn wir hatten bei derLan- düng nur noch für eine Stunde Sauer« ft o ff mit. Die Landung selbst hat sich g latt vollzogen. Die Gondel rollte einige Male, kam dann aber schnell zum Stillstand. Bei der Landung hatten wir noch 350 Kilogramm Ballast an Bord, also wesentlich mehr als wir beabsichtigt hatten. Wir hätten über nicht riskieren können, Ballast in größeren Mengen abzugeben, da wir dadurch wieder in größere Höhen getrieben worden wären und unter allen Umständen beabsichtigten, wegen der Abnahme des Sauerstoffvorrats so schnell als möglich zu landen. Erst im letzten Augenblick gaben wir stärker Ballast ab, um ein zu starkes Aufsetzen der Gondel zu vermeiden. Die Forscher haben die Rach! außerhalb der Gondel auf dem Gletscher oer- Dbergurgl mit Blick auf den Großen Gurgl-Ferner. bracht und dachten, mit dem frühen Morgen über den Gletscher hinunterzukommen. Dies erwies sich aber als unmöglich, so daß sie um 9 Uhr aufbrachcn, um in den Felsen seitlich de» Ferners den Abstieg zu versuchen. Sie hatten sich hierzu mit einem der Seile des Ballons i n doppelter Seilficherung angeseilt und trafen dann in den Felsen auf die hilf»- erpedition. Besonders bemerkenswert ist noch, daß Pro- sesior Piccard nur ein einziges Mal Signal gegeben hat, und zwar ein Signal, was sich als außerordentlich glücklich ettoiefen hat, nämlich, als er im Oetztal der Lichter des Ortes Gurgl ansichtig wurde. Dieses Signal mit einer Taschenlampe ist in Gurgl bemerkt worden und hat dazu geführt, dah am Vormittag die Rettungsexpedi- tion zur Hilfeleistung für Professor Piccard aufgebrochen ist. Zur Erleichterung der Atmung auf der Fahrt wurde sowohl Kohlensäure absorbiert wie Sauerstosf zugegeben. Der Prehsauerstoff, der mitgesührt wurde, betrug 750 Liter. — Mit Lebensmitteln war Professor Piccard nicht sehr gut ausgerüstet, insbesondere wurde angesichts der langen Fahrtdauer der Mangel an Getränken stark empfunden. Der Forscher erzählt, daß er froh» war, das durch die Kondensierung des Atmens in der Innenwand der Kabine herabströmende Wasser trinken zu können und daß ihm niemals ein Getränk besser geschmeckt hat, als nach der Landung da« geriebene Gletschereis mit etwas Orangenschalen vermischt. Piccard in Obergurgl. Völkerwanderung in das Oetztal. Innsbruck, 28. Mai. (WTB.) Eine Abteilung des österreichischen Alpenjägerregts. Rr. 12, die sich zur Hilfeleistung ins Oetztal begab, ist in Söldem eingetroffen imb steigt noch heute unter Führung von Gendarmerie bis zur neuen Karlsruher Hütte auf. Sie wird morgen den Ballon bergen und zu Tal schaffen. Piccard ist um 16.30 Uhr in Obergurgl eingetroffen und will drei Tage in Obergurgl bleiben. Er wußte bei seiner Landung nicht wo er sich befand. Frau Profeffor Piccard rief bereits telephonisch aus Brüssel in Gurgl an und erkundigte sich mach ihrem Mann. Als sie von der glücklichen Landung erfuhr, hörte man durch das Telephon den freudigen Ausruf: „Er lebt, Gott sei Dank! Hier war er bereits t v t g e s a g t !" In Innsbruck liefen A, dankens ?tanbti natie" a-X), "ische, Mdienb Runbge & $ Drache. Pros. Französische Militärflugzeuge manövrieren über Kehl. Kehl, 29. Mal. (CRV. Funkspruch.) Hebet Fr vcisa' nersi iich I* von Ernst über Als i M- W Lehrer SimmelsWmer von Glaisher bis piccard Oie Erforschung der Stratosphäre. - Oer Kampf um den Höhenrekord. Oer Freiballon »Preußen". - Oie Tragödie Kapitän Grays. Von Kurt Hallberg. ReuesVertrauensvotumfülBriand Briand verteidigt seine Genfer Politik gegen heftige Angriffe Franklin-Bouillons. Eine Mehrheit von 76 Stimmen für das Kabinett Laval. des l flimir ward Geh genor oru-k weitet Mm Stistrz den k letzungl er eine Unt die za tagen! Hamb heute liefert nicht Io m Müll Vor demieipziger Parteitag der Sozialdemokratie Das Kampfprogramm der Ireichstagsfraktion. Flieger Oberleutnant Sterner mit einem Apparat, dessen Motor schon mit künstlicher Lust- zusührung arbeitete. Er erreichte eine Höhe von 9600 Meter. Dann sicherten sich französische Flieger, die die Grenze von 10 000 Meter über- chritten, den Weltrekord. Die ßeiftungen des Franzosen Callizo, der am 23. August 1926 ein Flugzeug bis zu einer Höhe von 12 642 Meter emporgesteuert haben wollte, wurden freilich sehr bezweifelt. Immerhin hatte das Flugzzeug »vor ünf Jahren schon längst den Rekord des Ballons gebrochen. Die Piloten haben dabei nicht weniger Energie und Mut beweisen müssen als die Dallon- ührer, und die Tragödien im Flugzeug waren mindestens ebenso furchtbar wie die schrecklichen Erlebnisse der kühnen Forscher, die in der Gondel emporstiegen. 3m Jahre 1928 eroberte der amerikanische Kapitän Gray den Höhenrekord. der bis dahin von Flugzeugen gehalten wurde, dem Ballon zurück. Wit einem riesigen Ballon, ter 22 500 Kubikmeter Gas faßte, stieg er bei Delleville im Ohio-Tal auf. Er befand sich in einer offenen Gondel, trug eine Unzahl von Kleidungsstücken übereinander, die insgesamt etwa 60 Pfund wogen, und atmete durch einen Sauerstoffapparat. Damit es ihm nicht zu langweilig wurde, hatte er sich ein Radio mitgenommen, durch das er die Klänge eines Jazzorchesters hörte. Die Meßgeräte bewiesen, daß der Amerikaner die Höhe tet, Frankreich habe jede Fühlung mit Italien verloren. Das könne man. jetzt nicht wiederholen. Die Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Italien sei so herzlich und so eng wie nur möglich.gewesen. Italien sei eine große Ration, die ihren eigenen Standpunkt habe, aber Italien habe den französischen Standpunkt jedesmal dann unterstützt, wenn Italien das möglich gewesen sei. Die Beziehungen zwischen Frankreich und Italien entwickelten sich nach einer völligen Einigung hin. Er habe angesichts des. guten Willens beiter Rattonen die feste Lleberzeu- gung, daß öle Schwierigkeiten aus dem Wege geräumt werden würden.Briand beteuerte, daß er nicht an fetalem Posten klebe, aber ter Staatsmann, ber nach ihm kommen würde, könnte nicht etwas unternehmen, was dem zuwiderlaufen würde, was er getan habe. Das Vertrauensvotum. Die Kammer lehnte mit 318 gegen 261 Stimmen die von der radikalen Kammerfraktion bran- tragte Priorität für die radikale Tagesordnung, gegen die sich die Regierung ausgesprochen hatte, ab. Die TagesvrdnungDrouot «Die Kammer billigt die Erklärungen der Regierung und spricht der Regierung das Vertrauen zur Fortsetzung ihrer Friedenspolittk aus", wurde mit 332 gegen 256 Stimmen angenommen. Schwere Grenzverletzung am Rhein. Aus aller Wett. Todesurteil wegen eines Anschlags gegen Mussolini. Vor dem Sontergerichtshof zum Schuhe des Staates fand ter Prozeß gegen den Anarchisten Michele Schirm statt, der einen Bombenanschlag gegen Mussolini vorbereitet und bei seiner in Rom erfolgten Verhaftung drei Polizeibeamte angeschossen hat. Der Staatsanwalt beantragte Todesstrafe und der Gerichtshof entschied nach kurzer Beratung dementsprechend. Schirm nahm das Urteil gefaßt auf. Das im Ver- handlungssaal anwesende Publikum brach in zustimmende Rufe aus, und lieh tert Faschismus hochleben. Die Vollstreckung fand in einem Jnnen- hvse des Forts Braschi Freitag um 4.20 Uhr statt. (Ermorbung eines Deutschen in Reu-Gulnea. Die australische Regierung erwartet einen Bericht des Vorstehers des Morobe-Bezirkes im Mandatsgebiet Reu-Gui nea s über die Ermordung eines deutschen Läntereiuntemehmers namens Braun am 27. April am oberen Wettut-Fluh. Braun wurde mit seinen 12 eingeborenen Dienern im Lager während des Frühstücks vonWilden überfallen, die ihn und sieben seiner Begleiter nietermachten, während fünf Diener enttarnen. Die Leiche des Deutschen soll von den Wilden enthauptet und mit Farben bemalt als Fetisch bei einer religiösen Zeremonie verwendet worden sein. Schweres Unglück beim Torpedoeinschießen. In ter Cckemförder Bucht ereignete sich ein schweres Unglück. Angestellte ter Torpedoversuchsanstalt schossen Torpedos ein, wobei sich ein Torpedo a l s Kreis- und Oberflächenläufer erwies. Der Torpedo trafeinDoot. das 1000 Meter seitab lag und in dem sich drei Personen befanden. Er durchschlug das Boot und brachte es zum Sinken. Ein älterer Arbeiter hielt sich an den Planken fest und konnte gerettet werten. Sein Sohn und seine Schwiegertochter, die aus Berlin zu Besuch weilten, wurdenmitindieTiese gezogen. Ihre Leichen konnten später geborgen werten. Schwere Bluttat eines Geisteskranken. Aus ber Chaussee von Kasow nach Buch ereignete sich eine schwere Bluttat. In einer Kraftdroschke wurde ein Geisteskranker von Mutter und Braut auf dem Wege zur An st alt begleitet. Kurz vor der Einfahrt in das Anstaltsgebäude zog der Berlin, 28. Mai. (VDZ.) Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hielt am Donnerstag im Reichstag eine Sitzung ab, in der Dr. Breitscheid einen Bericht über die politische und wirtschaftliche Lage gab. Rach mehrstündiger Aussprache wurde eine Entschließung angenommen, in der u. a. folgende Forderungen aufgestellt werden: „Gegenüber der furchtbaren Wirtschafts- und Ar- beitsnot haben sich die bisheriaen Maßnahmen der Reichsregierung als unzureichend und teilweise verfehlt erwiesen. Die Drosselung der Massenkaufkraft mußte um so verhäng, nisvoller wirken, als die Opfer der kapitalistischen Mißwirtschaft auch durch gesteigerte hochschutzzöllne- rische Maßnahmen in ihrer kargen Lebenshaltung weiter belastet wurden. Die Fraktion vermißt ferner eine strenge Handhabung und Ausgestaltung der ÄartelltontroHe, um die monpolifttschen Hemmnisse gegen eine Beweglichkeit der Preise zu überwinden und so die Krise verkürzen zu können. Trotz der Ankündigungen ber Reichsregierung ist bisher nichts geschehen, um burch gesetzliche Arbeitszeitverkürzung die Arbeitsplätze auf mehr Arbeitshände zu verteilen. Die Fraktion verlangt an erster Stelle eine Anspannung aller finanziellen Mittel des Staates und beschleunigte Durchführung aller wirtschaftspolitischen Maßnahmen, um die Konjunktur zu beleben. Sie warnt vor allen Plänen, die darauf hinauslaufen, die Bezüge der Arbeitslosen, So- zial- und Kriegsrentner weiter zu kürzen. Die Leistungen der Invalidenversicherung und der Knappschaftsversicherung bedürfen der Sicherstellung. Eine Verschlechterung der Unfallversicherung ebenso wie ein Leistungsabbau bei der Arbeitslosenversicherung würden das Elend vermehren, ohne eine wirkliche Sanierung der Finanzen zu erzielen. Die Versorgung der Ausgesteuerten macht die Umorga - nisation und Vereinheitlichung der Krisenfürsorge dringend erforderlich. Die Fraktion fordert vor allem die Heranziehung der leistungsfähigen Kreise der Bevölkerung. Im Kampf gegen die Not der Arbeitslosen wird sich das deutsche Volk seiner ungeheuren Verantwortung bewußt und bereit sein müssen, eine besondere allgemeine Krisen st euer auf sich zu nehmen. Da sich die Unwirksamkeit der bisher von der Reichsregierung gegen die Brotpreiserhöhungen durchgeführten Maßnahmen erwiesen hat, muß die unverzügliche Herabsetzung der Zölle für Brotgetreide und Futtermittel erfolgen. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion erblickt nach alledem ihre dringendste Gegenwartsaufgabe in der Erhaltung des Reallohnes und des sozialen Arbeitsschutzes, der Steigerung der Massenkaufkraft, der Sicherung der Lebenshaltung der Erwerbslosen und einer gerechten Verteilung der vorhandenen Arbeitsgelegenheit. Die ins Unerträgliche steigende Not, die wachsende Erbitterung ber Volksmassen droht zu schweren innerpolitischen Verwicklungen zu führen, wenn trotz aller Warnungen der Versuch unternommen werden sollte, eine Sanierung der öffentlichen Finanzen einseitig auf Kosten der Opfer der Krise zu errelchen." Die Menschheit beherrscht nur jene dünne Schicht des Erdballs, in der die feste Rinte mit der Lufthülle zusammenstößt. ES ist uns bisher nur gelungen, etwa zwei Kilometer in die Erdrinde und rund zwölf Kilometer in die Lufthülle einzudringen. Wie wenig das ist. mag ein Beispiel zeigen. Ein vierstöckiges Grohstadthaus ist ungefähr 16 Meter hoch. Run denke man sich einen Globus von dieser Höhe, d. h. eine Kugel mit einem Durchmesser von 16 Meter. Der höchste Gipfel des Himalayagebirges würde auf dieser Kugel als eine Erhöhung von einem Zentimeter sichtbar sein. Die Flieger und Freiballons, die die Stratosphäre zu erreichen trachteten, würden nur wenig darüber kreisen, und die tiefsten Schächte, die der Mensch in den Erdboden getrieben hat, hätten etwa die Tiefe von Mückenstichen. Rach- dem es uns geglückt ist, horizontal auf dem ganzen Erdball eine große Beweglichkeit zu gewinnen, ist es verständlich, daß man nun auch invertikalerRichtungdie Fesseln sprengen will, die uns an einen bestimmten Platz im Raum ketten. Fast sieben Jahrzehnte sind vergangen, seit der erste wissenschaftlich durchgeführte Höhenflug unternommen wurde. Im September 1862 wagten die Engländer Glaisher und C o x - well einen Ballonflug, von dem nicht genau feststeht, bis in welche Höhe er geführt Hai. Glaisher, der bis zu einer Höbe von 8500 Meter sorgfältig seine wissenschaftlichen Beobachtungen aufzeichnete, verlor dann in der dünnen Luft das Bewußtsein. Run wollte ter Ballonführer Coxwell die Leine ziehen, mit ter das Gasventtl zu öffnen war. Da bemerkte er zu seinem Entsetzen, daß ihm in der grimmigen Kälte die Hände den Dienst versagten. Schließlich gelang es ihm, die Leine mit den Zähnen zu erfassen, Und nun glitt ter Ballon wieder abwärts. Jetzt kehrte bei Glaisher das Bewußtsein zurück, und die wissenschaftlichen Aufzeichnungen wurden fortgesetzt. Rach der Landung berechneten die beiden Männer, daß sie sich in einer Höhe von 11 300 Meter befunden haben mußten. Inzwischen hat man nachgewiesen, daß diese Rechnung nicht stimmt. Glaisher und Coxwell sind wahrscheinlich bis zu 9000 Meter auf- gestiegen: sie haben die höchsten Gipfel der Erde vielleicht 100 oder 150 Meter unter sich gelaßen. 13 Jahre nach diesem ersten geglückten Höhenflug versuchten französische Forscher, den Rekord der Engländer zu brechen. James Glaisher, ter mit seinen 28 Aufstiegen ter Wissenschaft ter Meteorologie unschätzbare Dienste geleistet hat, konnte fünfmal die Höhe von 1 Kilometer überschreiten. Bei ter Fahrt der Franzosen S i v e l, Crocö-Spinelli und Tissandier am 15. April 1875 erlagen die beiden ersten in etwa 8000 Meter Höhe dem Mangel an Sauerstoff, worauf der Ballon noch 300 Meter höher stieg. Als die Franzosen die Grenze von 7000 Meter erreicht hatten, fielen sie in eine Art Betäubung, aus der sie nur vorübergehend wieder erwachten. In einem solchen Augenblick bemerkte einer von ihnen, daß der Ballon sich schon wieder abwärts bewegte. Erschrocken über die Fallgeschwindig- ,fcit, warf er alles über Bord, was er erreichen konnte, und der Ballon stieg wieder auf. DaS l besiegelte das Schicksal ter Expedition. Rur Tissandier kam mit dem Leben davon: seine Be- * glciter lagen mit blauschwarzen Gesichtern neben ihm in ber Gondel. Den Höhenrekord im Dallonflug hielten bis jetzt die beiden deutschen Forscher Süring und B e r s o n. Süring hatte schon am 24. März 1899 in einem vorwiegend mit Wasserstoff gefüllten Ballon eine Höhe von 8000 Meter erreicht. Lieber zwei Stunden hielt er sich in Luftschichten auf, in denen Temperaturen von 40 bis 48 Grad unter Rull herrschten. Da das Venttl des Ballons eingefroren war, geriet Süring, der keinen Begleiter mitgenommen hatte, in höchste Lebensgefahr. Der Ballon näherte sich der Ostsee, und Süring glaubte schon, mit dem Leben ab- schllehen zu müssen. Rach einer qualvollen Fahrt gelang es ihm schließlich, das Venttl zu lockern und völlig erschöpft in der Rähe von Königsberg zu landen. Am 31. Juli 1901 unternahm er dann mit Professor B e r s o n, dessen 70. Geburtstag am 6. August 1929 in der ganzen wissenschaftlichen Welt festlich begangen wurde, eine der erfolgreichsten Ballonfahrten aller Zeiten. Der Freiballon „Preußen", der auf dem Tempelhofer Feld in Berlin startete, faßte 8400 Kubikmeter. Bei 6000 Meter Höhe wurden 12 Grad unter Rull festgestellt. Vier Stunden nach dem Aufstieg waren die beiden Forscher in 9000 Meter Höhe, wo schon 30 Grad unter Rull waren. Als die Zehntausendmeter-Grenze überschritten war, fühlten sich die beiten Männer so schwach, daß sie nicht mehr fähig waren, genau zu beobachten und wissenschaftliche Aufzeichnungen zu machen. Rach fünf Stunden hatten sie eine Höhe von 10800 Meter erreicht, die höchste Höhe, in die ein Freiballon bis dahin gelangt war. Die Schwierigkeiten bestandet weniger in der Lieberwindung ter Kälte als in der Regelung • der-Sauer st offzufuhr. Berson wurde ohnmächtig und verlor seinen Atmungsschlauchc Schließlich brach auch Süring zusammen. Wie es gerommen ist. daß der Ballon schließlich niederging, ob Süring noch rechtzeitig das Venttl gezogen hat, ober ob die Rettung einem glücklichen Zulall zu danken war, das konnten weder er, noch Berson, noch jemand sonst in der Wett später feststellen. Jedenfalls gelang eine glatte Landung, und die wissenschaftliche Ausbeute dieses Fluges war bedeutend. Die Höhenrekorde im Freiballon wurden von den Männern gebrochen, die im Flugzeug in die Stratosphäre einzudringen versuchten. Im ersten Jahrzehnt unseres Jahrhunderts war freilich an einen Wettbewerb zwischen Ballon un£> Flugzeug noch nicht zu denken. Wilbur Wright konnte sich am 18. Dezember 1908 nur hundert Meter über den Erboten erheben. Etwa ein Paris, 28. Mai. (WTB.) In ber Kammer kam es heute nachmittag bereits bei ber Debatte über die Festsetzung ber Interpellationen über bic Außenpolitik zu einer Auseinandersetzung zwischen dem Hauptinterpellanten Franklin- Bouillon und Außenminister B r i a n d. Franklin-Bouillon erklärte, er habe seine Interpellation eingebracht, weil bas CommuniguL über den letzten Ministerrat besagte, die Regierung habe Brianb einmütig zu ben in Genf erzielten Ergebnissen beglückwünscht. Er, Franklin-Bouillon, könne Brianb kein Vertrauen schenken. Die Kammer habe Brianb einmütig ben Auftrag erteilt, ben A n - schluß zu bekämpfen. Brianb sei aber Henderson gefolgt, ber burchsetzte, baß bic Anschlußfrage auf bas wirtschaftliche Gebiet g e • schoben würbe. Brianb hätte sagen müssen, bie Anschlußfrage sei nur zu 20 Prozent eine wirtschaftliche unb zu 80 Prozent eine politische Frage. Der Auftrag, ben bie französische Kammer Brianb gegeben habe, sei nur unvollkommen erfüllt worden. Frankreich habe nur zwei Monctte gewonnen hinsichtlich ber grundsätzlichen Frage und sechs Monate hinsichtlich der Vertagung aller Schwierigkeiten. In Wirklichkeit habe Frankreich nichts erreicht. Außenminister Briand erklärte, bie Kammer habe ihren Willen beteuert, die Regierung möge dieses Unternehmen verhindern. Die französische Delegation beim Völkerbund habe diese Aufgabe nach besten Kräften erfüllt. Franklin-Bouillon habe früher einmal die Solidarität ber Freunde Frankreichs in Zweifel gezogen. Diesmal habe er aber nicht zu wiederholen gewagt, daß Frankreich in Genf isoliert sei. In ber französischen Denkschrift sei heroorgeho- ben worden, baß man keinen Unterschieb zwischen ber politischen unb ber wirtschaftlichen Unabhängigkeit Oesterreichs machen könne. Sei das etwa ein Verzicht der französischen Regierung auf bie französische These? Da Oesterreich unb Deutschland nicht mit Englanb unb Frankreich in juristischer Hinsicht einig gewesen seien, habe man bie Angelegenheit vor ben Haager Gerichtshof gebracht. Das entspreche ber Gepflogenheit, unb bas sei kein Verrat. Die Anschlußaffäre sei gehemmt worben. Schober habe zweimal erklärt, Oesterreich würbe sich ber Fortsetzung ber Verhandlungen mit Deutschlanb enthalten, solange bas Haager Gericht nicht gesprochen habe. Die Rechte Frankreichs seien nieißals aufgegeben Worten und niemals sei er, Briand, in Genf mit einer solchen Atmosphäre ter Herrlichkeit und Sympathie umgeben gewesen tote diesmal. Man habe vor der Genfer Tagung behaup- Oie Reparaiionssrage in Chequers. Paris mutz beschwichtigt werden. London, 28. Mai. (TU. Funkspruch.1 3n einem Leitartikel wendet sich ter „Daily Herald" gegen die neuerliche Rervosität der französischen Presse im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Besuch der deutschen Minister in London. Die Pariser Presse scheine es als eine Art Verbrechen zu betrachten, daß die deutschen Minister mit den englischen Ministern über die Reparationen sprechen würden und eS sei nach französischer Meinung offenbar unschicklich, daß die englischen Minister ihnen zuhörten. Das sei natürlich alles Unsinn. Die Deutschen hätten vielleicht klüger gehantelt, wenn sie die Frage ter Reparationen und der Kriegsschulden während der Wirtschaftsverhandlungen in Genf aufgerollt hätten. Aber auch dann würde man wohl einen ähnlichen ärgerlichen Protest in Paris erlebt haben. Brüning und Cur- tius hätten jedoch ganz offenkundig das Recht, die Frage zuerst mit England zu erörtern. Alles, was sie zu sagen hätten, werde höflichst angehört und ernstlich erwogen werden. Dennmh"ly lelegrapt)* 'S bet betifjdjcn folgenden vier mlerbreilet wer- injfonfetenj m bic IHöglidjfeil Horalotlums und Repata- i. bie beullche. noch : wenig günstigen |fa etnillid) t> , Erwägung liehen alisgeb^ 'Wen, a. wl?«- Ä >5* Qt8 etS bledeutsL ”6® »Nlchijf ML 'by«n». »Ich ™9«ni>g„r, >d°i St4| iS»11®* ^Trotte. SSM öabe feinen kt Itoar ärger« ^elvvtsentver« Am Unter« ^'Wirtschaft, Ri den ^echt habe, N hierzu lubung beschleunl- b.mdenTläu« haben . die Tatsachen als zu war« plötzlich aus« Je«. gegen IHuffolinL zum SWe ^ n ben *■$*“ Jncn Domben- Srfereitdunb -haMg ^5 £ Staats* dementsmE Das im „M-Guinea. gartet eiM^ nU’!SÄert ^?am°beren Ml ein- mit seiek" . BwÄu ihn und HW Deutschen iche J* w Farben SÄft**- L^rpedovef - derLsich cm ein. Fläche" , Db^lSoot , trascl".? ttci .*«<*•* chM M älte^ ^e^undkonnk J uni’K ”u *T* Frauen wurden in das Kindergenesungsheim ge« Bungen Tagungen und Kongresse 22 das die eindrucksvolle Tagung, an deren Ende unt^r weihevollem Orgelklang nach alter Tradition Deutschlandlied erklang. Geisteskranke ein Messer und stachaufdiebei« den Unterleib beibrachte. Die beiden verletzten den Frauen e i n denen er sehr schwere Der- F...... ....v Ä" letzungen beibrachte. Nach vollbrachter Tat verübte bracht, wo die Braut ihren schweren Derlei er einen Selbstmordversuch, indem er sich Stiche In noch im Lause des Nachmittags e r l e g en i Reichstagung des Deutschen Republikanischen Lehrerbundes. 3n Darmstadt hält der Deutsche Republik konische Lehrerbund seine diesjährige Tagung ab, die zugleich als erster Kursus staatsbürgerlicher Erziehung für Hessen, Hessen-Nassau und Nheinprovinz durchgeführt wird. Der hessische Staatspräsident, Dr. Adelung, erklärt« in seiner Begrüßungsansprache: Zu keiner Zeit sei unserem Volke Erziehung zu staatsbürgerlicher Gesinnung und Betätigung nötiger gewesen als gegenwärtig. Wenn auch wohl angenommen werden dürfe, daß ein mit schulischem Wissen so burchgebildcteS Bolk wie das deutsche, nur in der demokratisch- republikanischen Staatsidee die einzig mögliche Grundlage seines Staatslcbens sehen werde, so zeigten doch die Vorgänge der jüngsten Gegenwart, daß es an der unerläßlichen Voraussetzung hierzu, an der bewußten, planvollen Gestaltung des Staatslebens durch Einordnung des einzelnen In das Dolksganze und seiner jederzeit verantwortlichen Betätigung dem Vvlls- ganzen gegenüber noch sehr bedenklich mangele. — Die Haupttagung brachte folgende Verträge: „Die Republik als Dolksstaat" (Prvf. Dr. H e l - le r-Berlin), „Pflege des republikanischen Gedankens in der Volksschule" (Lehrer Krebs- Brandenburg), „Politische Erziehung zur Demokratie" (Prof. Dr. Kantorowicz - Frankfurt a. Olt), „Aufstieg der Begabten aus der proletarischen Jugend zur höheren Bildung" (Obcr- studienbirektor Landsberg- Berlin). Eine Kundgebung beschloß die Haupttagung. Unter dem Motto: „Unser Kampf um die Republik' sprachen hier Staatspräsident Dr. Adelung, Prof. Nölting. Frankfurt, Dipl.-Handels- auslöste. Der Redner betonte, wenn wir die Ge- burtenverhütung in jedem beliebigen Falle als eine selbstverständliche Errungenschaft moderner Zivilisation erklären, so kann es nicht ausbleiben, daß die Gcsamtmoral, die sittliche Unbeherrschtheit unseres Volkes noch tiefer sinkt als sie gesunken ist. Geben wir unserem Volke den Rat, zu planmäßiger Geburtenverhlltung durch bequeme Verhütungsmittel, so ist dies nichts anderes als ihm die Mittel zum langsamen Selbstmord in die Hand zu geben. Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie darf nicht die Verantwortung auf sich nehmen, das deutsche Volk auf diesem abschüssigen, zum Niedergang füh« renben Weg zu verweisen. — Als Ergebnis der Aussprache wurde folgender Leitsatz angenommen: Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie anerkennt die Einrichtung von Ehe- und Sexualberatungsstellen. Sie verlangt jedoch, daß diese Stellen nur von solchen Aerzten, die sich auch ihrer Verantwortung für die Zukunft des deutschen Volkes bewußt sind, narb ärztlichen Grundsätzen geleitet werden. Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie legt ganz besonders Verwahrung dagegen ein, daß solche Be- ratungsstellen zu Einrichtungen herabgewürdigt werden, die nur der Verbreitung antikonzeptioneller Mittel dienen sollen. Oer Verein Deutscher Chemiker in Wien. 3n Wien wurde die 44. Hauptversammlung des Vereins Deutscher Chemiker vom Vorsitzenden Prof. Dr. Duden in Anwesenheit des Bundes- Präsidenten, des deutschen Gesandten, Mitgliedern der österreichischen Regierung, Vertretern des Rathauses, der Wiener Hochschulen, der Akademie der Wissenschaften und anderer wissenschaftlicher Organisationen eröffnet. Bundespräsident M i k l a s begrüßte hierauf die Tagung deutscher Chemiker in herzlichsten Worten. Gesandter Dr. Rieth überbrachte die Grüße der Reichsregierung. Vor Beginn der Vorträge erfolgten verschiedene Ehrungen seitens des Vereins. Der Deutsche Lehrerverein in Frankfurt. Frankfurt a.M., 28. Mai. Die zweite Haupt- Versammlung des Deutschen Lehrervereins am Don- nerstagvormittag hatte wiederum eine außerordentlich starke Beteiligung aufzuweisen. Nach einer Reihe von Begrüßungsreden hielt Universitätsprofessor Ernst Hoffmann (Heidelberg) einen Dortrag über „Weltanschauung, Erziehung und Schule". — Als nächster Redner behandelte der Dorsitzende des Hessischen Lehrerverbandes, Rektor Reiber (Darm- stadt), das Thema „Schule in Gefahr". Deutschlands Lehrer empfinden es als Gewisfenspflicht, eindringlich zu warnen vor den Anariffen auf die Schule und auf die Aufwendungen für die Jugend, befon» ders vor den Angriffen auf die sozialen und schul, gesundheitlichen Einrichtungen der Schulen. Die deutsche Schule ist zum Sparobjekt geworden, und große Körperschaften und Organisationen schlagen noch weitere Maßnahmen vor. Das war noch nie in Zeiten der Not der Fall, stets hat man da begriffen, daß gerade bann der Schule eine besonders pfleg« licye Behandlung zukommen müsse. Eine im Sinne des Referats gehaltene Entschließung wurde einstimmig angenommen. Als Abschluß der Tagung wurde noch einmal Stellung zu der Frage der Gehaltskürzung der Beamtenschaft genommen und In einer Entschließung zum Ausdruck gebracht, daß die Geduld der Beamten einer weiteren Belastungsprobe nicht mehr standhalte. Niemand sollte den Warnungsruf überhören. pfmgsttagung des Allgemeinen Deutschen Lehrerinnenvereins. Unter dem Thema „Elternhaus und Schule" fand die zweite öffentliche Versammlung des in Stuttgart tagenden ADLV. statt. Frau Direktorin Gl Inzer- Hamburg klärte die Erziehungsschwierigkeiten, die heute für Eltern und Schule bestehen, da die lieber» Lieferung sie im Stich läßt und das öffentliche Leben nicht nach erzieherischen Grundsätzen verfährt. Um so mehr müssen neben der Schule auch Väter und Mütter es sich angelegen sein lassen, ihre Ergiehungs- fünft planvoll auszubilden. Die dritte öffentliche Versammlung in der Liederhalle brachte noch eine Reihe von Begrüßungen. Die folgenden drei Dor- träge unter dem Thema „Gegenwartsforderungen an Unterricht und Leben der Schule" führten mitten hinein in die Innere Berufsarbeit. Dom Standpunkt der höheren Schule, der Volksschule und der Berufs« schule aus wiesen die Rednerinnen — Frau Studiendirektorin Dr. Susanne E n g e I m a n n > Berlin, Frau Hauptlehrerin Z e h r i n g e r - Furtwan- gen und Frau Berufsschullehrerin G e r ft n e r • Nürnberg — nach, daß Stoffauswahl und Methode unter den Anforderungen der Gegenwart gesehen werden müssen. Aus reicher pädagogischer Erfahrung geschöpft, entstand ein Bild der modernen Schule, d. h. einer der Welt draußen ausgeschlossenen Schule, die sich doch die ihrer Eigennatur entsprechende Ge- ftaltung und Form bewahren muß. Mit dem Wort Stefan Georges: Herr der Zukunft ist, wer sich wandeln kann — und mit dem Bekenntnis: Wir wollen unsere Arbeit leisten im Dienste an der Jugend des deutschen Volkes, schloß Frau Beckmann Frankfurt a.M., 26.Mai. (WSN.) Die __ Tagung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie brachte eine ausführliche Diskussion über den Fragenkomplex der Jndikationsstellung präventiver Maßnahmen. Die Einstellung der Gesellschaft in dieser Frage erwies sich deutlich in der Zustimmung, die alle Diskussionsredner fanden, die unter Berücksichtigung gerade der ethischen und bevölkerungspolitischen Probleme scharfe ärztliche In di- kationsstellung forderten. Sie dokumentierte sich am klarsten durch den lebhaften Beifall, den der Vortrag oon Geheimrat oon F r a n k e - Bonn lehrer Duß, Frankfurt und Rektor Reiber. Mitglied des Hessischen Landtags. Der morgige dritte Tag dient der Beratung interner Angelegenheiten. Oie Hamburger Tagung der Deutschen Philologen. Auf dem Derbandstag des Deutschen Pbilolo- genverbande» setzte sich der erste Vorsitzende Oberstudiendirektor Dr.Dehre nd mit den Vorwürfen auseinander, die gegen die höheren Schulen erhoben würden. Wenn der Mittelschulleh- rer und VolkSschullehrer an erster Stelle ständen im Kampf um das sogenannte Berechn» gungSwesen, so sei der Anstoß zu dieser Lleberfpannung gerade von ihnen ausgegangen, denn sie seien die ersten gewesen, die die höArs Vorbildung für sich selbst durchgcseht und damit das Signal dazu gegeben hätten. Wenn das Reichsministerium des 3nnern glaube, durch so- a«nannte Vereinbarungen etwas zu ändern, so sei das eine Täuschung, denn die mittlere Reife, die man hier schaffe, sei etwas ganz anderes und die Eltern, die den Versprechungen. glaubten, würden eine schwere Enttäuschung erleben. Der zweite Vorsitzende, Studienrat Dr. Bvhlsen, sprach über „Wirtschaftslage und Lebensgestaltung in Deutschland". Der dritte Vorsitzende. Oberstudiendirektor L u s ch e y , sprach Über „Deutsches Volkstum und deutsche Schulen im Grenz- und Auslande". 3n der geschäftlichen Sitzung wurde eine Reihe von Entschließungen angenommen. 3n der einen hält der Verband entschieden an dem bisherigen Charakter der höheren Schule als wissenschaftliche Leistungsschule und Vorbereitungsstätte für die Hochschule fest und bekämpft jeden Versuch, ihre Leistungshöhe durch Kürzung dcS neunjährigen Lehrganges, durch Untergrabung der wissenschaftlichen Ausbildung herabzudrücken. — Eine zweite fordert, daß die Behörden bei der Arbeitsfürsorge und -schaffung die 3ugend der höheren Schulen und Hochschulen nicht vergessen. Weiter verlangt der Verband Maßnahmen, um die 3ungphilv- logen im Berufe unterzubringen und sie, soweit das nicht möglich ist, in andere Berufe überzuleiten. Die deutschen Gynäkologen in Frankfurt a. Main. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 29. Mai 1931. Kastanien -Kandelaber. Verschwenderisch und in leidenschaftlichem Heber- schwang lodern die Blütenfeuer der Obstbäum«, Beerensträucher und Zierhecken. 3Hre zahllosen weihen und roten Flämmchen übersprühen Geäst und Laub, daß weithin Wipfel und Büsche wie überschneit leuchten. Kühler, feierlicher dagegen, nicht so sehr auf Fernwirkung als auf prunkvolle Krönung deS Weges bestimmt, den sie säumen, oder des Gar- tenemgangs, den sie flankieren, blühen die Kastanienbäume. Kühl schattet das satte Grün ihrer mächtigen, kunstvoll gebauten Blättcr- kuppeln. Immer stehen an einem Ast zwei meist siebenfingerige Dlätterhände einander gegenüber und bilden sowohl mit dem vorangehenden wie mit dem nächstfolgenden Dlätterpaar ein Kreuz. So hat jedes Blatt Raum genug sich zu entfalten und keinS nimmt einem andern die Sonne. Cs ist eine geordnete Gemeinschaft und darum so stark gefügt. Breit ausladend und stolz empor wölben Die Wipfel ihre grünen Kuppeln in den blauen Aether. Feierlich strahlen die zu kleinen Pyramiden, zu vielarmigen Leuchtern vereinten Einzelblüten von den Spitzen der Zweige, wo sie wie Kerzen aus dem Weihnachtsbaum sitzen. Scharf hebt sich lhr gehäuftes Licht von dem dahinter liegenden Schattendüster des Blätterdickichts ab. So läßt der Helle Schein der Laternen, Lampen und Fackeln das Dunkel der Nacht, aus dem sie aufflammen, nur um so tiefer erscheinen. Wahre Wunderwerke sind die kleinen Lichterpyramiden, diese Dlütenleuchter. Niedliche dreistöckige Duft- und Honigtempel, in denen summende Dienen und Hummeln das Mysterium der Befruchtung besorgen, während sie sich am Nektar der Dlütenborne schwärmerisch berauschen, 3n der breiten unteren Etage der Pyramide sitzen nur weibliche Blüten, darüber wohnen di« männlichen und in der Spitze die Zwitter. Die Zwitter sowohl wie die männlichen Blüten bestäuben die eifrigen Honigschlecker reichlich mit ihrem Pollenstaub. Nur den unteren Blüten gibt der am Grund kräftige und verdickte Stengel Halt genug, daß sie sich zu den schweren Stachelkugeln der Früchte entwickeln können. 3hren Namen verdanken sie der Aehnlichkeit mit den Früchten der echten Kastanie, obwohl die Roßkastanie sonst nichts mit dem edlen Daum, der in gelblichen Kätzchen blüht, zu tun hat. 3hm soll die thessalische Stadt Kastana den Namen gegeben haben. DiS dorthin wurde der einst in unfern Wäldern heimische Daum durch die Eiszeit zu- rückgedrängt, kam aber später wieder in Südeuropa zur Ausbreitung. Die Ortschaften 6a- stagnola bei Lugano und Kastanienbaum bei Luzern haben sich nach ihm benannt. Es gibt keine schönere Allee, als eine vom Kastamenbäumen überschattete, von Kaftan ien- Kandelabern beleuchtete. Noch in den späten Stunden der Dämmerung und des ersten Abend- dunkel« strahlt ein stilles magisches Licht von den Dlütenleuchtem. Und es gibt keine geschütztere Ruhebank, als unter einem Kastanienbaum. Der Regen mag in das Blätterdickicht trommeln. Cs schirmt sicher. Auch gegen die heißeste Mittagssonne, die höchstens mit einigen spärlichen Strahlen da und dort kleine Tupfen und Kringel auf den Gartenland brennen kann, daß er gescheckt erscheint wie ein PantherfelL. Lind die Drummerliedchen der Bienen und Hummeln stimmen alltagsentrückt und verträumt wie zart gezupfte Gitarren in der Landschaft. P. D. Bornotizen. —• Tageskalender für Freitag: Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Der Schrecken der Gar- nifon". — Volkshochschule. Man schreibt uns: Der nächste „Pflanzenkundliche Ausflug" unter Leitung von Inspektor Rehnelt führt die 3ntercffenten am Sonntag, 7. 3unt, in den Vogelsberg. Damit die Wanderung ohne große Anstrengung in einem Tage bequem ausgesührt werden kann, ist die Beschaffung eines Postautos vorgesehen, das die Teilnehmer bis nach Ulrichstein bringen soll. Die anschließende Wanderung durch den Oberwald dürfte neben dem landschaftlichen Reiz vor allem in botanischer Hinsicht sehr viel 3nteressantes bringen. Don besonderem Wert dürfte die Führung durch das Hochmoor fein. Die Rückfahrt erfolgt von Breungeshain au«, so daß die Teilnehmer um 20 Ahr spätestens wieder zu Hause fein werden. Näheres ist auS der heutigen Anzeige zu ersehen. * ** Grohstadtprogramm der Som - merfpfelzeit des Gießener Stadttheaters. Man schreibt uns: Der bunte Wechsel verschiedener Prominenten-Ensembles. wird in Gießen während der Sommermonate angeregteste Unterhaltung bringen. Man wird vor allem Berlin und auch evtl. Teile des Theaters im Reich hier zeigen, und die Vergleichsmöglichkeit wird für den Theaterkenner und Theaterfreund äußerst anregenb fein. — Sterks Lustspiel „Liebe — un- modern" ist eine- der eingespieltesten Stücke des Berliner Kleinen Theaters. 3m Mittelpunkt steht die bekannte Tonfilmschauspielerin Grete Rein- Wald. 3m folgenden Gastspiel wird die Schau- spielerin Lottina Baart mit E. L. Franken Seit Generationen dienen die Öle der Oliven und Palmen Frauen von Kultur zur Reinigung der Haut. Aus diesen Ölen wird heute in besonderer Mischung mit Kokosnußöl eine Seife hergestellt, die von Schönheits • Spezialisten in der ganzen Welt als ideale Teintseife betrachtet wird — Palmolive. • • • und warum Palmolive-Seife bevorzugt wird Auf Grund des besonderen Mischungsverhältnisses der in Palmolive enthaltenen Pflanzenöle ist diese Seife ganz besonders für die zarte Haut des Gesichts geeignet. Ihr milder, lindernder Schaum dringt tief in die Poren ein, reinigt die Haut gründlich und verleiht ihr eine Weichheit und Frische,die die Grundbedingungen für einen zarten und gesundenTeint sind. Eine ganz einfache Behandlung Mutieren Sie den Schaum der Palmolive-Seife 2 Minuten lang tanfe in die Haut ein. Spülen Sie dann solange mit warmem Wasser, bit Sie utsichlich fühlen können, daß die Haut von Unreinheiten, Schmutz und Schminke befreit ist. Ganz «um Schluß spülen Sie mit kaltem Wasser. So — ist das nicht wirklich erfrischend ? Sie können sich den Luxut leisten. Palmolive auch für das Bad zu benutzen. Auch dafür ist sie genau so wundervoll wie für das Gesicht. Palmolive G. m. b. H.. B erl i n-W11 m e rs d orf O wolkenlos. <3 netter. Qhalt) Bedeckt. 9 wolkig. • Bedeckt, • itege^ «Schnee atirauoem ■Hebel KOtwit'er .©windstille.Oxsde «eichte» Oss «irriger SOdsodWest b stürmische» «ordwejt die Piene fliegen mit dem winde. Ole Beiden Stationen Menenden Zahlen oeoen die Temperatur an. Pie Linien verbinden Orte mit Vielehe» auf-Meerc$nlveau umoerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Die Störungstätigkeit wurde in den gestrigen Abendstunden in unserem Bezirk durch vorübergehende Gewitter mit Regen eingeleitet, was eine geringe Abkühlung zur Folge hatte. Von Westen her dringen weiterhin Tiefdruckgebiete chtwärts vor, so daß die seitherige Beständigkeit der Wetterlage nicht mehr standhält. Wenn auch die Witterung keinen unfreundlichen Charakter annimmt, so ist doch vor- übergehend mit Gewittertätigkeit oder etwas Gewitterregen zu rechnen. Jin allgemeinen bleibt es noch warm, jedoch find die Temperaturen infolge der Gewitterstörungen gewissen Schwankungen unterworfen. Aussichten für Samstag: Teils bewölkt, teils aufheiternd, schwül, vereinzelte Gewitterstörun- gen oder gewitterartige Niederschläge mit vorübergehender Abkühlung. Aussichten für Sonntag: Weiterhin zu Gewitter neigendes, im ganzen aber noch warmes Wetter. Lufttemperaturen am 28. Mai: mittags 28,7 Grad Celsius, abends 19 Grad, am 29. Mai: morgens» 16,9 Grad. Maximum 30,4 Grad, Minimum 15 Grad. — Erdtemvergturen in 10 cm Tiefe am 28. Mai: abends 28,8 Grad; am 29. Mat: morgens 20,6 Grad. — Niederschläge 2,4 mm. — Sonnenscheindauer 12 Stunden. zusammen in Ossip DymowS Stück .Nju" gast leren. " Versteigerung von Sunbgegen- stänben. Am nächsten Mittwoch, 14 Ahr, toerben auf dem Polizeiamt, Landgraf-PhilippS- Platz 1, abgelieferte und noch nicht abgeholt« FundgegenftäTLde öfientlich gegen Barzahlung versteigert. (Siehe heutige Anzeige.) (Weitere Lokalnachrichtcn im 3. Blatt) Kirchliche Nachrichten. Israelitische HcUgionegemelnbc. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstaa, 30. Mai. Vorabend: 7.45 Uhr: morgens 8.30; abends 8.40 und 9.20 phr. Die Wetterlage. Warum diese reine Pflanzenöl-Seife auf Ihren Teint wohltuend wirkt. 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UmD Der Vorstand. | Vereine- Volkshochschule PHanzenknndl. Ausflug In d. Vogelsberg Sonntag. 7. Juni, Führung. Juso. Rehnelt. 3659D Hin- und Rückfahrt tm Postauio. Abf. 6 Uhr vünktl. v. Lud- wtgsplatz n. Ulrichstein. Wanderung d. den Oberwald. Rückfahrt ISVa Uhr von Breungeshain. (Äebühreinschl.,^abrt 5 RM. Lleldungen mit gleichzeitig. Entrichtung deöBetragS bis zum 2. Juni auf der Geschäftsstelle, Wolsstrahe 20 patt, Eingang Kuiserullee. UllllllllllllllltilllllllllllllllU Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen, besonders für die liebevolle Pflege im katholischen Schwesternhause und der evangelischen Gemeindeschwester während ihrer langen Krankheit, auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Jakob Enkirch und Kinder. Bade-Mäntel für Damen und Herren 11.50,18 50, 10.50 Gestern abend 8 Uhr entschlief sanft nach langem schweren Leiden in der chirurgischen Klinik zu Gießen unser lieber treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater und Onkel WeiWoderineister Heinrich Rinn VH. Frottierhandtücher solide Qualitäten 0.96, 0,68, Danksagung. Für die zahlreichen Beweise inniger Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben, teuren Entschlafenen sprechen wir unseren herzlichsten Dank aus. Familien Gernhard u. Müller. 45Ü 4JXT Verein Rudersport Gießen 1913 undAkad.Ruder- abteilung e.V. Samstag, 30. Mai abends 8.30 Uhr Vorstandssitzung. 9 Uhr Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Eingänge. 2. Wahl des 2. Kassierers. 3 Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet [3656 D Der Vorstand. Damen-Kragen moderne Formen 0.96, 0,80, aus guten Stoffen, fältchen-und II » kordelartig verarbeit., i. all.Weit. 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Naturgemäß am stärksten vertreten waren die Gebirgsvereine der näheren Umgebung: Taunusklub, Odenwaldklub, Spessart- bund, Ryönklub, Oberhessischer Gebirgs-Verein (Sitz Warburg), Westerwaldverein und L o - gelsberger Höhen-Club, die mit etwa 50 weiteren Gebirgs- und Wandervereinen den Reichsverband bilden und die stattliche Zahl von 250 000 Wanderern umfassen, mit den Familienmitgliedern etwa eine Million Wandernder. Die meisten der vorgenannten Vereine sind Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts ins Leben gerufen worden, als eine mächtige Welle des Rational- und Heimatgefühls, als Folge des siegreichen Krieges und der Einigung der deutschen Männer, unser Vaterland durchpulste. Es regte sich der Drang, die Gaue des geeinten Vaterlands zu durchwandern, um sie und die Volksgenossen kennenzulernen. Einer der Milgründer dieses Verbandes war der Vogelsberger Höhen-Club (DHC.), der jetzt am 30. urch 31. Mai seine 50-Jahr- Feier in Schotten begeht. Er ist am 22. Mai 1881 in Schotten von vierzehn heimatliebenden Männern ins Leben gerufen worden, in der richtigen Erkenntnis, daß es an der Zeit sei, auch den viel verkannten Vogelsberg, das hessische „Sibirien", seines bis dahin üblen Ruses der Unwirtlichkeit und Unkultur zu entreißen. Eine rührige Werbearbeit ließ in wenigen Monaten 17 Zweigvereine (damals Sektionen genannt) erstehen: Alsfeld, Dirstein, Dü- dingen, Darmstadt, Gedern, Gießen, Grünberg, Herbstein-Grebenhain, Hirzenhain, Hoin- berg-Schweinsberg, Laubach, Lauterbach, Ridda, Orlenberg, Schlitz, Schotten, Ulrichstein. In sechzehn von diesen Orten bestehen heute noch blühende Zweigvereine. Schon am 12. September 1881 fand die erste Generalversammlung in Ulrichstein statt. Dort wurde der VHC. durch Satzungen und Wahl eines Zentralauschusses fest begründet. Es folgten in den nächsten Jahren eine ganze Anzahl neuer Zweigvereine, meist im und am Vogelsberg, die aber zum Teil wieder eingingen. In dem Schriftchen, das zum 25. Jubiläum des DHC. 1906 herausgegeben wurde, heißt es: „Grund für diese Auslösung war Wohl meist die weite Entfernung vom Dereinsgebiet und das dadurch geminderte Interesse." Ein großer Irrtum, wie sich bald Herausstellen sollte! 1906 bestehen 20 Zwcigvereine mit rund 1000 Mitgliedern. auf welcher Zahl sich seit 1881 fast ständig der Gesamt-VHC. gehalten hatte. 1908 hat der VHC. bereits etwa 30 Zweigvereine mit über 2000 Mitgliedern. Wie war das möglich? Schon 1907 war es gelungen, in Frankfurt einen Zweigverein ins Leben zu rufen. Dessen Gründer und bis zu seinem vor kurzem erfolgten Tode ständiger erster Vorsitzender war unser unvergeßlicher Vater Dender (Prof. Gg. Dender). Er erwies sich als ein großer Organisator, dem der VHC. einen ungeahnten Aufschwung verdankt. Eine ganze Anzahl von Zweigvereinen stampfte er sozusagen aus dem Doden, fern dem eigentlichen Dereinsgebiet, im Maintal, im Kinzigtal, in der Wetterau, in Fulda am Fuße der Rhön, in Mainz, Worms, Kassel, ja im fernen Berlin! Die Mitgliederzahl verdoppelte, verdreifachte, verfünffachte sich. Dieser Aufschwung lag, wie man zu sagen pflegt, in der Luft, haben doch auch andre Gebirgs- und Wandervereine in derselben Zeitspanne ähnlichen Zuwachs zu verzeichnen gehabt. Deim VHC. war er aber nur dadurch möglich geworden, daß sich der Verein, unter dem steten Einfluß des, Dundes, ans einer Geselligkeit pflegenden Vereinigung der Dogelsbergfreunde zur Hebung, des Verkehrs im Vogelsberg immer mehr zu einer G e i st e s - gemeinschaft volkstreuer Oberhes- fen entwickelte. Dor Stamm und Kern aller nicht im Arbeitsgebiet gelegener Zweigvereine Baukunst und Briefmarke. Von M. Büttner. Man könnte daran zweifeln, daß Daukunst rind Driefmarke irgendwie miteinander verwandt find. Den Beweis dafür aber erbrachte vor einiger Zeit die Postverwaltung Brasilien, als sie zum 4. Panamerikanischen Architektenkongreh in Rio de Janeiro drei Erinnerungsmarken her- ousgab. Sie huldigen in phantastisch-symbolischen Darstellungen der modernen Daukunst. Auf der 100-Reis-Marke leuchtet die Sonne zwischen den Dergen von Rio und bestrahlt eine überirdische, hoch in den Himmel ragende Dauvisivn. Im Hintergrund der 200-Reis-Marke steigen moderne Hochbauten empor, zu denen eine Men- fchengruppe bewundernd aufblickt. Der 300-Reis- Wert zeigt ein nächtliches Bild; in der Ferne den Zuckerhutfelscn von Rio mit dem Kreuz des Südens darüber, im Vordergrund einen Säulenbau aus Deton. Die Markensammler wissen, daß auch ohne Architektenlagungen oder Dau-Ausstellungen der Kunst des Bauens mancher Ehrenplatz auf Post- tocrtzeichen eingeräumt worden ist. Besonders reich vertreten sind die klassischen Werke des Altertums oder doch die Uebcrreste, die der Zahn der Zeit bis heute verschont hat. Sehen wir uns zunächst ein wenig in Europa um. Mit berechtigtem Stolz erinnert die Post Griechenlands an den architektonischen Ruhm des alten Hellas, wenn sie ihre Marken mit der Akropolis ober dem herrlichen Theseustempel schmückt. Auf den Albumblättern von Italien findet der Sammler altrömische Baudenkmäler, wie die Engelsburg. das Kapitol und die Peterskirche des Vatikans. Anderen Römerbauten aus jener Zeit werden wir später in anderen Erdteilen begegnen. Jüngere, aber nicht weniger ehrwürdige Werke erscheinen auf deutschen Postwertzeichen. Der romanische Baustil wird durch die Wartburg bei Eisenach und den Dom zu Speyer vertreten, der gotische durch die Marienburg, den Kölner Jom und das Aachener Münster. Prächtige Dei- schiele für Gotik, Barock und Renaissance bieten österreichische Marken: den Wiener Stephansdom, ist stets eine Gruppe heimattreuer Vogelsberger oder Oberhessen. Richt etwa, daß in den ersten zweieinhalb Jahrzehnten weniger geleistet worden wäre! Das in dieser Zeit Erstrebte und Erreichte ist staunenswert: Einführung eines Vogelsberger Volksfestes, das als „H o h e r o d s k o p s f e st" jährlich den ganzen Vogelsberg versammelte. Wegweiser und Wegbezeichnungen. Aussichtsgerüste, ein Sommer- wohnungsverzeichnis, Karten des Wandergebiets, der Dogelsbergsührer von Prof. Buchner, Gießen, später von Prof. R o e s ch e n erweitert, Dau eines Clubhauses auf dem Hoherodskopf (1887/88), vergrößert 1895, und weiter ausgebaut durch den Zweigverein Taufstein, Gießen 1905. Die Männer, die das alles geplant und geschaffen haben, werden unvergessen bleiben im DHC. Don den Schottener Gründern taten sich besonders hervor der erste Dorsihende des Gesamt-Dercins, Steuerkommissar Klingelhöffer (leiderschon 1885 gestorben), Rendant Wolfschmidt und Postverwalter Cellarius als Rechner und Clubhausverwalter. Ferner Apotheker Carl Scriba und Carl Glock, ersterer als Schriftführer, letzterer als Rechner und Hausverwalter. Don 1899 an finden wir dann einen Mann im Dorstand, der bis heute, also 32 Jahre lang, sein Leben dem DHC. gewidmet hat. Es ist unser im ganzen DHC. bekannter und verehrter Carl L i n ck, 40 Jahre als Lehrer in Rudingshain, jetzt im Ruhestand in Schotten. Was er in allen möglichen Aemtern und Ausschüssen, besonders aber als Schriftleiter des „Frischauf", der Der- einszeitschrift, geleistet hat, ist ein besonderes Kapitel im VHC.-Leben. Die Vorsitzenden der ersten 25 Jahre waren nach Klingelhöffers Tode von 1885 bis 1888 Kreisrat Dr. Wolf, Forstmeister Diefenbach von 1888 bis zu seiner Versetzung nach Darmstadt, Oberamtsrichter Rispel, der wohl beliebteste und volkstümlichste Leiter des VHC., dessen plötzliches Ableben im Spätherbst 1913 eine tiefe Trauer ouslöste. Kreisdirektor Dr. M e r ck folgte ihm bis zu seiner im Herbst 1915 durch Berufung in die Verwaltung des besetzten Polens bedingien Riederlegung des Vorsitzes. Seitdem leitet der Verfasser dieses Aufsatzes die Geschicke des DHC. Andere um den DHC. verdiente Männer waren Geh. Kommerzienrat Buderus in Hirzenhain, die Lauterbacher Becker und S t ö p l e r, und Rechnungsrat Heinrich Bruchhäufer, der den Zweigverein Darmstadt wieder auf die Beine stellte und im erweiterten Dorstand des Gesamtvereins lange Jahre fleißig mitarbeitete. Don den noch Lebenden müssen Zahnarzt Jäger, Gießen, und Carl Finger in Lauterbach genannt werden, nicht zu vergessen unseres alten Clubwirts Johs. Stein, der 40 Jahre lang die Clubwirtschaft auf dem Hoherodskopf geführt hat und auch sonst sich große Derdienste um den DHC. erwarb. Großes für den DHC. hat der Derlag Wilhelm Engel in Schotten, sein Seniorchef, unser Ehrenmitglied und langjähriger Schriftführer Wilhelm Engel und seine Reffen Dr. H. und Erich Dambmann durch Herausgabe des «Frischauf" geleistet. Richt weniger die Schriftleiter der Dereinszeitschrist Prof. Weihhart, Büdingen, Prof. Dr. R o eschen, Laubach, und unser Carl L i n ck. 2m Jahre 1907 begann, wie gesagt, ein neuer Abschnitt im Leben des VHC. Der Verfasser der Festschrift zur 25-Jahrfeier hatte abschließend gemeint: „Gar mannigfache Aufgaben sind also noch in dem kommenden Vierte jahrhundert zu lösen: Dau des Bismarckturms, Ausgestaltung des Clubhauses, Einrichtung von Schülerherbergen." Ungeahnt reich haben sich diese Ahnungen verwirklicht. ®ie stark steigende Mitgliederzahl und die dadurch vermehrten Einnahmen ermöglichten größere Leistungen. Am 4. Juni 1910 wurde der steinerne Bismarckturm auf dem Taufstein geweiht. Ein zweites Clubhaus Ende 1911 fertiggestellt. Später folgten das Gefallenen-Denkmal für die VHC.-Drüder, die im Weltkriege fürs Vaterland starben, auf der Kuppe der Herchen- hainer Höhe und in dessen Rähe eine große Jugendherberge. unser Dater-Bender-Heim. Beide wurden zu Himmelfahrt 1926 geweiht. 1928 er- Schloß Schönbrunn und das Parlamentsgebäude. Ein gotisches Meisterwerk, die schicksalsvvlle Kathedrale von Reims, hat neuerdings auch Frankreich in seine Driefmarkenbilder eingerecht. Besonders stolz ist Belgien auf seine malerischen alten Schlösser, Rathäuser und Kirchen, die immer gleich reihenweise auf dortigen Pvstmarken aufzutauchen pflegen. Den byzantinischen Baustil zeigen uns türkische Marken mit zahlreichen Moscheen, darunter der berühmte Hagia Sophia in Konstantinopel, und der Moskauer Kreml auf russischen Marken. Als Zeugen der alten nordischen Baukunst seien noch der Dom von Roskilde und das Hamlet-Schloß Kronborg in Dänemark sowie die trotzige Olafsburg in Finnland erwähnt. Im Handumdrehen kann sich der Marken- freund dann nach Asien versetzen, um auch dort alte Bauwunder zu schauen, seien es in Armenien die Ruinen von Ani, in Syrien und im Libanon-Gebiet die säulenreichen Römerbauten von Palmyra oder Baalbek, in Persien die erhabenen Trümmer von Persepolis und manches andere, lieber viele reiz- und stilvolle Tempel- bauten freut sich der Sammler, wenn er in seinem Album die Länder China, Japan und Rieder- ländisch-Jndien durchblättert. Wesentlich spärlicher macht sich dann die alte Architektur Afrikas bemerkbar. Dafür hält Aegypten mit seinen Pyramiden, einem schönen pharaonischen Tempeltvr usw. wohl den Altersrekord. Sonst haben im schwarzen Erdteil noch die alten Römer dafür gesorgt, daß der philatelistische Daukunstfreund nicht in Verlegenheit gerät: die gewaltige Wasserleitung des Hadrian bei Karthago und das Kolosseum von El Djem in Tunis nebst dem alten Triumphbogen von Timgad in Algier sind beste Zeugnisse für ^änzend bestandene Baumeister- Prüfung. Auch die alten Mauren verstanden schon ihr Handwerk, wovon uns mehrere monumentale Baudenkmäler auf Marken Marokkos überzeugen. Vielleicht die älteste Architektur der amerikanischen Welt ist in der merkwürdigen aztekischen Sonnenpyramide in Mexiko erhalten geblieben und auf dortigen Postwertzeichen wiedergegeben. Die Ruinen des altersgrauen Kolumbus-Schlosses in Santo Domingo versucht die Postverwaltung folgte dann der Ankauf des „Jägcrheims" auf dem Hoherodskopf. Dies die wichtigsten Arbeiten: erwähnt seien noch die Errichtung des steinernen Hainigturms durch den Zweigverein Lauterbach, die Erwerbung des Weinberghäuschens bei Langenselbold und die Stiftung der „Schleuningsteine" bei Ulrichstein. Parallel diesen sichtbaren und greifbaren Leistungen ging ein Aufschwung in der Wanderbetätigung. Es waren auch hier die größeren Städtevereine, die mit den, Luft- und Raturhunger ihrer zahlreichen Mitglieder Zug in die Wanderfache brachten. Der regelmäßige Besuch der deutschen Wandertage durch geeignete Leute weitete den Blick und führte 1912 zu der großen wohlgelungenen Tagung der Deutschen Gebirgs- und Wandervereine in Büdingen, mit der eine äußerst gelungene Wandertag-Ausstellung verbunden war, die, neben Erzeugnissen anderer Gebirgsgegenden, eine Schau gewerblicher und künstlerischer Produkte aus dem Vogelsberg brachte, die sich mit Ehren sehen lassen konnte. Die Qugenbroanberberocgung, die im ersten Jahr- zehnt unseres Jahrhunderts mit Macht sich ausbreitete, fand auch beim VHC. guten Boden. Man schloß sich der Jugendherbergssache, die von Hohen- elbe ausginy, mit Begeisterung an, und eine ganze Reihe von, meist allerdings wohl recht einfachen, Jugendherbergen erstand im Vereinsgebiet. Später erst kam der Reichsoerband für Deutsche Jugendherbergen, dessen Werk heule eine Sache des ganzen deutschen Volkes geworden ist. Der VHC. errichtete, ganz aus eigener Kraft, eine große Jugendherberge, fein Vater-Bender-Heim, auf der Herchenhainer Höhe mit einem Aufwand von rund 80 000 Mark, das 1926 geweiht wurde; eine Großtat des VHC. und seines Jugendobmannes, Professor Georg Bender in Frankfurt, der unermüdlich und erfinderisch immer neue Mittel aufbrachte zur Verwirklichung seines Lieblingsplans. Als einer der Ersten im Verband der Deutschen Gebirgs- und Wanderoereine hatte Bender die wanderfreudige Jugend zu Jung-DHC.- Gruppen zusammengefaßt und organisiert. Seiner bahnbrechenden Arbeit sind dann viele andere gefolgt, und ihr verdankt die Jugendsache in den Wander- vereinen hererfreuende Erfolge. Der würdige Nachfolger Benders ist Ludwig Dem, Vorsitzender des Zweigvereins Offenbach und Vertreter des VHC. im Reichsverband. In diesen Tagen treffen sich in Gießen viele Angehörige der GießenerDurschenschaft Germania, um das 80. Stiftungsfest ihres Dundes zu feiern. Zu der Freude, viele alte Freunde wiederzusehen und mit ihnen Feierstunden in gemeinsamen Rückerinnerungen und in erneuten Zukunftshoffnungen zu erleben, gesellt sich wohl bei allen die andere Freude, wieder einmal nach Gießen zu kommen, der Stadt, mit deren Ramen sich bei jedem einzelnen Germanen eine Fülle von Erinnerungen verknüpft, der Stadt, die für sie in jedem Plätzchen und Winkelchen Bilder vergangener und darum so schön erscheinender Erlebnisse auftauchen läßt. Und wie der einzelne Germane, so ist die Burschenschaft selbst und ihre Geschichte auch mit Ereignissen und Gestalten der Gießener Geschichte verbunden. So rechtfertigt sich heute ein kurzer Blick auf die Geschichte der Gießener Burschenschaft Germania. Unter denen, die den Bund am 14. August 1851 gründeten, fanden sich einige Gießener, die schon auf dem Gymnasium den Entschluß gefaßt hatten, in Gießen eine Burschenschaft zu gründen. Und von da an finden sich in den Listen der Germania immer wieder Mitglieder aus Gießen, die zum Teil im Bund und im späteren Leben eine gewichtige Rolle gespielt haben. Die Burschenschaft war in den ersten 50 Jahren ihres Bestehens auf gemietete Räume angewiesen. Am längsten war die Germanenkneipe in der Pulvermühle jenseits der Lahn und im Folsenkeller in der Bahnhofstraße. Bis zum Jahre 1870 wuchs die burschenschafvliche Bewegung in Gießen so stark an, daß die Germania eine ruhige Entwicklung steten Aufstiegs, trotz aller äußeren Schwierigkeiten, erlebte. Zwar waren der Rame „Bur- der Dominikanischen Republik wenigstens auf ihren Marken für die Rachwelt zu erhalten. An die Zeit der spanischen Eroberer erinnern auch noch Paraguay mit der Kathedrale von Asuncion und Peru mit demselben Gotteshaus in Lima, dem man es übrigens bis heute nicht anmerkt, daß es vor 400 Jahren unter Pizarro nur aus Lehm erbaut wurde. Ansichten des schönen alten Rationalpalastes von' Antigua, der Kathedrale, des Minervatempels und ähnlicher Antiquitäten sind in Guatemala als Markenbilder verwendet worden. Ein besonders fesselndes und romantisches Gebiet sei hier noch gestreift: die Durgenbaukunstr vergangener, fehdelustiger Zeiten, die auch in dem reichhaltigen Bilderbuch der Philatelie unerwartet vielseitig zur Geltung kommt. Eine der malerischsten mittelalterlichen Burgen schmückt das deutsche 1--Mark-Wertzeichen, die schöne Burg Rheiystein bei Bingen. Auf der Marke zu 3 Mark, die der gewöhnliche sterbliche Postkunde nur selten zu sehen bekommt, prangt die Marienburg, das stattliche 600jährige Residenzschloß der Hochmeister des Deutschen Ordens. Die Post Oesterreichs verherrlicht die Feste Hohensalzburg, Schloß Güßing im Burgenland, Hochosterwih in Kärnten und die Ruine Dürnstein an der Donau. In der Tschechoslowakei tagen die Burgen Karl- stein in Böhmen, Arwa und Pernstein sowie das schöne böhmische Schloß Frauenberg. Reben manchen anderen wehrhaften Schlössern zeigen belgische Marken die wasserumspülte Trutzburg der Grafen von Flandern in Gent, die mit der Geschichte des Landes eng verknüpft ist. Die ungemein malerische Ruine Bianden thront auf einem Bergkegel Luxemburgs, die Burgen Vaduz und Gutenberg auf den Höhen und Marken des Alpenländchens Liechtenstein. An die deutschen Ordensritter erinnern das atte Schloß von Reval und die Ahrensburg, an die Schwedenzeit die verwitterte Festung Rarva — alles zu sehen auf Postmarken von Estland. In Rumänien kennt der Sammler die Burgen Hotin und Cetatea Alba in Bessarabien und das steile Felsenkastell Dran bei Kronstadt, das die rumänische Regierung der Königin Maria für ihre Verdienste um das Land zum Geschenk machte. Wahrlich, der VHC. kann mit Stolz und Befriedigung auf die 50 Jahre zurückblicken, die hinter ihm liegen. Die hohen Ziele, die sich die deutschen Gebirgs. und Wanderoereine gesteckt haben, Hinausführen der Volksgenossen in die Felder, Wälder und Berge der Heimat, Erweckung der Liebe zur Heimat und damit zum ganzen schönen deutschen Vaterland, Einigung der Volksgenossen in diesen großen Zielen ohne Ansehen des Standes und der Person oder poli- tischer Richtung, sie alle sind vom VHC. voll und ganz erstrebt und erfüllt worden. Aber darüber hinaus ist es für ganz Oberhessen und überall, wo Oberhessen sich als solche fühlen, der Heimatverein geworden, erfüllt mit dem vielzitierten „VHC -Geist" Benderscher Prägung. Möchte ihm dieser Geist der Heimatliebe, der Oberhessentreue, der selbstlosen Pflichterfüllung auch im zweiten Halbjayrhundert seines Bestehens nicht fehlen! 50 Jahre BH6. Unter diesem Titel hat der Vogelsberger Höhen-Club im Selbstverlag ein Festbuch herausgegeben, das der Dedeutung des Halbjahrhunderttages für den VHC. in der breitesten Oeffentlichkeit und für die Dauer gerecht werden soll. Der Presseausschuh des DHC. hat in diesem Duche ein außerordentlich umfangreiches und bedeutsames Material zusammenge- tragen, das bei allen Freunden einer vertieften Heimatkunde zweifellos lebhaften Anklang finden wird. Eine große Anzahl von Sachverständigen auf den verschiedensten Gebieten der oberhessischen Heimatkunde hat durch Beiträge zu diesem Werke nicht nur dem VHC., sondern dem ganzen Hesfen- volke und darüber hinaus der deutschen Heimat- geschichtsschreibung ein Buch gegeben, das der aufmerksamsten Beachtung wert ist. Gleichzeitig wird durch diese Festgabe aber auch ein ausgezeichnetes Stück Fremdenverkehrswerbung für unseren Vogelsberg und die ganze Provinz Ober- Hessen geleistet, für das die Oeffentlichkeit dem VHC. als Herausgeber und seinen Mitarbeitern bei diesem Werk dankbare Anerkennung schuldig ist. Bei der großen Vielseitigkeit, die diesem Buche iimewohnt, wird jedem Leser eine schätzenswerte Bereicherung geboten. Man kann daher nur den Wunsch hegen, daß dieses VHC.-Buch, das bei dem Frischauf-Derlag in Schotten ausgegeben wird, weiteste Verbreitung finben- möchte. (220) schenschaft" und die Farben „schwarzrotgold" zunächst von der Behörde verboten, weil man den freiheitlichen Geist fürchtete, der damals in6 den burschenschaftlichen Vereinigungen seine äußere Form gesunden hatte. Aber die Germania und die im Jahre 1862 entstandene A1« man - n i a hielten durch. Zur Erinnerung an diese Zeit der Verfolgung hat die Germania di« Farben schwarzrotgrün neben den später auch öffentlich getragenen schwarzrotgoldenen beibehalten. Rach einer Zeit innerer und äußerer Schwäche in den 70er und 80er Jahren, erlebte die Germania eine neue Blütezeit, die chren vorläufigen Abschluß fand in dem 1900/1901 erfolgten Dau eines eigenen Hauses im Wetzlarer Weg, mit dem herrlichen Dlick über ba£ üahn- tal hin zu den beiden Bürgen, die das Wahrzeichen der alten Universitätsstadt Gießen sind. Don da an wuchs di« Verbindung mehr und mehr. Im Weltkriege haben viele Germanen Vaterlandsliebe und Pflichtbewußtsein im Kämpfen, im Aushalten und im Sterben bewiesen. Rach dem Weltkriege zeigt« es sich immer deutlicher, daß das alte Haus den gewachsenen Anforderungen nicht mehr genügte. So kam es, trotz der Schwierigkeit der wirtschaftlichen Lage, dank der Opferwilligkeit der Alten Herren der Germania, zu einer Erweiterung des Durschenhauses, die auf Grund der Pläne des Gießener Architekten Herrn Schmidt von Gießener Firmen im letzten Halbjahr durchgeführt wurde. Das vergrößerte und verschönte Haus wird heute, am 29. Mai, eingeweiht werden. Es wird «in Zeichen sein für die Lebendigkeit und Kraft des Dundes, aber auch für seine andauernde Verbundenheit mit unserer lieben Musenstadt Gießen. Finden sich; so die architektonischen Deispiele aus der Vergangenheit in recht ansehnlicher Zahl, so müssen wir schon aufmerksamer suchen, wenn wir einige Proben der gegenwärtigen Daukunst im Markenalbum entdecken wollen. Dabei sei abgesehen von den ziemlich häufig auf "Briefmarken gezeigten Hauptgebäuden, die meist von der Muse der Kunst nur sehr flüchtig geküßt sind. Die durchschnittliche Dutzendware überragt einigermaßen das "Berliner Reichspostmuseum auf deutschen Marken. Die strengen, geradlinig aufstrebenden Formen der modernsten Dauweise treten bis heute erst ganz vereinzelt auf Postwertzeichen in Erscheinung: in Rußland durch das neue Haupttelegraphenamt in Moskau und das großzügige Lenin-Elektrizitätswerk. in Irland durch das Wasserkraftwerk am Shannon, ein Meisterstück jüngster deutscher Dautechnik. "Bei der sonstigen Architektur der Reuzeit handelt es sich, bis auf wenige Ausnahmen, um die Rachempfindung älterer, klassischer Stilarten. Das gilt von dem Kapitol in Washington und der Tempelhalle des Lincoln-Denkmals, wie sie auf Marken der Vereinigten Staaten dargestellt sind. Die Eigenart der heutigen Wolkenkratzer Reu- Yorks ist nur einmal schüchtern angedeutet. Um so deutlicher und wirksamer stellt sich in Kanada das stattliche Parlamentsgebäude von Ottawa, auf Kuba das neuerbaute Kapitol von Habanna philatelistisch vor. Monumentale Theaterbauten haben Mexiko und Guatemala aufzuweisen. Gegenwartsgeist spüren wir unverkennbar in Uruguay, dessen Post uns den neuen Regierungspalast und wirklich moderne Hochhäuser von Montevideo vorführt. Im fernen. Osten zeugen schließlich noch, einigermaßen überraschend, Marken der Philippinen mit dem neuen Haus« der Volksvertretung in Manila und Australien mit dem kürzlich eingeweihten Dundesparlament in der jungen Hauptstadt Canberra von neuzeitlichen Baugedanken. Unsere Heine Auswahl, die durchaus nicht vollständig sein soll, mag immerhin belegen, daß auch die kunstgeschichtliche Fakultät, wie so manche andere, in der weltumspannenden Universität der Driefmarkerckund« ihren Lehrstuhl besitzt. 803* Burschenschaft Germania Gießen. Zum 80. Stiftungsfest vom 29. bis 31. Mai. Das «SchjMa« spricht das lest« Wort Roman von I.Schneider-Foerstl. Llrbcber-Rechtschuh durch Verlag Oskar Meister, Werdau t Sa. 30. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Darf ich Ihnen meinen Wagen zur Verfügung stellen, gnädiges Fräulein, oder würden Sie sich fünf Minuten gedulden können?" „Weshalb?" „Ich würde selbst chauffieren." Einen Moment sah sie ihn forschend an. Dann kam ihr „3a“. Lind an was er in seinen Träumen nie zu denken gewagt hatte, sie schritt neben ihm her nach der Garage, in der ein junger Mensch damit beschäftigt war, eine kleine Reparatur an einer der beiden Limousinen vorzw- nehmen. Er wurde beordert, Mantel und Hut für den Gebieter zu holen. 2lls Lutz den Schlag zum Fond öffnete, drückte ihn Alice wieder zu. „3ch möchte neben Ihnen sitzen. Das macht mehr Späh. Oder stört es Sie?" Eine Helle Rote stieg seine schmalen Wangen hinauf. „Gewissermahen schon", sagte er, während er den Fuh bereits auf den Hebel setzte. Ihre zusammengeschobenen Vrauen richtig deutend, fügte er hinzu: „Es ist sehr wahrscheinlich, dah wir dann mit verbeultem Kühler nach Langenbach kommen werden." „Die Reparatur geht dann auf Ihre Kosten, Herr SetterholmI" „Cs scheint überhaupt alles auf meine Kosten zu gehen, gnädiges Fräulein!" erwiderte er gereizt. Sie zuckte nur die Achseln. Als er die Richtung nach der Stadt zu nahm, blickte sie ihn von der Seite an. „Wohin wollen Sie mich bringen?" „Ich will mich mit Ihnen zeigen, Komtesse." „So viel Mut haben Sie, Herr Setterholm? Das hätte ich Ihnen gar nicht zugetraut. Die Welt wird Kopf stehen." „Weshalb?" Einer der mächtigen Kotflügel streifte das Rad eines Väckerjungen, der etwas zu spät die Fahrbahn überquert hakte. Aber es war noch glücklich vorübergegangen. Ein bißchen bleich im Gesicht, lächelte er sie an. „Sie bezeigen mindestens ebensoviel Mut wie ich, Komtesse. Dreißig Jahre lang hie Setterholm — hie Lippstädt, und nun auf einmal Seite an Seite in einem Wagen!" „Genau dasselbe habe ich auch gedacht!" war ihre Erwiderung. Ein Wagen kam ihnen entgegen. Das Verdeck war zurückgeschlagen, und ein blasses Frauengesicht tauchte für Sekunden in flammende Röte, als die beiden Fahrzeuge aneinander vorüberglitten. Lutz hatte den Hut vom Kopf gerissen, und Alice hatte kaum merklich genickt. „Wer war die Dame?" „Meine Mutter!" „Ah! Sie wird nicht wenig erstaunt gewesen sein. Schade, dah es so rasch gegangen ist. Ich hätte sie gerne genauer gesehen." „Würden Sie — ich meine — hätten Si>ct etwas dagegen, wenn wir nach ihrer Wohnung fahren würden?" Alice markierte ein Schwanken: „Zu welchem Zweck?" Er hatte Mühe, den Wagen durch das Gewühl der Fahrzeuge zu dirigieren, und gab erst Antwort, als sie in eine weniger belebte Seitenstraße einbogen: „Ich möchte ihr das Mädchen zeigen, das das erste und einzige ist, das ich geliebt habe." „Habe? — Herr Setterholm?" „Das ich liebe", verbesserte er. Aber er sah sie dabei nicht an, obwohl die ^nenschenleere Gasse das sehr wohl erlaubt haben würde. So sah er auch das flüchtige Lächeln nicht, das über ihr Gesicht huschte. „Dann habe ich Ihnen also unrecht getan, als ich neulich sagte, Sie könnten nur hassen!" Er nickte. „Lind Sie, Komtesse?" „Ich? Oh!" Sie machte ihr unschuldigstes Gesicht. „Ich finde es sehr nett, geliebt zu werden." „Ohne sich selbst dabei zu echauffieren?" bemerkte er ironisch. „Allerdings. Oder glauben Sie nicht", sagte sie, seine auffahrende Rechte bemerkend, „dah es sehr vorteilhaft ist, wenn einer von den Kontrahenten, ob nun der Mann oder die Frau, ruhiges Blut bewahrt? Ein bißchen mehr nach rechts, Herr Setterholm, wir landen sonst an einem Kandelaber." Lutz riß das Steuer herum und kam knapp vorbei. Ein- Fluch entschlüpfte ihm ungewollt. Roch zehn Minuten solchen Wortgeplänkels, und es gab ein Unglück. Sie mochte das Gleiche befürchten, denn ihre Hand legte sich leicht auf seinen Ärmel: „Wir wollen Frieden halten, Herr Setterholm. Im übrigen habe ich Hunger bekommen. Ist hier in der Rähe ein Restaurant, in dem man essen kann?" Sein Kopf machte eine knappe Geste nach der ' Seite. Gleich darauf stoppte er vor einem langgestreckten Gebäude. Den Schlag für sie offen haltend, wartete er, bis sie auf dem Gehsteig stand. Es war noch ziemlich leer in dem großen Raum, in den sie der Ober führte. Er rückte ihr einen Stuhl zurecht und suchte in ihren Augen. Sie blickten kühl und überlegend, und in seiner Erregung begann er sich in die Speisekarte zu versenken. Er schien etwas darin zu suchen und nicht zu finden. Reugierig sah sie ihm über die Achsel. „Haben Sie besondere Wünsche?" fragte er. Ihre Rähe verwirrte ihn immer mehr. „Oh", machte sie, während ihre Hand sich vertraulich neben die seine legte, „Sie werden sicher etwas Gutes für mich herausfinden. Was soll ich denn Schönes bekommen?" Er umgab seine Pläne mit einemmal mit dem Rimbus des Geheimnisvollen, debattterte halblaut mit dem Ober und sah sie dann an. Es war das erstemal, dah sie den Blick vor ihm senkte. Ein junges Mädchen mit einem Korb herrlicher Rosen schritt die Tischreihen entlang. Er wählte die schönsten und legte sie neben ihren Teller. Sie nahm eine der Knospen, strich darüber hin und steckte sie dann an ihrem Gürtel fest. Der Ober kam mit wichtiger Geste und balancierte mit Platten und Schüsseln. „Sie Haden wohl ein ganzes Hochzeitsdiner bestellt?" forschte sie, während sie ein Stück des Truthahns auf den Teller nahm. „Erst kommt das Verlobungssouper, dann die Hochzeit!" trumpfte er. Sein Aerger war spurlos verflogen. „Richtig!" Ihre Augen lachten ihn an. Eisgekühlt floh der Sekt in die Kelche. Sie klangen mit feinem Tönen aneinander. Lind wieder senkte Alice den Blick. In Lutz aber raste ein Dämon. Mochte kommen was wollte, heute noch muhte er diesen spröden Mund küssen, diese Augen, die nixenhaft schillernd alle Wonnen versprachen, die eine Frau nur immer zu geben vermochte. Lind' ihr 3a muhte er hören, noch eytz eine Stunde vorüber war. Es fiel ihr auf, wie rasch er den Sekt hin«, unterstürzte. Auch in ihr begann er zu prickel^ Aber einer von beiden hatte ruhig zu bLeibeiL, hatte sie gesagt. Also dann die Augen wach und den Kopf hell behalten. Als sie das Restaurant verliehen, schien es ihr, als schwanke er etwas. Aber als er dann an> Steuer sah, war er wieder vollkommen nüchtern Sie beruhigte sich völlig, als sie merkte, in welch gemäßigtem Tempo er fuhr. „Wollen wir noch in den Prater?" fragte dicht an sie gerückt. Sie schüttelte nur den Kopf. „Ich möchte heim^ Herr Setterholm." „Dann also nach Langenbach?" „Ditte!" Die Liber fielen ihr wiederholt herab. Dell, Sekt war schwer und das Souper reichlich ge-! wesen. Lind sie fühlte sich so geborgen. Die letzten Wochen waren so unsagbar traurig gewesen. Es war der erste Abend, der so etwas wie ein leichtes Aufatmen brachte. Gott, man war fa jung! Sie müßte wohl geschlafen habem tief geschla^ fen, und nun wurde sie geweckt, toeil sie das leise Schaukeln der Federung nicht mehr ve« spürte. „Was ist?" sagte sie aufatmenö. Ihre rechts Wange brannte. Sie hatte demnach gegen Sette« Holms Schulter gelegen. Der Wagen stand dicht neben dem wasserloses Graben an der Chaussee. Die Lichter waren abt geblendet, und eine Pappel schickte einen riesens haften Schatten über die verstaubte Strahe hin, „So geht es nicht mehr weiter", hörte sie Lutz dicht an ihrem Ohr sagen. „Wie dann?" Roch ehe sie die Hand zur Abwehr zu hebetz. vermochte, fühlte sie sich von seinen Armen um« saht. Ihren Kopf gegen seine Schulter zurück« drückend, strömte die Leidenschaft seiner Küsst» über sie hin. Erst als ihr Mund gleich dunllem Mohn durchblutet war, fühlte sie, wie sich sein Griff lockerte. Etwas ungehalten machte sie sich völlig frei. „Muhte das sein? So auf diese Art Wege« lagerertum .." „Wie sonst?" ahmte er ihren Ton nach. „Sitz hätten weih Gott bis Langenbach geschlafen und mich zuguterletzt mit einem kurzen Danke ab« Lichtspielhaus Gießen Märchenfilme Nur morgen Samstag, 2.15 Uhr nachm. einmalige Aufführung der bekannten il Heinzelmännchen nach Gebrüder Grimm, in drei Akten. i. Das Waldhaus nach Gebrüder Grimm, in fünf Akten. Besonders billige Hier nur 4 Beispiele: Waschkunstseide 70 cm breit, gute Qualität, in über 25 neuen Dessins, per Meter........0.65, W ollmousseline 70 cm breit, in schönen Dessins..... 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April 1931 bei der Firma Louis Loh zu Gießen.- Die offene Handelsgesellschaft ist aufgelöst und die Firma erloschen. Am 2.7Nai 1931: a) bei der Firma Samuel Rosenbaum & Söhne, Gießen: Der Kaufmann Samuel Rosenbaum ist durch Tod aus der offenen Handelsgesellschaft ausgeschieden und diese somit aufgelöst. Das Geschäft ist mit Aktiven und Passiven auf den Kaufmann Isidor Rosenbaum übergegangen, der es als Einzelkaufmann unter der seitherigen Firma weiterführt. Dem Kaufmann Willy Rosenbaum in Gießen ist Prokura erteilt, b) Bei der Firma Wilhelm Reih in Gießen: Die Firma ist erloschen. Am 20. Rlai 1931: a) bei der Firma Rheinische Wachgesellschaft Frank & Co., Gießen: Als weiterer persönlich haftender Gesellschafter ist der Anstreicher Karl Neeb, Gießen, in die offene Handelsgesellschaft eingetreten. Sophie Frank geborene Altgeld ist aus der offenen Handelsgesellschaft ausgeschieden, b) Bei der Firma Georg Dahmer in Gießen.- Der Kaufmann Heinrich Dahmer ist aus der offenen Handelsgesellschaft ausgeschieden und diese somit aufgelöst. Das Geschäft wird unter Beibehaltung der seitherigen Firma und unter Uebernahme der sämtlichen Aktiven und Passiven von dem Spengler und Jnstalla- tionsmeister Georg Dahmer weitergeführt. Am 21. ITlai 1931 bei der Firma C. w. Rowack & Sohn in Gießen: Kaufmann Kurt Heinemann in Gießen ist als persön- lid) haftender Gesellschafter eingetreten. Die offene Handelsgesellschaft hat am 1. Januar 1931 begonnen. Am 23. wai 1931 bei der Firma Johanna 6rohn in Gießen: Die Firma ist erloschen. Gießen, den 27. Mai 1931. Hessisches Amtsgericht, Bekanntmachung. Die Pflaster, und Chaussierarbeiten zum Ausbau der verlängerten Schottsttaße sollen auf Grund der Reichsverdingungs- orbnung öffentlich vergeben werden. Angebote sind bis zum 3628C Montag, dem 8. Juni 1931 vormittags 10 Ahr verschlossen, versiegelt und mit entsprechen- der Aufschrift versehen beim Städtischen Tiefbauamt, Asterweg Nr. 27, abzugeben. Daselbst ist der entsprechende Vordruck zu haben. Zuschlags- und Bindefrist drei Wochen. Gießen, den 28. Mai 1931. Städtisches Tiefbauamt: Braubach. Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abteilung B, wurde am 23. Mai 1931 eingetragen: A. & w. Denninghosf, Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Gießen. Gegenstand des Unternehmens ist die Pachtung und der Betrieb von Bierbrauereien und Spiri- tusfabriken, sowie aller mit derartigen Unternehmungen zusammenhängenden Geschäfte, ferner die Uebernahme von Ver- waltungsarbeiten aller Art. Das Stamm- kapital beträgt 20 000 Reichsmark. Ge- schäftsführer find: Adolf Denninghosf, Bierbrauereibesitzer, und Waldemar Denning- hoff, Bierbrauereibesitzer, beide in Gießen. Der Gesellschaftsvertraa ist am 2. März 1931 festgestellt. Die Gesellschaft wird durch einen oder mehrere Geschäftsführer vertreten. Wenn mehrere Geschäftsführer bestellt sind wird die Gesellschaft durch zwei Geschäftsführer oder einen Geschäftsführer und einen Prokuristen gemeinschaftlich vertreten, jedoch sind die Geschäftsführer Adolf Denninghosf und Waldemar Den- ningtjoff berechtigt, jeder die Gesellschaft allein zu vertreten. 3680D Gießen, den 26. Mai 1931. Hessisches Amtsgericht. U/E E3R CD RUCK SACHEN ■ ■ bBrühl'sche Druckerei Badeanzüge Mk. 4.50. 3.50, 2.75 Mk. 2.75, 2.25, 1.50 ......Mk. 8.25, 3.50 für Herren reine Wolle. Baumwolle... Badehosen ... weiß........... Sonnenanzüge für Kinder: reine Wolle-•• Mk. 6.50, 5.00 Mk. 3.00, 2.50 Mk. 1.30, 0.90 in größter Auswahl, gute Schnitte- für Damen: reine Wolle.......Mk. 7.75, 5.75, 4.50 Baumwolle, färb., Mk. 4.25, 3.50, 3.15 sch warzu. schwarz- Baumwolle, färb., Mk. 1.85, 1.45, 1.30 schwarz u, schwarzweiß ..............Mk. 150, LOO, 0.75 Luftbadeanzüge aus porösem Stoff.........Mk. 3.25, 2.75 3661A Diese Geschäfte führen auch Seherlng’s üflialge YeerieW Mk. 180 und 0.75. SeHrlii'e Shampoon Mk. 0.25, 1 Vollkur = 5 Mark Löwen-Drogerie, W.KIIblager Naot* Seltersweg 76a Germania-Drogerie Carl Seibel, Frankfurter Straße 39 Haarausfall- Schuppenbildung beseitigt prompt Schering’s Papillantin in der Zwillingsflasche Engel-Apotheke, am Markt Priv-Pelikan-Apotheke, Kreuzplatz 2 Hirsch-Apotheke, Frankfurter Str. 4 Drog.OttoWInterhoff,Kreuzplatz 9/10 ihnittfr i, 4.50 J 3.15 i, 1.50 i, 3.50 ^ehr zu hebe, Annen un» zurück, m Rü^ 0. 8.78 ß, 1.30 00, 0.75 .S.2-76 dunllein Mh, \ Nch lein ®tiff he lich völlig diese Art Wegv Ton nach, „6t| 4 gcschiaien uni "zen Don!« ch, ^4! ^6eüB: LZ- ",r h«., L50. S.00 LOO, SH 30, O.“0 < er (neben 1. Mal usilug ilenberg mütUcbes Bei- reschenkvertel- latt. Autobus- ic Beteiligung Der Vorstand. 3677 D _ tbildu"1 pilian1'1 DroS'^fli > lure*«L( ti*2T ® feroi. ’ ,ew£ *»? »i° mren2?ttotrbungen auf ainjelgen ohne Äamcn Beugniffe, Urfunbai ob. sonst wichtige Papiere belzusügen; «bschrlsten genügtn zur fflnldtung v. Slnstellung^vechand- langen. Ost ist urU btr Austragsever unbekannt undinviesenF-IlIenkSn. neu wir nich« hin für b. Wiedererlangung der Bewerbungsunterlagen Gketzenev Slureigev 85 hier ist der Beweis. Die kleinsten Preise begleiten mich. Die größten Sensationen werden geboten. Das bringe abFreitag,den 29.Mai ich, der Weiter-Schreiter. Mit einem Schlage bin ich bis Samstag, den 6. Juli 1931 populär. Kreuzen Sie meinen Weg! Es lohnt sich! 2- Ziimer-Wobn. in schöner Lage sof. zu vermieten. Lsu< Zu ctfr. In d. Geschst. des Gtetzen. Anzeig. In ruhig., vornehm. vngeiÄ Mit sevar. Eingang, Nähe der Universität sofort au vermieten, evtl, mit Pension. 03128 Heniclstr. 4. AuskünsreinRechtS-, Stras-.Famil.-Ange- iegenhetren, Gesuche, Verträge, Beobach- lungen.Ueberivachg. und Ermittlungen preiSw., streng dlskr. u. an all. Orten ert. u. erledigt Detektiv- Bnrean-n.Aasknnttel Inh.K.Gerz,Bad-Naa- heim. Knratr. 17. *8 EISU-Betten (Stahl u.Holz) PotaL. Stahl- ma lr.,Kln derb.,Chaise 1.. an Jeden, Tollzahlc- Katal.fr. Etaenmöbolfabrik SobLTh. SAelSW mit Aussatz und pol. Vertiko, gut erhalt, billig zu verk. MT4D Lontzftrafie 4 I. | Verschiedenes] 1'1)111 Schiiseuberger Weg denFeldwegan derBahn entlang üb. den alten Steinbach. Weg bis zur „Stadt Lich" ein. 5 cm breit. Hermelin pelz am 22.5„ abds.'/,7 U. verloren. SlbAuo.flCfl. Bel. Liebigatr. 31 XL 9/30 PS Mer-WM GfitjiO, u. 10/45 PS Slöler-StanöfliO 4—5sitztg, preiswert abzugeben. (03139 Nöhrich. Wetzlar, Braunselser Str. 77 Telephon 2101. 1 leichter 103131 Sommer-Sportanzug 1 schwarz-wein kar. Sporthose, 1 Stroh- hnt n. 1 Sportmütze. Gr. Steinivcg 19. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Bersrod für 1931 Rj. liegt vom Samstag, dem 30. 2Hai, bis einfchliefiUck Jreifag, dem 5. 3uni, auf unserem Amtszimmer zur Einsichtnahme offen. Der Gemeinderat hat die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. 36710 Bersrod, den 28. Mai 1931. Hessische Bürgermeisterei Bersrod. Becker. Tüchtige Leute Md! zum Vertrieb eines leichtverkäusl. Haus- haltungsarttk. Hob. Verdienst.Schr. Ang. u.W137a.d.Gb.Anz. Friseur- Lehrmädchen aus guter Familie, nicht unter 16 Jahr., ges. Schr. Angeb. u. 03148 an d. Gb. Anz. | Verkäufe Einlamilien-Haus mit gr. Garten, bess. Vane, hauszinssieu.- fret sehr bill.zu verk. J. Baer, Ostanlage 29 Auto- 30360 Gelegenheitskauf 6/30 PS. Wanderer 4-Sitzer offen, in tadellosem Zustand preiswert zu verk. Motorwagen-Ver- kausci (Y. m. b. H.» Gieficn, Frankfurt. Str. 52 56, Tel. 2847. Nr. 125 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheften) Freitag, 29. Mai SJlxfport (Segelflug auf der Herchenhainer Höhe. Zur Zeit herrscht wieder großes Treiben auf den Höhen des Vogelsbergs. Die Segelflieger üben fleißig und haben schon verschiedene Prüfungen ab- legen können. Die Fliegertruppe der Berufsschule I Frankfurt n. M West ist allein mit sechs Flugzeugen auf dem Platz, darunter mit einem neuhergestellten Zweisitzer, der eben eingeflogen wird. Das große Interesse, das dem Segelflugsport aus allen Teilen der Bevölkerung entgegcngcbracht wird, konnte man wieder an dem starken Besuche aus nah und fern feststellen^ dessen sich die Herchenhainer Höhe an den Pfingstfeiertagen erfreuen konnte. Deutsches Lehrer-Turn- und Sportfest. 3m Frankfurter Stadion fand das Deutsche Lehrer-Turn- und Sportfest unter starker Beteiligung aus allen Teilen des Reiches ftat* Trotz der glühenden Hitze wurden beachtliche Leistungen erzielt. Reben den beiden Dresdner Vereinen LSV. und TLV. schnitt der vor kurzem erst ins Leben gerufene Lehrer-Turn- und Sportverein Frankfurt sehr gut ab. Von Gießen beteiligten sich neben einigen Studierenden des Instituts für Leibesübungen auch der Leiter des • Instituts Dr. Möckelmann. Die Mannschaft der Gießener Universität vermochte sich im Faustball bis in die Schlußrunde durchzuarbeitcn und fertigten den LTSV. Frankfurt im Endspiel mit 28:22 Punkten ab. Einen achtbaren Sieg, einen zweiten Platz, errang Dr. Möckelmann im Kugelstoßen mit 12,28 Meter hinter Grosspitz. TLV. Dresden, der die Kugel 12,30 Meter warf. Der VfD.er Müller, der in seiner Eigenschaft als Student am Institut für Leibesübung für die Universität startete, lief 100 Meter in 11.3 Sekunden und belegte damit ebenfalls einen zweiten Platz. In der Zwischenrunde lief er allerdings eine bessere Zeit und ging handbreit hinter Euler, dem Sieger des Endlaufes, durch das Ziel. Einen weiteren schönen Erfolg errang Lehrer Rau, Klein-Linden, der in der Klasse der Alten Herren (Jahrgang 1890 und älter) im Dreikampf einen zweiten Platz zu belegen vermochte. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 Ligareseroe — Leihgestern I. Die Ligareserve der Spielvereinigung 1900 spielt am Samstagabend auf eigenem Platze gegen die 1. Mannschaft von Leihgestern und hat damit einen gefährlichen Gegner vor sich. Es bedarf alles Eifers und Siegeswillens, wenn die Gießener nicht überrascht sein wollen. Zugendspiele der Spielvereinigung 1900. 1. Jugend — Fechenheim 03 A* 1 Jugend 2:1 (2:0). Trotzdem die 1900er mit 2 Ersatzleuten antraten, führten sie ein vorbildliches Spiel vor und waren dem spielstarken Gastgeber ein ebenbürtiger Gegner. Bis zur Pause konnten sie sogar mit 2:0 in Führung gehen. In der zweiten Halbzeit legte Fechenheim mächtig los, kämpfte dabei reichlich hart und drängte 1900 zeitweise zurück, aber ohne einen Erfolg dabei zu erzielen. Bei verteiltem Feldspiel verging die Zeit, bis Fechenheim kurz vor Schluß durch einen Elfmeter das Resultat für sich auf 1:2 verbessern kann. Am Rachmittag besah sich dann die Jugend im Frankfurter Stadion das Meisterschaftsspiel zwischen München 1860 und Tennis Borussia Berlin. — Die Schüler weilten am 1. Feiertag in Wieseck. Sie waren dort den 1. Schülern technisch überlegen und konnten bis zur Pause zwei Tore erzielen. Rach der Pause wurde ziemlich lustlos gespielt und von beiden Mannschaften kein Erfolg mehr erzielt. Die 3. Jugend, verstärkt durch einige Spieler der oberen Iugendmannschaften, empfing am 2. Feiertag die 1. Jugend aus Lich zum Rückspiel. Beide Parteien spielten planlos und ohne jegliches System. Das Treffen endete Llnent- schieden 1:1. Gugel in der Zünsbestenliste der OSB. Wie nachträglich festgestellt werden konnte, hat sich Gugel (VfB.) mit seinem Diskuswurf von 43,60'"Meter in Altendiez an die Spitze der Fünf- beftenlifte (Diskus) die von der DSB. amtlich fortlaufend in jeder Saison geführt wird, gesetzt. Hofsmeister (Münster), der vorjährige Deutjche Meister steht an zweiter Stelle. Handball im Gau Hessen (O.T.) To. Allendorf (Lahn) I — To. Oberbiel I 10:1 Das Spiel, das f;£) die beiden Mannschaften am zweiten Feiertag lieferten, stand im Zeichen einer deutlichen Ueberlegenheit der Allendorfer. Die Gäste stellten eine flinke Mannschaft ins Feld, die aber gegen die gut aufgelegten Allendörfer nichts ausrichten konnten. Bei dem zu Pfingsten in Bad Ems zum Austrag gekommenen Handballturnier um den Wanderpreis der Kur- und Badeverwaltung war erstmalig der Gießener Mtv. vertreten. Erstklassige Vereine des Mittelrheinkreises hatten gemeldet. So z. B. Tv. Koblenz-Mettemich, die Turnges. Offenbach, ferner Tv. Mainz 1871, Tv. „Jahn" Bad Ems, T.- u. Sp.Bgg. Koblenz, Tv. 1885 Bad Ems und Mtv. Gießen. Die Gießener Männerturner hatten das Pech, im ersten Spiel gleich auf den Favoriten (Koblenz-Metternich), zu treffen. In der ersten Halbzeit führten die Gießener, ein gleichwertiges Spiel vor (Halbzeit 3:2 für Koblenz-Mettemich), mußten sich jedoch in der zweiten Halbzeit mit 11:4 geschlagen bekennen. In der „Trostrunde" am zweiten Feiertag trug die Mtv.-Mcrnnschaft noch ein Spiel gegen eine kombinierte Mannschaft des Tv. Mainz 1817 und „Jahn" Bad Ems aus und zeigte — nach Umstellung der Mannschaft — ein wesentlich besseres Spiel als am Tage vorher. Rach anfangs ausgeglichenem Spiel gingen die Männerturner immer mehr aus sich heraus und konnten bis zum Schlußpfiff mit 8:4 als Sieger den Platz verlassen. Der favorisierte Tv. Koblenz-Metternich vermochte sich jedoch nicht durchzusetzen und schließlich ging die Turnges. Offenbach zum zweiten Male als Sieger aus dem Wanderpreis-Turnier in Bad Ems hervor. Westdeutschlands Mannschaft gegen den Süden. Für das am kommenden Sonntag gelegentlich der Rheinstaffel in Düsseldorf zum Austrag kommende Repräsentativ-Fußballspiel zwischen Süd- und Westdeutschland hat jetzt auch der Westen seine Mannschaft nominiert. Sie lautet: Holl (Düsseldorf 04), Krause (Gerresheim), Bornefeld (Fortuna Düsseldorf), Hoffmann (Benrath), Bender (Fortuna Düsseldorf), Albrecht (Turu Düsseldorf), Albrecht (Fortuna Düsseldorf), Leonhardt (Benrath), Hochgesang (Fortuna Düsseldorf), Raffelnberg (Benrath), Schmitz (Benrath). Hiden in Nürnberg bezwungen. Was der deutschen Ländermannschaft nicht gelang, das brachte der 1. FC. Nürnberg am Mittwochabend vor 9000 Zuschauern in seinem Freundschaftskampf mit dem WAE. Wien fertig. Der „Club" schlug die Wiener Profis mit 2:1. Friedel brachte die Nürnberger in der 16. Minute in Führung, doch glich in der 29. Minute Bubesch für Wien aus. Oesterreichs Nationaltormann Hiden konnte aber den siegbringenden Treffer des Clubs nicht verhindern, denn zehn Minuten vor der Pause schoß Reinmann unhaltbar zum 2:1 für Nürnberg ein. Die zweite Spielhälfte verlief torlos. Kurze Sportnotizen. Das Rurmi-Spvrtfest in Köln war eine große Enttäuschung. Der Finne gab bei seinem Rekordversuch über sieben englische Meilen (11 200 Meter) schon vor dem 7. Kilometer auf. Gute Leistungen vollbrachten die Deutschen, so gewann Ionath die 100 Meter in der deutschen Rekordzeit von 10,4, Dr. Pelher die 800 Meter in 1:54, und Hobus die 1500 Meter in genau vier Minuten vor dem Finnen Isohollo. * Eine phantastische Geschwindigkeit im Wasserflugzeug erreichte der englische Schnei- derpokalfliegcr Eapt. Orlebar auf seinem ®lotter Rapier 6. Eapt. Orlebar flog einen Stundendurchschnitt von rund 600 Kilometer und verbesserte damit inoffiziell seinen eigenen Weltrekord von 575,7 St.-Kilometer. DiedeutschenFechter hatten bei den Europameisterschaften in Wien einen sehr schlechten Start und wurden nach Riedcrlagen durch Oesterreich mit 11:5 bzw. Italien mit 12:4 von der Teilnahme des Länderwettbewerbs im Florett bereits ausgeschaltet. Cisenecker sorgte für die Sensation des Tages, indem er den Italiener Gan- dini schlug. Einen wichtigen Beschluß faßte der Verwaltungsausschuh der Arbeitsgemeinschaft zwischen Sportlern, Turnern und Schwimmern. Bei den nächsten Länderkämpfen in der Leichtathletik gegen England, Frankreichs Holland und die Schweiz sollen in der Länderm'annschaft auch Turner und Turnerinnen Berücksichtigung finden. Arbeiier-Turn- und Sportbund Am Sonntag hat Gießen l die erste Mannschaft von Lollar zum Serienspiel zu Gast. Die Platz- besitzer, die nach mehrwöchiger Ruhepause zum Spiel wieder antreten, dürfen die Gästeelf nicht unterschätzen, wenn sie ihre Stellung in der Tabelle nicht' gefährden und ihren Anhängern keine Heberraschung bereiten wollen. Vorher werden Gießen Hl und Watzenborn II ihre Kräfte messen. Hier werden die Plahbositzer wohl Sieger bleiben. Grohen-Buseck empfängt die lb- und die Iu- gendmannschaft von Wicseck zu Freundschaftsspielen. Im Spiel der ersten Mannschaften dürften die Einheimischen und im Iugendspiel die Gäste Sieger bleiben. Sichertshausen I und Odenhausen I stehen sich im Serienspiel in Sichertshausen gegenüber. Beuern I hat Rieder-Ohmen I zu Gast. Zwei gleichwertige Gegner werden hier ihre Kräfte messen. Waldgirmes I wird im Spiel gegen Klein- Linden I auf eigenem Platze die Punkte für sich behalten. Wetzlar II hat Gleiberg I zum Gegner und wird sich mächtig anstrengen müssen, wenn es dem Gästen den Sieg nicht überlassen will. In der Jugendklasse treffen sich: Wißmar und Großen-Linden, Heuchelheim und Raunheim, Fronhausen und Rödgen. Wirtschaft. * Süddeutsche Zucker-A.-G. .Mannheim. Bei den Verhandlungen zwischen dem würltembergischen Wirtschaftsministerium und der Süddeutschen Zucker-A.-G. wegen der Stillegung der Zuckerfabrik Büttlingen wurde von der Verwaltung der Süddeutschen Zucker-A.-G. mitgeteilt, daß sie an dem Beschluß, das Werk stillzulegen, festha'lten müsse, da gegenwärtig eine außerordentlich große Liebererzeugung von Zucker bestehe. Die Süddeutsche Zucker-A.-G., die noch im Vorjahre fast 15 Mill. Doppelzentner Zucker erzeugt hat, kann auf Grund der Maßnahmen für das laufende Geschäftsjahr nur mit einer Erzeugung von 8 Mill. Doppelzentnern rechnen. Die Gesellschaft hat deshalb beschlossen, von ihren insgesamt 12 Werken drei, und zwar zwei hessische und das Werk Büttlingen stillzulegen. Die Firma erklärt sich aber bereit, die kontingentmäßig zugestandene Rübenmenge abzunehmen, und etwa 50 Stammarbeiter auf Heilbronn zu übernehmen. Die Stillegung von Büttlingen soll zwei Jahre dauern. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 29. Mai. Tendenz: erholt. Die Hoffnungen auf eine Erleichterung der Reparationszahlungen im Zusammenhang mit den bevorstehenden Verhandlungen in Chequers bewirkten zu Beginn der heutigen Börse eine weitere Erholung des Kursniveaus. Die Spekulation nahm trotz der überwiegend schwachen Auslandbörsen weitere Rückdeckungen und einige Meinungskäufe vor, so daß sich zu den ersten Rotierungen überwiegend leichte Kursbesserungen einstellten. Rach den ersten Kursen scheint doch wieder etwas Material heraus- gekommen zu sein, dem nur geringe Aufnahmelust gegenüberstand, so daß sich die erholten Kurse später nicht mehr ganz behaupten konnten. Die Stimmung wurde wieder recht unsicher. Anfangs fest eröffneten I.-G.-Farben mit plus 2,25, ©lef- troaftien bis plus 2 und Montanaktien bei Erholungen bis zu 1 Prozent. Von Kunstseideaktiem zogen Bemberg um 3,75 und Aku um 3 Proz. an. Höher lagen außerdem noch Aschaffenburg mit plus 1,5, AG. für Verkehrswesen mit plus 1 Prozent: Dagegen niedriger Scheideanstalt minus 1 Proz., Südd. Zucker auf die teilweise Detriebs- einftellung 2 bis 2,5, und Dau Unternehmungen, die bis 1 Proz. nachgaben. Von internationalen Aktien lagen Chade unter Berücksichtigung des Halbjahrsdividendenabschlages etwa 3 Mk. fester. Bankaktien blieben gut behauptet. Am Anleihemarkt lagen Auslvsungsanleihen bis 0,30 Proz. höher. Don fremden Werten Mexikaner 0,25 Prozent höher, dagegen Rumänen unerholt. Am Pfandbriefmarkt war ebenfalls eine leichte Beruhigung eingetreten. Die Kurse lauteten nur wenig verändert. Die Boung-Anleihe lag im Einklang mit der schwachen Veranlagung an den Auslandbösen etwa 1,5 Proz. schwächer. An den Aktienmärkten konnten sich die Kurse im weiteren Verlaufe bis auf das Anfangsniveau erhöhen, da I die Kulisse wieder etwas deckte, zumal man zu dem heutigen Zahltag mit keinen weiteren Schwierigkeiten rechnet. Am Geldmarkt war Tagesgeld weiter steif. Am Devisenmarkt lag das Pfund weiter international fest. Madrid hatte mit 73,55 gegen London einen neuen Tiefkurs. Sonst nannte man Mark gegen Dollar 4,2110, gegen Pfund 20,4850, London gegen Reuyork 4,8650, gegen Paris 124,31, gegen Mailand 92,95, gegen Schweiz 25,16, gegen Holland 12,0950. Berliner Börse. Berlin, 29. Mai. Die heutige Börse brachte schon zu Beginn die erwartete Beruhigung, zumal sich herausstettte, daß der aus Reuyork gemeldete Vounganleihekurs nicht 60, sondern 66 Prozent heißen mühte, und da die heutigen Meldungen von den Auslandsbörsen allgemein fester lauteten. Einen besonders guten Eindruck machte, daß auch am Prager Platz eine kräftige Erholung eingetreten ist und daß, nachdem in Wien das Garantiegeseh angenommen worden ist, die Angelegenheit der Oesterreichischen Kreditanstalt in Ordnung äu gehen scheint. Man hofft jedenfalls, daß auch oer Geldmarkt hiervon profitieren wird, so daß das Abziehen derAus- landsgelder zum Stillstand kommt. Am Devisenmarkt konnte man jedenfalls schon eine kleine Erleich terung feststellen. Richt zuletzt vergrößerten sich die Hoffnungen auf Repa- rationserleichterungen und auf das für heute noch zu erwartende Bekanntwerden der Rotverordnung. Publikumskäufe waren heute so gut wie feine festzustellen. Anderseits sprach man an verschiedenen Märkten von Zwangsdeckungen. Der heutige Zahltag scheint im großen und ganzen überwunden. Tagesgeld erfuhr allerdings noch eine weitere Versteifung auf 5,5 bis 7,5 Prozent. Geld über Ultimo wurde heute noch nicht genannt. Die übrigen Sähe blieben unverändert. Zu den ersten Kursen überwogen 1- bis 2prozentige Befestigungen. Spezialwerte, wie Ilse, Karstadt, Harpener, Dessauer Gas, Feld- mühle, Kunstseidewerte und Schubert & Salzer lagen bis 5 Prozent höher, wobei einige vorher mit Plus-Plus-Zeichen erschienen waren. Anderseits verloren Eleftro Schlesien, Mittelstahl, Kontt Gummi und Rordwolle mehrere Prozent, wobei letztere ein Zufallsangebot von 6 Millionen zur Folge hatten. Bei Chade ging heute eine Teildividende vom Kurse ab, so daß sie viel fester eröffneten. Im Verlaufe gab der Kurs auf weiter schwaches Spanien um 1 Mk. nach. Anleihen ruhig. Don Ausländern 4prozenttge Mexikaner minus-minus. Oesterreichische Gold Plus-Plus. Pfandbriefe weiter noch unsicher. Industrieobligationen etwas freundlicher. Auch Reichsschuldbuchforderungen bis 1 Prozent fester. Im Verlaufe war der Grundton weiter freundlich. Die Kursentwicklung war keine ganz einheitliche. Kleine Abschwächungen nach oben und unten gingen nicht über 1 Prozent hinaus. Kurszettel -er Berliner und Franksurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 v. H., Lombardzinsfuß 6 v.H. Frankfurt a. M. Derlin Frankfurt a. 2)1. | Berlin Frankfurt a. 271. Berlin Bantnofen. Schluß-1 k'Uhr« kur» 1 fiurd Schluß« für» Anfang« Rurd Schluß-s hird | k'Uhr- fiurd Schluß-s Anfang« furd ffurd Schluß« kurd k-Uhr« flurd Schluß« furd Anfang- Kurd Berlin, 28. Mal Gelb Brief Amerikanische Note»...... Belgische Noten. ....... Dänische Noten ........ Englische Noten ........ 4,197 58,395 112,32 20,43 4,217 58,635 112,76 20,51 Dalum 28.5. 29.5. 28.5. 29.5. ldotum 28.5. 29.5. 28.5. 29.5. Datum 28.5. 29.5. 28.5. 29.5. 6% Deutsche Retchranlethe von 1027 .......... 7% Deutsche Retchranleihe von 1929 .......... Deutlche Anl.-Slblöl.-Schuld mit SluSlol.-Rcchlen....... Desgl. ohne Auttos.-Rechte . . . 6% Hell. Bollistaat von 1929 (rücUoblb. 102%)...... Dbtihcilcn Provinz - Anleihe mit 8u«lo(.-9icd)ten....... tcuildie Romtn. Sammelabl. Anleihe Serie 1....... 8% fitanll. Hyp.-Bank Goldpfe. XJII unkündbar bi» 1934 . . . 7% Franks. Hyp.-Bank ®oI6pfe unkündbar bi» 1933 ..... iy.% Rheinische Hyp.-Bauk 2iqu. volbpse......... 3% Pr. Landerplandbrtesanstalt, PlandbrieieR.19...... 3% Pr. LondeLviandbriefmrktaU, komm^Lbl. 8L 2d...... 7% Pr. Landedplandbrtefanstalt, Plandbricse R. N...... Ü.E.G. abj. BorMea»-Obligationen, rückzahlbar 1999 ..... 1% Oestcrreichllche Goldrente . . 1,20% Oesterreichische Silberrente t% Oesterreichische Einheitliche Rente........... 1% Ungarische Soldrente .... 1% Ungarische Staatsrente v. 1910 lYi% beSgl. von 1913..... l% Ungarische Rronenrente . . . 4% Türkische Zollauleihe von 1911 i% Türkische Bagdadbahn-Anl. Serie I........... 1% deSgl. Serie 11....... 5% Rumänische veretnh. Rente von 1903 .......... Rumänisch« veretnh. Rente von 1913 .......... 1% Rumänische veretnh. Rente . 84,25 98,75 53,4 ls 94 51,5 100,75 97,5 89,5 100,5 96,5 15,75 14,5 3 7,25 5,5 | | uz” I I | | | | | | | | || I | I I | I || | | T 84,75 98,9 53,3 4,5 94,25 100,5 18,13 15,6 15,25 3 3,13 3,05 7,25 13,9 5,5 vä 1 zfs 's i izS i s i i i i i 1 I I I i f s'ä i 1 Hamburg-Amerika Paket ... 7 Hamburg-Südam.Dampsschifs. 8 Hansa Dampsschtsf.....10 Norddeutscher Lloyd.....8 Allgemeine DeutscheEredttanst. 10 Barmer Bankverein .... 10 Berliner Handelsgesellschaft . 12 Commerz- und Prioat-Bank . 11 Darmstädter und Nation alb ant 12 Deutsche Bank und Dliconw-Gesellschast, ... 10 Dresdner Bank......10 Retchsbank........12 A.E.G............8 Bergmann.........9 Elettr. Lteserung-gesellschaft. 10 Licht und Rtafl......io Bellen & Guilleaume ... 7% Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen .... io Hamburger EleltetzttätS-Werke 10 Rbeintsckre Elektrizität .... 9 Schlesische Elektrizität. . . . io Schuckeri L Eo.......u Siemens L Halske....... Traniradto.......... liafcmeoet&tto.......io Buderus....... 5 Deutsche Erddl . ...... 6 Essener Steinkohle ...... 8 Gelsenkirchener . ......8 Harpener..... 0 Hoesch Eilen..... 6% Ille Bergbau ....... 10 Llöcknerwerke...... . .7 Löln-Nouessen........7 ManneSmann-Röhre» .... 7 ManSselder Bergbau . .... 7 Lberschlej. Eisenbedarf . . . . 5 Lberschle). kolLwerke.....7 Phönix Bergbau......6% Rheinische Braunkohle» . . 10 Rhein stahl ......... 6 Riebeck Moata»......7,2 50,5 50,4 106,5 101,5 119 101 101,25 130,5 88,5 98 98 71 92 92 109,5 141,5 101,5 38 60,75 63,5 52 142,5 48 64 30 44,5 137 65 102 101 101 89 94 111 142,5 64 64,25 45,5 66 49,75 89.25 73,5 50,4 106,5 101,75 118,5 101,4 100,25 130 87,4 97,5 97,5 70 91,5 92 109 139 102,5 37,5 59,5 62,75 52 47,25 143 47,25 52,5 63 30^5 63,9 44,75 137 62,5 49 88,5 50 107 102 119 101,25 101,25 134,5 88 98 99 92,75 93,75 110,5 141,75 60,5 64,5 55 47 148 48,5 52,5 64,25 31 63,75 46 139 65,25 Bereinigte Stahlwerke..... Ctaüi Minen ...... 16*/, Kaliwerke Aschersleben ... 10 Kaliwerke Westeregeln ... 10 Kaliwerke Salzdetfurth ... 15 3. ®. Farben-Industrte ... 12 Dynamit Nobel ....... 6 Scheideanstall........9 Goldschmidt ...... ..6 RütgerSwerke..... 6 Metallgelelllchast. ...... 8 Philipp Holzmann......7 Zementwerk Heidelberg . . 10 Eementwerk Karlstadt. ... 10 Wavß & Frevtao......8 ELultheiL Patzenhofer ... 16 Cftmede...... 12 Aku...........18 Bemberg..... 14 Zellstoss Waldhos .... 18*/. Zellstoss Mchassenburg ... 12 Charlottenburger Wasser ... 8 Dessauer &ai........9 Daimler Motoren ...... 0 Deutsche Linoleum ...... 91at Automobil ....... 0 Lrenstetn & Koppel . .... 6 Leonhard Tie» ...... 10 Svens la........... frankfurter Maschine» .... 4 Gritzner .......8 Heyllgenstaedt ....... 0 IunghanS. .........6 Lechwerke..........8 Marnkraftwerke Höchst O.SDL. . 8 Mag........... 10 Gebr. Roeder ....... 10 Loigt L Haeffner ...... 9 Süddeutsche Zucker .... 10 45 118 123 179 128,25 117 37,75 46 58,5 69 53,65 22,5 57,75 70 70 65 21,5 63 91 61J 112 S a> — — B M wo tn CO ui W Q» x O (*) » QO 0 " ä 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 ui 1 1 1 1 Wien II M 1 CJ1 cn cn 1 1 » ^Anstellung einer Krankenschwester. Die Vertretung erkannte die Rotwendigkeit dieser Anstellung an. Die Aufbringung der Mittel aus der Gemeinde soll durch einen freiwilligen Krankenpflegeverein erfolgen. Zur Unterhaltung der Krankenpflegestation soll eine kirchliche Umlage erhoben werden. Für die Einrichtung der Station stehen rund 300 Mk. aus Mitteln des Frauenvereins zur Verfügung. Als Anstellungstermin ist der 1. August in Aussicht genommen. <> Dornholzhausen, 28. Mai. Der älteste Einwohner des Ortes, Anstreichermeister Heinrich Mack, feierte seinen 90. Geburtstag. Der hiesige Frauenverein brachte dem Jubilar unter Leitung von Pfarrer Schneider, Hochelheim, ein Ständchen. Kirche und Schule. Landkreis Gießen. )( Lich, 27. Mai. Das alljährlich am dritten Pfingsttag in Kloster Arnsburg gefeierte Jahresfest der Erziehungsanstalt hatte auch in diesem Jahre seine oft bewährte Anziehungskraft ausgeübt. Ueber 2000 Teilnehmer aus der näheren und weiteren Umgebung waren gekommen, um sich im festlich geschmückten Waldesdom, zum erhebenden Gottesdienst zu versammeln. Rach einem Vortrag des Posaunenchors Gambach und nach einer liturgischen Einleitung, gehalten von Stiftsdechant Kahn, Lich, sprachen als Festprediger Pfarrer Weinberger, Friedberg, und Pfarrer Rohrbach, Frankfurt a. M. Rach einer Kaffeepause begann im Hof der Anstalt die ebenfalls gut besuchte Rachversammlung. Pfarrer Lenz, Gießen, erstattete den Jahresbericht. Pfarrer Rohrbach sprach das Schlußwort. Als Festgabe für die Anstalt gingen 220 Mk. ein. Kreis Friedberg. — Bad-Rauheim, 26. Mai. Der Bund f ür Bibel und Bekenntnis hielt hier eine aus allen Teilen Hessens besuchte Landes- tagung ab. Mit einem öffentlichen Gemeindeabend wurde die Tagung durch den 2. Vorsitzenden, Pfarrer Schrimpf, Dieburg, eröffnet. Anschließend hielt der seitherige Generalsuperintendent D. Zöllner, Düsseldorf, einer der führenden Männer der deutschen evangelischen Kjrche, einen Vortrag über „Die Stellung der Kirche in den wirtschaftlichen Röten unserer Zeit". Er zeichnete die tieferen Gründe der wirtschaftlichen Rot und die zersetzende Wirkung dieser Rot auf unser Volksleben, um anschließend darzutun, wie die Kirche als der barmherzige Samariter unfi> als die Gottesstimme der sozialen Gerechtigkeit helfen kann und muh. Anderntags wurden die Verhandlungen vom 1. Vorsitzenden des Landesverbandes, Dekan Schäfer, Michelstadt i. O., geleitet. Rach der von Oberkirchenrat D. Wagner, Gießen, gehaltenen Morgenandacht sprach wieder Generalsuperintendent D. Zöllner, diesmal über das Thema „Die Kirche im Kampf". Er führte u. a. aus, daß die wahre Kirche Christi nur eine Bekenntniskirche sei, die für alle Stände und Lagen die klare Stimme Gottes und damit die heilige Hüterin des Volkes fein müsse. Weiter sprach Pfarrer 03 ei b t von der Frankfurter Paulskirche über „Das Ringen um den evangelischen Gottesbegriff". Rundfunkprogramm. Samstag, 30. Mai. 7.30: von Bad Münster a. St.: Frühkonzert des Kurorchesters. 12.10: Schallplattenkonzert. 15: Stunde der Jugend. 16.30: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18: Frankfurter Motette. 18.40: „Der Staat und die Evangelische Kirche", Vortrag von Präsident Bähr, Kassel. 19.10: Eine Viertelstunde Deutsche Reichspost: „Das Reisen im Postkraftwagen", Vortrag von Postinspektor Dender. 19.25: Spanischer Sprachunterricht, erteilt von Dr. H. Petrieoni. 19.45: Erlebte Geschichten. Von Marieluise Fleißer, vorgetragen von der Autorin. 20.15: 2m weihen Röhl. 22.35 bis 24: Tanzmusik. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bi« 12.33 Uhr, 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen .Tür unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. MMc/en ersten zehn Jahren nur die milde, reine, nach ärztlicher Vorschrift für die zarte, empfindliche Haut der Kleinen besonders hergestellte NIVEA KINDERSEIFE Schonend dringt ihr seidenweicher Schaum in die Hautporen ein und macht sie frei für eine gesunde und kräftige Hautatmung. Und was das bedeutet, merken wir Erwachsenen an uns selbst: Wohlbefinden und Gesundheit hängen von ihr ab. \ V ein. Beide enthalten das hautpflegende EuzeriL Beide vermindern die Gefahr, schmerzhaften Sonnenbrandes, beide bräunen Ihre Haut, auch bei bedecktem Himmel Nivea-Creme wirkt bei Hitze angenehm kühlend. Nivea-Öl schützt Sie bei unfreundlicher Witterung vorm „Frösteln“ und damit vor Erkältungen. 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