"'sK tfMÄS Mas imo?lt>on LDiL n. DtüZ'wmn es gar nJ? M von h sogar v^ru äJWfe M» solltest". T {t Staute sich rt4rt »u sprechen. ^um erfahren. Aber J fle Hand an -er :t? dieser: „Das M bnM Ahr sindHe^ brvbr befohlen." E em. W em Uhr wäre! achte er. Es war M, °as anMmHm, das tzerchnen Knute. Das "he Schneid'! „Ich kn te er sich selbst. Ein underwertigleit beschlich n welche Angst er in würde, wem sie ihn so $ Surren eines Kraft- imen. Kommerzienrätin >e an einem ochwieger- steten ähnlich sah. ! folgt) nals irgendwelche mds. , HAMBURG 15. schule dbjährs mit der sfeier Uhr, im Singsaal udwigsfraüe) sie Darbietungen Tenor). Elhleii^« lilmnlh BilirimrilVio. k. Erait TUli (Cello). Adagio-Largo-Allegro- Itt' Ich Juhals Harf* eite ,Exultate jabilate j.or c) .Vaseniohn ^Ir-Menaet-Air-Glge- Äg? r Geschäftsstelle. w «vte*1 ä Sissi*-** Nr. 99 (Erftes Blatt 18|. Jahrgang Mittwoch. 29. April 1931 Eriche >n> täglich,autz« Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die Illustrierte Btehener Familienblätlei Heimat im Bild Die Scholle Olonats Beiugsorets: 2.20 Reichsmark und 30 Retchspfenntg für Tröget» lohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummern infolge höherer (Bemalt ßernsprechanschlüffe anterSamme[nummer2251. Anschrift für Drahtnach» richten Anzeiger Sletzea. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger sm Oberhessen H VniS und Verlag: vrühl'sche Univerfilälr-Vuch' und Stetnörnderei R. Lange in Siehrn. Zchriftlettung und Seschästrftelle: Zchulftrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Rachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» klameanzeigen von 70 mit Breite 35 Rcichspfennig, Platzvorschrift 20% mehr. Chefredakteur Dr. Friedt. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wich. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Crnst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. Snowdens Staalshaushatt. Der englische Schahkanzler Snowden gilt zwar als Sozialist, er ist aber dabei auch Engländer reinsten Wassers. Wenn er schon fo- zialistisch geschult ist. so hat er noch vielmehr von oen Lehren der klassischen englischen Nationalökonomie in sich ausgenommen, weshalb er als Schahkanzler sich zunächst darum bekümmert, den aus den - Fugen gegangenen Staatshaushalt so ins Gleichgewicht zu bringen, daß die Wirtschaft dabei nicht Schaden leidet. Snowden hat am 27. April im Unterhaus« rückhaltlos zugegeben, dah die öffentlichen Finanzen Englands in eine Gefahrenzone geraten seien, so das; es einer rücksichtslosen Politik bedürfe, um sie wieder herauszusteuern. Der Staatshaushalt für 1930/31 sollte nach dem Voranschlag mit fast 18 Milliarden Mark im Gleichgewicht sein, aber das tatsächliche Ergebnis der Einnahmen ist um 500 Millionen Mark hinter dem Voranschlag gurüd- geblieben. Snowden wartet nicht daraus, daß dieser Fehlbetrag durch den Wiederaufstieg der Wirtschaft abgedeckt werden könnte, er besteht daraus, dies sofort und im Nahmen des neuen Haushalts zu tun. Welche Kunstmittel er hierbei anwendet, ist weniger interessant, allein es verdient hervorgehoben zu werden, daß es Snowden peinlich vermeidet, eine Erhöhung der Steuerlast auch nur anzudeuten. Lieber greift er auf Rücklagen zurück, über die schließlich das reiche England an irgendwelchen Stellen noch verfügt. In bet Entwicklung des englischen Staatshaushalts feit 1914 spiegelt sich auch die ungeheure Umwälzung wider, die der Krieg im britischen Reiche hervorgerufen hat. Von beiläufig vier Milliarden Mark iin Jahre 1913/14 ist der Staatshaushalt bis 1930,31 a u f achtzehn Milliarden Mark emporgeschnellt, wobei er sich seit Kriegsende immer über sechzehn Milliarden Mark gehalten hat. Die öffentliche Schuld Englands, die in der Hauptsache eine innere Verschuldung ist, ist in der gleichen Zeit von dreizehn Milliarden Mark auf 150 Milliarden Mark gestiegen. Don dieser Schuldsumme ist seit 1921 verhältnismäßig wenig abgetragen worden, vor allem nicht bei den eigentlichen Kriegsanleihen, es sei denn, daß die mit dem niedrigsten Zinsfuß von 3i v. H. aus- ßcftatteten Anleihen in höher verzinsliche umgewandelt wurden. Roch immer gibt England für die Verzinsung dieser Gesamtschuld jährlich 7,5 Milliarden Mark aus, was erklärt, daß der Staatshaushalt sich zu Mammutformen ausdehnte. Wenn die Engländer, wie das auch Snowden im Unterhaus wieder getan hat, angesichts einer öffentlichen Last von 18 Milliarden Mark im Jahre den Anspruch erheben, das Höch st besteuerte Volk der Erde zu sein, so ist der Anspruch in dieser Form nicht begründet. Die englische Staatsschuld ist fast ganz im Inlands untergebracht, das bedeutet, daß jeder Engländer irgendwie Staatsanleihen in seinem Bankdepot hat, dis er nicht nur lombardieren kann, sondern für die er auch seine regelmäßige । Verzinsung erhält. Wenn er auf der einen Seite also hohe Steuern zahlt, so erhält er sie auf i der andern Seite in Form von Anleihezinsen wieder zurück. Dem entspricht auch, daß die Einkommensteuer mit Zuschlägen am stärksten gestiegen ist, denn sie erbrachte auch 1930/31 immer noch 6,5 Milliarden Mark, wobei wieder zu beachten ist, daß der Pfundsatz für 1921 6 Schilling betrug, der inzwischen gesenkt worden ist. Der Labour-Regierung fällt es gar nicht ein, die Abrüstung durch Senkung der Aüstungsaus- gaben daheim zu beginnen, im ©egenteil, sie hält unverändert daran fest, dah rund 2,2 Mi 1» liarden Mark für Heer u n d Marine ausgegeben werden, gegen 1,6 Milliarden Mark rm Jahre 1913. Auch für die Luftr ü st ung seht sich die Labour-Regierung in v'.ell stärkerem Maße ein, als die konservative Regierung unter Baldwin und Churchill. Dahinter verschwindet, was die Labour-Regierung für sozial« Ausgaben aufwendet, denn für die Unterstützung der Arbeitslosen sind 1930 nur eine Milliarde Mark ausgegeben worden, obwohl die Arbeitslosigkeit in England an 2,5 Millionen heran reichte. Für die übri gen sozialen Dersicherungszweige wirft der öffentliche Haushalt Englands nicht entfernt so hohe Summen aus wie in Deutschland, was aber nicht auf das mangelhaft ausgebildete soziale Gefühl der 2a- borr-Regierung zurückzuführen ist, sondern lediglich darauf, daß auch ein Schahkanzler der 2a- bour°Party auf die ökonomische Schulterbreite Englands Rücksicht nehmen muh. Wenn zum Vergleich der öffentliche Haushalt Deutschlands herangezogen wird, also nicht nur die Steuerlast im Reich, in den Ländern und Gemeinden, sondern auch der soziale Haushalt, so kommen wir auf eine Gesamt- belastung von fast 28 Milliarden Mark, das ist erheblich mehr, als England aufwendet, insbesondere auch deshalb, weil Deutschland gezwungen ist, rund 2 Milliarden Mark als Tributlast ohne Gegenleistung an das Ausland abführen zu müssen. Wenn die Engländer behaupten, daß die öffentliche Last von 18 Milliarden Mark etwa ein Viertel ihres Volkseinkommens betrage, so kann Deutschland dem gegenüberhallen, daß die 28 Milliarden Mark seiner öffentlichen Last an fast 50 Prozent seines Volkseinkommens heranreichen. Die Ruhanwendung, die sich für Deutschland aus der Finanzpolitik des Schahkanzlers der 2abour-Party ziehen läßt, ist vor allem die: Der Haushalt muh um jeden Preis ins Gleichgewicht gebracht werden, wobei neue Umdrehungen der Steuerschraube nicht in Frage kommen. Vor der Entscheidung über die Agrarzölle. Die Erhöhung des Buiierzolles wird vermutlich zurückgestelli. - Verbilligung des Brotgetreides durch Zulassung eines Einfuhrkontingents zu ermäßigten Zollsätzen. Berlin, 28. April. (MTB.) Amtlich. Das Reichskabinetl nahm in seiner heutigen Sitzung unter dem Vorsitz des Reichskanzlers und in Anwesenheit des Reichsbankpräsidenten den Bericht über die Ergebnisse der gestrigen Verhandlungen zwischen den beteiligten Ministerien entgegen, die Im Relchsrninisierium für Ernährung und Landwirtschaft stattgesunden haben. Darauf wurde die gesamte agrarpolitische Lage eingehend durchgesprochen. Die Entscheidung des Reichskabinetis sieht unmittelbar bevor. * Wie wir erfahren, werden die Beratungen über die zollpolitischen Mahnahmen zunächst in der Form weitergeführt, dah am Mittwochabend eine Besprechung zwischen dem Reichskanzler, dem Reichsarbeits-, dem Reichsernährungs- und dem Reichsauhenminister stattfindet. In dieser Aussprache soll besonders die Frage des Schweine- und Fleischzolles noch einmal behandelt werden. Die letzte Entscheidung über die ganzen Fragen dürsten deshalb von einer Kabinettssihung zu erwarten fein, die voraussichtlich am Donnerstag stattfindet. Im ganzen scheint nach dem Verlauf der heutigen Beratungen der Stand der Dinge ungefähr folgendermaßen auszusehen: Wie zu erwarten war, lvird die Erhöhung des Dutter- zolles zunächst zurückgestellt werden. Da dieses Problem noch eine Reihe weiterer Verhandlungen notwendig macht. Es ist kaum anzunehmen, dah noch in diesem oder im nächsten Monat eine Entscheidung in dieser Frage fällt. Die endgültige Entscheidung über Speck-, Schmalz -und Hülsenfruchtzölle dürste auch erst am Donnerstag fallen. Man hat aber den Eindruck, dah sich auf diesen Gebieten verhältnismäßig leicht eine auch die Landwirtschaft zufriedenstellende Lösung finden läßt. Eine besondere Rolle hat in den letzten Besprechungen auch die Frage des Brot- Preises gespielt. Das Kabinett dürste einer Lösung nahegekommen sein, die das Brot- getreideverbilligt, und zwar spricht man in unterrichteten Kreisen von einem Einfuhr- fontingen t zu einem ermähigten Zollsatz, das wahrscheinlich über bestimmte Häfen geleitet wird. Wie diese Lösung im einzelnen aussieht, läßt sich im Augenblick noch nicht mit Bestimmtheit sagen. Sicher ist aber, dah durch die vom Kabinett geplanten Mah- nahmen der Drotpreis soweit er wie in Berlin in den letzten Tagen erhöht wurde, wieder auf den alten niedrigen Stand zurückgeführt wird, ohne dah das geplante „Könsum- bro-t“ kommt. Allerdings ist eine freiwillige Beimeng u n g von 15 Prozent reinem Kartoffelmehl in Aussicht genommen, die den Wert des Brotes nach Ansicht maßgeblicher Kreise nicht vermindert. Vergleichsweise ist interessant, dah in Holland ein 20prozentiger Dei- mengungszwang besteht. 3m ganzen gesehen hat man in unterrichteten Kreisen den Eindruck, dah die Situation, die sich infolge der Gegensätze in der Zollftage vebhäld- nismähig zugespitzt hatte, durch die heutige Kabinettssihung wesentlich entspannt worden ist. Man rechnet damit, dah die morgige Abend- Geteilte Aufnahme in der presse. Kritik der Konservativen. London, 28. April. (TU.) Tie Aufnahme des Snowdenschen Haushalts in der englischen Presse ist recht geteilt. »Daily Herald", das Organ bet Arbeiterpartei, verteidigt ihn als einen Rotstandshaushall. der unter außergewöhnlichen Umständen aufgestellt werden muhte und deshalb nur vorübergehend und keine dauernde Mahnahmen gebracht hätte. Eine neue Landsteuergesetzgebung sei ein schwerer Schlag gegen die Großgrundbesitzer. Der Kampf gegen die Lords werde mit aller Energie geführt werden. — Die liberale „Tletn ö Chronicle" sagt, Snowden habe wie ein Glücksspieler in der Hoffnung auf bessere Zeiten gehandelt. — „Dailh Telegraph" (gemäßigt konservativ) erkennt an, dah Snowden sich sowohl den Wünschen seiner extremen Parteifreunde, wie auch der extremeren Konservativen widersetzt habe. — „Morningpost" und „Times" (konservativ) kritisieren den Mangel an Mut, energische Sparmahnahmen zu treffen, was im Interesse der Wiederankurbelung der Industrie und Wirtschaft dringend wünschenswert gewesen wäre. Die „Times" erinnert daran, daß die Landbesteuerungsvorschläge ursprünglich ein Gedanke Lloyd Georges wäre, was im Hinblick auf die weitere Zusammenarbeit der Liberalen mit den Arbeitern interessiert sei. — „Financial Times" kritisiert, dah Snowden sich zu sehr den Wünschen der City-Finanz angepaht habe. Er hätte sich deren Stimmung im Hinblick auf die kommenden Konvertierungsmahnahmen nicht verderben wollen. — „Daily Expreß" und „Daily Mail" (konservativ) bemängeln natür- besprechung diese Entwicklung weiter fördern wird. In diesem Sinne ist offenbar auch der letzte Sah der amtlichen Mitteilung zu verstehen, der die Entscheidung des Kabinetts als dicht bevorstehend bezeichnet. Roirus der bäuerlichen Veredelungswirtschast. Gegen die zoltpolitische Bevorzugung der Grotzgetreidebctriebe. Bremen, 28. April. (TU.) Der ehemalige olden- burgische Ministerpräsident Tanken richtete an den Reichskanzler und sämtliche zuständigen Minister folgendes Telegramm: „Kein Land der Welt versteuert Futtergetreide und Futtermit- t e l auch nur annähernd so hoch wie Deutschland. Insbesondere der unsinnige deutsche Futtergerstenzoll erhebt sich um das mehrfache Gegenüber den von anderen Ländern erhobenen Zöllen. Rohstoffe verteuern, Fertigfabrikate erheblich weniger schützen, kann nur der große Getreide- betrieb ertragen. Bauers Arbeit so zu mißachten, wird sich schwer rächen. Weder in der kaiserlichen Zeit, noch in der Zeit dis 1928 nach dem Kriege ist von der mittleren Linie einer alle Agrararbeit berücksichtigenden Zollpolitik abgewichen. Der Agrarmarxismus der Zwangswirtschaft und Monopole, verbunden mit den Interessen einseitiger Roggen- und Getreidepolitik, reißt uns immer weiter ins Unglück. Deshalb erwarten die Bauern eine Wendung in der Agrarpolitik, die ihr Lebensrecht, das ist das Lebensrecht von 90 v. $). der Landwirtschaft gegenüber den Großgetrei- bebet rieben voranstellt und billiges Futtergetreide und landwirtschaftliche Futtermittel hereinläßt, damit die Tierhaltung nicht vernichtet und die Bauernarbeit nicht ins Ausland verlegt wird." Sugenberg und das Zenttum. Für Landtagswahlen im November. Oldenburg, 28.April.( TU.) Aus Anlaß der bevorstehenden Landtagswahlen in Oldenburg sprach hier der deutschnationale Parteiführer Dr. H u g e n- o e r g. Der eigentliche Träger der Koalition zwischen Zentrum und Sozialdemokratie sei der Fraktionsführer des preußischen Zentrums, Dr. Heß. Der bisherige Verlauf der Dinge zeige, daß der preußische Zentrumsführer gegenüber dem Zentrums-Reichskanzler der Stärkere fei. Sobald Brüning etwa den Entschluß fasse, den Gesichtspunkt der Einheit seiner Partei hinter die vaterländischen Rotwendigkeitenzurückzu stellen, werde B r ü n i n g in seiner Partei der Stärkere sein. Herr Heß und seine Freunde suchten mit allerlei Aussprüchen abgesplitterter Deutschnationaler vor ihm, Hugenberg, gruselig zu machen. Demgegenüber er- widerte er, daß er sich klar darüber sei, daß die kommende Herrschaft der Rechten in Deutschland nur unter zwei Voraussetzungen Bestand haben werde: Gerechtigkeit gegenüber den deutschen Katholiken und Gerechtigkeit gegenüber dem deutschen Arbeiter. Das Zentrum habe versucht, mit Hilfe von Leuten, die hierfür Minister geworden seien, der DeutschnationalenVolksparteiKöpfe abzuhacken. Der Erfolg war am 14. September, daß ihm etwas entgegenwuchs, was ihm vorkam, wie Drachenköpfe. Jeder neue Versuch, irgendwo innerhalb der nationalen Opposition mit Gewalt, List oder Verrat mißliebige Köpfe unschädlich zu machen, wird den Trägern des heutigen Parteiregimes nur neue Drachenköpfe entgegen- wachsen lassen. Das führt nicht zum Ziele. Das ist Kraftvergeudung in ernstester Zeit. Und was wurde aus der Hoffnung auf Zwiespalt wegen des Stahlhelm-Volksbegehrens? Was wurde aus dem Kampf des Zentrums gegen diese „unnötige Geld- Doch eine Sommerlagung des Reichstags? Das Bedürfnis der Sozialdemokraten. Berlin, 28. April. (TU.) In unterrichteten parlamentarischen Kreisen nimmt man an, daß der Reichstag nun doch vor dem Herbst noch einmal zu einer kurzen Tagung zusammentreten wird. Der von den Kommunisten vor einigen Tagen eingebrachte Antrag auf sofortige Einberufung des Reichstages werde allerdings keine praktische Wirkung haben, da die Regierungsparteien und die Sozialdemokraten entschlossen seien, diesen Antrag abzulehnen. Cs sei aber anzunehmen, daß Mitte oder Ende Mai die Sozialdemokraten selbst einen Antrag auf Einberufung des Reichstages stellen würden, der dann natürlich eine Mehrheit finden werde. Man glaube, daß die bevorstehenden neuen Rotverordnungen für die Sozialdemokraten die äußere Veranlassung zu diesem Schritt sein würden, da die neuen Rotverordnungen Bestimmungen enthalten sollen, die, wie man behauptet, die Sozialdemokraten nicht hinnehmen könnten, ohne wenigstens den Versuch zu machen, sie durch eine Entscheidung des Reichstages zu beseitigen. lich die Ablehnung eines fiskalischen Zolltarifs durch Snowden. Die Spionenjagd in Frankreich. Der Ltratzbnrger Hauptbefchuldigte sreigelasien. Paris, 29. April. (WTB.) Schon wieder einmal wird über die Auftlärung eines angeblichen Spionagefalles berichtet. Die Pariser Polizei hat gestern einen Mann fest genommen, der seit Jahren unter Beobachtung steht, dessen wirklicher Rame aber nicht bekannt ist. Der Betreffende, der sich Paul nennt, sollte bereits im Juni 1930 verhaftet werden, doch hatte die Polizei seine Spur verloren. Bei seiner gestern nachmittag erfolgten Verhaftung wies er einen Pah auf den Ramen Alba r e t vor, der den Einreisevermerk trug, dah er vor zwei Monaten über Belgien nach Frankreich eingereist ist. Der Verhaftete hat jede Aussage verweigert, jedoch zugegeben, dah er unter einem falschen Ramen reist. Er sei Schriftsteller und habe wegen der Vorbereitung eines Buches indiskrete Fragen an französische Arbeiter gewisser Betriebe für die nationale Verteidigung gerichtet. Bei dem Verhafteten ist eine beträchtliche Summe Geld und ein Notizbuch mit chiffrierten Aufzeichnungen vorgefunden worden. Havas berichtet übrigens aus Straßburg, dah der Hau^tbeschuldigte in der Spionageangelegenheit, Krieger, vom Untersuchungsrichter nach dem heutigen Verhör in Freiheit gesetzt worden sei. Der Verdacht, dah Krieger zahlreiche Pläne über Befestigungsarbeiten, die in seiner Wohnung gefunden worden waren, an Die Lage für die Sozialdemokraten sei gegenwärtig sehr schwierig, da der Sozialdemokratische Parteitag, der zum 31. Mai nach Leipzig einberufen worden ist, vor der Türe stehe. Auf diesem Parteitag werde die sozialdemokratische Reichstagsfraktion ihre Haltung rechtfertigen müssen, ebenso wie die neun sozialdemokra ischen Reichstagsabgeordneten, die in der Panzerkreuzerfrage gegen ihre Fraktion gestimmt haben, ihre Gründe vortragen würden. Der sozialdemokratische Parteivorstand werde daher, um der radikalen Stimmung in weiten Kreisen der Sozialdemokratischen Partei nachzugeben, auf Ei nberufung des Reichstages bringen. Man nehme an, daß der Reichstag dann im Juni zu einer kurzen, etwa einwöchigen Tagung zusammentreten werde. Für diesen Zusammentritt würden sich auch die Deutschnationalen, die Rationalsozialisten und die Kommunisten erklären, vielleicht sogar auch die Vertreter der Wirtschaftspartei und des Landvolks. die „Spionagezentrale" in Stuttgart ausliefern wollte, hat sich als unbegründet erwiesen. Krieger erklärte bei seiner Vernehmung, dah er von seinem Vorgesetzten, dem Genie-Hauptmann ©reffe, die Erlaub - n i s erhalten habe, zu Hause zu arbeiten. Der als Zeuge vernommene Offizier b e st ä t i g t e diese Angabe Kriegers und erklärte, daß die aufgefundenen Pläne ganz unwichtig seien und von jedermann beschafft werden könnten. Es wird erwartet, dah auch die übrigen Verhafteten bald auf freien Fuß gesetzt werden. Interessant ist, dah einer der bei Krieger gefundenen Pläne einen Panzer türm behandelt, der ein System Krupps ist. Llm die Präsidentschaft. Donmergnc kandidiert nicht. Paris, 28. April. (WTB.) Die Gerüchte über eine im letzten Augenblick noch auf tauchende Kandidatur Doumergues für den Präsidentenposten entbehren, wie „Echo de Paris" wissen will, jeder Begründung. Doumergue soll fest entschlossen sein, sofort nach Uebergabe seines Postens an seinen Rachfolger sichvom politischen Leben zurückzuziehen. Eine Bemerkung Tardieus wird in Verbindung damit in politischen Kreisen so ausgelegt, dah Tardieu nicht, wie allgemein angenommen werde, der Nachfolger Briands sein würde, wenn dieser — was übrigens noch nicht feststeht — zum Präsidenten der Republik gewählt werden sollte. P o i n c a r 6, dessen Zustand sich weiter gebessert hat, ist entschlossen, nicht an den Präsidentschaftswahlen am 13. Mai teilzunehmen. Als Kandidat Poincares gilt bekanntlich Zier lothringische Senator Lebrun. nusgabe*? Die Hauptausgabe kommt erst beim Volksentscheid. Das Zentrum könnte sie uns ersparen. Einigen wir uns doch dahin, dc.ß wir in Preußen im November wählen. Nach dieser Wahl werden wir dann alle klarer sehen. Hindenburg taust das Panzerschiff A. Der Reichspräsident wohnt anschließend Ucbungen der Flotte bei. Berlin. 28. April. (WTB.) Das Panzerschiff A, das am 19. Mai in Kiel von Stapel läuft, wird, wie vom Reichswehrministerium mitgeteilt wird, vom Reichspräsidenten getauft werden. Für den Besuch des Reichspräsidenten in Kiel ist folgendes Programm ausgestellt worden: Am 19. Mai vormittags flaggen die Schiffe der Flotte, die mit allen Einheiten im Hafen liegt, aus, d. h. die Signalflaggen der Schiffe werden in besonderer Anordnung vom Bug über die Masten nach dem Heck gehißt. Die Gebäude der Behörden setzen Flaggen. Um 10.50 Uhr trifft der Reichspräsident auf dem Bahnhof in Kiel ein. Beim Einlaufen des Zuges wird die Standarte des Reichspräsidenten auf dem Kreuzer „Königsberg" gesetzt, der vor der Scharnhorst-Brücke liegt. Sobald die Standarte des Reichspräsidenten gesetzt ist, feuern alle Schiffe den Salut von 21 Schuh, an dem sich auch die Salutbatterie in Friedrichsort beteiligt. Um 12 Uhr findet der S t a p e l l a u f statt. Rach Beendigung des Stapellaufes nimmt der Reichspräsident einen Imbiß auf den Deutschen Werken ein und fährt abschließend auf dem Kreuzer „Königsberg" um 19.30 Uhr aus. In Begleitung des Reichspräsidenten befinden sich an Bord des Kreuzers der Reichswehrminister, der Chef der Marineleitung und der Flottenchef. Gegen 20.45 Uhr wohnt der Reichspräsident Schießübungen des. Kreuzers „Köln" bei, die aus der Höhe von Schleimünde durchgeführt werden. Im Anschluß hieran finden bis gegen 22.30 Uhr Tvrpedv- bootangriffe der Zweiten Lorpedoboot- flotille auf die Kreuzer „Königsberg" und „Köln" statt. Danach trifft der Kreuzer wieder in Kiel ein. Am 20. Mai versammelt sich die Flotte um 7.45 Uhr beim Kiel-Feuerschiff. Don 9 Uhr vormittags ab wohnt der Reichspräsident den Fahrtübungen der Flotte bei. Die Uebun- gen werden abgeschlossen mit einer Parade sämtlicher Seestreitkräfte vor dem Reichspräsidenten. Or. Goebbels vor Gericht. Berlin, 28. April. (TU.) Dr. Goebbels, der am Montagabend in München festgerwrnmen und nach Berlin gebracht worden war, hatte sich Dienstag gegen 14 Uhr in acht Beleidigungsfällen vor dem Landgericht III zu verantworten. Goebbels war in Begleitung von zwei Kriminalbeamten erschienen. Goebbels wies in der Erklärung darauf hin, daß vom Reichstag bei Aufhebung der Immunität zugesichert worden sei, die in Frage kommenden Abgeordneten würden weder parlamentarischnochinihrerpartei- fraktionellen Tätigkeit behindert werden. Er sei in letzter Zeit stets vor Gericht erschienen. Zu dem am Montag anstehenden Termine habe er sich rechtzeitig entschuldigt wegen der Fraktionssihung und Führer- Itagung der RSDAP. in München. Er sei Montagabend wie ein Schwerverbrecher aus der Fraktionssihung verhaftet und in eine Einzelzelle ins • Berliner Polizeipräsidium gesperrt worden. Das widerspreche der Reichsverfassung. Wegen dieses * Derfassungsbruches lehne er vor einem Gericht, , das solche Maßnahmen treffe, jede Erklärung ab. ' Er habe bereits eine Schlafwagenkarte gelöst gehabt, um zum Termin nach Berlin zu kommen. Der Vorsitzende stellte fest, daß seit dem 29. September vier Termine anberaumt waren, in denen stets ungenügende Entschuldigungen des Angeklagten und seines Derteidi- gers abgegeben wurden, so daß der Termin niemals zustande kam. Ermahnungen des Gerichts, die Termine einzuhalten, hatten keinen Erfolg. Auch der Forderung nach einem amtsärztlichen Zeugnis über seinen angeblichen Gesundheitszustand wurde nicht fl a 11 g e g e b en. Der Dorführungsbefehl, der schließlich Nächtliches Zwischenspiel. Don Frank F. Braun. Die Luisenstraße lag menschenleer; cs war spät am Abend und regnete ein bißchen. Als Glaskarl vor der Villa anlangte, schlug eine nicht ferne Turmuhr zehnmal. Er betrachtete das Häuschen und sah das Messingschild an: Konsul Ehr. Steenkamp. Kein Fenster war erleuchtet. Seine Berechnungen waren also richtig. Der Konsul saß im Stadttheater und hörte sich „Rigoletto" an. Die Dienstboten hattön heute Ausgang. Er trat in den Garten und ging zur Tür. Seinem Nachschlüssel würde dies Schloß kaum lange widerstehen. Das Schnappschloß sprang bald auf. Glaskarl betrat die Halle. Behutsam, nirgends anzustoßen, und auf Zehenspitzen schlich er vorwärts. Leise, leise ... Teppiche dämpften den Schritt. — Weshalb leise? Er wußte, daß er allein im Hause war! Nun, das liegt schon so im Blut. — Er öffnete die Tür in das Herrenzimmer. Dort an der Wand hing das Bild, um das es sich handelte. Glaskarl machte kein Licht; er fand sich so zurecht, obgleich er nur ein einziges Mal hier gewesen war — als falscher Elektriker. Zwei, drei Hammerschläge gegen den Holzrahmen, bas ließ sich nicht vermeiden. Der Goldrahmen gab nach; er nahm die Leinwand heraus, löste sie ab und rollte sie auf. Sehr behutsam, es war ja ein wertvolles Stück. Sonst noch etwas mitzunehmen? Glaskarl zögerte, aber da war ein unbehagliches Gefühl, und er drehte sich um, rasch wieder weg- zukommen. Als er die Tür gerade erreicht hatte, geschah es. Eine klare Männerstimme rief: Halt!" Gleichzeitig flammte das Deckenlicht auf. Glaskarl schloß geblendet die Augen. Er erkannte kaum noch, daß da beim Lichtschalter ein Mensch stand und einen, Revolver vorgestreckt hielt. Aber hart vernahm er den Zuruf: „Die Hände hoch!" Nach einer Weile konnte er sehen. Er wartete mit gereckten Armen und betrachtete den Mann. Der stand in Hemdsärmeln, war groß und schlank, und das Gesicht wies Entschlossenheit. Konsul Steenkamp. ,^aben Sie nur das Bild stehlen wollen?" Glaskarl nickte; er legte es unaufgefordert auf den Tisch. „Wer hätte es Ihnen abgenommen?" im Ianuar von der Strafkammer erlassen wurde, hatte keinen Erfolg, da Goebbels unauffindbar war, so daß es endlich zu dieser Festnahme in München und der Dorführung zum heutigen Termin gekommen sei. Rwchdem Dr. Goebbels sich geweigert hatte, sich zur Sache sslber zu äußern, beantragte Staatsanwältschastsrat Sten-ig Eintritt in die Derhandlung. Rachdom das Gericht beschlossen hatte, den Chefredakteur Dr. Lippert und den Hilssredatteur Delhis, beide vom „Angriff", als Zeugen zu laben, wurde die Verhandlung auf Mittwochvormittag vertagt. Das Gericht beschloß ferner, Dr. Goebbels auf seinen Antrag von seinem persönlichen Erscheinen in der Mittwochverhandlung zu befreien. Japan will China entgegenkommen. Dolio mit der teilweisen Aushebung der Exterritorialität einverstanden London, 28. April. (TU.) Auf einer Konferenz im japanischen Außenministerium, an der der japanische Gesandte in China teklnahm, wurde eine gänzlich neue Politik Iapans ge - R o m, 28. April. (TU.) „Lavoro Fascista" ist der Ansicht, daß Italien nichts anderes übrig bleibe, als seinen Austritt aus dem Europa- Ausschuß zu beschließen, da durch die Art der Einladung Rußlands und der Tür° k e i und durch die beschränkte Zulassung der genannten Staaten zu der Mai-Tagung die beabsichtigte gleichberechtigte Zusammenarbeit aller europäischen Staaten durchbrochen sei. Wie könnte, fragt das Blatt, eine gesamteuropäische Solidarität erreicht werden, ohne daß z u e r ft eine Solidarität zwischen den einzelnen europäischen Staaten hergestellt würde? Rußland und die Türkei seien nicht als gleichberechtigt zugelassen und würden nach wie vor als unerwünschte und kaum geduldete Gäste angesehen. Die Idee Briands verkörpere eine antirussische und antitürkische Kombination, die ausschließlich den Interessen der von Paris politisch, finanziell und militärisch geleiteten Staatengruppe dienen. Italien könne zu einer derartigen Entwicklung nicht die Hand bieten. Am Vorabend der Gen- fer Tagung sei diese Frage ganx klar zu stellen, und zwar nicht nur in der Presse, sondern auch vor dem Ausschuß. Im Januar habe Deutschland denselben Standpunkt eingenommen, wie Italien. Was Darmstadt, 28. April. (WHP.) Präsident Delp eröffnet die Landtagssitzung um 10.15 Uhr. Zur Beratung steht der Etat des Landtages und des Staatsministeriums. Staatspräsident Adelung: Als ich vor Jahresfrist zu den Kapiteln meines Ministeriums hier sprach stand die Gesamt- täumung des besetzten Gebietes bevor. Der unterdessen erfolgte Abzug der fremden Truppen muß als ein politisches Ereignis ersten Ranges und als ein großer Erfolg der zielbewußten, klug auf den gegebenen Möglichkeiten aufbauenden deutschen Außenpolitik gewertet werden. Für Hessen war die Räumung von besonderer Bedeutung, weil die Besetzung einem erheblichen und besonders wertvollen Teil des Landes auferlegt war. Unsere r e i d) ft e n Gebiete haben am ft ä r t ft e n gelitten und, weil alle Landesteile schwer geschädigt wurden, haben wir nicht genügend die Möglichkeit eines Ausgleichs innerhalb unseres Landes. Was auf diesem Gebiete möglich ist, um einen inneren Ausgleichzu schaffen, ohne andere Gebietsteile zu schädigen, geschieht, wie auch die Verlegung des Pädagogischen Instituts nach genüb er China beschlossen. Die Regierung vertrat die Ansicht, daß man China in seinen Bemühungen zur Wiedererlangung feiner Souveränität unterstützen solle, und es wurde daher grlundsählich beschlossen, sich mit der Aufhebung der Exterritorialität einverstanden zu erklären. Japan knüpft aber daran eine Reihe von Bedingungen: Es soll gleichzeittg ein Handets- und Schiffahrtsvertrag abgeschlossen werden. Die südmandschurische Zone ist von den Erörterungen auszuschließen. Iapan ist bereit, alle Konzessionen, mit Ausnahme von Schanghai, Tientsin, Peking, Hankau und Kanton, aufzugeben. Die neuen Abmachungen sollen zunächst für die Dauer von acht Jahren gelten. Der japanische Gesandte für China, der Pofort wieder nach Ranking zurückkehren wird, hat den Auftrag, auch noch besondere Sicherheitsmaßnahmen für Iapaner im Innern Chinas bei der Rankingregie- rung durchzusehen. Die japanische Regierung be- absichttgt, sofort in direkte Verhandlungen mit Ranking über eine Reihe von noch nicht geregelten Fragen hinsichtlich der Mandschurei und der Mongolei einzutreten, die bisher zwischen der südmandschurischen Eisenbahngesellschaft und der Mukden-Regierung erörtert wurden. werde Deutschland jetzt tun? Die Haltung Deutschlands in den großen aktuellen europäischen Fraaen sei, so schreibt „Lavoro Fascista", seit einiger Zeit nicht immer klar und nicht immer verständlich. In der Frage der Teilnahme Rußlands und der Türkei am Europa-Ausschuß sei die Haltung Deutschlands in Genf zuerst zögernd, dann aber durchaus aktiv gewesen. Denselben Standpunkt habe Deutschland auch im Zwölfer-Ausschuß in Paris eingenommen. Wenn also im Mai die ganze Frage von neuem aufgerollt werden sollte, so müßte die deutsche Haltung logischerweise im voraus feft» stehen. Wenn aber Italien den Ausschuß verlassen sollte, würde die deutsche Regierung bann das gleiche tun? Diese redaktionelle Stellungnahme des „Lavoro Fascista* ist sicher nicht nur als eine private Tieinung seines Chefredakteurs aufzufassen. Man ist versucht, in dieser Frage sowohl eine Warnung an Frankreich als überhaupt einen Versuchsballon zu sehen, der nicht nur in der Redaktion des „Lavoro Fascista" entstanden fein dürfte. Im Zusammenhang mit dieser Angelegenheit gewinnt die breite und außerordentlich positive Behandlung des neuen italienisch-russischen Wirtschaftsabkommens durch die italienische Presse eine besondere Bedeutung. Mainz bekundet. Hessen ist auf d i e nachhaltigste Hilfe des Reichs angewiesen und fordert diese Hilfe als sein gutes Recht. Das Reich hat die Notwendigkeit, dem besetzt gewesenen Gebiet auch über die Räumung hinaus helfend beizustehen, anerkannt. Im vergangenen Jahr wurde ein erster Teilbetrag bewilligt. Im Rechnungsjahr 1931 kann mit einem Betrag gerechnet werden, der die Fortsetzung der Hilfsmaßnahmen für die Westgebiete einigermaßen ermöglicht. Bei der Verteilung der Reichsmittel für den Westen darf nicht vergessen werden, daß das Reich über eine Milliarde für den Osten bereitgestellt hat. Nicht, daß wir die Berechtigung dieser groß- zügiaen Hilfsaktion für den Osten irgendwie an- zweifeln, sondern wir fordern Berücksichtigung der Tatsache, daß die an der Osthilfe teilnehmenden Länder durch die Verwendung solcher gewaltiger Mittel in ihren Ostgebieten ganz ohne Zweifel eine wesentliche finanzielle En11astung erfahren. Wenn neben dieser Entlastung, zu der auch die hessischen Steuerzahler beigetragen haben, außerdem noch eine volle Beteiligung der in Frage kommenden Länder an den Mitteln der Reichswe st Hilfe erfolgen sollte, so mähte dies von Hessen als ein großes Unrecht empfunden werden. Oie Aussprache. Abg. Dr. Werner (Rais.) bedauert, daß der Staatspräsident kein Wort zur Reparation und zur Kriegsschuldlüge gesprochen habe. Die Reichsregierung hat ihre Versprechungen zugunsten des befreiten Gebietes bisher nicht erfüllt. Auch in der Eisenbahnschuld an Hessen hat das Reich versagt. Trotz wiederholter Ersuchen hat die Regierung die Aufstellung über die gezahlten Ministerpensionen in Hessen nicht gegeben. Abg. Kunkel, Worms (DVP.): Bei der Bevölkerung am Rhein sind große Hoffnungen erweckt worden, doch ist bisher nichts geschehen als „vorbereitende Maßnahmen". Im angrenzenden Baden sind aus dem Grenzfonds bereits Arbeiten in Angriff genommen worden. Wir wünschen, daß der Staatspräsident mit allen Mitteln beim Reich darauf drückt, daß die Städte des befreiten Gebiets mit Aufträgen viel besser versehen werden als dies bisher geschah. Abg. S ch r e i b er (Staatsp.): Wir stehen einer Verringerung der Abgeordnetenzahl zu stimmend gegenüber. (Zuruf: „Darm kommt ihr ja überhaupt nicht mehr fcgrein.") Wir wünschen zur Wahlreform eine engere Verbindung zwischen Abgeordneten und Wählern, sowie eine gewisse Erhöhung des Wahlalters. Abg. Kaul (Soz.) will die Diätenfrage dem kommenden Landtag überlassen wissen. Die Land- tagswahlresorm wird in Verbindung gebracht werden müssen mit der Reichswahlreform irrcö der Reichsreform. Abg. Böhm (Dntl.) lehnt die Heraufsetzung des Wahlalters und das Sttchwahlsystem ab. Abg. R i e p o t h (D. Dp.): Solange die Lander- Parlamente bestehen, darf die Abgeordnetenzahl nicht so herabgesetzt werden, daß die Parlamente nur Berufspolitikern Vorbehalten sind. Die Volkspartei hält an dem Verhältniswahlsystem und einer Heraufsetzung des Wahlalters fest. In der Diätenfrage werden wir jede Kürzung mitmachen. Abg. Dr. Leuchtgens (Lbd.) betont die Bereitschaft des Landbundes, die Zahl der Abgeordneten herabzusehen bei gleichzeitiger Aenderung des Wahlgesetzes und Beseitigung des Listenwahlsystems. Es ist beinahe ein Kennzeichen konservativer Auffassung, ob man für eine Heraufsetzung des Wahlalters eintritt. Staatspräsident Adelung erklärt, er wolle auch in der Frage der Reichsreform mit dem Parlament in engster Fühlung bleiben. In der Kriegsschuldfrage seien alle Staatsmänner einig und nur die RationalsSzialisten möchten daraus eine Parteisache machen. Infolge des staatsgerichtlichen Urteils stelle er eine Rvvelle zum Wahlgesetz in Aussicht, bei der zahlreiche Wünsche berücksichtigt werden können. Mittwoch Etat des Innenministeriums. * WSN. Darmstadt, 28. April. Infolge der Haltung seiner Fraktion bei der ßanbtagsabftimmung über die pädagogischen Institute hatte der Abgeordnete Reiber den Vorsitz niedergelegt und sich von den Arbeiten der Ausschüsse zurückgezogen. Eine heute stattgefundene v i e l st ü n d i g e A u s s p rache führte zur Aufklärung einer Reihe von Mißverständnissen über die Vorgänge bei der entscheidenden Sitzung. Nach dieser Aufklärung ließ sich Abg. Reiber bewegen, den Vorsitz der Fraktion wieder zu übernehmen. Aus aller Wett. Das Schlageler-Rational-Denkmal. Die Einweihung des auf der Golzheimerheide bei Düsseldorf errichteten Schlageter-National-Denkmals erfolgt am Pfingstsamstag, 23. Mai, durch eine Ansprache von Dr. Max Schlenker, dem Vorsitzenden des Denkmalsausschusses. Das Denkmal wird- dann von dem Düsseldorfer Oberbürgermeister Dr. Lehr übernommen. Die Weiherede hält der Oberbürgermeister der Stadt Duisburg, der ehemalige Reichsminister Dr. Jarres. Die Feier, die von musikalischen Vorführungen umrahmt wird, schließt mit einer Ansprache eines Mitgliedes der Freiburger Studentenverbindung, der Schlageter ange- hört hat. Das Gedächtnismai ist von Professor Holzmeister entworfen. Ein 27 Meter hohes Oie unerwünschten Gäste. Italien über die beschränkte Einladung Rußlands und der Türkei zum Europaausschuß verstimmt. Hessen und die Westhilfe. „Ich verrate meine Kollegen nicht", knurrte er trotzig. „Ich will Ihren Hehler wissen!" rief der Konsul scharf. „Nennen Sie mir den Hehler, und ich ver. spreche Ihnen, mich bei der Polizei für Sie zu ver- wenden. Nicht Sie sind der eigentliche Schuldige, sondern jener Kerl, der feige im Hintergrund bleibt und der Anstifter ist. Denn Sie kannten doch den Wert des Bildes gar nicht!" Glaskarl überlegte. Dann legte er entschlossen einen Zettel auf den Tisch neben das Bild. „Die Adresse; ich kann den Zettel verloren haben", meinte er blinzelnd. Der Konsul sah das Papier an und steckte cs ein. „Man muß diesen Leuten das Handwerk legen", knirschte er. Er nahm das Telephon auf. „UeberfaU!" rief er; und bann: „Hallo? Zwei Leute genügen. Ich halte hier einen Einbrecher in Schach. Beeilen Sie sich bitte, Konsul Steenkamp, Luisenstraße 17." Man wartete. Die Minuten wurden lang. Keiner der Männer sprach ein Wort. Der Konsul spielte mit dem Revolver, wenn Glaskarl eine Bewegung machte, nahm er die Waffe fester zur Hand. — Dann waren die Polizisten da. Sie sprangen von den Rädern und kamen ins Haus. „Das ist der Bursche", sagte der Konsul. „Sie nehmen ihn wohl mit auf die nächste Polizeiwache, nicht wahr?" Die Beamten bestätigten das. „Gut, meine Herren, ich mache mich fertig und bin in zwei Minuten ebenfalls dort." Die Polizisten grüßten höflich, nahmen Glaskarl in die Mitte und zogen mit iym ab. Der Konsul wartete eine Weile. Dann ging er in das Nebenzimmer. Da lag über dem Stuhl seine Jacke. Er zog sie an und ging wieder in das Herrenzimmer zurück. „Ich hätte mir wirklich viel Mühe gemacht, hatte schon die Jacke ausgezogen und wollte anfangen zu knacken, da —" und er lachte vor sich hin, „da kommt der Junge wie vom Himmel geschickt und zeigt mir, was hier des Mitnehmens wert ist." Hieraus rieb sich der Konsul erfreut die Hände, nahm das gerollte Bild und warf einen letzten Blick in die Runde. Dann verließ er das Haus. An der Straßenecke nahm er ein Auto und fuhr zu dem felgen Anstifter und Hehler, der ausgerottet werden mußte. „Hier ist das gewünschte Bild , sagte er schlicht. „Der Kollege war verhindert und hat mir den Auftrag überlassen." „Ist gut", antwortete der Mann; er prüfte das Gemälde und griff dann in die Tasche. „Ich zahle Ihnen dasselbe, was mit Glaskarl abgemacht war", sagte er und zählte die Scheine auf den Tisch. Dann ließ er den Kollegen und Vertreter des Glaskarls hinaus. Die dunkle Straße schluckte sofort diesen Mann und gab ihn nicht wieder heraus. Genau um diese Zeit wurden die Beamten auf der Revierwache 23 unruhig und riefen im Hause des Konsuls an. Genau um diese Zeit horte der Konsul Steenkamp im Stadttheater den vierten Akt. Des Herzogs berühmte Canzone von den trüaerischcn Weiberherzen ergriff ihn tief. Er hatte keine Ahnung, daß ihn noch eine stärkere Erschütterung an diesem Abend erwartete. Tonfilm: „HokuSpokuS". Nach dem — auch in Gießen — rühmlich bekannten Trickstück von Curt Goetz. Es fängt ganz grauslich und scheinbar blutigernst an: mit einem Mordanschlag und mit einer Attacke gegen das System des Indizienbeweises. Die Fabel liefert eine Strafsache, was seit undenklichen Zeiten auf dem Theater (und natürlich auch für den Film) die dankbarsten Spannungsmomente ergibt, zumal wenn der Zuschauer, wie hier, gewissermaßen persönlich an der großaufgemachten und ausgesponnenen Schwurgerichtsverhandlung samt Lokaltermin teilnehmen und sogar nach Ausschluß der Oefsentlichkeit (mit den Vertretern der Presse) im Saal bleiben und zuhören darf. Die Fabel — Manuskript von Karl Hartl und Walter Reisch — schließt sich in den Grundzügen, obwohl mit einigen Abweichungen, auch etlichen Unwahrscheinlichkeiten, dem Originaltext an, von dem einige besonders gut sitzende Kern- spräche wörtlich herauszuhören sind. (Man entsinnt sich wohl noch mit Vergnügen des Berliner Ensemble-Gastspiels.) Die Regie von Ucicky hat die tonfilmischen Möglichkeiten der geistreich und witzig aufgebauten Vorlage sehr geschickt ausgenutzt und — mit wirksamer Kontrastierung der Hauptpersonen — präzis photographiert. Don der Handlung, vom Verlauf des Prozesses, vom Uxteil und von der Losung des Rätsels kann man natürlich genau so wenig aussagen wie seinerzeit vom Original; das läßt sich jeder am besten selber im Lichtspielhaus auseinandersetzen: er wird sein Vergnügen daran haben, wie spannend und amüsant das gemacht wird. Außerdem sieht und hört er seine erklärten Lieblinge ... und übrigens noch eine Reihe weniger populärer, aber nicht minder vortrefflicher Schauspieler dazu. Willy Fritsch (Peter Bille) ist zwar gewissermaßen die Hauptperson, aber die Rolle gibt doch filmisch weniger her als im Stück. Lilian Harvey: die charmante und mitleiberregenbe Angeklagte (wie Valerie von Mar- tens bei Goetz). Wallburg macht mit einem prachtvollen Wortschwall ben Verteidiger; schabe, baß man nicht alles versteht. Des ferneren sind Präsident und Staatsanwalt mit H v m o l k a und Gründgens sehr pointiert besetzt. Aus dem großen Ensemble wären noch zu nennen: Harry Halm, Kurt Lilien, WUhelm Dendow, Ferdinand von Alten, Paul B i e n s f e I b t, Julius E. Hermann. — Der einzige Tangoschlager wird, leider, von der Harvey weder getanzt noch gesungen, sondern nur gesprochen. —r— Hochschulnachrichien. Professor Dr. Aurel von Szily, Direktor der Augenklinik an der Universität Münster, hat den an ihn vor einiger Zeit ergangenen Ruf an die Universität Freiburg i. D. als Rachfolger seines Lehrers Th. Axenfeld abgelehnt. Der Privatdozent an der Berliner Universität Dr. Hans-Friedrich Rosenfeld hat einen Ruf als ordentlicher Professor der germanischen Philologie an die schwedische Universität in 21 b o (Finnland) erhalten. Diese Stelle wurde bis jetzt von Professor E. T. Karsten in Helsingfors verwaltet. Der Bergdirektor Professor Dr. phil. Oskar Niemczyk in Beuthen (Oberschlesien) hat einen Ruf an die Technische Hochschule in Berlin angenommen und bereits seine Ernennung zum Ordinarius erhalten. Niemczyks Spezialgebiet ist Geologie, Markscheide- und Bergschädenkunde. Die Ernennung des o. Professors Dr. Heinrich Freiherrn Rausch von Traubenberg von der deutschen Universität in P r a g zum ordentlichen Professor der Physik an der Universität Kiel als Nachfolger von Professor H. Geiger ist erfolgt. Mn,«. 'rache. u9e gc[h^QlUn Sqiä;;: W PUIÖ an WL °"is bereitßS’« rden. M. Abeii^ t allen DitA^n. Städte des Ä klm * »%- 36g»C>«i«r Ler V-, ^eten. -rZ^L °KL^ fifjj rsDCI n, pbil- "tot roseß°t.^feg^jn sÄllLÄL' ö®*1 effor »■ Stahlkreuz überragt die Gruft, die von Erinnerungs- steinen mit den Namen von 141 Todesopfern französischer Willkür in den von 1921 bis 1925 widerrechtlich besetzten Gebieten am Rhein und Ruhr umgeben ist. Eine mächtige, in Halbkreisform gestaltete Anlage bietet Raum zum Aufmarsch größerer Verbände. Die Razzia auf „Immertreu". Die „Rwchtaüsgabe" bringt zu der bereif» gemeldeten Razzia d er Polizei beim zehnjährigen Stiftungsfest des Sportklubs „3 m m e r t r e u“ im Saalbau Friedrichshain einige Einzelheiten. DaS Blatt weist zunächst darauf hin, daß die ganze Aktion mißglückt sei, weil die „3mmcrtreu"-Leute und ihre Freunde angeblich bereits am Montagnachmittag genau wußten, was ihnen bevorstand. Don den 300 Fe st teilnehm ern, die sich nicht auSweisen konnten und daher zum Polizeipräsidium gebracht wurden, sei schließlich nur ein einziger verhaftet worden, während die übrigen entlassen werden mußten. Ferner soll die Polizei übersehen haben, daß eS im Saalbau Friedrichshain einen Keller gebe, in dem gleichfalls gelangt worden sei und in dem ein großer Teil des Publikums sofort verschwand, als die Saaltüren abgeriegelt wurden. Auf diese Weise sei es zahlreichen Besuchern des Festes gelungen, zu entkommen. Später habe die Polizei den Keller entdeckt, doch sei es bereits zü spät gewesen. Gegen 1 illyr nachts seien die vom Polizeipräsidium entlassenen Fest teilnehme r in den Saal zurückgeströmt, wo sie mit großer Heiterkeit empfangen worden seien. Das Fest habe bis zum Morgengrauen gedauert. Tetzners Gnadengesuch abgelehni. Das Gnadengesuch des vorn Schwurgericht Regensburg wegen Mordes zum Tode verurteilten Versicherungsbetrügers Erich Tetzners ist vorn bayrischen Gesamtministerium abgelehnt worden. Die Todesstrafe wird in dieser Woche vollzogen werden. Litauische Räuber zum Tode verurteilt. Das Kriegsgericht in Schaulen fällte das Urteil in dem Raubmordprozeß gegen die Räuberbande 3oskus. 3oskus und drei Mitglieder seiner Bande wurden zum Tode und neun andere Banditen zu Zuchthausstrafen bis zu neun Jahren verurteilt. Eine Berufung an das Oberste Gericht dürfte an diesem Spruch nichts mehr ändern. 3n Litauen wird die Todesstrafe im allgemeinen vollstreckt. Grohfeuer in Pirmasens. 3n Pirmasens brach in der Wohnung des Rechtsanwalts Müller ein Brand aus. Das Feuer griff sehr rasch um sich und zerstörte die gesamten Wohnungs» und Du- reauräume. Darauf griffen die Flammen auf eine Wohnung im zweiten Stockwerk über, die ebenfalls fast vollkommen ausbrannte. Es konnte nichts mehr gerettet werden. Eine Wohnung i m d r i t t e n S t v ck hat durch Wasser erheblichen Schaden gelitten. Dort schlief eine Mutter mit zwei Kindern, der der Weg über das mit Rauch und Flammen angefüllte Treppenhaus versperrt war. Sie kletterte mit ihrem ältesten Kind aus dem Fenster einige Meter die Dachrinne entlang, bis sie die Leiter der Feuerwehr erreichen konnte. Dort nahm man ihr das Kind ab. Sie ging denselben Weg zurück, das Jüngste zu holen, das sie ebenfalls auf schwindelndem Pfade über die Dachrinne die Leiter herab auf die Straße brachte. Alle drei stnd unversehrt geblieben. Lin Llih setzt einen Kirchturm in Flammen. Ein furchtbares Gewitter, das in der letzten Nacht über den westlichen Grenzgebieten niederging, hat besonders die Gegend um Monschau (Rhein- piovinz) heimgesucht. In dem Ort Strauch schlug der Blitz in den Kirchturm, zündete und setzte innerhalb kurzer Zeit den Turm in Flammen. Die Löscharbeiten der Feuerwehren waren vergeblich und nach kurzer Zeit stürzte der etwa 30 Meter hohe Turm mit donnerndem Getöse zusammen. Sehr schwierig gestalteten sich die Schutzmaßnahmen für die umliegenden Anwesenden, da die Funken vom Winde weit abgetrieben wurden. Auch das Kirchenschiff hat sehr große Beschädigungen erlitten. Die Holzteile sind vollständig vernichtet worden. Große Ueberschwemmungen am Oberlauf der Düna. Dom Oberlauf der Düna wird katastrophales Hochwasser gemeldet, das noch immer im Steigen begriffen ist. Bei dem schwer gefährdeten Düna- b u r g arbeiten Truppen fieberhaft an der S i - che»ung der Dämme. 3n Griwa, gegenüber Dünäburg, sind bereits 600 Häuser durch das Hochwasser überschwemmt. Der Schaden beträgt viele Millionen Mark. Bisher sind etwa 150 Brücken zerstört oder davon getragen worden. Die Eisenbahnlinie Riga —Moskau ist stellenweise unterspült, so daß der Verkehr unterbrochen und umgeleitet werden mußte. Mehrere Personen haben in den Fluten den Tod gefunden. Auch Riga ist durch das Hochwasser bedroht. Die Ursache des gewaltigen Ansteigens der Düna ist in der warmen Witterung und der ungewöhnlich starken Schneeschmelze zu suchen. Die Heber» Ischwemmungskatastrophe hat auch die Bezirke Grodno und Suwalki schwer heim- gesucht. Zahlreiche Dörfer stehen unter Wasser. Etwa 10 000 Personen sollen von der Heber» schwemmung betroffen worden fein; die Zahl der Obdachlosen geht in die Tausende. 3m Dünabe z i r k ist die Ruhr ausgebrochen. Aus der provinzialhaupistadt. Gieße n. den 29.April 1931. Oer elektrische Schlag. Von Or. (5 Thomala Wer hätte nicht schon gelegentlich einen bekommen? Solch' ein kleiner elektrischer Schlag ist ja „harmlos", nicht wahr? 3m Augenblick etwas unangenehm, aber der Schreck ist größer, als die ganze Sache wert ist. Erst schimpft man einen Moment, dann lacht man und in ein paar Minuten ist die Lappalie vergessen! So geht's doch in der Regel? Aber da hört oder liest man plötzlich von einer Frau, die wurde in der Badewanne tot aufgefunden; eine elektrische Tischlampe in der Hand, eine andere hat aus dem Bad steigend die elektrische Heizsonne berührt und war sofort tot. Ein Monteur hat, mit den Knien gegen die Röhren der Zentralheizung gestemmt, an der Lichtleitung gearbeitet und einen lebensgefährlichen Schlag erhalten; ein Dienstmädchen verunglückte tödlich, als sie den Staubsauger bedienend die Gasleitung anfahte! Alles Hnglücks- fälle mit Todesfolge, verursacht durch den „harmlosen" Strom unserer Lichtleitung, wie sie in Hunderttausenden von Wohnungen, Wirtschaf ts- und Detriebsräumen liegt! 3ft der gebräuchliche elektrische Strom denn so gefährlich? Dazu fei prinzipiell bemerkt: Der elektrifche Strom in unferen gebräuchlichen Hausleitungen ist absolut ungefährlich, wenn — und das ist der springende Punkt! — wenn die 3n- stallation vorschriftsmäßig erfolgt ist und alle Leitungen, Steckdosen, Lampen und Haushaltsgeräte in tadelloser Ordnung sind. Vorbedingung für jeden elektrischen Unfall ist die Berührung nicht isolierter, stromführender Drähte oder Me- tallteile. Das ist im Haushalt, im Bureau, in der üblichen Werkstatt oder Arbeitsstelle aber nur möglich, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Daher erste Warnung: Laß jede elektrische Anlage vom Fachmann anbringen! Zweite Warnung: Behandle jedes elektrische Gerät mit peinlicher Sorgfalt! Denn jeder wacklige Kontakt, jede ausgefaserte Leitungsschnur, jede nicht fest in der Fassung sitzende Glühbirne, vor allem jede Beschädigung auch an den Handgriffen von elektrischen IBügeleifen, Staubsaugern, Heizlampen usw. kann dir gefährlich werden, unter Umständen den Tod bringen! Dritte Warnung: Bastele also nicht selbst an defekten elektrischen Leitungen und Geräten! Weiter muh man wissen, daß nicht der Strom als solcher gefährlich ist, sondern die Intensität, mit der er durch den Körper hindurchgeht. Din ich gut „isoliert", so merke ich gar nicht oder kaum, daß der Strom in mich hineinfährt. Denn aus meinem „isolierten" Körper kann er ja nicht heraus. Solche „3fotierung" wird erzielt, indem man z. D. Gummischuhe anzieht. Aber auch schon, wenn man auf Teppichen oder auf trockenem Holzfußboden steht, ist man ganz gut isoliert. Daher laufen die meisten „elektrischen Schläge" in Wohnungen noch ganz glimpflich ab. Schon gefährlicher ist es, wenn der Untergrund feucht ist. Selbst starkes Schwitzen an Händen und Füßen macht die Haut und den Körper schon leitungsfähiger, daher jeden Schlag auch aus der gewöhnlichen Lichtleitung viel intensiver und gefährlicher. Die hauptsächlichste Gefahr ist aber die gleichzeitige Berührung einer metallischen Leitung, die bis zum Erdboden herabreicht. Man weiß heutzutage vom Radio, was es bedeutet, eine Leitung zu „erben“. Wer ein Wasserleitungsrohr oder den Hahn, die Badewanne berührt, wer mit der Zentralheizung, dem Gasrohrnetz unter Umständen auch mit dem Radioapparat in direkter Berührung steht und dabei gleichzeitig.durch eine nicht genügend isolierte elektrische Leitung Strom erhält, der ist eben „geerdet" und ber Strom rast mit ungeschwächter Gewalt burch ihn hinburch zur Erbe hinab. Dabei kann durch das oft auf tretende sogenannte „Herzflimmem" der Tod herbeigeführt werben. Darum vierte Warnung: Stets trockene Hände, trockener Untergrund, wenn man mit elektrischem Gerät hantiert! Fünfte Warnung: Rie gleichzeitig metallische Gegenstände berühren! Bei Berücksichtigung dieser fünf Winke kann man völlig beruhigt fein, denn dann ist der elektrische Strom der üblichen Hausleitungen ungefährlich! Oas Maienblasen. Auch in diesem Jahre soll wieder das vor mehreren 3ahren von Amtsgerichtsrat Gros nach dem Alsfelder Vorbild ins Leben gerufene Maienblafen vom Turm der 3ohanneskirche aus stattfinden, da die Wiederbelebung dieser alten Sitte hier vielen Anllang gefunden hat. Der Verein für christliche Musik, dessen Vorsitzender Heinrich Bartholomäus und dessen musikalischer Leiter Ludwig Riebergall ist. hat die Ausführung übernommen. Cs ist dem Verein geglückt, ein altes Choralbuch, das einst in dem Besitz eines Gießener Turmwächters und Stadtmusikanten war, ausfindig zu machen, und nach diesem Buche sollen die Choräle dargeboten werden. Das Maienblasen beginnt am 1. Mai und wird bann an jedem Mittwoch und Samstag, jedesmal von 19 bis 20 Hhr, ausgeführt. Freitag, 1. Mai, kommt zum Vortrag: 1. „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren", Stralsund 1645; 2. Schäfers Sonntagslied („Das ist der Tag des Herrn") von Konradin Kreutzer; 3. „Der Mai ist gekommen", Volkslied von 3. Lyra, 1843. Samstag, 2. Mai, werden gespiell: 1. „Gin feste Burg ist unser Gott" >2. Abendchor aus „Das Rachtlager von Granada" von Konradin Kreutzer; 3. Mailied „Drauh ist alles so prächtig" von A. Jürgens. Bornotize«. — Tageskalender für Mittwoch: Verein Volkshochschule Gießen e. D : Mitgliederversammlung, 20 Hhr, im Raturgeschichtssaal der Oberrealschule, Eingang Bismarckstrahe. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Prozeß der Kitty Sei- lermann (Hokuspokus)". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: 3nfolge plötzlicher Erkrankung der Hauptdarstellerin muh das für heute angesehte Gastspiel Al,red Abels mit feinem Ensemble ausfallen. Das Ensemble des Gießener Stadttheaters gastiert gleichzeitig in Warburg, so daß ein Ersah durch Spielplanänderung nicht erfolgen kann. Das Theater bleibt daher heute geschlossen. — Freitag, 1. Mai, nächste Wiederholung der mit großem Erfolg unter der Spielleitung von 3ntenbant Dr. Prasch neu inszenierten Tragödie „Die 3ungfrau von Orleans" von Schiller mit Beatrice Döring in der Titelrolle. — Sonntag, 3. Mai, 18.30 Hhr, auf vielseitigen Wunsch eine nochmalige und letzte Wiederholung des erfolgreichen Schlagerlustspiels „Meine Schwester und ich" von Derr und Vemeuil, Musik Wenn Ihre Empfehlungsanzeige in der Freitags- oder in der Samstagsnummer des Gießener Anzeigers durch sorgfältige, wirksame Satzausstattung werben soll dann geben Sie sie bitte spätestens im Laufe des Mittwochs beziehungsweise Donnerstags in der Geschäftsstelle auf von Ralph Benatzky. Spielleitung 3ntendant Dr. Prasch. Die Vorstellung findet als Fremdenvorstellung bei gewöhnlichen Preisen statt. — Die Freiwillige Gailsche Feuerwehr beruft in unserem heutigen Anzeigenteil ihre. Jahreshauptversammlung am Samstag, 9. Mai, 20.30 Uhr, in den Schipkapaß ein. Näheres in der Anzeige. — Vorträge im Blauen Kreuz finden am Donnerstag- und Freitagabend im Markussaal bzw. im Johannessaal statt. Der Eintritt ist für jedermann frei. (Siehe heutige Anzeige.) * Sitzung des Provinzialausschus- s e s. Am nächsten Samstag, 2. Mai, 8.30 Hhr beginnend, findet im Sitzungssaale des Regierungsgebäudes zu Gießen, Landgraf-Philipp- Plah 3, eine öffenlliche Sitzung des Provinzial- ausschusses der Provinz Oberhessen statt mit folgender Tagesordnung: 1. Verkündung des Hr- teils in Sachen: Vergütung des Bürgermeisters der Gemeinde Klein-Linden; hier: Berufung des Bürgermeisters 3ung gegen das Mrteil des Kreisausschusses des Kreises Gießen vom 1. November 1930. 2. Dienststrafverfahren gegen den Stadtbaumeister Aloys Scherrer in Butzbach. 3. Das Haus Debusmann in Bad-Rauheim; hier: Klage der Rosa Maria Debusmann in Frankfurt a. M. gegen den Polizeibefehl des Kreisamts Friedberg vom 6. September 1930 in Sachen ihres Anwesens in Bad-Rauheim. 4. Disziplinarverfahren gegen den städtischen Straßenmeister 3ohannes Ewald in Bad-Rauheim. 5. Klage der Freien 3nnung der Gastwirte von Gießen und Hmgegend gegen den Bescheid des Kreisamts Gießen vom 6.3anuar 1931 betr.: Gesuch der Gießener Stubentenhilse e. V. um Erteilung der beschränkten Wirtfchaftskonzession im neu errichteten Sludentenhaus, Leihgesterner Weg 16. ** For st Personalien. Versetzt wurden die Forstamtssekretäre Heinrich Pflüger zu Bingenheim wegen Aufhebung des Forstamts Bingenheim in gleicher Diensteigenschaft an das Forstamt Nidda, Philipp Stork zu Bad-Nauheim an das Forstamt Friedberg, die Kanzleiassistenten Heinrich Peter, Forstamt Eichelsdorf, an das Forstamt Eudorf, Ludwig S ch n e u rö Pans w'fMnKt OermonKV \ 8 wai ) PcrllnHfc. gggygg ©wolkenlos. O neuer, o neid Befleckt. 9 wolkig, • Deuten *1tegtfx * Schnee Q Graupeln. 9 neoel K Gew-ner,(§)Windstilie.«o. sthf «itnter Ost massiger Südsuowest q stürmischer nordutsl Oie Pfeile fliegen mit flem winde. Pie oeiden Stationen stehenden Zahlen geben die Temperatur an. Pie Limen Verbinden Orte mit gleicher* auf rteeresnnfeau umoerechnete» Luftdruck Wettervoraussage. Die Auffüllung und Verlagerung der seitherigen Störung geht nur langsam vonftatten. 2(ji ihrer Rückseite gelangten mit der ozeanischen Lust erneute Niederschläge zum Vordringen, welche in unserem Bezirk und in Süddeutschland in den heutigen Morgenstunden in verbreiteter Form ouftrateu. Mit der weiteren Abflachung des tiefen Druckes wbrd allmäh- lich die Niederfchlagstätigkeit Nachlassen, obwohl in Begleitung der kühlen Luft noch mit vereinzelten Niederschlägen zu rechnen ist. Die Wolkendecke wird zum Aufbruch kommen, so daß vorübergehend Aufheiterung eintritt. Die Temperaturen behalten noch ihre niederen Werte bei. Anzeichen auf wesentliche Besserung der Wetterlage sind zur Zeit noch nicht vorhanden. Aussichten für Donnerstag: Bewölkt mit vorübergehender Aufheiterung, kühl, noch vereinzelte Niederschläge. Lufttemperaturen am 28. April: mittags 8 Grad Celsius, abends 5,9 Grad; am N. April: morgens 5,9 Grad, Maximum 8,5 Grad, Minimum 2,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 28. April: abends 8,2 Grad: am 29. April: morgens 6 Grad. — Niederschläge 1,2 mm. — Scmnenscheindauer eine Achtelstunde. 1° 0 In den nächsten Tagen wird an Ihrer Tür ein höflicher junger Mann in schmucker Uniform sich melden: hören Sie ihn freundlich an, er bringt Ihnen wertvolle Winke für besseres, leichteres und billigeres Haushalten. Als kleine Aufmerksamkeit läßt er Ihnen eine Probedose Vim zurück, Sie wissen ja — Vim, das sparsame, schonende Putzmittel für allen Hausrat S U N L I C H T GESELLSCHA Auf jeder Vim - Dose ein wertvoller Gutschein. Sammeln Sie ihn, sammeln Sie auch die Gutscheine der anderen gutem Sunlicht-Produkte. Lux Seifenflocken, Sunlicht Seife und Suma. Sie erhalten schöne Gaben FT AG. SM r „w r ■ wAr ■ __ Mittwofli.Donnerstag. grolle Frühjahrs ff Werbetage «^8«! 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Lebensjahr zu sich gerufen Die trauernden Hinterbliebenen: Marie Rühl, geb. Seipp Familie Heinrich Rühl Familie Heinrich Bünding Familie Heinrich Steul Familie Ernst Kühn. Unterfertigter CC betrauert tief das Ableben seines lieben AH Der Herr über Leben und Tod hat heute morgen unseren Heben, treubesorgten Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel, den Gemeinderechner und Steueruntererheber Heinrich Rühl Dr. Wilhelm Rotenberüer rez. 1888; Sueviae-Strafiburg (xx).Gothiae. Sanitätsrat zu München. i. A. Helmut Richter 2998 D Hr. 99 Zweites Blatt „Prestige". Stimmungen und Verstimmungen in Paris. Don unserem v. ^.-Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Paris, Ende Qtpril 1931. Es ist durchaus kein Zufall, daß in fast allen Sprachen Europas dasfranzösischeWvrt „Prestige" zu einem fast unübersehbaren Behr iff geworden ist und daß man überall dort von „reiner Prestige-Politik" spricht, wo das reale politische Rühlichkeitsprinzip durch An- rnahung uni), Ressentiment verdrängt wird. d. h. wo an die Stelle der auf sich selbst beruhenden nationalen „Würde" oder des „Ansehens" — eben das aggressive, überhebliche Prestige tritt. Ein Begriff, der stets etwas „erheischt", die Bernunft nicht zu Worte kommen läßt und das Selbstgefühl zu verbissener Aktivitä. au.peitscht: kurzum ein typisch französischer, durch Tradition geheiligter Geisteszustand. Als der deutsch-österreichische'Bor- vertrag in der französischen Oefsentlichkert bekannt wurde, bemächtigte sich aller Kreise im ersten Augenblick ein ratloses Erstaunen. Man suchte nach wirtschaftlichen Gegenargumenten, — fand lie nicht — stammelte etwas von einer „Gefährdung des ökonomischen Gleichgewichts" — und einigte sich schließlich aufatmend auf die Formel, daß Frankreich durch das eigenmächtige Dorgehen der Besiegten „b e l e i d i g t u n d h e r- ausgefordert" worden sei. Das Zollabkommen wurde mit taschenspielerischer Gewandtheit erst in den Zollverein und dann in den „b tx« litischen Anschluß" um gefälscht. Man hatte also, was man wollte: den Prestige-Fall. Wer denkt heute in Paris noch an den Ausgangspunkt. wer spricht von regionalen Wirtschaftsverträgen, wen interessiert überhaupt die technische Zollunion als solche? Vermutlich nur die Sachverständigen und Juristen des Quai d'Orsey. befien die Ausgabe zufällt, für Genf die nötigen Argumente zu finden und einen Gegenentwurf auszuarbeiten. Die sogenannte öffentliche Meinung hat die nackten Tatsachen längst unter dem Schutt ihrer Phrasen begraben, und die Parole lautet: „Wir müssen beweisen, daß es noch Sieger und Besiegte gibt!" 3n diese erregte Atmosphäre platzte die Einladung der deutschen Minister nach Chequers wie eine Brandbombe und die Flammen prasselten hell auf. als man aus der englischen Presse erfuhr, daß B r i a n d zu dieser Zusammenkunft feine Einladung erhalten hatte. Daß der Besuch schließlich auf den 3unt verlegt wurde, buchte man allerdings als französischen Erfolg, doch blieb der Stachel einer der französischen Ration angetanen „persönlichen Kränkung" in der Wunde. England — d. h. die stets mit einigem Mißtrauen beobachtete Arbeiterregierung — paktierte also mit dem Feinde und wollte sich augenscheinlich, nach dem reich.ich mißglückten Flottenabkommen, auch noch zum unerbetenen Vermittler in der Abrüstungsfrage aufwerfen und Frankreich seine „wohlerworbenen" Führerrechte auf dem Kontinent streitig machen. Deutschland moralisch den Rücken stärlen, wo es doch eben erst auf einer flagranten „Unbotmäßigkeit" ertappt worden war. Und Italien? Kolelticrte es nicht etwa schon mit seiner „alten Liebe" (dem Dreibund)? Was zu viel ist. ist zu viel: Oie sranzösische Faust muß endlich aus der Tasche, um diesem Treiben ein Ende zu machen. P r e ftj g e! Wer die ungezügelten Ausbrüche der französischen Siegermentalität in ihren tiefsten Ursachen begreifen will, muß sich folgenden Ge- Das Schicksal kvrl»t das letzt« Roman von 3.Schneider-Foerstl. Urheber-Rechtschuh durch Derlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 6. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Er strich hastig die Furchen, die an beh Rasenwurzeln herabliefen, entlang. Sie blieben. Mit scharfem Ruck zog er die Uniform straffer. Sie schlotterte. Dov einigen Wochen hatte sie noch gesessen wie ein Panzer. »Herr Hauptmann, der Wagen!" Grusches, des Bedienten Gesicht zeigte Mitleid. „3ch komme schon!" Lippstadt wandte sich um und stand nun Auge in Auge mit dem jungen Menschen. „Ter Herr Graf Vater lasse dem Herrn Hauptmann allen Erfolg wünschen", würgte Grusche heraus. „Wieso?" Lippstädt hielt die Finger krampfhaft um den Säbelknauf gefegt. „Der alte Herr — ich meine der Herr Lex, ist gekommen und hat's bestellt," „Und das sagst du mir jetzt erst?" „Er hat's verbeten, daß ich den Herrn Hauptmann rufe. Er wollte nur sehen, ob der Herr Hauptmann auch wirklich losfährt." Ein helles Rot der Scham lief Viktors Gesicht hinauf. „Meinen Mantel!" „3 ft draußen schon bereit gelegt. Herr Graf tragen noch keine Handschuhe." Grusche schritt hinter feinem Hauptmann her, als gehöre er zum Gefolge eines Leichenbegängnisses. Beider Schritte hallten die Treppe hinab. Ter Chauffeur hielt den Schlag geöffnet und war sofort im Bilde. Der Offizier tat einen schweren Gang. Der Teufel wußte, welchen. Bei den Herren Offizieren war alles möglich. Die saßen heute noch auf einem Pferberücken und morgen schon mit einer Zwischendeckskarte auf einem Dampfer, der nach Uebersee ausfuhr. Tjaha! Hatte jeder seine Sorgen! Und jeder trug sie gekrümmten Buckels Huckepack, statt sie abzuwerfen und der Menschheit eins zu pfeifen. Grusche tat, was man nur jemand, dem man gut war, tun konnte. Er fuhr mit seinem Rockärmel noch einmal über den Glanz der Stiefel seines Herrn, obwohl fein Hauch auf denselben zu sehen war. Sorglich-balancierte er die Säbel- spitze etwas weiter ins Innereres Fonds. Lippstädt gab sich einen Ruck. „3ch telephoniere, wenn ich etwas zu Mittag gerichtet haben will. Sonst brauchst du nicht für mich aufzutragen." „3awohl, Herr Hauptmann! Um ein Uhr müssen Herr Hauptmann bei Exzellenz'Gröde fein!" Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) ________Mittwoch, 29. April 195( dankengang vergegenwärtigen: „Wenn Deursch» land diese Eigenmächtigkeit (Zollunion) unge- >raft und ungehindert durchgeht — woistdann überhaupt die Grenze? Wie läßt sich der heilsame Glaube an 6ie unerschütterliche Vormachtstellung Frankreichs dann noch aufrechterhalten? Müßte die Welt nicht auf den peinlichen Gedanken verfallen, baß — trotz aller Kanonen und Bajonette — das Uebcrgewicht des französischen 39 - Millionenvolkes über 70 Millionen Deutsche in Mitteleuropa einmal e i n Ende haben könnte?" Oder mit den Worten eines sehr aufrichtigen Franzosen ausgedrückt: „Frankreich ist eine ältliche kinderlose Dame, die sich „auf jung" schminkt. Wir machen eine Politik, als ob wir ein wachsendes 60-Mllllonen- voll wären, und wenn wir das wären — hätten wir diese Politik gar nicht nötig!“ Und noch etwas müssen wir uns vor Augen halten: die Pariser nationalistische Presse, von „3a!“ Lippstädt besann sich. „Vielleicht ist es dir möglich, nach Langenbach zu reiten. Du sagst, daß ich nach Hause komme, so bald es geht." „Das kann der Herr Lex auch bestellen!" „Ist der —" Viktor fapi nicht zu Ende mit seiner Frage, denn Grusche zog es vor, rasch den Schlag ^uzuklappen und dem Chauffeur zuzu- nicken. Besser war besser. Der Wagen sauste die asphaltierte Straße hinunter, auf der die Mittagssonne brannte. Lippstädt drückte den Kopf in die Polsterung und empfand einen leichten Schwindel. Dor ihm mochte eine Frau das Auto benutzt haben, beim ein Hauch von Tuberosen entströmte den dunkel- grauen Polstern. Er nahm den Helm ab und schloß Die Lider, um das helle Blitzen der Säbelspihe nicht mehr zu sehen. Es tat ihm weh. Selbst der schmale Streifen Sonne, der sich durch die Scheiben drängte, schmerzte ihn. „Evelin!" Durch alle Tore des Schreckens wollte er willig für sie gehen und Rot und Kümmernis um ihretwegen tragen, nur diesen einen einzigen Gang... wenn ihm einer diesen ©ancuabgcnommen hätte! Aber bas war nicht möglich. Er mußte ihn selber tun. Mußte bitten gehen zu der Frau, die seinem Vater zum Verhängnis geworden war. „Meine Mutter ist engelsgut",' hatte Evelm getröstet. „Du sollst keine Furcht vor ihr haben." Keine Furcht! Und ihm rannte das Blut. Seine Hände waren wie Eis. Den Helm auf den Knien, starrte er durch das geschlossene Fenster. Es war schwül in der Enge des Wagens, aber er brachte die Energie nicht auf, die Scheiben herabzulassen. Erst als ihm ein glasiger Tropfen von der Stirne herab nach den Wangen rann, streckte er die Hand aus, um frische Luft hereinzulassen. Bald hielt der» Wagen. „Warten Sie!" Ter Chauffeur sah der hochgewachsenen Soldatengestalt nach, bis das schwee Gittertor hinter ihr zusammenschlug. Jammerschade um einen solchen Menschen! Der brauchte sicher Geld oder sonst etwas. Die Setterholm und. Dloem hakten es! „Ob sie ihm etwas davon abgeben?" fragte sich der Chauffeur. Blöd war das! Die einen alles, der andere nichts! Wie er zum Beispiel! Schließlich ging's auch so! Er steckte sich eine Zigarre in Brand und faltete das Mittagsblatt, das er in der Rocktasche getragen hatte, auseinander. Fünf Zeilen hatte er gelesen oder sechs, als er einen Schrift horte. Er sah auf, ließ den Stummel aus dem Munde fallen und bas Blatt -hinterdrein. Sie hatten ihm nichts gegeben! Herrgott, es mochte aufs Ganze gegangen fein! Der Wagen stand zwar dicht am Trottoir, aber er sorgte sich doch, ob fein Fahrgast auch das der äußersten Rechten bis zu den Radikalsozialen, schlägt auf den Sack (Deutschland) und meint den Esel (Tr.and). Der Außenminister — dessen im Grunde auf das gleiche pan-französische Ziel gerichteten Methoden der Masse zu langsam und verschwommen erscheinen — füll durch die öffentliche Meinung dazu gezwungen werden, in Genf aus seinem künstlichen Rebel hervorzutreten und Deutschland die Zähne zu zeigen. Er soll — unter ber Androhung seines eigenen Sturzes — ein Crempel statuieren und „mit dem Schilde oder auf dem Schilde", also tot oder als Sieger, nach Frankreich zurückkehren. Es unler.icgt keinem Zweifel, daß Driand die Alternative begriffen hat und heute schon alle Hebel in Bewegung setzt, um einen greifbaren Erfolg vorzubereiten. Die französische Prestige-Politik marschiert, und Deutschland hat sich dagegen zu wappnen. Trittbrett nicht verfehle. Die Gestalt schwankte mehr als sie ging. Farbe hatte der Graf — der Bediente hatte so etwas gesagt, als ob er ein Graf wäre — auch vorher nicht gehabt. Aber Inun war das Gesicht so grau, als hätte es Asche bdtüber geregnet. Was er sagte, konnte man sich nur denken. Die Straße war noch verständlich gewesen. Die Rümmer ein Gemurmel. Ra, dann fuhr man ihn eben ein bißchen Zickzack hin und her, bis er sich wieder so weit erholt hatte, daß er vernünftig zu denken und zu reden vermochte. Sine halbe Stunde ging das so, durch blühende Anlagen, an schattigen Gärten vorbei. Und noch immer klang keine Stimme aus dem Hörrohr. Verdammt! Es würde doch nichts passiert sein? Schuß hatte er zwar keinen gehört, aber es war schon vorgekommen, daß einer einen Toten im Fond hatte und deswegen ein halb duhendmal vor Gericht erscheinen mußte. Als er eine Kurve zu nehmen gezwungen war, sah er verstohlen zurück. Der Gras lehnte in der rechten Ecke. Den Kopf weit auf die Brust herab» gefallen, hielt er die Arme zwischen den Knien. Tot war er nicht. Rein! Aber ein bißchen Ruhe mußte man ihm wohl noch gönnen. Man fuhr ihn also noch ein Stück. Die Straße wurde breit. Die langen Fronten der Kasernen tauchten auf. Ein Bataillon zog mit klingendem Spiel vorüber. 2lha! Durch das Sprachrohr kam eine Stimme: „Har- dangergasse 68." Gott sei Dank! Haarscharf rannte der Wagen an der einmarschierenden Truppe vorüber. Lippstädt drückte sich in die Ecke und stülpte den Helm über den feuchten Scheitel. Als er über das Trittbrett stieg, taumelte er, hielt sich am Knopf des Eckiges und raffte sich bann zusammen. Während er die Taxe bezahlte, sagte er: «Sie brauchen richt zu warten." Die Schultern vornübergeneigt, verschwand er unter der breiten Doppeltür, die in das große Miethaus führte, in dem Exzellenz Grode wohnte. * * * Fünf Minuten nach ein Uhr!" Lippstädt sah nichts, als die Helle des Zifferblattes, die von der schwarzen Standuhr her in die Tiefe des geräumigen Zimmers leuchtete. Die Klubmöbel zeigten ein totes Braun, und die schmalen Seitenflügel der Madrastzorhänge warfen dunlle Schatten in die Ecken. Der Kopf schmerzte ihm zum Zerspringen. Ein gallig herber Geschmack im Munde, rief Ekel und Brechreiz wach. Und nun noch Grobe, der einem nur ins Gesicht zu sehen brauchte, um alles und jedes zu wissen. Von den Hüften nach den Schenkeln hinunter zuckten die Muskelstränge, als wären sie bewegliches Gummi. Er sah sich um, hatte das Gefühl, als käme die Wohlfahrtsfürsorge zu verstaatlichen, eine Gefahr für die Kirche. Diese könne und werde daher niemals auf eigne Liebesarbeit verzichten. Keine Gesetzgebung könne sie ja von ihrer öffentlichen Verantwortung entbinden. Dazu sei die freie Wohlfahrtspflege wesentlich billiger, als die ösfentliche, wie Redner an Hand statistischer Zusammenstellungen nachwies. Der umfassende Dienst der 3mieren Mission könne aber nur geleistet werben, wenn alle Gemeindeglieder sich hinter die Arbeit stellten. Beiden Vortragen folgte eine rege, fruchtbringende Aussprache, an der sich auch Oberkirchenrat D. Wagner (Gießen) und Landeskirchenrat D. Waitz (Darmstadt) beteiligten. Billige Keldberein^gungskredite. WER. Darmstadt, 27. 21pril. 3n einer Reihe von rheinhessischen Gemeinden, die gegenwärtig vor oder in den Feldbereinigung s- arbeite n stehen, sind Besorgnisse über die Möglichkeit ihrer Durchführung entstanden. Das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft hielt zui5 Klärung von Zweifelsfragen in Mainz eine von Ministerialdirektor Dr. Rößler geleitete Besprechung rheinhessischer Bürgermeister mit den Sachbearbeitern des Ministeriums ab. 3n ihr wurde die wichtige Mitteilung gemacht, daß die Hessische Landesbank bereit ist, den Feldbereinigungsgesellschaften' unter Bürgschaft ber Gemeinde langfristige Darlehen zu gewähren, deren Zinssatz unter Bewilligung eines staatlichen Verbilligungszuschusses 5 Prozent betragen wird. Die Tilgungsbedingungen werden nach 'den jeweiligen Verhältnissen der Gemeinde festgelegt. 3n den ersten fünf 3ahren sind die Darlehen beiderseitig unkündbar. Die hessischen Feldbereinigungskommissionen sind beauftragt worden, -den Bedarf der einzelnen Gemeinden festzustellen. Heber den grundsätzlichen Wert der Feldbereinigung herrscht keine Meinungsverschiedenheit. An einzelnen Beispielen wurde gezeigt, daß die Erhöhung der Bodenrenten infolge der Feldbereinigung allein schon einen Ausgleich für höhere Belastung bringt. Rach ber Beseitigung der Kreditschwierig- feiten besteht kein Grund mehr, das Feldbereinigungswerk zurückzustellen. Blutige Zusammenstöße in Worms. WSR. Worms, 28. April. Am Sonntag fand in Worms ein großer Aufmarsch der Standarten Rheinhessens der Rationalsozialisten statt. Am Rachmittag zogen die braun' uniformierten Kolonnen unter den Klängen ber SA.» Kapelle durch die Stadt, wobei es trotz höchster Alarmbereitschaft der Polizei zu zahlreichen blutigen Zusammenstößen kam. Schon vormittags kam es zu Schlägereien, die sich am Rachmittag fortsehten. Zu den Vorfällen meldet der Polizeibericht, daß es AnhängerA>er KPD. waren, die die Ausschreitungen veranlaßten. Rur dem Einsatz stärkster polizeilicher Kräfte ist es zu verdanken, daß die radikalen Gegner der Zugteilnehmer, die sich in den Straßen der Stadt zahlreich aufgestellt hatten und den Zug begleiteten, nicht in offenen Kampf mit den Zugteilnehmern gerieten. Es wurde mit Steinen geworfen, mit Spazierstöcken ge ch agen, auch ein offenes Messer wurde in den Zug gewor>en. Am Martinsplah wurde ein brennender Feuerwerkskörper und sogar eine mit Karbid und Wasser gefüllte Bierflasche in die Menge geschleudert. Ein Kind wurde von der Flasche getroffen und leicht verletzt. Einem glücklichen Umstand ist es zu verdanken, daß die Flasche nicht explodierte und dadurch kein noch größerer Schaden entstanden ist. 3n 25 Fällen, weiße Decke langsam über ihn herabgeschwebt, und riß sich hoch. Rur zehn Minuten, dachte er. Diese zehn Minuten noch, die j^tzt kamen. Dann war Ruhe. „Herr Hauptmann Lippstädt!" Er stand in dienstlicher Haltung. Eike langfingrige, schmale Hand winkte ab, zsigte nach einer Türe und hielt die grünen Samtportieren zurück. Schwer und faltenreich fielen sie hinter ihm und dem General zusammen. „Eine Frage ist wohl überflüssig, Herr Hauptmann?" „Exzellenz!" „Seh dich erst! Man kann nicht stehen, wenn einen die Beine nicht mehr trag.'n wollen, ©eßen!“ Ein ^Skuhl glitt über den teppichlosen Parkettboden dicht vor Lippstädt. Die Exzellenz beugte sich herab, nahm Viktor den Helm aus den willenlosen Fingern und stellte ihn auf das Fenstersims. „Deswegen wirft ein Mann den Säbel noch nicht über den Zaun. Dein Vater hat's auch nicht getan. Es ist nur zu hoffen, baß die Tochter besser ist als die Mutter." „Exzellenz!" Viktor hob die Arme, ließ sie wieder sinken, hob sie noch einmal und deckte die Hände über das blutleere Gesicht. Rach Sekunden erst schlugen sie reglos herab. „Ich bitte um meine Entlassung aus dem Heere!" Die Zähne des Generals gaben einen pfeifenden Ton von sich. „Fahnenflüchtig einer Frau wegen!" „'Exzellenz I" „Rimm Geld aus der Bataillonskafse oder begehe sonst eine Schlechtigkeit. Dann wirft dich das Regiment hinaus. Denn das willst du doch!" Vor Lippstädt begannen graue Rebel zu dampfen. die allmählich das ganze Zimmer erfüllten. Frahengesichter sahen ihn an. „Helfen Sie mir!“ Eine Hand drückte ihn, als er sich zu erheben versuchte, auf den Stuhl nieder und eine Stimme sagte gütig: „Haltung bewahren. Sie muß sehr > raffiniert sein, die kleine Dloem, daß sie dich so in ihr Blondhaar verwickeln konnte. Sonst bringen das für gewöhnlich nur Frauen reiferen Alters fertig. Sie scheint alles in allem ganz die Tochter ihrer Mutter zu sein." „Richt, Exzellenz!" * Der General wußte nicht, ob das seinen Worten gelten sollte, oder ob es eine Ditte um Schonung war. Er kreuzte die Hände auf dem Rücken und setzte die Stiefel auf den spiegelnden Do den, als befände er sich auf Manövergelände. „Und wohin nach dem Abschied?" „Irgendwo!" „Und bist der Meinung, daß du dort irgendwo vergißt?" „Riemais. Exzellenz!" „Ra also! Dann kannst du geradesogut auch bleiben! Denn das Vergessen, weißt du, Bub, das hat so seine Haken! Es bringfs nicht jeder fertig." (Fortsetzung folgt.) 6. Evangelischer Landeskirchenlag. Darmstadt, 28. April. (WSN.) Präsident Archiodirektor D. Hermann eröffnete heute den 6. Evang. Landeskirchentag im Sitzungssaal der-Landessynode und wies in feiner Rede darauf hin, daß man gehofft habe, den in Aussicht stehenden Schiedsvertrag mit dem Hessischen Staat und die geplante Einigung mit den Nachbarkirchen schon abgeschlossen au sehen. Beide Angelegenheiten seien aber leider iwch nicht soweit gefordert, daß man sich mit ihnen beschäftigen könne. Er wies weiter daraus hin, daß man heute die bei weitem noch nicht genügend gewürdigte Gefahr des organisierten Ansturms der Gottlosen- und Freidenkerverbände gegen alles, was Religion'und Christentum heiße, scharf beachten müße. Zu der Verlegung des Pädagogischen Institutes nach Mainz erklärte der Präsident, daß dadurch ein Wiederaufleben des konfessionellen Zwistes nahegerückt sei. Der Landeskirchentag werde in einer Entschließung noch einmal ausdrücklich hierzu Stellung nehmen. Sollte es dabei bleiben, daß der gesamte hessische Lehrernachwuchs lediglich in dem unter katholischer Leitung stehenden Mainzer Institut ausgebildet werden solle, dann sei eine Verschärfung der konfessionellen Gegensätze unvermeidlich, und wenn unter der Flagge der. Simultanschule die Wünsche und berechtigten Ansprüche der evangelischen Mehrheit des Landes so wenig beachtet wurden, so falle es den Freunden der hessischen Simultanschule immer schwerer, an dieser festzuhalten und sich für sie, wie bisher, einzufetzen. In seinen weiteren Ausführungen gedachte der Präsident der im letzten Jahre verstorbenen Mitglieder und nahm die Verpflichtung dreier neuer Abgeordneter — Moosbach (Offenbach), Dah - l e m (Dexheim) und Becker (Alzey) — vor. Als stellvertretender Präsident des Landeskirchentages wurde an Stelle des verstorbenen Dr. Bern- deck Pfarrer Ausfeld (Gießen) mit Mehrheit gewählt. , In der dann beginnenden Generaldebatte über das neue Kirchengesetz, „die Erhaltung der kirchlichen Ordnung und Sitte betreffend", wurde von den Vorsitzenden der einzelnen Gruppen die prinzipielle Zustimmung erklärt und lediglich einzelne Abänderungen gewünscht. Strikte Ablehnung erklärte der Abgeordnete Unioersitätsprofessor D. Cordier (Gießen) mit der Begründung, daß erstens das Verständnis, das das KirchenmitgUed zu den einzelnen Amtshandlungen zu nehmen habe, einseitig vorgeschrieben werde, zweitens daß die Weiterentwicklung der kirchlichen Handlungen dadurch gehemmt sei, und drittens daß die entscheidende Instanz, die helfen könne, zu einer Neubildung von Kirchenhandlungen mehr oder weniger ausgeschaltet werde. Die Generaldebatte wurde heute abgeschlossen, worauf fick) der Landeskirchentag auf Donnerstag zur Einzelberatung vertagte. Evangelischer Kirchengememdeiag in Oberheffen. Zl Bad-Rauheim, 26. April. Rach einer Spanne von zwölf Jahren fand heute in Ober- Hessen wiederum ein vorn^ hessischen Landesverein des Deutschen Evangelischen Ge - meindetags veranstalteter evangelischer Kirchengemeindetag statt, der zahlreiche Vertreter aus dem Lande nach hier führte. Morgens war in der Dankeskirche ein stark besuchter Festgottesdienst, Bei dem Pfarrer Mahr (Gießen) die inhaltseiche Festpredigt im Anschluß an 1. Petrus 2, Vers 9 hielt. Die vorn Vorsitzenden des Landesvereins, Ober» studienrat Prof. D. Ma tthes (Darmstadt) geleit :ten Verhandlungen des Rachmittag begannen mit einer Begrüßung der Vertreter der kirchlichen Behörden, unter denen sich auch der Superintendent für Oberhessen. Obersirchenrat O.W ag - ner (Gießen), befand. Eingehend verbreitete sich der Vorsitzende dann über Zweck und Ziel des evangelischen Gemeindetags, der lebendige Gemeinden schaffen wolle, in denen sich auch die Gemeindeglieder mitverantwortlich lühltcn für das, was in der Gemeinde getan oder unterlassen werde. Rur lebendige Gemeinden könnten sich gegen den Ansturm der Kirchenfeinde behaupten. Den ersten Vortrag des Rachmittags hielt Obersirchenrat Dr. H o r r e (Darmstadt) über „Kirchen gemeinde und bürgerliche Gemeinde". In gründlichen Erörterungen behandelte er die kirchliche und die jurissische Seite der Frage. Er stellte das Unterschiedliche gegenüber, zeigte aber auch die Berührungspunkte, die zu einem Zusammenarbeiten von kirchlicher und politischer Gemeinde führen sollen. Als eine der Hauptaufgaben der Kirche sei in unserer Zeit die Erziehung zur Volksgemeinschaft anzu- sehen. Direktor Pfarrer Röhricht vom hessischen Landesverband für innere Mission sprach über „Gegenwartsgefahren und »aufgaben der evangelischen Kirch e". Er sieht in dem Bestreben, die Kirche ihres Wohl- fahrtsrinrichtungen zu entheben, und die ganze und zwar für 13 Zugteilnehmer und 12 Zuschauer oder Gegner, muhten die Sanitäter in Tätigkeit treten. Drei Polizeibeamte wurden durch Stein- Würfe verletzt. An verschiedenen Stellen der Stadt muhte, um die Angriffe abzuwehren, von dem Gummiknüppel Gebrauch gemacht werden. Fünf Personen wurden festgenommen. 122 000 Mk. des Marburger Etats sind ungedeckt. Is M a r b u r g , 28. April. Der Marburger Etat für 19 3 1 balanciert in Einnahme und Ausgabe mit 4 190 000 Mark, gegen das Vorjahr ein Weniger von 63 000 QKarf. Zu Beginn der heutigen Stadtverordneten-Sihung teilte Oberbürgermeister Müller mit, dah sich der ungedeckte Betrag, den man anfänglich aus 150 000 Mark schätzte^infolge weiterer Steuerausfälle auf 165 000 Mark erhöht habe. Die Beratung der einzelnen Abteilungen des Etats ergab, dah dieser mit größter Sparsamkeit auf- gestellt ist, so dah man so gut wie nichts streichen konnte; die wesentlichsten Arrsgaben sind zwangsläufig. Aus der Abteilung Bäder- verwaltung ist hervorzuheben, dah sich aus dem Betrieb der neuerbauten städtischen Bäder (Hallen- und Sommer Schwimmbad) 23 000 Mark Detri^bsüberschuh ergeben haben, dah aber der Zinsendienst 73 000 Mark erfordert; die Stadt muh also jährlich 5 0 0 0 0 Mark zu - schießen. Der Magistrat hatte zur Deckung des Ctatsdefizits Erhöhung der Dürgersteuer um 100 Prozent, sowie Erhöhung der Tarife der gewevolichen Betriebe, und zwar Erhöhung des Lichtpveises um 2 Pf. pro Kilowattstunde, Gas 2 Pf. und Wasser 5 Pf. pro Kubikmeter dorgeschlagen. Die Wetter vorgeschlagene Einführung einer erhöhten Biersteuer, einer Schankverzehrsteuer und einer Lohn summen steuer verfielen sämtlich der Ablehnung. Genehmigt wurde nur die Erhöhung des Gaspreises um 2 Pf. und des Lichtpreises um 2 Pf. Damit werden jedoch nur 43 000 Mark gedeckt. Zur Deckung der restlichen 122 000 Mark wurde vom Magistrat Erhöhung der Bürgersteuer um 150 Prozent beantragt, die man jedoch mit großer Mehrheit ablehnte. Damit war die EtatSberatung beendet. Mit der Deckung der restlichen 122 000 Mark wird sich nunmehr der Bezirksausschuß zu beschäftigen haben. Kreis Friedberg. * Gambach, 28. April. Zm Anschluß an den Austritt der hiesigen Ortsgruppe des L a n d - jugendbundes aus dieser Organisation, wofür Unstimmigkeiten mit der Bundesleitung entscheidend waren, fand in den letzten Tagen in Wohnbach eine Versammlung von Vertretern zahlreicher Ortsgruppen des Landjugendbundes statt. Es wurde beschlossen, den Bimdes- vorsitzcnden zur baldigsten Einberufung einer außerordentlichen Generalversammlung aufzufordern. Gießener Derkehrswerbnn« im Jahre 1930. 3n dem Tätigkeitsbericht des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Gießen über das Geschäftsjahr 1930, der am vorigen Donnerstag in der Jahreshauptversammlung erstattet wurde, wird über die Ver- kehrswerbearbeit des Vereins in dem Berichtsjahre folgendes mitgeteilt: „OTte besonderes Merkmal des abgelaufenen Geschäftsjahres ist der erfolgreiche Zusammenschluß des Verkehrs- Vereins mit dem Verschönerungsverein zu vermerken. Bom jetzigen Verkehrs- und Verschönerungsverein sind nun auch alle die Arbeiten zu erledigen, die seither dem Derschönerungsverein oblagen, wie Verschönerung des Stadtbildes- Verbesserung der Straßen- und Wegeverhältnisse. Aufstellung von Ruhebänken an Aussichtspunkten, in Anlagen und im Walde, Durchführung von Blumenschmuckwettbewerben usw. Durch Eintritt einiger Herren aus dem Vorstande des Verschönerungsvereins in den Vorstand des Derkrhrs- und Verschönerungsvereins werden die speziellen Belange des Verfchönerungsvereins gewahrt. Der infolge des Zusammenschlusses erstmals wieder zur Durchführung gebrachte Blumenschmuckwettbewerb hat gute Ergebnisse gebracht und wesentlich zur Verschönerung der Häuserfronten und des Straßenbildes beigetragen. Es konnten 23 erste Preise, 69 zweite Preise und 30 dritte Preiße zur. Verteilung gebracht werden. Von den meisten Mitgliedern der Gärtnerinnung wurden wieder eine große Anzahl Blumenstöcke für die Preisvertcilung gestiftet, wofür hiermit besonders gedankt sei. 3m Hinblick auf die schlechten Wirtschaftsverhältnisse mußte von der Abhaltung von Werbeveranstaltungen abgesehen werden. Man glaubte der Geschäftswelt keinerlei besondere Unkosten zumuten zu können, auch fanden diesbezügliche Anträge bei der Geschäftswelt keine Gegenliebe. Aachbarstädte, die .wesentlich kleiner und nicht besser gestellt sind als Gießen, haben trotz und gerade wegen der schiech- l ■»!!!".■____J"11-!-!1 ten Zeit zur Belebung der Wirtschaft die verschiedensten Veranstaltungen, teils mit großen Geldopfern, durchgesührt. Es dürfte dies zu denken geben, da jeder Einwohner der Umgebung, der durch solche Veranstaltungen nach diesen Städten gezogen wird, dort auch seine Einkünfte tätigt. Lediglich an dein Sonntag, an dem der Zirkus Sar- rasant in Gießen gastierte und infolge seiner umfangreichen Reklame ungeheure Menfchenmassen aus weitem Umkreis nach Gießen brachte, waren auf Antrag der Kaufmannschaft die Läden offen. Da die Anzeigen in den Zeitungen aber viel zu spät erfolgt sind, bütfte nicht der gewünschte Erfolg eingetreten sein. Die Haupttätigkeit des Vereins im Geschäftsjahr war daher auch mehr propagandistischer Art. Es wurde die Herausgabe eines Werbeprospektes beschlossen, der in einer Auslage von 10 000 Exemplaren von der Drühl'schen Druckerei in Gießen in bester Ausführung herausgebracht wurde. Der Universität wurden 1000 Stück dieses Prospekts gegen Ersah der Selbstkosten überlassen. Ferner wurde der Führer unter Beifügung eines ebenfalls neu herausgegebrnen Hotel- und Gaststättenverzeichnisses an etwa 650 Bäder, Kurorte und Gemeinden im Reichsgebiet, an 226 ausländische Konsulate in Deutschland und an 146 deutsche Gesandtschaften und Konsulate im Ausland. ferner an sämtliche deutschen Universitäten und Hochschulen, in größeren Mengen an die Schiffahrtsgesellschaften, die Reichsbahnzentrale für den deutschen Reiseverkehr zur Unterbringung im Ausland und an die Reisebureaus großer Zeitungen versandt. Daß unsere Druckschriften auch ihr Ziel erreichen, beweist ein Brief aus S t. L o u i s in Amerika, worin unter genauer Angabe der Adresse des Verkehrsvereins in Gießen, Seltersweg 93, um Uebersendung von Prospekten nach Frankfurt a. M, Kassel, Würzburg und Eisenach gebeten wurde. Eine Menge Zuschriften und Zeitungsbesprechungen bestätigen die erstklassige Zusammenstellung und gute Ausführung unseres neuen Führers. Außer dem Führer und dem Gaststättenverzeichnis erfuhr j der Sfabfplan in einer Auflage von 5000 Exemplaren eine zweite Auflage. Von den meisten Fremden und neu ankommenden Sttidenten wird der Stadtplan zur Orientierung gekauft; in den Schulen ist er als Lehrmittel eingeführt. Es konnte sehr oft auf den Straßen beobachtet werden, daß sich die Fremden an Hand des Stadtplanes orientierten. Ferner wurde die 3nferatroerbung in Tageszeitungen. Reisehandbüchern und Zeitschriften durchgeführt. Die Werbung in den Tageszeitungen, insbesondere die vom Städtischen Verkehrsamt in Gemeinschaft mit dem Derkehrsbund Oberhessen und der Arbeitsgemeinschaft für die Lahntalverkehrswerbung durchgeführte Werbung, hat dem hiesigen Gebiet und damit unserer Stadt viele Fremde zu- geführt und Gießen in weitesten Kreisen bekanntgemacht. Erfreulich ist, daß in den letzten Jahren von der Universität der Werbung von Studierenden besondere Beachtung geschenkt wird durch Herausgabe größerer Druckschriften und Werbe- schri.ten der einzelnen Fakultäten und der Ferienkurse. Es ist auch ein besseres Zusammenarbeiten mit dem Verlehrsverein zu verzeichnen. 3n vielen Fällen werden die Drucksachen der Universität den Sendungen unseres Vereins beigefügt. Erst kürzlich wurde von der Universität ein kleiner Prospekt „Das Studium an der Universität Gießen" in einer Auflage von 4000 Exemplaren herausgegeben und auf Wunsch durch den Verkehrs- uhb Verschönerungsverein an 127 höhere Schulen in Hessen, Hessen-Rassau und der Rheinprovinz in Päckchen zu je 20 Stück zur Abgabe an die Abiturienten zum Versand gebracht. Erhebliche Arbeit brachte auch der Verkehr mit den Behörden. Mit der Reichsbahn wurde über Fahrplanverbesserungen und die Verhältnisse auf dem Bahnhof Gießen verhandelt. Die immer wieder erhobenen Vorstellungen haben schließlich zu der erwünschten Vergrößerung der Bahnhofsvorhalle, Umstellung der Sperren und Ausstellung von Ruhebänken geführt. Mit der Post waren Verhandlungen wegen der Autolinien und der Gepäckausgabe erforderlich. Mit dem Kreisamt, der Stadtverwaltung, der Polizei, der Handelskammer usw. wurde über die verschiedensten Fragen verhandelt, mündlich und schriftlich. Es muh gesagt werden, dah den Wünschen und Anträgen des Vereins durchweg von allen Behörden das größte Verständnis entgegengebracht wurde und die Verhandlungen in den meisten Fällen zum Erfolg geführt haben. Das Bild- und klischeemalerial, das im Geschäftsjahr weiter vervollständigt wurde, ist an Vereine, Gesellschaften, Zeitungen und Zeitschriften zur Aufnahme in Festschriften usw. leihweise abgegeben worden. Verschiedenen Reise- gesellschatten wurden auf Wunsch die Schönheiten der Stadt und ihrer Umgebung von Mitgliedern des Vorstandes gezeigt. Bei diesen Gelegenheiten konnte man immer wieder hören, daß die Fremden von Gießen angenehm enttäuscht waren und offen heraussagten, daß sie sich von Gießen ein falsches Bild gemacht hatten. Als besonders bemerlens- wertes Beispiel sei bei dieser Gelegenheit angeführt, daß ein Pressevertreter von Frankfurt, dem wir Gießen und Umgebung zu zeigen Gelegenheit hatten, erklärte, es sei ihm, obwohl er doch im nahen Frankfurt sei, gar nicht bekannt gewesen, daß Gießen soviel Sehenswürdigkeiten und Schönheiten auf den verschiedensten Gebieten aufzuweisen habe. Der verein dürfte sich itf Zukunft mit dem Gedanken von bezahlten, gut orientierten Jrem- denführern. sowie mit der Einführung von Auto- rundfahrten vertraut machen. Cs steht außer Zweifel, daß bei einer richtigen, sachkundigen Führung der Fremde einen gan- anderen Eindruck von unserer Stadt erhält, als dies bei oberflächlichem Besuche der Fall ist, und daß man ihn dadurch zu einem wiederholten Besuche veranlassen kann. Trotz der wirtschaftlichen Rotlage kann mitgeteilt werden, daß sich, im Gegensatz zu den meisten deutschen Städten, in Gießen die Fremden. und Uebernachtungsziffer auf der alten höhe gehalten hat. 3n der Zeit vom 1. Oktober 1928 bis 1. Oktober 1929 wurden hier 37 499 Fremde mit 55 692 Uebemachlungen, in der Zeit vom 1. Oktober 1929 bis 1. Oktober 1930 dagegen 41 013 Fremde mit 66 470 Uebernachtungen gezählt. Diese Zahlen sind immerhin belehrend und aufschlußreich. Das Auskunftsbureau am Selterstor erfreute sich stets wachsender Inanspruchnahme. 3n immer steigTNdsm Maße werden Führer und Prospekte von deutschen und ausländischen Orten verlangt, Einsicht in die aufliegenden Adreßbücher und das Reichs- adrehbuch, die Hotel- und Kurorteadrehbücher genommen, Auskünfte über alle möglichen Fragen erbeten, der ZirnrNernachweis in Anspruch genommen und Vorverkäufe von Eintrittskarten für die verschiedensten Veranstaltungen je nach ihrer Eigenart kostenlos oder gegen eine prozentuale Abgabe durchgeführt. Es kamen im Geschäftsjahr 229 Drucksachen, 367 Briefe und 278 Karlen neben dem oben angeführten Sonder- Drucksachenversand zur Absendung. Das Mobiliar wurde durch Beschaffung eine- großen Schran es zur Aufbewahrung der Akten, Druckschriften, usw. vervollständigt. An Sitzungen fanden im abgelaufenen Geschäftsjahr statt: eine ordentliche Mitgliederversammlung, vier Vorstandssitzungen, sieben Aus- schußsihungen, fünf Sitzungen des Ausschusses zur Vorbereitung von Veranstaltungen, eine Sitzung des Ausschusses für Derfchönerungsfragen, sowie verschiedene Besprechungen und Besichtigungen über die Durchführung des Blumenschmuckwettbewerbs. Zur Erledigung der laufenden Arbeiten waren tägliche Besprechungen erforderlich. Aus diesen Darlegungen dürfte sich ergeben, wie umfangreich und mannigfaltig die Tätigkeit eines Derkehrsvereins ist. 3n Einzelheiten ein- zugehen, geht über den Rahmen des Berichtes hinaus. Um auch in der Folgezeit im Interesse unserer Stadt und der Geschäftswelt richtig arbeiten zu können, ist die Mitarbeit aller kreise, besonders des Handels und Gewerbes, noch mehr als seither erforderlich. Wir bitten uns mit Rat und Tat, mit Vorschlägen und Wünschen aller nur erdenklichen Art an die Hand zu gehen! Der Verein hat bereits vieles erreicht; es kann aber noch vieles erreicht werden zum Ruhen unseres Gemeinwesens. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dah sich die Mitgliederzahl nicht vermindert, sondern erhöht. Als bedauerlich muß festgestellt werden, dah gerade aus Kreisen der Geschäftswelt in letzter Zeit einige Austritte aus dem Verein erfolgt sind. Wenn auch die Zeiten nicht dazu angetan sind, bei vielen Vereinen Mitglied zu sein, so liegt es doch zweifellos im eigensten Interesse des Handels und Gewerbes. einen tatkräftigen Verkehrs- und Verschönerungsverein zu haben! KAISER'S KAFFEE-GESCHÄFT iüi JETZT ÜBER 1500 Fl LtALEN -- '■ - _ _ I _ i—: : _ - _ .... _ ____ _ : - .. . - _ am $0. April l.und 2. Mai KAISER'S SCHLAGER: Drei Tafeln ff. 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Denn es bedeutet eine Zeit, in der man sich gleichsam schwebend zwischen Himmel und Erde hält, in der man ausatmet von der Last der Schule und noch nicht eingespannt ist in die neue Ordnung. Von Ordnung zu Ordnung — das ist ja dex Weg, und bei so manchem führt er gerade und ohne den Versuch einer V'egung ins Philistertum, als welches ja der Zustan) oder Stand der nicht bezweifelten und nid), vezweifclbaren Ordnung ist. Weniges erlaubt ist, eine Anleihe beim Historischen zu machen, so sind die Symbole des Philisters die lange Pfeife, der Schlafrock und die Zipfelmütze. Ruhet sanft, schöne SeelenI Möge kein Gott und kein Teufel euren Schlaf störenl Möget ihr hinüberdämmern in die endgültige Dunkelheit, deren Zierde ähr sein werdet! Aber wir — so sagt sich der Mulus — aber wir sind die Herren der Welt, wir sind frisch und grün, wir sind die Tyrannenmörder und die Erlöser der Menschheit! Ach, wer hätte nicht auch einmal so gedacht und so gesprochen, wer hätte nicht gebrannt im heiligen Feuer der Begeisterung und hätte jeden einen Lugner genannt, der einen Zweifel geäußert hätte. Alnö doch sieht man später, nicht, zwar, daß die Zweifler recht gehabt haben, aber wohl, daß sie nicht unrecht gehabt haben. Denn hart im Raume stoßen sich die Sachen, und nicht minder hart im Raume stoßen sich die Menschen. Aber man soll den jungen Leuten den Mut nicht nehmen, man soll sie ermuntern und sich angesichts ihrer Begeisterung schämen und sich Tagen: nur die eigene Erfahrung macht den Menschen klug und niemanden kann man die eigene Erfahrung ersparen, und — schließlich — hat die Iugend recht. Denn alles, was vorwärts bringt, kommt von den Zungen oder, wie der alte Montane gesagt hat: aus Liebe und Be- geistcr^ng fließt alles. Da ziehen sie also hinaus, die Zungen. Die Optimisten unter ihnen sind der Meinung, daß die Entscheidung über die Wahl des Berufes p”'"är';q ist. Sie werden Zuristen, si>r werden Mediziner, sie werden Theologen oder Etudien- rcue. Aber wie o,t erleben sie es dann, daß man sich falsche Vorstellungen gemacht hat, daß die Wirklichkeit ganz anders aussveht als der Traum. Dann sitzen sie fest, und eines Tages ist die Fakultät gewechselt. Für die meisten zum Glück, zum Glück auch für den Beruf, dem sie sich nun abwcnden. Für viele ist auch dann noch keine Lösung da, aber sie halten sich tapfer und machen fertig, was sie angefangen haben. Doch go't.ob gibt es auch heute noch Menschen, die sich ihrer Bestimmung bewußt sind, die unbeirrbar wissen: da und nirgends anders gehöre ich hin! Sie sind am glücklichsten daran, haben es aber gleichzeitig oft nicht leicht, dieser ihrer Bestimmung zu folgen. Da fehlt es am Geld, da fehlt es an Verständnis auf Seiten der Eltern, und so weiter. Viele merken auch, daß sie keine Wissenschaftler sind, sondern Praktiker oder Künstler. Für sie ist das Studium nur ein Durchgang, wenn auch meist ein dunkler oder beschatteter, zu ihrem eigentlichen Berufe. Mancher bleibt auf der Strecke und resigniert, aber die Starken kommen durch, und zum Glück hält sich jeder Mensch für stark, solange er jung ist. Aber es ist eine Ersahrnngstatsache und sollte als solche den Eltern und Erziehern zu denken geben, das berühmte erste Semester, ja, die ersten zwei oder gar drei sind die Zeit des Tastens, des Rochnichtwissens, des Zweifelns und Experimentierens. Hat der Zunge sich geirrt, so gebe man ihm — wenn irgend möglich — nochmals eine Chance, ohne kleinlich zu sein. Man bedenke, daß es besser ist, ein Zahr dranzugeben, als dann jahrzehntelang den falschen Beruf zu haben. Das ist eine wichtige Frage, und es ist Moderne Grziehungsprobleme. Don Dr. H. Gerhardt. Eine bekannte Formel bezeichnet unsere Zeit als das „Jahrhundert des Kindes". Wir muffen jedoch festsfellen, daß die entscheidende Bedeutung der Kindheitsperiode für die Gesamtentwrcklung des Menschen noch keineswegs hinreichend erkannt wird. Zweifellos ist die Zahl derer geringer geworden, die ihre elterliche Pflicht erfüllt glau- fen, wenn sie für Rahrung und Kleidung ihrer Kinder sorgen. Die Erziehung wird heute ernster genommen als in früheren Zeiten und das Gefühl der Verantwortung ist gestiegen. Man kennt jetzt die Bedeutung sorgsamer Körperpflege und fördert die körperliche Ertüchtigung der aufwachsenden Generation. Da man weiter aus Erfahrung weih, daß Wissen Macht bedeutet, suchen auch einfache Kreise oft unter großen materiellen Opfern ihren Kindern dadurch einen Start zu geben, daß sie sie gediegene Kenntnisse erwerben lassen und ihr Gesichtsfeld durch notwendige Bildungsstoffe erweitern. Dagegen wird die seelische Entwicklung des Kindes nur von einem sehr kleinen Prozentsatz weitsichtiger und moderner Erzieher gebührend gewürdigt. Kindliche Aeußerungen werden entweder überhaupt nicht beachtet oder falsch gedeutet. Man begreift oft nicht, daß Menschen in ihrer ersten Entwicklungszeit eine höchst eigenartige seelische Existenz führen, die mit viel Mühe und Liebe enträtselt werden will. Ein Beispiel. Zedes Kind produziert mitunter seine Wunschvorstellungen in unwahren Berichten. Das wird von den Erwachsenen dann leicht als Lüge gebrandmarkt. Was soll ein kleines Wesen, das so behandelt wird, sich eigentlich dabei denken? Es erfindet eine wunderschöne Geschichte, redet den Eltern und auch sich selbst ein, es habe das wirklich eben erlebt. Cs wird aber nicht begriffen, daß das Kind nur ganz unvollkommen kein Grund sich zu genieren und auf die Meinung der Belannten Rücksicht zu nehmen und zu sagen: O Gott, der Zunge ist gescheitert! Rein, noch kann alles aus ihm werden! Doch wer denkt an solche Dinge, wenn er anfängt. Uni) es ist gut, zunächst nicht daran zu denken. Viel wichtiger ist doch die bunte Mütze und das bunte Band, oder der Sportplatz oder — die Bücher. Wie geehrt und ausgezeichnet fühlt man sich, wenn die ersten Keilbesuche kommen, wie erwartungsvoll geht man zur ersten Kneipel Und man lieft Romane von den „Tugenden" der fiha hospitalis und wundert sich, daß das meistens gar nicht stimmt. Mitleidig sieht man zu den Professoren hinauf, man staunt über so viel Weisheit, man schreibt auch einiges auf davon. Aber sobald man draußen ist, atmet man auf und erinnert sich, gehört zu haben, daß das Schwänzen von Vorlesungen durchaus nichts Ehrenrühriges ist. Ob man es mal versucht? Ob man nicht lieber heute zum Tanzen acht? Ob man nicht mal im Schwimmbad die Glieder reckt? O, wie ist das Leben schön! Kein Muh, aber ein Dürfen, so weit das Auge sieht! Und dies Gesühl, dieser Glaube: Dir gehört die Welt, das ist es, was den Zauber des ersten Semesters ausmacht. Wünsck)en wir all den jungen Studenten, dah sie nicht zu früh, doch auch nicht zu spät aus diesem Traum erwachen, dah sie begreifen, wozu sie da sind, dah sie den Segen der Arbeit und die Freude, dem Rächsten zu dienen, spüren mögen und dah sie werden, was sie und alle ehrlich denkenden Menschen (sogar ab und zu die Philister, liebe Muli!) wünschen: tüchtige, aber fröhliche und ungebrochene Männer! Glücklich bestanden! Aber was nun? Geringe Aussichten in den weiblichen akademischen Berufen, von Or. Margot Melchior. Grundsätzlich gelten in den meisten akademischen Berufen die Zulafsungcbedingungen für Frauen wie für die Männer. Nicht anders steht es um die Berufsaussichten. In der Praxis aber ergeben sich bisweilen recht erhebliche Verschiedenheiten. Um nur eine hervorzuheben: während der Frau der Beruf als Theologin außer im Schulfach noch so gut wie verschlossen ist, ist das Fach des Volkswirtes in der sozialen Arbeit, der Domäne der Frau, erst nach und nach den Männern zugänglich geworden. Sehr bedeutsam für die Berufswahl der Mädchen ist die Gesundheitsfrage. Die rein körperliche Eignung, die Stärke der Sinnesorgane, vor allem der Augen, die Kraft des Nervensystems, die Geschicklichkeit der Hände ist von großem Gewicht für den Erfolg im Berufsleben. Bei praktischen, besonders den technischen Berufen, haben heute vielfach Eignungsprüfungen mannigfacher Art für die Feststellung der Befähigung oder Nichtbefähigung für einen bestimmten Beruf wachsende Bedeutung gewonnen. Das weite Neuland, das hier der Erschließung harrt, ist kürzlich vom Neid)skuratorium für Wirtschaftlichkeit zum erstenmal öffentlich betreten worden: an Vorträge ährender Forscher auf dem Gebiet der Arbeitsphy- iologie, der angewandten Psychologie usw. schloß ich die Gemeinschaftsarbeit über Berufsauslese und Bestgestaltung der Arbeit an, mit dem Leitgedanken: „Der Faktor'Mensch in der Rationalisierung". Derartige Eignungsprüfungen experimentalpsychologischer Art sind für akademische Berufe freilich erst in sehr beschränktem Umfang möglich. Eines der ältesten Gebiete der Berufsarbeit der Frau ist der Lehrberuf. Obwohl es in Deutschland akademisch gebildete Lehrerinnen erst seit verhältnismäßig kurzer Zeit gibt — 1905 erhielten in Preußen Frauen die Erlaubnis, das Staatsexamen pro facultate docendi gleich den Männern abzu- legen —, so ist heute der Lehrberuf der begehrteste aller weiblichen akademischen Berufe. Fast die Hälfte aller Studentinnen auf deutschen Hochschulen will sich dem höheren Lehramt widmen, d. h. anteilmäßig beträchtlich mehr als die männlichen Kommilitonen. Dabei ist beachtlich, daß der Andrang der weiblichen Philologiestudierenden noch dauernd wächst: während von den Studierenden in höheren Semestern nur gut ein Fünftel weiblich ist, entfallen von den Studierenden im ersten und zweiten Semester gut ein Drittel auf die weiblichen. Nach dem neusten amtlichen Zahlenmaterial über die zur Zeit studierenden Frauen ist bis Ostern 1934 mit einem Neuzugang vcm etwa 5300 Studienreferendarinnen zu rechnen, und die durch Ministererlaß ergangene Warnung vor dem Philologiestudium ist mehr als berechtigt. Dabei dürfte die Unterbringung des weiblichen Nachwuchses noch größere Schwierigkeiten bereiten als die des männlichen. Unter den bis Ostern 1934 erwarteten 5300 Referendarinnen sind rund Dreiviertel mit preußischer Staatsangehörigkeit. „Selbst wenn ein merklicher Abgang durch Verheiratung oder den Uebertritf in verwandte Berufe stattfände, oder wenn sich in größerem Ausmaß eine Umwandlung von Oberschullehrerinnen- stellcn in solche für Studienrätinnen bewerkstelligen lassen sollte, dürste die Zahl derer, die auf Beschäf- in der Wirklichkeit lebt. Die sogenannte Lüge des Kindes ist meist freies Spiel seiner Phantasie. Zeder Tag lehrt, wie das Kind die Wirklichkeit umformt. Ein Stuhl wird zur Lokomotive, ein Teppich zu einem Blumengarten. Den werdenden Menschen an die moralischen Wertmaßstäbe heranzuführen, ohne dabei seine Einbildungskraft zu zerstören, ist die große Aufgabe der Erziehung. Es gelingt spielend, dem Kinde das Lügen abzugewöhnen, wenn man es nur versteht, in seiner kindlichen Sprache und Vorstellungswelt mit ihm umzugehen. Aber wie wenige Eltern geben sich diese Mühe? Die meisten wissen nichts besseres, als das Kind für seine „Verlogenheit" zu strafen. Die beliebteste Form der Strafe ist leider auch heute noch das Prügeln. Gewiß werden nur besondere Rohlinge den Körper eines Kindes gewaltsam traktieren. Aber etwas weh muß es schon tun. Was ist das Ergebnis dieser Strafe? man schüchtert das Kind ein, das nichts Böses gewollt hat und somit den Sinn der Strafe' gar nicht begreift. And bestenfalls wird, wenn derartige Lektionen regelmäßig wiederholt werden, erreicht, daß es aus Angst sich „bessert" und nunmehr die unverstandenen Belehrungen geduldig über sich ergehen läßt. Es wäre verkehrt, zu glauben, daß der Versuch, die bisherigen Erziehungsmethoden abzubauen, zur Crziehungsanarchie führen muh. Das Verständnis, auf das die Kindesseele berechtigten Anspruch hat, darf nie dahin führen, daß nun- mehr der Wille des Kindes schrankenlos herrscht und in Tyrannei ausartet. Das Kind muß beizeiten fernen, sich unterzuordnen. Rur darf man nicht versuchen, dieses Ziel dadurch zu erreichen, daß man den Willen des Kindes gewaltsam niederdrückt. Wer mit dem Triebleben des Kindes umzugehen versteht, seine Regungen ernst nimmt und dadurch seine Liebe erwirkt, kann spielend ' tigung und Anstellung im höheren Schuldienst warten, doch noch immer unverhältnismäßig groß bleiben uno den Bedarf von Jahrzehnten decken." (Statistische Untersuchungen zur Lage der Akademischen Berufe, Ergänzungsband zur Deutschen i Hochschulstatistik.) Das Württembergische Kultusministerium ist hier bereits einen bemerkenswerten Schritt vorwärts gegangen. Wer sich dort dem Studienratsbedarf widmen will, muß sich jetzt vor An- trit des Studiums beim Ministerium melden und kann hier schon zurückgewiesen werden. Erreicht ein Zugelassener im Staatsexamen nur die Note „befriedigend", so ist er damit gescheitert. Einschränkende Bestimmungen dieser Art gelten für die Aufnahme in die Liste der Studienassessorinnen und -assessoren. Für die neue Volks schullehrerbildung stehen die nieiften der Pädagogischen Akademien auch Frauen offen; unter diesen ist Beuthen (eröffnet Ostern 1930) ausschließlich für katholische, Frankfurt a. M. (eröffnet 1927) für Studentinnen aller Konfessionen bestimmt. Die Aufnahmebedingungen in die Akademien sind auch mit Rücksicht auf die Einschränkung der Zahl der Studierenden schwer, nur verhältnismäßig wenige Meldungen können berücksichtigt werden und zwar bestimmungsgemäß zunächst nur aus den betreffenden Provinzen selbst. Musikalische Vorbildung, für männliche Bewerber obligatorisch, ist für weibliche erwünscht, doch müssen die Bewerberinnen eine Aufnahmeprüfung über Kenntnisse und Fähiakeit in Nadelarbeit im Umfang einer abgeschlossenen Lyzeumsbildung nachweisen. Müssen die Aussichten der künftigen Studienrätinnen und der Anwärterinnen auf die Dolksschul- lehrertätigkeit als fast hoffnungslos bezeichnet werden, so sind die der Aerztinnen und Zahnärztinnen in Deutschland nicht viel besser. Der Bedarf — 1927 kamen auf je 10 000 Einwohner, etwa 7 Aerzte und 1,34 Zahnärzte — wird nach der Zahl der zur Zeit Studierenden mehr als gedeckt. Auf je 20 Aerzte entfällt jetzt in Deutschland eine Aerztin; 2300 Frauen befinden sich etwa unter den 48 000 deutschen Aerzten beiderlei Geschlechts. Rechnet man bei uns im Durchschnitt mindestens 32 Berufsjahre, so ergibt sich rein rechnerisch ein jährlicher Abgang von 1500 männlichen und weiblichen Ärzten durch Tod oder Invalidität. Nimmt man an, daß etwa der fünfte Teil der Studierenden nicht zum Abschluß ihrer Studien gelangt, so würden etwa 1900 Studierende alljährlich neu ins medizinische Studium einrücken können, um den Abgang zu decken. Es wäre nun aber verkehrt anzunehmen, daß an die Stelle der 1500 ausscheidenden Aerzte regelmäßig, entsprechend dem Verhältnis 20 männliche und 1 weiblicher Arzt, 75 Aerztinnen und 1425 Aerzte treten. Vielmehr verschiebt sich das Bild durch eine Reihe von Faktoren: Der Andrang der Frauen zum medizinischen Studium ist relativ größer als der her Männer, die Frauen sind immer noch in einem, wenn auch langsamen, so doch stetigen Vordringen; die geographische Verteilung der Aerztinnen im Vergleich zu den Aerzten ist lehr ungleichmäßig. In einzelnen Bezirken ist die Zahl der Aerztinnen weit unter dem Reichsdurchschnitt, alles erreichen. Dem logischen Argument sind Kinder meist unzugänglich. Das muß der Erwachsene verstehen lernen. Erziehung und Einflußnahme beruht auf echtem Vertrauen. Und eine Autorität, die Dauer in sich tragen soll, will schwer verdient sein. Man hüte sich vor Afsektausörüchen, die das Kind ängstigen und in das Gefühl der seelischen Vereinsamung drän- ?en. Aber man vermeide auch zärtliche Heber* a den hei t, die nur erdrückend wirk t. VKrs kleine Menschen brauchen, ist anspruchsloseGüte. Für die sehr schwierige Frage, in welchem Tempo das Kind an die Ansprüche des Lebens heranzuführen ist, läßt sich eine allgemeine Regel nicht aufstellen. Das Ziel einer vernünftigen Erziehung muß jedenfalls sein, den Realitäten in der kindlichen Vorstellungswelt allmählich einen entscheidenden Platz zu sichern. Der werdende Mensch muß sich mit der Tatsache abfinden fernen, daß das Leben Hnauflösbarkeiten und Beschwernisse in reichem Maße bietet. Er muß sich frühzeitig daran gewöhnen. Widerstände zu meistem und mit der Zeit zu der Fähigkeit gelangen, auf mancherlei Triebbefriedigung freiwillig verzichten zu können. Eine Erziehung, die die Wirklichkeit künstlich zu verdecken sucht, um das Kind möglichst lange vor den Unbilden der Welt zu behüten, verstärkt nur die Konflikte, die einmal doch zutage treten müssen. Es sind schwere Augenblicke, wenn Elfem die Harmlosigkeit des Kindes weichen sehen. Aber nichts ist verkehrter, als die Finsternisse und Geheimnisse dieses Lebens mit Stillschweigen zu übergehen und dadurch nur zu erreichen, daß das Kind von dritter Seite an sie herangeführt wird. Hierdurch wird nicht nur die Konfliktsituation verstärkt, sondern auch das Vertrauen zu den Eltern in schwere Gefahr gebracht. Kein Zweifel, daß Erziehungsfehler sich immer wieder einstellen werden. Riemand wird sich von Hnb herrschtheit frei wissen; dafür sorgt schon der Alltag mit seinen ständigen Anforderun.,en in den Großstädten, z. B. in München besonders, darüber. Tatsächlich beträgt nun aber der Zugang an Medizinstudierenden nicht 1900 im Jahr, sondern zur Zeit das Doppelte und mehr. Allein vom S.-S. 1929 bis zum S.-S. 1930 hat sich die Zahl der reichsangehvriaen weiblichen Studierenden der allgemeinen Medizin von 2406 auf 3105 erhöht, der Andrang, d. h. die Zahl der weiblichen Medizinstudierenden im ersten Semester ist um 25 v. H. gestiegen. Der verhältnismäßig kleine Teil der Bevölkerung, vor allem des Mittelstandes, der nicht den Krankenkassen angehört, ist heute durch Vermögensverlust und geringe Verdienstmöglichkeiten weit weniger als früher in der Lage, ärztliche Behandlung zu bezahlen. Dadurch, besonders aber durch die Einschränkung der Zulassung zur Kassenpraxis, wird der Aerztin die Begründung einer Existenz sehr erschwert. Durchaus nicht entwicklungsfähig scheint der Beruf der wissenschaftlichen Bibliotheka- r i n Heuzutage, von denen in ganz Deutschland nur etwa ein Dutzend im höheren Bibliotheksdienst tätig ist. Selbst wenn die vorhandenen Stellen alle bestehen bleiben können, was fraglich ist, wird der Bedarf von jährlich 17 bis 18 Bibliothekaren durch die männlichen Anwärter mehr als reichlich befriedigt. An Volksbibliotheken dagegen, wo außer für die Gesamtleitung größerer Betriebe wissenschast- liche Vorbildung nicht vorausgesetzt wird, sind Frauen vielfach tätig; hier handelt es sich im wesentlichen um eine pädagogisch-literarisch-kritische Tätigkeit. Der Andrang zu den Praktikantenstellen ist groß, das Angebot an fertigen Bibliothekaren für den mittleren Dienst übersteigt die Nachfrage. Da aber mit einem weiteren Fortschritt des Volksbildungswesens auch die Volksbibliotheken einen Aufschwung erfahren werden, wären bei normaler Wirtschaftslage die Aussichten nicht ungünstig. Unter den heutigen Verhältnissen aber ist über das Tempo der Entwicklung nichts auszusagen. Durch Reichsgesetz von 1922 sind Frauen zum Richt er amt zwar zugelassen, sind aber bisher nur in ganz wenigen Fällen eingestellt und haben mit Widerständen aller Art zu kämpfen, einige sind auf Privatdienstvertrag, andere kommissarisch entgeltlich ober unentgeltlich tätig. Auch für den lieber- gang in den höheren Verwaltungs- und Finanzdienst, vielleicht mit Ausnahme des Kommunaldienstes, sind praktisch die Aussichten gering. Eine Juristin bearbeitet z. B. als Dozentin im Berliner Polizeipräsidium die Fragen des Kinder- und Ju- gendlichen-Schutzes in der Theater-Abteilung. Als Rechtsanwaltinnen werden Frauen außer in familienrechtlichen und Vormundschaftsangelegen. Helten auch auf dem Gebiete des Arbeitsrechts und Arbeiterinnenschutzes herangezogen, doch ist die Mehrzahl der Mitglieder des Deutschen Juristinnen- Vereins in sozialen, kaufmännischen und Vermal- tungsftellen tätig, üben also eine eigentliche juristische Tätigkeit nicht aus. Als Volkswirtin betätigt sich die Frau auf den verschiedensten Gebieten, in der sozialen Arbeit, als Archivleiter an Wirtschafts- und Wohlfahrtsarchiven, in Arbeitnehmerverbänden und in der Privatwirtschaft, allerdings vielfach nur in der Theorie und als Statistikerinnen. Unbedingt nötig ist, daß auf breiter Basis angelegte und je nach Eignung und Neigung etwa nach der juristischen, der prak- tisch-sozialen, der betriebswissenschaftlichen usw. Seite ausgebaute Studium während und nach dem Studium durch umfangreiche praktische Arbeit zu ergänzen. Das Dorwärtskommen gerade als Volkswirtin ist besonders stark auf eigene Leistung gestellt, der Befähigungsnachweis muß dauernd neu erbracht werden, da es sich ja fast nirgends um fertig ausgestaltete Stellen und oorgeschriebene Arbeitsweise handelt, sondern das Arbeitsgebiet und sein Umfang fast stets erst zu erkämpfen und von der eigenen Initiative abhängig ist. Erschwert wird das Dorwärtskommen dadurch, daß Juristen, Diplomkaufleute, Techniker und Journalisten als Mitbewerber um viele Stellen auftreten, und gerade bei Frauen ergeben sich in der Praxis oft große Schwierigkeiten. Gelegentlich erhält eine Frau einen Assistentenposten gleich dem männlichen Kollegen, rückt aber nicht wie dieser weiter auf. Das Gebiet der Jnstruktorin in großen Handelshäusern steht auch der Volkswirtin offen. Besonders aber ist sie auf dem Felde praktischer Fürsorgearbeit, dem ureigensten Aufgabenkreis der Frau, neben der Aerztin, Theologin und der Wohlfahrtpflegerin tätig. an die Rervenkraft. Aber feinem Kinde werden gelegentliche Verstoße Schaden bringen, wenn der Grundakkord der Beziehungen auf Vertrauen und Kameradschaft abgeftimmt ist. Die alte Erziehung, die auf Angst sich gründete, mußte zur Entfremdung führen. Eine neue, reinere Atmosphäre kann nur entstehen, wenn man es verschmäht, im Kinde ein Spielzeug zu erblicken, das man beliebig malträtieren kann. Kinder führen ein eigenes, von uns oft schwer verstandenes Seelenleben, und sie verlangen, in ihren Aeußerungen ernst genommen zu werden. Zhr Znstinkt ist noch unverbildet. Wer hier zu beobachten versteht, wird an der Unmittelbarkeit dieser Lebensäußerungen nicht nur viel Freude empfinden, sondern mancherlei fernen. Schlummernde Kräfte entdecken und unmerklich entwickeln, ist wahre Erziehungskunft. Man fürchte nicht, daß man sich des Einflusses begibt, wenn man den Eigenwillen des Kindes fördert und ihm weitgehende Freiheit läßt. 3m Gegenteil. Das normale Kind sehnt sich nach Führung. Aber die Erfahrung lehrt immer wieder, daß freudigen Gehorsam nur jene finden, die mit dem feinen Instrument der kindlichen Scefe vorsichtig umzugehen verstehen. Voraussetzung einer Einflußnahme ist die Herstellung einer inneren Verbindung, die auf Liebe gegründet fein muß. Die Forderung nach sklavischem Gehorsam verstärkt nur die Trohgefühle und vernichtet die großen Möglichkeiten organischer Einwirkung. Wer zur Disziplin erziehen will, muß es verstehen, eine innere Bereitschaft hierfür zu erzeugen. Das ist aber nur da möglich, wo das Kind seine seelische Freiheit unangetastet fühlt. Die erste Bedingung eines ErziehungS- erfolges ist, Liebe und Vertrauen sich zu erwerben. Dann sorgt schon ein natürliches Gesetz der kindlichen Seele für reichlichen Entgelt. Die Gegenliebe des Kindes zeigt sich darin, dah es aus Lust. Freude zu bereiten, seinen Betreuern gehorcht. SJlxfpott Ehrung im VfB. Gießen. Im Kreise des Vorstandes und der Ausschüsse des Vereins für Bewegungsspiele fand am Montagabend im vercinseigenen Heim eine Ehrung statt, die dem einzigen derzeitigen Ehrenmitglied K a r l P l o ch galt. Herr Ploch, der nach Darmstadt verseht wurde, verläßt am kommenden Freitag unsere Stadt und damit auch seinen Wir- lungskreis im DfV. Der erste Vorsitzende Geißler würdigte in einer Ansprache die Verdienste des Scheidenden, die in der Hauptsache darin bestehen, daß er sich in energischer und zielbcwuhter Arbeit für die Schaffung des prächtigen Waldsportplahes ein- setzte, der in dieser Form in Hessen-Hannover seinesgleichen sucht. Mit dieser Plahanlage schuf Herr Ploch zugleich die Voraussetzungen für die Entwicklung des Vereins überhaupt. Der Vorsitzende sprach ihm für alle seine Mühe und seine Aufopferung im 'Hamen des Vereins und auch seinerseits herzlichsten Dank aus und wünschte ihm den besten Erfolg auf seinem ferneren Lebenswege. Der zweite Vorsitzende Hagel dankte dem Scheidenden im Hamen der Leichtathletik und der anderen ihm unterstehenden Abteilungen: für die Fußballabteilung wurden von deren Obmann Speckhardt ebenfalls Worte des Dankes an den verdienstvollen Herrn gesprochen. Ter Ve- zirksrorsihende Happ würdigte dessen große Verdienste um die Sportsache im allgemeinen und bat ihn, fortzufahren im Sinne seines bisherigen Wirkens. Als äußeres Zeichen der Anerkennung wurde dem verdienten Mitglied die goldene Ehrennadel des Vereins verliehen, die bisher vor ihm noch keinem anderen VfDer übermittelt wurde. Herr Ploch antwortete in kurzen Ausführungen den einzelnen Rednern, dankte für die ihm zuteilgewordene Ehrung und sprach den Wunsch und die Vitte aus, daß das, was er mit Hilfe einiger anderer Mitglieder — er nenne nur die Hamen Dr. Knöppler, Albold und Hagel — geschaffen habe, erhalten bleiben möchte. Er ging dann in großen Hmriffen auf die Entstehung der Plahanlage ein und wünschte dem VfB. zu n Schluß eine gedeihliche Fortentwicklung. Ein gemütliches Beisammensein beschloß den Abend. Spielvereinigung 1900 Gießen. Jugendspiele. Die I.Iugend hatte die drei besten Spieler an die Liga abgegeben und mußte deshalb ersatzgeschwächt in veränderter Ausstellung gegen ^ie I. Jugend von Alsfeld, die mit nur zehn Mann erschienen war, antreten. 1900 lieferte sein schlechtestes Spiel. Wenn sie auch im Feldspiel größtenteils überlegen waren, so wurde durch Hnent- schlossenheit wieder vieles verdorben und dadurch auch vor dem eigenen Tor manch brenzliche Situation hervorgerufen. Alsfeld spielte einen schnellen Fußball und war durch seine guten Außenstürmer stets gefährlich. Eine sichere Verteidigung ließ den Sturm von 1900 nie recht zur Entfaltung kommen. Das Spiel endete 2:2. Die II. 3 u gen b hatte die I. Iugend von Lollar zu Gast. Diese stellte die kräftigere, schlag- sichere Mannschaft, während 1900 durch seine Schnelligkeit und bessere Technik im Vorteil war. Einzelne Teile des Sturmes zeigten sich aber oft so unbeholfen, daß die besten Torchancen stets eine Deute des guten Gästetorwarts wurden. Das Spiel endete 0:0. Die III. Jugend spielte gegen die neu ausgestellte Iugend von Garbenteich. Der Gast hielt sich in der ersten Halbzeit sehr gut, trotz der besseren Spielweise und mit dem Wind konnte 1900 kein Tor erzielen. In der zweiten Halbzeit erlahmte der Eifer d?s Gas«; und mußte sich so zwei Tore gefallen lassen. Die Schüler maßen ihre Kräfte mit der neu- gegründeten Schülerabteilung aus Lollar. 1900 stellte die stärkere Mannschaft und konnte durch seine größere Spielerfahrenheit leicht 5:1 gewinnen. Die Kleinen aus Lollar waren mit Lust und Eifer von Anfang bis Ende bei der Sache und führten sich sehr gut auf. Fußballklub 1926 Großen-Buseck. IL. Großen-Buseck I gegen leufonia Watzenborn-Steinberg I 1:4. Die Gäste errangen durch ihren großen Eifer, durch ihr forsches Tempo und durch ihre zähe Ausdauer einen verdienten Sieg. Die körperlich etwas kräftigere Mannschaft der Teutonen vermochte sich mit dem durch den niedergehenden Regen aufgeweichten Spielfeld besser abzusinden und spielte aus Erfolg Beim Platzbesitzer ragte eigentlich nur der Tormann hervor, während die übrigen Mannschasts- tcHe nichts Besonderes zeigten, und der eingestellte Ersatz nicht allen Anforderungen entsprechen konnte. Für Großen-Buseck dürfte diese Niederlage einer Warnung gleichkommen. Bühnenschauturnen im TV. 1846 Gießen. In seiner Turnhalle am Oswaldsgarten veranstaltete der Turnverein 1846 am Samstagabend eine große Werbeveranstaltung, ein Dühnenschauturnen. an dem sich alle Abteilungen des Vereins aktiv beteiligten. Die Turn- Halle war bis auf den letzten Platz beseht. Mit großer Spannung erwartete man die Darbietungen. Das Programm brachte eine reiche Abwechslung eine Fülle prächtiger Vorführungen, an denen man seine Helle Freude haben konnte. Alle unmittelbar Beteiligten waren mit großem Eifer bei der Dache und stellten damit zugleich die energische, zielbewußte Arbeit, die im Turnverein geleistet wird, unter Beweis. Den ersten Teil des Abends füllten die Schülerinnen und Schüler mit ihren einfacheren Hebungen aus und ernteten lebhaften Beifall. Die Schüler _ zeigten Bodenturnen, gefielen in exakten Stabübungen, gingen forsch an Vock und Pferde und zeigten am Barren eine Reihe von Hebungen, die alle Anerkennung verdienten. Die Schülerinneii boten zunächst Frei- und Schrittübungen, in denen sich eine eigene Schönheit offenbarte, verschiedene Formen von Volkstänzen, die besonders von den jüngsten Schülerinnen sehr ursprünglich aufgeführt wurden, riesen Beifall hervor und mußten wiederholt werden. Die fortgeschrittenen Schülerinnen turnten am Barren mit beachtenswerter Sicherheit und machten auch in den gezeigten rhythmischen Keulenübungen einen sehr disziplinierten Eindruck. Während einer kurzen Pause begrüßte der erste Svrecher des Vereins, Hniversitätsbureau- direktor Erle die so zahlreich erschienenen Teilnehmer, umriß in einer kurzen Ansprache die Ziele der Deutschen Turnerschaft und forderte die Eltern dazu auf, die Kinder in den Turnverein zu schicken und sie teilnehmen zu lassen an den Freuden turnerischer Bewegung. Er gedachte nicht zuletzt auch der Männer, der Vorturner, die in nimmermüder Arbeit aufopfernd ihre Kraft in den Dienst der guten Sache stellten und schloß mit einem dreifachen Gut-Heil auf das deutsche Vatevland und die Turnerei. Irn zweiten Teil des Abends traten dir übrigen aktiven Mannschaften aus den Plan. Mit großer Aufmerksamkeit verfolgte man die Gewandtheitsübungen der Iugendturner, bei denen ganz Hervorragendes gezeigt wurde, die Schwimmer übten die Schwimmbewegungen für Brustschwimmen, für Freistilschwimmen, Bewegungen für Hock- und Hechtsprung als Freiübungen, die Iugendturner übten außerdem an Pferd und Barren. Verschiedene Einzelleistungen an diesen Geräten lösten oftmals wohlverdienten Beifall aus. Sehr eindrucksvoll gestalteten sich die Hebungen der Turner am Reck. Mit großer Spannung wurden außerdem die scharfen temperamentvollen Treffen der Fechter und Fechterinnen verfolgt, die mit ihren Darbietungen die Zuschauer in ihren Bann zogen und zu stärkstem Beifall veranlaßten. Die Iugendturnerinnen stellten am Barren ihre Geschicklichkeit unter Beweis, während die Turnerinnen mit Keulenübungen, die immer wieder gerne gesehen werden. zu gefallen wußten. Den Schluß der turnerischen Darbietungen bildeten die Freiübungen der überraschend großen Altersriege, die mit Beifall begrüßt wurde Und mit ihren exakten straffen Hebungen noch manchem Iugendturner beispielgebend sein konnte. Schließlich wurde noch mit viel Geschick ein Hans-Sachsspiek, „Der gestohlene Schinken", ausgeführt, das von den Kindern mit besonderem Interesse verfolgt wurde. Die gesamte Veranstaltung, deren Programm sich flott und ohne jede Stockung abwickelte, hinterließ zweifellos bei allen Zuschauern den denkbar besten Eindruck und dürfte die beabsichtigte Werbewirkung bestimmt nicht verfehlt haben. Der Abend stand ganz im Zeichen der Iugend, im Zeichen eines wahrhaften turnerischen Geistes und der reinen Freude Ian der gesunden Bewegung. Daß im Turnverein 1846 ernste Arbeit geleistet wird, dafür war dieser Abend lebendigstes Zeugnis. Wirtschaft Berlin, 29. April. (Nachdem im heutigen Vormittagsverkehr auf die voraussichtliche Einigung in den Zollverhandlungen für Effekten eine ziemlich zuversichtliche Stimmung geherrscht hatte, brachte die offizielle Eröffnung eine Enttäuschung und wieder Kursrückgänge. Das schwache Heuhork, ungünstige Berichte über Rückgänge im Kaliabsah, der anhaltende Geldbedarf des Reiches und die bestehende Orderlosigkeit hemmten die Hnternehmungslust der Spekulation, während von G.-Farben lagen um Bruchteile eines Prozentes höher. Elektrowerte, von denen schließlich Schuk- kert mit minus 1 Prozent zur Rotiz kamen, neigten zur Schwäche. Auch die-Mehrzahl der Montanwerke wies Verluste bis Ich Prozent auf. Die Stimmung war sehr unsicher. Am Geldmarkt machte sich starke Rachfrage für Tagesgeld bemerkbar, so daß der Satz um 1 Prozent auf 5,5 Prozent erhöht wurde. Berliner Börse. men zunächst nicht zur Rotiz, lagen aber tm Zusammenhang mit der heute stattfindenden Bilanzsitzung etwas fester. Durch schwache Haltung fielen noch Deutsche Linoleum und Salzdetfurth mit je 3,5 Prozent auf. Bei letzteren verstimmte der schwache Kaliabsah. Dis 1,5 Prozent niedriger eröffneten ferner Karstadt, Conti-Gummi, Holz- mann, Wayß & Frehtag, 21.-®. für Verkehrswesen und Bankaktien. Am Kunstfeidemarkt war die Kursgestaltung unregelmäßig. Während Aku 1 Prozent höher lagen, büßten Bemberg 1,5 Prozent ein. Höher lagen außerdem noch Har- pener mit plus 1,5 Prozent. Zellstoff werte behauptet. Am Anleihemarkt lag Heubesih mit 5,70 Prozent schwächer. Von fremden Werten blieben Türken nach den gestrigen Abschlägen heute etwa behauptet. Reichsschuldbuchsorderun- gen bis 1 Prozent niedriger. Im Verlause blieben die Kurse unter mehrfachen Schwankungen knapp behauptet. I- tfm die Stillegung von Wölfersheim. Wie die Verwaltung der Hefrag uns mitteilt, hat sie beschlossen, den Tagebau, der am kommenden Samstag stillgelegt werden sollte, einstweilen weiter zu betreiben und die dort tätigen Arbeiter weiter zu beschäftigen. Buderus'sche Eisenwerke, Wetzlar. Die gestrige ordentliche Generalversammlung der Buderus scheu Eisenwerke, in der ein Aktienkapital von 18 480 400 RM. vertreten war, genehmigte einstimmig sämtliche Anträge der Verwaltung. Es gelangt eine Dividende von 4 v. H. auf die voll dividendenberechtigten Stammaktien und eine olche von 5 v. H. auf die Vorzugsaktien zur Ver- 3ur0 beseitigen Geschäftslage wurde, dem WTB.- Handelsdienft zufolge, ausgeführt, daß das Frühjahr noch keine fühlbare Belebung gebracht habe. Die Er- teilung von Aufträgen seitens der öffentlichen Hand und auch des Wohnungsbaues sei noch nicht in Gang gekommen. Im Hinblick auf die allseitigen Bemühungen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit erscheine jedoch die Hoffnung nicht unbegründet, daß das zweite Halbjahr 1931 eine bessere Beschäftigung als in den ersten vier Monaten des laufenden Jahres bringen werde. Der Ertrag der Reichsbiersteuer. Vom Deutschen Brauer-Bund, E. V.. wird mitgeteilt: Das Gesamtaufkommen aus der Reichsbiersteuer im Rechnungsjahr 1930 (April 1930 bis März 1931) beträgt nach dem soeben veröffentlichten amtlichen Ausweis über die Einnahmen des Reichs an Steuern, Zöllen und Abgaben insgesamt 473,26 Mill. Mk. Das Rechnungsjahr 1930 erbringt also 76,8 Mill. Mark weniger, als der Voranschlag im Reichshausha'ltsplan lautet (550 Mill. Ml.),"und _____________________________________ nur 61,45 Mill. Mk., d. s. 14,9 Prozent außen her weiter eher Angebot bestand. Die Abmehr als das vorangegangene Rechnungsjahr, gaben für amerikanische Rechnung scheinen allertrotz einer Erhöhung der Steuersätze um 45 bis bingS nachgelassen zu haben. Hngünftig fommen- 50 Prozent. Diese am 1. Mai erfolgte Steuer- tiert wurde auch ein Artikel eines Mittagsblat- eöhöhung trat infolge der Stundungsfrist erst- te8 über eine heute bei I.-G.-Farben stattfindende malig in den Iuli-Steuereinnahmen in Erschei- Verwaltungsratsfihung, in der namentlich die nung. In den neun Monaten Iuli 1930 bis Entscheidung über die Höhe der Dividende fallen März 1931, in denen die erhöhte Reichsbier steuer wird. Farben waren infolgedessen stärker angc- sich auswirkie, sind nurl5,2Prozentmehr boten und gingen um 1 75 Prozent zurück. Als aufgekommen, als im gleichen Zeitraum des Vor- fefjr schwach sind noch Licht R Kraft, Hamburg jahres. also noch nicht ein Drittel der Beträge, Süd, Hansa Dampf (auf Dividendenlosigkeit), bie sich rein rechnungsmäßig hätten ergeben Deutscher Eisenhandel, Hordwolle, Rheinische müssen. Dabei zeigt die gegenwärtige Entwick- Braunkohlen, Deutsche Linoleum, Berger, von tung an, daß sich die Ergebnisse noch weiter Kaliwerten Aschersleben und Salzdetfurth zu nen- vcrschlechtern werden. So hat das Aufkommen nen_ Zellstosswerte gut behauptet. Bayerische aus der Reichsbiersteuer im März 1931 trotz der Motoren und Chade lagen etwas höher. Letztere rund 46prozentigen Erhöhung der Steuersätze gewannen auf unveränderte 17prozentige Divi- gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres dende, günstigen 2lbschluh und festes Spanien nur einen Mehreingang von 6,3 Prozent er- 7 Mark nachdem sie vorbörslich sogar 12 Prozent geben. Wie der Deutsche Brauer-Bund voraus- über gestern taxiert wurden. Anleihen und Äus- gefagt hat, sind infolge des starken Konsum- länder rühig. 5prozentige Türken schwächer, rückgangs die erwarteten Einnahmen nicht an- Pfandbriefe gefchäftslos. Reichsschuldbuchforde- nähcrnd erreicht worden. I rungen gehalten. Am Geldmarkt zog Tagesgeld frankfurter Börse. auf 5,75 bis 7,75 Prozent an, die übrigen Sähe Frankfurt a. M.. 29. April. Tendenz: unverändert. . schwach. — Im heutigen Vormittagsverkehr machte Frankfurter Getreidebörse, sich eine starke Zurückhaltung bemerkbar. Die Frankfurt a. M. 29. April. Es notierten: amtliche Börse eröffnete in ausgesprochen schwa- Reizen 305 Mark, Roggen 217,50, Hafer (inländi- cher Haltung, und zu den ersten Kursen ergaben r$er 212,50 bis 215 Weizenmehl (süddeutsches, Spe- sich bereits markante Kursabschläge. 0) 4350 his 44,50, Rogqenrnehl 30 bis 32, Verstimmend wirkte der Kapitalbedarf des Rei- ®ej5enf[ete 13, Roggenkleie 13,75 Mark. — Tendenz: ches und anderer Stellen, der der Reichspost mit arichästslos in Erwartung der Regierungsmaß. 150 Millionen, und der der Reichsbahn, bei der ebenfalls starker Finanzbedarf bestehen soll. Im Zusammenhang mit diesen drängenden und um- fangreichen Finanzbedürfnissen hält man eine Er- ' mäßigung des Reichsbankdiskonts fast für un- Donnerstag, 30. April. möglich. Hinzu kommen die erneut schwache Hal- 7.15 bis 8.15: Frühkonzert. 11.50: Schallplatten- tung der gestrigen Reuhorker Börse und Ge- konzert. 15.20: Stunde der Iugend. 16.30: Diolon- rüchte, die von einer eventuellen Ermäßigung cell-Konzert. 17: Heue Tanzmusik. 18.15: Zeit- der I.-G -Farben-Dividende wissen wollten. Da- fragen: „Die deutsch-russischen Wirtschaftsver- neben wollte man für einzelne Papiere wieder Handlungen", Dreigespräch zwischen Alexander im Ausland Abgaben bemerkt haben, denen sich Hofe mann, Amtz und Busemann. 18.45: „Sind auch die Spekulation mit Verkäufen anschloh. Charakterzüae angeboren?", Vortrag von Dr. Die Hmsahtätigkeit bewegte sich in eng - I Alfred Adler. 19.15: Ausstellung: „Madsimu ft c n Grenzen. Von günstigen Momenten fand Dsangara", Bildergalerie prähistorischer Kunst die bevorstehende Einigung des Kabinetts hin- und afrikanischer Kultur in Frobenius' Ajrika- sichtlich der Agrarfragen kaum Beachtung. Stär- Ausstellung. Mikrophonsericht. Sprecher: Gehrtm- teres Angebot bestand naturgemäß am Chemie- tat FrobeniuS und Dr. Paul Laven. 19.45: marlt. I.-G.-Farben verloren 2,25 Prozent und Variationen über das Thema Frühling. 20.30: Scheideanstalt 2,5 Prozent. Von Clektrowerten Die Hochzeit des Figaro. Komische Oper von lagen Siemens und Rheinische Elektrizität mehr W. A. Mozart. 22.30 (Freiburg): „Warum fahre im Angebot bei Kurseinbuhen bis 2,5 Prozent. I ich mit dem H°Doot nach dem Hordpol. Vortrag AEG. und Licht und Kraft lagen nur wesentlich I von Dr. Bernhard Dillinger, einziger deutscher niedriger, aber Gesfürel behauptet. Schuckert fa- I Teilnehmer der Wilkins-Gxpeditton. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 v. H., Lombardzinsfuß 6 0. H. Jrantrun a. JJt. Srrlin .sranljurt a. ))i. Serlm löchiuß-j für« | 1-Uhr- K»rS Schluß-i furt | Antang« Kurs Schluß- knrS 1-Uhr. flurd Schluß-1 lurd I Anfang» $iur< Datum 28.4. 29.4. 28.4. 29.4. Datum | 28.4. 29.4 28.4. 29 4. 6% Deutsche «eWatueiDe Hamburg-Amerila 'Batet . . . 7| 60.5 — 60,75 60,5 von 1927 .......... 84,75 —— 85 — L>amburg-S0dam.DomvtichiI1. 8 — — 112,75 110 7% Deutsche RetchSanlethe Hama Tamplicknli.....10] — — 84,4 82,25 von 1929 .......... 100,25 —— 100,4 — Rorddeutlcher Llohd.....8| 61,5 — 61,5 60,5 Srulldie Anl.-Ablöl.-SchuNi mit Allgemeine Deutsche CredtlanN. 10| — — —— eiu)lo|.*Oicd)ien....... 57,9 57,9 58 58 Barmer Banlverein .... 1O| — — — —— EeSfll. ofjnc Vlu8lo|.«fllct. Landesplanvbrietanstalt. Schletische Elektrijität. ... 10 —- — — Psondbricse 81. tl ..... 96,5 — —— _ Schuckert S 6o.......11 138 — 138,13 138,25 Q.6.®. abg. SMouneflS-Obligatto. Siemens & Halste ..... 16 168 166 169,75 166,25 nen, rückzahlbar 1932 ..... 1 - — — — TranSradio.........8 — — —- 128 5 _ 128.25 — 4% Oestcrreichische Goidrente . _ — 23,13 | 23 Buderus.......... 52,5 _ 52,5 4,20% Ocslcrrcichilche Silberrenie 2,25 — Deutsche Erdäl . ...... 6 73,5 72 72 71.75 4% Ocsterreichische Einheitliche Essener Steinkohle......8 — — —— —- Rente ... — — —— — Gelsenkirchener ....... 8 77,5 — 77,5 77.5 4% Uiigariiche Goldrente . . . 18,9 — 18,9 19 Harvencr . ....... 0 69 70 68,5 68,5 4% Ungarische StaatSrenit v. 191C 16,13 — — Hoesch Eisen........ — — 63.5 — 1)4% beSgl. von 1913 — — 16,4 —— Alle Bergbau.......10 — 183 180 l% Ungarische Kronenrcnte — — — — Klöcknerwerle ........ 7 67 66,5 67 -. — t°/0 Tfirtifdie Xollanleibe von 191 4 —— 4,05 _ fl'AIn.tWi'Ui'itcn — 68,25 __ 4% rürliiche Bagdadbahn-Anl ManneLmann-Rvhre» .... 7 76,5 75 74,25 Serie 1 3,9 — _ Titnn.ifi.iner IHetnbau . .... 7 36,25 — 35,75 35,5