Nr. 502 Erster Blatt 181. Jahrgang Montag, 28. Dezember 1951 Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Unlversttät5-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Liehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20°/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr.H.THyriot,- für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Erjchelni täglich,außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. monats=Be$ugsprets: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschliisse anterSammeInummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Zranffurt am Main 11686. Das Wettecho des Basler Gutachtens. * Das Gebot der Gtunde. Nichts wäre törichter als diesen uns wegen seiner Unvollständigkeit enttäuschenden Baseler Bericht in den Mittelpunkt des innerpolitischen Haders zu rücken. Leichte Ansätze dazu sind leider schon vorhanden. Würden wir derartige Unklugheiten der Vergangenheit wiederholen, dann brauchte sich die französische Regierung über die weitere Entwicklung der Ereignisse den Kopf nicht zu zerbrechen, dann würden wir aber auch diejenigen von uns stoßen, die heute unter dem Banner der Vernunft mit uns Seite an Seite gegen die Front der Unvernünftigen Sturm laufen, deren stärkstes Bollwerk — Frankreich — allerdings auch schon bedenkliche Risse zeigt. Der Hinweis darauf, daß der Baseler Bericht diese Bundesgenossenschaft keineswegs schwarz auf weiß bescheinige, ist fehl am Platz. Bei sorgfältiger Abwägung eines jeden Wortes gibt uns dieses Gutachten mehr als einen Hebel zur Auflockerung des Tributsystems, aber das, was vorherging und im wesentlichen auch der Oeffentlichkeit bekannt wurde, ist für die Beurteilung der Haltung der Sachverständigen viel wichtiger als diese alle Kennzeichen eines Kompromisses tragenden vier Kapitel. In den Debatten hat sich gezeigt, daß aus Gründen der Vernunft die Mehrzahl der Nationen unseren Standpunkt teilt, wonach die Tribute die Hauptschuld an der Weltwirtschaftskrise tragen und daher als wichtiges liebel b e ° fertigt werden müssen. Dieser Völkerblock kann und wird sich nur dann durchsetzen, wenn das deutsche Volk die Gefahren der Stunde voll und ganz erkennt und die in Zeiten nationalen Unglücks oft bewährte Einigkeit findet, was schließlich nicht so schwer sein sollte, da bei uns nur Wirrköpfe und Kreaturen der französischen Propaganda das Reparationssystem verteidigen. Nationale Einigkeit erheischt aber auch eiserne Nerven, die notwendiger denn je sind, da bereits ein Trommelfeuer der französischen Presse auf uns herniederprasselt, das sehr leicht weiche und nachgiebige Gemüter erschrecken und dahin bringen könnte, sich mit gewissen, das Grundübel nicht ausmerzenden Erleichterungen zufrieden zu geben. Das würde ein Perkennen unserer und auch der französischen Kampfstellung bedeuten. Wir stehen nicht mehr allein, wir haben im Gegensatz zu 1918 die halbe Welt neben, wenn nicht gar hinter uns. Um Frankreich herum wird es einsam und einsamer, ja die Franzosen müssen trotz ihres Reichtums die deutschen Methoden aufnehmen und öffentliche Gelder auswerfen, um die wachsende Zahl der Erwerbslosen von der Straße und damit von Gewaltakten fernzuhalten. Mag es auch noch seine Trabanten aufputschen. Widerstand zu leisten, der aufmerksame Beobachter hat längst erkannt, daß sich Brüssel in seiner derzeitigen Rolle nicht wohl fühlt, daß Jugoslawien, die Tschechen, Rumänen und Polen ebenfalls sehnsüchtig nach dem silbernen Streifen am Wirtschaftshorizont Ausschau halten. Stehen wir jetzt Schulter an Schulter, dann kann und wird das nicht öyne Eindruck auf diejenigen bleiben, die mit uns an der Beseitigung der Tribute interessiert sind, vor allem aber auch nicht auf die Masse unserer Prioatgläubiger, die alles zu verlieren haben und die berufen sind, ihre Beschlüsse — sie wollen noch Ende des Jahres ihre Berliner Konferenz fortsetzen — so zu formulieren, daß sie eine wirkungsvolle Unter st reich ung unseres bisherigen Kampfes gegen den Versailler Irrsinn der Milliardentribute darstellen. Wird Amerika an derAegiermigs- konserenz teilnehmen? Paris, 28. Dez. (WTB. Funkspruch.) Wie die „New Vork Herald" aus Washington berichtet, glaubt man, daß die Entscheidung über die Teilnahme Amerikas an der Regiernngskonferenz über die Schulden- und die 'Reparationsfrage von der Fassung der Einladung abhängen wird, die an die Vereinigten Staaten gerichtet würde. 2m Laufe der gestrigen Unterredungen zwischen Hoover und den Mitgliedern des Kabinetts habe sich eine Opposition gegen d i e Beteiligung der Vereinigten Staaten geltend gemacht. Dagegen wären Staatssekretär Mellon und die Finanzsachverständigen für eine ‘Beteilt gu n g der Vereinigten Staaten. — „New York Times" hört aus Finanzkreisen, man hoffe, daß die beteiligten Negierungen die toe; ->re Behandlung der Re- paratinns- und Kriegsschuldenprobleme wenigstens beschleunigen würden, nachdem der Wunsch der englisch-amerikanischen Finanzwelt, den Voung-Plan durch eine neue Verständigung zu ersehen, infolge des Widerspruchs Frankreichs gescheitert sei. 3n den gleichen Gedankengängen bewegen sich die Leitartikel. Es wird darin betont dem Grundübel, das in den Statistiken des Baseler Berichts wie in der Weltdepression zum Ausdruck komme, nämlich das schwindende Vertrauen, das sich in der Kapitalflucht äußere, könne nur durch rasches Handeln begegnet werden, anderenfalls könnten sich die Vereinigten Staaten einer allgemeinen Schul» denablehnung gegenübersehen. Allerdings sei es fraglich, ob die Schuldenrevision gerade im Augenblick des tiefsten Standes der Depression versucht werden sollte. Als Ausweg bleibe indessen die Moratoriumsverlängerung, die immer noch besser als völlige Schuldenverwerfung wäre, denn deren Folge wäre der völlige Zusammenbruch allen Vertrauens. Borah bestreitet Frankreichs Recht auf Reparationen. Deutschland hat die Kriestsschädcn wieder gutgemacht. Washington, 25.Dez. 3n einer Besprechung des Berichts des Baseler Beratenden Sonderausschusses erklärte Senator B o r a h, er könne keine Erholung Europas sehen, solang. dieReparationen nicht gänzlich gestrichen seien. Seit zwölf Jahren seien Verhandlungen geführt und Berichtigungen bei den Reparationen angebracht worden, ohne daß jedoch Abhilfe habe geschaffen werden können. Der wirtschaftliche Rückgang sei inzwischen fast fortgesetzt weitergegangen. Wenn sich Europa nicht entschließen könne, die Reparationen abzuschaffen und die Rü st ungen drastisch ein- London, 28. Dez. (WTB. Funkspruch.) Zum Baseler Sachverständigenbericht sagt „Time s", der Bericht sei vielleicht etwas mager, wirke aber durch seine strenge Sachlichkeit äußerst eindrucksvoll. Als die wichtigsten Schlußfolgerungen des Berichtes erscheint dem Blatt, daß der Voung- Plan die Möglichkeit einer schweren Krise nicht in Rechnung gestellt habe. Wenn Deutschland keine ausreichende Atempause erhalte, um wieder zahlungsfähig zu werden, würde es nicht imstande sein, irgend etwas zu bezahlen. Die Wiederherstellung des deutschen Kredits erfordere mehr als ein loses Moratorium von zwei, drei oder auch fünf Jahren. Wenn die Reparationsschuld Deutschlands nicht auf eine Summe festgesetzt werde, die dem Ausländer ermögliche, Deutschland weiterhin vertrauensvoll Geld zu leihen, dann werde Deutschland außerstande sein, Reparationen zu bezahlen. Ein bloßes Moratorium, sagt „Times" mit Nachdruck, das Deutschlands endgültige Verbindlichkeit unberührt läßt, würde lediglich die Krise verlängern und zu einer neuen, gefährlicheren Krise führen. Aus diesem Grunde habe die britische Regierung in ihrer neulichen Antwort energisch auf eine dauerhafte Lösung dieser grase gedrungen. „Financial Jleros“ schreibt: 2Han braucht nicht von vornherein anzunehmen, daß Frankreich zu einer vernünftigen Auffassung unfähig sein wird. Wenn es jedoch nicht zu wirklich erleichternden Maßnah- men bereit ist, dann wird es nötig sein, der französischen Politik offen Widerstand entgegenzusehen und Deutschlands Partei zu ergreifen. Das Blatt sagt weiter, daß der Bericht infolge der Haltung des französischen Delegierten wiederholt von dem „vorübergehenden" Charakter der deutschen Schwierigkeiten spreche und nicht deutlich genug hervorhebe, daß diese vorübergehenden Schwierigkeiten vor einer endgültigen Regelung der Reparationsfrage nicht a u f h ö r e n würden. Die City sei über den Bericht nicht begeistert, weit er darauf hindeutet, irgendein unbefriedigendes Kompromiß zu Berlin, 27. Dez. (CNB.) Reichsfinanzminister Dietrich würdigte am Heiligabend vor Vertretern der Presse die Bedeutung des Basler Gutachtens. Schon beim deutschen Antrag auf Einberufung des Sonderausschusses sei zum Ausdruck gekommen, daß nach Auffassung der deutschen Regierung die Mittel des Noüngplanes nicht ausreichen würden. Der Basler Ausschuß habe festgestellt, daß eine unvorhergesehene Krise eingetreten sei, deren Ausmaß zweifellos über die vom Poung- plan ins Auge gefaßte „verhältnismäßig kurze Depression" hinausgehe. Deutlich sei ausgesprochen worden, daß diese Krise eine Entwicklung genommen habe, die im A o u n g p l a n überhaupt nicht berücksichtigt sei. Die Doraussehungen der deutschen Zahlungen, die der Zoung-Plan von der wirtschaftlichen Seite her ausdrücklich unterstrich, sind in entscheidenden Punkten von den Staaten, mit denen Deutschland handel treibt, zu denen auch vornehmlich die vertragschließenden gehören, dadurch beseitigt worden, daß sie in ihrer Handelspolitik das Gegenteil von dem tun, was sie sinngemäß nach dem Plan hätten tun müssen. Statt Deutschland die Zahlungen durch waren import zu gestatten, haben sie diese Zahlungen durch Zollerhöhungen, Kontingente und Einfuhrsperren unmöglich gemacht. Diese ganze wirtschaftliche Entwicklung hat einen Zustand herbeigeführt, der Maßnahmen notwendig macht, die außerhalb der Möglichkeiten'der Poungplane» stehen. zu schränken, sei es für Amerika besser, sich v ö'n Europa zurückzuziehen und ihm fortab fernzubleiben. Es gebe eine Grenze für die Hilfeleistungen, die anderen gewährt würden, wenn sie eine Politik und ein Programm verfolgten, die die Hilfe vergebens und unwirksam machten. Wenn gesagt werde, daß Frankreich ein Recht auf die ungeschützten Reparationszahlungen habe, um die Kriegsschäden zu decken, so könne geantwortet werden, daß die von Deutschland geleisteten Zahlungen verschiedener Art etwa 9,5 Milliarden Dollar betrögen hätten, wovon 52 Prozent Frankreich zugefallen seien, also ebensoviel, wenn nicht mehr, als Frankreichs eigene Schätzungen der Kriegsschäden betrügen. Auf die Frage, was er unter drastischen Rüstungseinschränkungen verstehe, erklärte Borah: eine dreißig- bis vierzigprozentige Einschränkung. erzielen, was dem Gefühl der Unsicherheit kein Ende machen würde. Eine zeitweilige Vereinbarung würde die Krise nur verlängern. — 3n finanziellen Kreisen würde immer stärker die Ansicht vertreten, daß die Dinge sobald wie möglich auf die Spitze getrieben werden sollten. Wenn eine befriedigende Regelung nicht zu erreichen sei, dann sollte Deutschland sich zu weiteren Zahlungen unfähig erklären und die Regierungen, die Kriegsschulden haben, sollten Deutschlands Beispiel folgen. Der liberale „News Chronicle" erklärt, es handele sich jetzt nicht mehr um eine deutsche Frage, sondern um ein Weltproblem. Ohne eine befriedigende Regelung der deutschen Finanzlage werde der Handel völlig ins Stocken kommen und die finanzielle Lähmung der Welt werde andauern und sich verschlimmern. — „Financial Times" schreibt, der Bericht gebe einen deutlichen Wink, daß die Gläubiger Deutschlands nach einem Verzicht auf alle Reparationszahlungen nicht imstande sein werden, die Last ihrer Zahlungen an die Vereinigten Staaten weiter zu ertragen und fügt hinzu: Wenn die Vereinigten Staaten nicht Zugeständnisse machen, die über das Hooverjahr hinausgehen, sieht sich Europa gezwungen, die Initiative zu ergreifen. — „Observer" sagt mit rücksichtsloser Offenheit, daß die Nachkriegspolitik in ihrem wilden Reparationstraum die Welt von einem ilnglüd zum anderen geführt habe. Es sei gänzlich zwecklos, jetzt wieder eine neue Art von Voungplan ausarbeiten zu wollen. Die Welt habe lange genug unter den Reparationsund Kriegsschulden gelitten. Sie könne diese Bürde nicht mehr länger mit sich Herumschleppen. — „Sunday Times" sagt, alle Voraussagen der Haager Konferenzen hätten sich trügerisch erwiesen. Der eine Mann, der jede optimistische Auffassung abgelehnt habe, sei Schacht gewesen. Einige der Konferenzteilnehmer im Haag hätten geglaubt, er sei ein schlauer Schauspieler. Heute mühten sie ihn jedoch als den wahren Propheten anjehen. und die nur von den Regierungen ergriffen werden können. Der Sachverständigenbericht selbst unterstreicht die D r i n g l i ch k e i t solcher Maßnahmen. Die Folgen für alle Wirtschaftsvölker Europas, aber auch der überseeischen Länder, müssen katastrophal sein, wenn das Vertrauen nicht wiederhergestellt und nicht die Voraussetzung eines geordneten weltwirtschaftlichen Verkehrs neu geschaffen werde. Auch Reichskanzler Dr. Brüning nahm dann das Wort und hob besonders zwei Punkte hervor: Das ist erstens, daß der Bericht in der Schärfe der Präzisierung einen Rückschritt gegenüber dem Wiggins-Bericht darstellt. Das war zu erwarten, weil es sich bei dem Basier Ausschuß um ein juristisches Instrument des Voung- Plans handelt. Für unsere Sachverständigen war es schwer, innerhalb dieses Rahmens ihre Aufgabe so zu erfüllen, daß die wahre Lage ertennbar wird. Das ist gelungen, und das ist der entscheidende Gesichtspunkt. In Abschnitt 4 des Berichtes wird der ursprünglich vom Voung-Plan vorgesehene Rahmen gesprengt. von französischer Seile ist versucht worden, die gegenwärtige Krise als vorübergehend hinzustellen, auf die wieder eine normale Prosperität folgen werde. 3m Bericht kommt zum Ausdruck, daß Deutschland dann kraft seines industriellen Apparates in eine besonders günstige Lage kommen werde. Die Auffassung aber, als brauche deshalb keineswegs großzügig an die Probleme herangegangen zu werden, wird ausgehoben durch die sofort folgende Feststellung, daß die Besserung der Lage mit hilfeder Empfehlungen des Ausschusses herbeigeführt werden muß. Die enge Begrenzung, die in der Konstruktion des Sonderausschusses liegt, und die dem Bericht verschiedentlich anzumerken ist, wird zweifellos in den Ländern, in denen man sich über die Zusammenhänge der großen Krise inzwischen klar geworden ist, eine starke Enttäuschung Hervorrufen. Ruhigeres Urteil in Paris. Paris, 27. Dez. (TU.) Der „Temps", der noch am Samstag gegen die Auffassung Dr. Brünings Stellung nahm, und noch einmal hervarhab, daß eine Herabsetzung der Reparationen ohne einen Ausgleich auf der amerikanischen Seite undenkbar sei, zeigt sich am Sonntag wesentlich verträglicher. Das Blatt zieht die Bilanz Deutschlands und kommt dabei zu dem Schluß, daß das Reich nicht in der Lage sei, seinen Verpflichtungen nachzukommen. Auf der bevorstehenden Konferenz werde man sich angesichts der amerikanischen Haltung nur der Reparationsfrage gegen- übersehen, die im Rahmen des Joungplanes aufgerollt werden müsse. Bei der Lösung dieses Problems müsse man den Rechten der interessierten Regierungen Rechnung tragen, die ihnen aus den Verträgen zustünden. Neue Formeln zu improvisieren, wurde dazu führen, die Krise nur noch zu verschärfen und die zivilisierte Welt vor gefährliche politische und wirtschaftliche Auswirkungen zu stellen. Theoretisch sei Deutschland wohl in der Lage, sowohl den Reparationsoerpflichtungen nachzukommen, als auch den größten Teil feiner sich auf zwölf Milliarden Reichsmark belaufenden kurzfristigen Kredite zurückzuzahlen. Praktisch sei dies jedoch nicht möglich, da die deutschen Guthaben im Auslande und im Inland im Augenblick zu mindest nicht hereingebracht werden könnten. Die deutsche Bilanz sei in Wahrheit eine Konkursbilanz. Die Frage, vor die man nunmehr gestellt sei, sei die, ob eine Möglichkeit bestehe, dos Reich vor dem vollständigen Zusammenbruch zu retten, dessen Auswirkungen für die ganze Welt unübersehbar wären. Aufgabe der interessierten Regierungen sei es, die ihnen zufallende Verantwortung auf der kommenden Konferenz auf sich zu nehmen, ohne sich dabei von egoistischen Gedankengängen leiten zu lassen. Crnste Lage in Indien. London über die Entwicklung der kommunistischen Organisationen beunruhigt. London, 27. Dez. (TU.) In Zusammenhang mit neuen, von der englischen Regierung erlassenen Notstandsverfügungen sind fett Freitag in den fünf Distrikten der indischen Nordwestprovinz 188 Personen verhaftet worden. Unter den Verhafteten befinden sich zwei Zeitungsverleger und mehrere führende Persönlichkeiten der roten Organisation. Nachdem es am Samstag in Peschawar zu schweren Zusammenstößen gekommen war, ereigneten sich in den verschiedenen Orten neue Zusammenstöße zwischen Polizei und Rothemden. An einer ©teile wurde eine Polizeiabteilung, die einen Mann wegen unbefugten Waffentragens verhaftet hatte, angegriffen und mußte sich in ein Haus ein* schließen. Die Polizisten wurden gezwungen, den Gefangenen und die beschlagnahmten Waffen wieder herauszugeben. Der Präsident des Allindischen Kongresses, Pandit Iahwarlal Nehm wurde auf der Reise von Allahabad nach Bombay von der britischen Polizei verhaftet. Pandit Nehm war im Begriff, in Bombay eine Versammlung des Arbeitskomitees des Indischen Kongresses zu besuchen. Gleichzeitig mit Nehm wurde ein anderes bedeutendes Kongreßmitglied verhaftet. In der gesamten Londoner Presse kommt beträchtliche Beunruhigung über die Entwicklung in Indien zum Ausdruck. Der Bericht einer Agentur aus Peschawar» wonach britische Truppen auf Rothemden gefeuert und ihnen Verluste von acht Toten und 50 Verwundeten beibrachten, ist bisher von Reuter nicht bestätigt worden. Die indische Regierung. beunruhigt durch die Drohung der Gesetzlosigkeit. die nach Gandhis Rückkehr morgen in Indien eintreten soll, hat alle Kräfte der Ordnung mobilisiert, um die Rothemdengefahr an der Nordwestgrenze zu bekämpfen. Der Führer der Rothemden ist verhaftet und hinter Drahtverhau in einem entfernten Konzentrationslager untergebracht worden. Stündlich finden Verhaftungen prominenter Agitatoren statt. Ein seltsamer Zwischenfall in Moskau. Moskau (über Kowno>. 27. Dez. (TU.) Der Sekretär der Diplomatischen Vertretung der Tschechoslowakei in Moskau. Vannjek. hat auf Grund einer Aufforderung des Außenkom- mifsariats der Sowjetunion das Gebiet der Sowjetunion innerhalb 24 Stunden verlassen müssen. Nach den bisherigen Feststellungen soll Vannjek einen Beamten des Ver- kehrskommifsariats namens Gorin aufgefordert England fordert eine Oanerlösnng. Oie Aufnahme in Berlin. Reichskanzler und Zinanzminister über den Bericht der Sachverständigen. 1 h b:n. e:nen "Anschlag auf den japanischen Botschafter i n MvSkau. Hirvta, auLZufuhren, um -am t die Llrfache für einen rufillch-japanischen Krieg zu schaffen. Gorin machte der OGPU. in Moskau von dieser Aus- fcr-erung Mitteilung. Vannjek hat bereits am Samstagabend Moskau verlassen und ist zunächst nach Aiga gereist. Wie weiter berichtet wir- hat der tschechoslowakische Außenminister Denesch die Gesandtschaft in Moskau angewiesen, sofort eine Untersuchung einzuleiten, um fest« zustellen. inwieweit die rusifchen Beschuldigungen -en Tatsachen entsprechen. Der Angestellte deS DerkehrskommissariatS. Gorin, befindet sich noch in Gewahrsam der OGPU. Mussolini sorderl wirWastlicheAbrüstung. Befreiung des Wellhandels von der Zwangsjacke der Schutzzölle. Berlin, 24. Dez. 3n einer Weihnachtsbetrach, tung im „Berliner Börfen-Courier" tritt der italie- Nische Ministerpräsident Mussolini für den Wirt schaflsfricdcn und den Abbau der Zollmauern ein. Mussolini erklärt, daß der Welthandel in einer Zwangsjacke stecke. Alle wollen vcr» kaufen, und niemand wolle kaufen. Durch die Anti-Dumpingzölle Englands seien die neuesten Barrikaden auf dem Wege des internationalen Handels errichtet worden. Der britische Schritt sei nicht nur mit der Propaganda der anderen Lander, in der Heimat zu kaufen, sondern auch wiederum mit erhöhten Zöllen beantwortet worden. Die Welt befinde sich feit mehreren Monaten in einem wirtschaftlichen .Firtegszu stand". Ganz ähnlich, wie Staatsoerträge aufgehoben und politische Bündnisse geschlossen oder gebrochen werden, wenn ein Krieg ausbricht, so sehe man heute die Völker ihre Handelsverträge zerreiben. Mussolini erklärt schließlich: Habe ich angesichts der ungeheuren militärischen Rüstungen nach Abrüstung gerufen, so muß ich jetzt noch einen zweiten Ruf, den nach wirtschaftlicher Abrüstung ertönen lassen, damit der Handel die gesperrten Grenzen wieder überschreiten kann. Verlangte ich eine Friedensperiode durch Begrenzung der Rüstun- gen, so ersehne ich jetzt auch eine Verständigung auf dem Gebiete der Wirtschaft. Auch im Wirtschaftskrieg hat das Maß der ertragbaren Leiden seine G r e n z e n wie im militärischen Krieg, und die Zeit für Erörterungen über die Einstellung der Feindseligkeiten ist jetzt gekommen. Die Zollmauern müssen gesenkt werden, damit die Völker wieder miteinander Handel treiben und sich die Mittel zur Bezahlung ihrer Schulden verschaffen können. Sie können nicht in Gold zahlen, wenn sie kein Gold haben. Sie müssen daher i n Naturalien zahlen, und das ist nur möglich durch die Wiederaufnahme des internationalen Handels und durch den leichteren Zufluß der Güter von einem Land ins andere. Das ansteckende Fieber des Hochschutzzolls muß überwunden werden durch die Rückkehr zu kühleren und ruhigeren Ueberlegungen, damit die Beweglichkeit des Handels auf den großen Verkehrsstraßen der Welt wieder hergestellt werden kann. IieaMordmtlicheMdigungvonMelmlrägeii Durchführungsbestimmungen zur letzten Notverordnung. Berlin, 27. Dez. (TU. Amtlich.) Zu den Dorschriften der Notverordnung über die Mielkündigung sind vom Reichsjustizminister Durchführungsbestimmungen erlassen worden, die im ,Aeichsanzeiger" veröffentlicht werden. Die wichtigsten Dorschriften sind folgende: 1. Aach der Notverordnung ist die Kündigung ausgeschlossen, wenn der Vermieter auf Wunsch des Mieters in den Mieträumen besondere kostspielige bauliche Arbeiten vorgenommen hat. Dem werden nunmehr die Fälle gleichgestellt, wo der Vermieter daS Haus oder die Räume nach den Wünschen des Mieters mit außergewöhnlich kostspieligen Einrichtungen versehen hat. Der Mieter kann also nicht kündigen, wenn das ganze Miethaus nach seinen speziellen Wünschen erbaut ist oder wenn der Vermieter Anbauten (z. B. Erker) vorgenommen hat, Dachgeschosse ausgeoaut hat, eine Garage auf dem Grundstück errichtet hat und dergleichen. Ferner wenn er z. B. auf Verlangen des Mieters eine Zentralheizung eingebaut hat usw. 2. Hat der kündigende Mieter in den Näumen bauliche Veränderungen vorgenommen, oder das Gebäude oder die Näume mit besonderen Einrichtungen versehen, z. D. mehrere Ladenräume zu einem Lichtspieltheater umgebaut und dergleichen. so kann er zwar kündigen, er muß aber auf Verlangen des Vermieters den früheren Zu st and wieder Herstellen. Diese Vorschrift kann unter Umständen Mieter hart treffen, die bereit« gekündigt haben und sich außerstande sehen, die Umbauten auf ihre Kosten vorzunehmen. Mit Rücksicht hierauf sehen die Durchführungsbestimmungen für solche Fälle ein Widerrussrecht für die Mie- t c r vor. Der Widerruf muß schriftlich erfolgen und dem Vermieter b i s zum 5. Januar zugehen. DaS WiderrufSrecht besteht nur dann nicht, wenn die Gebäude oder Räume zwischen Kündigung und Widerruf bereits anderweitig vermietet sind. 3. Besondere Vorschriften werden für Mietverträge getroffen, bei denen der M i e t e r Baukostenzuschüsse, Baudarlehen, Mietvorauszahlungen il dgl. gegeben hat. Hier ist zu unterscheiden, ob diese Leistungen nach dem Vertrag „abgewohnt" oder ganz oder teilweise bar zurückgezahlt werden sollten. Soweit sie abgewohnt werden sollten, findet eine Rückgewähr nicht statt. Soweit sie zurück gezahlt werden sollten, sind sie, wenn nicht vertraglich feste Rückzahlungstermine vorgesehen waren, erst in dem Zeitpunkt zurückzuzahlen, zu dem das Mietverhältnis nach dem Vertrage gekündigt wer- den könnte oder anderweitig beendet werden würde. Kautionen, die zu hinterlegen waren, sind dem Mieter schon am 1. April 1932 zurück- zugeben. Auch hier werden manche Mieter bgi der Kündigung davon ausgegangen fein, daß sie diese Beträge alsbald nach dem Verlassen der Mieträume zurückerhalten. Soweit dies nach dem Gesagten nicht der Fall ist, sollen sie befugt sein, bis zum 5. Ianuar 1932 ihre Kündigung schriftlich zu widerrufen. 4. Bekanntlich ist - i e Kündigung ausgeschlossen, wenn Vermieter und Mieter sich im Laufe des Jahres 1931 auf minbe* stens 20 v. H. Ermäßigung geeinigt haben oder noch einigen. Es genügt also nicht, daß der Vermieter jetzt einseitig diese Ermäßigung von sich aus an bietet. Eine Ermäßigung, die einem früheren Mieter gewährt ist, schließt das Kündigungsrecht nur aus, wenn der Mieter als Erbe oder im Zusammenhang mit der Heber* nähme eines Vermögens oder dem Erwerb eines Handelsgeschäfts in den Mietvertrag eingetreten ist. Besondere Vorschriften sind darüber getroffen, wie bei sogenannten Staffelmieten, d. h. für den Fall, daß für die einzelnen Vertragszeiten eine verschiedene Miethöhe vereinbart war, die 20prozentige Ermäßigung zu berechnen ist. 5. Rach den Durchführungsoorschriften ist die Kündigung ausgeschlossen, wenn der Mieter nach dem Vertrage nicht nur berechtigt, sondern auch verpflichte! war, die Mieträume zu benutzen, zum Beispiel in einem Messegebäude während der AusstcUunaszeit auszustellen. 6. Die Kündigungsoorschristen gelten auch für Untermieter, Pächter und Unterpachter, sie werden jedoch ausgeschlossen, wenn ein ganzes wirtschaftliches Unternehmen verpachtet und dabei auch der Gebrauch von Gebäuden oder Räumen überlaßen ist und wenn sich hierbei die Ueberlassung des Unternehmens als die Hauptleistung des Verpäch- tcrs darstellt. Letzteres soll regelmäßig angenommen werden, wenn der Pächter befugt ist, die Firma des Verpächters fortzuführen. 7. Zur Behebung von Zweifeln fei darauf hin- gewiesen, daß das Kündigungsrecht dem Mieter nicht zustehk, wenn er seit dem 15. Zull 1931 ohnedies die Möglichkeit gehabt hätte, zu kündigen, z. B. wenn der Vertrag oorsieht, daß am 1. Oktober zum 31. Dezember gekündigt werden kann und er von diesem Kündigungsrecht t e l n e N Gebrauch gemacht hatte. Das Programm der Pofigebührensentung. Berlin, 27. Dez. (ENB.) Dem .Cof al artiger“ zufolge ist in dem Programm für die Senkung Der Postgebühren u. a. vorgesehen, -ah bei Paketen -ie Zustellungsgebühr von 20Pf. in allen Zonen auf 15 Pf. herabgesetzt wird. Ferner können Empfänger die Pakete selbst abholen und damit die Zustellungsgebühr sparen 3m Fernsprechwesen bleibt die Grundgebühr unangetastet, während die Gesprächsgebühr von 10 auf S Pf. herabgesetzt nur-. 3m Telegrammverkehr wird die Gebühr für ein Wort von 15 auf 12 Pf. herabgesetzt. Die Drucksachengebühr. die für 20 Gramm blSher 4 Pf betrug, wird auf 3 Pf. herabgesetzt. Bei den Wurfsendungen, die bisher 2 Pf. kosteten, tritt eine gestaffelte Herabsetzung ein. Die Ruinen des Stuttgarter Schlosses. Noch Feuer während der Weihnachtstage. - Einsturz der Humen im Innern des Schlosses. Eine Lylvcsteranfprachc Hindenburgs im Alun-funk 6t steht nunmehr fest, daß Reichspräsident von Hindenburg am 31. Dezember über sämtliche deutschen Sender eine Neujahrs, ansprache halten wird. Die Ansprache beginnt um 21.30 Uhr. ein unheimliches Getöse: es trat jedoch bald wieder Ruhe ein. Sämtliche Umfassungsmauern standen noch. Rur im S ü d ost t ei l des östlichen Flügels war die untere Decke durchyebrochen. Entgegen allen Erwartungen waren die Umfassungsmauern stark genug, dem ungeheuren Druck de» nachstürzenden Gebälks den nötigen Widerstand entgegenzusetzen. Der Reitaufgang, der bisher unversehri geblieben war, wurde teilweise aufgerissen. Besonders stark wurden dabei die Decken im oberen Teil des Reitaufgang» mitgenommen. Sie stürzten z. T. ein, teils zeigten sich beträchtlicha Sprunge, so daß es notwendig wurde, die Löschmannschaften auf die unteren Stockwerke zurück- zuziehen. Der Uebcrblick, den jetzt die Brandstätte zulaßt, offenbart die katastrophale Gewalt de» Feuers, dahier gehaust hat. Die Löschmannschafien — darunter Leute, die schon über 20 Jahre im Dienste der Stuttgarter Feuerwehren stehen — sind sich darin einig, daß der Brand auch unter Hinzuziehung aller verfügbaren Wehren keinen anderen Verlauf genommen hätte. — Bemerkenswert ist auch d i e ßeiftung einer Motorspritze, die seit Montagoormittag ununterbrochen in Tätigkeit ist, ohne ein einziges Mal auszusetzen. Stuttgart, 27. Dez. (WTB.) Rach dem Bild, das sich am Mittwoch an der Brandstätte des Alten Schlosses ergab, war anzunehmen, daß nunmehr jegliche Gefahr für den vom Brand noch nicht heim- gesuchten Schloßteil beseitigt fei. Entgegen allen Erwartungen tarn aber bas 3 e u e r über d i e Weihnachtsfeiertage noch einmal auf. In der Nacht vom Freitag auf Samstag stieg am südöstlichen Teil des Ostflügels direkt neben dem Reitaufgang verdächtiger Rauch auf, der in kurzer Zeit das ganze Schloß einhüllte und die Löschmannschaften erneut in Anspruch nahm. Der Brandherd saß in den unteren Stockwerken und_war für die Löschmannschaften unzugänglich, da nur mit äußer st er Vorsicht an die Brandruine herangegongen werden kann. Aus sechs Strahlrohren wurde Wasser in den lodernden Trümmerhaufen geworfen. Der allgemein erwartete große Einsturz der Brandruinen wirkte sich glücklicherweise nicht so schlimm aus, wie man ursprünglich befürchtet hatte. Er beschränkte sich auf einen Zusammen st urz im Innern, wöh- rend die Umfassungsmauern stehen- blieben. Zwischen 5 und 6 Uhr am Sonntag früh wurden die Löschmannschaften durch ein verdächtiges Knistern aufmerksam. Kurz darauf hörte man Deutschland und der russisch-polnische Pakt. Ein Interview mit Ltalin. Berlin, 24. Dez. (END.) Das .Berliner Tageblatt" veröffentlicht eine Unterredung, die Emil Ludwig kürzlich mit Stalin hatte. Auf die Frage Emil Ludwig-, ob nicht durch die russisch - polnischen Verhandlungen btc Politik einer traditionellen Freundschaft zwischen der S o w j e t u n i o n u n b Deutschland in den Hintergrund aedränat werden könnte, und ob dies nicht eine Ausgabe des Kampfes der Sowjetunion gegen das Versailler System bedeute, erklärte Stalin u. a.: Ich weih, daß man in Deutschland teilweise älnzufriedenheit und Befürchtungen hegt. Meiner Meinung nach sind diese Befürchtungen unrichtig. Als die Polen erklärten, daß sie bereit seien, die Verhandlungen über einen Nichtangriffspakt zu führen, haben wir wie gegenüber anderen Staaten selbstverständlich zugestimmt. Solche Befürchtungen, dies bedeute eine Aenderung oder eine Verschlechterung der Beziehungen, sin- grundlos. 3n dem Pakt werden beide Teile sich das Versprechen geben, daß sie nicht beab- sichtigen, einen Krieg zu führen, um die Alnab- bängigfeit oder Integrität ihrer Länder an*u- tasten. Ist da- eine Anerkennung des Versailler System-7 Nein! Oder ist da- eine Garantierung der Grenzen? Nein! Wir haben da- niemals garantiert und werden es nicmale tun. Unsere freundschaftlichen Beziehungen zu Deutschland werden nach wie vor bie gleichen bleiben. . DaS .Berliner Tageblatt" bemerkt zu diesen Erklärungen Stalin-, ^Deutschland habe selbstverständlich kein Interesse sich einer Normalisierung -er russisch-polnischen Beziehungen zu wide.sctzen. Anders läge es aber, wenn -er Pakt etwa dazu führen sollte, Polen zu einer aggressiven Haltung nach Westen zu ermutigen oder die polnischen Grenzen für alle Zeiten für sakrosankt zu erklären. das verlorene Boot des Retters von einem Dämon ans Land getrieben wird. Kieloben heißt der Dämon. „Kieloben treibt das Boot zu Lande, und sicher fahrt die Brigg vorbei." Ja, da hackte man, von Geistern umgeben. Sie waren unheimlich ober anhaben tonn, ten sie einem doch nichts. Ein Aesthet war man, ein reiner Genießer, hatte eine angenehme Art, mit Tod und Teufel zu verkehren ... Wie schön war die Zeit, als man noch las, ohne zu verstehn! Srauen erobern die Welt. Tapfere moderne Frauen erzählen von ihren mannigfachen Fahrten und Abenteuern in fernen Ländern in einer Reihe kurzer Aufsätze, die im Novemberheft von .Scherls Magazin" veröffentlicht werden. Friedel Spada hat eine Asien- Erpc-ition auf dem Brahmaputra unternommen, bei der fie auf dem Weg nach der Grenze von Tibet den wilden Stamm der Abor aufsuchte. .Mit Flinte und Lippenstift" lautet der bezeichnende Titel ihres Buches. Die Abor, die sie nach langen Dschungelmärschen erreichte, hatten noch nie eine weihe Frau gesehen. Zuerst hielten sie sie für einen .Doktor-Sahb", bann für einen weißen Zauberer, schließlich für die alle Queen von England, aber sie benahmen sich durchaus nicht feindselig gegen sie. Der Rückweg zu Fuß von Assam nach Birma führte die kühne Reisende in das Gebiet von Kopfjägern. Auch Isa Berger erschien als erste weihe Frau in der afrikanischen Wildni- bei den Masai, und die Negerinnen kamen in Scharen, um sie und ihr langes Haar, namentlich aber ihre weihe Haut, zu betrachten und zu befühlen. Al- treue Helferin begleitet die Wienerin Emmy B e r n a tz i k ihren Mann auf seinen Srpeditionen in Portugiesisch- Westafrika. Sie hebt hervor, dah bei dieser Zusammenarbeit -er Deschlechtsunterschied wenig betont werden dürfe, wenn es daraus ankomme, viele Monate hindurch in weltentrückten Gegenden im Zelt zu Hausen, die Nacht oft mitten im Busch zu verbringen und alle Arbeit, alle iln- bcquemlid)fciten und Gefahren als einzige Frau mit den Männern zu teilen. Sie führt die Er- pedition-tagebücher, kriecht in den Hütten der eingeborenen herum und sucht nach Zeichnungen, Malereien und 'Verzierungen, um sie in ihrem Skizzenbuch festzuhalten: sie stellt auch die Dvrf- und Hausplanc her. Da sie in praktischen Männerkleidern einhergeht, wurde sie selten als Frau erkannt: oft war es aber gerade gut, sie als Frau vorzustellen, da sie nur auf diese Weise das DerSchüre unterm Weihnachtsbaum 23cm Franz Hessel. (Alle Rechte im Rowohlt-Verlag.) Wie schön war die Zeit, als man nach las, ohne zu verstehen! Da hat man z. B. zu Weihnachten den Tell geschenkt bekommen, Schillers Wilhelm Tell. Man war erst acht Jahre alt. In der Schule wird dieser Tell erst in zwei Jahren gelesen werden. Neugierig hat man sich den Tell gewünscht, des Namens wegen. Am Heiligen Abend hat das Kind das kleine blaue Buch eigentlich nur gestreichelt und bisweilen, Marzipan kostend, hineingeschaut. Nun ober ist Feiertogsmorgen. Dos Kind ist ganz allein in der guten etube, in welcher der Weihnachtsbaum steht. Es (keift an der Seite der Tisches, wo feine Ge- schenke liegen, die für die Nacht übergeschlagene Decke zurück, nimmt das Buch heraus, setzt sich aus den Schaukelstuhl. Aber das ist noch nicht der richtige Leseolatz. Es wechselt hinüber zum Sessel, vor dem die Fußbank ist. Es kniet auf die Fußbank, legt das Buch auf das blaue Eierdaunenkiffen, das in den Seffel gefchmtegt liegt schlägt auf, lieft. Erst kommen die Verse vom Fischerknoben, vom Hirten und vom Alpenjäger. Die liest es noch nicht so genau. Die schaukeln schnell von Zeile zu Zeile und gehn sonst ein. Aber bann kommt Ruodi der Fischer aus der Hütte und beginnt: „Mach hurtig, yennf. Zieh die Naue ein!" Naue! Wie geheimnisvoll. „Der graue Talvogt kommt, dumpf brüllt der Firn." Das sind Sturmgeister. Sie brausen daher. Und was der Fischer ankündigt, bestätigt der Hirt: Je kommt Regen, Fährmann. Meine >-chafe fressen Mit Begierde Gras. Und Wächter scharrt die Erde." Wo» tut da die Erde? Sie scharrt Wächter? Scharrt, weil sie sich fürchtet vor dem Sturm, vor all den bösen Wesen, dem Talvoat, dem Firn, dem Mythenstein mit seiner kriegerischen Haube. Wachtposten empor. Wächter scharrt die Erde! Später, wenn man dann den Tell in der Schule ,ßat". kommt heraus: Die Naue ist ein 'Boot, der Mythenstein ist ein Berg. Und nicht die Erde scharrt Wachter, jonbern der Hund, der Wachter heißt, scharrt die Erde. Ist auch ganz schön, aber eigentlich war es noch schöner, al» man noch nicht verstand .. al» sie selbst, die Göttin, die Erde scharrte — mitten im Weihnachtszimmer, durch besten Tannen- und Marzipanduft ferner Sturm brauste, als noch die Zeit war, da man Mytben schuf rings um do, schmal behütete Kinderreich, die Zeil, da in dem schonen Lied von der „Brigg dort auf den Wellen" zuletzt trauen -er eingeborenen Frauen un- Kinder erwecken und Diel Wissenswertes von ihnen erfahren konnte. Auch Ifot Steinhardt hat seit 1929 mit ihrem Mann, -em bekannten Forscher und Afrika-Iäger, -en Schwarzen Erdteil auf vielen Fahrten durchzogen. .Lange Monate." erzählt fie, .sind wir kreuz und quer durch Afrika- Weiten gezogen, durch feine Steppen, feine ilr- Wälder, hoben uns mit -em Auto durch dichtestcs Pori gekämpft, mit Trägerkolonnen unbekannte Bergketten durchforscht und mit dem Einbaum Flüsse überquert, in deren trüben Wassern Krokodil und Flußpferd lauerten. Mensch und Tier -er Wildnis haben wir mit der Kamera gejagt, und in Abenteuern mit afrikanischem Großwild sprach die Büchse das letzte Wort. Glutheiße Tage und eiskalte Nächte brachten manche Strapazen. manche kritische Situation, aber die unfaßbare Fülle -es Erleben-, die Schönheiten und Seltsamkeiten der sremden Welt ließen uns alle Anstrengungen und Gefahren vergellen." Al- erste weihe Frau bi- zum französischen Sudan, und zwar im Dienste de- Film-, ist Meg Gehrts-Schomburgk gekommen. Schon 1913 war sie mit Hans Schomburgk nach Togo gereift, um Kulturfilme zu drehen und auch Spielfilme mit Schwarzen al- Darstellern. 1924 unternahm sie eine -weite Film-Erpedition nach Liberia. Eine Pilgerfahrt nach -er verbotenen Stadt -e- Dalai Lama unternahm als erste weihe Frau Alexandra David-Neel, die lange Iahre in Tibet lebte, um Glauben und Mystik der Bewohner zu erforschen. Bon ihrer bewundernswerten Leistung legen zwei Bücher .Ar- jopa" und .Heilige und feier' beredte- Zeugnis ab. Ein Bild aus dem ersten Buche zeigt die kühne Forscherin in ihrer tibetanischen Einsiedelei in 4000 Meter Höhe. Hochschulnachnchlen. Im Alter von 76 Iahren verschied in Breslau der bekannte Literarhistoriker Geh. Regierung-rot Prof. Dr. Mar Koch. Koch wurde 1853 in München geboren. Seine Lehrer waren Michael Bemays. Konrad Hofmann. Wilhelm Christ. 1879 habilitierte sich Koch in Marburg für neuere Literatur, siedelte später al- Eftra- or-inariu- nach Breslau über und erhielt dort 1895 die Ernennung zum Ordinarius. Seit 1924 lebte -er Gelehrte in dem Ruhestand. Geheimrat Koch ist besonders als Mitverfasser der mit Friedrich Bogt herausgegedenen .Geschichte der deutschen Literatur" bekannt geworden. Ferner war er Herausgeber der von ihm gegründeten ,3eit» schrist für vergleichende Literaturgeschichte' und dann an deren Stelle -er .Studien zur vergleichenden Literaturgeschichte". Zeiischnften. — ..He s len land". Monat-.Zeitschrift für Landes- und Volkskunde. Kunst und Literatur Hellens, in Verbindung mit Fachberatern herausgegeben von Dr. C. Hitzeroth. Verlag R. G. Elwert in Marburg (Lahn). — In Heft 12 führt Dr. Israel seine Untersuchungen über die Kasseler Lanbesbibliochek al- Quelle hc.matkundlicher Forschung zu Ende. Das neu geschossene Kupserstich- fabinett und die neue Kunstbibliothek in Kassel schildert Dr. Struck Lustige Kasseler Redens- arten hat G. Wentzell, einer der besten Kenner Kasseler Mundart, zusammengetragen. Dr. Fellner schildert die Iugendzeit eine- hessischen Fürsten des 17. Iahrhunder!-. eines Sohnes des Landgrasen Moritz deS Gelehrten, und b.eltt damit einen wertvollen Beitrag zur hessischen Kulturgeschichte. Das Heft ist mit einem Holzschnitt der Universität Marburg von G. Tyroller geschmückt — .Philosophie und Leben". Herausgegeben von Pros. Dr. Aug. Messer: Verlag Felir Meiner. Leipzig. 7. Iahrg. 1931. Viertelt. 3 Hefte 2 Mark. Einzelheit 83 Pfennig. — Das Dezemberheft ist Fragen der Erkenntnislehre gewidmet. LS bringt sehr beachtenswerte Ausführungen aus hinterlassenen Tagebüchern -es ausgezeichneten Neukantianers Ernst Marcus (Ellen). Ein Aufsatz -es Herausgebers und der Hauptteil der .T^iSsprache" ist der Auseinandersetzung mit dem Positivismus gewidmet. — Die Sanuarnummer von We stermann » Monatsheften bringt Bilder de» bulgarischen Maler» Boris Georgiev. Da» Entzücken aller Ski- freunde wird der mit vielen farbenfreudigen Sport- btlbern ausgestattete Aussatz de» Maler» Ernst Kretschmann „Bolt auf Brettern" sein. Man folgt interessiert seinen Skisport-Erlebnissen und Beobachtungen in Norwegen auf Hütten im Gebirge, auf Skiwanderungen, beim Training, bei Sportfesten. Von der Not der Zeit handett ein Artikel von Frank Maraun „Sie Straßen rufen*. Zn diesem wird von den 60 000 Männern berichtet, die als Vagabunden auf den deutschen Straßen leben, nicht weil sie durch Arbeitslosigkeit und Zeitzwang dazu genötigt wurden, sondern weil die bürgerliche Welt sie al» Glieder nicht aufgenommen hat und sie der Freiheit der Landstraße verfallen sind. ßitlt $0 Och-ruck, Kn Jahr erfüllt -»3 * Krrifl ge? lS su; •n rerdc. ^rfvcht ma hfl« sind- IH1 w't 3 jtin antv Jas f ftt Dann, kett, - tttanicw11 über hiutf dick «ich eine 45 p.ä« den ausschl »weisen x\ und es nn Haupibedu ale, obidl cs müssen lein, die 2 leiten zu b len zvei vt flen ift ab nicht form nämlich, d losen Hand der M! slusses Deltma Zufluss« lanische An der stehen muss nen Jahre weichem dc Srcml ft cf menschli und mit dc t o r rechne orten neue Bohrtürme dah eine I die das 2 nchtig. das buftritlänb und dah d auf dem unbeftteitb 522 0001t) dah die 2 der örfarr Mer des erfüllt ist l-nj/cn 11 dah die Ti scheidenden flang der l normen ar russischen ' der Hohlen nie angegr Und als lochen ist e Jahres eine wurde, die l dir mit feir rung besä! lum 3 dir Einfuhr di« Aiederi d'k 3ugrftä' d" Hbidxül van 10000 meljr btöti ®e n b e p Diefer $ nntrbiti 'n der tui hoben. Jft Ktch-,führ ermittel Ne Dauer u letzten , ttvnen aufji ke"en h«; > «uer rebel lonbm ,ur ®rtenntni», «.ebenen r*rö fcg ss? »Met b ÄS s Sä 1 tzH'Dro! Lösens 7*7 di, 2^ bi, offen, Mnen kung. Ä ? d>°L' Wen bgt b^Ur S »on 15 (tu16 Druck, ® anun biSber e Herabsrt. *5„M jedoch m!'S°n Widerstand 8°ng, der bis. M leilmei|e auf. dabei die Decken 95 mitgenommen, n sich beträchtlich« wurde, die Lösch, rlockmerke zurück. Brandstätte zuläht, it des Feuers, das fafien - darunter e im Dienste der - sind sich darin Hinzuziehung aller )eren Aerlaus ge- ert ist auch die pritze, die seit ochcn in Tätig- aszusetzen. n, um die Mab- er Länder otw ng des Versailler eine Saran« Olein! Dir haben Derben es niemali Veziehungen zu ■ vor die gleichen nerkt w diesen 6r« b Hobe selbstver« r ‘fonnafilierung m zu loidecfttzen. Pakt etwa ba»u vet aggressr« en iu etmu* n Grenzen für : zu erklären. HindenbuO it eichspräsidenl I, Dezember über ber eine Heujohrr- spräche beginnt um rSSZ tuöien zur wrglci in. SSSe "?berdie«alM ^§lsischen 3^ -wes/'Aes W ein«» . j ha« ! zur ^Mfchn'v ' Lebe^^Ä Ä »S Ätenttg. des rf(®K MZ •'M’ HSe Ifl Die Welt an -er Jahreswende. über dem Ausland dabei insofern im Vorteil, einem Handtuch abgetroeknet zu haben. Dr. med. C. K. Zahlungstechnisch befindet sich Moskau gegen* j baldmöglichst Schuhe und Strümpfe zu wechseln, w '' «■*••••«« < •* nicht ohne vorher den feucht gewordenen Fuß mit II. Eine trübe Gowjetbilanz. Von unserem dl-Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verbotenl) Moskau, Dezember 1931. Ein Jahr voller Hoffnungen und Erwartungen, erfüllt von Versprechungen und Beschwörungen und reich an Entbehrungen und Enttäuschungen, neigt sich seinem Ende zu. An seinem Anfang stand die Verkündung Stalins, als eine Offenbarung gepriesen, daß dieses Jahr, das dritte im Fünfjahresplan, das „entscheidende" sein werde. Wirft man einen Blick zurück und versucht man zu ergründen, ob die erwarteten Entscheidungen im Sinne der Sowjets ausgefallen sind, so wird man loyalerweise zu einem Teil mit Ia, zu einem weit größeren aber mit Olein antworten müssen. Was stand zur Entscheidung? — Der Mann, der das Regime schlechthin repräsentiert, hat am 5. Februar auf einer Sitzung der verantwortlichen Zndustrieleiter in einer großen Rede über das Tempo des sozialistischen Aufbaues diese Entscheidung dahin interpretiert: Es muh eineProduktionssteigerung von 4 5 v. H. erreicht, es muß der Fünfjahresplan in den ausschlaggebenden, entscheidenden Industriezweigen in drei fahren durchgeführt und es müssen, um dies zu erreichen, folgende Hauptbedingungen erfüllt werden: Es müssen reale, objektive Möglichkeiten dafür bestehen, und es müssen Wunsch und Können dafür vorhanden fein, die Betriebe so zu leiten, daß diese Möglichkeiten zu lebendigen Tatsachen werden. — Zu diesen zwei von Stalin aufgestellten Hauptbedingungen ist aber, damals in ihrer Bedeutung noch nicht vorausgesehen, eine dritte hinzugetreten, nämlich, dce Gar. nt.e eines fortge'e ten reibungslosen Handelsaustausches mit den Kapitalmächten der Welt, d. h. eines ungehindertenAb- flusses russischer Waren auf den Weltmarkt und eines ebenso ungehinderten Zuflusses europäischer und amerikanischer Kredite. An der neuen Jahreswende wird man eingestehen müssen, daß es sich im Laufe des verflossenen Jahres stärker denn je gezeigt hat, unter welchem doppelten Zwang die Machthaber im Kreml stehen, nämlich dem Zwang, mit dem menschlichen Faktor in der Sowjetunion selbst und mit dem weltwirtschaftlichen Faktor rechnen zu müssen. Es ist richtig, daß allerorten neue Fabriken, neue Wasserwerke, neue Bohrtürme aus der Erde wachsen; es ist richtig, daß eine fieberhafte Bauwut ausgebrochen ist, die das Arbeitslosenheer aufgesogen hat; es ist richtig, daß die Regierung in den fremden Industrieländern weitere große Aufträge verteilt, und daß der Staatsexport mit Waren aller Art auf dem Weltmarkt zugenommen hat. Ebenso unbestreitbar ist aber, daß die Eisenbahn statt 522 OOO Tonnen Schienen nur 307 000 fertiggestellt. Daß die Ausschuhware in vielen Fällen die Hälfte der Gesamtproduktion erreicht hat, daß die Soll- Ziffer des Planes höchstens zu 50 bis 75 v. H. erfüllt wurde, daß es von den im Plan verlangten 1 200 000 Ingenieuren erst 300 000 gibt, daß die Richterfüllbarkeit des Planes im entscheidenden Gebiet, im Donbah, mit dem Rückgang der Produktion auf 50 v. H. immer schärfere Formen annimmt, und daß zum erstenmal in der russischen Wirtschaftsgeschichte der Rachkriegszeit der Kohlennotfonds für den Winter, der bis jetzt nie angegriffen wurde, bereits verbraucht ist. Und als eine Folge dieser unbestreitbaren Tatsachen ist es zu betrachten, daß im Verlauf dieses Jahres eine ganze Reihe von Maßnahmen getroffen wurde, die die Abkehr von der Propagandawirtschaft, die mit keinen Kosten rechnete, und die Einführung des Grundsatzes der Rentabili« töt zum Ziel hat. Die Differenzieruna der Löhne, die Einführung der „wirtschaftlichen Abrechnung, die Wiederherstellung der Befehlsgewalt der Leiter, die Zugeständnisse an den bäuerlichen Privattnarkt, die Abschaffung der Fünftagewoche, die Einrichtung von 10 000 neuer Handelsläden — dies und anderes mehr beweist, daß die Sowjetwirtschaft an einem Wendepunkt angelangt ist. Dieser Wendepunkt zeigt sich darim daß die unerbittlichen Gesetze der Wirtschaft in der Durchführung des Planes Geltung erhalten haben. Der Wiederaufbau wurde bisher nur auf Kosten der VerringerungdesKonfums durchgeführt. Der Entzug der notwendigen Nahrungsmittel mußte sich für die Bevölkerung aber auf die Dauer um so fühlbarer machen, als sie im Laufe der letzten elf Jahre eine Vermehrung von 35 Millionen aufzuweisen hat. Als die physischen Möglichkeiten des Arbeiters zu versiegen drohten, als der Bauer rebellierte und kein Getreide mehr abheferte, sondern zur Selbstversorgung überging, wuchs die Erkenntnis, daß er st eine Besserung der Lebensmittelversorgung und b an n eine Leistungssteigerung durchgeführt werden muß. So ergab sich die gegenwärtige Kernfrage: „Bauen oder ernähren?" Schritt um Schritt läßt sich im Verlaufe des letzten Jahres die Entwicklung der sowjetrussischen Wirtschaftspolitik nach der Seite einer Bevorzugung der Bedarfsartikel- und Lebensmittelindustrie zuungunsten der Schwerindustrie verfolgen. Der neue Fünfjahresplan steht bereits unter dem Motto der Konsumentenversorgung, und Milliarden werden investiert, um den Wohnungsbau zu fördern, die landwirtschaftliche Produktivität zu heben und den Derteilungsplan zu regulieren. Der unausgesprochene Leitsatz dieses neuen Fünfjahresplans ist die stille Bi' e der Sowjetregierung an die Bevölkerung und insbesondere an die Werktätigen, auch weiter stillzuhalten und den Hungerkredit zu verlängern, den sie bisher von den darbenden Massen erhielt. Daß diese Stillhaltung eine unerhörte Leistung ist, die alle Soll- und alle Haben-Ziffern des Plans weit in den Schatten stellt, wird besonders klar, wenn man die neuen Sorgen des schweren Winters in Rechnung stellt. Aber Stalins 45- v.-H.-Produktionssteigerung ist nicht erreicht worden sondern nur 19 v. H., ..Wunsch und Können, die Betriebe zu leiten", scheiterten an der Magenfrage — und Stalin zog mutig wie immer die Folgerungen. Daß die Schwierigkeiten ungeheuer sind, leugnet man auch in Sowjetkreisen nicht. Noch immer ist das Kardinalproblem der „Mobilisierung der Mittel" ungelöst. Wenn man vordem Gefahr lief, statt zum Sozialismus zu einem wirtschaftlichen Chaos zu gelangen, so glaubt die Sowjetregierung, durch die Einführung der neuen Wirtschaftsmethoden, durch die Uebernahme des privatkapitalistischen Rentabilität-Dogmas und durch das scharfe Vorgehen der GPU. sich gegen „die Feinde des Systems^ gesichert zu haben, — aber es bleibt der katastrophale Man- ?el an Qualitätsarbeitern, es bleibt die Transport« atastrophe, es bleibt die unsachgemäße Behandlung der Maschinen, und es bleibt schließlich d i e Verarmung der Bevölkerung, die längst nicht mehr in der Lage ist, den Fünfjahresplan zu finanzieren. Und diese „engste Stelle des Plans" ist um so bedrohlicher, als nirgends in der Welt Aussichten vorhanden sind, neue Kreditquellen zu erschließen. Es ist Tatsache, daß die englische Pfundkrise die Sowjetregierung große Summen gekostet, und daß der wirtschaftliche Verfall in Großbritannien die Sowjeteinfuhr nach England fast abgedrosselt hat. Das gleiche Bild zeigt sich in der Handelsbilanz mit den USA. und den skandinavischen Ländern, und auch das französische Einfuhrverbot für russisches Holz ist angesichts der neuen Zollwelle, die über die Welt geht, ein schlimmes Zeichen. Auch die Berliner Verhandlungen mit Deutschland kommen nicht vom Fleck, da Rußland in ihnen eine neue Erweiterung des Kreditoolumens und eine neue Hinausschiebung der Zahlungsfristen erreichen will. Nur mit Mühe und Not konnte aber das letzte Abkommen vom 14. April, das russische Sonderaufträge in Höhe von 300 Millionen für Deutschland zur Folge hatte, unter Dach und Fach gebracht werden. Unzweifelhaft fordert die russische Schuldenlast an Deutschland in Höhe von 1,1 bis 1,2 Milliarden Mark das Reich zur Vorsicht heraus. Elsässer in Deutschland amnestiert. Durch die im französischen Senat beschlossene Amnestie für Elfaß-Lothringen werden auch einige in Deutschland lebende Emigranten begnadigt, die im Juni 1928 vom Kolmarer Schwurgericht im Abwesenheitsverfahren wegen angeblichen Komplotts gegen die Sicherheit des französischen Staates zu langjährigen Freiheitsstrafen und Ehrenstrafen verurteilt worden waren. Hüter ihnen befinden sich der katholische Missionswissenschaftler Professor Dr. Schmidlin von der Hniversität Münster, der bekanntlich im September bei einem Besuch seiner Familie im Elsaß verhaftet worden war, ferner der nach Verbüßung einer langjährigen Freiheitsstrafe wegen separatistischer Propaganda aus Frankreich ausgewiesene Elsässer Bley und auch Dr. Robert Ern st, der Herausgeber der in Berlin erscheinenden Monatsschrift „Elfaß-Lothringen, Heimatstimmen", des in gcmz Frankreich verbotenen Organs der im Reich lebenden Alt- Elsaß-Lothringer. Deutsche Arbeiter für die Türkei. Die Deutsche Maschinenfabrik AG. (Demag) baute im Herbst d. I. für die türkische Regierung in der Nähe von Angora ein modern eingerichtetes Stahlwerk. Da es nun in der Türkei an geeigneten Facharbeitern für dieses Werk mangelt, sind 30 deutsche Arbeiter aus Suis- burg-Hamborn, die die türkischen Arbeiter in der Bedienung der Stahl- und Elektro-Oefen unter- richten sollen, nach der Türkei berufen war- den. Der Transport — meist verheiratete Arbeiter, die früher auf der Hütte Ruhrort-Meiderich beschäf- tigt waren — ist nach der Türkei abgefahren. Der Unbekannte von Lolegno endgültig entlarvt. Der römische Kassationshof hat die Berufung des sogenannten Unbekannten von Colegno endgültig verworfen, der sich Jahre hindurch als Professor Canella ausgegeben hatte und von den Gerichten als der aus dem Gefängnis entwichene Buchdrucker B r u n e r i festgestellt worden war. Die Geschichte des Unbekannten von Colegno ist durch alle denkbaren Gerichtsinstanzen gegangen und hat in den letzten fünf Jahren wiederholt die gesamte Weltpresse beschäftigt. Bruneri hat seine Rolle so meisterhaft gespielt, daß die Witwe des im Kriege verschollenen wirklichen Professors Canella ihn aus dem Irrenhaus als ihren Mann anforderte und ihm mehrere Kinder schenkte. Wie sich jetzt endgültig herausgestellt hat, ist der Un- Aus Oer provinzialhaupistadt. Gießen, den 28.Dezember 1931. Richtige Gesundheitspflege im Winter. Schnee und Eis geben jung und alt erwünschte Gelegenheit, die Freuden des Winters auszu- losten. Eine lustige Schneeballschlacht der Kinder, eine Wanderung durch die leuchtende Schneelandschaft, ein Stündchen Schlittschuhlaufen auf dem Eise, eine Fahrt im Rodelschlitten oder, wo geeignetes Gelände vorhanden ist, eine Skitour, alles dies ist nicht nur erfreulich, sondern auch der Gesundheit förderlich. Damit sich aber Freude und Ruhen nicht in Leid und Schaden verwandeln, gilt es ein wenig Vorsicht walten zu lassen. Wer empfindliche Augen hat, setze bei längerem Wandern durch den fonnenbeglänzten Schnee eine Schutzbrille auf, um einer oft schmerzhaften Augenentzündung wirksam vorzubeugen. Die ultravioletten Strahlen der Sonne, dieselben, die wir bei der „künstlichen Höhensonne" mit gutem Erfolg zu Heilzwecken uns nutzbar machen, werden nämlich von der weißen Schneefläche zurück- geworfen und können dann, genau wie bei der Höhensonne, wenn wir sie ohne Augenschuh auf uns einwirken lassen, zu Augenentzündungen führen. Die Schneebrille muß dabei aus runden, rauchgelben oder grünlichen Gläsern bestehen, die im Gegensatz zu den fälschlich vielfach noch verwandten blauen Gläsern, für ultraviolette Strahlen nicht durchlässig sind. In seltenen Fällen kann es sogar zur Schneeblindheit kommen, die aber unter geeigneter ärztlicher Behandlung meist in einigen Tagen heilt. Schnee ist auch die Vorbedingung für viele Arten deH Wintersports, und auch hier gilt es vorsichtig zu sein, damit nicht durch mangelnde Hebung, Unachtsamkeit oder kindlichen Hebermut Unfälle, wie schmerzhafte Verletzungen, Verstauchungen oder gar Knochenbrüche, entstehen. Ist trotzdem ein Unglück geschehen, so suche man bis zum Eintreffen des Arztes möglichst zweckmäßige erste Hilfe zu bringen. Dazu gehört vor allem Ruhigstellung des verstauchten oder gebrochenen Gliedes und evtl. Anlegen eines als es seine Ausfuhrartikel, Raphtha, Getreide und Holz, sofort bezahlt erhält, während ihm die europäischen Produktionsmittel a u f langes Ziel verkauft werden. So ist es in der Lage gewesen, sich bisher eine große Einfuhr leisten zu können, die es bezahlte, indem es im nächsten Jahre seine Ausfuhr entsprechend steigerte. Der Fünfjahresplan stützt sich weitgehend auf diese Möglichkeit. — Die europäischen und die amerikanischen Abwehrmahnahmen haben aber dazu geführt, daß die russische Ausfuhr im ersten Halbjahr um rund 100 Millionen Rubel gesunken ist. Dabei hat das katastrophale Fallen der Weltmarktpreise auch die alte Waffe der Preisunterbietung stumpf gemacht. Denn auch andere Länder müssen heute „Dumping"-Ausfuhr betreiben. Und so droht der Sowjetunion die Gefahr, nicht durchhalten, d. h. eines Tages, wenn der Kapitalmangel eine Verlängerung der Zahlungsfristen nicht mehr ermöglicht, nicht zah - len zu können. In Moskau wirb diese Möglichkeit „dementiert". Aber die Zahlen und die Tatsachen sprechen für fich, und nie hat sich trotz der angeblichen Autarkie der Sowjetwirtschaft ihre schicksalhafte Verbundenheit mit der kapitalistischen Weltwirtschaft eindeutiger gezeigt. Wenn die Gläubiger von einer weiteren Stundung nichts mehr wissen wollen, die Zuspitzung der inneren Verhältnisse nicht als eine Konsolidierung der Sowjetwirtschast ansehen und Moskaus Stillhaltewünsche ablehnen, dann kann dies eher als alles andere das Ende des Füns- jahresplans mit seinen unabsehbaren Folgen auch für Europa bringen. Und diese Frage wird in den nächsten Monaten brennend werden. bekannte von Colegno kein anderer als der Buchdrucker Bruneri, der bereits eine Frau und einen Sohn hat. Weihnachten in der Sowjetunion. In ber gesamten Sowjetunion wurde während der Weihnachtsfeiertage wie an gewöbnlichen Wochentagen gearbeitet Trotz der starken Gottlosenpropaganda waren dieKirchen in allen Teilen des Landes, auch in Moskau und Leningrad, überfüllt. An einzelnen Stellen versuchten die sog. Gottlosen-Stoßbrigaden, die Gottesdienste durch Kundgebungen zu stören. In mehreren Fällen mußte die Miliz eingreifen, um die Ordnung wiederherzustellen. Die deutsche Kolonie in Moskau feierte das Weihnachtsfest in der ihr gehörenden Kirche. Das gesamte Personal ber beutschen Bot- schäft und die Angehörigen ber beutschen Kolonie nahmen am Gottesdienst teil. Die Universität von Johannesburg (Südafrika) niedergebrannt. Durch einen Riesenbrand wurde fast das ganze Gebäude der Iohannisburger Universität zerstört. Das Schaden ist ungeheuer. Die Haupthalle, die Bibliothek, die Lese- und die Bureauräume sind bis auf das Detonmauerwerk niedergebrannt. Außerdem fielen etwa 30 000 Bücher den Flammen zum Opfer, darunter viele wertvolle historische Dokumente. Die Witwaters- rand-Universität besteht er st feit dem Jahr 19 21 und befindet sich in einem modernen Reubau. Die Universität, die u. a. eine medizinische, philosophische und technische Fakultät sowie Abteilungen für Architektur und Bergbau enthält, sollte noch bedeutend vergrößert und ausgebaut werden. Raubmord am Heiligabend. Der 66 Jahre alte Filialleiter Gustav Hut h, der in der Berliner Filiale Mohrenstrahe bei der Firma Loeser & Wolff beschäftigt war, ist am Heiligen Abend kurz nach Geschäftsschluh ermordet worden. Der Fall ist um so tragischer, als Huth am 31. Dezember nach mehr als 40jähriger Dienstzeit pensioniert werden sollte. Den Tätern sind etwa 300 Mark in die Hände gefallen. Auf die Ermittelung der Verbrecher sind 2000 Mark Belohnung ausgesetzt. 200 Todesopfer an den Weihnachtsfeiertagen in USA. In den Vereinigten Staaten sind an den Weihnachtsfeiertagen 200 Menschen durch Unglücksfälle ums Leben gekommen, davon 13 0 durch Autounfälle. Schienenverbandes, wofür unter Umständen ein mit Laubwerk gepolsterter Stock, ein Skier oder dergleichen dienen kann. Gegen Kälteschäden wird vor allem beim Sport, wie im Berufsleben zweckmäßige Kleidung Schutz gewähren. Vor allem trage man stets weite, bequeme Schuhe und am besten wollene Strümpfe und Handschuhe, die den Zehen und Fingern genügend Spielraum lassen und den Dlutumlauf nicht behindern. So wird es neben einer verständigen, das ganze Jahr hindurch geübten Hautpflege und Abhärtung leicht gelingen, das Auftreten von Frostbeulen zu beträten. Ganz abwegig ist's, wenn man friert, sich durch kräftigen Alkoholgenuß aufwärmen zu wollen! Der Körper wird zwar dadurch scheinbar erwärmt, verliert aber dabei leicht das heilsam- warnende Kältegefühl, und so kommt es dann bisweilen zu völligem Abfrieren der Glieder. Wer so einem Schwer-Erfrorenen Hilfe leisten will, muß toiffen, daß erfrorene Glieder brechen wie Eis; also vor allem vorsichtig an» fassen! Man schaffe den Erfrorenen zunächst in einen geschützten, aber ungeheizten Raum und sorge durch vorsichtiges Abrerben der erfrorenen Gliedmaßen mit Schnee oder kaltem Wasser für ein langsames Auftauen. Erst nach einiger Zeit ist die Heberführung in ein geheiztes Zimmer und, bei ungestörtem Bewußtsein, das Einflößen von etwas heißem Kaffee oder Tee erlaubt. Wandeln Eis und Schnee, wie so oft in den Städten, sich nur in schmutziges, braunes Schneewasser um, denn ist die Zeit der nassen Füße angebrochen. Sie stellen nicht nur für die Entstehung von Frostbeulen, sondern auch für Erkältungen, vom einfachen Schnupfen angefangen bis zur schweren Grippe, einen wichtigen Gefahrpunkt vor. Reben einem bequemen, wetterfesten Schuh mit starker Sohle empfiehlt sich vor allem das Tragen von Heberschuhen aus Gummi oder dergleichen, die beim Eintreten in geheizte Räume aber baldigst ausgezogen werden müssen. Ist der Fuß trotzdem nah geworden, so sorge man dafür, *• D i e Weihnachtsfeiertage nahmen in unserer Stadt den gewohnten feierlichen Verlauf. Die Gottesdienste am Heiligen Abend, wie auch an den Feiertagen waren stark besucht. Der Reiseverkehr auf der Bahn nahm unmittelbar vor dem Fest, besonders aber am Heiligen Abend, ein sehr weites Ausmaß an, blieb die Feiertage über ziemlich still und setzte erst gestern mittag durch die Rückreisen von den Weihnachtsbesuchen wieder lebhafter ein, so daß gestern zum Teil Vorzüge gefahren werden mußten. Der Ausflugsverkehr galt insbesondere dem Vogelsberg, wo die Skiläufer reiche Wintersportsreuden genießen konnten. Der Reiseverkehr auf der Bahn wickelte sich glatt und ohne jeden Unfall ab. Der Ausflüglerverkehr in die nähere Umgebung litt unter der ungünstigen Witterung sehr, so dah für die Gaststätteninhaber in der Rachbarschaft von Gießen das erhoffte Weihnachtsgeschäft leider ausblieb. In der Stadt selbst verliefen die Feiertage erfteulicherweise ohne Störung der öffentlichen Ordnung, so daß die Polizei gleichfalls Feiertagsruhe genießen konnte. — Anzahlreichen Orten der Provinz liegen uns Berichte über stimmungsvolle Feiern des Wcihnachts- festes in den Gottesdiensten vor, bei denen die örtlichen Gesangvereine und Musikvereine ihr Können in anerkennenswerter Weise der Ausgestaltung der gottesdienstlichen Feiern widmeten. Bei der großen Zahl der Berichte und der weitreichenden Gleichartigkeit aller Darstellungen müssen wir im Hinblick auf den stark in Anspruch genommenen Raum von dem Abdruck der Einzelberichte ab- sehen, in der Gesamtheit darf aber die erfreuliche Feststellung gemacht werden, daß auch in der Provinz die Feier des Weihnachtsfestes überall weihevoll verlaufen ist. ** Der Weltkrieg im Film. Am zweiten Weihnachtsfeiertag kam im Lichtspielhaus Bahnhofstraße btr zweite Teil des Weltkrieg-Films zur Vorführung, der die sehr zahlreichen Besucher mit den Höhepunkten der Kämpfe im Westen und im Osten in den Jahren 1915 und 1916 bekannt machte. In eindrucksvoller Weise wurde bargetnn, unter welchen schwierigen Verhältnissen in militärischer und wirtschaftlicher Hinsicht unser Volk, ja die ganze „Festung Mitteleuropa" sich gegen den gewaltigen Ansturm der feindlichen Kräfte von allen Seiten zu wehren hatte und sich habet siegreich behauptete; ebenso eindrucksvoll wurde man zurückgeführt in die Zeit der schweren Bedrängnis auf dem Gebiete der Lebensmittelversorgung unter der von den Feind- möchten ohne jede Rücksichtnahme auf Frauen und Kinder durchgeführten Blockade. Der Filmstreifen, ber sowohl bei ber Schilderung ber Kampfhandlungen, wie auch bei den Berichten von der heimallichen Kampf- und Leidensfront eine strenge Tatsachen- barfteUung enthält und die gewaltigen Leistungen draußen und daheim in würdiger Weise aufzählt, verdient ebenso wie ber erste Tkil bes Filmwerkes alle Anerkennung. Wettere Lokalnachnchlen im zweiten Blaff. Die Wetterlage. Ingi O TOJi Wr Ij^Tönjnä" O$io^> ulS O ’3 /-JS1®9!™ - <ö\- •n_om '73^' zX^earen qtfontenlos. G neuer q naro pcdectL ® woixig. • oeaecti • Regen * Schnee c» Graupeln ■ Neoei K Gf^itter.(§)windstiile.O'Sdv leichter Ost _p massiger Südsüdwest Q jturmijcnet «ordwesl Die Pfeile fliegen mit dem winde Oie oeinen Stationen stenenden zahlen geDen die Temperatur an. Pie Linien verOmdcn Orte mit gleiche* tuf neeresniveau umgerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Ein kräftiges Tiefdruckgebiet mit Barometerständen von unter 725 mm lagert über Südskandinavien und greift mit seiner Südseite bis in unseren Bezirk vor. Bei dem starken Druckfall hat sich besonders in Norddeutschland lebhafte Luftbewegung entwickelt, die sich auch bei uns noch geltend machen wird. Somit wird dem Festlande weiterhin ozeanische Luft zugesührt, so daß das Wetter einen unbeständigen Charakter annimmt. Zunächst bleibt es dabei noch mild, doch werden später an der Rückseite ber Störung Luftmassen aus höheren Breiten südlich befördert, die wesentlich niedrigere Temperaturen be- sitzen und daher kälteres Wetter veranlassen werden. Die Bewölkung gestaltet sich stärker wechselhaft, späterhin dürfte es sich vorübergehend ausklaren, wobei in der Nacht Frost eintritt. Außerdem kommt es zu meist schauerartigen Niederschlägen, die auf den Bergen als Schnee fallen dürften. Aussichten für Dienstag: Unbeständig und wechselnd bewölkt mit schauerartigen Niederschlägen, in höheren Lagen als Schnee, allmählich kälter, lebhafte um West drehende Winde. Aussichten für Mittwoch: Weiterer lern- peraturrüdgang, wechselnd wolkig mit Aufklaren, einzelne Schauer. Lufttemperaturen am 27. Dezember: mittags 0,1 Grad Celsius, abends 1,9 Grad; am 28. Dezember: morgens 4,4 Grad. Maximum 2,6 Grad, Minimum 1,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 27 Dezember: abends 0,4 Grad; am 28. Dezember: morgens 0 Grad Celsius._________________________ Bei schlechtem Mundgeruch tüchtig aurgeln mit dem guten Chlorodont-Mundwasser. Flasche 1 Mt. Hüten Sie sich vor minderwertigen, billigen Nachahmungen. Aus aller Wett. Ferner Punsche, Weinbrände, Liköre, Sekt erstklassiger Firmen in verschiedenen Preislagen i-> den EDEKA-GESCHAFTEN 5% Edeka-Rabatt Statt besonderer Anzeige Ihre Verlobung geben bekannt Herr Friedrich Knorr Tübingen Gießen Die trauernden Hinterbliebenen. Hotel Schütz Birklar, Eberstadt. Muschenheim. den 26. Dezember 1931. 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Arrak-Verschnitt..... an Vi Fl Heute vormittag entschlief sanft nach kurzem, schwerem Leiden unser lieber treusorgender Vater. Schwiegervater. Großvater. Bruder, Schwager und Onkel 372 rm Buchcnscheit und knüppel 576 rm Buchenreiser. Salzböden, den 24. Dezember 1931 Der Gemeindevorsteher. Bodenbender. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 29. Dezember d. nachmittags y22 Uhr statt. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange unseres Heben Entschlafenen, ganz besonders für die vielen Kranzspenden und die wohltuenden Worte des Herrn Pfarrers, sagen wir aut diesem Wege herzlichen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen i Karl Schleenbecker. " Deihna taten auch du Seile statt. 31 mb tzalstranle, bttfl hielt Psc lernet wurden Itoit gemein! Mitglieder der beiden ülinitv Pro!. Dr. 3r wirtenden für Hunten, die bi aachtslreude k brr firtltor, < die Ansprache, durch Liedgesai vurde. Die 1 Älmif. bei der' tm und den üE tmftlerische Da Fräi wtn Schnei rsller Weile v ■■ Rai ■■ AuskünitetnRechis^ Straf-. i>amtt.-Ange» lencnbctien, Gesuche, Berirage. Beobachtungen. Ueberwachg. und Ermittlungen vreiSw- streng dtSkr. u- an all. Cnen ert. u. erledigt Deiektlv- Boreaa-e.Anekanllel Inh.K.Gers,Bad-Nan- beie. Karitr. 17. Die trauernden Hinterbliebenen i.d.N.: Carl Hom Hessen-Raffauischer Hüttenverein G. m. b.H. Gteinbrücken. Tilgung der Schuldverschreibungen d.S" 'o Anleihe von 1921 Silvesterstimmung bereiten Ihnen Mk. 0 65 Mk. 0.75 Mk. 4 00 Dr. Ada Weiß Htublenasiessor Dr. Georg Eißer e. 6. Professor an der Universität Bepaiflhiren an Dtafchinen und bergleicoen, Art, übernehmen sachgemäss icoD 4>etzligenftaedtA^'o. Ziehen. Wirksame erbe-Drucksachen bei Brühl. Schulatrafle 7 Q1IIII1IUUIII1IIIIIIIIIIIIIIIIII Zum 1. Avril gesucht eine *t*d Himer Nn. in guter Lage. Lustiger Keller muh vorband. sein. <2cbr. Angcb u XYZ 14. baiivtvonlagernd Frankfurt a M. QiiiuiiinnmininiiiiininiD Die bei der am 23. Oktober 1931 vor- genommenen Auslosung der in den Jahren 1926—1931 planmäßig zu tilgenden Schuldverschreibungen gezogenen Rum- mern sind in Nr. 293 des Deutschen Reichs anzeigers und Preußischen Staatsanzei. gers vom 16. Dezember 1931 veröffentlicht. Steinbrücken, im Dezember 1931. thefsenHassaoischer hüllen verein Weine und Spirituosen 1972 A Brennholzversteigerung Gemeindewald Salzböden. Am Donnerstag, dem 7. Januar 1932, nachmittag» 1 '/* Uhr. wird im Saale der Gastwirtschaft Weisbrod, dahier, nachstehendes Holz aus den Distrikten Rainbach, Aaberflück und Schottenholz öffent- Kauhnann Dr. Erich Rahmer aktiv 1919 Leutnant a D-, Inhaber des E. K. I. | Mietgesuche | 3-4t.,31.Tcz., Silvester, 19' - Ubr Lumpacivagabnndns. Freitag, l.^au. 19 '? Margnerite : 8. Zum lebten Mal! Kl. Preise 0.50 bis 1.80 Mk. Samstag, 2. Aan., 15 U. Geschl. Borkt, f. d. Erwerbslosen Slarmlm Wasserglas Sonntag, 3. Han., 15" 4 Uhr Die Puppenfee, vorb. 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Trauer VmärM Das richtige ße bn Per Panchiom 100 .eine He IlchtunflaverlSn- fleniofl mehr! Meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter, Tochter, Schwiegertochter, Schwester. Schwägerin und Tante Frau Sophie Fink, geb. Ott ist heute im blühenden Alter von 41 Jahren nach kurzem schweren Leiden in die Ewigkeit abgerufen worden. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Fink und Kinder. Klein-Linden, Leihgestern. Lollar und Mörfelden, den 27. Dezember 1931. Die Beerdigung findet Dienstag, den 29. Dez., nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause aus statt. 8978 D W. Nr. 302 Zweites Blatt tl|osen 8972 a 8 3.30 4.00 I an | 4.20 | V.Fi 1 ^haften bekannt r ÜUt Tübingen 6X1D rationsräumen men Urtier zu haben Mv WW Rat BBS AuSkünileinRechis-, ; Lirai-.jZamil.'Ange- legendeiiewGeiuche : Lemäge. Seobady tungen-Ueberwachg. I und ßnninliingea [ vreiSw.strengMK, ; u. an al Cnen en r u. erledigt Detektiv- Bvui-Unkultel InlK.6erz,Bid.Kin- iile.Iiritr.17. ” ! Aus der Provinzialdauptstadt. Gießen, den 28. Dezember 1931. Wichtig für den Inventur-Ausverkauf. Um zu verhüten, daß Ladeninhaber bei Beran- staltnng ihres Inoentur-Zlusverkaufs mit dem Gesetz über den unlauteren Wettbewerb in Konflikt geraten und bestraft werden, weist das Polizeiamt in Uebereinstimmung mit der Industrie- und Handelskammer Gießen auf folgendes hin: Die Inventur-Ausverkäufe dürfen nach einer kreisamtlichen Bekanntmachung in der Zeit vom 5. Januar bis 15. Februar jeweils auf die Dauer von 14 Togen stattfinden. Der Beginn des Inventur-Ausverkaufs ist demnach innerhalb dieser Zeit jedem einzelnen freigestcllt. Weder unmittelbar vor, noch unmittelbar nach dem Inventur-Ausverkauf dürfen irgendwelche Sonderveranstaltungen und Rabattgewährungen und ähnliches angekündigt werden, weil dies als Verlängerung der 14-tägigen Frist anzusehen ist. Das Wort „Inventur-Ausverkauf" ist in gleich große Schrift zu setzen; es ist unzulässig, das Wort „Ausverkauf" in großer und das Wort „Inventur" in kleiner Schrift zu zeigen. Ebenso sind Rabattankündigungen, bei denen verschiedene Rabattsätze genannt werden, so zu setzen, daß nicht ein höherer Satz stärker in die Erscheinung tritt als der niedrigere, und im Falle die Worte „bis zu" angewandt werden, müssen diese eben so groß erscheinen, wie die Ziffer des Rabattes. . Ueberhaupt muß vermieden werden, durch Fettdruck einzelner Worte oder Ziffern eine Irreführung des Publikums herbeizuführen. Bei Ankündigungen, wie „Preise bis zu 50 Prozent herabgesetzt", muß bei der Mehrzahl der zum Verkauf gestellten Arttkel dieser Rabattsatz bewilligt werden, andernfalls sind sie unzulässig. Es ist zu vermeiden, durch Ankündigungen vor Beginn des Ausverkaufs bei dem Publikum den Anschein zu erwecken, als ob der Ausverkauf schon vor der festgesetzten Zeit beginne. Für den Ausverkauf hergerichtete Schaufenster und Plakate dürfen frühestens am Tage vor Beginn des Ausverkaufs nach Geschäftsschluß sichtbar sein. Einladungsschreiben oder ähnliche Mitteilungen sollen erst unmittelbar vor Beginn des Ausverkaufs zum Versand kommen. Vornotizen. — Tageskalender für Montag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Königin Luise". * " Weihnachtsfeiern in den Kliniken sanden auch diesmal wieder in althergebrachter Weise statt. In der Klinik für Obren-, Hafen» und Halskranke, wie auch in der Heilstätte Seltersberg hielt Pfarrer Müller die Ansprachen, ferner wurden von Mädchen Gedichte aufgesagt, sowie gemeinsam Weihnachtslieder gesungen. Mitglieder der Reichswehrkapelle verschönten in beiden Kliniken die Feierstunden. Der Direktor, Prof. Dr. Drüggemann, dankte allen Mitwirkenden für die Bereitung der schönen Feierstunden, die den Patienten eine herzliche Weihnachtsfreude schufen. 3n der Rervenklinik hielt der Direktor, Geh. Rat Prof. Dr. Sommer, die Ansprache, während im übrigen die Feier durch Liedgesang in schöner Weise ausgefüllt wurde. Die Feierstunde in der Chirurgischen Klinik, bei der Pfarrer Müller zu den Patienten und den übrigen Gästen sprach, wurde durch künstlerische Darbietungen von Frau Dr. Wehl (Gesang), Fräulein Felchner (Klavier) und Herrn Schneider (Cello) in sehr eindrucksvoller Weise verschönt und bereichert. 3n der nie! Nachdruck verboten. 2. Fortsetzung. Roman von Elotilde von Stegmann-Stein. Copyright by Martin Feuchtwange r, Halle. Sibelius — allein — sah noch einen Augenblick f sinnend vor sich hin. Die Entscheidung, die sein Gewissen ihm diktierte, war ihm nicht leicht gefallen. Aber — und er sah auf die Bilder seiner Ahnen — er war dem Beispiel der Borfahren gefolgt. Die Ehre des Hauses, die jeder Sibelius treu gewahrt, stand über den persönlichen Bedenken und Borteilen. Mit einer gewissen Befriedigung verließ der Konsul jetzt seinen Arbeitsraum. Durch das geöffnete Fenster tönten die schweren Glockenschläge von St. Marien zwölfmal, und leise und zart trug der Wind die Töne des alten Glockenspieles zu ihm herüber, das stets um die Mittagsstunde wie ein mahnender Ruf von oben die alte Weise über die Kaufmannsstadt trug: „lieb’ immer Treu und Redlichkeit..." Der Konsul lauschte der altbekannten Melodie, die ihm schon von Kinderzeiten her vertraut war, und straffte seine Gestalt. Das walte Gott!, dachte er bei sich und trat gemessenen Schrittes vor die Haustür, wie es vor der Mittagsstunde feine Gewohnheit war. Sein Blick fiel, wie immer, unwillkürlich auf dos steinerne Wappen der Sibelius' über dem Portal, das in der herbstlichen Sonne leuchtete. Aber auch in seinen ernsten Augen war ein glückliches Leuchten, als er jetzt eines jungen Mädchens ansichttg wurde, das vom Hafen herauf mit schnellen Schritten dem Hause entgegeneilte. Sin paarmal drehte es sich im eiligen Dorwarts- fcreben um, und da erst sah der Konsul eine hohe, schlanke Männergest lt an der Straßenecke, Die grüßend den Hut zog. Ein verwunderter Ausdruck trat in seine Augen. Der konnte es sein, nach dem eine Birgit Sibelius sich auf der Straße umwandte? Das junge Mädchen hatte inzwischen das Haus erreicht. Die sonst so blassen, herb-feinen Züge waren von einem zarten, rosigen Hauch belebt und verschönt, die stillen grauen Augen strahlten in. scheuem Glück, und der Mund war etwas geöffnet, als wollte er überströmen von geheimen, zärtlichen Empfindungen. Erstaunt sah der Konsul in das veränderte Gesicht seines einzigen Kindes und hörte an dem leiten Beben der Stimme, mit dem Birgit ihn begrüßte, daß sich etwas in ihrem Leben ereignet hatte. Aber er fragte nicht, sondern wartete. Er rollte, daß er das Vertrauen feines Kindes, dem .r feit dem Tode feiner geliebten Gattin Vater Mutter zugleich war, befaß, tote kein anderer Unter. Er kannte auch die schwere, verschlossene Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Montag, 28. Dezember (931 Hautklinik, an deren Feier sich auch das Lupusheim beteiligte, wirkte bei der weihnachtlichen Feierstunde ein aus Patienten und Angestellten gebildeter Frauenchor mit, Schwester R u p e r - t i n e hatte die Aufführung reizender Weihnachtsbilder und Weihnachtsfestspiele arrangiert, Pfarrer Müller und Pfarrer Dr. H e m m e s hielten eindrucksvolle Ansprachen, Lehrer Klein, Gießen (Klavier), und ein Violinspieler trugen durch musikalische Darbietungen zur Bereicherung der Feierstunde bei. 3n allen Kliniken wurden den Patienten und Angestellten am Schlüsse der Feiern schöne Weihnachtsgeschenke überreicht. ** Der Gesangverein „Sängerkranz" veranstaltete am Abend des zweiten Weihnachtsfeiertages im Saale des Gesellschaftsvereins eine schlichte Weihnachtsfeier, die bei guten Darbietungen und zahlreichem Besuch einen schönen Verlauf nahm. Ein gemischter Chor, der aus den Sängern und einer Anzahl Damen des Vereins zusammengestellt war, brachte unter der Leitung des Chormeisters Kasten in feiner Weife einen Weihnachtschor zu Gehör, d?r von den Zuhörern mit lebhaftem Beifall ausgenommen wurde. Tanzlehrer D ä u l k e und Frau bereicherten das Programm des Abends mit tanzkünstlerischen Darbietungen der verschiedensten Art in angenehmster Weise und konnten dafür ebenfalls lebhaften Beifall der Besucher verbuchen. Eine sehr freundliche Aufnahme fanden auch allerliebste Reigentänze einer Kinderschar, die von Herrn B ä u l k e in mühevoller Tätigkeit vortrefflich eingeübt waren. Gute Unterhaltungsmusik, eine vielseitige Tombola und zum Schluß das übliche Tanzvergnügen boten den Besuchern weitere gute Festfreude. Der Verein kann den genußreichen Abend als einen schönen Erfolg seiner Arbeit verbuchen. •• Unfälle. Am Rachmittag des Heiligen Abend siel in einem Hause am Lindenplah ein drei 3ahre altes Bübchen rücklings in ein Gesäß mit heißem Wasser. Das bedauernswerte Kind trug dabei erhebliche Brandwunden davon, die nach erster Hilfeleistung durch die Freiwillige Sanitätskolonne ärztliche Behandlung erforderlich machten. — 3n der oberen Bahnhofstraße stürzte am Donnerstagabend infolge des Glatteises ein Mann so unglücklich, daß er einen Kniescheibenbruch erlitt und von der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz der Chirurgischen Klinik zugeführt werden muhte. — Auf der Eisbahn fiel am Rachmittag des ersten Feiertages ein Schüler beim Schlittschuhlaufen so unglücklich, daß er einen Unterschenkelbruch davontrug und in ärztliche Behandlung kommen mußte. öJlxfpoit „lötfjrfurnen" und „Pflichtturnjahr" bei der ÖT. Der Vorstand der Deutschen Turnerschaft ist mit dem Gesamt-Turnausschuß in der Frage der Einführurm eines besonderen Wehrturnens und der Bildung von Wehrriegen der Meinung, daß die Erziehung der 3ugend besser durch eine allgemeine, gründliche und zielsichere Leibesübung erfolgt, als durch ein besonderes Wehrturnen. Wenn jedoch Vereine den Willen und die Möglichkeit haben, besonderes Wehrturnen zu pflegen und Wehrriegen einzurichten, so hat der Vorstand der Deutschen Turnerschaft dagegen nichts einzuwenden; er lehnt aber den Gedanken, alle Vereine der Deutschen Turnerfchaft zu zwingen, Wehrturnen einzuführen und Wehrriegen zu bilden, ab. Der Gedanke, ein freiwilliges Pflicht- turnjahr für die 3ugend einzurichten, d. h., die 3ugend auszufordern, sich freiwillig zu verpflichten, ein 3ahr lang regelmäßig Leibesübungen zu betreiben, wird begrüßt. Die Ausgestaltung und die Durchführung dieses Pflichtturnjahres wird den Unterverbänden der Deutschen Turnerschaft überlassen; sie kann auch geschehen, ohne daß dabei besonderes Wehrturnen gepflegt wird. Einweihung der Brunhildis-Eisbahn. Am zweiten Festtag fand die wiederholt verschobene Einweihung der Drunhildis-Eisbahn des Südwestdeutschen Eislaufverbandes auf dem Feldberg im Taunus statt. Leider war auch diesmal wieder das Wetter sehr ungünstig; auf der festlich geschmückten Bahn lag dichter Rebel und das Eis war sehr weich. Das Programm mußte infolgedessen stark verkürzt werden, die Eishockey- kämpfe fielen aus und auch das Meisterpaar Maier-Labergo war nicht am Start. Das bayrische Meisterpaar Schwendtbauer-Eichinger zeigte sich im Kunstlaufen, im Eisschießen siegte EB. Gießen vor TC. 14 Frankfurt und EV. Kronberg. Weihnachisfußbatt der Gießener Mannschaften. Die überraschend veränderten Witterungsverhältnisse, die während der Feiertage vorherrschten, bedingten eine Reihe von Spielausfällen. Die Spiele der 3ugendlichen wurden beim VfB. wie auch bei der Spielvereinigung 1900 sämtlich abgesagt. Die Liga des VfB. spielte am ersten Feiertag gegen Wallau und blieb nach einem schönen Kampfe mit 3:1 Sieger. Zur Halbzeit stand das Spiel 1:1. Gegen Alsfeld vermochte die Liga nur ein mageres Unentschieden zu erzielen. 1:1 lautete das Ergebnis. Das Spiel der Ligareserve gegen die 2. Mannschaft des Sportclubs Wetzlar fiel aus. Die 3. Mannschaft mußte sich von der Lehrmann- fchast der Spielvereinigung mit dem knappen Ergebnis von 2.3 geschlagen bekennen. Die Dlauweißen, die Liga der S p i e l Vereinigung brachte aus Wetzlar eine Riederlage mit nach Hause. Das Pokalspiel entschieden die Gastgeber mit 5:2 für sich. Die 1900er mußten mit drei Mann Ersatz antreten. Eine komb. Mannschaft gewann gegen Bieber (Dodheim) 1. Mannschaft auf des Gegners Platz mit 4:1. Die 2. und 3. Mannschaft blieb über die 1. von Muschenheim erwartungsgemäß mit 6:4 siegreich. Das vorgesehene Spiel der 2. und 3. Mannschaft (komb.) gegen die Erste von Wieseck fiel aus. Die Vierte unterlag gegen Büblingshausen mit 1:4 und die 5. Mannschaft mußte in Steinfurth auch eine Riederlage in Kauf nehmen. 1:3 lautete das Ergebnis für Steinfurth. Weihnachtsfußball inHeffen-Hannover Das Fußballprogramm wies an Weihnachten in Hessen-Hannover nur eine geringe Ausbeute auf, die meisten Mannschaften feierten. Die Bodenverhältnisse waren auf der ganzen Linie sehr schlecht, so daß die wenigen Spiele, die zur : Sibelius', und Birgit war eine echte Sie würde sprechen, wenn sie ihm etwas hatte. > schob die Tochter ihren Arm in den des vergötterten Vaters. „Verzeih, Väterchen! Habe ich dich warten lassen? Du siehst etwas angegriffen aus. 3st die geschäftliche Angelegenheit, die du mir gestern angedeutet hast, noch nicht erledigt?" Lächelnd erwiderte der Konsul, indes er das kluge, reine Profil seines Kindes liebevoll betrachtete: „Mache dir keine Sorge, meine Birgit, ich habe mich entschieden." Sie sah ihm bewundernd in die Augen. „Und wie hast du entschieden?" „Wie es die Ehre des Hauses erforderte", antwortete der Konsul mit ernstem Rachdruck. „Ein Sibelius kann nicht handeln, wie so viele andere heutzutage handeln würden, denen nicht die Richtschnur der Pflicht von einer ehrenvollen Ahnenreihe mitgegeben wurde." llnwillkürlich erhoben Vater und Tochter den Blick zu dem Wappen über dem Portal, das jetzt vom Goldglanz der Sonne wie segnend überstrahlt wurde. „Auch du, mein Kind", schloß der Konsul, während er mit seiner Tochter in den dämmerigen Hausflur eintrat, „auch du wirst immer so handeln, wie es der Rame deiner Väter dir vorschreibt." Ein nachdenklicher Ausdruck trat in das Gesicht des jungen Mädchens, das jetzt schweigend neben dem Vater die gewundene Steintreppe zu den Privatgemächern des Hauses im ersten Stock emporstieg. Hans Egon von Rauenstein schritt von der Hafenstrahe durch das Südertor und wandte sich jetzt der inneren Stadt zu. Er hatte das Bedürs- nis, nach den wechselvollen Ereignissen dieses Vormittags mit einigen guten Freunden am Stammtisch im „Goldenen Löwen" eine leichte Plauderstunde zu halten. Er wußte, daß um diese Zeit immer einige fröhliche Kumpane, Söhne reicher Gutsbesitzer und des Landadels, dort zu finden waren, ferner Herren von der Regierung und auch hin und wieder einige ehrgeizige Söhne der städtischen Kaufherren, die endlich in diesem feudalen Kreise Einlaß gefunden hatten. Das Trinkzimmer, das den bevorzugten Gästen zum Aufenthalt diente, lag nach dem Markt zu. Hinter den Fenstern ragte stolz die herrliche alte Backsteinarchitektur des berühmten Rathauses in den blauen Herbsthimmel hinauf. Vor dem Denkmal des Bürgermeisters Sibelius, der einst die Stadt bei der schwedischen Belagerung durch seine weisen Verhandlungen mit dem Feinde aus tiefer Rot gerettet hatte, standen die Wagen des Landadels, wartend, daß ihre Herrschaft die Rückfahrt an treten würde. Auch der leichte 3agdwagen Hans Egons stand hier. Der Graf rief dem wartenden Kutscher ein paar Worte zu und trat in den „Goldenen Löwen", wo er von seiner fröhlichen Tafelrunde schon mit einem lauten Hallo begrüßt wurde. Er war mit seiner Lebhaftigkeit, seinen leichten Witzen, seiner ständigen Bereitschaft zu einem Gelage und einem Spiel ein gern gesehener Gast. Er galt allen Lebemännern der Stadt und des Kreises als ein bewundertes Vorbild: in Eleganz des Auftretens, amüsanter Unterhaltung, Waghalsigkeit und nicht zuletzt in den Dingen der Liebe. Zahllose Geschichten von Erfolgen bei der Weiblichkeit aller Schichten kursierten über ihn. Seitdem es ihm noch gelungen schien, den Bankier Cricsen aus Stockholm bei der schönen, viel umworbenen Tänzerin Dolores del Fonza auszustechen, hatte die Bewunderung für Hans Egon ihren Höhepunkt erreicht. Bei feinem Eintreten wurde er sogleich mit einer der anzüglichen Fragen bestürmt, denen er jedoch ein vielsagendes Schweigen entgegensetzte. Aber dieses Schweigen, begleitet von einem hoch- mütig-triumphierenden Lächeln, sagte viel mehr, als es die offenherzigsten Worte hätten aus- sprechen können. „Prost, Graf Rauenstein", trank ihm einer der Freunde zu, dessen gerötetes Gesicht verriet, daß er dem Wein schon reichlich zugesprochen hatte. „Sie kommen ja heute fo spät? Hat die schöne Dolores 3hnen nicht eher Urlaub gegeben?" Aus einer Ecke ließ sich eine etwas hämische Stimme vernehmen, die dem jungen Großhändler Wulsfes angehörte. „Das wird wohl nicht der Grund der Verspätung fein — nicht wahr, Herr Graf? Aber wer zwei Frauen dienen muß, dem wird die Zeit knapp." „Wie meinen Sie das?" fragte Hans Egon scharf. Der andere lächelte gewollt harmlos: „Wie ich das meine? Run, genau so, wie ich es sagte. Habe ich Sie heute nicht schon mit einer anderen Dame promenieren sehen? 3n dieser Stadt bleibt nichts verborgen, Herr Graf. 3m übrigen haben Sie ja ganz recht. Die schöne Dolores scheint sich auch gern zu teilen, ihr Wagen stand heute wohl über eine Stunde vor dem Privathause des Antiquitätenhändlers Frissard. Daß die schöne Dolores dort eine ganze Stunde lang nur über alte Kunst gesprochen haben soll — na, bei dem Ruf, den Frissard hier genießt, ist das kaum anzunehmen. Denken Sie nicht ebenso darüber wie ich, Herr Gras?" Graf Egon streifte den Hämischen mit eisigem Blick und wandte sich seinem Rachbar zu, wobei ec betont laut sagte: „3ch denke in allen Dingen anders als Herr Kaufmann Wulsfes." Er stand auf. »Leben Sie wohl." Durchführung kamen, obendrein ungünstig beeinflußt wurden. 3m Brennpunkt der Ereignisse stand das Städtespiel Kassel — Halle, das die Kasseler mit 7:4 verdient zu ihren Gunsten entschieden. Am zweiten Feiertag spielten bann die Kasseler Kurhessen gegen Halle 96 und kamen hier zu einem glücklichen 2:1-Sieg, nachdem die Mitteldeutschen noch bei der Pause mit 1:0 geführt hatten. Sport Kassel hatte sich den vorjährigen Bezirksmeister SC. 03 Kassel zu einem Freundschaftsspiel verpflichtet. Rach gleichwertigem Kampf trennten sich die Gegner mit einem gerechten Unentschieden (3:3 (3:3). Die Fuldaer Borussen schlugen am ersten Feiertag den FV. Würzburg 04 mit 5:3 (2:0), sie unterlagen aber am Sonntag, wenn auch nicht ganz verdient, den Offenbacher Kickers mit 0:1 (0:1). - Punktkämpfe in der Gruppe Main. In der Gruppe Main, die noch stark mit den Verbandsspielen im Rückstand ist, mußten alle drei Festtage mit Punktekämpfen belegt _merbcn. Ruch am ersten Feiertag fanden einige Spiele statt. Rot- Weiß, das in den letzten Wochen Spiel auf Spiel verloren hatte, überraschte diesmal nach der angenehmen Seite. Trotzdem sie stark mit Ersatz versehen war, konnte die Mannschaft den Tabellenletzten Germania 94 mit dem Rekord-Ergebnis von 13:1 (4:1) schlagen. Die Offenbacher Kickers erzielten gegen Union Niederrad ein schmeichelhaftes Unentschieden von 3:3 (1:1). Hanau 93 gewann unverdient gegen Griesheim 2:1 (0:0). Das Spiel Isenburg gegen Heusenstamm mußte ausfallen, da der Platz einer Eisbahn glich. Auch in den übrigen Spielen waren die Bodenverhältnisse nicht die besten. Die entscheidenden Ergebnisse dieser Kämpfe waren die, daß die Eintracht nun wieder Main- meister ist und daß Griesheim 02 zusammen mit Germania 94 Frankfurt den Weg in die zweite Klasse nehmen muß. Der 6:0 (1:0) der Eintracht über den Fußballsportverein überraschte, aber es zeigte sich auch in diesem Spiel wieder, daß der Mainmeister zur Zeit wieder in einer Form ist, die ihn fraglos an die Spitze der deutschen Mannschaften stellt. Die Eintracht ist nun wieder Meister. Der Kampf um den zweiten Platz der Gruppe Main ist dagegen noch nicht entschieden, Fußballsportoereiu und Rot-Weiß bleiben gemeinsam Anwärter. Da Rot-Weiß in den letzten Spielen wieder eine wesentliche Stabilisierung seiner Form gezeigt hat, so kann es zwischen diesen beiden Mannschaften noch einen sehr packenden Kampf geben. Griesheim 02 ist durch die Niederlage in Isenburg zum Abstieg verurteilt worden. Mainz 05 Meister der Gruppe Hessen. Mit dem Treffen zwischen den beiden Tabellenführern Wormatia und Mainz 05 wurden am Sonntag die Meisterschaftsspiele der Gruppe Hessen endgültig abgeschlossen. Die mit zwei Punkten Vorsprung führenden Mainzer brauchten aus diesem Tressen nur noch einen Punkt, um Meister zu sein. Diesen einen Punkt haben sie sich im l:l°Spiel in WormS geholt. Mainz 05 ist also zum ersten Male Meister der Hessen-Gruppe, nachdem Wormatta jahrelang diesen Titel innegehabt hat. Für Wornratia bleibt der Trost, daß die Mannschaft als zweiter Vertreter der Gruppe Hessen ebenfalls an den süddeutschen Endspielen teilnehmen kann. Daten für Montag, 28. Dezember. 1856: Woodrow Wilson, Präsident der Vereinigten Staaten, in Staunton geboren; — 1923: der französische Ingenieur Alexandre Gustave Eisiel in Paris gestorben. Er wandte sich mit einer ostentativen Verbeugung zu der Ecke, die von den Söhnen des Landadels beseht war. „Ich komme wieder, wenn ich hoffen kann, daß wir mehr unter uns sind." Mit erhobenem Haupt und unbewegtem Gesicht, in dem man nichts spüren konnte von dem Sturm der Eifersucht und des Mißtrauens, den die Worte des Kaufmanns in ihm entfesselt hatten, ging er an den erstaunten und betroffenen Teilnehmern des Stammtisches vorüber. Er übersah die tiefe Verneigung des Oberkellners und trat hinaus auf den Marktplatz, wo er mit herrischer Gebärde seinen Kutscher heranwinkte. Schon während der Wagen durch die holprigen Straßen der Vorstadt rollte, brach die mühsam zurückgehaltene Erregung in ihm durch. Er riß dem erstaunten Kutscher wortlos Peitsche und Zügel aus der Hand und trieb hie beiden Rappen so plötzlich zu scharfer Gangart an, daß die Tiere hochstiegen und das Gefährt beinah ein paar spielende Kinder umgerissen hätte. Aber der Graf war ein viel zu guter Fahrer, als daß er die beiden heißblüttgen Tiere nicht rasch wieder in der Gewalt gehabt hätte. 3n sausender Fahrt jagte der Wagen durch die letzten Straßenreihen und bog in die rot leuchtende Ebereschenallee ein, die zwischen abgemähten Feldern in die Richtung von Schloß Tannenaue führte. Der Himmel hatte sich inzwischen bewölkt. Dunstige Schleier wehten von der Küste herauf, und ein bedrohliches Rauschen war schon in der Luft. Ein Unwetter, das hier in dieser Gegend sich so rasch vom nahen Meere her über das Land werfen konnte, zog heran. Immer schneller trieben die Wolken über die jetzt grauen, sonnenlosen Felder, immer schneller und wilder jagten die Pferde hin, getrieben von der Peitsche ihres erbarmungslosen Herrn, und immer wilder tobten die Gedanken hinter der schönen Männerstim. Waren die Reden dieses Kaufmannes Wahrheit? Es war unmöglich, es mußte unmöglich fein. Wahnsinn war der Gedanke, daß Dolores, die eben noch in seinen Armen geruht, die eben noch zärtliche Beteuerungen der Liebe mit ihm getauscht hatte, eine Stunde darauf schon wieder einem anderen Beweise ihrer Gunst zu geben bereit war. Ein Schuft war dieser Wulsfes, ein ganz gemeiner Verleumder. Man hätte ihn niederschlagen müssen, wie einen Hund. Warum hatte er es nicht getan? Etwas hatte« ihm die Hand gelähmt. Ein Gedanke war plötzlich wie eine giftige Flamme in ihm hochgeschossen. Hatte Dolores ihn nach dem Frühstück nicht förmlich weggedrängt, unter der Angabe, die Schneiderin käme, um das neue Tanzkostüm mit ihr zu besprechen? War da etwas, was man ihm verbarg? Hatte Dolores Geheimnisse vor ihm? (Forsiehung folgte Verkauf von hessischen Waldungen an Opel? WSR. Darmstadt. 27. Dez. Der vergangene Landtag hat bekanntlich die hessische Regierung ermächtiat, zur Abd«kung der hohen schwebenden Schuld Hessen- Staatsgrund- ft ü d e in gewissem Umfange wieder abzu- stoßen. Es soll nunmehr ein Projekt zum Abschluß gekommen sein. Der Partner. Dr. Wilhelm v. Opel, hat dem Land« Hessen vor einiger Zeit «in Darlehen von 4 Mill. Mark gegeben, und es war ihm al- Sicherheit ein entsprechender Wald- und Feldkom- pler bei Mörfelden, also in der Rahe der Ovelwcrke, anhand gestellt worden. Hm das Darlehen zu tilgen, soll in der vergangenen Woche da- Gelände an Herrn v. Opel zu Eigentum übergegangen sein. — Dom Finanzministerium war eine Destätigung dieser Meldung nicht zu erhalten, vielmehr wird betont, daß die „verschiedenen Verhandlungen noch nirgend- zu einem endgültigen Abschluß geführt" haben. Entlassungen und Regreßansprüche bei der Darmstädter Dolköbank. • Darmstadt. 24. Dez. 3m Städtischen Saalbau sand hier eine außerordentliche nichtöffentliche Generalversammlung der Darmstädter Dolk-bank statt, in der die fristlose Entlassung der bisherigen Dor- standSmitglieder besch'ossen wurde. Weiter wurde der Aufsichtsrat ermächtigt. Regrehan- spräche gegen den bisherigen A u f s r ch t s r a t und D o rst a nd zu stellen und evtl, denÄlagc« weg zu beschreiten. Tine dritte Entschließung wandte sich gegen die Höhe der Gebühren für die für daS Vergleichsverfahren bestellte amtliche Person, die al« übermäßig hoch bezeichnet wurden. Oberheffen. Feuer in Lich. L Lich, 26. Dezember. Heute gegen 6 Hhr durchhallte Feueralarm die Straßen unseres Städtchens. 3n der Hofreite des Larrdwirtes Johann Peter Dietz I. standen zwei Scheunen in Hellen Flammen. Der Landwirt schaffte sofort das gefährdete Dieh aus den brennenden Gebäudeteilen. Mittlerweile traf die Freiwillige Feuerwehr ein und griff das Feuer tatkräftig an. Sehr au statten kam ihr bei den Löscharbeiten ein nah« an der Hofreite vorbeifließender Dach, der neben der städtischen Wasserleitung das erforderliche Wasser lieferte. Das Feuer griff wohl auf einen Rebenbau über, konnte aber dort abgeöämmt und das Wohnhaus und Dachbaraebäude vor Feuerschaden bewahrt werden. Die Scheunen, gefüllt mit Futter, ©treu« Vorräten und landwirtschaftlichen Maschinen, wurden ein Raub der Flammen Die telephonisch herbeigerufene Kreismotorspritze brauchte nicht mehr in Tätigkeit zu treten. Gegen 14 Hhr konnte die Wehr ihre Arbeit nlS beendet ansehen. Heber die Entstehungsursache war bisher nichts näheres zu erfahren, doch wird Drandstiftung vermutet. Die polizeilichen Ermittelungen wurden sofort aufgenommen. iReiferfreffen in Hattenrod. • Hattenrod, 23. Dez. Die oberhessi- schen Reiter hielten ihre letzte reitsportliche Deranstaltung dieses Jahres in unserem Dorfe ab Gegen mittag traf unter Führung des Frei- Herm Roeder von Diersburg und des Grafen Solms - Laubach eine stattliche Anzahl von Reitern in unserem Dorfe ein. Wenig später erschien der Reit» und Fahrverein Lich mit der Abteilung Hattenrod. 3nsgesamt fanden sich etwa 60 Reiter aus Londorf, Geilshausen, Allendorf a. d. Lda., WeiterShain, Rieder-Ohmen, Grünberg. Laubach. Großen-Duseck, Lich und Hattenrod zusammen. Am Kriegerehrenmal wurde zunächst der im Weltkrieg gefallenen Kameraden gedacht. 3n der anschließenden Derfamrylung hieß Heinrich M e n - g e l jr, Hattenrod, die Reiter und Reiterinnen im Rainen der Einwohnerschaft und der ländlichen Reit- und Fahrabteilung Hattenrod willkommen. 3n einer kurzen Ansprache gab er einen Rückblick auf die Entwicklung des Reitsportes in den ländlichen Gemeinden. Allenthalben sei ein starker Aufschwung festzustellen. Mit besten Wünschen für daS Sportjahr 1932 beschloß er seine Ausführungen. Daran von Löw auS Lich dankte dem Dorredner für feine rührige Tätigkeit und der Einwohnerschaft von Hattenrod für die gastfreundliche Aufnahme. Rach einer kurzen Pause sprach Freiherr Roeder von DierSburg. Er begrüßte die jugendlichen Reiter und die als Gäste anwesenden Mitglieder deS Kriegerverein« und deS Artillerievereins. Gr gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Soldaten deS alten Heeres der 3ugend nach Kräften deistehen möchten bei ihren Toj _z. J± 3 y» .^SZZ-A-ß a §E = E e ä 19 -2 z£ 'S'" a E L-ZZN- § e ß E o§ 3 E~ eZ. aLL '3 cA » 67tE: c cto ä.ü.awB'J?. (9 5 (4) c e E e aSE Hf. 2 3 ,r~. _ o 3X «ijn - c« .E’.B 3 ?€8 Etok. e « 2 SO .0 ,JC e 2 aÄis 1 I^SE» .2 2 e®e ~ o uCf :3..C-:= c E •c _ u. O ■2 E c B E 5“ ■• SR E 2 -ENS) dC CJZ» in 2 Scgüp «5 ZzL LL2 E (9-8 o ©©£-' H(9 L.L®(9 L 2 ■5(9 SR . 2 u. 2-Z «e-ss 3.= E'c^ «■»•g 2 N 2 E> m ~; D E N-b = <9 kZ «'S mW © Ze S« ?e 2 Q 2 c ’ 2 L o-e «H E E Z E C7 2 m o 2 ■Pto-t: 5 7* Ä^e -b £ ."E L _e Bis :a ;e N 3 3 es: 2-2 eu. (9£ = 9 $ E ll in c A Ac? g 5 x E ?- e m °«ZM u— 2S o : u—i 3® *; UC? 3; 2 E « =-2 --Z. £">xQ e tiz •— *C IS 5- .E ge . = S-.£&• — 2§§e Ze^L?. g c-61 OiO S^. 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Er kann sie batet blöken wie seine natii' : und Lchmrz, die ncö läßt also das Ich bti irr Desonderhei/ und tftefcn, vä-renS öi- Msen und den Men» Mo scheidet Eckhart : allem den Tod. d» liches aus seinem M > Luther barm HW klichkeiten sieht- Er »c tt den Dillen Sollt- otgenen, im ©laufen t e Deltwirilichkell lieft reilich dem vetbvtM s. durchdrungen ^ in Teil der Dirkl4-- Jeutern der 'Neligis er beiden 9* I unb b« 56«K- finb. 6«l i« ta1 r Svttessrage chen der iligtCT , [tat Pros. ^Jorl'-hende ür leine W Historiker venr kennen liehem her und veiler 5 bis in unser« (9 ' 55 ez .3 -3 C". .Ä- B §(9CF.I- zoS = ä» 3 -0 w2 og -3 KL c c "2. 3 = 0 to^-2c U c 41'C- O 2 2 s$5$ «S®cS*o öse^^l LZeRZ 9^J 2 E n> o .2 - 3^' 3 «eaexg 7 E (9 «^1 c — ^“5 2 . § - c 5S± ad=--, i-ES 53 to — -3 c E» « m 5A * §gi*S fiSß .*57-- °*e =3o 2 c"£ ce2 Etc ~(9 2 ES Fg SB^/Ä. ■ c 3 'S E = t» 'S a E S g 5 -n MZ--e« aJf -«S E ,o g 2- £ O ;£r*g *n ÄÄBÄSÄff^.g "^«z'S^cg. £i9gi§e-«- se. 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