Mäntel *Wlhaft enstoffe Trachtentücher *etots 'Mk 38.00 a„ schsamt öi9 und gemustert e28 O1IA geöffnet! > sowie Pensionäre re Familien'Kranken- NM fc SHIM. 131 :n Beitrag von Mk 120 7 Personen. OSMI Lufnabmegrenze 65 Jahre ngen für Oberbessen frei .triga 0kd>rO« J Dir's winntr werten • tu erl^88' . y, o-°-° °2>dell» r°^"eüen d-«cd^ Mi»** Montag, 28. September 1931 181. Jahrgang Hl 226 (Erftes Blatt Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnitk und Verlag: vrühl'fche Unlverfltütr-Vllch' und Steinöniderei R. Lange in Stehen. Zchristleitung und Geschäftsstelle: Zchlllttrahe 7. Annahme non Anzeigen für die Tageanummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichapfennig; für Ne« Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Nerchspsennig, playvorschrift 20* , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Will). Lange. Derantwonlich sürDoßttl» Dr Fr. Will). Lange: für Feuilleton Dr H.IHnrlot. für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in (Bieben. Eriche,n, läglid),anfee, Sonntag» und Feiertag». Bella aea: Die Illustrierte (Siebener Familienblätter Heimat >m Bild Die Scholle. Monat» Bezugspreis: 220 Reichsmark und 30 Neichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Zerniorechanichlüfle anterSammelnummer2Bl. Anfchrift für Vrahtnach- richten Anzeiger •l - '! WM r. -? ■ ■' ______i- Ä12 Außenminister Briand dankt vom Balkon des Hotels Adlon den Berlinern für den freundlichen Empfang. weiter und schwieriger Weg vor uns liegt. Manches aus der Vergangenheit muß noch beiseitegeräumt werden, aber auch das wird die Vollendung des gemeinsam in Angriff genommenen Werkes nicht aufhalten dürfen. Indem ich der Hoffnung Ausdruck gebe, daß das Ergebnis unserer Zusammenkunft durch Förderung der Verständigung Zwischen den beiden großen Nachbarvölkern der Befestigung des Friedens in Europa dienen wird, und daß sie dazu beitragen wird, die Völker mit neuem Mut zur Ertragung der gegenwärtigen schweren wirtschaftlichen Nöte zu erfüllen, erhebe ich mein Glas und trinke auf das Wohl Eurer Exzellenzen. Ministerpräsident Laval: Herr Reichskanzler! Meine Herren! Mein Freund Briand und ich danken Ihnen für Ihren freundlichen Empfang, den wir sehr zu würdigen wissen. Sie können überzeugt sein, daß wir uns der Bedeutung unserer Anwesenheit in Berlin voll und ganz bewußt sind. Nichts kann dies besser charakterisieren als die Tatsache, daß wir heute abend in demselben Saal versammelt sind, in dem vor mehr als einem halben Jahrhundert derDer - liner Kongreß getagt hat, und daß seit der -Zeit, als Herr Waddington uns in Berlin vertrat, kein französischer Ministerpräsident in amtlicher Eigenschaft nach Berlin gekommen ist. Wir freuen uns, Sie heute begrüßen zu können. Sie, Herr Reichskanzler, gehören zu jener geistigen Elite, deren hohe und seltene Eigenschaften der Ueberzengung, nicht nur für das Wohl unserer beiden Länder, sondern auch für die Ordnung und den Frieden der ganzen Welt zu arbeiten. Ich erhebe mein Glas zu Ehren unseres Gastgebers, des Herrn Reichskanzlers Brüning, und des Herrn Reichsauhenminister» und ich trinke mit ihnen auf den Erfolg unserer gemeinsamen Arbeit. Das pariser Echo. Die Presse ist über den Berliner Empfang befriedigt. Paris, 27. Sept. (TLl.) Die gesamte Pariser Presse steht heute im Zeichen der Berliner Reise Lavals und Driands. Die Blätter füllen ihre Spalten fast ausschließlich mit den Reiseberichten ihrer Sonderberichterstatter. Bon der Ankunft des Zuges in Aachen bis zu seinem Eintreffen in Berlin finden die Blätter nur Worte der Anerkennung für die Haltung der deutschen Öffentlichkeit, die atö ehrerbietig und achtungsvoll bezeichnet wird. Die Begrüßung in Berlin wird als enthusiastisch beschrieben, wobei man besonders die äußerst herzliche Aufnahme unterstreicht, die die französischen Minister beim Reichskanzler fanden. Die nationalistische „Liberty" erklärt in diesem Zusammenhang, daß der freundschaftliche Ton, in dem Brüning die französischen Minister begrüßt habe, weit AM ILW -' Om ? 4 Giss# Die französischen Gäste begeben sich im Wagen des Reichsaußenministers vom Bahnhof ins Hotel Adlon. die Welt anerkennt und die in den schwierigsten Zeiten ihren Gleichmut voll und ganz zu erhalten wissen. Seit zwei Monaten hat sich die wirtschaftliche Lage der Welt nicht gebessert. Sie erfordert von allen Staatsmännern, die in der gegenwärtigen Zeit die schwere Aufgabe haben, die Volker zu führen, eine Anstrengung des guten Willens und der gegenseitigen Zusammenarbeit. Rur dann wird das Gefühl des Vertrauens, ohne das es keinen Kredit, keinen Warenaustausch, keine fruchtbare Arbeit und keine Hilfe in der jetzigen Krisis gibt, allmählich wiederhergestellt werden. Das Beispiel, das Deutschland und Frankreich in dieser Hinsicht geben können ist sicher, dazu angetan, den günstigsten Einfluß auszuüben. 3n den wirtschaftlichen Fragen und in dem Rahmen, der erst kürzlich in Genf aufgestellt worden ist, wollen wir versuchen, zwischen den beiden Völkern eine innere Zusammenarbeit und vertrauensvolle Beziehungen herzustellen. Wir hoffen, daß aus unseren Besprechungen mit den deutschen Ministern, deren Weitblick wir bereits Gelegenheit hatten, zu würdigen, nicht nur ein ständiger Organismus, sondern auch eine Methode hervorgehen, aus denen sich sehr bald vollständige, praktische Resultate ergeben werden. Indem wir so handeln, sind wir | über die banale diplomatische Höflichkeit hinauS- 1 gegangen sei. — „Petit Midi" leitet seinen Bericht ein „unter den Hochrufen der Menge erreichten die Minister ihr Hotel". — Die „L i - b e r t e“ schreibt: Laval und Briand wurden in Berlin mit begeisterten Freudenrufen begrüßt. — Alle Blätter sind sich darin einig, daß die Begrüßung der französischen Minister auch nicht durch den geringsten Ton der Verstimmung getrübt worden fei. ,.T e m p s" erklärt, der Besuch der französischen Minister beginne in einer günstigen Atmosphäre. Man hat ihnen eine herzliche Aufnahme bereitet. Alle Deutschen, bei denen die nationalistischen Leidenschaften nicht die Vernunft erstickt haben, sehen ein, daß sie von dieser direkten Fühlungnahme nicht mehr verlangen können als sie ergeben kann, daß es sich um den Anfang einer langwierigen Llnternehmung handeln muh. Man geht diesmal von neuen Grundlagen aus. Man hat auf beiden Seiten eingesehen, daß es vergeblich wäre, politische Fragen anschneiden zu wollen, für die es bei der gegenwärtigen Lage keine Lösung gibt, und man orientiert sich auf eine weitgehende wirtschaftliche Zusammenarbeit, die praktisch dahin führen werde, die Fühlungnahme zu erweitern, die Interessen miteinander zu verbinden, kurz, eine Atmosphäre des Vertrauens und der Zusammenarbeit zu schaffen. — Die vernünftigen und beharrlichen Anstrengungen, so schreibt ..Petit Parisi en", können Rettung bringen. Wenn der realistische Geist Lavals und der idealistische Driands sich in Berlin bewährten, dann sei die Reise nicht vergebens. Die französischen Minister erwarteten keinWunder, auch Briand nicht. Man möge also nicht überschätzen, oder unterschätzen, dann werde man auch nicht enttäuscht werden. Oie Volkspartei und Brüning. Dingeldey drängt den Kanzler. Darmstadt, 27. Sept. (WSN.) Der Führer der Deutschen Volkspartei, Abg. Dingeldey, gab vor Vertrauensmännern der Partei ein Bild über die innen- und außenpolitische Lage. Die Deutsche Volkspartei habe Brüning Vollmachten gegeben, wie sie vor ihm noch kein Kanzler besessen habe. Brüning habe aber von den ihm gegebenen Freiheiten nicht in der von der Partei gewünschten Weise Gebrauch gemacht. Was er zur Zeit tue oder lasse, bleibe weit hinter den berechtigten sachlichen Erwartungen zurück. Tatsache sei, daß das Vertrauen zu Brüning in weitesten Kreisen dahin- geschwunden sei. Nichts wirke in einer Zeit der Ratlosigkeit verhängnisvoller und revolutionierender als das Gefühl, ohne Führer zu fein. Ein großes Reformprogramm für den kommenden Winter wäre nicht durch eine Regierung durchzuführen, die auf so schwacher Basis wie die jetzige stehe. Das sei auch die Auffassung des Auslandes. Er habe die Verpflichtung, alle Möglichkeiten einer Regierungserweiterung zu prüfen, er könne auch an der Millionenbewegung des Nationalsozialismus nicht vorübergehen. Der Kanzler habe die Verpflichtung, allen Parteiführern ein sachliches Programm vorzulegen und die Frage an sie zu richten, ob sie dafür die Verantwortung Übernehmen könnten. Die Mgerschastswahlen in Hamburg. Starkes Anwachsen der radikalen Jlügelparteien. — Erhebliche Verluste der Sozialdemokraten und der bürgerlichen Mitte. Hamburg, 27. Sept. (T^I.) Der heutige Wahltag in Hamburg ist, soweit bis jetzt bekannt, im großen und ganzen ruhig verlaufen. Das Strahenbild unterschied sich im allgemeinen kaum von dem anderer Sonntage. Rur in den Arbeitervierteln der Vororte Darmbeck, Rothenburgsort, Hammerbrook und Sankt Pauli war das Strahenbild dadurch lebhafter, daß ganze Straßenzüge mit roten Transparenten und roten Fahnen geschmückt waren. Die Wahlhandlung setzte schon in den ersten Vormittagsstunden recht lebhaft ein. Vor vielen Wahllokalen sah man die Wähler lange Schlangen bilden. Dis zur Mittagsstunde hatten in den meisten De- zirken weit über 50 v. H. der Wahlberechtigten ihrer Wahlpflicht genügt. Auch am Rachmittag hielt die rege Wahlbeteiligung, trotzdem starker Regen einsetzte, unverändert bis zum Schluß um 18 LIhr an. Die Wahlbeteiligung wird auf 85 v. H. geschätzt, ilm 0.40 LIhr früh lag das Endergebnis der Dürgerschaftswahlen vor. Es erhielten: Reichslags- wahl 14.9.1930 Bürgerfch.- wahl 19. 2.1928 Sozialdemokraten 214 509 (240 984) (246 685) Kommunisten 168 618 (135 279) (114 257) Deutschnalionale 43 269 (31 376) (94 048) Staatspartei 67 088 (64 129) (87 553) D. volkspartei 36 920 (69 145) (85 507) Wkrtfchaftspartei 11373 (16 910) (20 136) Rationalsozialisten 202 465 (144 684) (14 760) Zentrum 10 794 (10 980) (9 402) volksrechtpartei 1 156 (1 937) (5 609) Liste Heydorn 1937 (1 037) H Lhr.-Soz. Volksd. 10 874 (11 968) H Die Große Koalition, die in der letzten Dürgerschaft über 102 von 160 Mandaten verfügte, ist in die Minderheit gekommen. Das ist das hauptsächlichste Ergebnis der gestrigen Wahlen. Theoretisch besteht zwar nach wie vor die Möglichkeit einer Mehrheitsbildung zwischenSozialdemokraten und K o m m u n i st e n, die in der neuen Bürgerschaft über 81 Sitze verfügen, da diese Koalition aber praktisch kaum in Frage kommt und auch keine andere Kombination möglich ist, wird vermutlich der jetzt regierende Senat von der verfassungsmäßig gegebenen Möglichkeit Gebrauch machen und weiter im Amte bleiben. Wenn man auch unter den obwaltenden Verhältnissen mit einem weiteren Ansteigen der Stimmen für die radikalen Parteien rechts und links gerechnet hatte, so ist doch die starke Zunahme der Rationalsozialisten, die rund 57 000 Stimmen gegenüber den letzten Reichstagswahlen gewannen, bemerkenswert. Sie sind mit 43 Sitzen d i e zweit stärkste Fraktion der Hamburger Bürgerschaft geworden und haben somit Anspruch auf Vertretung im Präsidium. Verhältnismäßig am stärksten gelitten hat die Deutsche Volkspartei, die von ihren noch bei der letzten Reichstagswahl erzielten rund 69 000 Stimmen beinahe die Hälfte eingebüht und wohl teils an die Deutschnationalen, teils an die Rationalsozialisten verloren hat. Mit einem kleinen Stimmenzuwachs gegenüber den Wahlen zum Reichstag ging die Deutsche Staatspartei aus dem Wahlkampf hervor. Die Verluste der Sozialdemokraten, die rund 26 000 Stimmen weniger erhielten, dürften restlos den Kommunisten zugute gekommen fein. Oie neue Bürgerschaft. Rach dem heutigen Wahlergebnis verteilen sich die Mandate in der neuen Hamburger Bürgerschaft wie folgt: nach den letzten Bürgerfch.-Wahlen) SPD. 46 (60) KPD. 35 (27) DRVP. 9 (22) St. p. 14 (21) Dvp. 7 (20) wp. 2 (4) RSDAP. 43 (3) Zentrum 2 (2) Lhr.-Soz. 2 (0) Das Herbstprogramm des Reichskabmetts. Oie Rückwirkungen der pfundkrifls. - Oie wirtschaftspolitischen Probleme werden verschoben - Oie Umschuldung der Gemeinden. - Kleinsiedlung. — Reform der Arbeitslosenversicherung. - Abbau der Hauszinssteuer. Berlin, 26. Aug. (CNB.) Das Reichskabinett hat seine Beratungen über das Herbstprogramm weitergeführt. Die Beratungen haben gezeigt, daß es nichtin einem Zuge dprchzuführen ist. Der Kanzler hat in seiner Rede bei der Geburtstagsfeier für Geheimrat Duisberg ja auf die Bedeutung hin- gewiefen, die die Entwicklung der Pfund- bewegung auch für Deutschland hat. In der Tat haben sich bereits sehr schwerwiegende Auswirkungen namentlich für den deut- !chen Kohlenbergbau und die Schiff- ahrt gezeigt und Vertreter dieser beiden Wirt- chaftszweige sind in den letzten Tagen bereits bei icn maßgeblichen Stellen in Berlin vorstellig geworden, um sie über die hier drohenden Gefahren hn einzelnen zu unterrichten. Unter diesen Umständen wird der Hinweis des Kanzlers in unterrichteten Kreisen so verstanden, daß die wirtschaftspolitischen Probleme von dem Herbstprogramm zunächst abgetrennt und er st Ende Oktober g e l ö st werden sollen, so daß die für die nächste Woche erwartete Notverordnung sich also auf die finanzpolitischen Fragen beschränken wird. Um Mißverständnissen vorzubeugen, ist übrigens festzustellen, daß der Kanzler mit den von ihm angekündigten weittragenden Schritten nur Maßnahmen gemeint hat, die sich in der Richtung einer weiteren konsequenten Deflation bewegen. Soweit sich die Bewegung des Sterling-Kurses übersehen läßt, wird man erwägen, wieweit durch tarif - und kartellpolitische Maßnahmen der deutschen Wirtschaft die Möglichkeit gegeben werden kann, sich der verstärkten englischen Konkurrenz auf dem Weltmärkte anzupassen. Wie wir zu dem Herbstprogramm der Reichsregierung weiter erfahren, ist für die Um» fchuldung der Gemeinden ein Betrag von etwa 220 bis 230 Mill. Mk. sichergestellt, in dem aber die 60 Mill. Mk. enthalten sind, die das Reichskabinett den Gemeinden bereits zu Beginn des Etatsjahres zugesichert hatte. Damit dürfte zwar noch nicht das Gesamtdefizit der Gemeinden gedeckt sein, das im Augenblick auf 800 Mill. Mk. geschätzt wird, wovon etwa die Hälfte durch Sparmaßnahmen der Gemeinden ausgeglichen werden soll. Cs bliebe also immer noch ein ungedeckter Rest. Immerhin glaubt man, die wesentlichsten Bedürfnisse der Gemeinden jetzt erfüllt zu haben. Die Aufbringung wird durch die Verschiebung des Etatsjahres auf den l.Iuli ermöglicht. Ein wesentlicher Teil der Mittel für die Kleinsiedlungen soll aus dem Münzgewinn erzielt werden, der sich auS der Ersetzung der Zehnmarkscheine durch Silbergeld ergibt. Ein besonders schwieriges Problem ist naturgemäß die Balancierung der Arbeitslosenfürsorge. Da man für Januar-Februar mit 6—7 Millionen Erwerbslosen rechnen muh, läßt sich die Fürsorge nur aufrechterhalten, wenn weitere Mittel eingespart werden. Das soll durch eine Kürzung der Sätze und der Dauer der Arbeitslosenunterstützung geschehen. Es ist-geplant, die Llnterstühungszeit von 26 a u f 18 Wochen herabzusehen. Ferner soll auch die Krisenunterstützung in die Bedürftigkeitsprüfung einbezogen werden, der ja bisher nur die Wohlfahrtsfürsorge unterliegt. Die Verhandlungen mit den einzelnen Wirtschaftsgruppen über die Möglichkeit der Gewährung von Preisnachlässen für die Erwerbslosen nehmen einen durchaus positiven Verlauf. Es ist damit zu rechnen, daß eine Verbilligung auf bedeutenden Gebieten der Lebenshaltung erzielt werden kann. Insbesondere rechnet man mit Preisnachlässen für die Erwerbslosen bei Kohlen und Kartoffeln, aber auch bei Fleisch- und Backwaren. Die weiteren Bemühungen gehen dahin, die übrigen Artikel des Lebensbedarfes, insbesondere auch die Konfektion, mit in den Preisnachlaß einzubeziehen. Die technische Durchführung dieser Aktion zugunsten der Erwerbslosen wird Sache der Gemeinden und des Einzelhaus d e l s sein. In der Frage der H a u s z i n s st e u e r ist eine Totallösung im Augenblick noch nicht möglich. Die Reichsregierung will sich vielmehr darauf bekrönten, jetzt einen gewissen Prozentsatz abzubauen und daneben nur noch die Möglich, feit zu schaffen, daß ein weiterer Teil renten« mäßig abgelöft werden kann. Eine gewisse Senkung der Hauszinssteuer ist schon deshalb not- wendig, weil der Hausbesitz sonst im nächsten Jahr in eine sehr schwierige Situation kommen würde. Eine Senkuna der gesetzlichen Mietsätze ist in diesem Zusammenhang nicht möglich. Kleine politische Nachrichten. Der badische Minister des Innern hat die demokratische „Peue Badische Landeszeitung"' in Manheim mit Wirkung vom 27. September bis einschließlich den 1. Oktober verboten. Veranlassung zu dem Verbot gab der Artikel „Die neue Gehaltskrüzung in Baden", dessen Inhalt angeblich eine erhebliche Gefährdung der öffentlichen Ruhe und Drbnunng darstellt. Der Parteivorstand der SPD. hat an die Reichstagsabgeordneten S e h d e w i tz und Rosenfeld die Aufforderung gerichtet, bis zum mgü Thor$h«' mambo- UM keifen VniragunjBl Fordern Sie bei den Shell-Tankstellen den SHELL AUTO-, OEL-Verbrauchsprüfer; er gibt Ihnen die Möglichkeit, Ihren Oelverbrauch zu kontrollieren und damit die Wirtschaftlichkeit der SHELL AUTOOELE festzustellen. / SHELL \ AUTOOELE rschast. bnlr Dctldlm flch lamburjer Bürger- nach ben Bürgw^.-UJa^fn) (60) (27) (22) (21) (20) W (9 (2) W P^nbei Äi810, ■» yfe* i0e Qn Äri? l*,on möglich i? 9tetme6». e Menen Abg, eUei‘mam7e Stenden Der. H,i?nftl9cn Oet An recht, und die stark. Ett den letzten -Mlmtoert. Jjtllt Irak. und y.tttrttunfl ^((«Partei en ^(chrlag-roahl bemch die Hällte Oie Deutschnatio« o8*oliften verloren nenjutoaty gegen» mchriag ging die - aus dm Wahl» e der Sozial. w Stimmen tveni. I den Äommu« MM chen Probleme (einsie-lung. - zinSsteuer. runfl der 2lr« )a man für 3a« onen örtverd^lofen Wrforge nur auf« e Mittel etn« durch eine Rur« it hung gcichtY'N. n9«ä«t «n »“ hen Ferner Ipu in die Dedurst'g« den der ja bisher Mliegt. Die ^r* er Gewährung von die Erwerbs« LM Jnöbefondm - urtoj cl: Die 2aAi Äutn n drn» . dieser Mf5®a4« M cer Ie£rf gcroiffe !ann. G " lb not- t (ch°n 27 M i0LnJl'el’dBe Kachrich^"- i«» -HM < u an 0,e < an b 1 e Wei 1 bis 18 im amtes und der Polizei, die Wate des Senats ufm.) 23 d. S). Diele Abzüge erhöhen f i ch bet den ledigen Beamten um weitere 5 v f). Die Senatorengehälter unterliegen einer Äürjung von 28 D.i). ReichspaNeilao her Deutschen Elaalspartei Zinanzminister HöpkerAschoff fordert sofortige Inangriffnahme der ^eichSresorm. 28. September zu erklären, ob sie den Beschluß bei ParteiauSfchusseS respektieren wollen oder nicht. Da Seydewitz bereit» erklärt bat. daß er die Zeitschrift „Die Fackel" weiter herauigeben will, kann man anneymen, oaß Seydewitz me Partei verlassen muh. Wie die „Rote Fahne" meldet, hat der sozial- demokratische Reichstagiabgeordnete Oettlng» haus seinen Hebertritt zur Kommunistischen Partei er Härt Äs darf deutscherseits nichts unternommen werden. was irgendwie nach einer Inflation auch nur ausfieht Sie wissen, daß ich den Standpunkt eingenommen habe, daß man die Deflation nicht künstlich übertreiben darf, aber ich werde mich dagegen wehren, wenn von irgendeiner Seite der Gedanke vorgebracht werden sollte, durch eine Abwertung der Mark zu Helsen. Der Redner ging bann auf bie Finanzlage des Reiches ein unb legte bar. bah bie Schwierig» ketten in ben Steuerrückgängen lägen. Den Hnternehmunasgeist. bet auigcttlt erscheint, toteber zu beleben burch Wiederher» Heilung des Vertrauens, ist eine Schicksalsfrage. Äs versündigen sich aber diejenigen an dem Wiederaufbau unseres Dolles unb unserer Wirt- schast, bie ihm ben Glauben an seine Zukunft nehmen. Die Gehaltskürzung für die bremischen Beamten betragt infolge der Anglei ch u n g der Besoldung der bremischen Beamten ~ djsfähe insgesamt für die Gruppen Durchschnitt 15 bis 18 v H., für die Ernste Lage in China. Schwere Audschreilungcn in Hongkong. — Attentat auf den Außenminister Wang. Hongkong, 27. Sept. (WTB) Die D e m o n • ftrationengegen Japaner, die sich bereits in den letzten Tagen bemerkbar machten, erreichten gestern nacht mit der Ermordung eines ja* panischen Ehepaares Ihren Höhepunkt. (Ein Kind wurde getötet, vier schwer verletzt. Die rasende Menge wurde endlich durch Polizei und Militär- aufgebot zerstreut. Die Soldaten waren gezwungen, mit aufgepflanjlem Bajonett gegen die 5000 Mann starke Menge, die die Polizeistation bedrohte, oor- zugehen. Die Stadtteile, in denen es gestern zu Ausschreitungen gekommen war, sind von der japanischen Bevölkerung verlassen worden, die in der besser geschützten Stadtmitte Zuflucht genommen hat. 3m Qlanflng-Äabinett erstattete der Außen» minlfter Bericht über bie Stellungnahme beS Völkerbundes unb übermittelte ben japanischen Vorschlag zur Bildung eine» gemischten chinesisch-japanischen Ausschusses zur Bereinigung bes Streites. Dachinesische Kabinett beschloß einstimmig, ben japanischen Vorschlag vorläufig abzulehnen. Die Haltung des Völkerbünde- wurde sehr bedauert, da er nicht in der Lage gewesen sei, seine Autorität gegenüber 3apan durchzusehen. Chinesen, die mit der Stellungnahme des Völkerbundes in der mandschurischen Frage unzufrieden find, überfielen den Außenminister Wang in feinem Arbeit-zimmer, brachten ihm am Kopf und Körper viele Verletzungen bei und hätten ihn möglicherweise getötet, wenn ihm nicht da- Personal des Ministeriums zu Hilse gekommen wäre. Das Leben de- Ministers ist burch bie Verletzungen gefährdet. Aus aller Wett. Todesfahrl im Paddelboot. 3n Walb.'nburg (Sch'ef.) machten fünf Wassersportler am Sonntag in vier Faltbooten eine Fahrt auf der Waistrih. Am Wehr bei Würben kam bai mit zwei Mann besetzte Boot dem Strudel zu nahe, so daß die beiden Fahrer in Gefahr gerieten, über da- Wehr hinabgerissen zu werden. Die Gefahr erkennend, sprangen sie aus dem Doot, wurden jedoch von der Strömung mitgeriffen unb gingen unter Alle Bemühungen ber Kame- raben, sie zu retten, waren ergebnislos. Die Ertrunkenen waren Drüber. Schweres Unglück auf einem Jlugfag. In Luzern ereignete sich auf einem Flugtage ein schwerer Unglücksfall. Der Oberleutnant Gerber- Zürich zeigte kurz vor der Landung dicht über den Köpfen des Publikums noch D e r 11 n, 26. Sept. (WTB) Auf demR e l ch S Parteitag berDeutschen Staatspar- t e l erklärte zum Problem der ReichSreform ber preußische Finanzminister Dr. Hoepker - A s ch o s s, bah bie Verwirklichung beS ÄntwurseS ber Länderkonfercnz bie seste unb brauchbarste Lösung fei. Sowohl bie ReichSregierung, als auch bie preristifche Regierung werden dem Gedanken einer Rhein-undRuhrprovinz schärfsten Widerstand entgegensetzen. Auch der Plan ber Länberkvnserenz hält cS für völlig unmöglich, Preußen in ßänber zu zerschlagen, bie etwa mit den Rechten auSgeftattet werden, die heute die selbständigen Länder haben. Preußen darf nicht zerschlagen werden, sondern cS handelt sich darum, daß Preußen i m Reiche ausgeht. Der Gedanke der ftraffen Zusammenfassung im Borden liegt dem Entwurf der 2än- derkonferenA zugrunde. Die Anregung, die Zusammenfassung deS preußischen und des AeichSkabinettS durch die Der- waltungSeinheit zwi fchen Re ich und Preußen herbeizuführen, entspricht durchauS DiSmarckschen Gedankengängen. Jeder Tag überzeugt mich mehr davon, wie notwendig und dringend diese Derwaltungseinheit ist. Die Dinge sind kaum nochzumeistern. Unendliche Verhandlungen müssen die Kabinette in Reich und Preußen, bald gemeinsam, bald getrennt, führen. Die Rotlage der Gemeinden, Siedlung, Sparkassenreform, alle diese Fragen mußten in beiden Kabinetten erörtert werden und werden in unzähligen Beratungen hin- und hergewälzt, waS zur Folge hat, daß man nur langsam »um Ziele kommt. Don preußischer Seite sind keine Hindernisse und Hemmungen zu erwarten. Warum zögert der Reichsinnenminister noch? ÄS ist höchste Zeit, daß jetzt ernsthast gehandelt wird. Der Parteitag nahm einstimmig folgenbe Entschließung an: Die Staatspartei fordert die sofortige Vorlegung des ReichSreformgeseheS nach den im VersasfungSauSlchuß ber Länderkonferenz angenommenen Grundsätzen. Durch daS Gesetz ist der Dualismus zwischen Reich und Preußen zu beseitigen und eine einheitliche nationale Staatsmacht zu bilden. Die Gesamtverwaltung ist wesentlich zu vereinfachen. Eine Rede Dietrichs. Aus ber SonntagSfitzung bcS Parteitages erklärte ber Parteivorfitzende Dietrich u. a.: Es ist so viel in letzter Zeit von ben inneren Aufgaben bcS Reiche- bie Rebe gewesen, von der Rotwendigleit, ben unendlich vielen landhungrigen Menschen ein StückchenLand zu geben, auf dem sie eine Stätte neuer Tätigkeit finden. 3ch kann Ihnen versprechen, daß ich vor allem die Frage der sogenannten Kleinsiedlung in der Rähe der großen Städte mit allen Mitteln, die mir zur Verfügung stehen, unterstützen werde. Ich habe den Gedanken auf den Plan gebracht, und ich werde um seine Durchführung kämpfen. Die Reichsresorm wird vielleicht wen ger dringlich werden aus derTatsache heraus, daß eine große Anzahl der Länder sich in finanziellen Schwierigkeiten befindet, die eines Tages die Frage akut werden lassen könnten. Im Zentrum der Auseinandersetzung der nächsten Jahre wird das Problem der internationalen Verschuldung stehen. Soeben hat es ein neues Gesicht bekommen: England hat die Einlösung deS PsundeS in Gold aufgehoben Es erhebt sich die bange Frage, toaS soll Deutschland tun? Zunächst muß man die Verven haben, die Wirkungen be6 englischen Vorgänge- abzuwarten. Aber ein- muß man bei biefer Gelegenheit feststellen: Gruppe 19 (Baudirektoren, Landgerichtsdirektoren, Oberschulräte) 20K v H und in Gruppe 20 (Präsidenten des Landgerichts, des LandesgefUndheits- Die große ctraflammer in Kassel als Berufungsinstanz verurteilte den nationalfozialistifchen Reichs- tagsabgeordneten Münchmeyer wegen vergehens gegen das Wepublikfchutzgesetz, begangen mit einer am 29. Oktober 1930 gehaltenen Webe, z u drei Monaten Gefängnis. Mildernde Umstande wurden dem Angeklagten versagt, da er schon mehrfach wegen Vergehens gegen das Wepublikfchutz- gesetz bestraft ist. vier Banken Pennsylvaniens haben ihre Schalter nicht geöffnet. Die Zahl der ge- schlofsenen Banken in Pennfylvanien beträgt nunmehr zehn. einige schwierige Figuren. Dabei kam er Io tief, daß das Flugzeug einen Teil der Zuschauer streifte. Drei Personen wurden auf der Stelle getötet und etwa 20 Personen verletzt, davon vier schwer. Das Flugzeug stürzte ab, wobei sich der Apparat in die Erde einbohrte Gelotet wurden drei Knaben. Auch der Pilot erlitt schwere Verletzungen. Chinesische Banbltcn bringen einen Zug zur Entgleisung. Der Mulden — Peking - Zug wurde 55 Meilen westlich MuldenS durch eine Räuberbande ium Entgleisen gebracht 30 Personen tour« en getötet, darunter der Lokomotivsührer, der Hetzer und zwei andere Zugbeamte. Außerdem wurden viele Personen schwer verletzt. Der Zug wurde dadurch zum Entgleisen gebracht, daß man die Schienen ausgerissen hatte. Die Banditen plünderten ben Zug vollkommen auS, bevor sie bas Weite suchten. Hilfszüge sind von Tientsin entsandt worden. Große lleberschwemmungen In Sübfpanlen. Aus Sübspanien werden große Lleberschwem- mungen gemeldet, die durch langanhaltende Regenfälle verursacht worden sind. Vielfach muhten bie Bewohner auf bie Dächer ber Häuser flüchten. Etwa 10 Kraftwagen würben von den Wassermassen fortgeschwemmt und zertrümmert. Ein Ehauffeur kam dabei umS Leben. Der Zugverkehr ist unterbrochen. In der Provinz Almeria ist die gesamte Ernte zerstört. Die Flüsse sind über die Ufer getreten. Eine Frau und ihre drei Kinder ertranken. Amtsgericht Gießen. Wegen WasfenmißbrauchS hatte sich ein hiesiger Student zu verantworten, der eine politische Versammlung in einem Rachbarort besucht hatte, nach ber Anklage unter Mitnahme einer Waffe, nämlich einer hanbfesten Hundepeitsche. Er hatte kaum baS Versammlungslokal betreten, al- er eilenb- burch den Saal ging und sich auf bem Bühnenraum seine- Mantels cntlebigte. Gs geschah dies, als gerade die Dersammlung-besucher nach Waffen visitiert werden folltcn. De-Halb fiel fein Verhalten auf, fein Mantel wurde durchsucht, unb eS sand sich bann eine kräftige Hunde- peitsche mit geflochtenen Riemen unb eisernen Scharnieren, die fraglos als eine Waffe im Sinne de- Gesetze- anzusehen war. Der Angeklagte erkannte die Peitsche sofort al- sein Eigentum an; er will aber keine Ahnung davon gehabt haben, daß sie sich in seinem Mantel oe- sand, der seit Frühjahr 1930 nicht von ihm getragen worden sei nach AuSsage seines Vatersei sie seitdem zusällia in dem Mantel steckengeblieben. Diese Angaben ließen sich nicht widerlegen und eS fehlte deshalb an dem RachweiS, der Angeklagte habe sich mit dem Bewußtsein im Versammlungslokal befunden, die Peitsche bei sich zu tragen. Dieser RachweiS war aber zu einer Verurteilung erforderlich. Der Student wurde daher mangelnden Beweises für nicht schuldig erachtet; andernfalls hätte eine Gesang« nisftrafe von mindestens drei Monaten ausgesprochen werden müssen. Ein Arbeiter hatte in einer Wirtschaft nachts der« art schwer gezecht, daß er diese infolge seiner Trunkenheit nur in Begleitung zweier Gäste, die ihn führten, verlassen konnte. Er riß sich aber plötzlich los, und diese hörten gleich darauf das Geklirr einer eingeschlagenen Scheibe. Ein Feuermelder war zertrümmert worden. Täter konnte nach den Zeugen- aussagen nur der Angeklagte sein. Er erklärte aber, von dem ganzen Vorfall nichts zu wissen. Dies mag bei seiner schweren Trunkenheit vielleicht richtig fein. Aber beim Begehen feiner im hohen Grade verwerflichen Handlung, die leider nicht vereinzelt dasteht, wußte er offensichtlich recht wohl, was er tat, denn er ergriff sofort darnach die Flucht. Auch war der unmittelbar an einem Haus angebrachte Feuermelder, zumal bei Dunkelheit, schwer zu erkennen gewesen. Immerhin mag er infolge feiner Trunkenheit sich der Tragweite seiner Handlungsweise — die Feuerwehr war unnützerweise er|d)ienen — nicht ganz bewußt gewesen sein. Er erhielt eine namhafte Gefängnis st rafe. Strafkammer Gießen. • Gießen, 25. Sept. Ein Metzger aus Friedberg hatte fein Geschäftslokal mit Inventar verpachtet und dabei in der Absicht, einen höheren Pachtzins zu erzielen, der Wahrheit zuwider einen wöchentlichen Umsatz vorgespiegelt, hinter dem der tatsächliche verbrauch um mehr als die Hälfte zurückblieb. Auch die behauptete Zahl von festen Kunden stellte sich als falsch heraus. Der Pächter, der den falschen Angaben vertraute und den Pachtver- trag abschloß, verlor den größten Teil seines in das Geschäft gesteckten Geldes. Wegen Betrugs wurde der Verpächter durch das Amtsgericht Friedberg zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Zum Zwecke seiner Freisprechung verfolgte er gegen dieses Urteil Berufung, die nur insoweit Erfolg hatte, als das Berufungsgericht mit Rücksicht auf feine bisherige Un- bestraftheit gegen ihn auf eine Selb ft rafe von 6 0 Mark evtl. 6 Tage Gefängnis erkannte. Mr en Der Nuhrdergbau liefert für Haushalt, Gewerbe und Industrie Wuhr-Gasflamm- Ruhr-Fett-, Ruhr- Eß, und Ruhr-Anlhrazitkohlcm; feine Förderung um. faßt hiermit sämtliche befatwte Steinkohlenarten, so daß nach den jeweiligen Bedürfnissen und ben vorhandenen Oefen eine beftyeignete Wuhrkoble aus- gewählt werden kann. Weben dieser Mannigfaltigkeit beruht aber die Ueberlegenheit der Ruhrkohle vor allem auf ihrem hohen Heizwert, verbunden mit dem geringen Asche, und Wassergehalt, so daß der verbrauch gering und damit die Heizkosten niedriger würden. Bel der Gelegenheit fei auf das der heutigen Ausgabe des Gießener Anzeigers beiliegende Werde, blatt über Ruhrkohlen hinaewiefen. 5865V Ein Landwirt war wegen gefährlicher Körperverletzung und wegen Waftcnmißbrauchs durch das Amtsgericht Bübingen zu 3 Monaten und 2 Wochen Gefängnis verurteilt worden. Er hatte an einer Ber» fammlung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei teilgenommen und einen Spazierstock aus Stahl mitgenommen. Auf dem Wege zum Versammlungslokal will er von politischen Gegnern angerempelt, bedroht und geschlagen worben sein. Um sich zu wehren, schlug er mit seinem Stock um sich unb traf dabei einen unbeteiligt Dastehenden nicht unerheblich am Kopfe. Wahrend das Berufungsgericht ber Ansicht war, daß der Angeklagte Insoweit in Notwehr gehandelt hat, war es anderseits der lieber Beugung, daß ber Angeklagte den Stock in der Absicht mitgenommen hatte, um sich da- mit bei einem evtl. Angriff zur Wehr zu setzen. Auf seine Berusung wurde der Angeklagte wegen Körperverletzung freigesprochen, im übrigen oper wurde das wegen Wassenmißbrauchs auf drei Monat Gefängnis lautende erstinstanzliche Urteil bestätigt unb die Einziehung des Stocks an- gcon.net Oie Wetterlage. Qwonemoi o «eiter. <> mro oeeetit e woitug • » Ichnee AOraupeiii ■ *tt>cl X 4rwnifr.(§)uinflS|inLO, vrw «rette« Olt neuigc« tUdioowtsi ilureaOO *tor«w<>l Oi« «lene fliegen mit dem Winde. Pit oeiden lunonen dienenden leV «n geben die Temperatur an. Pie Linien verDmden Ort« eil gltKOue auf neereimeeau untgeraihnel«» LutidrucC Wettervoraussage. Durch allgemeinen Luftdruckfall bat sich einerseits das Hochdruckgebiet abgeflacht^ anderseit- ift die Skandinavien-Störung südlich bis zum deutschen Ostseeküstengebiet vorgestosien. Mit ihr sind polare Luftmassen nach Deiztschland gelangt. die die Hochdruckwetterlage schnell zum Schwinden gebracht und im östliche» Deutschland erhebliche '^iederichläge verursao-t haben, ,'iuch in unserem Bezirk beginnt daS Welter bereit! einen veränderlichen Charakter anzunehmen, toal sich durch Zunahme der Luftbewegung und rasch wechselnde Bewölkung bemerkbar machte, ohne daß biS jetzt nennenswerte Regenfälle auftraten. Da aber an der Rückseite des TiesS die Rord- westlustzusuhr anhält, wird es auch bei unS zu Riederschlägen kommen, die ato Schauer auftreten. Die Temperaturen gebar etwas zurück. Vorhersage für Dienstag: llnbeftän* digeS Wetter, wechselnd bewölkt mit vorübergehender Aufheiterung, etwas kühler, vereinzelte Regenschauer. Vorhersage für Mittwoch: Weiterhin wechselhaft mit einzelnen Riederschlägen. Lusttemperaturen. Am 27. September mittags 13 6 Grad Celsius: abends 8 7 Grad O'm 28. September morgens 9,8 Grad. Maximum 13,7 toiao, Muumum i,9 u>rao. Sonnen chemdauer 7 Stunden. (Schluß des rebaktlooellen Teils.) drehen SHELL AUTOOEL M icren 28 2 33 45 Deutsche Staatspartei iLieferwagensowie ein Kleinwagen I nünitto zu verkaufen. 6^20 D Verlobie 05540 Restauration B. Dippel BrOhl'sche Druckerei, Gießen, Schulstraße 7, Anruf Nr. 2251 6418 V ÄpfelwemfSssev Schwache Nerven Dienstag,den 29.Sept, 20*/?Uhrim Aquarium Marktplatz Schulstraße Hilde Reuter Karl Sondheim Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der Brühl’schen Druckerei eeaohmeokvoll I Vornehm I Persönlich I Chefarzt Dr. ß. H. Knüsli und Frau Dr. Lilli Knüsli, geb. 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Verarbeit. 58.-, 72.-, 85.- und höher Mitgliederversammlung Tagesordnung: Die Landtagswahl In Anbetracht der Wichtigkeit derTages- Ordnung bitten wir u.vollzähligen Besuch Der Vorstand. 3C0 Millionen des Sdjulbner hinaus erhöht t M MMtz. von btt Skt weder inbitiib Falle kann! Zahlung des Bcrülisichtigu solche Ablösu GrundeigeMü Hhpdlhekenda kreditinftitute indem die A schreibungen i Hhpothekenba für von diese des einmalige llarden Mark lichen Weise vom Hausbes |aae Ingenieur-Schule \ u?.. MascmnenoauEtertro- tecnnit.Hoca-u.nefDao. Toainoustrte. Setreeere sitcht Dom j "ur an Äur ife foni>e; Wem Ai. jWft (nfr Gott dcgn Allmächtigen hat es gefallen, unsere Hebe Mutter Frau Käthe Peppier Im Alter von 59 Jahren zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen t Karl Peppier Elisabeth Kießelbach, geb. Peppier Gießen, Marburger-Straße 25, den 26. September 1931. Die Beerdigung findet Dienstag,den 29,Septemb.,nachmittags 2Uhr statt. Unsere Kleidunö sprich! für sich Vereine | „Damen-Verelnlgung 1877/78 Donnerstag, d. 1. Oki. nachm. 21/, Uhr gemeins.Spazlergang nack dem Schiffen- berg. — Treffpunkt: UniversilätS-Biblio- lhek. Bet schlechtem Wetter abds. 8 Uhr Stadt Main». [95MI Der Vorstand ’ri««»»'"8® Ss (ieqt das an her einnial Im Westen nichts Neues jeder Deutsche mufi diesen Film seheni Jeder Deutsche kann diesen Film seheni Nur noch einige Tagei Dir suchen für dpn Kreis Gießen per sofort einen für den Verkehr mit den Mittelstandskrelsen geeigneten Wevbebeamten für unsere Smi-nJeMnngsotMemg mit SeWniW Reichliches Adreffenmatarial steht zur Auswertung zur Verfügung. Dir gewährest gute Äezüge vom ersten Tage an ohne Probezeit. Gründliche theoretische und praktische Einarbeitung. Einwandfreie Bewerber - auch Aichtfach« 1eufe - belieben ausführliche Angebote einzureichen unter P. 2485 an Annoncenkoch, Frankfurtmain. Klnderheilstätte Harzgerode z. Z. 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Der Streit um die Hauszinssteuer ist ebenso alt, wie diese Steuer selbst. Als die dritte eteuernoy>er. orbnung im Februar 1924 die Hauszinssteuer unter dem Namen ..Geldentwertungsausgleich bet bebauten Grundstücken- einführte, schrieb man ihr allgemein nur ein verhältnismäßig kurzes Dasein, zu. 6te wurde alsFremdkörperimdeutschenSteuer- f n ft e m empfunden und ist es bis heute geblieben. Wenn sie sich trotzdem solange behauptet hat, so liegt das an dem natürlichen Beharrungsvermögen jeder einmal eingeführten Steuer, zum anderen daran, daß ihre Ertrage zum großen Teil in enge Zweckoerbindung mit bestimmten sozial- und wirt- schastspolilischen Bestrebungen (Förderung der Neubautätigkeit) gebracht wurden, und schließlich ander Hohe ihres Aufkommens, das ihr einen hervorragenden Platz in der Größenordnung der deutichen Steuerarten einbrachte und sie in den Haushaltsplänen der ossentlichen Körperschaften bei deren ständig steigendenl Finanzdedars alsbald unent behrlich erscheinen ließ. Um welche Summen es sich habet handelt, sieht man am besten daran, daß die Hauszinssteuer bei einem veranlagten Betrage von etwa 2 Milliarden Reichsmark bisher jährlich rund 1600 Millionen Reichsmark erbracht hat. Bon der ursprünglichen rechtlichen und moralischen Begründung der Hauszinssteuer ist dabei nur noch wenig die Rede. Wenn man sie überhaupt moralisch begründen wollte, so war die einseitige Erfasiung des Geldentwertungs gewinnes bei bebauten Grundstücken, dem doch die entsprechenden Der- l u st e auf feiten der Hypothekengläubiger gegenüber, standen, ohnehin anfechtbar. Heute kann davon auch ernsthaft keine Rede mehr fein, nicht nur weil der Gewinn aus Inflation und Aufwertungsgefetzgebung heute mehr oder weniger langst ausgeglichen oder weggesteuert sein dürste, sondern auch, weil die wirtschaftliche Lage des Hausbesitzes durch Wertvermmde. rungen ufro. sich inzwischen entscheidend g e ä n d e r t hat. Hierin liegt auch der Hauptgrund dafür, daß eine Aenderung der Hauszins st euer dringend notwendig ist. Vorschläge hierfür sind der Reichsregierung und der Oessemlichkeit in stattlicher Anzahl oorgelcgt worden. Sie flammen aus den Lagern aller Kreise, die in der Gesetzgebung und Verwaltung ober m der Wirtschaft als Grundstücksbesitzer ober als Mieter, als Steuerberechtigte ober als Steuerzahler an Dem Schicksal her Hauszinssteuer ein Interesse haben. Am bekanntesten ist wohl her Vorschlag geworben, ben her Zentraloerband Deutscher Haus- und Grundbesitzervereine kürzlich auf seiner Tagung in Würzburg der Öffentlichkeit unter, breitet hat (sog. Humor-Vorschlag), und der auch im Vordergründe der Erörterungen bei der Reichsregie. rung zu stehen scheint. Er läuft im wesentlichen auf folgendes hinaus- Die Hau-zinSsteuer wird am 1. Uanuat 1932 aufgehoben. An ihre Stelle tritt eine Rentenzahlung (EtaatSrente). Die Rente beträgt 5 Prozent vom dreifachen Betrage der bisher veranlagten HauSzinSsteuer. Bei etwa zwei Milliarden Mark veranlagter Steuer find vaS 5 Prozent von sechs Milliarden Mark gleich 300 Millionen Mark jährliche Rente. Aus Wunsch deS Schuldners kann die Rente über 5 Prozent hinaus erhöht werden: der Mehrertrag dient dann zur Tilgung. Die Rente soll, zum Unterschied von der Steuer, ablösbar sein, ünb Zwar ent* weder individuell oder gar generell 3n ersterem Falle kann sie abgelöst werben durch einmalige Zahlung des zehnfachen Grundbetrages unter Berücksichtigung etwaiger Tilgungen. Kann eine solche Ablösung nicht aus eigenen Mitteln deS Grundeigentümer« oder auS neu aufgenommenen Hypothekendarlehen erfolgen, so sollen die Real* Irebitinftitutc die generelle Ablösung übernehmen, indem die Rente als Deckung neuer Schuldverschreibungen verwandt wird. Das Reich soll den Hypothekenbanken die Rente überlassen und da* für von diesen 7proz. Goldpsandbriese in Höhe deS einmaligen Ablösungsbetrages, also drei Mil* liarben Mark erhalten, die es wohl in der üblichen Weise verwerten soll. Die Rente wird vom Hausbesitzer getragen und darf nicht auf die Mieter umgelegt werden. Verlangt wird dagegen, daß die WohnungSzwangS- wirisch ast aufgehoben wird und weder neue Steuerbelastungen deS Hausbesitzer noch der Mieter (Wohnraumsteuer) erfolgen. Die ersten beiden Gesichtspunkte ergeben sich auS der Zweckbestimmung der Hauszinssteuer, deren Ertrag bislang rund zur Hälfte für den öffentlichen Finanzbedarf, zur anderen Hälfte zur Förderung deS Wohnungsbaues mit ßffenHieben Mitteln Verwendung fand. Bon dem Wohnungsbauanteil wurde auf Grund der Rotverordnung vom 1. Dezember 1930 die 'Hälfte abgezweigt zum Zwecke der E e n k u n g der Realftcuem. Für den Wohnungsbau verblieben danach für 1913 noch 400 Millionen Mark. Für den Finanzbedarf sind weiterhin 800 Millionen Mark geblieben; im nächsten Jahr wird aber infolge deS zu erwartenden Rückganges der Hauszinssteuer (Ausgleich für die Erhöhung der Aufwertunaszinsen) auch hier eine Minderung eintreten. 3n den Haushaltsplänen der Länder und Gemeinden ist also mit neuen Fehlbeträgen zu rechnen. Immerhin wird zur Bcr- toenäung für den öffentlichen Bedarf noch mit einem Betrage tfbn rund 700 Millionen Mark zu rechnen fein. Es handelt sich also um Beträge, die in unserer össentlichen Finanzwirtschaft heute nicht einfach gestrichen werden können. Der Humar- Borschlag macht sich auch anheischig, in der Endwirkung zum mindesten den gleichen Ruhen herbeizuführen, und zwar mit 300 Millionen Mark durch die Rente, zum restlichen Teil durch die erheblichen Ertragssteigerungen, we.che die 03.fei* tigung der Hauszinssteuer bei anderen Steuern zur Folge haben soll. Daß solche Ertragssteigerungen zu erwarten sind, ist gewiß. Aber man muh sich doch sehr hüten vor überschwänglichen Hoffnungen. Die Erwartungen, die durch verschiedene in der Öffentlichkeit zirkulierende statistische Dench- nungen über einen vollenAusgleich des entstehenden Hauszinssteueraus ails geweckt werden, sind leider zu schön, um wahr zu sein. 3n Wirklichkeit ist nicht daran zu zweifeln, dah bei unveränderter Durchführung des Humar-Vorschla* ges zunächst einmal ein erheblicher Fehlbetrag entstehen würde, und unter Berücksichtigung der gesamten finanziellen Lage der öffentlichen Körperschaften muh leider auch damit gerechnet werden, dah zu seiner Deckung andere Steuerarten stärker angespannt oder neue Steuern eingeführt werden. Die Rotverordnung vom 1. Dezember 1930 schasst auch schon die Möglichkeit zur Einführung einer solchen Steuer, und zwar Der Wohnraum st euer. Auch von einer Erhöhung der Umsatzsteuer, der Krisensteuer und der Bürgersteuer ist die Rede. Gegenüber solchen Möglichkeiten muh die Allgemeinheit sich von vornherein mit aller Deutlichkeit zur Wehr setzen. Ein Umbau der Hauszinssteuer, der zwar eine nominelle ßaftenfentung bringt, gleichzeitig aber andere Steuererhebungen nach sich zieht, ist finanzpolitisch nichts nütze. Er ist darüber hinaus gefähr- lich, da eine solche Steuerumlagerung nach Lage der Dinge aller Voraussicht nach die ohnehin zu ungun- ften der Mittelschichten bestehende Ungerechtigkeit in der Verkeilung der deutschen Gesamtsteuerlast nur noch verschärfen würde. Gerade aus dem letz- teren Grunde muß insbesondere der Ersatz der Haus zinssteuer durch eine Wohnraumsteuer nachdrücklich abgelehnt werden. Bei alledem wird ferner davon ausgegangen, daß die Lastenermäßigung aus der Neuordnung der Hauszinssteuer dem Hausbesitz belassen wird. Das ist aber noch keineswegs sicher. Einmal erheben d i e früheren Hypothekengläubiger immer wieder den Anspruch auf Wiedereinsetzung in ihre vollen Rechte, wozu sie den Zeitpunkt jetzt als ge- kommen erachten. Zum andern verlangen d i e Mieter, dah der Abbau her Hauszinssteuer ihnen in Form von Mietermäßigungen zugute komme, und gleiches erstreben die Streife, die damit neueLohn. und Gehaltssenkungen verknüpfen möchten. Folgt man diesen Bestrebungen, so gefährdet man aber das Ziel einer Verbesserung her Rentabilität des Hausbesitzes und die von dieser Grundlage aus erhoffte Belebung her Wirtschaft, namentlich der Bau- und Daunebengewerbe. Auch an übermäßig gedrückten Löhnen har das Handwerk ebensowenig Cmtereffe wie an überhöhten. Eine Fülle von schwierigen Problemen' Fast noch schwieriger liegen die Dinge bei dem Teile der Hauszinssteuermittel, der zur Finanzierung des Wohnungs. b a u e 5 bient. Gebaut sind mit Hilfe dieser Mittel bislang etwa zwei Millionen Wohnungen Bei aller Anerkennung behen, was damit auf Teilgebieten zur Behebung der Wohnungsnot und zur Beschäftigung der Wirtschaft erreicht wurde kann man sich heute der Erkennmis nicht verschließen, dah die staatliche Wohnungsbaupolitik der Nachkriegszeit schwere Nach, teile mit sich gebracht hat. In kreditpolitischer Hinsicht würde die Neuordnung der Hauszinssteuer nach den Humarschen Dor- schlügen zweifellos eine erhebliche Weristeigerung des Althausbesitzes und somit eine wesentliche Besserung einer der wichtigsten firebitgueHen für die mittelsiandische Wirlschast mit sich bringen. Entscheid dend ist aber die Frage der finanziellen Durchführbarkeit, und hier sind die Aussichten leider recht problematisch. Grundsätzlich ist von jeder Neuordnung der Hauszinssteuer zu verlangen, dah sie entscheidend dazu beiträgt, den Haus- besitz wieder rentabel zu gestalten, und daß sie dem Hausbesitzer die sichere Möglichkeit gibt, durch Sparsamkeit von der Belastung seines Grundstückes endgültig herunterzukommen. Bei der praktischen Durchführung wird man aber notwendigerweise den oben geschilderten finanzwirtschaft!- und kreditpoli- tischen Möglichkeiten und Bedingtheiten Rechnung tragen müßen. Das gilt für die Stellungnahme der beteiligten Streife und im verstärkten Maße für die Reichsregierung, in deren Händen die Entscheidung darüber liegt. Baugenossenschaft 1894 Gießen. Die diesjährige Hauptversammlung der Baugenossenschaft 1 8 9 4 sand am Samstagabend im GcwcrkschaftShauS statt. Der Dor- fihende des Aufsichtsrats. Direktor O. Bergen, führte u. a. aus, dah sich die Hoffnungen auf eine Besserung der Verhältnisse im Gfchästsjahr 1930 leider nicht erfüllt haben. Man muhte sich darauf beschränken, die Fertigstellung der 1929 begonnenen Bauten in her Liebigstrahe, am Aulweg iWohnhos) unb am Günthcrsgraben durchzuführen. Auch für die nächste Zeit seien die Aussichten auf Wiedereröffnung der Bautätigkeit sehr gering. Der Geschäftsbericht für das Jahr 1930 wurde von dem Borfihenden des Vorstandes, H. Fourier, erstattet. Es waren bereits neue Pläne auggearbeitet, die aber durch die Ungunst der Verhältnisse nicht zur Ausführung gelangen konnten. Der hohe Zinssuh von 8 und 9 v. H. habe es unmöglich gemacht, neue Wohnungen zu erstellen, denn hierdurch wären die Mietsätze zu hoch und für viele Mitglieder unerschwinglich geworden. Man hoffe, im 3 ah re 1932 wieder neue Bauten zu erstellen, denn die vorhandenen Bauplätze mühten ihrer Bestimmung zugeführt werden. Dazu sei dringend erforderlich, die zum Teil noch offenen Geschäftsanteile aufzufüllen, denn mit diesen Geldern liehen sich wohl einige Reubauten errichten. Die Kosten für Reparaturen wurden im Berichtsjahre aus Sparsamkeitsgründen aus das Rotwendigste beschränkt. Den Kassenbericht gab der Rechner H. Wölser. Danach beträgt die Aktiva: An Kapitalienkonto 638,20, 3m- mobilienkonto 2 286 394,26, Hypothekenkonto 3840, 3nventarkonto 10, Kassakonto 1398,70 Mk.; Passiva: Per Geschästsanteilkonto 99 460, Anleihen- konto 1 967 744,37, Spareinlagenkonto 19 872,27, Reservefondskonto 8169,83, Spezialreservefondskonto 80 285,50, Aufwertungskonto 32 719,67, Strahenbeitragskonto 25 439,96, Dürgersteigbei- tragskonto 6400, Häuserunterhaltungskonto 27 632,05, sonstige Schulden 9366,80, Gewinnsaldo 14 890,71 Mk. Aktiva und Passiva stehen sich mit 2 292 281,16 Mk. gegenüber. — Die Gewinn- und Berlustrechnung ergab: Soll Zinsen für aufgenommene Kapitalien 80 259,77, Zinsen für Spareinlagen 932, Steuern und Abgaben 34 353,26, Berwaltungskosten 3460, sonstige Ausgaben 2997,58, Unterhaltungskosten für Wohnhäuser 26 449,80, Zuweisung zum Konto .Sonstige Schulden" 9816, Abschreibung auf die nach 1923 erbauten Häuser 11 962, Abschreibung auf 3n- ventarkonto 650, Gewinnsaldo 14 890,71, zusammen 185 772,11 Mk.; Haben: Zinsen von Restkauf- fchillingen 900, Zinsen von ausgeliehenen Kapitalien 4263,35, Miete von Wohnungen 173 127,33, sonstige Einnahmen 7481,43, zusammen 185 772,11 Mark. Der Mitglieder st and betrug Ende 1929 : 805, Zugang in 1930: 44, Abgang 45, Mitgliederstand Ende 1930: 804; Mitgliederguthaben Ende 1929: 83 988,12 Mk., Ende 1930 : 99 460Mk.; Haftsumme der Mitglieder Ende 1929: 191 200 Mark, 1930: 191 000 Mk. Die einzelnen Posten wurden vom Rechner eingehend erläutert. Vie Aussprache 3n der Aussprache führte StadtratSmit- alicd A Mann u. a. aus, daß die Baugenossenschaften schlimmen Zeiten entgegengehen. Die Deflation ziehe auch die Baugenoffenschasten mit in ihre Kreise. Durch die Senkung der Baukosten, Baustoffe usw. würden sich die Bauten der Ge- nossenschast heute um etwa 300 000 Mark billiger erstellen lassen. Die Verhältnisse in der Wohnungswirtschaft würden von Jahr zu Jahr schwieriger, auch die Zinssätze für Daudarlehn würden voraussichtlich höher. Die Frage der Mietsenkung dürfte erst in späterer Zeit aktuell werden. Der zur Zeit hohe Zinsfuß erlaube das Bauen nicht. Stadtratsmitglied Th. S ch w i c b c r äußerte sich in ähnlichem Sinne. Die Stadt Gießen habe eine große Summe der Gebäudesondersteuer noch nicht bekommen, daher sei von ihr kein billiges Geld zu erhossen. Don mehreren Rednern wurde die Errichtung eines Kinderspielplatzes in dem Wohnhos am Aul- weg befürwortet und die Aufwertungssrage hinsichtlich der Geschäftsanteile besprochen. Auch die Frage der Mietpreisfenkung wurde dem Vorstand zur Prüfung empfohlen. Dem Vorstand und Aufsichts- rat wurde aber auch von allen Seiten volle Anerkennung und Dank für die geleistete Arbeit gezollt. Der Vorstand wird den geäußerten Wünschen in entsprechender Weise nähertreten. Die Herren Direktor D. Bergen unb Schneider haben die Rechnung geprüft, Belege und Bü- cher in bester Ordnung befunden. Die von ihnen beantragte Entlastung des Vorstandes und Aufsichtsrats wurde einstimmig erteilt. Die Beschlußfassung. Der vom Vorstand vorgeschlagenen Verteilung des Reingewinns von 14 890,71 Mark wurde zugestimmt. Die durch Notverordnung erlassenen gesetzlichen Bestimmungen über die Gemeinnützigkeit der Baugenossenschaften sehen u. a. auch die Festsetzung des Geschäftsanteils und der Haftsumme auf je 300 Mk. vor. Die hierdurch erforderlich werdende Satzungs- änberung würbe gutgeheißen; sie soll einer in Kürze ftattfinbenben zweiten Versammlung zur erneuten Beschlußfassung unterbreitet werben. Die Wahlen zum Vorstanb unb Aufsichtsrat ergaben bie Wieberwahl der ausscheibenben Mit- glieber: H. Fourier, Hamann unb E. Miil» I e r (Vorstand) und Ä u h l, Joses Maier und Th. S ch w i e d e r (Aufsichtsrat). Taten für Montag, 28. Leptember. 1803: der Maler Ludwig Richter in Dresden geboren; — 1864: der Maler Arthur Kampf in Aachen geboren. Taten für Dienstag, 29 September. 1758: der englische Admiral Nelson in Burnham- Thorpe geboren; — 1815: der Maler Andreas Achenbach in Kassel geboren; — 1913: Ingenieur Rudolf Diesel gestorben. Theater-Werbeiag. Vortrag, Prolog und Einakter. .... Wir brauchen eine neucr'iche Erweckung der alten deutschen Liebe zum Theater ..." Stefan Zweig. 3n wenigen Tagen beginnt die neue Spielzeit unseres Theaters. Es wird die schwerste und kritischste sein, die wir seit seinem Bestehen gehabt haben. Es wird um Leben und Sterben gehen. Und unsre Bühne wird ganz auf sich selber gestellt sein. Die Rot ist groß; darüber braucht kein Wort mehr gesagt zu werden. Aber der Mensch lebt nicht vom Brot allein, und ein Volk kann nicht nur an Hunger und Arbeitslosigkeit zugrunde- gehen sondern auch an geistiger Verödung unb seelischem Riederbruch. Wir brauchen Äunft, und wir brauchen das Theater als deren lebendigstes unb breitestes Forum — in Rotzeitcn mehr denn je. Dieser Erkenntnis zu dienen und aus ihr jeden einzelnen entschlossen, tatkräftig und opferbereit die Folgerungen ziehen zu lassen: war der Sinn der Veranstaltungen des gestr gen Thcater-Werb> tages. Die RachmittagS-Dorstellung wurde eingeleitet durch einen Vortrag des Chefredakteurs Dr. Oskar Goetz vom .Deutschen Thcatcrdicnst" in Berlin über »DasTheater in dieserZeit". An- knüpsend an die gehaltvolle Rede des hessischen Staatspräsidenten Tr. Adelung beim Jubiläum der Dühnengenossenschast in Frankfurt schilderte der Vortragende die Grundlagen der sattsam bekannten Theaterkrise in gegenwärtiger Wirt- schastsnotzeit. Er erläuterte die Prinzipien dos Pachttheaters und die Probleme der Etatsgestaltung' er sprach von der keinen Vergleich duldenden Eigenart des deutschen Theaters, der immer deutlicher erkennbar werdenden neuen Klassiker-Blüte und vom Theater als populärster Bildungsstätte — trotz Rundfunk und Film. In weitausholenden Darlegungen sprach Dr. Goetz ferner vom idealen Theaterbesucher, von den psychologischen Voraussetzungen der Schauspielkunst und der Theaterwirkung. Auch in Gießen, wie überall in ganz Deutschland, braucht das Theater Besucher und Abonnenten. Versagt diesmal das Publikum, so droht uns die Schließung der Bühne, — noch ehe das Iubiläumsjahr erreicht ist. Zuletzt wurde eindringlich hingewiesen auf die ehrenvolle Sonderstellung der Gießener Bühne in Deutschland, und aus den Opfersinn des einheimischen Bürgertums, das in glücklicheren Zeiten unser Theater geschaffen hat. Anschließend rezitierte Beatrice Doering einen formschönen Prolog von Alfred Bock: Bekenntnis zur hohen Kunst auch in den trüben unb schweren Zeiten der umwölkten Gegenwart; Gelöbnis der Treue zum Theater unb Ausruf zur tätigen Mitarbeit an seiner Erhaltung und seinem Fortbestand. Den Ausklang der Veranstaltung bildete die Ausführung des einaktigen Rokoko-Spiels „D e r verwandelte Komödiant" von Stefan Zweig, was zugleich als eine Huldigung zum 50. Geburtstage des Dichters gedacht war. Man sah unter der Leitung von Wolfgang Kühne eine belebte und temperamentvolle Inszenierung deS gerade an einem Werbetag für das Theater und die Schauspielkunst sehr sinnvollen und be- ziehungsrcichen Einakters; im Mittelp'. nkt die von echtem Schwung getragene Leistung Drucks in her Rolle des Komödianten. Maria Koch, Karl H e y s e r, Walter Michel und Maria Sachse rundeten das Ensemble ab. — Der Besuch am Rachmittag war miserabel: ein halbleeres Haus. Es hätte gerade gestern bis in die obersten Ränge hinauf beseht fein müssen Wir hoffen, daß trotzdem der Appell an die Freunde der Bühne und an „die alte deutsche Liebe zum Theater" nicht ungehört verhalle- Es geht jetzt ums Ganz«. hth. Oberhessischer Kunstverein. Jubiläums-Ausstellung Ernst Eimer. Der Oberhessische Kun st verein hat gestern, Sonntagvormittag, fein Haus am Brandplatz wieder geöffnet und die neue Ausstellungsperiode mit einer Kollektion von Werken des hessischen Malers Ernst Eimer (Frankfurt am Main, Groß-Eichen) eingeleitet. Es handelt sich um eine Iubiläurns-Ausstellung zum 50. Geburtstage des m Groh-Eichen bei Mücke geborenen Malers, der in Hessen wohlbekannt ist und auch bei uns in Gießen schon früher mehrfach mit Ausstellungen zu sehen war. Die vorliegende umfaßt Oelbilder, Aquarelle und Graphik und vermittelt, wie das bei einer Iubiläums-Ausstellung fein soll, einen Ueberblick über das bisherige Schaffen, die Grundlagen und Ausdrucksformen in Eimers Produktion. Wenn man die Schau im Ganzen auf sich wirken läßt, so empfindet man zunächst die starke Bodenständigleit und die heimatliche Gebundenheit dieser Malerei, welche an eine gute hessische Tradition anzuknüpfen bemüht ist. Die ßano- schast und das einfache, meist bäuerliche Volk von Hessen geben allenthalben die entscheidenden Grundmotive für Gemälde und Zeichnungen, welche formal, völlig unrevolutionär und sehr konservativ, bewußt in Gegensatz zu der neueren und jüngsten Entwicklung der bildenden Kunst gestellt sind. Zu den besten Stücken dieser für den Maler Eimer repräsentativen Ausstellung sind neben einigen, mit viel Liebe und Freude am lichten, unkomplizierten Kolorit aufgebauten Landschaften etliche größere Figurengruppen zu rechnen, deren genremäßige Form durch scharfe Charakterisierung und Beseelung der gewissermaßen handelnden Personen vertieft wird. Hierher gehören das .Tischgebet", das ein wenig an Bantzer erinnert, und die sehr pointierten »Kartenspieler", ein Bild, dessen schwere und gedeckte Farben eine recht geschlossene Wirkung ergeben. Der „Flötenspieler", das markante Selbstbildnis, und, in einigem Abstand, das Damenporträt in Rot, schließen sich an. Lockerer und heller in den Farben wirken frische Freilichtmalereien wie die »Häuser am Dach", die .Frühlingslandschaft mit blühendem Daum" und die .Vogelsberger Landschaft Fernblick". (Wir können hier begreiflicherweise nicht alle Arbeiten der reichhaltigen Schau zitieren.) Die oben gekennzeichneten Dilder werden ergänzt durch mehrere dekorative Stilleben, eine Reihe von Stücken kleineren Formats mit phantastischen und märchenhaften Motiven (.Heupferdchenreiter", »Gnom mit Maikäfer") und allerlei farbenfreudige Bildcrbuchillustrationen. Eines besonderen Hinweises bedürfen die charakteristischen, strichkrästigen Radierungen und Zeichnungen, welche das Gesamtbild dieser Ausstellung sympathisch abrunden. (.Volkslied", .Walzbrüder". .Pflüger", »Großmutter mit Kindern".) — Zum Schluß sei daraus aufmerksam gemacht, daß der größte Teil der ausgestellten Arbeiten verkäuflich ist. —y— Oie Heilsarmee im Zäger paradies. Der Tod des Missionars Myron Taylor im Sambesi-Tal, der kürzlich den durch einen Löwen erhaltenen Wunden erlag, führt wieder einmal deutlich vor Augen, welchen großen Gefahren die Gottesmänner in den afrikanischen Mis- sionSgebieten noch immer ausgesetzt sind. Rähe- res von diesem „Kriegsschauplatz" erzählt der Reisende Arthur E. Copping, der nach längerem Aufenthalt im Sambesi-Tal nach Hause zurückgekehrt ist. Er berichtet von den Taten und Abenteuern der Heilsarmee, die hier segensreich wirkt: „Menschen, die verzweifelt um ihre Rahrung kämpfen, mitten unter den Herden wilder Tiere, denen sie nicht selten zum Opfer fallen — das ist der stärkste Eindruck, den ich von den Verhältnissen am Sambesi mitnahm. Unter diesem Volk haben die Offiziere der Heilsarmee keine leichte Ausgabe; sie müssen ihnen nicht nur al« geistige Helfer, sondern auch als Retter und Beschützer dienen. So erzählte mir Leutnant Iacob Criemba, den ich in Masarnara Kraal besuchte, er müsse stets bereit fein, auf die Affen Iagd zu machen, die die Maisernte gefährden, und daneben gelte es auch, viele Hyänen und Wildschweine zu toten, ganz abgesehen von den Riesenschlangen. die er gelegentlich erlege. Kürzlich tarn ein alter Mann in großer Aufregung zu ihm, um zu melden, daß er nicht weit entfernt ein großes Krokodil in einem Teich ausgekundschaftet habe; die Bestie war augenscheinlich mehrere Meilen weit den Fluß hinaufgeschwommen in der Hoffnung, eine einzelne Frau ober ein Kind zu erbeuten. Der Leutnant machte sich mit drei anderen Heilsarmee-Leuten, die wie er mit Speeren bewaffnet waren, auf den Weg und hatte nach 10 Minuten das 12 Fuß lange Tier getötet." Bei dem Besuch der Station Madsika, einige Meilen landeinwärts auf der füdrhodesischen Seite, sand sich Copping plötzlich einem Rudel von Elefanten gegenüber und entdeckte die frischen Fußspuren zweier Löwen, die augenscheinlich dicht hinter menschlichen Fußspuren her waren. Sergeant Lazarus, den er hier antraf, erzählte, daß die Löwen bereits verschiedene Frauen von Madsika getötet hätten und dah vor zwei Tagen ein paar dieser Raubtiere an seinem Kraal erschien und beinahe ein Mädchen fortgeschleppt hätten, das Gras pflückte. Mit Speeren bewaffnet rückten die Heilsarmee-Leute gegen die Löwen aus, die sie durch den Lärm von Trommeln und das Rasseln von Zinnkannen vertrieben. Aus ver Provinzialhaupistadt. Gießen, den 28. September 1931. Große Zeit. Leben wir in einer großen Zeit? Nein, sagt der eine, denn es ist ein kleines Geschlecht, das ihr das Gepräge gibt. 3a, sagt der andere, denn es kündet sich Neues an, das vielleicht groß ist, vielleicht besser als das Bisherige. Und der Dritte sagt wohl: Keine Zeit ist groß oder klein an sich; die Menschen, die in ihr leben und wirken, gestalten sie zu dem, was sie kommenden Geschlechtern darstellt. Gewiß ist, daß erst unsere Kinder und Kindeskinder darüber entscheiden werden, ob die Gegenwart, die uns geschenkt ist, die Merkmale eines großen oder eines sich in Kleinlichkeiten verzettelnden Geschichtsabschnittes trägt. Denn wir Gegenwärtigen sehen nur das Nächstliegende, erkennen nur den Lag, in dem wir leben, und können uns allenfalls in Mutmaßungen ergehen, welcher Entwicklung wir entgegenstreben. 3mmerhin lassen sich aus dem, was wir erkennen, Schlüsse ziehen, welchen Kurs das Schifflein der Menschheit nehmen wird. Irrtümer — sie lassen sich nicht völlig ausschließen, und selbst dieser Zeit Spengler, der den Untergang der abendländischen Kultur Voraussagen zu müssen glaubte, muh sich gefallen lassen, daß man heute bereits seinen Begründungen und seinen Folgerungen zweifelnd gegenübersteht. Denn mögen auch manche Zeiterscheinungen dafür sprechen, daß der europäische Kulturkreis gefährdet ist, so stehen dem doch auch viele andere Bewegungen und Kräfteäußerungen gegenüber, die darauf hindeuten, daß sich ein neues Werden regt. Kraftvoll stößt dieses Neue dem kommenden Tag entgegen. Es geht durch Irrungen und Nöte mannigfaltiger Art, wie stets die Geburt eines Neuen mit Schmerzen vor sich geht. Es greift über ganze Völker hinweg und verschont nicht den Kreis der Familie. Vieles ist schon gefallen von dem, was veraltet, überlebt erschien. Und die vorwärtsdrängende Zeit wird noch manche andere Vorurteile beseitigen. Ein Gären ist in unseren Tagen, wie es kaum jemals vordem war, und der Schritt der Zeit scheint nicht mehr der gelassene Schritt zu sein, mit dem großes, weltgestaltendes Geschehen sich bewegt, sondern es scheint dahinzubrausen mit den Errungenschaften, die eine weit ausgreifende Technik verlieh. Aber es scheint nur so. Große Bewegungen innerhalb ausgedehnter Kulturkreise halten Schritt, sie lassen sich nicht beschleunigen und nicht hemmen. Völler können sich entgegenstemmen, und ihr Widerstreben dient doch nur dazu, den Gang der Ereignisse vollkommen zu machen. Wenn man allerdings den Blick auf die Tagesereignisse gerichtet hält, dann mag es nicht so scheinen, als ob ein gesundes Neues heraufkom- men will; denn da findet man au viel dessen, was Rückschritt bedeuten könnte und Abstieg. Losgelöst jedoch von dem Kleinen und Kleinlichen ergeben sich Cntwicklungslinien von einer Gröhe, die keinem Geschlecht vor uns mitzuerleben be- schieden war. Da sind soziale Umwälzungen von ungeheurer Gröhe, die allerdings bezahlt werden müssen mit Nöten kaum geringeren Ausmaßes; da sind Wandlungen in den Lebensformen, die auch nur Ausdruck sind der inneren Wandlung; da sind künstlerische Neuordnungen, die innerhalb kurzer Frist eine ganze Reihe von „Richtungen" hinfällig gemacht haben. Und sie alle sind nur Zeichen der großen Umwälzung, die das ganze Kulturleben umfaht. Unruhvoll, drängend und bedrängend ist unsere Zeit. Ob diese Eigenschaften uns gefallen oder nicht, hat nichts auf sich. Einzig darauf kommt es an, wie wir uns zu ihnen stellen. Und es ist Das bißchen Erde. Vornan von Richard Slowronnek. Copyright by I. Engelhorns Nachf., Stuttgart. 3 tfortleRung Nachdruck verboten Er entwand sich ihr sanft, aber seine Stimme klang rauh. ..Wird ichon alles werden, Mikchen" ... Der Wagen rollte die Dammallee entlang, in den Erlen zu beiden Seiten flöteten die Amselp, die am frühesten aufstanden von der ganzen Vogelschar an jedem Morgen. Und deutlich klang ihr Sang: Tirilit ... schon wieder wird es Tag ... Tag ... Tag ... die Sonne kommt, die liebe Sonne, Sonne ... tirilit ... tirilit ... Peter Nägelein zog die Decke fester um die Knie, ihn fror in der Morgenkühle. Und er begann halblaut zu sprechen, damit der alte Diener und der Kutscher auf dem Bocke ihn nicht Horen sollten. „Lieber Herr Graf, das ist ja verrückt, was wir da tun! Ganz unsinnig! Sie haben Ihre Genugtuung weg, mögen die beiden andern sich selbst helfen, jetzt! Und ich kann mir's nicht anders denken: Sie wollen sich den beiden als Scheibe hinstellen I Um ein sogenanntes ehrenvolles Ende zu finden. Aber das ist doch Unsinn! Sie können doch noch was machen aus Ihrem Leben! ... Etwas Nützliches! Ueberlegen Eie sich's doch, wir werden schon was 'raus- kriegen" ... Malte schüttelte den Kopf, steckte sich die ausgegangene Zigarre wieder an. „Da ist nichts mehr zu überlegen, das hab' ich alles heute nacht besorgt — gründlich! Soll ich vielleicht Steine kloppen gehen an der Chaussee? ... Viel mehr habe ich nicht gelernt! Ob durch meine eigene Schuld oder die eines andern — das ist jetzt egal. Ich bin ein gang nutzloser Mensch, es ist kein Platz für mich da auf der Welt! ... Im übrigen aber sind Sie im Irrtum: ich selbst werde meinem Leben ein Ende machen, mit eigener Hand, wenn es an der Zeit ist, diese Ehre gönne ich keinem andern. Die beiden aber da, die auf mich warten, die schicke ich voran. Den einen, weil er ein nichtswürdiger Schädling ist, der mir vergiftet und besudelt hat, was mir eine Weile das Höchste und Heiligste auf der Welt war ... den andern, weil er einmal als Pharisäer sich über mich erhoben hat! Da beißt keine Maus einen Faden von ab, Schluß, aus! ... Und jetzt, bitte, keine unnützen Volksreden mehr! Ich brauche meine Ruhe wie ein Stückchen Brot — was jetzt kommt, ist kein Kinderspiel" ... Der Wagen hielt zwischen hohen Buchen- stammen, die Herren von der Gegenpartei warteten schon. Es waren ihrer eine ganze Menge, die große Ausgabe des gegenwärtig tätig wirkenden Geschlechtes: Die Zeichen der Zeit verstehen und den Erfordernissen gerecht zu werden trachten. Gewiß wird es den Menschen der Gegenwart nicht leicht gemacht. Aber es ist schließlich keiner Generation das Leben leicht gewesen. Sie alle haben ihre Sorgen getragen und sich mit Nöten herumfchlagen müssen. Ganz besonders aber hart angesaht werden Menschen einer Zeit, die zu neuen Formen und neuen Inhalten strebt. Jede Zeit findet auch ihre Menschen, die entweder kraftvolle Former und Träger des Neuen sind, oder nicht die Kraft aufbringen, um dem Neuen, daö sich ans Licht drängen will, den Weg zu bereiten. Es ist nicht zu hoffen, daß die Menschheit der Gegenwart versagt, wenn es gilt, das Neue mit fetter Hand zu formen, so zu formen, daß es das Bessere sei. Findet die Zeit ein großes Geschlecht, dann ist sie auch groß. Daß wir Heutigen berufen sind, das Gepräge zu geben, kann das nicht auch mit Stolz erfüllen? r. Radikal-Demokratische Partei. In einer Versammlung der Radikal-Demokratischen Partei sprachen am Freitagabend in der Turnhalle am Oswaldsgarten Professor Quidde und der hessische Landtagsabgeordnete Reiber. Prof. Quidde befaßte sich lediglich mit außenpolitischen Fragen. Seit dem 14. September, so führte er aus, habe das Wort „aktive Außenpolitik" den Charakter eines Schlagwortes erhalten. Die extremen Parteien in Deutschland verbänden mit diesem Worte immer nur die Vertretung deutscher Wünsche, ohne Berücksichtigung der Meinung jener Länder, mit denen man Außenpolitik machen wolle. Der erste Versuch einer aktiven Außenpolitik sei die Schaffung der Zollunion gewesen, mit der man Schiffbruch erlitten habe, da Frankreich in seiner Angst vor dem Zusammenschluß Deutschlands und Oesterreichs alle Mittel in Bewegung gesetzt habe, die Zollunion zu verhindern. Man hätte sich darüber vorher klar sein müssen, denn der Anschlußgedanke Deutschland-Oesterreich habe für die Franzosen die Wirkung eines roten Tuches. Das überraschende Auftauchen des Zollunionsplanes habe indirekt zu einer Vertrauenskrisis geführt, die in den wirtschaftlichen Erschütterungen der jüngsten Zeit ihren Ausdruck gefunden habe. Die nächsten Ziele einer aktiven Außenpolitik müßten die Ueberwindung der Wirtschaftskrise und das Problem der Weltabrüstung sein. Hierfür sei internationale Solidarität die erste Voraussetzung. Ohne Gemeinschaftsgeist fei die Krise nicht zu beheben und eine Abrüstung nicht durchzu- führen. Deshalb müsse die Forderung nach 23er- ftänbiguna aufrechterhalten bleiben. Die Atmosphäre dürfe nicht durch dauerndes Säbelrasscln gestört werden. Vielmehr sollten den Franzosen goldene Brücken für einen ehrenvollen Rückzug aus den Sackgassen der verfehlten Rüstungspolitik gebaut werden. Nachdem der Redner noch eingehend den Völkerbund und seine Bedeutung für den Weltfrieden erörtert hatte, betonte er zum Schluß, daß die In- tereffen der deutschen Außenpolitik nicht auf dem Boden der Kraft, sondern nur mehr auf dem des Rechtes verfochten werden könnten. Landtagsabgeordneter Reiber gab eine Darstellung des Wesens und der Ziele der Radikal- Demokratischen Partei. Die Partei setze sich für den heutigen Staat ein, für das demokratische System. Das Wort „Radikal" habe in diesem Zusammenyang nicht den Sinn des Revolutionären, sondern mehr den des Konservativen, da die Partei Bestehendes erhalten und ausbauen wolle. Die Demokratie sei die einzig mögliche Staatsform des modernen Menschen. Die Diktatur als Regierunasform der Unmündigen sei eines Volkes der Dichter und Denker nicht würdig. Die Partei setze sich dafür ein, daß der Geist der Weimarer Verfassung in Gesetze umgewertet werde. Man wolle verhüten, daß demokratischen Prinzipien ins Gesicht geschlagen werde, wie der Unparteiische, ein Herr vom Ehrenrate der Friedeberger Dragoner, die zwei Sekundanten, ein Arzt in Uniform, der sein schweres Besteck ausbreitete, und schließlich der Oberleutnant von Bredow und der Herr von Lewenitz. Die beiden blickten finster drein, trugen im Gesichte die deutlichen Male der erlittenen Unbill, die nur im Blute des Gegners zu tilgen waren ... Malte stieg mit seinem Sekundanten aus, der alte Lentz folgte ihnen mit dem Pistolenkasten. Es kam eine stumme Begrüßung, eine korrekte Vorstellung aller Beteiligten und die Erledigung der notwendigen und üblichen Formalitäten. Der Unparteiische, ein älterer Rittmeister von den Friedeberger Dragonern, schritt die Distanz ab, vier abgebrochene Zweige wurden in je fünf Schritten Entfernung auf den Boden gelegt. Die Waffen wurden ausgelost, danach die beiden Plätze, der Unparteiische versammelte die Duellanten zu einer kurzen Ansprache um sich. „Meine Herren, es ist meine gesetzliche Pflicht, einen Versöhnungsverfuch anzustellen" ... Nach einer kleinen Pause, da keiner der drei Gegner eine Bewegung machte, fuhr er fort: „Die Versöhnung wird von allen Seiten abgelehntI ... Im Namen meines Kameraden von Bredow habe ich jedoch noch eine Erklärung abzugeben. Er bedauert es aufs lebhafteste, in einem vertraulichen Gespräch die Pflichten der üblichen Diskretion verletzt zu haben. Hingegen versichert er auf Ehre und Gewissen, daß er sich keiner prahlerischen Lüge schuldig gemacht hat. Seine Worte entsprachen der Wahrheit. Haben Sie von dieser Erklärung Kenntnis genommen, Herr Graf Römnitz?" Malte nickte schweigend zum Zeichen, daß er verstanden hätte; ein paar Sekunden lang wurde es ihm dunkel vor den Augen, über fein Gesicht breitete sich eine aschfahle Blässe ... Der Unparteiische sprach weiter. „Meine Herren, die Regeln sind Ihnen bekannt. Der Vorschrift gemäß annonciere ich jedoch, ich werde .fertig' sagen, danach langsam von eins bis fünf zählen, »halt' rufen. Nach fünf darf nicht mehr geschossen werden. Herr Oberleutnant von Bredow, als der erst Beleidigte, Herr Graf Römnitz — ich bitte, sich auf die ausgelosten Plätze zu begeben!" Malte stützte sich schwer auf die Schulter seines Sekundanten, als er über die spärliche Grasnarbe der Lichtung schritt. „Das letzte war infam, das schmeißt alles um, was ich mir vorgenommen hatte ... Also leben Sie wohl, Peterchen ... auf meinem Schreibtische liegen die Briefe. Den einen, an Frau Steinfeld, bitte ich zu vernichten. Es steht einiges darin, was ich ... ja was ich v o r dieser Erklärung da eben geschrieben hatte ... Alles ist mir da drinnen beschmiert und besudelt ... na egal, erledigt! Und jetzt heulen Sie nicht ... Da drüben, zehn Schritte neben meinem Gegner ist Ihr vorgeschriebener Platz ..." es zur Zeit allenthalben geschehe. Die Radikal-Demokratische Partei mache für Großkapitalismus und Großagrarier keinen Finger krumm, sondern stehe auf der Seite der Arbeiter. Die Partei fordere die Verwirklichung des Siedlungsgedankens, sie wolle Erstarkung des Bauerntums, sei für gesunde Kredit- Politik der Banken, für Aufsicht über Trusts und Syndikate, für eine wahre Volksgemeinschaft. Die Partei stehe links, aber nicht sozialistisch links. Die beiden Redner fanden den Beifall der Versammlung. Bornotizen. — Lageskalender für Montag. Christliche Versammlung Gießen, 20.15 Uhr, Evangelisations-Versammlung „Wer war Christus?", Lindenplah 1. — Handgewebeausstelluna von Schloß Westerburg des DD3., Cafe Ebel, 10 bis 13, 15 bis 20 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „3m Westen nichts Neues". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Das Stadttheater Gießen eröffnet am Freitag, 2. Oktober, feine diesjährige Winterspielzeit mit der Erstaufführung des Schauspiels „Elisabeth von England" von Ferdinand Bruckner unter der Spielleitung von Intendant Dr. P r o s ch. Mit diesem Schauspiel kommt Bruckner erstmalig in Gießen zur Aufführung. Maria Koch spielt die Rolle der Elisabeth; Karl Heyser den König Philipp. Beginn 19.30 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Ab heute beginnt der Vorverkauf. Gewöhnliche Preise. •• Die Gießener Oktobertage haben mit der gestrigen Eröffnung der Herbst- S ch a u m e s s e auf Oswaldsgarten ihren Anfang genommen. Eine stattliche Anzahl interessanter Messebetriebe bietet den Besuchern Gelegenheit zu mancherlei Vergnügungen, bei denen man auch allerlei Neues auf diesem Gebiete kennenlernen kann. Daneben ist auf* dem Messeplatz eine ganze Reihe der üblichen Messebetriebe wieder erschienen, für die bei den Besuchern wohl gleichfalls 3ntereffe vorhanden fein wird. Als nächste Veranstaltung der Gießener Oktobertage wird am Mittwoch der Gießener Herb st Pferdemarkt folgen, durch den man wohl einen starken Zustrom nach unserer Stadt zu erwarten haben wird. Am Donnerstag folgt dann die Pferdemarkt-Lotterie, deren Gewinnchancen jetzt gegenüber den früheren Lotterien wesentlich verbessert worden sind. Die Zahl der Gewinne ist erhöht worden, daneben hat man noch zugunsten der Losverkäufer ein Gutscheinfystem eingeführt, durch das den Wünschen der Gewinner bei der Selbstbestimmung der Gewinnart freier Spielraum gegeben wird. Vom 30. September bis 6. Oktober findet weiter die Werbewoche der Gießener Geschäftswelt mit Schaufensterwettbewerb statt, in der Zeit vom 3. bis 6. Oktober wird schließlich. die große Ob st-, Gartenbau - und 3agdausstel- lun g in den Räumen der Liebigshöhe das lebhafteste 3ntereffe weiter Bevölkerungsschichten in Stadt und Land auf sich lenken. 3n Turnerund Sportlerkreisen sieht man dem Kunstturn- Wettkampf am nächsten Sonntagnachmittag in der Volkshalle mit lebhafter Spannung entgegen. ** Die Bedeutung des Welttierschutztages. Anläßlich des Welttierschutztages am 4. Oktober wird im Auftrage des Hessischen Tierschutzvereins Universitätsprofessor Dr. K r a e m e r (Gießen) im Rundfunk des Frankfurter Senders um 13 Uhr einen Vortrag über die Bedeutung des Welttier- fchutztages halten. ** Verbrannte Poftpa kete. Die Obervoft- direktion Frankfurt a. M. teilt mit: In der Nacht vom 8. auf den 9. September ist der Postwagen Frankfurt a. M.—Leipzig des Zuges 869, ab Frankfurt a. M. 23.45 Uhr, in Flieden in Brand geraten, wobei der größte Teil der Ladung vernichtet worden ist. Wie jetzt bekannt geworden ist, haben sich Der kleine Maler verschluckte 'mannhaft feine Tränen, einer der Herren muhte ihn hinführen, er fand sich allein nicht zurecht 3hm war, als mühte er schreien: „Das ist ja verrückt, was ihr hier treibt, das ist das leichtfertige Frauenzimmer ja gar nicht wert" ... aber kein Laut drang aus feiner Kehle, wie gelähmt stand er in Erwartung des nahenden Unheils ... Es kam eine kurze Pause des Schweigens, der Morgenwind hatte sich plötzlich aufgemacht, strich durch die Duchenwipsel, wie Rauschen von schweren Schwingen hörte es sich an ... Der Unparteiische stellte die üblichen Fragen. „Sind die Herren Duellanten auf ihren Posten?" ... Als die Antworten zurückgekommen waren, sagte er .fertig' und fing an langsam zu zählen ... Malte stand regungslos mit schlaff herab- hängendern Arm. Der Oberleutnant von Bredow hob rasch und exakt die Pistole — den Bruchteil einer Sekunde stutzte er, als der andere nicht die geringsten Anstalten zur Gegenwehr traf ... Dann ein kurzes, scharfes Zielen, ein reihender Knall, etp leichtes Wölkchen vor der Mündung der Waffe ... der junge Graf Römnitz sank in die Knie, schlug dumpf wie ein gefällter Baumstamm zu Boden — durch die leichten Duchen- zweige kam über die Höhe der erste Sonnenstrahl ... Peter Nägelein schrie laut auf, die Tränen schossen ihm in die Augen, er stolperte, raffte sich auf und rannte hin ... Der am Boden Liegende versuchte, sich auf den Arm zu stützen ... sah um sich, deutlich kam das Wort „Ehre" aus seinem Munde, ein Röcheln folgte danach, blutiger Schaum trat auf feine Lippen. Kraftlos fahf er zurück, lag regungslos. Nur die Brust hob und senkte sich ... Die Herren ringsum standen schweigend, die Augen lagen tief in den bleich gewordenen Gesichtern. Dem Oberleutnant von Bredow klappten die Zähne aufeinander, er stammelte: „Herrgott, himmlischer Vater ... aber er hat mir doch ins Gesicht geschlagen" ... Der Regimentsarzt hatte sich neben dem Gefallenen hingekniet. Nach kurzer Untersuchung stand er auf, trocknete sich die blutige Hand am Tascheniuche. Er zuckte mit den Achseln und sagte halblaut zu dem Unparteiischen: „Schwerer Lungenschuh, Herr Rittmeister ... ich glaube, wir quälen ihn bloß unnütz ... Höchstens eine Viertelstunde, glaube ich, kann es noch dauern... Wenn wir nur etwas hätten, ihm den Kopf zu stützen" ... Der alte Lentz hatte sich zu Boden gesetzt, das Haupt seines Herrn in den Schoß genommen. Während er ihm die roten Schaumblasen von den Lippen wischte, rannen ihm die klaren Tränen in den sturen weihen Schnurrbart ... Die andern standen ringsum, warteten schweigend auf daS Ende bei dieser Ladung auch viele Pakete von Frankfurt und Umgegend nach Thüringen, Sachsen und Schle- fien befunden. Für die verbrannten oder beschädigten Pakete wird in gewöhnlicher Weise Ersatz geleistet werden; die Ersatzansprüche sind bei der Aufgabeoostanstalt anzumelden. •’ Handgewebe-Ausstellung. 3m Cafe Ebel wird zur Zeit eine Ausstellung von Webarbeiten gezeigt, die auf Schloß Westerburg in der Handweberei des Bundes Deutscher 3ugenbt>ereine hergestellt wurden. Die Webereien wurden von Kunstgewerblern und Fachwebern entworfen und auf dem Handwebstuhl gefertigt. Die Ausstellung ist auherordentlich reichhaltig. Tischdecken in großer Anzahl, in schönen und harmonisch zueinandergefügten Farben, in sauberer Webart findet man vor; Bänder und Kissen, in der Hauptsache aber auch Kleider, die mit großer Sorgfalt geschaffen wurden, erregen die Aufmerksamkeit der Besucher. Die Hand- toeberei läht dabei die Möglichkeit offen, nach den Wünschen der Besteller Kleider in bestimmten Farbenzusammenstellungen anzufertigen, fo daß in dieser Hinsicht jedem persönlichen Geschmack entsprochen werden kann. Aus allen Arbeiten spricht das Bestreben, den serienmäßigen Arbeiten der 3ndustrie die handwerkliche Schöpfung gegenüberzustellen und auf diese Weise die Freude an neuzeitlicher handwerklicher Arbeit zu wecken. Die Ausstellung, die sich bisher eines guten Besuches erfreute, ist noch bis Mittwochabend geöffnet. Oderheffen. Gemeinderai in Grünberg. + ® r ü n b e r g, 26. Sept. Als erster Punkt stand in der gestrigen Gemeinderatssitzung die Einführung und Verpflichtung des neuen Beigeordneten Böß auf der Tagesordnung. Der Bürgermeister erinnert daran, daß nach einer vorausgegangenen ersten Wahl zur zweiten Wahl nur der e i ne Wahlvorschlag auf Herrn Böß eingereicht worden sei. Es sei dies ein erfreuliches Bild, zugleich aber auch ein Zeichen der Anerkennung für die fast 13jährige Tätigkeit des Genannten als Mitglied des Gemeinderats. Nach der Verpflichtung des Herrn Böß als Beigeordneter fand anschließend die Einführung und Verpflichtung des als Nachfolger von Boß auf der Landbundlifte in den Gemeinderat ein- tretenden Landwirts Leonhard Großhaus statt. Für die Ausgestaltung des Platzes um bas Kriegerehrenmal, die vom Krieger- und Verkehrsverein geschieht, welche die Mittel dazu durch eine Sammlung (560 Mark) sich beschafft haben, soll die Stadt die Lieferung von Pflastersteinen zum Preise von 135 Mark übernehmen. Der Gemeinderat stimmte zu. Schon in der vorigen Sitzung kam die Erneuerung der Kirchenheizung zur Aus- prache. Die Kirchengemeinde will hierzu der Stadt )as nötige Kapital von 4400 Mark zinslos vor- chießen. Die mit der Landeskirchenbehörde geführten Verhandlungen wegen der Rückzahlung sehen folgen- . des vor: 5 Jahre lang jährlich 100 Mark, alsdann jährlich 500 Mark Rückzahlung. Da dieses Angebot als günstig angesehen wurde, stimmte der Gemeinderat zu. Landkreis Gießen. U Großen-Linden, 26.Sept. Der Bergmann i. R. Adolf Weinandt feierte am Donnerstag seinen 78., seine Ehefrau Luise am Freitag ihren 79. Geburtstag. Beide Eh?gatten erfreuen sich noch hoher geistiger und körperlicher Rüstigkeit. -/- L ich , 26. Sept. Arn Donnerstag wurde unter großer Beteiligung der langjährige Leiter unseres Bahnhofs, Ob^rbahnhofsvorsteher i. R. 3-channes Wahl, im Alter von 68 3ahren zu Grabe gebracht. Der Verstorbene war 47 3ahre im Dienste der Eifenbahnverwaltung tätig, davon über 25 Und plötzlich lachte der kleine Maler mitten im Weinen zornig auf. „Sie .glauben', Herr Doktor, Sie .glauben'! 3ch aber habe es gesehen, wie einer nach solchem Schuh in drei Wochen wieder auf den Beinen war, drüben in Afrika. Die andern Nigger hatten ihm nur ein paar Graspfropfen in die Schuhlöcher gesteckt. Und der da ist mehr wert als ein armseliger Nigger, mehr wert als wir alle zusammen hier ... Er selbst war vom Fieber ausgemergelt bis auf die Knochen, und doch hat er mich im Sonnenbrand toeiterge- schleppt, und da soll ich ihn hier" ... Die Stimme schlug ihm über, er konnte nicht weitersprechen. Der Regimentsarzt hob die Schultern. „Ob's so zu Ende geht, oder so ... Aber wenn wir ihn im Wagen transportieren sollten ... bei den schlechten Wegen und den unausbleiblichen Erschütterungen" ... Der lange Herr von Lewenitz trat vor, rauh kamen die Worte aus seiner Kehle. „Wenn's weiter nichts ist ... ein paar junge Buchenstangen sind bald geschlagen ... Wir legen die Wagenkissen darüber ... und, ja, es ist nicht nur darum, weil ich auch noch eine Rechnung mit ihm habe" ... Die Trage war gerichtet, der Todwunde aufgeladen. Peter Nägelein wollte bei dem Transporte helfen, aber er langte nicht hoch genug hinauf. Der alte Lenh und die drei mecklenburgischen Herren, die die Stangen mit der schweren Last auf ihre Schultern gehoben hatten,' waren zu lang. Da ging er hinterher und machte sich auf andere Weise nützlich. Betete im stillen zu dem, an den er glaubte: „Herrgott, himmlischer Vater, hilf ... hilf, wie du mir damals geholfen hast ... Glaub mir doch, er ist zu schade, dah er so Hundsföttisch zugrunde geht ... Rechne ihm nicht an, daß er von dir nichts wissen wollte, er wird dich schon finden ..." Die Tränen liefen ihm aus den Augen in den Mund, er schluckte sie unter und betete weiter, gleich als könnte das Leben da vor ihm nicht aus seiner reglosen Hülle weichen, solange er betete ... Der traurige Zug kam durch das Dorf, Männer. Frauen und Kinder schlossen sich schweigend an, folgten ihm über die Dammallee, die vom festen Lande zum Schlosse führte ... 3m Vorgarten. über dem die Helle Morgensonne schien, standen sie dichtgedrängt und stumm wartend, bis der alte Lentz auf Die Freitreppe trat. „3u könnt wedder to Hus gähn, uns' Herr Graf le tot noch. De Doktor säd, hei künn nijt feggen, hei ftünn in Gottes Hand ... Also. Lüd, denn matt bat Gesangbook up, da steiht 'n goodet Gebet in: ^Für die gnädige Herrschaft, wenn sie in Not oder Gefahr befindlich ist!' ... Dat bed ju so recht bünnentlich und hartlich! ... Wenn een ätoerft nich lesen kann, da geiht denn dat ook woU mit 'n Vaterunser" ... (Fortsetzung folgt) u m Wirtschaft tragen, 27. Sept. (TU.) Am Montag Kopenhagen eine wichtige K a b i - Kopen S.J.4pori tflen gegen- Weizen und Banknoten. 1 brachte zum 2hi$brud, daß die Goldkrone der Ruin der dänischen Landwirtschaft sein würde. lungoonQualttätsabweichun über den amtlichen Notierungen von f Letzte Nachrichten. Oer zweite Tag des französischen MinisterbesucheS. B c r II n, 28. SepL (CHS. Funkspruch.) va, heutige Programm de» französischen Besuche» begann mit dem Lmpsang der beiden französischen Minister durch den Reichspräsidenten. rin dem Empfang nahmen auch der französische Botschafter Francol» Poncet und Staal»- sekretär Meißner teil, vor dem Palai» de» Reichspräsidenten in der wilhelmslrahe hatte sich eine grobe Menschenmenge eingesunden, die bei der Stn- kunst und bei der Abfahrt der Minister Hochrufe ausbrachte. Der Besuch beim Reichspräsidenten dauerte etwa 20 Minuten. 3m Anschluß daran fuhren die Herren zum Pergamonmuseum, um dann gemeinsam mit dem Kanzler und dem Außenminister eIneFahrt in bleUmgcbung Berlin» zu unternehmen. Man hat einen der landschaftlich schönsten Punkte bei Lladom ausgewählt. so dah die Gäste auch einen Eindruck von der Schönheit der haoelseen bekommen. Rach dem Jrüt)- slück fuhren die Herren nach Berlin zurück. 3n der Reichskanzlei wurden dann nachmittag» die gestrigen Verhandlungen forlgeführl. heule abend werden Laval und Brland die Presse empfangen. Den Abschluß des Besuche» bildet dann da» Essen in der französischen Botschaft. Die Rückreise der Minister nach Pari» erfolgt morgen früh. 3m Mittelpunkt der Besprechungen steht offenbar die Frage, ob sich eine grohzüglge deutsch-französische wirtschaftliche Zusammenarbeit In der Form herbeiführen läht, dah deutsche Sachlei ft ungen durch sranzäfifche» Kapital finanziert werden. Man spricht davon, dah in den französischen Kolonien noch grohe Möglichkeiten vorhanden seien. An der gemeinsamen Wirtschaftskommission wird der frühere Relch»- wlrtfchaftsminifter o. Raumer führend beteiligt fein, man glaubt, dah sie bereit» Mitte Oktober zu arbeiten beginnen kann. Fort vom Goldstandard Skandinavien folgt dem Beispiel Englands. Höhung bereit» angekündigt, cdjarf kritisiert wurde in der Sitzung die frühere Ausgabenwirtschaft der Stadt. Es wurde fcftgeftellt, dah man nach oberflächlichem Einblick in noch nicht abgeschlossene Spezialbaukassen aus der Aera des Bürgermeisters Dr tt ü h n , der bekanntlich durch Selbstmord endete, zu der Schlußfolgerung berechtigt ist, Wetzlar würde rund 1 5 0 0 00 R M. weniger an Linsen zu zahlen haben, wenn sparsamer gewirtschaf - t e t worden wäre. Die hohen Zinssätze — 10 bi» 12 Prozent — belasteten die Anleihewirtschaft der vergangenen Periode der Stadt Wetzlar in katastrophaler Weise. n. kükibesg. n«uen Lei. yotbnung. la& >sach einer vor- N nur tmgereidit Bild, zugleich «nnung für die ick tn ob Mitglied btt l*8 bee Herrn ’Wthenb die Lin- al9 Niolger von 'N Eemeinderal ein- ©robhau» statt. Satzes um da, m Kriegen und Der- Mittel dazu durch beschajil haben, soll Pslastersleinen zum n. Der Äemeinderat ing tarn die (Fr* Hjung zur Hut- ll hierzu der Stadt Dlart zinslos vor- mbehvrde gesührien ihiung sehen folgen- . 100 Mart, alsdann Da dieses Angebot mmte der (Bemembe- [tot, Sie -glauben'! >n tvie einer nach jen wieder auf den [frifa- I>e andern paar Sraspfropfen nd der da ist mehr ier, mehr wert all Er selbst war vvm s die Rnt>d)cn, unö Ibn biet ®ci i tot * ,M *i« p-°- -L Jp“, 'M i‘- ‘•“SfioS* »nie genug ite Ääktoutgl' t“’ iet W®'“" ch. er,1? 5 Rechne nde Seht - zollte. w L liefen ' 2 Sudle fit Ä ft«"" und fW?, trat- StellI2 uni* SZ E . kann, o * Sl!6$ ^ung es «Äs «and. E offen, nach KL 10 Lektionen Fußball. Don Otto Nerz, vi*). Angriff — Schutz — Tor! Die Reihe der fünf Stürmer — Linksaußen, Halblinks, Mittelstürmer, Halbrechts, Rechtsaußen — hat die Aufgabe, den Ball über die gegnerische Feldhälfte ins Tor zu bugsieren. Das Zusammenspiel muh klappen, der Ball muh ungehindert weit nach vorn gelangen, der Schuh schliehlich muh sitzen — und das -alles soll so schnell geschehen. dah man nicht von einem Sturm, sondern eher von einem Orkan sprechen sollte! Dazu gehören allerhand Fähigkeiten und Kenntnisse. Der Schiedsrichter pfeift zur Aufstellung — die drei Innenstürmer stellen sich am besten ganz nahe bei dem Mittelstürmer auf. Aach dem Anstoß kommt alle- darauf an, irgendwie nach vorn zu dringen, und wie das geschieht, hängt von der Achtsamkeit, Verteilung und Stärke des Gegners ab: Schablonen kann und darf ich nicht aufstellen, weil ein einigermahen aufmerksamer Gegner cs bald weghaben wird, mit welchem Trick man regelmäßig arbeitet — und für jeden Trick gibt es einen Gegentrick. Also der Mittelstürmer dringt entweder zusammen mit den Innenstürmern vor oder er paht den Dall nach außen in besonderen Fällen auch nach hinten. Der Angriff auf den Gegner kann nur durch einen plötzlichen, überraschenden Durchbruch erfolgen oder durch langsameres, abwartendes Dribbeln. Wenn man dribbeln, d. h. einen Gegner ohne Abgeben des Valles umspielen will, muh man den Dall immer dicht am Fuh Hullen und mit weihen, kurzen Stößen mit beiden Fühen, mit Innen- und Auhenfeite! — vor sich hertreiben. Dribbeln ist nur gut, wenn man die Möglichkeit behält, den Dall seitlich abzugeben: zuviel Dribbeln ist immer ein grober Fehler, weil sich der Spieler mitsamt dem Dall sehr bald in einen Knäuel von Gegnern verfilzt hat. Hanne Eobeck zum Beispiel kann das Dribbling im richtigen Moment blendend anwendeu. Das Dribbeln ist naturgemäß ziemlich langsam: die Stürmer müssen aber auch schnell, sehr schnell sein können. Ferner ist es gut, wenn der Mittelstürmer körperlich groß ist G. O. Smith von den Corinthians ist über 1,83 Meter, Jäger und Tüll Harder sind auch ziemlich lange Latten. Der kleine Mittelstürmer — z. D. Gallacher oder Pöttinger — muß dafür bedeutende Gewandtheit und Spielverstand aufbringen, um mit den meist großen Mittelläufern und Verteidigern fertigzuwerden. — Der Mittelstürmer hat den gegnerischen Mittelläufer zum speziellen Feind: er muß ihn decken, d. h. sich ständig in seiner Aähe halten und feine Aktion, fein Vorrücken zu stören suchen — auch der Mittelstürmer muß also Ab- Mehrarbeit leisten. Das gilt noch mehr für den Halbrechten und Halblinken, die Derbindungs- ftürmer, die überall und nirgends fein müssen. Im Aamen deS Verbinders liegt schon seine Aufgabe: ihm kommt es zu, den Sturm zusammenzuhalten und durch ständiges Laufen, Dallauf- nehmen und Passen nach vorn zu drücken: aber auch die Verbindung nach hinten ist seine Aufgabe. Ist er selber Scharfschütze, so kann er manches Tor erzielen — sonst muß er sofort nach dem Schuß eines anderen den Tormann an feiner Jahre als Vorsteher des hiesigen DahnhofS. Durch feine große Pflichttreue und fein zuvorkommendes Wesen stand er allgemein in hohem Ansehen. De- sondere Verdienste erwarb er sich durch seine Mit- arbeit In der evangelischen K rchcngcmeindevertrc- tung und durch die Förderung, die er dem Po- saunenchor angebeiben ließ. Letzterer ernannte ihn deshalb schon vor Jahren zum Ehrenmitglied und stellte bei der Deerdigung die Trauermufik Stift«- dechant Kahn hob in feiner Grabrede die Verdienste des Entschlafenen in Familie Derus und Kirchengemcinde hervor, Ober-Dahnhoivvorsteher Derk legte im Aamen der Kollegen unter entsprc- chendem Rachruf einen prachtvollen Kranz nieder. Preußen. Wetzlars Zinanzsorgen. WSN. Wetzlar, 26. Sept. Der Rechnung»- abfchluß de» Ja hres 1 930 schließt mit einem Fehlbetrag von 181 500 RM. ab. Heroorgerufen ift dieses Minus durch ein Mehr an Kreis- und Prooinzialumlage von 110 000 RM. und durch ein Mehr in der Erwerbslosenfürsorge von 54 000 RM. Reichssteuerüberweisungen sind 51000 RM. weniger, als im Etat vorgesehen, eingegangen. Der neuerbaute gestrigen Sitzung jede weitere Steuerer h o h u n azurn Ausgleich des auch den Etat 1931 belastenden Fehlbetrag» ab. Sie protestierten gegen eine Auslage der Regierung, die Bürger- ,_____ ____ 200 Prozent zu erhöhen. Dieser Protest dürfte jedoch wirkungslos bleiben, denn die Regierung hat die zwangsweise Er- bereit» angekündigt. Schars kritisiert Geheimrat Ouisberg 70 Jahre. Mm 29. September begeht Geheimrat Professor Dr. h. c. Earl Dulsberg, der Begründer und Aussichtsratsvorsitzende der . JG.-Farbenlndustrie, seinen 7 0. (9 e b u r t 9 t a g. Carl Dulsberg, ein gebürtiger Westdeutscher (Barmen), studierte zunächst Chemie und spater auch Nationalökonomie, -cdjon in jungen Jahren gelang ihm die Entdeckung des Lenzo. purzurin und des Benzozurln. Mit 23 Jahren trat er bei der Elberfelder Farbenfabrik in ein kleines Laboratorium ein, aus dem später die gewaltigen Anlagen in Leverkusen entstanden. Weite Reisen führten Earl Dulsberg überall hin. vornehmlich nach Amerika und England, wo er gleichzeitig als Gelehrter und Kaufmann für die Produkte seines Unternehmens warb. Schon in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts propagierte er die Iruftibce, die er erst 1916 als leitender Direktor der Werke in Leverkusen in die Tat umsetzen konnte, als er die deutsche Farbenindustrie zunächst zu einer Interessen- gemeinschast zusammenschloß. Auf seine Initiative erfolgte bann im Dezember 1925 der endgültige Zusammenschluß Vieser Industrie, deren Sitz Franksurt am Main tfl, und die heute das größte kapitalistische Unternehmen Deutschlands ist. Sie umfaßt alle großen farbenchemischen Werke Deutschlands. Seit Anfang 1925 stand Duisberg, der der Vorsitzende des IG-Aufsichtsrates ist, auch an der Spitze des Reichs- verbände? der Deutschen Industrie trat aber nun- mehr in Anbetracht seines hohen Alters von dieser Führerstellung zurück. Duisberg, der 1904 Professor und 1909 Geheimer Regierungsrat wurde, ist Ehren- boftor an sieben Hochschulen Auch im Auslanb ist lein Name als Wirtschaftsführer auf Grund seiner Arbeiten auf dem Gebiete der Farbenchemie bekannt. Er ist Mitglieb bes Reichswirtschaftsrats, des Reichs, gesunbheitsbeirats, ber Deutschen Akademie für Naturforscher, des Senats der Kaiscr-Wilhclm-Gescll- schäft Vorstandsmitglied der Gesellschaft der Natur- forscher und Aerzte und besitzt die seltene Auszeichnung der Goldenen Bunfen-Denkmünze und ber Silbernen A.W.-Hofmann-Denkmünze. Oie Weizen- und Hoggennotierungen in Frankfurt. Der Borstanb ber Frankfurter Getreibebörse hat unter Hinzuziehung von Vertretern des Getreide- Handels, der Müllerei, der Landwirtschaft, ber landwirtschaftlichen Genossenschaften und ber ßanbmirt- schastskammern Wiesbaden, Staffel und Darmstadt beschlossen, für das Erntejahr 1 9 3 1/32 amtlich zu notieren: Weizen (Hessen, Provinz Hessen- Nassau und Unterfranken) Hektolitergewicht von 74 kg, gut, gesund und trocken. Roggen (Hessen^ Provinz Hessen- Nassau und Unterfranken) Hektoliter- gewicht von 72 kg, gut, gesund und trocken. Die Preise verstehen sich ze Tonne, Frachtoerrechnung (Parität) Frankfurt a. M. für alsbaldige Liefe- rung. Unter Mitwirkung und Zustimmung dieser Streife wurden ferner Richtlinien zur Beurtei- Roggen festgesetzt. Die Notierungen weichen gegen die des Erntejahres 1930'31 bei Roggen insofern ab, als bas Hektolitergewicht im Erntejahre 1930/31 mit 70 bis 71 kg, für das Erntejahr 1931/32 mit 72 kg festgesetzt wurde. Mit Rücksicht auf die ungünstigen Witterungsver- ßältniffc während ber Ernte 1931 wurden die Vergütungen für Untergewichte und Aus- wuchs zugunsten der Lieferanten geändert. Bel Untergewichten waren für das Erntejahr 1930'31 für bas 2 Kilogramm 1,5 Prozent, für bas 3. Kilogramm 2 Prozent vom Verkäufer an ben Käufer zu vergüten, während für bas Erntejahr 1931/32 für ba» 2. Kilogramm nur 1,25 Prozent, für bas 3. Kilogramm nur 1,5 Prozent zu vergüten sinb. Für Aus- wuchs waren für bas Erntejahr 1930'31 für bas 2. Prozent eine Vergütung von 0,5 Prozent des Kaufpreises, für bas 3. unb 4. Prozent eine Vergütung von fe 1 Prozent bes Kaufpreises zu gc- wahren, wahrend für bas Erntejahr 1931/32 eine Vergütung erst bei dem 3. Prozent, unb zwar mit 0,5 Prozent, für bas 4. Prozent mit 0,75 Prozent, für bas 5. Prozent mit 1 Prozent unb für bas 6. Prozent mit 1,5 Prozent zu gewähren ist. Diskonterhöhung in Italien. Dom, 28. Sept. (WTB. Funkfpruch.) DaS Amtsblatt wird heute ein Dekret des Finanzministers veröffentlichen, durch das mit sofortiger Wirkung die Erhöhung bes Diskontsatzes der Dank von Italien von 5,5 auf 7 Prozent verfugt wird. • Heute keine Börse. Der Berliner Börsen- Vorstand gibt bekannt: Am Montag, 28. September, findet eine Notiz von Wertpapieren unb Devisen an der Berliner Börse nicht statt. Der freie Hanbel in diesen Werten ist nicht zulässig. Devisenkurse werben in ber Reichsbank festgestellt. • D i e Indexziffer der Großhandelspreise. Die vom 'Statistischen Reichsamt für den 23. September berechnete Indexziffer der Großhandelspreise ist mit 108,3 gegenüber der Vorwoche um 0,5 v. H. gesunken. An diesem Rückgang sind die Indexziffern für alle Hauptgruppen beteiligt: Agrarstoffe 100,8 (minus 0,8 v. H.), Kolonialwaren 94,0 (minus 0,3 d. Sy), industrielle Rohstoffe und HeUbwaren 99,9 (minus Die Entscheidung in (Schweden. s t o ck b o l m, 28. Sevt. (WTD.) Die Regierung hat am Sonntag auf Antrag der Reichsbank und im Einverständnis mit der Schuldenvcrwaltung der RcichSbank die Genehmigung erteilt, für Die Zeit vom 2 8. ScptemberbiS30. Rov ernst e r den Goldstandard zu suspendieren. Wenn die Verhältnisse cs erlauben, kann die Dank schon früher zur Goldparität zurückkeh- ren. Gleichzeitig hat die Regierung eine Bcstim- mung erlassen, nach der nur dieReichSbank ober ausländische Zentralbanken Gold in Münzen ober Darren exportieren bürfen. Als Grunb ihres Antrages erklärt die Rcichsbank: Die Krise des internationalen Zah- lungsvcrkchrs, die besonders während der deutschen Krise im Juli zum Vorschein kam, wurde durch die Suspendierung deS Goldstandards durch England sehr verschärft. Durch diele Verhältnisse sind Schwierigkeiten entstanden, daS schwedische, im Auslande placierte Kapital »urückzubckommen. Anläßlich der großen Unruhe, die die Maßnahmen England- innerhalb unb außerhalb Schwebens hervorgcrusen haben, stieg in ber letzten Woche die Rachfrage nach Gold unb ausländischen Zahlungsmitteln sehr bedeutend. Die Nachfrage mußte größtenteils von der Reichsbank befriedigt werden. Der Destand der Reichsbank an Gold und ausländischen 'Devisen, der während deS Sommers u. a. infolge der Zurückziehung ausländischen Kapitals aus Schweden stark vermindert wurde, ist während der letzten Woche um weitere 100 Millionen Kronen gesunken. Die Hoffnung der Rcichs- banklcitung, einen ausländischen Kredit zu erhalten, durch den den Abhebungen begegnet werden könnte, ist jedoch fehlgeschlagen. Die parallele in Norwegen. OSlo, 27. Sept. (WTD.) Die norwegische Regierung hat die vorübergehende Aufhebung des Goldstandards verfügt und die Ausfuhr von Gold verboten. Um die dänische Goldkrone. findet in , „ _ nettS Sitzung statt, da die Leitung der Ratio- nalbank sich an die Regierung gewandt hat mit dem Ersuchen, den Golddeckungsprozent- atz hcruntersetzen zu können, um Mittel zur Stützung der Krone bzw. zur Wiederher- stellungoerParität zu erlangen. Die offizielle Leitung der dänischen Landwirtschaftsvcr- bände, ber sogenannte Lanbwirtschaftsrat, hielt am Sonntag eine Sitzung ab, in der er sich gegen die Wiederher st ellung der Goldkrone erklärte. Der Landwirtschaftsrat ctzcn. «.Echt. Der 2erg- >t feierte am Donau 2uilc am jrei- ibe Geaalten er» c iuid ttrtwMtt toutbt unter hrige Leiter unseres eher i.A. Ichanncs ihren zu Grabe gell Jahre irnDicnste ig, davon über 25 leine Maler mitten 0,3 v. H.) und industrielle Fertigwaren 134,3 :mi- nuS 0,3 v. H.). Die Ziffer für Produktionsmittel stellte sich auf 130,3 (130,5) und für Konfumgüter auf 137,3 (137,9). frankfurter Lchlachtviehmarkt. Frankfurt a. OR., 28 Sept. Auftrieb: 1333 Stück Rinder, darunter 350 Ochsen, 152 Dullen, 431 Kühe, 362 Färsen, ferner 518 Kälber, 101 Schafe, 5078 Schweine. Es kosteten: Ochsen, voll- flcischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts, jüngere 38 biS 42, ältere 35 biS 37, sonstige voll- sleischige, jüngere 30 bis 34; Dullen, jüngere, vollslcischige, höchsten Schlachtwerts 30 bis 34, sonstige vollfleischige oder auSgemästete 26 bis 29; Kühe, jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 31 biS 34, sonstige vollfleischige ober aus- gemästete 27 bi- 30, fleischige 22 biS 26; Färsen (Kalbinnen, Iungrinder), vollfleischige, auSgc- mästete, höchsten Schlachtwerts 38 bis 42. vollfleischige 35 bis 37, fleischige 30 biS 34; Kälber, beste Mast, und Saugkälber 48 biS 51, mittlere Mast- und Saugkälber 43 bis 47, geringe Kälber 35 bis 42; Schafe, Mastlämmer und jüngere Masthämmcl, Weidemast 36 bis 40, Stallmast 32 bis 35; Schweine, vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 55 bis 58, von etwa 200 biS 240 Pfund Lebendgewicht 54 bis 57, von etwa 160 biS 200 Pfund Lebendgewicht 52 bis 56, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 45 biS 53, Sauen 42 bis 50 Mark. Marktverkauf: Rinder ruhig, nahezu auSverkauft, Kälber und Schafe ruhig, geräumt, Schweine rußig, geringer Heber- stand, Fettschweine über Rotiz. frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 28. Sept. Die Frankfurter Produktenbörse eröffnete die neue Woche in ruhiger Haltung. Die Grundstimmung war infolge ber Preisschwankungen an ben Weltmärkten, sowie am "Berliner Markt recht unsicher. Das Ang-'bot in Drotgetreibe unb Weizen war gro'i, wä r: d Rrg- gen nur knapp offeriert wurde unb gesucht war. Die Preise für Weizen sinb etwas rückgängig, wogegen Roggen sehr gesucht wurde. Don Futter- artikeln war Haser ungebeten unb nur schwer ab- zusetzcn, dagegen bestand nach Kraftfuttermitteln, wie Sojaschrot. Wcizenvollmehl, Kleie unb Erb- nußkuchen bei gehaltenen Preisen etwas Rachfrage. Am Gerstenmarkt war gute Draugualität leicht gefragt, auch Industrie- und Futtergerste hatten Umsätze zu verzeichnen. Das Mehlgeschäft ist sehr ruhig mit Ausnahme von Roggenmehl, bas be» sonberS in prompter Ware gesucht war unb erneut um 0,25 Mark für ben Sack anzog. Gelbfleischige Kartoffeln (Industrie) hiesiger Gegend wurden mit 2,10 Mk. per Zentner bezahlt. Tendenz: stetig. Cs wurden notiert. Weizen 230 bis 232 Mk., Roggen 217,50 bis 220, Sommergerste (für Drau- zweckc) 180, Hafer (inländischer) 160 bis 170 Mk. pro Tonne: Weizenmehl (süddeutsches, Spezia! 0) 37,25 biS 38, lSondermahlung) 34,75 bis 35,50, Roggenmehl 30,25 bis 31,75, Weizen- und Roggenkleie 8,90 bis 9,00, Erbsen (je nach Qualität für Speisezwecke) 33 bis 37, Linsen (je nach Qualität für Speisezwecke) 25 bis 65, Heu (süddeutsches, gut, gesund, trocken) 4 bis 4,75, Weizen- unb Roggenstroh (brahtgepreßt) 3,00, (gebündelt) 2,75 bis 3.00, Treber (getrocknet) 11 bis 11,50, Weizenmehl (nieberrheinisches) 37,25 bis 37,75, (Sonbermahlung) 34,75 biS 35,25 Mk. — Tenben; ruhig. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M Sch lachthos erweist sich immer mehr al» emp- findllche Belastung de» Etats. Er hat Im abgelaufenen Jahr 36000 R M Defizit verursacht. Da Wetzlar in den Steuerzuschlägen bereit» die oberste Stufe erreicht, lehnten die Stadtverordneten in ihrer Arbeit zu hindern suchen. In der Regel deckt der Halbrechte den gegnerischen linken Läufer und' umgekehrt. Die beiden Flügelstürmer — Rechts- und Linksaußen — leisten dagegen fast keine Abwehr- arbeit, sie sollen nur schnell fein, ben ihnen abgegebenen Dall in schnellem Lauf möglichst bicht vors Tor bringen unb ihn bann, wenn sie selbst keine Torchancen haben, zu ben Innenstürmern zurückflanken. Wenn bu Flügelstürmer spielst, rase nicht bloß an ber Außenlinie entlang, sondern schlage möglichst nach kurzem geraden Lauf den direkten Weg zum Tor ein! Aber fix, fif, fix muß es gehen. Für alle Stürmer gilt: Die Arbeit vor dem Tor ist hart unb rücksichtslos — ein paar Knüffe muß man schon vertragen können. Unb vor allem muß zur rechten Zeit ein schöner Schuß wie eine Bombe angesetzt werben. Zwanzig Meter vor dem feinblichen Tor gibt's kein Kombinieren, kein Flanken und Abgeben mehr, da wird geschossen! Aber auch aus weiterer Entfernung lassen sich unhaltbare Schüsse einsenden, besonders bei nassem Wetter und bei unachtsamen Gegnern. "Beim Schuß gilt es. den Tormann au überrumpeln. Steht man dicht vor dem Tor, so schiebt man am besten ben Dall ein, weil man bann Den Torwart leichter täuschen kann, als wenn man zu einem wuchtigen Stoß ansetzt. Mit ber Körpergröße des Tormanns ist sehr zu rechnen: ist er klein, knallt man in die oberen Torecken — ist er groß, schießt man ganz flach. Heberhaupt soll man eher flach schießen. Flache Bälle sind schwer zu halten, und es ist auch keine besondere Freude, wenn ein Schuß gegen die Latten haut ober gar über bas Tor hinauSfliegt. Selbst wenn ber Torhüter einen Schuß gehalten hat und vielleicht lang auf dem Boden liegt, kann man oft mit einem zweiten Stoß nachhelfen. Also nach dem Schuß nicht sich schmunzelnd die Hände reiben, sondern sofort zum Tor und eventuell nachsetzen! Was ich vom Schuß gesagt habe, geht den Verteidiger und Läufer ebensogut an. Ünb Waich von Verteidiger und Läufer sagen werde, soll und wird auch die Stürmer interessieren. Zußball ber Gießener Mannschaften. Aus dem Walbsportplatz trafen sich die Liga des VfB. und die Liga von „Germania" Marburg zum fälligen Derbandsspiel. Die Marburger entschieden das Treffen mit 4:1 für sich. Die VfB.er waren fast ständig leicht Überlegen, der Sturm vermochte jedoch nichts zählbare- zu erreichen, während die Stürmerreihe des Gegners stets sehr gefährlich war und schließlich auch den Sieg sicherstellte. Die Ligareserve gewann gegen die 2. Mannschaft von Aßlar mit 4:1. Die 3. Mannschaft verlor das Spiel gegen die gleiche Mannschast des Lokalgegners mit 2:1. Die Ligamannschaft ber Spielvereinigung 1900 weilte in Frohnhausen unb mußte nach einem von feiten, ber Frohnhausener reichlich hart geführtem Spiel eine Rieberlage von 1:3 hinneh- men. Die 2. Mannschaft gewann gegen Burgsolms mit 2:1, die 3. gewann gegen VfB. 3. mit 2:1, die 4. Mannschaft errang gegen Daubrin- Schweincmarkt in Lich. J) Cid), 28. Sept. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 207 Ferkel zum Verkauf aufgetrieben. Bei flottem Handel wurden bezahlt für Ferkel bis zu 6 Wachen alt 14 RM, bis zu 8 Wochen alt 18 RM., bis 12 Wochen alt 21 RM. Es verblieb geringer Ueberftanb. gens 2. einen 7:4-Sieg. — Die 1. Jugend der Spielvereinigung war spielfrei. Die 2. gewann gegen Klein-Lindens 1. 5:0, die 3. Jugend verlor gegen die stark überlegene 1. Jugend von •) Vergleiche die Rummem 165, 170, 178, 185 Leihgestern nur knapp mit 12. Die Schüler unb 199 des .Gießener Anzeigers ". I unterlagen gegen Leihgestern Schuler mit 1:3. 25 September 28. September «mtliAc mein Dotierung Priel emllitbe Seid Notierung Seiet (>el|ing|oti . 10.59 10,61 10,48 10.51 Bien . . 59.12 59,24 59.16 59.28 Prag . . . 12.475 12,495 12.477 12.497 Bukavest . . 73.28 73,42 73.28 73.42 Sofia . . . 3,054 3.060 3.054 3.060 Holland . . 170,03 170,37 169.83 170,17 C«lo .... 99,90 100.10 92.91 93.09 Poernbagee. 94,90 95.10 92.41 92.59 Stodbolm 111,99 112.21 99.90 100,10 London. . . 15,23 15.27 15.98 16.02 äurnof attti 0,083 0,987 0.998 1.002 RruDorf 4,209 4,217 4,209 4,217 tiruilfi . . 58,63 58,75 58.63 58.75 Italien. . . 21,68 21,72 21.73 21.77 Pari» . . . 16,63 16.67 16.68 16,72 Slbweij . . 82,17 82,33 82.17 82,33 Spanien 37.06 37,14 37.26 37.34 T«mg . . 81.92 82.08 81,92 82.08 Japan . . . 2,073 2,077 2.078 2.082 Rn> M Jan.- 0,204 0.206 0.219 0.221 nuaofla roten. 7,13 7,27 7.443 7,457 etflafcon 18,63 16,68 14.59 14,61 Serlin. 26. «September Selb Srie! Smeritoniikde Roten ....... 4,20 4,22 ®eigt|d>e Roten ...... 58,50 58,74 91,72 92.08 dngWd'e Soun . ........ 15.94 16,00 iTtatydffldie Roten........ 16,62 16.68 Hollä'ndttlde Solen........ 169,56 170.24 Öiaiieniftbe Soicn........ 21,86 21.94 Sorroegildie Roten........ 94,71 95.09 Teulicb-Cefierret*, 8 100 S 4 UI tag 59,02 59.26 Rumüntlche Roten........ 2.49 2,51 Schwedische Soren........ 111 83 112,17 Schweqer Soren. . ....... 81,99 82,31 GpanifcbeSelen. ........ 37,03 37,17 Ungariiche Solen ....... 72,75 73,15 Deutscher Sieg über Dänemark Vor 30000 Zuschauern siegte die deutsche Elf 4 : 2 (3 : 2). er- der die dient, gegen Darmstadt 2:0 und Urberach trennte sich mit Walldorf 1:1. Trotz der zahlreichen Enttäuschungen, die der deutsche Fußball in seinen letzten Länderspielen erlebt hat, fand der Kampf gegen Dänemark in Hannover ein riesiges Interesse. Die 30 000 Plätze des Hindenburgstadions waren schon seit Tagen ausverkauft. Die Massen erlebten in diesem Spiel auch einmal keine Enttäuschung, denn sie sahen einen wirklich rassigen Kampf. Die beiden Mannschaften nahmen den Kampf gegen 15,30 Uhr bei bedecktem Himmel in den vorgesehenen Aufstellungen auf, nachdem vorher die Nationalhymnen der beiden Länder gespielt worden waren. Die erste Halbzeit brachte während der ersten 30 Minuten einen sehr wechselvollen, temperamentvollen und im allgemeinen ausgeglichenen Kampf. Die Dänen überraschten durch ihre große Schnelligkeit, sie zeigten aber auch ein sehr gutes Zusammenspiel und ein wirkungsvolles Schußvermögen. In der deutschen Elf war in dieser Spielphase die Läuferreihe ausgezeichnet und auch die Abwehr gefiel, der Sturm verstand sich dagegen zunächst nicht gut, Richard Hofmann und Czepan waren in günstigen Momenten wiederholt nicht zur Stelle. Heber» raschend fiel nach gutem deutschen Auftakt in der dritten Minute das Führungstor für die Dänen. Ein Flankenball der Dänen prallte am Verteidiger Schütz ab und ehe der Tormann Kreß die Situation übersehen hatte, war der Ball — von Michael Rhode eingeschoben — im Tor. zielte. Oie Punkiekämpfe in Hessen. Elmas Kritik. Der Sieg der deutschen Mannschaft war verdient, weil sie ein harmonisches Gebilde war, wie man es bei einer deutschen Länderelf lange nicht mehr gesehen hat. Der stärkste Mannschaftsteil war die Läuferreihe, in der sich besonders Grämlich auszeichnete. Knöpfte spielte wieder sehr produktiv. In der Verteidigung war Stubb besser als Schütz, Kreß ausgezeichnet. Der Sturm lieferte ein gutes Spiel. Richard Hofmann hatte wieder seine alte Schußkraft. Kuzorra und die beiden Außenstürmer waren gut, Czepan etwas schwächer. Die Dänen waren mit ihren^fchnellen, von gutem Können getragenen Spiel sehr gefährlich und es sah wenigstens in der ersten Halbzeit lange nach einem neuen Sieg der Gäste aus. Ganz hervorragend arbeitete die Abwehr. Der Wiener Schiedsrichter M i e ß gefiel. Abrudern der Gießener Rudergesellschast. Am gestrigen Sonntag beranstaltete die Gießener Rudergesellschaft ihr Abrudern, das gleichzeitig mit der Austragung der Vereinsmeisterschaften verbunden war. Die Mannschaften, die sich für die Wettkämpfe stellten, lieferten sich verschiedene interessante Kämpfe. So entspann sich zum Beispiel ein scharfer Kampf zwischen zwei Achtern, die mit T i m p e und Götz am Schlag aus den aktiven Mannen zusammengestellt waren. Das Rennen entschied die Mannschaft T i m p e für sich. Der Klubvierer wurde von nicht weniger denn sechs Mannschaften bestritten. Außerdem fanden u. a. zwei Damen- Rennen für Anfängerinnen und Fortgeschrittene statt. Im Klubeiner errang Franz Rübsamen zum Länderspiel in Hannover abgegeben hatte. Das Treffen brachte der Eintracht einen klaren 5:3 (2:0)= Sieg ein. Bei den Punktespielen war das wichtigste Ereignis der 2:1-Sieg, den der Fußballsportoerein Frankfurt in Isenburg erzielte, obwohl er ohne Knöpfte und Gölz antrat. Der FSV. hat seine Form in den letzten Wochen ständig verbessert und ist jetzt auf den dritten Tabellenplatz vorgerückt. Die Offenbacher Kickers holten sich bei der Germania 94 mit einem knappen 2:1 (1:0) die Punkte. Heusenstamm und Griesheim spielten 1:1 und ebenso wie dieses Ergebnis eine Ueberraschung war, überraschte auch der 3:2-Sieg etwas, den Hanau 93 in Bieber Im wichtigsten Spiel des Sonntags schlug Tabellenführer Mainz 05 auf eigenem Platze weit von ihrer Meisterform entfernte Wormatia Worms 4:1 und bleibt damit an der-Lpitze. Der bisher relativ in Front liegende Neuling Kastel mußte sich in Lorsch mit einem torlosen Ergebnis begnügen und steht nun, nach Verlustpunkten gerechnet, mit Mainz gleich. Auf den dritten Platz schob sich die in diesem Jahre sehr gute Alemannia Worms vor, die auf eigenem Platze gegen Langen 2:1 gewann. Wiesbaden siegte knapp, aber klar ver- Erst in der 18. Minute fiel nach einer sehr schönen Zusammenarbeit zwischen Czepan und Kuzorra durch Kuzorra der Ausgleich. Die Kampfbilder wechselten ständig. Dann kamen die Dänen, wiederum sehr überraschend, in der 30. Minute zu einem zweiten Treffer, der von dem großen Troß der dänischen Schlachtenbummler begeistert gefeiert wurde. Leinberger und Knöpfle prallten bei der Abwehr eines Dalles zusammen, dem Tormann Kretz war die Aussicht versperrt und wiederum konnte Rhode leicht einschietzen. Run gab es aber einen großartigen Endspurt der Deutschen, die denn auch in der 40. und 43. Minute durch zwei Prachtschüfte von Richard Hofmann zum Ausgleich und Führungstreffer kamen. Rach der Pause blieb zunächst die deutsche Elf leicht im Angriff, sie arbeitete sich auch einige gute Chancen heraus, aber die dänische Abwehr zeigte weiter großes Können. Dann wurde das Spiel verteilt. Auch die deutsche Hintermannschaft arbeitete ausgezeichnet, besonders gut gefiel Grämlich, der sich in diesem Spiel wohl einen bleibenden Platz in der Nationalelf erkämpft hat. Kreß hielt wieder einige Male in ganz großer Manier. Die deutschen Angriffe, bei denen man einige sehr schöne Kombinationen sah, führten in der 35. Minute noch zu einem vierten Treffer. Kobierski spielte sich schön durch, gab zu Richard Hofmann und der schoß wieder einmal eine Bombe ins Netz. den Sieg. Die Veranstaltung nahm bei dem prächtigen Wetter einen sehr schönen Verlauf. Punktkämpfe in der Gruppe Main. Von den fünf Spielen der Gruppe Main konnte« nur vier in die Meisterschaftstabellen eingetragen werden, die Eintracht trug ihr Treffen gegen Union Niederrad nur als Privatspiel aus, da sie vier Mann Warten Sie bis Donnerstag Kinder- und Promenadenwagen, gute Ausführung,v. 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