Nr. 200 Erster Matt 181. Jahrgang Zreitag, 28. August 1931 Erich«»»» tägliH,«her 5owetag» unt Feier!»-». Meece: Dt« DOaftnert« Gtrhenn Familtendlätta Heimat nn Bild Di« Scholl« 8te»ats* *Be)»eiprtis: 2.20 Neichsmarb and 30 5i sich das Spiel ga in das QM Verse leit verwechselt, Io \\i yaue haare t> Dmn otet schon SegimsW erziel Gegners^! hewo Eegcnlähe ergeben 5ampses mietet i nacht sich M, wi glaubt, ,o kart zu Mdrehen ii eine C leint Ädsiqt gelt' Mrdingt: Las fit Itin, tnm sich la 3nb«\ei\i: 7 --brüche immer rÜ gutzuhrihen, rvi. llnd je mek ^ren wird man KW Tolk le nshen... ® eifer ®i Eoioperso Intendanz » für die komm« verpflichte ^euspielschllle des U swei'e muntere Malo»dam ÄNhg (Elb Ä als 6$)ic' Wtt; Dvlsgar ft ®.enQnnten i 7^'des auch in ? abeg. Goetheb ^Meisters Em veckehrsh M-J 82» 1$ r-Ls ®0h z^'O'lberDc ^trii ’fqunf, «Hkl» nS 7 erreicht, ’k dar bi« % Mtiflen ■*» batte JhNhi! 'MufttntR, l9 unb •fit. Mnn Ihtob« flamm! 'M '°«ch =) «eines Q(, nfltn. E, amt. ir »Ichosf ble rtmunb, M bi» dt-Srsell. t toar. •witi|S 'M» t*'W* 5ä* “■liaB hur r°tiT ,e ri«tn Wnarfi et- “J. bim pel Dt dm Lr. ie von Pilz,, llenfühmdm tot beinMrtl «fe der leicht, irzie« tut erklbcn durch mfen jttei ii m. »int mit formal um bi» Heineren« , erfolgte dm : Stichflamme bet et totii in ben Met dm U\ Älnbtt chlvetm2tmd« land ins Ätan» 01 1*4» 0* 4X o* rZ 7 5?, dessen d A^jnid- ilt w^ll tlfl0e.hnJ?fid) n* Vu*“’"" K' *,,rt . flcichtt Srad Lb 61°^. Stad *11 off - Arob. .ff z tpo1^’ ketr*^ im Das P olizeiamt Dieben teilt mit: Beim Doli-eiamt mehren sich die Älagm über De r- iehrSstSrungen durch Aufsteilen von Fahrrädern auf den Bürgersteigen vor den Umgängen Lum Stadtpoftamt in berQTeuen ®äue und im Reuenwca. Sin Platz *ui Ausstellcn der Fahrräder steht nicht zur Der. luaung. Dach § 31 der Allgemeinen Strahenver- irhrsorbnung vom 21. Oktober 1927 dürfen Gegenwände, durch welche der freie Derkehr behindert, 5Öer die Sicherheit und Leichtigkeit d?S Verkehr« beeinträchtigt wird, auf öffentlichen Degen nicht «ufgeftellt, hingelegt, hin geworfen oder liegen- ttlassen werden. Durch das Aus stellen der Fahrräder auf den Bürgersteigen vor der Stadtpost, ^»besondere vor der Neuen Baue, wird der reie Derkehr 9anä erheblich behindert. zumal der Bürgersteig sehr schmal ist und ncht neben ihm die Straßenbahn fährt. DaS Publikum wird ersucht, Fahrräder in Zukunft W auf den Bürgersteigen vor der Stadtpost ruszuftellen. Dir haben die Polizei beamten an- ttviesen, darauf zu achten, daß die Sicher- ^eit deS Derkehr- auf den Bürgersteigen ^rch Aufstellen, Hinlegen, Hinwersen oder Vie- tenlassen von Gegenständen nicht behindert vird. Vornotizen. ~ TageSkalender für Freitag: fcauengruppe des D. D. L. 20 älhr, Lichtbilder- tortra^ Hin^nburg. — Lichtspielhaus, Bahnhof« "«he: „Die blonde Nachtigall". — Die Frauengruppe des DD«. Gie - >kn veranstaltet heute, Freitag, 20 Uhr, im Hotel Hindenburg" eine Zusammenkunft, In deren Rah. Jm ein Lichtbildervortrag gehalten werden wird. "T- ® ö ö (Darmstadt) wird über „Dobrudscha und Bukowina" sprechen. Außerdem wird Pfarrer 'lmmerling, der in der Dobrudscha tätig war, Jen Dortrag halten. Näherer in der heutigen An. *10». |7* D i e Guttempler . Loge „fjajfia“ ''eßen veranstaltet am Sonntag, 30. August, Aus der provinzialhauptfiadt. Dießen, den 28. August 193L Das Spiel. Sin harmloses, aber geistvolles Spiel. Dicht um Deld. sondern einfach darum: Der wird Sieger sein? Trotzdem reizt eS, weil eS gilt, mit Heoerlcgung den Gegner in DerteidigungSsteUung zu zwingen und ihn karnpsunsähig zu machen. SS ist nicht» zu gewinnen dabei alS daS Bewußtsein: Ich habe es geschasst! Die beiden Spieler, sonst recht verträalich, werden hier zu erbitterten Degnem. Sie sehen nicht- von dem, waS um sie her vorgebt, sie hören nicht». SS ist, al» wenn sie auf ein Siland versetzt wären. Alle» ring» um fle her ist ge- wissermaßen abgeschaltet. Verbissen haben sie sich in» Spiel, ihre Gedanken sind ungeteilt auf da» Spiel gerichtet Wit jedem günstigen Zug geht e» wie ein freundlicher Schein über da» Gesicht der Beteiligten, jeder sich al» ungünstig herausftellender Zug läßt den Schatten der Enttäuschung über da» Gesicht laufen. Je weiter da» Spiel fortschreitet, desto mehr erhitzen sich die Spieler. Die Dangen glühen, die Augen sind starr auf da» Spielfeld gerichtet. AlS rücksichtslose Gegner stehen die Spieler einander gegenüber; sie lassen nicht Gnade vor Recht ergehen. Sin salscher Zug ist eine Gewinnchance für den Gegner; also gilt er. Wan stellt Fallen, führt Scheinmandver durch. Auf die eine Falle füllt der Gegner herein; da- Scheinmanöver durchschaut er und beantwortet e» mit einem scharfen Angriff von der Seite her, die eine Schwäche aufweist. Dur keine Atempause gönnen! Immer Schlag auf Schlag! Jetzt ist da» Spiel entschieden. Derloren! Gewonnen! Enttäuschung, ein wenig Verdrossenheit oder Aerger in den Gesichtszügen deS CDerllerer». Sin SiegeSlücheln, da» Zeichen der Befriedigung in den Zügen deS Gewinner». Forschend geht der Blick de» Einen zum Andern. Da« Siege-lächeln ärgert und verdrießt. Schadenfreude! Denkt der Verlierer, und er muh sich zusammennehmen, um nicht seinem Derdruh darüber Luft zu machen. •in gefährlicher Augenblick. Spannungen sind In Ihm, die in jeder Sekunde zu einer Explosion führen können Dur jetzt von etwa» Gleichgültigem sprechen! Dur ja nicht von dem Spiel reden, nicht eingehen auf Worte, die den Gewinn oder Derlust erläutern sollen! Fällt nur ein einzige- Wort, so können au» Freunden Feinde werden, die Gegnerschaft des Spiel» wird xu wirklicher Gegnerschaft! Schweigen! ilnb denken, daß e» nicht Schabenfreude sein kann, die den andern bewegt, sondern der Ausdruck natur» haft kindlicher Freude am Spiel. Wie ein Kind sich da» Spiel ganz zu eigen macht, sich ganz in da» Spiel versenkt und Schein und Wirklichkeit verwechselt, so auch die Spieler, und wenn he graue Haare tragen. Wenn aber schon da- harmlose Spiel so harte Gegnerschaft erzielt, wieviel mehr muh diese Gegnerschaft hervortreten dort, wo sich echte Gegensätze ergeben? Die Schärfe so manchen Kampfe» unserer Zett wird verständlich. Wan macht sich da», wa» man vertreten zu müssen glaubt, so stark zu eigen, daß man tm Handumdrehen in eine Gegnerschaft verfangen ist, die keine Rücksicht gelten läßt. Allerding»: DaS kann nicht Entschuldigung dafür fein, wenn sich heute so viel Entgleisungen fltltenb machen. Rein, gewiß kann e» da» nicht sein. Anderseits. Wer kann sich gegen elementare ÄuSbrüche immer mit Erfolg wehren? Sie sind nicht gutzuheihen, aber mit Ihnen rechnen muh man. ilnb je mehr man eS tut, befto mehr Gefahren wirb man vermelben. Gefahren, bie da» deutsche Dolk leiber heutzutage vielseitig bedrohen ... S—r. Steifere Veränderungen im Solopersonal des Gfadttheafers. Die Intendanz de» Siebener StadttheaterS bat für die kommende Spielzeit an neuen Mitgliedern verpflichtet: Maria Sachse (von der Schauspielschule de» Reußischen Theater- in Dera) all »weite muntere Liebhaberin und zweite ju- zendllche Saloudame; Karl H e h s e r (vom Stadt- chcater Aussig (Olbc), zur Zeit Stadttheater Ma- rienbad) als Spielleiter und erster Eharakter- darsteller; Wolsaang Kühne (vom Ltadttheater •rfurt) al- Hilfsdramaturg. HilfSfpiellelter und erster Lhargenspieler; Han- Paetsch. Berlin, «l- Lhargenspieler und Dramaturg-Assistent. Don »en Genannten ist Herr Wolfgang Kühne der Sohn de» auch in Dießen au» den Veranstaltungen deS Goethebunde» besten» bekannten Vor- iraglmciftcr» Emil Kühne. Verkehrshindernde Kahrräder. DerZmanz-MdMMafisplanderdeuWenSMe Von Dr. Otto Venecke, Äeigeordnelem des Deutschen Giadteiages. Monat werden 30 bi» 50 000 Arbeitslose au» Reich»kanzler Dr. Brüning rechnet in seinem bekannten Interview mit sieben Millionen Arbeitslosen Im kommenden Winter. Sieben Millionen Arbeitslose kosten jährlich insgesamt vier bi» fünf Milliarden Mark. Vor dieser gewaltigen Last schwinden alle egoistischen Bestrebungen von Reich, Ländern und Gemeinden. Die bisherige Politik, die Verantwortung von einer Gruppe der öffentlichen Körperschaften auf die andere zu verschieben, muh aufgegeben werden. Reich, Länder und Gemeinden haften für die Ernährung der ArbeitSlofen folidarisch. ES gilt, die State aller Körperschaften auf den Winter mit seinen Lasten vorzubereiten. Da» Reich ist in erster Linie mit den Kosten der Arbeitslosenversicherung und der Krisensür- forge belastet. ES ist ihm gelungen, die Desamtkosten dieser Fürsorgegcbiete in ihren wesentlichen Teilen vom Reich-Haushalt abzuhängen. Die Versicherung wird hauptsächlich durch Beiträge der Arbeitnehmer und Arbeitgeber getragen Don den Kosten der Krisenfürsorge zahlen da» Reich vier Fünftel und die Gemeinden ein Fünftel. Die Arbeitslosenversicherung stammt auS einer Zeit, in der man glaubte, die Hauptmasse der Arbeitslosen In der Versicherung unterstützen zu tonnen. Der Fortgang der Krise zeigt, daß die Rechnung falsch war. Der DersicherungSgedanke ist überholt, wenn wie jetzt nur ein Drittel der Arbeitslosen von der Versicherung unterstützt werden kann, die restlichen zwei Drittel jedoch in die Krisenfürsorge und die WohlfahrtScrwerbSlosenfürsorge auf genommen sind. Wir werden un- mit dem Gedanken absinden müssen, dah für die Zeit der schwersten Rot auch die Arbeitslosenversicherung rnrd die Krisensürsorge nach den gleichen Grundsätzen verwaltet werden wie die Organisation der Wohl- sahrtSerwerbslosensürsorge. Alle Kräste der öffentlichen Körperschaften und der noch tm Verdienst stehenden Männer unß Frauen werden angespannt werden müssen, um die gewaltige Masse der Arbeitslosen zu ernähren. Deswegen dürfen nur solche Arbeitslose unterstützt werden, die arbeitswillig und wirklich bedürftig sind. Derrn das Reich die Dedürftigkeitsprüfung und die Richtsätze, die in der Fürsorge der Gemeinden gelten, auch in die Arbeitslosenversicherung einführt, werden wesentliche Mittel gespart werden können, die den bedürftigen ArbeitSlofen zugute kommen. Die Zahl der WohlsahriSerwerb»losen in den Gemeinden schwillt rapide an. Don Monat zu Dersicherung und Fürsorge in da» Wohlfahrtsamt der Gemeinden cntlaffcn. Die Gesetzgebung de» Reich» und der Länder ließ es bisher nicht xu, dah auch die Lasten der Wohlsahrt-erwerbS- wsenfürsorge von den kommunalen Etats abge- hängt wurden, wie eS im Reich für die Kosten der Arbeitslosenversicherung geschah. In der Denkschrift deS Teutschen StädtetageS an den Reichskanzler über da- öanierung»programm der Gemeinden ist mit Recht darauf hingewiesen, daß die kommunalen Etat» gesund sind. 5>u eigene Kraft der Kommunen reicht au», ihre Etats in Einnahmen und Ausgaben auszugleichen und darüber hinaus noch einen Teil der DohlfahrtSerwerbS- lofenlaftcn selbst zu tragen. ES geht jedoch über die Kraft der Gemeinden, die Desamtkosten der WohlfahrtSerwerbSlolenfürsorge aufzubringen und sogar noch daS Risiko weiteren Anwachsen- zu übernehmen. AuS Agenet Initiative werden die Gemeinden nach dem Programm deS Deutschen StädtetageS durch rigorosen Abbau aus allen Gebieten deS Kommunalwesens, durch Angleichung der Deamtengehälter und der Arbeiterlöhne und durch die Kürzung der Richtsätze in der Fürsorge etwa 410 Millionen Mark für den Rest de- Haushaltsjahres 1931/32 aufbringen. Weitere- au» eigener Initiative zu leisten, geht über ihre Kraft. Der Städtetag fordert daher folidarifcheS Handeln von Reich, Ländern und Gemeinden. Wenn die Haushaltsmittel deS Reiche» nicht au»reichen, für den Restbetrag von etwa 380 bi« 400 Millionen Mark einzutreten, fo fordert der Städtetag eine besondere Rotabgabe. Alle verdienenden Beamten und Angestellten, die nicht Beiträge für die 2r- beitSlofenverficherung leisten, müffen dazu helfen, die langfristig Arbeitslosen zu ernähren. Jeder Derdienende wird da- Opfer bringen, wenn er weih, daß die Lasten gerecht verteilt werden, und dah durch dies Opfer m schwerster Zeit die Gewähr dafür übernommen wird, daß wir die Gesamtheit der Arbeitslosen ernähren können. DaS Sanierungsprogramm deS Städtetage- läht sich nur für die schwersten Monate der Krise durchführen. Maßnahmen gegen die Wirtschaft (Abbau weitester Aufgabengebiete und Einschränkung aller nicht lebensnotwendigen Ausgaben) und die Angriffe auf da» Bildungsniveau In der Erziehung der Jugend sind nur zu ertragen, wenn e» sich um die äleberwindung der Krise handelt. Für die weitere Zukunst wären solche Maßnahmen der Anfang vom Ende. 20 Uhr, im großen Hörsaal der Universität einen Vortragsabend. Prof. Dr. Reinhold Streifer (Berlin) wird einen Lichtbildervortrag über feine Eindrücke und Erlebnisse während einer Balkanreise halten. Näheres in der heutigen Anzeige. •• Sin Postbriefkasten neben dem früheren Stadtpostgebäude in der Schul st raße steht nunmehr dem Publikum wieder »ur Verfügung. Bei der Verlegung der Stadtpost nach ihrem neuen Heim war auch der Brieskasten auf dem Grundstück de» früheren Stadtpostgebäude» entfernt worden. Don manchen Mitbürgern wurden seitdem die Dostsachen versehentlich In den Hausbriefkasten des .Gießener Anzeiger»" gesteckt, wodurch natürlich die Beförderung dieser Sendungen beeinträchtigt wurde. Durch die Anbringung deS neuen Briefkasten», der sich jetzt am Geschäftshaus deS »Gießener Anzeiger»" befindet, etwa 1 Meter von dem früheren Standort entfernt, ist den Bewohnern der Stadtmitte die seither gewohnte Postbrieskaftenstelle wieder geboten worden, die im Interesse einer reibungslosen und prompten Postbeförderung zu begrüben ist. *• Fahrplanänderung auf der Kraf tpostlinie Gieße n—H 0 ch e l h e i m. Das Postamt Gießen teilt mit: Don dem durch die letzte Fahrplanänderung der Kraftpostlinie Gießen—Hochelheim bei der Abendrückfahrt in Grohen-Linden hergestellten Anschluß an die Züge von Frankfurt und Gießen, sowie von dem An-< schluß in Groß-Rechtenbach an die Kraftpost von und nach Wetzlar ist nur wenig Gebrauch gemacht worden. Den Wünschen der Mehrzahl der Fahrgäste entsprechend sährt die Kraftpost nach Hochelheim statt bisher um 17.30 Uhr von Sonntag, 30. August, ab am Bahnhof in Gießen um 18.30 Uhr ab und berührt die folgenden Haltestellen: Gießen-Liebigstraße 18.32 Uhr, Klein- Linden 18.39 Uhr, Abzweig Aliendorf 18.49 Uhr, Lützellinden 18.52 Uhr, Abzweig Rechtenbach 19.02 Uhr, Hörnsheim 19.10 Uhr und Hochelheim 1915 Uhr. Der Bahnhof und der Ort Grohen- Linden, sowie die Orte Klein- und Groh-Rechtenbach werden bei dieser Krastpost nicht mehr berührt. Im Fahrplan der übrigen Kraftposten dieser Linie tritt vorerst keine Aenderung ein. Insbesondere wird darauf hingewiesen, daß die Krastpost ab Hochelheim 13.06 Uhr täglich, wie bisher, über die Orte Klein- und Groh-Rechtenbach nach Gießen verkehrt. •• Medizinischer Fortbildungskurses in Gießen. Die Medizinische Fakultät der Universität Gießen veranstaltet vom 11. bis einschließlich 17. Oktober für praktische Aerzte einen allacmcinen Fortbildungsfurfus mit klinischen Besprechungen und praktischen Demonstrationen. Vortragende sind die klinischen Fachvertreter, sowie der Fachvertreter für Physiologie. Sin Au»- flug findet nach Bad-Rauheim statt mit Demonstrationen im dortigen Dalneo'ogischen Univer'i- tätsinstitut. Anfragen nach Prospekten und Anmeldungen bittet man an Professor Dr. Georg Herzog, Gießen, Pathologisches Institut, Klinikstraße 320. zu richien. Zur Deckung der Unkosten werden von jedem Teilnehmer 10 Mark erhoben; weitere Kosten entstehen für den Kur« nicht. •• Schiedsfpruch für bie 0berhessische Metallindustrie. Die uns mitgeteilt wird, hatte der Arbeitgeberverband den Lohn- tarifoertrag für die Metallindustrie im Lahngau und in Oberhessen zum 1. September gekündigt. Der Ar- beitgeberverband forderte eine Herabsetzung des Spitzenlohns von 74 auf 65 Pf. Da über diese For- berung eine Einigung nicht zu erzielen war, fällte der Ählichtungsausschuß für die Provinz Oberhessen am Mittwoch einen Schiedsspruch, nach welchem der Soitzenlohn von 74 aus 71 Pf. herabgesetzt wird. Der Arbeitgeberverband hat diesen Schiedsspruch sofort abgelehnt. Ueber die Stellungnahme der Gewerkschaften ist bisher noch nichts bekannt. ” Kündigung von Lohntarifen. Der Arbeitgeberverband hat die Lohntarife für die Ziegeleien und für die Brauereien im Lahn-Dill- Bezirk zu Ende September gekündigt. Der Zeitpunkt der Verhandlungen über die Neugestaltung des Tarifs steht noch nicht fest. •• Evangelische Pfarrpersonalie. Durch die Kirchenregierung wurde dem Pfarrer Adolf A11 w 0 h n zu Nauheim (Kreis Groß-Gerau) die evangelische Pfarrstelle In Wahlen, Dekanat Alsfeld, übertragen. ’Regattaprelfe. Die Preise zur 11.Herbstregatta sind bis Sonntag, 30. August, in dem Schaufenster der Firma Heinrich Driesch, Selters- weg, ausgestellt. •* DcrbandStag des Verbände« ehemaliger 116er. Man schreibt un»: Trotz der schweren Rotzeit lausen auS allen Gauen Deutschlands bie Anmeldungen zu dem in Mainz stattfindenden VerbandStage und zur Wicdersehensfeier am 5., 6. und 7. September der Angehörigen de» Inf.-RegtS. Kckiser Wilhelm H. (2. Grohherzogl. Hess.) Rr. 116, nebst der Feldformationen Res.-Inf.-RegtS. 116, Landw.- Inf.-Regts. 116, Res.-Inf.-RegtS. 186, Res.-Inf.» Regts 222, Rcs-Inf.-RegtS. 254 und Rcs.-Inf.» Regt«. 418 zahlreich ein. AIS Festfolge ist fest- Ö: Samstag, 5. September. 14 Uhr, Vertag, 20 Ülhr, Wiedersehen»seier mit Fahnenweihe des Vereins ehemaliger 116er Mainz; Sonntag, vormittags, Gefallenenehrung auf dem Shrensriedhof; nachmittag-, Festkonzert im Stadtpark; 20 Uhr, Rheinischer Abend mit Tanz; Montag, Rheinsahrt zum Rationaldenkmal. Alle Anfragen und Meldungen erbeten an A. Wolf, Mainz, Mombacher Straße 15. Erweitertes Schöffengericht Gießen. * G i e ß e n, 26. Aug. Sin auswärtiger Arbeiter wurde beschuldigt, eine verheiratete Frau, mit der er unerlaubte Beziehungen unterhielt, durch die Drohung, er werde diese veröffentlichen und ihren Ehemann erschießen, zur Hergabe von mehreren Geldbeträgen genötigt, weiter einer anderen Frau kleinere Beträge weggenommen und endlich mehrfach einen Stockdegen getragen zu haben. Die eingehende Beweisaufnahme ergab me Schuld de- Anaeklogten hinsichtlich der Erpressung tmb de« verbotenen Waffen tragen-^ für den Diebstahl wurde dagegen kein voller Beweis erbracht. Urteil: sieben Monate Gefängnis wogen Erpressung mit Rücksicht auf die bewiesene niedrige Gesinnung, 60 Mark Geldstrafe wegen Tragen« de« Stvckdegen«, außerdem Einziehung des letzteren. Drei Wochen wurden al« durch die linterfuchungshaft für verbüßt erklärt; von der Anklage de« Diebstahl« wurde der Angeklagte in -Uebereinftimmung mit dem Antrag de« Staatsanwalt» freigesprochen. Drei junge Leute waren wegen Hausfriedensbrüche«, Sach» und Feldbeschädigung von einem auswärtigen Amtsgericht zu Geldstrafen verurteilt worden. Wegen Brandstiftung und eine« damit im Zusammenhang stehenden Hausfriedensbruch» wurde die Sache an daS Dezirksschöffen- gericht verwiesen. In der heutigen Verhandlung stellte sich da« Gericht aus den Standpunkt, e« läge nur fahrlässig« Brandstiftung vor; da aber nicht zu erweisen sei, wer von den drei Angeklagten der Täter sei, müsse Freisprechung erfolgen. Wegen Hausfriedensbruchs wurde auf Geldstrafen von 60, 60 und 40 Mk. erkannt. Sin Laborant soll Geheimrezepte seiner Firma au« deren Büchern abgeschrieben und durch Weiterverkauf an andere Firmen verwertet, also sich de« unlauteren Wettbewerb« schuldig gemacht haben. Da nach Ansicht de« Gericht- ein voller Beweis gegen den allerdings belasteten Angeklagten nicht erbracht sei, müsse Freisprechung eintreten. Zwei Steinarbeiter waren de« Verbrechen» gegen da» Sprengstoffgesetz bzw. schweren Died- stcchl«, ein dritter de» unbefugten Betreten« eine» SprengstoffkeHer« angeklagt. Die Beweisaufnahme gestaltete sich für die Angeklagten günstig. Der erste Angeklagte wurde wegen einfachen Diebstahl» -u einem Monat Gefängnis verurteilt. Im übrigen wurde et, sowie die gtnel anderen Angeklagten frei gesprochen (imtefofoftropt)e im Rheinland. Bonn, 27. Aug. (XU.) Die Landwirtschast»- kammer für die Rheinprovinz gibt einen umfangreichen Bericht heraus über die « ch ä d e n , die durch das anhaltende Regenwetter der letzten Zeit an der Getreideernte verursacht wurden. In den rheinischen Höhengcdicten könne von einer regelrechten Erntekatastrophe gesprochen werden. In vielen Gegenden sei die Getreideernte bis zu 60 0 H. vernichtet. Zahlreiche rheinische Bauernbctriede würden zum Erliegen gebracht, wenn nicht sofort fühlbare Erleichterungen In steuerlicher Beziehung verschosst würden. Dor allem aber sei es bas dringende Gebot der Stund«, daß endlich die lang versäumten Maßnahmen der bäuerlichen Deredelungswirtschaft beschleunigt durchgeführt würden. SO Jahre DHE. in Darmstadt. Darmstadt, 28. Aug. Der Zweigoerefn Darmstadt des DHC. feiert am 5. und 6. September das Jubiläum seines 50jährigen Bestehens. Daß sich in Darmstadt im Jahr« 1881 eine starke und lebendige Gruppe des DHT. neben dem hier zunächst „zuständigen- Odenwald- klud — und zwar schon fast gleichzeitig mit ihm — bilden konnte und sich in der ganzen Zeit ihres bisherigen Bestehens voller Blüte erfreute ist ein Beweis für die besondere Anziehungskraft der ober- hessischen Berglandschast. Gleich den 70 Zweigoer- einen des DHT., die sich weit über die Grenzen Oberhessens hinaus ausdehnen (sogar in Berlin existiert ein solcher Zwcigverein), pflegt der hiesige Zweigoerein Heimatliebe und Wanderlust und unterstützt damit den oberhessischen Teil des Landes. Man hosft hier, daß der DHT. Darmstadt zu feinem Zubelfest und zu dem Herb st treffen Des Gesamtklubs außer den Gästen aus dem Klubgebiet auch eine große Schar von Freunden der Wandersache in Darmstadt begrüßen kann. Kunst und Wissenschaft. Heinrich Grünfeld f. Der berühmte Tcllist Prof. Heinrich Grünfeld ist nach kurzer Krankheit an den Folgen eines Herzleidens in Berlin gestorben; am 21. April d. 5. hatte er seinen 76. Geburtstag gefeiert Geboren 1855 zu Prao, aisjüngerer Bruder des Pianisten und Komponisten Alfred Grünfeld, wurde er auf dem Konservatorium seiner Vaterstadt ausgebildet, wirkte dann als Cellist in Wien, von 1876 bis 1884 als Lehrer an Kullaks Akademie in Berlin und seit 1886 als königlicher Hoscellift und Mitglied Des Berliner Staatsorchesters. Grünfeld war nicht nur als vortrefflicher Musiker geschätzt, sondern ebenso beliebt und populär als glänzender Unterhalter und unermüdlich-witziaer Anekdotenerzähler. Seine Erinnerungen erschienen 1924 unter dem Titel ,Ln Dur und Moll". Kirchliche Tlachrichten. Israelitisch« Gemeinden. Israelitische R e l i g i 0 n s a e m e i n d e. Gottesdienst in Der Synagoge (Südanlage). Samstag, 29. August. Vorabend. 7 Uhr; morgens 8.30 Uhr; abends 7.25 und 8.05 Uhr. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 llyr, 16 bis 17 Uhr. Samslag nachmittag geschlossen. SetDinnausjufl ö. Klasse 37. Preußisch-Süddeutsche (263. Preaß.) Gtaats-Lottette Ohne Gewähr Nachdruck verdoken 15. Zichungskag 26. August 1931 3n der heutigen Dormittaasziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 n 5000 W. 93216 e e-tDtuM m 3000 an. 29934 65822 31 ei89 50 •Win«, m 2000 HL 27728 36851 63191 70874 89917 98857 101479 104668 111075 137031 196866 202159 211583 217566 222830 238974 268189 276334 299464 304690 316356 317916 337103 347496 365671 100 •etot.n. ,u 1000 HL 16836 17029 23722 32677 40816 72820 77962 84288 106372 115848 124769 132396 135381 143070 147096 147666 183743 190756 208287 211316 212117 222564 227634 233180 239021 241662 243869 266346 269868 269314 271650 273681 283325 284864 289981 290294 292547 310736 313728 316962 330162 337031 338785 340521 346017 353797 372115 373958 380232 395023 202 aeennnt i. 500 es jefr emzutretcn Nirn. Eg Telephon be «nutzt wird Mkum Q[fe '^ebenso u ,/^r eines «Wartetet; » ^.Kichgul ?rrci6t: einer Vs Gespräch. ^bt d CT 'dielt Z bundert Stoben, einS öA Am Samstag Vormittag wieder etwas ganz hervorragend billiges m. 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QH» General 6arM Ibanez nach ileber- schreiten der argentiniichen Grenze da- 2b- ichied-telegramm nach Santiago sandte, er habe die Heimat freiwillig verlassen, um eine noch schwerere Störung der nationalen Harmonie zu verhindern, hat sicherlich so mancher seiner politischen Gegner so etwas wie ZukunstS- soraen empfunden. DaS Regime Ibanez, da- im Februar 1927 mit einem kaum verhüllten Staatsstreich gegen das oligarchische Regiment der alten Familien, gleichzeitig aber auch gegen die radikale sozialistische Drohung des seit einem Jahrzehnt abwechselnd als Präsident und Oppo- sitionssührer „reformierenden“, aber noch mehr unruhestistenden Arturo Liessen dri begann, hat dem chilenischen Volke zunächst sicherlich viel Gute- gebracht. Man hat die langgestreckt« Republik am Stillen Ozean ja wohl schon hübet gelegentlich al- da- „Preußen Südamert- ka-" lx^eichnct, nicht nur wegen der vielfachen äuherlichen Angleichung an preußische Uniformen und preuhische- Exerzierreglement (vor etwa einem halben Jahrhundert durch General Sterner eingesührt), sondern auch wegen der chatak- teristisch^n Eigenart des LhilenentumS im De- gen,a& zu der allgemeinen lateinamerikanischen Äentalität. Don diesem Preußentum haben Ibanez und der kleine KreiS seiner ursprünglichen Anhänger und Mitarbeiter zweifellos auch 'Dewcise geliefert. Damit soll nicht nur ein energische- Durchgreifen« gegen tne in ihren Privilegien und in deren Mih- brauch mehr oder minder verletzten Anhänger der alten Regierung gemeint sein, sondern zum Beispiel auch die damals gewaltige- Aufsehen erregende Verfügung, wonach von den Ministerien und übrigen Behörden daS klassische alte spanische SchlendrianSwort „Manana" — .morgen" — künftig weder im inneren Verkehr noch vor allem dem Publikum gegenüber angewandt werden durste. Gleichzeitig erfolgte ein drakonischer De- amtenabbau.der besonders all« jene genialen .PuestiioS'-Inhaber betraf, die durch ihre Beziehungen möglichst drei Pöstchen auf cln- m a l besaßen, um monatlich einmal pünktlich, nämlich am Tage der Gehaltszahlung, in den betref- senden Bureaus zu erscheinen. Dies« rücksichtslose Resormmaßnahme — zum erstenmal wurde in Chile auch eine moderne SteuerprariS durchgeführt — rief In den ersten Wochen und Monaten natürlich vielfach Heulen und Zähne- kloppern hervor, um dann überraschend schnell neue- Vertrauen und neue Belebung von Handel und Wandel zu schaffen. Die Regierung Ibanez, die das 'arlament fortbestehen ließ, ihm aber jeden wirklichen Einfluß genommen hatte, zeigt sich vor allem auf dem Geb ete der öffentlichen Arbeiten und der Rationalisierung der nationalen Industrien - freilich auch durch progresfive Schutzzölle — sehr aktiv. Ein großzügiger Ausbau des Wegenetzes wirkte zurück aus die private Bautätigkeit, besonder- in der Landeshauptstadt Santiago, wo ganz neue weite Wohnviertel, teilweise im modernen Cottagestil, entstanden. Die Salpeter- Produktion im Rorden, die schon seit Iahren an einer schweren Krise infolge der zunehmenden künstlichen Stickstoffgewinnung in allen Ländern litt, sollte durch neue Methoden und Bewirtschaftung, wobei die Regierung von sich auS mit- wirkte, wieder gehoben vx.den. Auch die Wein- auSfuhr wurde subventioniert und wie gesagt, jede „Industria Racional" gegen ausländische Konkurrenz geschützt. Gleichzeitig aber wurde außer dem Heer«. daS schon lange so etwas wie Mustergültigkeit für Südamerika besaß, vor allem das Polizelwefen (z. T. unter Mitwirkung eines deutschen Fachmannes) reorganisiert und besonder- das Elitekorps der Earabine- rvs — entsprechend den italienischen Earabinieri — auch numerisch wie in Ausrüstung und Ausbildung stark auSgebaut. Ibanez wußte wohl aus seiner persönlichen Vergangenheit wie au- dem Studium der südamerikanischen Geschichte, daß auch der politische Boden dort stet- mehr ober minder vulkanisch bleibt. Iahre hindurch konnte er sich auf die unbedingte Zuverlässigkeit seiner Earabineros stützen Aber gerade sie sollte allmählich eine neue Opposition in der übrigen Bevölkerung — auch eine geheime Rivalität zwischen den bevorzugten EarabinervS und dem übrigenHeere war nie ganz erloschen — Hervorrufen Alle- wär« jedoch weiterhin gut oder leidlich gegangen, wenn nicht im Frühjahr 1930 die Weltwirtschaftskrise, die bereit- da- ganze übrige Südamerika schwer ergriffen hatte, auch auf Chile übergegriffen hätte. Zwar hatten Ibanez und feine Vertrauten in echtem Patriotismus sich seinerzeit zu der Umsturzaktion entschlossen weil sie ganz richtig erkannten daß di« goldene Zeit einer üppigen Wirtschaftsblüte, die Chile besonders durch die Monopolstellung de- Salpeters, des .weißen Gol- d«-", jahrzehntelang genießen durfte, in dieser Form endgültig vorüber war, was eine neue schärfere Wirtschaft-- und Finanzgebarung nötig machte. Aber mit der Riesenkatastrophe, die die ganze Welt ergreifen sollte, hatte natürlich auch Ibanez nicht rechnen können. Immer noch hielt da- chtlenische Staatswesen dem Sturm viel länger und besser stand al- alle Rachbarn. Aber die Regierung sah sich doch zu Immer einschneidenderen Rotverordnungen veranlaßt, die weite Kreise der Bevölkerung belasteten und verbitterten. Die um sich greifende Opposition wurde dann durch verschärfte Zensurmaßnahmen — von jeher ein« Schattenseite de- Regimes Ibanez — äußerlich unterdrückt, um natürlich die Gärung noch zu verschärfen. Dor allem aber: Die katastrophal gesunkenen Rohstoff-Preise — außer Salpeter, Kupfer, fämtlich« Agrarprodukte des chilenischen Südens — konnten durch RegierungSmah- nahmen nicht wieder auf die Höh« gebracht werden. Privatwirtfchaftlich wurde die Lage von Monat zu Monat schlimmer und den gerade wegen! der großzügigen Meliorationsarbeiten starken finanziellen StaatSbsbürfnissen standen immer geringer werdende Eingänge gegenüber. Run regten sich die lange Zeit verstummten Gegnerschaften und verbanden fich mit der neuen Opposition, die allmählich die gesamt« Bevölkerung mit Ausnahme der engsten Dertrauten von Ibanez erfaßten. Bezeichnend waren die tagelangen revolutionären Streiks und Straßenkämpfe gerade der gebildeten Schichten, Studenten, Aerztc, Rechtsanwälte, denen sich natürlich die Großstadtmasse sehr schnell anschloß. Ob dieses durch das kostenlose Studium verhängnisvoll genährte akademische Proletariat Ruhen aus seinem Siege ziehen wird, ist allerdings sehr zweifelhaft. Trotzdem bleibt die Lage in Chile immer noch verhältnismäßig besser als in den anderen südamerikanischen Staaten. Das spricht sich u. a. darin aus, daß der chilenische Papierpeso nur wenige Punkte gegenüber katastrophalen Stürzen der übrigen Südamerika-Devisen verloren hat. Sehr wichtig ist dann, daß der alte Unruhestifter Qlleffanbri den Lockrufen seiner einstigen radikalen Anhänger, au- dein (Stil nach Chile zurückzukommen, nicht gefolgt ist Damit ist die Gefahr einer radikalentarteten demokratischen Bewegung sehr gemindert. Dann aber darf man die Zuversicht hegen, daß die vierjährige Erziehungsarbeit deS Diktators Ibanez' bei den Männern, die jetzt die Stimme von oben. Don Lons Ratonek. Ich liebe diesen Apparat nicht, der drohend und stimmgeladen auf meinem Schreibtisch steyt und eS jedermann erlaubt, ungefragt bei mir einzutretcn, durch meinen Gehörgang mitten ins Gehirn. ES ist noch sehr die Frage, ob man das Telephon benutzt oder nicht vielmehr von ihm benutzt wird. In ihm verdichtet sich das Charakteristikum aller technischen Errungenschaften: sie sind ebenso unentbehrlich wie unausstehlich. Aber eines Vormittag- geschah doch etwas Unerwartetes: zunächst noch nicht, die Glocke schrillt wie gewöhnlich, mahnend, anmaßend, es ist ihr ganz gleichgültig, wa- sie in diesem Augenblick zerreißt: einen zarten Gedankenfaden, ein wichtiges Gespräch. Die Glock« ist unschuldig Irgendjemand hebt den Hörer auS der Gabel und der Apparat spielt: jeder kann sich seiner bedienen. Don hundert Anrufen sind mindesten- fünfzig Mißbrauch einer an sich genialen Erfindung. Welch ein seine- komplizierte- Gebilde totrb von groben, einfältigen Menschen -um Funktionieren gebracht! Dieser Kontrast könnte Erfinder ab- schrecken, wenn sie Philosophen wären: es ist ein Glück, daß sie e- nicht sind. ES klingelte also wie gewöhnlich: der erst« Anruf, was wird es schon sein: ein Anliegen, eine Beschwerde, jemand, der eine Beziehung anknüpfen will. Ich finde, alle Stimmen durchs Telephon haben etwas Verstellte-, Falsches, die Heuchelei einer Rähe, di« doch nur vorgetäuscht wird. Man sollte mit Menschen, denen man nicht ins Auge schauen kann, nicht sprechen. Das viele Telephonieren, wobei jeder feine Worte durch Gesicht und Gebärde ins Gegenteil verkehren kann, verdirbt den Charakter. Da- Telephonieren ist eine typische Beschäftigung der Erwachsenen. Roch ehe ich dazu kam, ein unfreundlich knarrendes „Hallo 7" in das Sprechrohr zu rufen, klingt dies an mein Ohr: „Alle meine Entchen schwimmen auf dem See, Schwimmen auf dem See, Köpfchen unterm Wasser, Schwänzchen in die Höh'." Was ist daS? Ich bin verdutzt, völlig aus dem Konzept gebracht: ein Anruf wie aus einer anderen Welt, gesungen von einem dünnen, sphärisch-klaren Stimmchen, das von irgend woher kommt, nur nicht aus dem Telephon, auS dem Telephon nicht! Mit diesem Ding am Ohr hörte ich niemals andere als sehr irdische, sehr erwachsene Stimmen. Ich hänge hilflos am Hörrohr. Ich kann doch eine Eng.stimme nicht fragen. „Hallo, wer dort?" Eher schon: „Wer ruft mir?“ M i r, nicht mich. „Mir" klingt nicht nur berlinerisch, sondern auch — siehe „Faust" — klassischer, entrückter. Stille. Ich lausche dem Klang nach, ich höre ein Bächlein rauschen, ich schmecke.einen Quell, ein kleiner Wind flüstert im Erlengebüsch; mir ist fo frisch zumute. „Roch einmal, bitte“, sage ich und habe Angst, die Erscheinung zu vertreiben. Und mein altes verdrießliches Telephon, das schon viel gehört hat, aber das noch nicht, singt; silbrig träufeln die Laute auf mich herab, durchrieseln mich, ein Stimmchen. wie wenn das schwer lose Wappen einer Bachstelze Ton geworden wäre. „Alle meine Entchen schwimmen auf dem See.. Vormittags II Uhr in meinem Bureau. Schwimmen Entchen auf dem See. — Die kleine anonyme Anruferin gibt sich schließlich zu erkennen: „Hier ist Ursula Thimmig, ich danke auch schön für die vielen kleinen Entchen, die Sie mir geschenkt haben!“ Ach, ich hatte meine Geburtstagsgabe längst vergessen; und daß die Fünfjährigen schon telephonieren können, habe ich noch nicht gewußt. Und sie tun es sogar, wie ich nachträglich erfuhr, ganz spontan, gehen zum Apparat, stellen die Verbindung her und singen: „Alle meine Entchen. ■. Als ich zum ersten Male telephonierte, war ich 14 Iahre alt. Ich war sehr ungeschickt und so befangen, daß ich kaum ein Wort herauSbrachte, geschweige denn einen kleinen Singevers. 3a, vor dreißig Iahren waren die Äinber noch nicht so weit. Wir hatten noch ein bißchen Angst vor der Technik und dem Apparat. Wir waren wie die Wilden, die, was sie nicht begreifen, fürchten. Und S i e, wann haben Sie zum ersten Male in Ihrem Leben telephoniert? Aber die Kinder von heute sind wie (leine Götter, sie sind kindlich und bedienen sich dennoch mit einer herrlichen Sicherheit des Komplizierten, sie sind in die Technik hineingeboren, sie plätschern in ihr wie in einem selbstverständlichen Element, sie statten ihr „Danke auch schön" telephonisch ab, sie sagen VerSchen telephonisch Regierung-Verantwortung übernehmen, unb darüber hinau» beim ganzen chilenischen Volk« nach- tmrfen wird. Oberbeffen. Gtadtvorstand in Alsfeld. H AlSfeld, 27. Aug In der jüngsten Sitzung wurde der Voranschlag der Ober- realschulefürdaSRj. 1 932 vorgelegt. Der Antrag der Flnanzkommisfion, dem Voranschlag in der vorgelegten Form zuzuftimmen, wurde nicht angenommen. ES wurde vielmehr die Zurückverweisung an die Kommission zur Prüfung von SinsparungSmöglichkeiten an den sachlichen Ausgaben, sowie an den persönlichen Kosten beschlossen. Der Zuschuß der Stadt für daS Rj 1932 ist auf 32 462 Mark veranschlagt, gegenüber 35 065 Mark im Rj 1931. — Ein Gesuch der Iagdpächter Der Gemarkung Alsfeld um Ermäßigung der Iagdpacht im Hinblick auf die veränderten wirtschaftlichen Vcr- hältniffe wurde abgelehnt, ebenso ein Antrag des Pächter- der Waldjagd, da die Pachtpreise alS an- gemejen erachtet werden. — Zu der von der hessischen Regierung angeregten Gewährung von steuerlichen Vergünstigungen zur Wiederbelebung Der Dauwirtschaft bei WohnungSneubauten wurde b.schlossen, bezüglich der Gemeindegrundsteuer keine De reiung eintreten zu lassen im Hinblick auf die weittragenden allgcmcircn Fölsen, zuma'. durch diele Maßnahme eine Wiederbelebung der Dauwirtschaft nicht erreicht wird. Landkreis Gießen. * Wief eck, 27. Aug. In der Rächt zum 26. August wurde indcrSommcrwirtfchaft „W a l d e S l u st“ auf der U r f u I u m ein Einbruch verübt. Den Einbrechern, die es scheinbar auf Rahrungsmittel und Rauchwaren abgesehen hatten, fiel nichts in die Hände, fo daß außer dem Sachschaden an dem Dache und dem Mauerwerk, welches durchbrochen wurde, dem Eigentümer Schaden nicht zugefügt ist. Die Ermittlungen nach den Tätern wurden von der Gendarmerie sofort aufgenommen. # Beuern, 27. Aug. Für die am kommenden Sonntag in unserer Gemeinde stattfindende Bürgermeisterwahl wurden drei Wahlvorschläge eingereicht. Sie lauten auf Georg Wilhelm Linde n st r u t h , den gegenwärtigen Bürgermeister, ferner auf Landwirt Johann Karl Bell off und auf Ludwig Pfeiffer, der von der Arbeiterpartei ausgestellt wurde. e Leihgestern, 27. Aug. Der letzte Sonntag sah unsere Kleinkinderschule bei ihrem IahreSsest. Rach einem gemeinsam gesungenen Choral der Gemeinde und einem Be- grüßungsgedicht der Kinder folgte nach dem Vortrag ihrer Lieder und Sprüche eine kurze Ansprache über die Macht des KindeS. 3m zweiten Teil zeigte die festesfrohe Schar an einer Reihe, von Spielen, wie fein sie sich in ihre Rollen, gefunden hatte. Der Dank für den sonnigen Rachmittag gebührt unserer Schwester Minna, die mit ihrer Arbeit bewiesen hat, daß sie unseren Kleinsten die rechte fröhliche Mutter ist. Mit strahlenden Augen trug jedes der Kleinen feine Brezel nach Haufe. me Allendorf a. d. L., 27. Aug. Am Sonntag feierte die hiesige Klein-Kinderschule ihr 3 a h r e s f e st. Zur Freude der Kinder und der Erwachsenen konnte die Feier im Freien ab» gehalten werden. Der Posaunenchor und der gemischte Eingchor der Christlichen Gemeinschaft verschönten die Feier. Herr G e r t h vom Vorstand der Schule, Prediger Meng von Großen- Linden und Pfarrer Germer hielten Ansprachen. Z4. Langd, 27. Aug. Wie die Himbeeren, so liefern auch die Brombeeren in unseren Waldungen eine reiche Ernte. 3n früheren 3ahren holten nur wenige Leute aus dem Dorfe ihren Beerenbedarf. 3n diesem 3ahre aber kommen Kinder und Arbeitslose aus der näheren und weiteren Umgebung und pflücken die Beeren zum Verkauf. Für ein Pfund werden meist 35 Pf. auf, sie lassen ihr kleines Herzchen ferndrahtlich klopfen... Ich dank' dir auch schön, Ursula, für den verzauberten Vormittag. Ich werde das Silber» stimmchen nie vergessen, das in mein gkaueS, ge- schäft.ges Bureau durch den Draht hereingewcht tarn wie zarter Morgenwind... Goethe wird im „Roten Ochsen"geneppt Am 21. 3uni 1811 istG 0 ethe vom Wirt .Zum Roten Ochsen“ in Schlaggenwald nicht unocträcht- lich geneppt worden. Freilich nahm er dieS nicht ruhig hin, sondern wußte sich ganz energisch zur Wehr zu setzen. Der Dichter war damals mit seiner Frau und deren Begleiterin, einem Fräulein Ulrich, zur Kur in Karlsbad. Aus einem Ausflug besuchte er die alten Bergwerke in Schlaggenwald und war in der heitersten Stimmung, al- er im .Roten Ochsen“ einkehrte, um dort sein Mittagessen «inzunehmen. Doch als er die Rechnung empfangen hatte, war mit einem Schlage die gute Laune fo gründlich geschwunden, daß er diesen Ausflug in den .Tag- und Iahres- heften“ nicht einmal erwähnt. Rur in den mit äußerster Sorgfalt geführten Tagebüchern finden sich die folgenden vielsagenden Eintragungen: .21.3uni, früh gegen 6 Uhr ausgefahren nach Schlackenwald, die Werke besehen. 3m .Roten Ochsen" zu Mittag. Händel mit dem Wirt wegen übertriebener Forderung. 22. 3unL Promemoria wegen des Wirtes in Schlackenwald und Vorschlag an den Kreishauptmann." Daraus geht hervor, daß fich Goethe bei dem Kreishauplmann, der auch zugleich die Stell« eines Dadekommissars von Karlsbad Der trat, beschwerte, und diese sehr charakteristische Deschwerdeschrift deS Dichters ist uns im Wortlaut erhalten: .Gestern, als am 21. diese-, fuhr ich mit den Weinigen nach Schlackenwald. ES waren unser 4, wir kehrten zum .Roten Ochsen" ein und genossen ein Mittagessen, mit dessen Detail ich weder beschwerlich sein, noch dessen Wert allzusehr herabsetzen will. Genug, man tat ihm sehr viel Ehre an, wenn man den Drei- desselben dem der Picknicke auf dem .Post- Hofe“ gleichstellen und die Person auf st—10 Gulden anschlagcn mochte. Der Wirt verlangte 66 Gulden und für den Kutscher 10 Gulden, zusammen also 76 Gulden! 3ch verweigerte die Zahlung und äußerte, daß ich diesen Vorfall dem Herrn Kreishauptmann Hochwohlgeboren anzei- gen würde, welches hierdurch mit Beilage der 76 gezahlt. — In unserem Dorfe sind d r e i Dreschmaschinen in vollem Gange. Der Körnerertrag kann als ziemlich gut bezeichnet werden, da die Frucht schon vor Beginn deS schlechten Wettereingefahren werden konnte. Mrctd Friedberg. DSR Friedberg, 27. Aug. In einem sog. Bruch der Braunkohlengrube Wecke-- heim wurde ein Bergmann durch herab- stürzende Kohlen fo schwer verletzt, daß er sofort dem hiesigen Dürgerhospital zugeführd werden mußte. Der Verunglückte hat auf dec Grube bereit- drei derartige Unfälle erlitten. Mrcie Büdingen -t- Unter-Schmitten. 27. Aug. Die Schwalbenkolonie am Schuppen de- Friedrich U h l schen Anwesen- in der Dorfmittc hat sich in diesem Iahre wiederum stark erweitert. Die Zahl der Schwalbennester hat sich von 32 a u s 50 erhöht. Der Schuppen hat auf drei Leiten einen weit vorspringenden Dachrand, desfcn Unterseite aus Fachwerk besteht, was den Schwalben jedenfalls zufagt. Die Südseite hat über 30, die Westseite 20, die Rordfeite nicht ein einzige- Rest. Im übrigen Teil deS Dorfe- ist kein Rest der Hausschwalbe anzutresfen. Kreis Schotten. WSR 6db otten, 27. Aug. Rahezu 70Iahre all. ist in dem Kreisort Steinberg der Bürgermeister Heinrich Kaiser gestorben. Der Entschlafene stand über 38 Iahre lang, und zwar seit Februar 1893 bis zu seinem Tode, al- Bürgermeister, Standesbeamter und OrtsgerichtSvor- stcher an der Spitze seiner Gemeinoe, der er stets ein treuer und vorbildlicher Verwalter und Berater gewesen ist. • Schotten, 27. Aug. Der M u s 1 k v e r e i n Schotten gibt bekannt, daß er, der R 0 tzeit Rechnung tragend, von der Erhebung deS B e i t r a g e S für das zweite Halbjahr 1931 absieht. Starkenburg. WSR. Offenbach, 27. August. In den heutigen Vormittagsstunden stieß ein au- Offenbach kommendes Auto mit einem au- entgegen« gefetzter Richtung kommenden Motorradfahrer zusammen. Der Motorradfahrer wurde fo schwer verletzt, daß er in daS städtische! Krankenhaus geschafft werden mußte. Das Auto hatte im letzten Augenblick noch versucht, den Zusammenstoß mit dem Motorradfahrer zu vermeiden und war dabei gegen einen Daum gefahren. Es wurde dabei fo erheblich beschädigt, daß es abgeschleppt werden mußte. Preußen. Hanau verlangt Hilfe vom ZReid?. Mehr al. 2,5 Millionen Defizit. WSR. Hanau. 27. Aug. In einer Pressebesprechung nahm am Mittwoch Oberbürgermeister Dr. Dlaum nach der Festsetzung deS Zwangs» e t a t 8 durch den Bezirksausschuß Stellung zu den schwebenden Etatssragen. Die Zahl der WohlfahrtSerwerbSlosen ist, wie berichtet wurde, von 1250 zu Beginn de- IahrcS auf 2175 gestiegen. Bei einem Gesamtetat von 14 Millionen Mark betragen in Hanau die Ausgaben für Woh lf ahr t Szwecke rund 3.5 Millionen Mark. Durch da- Anwachsen der WohlsahrtsauSgaben um rund eine Million Mark erhöht sich das Defizit, einschließlich des Fehlbetrages auS dem Vorjahre, auf rund 2,5 Millionen Mark. In Hanau werden fast 3 0 vH. der Bevölkerung unterstützt. Die Stadtverwaltung könne für die Auswirkungen der Wirtschaftskrise, die sich in Hanau infolge der besonderen industriellen Lage besonder- stark geltend machen, nicht verantwortlich gemacht werden. Die Lasten, die sich daraus ergeben, könnten unmöglich allein von der Stadt getragen werden. Der Staat hab« die Pflicht. Hanau Hilfe zu leisten. Der Magistrat beabsichtigt, gegen einige Aenderungen des Etats Beschwerde beim Pro- Gulden gehorsamst bewirkt wird. ES ist hierbei zu bemerken, daß nichts als das bloß« Mittagessen und weder Frühstück, noch Wein, noch Kaffee genossen worden. Der Kutscher erhielt für sich geringe Kost und hatte feinen Hafer bei sich. Unterzeichneter bittet um Vergebung, wenn er mit dieser anscheinenden Kleinigkeit beschwerlich fällt Aber e- ist in diesen Tagen schon öfters zur Sprache gekommen, daß Gesellschaften, welche durch die schönen Wege, die herrlichen Ratur- gegenftänbe und das gute Wetter auswärts gelockt wurden, mit Verdruß über ganz unerwartete Zechen nach Hause gekehrt unb ihre gehoffte unb genossene Freube vergällt worben.“ Goethe fügt bann, wie er ausbrücklich betont, „um zu zeigen, wie sehr ich wünsche, daß Karlsbad bei feinem bisherigen guten Ruf von billiger Behandlung erhalten werde", einen „unmaßgeblichen Vorschlag" bei, wie man diesem.Hebel der „Repperei" steuern könne. Er beginnt mit der allgemeinen Bemerkung: „Das bisher in Deutschland übliche Zutrauen, daß man in einem Gasthof einkehrt, Bewirtung verlangt und dem Wirt überläßt, zuletzt die Rechnung zu machen, kann bei der gegenwärtigen Krise, bei dem Schwanken deS Silber- und Papiergeldes in hiesigen Gegenden wohl kaum mehr stattfinden. Dom Wirte ist eS kaum zu verlangen, daß er die alten Preise halte, und nicht von den Säst-m, daß sie sich neue sollen gefallen lassen" Der Dichter rät daher, daß die Reisenden wie in Italien vorher die Preise genau ausmachen unb schlägt vor: „Sine hohe Behörde lege solchen Gastgebern in der Rachbarschaft die Verpflichtung auf, mit Personen, welche entweder vorher Bestellung machen ober welche geradezu anfahren, einen bestimmten Akkord zu treffen über den Preis dessen, was man von ihnen verlange. Den Gästen würde dies brkanntgemacht, unb jeher würde sich gern danach richten, weil die, Sache sehr einfach ist “ Diese Beschwerde Goethe- war erfolgreich: der Wirt wurde zu einer Strafe von 10 Gulden unb zu einer Herabsetzung feiner 5orberung auf 41 Gulben 20 Kreuzer verurteilt. Ob fein „Vorschlag" von bet Behörde angenommen würbe, haben wir aber nicht erfahren. Hochschulnacb richten. D. Dr. Iohann Simon Schöffel, Hauptpastor an Et.Michael in Hamburg, hat einen Ruf auf ben Lehrstuhl Der Kirchengeschichte an der Universität Erlangen erhalten. t|d)c (ö emetnjajafi lyr f e st. Ein Posaunenvortrag, | diesjähriges Jahres Se3-k Wirffchast s 7 6 6 5 5 3 3 2 2 w Blaue Woche Rekordleistungen vom LS. August bis S. September llnerreidit die Preise! Unersdiöptlidi die Auswahl! Alleinverkauf der Lodenfabrikate v.Z teilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 300. Don R. Steinweg, Berlin. Schwarz. Aus artet Wert. vom stürzenden Kron gelötet. In Dresden waren mehrere Arbeiter damit beschäftigt, mit Hilfe eines Kräns eine Lit- fassäu le ausgetübrt von d.gesamten Kapelle des 1 (Hess ) Bataillons 15 Int -Regiments unter Leitung des Chorführers Feldwebel Wanltzek. M81o Benötigen Sie gute und preiswerte Schuhe? (3^ Alle Hände greifen zu ■ Großer Lmwate ! Kleiner Nölten ! Wenig sagen, viel leisten! Zn Nchlendcrprelnen ! 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Vorher hatten Dte 41 AusweiSsahner Die Rennen übet Z Randen - 54.390 Kilometer Hier stürzten Sieger (Dresden) und Schwarze «Leipzig) und muhten ins Krankenhaus transponiert wer- Tennisiuniief in Bad Homburg. Del schönem Sommerwetter nahm am Don- netttag da- Bad Homburaer Tennisturnier seinen Anfang Die Lleberrafchung deS ersten Tage- bildete der 6:4-, 5:7». S:l-Sieg des Franflurter Srwen über den Krefelder Heitmann. 3m Damen-Sinzel errang Renne Peitz einen alatten 6:0-. 6:1-Ersola gegen Frau von Horde. Die Begegnung zwilchen den beiden Frankfurterinnen Zimt und Menges endete mit 1:6. 6:1. 6:1 zugunsten von Fräulein Menges. Weiterhin schlug Fräulein Leseld Fräulein Launstein mit 6:3, 8:6. Rücktritt des OGB.-Vorsitzenden. Der langsährige Vorfitzende der Deutschen Sporttehörbe für Leichtathletik. Rechtsanwalt E. D. Lang, ist von seinem Amte zurüdgetreten, da das Bankhaus Lang & Rüderer, dessen Teilhaber er war, seine Zahlungen eingestellt hat. Der Hauptausschuß der DSB. hat daraushin den DSB.-Sporttvart, Dr. v Ha11. mit der einstweiligen Führung der Geschäfte und der Vertretung der DSB. in der Arbeitsgemeinschaft DT.-DFB -DSB. beauftragt. Handball der Sp.-Vg. 1900. Als einziges Punkttressen kommt am Sonntag das Spiel von 19008 2 Mannschaft gegen die Erste des Turnvereins Münchholzhausen Aum AuSirag. Die Gäste au- Münchhol«Haufen haben einen guten Start gehabt und müssen als eine der stärksten Mannschaft der ^-Klasse angesehen werden. Da die 1900er — vorausgesetzt, das) sie komplett an» treten können - auch über achtbare- Können ver- . fügen, dürfte sich ein spannender Kamps ent- toickeln. Handball im (Hau Hessen (O.T.) Großen-Lindens erste Mannschaft und die Jugend müssen am kommenden Sonntag aus srem- den Plätzen Pslichtspiele auStragen. Während die erste Cif bei der Zweiten deS Pdlizeisport- Vereins Butzbach zu Gast ist, weilt die Jugend bei der Jugend der Turngemeinde Friedberg. S.Kaustballrunde deS TV. -1846. Am kommenden Sonntag steigt zum achten male da- Faustballturnier, das sich im Lause der Jahre aus den anfangs kümmerlichen Pokalspielen zu einer im MittelrheinkveiS beliebten Veranstaltung herausgebildet hat. Während früher nur wenige Mannschaften auf zwei Seltern und auf dem OSwaldsgarten spielten, sind heute 2 5 Mannschaften gemeldet, die insgesamt 50 Spiele auf sechs Feldern austragen werden. 3n der Meisterklasse stehen sich sechs Mann- schasten der Vereine 3.-G -Sportverein, Tv. 1860 und Postsportverein Franksurt; Tv. 1846 Herborn, Dhilippstein und 1846 Gießen gegenüber. Da 3.-G. die I. Mannschaft nicht melden konnte, wird der erste Platz Wohl zwischen 1860 Franksurt, Herborn und Gießen- I. entschieden werten. Für die zehn Mannschasten ter ^-Klasse war eine Einteilung in zwei Gruppen nötig, dessen beite erste Sieger in die Endrunde kommen. 3n ter ersten Gruppe spielen: Rodheim a. d. Bieber. Phi- lippstein II, Herborn II, 1860 Franksurt II und 1846 Diesten III; in ter zweiten Gruppe: Holzheim. Sinn, Polizei Butzbach, 3. G. I I I, 1846 Diesten II. Hier kann man schwer einer Mannschaft den Sieg zusprechen, da sie teil- völlig unbekannt sind, doch dürste 1846 Giesten II die meisten Aussichten haben. Ebensowenig sind die vier Mannschaften der Altersklassen nach ihren Leistungen bekannt. Hier spielen Polizei Butzbach. 3. G.. Post- spvrwerein Frankfurt und 1846 Drehen, von denen Polizei und 1846 die geringsten Aussichten haben. 3n ter Turnerinnenklasse spielen vier Mannschasten, von denen drei. Mtv. Gießen, 1860 Frankfurt und 3. G, sich von den Gaugruppenspielen her kennen. 1846 Gtestens Damen sind noch ziemlich unerfahren im Wettkampf und werten ihre Spiele hauptsächlich zum Lernen benutzen. Ob. wie in ter Gau gruppe, auch hier 3. G den ersten Platz belegt, ist offen, da auch die Mtverinnen ziemlich auf der Höhe sind. Schleizer Oreiecksrennen. Zum neunten Male wurde am Sonntag bei Schleiz auf ter 7.7 Kilometer langen Dreieckstraße daS Schleizer DreiedSrennen vor über 100 000 Zuschauern ausgefahren. Bei iDealern Rennwetter begann die Veranstaltung. jete>ch setzte später hes- tiger Regen ein, der auf ten glitschigen Strasten zahlreiche Stürze hervvrries. wodurch gerate die beiten, BulluS und Dauhvfer, auster Gefecht gesetzt wurden. Trotzdem überholte R ü 11 ch e n (Erkelenz) aus NSl' mit 2.09:54,8 die Zeit teS Vorjahres von 2:14,12 ganz beträchtlich Rültchen fuhr fein Rennen überlegen nach Haufe. — Oet- ten. Der schnellste war hier in ter Halbltterklasse Term « hr (Königstein) auf NSl« mit 33 36,2 bei einem Stundenmittel von 97.110 Kilometer, der auch die schnellste Zeit des Tages fuhr. Mit dem Schleizer DreiedSrennen wurde gleichzeitig die deutsche Mokvrradmeisterscdaft zum Abschluß gebracht. Röse (Düsseldorf). Huth (Breslau, NSU). und Loos (Königstein) wurden als Titelträger ermittelt, während in ter kleinsten Kategorie die Entscheidung noch aussteht. / Kurze Sportnotizen. Verband»- Schiedsrichter-Referent Wei der weilt am kommenden Montag in Diesten und wird im ttafö Ebel einen beleb teilten Vortrag über die Ausgaben des Schiedsrichter- halten. Der Dortragente stand jahrelang in ter Pralls und dürfte berufen fein, von Theorie und Prari- ter Spielleitung zu sprechen. Dr. Beider an Malaria erkrankt. Der deutsche 800-Meter-Meister, Dr. Otto Beider, ist jetzt endgültig für einige Zeit auster Gefecht Seseyt und kann an den Länderkämpsen gegen nglanb und Frankreich nicht teilnehmen. Der Stettiner, die schon eine Sehnenzerrung am Training behinderte, ist nun auch noch an Malaria erkrankt. Herbst-Regaiia in Gießen. Ein glänzendes Melde-Ergebnis. — Am morgigen Samstag und am Sonntag wird auf der Lahn lebhafter Betrieb herrschen. Die Herbst- rcgatla, die auch in diesem Jahre von dem Verein Rudersport 19 13 Gießen durchgeführt wird, steht vor der Tür. Die Regata hat — wie weisen bereits am Samstag darauf hin — eine ausgezeichnete Besetzung erfahren. Die beste süddeutsche Ulasse ist am et art. Richt weniger als 85 Boote mit etwa 450 Ruderern werden sich in diesen Tagen auf der Lahn ein Stelldichein geben. Manche bekannte Mannschaft liegt in den Rennen und al» Clou der Veranstaltung gilt der Start de» Großen Achter» der INainz-Lasteler Rudergesellschaft, der bei der Deutschen Meisterschaftsregatta so hervorragend abschnitt. Ruderer dieser vorzüglichen Mannschaft werden auch den Staatspräsidenten- Vierer bestreiten und sich dabei den Sieg kaum nehmen lassen. Die Zahl der eingegangenen Meldungen (für einzelnen Rennen sind nicht weniger als 7, 8, ja sogar 14 Meldungen eingelaufen) macht eine große Anzahl von Vorrennen (etwa 30) notwendig, Die bereits am Samstagnachmittag und am Sonntagoormittag ausgetragen werden, lieber 25 Vereine aus Mainz, Frankfurt, Bonn, Weilburg, Neuwied, Essen, Offenbach, Rüsselsheim, Limburg, Marburg, Wetzlar, Siegburg, Oberhausen, Saarbrüden, Münster (Westfalen) ufro. sind vertreten, so daß mit außerordentlich scharfen und spannenden Rennen gerechnet werden kann. Der Verein hat es sich zur Ausgabe gemacht, die Regatta recht flott zur Durchführung zu bringen und will zu diesem Zwecke den Zehn-Minuten-Start einführen, um dem Publikum die langen Pausen zwischen den einzelnen Rennen nach Möglichkeit zu ersparen. Don den Gießener Vereinen sind naturgemäß Meldungen zu sehr vielen Rennen abgegeben worden. Der veranstaltende Verein geht zu 10 Rennen an den Start, die Gießener Rudergcscllschast hat zu 8 Hßetibc Erstklassige Mannschasten am Start. werben gemeldet und der Gießener Ruderklub Has- fia beteiligt sich ebenfalls an drei Rennen. Da» Programm sieht insgesamt 19 Rennen vor. Bereits das erste Rennen des Sonntagnachmit- tag», her L ahn- 3 U N g »i a n n - V i e r e r, wird eine sehr scharfe Auseinandersetzung zwischen den drei hiesigen Vereinen bringen. Die Mannschaften GRG.: Weidig, Kuschke, Neuroth, Goetz; St.: Loh. Verein Rudersport: Münch, Wagenbach, Fröhlich, 3mmel; St.: Mühlich. Hassia: Müller, Vehus, Hüttenberger; St.: Noll. Der Herbst-Vierer hat nicht weniger al» vierzehn Meldungen und muß deshalb in zwei selbständigen Rennen ausgefallen werden. Bei der Fülle der Meldungen ist eine Vorhersage über die mutmaßlichen Sieger kaum möglich, zudem eine Anzahl der startenden Mannschaften ihrem Können nach sehr wenig bekannt sind. 3m Lahn-Vierer stehen sich dagegen lediglich die Ruderer der GRG. und des Weilburger Rudervereins gegenüber. Die Weilburger dürften sich diesmal sehr bemühen, die Scharte von der 3ubiläumsrcgatla auszuwetzen. (Die Mannschaft der GRG.: Flimm, Becker, Koehler, Hartmann; St.: Loh.) 3m 3ung mann-Achter ist Gießen nicht vertreten. Neuwieder RG., Ruderklub Saar und MainAer RV. bestreiten das Rennen. Die Mainzer haben dabei allerdings die größeren Aus- sichten auf Sieg. 3m Iungmann-Einer ftar- ten die Gießener Hans Rübsam (GRG.) und Ludolf Henn (Hassia). Außerdem liegen Bonner RG., Marburger RV. und Offenbacher RV. im Rennen. Die Gießener werden keinen leichten Stand haben. 3m D a m e n • 21 n f ä n g e r ■ (ü । • Vierer haben die Damen des Vereins Rudersport gegen die Damen des Offenbacher RV. das erste Mal Gelegenheit, Lorbeeren zu ernten. (Verein Rudersport: Die Damen Euler, Braun, Eckhardt, Loh; St.: Münch.) 3m Zweiten Vierer treffen die Das bißchen Erde. Vornan von Richard Slowronnek. Copyright by 3 Engelhorn» Nachf., Stuttgart 17 Fortsetzung Nachdruck verboten Das Schloß hat sie verpachtet mit der 3agb, an einen Herrn Dankdirektor auS Berlin, ter immer in einem Automobil angefahren kommt, und neulich wurde erzählt, sie würde daS ganze Gcwete überhaupt verlausen. Weil ihr'S zu beschwerlich wäre, die Wirtschaft zu lontrollieren von Wiesbaden aus. Da soll sie sich nämlich eine große Villa gebaut haben, und ich kann'- ihr nicht verdenken. 3n so einer schönen Gegend, wo man nur eine Viertelstunde zu fahren braucht, und man steht an dem herrlichen Rteinstrom. DeS Abends aber kann man wieder Theater haben oder Konzert, statt der Einsamkeit hier in so einem alten mecktenburg'schen HauS. Da besinnt man sich doch nicht. alS schön« junge Witwe, wo man wvhl lieber wohnt, nich?" ..Täuw, täuto, Ohlsch", sagte der Förster mit (eifern Vorwurf, „und sprich nicht von Dingen, die peinlich sind. Wegen ter Vergangenheit und svf Der Herr Graf interessieren sich wohl mehr für die 3agö. Und da muh ich berichten, dast dieser Berliner Herr Bankdirektor der Vellahner Gutsverwaltung zehntausend Mark geboten hat, wenn das Gatter abgerissen Wird. Weil er sich nämlich mit einem langjährigen Kontrakt bei der Alten-Krakower Pachtung sozusagen in die Resseln gesetzt hat. Aber ich habe befürwortet, daS Gatter bletbt stehen. WaS braucht fv ein Berliner Herr Dankdirektor Hirsche au schießen hier bei unS in Mecklenburg? Das ist doch ein Unfug, nich? Und überhaupt, wo mein hochseliger Herr Gras daS Gatter errichtet hat, in einer ganz bestimmten Absicht, da hat es auch stehen zu bleiben. DaS Geweih' hab ich heute noch nicht von dem Hirsch, der zu all dem Streit ten Ursprung gegeben hat" ... Und er strich ingrimmig ten buschigen Schnurrbart. Die keine Frau aber schlug die fleischigen Hände zusammen. „Run sehen sich ter Herr Graf bloß dieses verdrehte Mannsbild an! Alle Wände im Haus hängen schon voll von Knochen, nirgend- ist mehr eine Handbreit Platz, und da jammert er um das eine Geweih, annijiert unS hier mit seinen 3agdgeschichten! Rämlich. wo er mich vorhin unterbrochen hat. wollt' ich nur noch bemerken, daß man sich hier allgemein und sehr verwundert. dast Die junge Witwe gar nicht mehr ans Herraten denkt. Richts al- Korbe teilt sie aus. und man erzählt sich, fast auf jedem Schloß in ter Umgegend soll einer davon stehen. Bei dem Panschenhagener Herrn soll einer stehen, bei dem Schwtngendorfer einer, unb bei dem Tüschower sogar zwoi. Der hat wohl daS schone Hinrichshagener Geld am notigsten gebraucht, und da ist ct zweimal fragen gekommen, aber es hat ihm nicht- genützt." So erzählte die rundliche kleine Forsterssrau voll Diser. cklS Malte nur schweigend zuhorte und mit keinem Zeichen feine Teilnahme verriet, zuckte ihr Gatte die Achseln, als hätte er sagen wollen: „Da hast du's mit deinen Zrauenzimmergeschich- len! Ernsthafte Menschen lanatoeilen sich Dabei bloß." Und er fing an zu berichten, daß die Aus- fichten für die 3agd so gut waren tote schon seit langem nicht mehr. Die Rehböcke versprächen nach dem milden Winter ganz kapitale Gehörne zu schieben, mit ten Hirschen aber wäre es geradezu eine Pracht. Zum mindesten zehn jagdbare müßten in biefem Herbst zur Strecke tom- men, darunter ein paar gewaltige Recken, die jetzt schon im Baste beinahe armlange Stangen trügen. Und mit listigem Augenzwinkern er» zählte ct. wie es ihm gelungen wäre, die An- grifrfe des Herrn ErblandmarfchalvS auf den Vellahner Wildbestand zu veretteln. Da wurde Malte mit einem Male wieder lebhaft. Solange die Frau Försterin von den Schick- biicn seiner einstigen Jugendliebe sprach, hafte er an sich gehalten. Unziemlich wäre es chm erschienen. auch nur mit einem Wimperzucken zu- zugeten, daß er einmal in Dem Leden dieser jungen Witwe eine besondere Rolle gespielt hatte. Es war wohl genug geklatscht und getratscht worden darüber nach ferner plötzlichen Abreise, und von seiner Heimkehr schien man sich vielleicht eine Fortsetzung de» interessanten Lietes- romaneS zu erwarten. DaS war natürlich Un- Pin und ausgeschlossen. Ein jede- von ihnen hatte kch zurechtgefunden auf seine Art nach der fürchterlichen Wirrfal jener Zett, und dabei sollte eS verbleiben. Für Liebesgeschichten gab eS auch keinen Platz, wo eS um harte Männerfachen ging ... Sine Ungebühr sondergleichen war es, daß der Oheim sich unterfangen hatte, in fein 3agdrecht zu greifen, während er abwesend war. denn dieses war ein Recht ganz betonterer Art. Gewissermaßen das feinste und oberfte, das einem Herrn zu st and ... Auf Maltes S: rn schwoll die Zornader, und ct legte schwer Die Hand auf Den Tisch ..Erlauben Sie mal, Schwarz? Mein Onkel hätte hier in Vellahn Treibjagden abgeb alten und Herren hergefchickt mit der Erlaubnis, einen guten Hirsch abzuschieben?" ..Wohl. wohl. Herr Gras! Aber ich konnte doch keine Revolution machen und laoen, ich gehorche nicht? 3d) hab' mir ander- gchollen, denn ein alter Waldläufer kennt doch viele Schliche, nich? Bei den Treiben in freier Wildbahn gingen mit immer Die Hirsche durch die Treiterkette zurück. 3rgenDeiner von den Lümmels war beim Drücken zu laut gewesen oder eS lag an einer andern Ursache — daS Wild kam nicht vor die Schützenlinie. Daß ich im Morgengrauen quer durch Die Schonungen einen Dünnen Draht gespannt hatte, krauchten Seine Exzellenz ja nicht zu wllenl Und ähnlich machte ich es mit den Lappjagden. Meine Teckel waren dann durch Mgendetnen Zufall deS RachtS vorher immer ausgekommen unb hatten die 3agen, die am nächsten Morgen einzustellen waren, feer gemacht. Die Herren zogen wieder ab, ohne den Finger krumm gemacht zu haben, und Seine Gszellenz waren höchst ungnädig. 3ch wäre ein ganz untüchtiger Beamter, der sich fein Lehrgeld als Hochw Idjägcr eigentlich zurückzahlen lassen müßte!" ... Der alle Förster lachte still vor sich hin, daß um seine blanken Augen in dem pergamenttrockenen Gesicht sich tauienb Fältchen zogen .....3ch hab' natürlich nicht widersprochen, Herr Graf, aber ich hatte mein Vergnügen Dafür, wenn der neue Herr Schwager von Seiner ®j- zellenz au m r zum Pürichen kam. DaS war zedesmal ein reines Theater, denn er fieberte geradezu vor 3agdpassion und tourte unter seiner braunen Haut ganz blaß, wenn er ein Stück Wild zu sehen kr egle. Aber, weiß der Deuwel. was in die Vellahner Hirsche gefahren fein mochte, näher als auf vier-, fünfhundert Schritt ließen sie ihn nicht heran. Dann sprangen sie immer flüchtig ab, er konnte so vorsichtig pirschen, wie er wollte. Und er hielt mir hinterher lange Vorträge, woran eS gelegen hätte, se.ncr Meinung nach, focht mit den Händen in der Luft, und Die Worte über Purzel ten sich bloß so. 3ch fagte: ,Zu Befehl', und .beim nächsten Mal w rd eS besser gehen', aber daß ich hinter seinem Rücken den H richen mit Dem Taschenluche gewinkt hatte, während er sich anpirschte, das hab ich ihm natürlich nicht auf die Rase gehängt. Manchmal tat er mir ja ein bißchen leid, aber ich konnte ihm nicht Helsen. Sine Treue Hal man doch nur zu seiner eigenen Herrschaft. Unb wie sollte ich wohl vor Ihnen bestehen, Herr Gras, wenn Sie bei ter Rückkehr fragten: .Schwarz, was ist aus meinen Hirschen geworden?' ... Offen auflässig werden tonnte ich nicht. Da wäre ich geflogen und ein andrer an mene Stelle getreten, ter gefügiger war. Also da frage ich den Herrn Grasen jetzt gefrortamft, ob ich wohl recht gehantelt habe?" Malte ftanD auf, schüttelte dem Getreuen die Ha std. ..Gut war'-, Alter, und von jetzt an wollen wir Denen da Drüben in Hvhenrömnitz gründlich die Zähne zeigen. Das heißt, solange w:rs noch können. Aber, fa^en Sie mal — das interessiert mich im Auaenbllck ganz besonders — wie haben Sie diesen 3taliener eigentlich angeredet? Hatte er vielleicht einen Titel oder so was Aehnl'ches?" Der Forster blickte ein wenig verwundert auf. »Herr .Lonte' hab' ich -immer zu ihm gesagt. Ruderer de» Veranstalter» (Haa», Steindach. Beck, Seipp: 6t.: Muhlich) auf die barte Gegnerschaft von Ruderklub Saar und Mainz-Xastcler RG Da» Rennen Ist mit 7 Mannschaften belegt. 3m 6 t a a t • • Präsidenten-Vierer ist die Mannschaft der Mainz-Kasteler RG. erklärter Favorit. Die Mannschaft Des Verein» Rudersport (Haa», Steinbach, Beck, Seipp, 6t Mutzlich) wird sich wohl mit dein zweiten Platz Aufrieben geben müssen. Der Herb st-Achter, der eben,ad» ein sehr spannende» Rennen bringen dürste, sieht neben der '.neuwieder RG, RV. Rusielsheirn, Essener T. u. F. Frankfurter RG. Germania auch die Mannschaften der GRG und de» Verein» Rudersport am etart Bei der guten Form der Gießener Mannschaften darf man auf ein günstige» Abschneiden hoffen. (GRG: Hcuhel, Schneider II., Knobloch, Hochflut- ter, Schneider I., Heß, Georgi, Iimpe; St : Loh. Verein Rudersport Haller, Weller, Wcllhoser, Franz, Best, Müller, Dechert, 51 rüg. 6t.: Mühlich.) Ein durchaus offene» Rennen bringt der A n - fünfer - 'B lerer. Sieben Meldungen liegen hierfür vor. Den 3unior-vierer Dürften Die Mannschaften der Saarbrücker RG. Undine und de» Weilburger RV. bei fünf teilnehmenden Booten unter sich ausmachen. Mit besonderer Spannung sieht man der Au»- tragung de» Lahn-Achter» entgegen. Da» Rennen stellt ein Cofalbcrbi) dar, daß allerdings nach der Papierform den Sie- jer schon mit einiger Bestimmtheit in der Mann- chast der GRG. zu nennen zulaßt. Die GRG. de- treitet den Kampf in der Besetzung: Weidig, Kuschke, Flimm, nartmann, Koehler, Becker, Neu- roll), Goetz; St.: Loh. Der Verein Rudersport stellt leinen J)cinri(f)"-2ldjter ins Gefecht. (Die Mannschaft: K. Münch, Heinrich Wagenbach, (Bg. Haa», Heinrich Seipp, W. Beck, Hans Steinbach, Heinrich Fröhlich Heinrich 3mmel; St.: Heinrich Mühlich.) Der Lahn-Einer sieht die beiden Konkurrenten von der 3ubiläums-Regatta auf dem Wasser. Friedel 3 ö b t (GRG.) dürste diesmal alle» daran setzen, seinem Gegner L e I tz (Wetzlarer RC.) da» Nachsehen zu geben. Man erhofft 3öbt als sicheren Sieger. 3m 3u n am ann-Vierer dürfte die Saarbrücker RG.-Mannschaft weder vom Verein Rudersport, noch von den Marburgern oder den Offen- bachern zu schlagen sein. 3m Damen-Gig-Dierer treffen sich die Damen de» Offenbacher RV. und des Vereins Rudersport. Der Verein Rudersport hat die Besetzung de» Ansönger-Vierer» gemeldet. Die Offenbacherinnen dürften in diesem Rennen allerdings In Front zu erwarten sein. Der Ermunte- rung-Vierer ist bei einer Beteiligung von acht Mannschaften ein durchaus offenes Rennen. Der Verein Rudersport wird sich unter Umstanden mit zwei Booten daran beteiligen. Da» spannendste Rennen des Tages und das großartige Finale sollte der Große Achter bringen. RG. Saar, Bonner RG., GRG. und Verein Rudersport haben den berühmten Achter der Mainz-Kasteler Rudergesell- schäft zum großen favorisierten Gegner. Die Mainz- Kasteler werden unter normalen Umständen nicht zu schlagen sein, um so weniger, als sie doch in stärkster Besetzung (Hartrath, Bock, Pape, Berg, Schollmeger, Eellwood, Gens, Leber; St.: Diefenbach) antreten. Der verein Rudersport wird in der Besetzung des „Heinrich "-?lchter» vertreten die Gießener Rudergesellschast startet in der Besetzung de» Lahnachter». Die Hauptrennen der Regatta beginnen am Sonntag um 14 Uhr, die Dorrennen werden am Samstag um 14.30 Uhr beginnen unb am SonntagDormlttag 8.30 Uhr fortgesetzt. Die Nenn- strecke beträgt 1800 Meter. Der Start Ist am Fellen, bas Ziel liegt etwa 150 Meter unterhalb dos Bootshauses des verein» Rubersport. Der Derwaltor hat mir erklärt, das wär' in 3talton dasselbe wie bei un- ein Graf. Ater, ich kann mir nicht hÄfen, es will mir nicht In den Kops, daß solche ausländischen Hcrrschaslen für voll zu eftimieren fein füllten. Wenn dieser Herr Tonte hier zum Pirschen kam, mußte ich immer Hinsehen, ob er nicht einen Leierkasten bei sich hatte und «inen kleinen Assen aus ter Schuller." Di« Frau Försterin schalt, er würde sich mtt seinem losen Mundwcrk noefr mal um ten Hals reden, Malte aber sah mit trübseligem Lächeln vor sich hin. Es stimmte schon, was er befürchtet hatte. Sern« neu« Frau Tante in Hofrenröninitz war auS altadel:gcm Geschlcchll Dazu war sein Herr Oheim ja auch viel au vorsichtig, um ein« juivgc Dame zu he raten, Die nach dem strengen Hausgesetz« n:cht als vollkommen ebenbürtig an- -usehen wäre. Ra und dann noch e'.n paar kurze Woche>n, und es war mit dem Zähnezeisen frier vortei ... Er tzr'.fl nach Stock und Mütze, der Förster wollte chm daS Geleit geben, ater seine rundliche fleme Frau schob sich dazwischen, und vor der Ga>r!entür faßte sie chren Besucher bei ter Hand. „Wurden Sie'S ’ner allen Frau sehr Übelnehmen, Herr Gras, wenn sie sich erlauben wollte, 36nen einen fluten Rat zu gebenT* „Bewahre, Mutter Gchwarzinl Guten Rat kann man immer gebrauchen" ... „Run denn" — sie tat erst einen tiefen Atemzug — „Sie krauchten nur nach Alien-Krakow zu reiten, und alles übrige könnt' uns egal sein. Ob in Hohenrömnitz ein 3ung zur Welt käm oder 'ne lütte Deern, bas könnte uns dann wohl fla.ru egal sein!" „Ach nee", sagte Malte belustigt und stemmte ten Arm in die Seite, „das müssen Sie mir schon ein bißchen näher erklären." „Gott. Herr Gras" — die kleine Frau rieb sich w einiger Verlegenheit das fleischige Kinn mit der fre-.en Hand — „da ist doch nicht viel bra* zu «Hären. Sie brauchen wirklich nur nach Allers-Krakow zu retten! Und es trifft sich gut Die verwitwete Frau Baronin von Perlwall» ist vor acht Tagen angekommen, ob sie noch lange dableibt, das weih ich nicht." „Ach so", sagte Malte, „jetzt verstehe ich. Ater das sind Hirngespinlte, liebe Mutter Schwärzen. WaS da vor jenen zwei 3ahren war, daS ist etoc belanglose 3ugenbefelei gewesen, wie sie «im jetec wohl mal durchmacht Und eine längst begrabene Geschichte bei mir und bei ihr. 3ch möchte mcht, daß sie nach meiner Rückkehr wieder audgcbuDMt wird. Vor allem aber liegt mir daran, daß ter gute Rus ter jungen Dam« nicht wieder von allerhand hämischen Mäulern über die Straße geschleppt wird. Unb deshalb werde ich nicht nach Alten-Krakow reiten. Gute Rocht, Mutter Schwarztn." (Fortsetzung folgt.) 0.28 1.95 0.95 0.28 0.95 0.48 0.25 0.95 2.95 0.50 Marktstr. 17 J.HEILBRONNER Rittergasse 8 5-99 A Klavier - Unterricht erteilt 04875 5S07A y.Pfd. 20 Gefüllte Bonbons Erfrischungs-Waffeln y« pm. 18 schritten von der 5595 V RSumungs Creme-Schokolade 3 Iioog 55 Pfund 99 Block-Schokolade jedes Stück am Lager mit dem Kassa-Ausverkaufspreis versehen .(MDEiFÜLLGRABE 0.68 1.65 0.50 0.50 0.62 0.28 0.48 0.42 0.50 2.50 0.95 2.95 1.50 1.50 0.95 Elfriede Schellenberg Konservatorist^ gepr. Klavierlehrerin Frankfurter Strafte 113, LEtage. Wir bieten außerdem in unserer Konfitüren-Abteilung o zu niedrigen Preisen eine reichhaltige Auswahl von i Bonbons - Gebäck • Pralinen • Schokolade Arbeiter-Hemden aus Zephir und Flanell, vorzügliche Qualitäten, Herren-Hemden aus FlanelLrmt Bündch., besonders billig, dunkelblau gestreifte Muster Einsatzhemden soLTrikotquaL, 1.95,1.30, Herr.-Nachthemden aus vorzügl. Hemdentuch, 120 cm lang...... 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Bei der Anmeldung ist ein ordnungs- mäßiger Lehrvertrag vorzulegen und 7.50 Mk. Prüfungsgebühr zu entrichten. Oer Gesettenprirfungsausschuß des O.-G.-B. Lich 5606 D Friedrich Schmidt L, Echlostermeister. der Preise,selbstfürdie allerfeinsten Bekleidungsstücke, vor- zunehmen.Die rücksichtslose Preisherabsetzung In meinem Ausverkauf Ist die unterste Grenze der Billigkeit und bietet allen Schichten des Publikums die Möglichkeit Anzüge Mäntel, Hosen, Joppen usw. von guter und bester Beschaffenheitteils weitunterden Selbstkosten einzukaufen 5614A Eisbonbons eingewickelt......y4 Pfd. 1 kiMnßnM des VDA. lädt ihre Mitglieder zu einer Zusammenkunft mit Lichtbilder - Vortrag ein auf heute, Freitag, den 28. August, 20 Uhr. im Gasthof „Hindenburg“. Es werden sprechen: 1. Herr Dr.Götz- Darmstadt über „Dobrudscha und Bukowina“. 2.Herr Zimmerling, Pfarrer in der Dobrudscha. 5615D Gäste willkommen! Eintritt frei! Ziehung 5. 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