2'— 5 C; An ? ■<_ * 2 ef S? ~ 2 Os? 3-5:*' “«SO' jo?; 3=8! o"~ 4 ? LZ- r .*■5 y = 2 ; S<> ’s! c rt o ?SSLL pF’’ 'S» \-si 7 O:» ;ä» PS 5-2^ 5 ^C." 3 Ml? ----- sß-SS c3’(/22. 5 3 p 5 5 « 3®^ y-o» §lyz *gp pS5z? Z-zL- »K^S (y°C®2, Sa o » 5. TO w z°D o?2a# 33 ---'' 5S-Z? sfl ?"’ » -°W nr. 174 Erft« Blatt 181. Jahrgang Dienstag. 28. Juli 1931 Lrlch« "" lüglich.autzei Dtmetags and Feiertag» BtUaaee: Die Illustriere» Gietzener FamllienblLVer 6 et mal tm Bild Die Scholle Monatrvezugrvretr: 2.20 Rerchsmark und 90 Rerchspsenntg für Träger» lohn, auch bei Richter» scheinen emzelnerRummem mfolge höherer Gewalt. KenisprechanfchlSsf« eRterSammtImunmer2251. Anschrist für Drahtnachrichten Lnzetaer Gieße», pestschecttonto: Hanffvri am Blain 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrvS und Verlag: vnrhl'fche UnwerfNLtt-vuch' miö Stdiötuderd H. Lcmge tu Stehen. Sdfriftieihntg und Seschästrftelle: Zchulfttahe 7. Annahme »•» Anzeige» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis fir 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mix Breite 35 Reichspfennig. Platzvorschrist 20'/, mehr. (Thtfrebakteer. Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.IHyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Dietzen. Macdonalds Besuch in Berlin. Der Aufenthalt 61 im f o n 6 und der c n ä - I ltschen Staatsmänner in der deutschen Hauptstadt ist sehr schnell aus die Siebenmächäe- Konferenz gefolgt. Es ist begreiflich, dah die Staatsmänner den Wunsch halten, die in London gewonnene^ Fühlungnahme nicht abreiben zu I lassen, sondern weiter zu fördern. Don eng- I lischer Seite ist offen zum Ausdruck gebracht worden, daß der jetzt erfolgte Gegenbesuch ein Beweis deS Vertrauens zu Deutschland sein sollte. Der innere Zusammenhang | zwischen den Besprechungen in Berlin und Lon- : von liegt auf der Hand. Dabei müssen wir unS freilich bewußt sein, daß daS Finanzproblem. daS unS gegenwärtig besonders stark । berührt, bei diesen Besuchen keine unmittelbare Förderung erfahren haben wird. I Stimsvn hot keinen Zweifel darüber gelassen, j dah er nicht zum Zwecke finanzieller Derhand- lunaen nach Berlin gefahren sei. Seine Reise in die Reichshauptstadt wird im wesentlichen der persönlichen Informierung über die wirtschaftliche Lage gedient haben. Daß ! die so gewonnenen Eindrücke sich einmal praktisch ! «uSwirken, ist vorläufig nur ein Wechsel auf die I Zukunft. Wir müssen unS nach dem Ausgang der Londoner Derhandlungen, so bitter es auch I für unS sein mag, damit abfinden, daß daS | Ausland bis auf weiteres nur ein aufmerksamer Beobachter der Vorgänge in Deutschland bleibt und abwartet, welche Mah- Rahmen die deutsche "Regierung zur Ueberwindung der finanziellen Krise trifft Wenn so die Besuche auch keine unmittelbare Entlastung für Deutschland gebracht haben, wäre es doch falsch, den Wert dieser erneuten Fühlungnahme | der leitenden Staatsmänner zu unterschätzen. Gerade kflt, wo das Moment des Vertrauens in der Posttik eine so große Rolle spielt, muß die Aussprache von Mensch zu Mensch der internationalen Zusammenarbeit die Wege bahnen. Die Gelegenheit zu einer gründlichen Erörterung der gesamtpolitischen Lage war geboten, und sie wird von den Staatsmännern genutzt worden sein. Es ist unschwer Su erraten, daß im Mittelpunkt dieser Besprechungen i e Abrüstungsfrage gestanden haben dürfte. Welche Bedeutung diesem Problem in den angelsächsischen Ländern beigemessen wird, ist bekannt, galt doch ursprünglich die Europareise Stimsons I ausschließlich der Herabsetzung der Rüstungen. Tie großen Abrüstungskundgeoungen in England I sprechen eine nicht minder deutliche Sprache. Die ! Aussichten für die bevorstehende Abrustungskonfe- j rrnz, an deren Erfolg Henderson als Vorsitzender noch persönlich stark interessiert ist, sind allerdings recht ungünstig. Das kürzlich veröffentlichte französische Memorandum bedeutet einen harten Schlag für alle Freunde des Weltfriedens, denn es zeigt den festen Willen der Pariser Regierung, die militärische Vormachtstellung auch weiterhin aufrecht zu erhalten. Für Deutschland ist eine i umfassende Abrüstung auch der Siegerstaaten eine Lebensnotwendigkeit. Es geht für uns nicht nur um die Sicherheit unserer Grenzen, sondern ebenso sehr um die Frage der Kriegsschulden und Reparationen, für deren endgültige und I erträgliche Lösung die Verminderung der Heeres- | und Marinebudgets die Voraussetzung ist, wie von I Washington oft genug erklärt wurde. Die deutsche | Regierung hat den ausländischen Staatsmännern I gegenüber darauf Hinweisen können, daß Deutschland der ganzen Welt mit gutem Beispiel voron- fegongen ist. Für die Zukunft wird viel davon ab- | längen, ob es bei den Berliner Besprechungen ge- | hingen ist, einen Weg zu finden, der aus der stark verfahrenen Loge herausführt. Wie für die Finanzhilfe so auch für die Ab- rüftungsfrage liegt zweifellos der Schwerpunkt in kr Vereinigung der deutsch-französisch e n Beziehungen. Richt umsonst hat Stim- son schon in London auf eine Verständigung zwischen Berlin und Paris gedrängt. Manches spricht dafür, öoß der ehrgeizige französische Ministerpräsident den Wunsch hat, eine neue deutsch französische Aera ein- Äileiten Ob es ihm gelingen wird, sich gegenüber kn Widerständen im französischen Parlament durch- »setzen, und ob er den Mut finden wird, sich ent- schlossen von der Mentalität der Vergangenheit ab- -iwendcn, wisien wir noch nicht. Richt zu bezweifeln «der ist, daß davon entscheidend das Schicksal Euro- pas beeinflußt wird. Macdonalds Ankunst. Herzlicher Empfang in Berlin. Berlin, 27. 3uIL (WTB.) Der britische Pre- Vierminister Ramsay Macdonald traf heute i‘.17 Uhr auf dem Bahnhof Friedristraße ein. 3u feinem Empfang hatten sich "Reichskanzler Dr. Brüning, Reichsauhenminister Dr. Sur- ;iu«, Staatssekretär von Bülow Ober- »ürgermcister Dr. S a h m , der brittsche Auhen- ninister Henderson, der brttische Botschafter °ir Horace "R u m b o l d und das Personal der Botschaft auf dem Bahnsteig eingesundem Don Augenblick an, wo Macdonald den Wagen Erließ, bis zu seiner Abfahrt vom Dahnhoss- ^vrictt wurde er von einer großen Menschenmenge vit freundlichen Zurufen in außerordentlich toar- und lebhafter Form begrüßt. Die Polizei Alle außerordentliche Mühe, den Durchbruch der “knge vor dem Dahnhofsgebäube zu verhindern. Wagen der Minister formten sich nur mit Iriver Mühe einen Weg durch die Menge bahnen. Der Kanzler begrüßt die englischen Gäste. Berlin, 27. Juli. (TU.) Bei dem Esten, daS am Montagabend zu Ehren der englischen Minister in der Reichskanzlei stattsand, brachte zunächst Reichskanzler Dr. Brüning einen Toast auf den Herrn Re i ch s p r ä side n ten und Se- Majestät den König von England aus. Oer Reichskanzler hielt sodann folgende Ansprache: „Ew. Exzellenzen, meine HerrenI Im Hamen der Reichs- regierung heiße ich Sie, Herr Ministerpräsident und Sie. Herr Henderson in der Reichshauptstadt au f daS herzlichste willkommen. DaS deutsche Volk hat ein lebhaftes und dankbares Gefühl für die Bedeutung dieses ersten Besuches der führenden englischen Staatsmänner in Deutschland. Ich habe bei unseren wiederholten Begegnungen im Laufe der letzten Zeit Gelegenheit gehabt. Ihnen die Lage in Deutschland und die schweren Probleme, die uns gegenwärtig beschäftigen, ausführlich zu schildern. Deutschland seht alle seine Kräfte daran, der Krise Herr zu werden. Es muß aber auch darauf rechnen, daß das Ausland, das mit Zurückziehung kurzfristiger Kredite die Kris« auf die Spitze getrieben hat, an diesem Ziele m i t a r b c i t c t. Wir erkennen dankbar an, was Ihre Regierung durch die vorbehaltlose und herzliche Annahme deS Hvoverplanes sowie durch Ihre Bemühungen um das Zustandekommen und das Ergebnis der Londoner Konferenz bereits für uns getan hat. Wir wissen, daß auch Sie in England schwere Zeiten durchmachen. Der Grund hierfür liegt nicht zuletzt in der gegenwärtigen finanziellen Krise Deutschlands, die heute internationale Bedeutung gewonnen hat. Ich bin daher auch überzeugt davon, daß eine wirkliche und gründliche Sanierung der wirtschaftlichen Derhällnisfe Europas nur durch loyale Zusammenarbeit aller Rationen und durch gegenseitige Hilfe möglich fein wird. Der Grundstein für die Zusammenarbeit ist in London gelegt worden. Die weitere Aufbauarbeit muß nunmehr beginnen. Ihr heuriger Besuch ist ein Beweis dafür, dah es auch Ihr Wunsch ist, die glücklich begonnene Arbeit fort- z u s e tz e n. Möge sie der Welt den wahren Frieden bringen. Ich erhebe mein Glas aus das Wohl Ew- Exzellenzen auf eine glückliche Zukunft Großbritanniens und auf die englisch-deutsche Freundschaft. Macdonalds Trinkspruch. Oie Verbundenheit der Nationen. — Beseitigung der Grundursachen der Krisis. Eine Atmospäre des Vertrauens als Voraussetzung internationaler Zusammenarbeit. Nachdem Herr M a c d o n a l d für die freundlichen Worte, die der Herr Reichskanzler an ihn gerichtet hatte, feinen Dank ausgesprochen hatte, erklärte er u. a. folgendes: Wir sind nicht nur nach Berlin gekommen, um für den deutschen Ehequersbefuch einen Gegenbesuch abzustatten, sondern auch, u m der Welt z u zeigen, daß trotz der schwierig» ketten der gegenwärtigen Lage unser Vertrauen in Deutschland unvermindert f o r t b e st e h t. Wir sind voller Bewunderung für Deutschland, und wenn auch seine Schwierigkeiten noch nicht überwunden sind, so sind wir doch der festen Ueberzeuaung, daß, wenn Deutschland in feinen Anstrengungen fortfährt, daß, wenn es feine intellektuellen, moralischen und wirtschaftlichen Kräfte anspannt, um wieder auf die Füße zu kommen und sich davor hütet, sich der Verzweiflung hinzugeben, die an- deren Völker ihm Hilfe leisten werden und das deutsche Volk nicht untergehen lassen. Ein freies und sich selbst achtendes Deutschland ist für die Gemeinschaft der Zivilisation unentbehrlich. Genau so, wie kein Sperling vom Dache fällt, ohne das der Schöpfer aller Dinge davon weiß, so kann auch keine Ration, die sich selbst achtet, aushören, zu existieren, ohne daß für alle anderen Glieder der internationalen Gemein- schäft sich daraus das schwerste Unglück ergibt. Es wäre undenkbar, daß einem Lande, das sich in der Kunst, in der Wirtschaft, in Geisteswissen so ausgezeichnet hat, wie Deutschland, das den Körper und den Geist gleichermaßen fest in der Gewalt hat, das in einer langen und wechseloollen Geschichte seine Qualitäten erwiesen hat, von den anderen Völkern die Hilfe in der Not verweigert würde. Die Ergebnisse der Londoner Konferenz sind nicht sensationell gewesen. Es hat sich darum gehandelt, die Stellung zu halten, während die Vorbereitungen für eine gründlichere Behandlung der Schwierigkeiten getroffen wurde. Das, worüber man sich in London geeinigt hat, ist zu einem großen Teil bereits durchgesührt worden. Das Studium der deutschen Finanzlage-hat begonnen, die Ratgeber Deutschlands, die von der Londoner Konferenz vorgesehen worden sind, be- finden sich hier in Berlin, und der Apparat ist auf diese Weise in Bewegung gesetzt worden. Und in diesem Zusammenhänge müßen die Grundursachen der gegenwärtigen Krise früher oder später einmal klar in» Auge gefaßt und mit gesundem Menschenverstand und gutem willen einer glücklichen Lösung entgegengeführt werden. Als Vorbereitung dazu muß ein Gefühl gegenseitigen Vertrauens geschaffen werden, eiji Gefühl gegenseitigen Vertrauens in perfön- 1 i ch e r Hinsicht, so daß die Staatsmänner, die miteinander verhandeln, wissen, daß der Unterhändler auf der anderen Seite offene und ehrliche Worte zu ihnen spricht und offen und ehrlich handelt. Nicht durch schriftliche oder mündliche Verhandlungen, sondern durch ein Gefühl des Vertrauens im Herzen eines jeden ist dieses Ziel zu erreichen. Und zweitens muß das Dertrauensgefühl von Nation zu Nation wiederhergestellt werden. Jedes Volk hat viel dazu beizutragen, und ich möchte der Hoffnung Ausdruck geben, daß Besuche, wie der von Chequers, von London oder unser jetziger Berliner Besuch nicht als einzelstehende Tatsachen bestehen bleiben, sondern, daß sie als Ausdruck einer Tendenz zum besseren gegenseitigen Verständnis auf internationaler Grundlage ihre Fortsetzung in ähnlichen Zusammen- fünften finden mögen. Seit Abschluß der Londoner Konferenz ist manches Wichtige geschehen. Zu allererst möchte ich in diesem Zusammenhang d i e Hilfeleistung Frankreichs anerkennen und möchte dem Wunsche Ausdruck geben, daß die Besprechungen zwischen Ihnen und den französischen Staatsmännern fortgesetzt werden mögen unter Teilnahme anderer Länder, wenn dies nötig fein sollte. Die Schaffung von Be- Ziehungen von Mensch zu Mensch ist das Wichtige. wir müssen die Vergangenheit vergessen, da die Zukunft von einer Politik abhängt, die nur von Männern geführt werden kann, die guten willens sind, und die von einem Geiste der Zusammenarbeit beseelt sind, der es ihnen ermöglicht, die Beunruhigungen und die Argwöhne zu unterdrücken, die, wenn sie bestehen blieben, die schlimmsten Folgen hätten und schließlich zum Kriege führen mühten. Die Gedanken und Gefühle der jungen Generation müssen von Feindseligkeit und Argwohn abgewendet und auf das gegenseitige Verständnis und die gegenseitige Hilfeleistung gerichtet werden. Das ist unsere gemeinsame Aufgabe: Diesen Idealismus, der in der jungen Generation steckt, dazu zu verwenden, daß er sich den großen internationalen Aufgaben der Verständigung und der Zusammenarbeit zwischen den großen Völkern der Welt zuwendet. Der Willkomm der Presse. Hoffnung auf eine aufrichtige deutsch'englische Zusammenarbeit. Berlin, 27. Juli. (TU.) Die Berliner Abend-' blätter kommentieren nur teilweise den Besuch der englischen Minister Macdonald und Henderson. Die ..Germania" sagt, der Berliner Aufenthalt werde Gelegenheit bieten, nach dem Ausweg aus einer politischen und wirtschaftlichen Lage zu suchen, die von Tag zu Tag ein ernsteres Aussehen zeige. Es dürfe erwartet werden, daß die britischen Staatsmänner gemeinsam mit den deutschen Ministern die Schritte beraten, die einer künftigen, inhaltsreicheren Konferenz Vorarbeiten und den Weg zu einer Lösung ebnen können, der nicht nur für Deutschland und England, sondern für alle Kulturnationen den Weg aus der Weltkrise bedeuten könnte. Wir wüßten, daß die englische Regierung ebenfalls unter dem Druck einer französischen Finanzpolitik stehe, die mit goldenen Kugeln einen Krieg im Frieden $u führen suche. Wenn auch die englische Krise nicht im entferntesten mit der deutschen zu vergleichen sei, so seien doch die Ursachen ähnlicher Art und die Mittel zur Abhilfe könnten ebensowohl gemeinsam beraten werden, wie mit Amerika, solange sich Frankreich von diesen Beratungen hartnäckig ausschließe. — Der „Vorwärts" betont, was die englischen Minister als Staatsmänner mit Staatsmännern bespreche. das werde mit Rücksicht auf die Umwelt sorgfältig abgewogen sein. Die englische Arbeiterregierung sei nicht in der Lage, im luftleeren Raum ohne Berücksichtigung alter überlieferter Bindungen Politik zu machen — Die ..D A Z." meint, worauf es uns gerade im Hinblick auf den englischen Besuch anzukommen scheine, das sei die D e r m i 111 u n g der objektiven Faktoren der deutschen Krise, wie sie die große Mehrheit des Volkes sehe. — Der „Börsen-Evurier" spricht von einem Berliner Finanzmeeting, dessen Bedeutung durch die Tellnahme intemationaler Finanzexperten sich noch erhöhe. — Die „D ö r - sen-Zeitung" wünscht, daß die englischen Staatsmänner die Dinge sehen, wie sie wirklich seien und freimütig den ersten mutigen Schritt tun mögen, um das ganze lügenhafte Rachlriegsdiktat und Vertragswerk zu vernichten. — Die „Deutsche Tageszeitung" hofft, daß die deutsch-englischen Unterhaltungen die beiden nahe verwandten Völker wieder näher zueinander führen und eine aufrichtige Zusammenarbeit Dorbereiten. — Die „Dossische Zeitung" heißt die englischen Minister willkommen alS Vorkämpfer einer Politik der Zusammenarbeit, die sich gegen keine Macht richtet, sondern a u S der Entspannung der Gegensätze eine bessere Zukunft für alle erwartet. Stimfon verläßt wieder Berlin. Längere Besprechung beim Reichspräsidenten. Berlin, 27. Juli. (WTD.) Der Herr Reichspräsident empfing heute gegen 11.30 Uhr den amerikanischen Staatssekretär Stim- s o n zu einet längeren Besprechung, bei der der amerikanische Botschafter in Berlin, Sacke11, der deutsche Botschafter in Washington, v. P r i 11- witz. und der Staatssekretär Dr. Meißner zugegen waren. Srimson ist dann um 13.25 llfjr mit bem fahrplanmäßigen Flugzeug nach London über Amsterdam abgeflogen. Zur Verabschiedung hatte sich eingefunden O bette gierungärat Planck von der Reichskanzlei, um dem scheidenden StaalSselretär die letzten Grüße des Reichskanzlers zu übermitteln. Das Tempelhofer Feld hatte dem scheidenden Gast zu Ehren das Sternenbanner geletzt. Den deutschen Pressevertretern übergab Stim- son folgende Erklärung: Mein Besuch hat mir viel Freude bereitet. Es war mir vergönnt, den Herrn Reichskanzler. den Herrn Außenminister und die Mehrzahl der anderen Mitglieder der Regierung kennenzulernen, sowie eine Anzahl anderer einflußreicher Deutscher. Gestern besuchte ich mit dem Herrn Reichskanzler und Dr. Eur- tiu- einige Museen, sowie Potsdam und Sanssouci und hatte Gelegenheit, die Berliner bei ihrem Feiertag und ihrer Erholung zu beobachten. Diese Gelegenheit war mir von "Nutzen und hat mich erfreut. Vor Herrn Reichskanzler Brüning und seinen Mitarbeitern habe ich großen Respekt und Achtung. Ich habe in den Kon- serenzen von Paris sowie in London gesagt, dah die amerikanische Regierung und das amerikanische Volk Zutrauen hat zu Deutschland, seinem Volke, seinen Hilfskräften und seiner Zukunft, und meine Ansichten sind durch das. was ich bei meinem Besuch gesehen habe, bestätigt worden. Ich glaube, dah die gegenwärtigen finanziellen Schwierigkeiten zum größten Tell zurückzuführen sind auf vorübergehenden Mangel an Zutrauen und daß mit Mut und dem wiederkehrenden Vertrauen Deutschland fein Wohlergehen wieder erlangen wird. pariser Kommentare. Angebliche Abrüftuugsgcfpräche zwischen Ltimfon und (4rocncr. Pa ri S, 27. Juli. (TU.) Die P a r i f e r P r e s s e verfolgt mit größter Aufmerksamkeit den Besuch des amerikanischen Staatssekretärs Stim son in Berlin, ebenso wie die Besprechungen der englischen Minister mit der Reichsregierung. Große Bedeutung mißt man hier vor allem der Unterredung bei, die Staatssekretär Stimson im Laufe des Sonntags mit dem Reichswehrminister Öroener hatte und die sich nach Auffassung hiesiger Kreise nur auf die Rüstungseinschränkung in Deutschland und insbesondere die Einstellung des Panzerkreuzerbaues bezog. Diese Unterredung, so schreibt die „yibertö", sei um so bedeutender, als gerade der Reichswehrminister sich energisch gegen jedes Zugeständnis auf militärischem Gebiet gewandt habe und sogar mit seinem Rücktritt gedroht hätte, falls Dr. Brüning bei seinen Pariser Besprechungen irgendwelche ähn- sichen Forderungen annehme. Das Blatt ist im übrigen der Auffassung, daß die Besprechungen Stim- sons s e h r n u tz l i ch e Ergebnisse für die wei- tere Entwicklung der Lage haben könnten, wenn Macdonald und Henderson nicht das wieder zer- störten, was er vorbereite. — Der „Intransitz e a n t" stellt mit Genugtuung fest, daß sich auch die übrigen Großmächte langsam dem Standpunkt der französischen Reaierung näherten und in der deutschen Krise in erster Linie eine Frage des Vertrauens erblickten. — Der „T e m p s* mißt den Besprechungen Stimsons größte Bedeutung bei, Es sei sicher, daß der amerikanische Staatssekretär seine Ansichten über die Rüstungsfrage nicht in der Form einer conditio sine qua non für jede Hilfe an Deutschland vorgebracht habe. Er befinde sich jedoch in der ausgezeichneten Lage, Deutschland seine Meinung zu unterbreiten, und es werde der Reichsregierung schwer sein, seiner Auffasiung keine Rechnung zu tragen. Wenn Pariser Blätter behaupten, daß Stimson in der Unterhaltung mit dem Reichswebrminister Grvener eine energische und erfolgreiche Offensive auf dem Gebiet der Abrüstung in die Wege geleitet habe, so wird bcuu von amtlicher Stelle mitgeteilt, dah an dieser Meldung nur richtig ist, d 5«h» leichter Ost massige-"Südsüdwest sturmischei dordwesl Ole Pfeile fliegen mit dem winde Ole Demen Stationen stenenden zahlen gehen die Temperatur an. Die Limen verbinden Orte mit gleichen» auf rteeresniveau umgercchnelen Luftdruck Jan Mayen. Bost -4bi TS, 46 -4*r 11 Ingö M4 Wl ^15 ) Berlin (3) ( .VO*16 <5 namby. ifyberdee] $ '^^iSeyd|St]o'f«r FlugfeL y. -umDciter. 1 soll zunächst bis , bei 3bM. bei Angestell, tag für den 9. bii berufen. Dar Pw neben einer grotzn mb 3ugenbred)i cc: uch sportliche Vei!> uch eine ÜRefit btt n onberen berul-■ werben. 5n biei.-n >e SeschöstrverkiKr tu^ausbWbuna btr ne besondere ÄunN e: Berus unb flrbttr )ie Tagung weck' ternommen. age. ■X Vto «b U @11 je 1 ’’afl »-« - Äffe gleichiclNS des ffir-, tlan6M“SrS‘-' hM‘run3 ac _@r-* * 5'8' e I 10 L \ 28.gönnet Aus ber Provinzialhauptstavt. Olefien, ben 28.3ult 1931. Beamte und Zahlungslnse. Ein Rundschreiben des Ministeriums Da« hessische ©damlmimftcrium hat an sämtliche Beamten de- Lande- folgende« Rundschreiben gerichtet: „ , „In der jetzigen Zahlung-mittelirrs« ist « besondere« Gebot, de öffentlichen Sparkassen vor neuen Schwierigkeiten zu bewahren und zu 'chützen, denn von der Lei- stungsfähigkeil der öffentlichen Sparkassen hängt die Lebensfähigkeit der weitesten und Wirtschaft» lich schwächsten Bevöltcrungskreife ab. $4 ist daher bedingungslose Pflicht, allen ungerecht s« r t i g t e n Abhebungen an den Sparkassen e n 1 g e gen zu w i r ken. Die- gilt namentlich auch für di« anderen Äre» d i t a n st a l te n. ^ier erwächst gerade den Beamten de- Lande« wie de« Reiche« die besondere Ausgabe, durch da« gut« Beispiel der Disziplin sich von jeder übertriebenen Nervosität freizuhalten und bei eigenen Abhebungen di« Zurückhaltung zu üben, di« in den letzten Rvtverordnungen zur Wiederaufnahme de- Zahlungsverkehr« von allen Doll«» genvllen zur Ueberwindung der gegenwärtigen Kalsenkr.se verlangt wird. Da« Gesamtmini st eriion fordert daher die Beamten de« Lande« und der Gemeinden auf, durch Beachtung der Anordnungen der RcnchSregierung und demnächst durch beispielwejsendeS Sichbeschränken in der Abhebung von Guthaben mitzuhelsen, daß in den anderen Bevölkerung-kreisen die Disziplin gestärkt wird, die die ReichSregierung al« unerläßlich zur Durchführung ihrer Maßnahmen erwartet und die ja doch in erster Linie l m eigen st en Interesse der Beamtenschaft liegen." AowerordnungenundZahlungsverlehr Aus Einladung der Industrie-und Handelskammer Friedberg und der Hand- werk«kamrner-Reben st elleFried berg sand im Hotel „Deutsches Haus" zu Friedberg eine Besprechung von Vertretern von Handel. Industrie. Handwerk und Gewerbe, Danken und Sparkassen über die Auswirkungen der Rotverordnungen im Zahlungsverkehr statt. Die Versammlung, die sehr gut besucht war. wurde von dem stellvertretenden HandelSkammerpräsidenten, Kaufmann Hir s ch, Friedberg eröffnet und geleitet. Rach einem einleitenden Referat von HandelSkammersynditus Dr. Göbel, Friedberg, kam die Versammlung in eingehender und ergiebiger Aussprache zu folgender Entschließung: ..Die gegenwärtige Lage macht es dringend notwendig, daß von der Bevölkerung Ruhe und Besonnenheit bewahrt wird. Wie bisher, so sind ganz besonder- in der jetzigen schweren Zeit Handel. Industrie, Handwerk und Gewerbe bemüht, alle Devölkerungsschichten gleichmäßig und billig zu versorgen. An die Bevölkerung wird die Aufforderung gerichtet, den gewohn- tenBedarfzudeckenundnicht Zurückhaltung zu üben. Das Hamstern von Waren und Geld wie in den Zeiten der Inflation ilst völlig unangebracht. Die Sicherheit der Währung ist absolut gewährleistet- Di« Angst vor Inflation t ft unbegründet. Die jetzige Geldkrise ist eine Folge der Bargeldknappheit, zu deren Behebung alle verfügbaren Gelder den Banken und Sparkassen unbedingt zugeleitet werden müssen. Gs wird immer wieder betont, daß über Dareinzahlungen, die nach dem 15. Iuli getätigt werden, auch für Kreditnehmer in jeder Form frei verfügt werden kann. Obwohl im Scheckverkehr bereit- Erleichterungen eingetreten find, muß die vollständige Aushebung der Zahlungsbeschränkungcn angestrebt werden. Die neuerlichen Zinserhöhungen sind für die Wirtschaft auf d i e Dauer untragbar. Gs müssen Mittel und Wege gefunden werden, um die Zinssätze beschleunigt aus ein erträgliches Maß zurückzufüh- re n. In der Versammlung kam zum Ausdruck, daß die Destimmungen der Kapitalfluchtverordnung unzureichend und deshalb auf da- äußerste zu verschärfen find. Die restlose Erfassung aller Dewisen und Aus- landguthaben ohne Rücksicht auf Höhe und Dauer ber Anlage ist das Gebot der Stunde." Oberheffen am Hhein. Tie Teilnehmer der Rheinfahrt der Ha. pag — es waren deren etwa 40, die Verwaltung wurde von Herrn Meyer (Darmstadt) getätigt. Das Lager wurde ermöglicht durch eine Gabe der Hassia in Höhe von 2500 Mk., ferner durch Raturaliengaben der Gemeinden des Bezirks, besonders auch der Gemeinde Reinhardshain, wahrend die jugendlichen Besucher pro Tag 60 Pfennig befahlen mußten» Besondere Verdienste erwarben sich bei den Vorbereitungen und während der ganzen Lagerzeit Lehrer Müller (Reinhardshain), 8er Verein und die Iugendgruppe Reinhardshain. Erwerbslose und Unbemittelte waren von der Deitragsleistung befreit. Die Hassiajugend ist politisch völlig neutral und will durch Pflege des Sporte« und Wanderungen ihren Grundsatz, alle« für Deutschland, die Siebe zur Heimat ©edlen und pflegen. So entfaltete sich täglich in dem schönen, von Wäldern umgebenen Tal mit feinem Waldreich« dn fröhliche« bunte« Xreiben. Sonntag« waren besonder« viele 'Besucher au- Rah und Fern im Lager, auch Schulrat Hassinger vom Ministerium in Darmstadt, der dem Lager wohlwollend« Unterstützung zuteil werden lieh, weilte al« Gast am ersten Sonntage im Lager. An zwei Sonntagen fanden FeldgotteHdienste durch Pfarrer Döll statt. Der dritte Sonntag bracht« durch da« Treffen der Halsiavereine der Hm» (jegenb im Lager die Anwesenheit deS Lande«-- Vorsitzenden Erz v. O i b t m a n n (Darmstadt), ben stärksten Besuch de« Lager« mit Vorführung von Laienspielen der OnSgruppe Lollar un5 Szenen au« .Wilhelm Teil" der Ortsgruppe RudbingShausen. Auf diesen Sonntag hatte bie Gemeinbe Rein- hard«hain iHv« diesjährige Kirrne« gelegt. In ber letzten Woche hatte da« Lager auch kvn Besuch de« Rittmeister« a. D Barthel« (Ber- Itn). Iugenbleiter de« Kyfshäuserbunde«, und Dr. Schernitz, Iugenbleiter de« Bezirk« Frankfurt und be« Iugenbleiter« Müsebeck (Pommern). Die Iugendgruppen ber Umgcgenb waren anläßlich diese- Besuche« anwesend und wurden von den Herren begrüßt. Am Sonntag wurde da« Lager aufgelöst, das Hassiahau«, ein Blockhaus mit vier Zimmern, da« für bie Leitung be« Lagers mit zehn Betten errichtet wurde, während die Iugenb in Zelten lagerte, wird stehen bleiben und unter Leitung des Reinhards- Hainer Derdn« al« Jugendherberge Verwendung finden. Geplant ist für« nächste Iahr ein Ausbau be« DachstockeS bes HasfiahaufeS, um eine Verdoppelung ber Dettenzahi zu erreichen. Das Lager in Reinhardshain war ein erster Versuch der Hassiajugend. es war zugleich dn Erfolg dieser jungen Bewegung. Kreis Friedberg. DSN. Friedberg, 27. Juli. In einer bringen- ben Sitzung hatte sich ber hiesige Stadtrat zum brittenmal mit der erhöhten Bürger- und Bier st euer zu beschäftigen, bereu Erhebung der Stabtoerwaltung ministeriell nahegelegt worden war. Die Erhöhung wurde mit sieben gegen sechs Stimmen unb zwei Enthaltungen abermals abgelebt, obwohl ber Dvrsitzenbe, Bürgermeister Dr. S e rj b, einbringlich barauf verwiesen hatte, bah bei Ablehnung bie Stadt für bie Deckung eines möglicherweise sich ergebenden Kassenbefizits keinen Anspruch auf Mittel bes ft a a t (i d) e n Ausgleichs st ocks habe. WSN. Bad-Nauheim, 27. Juli. Der bekannt« amerikanische Zeitungsverleger Ran- dvlph Hearst, ber sich auf feiner alljährlichen Guropareife fett einigen iwvsten in Deutfchlanb aufhält, ist am Montag zu einem mehrwöchigen Kuraufenthalt in Bab-Rauheim eingetroffen. Kreis Schotten. § RebgeShain, 27. Iuli. Hier ereignete sich bei der noch nicht völlig beendeten Heuernte ein schwerer ilnglüdäfall mit tödlichem AuSgang. Der im 78. Lebensjahr stehende Georg Heinrich S i f e r t stürzt« in bet Scheuer vom hochbelabenen Heuwagen unb zog sich babei so schwere Verletzungen zu. daß er am anderen Tag verstarb. Da« tra« gische Geschick deS nod> außerordentlich rüstigen Manne« erweckt allgemein herzliche Teilnahme. V Herchenhain,26. Iuli. Bei Hebung«» slügen auf der Herchenhainer Höh« stürzten heute nachmittag zuerst der Flugschüler Reitz, alSdann ber Fluglehrer Diplom- Ingenieur Carsch au« Frankfurt am Main ab. Währenb ersterer mit einem Bluterguß im Fuß bavonkarn. erlitt letzterer eine Gehirnerschütterung. Die Segels lugzeuge ber beiden Piloten sind stark beschädigt. Preußen. Kreis Wetzlar. I. Wetzlar, 27. Iuli. Die von ber KreiS- bauernschaft unb dem Obst- und Gartenbauverein schon lange geplante Besichtigungsfahrt zurLehr- undVersuchS- anftalt für gärungslvse Frücht ever- wertung in Obererlenbach fand am Sonntag statt. Etwa 150 Personen aus dem ganzen Kreise nahmen daran teil. In sieben Gruppen wurde das Werk eingehend besichtiat. Die Teilnehmer haben dabei manche wertvolle Anregung empfangen. (D Launsbach, 27. Juli. Bei der Neu Verpachtung der hiesigen Gemeindejagd wurde vom Gemeindevorsteher der Zuschlag dem Zweithöchstbietenden, dem bisherigen Pächter Fabrikant L. Rinn, erteilt. Dagegen erhoben einige Grundbesitzer der Gemeinde Einspruch beim Kreis- ausfchuß in Wetzlar. Der Einspruch wurde jedoch abgewiesen, da der Gemeindevorsteher in feiner Eigenschaft als Jagdvorsteher im Rahmen seiner Befugnisse gehandelt hatte. ch Lützellinden, 27. Juli. Im hiesigen Ratbaus fand am Samstag eine gut besuchte Versammlung der Landwirte unserer Gemeinde statt. Geschäftsführer Schmidt von der Kreisbauernschaft Wetzlar sprach über „Genossen- schaftliche Viehverwertung**. Landwirtschaftsrat Dr. Ullrich-Wetzlar und der Vorsitzende ber Vieh- Verwertungsgenossenschaft, Friebrich Reitz-Hochelheim, ergänzten bie Ausführungen bes Redners. Eine Reihe von Landwirten trat ber Diehverwer- tungsgenofsenfchaft Wetzlar bei. IGroß-Rechtendach, 27. Juli. Der Landes- Hauptmann ber Rheinprovinz in Düsseldorf hat für baS laufende Rechnungsjahr bie Ausführung von Basaltkleinpflaster auf der Straße Wetzlar —Butzbach im hiesigen Dorfe genehmigt. Bevor mit ber Pflasterung der Fahrbahn begonnen wird, ist mindestens an einer Straßenseite ein Bürgersteig auf Kosten ber Gemeinbe anzulegen. Da bie Kosten der auszuführenden Bürgersteiganlage erheblich finb, ist die Gemeinde nur dann in ber Lage, ben Bürgersteig anzulegen, toenh ihr eine namhafte Beihilfe bewilligt wird. Ein entsprechender Anttag ist bei ber zuständigen Stelle gestellt wordew Derantwortl. f. d. Feuilleton: i.B. Dr. Sange. 2 Ratschläge für die Schönheitspflege auf der Reise 1. Zur natürlichen Bräunung der Haut fette man vor und nach der Besonnung die Haut, insbesondere! 2. Zur Erlangung schöner weißer Zähne putze man früh und abends die Zähne mtt der herrlich Gesicht und Hände, mit Creme Leodor gründlich ein; man erjielt dann ohne schmerzhafte Rötung eine erfrischenden Zahnpaste Chlorodont, die auch an den Sestenflächen mit Hilfe der Chlorodont-Zahnbürste gesunde, sonnengebräunte Hautsärbung. — Creme Leodor — fettfrei, rote Packung, fetthaltig, blaue Packung —' einen elfenbemartigen Glanz erzeugt. — Chlorodont-Zahnpaste, Tube 54 Pf. und 90 Pf., Chlorodont-Zahnbürste Tube 60 Pf. und 1 Mark, Leodor-Edel-Seife 50 Pf. In allen Chlorodont-Verkaufsstellen zu haben. |1 Mark, Chlorodont-Kinderbürste 60 Pf., Chlorodont-Mundwaffer 1 Mark. Gestern nachmittag um 5 Uhr verschied nach langem schweren Leiden mein lieber, guter Mann, Bruder, Schwager, Onkel und Pate aerrlorenz Krämer,Sdreioermeisler im 61. Lebensjahr. In tiefer Trauer: Margarete Krämer, geb. Becker. Alten-Buseck. Berlin, den 28. Juli 1931. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 29. Juli, nachmittags 3 Uhr statt _________________________________________________________________4984 D Spar-n.VorscbiWverein Allendorf a.d.Lda. e, G. m. b. H. Vermögensbilanz am 31. Dezember 1930 Aktiva: RM. Kassenbestand... 4791,27 Wechselbestand .. 29142,28 Wertpapiere..... 22024,90 Beteiligungen .... 6300,— Inventar........ 600,— Bankguthaben ... 705,98 Ausstände in Ifd. Rechnung..... 416645,10 Darlehen........ 1140,— Aufwertungsforderungen ... 65632,42 Rückstand. Zinsen 5534,40 Summe 552516,35 Passiva: RM. Reservefonds .... 5440,— Betriebsrücklage . 5207,22 Geschäftsguthaben 20237,30 Spareinlagen .... 281358,32 Aufwertungseinlagen....... 128683,01 Einlagen in Ifd. Rechnung..... 43670,05 Bankschulden ... 33781,— Akzepte......... 29000,— Reingewinn ..... 5139,45 Summe 552516,35 Mitgliederbestand am 1. Januar 1930 ....... 323 im Jahre 1930 gingen zu.................. 17 im Jahre 1930 gingen ab................. 8 Mitgliederbestand Ende 1930 ............. 332 Die Haftsumme erhöhte sich von 484500,— auf 498000,— RM. Allendorf an der Lumda, den 25. Juli 1931. Der Vorstand: Lotz. Formhals. Doll. 4966 D Möbel nur Qualitäts-Arbeit zu günstigen Preisen in allen Holzarten fertigen kurzfristig an 49080 Metzger & Schlecht Möbelfabrik, Münzenberg i.H. Auch sind ständig verschiedene Zimmer u. 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Mit Begriffen, die sonst nur der Wissenschaftler kannte, operiert heute schon daS Schulkind, und nicht allen ift der Sinn der Fachausdrücke klar, die in beängstigender Menge durch d'.e Luft schwirren. Was bedeutet „Krise?" Ursprünglich, nicht 'Notlage schlechthin, sondern zunächst Entscheidung. Die Acrztesprache versteht darunter den Höhepunkt einer Krankheit, der sowohl di« Wendung -um Besseren al8 auch -um Schlechteren bringen kann. 3m Wirtschaftsleben ist die Krise der tiefste Punkt des Konjunkturrückganges. ES hat schon früher schwere Krisen gegeben; erinnert sei an die Krise im Anschluß an die ..Gründerzeit" nach 1871 und an die große amerikanische Krise von 1907! Gerade heute wird eS interessieren, daß damals deutsche Banken in erheblichem Maße den schwer bedrängten amerikanischen Banken Hilf« leisteten. lln’ere gegenwärtige Krise ist vor allem eine Kreditkrise, besonders verschärft durch die plötzliche Zurückziehung kur-fristiger Kredite durch das Ausland. 3m täglichen Leben bedeutet „Kredit" den Borgang, daß eine wirtschaftliche Leistung gewährt wird, auf die die Gegenleistung des Empfängers später folgt. -. B. die Hingabe eines Darlehens gegen spätere Rückzahlung. 3st der RüchahlungStermin nicht schon sofort fest vereinbart, so muß der Kredit gekündigt werden, im Rohmen einer vertraglichen Kündigungsfrist. ..K u r z f r ist i a" sind Kredite, bei denen di« Kündigungsfrist höchstens drei Monate erreicht. Bei längerer Kündigungssr st spricht man von mittel- und langfristigen Krediten Die Rückzahlung der Auslandkredite hat den Gold- und Devisenbestand der Reichsbank stark vermindert. DaS Gold in den Kellern der Reichsbank ist teils gemünzt, teils Barrengold. Unter den „Devisen“ verstehen wir auf AuS- landwährung lautende und im AuS - lande einzulösende Wechsel und Schecks. „Dcckungsfähig" im Ginne des deutschen Dankgesetzes. also zur gesetzlichen Deckung der beut,eßen Reichsbanknoten geeignet sind nur solche Devisen, die auf eine Goldwährung Tauten, wie z. B amerikanischer Dollar, englisches Psund. Ausländische Banknoten sind nicht „Devisen", sondern „Sorten". Ilm die weitere Abberufung von AuSlandgel- bern aus Deutschland zu verhindern und somit zur ilebertoinbung der Krise beizutragen, hat man bekanntlich soeben in London eine „Still- halte"-Vereinbarung herbeigeführt. Die Gläubiger sind sich darüber einig geworden, ihre Schuldner die Danken Deutschlands, zunächst mit weiteren Rückzahlungsansprüchen zu verschonen. Begr ff und Brauch sind der Wirtschaftspraxis längst vertraut. Bei größeren Geschäfts- ober Dankzusammenbrüchen sind schon des öfteren Slillhaltekonsort.en begründet worden, um den Konkurs des Schuldners und die damit verbundenen Berluste zu vermetden und eine rußige Abw.cklung zu ermöglichen. Gin Stlllhaltekon- scnium einem ganzen Lande gegenüber, wie jetzt seitens der ausländischen Großbanken zugunsten Deutschlands, ist allerdings wohl etwas ReueS in der Wirtschaftsgeschichte. Sachlich eng verwandt damit ist das „Moratorium", der Zahlungsaufschub. 3m Deschäftsleben w rb er dem bedrängten Schulbner oft in Derbinbung mit einem „Vergleich" von den Gläubigem eingeräumt. Ein allgemeines, gesetzliches Moratorium für sämtliche Schuldverhältnisse innerhalb eineS Landes ist eine außergewöhnliche Maßnahme, die bisher säst nur in KrtegSzeiten vor- gekvmmen ist. Die Bankfeiertage der letzten Zeit und bie Maßnahmen zugunsten der Danat- bank haben teilweise den Charakter eineS solchen Moratoriums getragen. 3m Begriffe des Moratoriums liegt «S. daß die Zahlung z w a r a u f - geschoben aber nicht aufgehoben wird. Wir sehen ja selbst, wie in den letzten Tagen die Einschränkung deS Zahlungsverkehrs wiederum aufgelockert und ein weiterer Schritt zur allmählichen Wiederherstellung normaler Dank- und Kreditverhältnisfe erfolgt ist. Allgemein hat sich auch in Kreisen, die sonst wenig mit Wirtschaftstheorie zu tun haben, die Erkenntnis durchgesetzt, baß heute nicht Inflation" sondern deren Gegenteil .Deflation" vorliegt. 3nflation ist Aufblähung des Zahlungsmittellaufes, verbunden mit steigenden Warenpreisen, hingegen Deflation Einschrumpfung des Geldumlaufs bei sinkenden Wa- Die alle Turnerstadt Lauterbach, als Geburtsort von Adolf Spieß, dem Schöpfer deS Schulturnens, sah schon viele turnerische Großveranstaltungen des Turngaues Hessen in ihren Mauern- Nachdem ^ie nun eins der schönsten Freibäder in herrlicher Lage bekommen hat, konnte sie erstmals am Sonntag auch das Gau- schwünmen durchführen. Etwa 170 Turner und Turnerinnen aus allen Teilen des Gaugebiets waren erschienen- Vertreter der Turnerschaft, wie der 2. Schwünmwart der DT-. Rob- Braun, Sranffurt a. M., Gauober tu mwart W. Will. Gießen, und der 2. Gauvorsitzende Schneider, Butzbach, bekundeten durch ihre Anwesenheit, welch hohe Bedeutung man in der DT- gerade dem volkstümlichen Fachgebiet des Schwimmens beimißt Den Turnergästen, die in der Mehrzahl schon am Samstag hier eintrafen, galt ein Begrü - ßungdabenb in der Spieß-Turnhalle, in dessen Verlauf der 2. Gauvorsitzende Schneider mit herzlichem Dank an die Stadt die Leitung deS 8. Gauschwimmens im Auftrage des Gaues übernahm. Bürgermeister Walz entbot den Gruß der Stadt Lauterbach Der stellvertretende Gchwimmwart der DT-. Robert Braun, zeigte in einem geschichtlichen ileberblid bie Entwicklung des Schwimmens in der DT. und insbesondere im Mittelrheingebiet auf. Gauschwimmwarl Franz S au er, Gießen, dankte dem Tv. Lauterbach und seiner Dchwimmriege für die einwandfreie Vorbereitung des Wettschwimmens und überreichte an mehrere Turner den Prüfungsschein der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft. Turnerische Darbietungen des Tv- Lauterbach und das schöne Hans-Sachs-Spiel „Das Kälberbrüten", von der Theatergruppe deS Tv. 1 846 Gießen sehr wirkungsvoll bargeftellt, umrahmten die Ansprachen des Abends. Rach einer von Stadtpfarrer Dotzert gehaltenen Mvrgenandacht begannen am Sonntagmorgen die Wettkämpfe im herrlich gelegenen neuzeitlichen Schwimmbad; sie wickelten sich unter der ruhigen, sicheren Leitung von Gauschwimmwart Sauer reibungslos ab. Der renpreifen. Welbst wenn un# wieder größere Aus- landkredite lang- wie kurzfristig zur Verfügung stehen, wird cs auS vielen Gründen wünschens- toert sein, den Geldumlauf nicht wieder allzusehr zu vergrößern. Um so mehr Bedeutung muß daher der .barg eldlvse Zahlungsverkehr" getotimen. Damit will man, daß möglichst ein jeder, der im Erwerbsleben steht, sich ein Konto beim Postscheckamt bei einer Bank ober Sparkasse ober Genossenschaft anlegt und auf dem Wege über dieses Konto Zahlungen empfängt und leistet. Wenn er von anderen Geld zu bekommen bat. wird ihm der Betrag von deren Konto auf fein eigenes Konto überwiesen, und wenn er selbst an andere zu zahlen hat, so überweist er die Summe von seinem Konto auf das deS Empfängers. Bei diesem Ueberweisungsverkehr werden natürlich feine Zahlungsmittel wie Geldmünzen oder Banknoten, gebraucht: er vollzieht sich also bargeldlos. 3c mehr sich dieser Brauch durchsetzt, um so größer die Erleichterung für die Reichs bank, um so günstiger die allgemein volkswirtschaftliche Auswirkung! Gin jeder kann zu seinem Teile dazu beitragen, die Wirtschaf tSnot zu überwinden, wenn er den Rat beherzigt: .Lege dir ein Konto an, empfange und zahle durch Ueberweisung!" Dr. A. Vormittag gehörte tn der Hauptsache den Mehr- und Einzelkämpfen, die vorwiegend für die unteren Kampfkia ssen bestimmt waren, da die Sonderklassen nur in den Wettbewerben des Kreises zugelassen sind, um der angestrebten Dreitenarbeit mehr dienen zu können. Die Lev- ftungen waren in Anbetracht der etwas unfreundlichen Witterung zufriedenstellend, lagen sie zu einem erheblichen Teil doch über dem Durchschnitt. Der Rachmittag brachte vor zahlreichen Zuschauern spannende Staffelkämpfe. Lebhaftem 3ntereffe begegneten auch die fchwimme- rischen Einlagen des Tv. 1 8 4 6 Gießen und das Schauspringen der Gaube st en, ferner die Wasserballspiele, die als Pflichtspiele innerhalb der Gau rund« gewertet wurden- Der ganze Verlauf der Veranstaltung zeigte, daß das Turnerschwimmen im Gau erfreuliche Fortschritte gemacht hat. Rachstehend folgen in einem Auszug aus der Eiegerliste die Ergebnisse: Turner-Oberstufe. 100-Meter-Brust: 1. E. Müller, Tv. Wetzlar, 1.32,8 Min. Turner-Mittelstufe. Hauptspringen: 1. F. Schenk, Tv. Lauterbach, 79,90 Punkte; 2. H. Scheer, Tv. Wetzlar, 77,05 P. 100-Meter-Seite: 1. K. Grieshaber, Tgm. Friedberg, 1.32,4 Min. 100- Meter-Drust: 1. W. Schwalli, T- u. Spv. 1850 Marburg, 1,33 Minuten. 100- Meter - Kraul: 1. Hans Federlin, T- u. Spv. Dutz- bach, 1:17,7 Min.; 2. A. 3nterthal, Tv. Wetzlar und W. Meyer, Tgm. Friedberg, 1,21 Min. Streckentauchen: 1. F. Schenk, Tv. Lauterbach; 2. W. Schwalli, T.- u. Spv. Marburg; 3. Rudolf Dender, Tv. 1846 Gießen. lurner-Unterftufe. Mehrkampf: 1. Karl-Heinz Paulus, Tv. Wetzlar, 165,40 P.; 2. R. Meyer, Tgm. Friedberg, 134,60 P.; 3. Willi Appel, Tv. 1846 Gießen, 129,60 P. Hauptspringen: 1. Karl- SJ.-fport Gauschwimmen des Turngaues Hessen. Sonderbericht des „Gießener Anzeigers". Das Lahr 2000. Von Hans Tiatonel. Wir werden uns, wenn es gut geht, so bis in das 3ahr 1960/70 hineinschlängeln. Es wird nichts besonderes mehr passieren, wir werden noch allerhand kleine Erfindungen basteln und abwechselnd die schlanke und die vollschlanke, die kurze und die lange Mode, die alte Sachlichkeit und die neue Romantik mit machen. Aber das 3ahr 2000... Aber die Morgenröte der 3ahrhundertwende! Aber das' fin de siede des zwanzigsten 3ahrhunderts! 3n der ziemlich gleichmäßigen grauen Flut des 3ahres ein ragendes Signal. Welch ein Glücks- und Da- seinSgesühl wird aufbrausen in dieser schönen runden Jahreszahl. Es wird ein gewaltiges Hallo geben, wenn die Menschheit ins einundzwanzigste 3ahrhundert sausen wird. Wird man nicht mit einundzwanzig 3ahren großjährig, erwachsen, verfügungsberechtigt, reif? Werden die kindischen Flegeljahre der Menschheit überwunden sein? Mensch, Silvester des 3ahres 2000 auf dem Broadway, auf den Lhamps Elysees. auf dem Kurfürstendamm (der bis dahin schnurgerade in den Dannsee münden wird). Welche Verbrüderung in den Vereinigten Staaten von Europa, welche Grüße von Kontinent zu Kontinent! Daß man den Mars anfunten wird, das wird das geringste sein. Schade nur. daß wir nicht mehr dabei sein werden. Wir werden nicht mehr dabei sein; aber diese Sechsjährige da. die soeben mit ihrem batterie- geladenen Auto spielt, wird noch hingelangen und als ziemlich junge Frau von 76 3ahren die denkwürdige 3ahrtausendwende mitfeiern. Zu denken, daß dieses Kind in die trächtige Ferne hineinwachsen wird! Zu träumen, daß diese blauen Augen sehen werden, was ich bloß träume. Auf das ahnungslose Köpfchen fällt der Abglanz eines kommenden 3ahrhunderts. Heber jedem Kind steht diese Lichtsäule des Künftigen, drucklos wie die Luft, die es atmet, ein noch leerer Raum in der Zeit, ein Stückchen Ewigkeit, in die es hineinragen wird. Wir wollen mal ganz beiseite lassen, daß das Kind fliegen wird wie wir Elektrische fahren, daß cs am Abend überlegen wird, ob es das Moskauer Theater oder die Metropolitanoper in Reuyork fernsehen soll, daß es den Derjüngungs- doktor konsultieren wird, wie wir zum Zahnarzt gehen, nein, diese Aeußerlichkeiten meine ich nicht Das ist eine Selbstverständlichkeit, daß die Technik und die Wissenschaft das Leben weit, reich und schön gemacht haben werden (Futurum exac- tum, also ein ganz sicheres Futurum) Cs wird eine Lust sein zu leben, weil die Menschheit angesichts solcher Leistungen nicht umhin wird können, sehr vemünfttg und sehr gütig zu fein, um alle diese Gaben zu verwalten. Die Welt wird besser durchlüftet sein als heute. Sie wird einen gesünderen Kreislauf der Kraft- ströme haben Man wird den Rordpol enteist haben — Kleinigkeit mit Hilfe des Golfstroms, den man ein wenig umleitet; oder man wird mit den Energien der vereinigten skandinavischen Atomzcrtrümmerungswerke dem ewigen Eis die Ewigkeit auSzutrciben. Man wird die etwas beschränkte Fünfzirnrnerwohnung dieses Planeten erweitern, indem man die Wüsten und Pole komfortabel macht. Aber die Haupterrungenschaft wird fein, daß bie Menschheit erkannt haben wird (wieder ein Futurum exactum), wie unendlich reich sie ist, während sie jetzt in dem krankhaften Angstglauben lebt, sie sei arm. Es wird ein großartiger Geist aristokratischer Verschwendung walten. Man wird nicht mehr sterben lassen, um zu leben. Man wird eine äußere Technik der besseren Güterverteilung unb die innere Technik der Lebenserleichterung souverän beherrschen. Menschen, die Mißstände zu ihrem privaten Vorteil ausnützen, werden fossile Unmöglichkeiten sein, wie für uns heutige ein Sklavenhaller. Dieses Kind da, das noch das 3ahr 2000 erleben und im ferngelenkten Flugzeug von Kontinent zu Kontinent fliegen wird, hat gerade sein elektrisch lausendes Auto durch Schlachtung unwiderbringlich generalüberholt, als wollte es sagen: im 21.Jahrhundert wird das Auto sein, was heute bie Postkutsche ist. 3ch sage nicht, daß ein Paradies sein wird. Der Mensch sorgt dafür -- dies ist seine große, herrliche, tragische Urbeftimmung — daß jedes Paradies schon im Entstehen verloren ist. Aber im 3ahre 2000 werden sich die Menschen wie immer zum neuen 3ahre vornehmen, daß nun alles, alles ganz anders und viel besser werden wird und daß die kommenden Erfindungen den Menschengeist freimachen werden und daß es keine Mißstände mehr geben wird, und du wirst darüber lächeln, denn mit 76 3ahren fängt man an, ein wenig skeptisch zu werden. Unb wenn es im Zähre 2000 um keinen Deut anders fein wird als Ije-ute, wenn das Geben genau so unzulänglich dem 3ahre 2001 entgegen- torkelt wie das 3ahr 1930 dem 3ahre 1931 — es schwebt über dir, Kind, den noch, dennoch der große ferne Abglanz einer anderen Zeit, die auf jeden Fall gelegnem ft, weil du in ißt leben wirst. Großreinemachen bei Wilhelm Raabe. Deutschland rüstet sich, den 100. GeburtS-' tag Wilhelm Raabes zu feiern. ®r ist der Dichter unseres Bürgertums, und wenn solche Gedenktage oft nur eine äußerliche Angelegenheit sind: dieser ist eine tiefempfundene Rotwendigkeit, denn Raabes Werk und Gestalt haben gerade in unseren an Kämpfen unb Verwirrungen reichen Zeit vorbilbliche Bedeutung. Ein Mann, der ihn im 3nnersten erkannt hat, Oberstudiendirektor Dr. Hans Henning, widmet ihm im Augustheft von Delhagen & Klasings Monatsheften einen anregenden Essay, der auch anekdotische Züge zur Belebung und Beleuchtung heranzieht. »AIS Mensch", so schreibt Henning, ,führte Raabe das Leben eines Spießbürgers, der nach harter Arbeit in der — Kneipe Erholung fand, die zwar nicht gerade dem Roten Dock, Dähmeks Ecke oder Dutzemanns Keller ähnelte, sondern, wie die Herbstsche Weinstube, einen angenehmen Aufenthalt gewährte. An einfachen Tischnachbarn wie etwa dem wackeren Braunschweiger Rentier Otto Tcllgmann nahm er keinen Anstoß, während er neugierige ober gar aufdringliche Ausfrager kühl ablaufen ließ Höheren Bedürfnissen kam der Kreis der .Kleiderseller* entgegen, der feine geistgewürztcn Gelage (nach dem Tode von Raabes jüngster Tochter) vom .Grünen Säger' nach dem lessingberühmten .Wegehause' verlegte, wo den meist schweigenden Raabe durch ihre Gegenwart besonders Brandes und Engelbrecht, der Stadtarchivar Haenfelmann, der Bezirksadjutant Kirchenpauer und wenige andere erfreuten, so die heute noch sein Andenken in hohen Ehren haltenden Professoren F. Hahne und H. M. Schultz. Weil et fern von Draunschweig wohnte, verkehrte der ebenbürtigste Dichter, 3ustizrat Rudolf Huch, Ricardas älterer Bruder, nur selten in dieser Gesellschaft. Eine von ihm überlieferte Anekdote verdient aufbewahrt zu werden. Die Großherzogin von Oldenburg, die sich von Raabe bei einer Fahrt durch das alte Braunschweig hatte begleiten lassen, lud ihn zu Tisch und bat ihn darum, ihn am nächsten Tage zu einer Tasse Kaffee in seinem Haille besuchen zu dürfen. .Gnädige Frau', antwortete er, ,morgen hat meine Frau großes Heinz PauluS, Do Wetzlar, 92 P . 2. R. Metzer, Tgm. Friedberg. 76.20 P; 3. H Küdm. Tv Lauterbach. 73.40 P; 5 Willi Appel, Tv. 1846 Gießen. 71.6 P: 6. Willi Reitz. Tv. 1846 Gießen, 67.6 P 10 0-Meter-Brust 1. H. Kreeb, Tgm. Friedberg. 1 33,6 Min.; 2. Fritz Becker. Tv Wetzlar. 1.37 Mm.; 3. R. Kirchesch. Tv. Wetzlar. 1 38.8 Min 100-Mct er-Seite: 1. K Fritz. Tv. Wetzlar. 1.32.9 Min. Streckentauchen : 1. H Denhardt. Tv. Wetzlar. 40 P.r 2. O. Euler. Tv. Lauterbach. 41 P; 3. F. Riedel, T.- xl Spv. Butzbach. 35 P 3ngenblurnec (1913.14). Mehrkamps: 1 S. Eichhorn, Tv. Wetzlar. 95.10 P ; 2. Gg. Stübner, Tv. 1860 Dad-Rauheim. 89,05 P ; 3. H. Oehring, Tgm. Friedberg. 85,65 P. Hauptspringen: 1. Gg Stübner. Tv. 1860 Dad-Rauheim, 54.75 P; 2. S. Eichhorn, Tv. Wetzlar. 52,10 P; 3. W. Kuhlmann, Tv. Wetzlar. 44,20 P. 100-Meter-Drust: 1. H. Denhardt, Tv Wetzlar, 1.34.7 Min.; 2. HanS Vogt. Tv. 1846 Gießen. 1.38.6 Min. Jugendturner (1915 16). 50-Meter-Brust 1 Ehr. Scherer, Ttx Wetzlar. 44.4 Sek.; 2. Willi Frech, Tp. Wetzlar. 45,9 Sek. Allersturner (1891 99). 50-Meter-Brust: 1. Thomas, Tgm. Marburg, 49,9 Sek.; 2. A. Rühl, Tv. Wetzlar, 50,4 Sek. Attersturner (1890 und älter). 50-Meter-Brust : Ehrensieg: Louis Vogt. Tv. 1846 Dießen, 45.7 Sek.; 1. Theo SchweiS- gut, Tgm. Laubach. 46 Sek. 2. K. Schlemm, T- u. Spv. Butzbach, 51,5 Sek lurnerlnnen-Oberflufe. Hauptfpringen. 1. Leni Schäfer, Tgm. Friedberg, 67,05 P; 2. Ruch Schönert. Tv. Lauterbach, 66,10 P. Turnerinnen-Mittelstufe. 50-Meter-Kraul: 1. Hanneli Weeg, Tv. 1846 ©ießen, 44,4 Sek.; 2. Ruth Schönert, Tv. Lauterbach, 45.5 Sek.; 3. Anni Psund. Tv. 1846 Gießen. 47 P 100-Meter-Drust: 1. Elfriede Münnich, Tv. 1846 Gießen. 1.49,6 Min. 100-Meter-Rücken: 1. Anni Pfund, Tv. 1846 Gießen, 1.51,2 Min. lurnerinnen-Untcrffufe. Mehrkampf: 1. Gretel Hübner, Tv.Wetzlar, 117,5 P.; 2. Gisela LüderS, Tv. 1846 Gießen, 110,55 P. Hauptspringen: 1. Gisela Lüders, Tv. 1846 Gießen, Gretel Hübner, Tv. Wetzlar, 43,45 P.; 2. Ella Lüdke, Tgm. Friedberg, 43,10 P. 100-Meter-Rücken: 1. Anni Komps, Tv. 1846 Gießen, 1.51,6 Min.; 2. Elisabeth Scheer, Tv. Wetzlar, 1.53 Min. Jugendturnerinnen (1913/14). 100-Meter-Drust: 1. Gertrud Petri, Tv. 1846 Gießen, 1.53.4 Min. Jugendturnerinnen (1915/16). Hauptspringen: 1. Frieda Henkel, T- u. Spv. Marburg, 39,95 P.; 2. Else Komps, Tv. 1846 Dießen, 36,4 P. 50-Meter-Brust: 1. Anni Komps, Tv. 1846 Gießen, 49,4 P.; 2. Marg. Riegel, Tv. Wetzlar, 49,4 Sek; 3. Else Komps, Tv. 1846 Gießen, 49,6 Sck. Xurnerffufe (offen). 400-Meter-Kraul: 1. H. Federlin, T.- u. Spv. Butzbach, 6.42,6 Min. vereine ohne Ivinterbad. Hauptspringen — Turner: 1. S. Duchmann, T.- u. Spv. Butzbach, 51,85 P. 50- Meter-Brust — Turner: 1. W Högy, Tgm. Laubach, 44,9 6et; 6. Erich Deppisch, Tv. Dutenhofen, 53,2 Sek. Hauptspringen — Turnerjugend : 1. K. Kalbfleisch. Tv. Lauterbach, 43,1 P.; 4. Emil Hohmann. Tgm. Laubach. 37,3P. 50-Met,-Drust. Turnerjugend: 1. W. Port, Tv. Alsfeld, 43,1 P; 2. Hans Gun- trum, Tv. Schlitz, 45,4 Sek.; 3. Emil Hohmann, Reinemachen, da können wir keinen Besuch gebrauten.*“ Lochschulnachnchien. Das durch den Weggang von Prof, von Bruch- hausen an der Universität Münster erledigte Ordinariat der pharmazeutischen Chemie ist Pco- fellor Dr. Hans Kaufmann in 3ena angeboten worden. Dr. Kaufmann studierte in Sena, Heidelberg und Berlin, war Assistent am Chemi- (schen Institut der Universität Sena und erhielt dort 1916 die venia legendi für Chemie. — Zur Wiederbesehung des Lehrstuhles der semittfchen Philologie an der Universität Frankfurt (an Stelle von Professor Iof. Horowitz) ist ein Ruf an Dr. Gotthold Weil Direktor der Orientah- fchen Abteilung an der Preußischen Staatsbibliothek in Berlin ergangen. Weil absolvierte seine Studien in Berlin, wirkte später in Bonn, wurde 1909 Hilfsbibliothekar in Berlin und 1918 Abteilungsdirektor der Berliner Staatsbibliothek. Dann übernahm er die Organisation und Leitung der neuen Orientalischen Abteilung. — Professor Dr. Adh6mar Gelb in Frankfurt a. M. hat einen Ruf auf den Lehrstuhl der Psychologie an der Universität Halle alS Rachfolger von Professor Th. Ziehen erhalten. Gelb ftubierle in München und Berlin. 1912 wurde er Assistent in Frankfurt und habilitierte sich dort. — Der durch die Emeritierung von Geheimrat R. Meißner an der Universität Bonn erledigte Lehrstuhl der deutschen Sprache und Literatur ist dem ordentlichen Professor Dr. HanS Raumann in Frankfurt angeboten worden. Raumann oblag in München, Kiel. Berlin und Straßburg dem Studium der germanischen Philologie. 1902 habilitierte sich Raumann in Straßburg und siedelte 1919 als Extraordinarius nach Sena über. 6eit 1921 wirkt Raumann in Frankfurt. Wiederholt war er als Gastprofessor in Amerika. — Lehrstuhle der Philosophie an der Donner Universität sind angeboten worden dem außer- ordentlichen Professor Dr Siegfried Dehn in D o n n und dem außerordentlichen Professor Dr. Oskar Decker in Freiburg i. Dr. Dr. Dehn ist gebotener Hamburger. Sn München. Heidelberg, Zürich und Bonn studierte er und wirkte 1913 als Privatdvzent für Philosophie und experimentelle Psychologie in Bonn. Professor Decker promovierte in Leipzig mit einer mathematischen Arbeit. 1922 erhielt er die venia legendi für Philosophie in Freiburg i-Br., später war er Assistent bei Husserl. Tgm. Laubach. 47,1 Sek.: 6. Hans Wahl, Tgm. Laubach. 48.3 Sek. 50-Meter-Brust — Turnerinnen: 1. Qlnni Habermann. T.- u. Spv. Butzbach. 51.5 Sek. 50-Meter-Brust — Turnerinnenjugend: 1. Dora Crah, Tgm. Laubach. 46,3 Sek. Hauptspringen — 3u- gendturnerinnen: 1. Marie Weller, Tv. Lauterbach, 39,7 P. Staffeln. 4xlOO-Meter — Bruststaffel für Turner: 1. Tv. Wetzlar, 6,25 Min. 4x50-Meter — Bruststaffel für Turner (Vereine ohne Winter- bab): 1. Tv. Lauterbach, 2.54,3 Min. 4x50- Meter — Bruststaffel für Turnerinnen (offen für Vereine ohne Winterbad): 1. Tv. Alsfeld (Alleingang), 3.46,4 Min. 3X100-Meter-Lagenstaffel — Turner (offen): 1. Tv. Wetzlar, 4.27,5 Min.: 2. Tv. 1846 Gießen, 4.30,5 Min 3x50Meter — Bruststaffel — Altersturner: 1. Tv. 1846- Gießen, 2.33,7 Min. 3X50- Meter — Lagenstaffel — Turnerinnen (offen): 1. Tv. 1846 Gießen, 2,20 Min. 4x5OMe ter — Bruststaffel — Iugendturner: 1. Tv. 1846 Gießen, 2,58 Min. W i l l - S t a f f e l (10 X 50 - QU e - ter, beliebig): 1. Tv. 1846 Gießen, 5,59 Min. Wasserball. ^«Klasse: Tv. 1846 Gießen — Tgm. Friedberg 4:1. 6 - Klasse : Tv. Lauterbach — T.- u. Spv. Butzbach 4:1. Bei den Segelfliegern aus derWafferkuppe Lieber Anzeiger! Gestatte, daß ich Deinen Lesern von dem berichte, was ich am letzten Samstag auf der Wasserkuppe erlebt habe. Wir waren um 729 Uhr von Gießen abgefahren nach Fulda und kamen mit der in Fulda leider noch immer bestehenden längeren Fahrtunterbrechung um V23 Uhr in Gersfeld an. Ein bereit st ehender Autobus, voll beseht mit Leuten, die das Flieger- lager besuchen wollten, führte uns nach der Wasserkuppe hinauf. Als wir uns der Fuldaquelle näherten, sahen wir bereits die ersten Flieger in den Lüften schweben, und als wir im Fliegerlager ausstiegen, hatten wir den wundervollen Anblick von vier Segelflugzeugen, die vor dem blauen Himmel im Sonnenglanz geräuschlos ihre Kreise über unseren Köpfen beschrieben. Daß einer von diesen vieren unser Gießener Segelflieger stud. meä.Frih Schmidt war, erfuhren wir erst später. Leider konnten diese Flüge nicht lange -Zeit durchgehalten werden. Der Wind flauie ab, und die Flieger mutzten landen. Wir gingen auf die Kuppe hinauf und bewunderten die große Zahl schöner, sorgfältigst gebauter Segelflugzeuge, die dort dichtgedrängt hintereinander standen. Die Flieger und ihre Mannschaften lagen im Grase, sonnten sich und warteten auf die nächste Startgelegenheit. Sie sollte sich ihnen bald bieten. 3m Westen zog ein Gewitter heraus. Es war ein wundervolles Raturschauspiel, wie über der westlichen Rhön, vom roten Moor hinüber über das Gersfelder Tal bis zur Ebersburg und weit ins Fuldaer Land hinein, die Luft langsam immer dichter und dichter wurde, wie die Sonne hinter der hohen Dunstschicht verschwand, und wie dieser Dunst sich allmählich in eine gewaltige, dunkle, unheilschwangere Wolkenfront verwandelte, die langsam wie ein Ungeheuer auf uns zugekrochen kam. Aber nun geriet mit dem Aus: „Die Gewitterfront ist da!" das ganze Fliegerlager in Ausruhr. Es ist nämlich bekannt, daß an der Vorderseite einer solchen Gewitterfront ein aufsteigender Luftstrom von ganz außerordentlicher Gewalt besteht. Don ihm sich in die Höhe tragen zu lassen, ist der höchste Wunsch aller Segelflieger. Von allen Seiten kamen sie nun angelaufen: die Flugzeuge wurden an den Rand der Kuppe gezogen und startbereit gemacht, und mit einer für uns erdgebannte Zuschauer geradezu unfaßbaren Kühnheit ließ sich, als die Wolkenwand nahe genug herangekommen ■ war, einer der jungen Flieger nach dem anderen durch die Kraft der ausgezogenen Gummistartseile hinausschleudern, unmittelbar in diesen Aufruhr der Elemente hinein. 3n sieben Minuten starteten zwölf Flugzeuge. Wir sahen, wie sie vom Sturme gefaßt und em- pdrgerissen wurden. Die ersten, die starteten, tour- . den in geraden schwindelnde Höhen emporgeführt. I "Die späteren stiegen wohl auch noch einige hundert Mieter auf, aber sie gerieten bereits in die Zone | der hemiederstürzenden Wassermassen und waren gezwungen, bald in der Umgebung der Kuppe wieder zu landen. Auch wir mutzten bald die Beobachtung dieses grandiosen Fliegerschauspiels aufgeben: der wolkenbruchartige Degen trieb uns unter schützende Dächer und hielt uns zwei Stunden lang unter ihnen fest. Aber am Abend kamen die Rach richten über die erzielten Fernflüge und lösten eine ungeheure Begeisterung int Fliegerlager aus. Bachem war in Fladungen, Hem - mer in Bischofsheim niedergegangen: das sind Entfernungen von etwa 16 Kilometer. Aber Wolf H i r t h war 20 Kilometer nordwestlich von Halle gelandet, hatte also eine Strecke von etwa 180 Kilometer im motorlosen Flug zurückgelegt, und Grvenhosf hatte eine Höhe von 2800 Meter über der Wasserkuppe erreicht und war bis in die Vähe von Magdeburg über etwa 240 Kilometer geflogen. Wahrlich ein Grotztag der deutschen Segelfliegerei, für uns Zuschauer ein wunderbares Erlebnis, von größtem Eindruck ebensosehr durch die Groß- ortigfeit der Form, in der sich vor unseren Augen gewaltige Raturkräfte entfesselten, wie durch die Kühnheit, mit der sich Menschen diesen Raturkräf- ten anvertrauten und sie zu meistern und auszunutzen verstanden. Walter König. Arbeiter-Olympiade in Wien. weitere Entscheidungen. Im Laufe des Samstagabends fielen bei der Arbeiter-Olympiade in Wien noch weitere Entscheidungen. Auf der Donau wurde die Kanu-Regatta ausgetragen. Radfahrer, Schützen und Schwimmer waren noch in Aktion. Die Ergebnisse: Leichtathletik: Kugelstoßen für Männer: 1. Franzen (Finnland) 14,03 Meter: 2. Raumann (Deutschland) 12,76; 3. Wotapek (Oesterreich) 12,64; 4. Takkinen (Finnland) 12,42; 5. Eoufal (Oesterreich) 12,41 Meter. Weitsprunofür Männer: 1. Laine (Oesterreich) 6,68 Meter; 2. Schenner (Oesterreich) 6,61; 3. Ezefay (Ungarn) 6,56 Meter. Länderkämpfe im Ringen: Deutschland 0; Finnland 2; Oesterreich 4; Auhig 6 Schlechtpunkte. Länderkämpfe im3iu-3itsu: Oesterreich 7. Deutschland 5 Gutpunkte. Mannschaftsfahren über 50 Kilometer für4bis6Mann: Diese Konkurrenz brachte den Oesterreichern wieder einen Sieg; d'.e beste Zeit erzielten die Engländer, doch kamen sie nur drei Mann stark geschlossen ins Ziel. Ergebnisse: 1. Oesterreich 1:24,39 ; 2. Deutschland 1:25,39; 3. Polen 1:30,56; 4. Ungarn 1:32,27 Stunden. Wasserball: Tschechoslowakei gegen Frankreich 13:2; Düsseldorf gegen Belgien 8:1 (4:1); Deutschland gegen Ungarn 8:0 (6:0); Oesterreich gegen Tschechoslowakei 8:3 (5:0). Kanu - Regatta: Einer-Kajak: 600 Meter für Frauen: 1. Mrkavek (Oesterreich) 3:11,8. Zweier-Kajak für Männer (1000 Meter): 1. Doll- Detroy 4:38,8 (Deutschland); 2. Steiner-Holetschek Eva am Strand Vornan von Hermann Weick. 20. Fortsetzung. Nachdruck verboten. XXi. „Wie das Meer glänzt!" sagte Lotte Jason und schmiegte sich in Bertrams Arme. „Eine so helle Mondnacht habe ich noch nicht erlebt! Es ist traumhaft schön!" „Du bist traumhaft schön!" erwiderte Bertram und sah in die vom Glück verklärten Züge Lottes. Sie sahen in einem Strandiorb. Das Meer, in dem die Himmelslichter widerstrahlten, rauschte leise. Die Stille der Rächt wurde nur hin und wieder durch leises Sprechen oder verhaltenes , Lachen unterbrochen, das aus einem der Strandkörbe in ihrer Rähe kam. Sie waren nicht die Einzigen, die hier das Alleinsein gesucht hatten... „Ich kann es manchmal nicht fassen, dah du mich liebst, Paul!" sprach Lotte innig. „Es ist wie ein Wunder!" Er strich ihr zart über die blonden Haare. „Ich wutzte vorher nicht, was Liebe wirklich ist; durch dich, Lotte, habe ich es erfahren!" „Das Leben ist so unsagbar schön, seitdem ich dich habe!" „Es wird noch viel schöner werden, wenn du erst meine Frau bist. „Deine Frau!" sagte sie mit dunkler verschleierter Stimme und fühlte das sehnende Rauschen ihres Blutes. Da schob sich ein Schatten vor den Strandkorb, eine große, hagere Frauengestalt tauchte tote ein Rachtgespenst auf, und eine scharfe Stimme sagte hämisch: „Hier steckst du also!" Lotte und Bertram waren erschreckt aufgesprungen. Im ersten Augenblick war Lotte ratlos; zu unerwartet war diese Begegnung. „Du kommst sofort nach Hause!" befahl Frau Jason. Bertram hatte sich am ersten wieder gefaßt. „Es ist meine Schuld, gnädige Frau! Ich habe das gnädige Fräulein überredet ..." Mit einer energischen Hand beweg ung schnitt Frau Jason ihm die Rede ab. „Sparen Sie Ihre Worte!" stieß sie feindselig hervor. Darauf, indem sie Lotte drohend ansah: „Soll ich dich vielleicht fußfällig bitten, mitzugehen?" Widerstrebend folgte Lotte ihr zum Strand- toeg hinauf. Droben stand, in ängstlicher Haltung, Fritz Jason. Ohne sich um ihn zu kümmern, schritt Frau Jason weiter. Wahnsinnige Wut schien in ihr zu toben; sie brach plötzlich hervor. „Du bist ja ein sauberes Geschöpf, das muß ich sagen! Zur Rachtzeit mit diesem windigen Schauspieler dich hier draußen umherzutreiben!" „Herr Bertram ist kein windiger Schauspieler!" begehrte Lotte auf. „Schweig! Das also waren deine allabendlichen Spaziergänge, die deiner Gesundheit angeblich so Wohltaten! Ich hätte mir denken können, daß etwas Derartiges dahinter steckt!" Immer mehr steigerte sie sich in Zorn hinein. Wortlos ließ Lotte ihre- Vorwürfe und Schmähungen über sich ergehen. Trotzige Auflehnung gegen ihre Mutter hatte sie erfaßt. Mit welchem Recht stellte ihre Mutter sich zwischen sie und Paul Bertram? War sie, Lotte, nicht alt genug, um selbst zu wissen, was sie zu tun hatte? „Eine dumme Geschichte!" sagte hinter ihnen in kläglichem Tone Fritz Jason zu Bertram, der sich ihm angeschlossen hatte. „Als meine Frau vorhin in plötzlich erwachtem Mißtrauen Lotte folgte, versuchte ich mit aller List und Tücke, sie von der rechten Spur abzubringen: es war vergeblich!" „Der Vorfall ist mir sehr peinlich", antwortete Bertram, dem ebenfalls nicht recht wohl bei dec Sache war. „Es wäre vielleicht doch besser gewesen, wenn ich schon längst mit Ihrer Frau Gemahlin offen gesprochen hätte; doch Lotte hielt es noch für verfrüht. Ich werde es aber nun auf alle Fälle morgen nachholen." Beschwörend faßte ihn Jason am Arm. „Ums Himmels willen nicht! Warten Sie jedenfalls ab, bis der ärgste Sturm vorüber ist!" „Hoffentlich hat Lotte nicht zu große Unannehmlichkeiten!" „Sehr sanft wird die Aussprache mit meiner Frau, die ihr bevorsteht, gerade nicht werden!" „Lotte sagte mir, daß Sie auf unserer Seite ständen, Herr Jason; ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie auch jetzt zu uns halten würden!" „Das werde ich selbstverständlich tun!“ antwortete Jason; es klang aber nicht sehr zuversichtlich. Frau Jason und Lotte waren am Hotel an- gelangt; Frau Jason blieb stehen und sah zurück. „Fritz!" rief sie befehlend. Jason schlug ein beschleunigtes Tempo an; Bertram blieb an seiner Seite. Run hatten sie die beiden Damen erreicht. In heißem Mitleid sah Bertram die Blässe in Lottes Gesicht. „Gestatten Sie mir ein Wort der Erklärung, gnäbige Frau!" sagte er bittend. „Ich verzichte auf Ihre Erklärungen!" erwiderte Frau Jason bissig und zog Lotte mit sich fort. Rach einigen Schritten blieb aber Lotte stehen, i In einem plötzlichen Entschluß ging sie zu Wirtschaft ab Stimme, die sie dann: „Ich habe sprachen, er zu erklären, Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.33 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Anzei^enauftrage sind lediglich an die Geschäfts stelle zu richten. .Tür unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Anmeldung von Zahlungsverpflichtungen im Ausland. Eine neue Rotverordnung. heute mit Herrn Dr. Kröger gebet die Absicht, sich dir morgen Lotte. Du wirst dich morgen mit Bertram zurück, sie streckte ihm die Hand entgegen und sagte laut; herzlich. „Gute Rächt Paul! Sorge dich nicht um mich!' Dann schritt sie, die unheilverkündenden Blicke ihrer Mutter nicht achtend, die Hoteltreppe hinaus. Sie wollte oben sogleich ihr Zimmer aufsuchen, aber Frau Jason hielt sie zurück. „Das könnte dir passen, so ohne weiteres zu verschwinden! Du wirst dich schon zu einer Unterredung bequemen müssen!" Mit verschlossenem Gesicht blieb Lotte bei der Türe stehen. „Du hättest dir vorhin die Begleitung dieses Herrn energisch verbitten sollen, Fritz!" fuhr Frau Jason plötzlich ihren Gatten an, der betreten auf seinem Stuhl faß. „Solche Subjekte muß man unzweideutig abschütteln! Hast du ihm wenigstens gründlich die Meinung gesagt?" Hilflos irrten Jasons Augen umher; er suchte Lottes Blick, aber sie hielt den Kopf gesenkt. „Selbstverständlich habe ich mich mit ihm ausgesprochen", antwortete er ausweichend. „Ausgesprochen! Was gibt es da auszusprechen! Den Verkehr mit Lotte hättest du ihm ein für allemal verbieten müssen! Run, ich werde schon dafür sorgen, daß dies geschieht, darauf ihm verloben!" Lotte hob den Kopf. Furchtlos sah sie ihre Mutter an. „Das werde ich auf keinen Fall tun, Mama!" sprach sie - bestimmt. „Weder morgen noch zu einem späteren Zeitpunkt!" „Du wirst es tun, wenn ich es verlange!" „Auch dann nicht, Mama! Du darfst nicht vergessen, daß ich nicht mehr das Kind bin, bai deinen Befehlen widerspruchslos gehorcht. Ich werde mich nur mit dem Manne verloben und ihn heiraten, den ich will!" „Vielleicht diesen Schauspieler?" kam es höhnisch zurück. „Ja! Ich liebe Paul Bertram, er liebt mich! Riemand wird es gelingen, uns zu trennen!" „Das werden wir sehen!" Lotte trat auf ihre Mutter zu. Ein vorwurfsvoller Ton war in ihrer Stimme: „Warum machst du es uns so schwer? Warum willst du mir dieses Glück nicht gönnen?" „Weil ich besser weiß, was für dich und deine Zukunft gut ist!" antwortete Elsbeth Jason überlegen. Lotte lachte bitter auf. „Vielleicht dieser alternde Mann, der nicht mehr weiß, was Jugend ist, der es vielleicht * Der Zinssatz der Stempelvereini- g u n g. Die Mitglieder der Stempelvereinigung haben beschlossen, den Zinssatz für Sparkonten auf 8 v. $). festzusetzen. Berliner Produktenmarkt. Berlin. 27. Juli. Die Preisgestaltung am Produktenmarkte war zu Beginn der neuen Woche uneinheitlich. Das Angebot von Brotgetreide neuer Ernte trat weniger dringlich in Erscheinung und die Preise waren etwa behauptet. Abschlüsse kamen allerdings nur vereinzelt zustande, da Forderungen und Gebote schwer in Einklang zu bringen waren. Die Unübersichtlichkeit der Erntefinanzierung. sowie die Abwicklung der Engagements im handelsrechtlichen Lieferungsgeschäft, über die der Börsenvorstand berät, beeinträchtigten die Unternehmungslust, zumal die Zahlungsder- hättnisse weiter schwierig bleiben. Leichtathletik. 10 X 1 0 0 - OK e t e r Staffel: 1. Oesterreich 1:50,9 (neuer österr. Rekord). 2. Deutschland 1:51,5. 3. Finnland. 4. Polen. 5. Ungarn. 10X60-Meter-Staffel der Frauen: 1. Oesterreich. 2. Deutschland (wegen Überschreiten der Wechselmarke auf den 2. Platz distanziert). Schwimmen. Turmspringen der Männer: 1. Gräu- sing (Deutschland) 60 P. 60-Meter-Freistil der Männer': 1. Hcwlik (Oesterreich). 200-Met. -Brustschwimmen: 1. Paa- tanen (Finnland) 2:57,6 Min. Wasserball: Oesterreich—Deutschland 10:3 (2:1), Gesamtklassement: 1. Oesterreich. 2. Deutschland. 3. Tschechoslowakei. 4. Belgien. Leichtathletik der Männer: 100= Meter-Hürden: 1. Schenner (Oesterreich) 15,9 (österr. Rekord). Speerwerfen: 1. Takkinen (Finnland) 62,08 Meter. 800-Meter-Lauf: 1. Gusseff (Finnland) 1:57,5. 5000-Meter: 1. Salmh (Finnland) 15:25,7. könnt ihr euch verlassen!" Sie strich sich die strähnigen Haare, die ihr in Unordnung geraten waren, zurecht. Mit einer keinen Widerspruch duldete, sagte (Oesterreich). Faltboot-Zweier, 1000 Meter für Männer. 1. Kainz-Povolnh 5:04,6 (Oesterreich); 2. Rohrbein-Winter 5:05,5; 3. Schmiedschen-Kos- sart 5:07,4 (beide Deutschland). Einer-Faltboot, 1000 Meter für Männer: 1. Rohrbein 5:36,8; 2. Küchler, 5:38,8; 3. Lettl, 5:43,5; alle Deutschland. Einer Faltboot.600 Meter für Frauen: 1. Mar» schalek, 3:42,8; 2. Milwah, 3:47,7 (beide Oesterreich); 3. Scholz 3:49,5; Deutschland. Einer-Kajak, 1000 Meter: 1. Halfinger (Oesterreich); 2. Umlauf (Oesterreich). Heber 60 000 Zuschauer hatten sich am Sonntag im Wiener Stadion eingefunden, um Zeuge der sportlichen Endkämpfe zu sein. Deutschland schnitt dabei nicht in dem erwarteten Maße ab. Im Finale des Handballturniers unterlag es gegen Oesterreich mit 10:9 (6:6), auch im Fußball mußte es sich dem technisch besseren Können der Oester- reicher mit 3:2 (0:0) beugen. Ueberhaupt lag das sportliche Schwergewicht zwischen Deutschland und Oesterreich. Oesterreich gewann nämlich noch den Endkampf im Wasserball mit 10:3 (2:1) gegen Deutschland. Dagegen gab es in den Endkämpfen im Radball je einen deutschen und einen österreichischen Sieg. Die Cinzelergebnisfe waren: Die Reichsregierung hat mit Wirkung 27. Juli eine neue Rotverordnung über die An- Letzte Nachrichten. Zusammentreffen zwischen „Graf Zeppelin" und „Malygin"'. Archangelsk, 28. Juli. (TU.) Rach einem JunF- spruch des Eisbrechers „Malygin" trafen das Luftschiff „Graf Zeppelin" und der Eisbrecher am Montag um 19.30 Uhr in der hookerbucht zusammen. Don Bord der „Malygin" wurde dem Luftschiff d i e Po st übermittelt. Durch Funksprüche zwischen dem Eisbrecher und „Graf Zeppelin" fand ein kurzer Meinungsaustausch statt. Professor Davis und Roblle übermittelten Dr. Eckener und Samo i l o w i t s ch Grüße und wünschten ihnen. gute Fahrt. Lin neues Zusammentreffen zwischen dem Eisbrecher und „Graf Zeppelin" ist bisher nicht geplant. Die Wetterverhältnisse werden als nicht besonders günstig bezeichnet. „Graf Zeppelin" nahm weiter Kurs auf das Franz- Joseph-Land. Meldung von Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem Ausland herausgegeben. Die Vorschriften dieser Rotverordnung gelten allen Personen gegenüber, die ihren Wohnsitz oder den Ort der Leitung im Auslande oder im Saargebiete haben. In den Durchführungsbestimmungen ist festgelegt, daß dem Zwange der Anmeldung von Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem Auslande alle natürlichen Personen, die im Deutschen Reich ihren Wohnsitz oder ihren Aufenthalt haben, alle Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften, Kolonialgesellschaften, Dergbau- treibenbe, rechtsfähige Vereinigungen, Gesellschaften m. b. H., DerficheruTtgsvereine, Hypothekenbanken, rechtsfähige und nicht rechtsfähige Vereine, offene Handelsgesellschaften, Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts ufto. unterworfen sind. Anzumelden sind, ohne Rücksicht auf den Zeitpunkt der Fälligkeit, die beim Inkrafttreten dieser Verordnung bestehenden Zahlungsverpflichtungen, die in Reichsmark oder einer ausländischen Währung zu erfüllen sind, und deren Gläubiger im Ausland ihren Wohnsitz oder ihre Leitung haben. Richt cmzumelden sind die Zahlungsverpflichtungen, deren Nennbetrag ober Gegenwert 50 000 Mark nicht erreicht. Die Anmeldung muß innerhalb zehn Tagen erfolgen. Wer bie Anmeldung nicht rechtzeitig, ober nicht vollständig bewirkt, Fann mit Geldstrafe belegt werden. Rindermartt in Gießen. Auf dem heutigen Rinder-Nutzoieh-Markt in Gießen standen 519 Stück Großvieh, 58 Fresser und 169 Kälber zum Verkauf. Es kosteten Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 425 bis 475 Mark, 2. Qualität 275 bis 375 Mark, 3. Qualität 180 bis 230 Mark, Schlachtkühe 60 bis 300 Mark, Rinder 14- bis /4jährig, 75 bis 150 Mark, bis zweijährig 125 bis 200 Mark, tragend 275 bis 400 Mark, Kälber, das Pfund Lebendgewicht 30 bis 40 Pf. Ausgesuchte Tiere erbrachten Preise über Notiz. — Marktverkauf: schleppend. * Von der Frankfurter Börse. Der Frankfurter Börsenvorstand hat den Beschluß gefaxt, sich in der Frage der Ultimo-Liquidation für Juli der Berliner Börse anzuschließen. niemals gewußt hat? An ihn sollte ich ein ganzes Leben lang gefesselt sein? Für diese Zukunft bin ich mir zu schabe!" „Für nächtliche Abenteuer mit bem Schauspieler Bertram bist du dir aber nicht zu schabe!" Lotte zuckte resigniert mit ben Schultern. „Es hat keinen Zweck, weiter zu streiten! Du willst mich nicht verstehen, Mama; es ist nicht meine Schulb, wenn künftig eine Kluft zwischen uns besteht!" „Willst du mir drohen?" fuhr Frau Jason empört auf. , Hebet Lotte kam jäh ein Gefühl sieghaften Stolzes. Stand sie nicht hier im Kampfe für ben Mann, bem ihr ganzes Sein gehörte? War dieser Kampf nicht des hohen Einsatzes wert? Ihre Worte hatten einen Hellen, unbeugsamen Klang. „Ich drohe nicht, Mama. Rur eines sollst du wissen: Meine Liebe zu Paul ist so groß, baß Schwierigkeiten mir nichts an haben können! Ich werde Paul heiraten, wenn es nicht anders! sein kann, auch gegen deinen Willen!" Frau Jason sprang auf. Rote Flecken brannten auf ihren hageren Wangen. „Hast du es gehört?" rief sie, außer sich vor Erregung, ihrem Gatten zu, der bisher schweigend der Auseinandersetzung beigewohnt hatte. „So sprechen heutzutage Kinder mit ihren Eltern!" " n In drohender Haltung blieb fte vor Lotte stehen. a , ... „Keinen Pfennig wirst du von uns bekommen! stieß sie gehässig hervor. 3 „Paul verdient genug für uns beide , gab Lotte gleichmütig zur Antwort. „Du bist noch nicht oolljäßrig; ich werbe die Erlaubnis zu dieser Heirat nie und nimmer geben!“ „Dann warten wir eben die anderthalb Jahre, bis ich volljährig bin; bie Zeit bis bahin wirb rasch vorbei sein!" Die Festigkeit, mit der Lotte sprach, mußte nicht ganz ohne Wirkung auf Frau Jason geblieben sein; ein unsicherer Ausdruck zeigte sich in ihren Zügen. Gleich darauf aber übermannte fie wieder Die ohnmächtige Wut. „Da gehen wir ja erquicklichen Zeiten entgegen!“ stieß sie erbost hervor. „Es liegt ganz an dir, Mama, sie erquicklich zu gestalten!" antwortete Lotte ruhig. Es schien, als wolle Frau Jason noch etwas erwidern, aber wortlos wandte sie sich h^hlich ab und ging in das anstoßende Z'.mmer, dessen Türe sie krachend zuschlug. Ein kurzes Schweigen entstand; dann sagte Fritz Jason in nachdenklichem Staunen: „Heute hast du das letzte Wort behalten Lotte! Das war noch niemals der Fall! ... Ob das ein gutes Zeichen für uns ist?" (Forts, folgt.),