Nr. 122 Erster Blatt 18b Jahrgang Donnerstag. 28. Mai 1931 Schon der eigentliche Grund des Konflikts ist dafür kennzeichnend: Herr Iaspar, der seit Jahr und Jag im französischen Fahrwasser segelte, hat sich den Franzosen gegenüber dazu verpflichtet, Belgien zu einer einzigen gewaltigen Festung auszubauen und dafür Riesenkredite angefordert, bie bei der auch in Belgien herrschenden Wirtschaftskrise doppelt drückend sind. Auf Drängen seiner eigenen Freunde hat er sich schließlich bereit erklärt, an seinen Forderungen kleinere Abstriche zu machen. ohne aber darüber mit feinen Koalitionsgenossen zu sprechen, die ihn daraus desavouierten und in die Opposition abmarschierten, womit Herr Iaspar wahrscheinlich endgültig ausgespielt haben dürste. Vielleicht macht der König noch einmal den Versuch, ihn zu halten. Aber seine Diklatur- rnethoben haben ihn so unbeliebt gemacht, daß er nur schwer eine Koalition zusammenbringen wird. Vielleicht gelingt das einem seiner weniger belasteten Fraktionsfreunde. Aber auch das würde dann nur eine Derlegenheitslösung sein. Die innere Krise in Belgien ist vermutlich soweit fortgeschritten, daß ohne Reuwahlen ein2Mehrheitsbildung in der Kammer überhaupt nicht mehr möglich ist. Wenn es aber zu Reuwahlen kommt, ist es mehr als wahrscheinlich, daß Katholiken und Liberale dabei die Kosten zahlen werden zugunsten der Sozialisten und der Flamen, bie beide nicht bereit sein werden, vor der Auflösung des Parlaments eine neue Regierung zu stützen. Eine Stärkung der Sozialisten unb vor allem ber Flamen aber bedingt wieder eine Kursänderung der belgischen Außenpolitik, ein Ausscheren aus dem französischen Kielwasser. Dor allen Dingen die Flamen betreiben eine enge Annäherung an Holland und haben bereits proklamiert, daß neben ihren innerpolitischen Forderungen auch der Plan eines Zollbünd- nisses mit Holland in ihr Programm hineingehört. Ein solches Zollbündnis aber in dem gleichen Augenblick, wo Frankreich mit allen Mitteln die deutsch-österreichische Zollunion zu bekämpfen sucht, würde natürlich in die ganzen französischen Argumente ein Loch stoßen und damit — abgesehen davon, daß Frankreich hier einen seiner treuesten Bundesgenossen verliert — die politische Stellung Deutschlands auf der nächsten Ratstagung im September außerordentlich kräftigen. wisse Mißstim m u n g zum Ausdruck. Der „Soir" schreibt, daß man sich bereits an den Gedanken gewöhnt habe, Driand mit dem Pilgerstab für die Interessen des Friedens marschieren zu sehen. Jetzt habe er sich doch mit den verräterischen Kollegen des Kabinetts Laval geeinigt. — Der Abgeordnete Fran-klin-Bouillon hat in der Kammer eine Interpellation eingebracht, in der die Notwendigkeit betont wird, sofortdenAußen- Minister zu ersetzen, „dessen Methoden die französische Politik in Genf zu neuen Mißerfolgen geführt haben, und deren Wirkungen im Innern eine ständige Bedrohung der Mehrheit der nationalen Einigung sind". Herabsetzung der Ministergehälier in Thüringen. Weimar, 27. Mai. (WTB.) 3m Landtag begannen die Abstimmungen zum Haushaltsplan 1931. Auf Grund eines nativnalsozia- t'istischen Antrags wurden die Minister- gehälter von 16 000 auf 12 000 Mk. herabgesetzt. Da durch diesen Antrag die Ministerialdirektoren ein höheres 3 ah - reseinkonimen als die ihnen vorgesetzten Mini st er haben würden, erscheint es fraglich, ob der Beschluß durchführbar sein wird. Die Annahme des Antrags erfotgte-m it den Stimmen der Aativnalsozialisten, Kommunisten und Sozialdemokraten gegen die Stimmen der Deutschen Volkspartei. Staatspartei und Deutschnationalen bei Enthaltung der Wirtschaftspartei und der Landvolk- partei. Deutscher Philologentag im Hamburg. 3m Llhknhvrster Fährhaus wurde der 12. Ver- bandstag des Deutschen Philologenverbandes durch den ersten Vorsitzenden, Oberstudiendirektor Dr. Vehr end, eröffnet. Für die Hamburger Philologen begrüßte der Vorsitzende des Hamburger Philologenverbandes, Studienrat Dr. Lindemann, die Versammlung. Für die Stadt Hamburg entbot Senator Krause den Will- koimnensgruh, für die Hamburger Universität der Vektor Prof. Dr. Brauer. Der Reichsminister des 3nnern wurde vertreten, durch Ministerialrat Riehen. Länder und städtische Behörden, der 3ndustrie- und Handelstag, eine ganze Reihe von befreundeten Verbänden und Einrichtungen haben Vertreter entsandt. Besonders herzlich werden die Lehrer der grenz- und auslandsdeutschen Schulen von Bukarest bis Rotterdam, von Riga bis Kattowitz begrüßt. Zum erstenmal nehmen Vertreter hollan- discherund englischerLehrerorgani- s a t i o n e n teil. Die Tagung, so führte der erste Vorsitzende aus, stehe unter dem Zeichen der Rot des Volkes, der Rot der Beamten und Lehrer und der Rot der Ausländsdeutschen. Er erklärte unter lebhafter Zustimmung, daß die Organisation weder ihre Vertreter in der Regierung habe wie die anderen Stände, noch gehört werde. Wenn di« Sachverständigen gehört würden, könnten so schwere Mißverständnisse nicht vorkommen. 3n einem modernen Staat sollte die Verwaltung nicht den Standpunkt vertreten, daß die einzigen Sachverständigen in der Regierung sähen. Für di« befreundeten Verbände sprach Geheimer Regierungsrat Dr. Strempol, für die Behörden Ministerialrat Riehen, dec mit dem Vorsitzenden Zusammenarbeit wünscht. Der Ches des deutschen Bildungswesens in Lettland, Dr. Wachtsmuth, sprach für die Ausländsdeutschen. Die kulturelle Volksgemeinschaft aller Deutschen bau« sich auf auf der Dlutsgemeinschaft, Sprachgemeinschaft und Gesinnungsgemeinschaft. Diese Volksgemeinschaft sei durchaus unpolitisch und hindere den Ausländsdeutschen nicht, loyaler Bürger seines Staates zu sein. Künstlerische Darbietungen um» rahmten die Feier. Pitcards Klug in die Stratosphäre. Was will Professor piccard? Die wissenschaftliche Erforschung der Stratosphäre. Von unserem Dr. 8.-Sonderkorrespondenten. Augsburg-München. 27. Mai. Professor P i c c a r d ist mit seinem Assistenten Dr. K i p f e r heute kurz vor 4 Uhr vom Gelände de^ Dallonfabrik Riedinger in Augsburg zu seiner Fahrt in die Stratosphäre in der von ihm konstruierten Gondel aufgcstiegen. Umfangreiche Vorbereitungen sind seit Wochen getroffen worden. Di« beiden Herren arbeiteten während des ganzen Dienstag an der 3nn«nmontierung ihrer Gondel. Unter der Aufsicht Kipfers wurde um 23 Uhr mit der Füllung des Ballons begonnen. Um 2.30 Uhr erschien Piccard auf dem Startplatz, ebenso frisch und heiter wie sein Begleiter, und traf die letzten Anordnungen. Der 16 000 Kubikmeter fassende Ballon, der mit 2200 Kubikmeter Gas gefüllt war. ragte mit seiner eigenartigen Gestalt wie ein Gespenst in den Rachthimmel. während in der Halle noch immer an der Gondel gearbeitet wurde. Um 2.45 Uhr wurde di« Gon- del an den Ballon fe st gemacht — die Arbeit von fast einer Stunde. Professor Piccard drängte. Die letzten Wetternachrichten um w Aist Funkbild vom Aufstieg des Stratosphärenballons in Augsburg. • 24 Uhr besagten zwar schönes Wetter, rechneten aber mit starken Dodenwinden, die sich auch gegen 3 Uhr unliebsam bemerkbar machten. Gin erster Auftriebsversuch ließ die Gondel umkippen, glücklicherweise aber Apparate und 3nstrument« in der Gondel unversehrt. Um 13.40 Uhr kletterten die beiden Herren in die Gondel, die nun luftdicht verschlossen wurde. Zehn Minuten später wurden die Haltetaue gelockert; man erkannte, daß i>et Ballon auch mit voller Belastung genügend Auftriebskraft besah. Um 3.57 Uhr erfolgte das letzte Kommando, und der Ballon stieg — mit der Schweizer Flagge und dem Zeichen CH 113 — stolz und rasch hoch, zunächst mit dem KursnachSüdwest. 1000 Meter Höhe waren bald erreicht, nach einer halben Stunde war er etwa in 4000 Meter Höhe und trieb schärfer gegen Süd-Sndwest. ein wundervoller Anblick, wie er, zur Hälfte von der aufgegangenen Sonne beschienen, erst golden, dann glühend rot und schließlich silbern hell im Aether erschimmerte. Gegen 5.30 Uhr war der Ballon nur mehr ein winzig silbernes Pünktchen in Süd-Südwest. Piccard und Kipfer hofften noch zwei bis zweieinhalb Stunden 16 000 Meter Höhe erreicht zu haben. Sie rechneten mit einer Gesamtfahrtdauer von sechs bis acht Stunden und mit einer Landung zwischen Straßburg und Basel. An Lebensmitteln haben sie Zwieback und gezuckerte Kondenzmilch mitgenommen. Seinem streng umgrenzten, wissenschaftlichen Ziel entsprechend, führt Piccard nur vier Apparate mit, zur Messung der Luft-3onis.a- tion, der Pontential-Differentialen, der kosmischen Wellen und» elektrischen Strömungen zwecks Studiums der kosmischen Strahlen, u. a. eine 3onisationskamera mit photographischer Registrierung. Cs kommt ihm darauf an, einen Barometerstand von 0,1 Atmosphäre zu erreichen. 3n der Gondel sind zwei Sauerstoff - Flaschen nebst einem Ver- dbmpfungsapparat, ein Luftgenerator, als Reserve zwei Liter flüssiger Sauerstoff, ein Ledergriff und eine kleine Bank. Ein großer Fallschirm dient für die Gondel, zwei kleinere dienen* für die beiden Herren, die nötigenfalls durch zwei rasch zu öffnende Gefahrlöcher abspringen können. Die Gondel hat 2,1 Meter Durchmesser und ist kugelförmig; sie besteht aus dünnem Aluminium, das bei —50 Grad fester und zäher wird und die ultravioletten Strahlen reflektiert. Sie ist halbseittg weiß und halbseitig schwarz und kann der jeweiligen Sonnenbestrahlung gemäß gedreht werden, so daß die 3nnentemperatur von —20 bis —25 Grad konstant bleibt. Die Gondel ist auf einen Druck von 7 Atmosphären und auf 2 Atmosphären Ueberdruck geprüft. Der Ballon hat einen Durchmesser von 30 Meter, eine Höhe von 50 Meter und ist der Leichtigkeit halber aus einfachem, gummiertem, sehr widerstandsfähigem Daumwollgewebe hergestellt. Augsburg wurde wegen der antizyklonischen Luftverhältnisse als Startplatz gewählt. Es ist durch die Alpen vor starken Windströmungen geschützt; auch heftigste Winde pflegen sich dort zu brechen und in einer Art Spirale/zu drehen. Piccard bat schon zwei Flüge unter ähnlichen Windverhältnissen gemacht; an seinem Ballon befindet sich eine kleine Luftscheibe in der Art eines Ventilators, die eine bedingte Lenkung des Ballons ermöglicht. Dieser Apparat wurde von Piccard mit Erfolg bereits bei einem Aufstieg benutzt, der der Nachprüfung der Einsteinschen Relativitätstheorie galt. An B a l l a st wurden etwa 400 bis 500 kg Bleistaub mitgenommen. ...... Links: Der Riesenballon wird mit Gas gefüllt. —Rechts: Professor Piccard in der Aluminiumgondel, die während des Fluges fest verschlossen blieb. Wissenschaftlich interessant ist vor allem die Hoffnung Piccards auf die Erforschung der Stratosvhäre in bestimmten Einzelheiten: es Hot sich nach seinen Darlegungen ergeben, daß d i e Strahlen des Radiums noch eine andere Gattung als die Gammastrahlen enthalten konnten, die die Eigenschaft der kosmischen Strahlen hat, daß aber diese noch unbekannten Strahlen nur in sehr geringem Maße vorhanden seien. Weiter werde angenommen, daß falls die kosmische Strahlung vom Radiumgehalt der Gestirne herrühren sollte, von diesem eine so große Menge von Gammastrahlen ausgesandt würden, daß diese Strahlung in den obersten Schichten unbedingt und zuverlässig meßbar sein mußte. Falls er also in 16 000 m die normale Gammastrahlung des Radiums nicht finden würde, könne die kosmische Strahlung nicht durch einen radiumhaltigen Körper erzeugt worden sein. Praktisch ist die Forschunosfabrt insofern von hoher Bedeutung, als man mit oer Auffindung von bisher noch unbekannten Energiequellen rechnen kann und mit Ergebnissen hinsichtlich der Verbesserung der Luftfahrt durch Ausnützung dev». geringeren Luftdruck besitzenden höheren Regionen. Damit wäre ein« höhere Geschwindigkeit bei geringerem Materialverlust verbunden. ©er Klug nach Süden. München, 27. Mai. Rach Berich'en des zur Verfolgung des Piccardfchen Ballons entsandten Korrespondenten des Wolff-Bureaus hat der Ballon am Mittwoch nach seinem Aufstteg in Augsburg, soweit man ihn verfolgen konnte, folgenden Weg eingeschlagen: 7 Uhr Kaufbeuren, zwischen 8 und 8.30 Uhr Kempten im Allgäu. Dann wurde er in einer Reihe oberbayrischer Orte bis gegen mittag als kleine weihe Kugel gut beobachtet. Die zunehmende Bewölkung im Alpenvorland« erschwerte indessen später b.« Sicht außerordentlich Gegen 14.30 Ühr wurde der Ballon Piccard in der Gegend von Partenkirchen in außerorderttlich großer Höhe als winziger Heller Punkt, zuweilen von Zirruswolken verdeckt, in westlicher Richtung treibend, deutlich beobachtet. Hm 15.10 älhr wurde seine Stellung bei Ober- ammergaüauf 4000 Meter Höhr geschätzt. 16.4) 11 br konnte er mit dem Fernrohr in großer Höhe über dem Herzogs st and südlich des Kochelsees gesichtet werden. Kurz nach 17 Uhr trieb der Ballon genau über Partenkirchen in südlicher Richtung der Wettersteinwand zu. 18.45 Uhr war er mit seiner hell in der Sonne glänzenden Hülle deutlich über dem Wettersteinmassiv zu sehen. Er hatte indessen gewaltig an Höhe verloren, so, daß er deutlich mit freiem Auge wahrzunehmen war. 19.30 Uhr wurde Piccard im Oberinntal mit der Flugrichtung gegen das Pitztal oder das Oehtal in etwa 5000 Meter Höhe gesichtet. Seit Einbruch der Dunkelheit, gegen 21 Uhr, war der Ballon nicht mehr sichtbar. Er befand sich bereits südlich des 3nntales bei Landeck-Telfs mit vermutlicher Flugrichtunss nach Süden. Die letzten Angaben über die Höhe schwanken zwischen 3000 und 5000 Meter. Wo ist piccard abgeblieben? Mittwoch gegen 22 Llhr südlich von Meran gesichtet. Innsbruck, 28.Mai. (MTV. Funkspruch.) Der Sonderberichterstatter des „MTV." teilt mit: Zur Stunde, um 7 Uhr früh, ist das Schicksal Piccards und feines Begleiters noch vollkommen in Dunkel gehüllt. Rach der letzten Sichtmeldung um 2220 Uhr über Bozen, die aber noch von keiner Seite bestätigt worden ist, fehlt jetzt jede R a ch r l ch t. Ls ist daher nicht einmal mit Sicherheit zu sagen, ob der Ballon tatsächlich diesen Weg eingeschlagen hat, oder ob er im h i ntersten Siubbaital niedergegangen ist. von der Flughafenleitung in 3nnsjyucf, die gestern abend auf Abschüsse von Raketen Verbindung mit dem Ballon aufzunehmen versuchte, wurde uns mitgeteilt, daß diese Signale von der Ballonbesahung nicht beantwortet wurden. Die Flugwetterwarte von Innsbruck nimmt entgegen der letzten Wettermeldungen an, daß der Ballon, wenn er in der zuletzt gemeldeten Sichthöhe von etwa 3000 m geblieben ist, noch weiter südlich bzw. südöstlich, also in die Gegend von Trient, abgetrieben worden ist. Der zur Verfolgung des Fluges von Piccard entsandte Vertreter des Süddeutschen Korrespondenzbüros meldet, daß es endlich u m 8.36 Uhr möglich war, die direkte Verbindung mit Bozen und Meran zu erhalten. 3n Bozen ist die Erkundigung negativ verlaufen. Piccards Ballon ist dort nicht gesichtet worden, weiter ging das Gerücht, daß das Luftfahrzeug über Meran gefehen worden fei. Die Wetterstation Meran bestätigt auch auf Angabe, daß der Ballon gestern um 22 Uhr in fehr geringer höhe über Lana (10 km südlich von Meran) im Oehtal gesehen worden sei. 3m Gleischergebiet der Oehtaleralpen. Die letzte Nachricht von Piccard. Innsbruck, 28. Mai. (WTB. Funkspruch.) Unserem Sonderberichterstatter meldet die Gendarmeriestation von Sölden, dem höchstgelegenen Posten des Oehtales, um 9 Uhr, Piccards Ballon sei um 21 Uhr, also genau vor 12 Stunden, in etwa 5000 m höhe von Sölden aus beobachtet worden, er stand um 21.15 Uhr über Bent, so daß er bann die österreichische Grenze nach Italien über dem Röderkogel und dem Storkogel überflogen habe, die beide etwa 3000 m hoch sind. Der Ballon hat demnach also gestern abend zweifellos die Stubaieralpen überquert und ist auf italienischem Gebiet, aber In das weit gefährlichere Gletschergebiel der Oehtaler Alpen mit ihren fast 4000 m hohen Gipfeln und ihre viele Quabrau‘>2tcr umfassenden Gletscherfeldern gelangt. Seit dieser Zelt fehlt nach wie vor jede Rachrlcht. Sorge um das Schicksal piccards. Sind die Stratosphärenflieger noch am Leben? 3nnsbruck 28. Mai. (WTB. Funkspruch.) Rachdem um 8.45 Uhr früh keinerlei neue Sichtmeldungen Vorlagen, muß man Wohl annehmen, daß der Ballon entweder in den Stubaier- oder Oetztaler Alpen gelandet ist, ohne daß die Fahrer bisher die Möglichkeit hatten, ihre Landung bekanntzugeben. Oder aber, daß die Fahrer den ihnen vollkommen unbekannten Verhältnissen der Stratosphäre erlegen sind und der Ballon irgendwo treibt oder unsichtbar gelandet liegt, so daß seine Auffindung Tage beanspruchen könnte. Die Flugwetterwarte 3nnsbruck hat ebenfalls keinerlei Rachricht. Man ist hier der Meinung, daß der Ballon noch frei treibt oder in den AlpeiE verloren ist. Rach Auskunft der Flugwetterwarte herrscht am Boden Ostwind, in den verschiedenen Höhenlagen Ost- und Rordwind. Briand bleibt. DerAutzenminister fordert ein neues Votum der Kammer. Paris, 27. Mai. (WTB.) lieber den heute unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik Dou- m e r g u e abgehaltenen Ministerrat wird folgendes Communiqus ausgegeben: Außenminister Briand erstattete Bericht über die Verhandlungen der europäischen Studienkommission und des Völkerbundsrats in Genf. Der Ministerrat billigte einmütig die Haltung der französischen Delegierten. Ministerpräsident Laval ersuchte alsdann^ ' im Namen der gesamten Regierung den Außenminister, auf seinem Posten die Friedens- und Sicherheitspolitik, wie sie bisher mit mehrfach erneuter Billigung des Parlaments betrieben ©orten fei, fortzusetzen. Briand dankte seinen Kol! legen für diesen Solidaritätsbeweis und erklärte sich damit e i n v e r st a n d e n, vor das Parlament zu treten, um die in Genf getroffenen Beschlüsse darzulegen und zu vertreten. Während die oppositionelle Rechtsvresse über das Verbleiben Briands am Qual d'Orsay empört ist, kann in einigen gemäßigten Blättern eine ausgesprochene Befriedigung und Entspannung festgestellt werden. Der „Temps" erklärt u. a., daß man die Entscheidung des Ministers billigen könne. Seine Kandidatur für die Staatspräsidentschaft fei selbstverständlich ein Irrtum gewesen, da ein Staatsmann, der mitten im politischen Kampf stehe, für den überparteilichen Posten des Präsidenten der Republik ungeeignet fei. Gerade in feinem Interesse und im Interesse seiner Politik habe das Blatt Briand stets vor einem derartigen Schritt gewarnt. Erklärlicherweise kommt in der ausgesprochenen Linkspresse eine g e- Oie Wetterlage. ilren IngO- Scydisfjordy Lom Pari Wien a0= lwi - 1 1 2 — L "Stllli nambo.-’ojp 23 O PcrilrM "fenKf. 25^ O wolkenlos. O neuer, c» nait> Bedeckt ® wolkig ch oeveckl Otegtfi * Schnee ö Graupeln, b Meoel K Qewuter.(§)Uino5 tut rteeresnwrau umoertchnritD Luftdruck Wettervoraussage. Infolge der großen Hitze auf dem Festlande fällt das Barometer immer weiter, so daß die flachen Störungen von Westen her an Raum gewinnen. Da mit ihnen auch ozeanische Luft zu uns gelangt, so dürften beim Zusammentreffen der verschieden temperierten Luftwaffen Gewitterstörungen zur Aus- lösung kommen. Eine wesentliche Umgestaltung der Wetterlage findet dadurch weiter nicht statt. Aussichten für Freitag: Vorübergehende Gewitterstörungen mit leichter Abkühlung, sonst sehr wenig Aendrung der Wetterlage. Aussichten für Samstag: Teils heiter, teils bewölkt, noch einzelne Gewitterstörungen. Lufttemperaturen am 27. Mai: mittags 28,6 Grad Celsius, abends 20,1 Grad: am 28. Mai: morgens 21,1 Grad. Maximum 28,6 Grad, Minimum 14,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 an Tiefe am 27. Mai: abends 25,6 Grad; am 28. Mai: morgens 19,6 Grad. — Sonnenscheindauer 4% Stunden. Das Programm der Kanzlerreise nach Lhequers. Audienz heim König. - Zahlreiche Empfänge. - Bleibt noch Zeit zu politischen Besprechungen? London, 27. Mai. (TAD.) Dem bevorstehenden Besuch des deutschen Reichskanzlers und des deutschen Reichsaußenministers in England wird von der Öffentlichkeit mit großem Interesse «nigegengesehen. DaS Programm für die Reise, das in seinen Einzelheiten jetzt mehr oder weniger feststeht, sieht vor, daß am Freitag, dem 5. Juni, gegen 11 Uhr die Ankunft auf der „Hamburg" vor Southampton erfolgt. Der deutsche Botschafter, Freiherr von Reurath, begleitet von dem, - Legationssekretär von Halem, wird die deutschen Minister auf dem Dampfer begrüßen und mit ihnen gemeinsam auf dem Zerstörer „Winchester", den die britische Admiralität zur Verfügung gestellt hat, von der „Hamburg", die in Solent Anker werfen wird, nach Southämpton fahren. In Southampton werden der Bürgermeister der Stadt und der deutsche Konsul die deutschen Gäste begrüßen. Etwa um 15 Uhr erfolgt die Ankunft per Dahn auf dem Bahnhof Waterloo in London. Dort findet ein Empfang durch die Vertreter der britischen Regierung und Mitglieder der deutschen Botschaft in London statt. Die deutschen Minister beziehen Wohnung im Carlton-Hotel, das nahe der deutschen Botschaft gelegen ist. Um 18 Uhr findet ein Empfang der deutschen Presse auf der Botschaft statt. Um 20.30 Uhr gibt die Regierung im Foreign Office ein Bankett zu Ehren der deutschen Minister. Wie bei derartigen Banketten im Foreign Office üblich, werden keine Reden gehalten, sondern nur kurz« Trinksprüche auf den König und den Herrn Reichspräsidenten auSgebracht werden. Samstag, 6. Juni, 11 Uhr, erfolgt ein Empfang der deutschen Kolonie in London'auf der Botschaft. Am Sonntag, 7. Juni, fahren die deutschen Minister nach dem Frühstück in Chequers, bei dem auch der deutsche Botschafter und Dotschafts- rat Graf Dernstorff anwesend sein werden, etwa um 15 Uhr nach London zurück, wo um 18.30 Uhr ein Empfang der deutschen Presse auf der Botschaft stattfindet. Eine Stunde später werden die deutschen Minister im Carlton-Hotel die englische und auswärtige Presse empfangen. Der Abend bleibt als einziger frei. Am Montag, 8.3 uni, 12 Uhr. findet eine Audienz beim König im Buckingham- Palace statt. 13.15 Uhr gibt die Anglo-Ger- man-Association im Dorchester-Hotel den deutschen Gästen ein Frühstück, auf dem der Vorsitzende Lord Reading eine kurze Begrüßungsrede hält, auf die der Reichskanzler antworten wird. 16.45 Uhr findet cjn Empfang im Royal Institute for Foreign Affai- res statt, auf dem General Sir Reill Malcolm die deutschen Minister begrüßen wird. 20.30 Uhr geben der deutsche Botschafter und Frau von Reurath auf der deutschen Dotschaft ein Diner zu Ehren des Reichskanzlers und des Reichsaußenministers, auf dem u. a. der Premierminister Macdvnald. Außenminister Henderson. Schahkanzlcr Snowden und Gattin, der Lordkanzler, weitere Mitglieder der Regierung, öct Führer der konservativen Opposition Daldwin, Sir Austen Chamberlain, Lord Cecil sowie die höchsten Beamten des Foreign Office anwesend sein werden. Diesem Diner, auf dem keine Reden gehalten werden, schließt sich ein Empfang auf der deutschen Dotschaft an, zu dem ung-fähr 100 Gäste, darunter zahlreiche Mitglieder der Diplomatie, der Gesellschaft, der Presse und der Wirtschaft geladen sind. Dienstag, 9. Juni, 8.18 Uhr, erfolgt die Abfahrt von Waterloo-Station nach Southampton, wo wieder ein Fahrzeug der Admiralität die deutschen Minister nach der „Europa" führen wird, mit der sie die Heimreise antreten werden. Oie Hauptversammlung des Deutschen Lehrervereins. Frankfurt a. M., 27. Mai 1931. Rach den internen Deratungen der vergangenen Tage war die Hauptversammlung deS Deutschen Lehrervereins im überfüllten Hippodrom, eine machtvoll« Kundgebung des Lehrerstandes. Etwa 4000 Lehrer und Lehrerinnen aus allen Teilen Deutschlands waren erschienen, ebenso eine Reihe geladener Gäste. Der erste Vorsitzende, Wolff (Berlin), wies in einer längeren Begrüßungsansprache auf die. Rot der Zeit und den schweren Stand der deutschen Lehrerschaft hin. Lehrerschaft und Beamtenschaft entziehen sich nicht der Pflicht zu opfern und zu geben, was für die Allgemeinheit notwendig sei. Wir verweigern aber eine besonder- ungerechte Besteuerung, di« dazu dienen soll, das öffentliche Defizit zu decken. Rach einer sehr langen Reihe von Begrüßungsansprachen überbrachte Kultusminister Dr. Grimme die Grüße des Reichsministeriums und der preußischen Regierung. Die Verantwortung gegenüber der Zukunft unserer Jugend trägt nicht die Lehrerschaft allein, sie trägt auch die Regierung. Heute erweist derjenige der Pädagogik den schlechtesten Dienst, der nicht in seinem Wirkungskreis nach Sparmaßnahmen Ausschau hält, damit der Kelch des Staatsbankerotts an uns vorübergeht und damit so verhütet wird, daß die Kultur ihr Fundament, den Staat, verliert. Darum ist gerade dem, der die Kultur will, vberstes Gebot der Stund«, daß er dem Staat hilft, -über seine Rot hinwegzukommen. Wir brauchen Menschen, die unverbvgen hinein- ?«wachsen sind in diese Welt und ihre Wirklich- eiten, und die sich nicht damit begnügen, daß sie einfach da sind und sich hineingestellt fühlen in ihre Umwelt. Solch ein Geschlecht zu bilden ist Sinn der Arbeit jedes Lehrers, gleichviel wie die Bedingungen beschaffen sind, in deren Rahmen seine Arbeit liegt. Carl Weih, Rürnberg. sprach dann über „Die Einheit der deutschen Dildung". Die Jugend, in der heute ethische Leidenschaft und lebensbejahender, wirklichkeitsnaher Idealismus brennt, bedarf gemeinsamer Bildungsstätten, um ihren Weg in die Zukunft zu suchen. Die Einheit der Bildung soll aber auch im Schichtenaufbau des Dildungswesens zur Geltung kommen. Darum bedürfen wir der differenzierten Einheitsschule, die der kulturellen Einheit wie der natürlichen Gliederung des Volkes entspricht. Kulturpolitik des Staates darf keine Mathematik der Paritätsansprüche sein, keine Zerteilung, um jedem Machtwilligen seine geistigen Hausländeoeien zu schenken. Den Abschluß der Veranstaltung bildete eine Kundgebung der Lehrerschaft zur Lage deS deutschen Deamtentums. Rektor Dvkf's (Berlin) betonte, daß die Beamtenschaft volles Verständnis für die Krise von Wirtschaft und Staat habe. Di« Beamtenschaft habe auch ihren Anteil an den Lasten getragen. Rur verlang« sie, daß alle Stände im Staat die gliche Pflicht gleichmäßig erfüllen. Sic fordere daher A u f - leguNA der Steuerlisten, damit zu ersehen sei. welche Leistungen der einzelne für di« Gesamtheit getan habe. Schließlich erhebe die Beamtenschaft Einspruch dagegen, daß di« Kinderzulag« in Wegfall komme. Kein« Maßnahme der Regierung könnte für die Beamtenschaft unsozialer fein. Die Beamtenschaft habe die Pflicht, dem Staate zu sagen, daß hier ethisch« Werte auf dem Spiele stünden, und daß der Radikalismus in den Kreisen der Beamten sich verbreitern müsse, wenn mit diesen ungerechten Maßnahmen verfahren werde. Das Arbeitsvrogramm des Provinzialtags. Der Provinzialtag der Provinz O b « r h e s s e n . der am 6. Juni im RegierungS- aebäude zu Gießen seine diesjährige ordentlich« Tagung abhalten wird, hat sich mit folgender T a gesvrdnung zu beschäftigen: 1. Diensteinweisung und Verpflichtung eines neu in den Provinzialtag berufenen Mitgliedes. 2. Derwaltungsbericht des Provinzialausschusses der Provinz Oberhissen über den Stand der Provinzialverbandsangelegenheiten und Rechnung über die Einnahmen und Ausgaben der Provinz Oberhessen im Rechnungsjahr 1929. 3. Voranschlag über die Einnahmen und Ausgaben der Provinz Oberhessen im Rechnungsjahr 1931. 4. Antrag des Provinzialausschusses auf lieber- tragung der Provinzialstraßen teilstrecke Bad- Rauheim—Ockstadt (Homburger Straße) in Eigentum und llnterhaltung der Stadt Dad- Rauheim. 5. Rechenschaftsbericht des Provinzialausschusses über die Verwaltung des Wasserwerks Inheiden und Rechnung über die Einnahmen und Attsgaben des Wasserwerks Inheiden im Rechnungsjahr 1929. 6. Voranschlag über di« Einnahmen und Ausgaben des Wasserwerks Inheiden für das Rechnungsjahr 1931. 7. Rechnungsabschluß über die Verwaltung des lleberlandwerks Oberhessen für das Rechnungsjahr 1929. 8. Voranschlag über di« Einnahmen und Ausgaben des lleberlandwerks Oberhessen im Rechnungsjahr 1931. Nationalisierung im Genossenschaftswesen. WSR. Frankfurt a. M-, 26. Mai. In einer außerordentlichen Generalversammlung vom 11. Oktober 1930 wurde die Verschmelzung der Raiffeisen-Hauptgenossenschaft e. G. m. b. H. zu Frankfurt a. M. mit der Landwirtschaftlichen Zentralgenossenschaft e. G. m. b. H. zu Wiesbaden einstimmig mit der Firmenänderung „Landwirtschaftliche Hauptgenossenschaft e. G.m. b.H. zu Frankfurt a. M" beschlossen. Der jetzt erschienene Geschäftsbericht stellt fest, daß der Zusammenschluß der beiden Waren- zentralen Frankfurt a. M.-Wiesbaden in ben weitesten genossenschaftlichen Kreisen lebhaftes Verständnis gefunden hat. Die Ablösung der Geschäft« der ehemaligen Landwirtschaftlichen Zen- tralgenossenschaft Wiesbaden von der Landwirtschaftlichen Zentralgenossenschast Darmstadt vollzog sich in verständnisvoller llnterstühung der Verwaltung in Darmstadt in guter Weise. Die Monate Rovember/Dezember konnten dann schon zu einer guten Fühlungnahme mit den «Hernals Wiesbadener Genossenschaften benutzt werden, so daß schon zum Iahresschluh eine sichtbare Anlehnung der Genosienschasten der beiden verschmolzenen Organisationen überall festzuftcllen war. Die Raifseisen-Hauptgenossenschaft hatte bereits am Schluß des Jahres 1929 den Erfordernissen bet genossenschaftlichen Rationalisierung in weitestgehendem llmsang Rechnung getragen und die Läger Büdingen, Bad Schwalbach. Diez, Flörsheim a. M. Hungert, Langenhahn. Montabaur, llnter'.iederbach, Wetzlar stillgelegt und damit gleichzeitig den notwendige gewordenen Personalabbau.sowohl an der Zentral«, wie bei den Außenstellen mit einer erheblichen llnkostensenkung durchgeführt. Die im Betrieb verbliebenen Lager sind bei dem durchweg kleinbäuerlichen Besitz des Bezirkes zur Durchführung des Sammelwaggonver- kehrs zur Verteilung von Waren aller Art und zur Hebung des AbsohgeschästS als Stützpunkt unentbehrlich. Die Anlagewerte der fusionierten Warenanstalten erfuhren auS Mitteln, die von der Preußischen Zentralgenos- senschaftskasie und aus den vorhandenen Reserven entnommen wurden, eine erhebliche Senkung. Dies« Maßnahme war erforderlich geworden. da der größte Teil der Lagergebäuda auf fiskalischem Gelände steht und weil der derzeitige Gebrauchs- und Derkehrswert durch die wirtschaftliche Sage stark gesunken war. Die Läger Bad Schwalbach. Driedorf, Gladenbach. Hungen, Langenhahn und Wallau wurden in dem alten Geschäftsjahr abgestohen, die Verwertung weiterer Objekte konnte im neuen Jahre fortgesetzt werden. Die genossenschaftliche Rationalisierung ist mit Erfolg durchgeführt. Sie brachte Erleichterungen auf den wichtigsten Gebieten und zeigt überall den Geist des Fortschritts. Aus dem Amisverkündigungsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 38 vom 26. Mai enthält: Stand der Maul, und Klauenseuche in Hessen. — Die diesjährige ordentliche Tagung des Provinzialtags der Provinz Oberhessen. — Aufhebung der Polizeiverordnung für die Stadt Gießen, betreffend Einführung der Trichinenschau.—. Dienstnachrichten. WARUM Auf Jeder Vlm-Dose ein wertvoller Gutschein. Sammeln Sie auch die Gutscheine von Luy Seifenflocken, Sun- Hcht Seife und Sorna. Sie erhalten schöne Gaben. Die Hausfrauen In der ganzen Stadt sind sich einig — das kann man nur mit Vlm. Die kürzlich überall verteilten Probedosen haben es aufs neue bewiesen. Ob lackierte Fensterrahmen, rußiges Aluminium-Geschirr, ob Essbestecke oder hölzernes Küchengerät, eine Kleinigkeit Vlm auf feuchtem Lappen macht alles blank und rein. SPARSAM PUTZENSCHONEND PUTZEN! soffuea* "Olieub» Rssööoe* US* Sommerstoffe in billigen Preislagen Waschseide in neuen Dessins u. A vielen Qualitäten, |jöO 70u.80cm breit,von V.Z an Voile in aparten Mustern äj-a und groß. 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Mai 1931. Oie Zuckerkrankheit. Don Dr. Karl dichter. Geh. Med.-Rat, preußischer Kreis- und Gerichtsarzt i. Zfi. Wie die Gicht auf der Unfähigkeit der Körper- zellen zum vollständigen Abbau der Eiweiß- und eiweißartigen Stoffe, so beruht die Zuckerkrank- heit auf der gleichen Unfähigkeit für den Kohle- hydrateabbau, das sind die Zucker- und zuckerartigen Stoffe. Die Hauptquelle der Kohlehydrate im Körper ist die Stärke im Brot, den Kartoffeln, Mehlspeisen und Gemüsen. Nur einen kleinen Teil des Zuckers nehmen wir unmittelbar als Trauben-, Milch-, Rohr-, Fruchtzucker in Früchten und Süßspeisen auf. Wie bei der Gicht das Eiweiß nicht über die Harnsäurestufe, so kann bei der Zuckerharnruhr die Stärke nicht über die Zuckerstufe hinaus in Kohlensäure und Wasser abgebaut werden. Die Zuckerkrankheit hat verwandtschaftliche Beziehungen zur-Gicht und Fettleibigkeit und zur Aderverkalkung. Das Blut auch gesunder Menschen enthält stets etwas Traubenzucker, wir müssen also wohl etwas davon in unserem Körperhaushalte nötig haben. Werden dem gesunden Körper aber überreichliche Massen an Zucker und Süßspeisen zugeführt, so kann auch er die Aufgabe nicht mehr bewältigen, und es tritt Traubenzucker im Urin auf, der aber mit dem Nachlassen der übermäßigen Zuckerzufuhr schnell wieder verschwindet. Darauf beruht die Behandlung des Diabetes durch Diät, die immer noch die sicherste und beste bei schwereren Fällen ist, nachdem das mit vorzeitigem Jubel begrüßte Insulin den Kranken wieder die gleichen Enttäuschungen gebracht hat, wie seinerzeit das Tuberkülin und das Salvarsan. Der uralte Traum der Menschheit von den Allheilmitteln erfüllt sich nicht und wird sich niemals erfüllen. Aber das Insulin konnte diesen Traum auch gar nicht erfüllen, da es nur eine einige Ursache Les Diabetes angreift, nämlich die von der Buchspeicheldrüse ausgehende. Man stirbt weiter an der Zuckerkrankheit in der gleichen Weise wie früher. und nur die furchtbaren Fälle von Säurevergiftung, das Coma diabeticum, sind seltener geworden. Der Grnährungschemiker NagnarDerg gibt folgende Diätvorschriften für die ganze Woche: l. Tag: Hafer- und Früchtetag; 2. Tag: Gemüsetag mit 200 Gramm Fett; 3. Tag: Gemüsetag mit 75 Gramm Fett; 1 4. Tag: Hafer- und Früchtetag: 5. Tag: wie am zweiten Tage: 6. Tag: wie am dritten Tage: 7. Tag: wie am dritten Tage. Die Früchtekost ist noch besser als die Haser- kost, die man aber wegen der Abwechslung nicht ganz entbehren kann. Die nur etwas weniger erhöhte Zuckerausscheidung nach dem Genüsse süßer Früchte gleicht sich dadurch reichlich wieder aus, daß die Zuckerausscheidung danach an den Gemüsetagen stärker heruntergeht, als nach Hafertagen. Hat der Kranke bei dieser Diät sich so weit erholt, daß er ohne übermäßige Anstrengung sich fleißig im Freien bewegen kann, was auch für den rüstigen Diabetiker immer noch das allerbeste Heilmittel ist, so mag er versuchen, die strenge Diät ganz allmählich etwas zu mildern. Es ist überflüssig zu sagen, daß es leichte und schwere Fälle gibt, je nach diesem also die Dor- hersage zu stellen und die Strenge der Diät zu bemessen ist. Der Diabetes ist ebenso erblich wie alle anderen Stoffwech'elschwLchrn auch. Aber er kann auch zur Familienkrankheit werden, wo zuviel Süßes gegessen wird. Baedekers Ahnen. Oie Entwicklung des deutschen Reisehandbuches. Don Or. Paul Landau. In diesen Wochen, da mit dem jungen Frühling auch die Neisesehnsucht im Menschen rege wird und wächst, ist die beliebteste und am eifrigsten betriebene Lektüre die der Reisehandbücher. Diese uns heute unentbehrlichen Begleiter auf unseren Fahrten in allen Weltteilen, mit deren allgemeiner Einführung und vorzüglicher Ausgestaltung sich der Terlag von Karl Baedeker einen Weltruhm erworben hat, wären undenkbar vhn? die zahlreichen Borgänger, die Reisehandbücher früherer Zeiten. Der Baedeker blickt auf eine stattliche Reihe von Ahnen zurück, die ihn an Hmfang und Materiolfülle oft überbieten, an praktischer Brauchbarkeit aber soweit hinter ihm zurückbleiben wie eine Postkutsche hinter einem Auto. Die Reisemanie der römischen Kaiserzeit hatte schon eine große Anzahl von Itinerarien, die Reiserouten, genau beschrieben und Aufzählungen von allerlei Sehenswürdigkeiten enthielten, entstehen lassen. Ein äußerst schwatzhaftes, aufs Sensationelle berechnetes Reisehandbuch für Griechenland ist uns in dem Werk des Pausanias erhalten. 2m ganzen aber florierten die mündlichen Reiseführer, die an allen vielbesuchten Orten mit ihrer Gelehrsamkeit auf warteten, mehr als die schriftlichen. Als im frühen Mittelalter durch den Verfall der antiken Kultür jede Möglichkeit des Reiserrs aufhörte, war es natürlich auch mit jedem Gedanken an eine Anleitung zum Reisen vorbei. Erst die sich immer stärker regende Sehnsucht nach dem heiligen Lande, die sich in den Pilgerfahrten und Kreuzzügen äußerte, führte auch wieder zu den Anfängen einer Reifeliteratur. So sind uns aus dem 13. und 14. Jahrhundert »Unterweisungen an einen jungen Kreuzfahrer für die Reise", und »Ratschläge für eine Pilgerfahrt nach dem Orient“ erhalten, in denen der einzuschlagende Weg, die günstigste Jahreszeit, die wichtigsten Stationen, die bequemsten Transportmittel angeführt werden: man erfährt, was man sich in einzelnen Städten an Kuriositäten ansehen soll, wie man sich gegen die Mohammedaner und den Dogen von Venedig zu verhalten hat. Diele sagenhafte und phantastische Dinge treten uns hier Dank für die Mitglieder des Stadttheaters. „Wer dem Publikum dient, ist ein armes Tier. Er quält sich ab, niemand bedankt sich dafür!" An dieses Worte Goethes möchte man — so schreibt man uns — fast denken im Hinblick auf die Vorstellung am kommenden Samstag zugunsten der Mitglieder des Stadttheaters. Die wirtschaftliche Not unseres Volkes hat überall auch die Theater, vornehmlich die Stadtheater, in Krisenlagen gebracht. Dank der Einsicht von Stadtverwaltung und Stadtrat ist es möglich geworden, die Fortführung unseres Stadltheaters in der nach- sten Spielzeit sicherzustellen. Allerdings mußten am Etat starke Abstriche vorgenommen werden. Ob man dabei nicht zu weit gegangen ist, namentlich bei den Gagen der Stünftler, wird die Zukunft lehren müssen. Jedenfalls sind die Künstler, die hier bleiben, dadurch, daß das Bespielen des Kurtheaters in Bad- Nauheim wegen der Unkosten nicht mehr möglich ist, in den nun kommenden spielfreien Monaten in ihrem Einkommen stark beeinträchtigt. Die Vorstellung am Samstag soll und kann ihnen nur einen kleinen Ausgleich schaffen. Da ist es nun aber Anstandspflicht eines jeden Abonnenten und sonstigen Theaterbesuchers, für ein ausoerkaustes Haus zu sorgen, um den Künstlern, die monatelang Tag und Nacht ihre ganze Kraft darangesetzt haben, dem Publikum zu dienen, den schuldigen Dank abzustatten. Das oben zitierte Goethewort muß am Samstag van den Gießener Theaterfreunden lügengestraft werden. Mann mit zugeknöpften Taschen, Dir tut niemand was zu lieb: Hand wird nur von Hand gewaschen; Wenn du nehmen willst, so gieb! , (Goethe.) Daten für Donnerstag, 28. Mai. Sonnenaufgang 4.20 Uhr, Sonnenuntergang 20.25 Uhr. — Mondaufgang 16.50 Uhr, Monduntergang 2.26 Uhr. 1779: der Dichter Thomas Moors in Dublin geboren. Gietzcner Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 140 bis 150 Pfennig, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Weißkraut 15 bis 25, Rotkraut 25 bis 40, rote Rüben 15 bis 20, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 20 bis 25, Spargel 25 bis 50, Zwiebeln (neue) 15 bis 20, Tomaten 80 bis 100, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 35 bis 40, Rhabarber 10 bis 15, Kartoffeln 5 bis 6 (per Zentner 4 bis 5 Mk.), Aepfel (ausl.) 50 bis 60, Dörrobst 30 bis 36, Kirschen (ausl.) 70 bis 80, Nüsse 60 bis 70, Erdbeeren 200 bis 240, Aprikosen 90 bis 100, Honig 40 bis 50, junge Hähne 90 bis 100, Suppenhühner 90 bis 100 Pfennig per Pfund: Tauben 50 bis 70, Eier 8 bis 9, Salat 10 bis 20, Salatgurken 40 bis 70, Blumenkohl 40 bis 70, Lauch 5 bis 15, Rettich 20 bis 25, Sellerie 10 bis 50, Oberkohlrabi 20 bis 25 Pfennig per Stück: Radieschen 10 bis 15, gelbe Rüben (neue) 20 bis 25 Pfennig per Bund. Vornotizen. — Tageskalender für Donnerstag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Schrecken der Garnison". — Zirkus-Revue-Schau, Oswaldsgarten, 20.15 Uhr, große Sportvorstellungen. * *’ Rücksichtnahme auf öle Nachbarn! In den letzten Tagen sind uns aus allen Stadtteilen zahlreiche Beschwerden über mangelnde Rücksichtnahme von Radio- und Grammophonbesitzern auf ihre Nachbarn zugegangen. Bei dem schönen Sommerwetter ist es begreiflich, daß allenthalben die Fenster geöffnet sind, aber nicht zu billigen ist es, daß man bis tief in die Nacht hinein die Radiodarbietungen, zum Teil noch durch Lautsprecher und die Grammophonmusik den ruhebedürftigen Nachbarn in wenig rücksichtsvoller Weise zu Gehör bringt neben praktischen Erfahrungen und wirklich fördernden Mitteilungen entgegen. Die Welt der Dichtung und des Wunders überwiegt dann in den großen Reisebeschreibungen, deren Repräsentant das lange Zeit verschlungene, in viele Sprachen übersetzte Buch des nach Palästina pilgernden Ritters John Maundeville war. Viel Tatsächliches ließ sich allerdings aus der romanhaft spannenden Darstellung nicht lernen: als primitive Baedeker benutzte man schlichtere, knapp orientierende „W e g w e i s e r". Solch ein Büchlein ist handschriftlich auf der Bibliothek in Dresden erhalten: es ist 1426 von Johann Bassenheimer versaßt. Ein gedruckter Führer des 15. Jahrhunderts schließt sich an den Kreuzzug Gottfried von Bouillons an und gibt sich als „ain hübsch Traktat, wie durch Gotfrid von Pullen das gelobte landt gewonnen ist". Für die Pilger entstanden im 15. und 16. Jahrhundert ganz eingehende, jede Einzelheit genau angebende „W allfahrtsbüch er" von denen das über die beschwerliche Reise nach San Jago di Com- postella von Haebler wieder herausgegeben worden ist. Alle diese Werke enthielten jedoch nur Angaben zu Reisen nach einem bestimmten Ziel für einen bestimmten Zweck. Eine größere Verbreitung gewann das Reisen erst im Laufe des 16. Jahrhunderts, als durch die großen Entdeckungen unbekannter Weltteile der Horizont erweitert wurde. Nun entwickelte sich eine ganz neue Wissenschaft, die Apodemik, d. h. »die Anleitung, wie man auf Reisen das Nützliche mit dem Angenehmen und Bequemen verbinden könne". Die ersten Werke dieser Art, das des Italieners G rata r o l i von 1562, das den Reisenden zu Schiff und zu Wagen, zu Roh und zu Fuß Auskunft versprach, die von Pictorius und Zwinger, waren lateinisch geschrieben und nur gelehrten Kreisen verständlich. Hm 1600 sind diese lateinischen „Reisebüche r“ schon ganz eingebürgert, werden schön gedruckt und mit fein gestochenen Landkarten versehen. Es waren zumeist Auszählungen von verschiedenen, oft mehreren Hundert kurzen Reiserouten, dürftige Anhäufungen von Städtenamen und Meitenziffem: sie wurden hauptsächlich in Frankfurt a. M. und Nassau gedruckt und bald ins Deutsche übersetzt. Während sich solche Bücher an ein möglichst breites reisendes Publikum wandten und daher nur dürftige gelehrte Angaben machten, wurden anderereitss die umfänglichen lateinischen Reisebücher, die im 17. Icchrhundert sehr zahlreich und dadurch die Nachtruhe der Mitmenschen stört. Es sei besonders betont, daß nach 22 Uhr derartige rücksichtslose Belästigung der Nachbarn strafbar ist, und daß kein Radio- oder Grammophonbesitzer, der auf seine Nachbarn nicht die erforderliche Rücksicht nimmt, sich über eine Anzeige und polizeiliche Strafe für derartiges Vergehen wundern darf. Wer also gute Nachbarschaft üben und sich vor einem polizeilichen Denkzettel bewahren will, anderseits aber auf die Unterhaltungsdarbietungen nicht verzichten möchte, halte von 22 Uhr ab seine Wohnungsfenster geschlossen. ** Kongreß der Deutschen Vereinigung für Krüppelfürsorge in Gießen. Vom 9. bis 11. Oktober wird die Deutsche Vereinigung für Krüppelfürsorge ihren diesjährigen Kongreß in Gießen abhalten, zu dem eine große Anzahl hervorragender Fachgelehrter des In. und Auslandes erwartet wird. In Verbindung mit dem Kongreß wird die Einweihung der vom Hessischen Verein für Krüppelfürsorge hier unter der Bauleitung des Stadtbaurats G r a v e r t errichteten Orthopädischen Klinik stattfinden. Im Verlaufe der Tagung sollen auch zwei öffentliche Vorträge gehalten werden, und zwar einer von Geheimrat Professor Dr. Lange (München), der andere von dem Geschäftsführer des Hessischen Fürsorgevereins, Oberinspektor Lang (Darmstadt). •* E i n glückhaftes Jahr ist heuer dem Schreinermeistermeister Karl Hahn und Familie beschieden. Herr Karl Hahn konnte Anfang des Jahres feinen 75. Geburtstag und darauf fein 50. Geschastsjubiläum begehen, er feiert nun mit feiner Ehefrau Louise geb. Rabenau am Freitag dieser Woche das goldene Ehejubiläum. ** Theaterpersonalie. Man teilt uns mit: Friedrich Zingel wurde für die kommende Spielzeit als erster Väterspieler und grand utilitö an das Stadttheater Franksurt/Oder verpflichtet. " Svmmerfpielzeit des Stadt thea- ters Gießen. Man schreibt uns: Die diesjährige Sommerspielzeit des Stadttheaters Gießen steht unter dem Zeichen des Preisabbaues. Das Abonnement (6er»Karten) verbilligt sich um 33' 3 Prozent, die Einzeltagcskarten um 25 Prozent gegenüber dem Vorjahre. Aus dem Sommerprogramm stehen Gastspiele prominenter Künstler. Die Ende voriger Spielzeit eingebaute Den- tilationsanlage wird an heißen Tagen einen angenehmen, kühlen Aufenthalt gewährleisten. Die Intendanz macht nochmals auf die große Verwendungsmöglichkeit der verbilligten Abonnements- 6er-Karten aufmerksam. Sonntag, 31. Mai, erste Fremdenvorstellung der Sommerspielzeit mit der Wiederholung des erfolgreichen Lustspiels von Leo Lenz. „Ständchen bei Nacht", unter der Spielleitung von Karl Volck. In dieser Vorstellung verabschieden sich Ilse Jahn, Edu Wesener, Friedrich Zingel. Beginn 18.30 Hhr. *• Benefizvorstellung der Mi tglie- d er de s G ie tz en er S t a d 11 he a te r s. Man schreibt uns: Hm die beim Publikum bestehenden Zweifel zu beheben, wird mitgeteilt, daß das Ensemble anläßlich seiner Benefizvorstellung mit der einmaligen Aufführung des Schwankes „Luinpen- paradies" keine erhöh'.en Operettenpreise, sondern gewöhnliche Schauspielpreise festgesetzt hat. Durch diese Maßnahme soll allen Theaterfreunden Gelegenheit zum Besuch geboten werden. Außerdem sei darauf hingewiesen, daß der Beginn der Vorstellung 20.30 Hhr ist. ** Die ® eftanlage, bie nach dem Umbau im Frühjahr dieses Jahres gärtnerisch hergerichtet wurde, bietet ein freundliches Bild. Die Rasenflächen sind gut gepflegt, die kleinen verschnittenen Sträucher, die die Rasenflächen säumen, haben sich gut entwickelt, die schönen Blautannen, die in Zwischen-, räumen gepflanzt wurden, geben der Anlage eine besondere Note. Ziersträucher, die am Fuße des Bahndamms gepflanzt sind, blühen und vervoll- kommnen das Bild der Anlage. Die Sitzbänke,- die geschickt eingefügt wurden, werden gern benützt. Erfreulicherweise wurde für die Kinder ein Spielplatz mit einem Sandkasten, geschaffen, auf dem die Kinder unbehindert spielen können. ** Das Straßenbild im verlängerten Asterweg. Der verlängerte Asterweg hat in den waren und gelehrte Leser und Benutzer beanspruchten, der Tummelplatz polyhistorischer Launen unö Hngeheuerlichkeiten. Ein Mittelweg zwischen diesen pedantisch-gelehrten und nüchtern praktischen Werken muhte in deutsch geschriebenen und anschaulich belebten Darstellungen gesucht werden: ihn erprobte 1622 Heinrich Kilian Neumaier in seiner „Reise durch Welschland und Hispanien"; ihn beschritt darauf mit noch größerem Erfolg der TopographMartinZeiller, der „Baedeker des 17. Jahrhunderts". Im Jahre 1632 erschien zu Straßburg in zwei Bänden sein „Reisebuch und Beschreibung Deutschlands und angrenzender Länder", das den Ruhm beanspruchen darf, das e r st e deutscheReisehandbuch im heutigen Sinne zu sein. Andere Werke über Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien folgten. Einen Auszug aus all diesen Büchern veranstaltete Heiller 1651 in feinem nach Aeneas treuem Begleiter genannten „Fides Achates oder getreuer Reisegefährt", der die größte Verbreitung fand. Der kenntnisreiche Verfasser, der hübsch von seinen eigenen Wanderungen und Reiseerfahrungen plaudert, berichtet nicht immer als Augenzeuge; er hat vielerlei Quellen benutzt. In langen Einleitungskapiteln wurden die Geschichte, Volk, Staat und Gliederung des betreffenden Landes gründlich abgehandelt, daneben aber kommt auch der beschreibende, praktische Teil zu seinem vollen Recht. Zeillers Anordnung und Schilderung mutet hier merkwürdig modern an. Ganz wie von un- serm Baedeker werden wir in die äußerst beschwerlichen Paß- und Zollverhältnisse eingeweiht, mit öen Beförderungsmitteln bekannt gemacht, auf bestimmte Herbergen hingewiesen, in denen man gute Hnterkunft findet; ja sogar über Preise erhält man Fingerzeige. In einzelnen Kapiteln werden die größeren Reisetvuren genau durchgesprochen. Freilich, auch Zeiller war ein Sohn seiner Zeit. Wer in seinen Büchern nach Hinweisen sucht auf Schönheiten der Natur, auf heute gefeierte Kunstwerke, der wird eine bittere Enttäuschung erleben. Nach seiner Meinung kann man z. B. sämtliche Sehenswürdigkeiten Roms in vier Tagen absolvieren, wobei aber von Raffael unö Michelangelo nicht die Rede ist. W i n ck e l m a n n benutzte auf seiner Italienfahrt, die den Deutschen ein neues „gelobtes Land" erschließen sollte, noch englische Reisebücher. Aber der klassische Führer der großen Italien-Reisenden, eines Lessing und Goethe, wurde der Hamburger I. I. V o l k m a n n in seinen „historisch-kritischen Nachrichten aus Ita- letzten Wochen durch die Anlage von Grünflächen vor den beiden großen Wohnhausblocks feine Vervollständigung und begrüßenswerte Verschönerung erfahren. Es sind als Vorgärten Rasenflächen an- gesät worden, die der Straße einen frischen und freundlichen Charakter geben. Auch hinter den Häusern wurde Gärten angelegt, die den Wohnungs- inhabcrn zum Anbau überlassen sind. Die Vordächer über den Hauseingängcn wurden mit blühenden Geranien wirkungsvoll geschmückt. *• C i n weiterer neuer Münzfernsprecher. Wie in der Licher Straße, so wird zur Zeit auch an der Bahnunterführung am Oswaldsgarten ein Fernsprechautomat errichtet. Der Fernsprecher dürste in nicht allzulanger Zeit dem Verkehr übergeben werden. Als Neuerung, die sich allenthalben gut bewährt hat, sind mit der Fernsprechanlage drei Postautomaten unmittelbar verbunden, denen 15 Pf - und 8 Pf.-Marken, fv- wie 8 Pf.-Postkarten entnommen werden können. ** „Der Rosenkavalier" in Bad-Nau- heim. Unter der Mitwirkung des Kurorchesters (Generalmusikdirektor B o n g a r tz) gelangt am Sonntag, 31. Mai, 19.30 Uhr, hn Kursaal zu Bad- Nauheim die Straußsche Oper „Der Rosenkavalier" zur Aufführung. Die Kurverwaltung hat — wie man uns schreibt — für diese Aufführung erste Solisten verpflichtet. In der Rolle der Feldmarschallin gastiert Henny T r u n d t (Köln-Bayreüsh), Hubert Mertens (Köln) ist als Baron Ochs verpflichtet, Margarete Kremer-Bergan (Leipzig) als Oktavian und Mali Trümmer (Leipzig) als Sofie. — Näheres in der heutigen Anzeige. ** Di e Gasvereinigung macht im heutigen Anzeigenteil darauf aufmerksam, bei der Anschaffung von (ÖaS’Sparbrennern Vorsicht walten zu lassen, und sie empfiehlt, sich vorher von Mitgliedern der Gasvereinigung beraten zu lassen. Interessenten-feien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen. "PrüfungsabnahmefürdasT.-u. Sp.. Abzeichen. Am Sonntag, 31. Mai, 11 Uhr, findet in der Müllerschen Badeanstalt eine Prüfungsabnahme für das Turn, und Sportabzeichen — Gruppen I und V, Schwimmen — statt. Interessenten seien auf die heutige Anzeige ausmerksam gemacht. ** Wegen .Kautionsschwindeleien verhaftet. Nachdem vor einigen Tagen der wegen Kautionsschwindeleien polizeilich gesuchte angebliche Ingenieur Dr. Börner, der in Wirklichkeit der 34 Jahre alte Kaufmann Georg Oehl- schläger aus Heppenheim ist. in Heppenheim ver- haftet und dem Amtsgerichtsgefängnis in Lorsch zu- geführt worden war, hat sich nun auch fein Helfershelfer, der angebliche Ingenieur Morgel, der aber in Wirklichkeit ein Kaufmann namens Mann aus Bensheim ist, freiwillig der Behörde gestellt, von der er in das Gerichtsgefängnis in Lorsch eingeliefert wurde. ** Aufgefundene Diebesbeute. Der wegen der Gartenhauseinbrüche beiderseits der Lahn verhaftete Arbeiter Ludwig Bock aus Bergheim an bor Eder hat bei (einer Vernehmung durch die hiesige Kriminalpolizei ein umfassendes Geständnis abgelegt. Er hat die gestohlenen Sachen — darunter auch das angeblich von seinem Komplicen nach Frankfurt a. M. geschaffte Koffergrammophon«— am Hardtberg bei Cid), wohin er am Morgen nach feiner Diebesarbeit gefahren war, vergraben. Bei einer polizeilichen Nachsuchung unter Zuhilfenahme eines Polizeihundes wurden die Sachen aufgefunden und sichergestellt. Damit haben die Diebstähle zum großen Teil ihre Aufklärung gefunden. Der Ein- brecher wurde in das Gerichtsgefängnis übergeführt. Srieffoffen der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) A. G. in V. Wenden Sie sich an das Zentralnach- weiseamt für Kriegerverluste und Kriegergräber in Spandau, Schmidt-Knobelsdorffstraße 1/10. Sprechstunden der Redaktion. 11-30 bis 12.33 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samslag nachmittag geschlossen. .Tüc unverlangt eingefandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. lien" (1770), einem inhaltsreichen, übersichtlichen Werke, das freilich vielen Reisenden von heut zu gelehrt erscheinen dürste, in dem aber schon die Begeisterung für die Herrlichkeiten der Kunst gluljt. Nur für die Schönheiten der italienischen Natur hatte der Freund Winckelmanns noch kein Auge. Die Wunder der Natur wurden erst durch eine Reihe von Reisehandbüchern entdeckt, die sich mit einer Gegend beschäftigten, der sich ganz allmählich die Neigung zuzuwenden begann und der heute die höchste Liebe gilt: der Schweiz. Das Musterhandbuch für die Schweizer Reisen vor Baedeker war I. C. Ebels 1793 zuerst erschienene „Anleitung, die Schweiz zu bereisen". Nicht so ausführlich wie der vierbändige „Ebel", aber nicht minder beliebt und über ganz Europa verbreitet waren die Reisehandbücher des Gothaer Geheimen Kriegsrats H. A. O. Reichard, eines viel gereisten und noch mehr belesenen Mannes. Reichards Beispiel ahmte der Londoner Buchhändler John Murray nach, als er seine „roten Bücher" herausgab, die seitdem mit dem Bilde des reisenden Engländers verknüpft sind. Seine „Handbooks for travellers“ bringen alles, was die Apodemik von Zeiller bis Reichard den Reisenden vorgesetzt; sie stellen jedoch noch ein anderes Ideal auf, unbedingteste Zuverlässigkeit, die sich nur auf die sichersten Gewährsmänner verläßt. Karl Baedeker aber, der auf Murray weiterbaute, steckte sich sein Ziel noch höher: er wollte alles mit eigenen Augen sehen! So waren denn feine Handbücher, die sich zunächst im strohgelben Gewände präsentierten, noch exakter und glaubwürdiger als dw englischen. Was die Reklame von Murray sagte: „Don Petersburg bis Sevilla, von Ostende bis Konstantinopel erblaßt jeder Gasthosbesitzer bei dem Namen Murray!" — das traf und trifft für Baedeker wirklich zu. Lochschulnacbrichten. Der an der Universität Berlin neuerrichtete Lehrstuhl für römisches und bürgerliches Recht ist dem ordentlichen Professor Dr. Hans Lewa Id in Frankfurt a. M. angeboten worden. Lewald folgte 1911 einem Rufe als Ordinarius an die Uni- oerfität Lausanne, kam später nach Frankfurt, 1920 nach Köln und kehrte 1922 nach Frankfurt zurück. Hier hatte er einen Lehrauftrag für römisches und bürgerliches Recht, Rechtsvergleichung und nationales Privcttrecht. Einen Ruf nach Heidelberg als Nachfolger Endemanns hat Lewald abgelehnt. Gaulag der Kaufmannsgehilfen im DHV. 3n Hersfeld fand der alle zwei Jahre wie- derkehrende ©autag des Deutschnationa- lenHandlungsaehilfen-Derbandes. Gau Main-Weser statt. Mehrere hundert Vertreter aus den rund 100 Ortsgruppen des Gaues kamen zusammen. Gauvvrsteher Auerbach (Frankfurt a. M.). der die Tagung leitete, wies auf die in diesen Zeiten besonders wertvolle und notwendige geschlossene geistige Haltung des DHV. hin. Er sprach den Ortsgruppen den Dank aus für die geleistete Arbeit. Aus dem Jahresbericht geht hervor, daß von den 22 000 Mitgliedern des Gaues 2300 in öffentlichen Ehrenämtern tätig sind. Seit dem letzten Gautag 1929 ist die Mitgliederzahl um 18 Prozent gestiegen. Die Zahl der eigenen Heime konnte auf 24 mit 70 Räumen vermehrt werden. Der Rechtsschutz gab über 20 000 Auskünfte und vertrat 840 Klagen. Die Summe der erstrittenen Gelder beläuft sich auf 465 000 Mark. Auf dem Gebiete der Jugend- und Dildungsarbeit wurde Beachtliches geleistet. Die Aussprache zu dem Jahresbericht zeugte von lebhafter Anteilnahme an den Aufgaben des Verbandes. Rach Bekanntgabe zahlreicher Grüße und Telegramme berichtet der Gaurechner über die Finanzen, die ein erfreuliches Bild zeigen. Dem Vorstand wurde einmütig Entlastung erteilt. Ebenso einmütig wurde der bisherige Gauvorstand und die für den nächsten Derbandstag vorgeschlagenen 18 Abgeordneten gewählt. Es folgte sodann eine bei Großorganisationen seltene Feststellung: es lagen keinerlei Anträge vor. Mainz wurde als nächster Tagungsort gewählt. Eine Anzahl Sondertagungen der Jugendsührer, Bildungsobleute, Zahlstellenleiter, der reisenden Kaufleute usw. dienten der Beratung der Spezial- aufgaben. Auf der Tagung der reisenden Kaufleute im DHV. sprach der Bundesgeschäftsführer Menzel (Berlins über die Arbeiten für diesen besonders wichtigen Zweig der Kaufmannsgehilfenarbeit. Er behandelte u. a. die für die reisenden Kaufleute wichtige geplante Reuerung der Reichsbahn, die mit der Einführung von Retzkarten geschaffen werden soll. Ueber Weg und Wille des DHV. unterrichtete besonders eindrucksvoll der 16. Kaufm anns- gehilfentag, der rn der großen Turnhalle stattfand und durch den stellvertretenden Gauvorsteher Hirsch (Gießen) geleitet wurde. Dr. Kandeler (Frankfurt a M.) sprach über das Thema „Reue Wege der Sozialpolitik" und be- handelte das ebenso schwierige, wie umfangreiche Gebiet in klaren Ausführungen und mit großer Sachkenntnis, wobei er die Tätigkeit des DHV. auf diesem Gebiete klar herausstellte. Gauvorsteher Auerbach behandelte das Thema „Wert und Leistung unseres Standes" und umrih im Rahmen seines Vortrags die sich für den DHV. ergebenden Aufgaben. Beiden Vorträgen, die mehrfach von Zustimmungsrufen unterbrochen wurden, ist lebhafter Beifall gezollt worden. Das DHD.-Derwaltungsmitglied Drost (Hamburgs faßte in einem eindrucksvollen Schlußwort das Ergebnis der Tagung zusammen. Er führte aus: Die Eigenart des Verbandes, sich nur auf den Berufsstand der männlichen Kaufmannsgehilfen zu beschränken, unterscheidet ihn von allen übrigen Organisationen und gibt ihm die Kraft, auch die letzten Röte des Berufsstandes zu beheben. Der DHV. will den ganzen Menschen er- fassen, ihn zu beruflicher Höchstleistung erziehen und den ganzen Stand eingliedern in die großen Ausgaben des deutschen Volkes. Der DHV. glaubt an Deutschlands Zukunft. Die vielfach vertretene Theorie, daß die Wirtschaft Deutschlands Schicksal ist, muh abgelehnt werden. Deutschlands Schicksal ist auf geistig-seelischem Gebiet zu suchen. Der DHV. will nicht der ganzen Welt dienen und sie beglücken, etwa im paneuropäischen Sinne, sondern seine Arbeit gilt dem deutschen Volk. Sein Streben gehe nach neuer Ordnung der Dinge zu einer stärkeren Verbundenheit derer aller, die zum deutschen Volk gehören, zu einer wahren und wirklichen Volksgemeinschaft. Erstrebt werden muß, die Zusammenfassung der Stämme und Stände zu einem neuen Deutschland. Der Erreichung dieses Zieles dient der DHV. in all seinem Tun und Handeln in voller Hingabe. Die von seltener Einmütigkeit zeugende Tagung, die mit einem vom DHV.-Männerchor Kassel dargebotenen Lied eingeleitet war, endete mit dem gemeinsam gesungenen Deutschland-Lied. — An der Tagung nahmen über 30 Gießener DHDer teil. Wirtschaft. * Erhöhung des Prioatdiskontsatzes. Der Privatdiskontsatz wurde für beide Sichten um je ein Achtel auf 4| v. $). erhöht. * D ie Odenwälder Hartstein-Indu- st r i e AG., D a r m st a d t, berichtet für 1930 von Absatzstockungen, die die Gesellschaft zur Stillegung der Betriebe zwangen. Es wurde ein verminderter Reingewinn von (in Millionen Mark) 0,07 (0,16) erzielt. Derwaltungsunkosten erforderten 0,33 (0,39), Steuern 0,14 (0,19) und Abschreibungen 0,19 (0,20). Die Dividende soll von 8 auf 5 v. H. reduziert roerbeit. Frankfurter Börse. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Frankfurt a. M 28. Mai. Tendenz: schwach.— Die gestrigen starken Abschwächungen an der Neu- yorker Börse und die Schwierigkeiten wegen der Sanierung der Oesterreichischen Kreditanstalt haben die Börse abermals verstimmt. Die Spekulation schritt zu Blankvab gaben, auch beobachtete man Glattstellungen zu Geldbeschaffungszwecken im Hinblick auf den morgigen Zahltag. Das heraus- kommende Material fand nur schwache Auf- nahmelust. Gegen die gestrige Abendbörse ergaben sich Kurseinbußen von 1 bis 3 v. H., nachdem noch an der Borbörse schwächere Kurse zu hören waren. Am Chemiemarkt verloren IG.-Farben 2 vH.. Elektrowerte gingen durchweg um 1,5 bis 2 v. $). zurück. Kaliwerte etwas stärker gedrückt, wobei die Meldung von einer Betriebseinschränkung bei Aschersleben wegen Absatzschwierigkeiten besonders verstimmte. Schwächer eröffneten ferner Karstadt, Salzdetfurth, '21 tu, Zellstoff Waldhof, Holz- mann und Schiffahrtsaktien, die bis 2 v. 5). ein= büßten. Auch Bankaktien erneut bis 1 v. S). schwacher. Am Anleihemarkt gaben deutsche und ausländische Renten weiter nach. Pfandbriefe erneut angeboten und allgemein schwächer. Reichsschuldbuchforderungen bis 1 v. j). niedriger. Im weiteren Verlaufe war die Börse ziemlich schwach und geschäftslos. Rach einer weiteren Abschwächung um erneut 1 o. H. konnten sich die Kurse wieder leicht erholen. Man beobachtete etwas Marktfürsorge der Banken, trotzdem lagen die Werte noch unter dem Anfangsniveau. Gegen Schluß der Börse nahm die Spekulation weitere Deckungen vor, so daß sich die Kurse um etwa 1 bis 2 v. H. befestigen konnten. Arn Geldmarkt wurde der Satz auf 4,5 v. H. erhöht. Am Devisenmarkt lag Spanien sehr schwach. Man nannte Mark gegen Dollar 4,2105, gegen Pfund 20,48, London gegen Kabel 4,8640, gegen Paris 124,26, gegen Mailand 92,92, gegen Madrid 52,50, gegen Schweiz 25,1650, gegen Holland 12,0950. Berliner Börse. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 28.Mai. Zur Erstnotierung der heutigen Börse lag wieder ziemlich st a r k e s An- gebot vor, das nur zögernd aufgenommen wurde und daher allgernein Kursrückgänge von 1 b i s 3 v. H. zur Folge hatte. Man verwies auf die schwache gestrige Neuyorker Börse und vor allem auf die weiter ungeklärte Situation bei der Oesterreichischen Kreditanstalt. Chadeaktien verloren im Zusammenhang mit den neuen starken Abschwächungen der Valuta 12,50 Mark, Österreichische Kredit- anstatt wurden mit 11,5 nach 13 taxiert. Am Farbenmarkt hatte die gestrige Meldung über notwendige Arbeiterentlassungen beim Oppauer Werk starkes Angebot zur Folge, und die Kurse gingen um 3 v. H. zurück. Sonst waren noch Polyphon mit minus 5 v. H. und Kunstseidewerte, die trotz der Hoffnungen auf ein baldiges Zustandekommen der Konvention 4 v. H. verloren, zu nennen. Anleihen behauptet, von Ausländern Oesterreichischc Gold zunächst minu« minus, dann später 2 v. H. schwächer. Pfandbriefe weiter angeboten und etwas schwächer. Reichsbahnschuldbuchforderungen flau und 1 v. H. niedriger. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 5 bis 7 o. H. gefragt. Im Verlaufe traten nach den Anfangsverlusten kleine Erholungen bis 1 v. H. ein, wobei die Banken etwas intervenierten. Die Umsatztätigkeit war äußerst gering. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 28. Mai. Auftrieb: 52 Rinder, 467 Kalber, 54 Schafe, 628 Schweine. Es wur- den notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 59 bis 64 Mark, mittlere Mast- und Saugkälber 53 bis 58 Mark, geringe Kälber 40 bis 52 Mark. — Marktverlauf: Kälber und Schafe anfangs mittelmäßig, zum Schluß stark abflauend, geräumt. Schweine ruhig, ausverkauft. Berliner Produktenmarkt. Berlin, 27. Mai. Das Geschäft an der Produktenbörse bleibt schleppend, und die älmsatztätig- keit beschränkt sich in der Hauptsache auf den handelsrechtlichen Lieferungsmarkt, an dem Marrog- gen eine Sonderbewegung zu verzeichnen hatte, und unter Deckungen um 4 Mark anzog. Die späteren Sichten waren nur wenig verändert. Weizen setzte angesichts der günstigen Witterungsverhältnisse in der Septembersicht 1,50 Mark schwächer ein. Brotgetreide neuer Ernte war zu unveränderten Preisen ausreichend angeboten, die Käufer halten aber mit Anschaffungen zurück. Auch prompte Ware findet infolge des schleppenden Mehlgeschäfts kaum Unterkunft. Das Preisniveau war kaum verändert. Weizen- und Roggenmehle in unveränderter Marktlage. Hafer ist ausreichend Offeriert und bei Zurückhaltung der Käufer nicht immer behauptet. Gerste ruhig. Oberheffen. Miiielstandsproiest in Alsfeld. M Alsfeld, 26. Mai. Hier fand im großen Saale des „Deutschen Hauses" eine Kundgebung gegen die Lieber la stung des Grund-undHausbesitzes mit Steuern statt, die von den wirtschaftlichen Verbänden der Stadt Alsfeld veranstaltet worden war. Die Kundgebung war sehr gut besucht. Als erster Redner sprach Steuerberater Modrow, Alsfeld, über „Erläuterungen zu dem neuen staatlichen Steuerbescheid". Den Hauptvortrag hielt alsdann Syndikus Weiser, Offenbach. Er kritisierte in scharfen Worten die im Dezember vorigen Jahres vom Hessischen Landtag beschlossene untragbare Erhöhung der Grund- und Sondergebäudesteuer, die in einer Zeit erfolgt sei, in der die Reichsregierung eine Senkung der Realsteuern proklamiert habe. Es handele sich hier nicht um Proteste einzelner gegen die ungeheuerliche Steuererhöhung des hessischen Staates, sondern die Empörung wachse aus dem Volke heraus. Beide Redner fanden großen Beifall. Die Versammlung nahm einsttmmig folgende Entschließung an: Landkreis Gießen. * Heuchelheim, 26. Mai. Den Mitgliedern der Freiwilligen FeuerwehrHeuchel- heim, Heinrich Rinn X. und Karl Hahn, überreichte Kreisfeuerwehrinspektor St do r e, Gießen, im Auftrage der Regierung für 40jäh- rige, und Ludwig Sack VI. für 25jährigeDienstzeit die üblichen Ehrenzeichen. k Heuchelheim, 26. Mai. Der hiesige Gewerbeverein hielt eine gutbesuchte Versammlung ab. Zunächst sprach Geschäftsführer Kirchner, Gießen, über die Ursachen und die Entwicklung der heutigen Wirtschaftskrise, sowie Über ihre Auswirkung auf das Handwerk. Im Zusammenhang mit diesem Referat wurden dann noch Fragen der Preisbildung, der Besteuerung der Filialen, sowie Kalkulations-, Buchführungsund Steuerangelegenheiten besprochen. Auch die Frage der Spezialisierung der Handwerksbetriebe und der Arbeitsbeschassung auf genossenschaftlicher Grundlage wurde eingehend erörtert. t Trais a. d. Lumda, 27. Mai. Im Jahre 1930 wurden dahier getauft 33 Kinder (gegen 25 im Vorjahr), konfirmiert 19 (17); getraut wurden 18 Paare (11), beerdigt 15 Personen (21). An freiwilligen Gaben gingen durch das Pfarramt ein 1806 Mark. — Die Bohrung nachTrinkwasfer im Weihergelände hat einen sehr guten Erfolg gehabt, so daß die Arbeiten zur Erbauung der elektrischen Pumpstation in Angriff genommen werden konnten. X Allendorf a. d. Lahn, 26. Mai. Die seit Jahren stillgelegte Zigarrenfabrik Rinn & Cloos hat ihren Betrieb wieder eröffnet, so daß eine größere Anzahl Arbeiter und Arbeiterinnen eingestellt werden konnten. — Die überaus reiche Baumblüte der in unserer Gemarkung als vorzüglich bekannten Obstsorten verspricht einen guten Ansatz und läßt einen ansprechenden Ertrag erhoffen. Das Wintergetreide steht vielfach sehr lückenhaft, so daß teilweise ein Rachsäen von Gerste und Hafer erfolgen mußt«. * ©rüningen, 28. Mai. Missionsfreunde feiert auf das am Sonntag, 31. Mai, ab 13.30 Uhr (nach Ankunft des Autobus 13.07 Uhr ab Gießen) stattfindende Missionsfest in Grün in gen hin- geroiefen. Man beachte die heutige Anzeige. cif Langsdorf, 26. Mai. Da zur bevor- tehenden Bürgermei st erwähl kein Gegenkandidat aufgesteUt wurde, gilt der seitherige Bürgermeister Hermann Kneipp II. als wiedergewählt, womit ihm das beste Zeugnis für seine bisherige Amtsführung ausgestellt sein dürste. — Am zweiten Psingstfeiertag fand hier erstmalig die nochmalige Konfirmation derjenigen Leute statt, die vor 50 Jahren, am 5. Juni 1881, im hiesigen Gotteshause konfirmiert worden waren. Cs leben noch fünf Männer und vier Frauen, drei Altersgenossen sind schon verstorben. Einer der Jubilar«, der auswärts wohnt, war am Erscheinen verhindert, so daß für acht Personen diese Feier veranstaltet wurde, die mit dem gemeinsamen Abendmahl ihren weihevollen Abschluß nahm. Kreis Büdingen. △ Blofeld, 26. Mai. Im verflossenen Winter wurden in den umliegenden Wäldern Polizeijagden auf Wildschweine abgehalten und zehn Tiere zur Strecke gebracht, darunter ein Keiler von über 2 Zentner.-Der Schaden, den die Sauen in den Feldern der älmgegend an» richterc, ist jedoch noch immer bedeutend, so daß im Laufe des nächsten Winters dieselben jagdlichen Maßnahmen ergriffen werden müssen. Kreis Schotten. # Freienseen. 26. Mai. Trotz aller wirtschaftlicher Rot herrscht in unserer Gemeinde eine rege Bautätigkeit. Reben einigen größeren Reparaturen werden zur Zeit ein Wohnhaus, eine Scheune mit Stallungen und eine Wagnerwerkstatt erbaut. Die Gemeinde beabsichtigt, im Herbst mit .dem Dau einer Försterwohnung zu beginnen. Amtsgericht Gießen. Dem Strafrichter ist es, namentlich im Privat- und Widerklageverfahren, unbenommen, wenn eine Beleidigung auf der Stelle erwidert wird, beide Beleidigten oder einen derselben, trotzdem er sie schuldig findet, für straffrei zu erklären, ohne daß aber dadurch die Verurteilung eines oder beider Teile in die Kosten ausgeschlossen wird. Ein derartiger Fall lag bei zwei Autovermietern vor, die sich an einer Autohaltestella gelegentlich einer beruflichen Auseinandersetzung wechselseitig — ein Zeuge meinte, sie hätten sich beide gegenseitig nicht gerade mit Kosenamen bedacht — beleidigt und Privatklage bzw. Widerklage gegeneinander erhoben hatten. Beide wurden zwar für schuldig erkannt, auf Grund der eingangs erwähnten Gesehesstelle aber für straffrei erklärt. Jede Partei hat ihre eigenen und di« Gerichtskosten zur Hälfte zu tragen. Zwischen zwei Rachbarorten begegnete nachts ein heimwärts strebender Radfahrer zwei anscheinend angetrunkenen Fußgängern, die aus reiner Rauflust Händel mit ihm anfingen. Sie reizten ihn zunächst durch allerlei Redensarten und machten ihm bei seinem Vorbeifahren Schwierigkeiten, so daß er sich schließlich zum Absteigen genötigt sah. Dies war für beide Angeklagten das Signal, tätlich vorzugehen. Der eine versetzte ihm einen Schlag ins Gesicht, der andere warf ihn zu Boden, und beide bearbeiteten if)n,_ nachdem er wieder ausgestanden war, mit Fäusten. Als dem jüngeren der beiden Angeklagten be- dLittet wurde, die Sache werde ihm teuer zu stehen kommen, schien er sich nichts daraus zu machen; er erwiderte lakonisch, dem anderen nähme niemand mehr die Schläge ab. Die beiden Angeklagten erhielten je nach dem Grade ihrer Beteiligung erhebliche Geld st rasen. Letzte Nachrichten. piccards Ballon in Südtirol aufgefunden. (TU.Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Der Ballon Piccard ist im Lchmalsertal niedergegangen. (Das Schmalferlal erstreckt sich vom Dintschgau östlich von Meran bis zum Dentaler fiamm hinauf.) Einzelheiten über den Niedergang, insbesondere auch über den Zustand der Besatzung des Ballons können vorerst noch nicht gegeben werden. Eine Kommission aus München ist in Kraftwagen unterwegs. Nach anderen Meldungen sollen die beiden Insassen des Ballons bewußtlos ausgefunden worden sein. Banknoten. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 o. H.» Lombardzinsfuß 6 o. H. Frankfurt a. 201.1 Berlin Frankfurt a. 2)1. | Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schluß« hird 1-Uhr« Äurd Schluß-! Anfang» kurs flurd Schluß» hir< 1-Uhr- | Kurs | Schluß« kurs Anfang- Kurs Schluß« kurs l«Uhr« Kurs Schluß« kurs anfang« Kurs Datum 27.5. 28.5. 27.5. 28.5. Datum | 27.5. 28.5. 27.5. 28.5. Datum 27.5. 28.5. 27.5. 28.5. 6% Deutsche Reichkr-nleihe von 1927 ........ • 7% Deutsche Reichsanleihe von 1929 .......... Deutsche Ant.«AblüI^Schuld mtt UuSlos^Rechlen....... Detgl. ohne Autlos.-Rechte . . . 8% He«. BoUSNaat von 1929 (tüdgahlb. 102%)...... Oberhessen Provinz - Anleihe mit AuSios.-Rechten....... Deullche 0o mm. Sammel ab l. Anleihe Serie 1....... 8% Frankl. Hvp.«Bank Goldpfe XIII unlünbbat bl« 1934 . . . 7% Franks. Hyp^Bank Boldple unkündbar bl» 2932 ..... t%% Rheinische Hyp.-Bank Ltqu. Goldpse......... 8% Pr. Landerpkandbriesanslalt, Pfandbriefe N.l»...... 8% Pr. L«ndespsandbriesanstaU, Komm.-Lbl. R. 20...... 7% Pr. LandedplandbriesauNaU, Pfandbriefe R. N...... A E G. abg. VorlriegS-Obligatio- nen, rückzahlbar 1932 ..... 4% Oesterretchische Goldrentr . . 4,20% Ocslerrelchtfche Silberrente 1% Oesterreichifche Einheitliche Rente........... 4% Ungartidje Goldrente . . . . 4% Ungarifche Staatsrente v. 1910 ty*% betgl. von 1918..... 4% Ungarifche Kronenrente . . - 4% Türtlfche Zollanleihe von 1911 4% Türlilche Bagdadbahn-Anl Serie I........... 4% desgl. Serie 11....... 5% Rumänisch» vereint). Reute von 1903 .......... 4H% Rumänische veretnh. Rente von 1913 .......... 4% Rumänische veretnh. Reute 84,25 99 53,65 4,45 94 53 51,5 101,25 97,5 89,75 100,5 96,25 20,25 17 14,75 3,25 J, 25 3,25 7,4 14,25 5,3 | | ■** | | | | | | I 1 I 1 1 II lllll™ll 1 13 £ II S 1 1 IS 1 II 1____1 1 1 1 1 to 1 £ inSi <0 s 15t 1 “s «1 l€si 11 1 1 1 1 1 l 1 1 1 1 «S 1 1 Hamburg-Amerika 'ßalei ... 7 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 8 Hansa Dampffchlsf.....10 Norddeutscher Lloyd.....8 Allgemeine DeutfcheCredttanft. 10 Banner Bankverein .... 10 Berliner Handelsgesellschaft . 12 Commerz, und Privat-Bank. 11 Darmstädter und Nationalbank 12 Deutlche Bank und Dt-conto-GeleUfchast, ... 10 Dresdner Bank......10 RetchSbant........12 A.E.B.......... . 8 Bergmann.........9 Elektr. LleferungSgefellfchast. 10 Licht und Kraft......10 Felten & Guilleaume ... 7% Gcfellfchafl für Elektrifche Unternehmungen .... lu Hamburger ElektrizttätS-Werke 10 SIbcinifche Elektrizität .... 9 Cchlelifche Elektrizität. ... 10 Schuckert L Eo.......11 Siemens L Halske.....16 TranSradw ......... 8 1'abmeyerLCo.......10 Buderus..... • • • • 5 Deutsche Erdöl ....... 6 Essener Steinkohle ...... t Gellenktrcheuer ....... 1 Harpener..... 0 Hoefch Eilen........6% File Bergbau.......10 «löctnenverke ........ 7 Köln-Neuefseu........ ' Manneümann-RShre» .... 7 ManSseider Bergbau . .... 7 Oberschief. Lifenbedars . . . . Oderschlei. Koltwerke. . . . . Phönix Bergbau. ..... 8^ Rheinische Braunkohl« . . IC Rheinstahl......... I Riebeck Montan......7,1 49 50 101,25 118 101 101 131,75 86,5 98 97 70,5 91 90 108,5 137,5 104 38 59 64 50,5 145 47,5 62,5 30 43,5 137,75 62,75 | |j | | |] St2 LI 1 52 1 1 8 1 1 1 1 । । । । । । । । • S 1 1 1 1 1 S 1 49,25 88,25 70,5 50 106,5 101,25 118 101 101 131,13 £6,75 64 98,25 96,75 70,25 91,75 90,5 109 138,4 105,25 38 58,75 63 51,25 48 145,25 48,9 52 63,25 30,4 64 43,5 137,5 62,5 48,25 86,13 69 48,5 105,25 101 117 101 100,75 1 128,5 84,5 72 96,5 95,5 68 90,65 90,13 106,5 134 57,5 62 45,75 143 45,75 50,65 62,25 30 62,5 43,13 135 62,5 L £ ß L fi i G (5 ff T 5 c 8 eretnlgte Stahlwerke..... tavt Minen......IS'/. allroede Aschersleben ... 10 allroede Westeregeln ... 10 aliwerke Salzdetfurth ... 15 . G. Farben-Inbustrte. . . 12 )Qnamit Nobel...... . 6 -cheideanstalt........ 9 ütgerswerke........6 iretallgelelllchast.......8 ZHUipp HoUmann ...... 7 ementwerk Heidelberg . . 10 ementwerk Karlstadt. ... 10 Laub & Rteötaa......8 schultheis Patzenhofer . . 15 .............. Semberg......... " Zellstoff Waldbof .... IS'/, Zellstoff Aschaffenburg ... 12 charlottenburger Waffe» ... 8 seffauer (Sa6........8 Daimler Motoren 0 Deutsche Linoleum ...... Maschinenbau A.-V. ..... C Rat Automobil.......O Dtenfieln & Koppel.....6 iZeonhard Tietz ...... 10 Lventka....... . . . frankfurter Mafchto« .... 4 Nriyner...... 6 XQligenftaebt .......0 lungqam....... . . 6 Lechwerte..........8 viainkroftwerke Höchst 0.3JL. . 8 Miag...........10 Bebr. Roeder.......10 Botgt & Haeffner ...... 9 Süddeutsche Zucker .... 10 44 21 118 121 175,5 127,25 118 37,75 45 60 69,5 53,65 23 56 68 70 65 22,5 60^5 92 224 29,5 114,25 = [|||[|||| | I I | I I I 1 1 1 5 1 S 1 1 IMS 1 1 1 £ 1 1 1 1 44 21 119,75 121,5 176,5 127,75 38 45,5 59 70 23 123,5 57,75 67,5 69,25 106 22,25 61 38,5 91,75 225 28,5 113,25 44,5 20,25 116,5 171,25 125 36,5 45,75 59 120,5 54,5 65,5 67,5 103,75 22 58,5 37 89,25 223,5 109 Berlin, 27. Mal Geld (Tfmpri,nntlrhf1 ...... 4.196 4,216 58,43 58,67 112,31 112,75 Englische Noten........ 20,42 20,50 Französische Noten....... 16,435 16,495 Holländische Noten....... 168,86 169,54 Italienische Noten........ 22,00 22,08 Norwegische Noten....... 1'2,33 112,77 Deutsch-Oesterreich, i 100 Schilling 59,03 59,27 Rumänische Noten....... 2,475 2,495 Schwedische Noten....... 112,45 112,89 Schweizer Noten ........ 81,21 81,53 Epanifche Noten........ 40,47 40,63 Tschechoslowakische Noten. .... 19 43 12,49 pngarllche Noten ....... Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. 27. Mai 28.Mal Amtliche Geld Notierung Bries Amlliche Geld Notierung Briel Amst.«Rott. 169,08 169,42 163,15 168,49 Buen.-AireS 1,271 1,275 1,54 1,58 58,54 58,66 58,575 58,695 Cbristranta. 112,62 112,84 112,62 112,74 Kovenbagen 112,62 112,84 112,63 112,85 Stockholm . 112,75 112,97 112,76 112,98 HelsmgforS. Atal,cn. . . 10,558 10.560 10,584 10,604 22,02 22,06 22,015 22.055 London - .. 20,456 20,496 20,46 20,50 Neuvork . . 4,2065 4,2145 4,2065 4,2145 Paris.... 16,459 16,499 16,46 16,50 Schweiz ». 81,29 81,45 81,30 81,46 Spanten . . 40,91 40,99 38,91 38,99 Japan . - - «io de Fan. Wien in D.« 2,079 2,083 0,283 2,076 2,083 0,281 0,282 0,284 Oest. abgeft 59,13 59,25 59,105 59,225 Prag . . . Belgrad . . 12,462 12,482 12,461 12,481 7,423 7,437 7,323 7,434 Budapert. . 73,31 73,45 73,31 73,45 Bulgarien . 3,051 3,057 3,041 3,047 Lissabon . . 18,90 18,94 18,91 18,95 Danzig. . . 81,795 81,955 81,92 81,98 Konstantin. 1,784 1,789 1,784 1.789 Athen. . 5,451 5,461 5,452 5,462 Lanada . . 4,204 4,212 4,204 4,212 Urnaua». 2,396 2,402 2,298 2,302 Latrv . . 20,975 21,015 20,98 21,02 Gießener Jugendgericht. 3n der jüngsten Sitzung des Jugendgericht- wirkten DfL. Wetzlar, 40,20 Meter; 3. ASC. Köln, 39,20 Meter; 4. Mohl, VfB. 08 Giehen, 36,38 Meter. Beim Stabhochsprung hatte Steine-, VfB. 08 Gießen, der für 3,50 Meter gut ist, insofern Pech, als bei einer Höhe von 3 Meter die Sprungstange brach. Die Auslosung der Plätze ergab: 1. Best, VfL. Wetzlar; 2- Steines, VfB. 08 Gießen; 3. Trehber, Sp.-V. Wiesbaden. 3m Dreikampf der Klasse II errang Steines den 3. Sieg. 3n der Klasse III startete Simon über 1000 GHeter. Zu diesem Rennen traten 14 Läufer an, es wurde das interessanteste des Tages. Der DfD.er vermochte sich bei stärkster Konkurrenz zu halten. Er wurde 3 Meter vor dem Zim durch den Kölner Rolstein knapp geschlagen. Aber auch der 2. Platz ist für den jungen DfD.er recht ehrenvoll. 1. Rolstein. ASC. Köln, 2,57; 2. Simon, VfB. 08 Giehen, 2,57:5; 3 Dar- wick, Frankfurt a. GH., 2,8:6; 4. Glagvw, 1900 Giehen. 3n der 3X1000-Meter-Staffel und den 100 Meter Klasse III konnten sich die DfD.er nicht placieren. Das Kugelstoßen der Klasse III brachte Ueberraschungen und gute Leistungen. Gugel konnte sein Können auch hier unter Beweis stellen und die 13-Meter-Grenffe erreichen. 1. Gugel, VfD. 08 Giehen, 13,35 Meter; 2. Kilo, VfL. Wetzlar, 12,54 GHeter; 3. Müller. 1900 Gießen, 12,39 Meter. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 30. Mai. Freitag abend 7.45 Uhr; Samstag vormittag 8; nachmittags 4; Sabbatausgang 9.20. — Wochengottesdienst: morgens 6.30; abends 7.15 Uhr. Lernt richtig fonnenbabenf Dieser Hinweis ist sehr wichtig. Reiben Sie sich, bevor Sie Ihren Körper der Luft und den Sonnenstrahlen aussetzen, mit Rivea-Lreme ober Rivea-Oel kräftig ein. Sie vermindern baburd) nicht nur bie Gefahr bes schmerzhaften Sonnenbranbes, Sie treiben auch gleichzeitig bie denkbar, günstigste Hautpflege. 388V YÄ@@Q0 L’El DER GtOtOOt wenn man etwas von Kraftstoffen versteht. Das GchiMal spricht das letzte Wart Roman von I. Schneider-Foerstl. Llrheber-Rechtschuh durch Verlag Oskar Meister. Werdau i. Sa. 29. Fortsetzung. Nachdruck verboten. lind nun, da er Evelin hier fand, überkam ihn plötzlich das Peinliche der Situation. Aber Skt ließ ihm nicht Zeit, darüber nachzudenken. „Wünschen Herr Setterholm den Herrn Grafen zu sprechen?" fragte er, während er ihn bereits in die Halle geleitete. „Ich bin nicht im Desuchsanzug", wich Lutz aus. „Vielleicht haben Sie die Güte, meine Schwester zu verständigen, daß ich auf sie wart«. 3d) möchte ..." Let sah, wie sein Blick sich plötzlich weitete. Dann machte er Alice, die aus einer der hohen Türen trat, eine tiefe Verneigung. . Lex trat sofort zurück, um die beiden allein zu lassen. „Es ist mir eine große lleberraschung. Sie hier zu treffen, gnädiges Fräulein!"Er neigte sich über ihre Hand. „Ich suchte Sie auf Java!" „Ich komme von dort!" sagte sie, ihn aus verschleierten Augen ansehend. „Sie suchen wohl Ihre Schwester?" „Ja! Obwohl — da der junge Graf nicht anwesend ist, droht ihr je keinerlei Gefahr mehr!" „Hat ihr sonst hier welche gedroht?" Ihr Blick war so hart wie die Linie ihres Mundes. „3a?“ forschte sie hartnäckig. „Sie würden mich nicht verstehen, Miß Hetter- field", gab er zur Antwort. Sich aufrichtend, maß sie ihn mit einem verächtlichen Blick. „Einmal war mir, als ob Sie lieben könnten. Herr Setterholm. Aber Sie können es nicht! Sie hassen nur! Hassen noch über das Grab hinaus. 3ch werde Ihnen Ihre Schwester schicken." Mit einem leichten Beigen des Kopfes lieft sie ihn allein. Er stand, von einem Frösteln durchschauert, und sah ihr nach, bis die Tür sich hinter ihr geschlossen hatte. Wieso kam sie hierher? Was wollte sie auf Langenbach? Als er sie das erstemal gesehen hatte und dann auch in Tante Ullas Atelier, war sie immer in Hellen, frohen Farben gegangen. Warum kleidete sie sich nun in solches Dunkel? Wie eine zürnende Gottheit hatte sie vor ihm gestanden. Ähre Worte klangen in ihm nach: „Einmal war mir, als ob Sie lieben könnten!" Liebte er nicht? Wußte sie denn, was er mit sich selbst auszufechten hatte? Lind daft er nun und nimmer von ihr lvszukommen vermochte, im Leben und im Sterben nicht? Bur hassen konnte er? Sie jedenfalls nicht, und wenn sie hundertmal dem jungen Lippstädt im Arm gelegen war, er breitete doch die seinen nach ihr aus, wenn sie ihm zu eigen sein wollte. Aber sie fühlte nur für den anderen. Vielleicht war sie ihm schon Braut, und Evelin hatte sich so unsagbar erniedrigt, hierher zu kommen. Er zuckte zusammen, als er sie nun an Lipp- fiädts Seite den Korridor herabschreiten sah. Mit ein paar unsicheren Worten erklärte er sein Hiersein. Der Graf nahm kaum Rotiz davon. Er trug den Blick Eve zugewandt, die bittend zu ihm aufsah. „Sie werden mich verständigen, falls sich etwas ändern sollte", sagte sie flehend. „Sie können auf mich zählen, Fräulein Dloem!" Lutz schoß das Blut in die Schläfen, als sie jetzt Lippstädts Rechte emporhvb und an dre Lippen drückte. Er konnte es kaum erwarten, bis sie neben ihm im Fond saft und der Wagen den Weg zurückrollte. „Wie konntest du dich so weit vergessen! ta- dolte er. „Was hat dich hierher getrieben?" „Die Angst um Thoms Schicksal. 3ch wollte Lippstädt bitten, daft er sich an Viktor wendet, der doch von 3ava aus viel leichter Rachforschungen anstellen kann als wir von hier. Aber er ist selbst verschollen. 3ch ertrüge es nicht, wenn nicht noch so etwas wie ein Hoffen m mir lebte, daß er nicht tot ist, nicht tot fein kann, Lutz." 3hre Stimme zerbrach in Weinen. „Ich habe ihn so über alle Maßen geliebt." Er mäftigte das TeNipo und wartete, bis sie sich wieder etwas gefaßt hatte. „3st es nicht demütigend, daft Mift Hctterfield, um deretwillen du doch die Verlobung mit ihm löstest, nun bei seinem Vater die Trösterin spielt?" Sie schüttelte den Kopf, und immer noch von stoftweisem Schluchzen unterbrochen, teilte sie ihm mit, was ihr Alice berichtet hatte. Er hielt die Finger krampfhaft um das Steuer gelegt und entgegnete kein Wort. Erst als sie mit knapper Kurve um die Ecke der Mauer bogen, die den Park umfriedete, rift er sich zusammen. Er durfte sich unmöglich seinen Gefühlen hingeben. Evelin sah, wie sein Kinn hart über das Weift des Kragens hervorgeschoben war. Was mochte er in dieser Minute denken? Sie erklügelte es nicht, lehnte nur den Kopf leicht gegen seine Schulter und rief seinen Rainen. Als keine Antwort kam, sank sie erschöpft in die Ecke zurück. Drei Wochen nach dem Ausbruch des Ophier kam die erste bestimmte Rachricht an Lutz Setterholm. Man hatte Thornson gefunden. Aus den Papieren, die er bei sich trug, ging seine 3den- tität einwandfrei hervor. Die Auffindung seiner Leiche verdankte man einem Zufall. Fischer hatten ihre Rehe ausgeworfen und geglaubt, einen besonders guten Fang gemacht zu haben. Aber ihr Entsetzen war groft gewesen. Ein Menschenwrack, vom Wasser aufgeschwemmt, mit offensichtlichem Grauen in dem weit aufgerissenen Blick, hatte in den Maschen des Rehes gelegen. Als Lutz Setterholm die Rachricht erhielt, wußte er, daft auch Thom in der Rähe Thorn- sons zu suchen war. Sie waren nicht einen Augenblick auf ihrer, ganzen Reise voneinander getrennt gewesen und hatten jedenfalls auch zusammen den Tod gefunden. Zwei Rächte lang ertrug er dieses fürchterliche Wissen allein. Dann vertraute er sich Evelin an. Ihr Mund fand keine Klage und ihre Augen keine Träne mehr. Tage gingen darüber hin, aber keines von den beiden Geschwistern wagte die Mutter zu verständigen. Llnd wieder mußte Ulla um Hilfe angegangen werden. Sie erklärte sich auch bereit, die schwere Mission zu übernehmen, aber noch nie in ihrem Leben dünkte sie sich vor eine so schreckliche Aufgabe gestellt worden zu sein. Unter diesen Umständen war es auch ausgeschlossen, daft Eve ihre beabsichtigte Reise nach Sumatra antrat. Die Mutter brauchte ihr Kind nun selbst, um daran Halt und Trost zu finden. denn Lutz konnte unmöglich den ganzen Tag vom Geschäft wegbleiben, wenn er sich auch stundenlang in der Villa Dloem aufhielt. Ulla saft in dem großen hellen Wohnzimmer der Schwägerin gegenüber und sprach in ihrer ruhigen, unsentimentalen Art von den Schicksalen des Lebens. Ak^r es war verzweifelt schwer, die Worte so zu wählen, daft sie ein halbes Begreifen brachten. „Man ertragt so viel, Hedwig", sagte sie, während sie über die Hände der Schwägerin hinstrich. „3ch habe gestern von der Komtesse Lippstädt gehört, daft xman wieder ein Menschenwrack in einem Fischerneh gefangen hat. Es soll sich um Thornson handelnI" „Und Thom?" Zwei in Todesangst geweitete Augen sahen sie an. „Ueber ihn ist noch immer keine Rachricht eingetroffen." „Du willst mich schonenI" stammelte Hedwig und wollte die Hände zu einer Bitte falten, aber Ulla umschloft sie rasch mit den ihren. „3ch würde dir's sagen", beruhigte Ulla. „Was hält das für einen Sinn, wenn man dich noch länger in Ungewißheit halten wollte? Da ist es noch besser, zu wissen, daft es nichts mehr zu hoffen gibt. Sowie ein Bescheid kommt, kriegst du ihn selber zu lesen. 3st es so recht?" Statt jeder Antwort barg Hedwig das Gesicht an der Schulter der Schwägerin. „Schaul" Ulla war wie immer die Frau, die aus ganzem Herzen gab, wenn ein anderes ihrer Liebe und Rachsicht bedurfte: „Da ist die Evelin und der Lutz und der alte Graf Lippstädt und die Alice, die tragen alle das gleiche Leid. Uiid die Evelin trägt es gleich doppelt, denn chr ist auch noch der Mann ihrer Liebe gestorben. Und der Graf hat den einzigen Sohn verlor'n. Und der Lutz — du muftt ihn nur einmal anschau'n, Hedwig — der wird schon grau. Bei dem hilft alles zusammen. 3ch hab richttg Angst um ihn!" „Um Lutz?" Die geröteten Augen Hedwigs suchten erschrocken in den ihren. „3a", stimmte Ulla zu. „3ch mein, wann's auch noch so schwer ist, man sollt sich nicht immer bloß um die Toten kümmern, sondern auch noch die Lebendigen zu ihrem Recht kommen lassen. Es gibt Menschckn, die alles verloren hab'ß, und du hast noch zwei Kinder. 3st das nichts?" „Sie sind ja bei mir!" verteidigte sich Hedwig verängstigt. „Das schon! Aber du siehst sie ja gar nicht!" mahnte Ulla. „Ist dir's schon aufg'fall'n, wie die Eve aussieht? Und der Lutz ist zum Erbarmen! Wann du nichts dageg'n hast, fahr ich dieser Tag noch nach Langenbach und sprech mit der Alice wegen ihm. Man kann ihn doch nicht einfach zugrund' geh'n laff'n!" Hedwigs Augen erwachten immer mehr auS ihrer Lethargie. „Soll ich nach Langenbach fahren ...“ „Gut wär's schon", bemerkte Ulla gleichmütig. Richts in ihrer Stimme zeigte Freude darüber, baß die Schwägerin wieder Intereffe an etwas anderem zeigte. „Er ist halt doch das Einzige, das dir mein Bruder hinterlass'n hat. Und ich glaub, daft du chn ttoh allem lieb hast!" „Trotz allem?" Hedwigs Gesicht war nun vollkommen weift und in jeder Linie erstarrt. „Ich mein“, beruhigte Ulla, „weil er nicht das anschmiegend Zärtliche deiner beiden anderen Kinder hat. Die Setterholms sind eben kühler, und es braucht länger, bis man bei ihnen warm wird. Aber treu sind sie auch, Hedwig, und anhänglich.“ Sie konnte vor Erregung nicht fertig sprechen und erhob sich, um nach dem Fenster zu gehen, das der Wind in die Rahmen zu werfen drohte. Eine Hand legte sich ihr auf die Schulder. „Ich will bei Lippstädt für Lutz um seine Tochter werben." „Er braucht nichts darum zu wiffen!" sagte Ulla, die den Reffen kannte. Hedwig schüttelte den Kops. Sie erinnerte sich plötzlich der Stunde, da sie einmal zu ihm gesagt hatte: „Ich möchte einmal etwas für dich tun, das sonst niemand für dich zu tun bereit wäre." Run war die Zeit gekommen, daft sie ihr Wort einlöste. Eine stille Freude durchströmte sie. Ulla hatte recht. Sie hatte noch zwei Kinder, der Himmel meinte es besser mit ihr als mit denen, denen er alles genommen hatte. Roch am gleichen Rachmittag fuhr sie nach Langenbach hinaus. Zu Lutz und Evelin hatte Ulla gesagt, daft Mama bei ihr wäre und Sorge um sie nicht berechtigt sei. In der Ta- brachte sie auch die Schwägerin selbst nach ihrer Villa zurück. Riemand hegte auch nur den leisesten Verdacht, daft Frau Hedwig zum ato&itenmal den schweren Gang nach Langenbach getan hatte. Und Vater und Tochter hatten die Größe ihres Opfers zu würdigen gewußt und ihr die Bitte leicht gemacht. Die Arbeiter der Setterholmschen Fabrik hatten eben Feierabend gemacht und strömten aus dem Tor, als ein Kraftwagen in raschem Tempo um die Kurve bog. Di« Lenkerin mochte den Dogen etwas zu kurz genommen haben. Cs gab einen kräftigen Aufprall an einem der schweren Steinpfeiler, die das breite Tow trugen. Hilfsbereit sprangen die ersten herbei und rissen den Schlag auf. Alice Lippstädts Gesicht spielte in dem feinen Dronzeton wie immer, nur ihr Mund war zu einem verlegenen Lächeln verschoben. „Ich werde selbstverständlich den Schaden, den ich gemacht habe, ersetzen." Ihre behandschuhte Rechte zeigt« nach dem Stück Detvn, das herabgebrochen war. „Wollen Sie mich dem Direktor oder sonst einem der Herren melden?" Im selben Augenblick lief Shifc Setterholm über den Hof und stand atemlos vor der Gruppe, die das Mädchen umringte. Zurücktretend machten ihm die Männer Dahn. „Was ist Ihnen geschehen?" Sein Atem jagte noch, als er diese Frage an sie richtete. „Mir nichts!" Alice reichte ihm gleichmütig die Hand. „Aber Ihr Pfeiler, Herr Setterholm, hat nicht standgehalten, und mein Kühler ist verbeult. Ich werde den Wagen abschleppen lassen WÜffen. Vielleicht haben Sie die Güte, einen Ihrer Arbeiter nach einer Werkstätte zu schicken, dah man ihn holt." „Ich werde sofort telephonieren." „Es wäre sehr liebenswürdig." Ohne ihn weiter zu beachten, nahm sie ihre Handtasche aus dem Fond und streifte den Handschuh fester über das Gelenk. „Ich werde natürlich für alles auf»* kommen. Die Kurve hier ist nicht sehr gut zu nehmen. Es ist das erstemal, daß mir dergleichen passiert. Vielen Dank nochmals für Ihre Hilfs- bereiffchaft." (Fortsetzung folgt.) SPORTCREME ^MOUSON^ rasch und ohne Schmerzen - durch Einreibung mit Sportcreme Mouson vor und während Luft- und Sonnenbädern. Sportcreme Mouson fördert das natürliche Bräunen der Haut, verhütet aber den gefährlichen Sonnenbrand. Vor Gebrauch die Haut trocken reiben! Sportcreme Mouson in Dosen RM-.25, -.50,1.-, inTuben RM -.50, -.80. SPORTOEl MOUSON in Raschen RM -.50, .80. Spargel I la Portland Zement 3638V 8 Ubr ob Labnbrücke. .Mk. 29.50 nur. Ilse Ruth 39” 29” Mk. 39.50 nur Nowack IUüS^IH 3536 A Jackenkleid Ilse aus Marocain, in modernen Punktmustern, mit eleganter Bluse, finden Sie bei uns in Hunderten am Lager. 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