m. 278 Erster Blatt ii M. Jahrgang Freitag, 27. November tM Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitätr-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Giessen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftratze 7. L2JI ■ Goering beim Reichsmnemmmster Lh 10 D.5. der Gesamtbezüge des Reichs !M. 1.10. D.5O :ilets iiefeeniudit eilet 16160 sse arbeitun legalen 1 3 un p r ö 4PFUNG] RASCH 1 IGDÄNE- iCHHEÜZ WAH RT ILLE ie' aven Tel2ü7 i g von Richtlinien. Wenn die Vertreter des Staates durch den Versuch iftSf« iGüte Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monatr-Vezugspretr: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüsse anterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnach» richten. Anzeiger Sietzen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot,- für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Bietzen. Oie Partei bekennt sich erneut zur Legalität und wird Mitglieder ausschließen, die gegen diese Weisung gehandelt haben. , die in dtt '.-llen, wird !deE ■ j^ieu.W tanzen der Baugenossenschaften nachgeprüft und die Bauherren angehalten werden, übermäßige Berwaltungskosten erheblich zu senken. Den er» werbslosen Mietern von Neubauwohnungen soll dieselbe soziale Fürsorge gewahrt werden, wie den erwerbsUn Mietern von Altwohnungen. 3n der gleichen Meise sollen die Lasten der Kleinsiedlungen gesenkt werden. Ml geglückten Hochverrat der KPD. beseitigt worden wären, hätte nach meiner Auffassung die nationale Bewegung, an ihrer Spitze die NSDAP., die Pflicht gehabt, mit den von ihr zusammengerafften Kräften (deshalb auch die Erwähnung von ,Landes- wehren^ neben den SA. der NSDAP.!) aus eigenem Recht die Ernährung und den Schutz der Bevölkerung sicherzustellen. Den Entwurf meiner Richtlinien übergab ich einigen Mitarbeitern, darunter dem jetzigen Denunzianten Schäfer-Offenbach zur Rückäußerung über die rechtlichen und wirtschaftlichen Möglichkeiten meiner Vorschläge. In diesem Stadium blieb die Bearbeitung der Angelegenheit a u f sich beruhen, da die politische Entwicklung seit dem 1. August d. I. ihre weitere Erörterung überflüssig machte. Keine Dienst- stelle der NSDAP., besonders auch weder der damalige Gauleiter Gemeinder, noch die Reichsleitung haben von meinem Entwurf mittelbar oder unmittelbar Kenntnis erhalten. Die Richtlinien sind auch nicht in einer .geheimen Sitzung auf dem Box- Heimer Host beschlossen worden. Ich habe vielmehr gelegentlich eines Zusammentreffens auf diesem Hof, das art sich anderen Zwecken galt, den von mir allein herge st eilten Entwurf einigen (nicht allen) der Anwesenden zur Kenntnisnahme und Aeußerung übergeben. Der jetzige Denunziant Schäfer, Offenbach, hat als der damalige Leiter des Gauwirtschaftsbeirats der ÄSDAP. Gau Hessen meinen Entwurf mit mir öfters durchgesprochen, ohne den bedingten und deshalb durchaus legalen Charakter der von mir angeregten Erörterungen zu bezweifeln. Menn Schäfer jetzt eine andere Darstellung der Borgänge gibt, so will er sich dafür rächen, daß ich im Auftrage des Gauleiters Lenz, M. d. R., d i e Ermittlungen durchführte, die kurz vor der Landtagswahl ergaben, daß Schäfer durch Verschweigen seiner Bestrafung wegen Wechselfälschung usw und durch falsche Angaben über seine Laufbahn Und-seine berufliche Stellung seine Kandidatur für den Hessischen Landtag bei der RSDAP. erschwindelt hat. Wenn ich noch daraus Hinweise, daß Schäfer vor seiner im Frühjahr d. 3. erfolgten Verurteilung durch psychiatrische Gutachten als schwerer Psychopath und als stark vermindert zurechnungsfähig festgestellt wurde, so dürfte die Oesfentlichkeit nunmehr in der Lage fein, sich über die Bedeutung des von dem preußischer. Innenminister veröffentlichten Materials ein abschließendes Urteil zu bilden." Innenminister Leuschner zu der Erklärung desOberreichsanwalts WSR. Darmstadt, 26. Rov. Der hessische Innenminister gab zu den Darlegungen des Oberreichsanwalts folgende Erklärung ab: „Ich habe die Erklärung des Oberreichsanwalts, die heute mittag durch die TU. verbreitet wurde, zunächst für eine Mystifikation gehalten, da sie in wichtigen Teilen mit den geführten Besprechungen nicht zu vereinbaren ist. Nachdem mir aber bestätigt wurde, daß- tatsächlich diese Erklärung vom Oberreichsanwalt stammt, sehe ich mich gezwungen, dazu folgendes festzu- stellen: 1. Der Oberreichsanwalt behauptet, Schäfer sei „auf noch nicht geklärte Weise von Darmstadt nach Frankfurt a. M. gebracht und dem Polizeipräsidenten übergeben worden, der für Vorfälle in Darmstadt keineswegs zuständig ist". Dazu bemerke ich: Dr. Schäfer hat sich unmittelbaranden FrankfurterPo- lizeiPräsidenten gewandt, der über diesen ihm amtlich zur Kenntnis gekommenen Vorfall pflichtgemäß dem preußischen Innenministerium berichtet hat. Das hessische Innenministerium hat erst indirekt und zu einem späteren Zeitpunkt von den Mitteilungen des Dr. Schäfer Kenntnis bekommen. 2. Der Oberreichsanwalt behauptet, das Vorgehen der Darmstädter Polizei sei nicht auf seine „Veranlassung" hin geschehen, führt aber dann selbst aus, daß er bei der Unterredung im preußischen Innenministerium den „Rat" gegeben habe, als Beweismittel wenigstens (!) die Schreibmaschine des Best zu * Wege oder Ziele habe er selbst sich Gedanken nicht B. Er habe nie daran gedacht, daß aus seinen n sich ein Hochverratsverfahren entwickeln könnte. Dr. Schäfer ist zu Beginn seiner Vernehmung darauf aufmerksam gemacht worden, daß er unter Umständen, also bei Einleitung eines Verfahrens auf Grund feiner Aussagen auch als Mitbeschuldigter in Frage kommen könne. e n t e n , der amtierenden Reichs- Minister und demgemäß auch der Diäten der Reichstagsabgeordneten um 50 Prozent vor- sieht. In den hohen Beamtengruppen soll eine stufenweise durchgeführte Verminderung der Bezüge bis zu 15 Prozent und völliger Wegfall von Mini- " sterialzulagen stattfinden. Grundsätzlich sind die Gehälter der unteren und mittleren Beamten unangetastet zu lassen. Pensionen dürfen keinesfalls die Höchstgrenze von 12 000 Mark jährlich übersteigen. Pensionen und Wartegelder von Ministern sowie von Beamten, die ohne die nötige Vor- und Ausbildung zu Unrecht in die Berufsbeamten- laufbahn ausgenommen worden sind, fallen ohne weiteres fort. Die Gehälter der leitenden An- btr Mtnrng __23rif ä 169,32 81.13 82.51 82.53 15.22 1.067 4.21? 58,61 21,72 16,51 81,73 35,68 82,13 2.0» 0,251 7,447 13,86 Die Goiilofenbewegung. Reichsinnenministcr (Sröncr faßt Schutz vor neuen Angriffen zu. Berlin, 26. Rov. (WTB.) Der Rcichstags- abgeorbnete Simpfendörfer vom Christlichen Volksdienst hatte an den Reichsinnenminister © r ö n e r einen Brief gerichtet, in dem er auf die alarmierenden Meldungen über eine neue Offensive der Gottlosenbewegung hinweist. Würde die Regierung nicht alle Möglichkeiten der Bekämpfung der Gottlosenbewegung restlos ausschöpfen, so müßte das nicht nur die Unruhe in unserem Volk ins Unerträgliche steigern, sondern auch die Autorität der Regierung in den Kreisen aufs schwerste erschüttern, auf deren Mitarbeit und positive Einstellung die Regierung ganz besonderen Wert legen müsse. Minister G r ö n e r hat darauf folgende Antwort erteilt: Ich sehe es in dem mir neu übertragenen Amt des Reichsministers des Innern als meine selbstverständliche Pflicht an, die christlichen Glaubensbekenntnisse und die ch r i st l i ch e K u l t u r in Deutschland vor Angriffen zu schützen, wie sie von kommunistischer Seite in Form der sogenannten Gottlosenbewegung unternommen werden. Ich befinde mich dabei in vollem Einklang mit dem Herrn Reichskanzler, der erst kürzlich wieder auf die Werte des christlichen Glaubens hingewiesen hat. Maßnahmen gegen Auswüchse der antichristlichen Bewegung sind vorgesehen. Ich werde daraus achten, daß von diesen Maßnahmen in den Fällen, wo ihre Anwendung geboten ist, auch Gebrauch gemacht wird. M ibzugeben. Annoncen- Best gibt Aufklärung. Er bekennt nch als alleiniger Berfafser des Dokuments. Darmstadt, 26. Nov. (TU.) Von der Gau- pressestelle der NSDAP, wird eine längere Erklärung verbreitet, wonach Dr. Werner Best, der als Verfasser des Manifestes gilt, das der preußische Innenminister veröffentlicht hat, am Dannerstagnachmittag auf der Gauleitung in Darmstadt eine formulierte Erklärung abgab: „Ich bin der Berfafser eines Entwurfs", so sagt die Erklärung, „von dem Einzelheiten in dem von dem preußischen Innenminister der Presse übergebenen .Material* teils richtig, teils geändert wiedergegeben sind. Als um den 1. August d. I. allgemein ein kommunistischer Aufstand erwartet wurde und von den Dienststellen der NSDAP, keine Weisungen für diesen Fall gegeben wurden, entschloß i ch mich, ohne Auftrag und ohne Fühlungnahme mit den amtlichen Verwaltern der Partei zur Aus- Schiedsspruch für den Ruhrbergbau. Essen, 26. Nov. In den aufgenommenen Verhandlungen über die Löhne im Ruhrbergbau wurde durch die Schlichterkammer mit den Stimmen der 'Arbeitnehmer ein Schiedsspruch gefällt, wonach d a s b e st e h e n d e L o h n a b do m - men bis zum 31. Dezember 1931 verlängert wird. Der Spruch kann erstmalig am 1. Dezember zum 31. Dezember gekündigt werden. Von Arbeitnehmerseite wurden Bedenken gegen die kurzfristige Verlängerung erhoben, weil dann die nächsten Verhandlungen vor Weihnachten stattfinden müßten und dadurch eine neue Beunruhigung in das Revier hineingebracht würde. Die Arbeitgeber haben den Schiedsspruch ab gelehnt. Am kommenden Sonntag werden die N a ch v e r h a n d l u n ° 8 e n über den Schiedsspruch in Berlin stattfinden. Die Gewerkschaften werden um die Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruchs nachsuchen. Falls das Reichsarbeitsministerium diesem Antrag entsprechen sollte, würde die General- f ünbigung de r 21 r b e i t s o e r t r ä g c, die die Zechenverwaltung zum 1. Dezember ausgesprochen hat, hinfällig werden. 4.22 53,62 82,06 1546 16.52 169,23 21,74 81^6 2,50 82,56 81,71 rg. Mutigen leben. 5er '»den. (fs *^8 bis 'UMnrl, *■ Er oer- Aus dem Wohnungsausschuß Berlin, 26. Aov. (VDZ.) Im Wohnungsausschuß des Reichstags wurde die Beratung der Anträge über Fragen des Wohnungsbaues und der Reubaumieten abgeschlossen. Mit einigen Aenderungen gelangte der Antrag der Sozialdemokraten zur Annahme. Danach wird die Reichsregierung ersucht, zur Bekämpfung der ungeheuren Arbeitslosigkeit den Kleinwohnungsbau zu fördern. Der Aufwand zur Deckung der erhöhten Zinsen für aufgewertete Hypotheken ab 1. Januar 1932 soll nur den Hauseigentümern vergütet werden, die nachweisen können, daß sie diesen Mehraufwand aus den geltenden Mieten nicht zu decken vermögen oder den Betrag der Vergütung zu größeren Reparaturen oder individuellen Mietsenkungen verwenden. Kleinhausbesitzer, deren Eigenhaus nur einen Friedenswert von etwa 5000 Mk. hatte, sollen von der Zahlung der Hauszrns- steuer befreit werden, wenn ihre soziale Lage es erfordert. Die Mieten der vornehmlich in den Jahren 1927 bis 1930 erstellten Reubauwoh- nungen, deren Wohnfläche 70 Quadratmeter (mit Ausnahme der Wohnungen der Kinderreichen) nicht übersteigt, sollen durch Herabsetzung der Grundsteuer, Aussehen der Tilgung und Verzinsung, Förderung der Hmschuldung und Zinszu schüsse gesenkt werden. Zuvor sollen die Bi Besoldungsfragen im Haushaltsausschuß. Berlin, 26. Nov. (VDZ.) Im Haushaltsausschuß des Reichstags wurden die Plenaranträge verschiedener Fraktionen über die Beamtengehaltskürzungen beraten. Zunächst begründete Abg. D. Mumm (Chr.-Soz.) einen Antrag, der einen Gesetzentwurf oder eine Notverordnung verlangt, durch die den Körperschaften des öffentlichen Rechts verboten wird, höhere Gehälter zu zahlen als sie die Reichsminister erhalten. Sind bei der Reichsbahngesellschaft internationale Verhandlungen erforderlich, so sind solche sofort einzuleiten. Allen Körperschaften des öffentlichen Rechts, einschließlich Eisenbahn und Post, soll verboten werden, Aufträge an Großbetriebe, an Verbände oder Banken zu vergeben, die nicht dem Reichsminister der Finanzen den Nachweis geliefert haben, daß sie bei solchen Singe» [teilten, deren Bezüge die der Reichsminister überschreiten, eine prozentuale Minderung haben eintreten lassen. Auf der Tagesordnung stand ferner ein Antrag der Nationalsozialisten, der die Kür- ge st eilten in der Privatwirtschaft müssen den Gehältern der Beamten bis zu einem gewissen Grade angepaßt werden. Ein Vertreter des Reichsfinanzministeriums erklärte auf eine Anfrage, ihm sei nid)t befannt, ob und welche Pläne die Reichsregierung hinsichtlich einer neuen Gehaltskürzung habe. Der christlich-soziale Antrag wurde angenommen. Der nationalsozialistische Antrag wurde, da die Antragsteller abwesend waren, vom Ausschuß adge- lehnt. Oie Offenlegung der Steuerlisten. Berlin, 26. Rov. (VdZ.) Der Reichsfinanz- minister hat dem Reichstag eine Denkschrift über die Offenlegung der Steuerlisten im Auslande vorgelegt. Die Erhebungen erstrecken sich auf 51 Staaten in der ganzen Welt. Von diesen nehmen 18 eine Offenlegung der Steuerlisten vor, u. a. England, Frankreich, Italien, Schweden, die S ch w e i z , die Tschechoslowakei. Einige dieser Staaten haben offene Steuerlisten nur für bestimmte Steuerarten. Die Vereinigten Staaten von Amerika haben bis 1926 die Steuerlisten offengelegt und diesen Beschluß dann wieder revidiert. Heber die Erfahrungen in den Ländern, die für einzelne Steuerarten oder für alle Steuern die Offenlegung eingeführt haben, enthält die Denkschrift ausführliche Berichte. Heberwiegend ist die Auffassung, daß eine gerechtere Besteuerung erreicht worden sei und Anhaltspunkte für eine Förderung der Kapitalflucht nicht vorliegen. Die Vorgänge bei der NSDAP, in Hessen. t°nung Lkunst £ iut 1 .'bisher tonnen, f bon 9en die ^ises folgen. r>°- ^Nait» N bah 'tmaii, des, die gestalt^ Stelle nunmehr mitgeteilt, daß sich der Gau Hessen der NSDAP, nicht nur auf Hessen beschränkte, sondern auch auf Preußen übergreife. Das inkriminierte Material sei zuerst den preußischen Polizeibehörden bekannt geworden, die ihre vorgesetzte Stelle, also das preußische Innenministerium, pflichtgemäß benachrichtigt hätten. Irgendwelche Mitteilungen über den Ausgang der polizeilichen Ermittlungen in Hessen seien den preußischen Behörden bisher noch nicht zur Kenntnis gekommen. Man nehme aber an, daß Preußen auf dem Wege über den Oberreichsanwalt noch unterrichtet werde. Das preußische Innenministerium habe keinen Zweifel an der Echtheit des Vorgefundenen Dokuments. Es sei davon überzeugt, daß das Schriftstück von leitenden Persönlichkeiten der NSDAP, stamme. Der in dem Dokument enthaltene Passus über den Wegfall der bisherigenInhaberderStaatsgewalt beweise, daß die Voraussetzung, es handele sich um ein hochverräterisches Unternehmen, zweifelsfrei geklärt sei. Bei Gefahr und Verdacht eines hochverräterischen Unternehmens sei es aber die Pflicht der Polizei, sofort alles zu tun, um die Angelegenheit aufzuklären. beschlagnahmen. Lediglich dieser „R a t" des Oberreichsanwalts ist von der Polizei durchgeführt worden. Die bei den führenden Persönlichkeiten der Rationalsozialistischen Partei Gau Hessen durchgeführten Haussuchungen dienten lediglich dem Zweck der Sicherstellung solcher Beweismittel. 3. Der Zeitpunkt für eine rechtliche Würdigung des Falles durch die Behörden in der Oesfentlichkeit scheint mir im Gegensatz zu dem Herrn Oberreichsanwalt jetzt noch nicht gekommen zu sein. Unabhängig von der strafrechtlichen Würdigung der Angelegenheit ist fest- gestellt: an der Echtheit der Belastungsdokumente ist nach den bisherigen Feststellung.n nicht z u z w e i f e l n.“ Wie Gevering sein Eingreifen begründet. Berlin, 26. Nov. (TU.) Heber die rechtlichen Voraussetzungen, die zum Eingreifen des preußischen Innenministeriums in der Angelegenheit der Vorfälle bei der hessischen NSDAP, geführt haben, wird von zuständiger preußischer Berlin, 27. Rov. (TH.) Im Auftrage Hitlers hat der nationalsozialistische Reichstagsabgeordnete Goering den Reichsinnenminister Dr. Groener am Donnerstag aufgesucht und ihm folgende Erklärung übermittelt: Die Rachrichten über angebliche Hochverratshandlungen der Partei in Hessen sind derParte i l e i t u n g erst durch die Presse bekanntgeworden. Die Reichsleitung sowie die maßgebenden Partcistellen haben damit nicht das gering st e zu tun. Die Reichsleitung steht nach wie vor auf ihrem oft genug zum Ausdruck gebrachten und beschworenen Standpunkt strengster Legalität. Sie wird die Vorgänge in Hessen untersuchen und gegen j e - de n, der nicht die Weisung der Legalität befolgt hat, rücksichtslos vorgehen und ihn aus der Partei ausschließen. Hauptmann a. D. Goering teilte der Presse in Ergänzung der Erklärung als Bevollmächtigter noch folgendes mit: 1. Es ist weder der Reichsleitung, ndch der Gauleitung Hessen, noch sonstigen höheren Personen oder Organisationen der RSDAP. das g e - ring st e von dem Vorhandensein der- artiger Schriftstücke bekannt gewe - s e n. Die Rachricht hiervon erhielten wir erst durch die Presse. 2. Sollte dieses Schriftstück tatsächlich existieren, so kann es nur die Privatarbeit eines Mitgliedes darstellen. Die Partei ist nicht in der Lage, ihre etwa 800 000 Mitglieder zu überwachen, um so weniger, als in letzter Zeit das Eintreten von Spitzeln und Provokateuren anStärke zunimmt. 3. Es ist unmöglich, den so sehr gewünschten Zusammenhang zwischen dem Schriftstück und der ofs- ziellen Partei herzustellen. Dr. Schäfer, der die Meldung und Mitteilung gemacht hat, ist vor wenigen Wochen von der Sozialdemokratie zu uns gestoßen, scheinbar also in der Absicht, hier Material zu fabrizieren. Es ist festgestellt, daß die ganze Aktion zunächst vom Preußischen Innenministerium ausgegangen ist und daß die Polizei sich krampfhaft alle Mühe gibt, hier die Partei fest- z u l e g e n. Sollten tatsächlich Parteimitglieder über staatliche Probleme Privatarbei- ten in illegalem Sinne entworfen haben, so schließen sie sich damit gemäß der seinerzeitigen Verfügung von selbst aus der Partei aus. Die ganze Aktion sieht nach bestellter marxistischer Spitzelarbeit aus. Die Partei wird in der Lage sein, hierfür den Beweis anzutreten. Ich stelle nach wie vor ausdrücklich fest, daß die Parteileitungrückhaltlos zu der beschworenen Legalität, steht und daß auch nur in diesem Sinne bisher Verhandlungen bezüglich einer Regierungsbildung in Hessen unterhalten worden sind. Schäfer in Leipzig als Zeuge vernommen. Leipzig, 26. Nov. (TU.) Dr. Schäfer aus Offenbach ist den ganzen Donnerstag über a l s Zeuge vernommen worden und Zwar durch den Oberreichsanwalt Dr. Werner selbst, durch Reichsanwalt I o r n s und Amtsgerichtsrat Dr. Bauer. Dr. Schäfer soll als Zeuge nunmehr entlassen werden. Er sprach sich dahin aus, daß er seine Mitteilungen an den Polizeipräsidenten in Frankfurt a. M. und an die preußische Regierung nur deshalb gemacht habe, um diese Stellen von den wirtschaftlich unsinnigen Plänen des Herrn Dr. Best zu unterrichten. Sein Ziel sei nur darauf gerichtet gewesen, zu zeigen, mit welch unmöglichen wirtschaftlichen Gedanken einzelne Leute in der NSDAP, umgingen. Ueber irgendwelche politischen % ig' Vertrauensvotum für Laval. Große außenpolitische Debatte in der französischen Kammer. — Laval macht sich stark für die kommenden ^eparationsverhandlungen. Paris, 26. Rov. (WTB.) Der der 3ni«t- pellationsbebaite in der französischen Kammer h.e.t MinisterpräsidentLava leine gr.hr Rede. Die optim.iulcy'(rtsd\ oft! )iePatole lautet: Mitgliedschaft im. Dissertationen »eiert m. ßrühl'sche Druckerei Ter heutigen Wcfamtam'nabc liegt ein Prowekt ü.Dr.med. ö.Schulze G.m.bv., Berlin -G Imrl ottenb. alber „^rrnnlin" bet. | Verschiedenes, EISU-Betten (Stahl u. Holz) Koleier. SdiUfzimm^St-hlmair. Kioderb C hauet -.Private. RatenzL Katal.fr Eiaeaeobelfabrik Sohl Thams L Garfs-Waffelmischung 0.51 Waffelpakete 4 Stück 0.91 Dixi-W affcln.................0. 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Welche Minderheiten gibt es in Britisch-Jndien? Es gibt religiöse, rassenmäßige und schließlich solche Minderheiten, die beides gleichzeitig sind. Es gibt aber auch eine Minderheit, die nur sozialer Natur ist, wenn auch dieser soziale Charakter einen religiösen Unterbau hat. Denn der herrschende Hinduismus huldigt heute noch dem Kastenwesen. Man lasse sich durch die Beteuerungen der Hinduführer, vor allem durch die phrasengeschmückten Programmreden Gandhis, nicht täuschen; selbst Gandhi ist tief im Vorurteil der hohen Kasten gegen die niederen Kasten befangen. Die Führer der unteren Kasten (in Europa häufig mit dem Sammelnamen Paria bezeichnet, in Indien selbst mit dem englischen Ausdruck Depressed Classes oder dem indischen Begriffe „Unberührbare") sind äußerst mißtrauisch gegen die beruhigenden Worte, die Gandhi gesprochen hat, und mit Recht bestreiten sie ihm seinen Anspruch, auch ihr Führer zu sein. Das Los der unteren Kasten ist immer noch hart; sie werden verachtet und ausgebeutet, besonders von den Anhängern der eigenen Religion, nämlich von denen, die in einer höheren Kaste geboren wurden. Die sozialen Härten, welches dieses hochmütigste aller gesellschaftlichen Systeme der heutigen Welt mit sich brachte, haben zur Bildung eigener politischer Parteien geführt. So sind besonders in Südindien, in der Provinz Madras, die politischen Gruppen der unteren Kasten zu einer Partei vereinigt, welche sich kurz und bündig: Non-Brahman, Nicht - Brahmanen nennt. Wie viele Hindu mag es geben, denen so von den oberen Kasten der Hindu die soziale, ja menschliche Gleichberechtigung abgesprochen wird? Es gibt wohl au die 240 Millionen Hindu: davon sollen 80 Millionen den unterdrückten Kasten angehören. 80 Millionen, das ist auch im volkreichen Hindustan eine gewaltige Zahl, hat Indien doch 350 Millionen Einwohner. Dies wäre die bedeutsamste Minderheit. Es folgt das islamische Element. Es gibt in Bri- tisch-Jndien etwa 70 Millionen Mohammedaner, die sich über ganz Indien verteilen, wenn auch besonders große Mengen in Bengalen (Hauptstadt Kalkutta), Pandschab (Hauptstadt Lahore) und in den nordwestlichen Grenzprovinzen wohnen; Belutschistan ist ganz mohammedanisch, aber es ist so dünn bevölkert, daß es für das übrige Indien kaum ins Gewicht fällt. Die Mohammedaner sind die Nachkommen der islamischen Eroberer, die aus Dorder- osien zwischen 1000 und 1500 kamen, und deren berühmteste Führer die Großmoguls gewesen sind. Infolgedessen sind unter den Mohammedanern viele persischer, türkischer, ja arabischer Abstammung. Alle anderen Minderheiten sind zahlenmäßig viel unbedeutender, wenn auch tatsächlich oft sehr mächtig und einflußreich. Das gilt natürlich in aller erster Linie von der eigentlich herrschenden Minderheit, den Engländern; es mag, ohne Militär, nicht mehr als 60 000 Engländer in Britisch-Jndien geben; aber welche Bedeutung haben sie! Sie sind politisch zusammengeschlossen und beanspruchen auch in den Parlamenten die gleichen Rechte wie jede andere Minderheit. Da sind ferner die Misch- l i n g e zwischen Europäer und Inder, die oft verächtlich Half Casts genannten Schichten, die sich ober selbst stolz Anglo-Inder nennen, und die in vielen wichtigen Beamtenstellen (vor ollem an der Bahn) sitzen, als Muttersprache Englisch sprechen und sich als Oberschicht betrachten. Auch sie sind politisch organisiert; es mögen an die 100 000 Menschen sein. — Da sind schließlich die indischen katholischen und evangelischen Christen, die allen möglichen Rassen entstammen, entweder Neu- Der Friedensengel: „Was geht denn hier vor?" Der Chor der Mächte: „Stören Sie uns nicht, wir bereiten uns auf die Abrüstungskonferenz vor." M Jj *Cr * "4 bekehrte, Nachkommen von den Proselyten aus der Portugiesenzeit oder aber auch Nachkommen der seit den ersten nachchristlichen Jahrhunderten christlichen Stämmen sind (zum Beispiel die sogenannten Malaberchristen). Aber nicht nur Christen, Mohammedaner, Hindus gibt es in Britisch-Jndien, sondern auch Parsen, Buddhisten und Sikhs. Die Parsen dürften die Zahl von 100 000 nicht überschreiten, aber sie bedeuten außerordentlich viel, da sie, besonders in der Landschaft des Gutscherat (westlich von Ahmedabad) und in Bombay, die wirtschaftlich führenden Schichten darstellen. Die Buddhisten kommen weniger in Betracht; denn es scheint, daß die Provinz mit einer buddhistischen Mehrheit, nämlich Birma, in Zukunft politisch von Britisch-Jndien getrennt wird. Die Sikhs wohnen hauptsächlich in der Landschaft um Amritsar. Es gibt ihrer 3 oder 4 Millionen. Es sind fanatische Verfechter ihrer religiösen Rechte, und sie bilden die einzige Minderheit, die das eben abgeschlossene Minderheiten-Abkommen von London erst nach mannigfachen Schwierigkeiten annahm. In dem erwähnten Abkommen handelt es sich vor allem um das gemeinsame Streben dieser Minderheiten, in dem künftigen Wahlrecht eine Form durchzusetzen, welche verhindert, daß die Min- derheiten von der hinduistiscken Mehrheit majorisiert werden. Deshalb haben sich die Minderheiten auf ein gemeinsames Projekt für das Wahlrecht geeinigt. Sie verlangen grundsätzlich eine b e - stimmte Anzahl von Mandaten für sich, und sie haben diese Mandate untereinander verteilt. Geht dieses Projekt durch (es genießt natürlich die britische Sympathie), so ist die h i n - duistische Herrschaft gebrochen, falls die oberen Kasten es nicht verstehen, mit den bisher verachteten und entrechteten Kasten zusammenzuarbeiten. Der Besiegte von London ist Gandhi, dessen asiatischer Nimbus in London rasch verflogen ist. Die wirklichen Probleme zu sehen, hat sich dieser sonderbare Mann solange geweigert, bis es zu spät war, das heißt bis der Pakt geschlossen war. Nun beschwört er die Mohammedaner und die Sikhs, von dem Minderheitenabkommen zurückzutreten, eine Forderung, die er mit großzügigen Angeboten schmackhaft zu machen versucht. Es sieht nicht so aus, als ob Mohammedaner und Sikhs den von Gandhi geführten Hindu trauten. Und so dürfte Gandhi der Unterlegene sein. Gleichzeitig aber hat er die anderen Minderheiten von neuem sich zu Todfeinden gemacht, vor allem die Vertreter der unterdrückten Kasten, denn sein Bestreben war ja offenbar, die Mohammedaner und Sikhs zu überreden, ihr Versprechen, welches sie den anderen Minderheiten, darunter den 80 Millionen Paria, gegeben hatten, zu brechen. Falls es ihm nicht glückt, einen auch für die anderen befriedigenden Ausweg zu finden, hat Gandhi wohl endgültig seinen Ruhmestitel verspielt, den er lange innehatte, den, der Führer des ganzen nationalen Indien zu sein. Oie Hochschulgebühren in Preußen. Berlin, 23. Rov. (DDZ.) Der Hauptaus- schuß des Preußischen Landtags beschäftigte sich am Montag mit Anträgen der Deutschnationalen, der DVP. und der Kommunisten, die sich gegen die Erhöhung der H o ch s ch u l g e b ü h - ren richten. Ministerialdirektor Richter erklärte, daß die Heraufsetzung der Gebühren, die sobald als möglich wieder rückgängig gemacht werden solle, getroffen worden sei, um die Substanz zu erhalten. Große Ersparnisse könne man durch Schließung von Hochschulen, Abbau von Instituten und ähnliche Maßnahmen nicht machen. Aeber- flüssiges würde jedoch beseitigt werden. Der neue Haushalt würde eine Senkung der gesam - tenAusgaben durch die bereits erfolgte Herabsetzung der Ausgaben für Gehälter, Jnstituts- mittel und Dausummen u m 2 3 v. H. bringen. Die gesamten Hochschulunkosten in Deutschland entsprächen denen des Durchschnitts anderer Länder. 3n England und Amerika seien sie erheblich höher, in der Schweiz, Frankreich und Oesterreich erheblich niedriger. Für besonders notleidende Studierende werde durch Erweiterung der Stipendieneinrichtun- gen und Ausdehnung des Gebührenerlasses geholfen werden. Die Anträge fanden in einer Fassung Annahme, wonach das Staatsministerium, falls weitere Sparmaßnahmen auf dem Gebiete des Hochschulwesens geplant sein sollten, die entsprechenden Pläne vorher dem Landtag vorlegen soll. Aach einem sozialdemokratischen Zusatzantrag soll geprüft toeroen, ob mit dem Beginn des Sommersemesters 1932 eine Staffelung der Hochschulgebüh-ren nach der wirtschaftlichen Lage der Studierenden ermöglicht werden kann. Reichsbahn und Weihnachtsverkehr. Verlängerte Gültigkeitsdauer der Sonntags- und der Arbeiter-Rückfahrkarten. Um den Besuchs- und Erholungsreisenden in der Zeit der Feiertage von Weihnachten bis Sonntag nach Reujahr die Reise zu erleichtern, insbesondere auch, um Wintersportlern Gelegenheit zu längeren, billigen Fahrten in die Wintersportgebiete zu geben, hat die Reichsbahnverwaltung die Gültigkeitsdauer der Sonntagsrückfahrkarten zu Weihnachten aus die Zeit vom 23. Dezember 1931, 12 Uhr, bis zum 4. Januar 1932, 9 Uhr, festgesetzt. Rach den geltenden Tarifbestimmungen wäre die Gültigkeit der Sonntagsrückfahrkarten auf drei getrennte Abschnitte beschränkt gewesen, nämlich auf die Zeit vom 23. Dezember, 12 Uhr, bis 28. Dezember, 9 Uhr; vom 31. Dezember, 12 Uhr, bis 2. Januar, 9 Uhr; und dann wieder vom 2. Januar, 12 Uhr, bis zum 4. Januar, 9 Uhr. Die Reichsbahn will sich mit dieser Maßnahme den schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen dieses Winters anpassen und hofft dadurch auch den Reiseverkehr an den Festtagen anzuregen. Die Gültigkeitsdauer für Arbeiterrückfahrkarten ist auf die Zeit vom 19. Dezember 1931 bis zum 4. Januar 1932 verlängert worden, eine Maßnahme, die im Interesse der werktätigen Bevölkerung getroffen ist und die dadurch besonders an Bedeutung gewinnt, daß voraussichtlich an den Werktagen zwischen Weihnachten und Reujahr in einer großen Zahl von Betrieben nicht gearbeitet werden wird. Oberheffen. Stadtvorstand in Lauterbach. & Lauterbach, 25. Nov. In der jüngsten Stadtvorstandssitzung unter dem Vorsitz von Bürgermeister Walz wurde zunächst die Hunde st euer für 1 9 3 2 in der seitherigen Höhe (für den ersten Hund 12 Mk., für den zweiten Hund 24 Mk., für den dritten und jeden weiteren Hund 48 Mk.) festgesetzt. Die seitherigen Jagdpächter, die Freiherren R i e d e s e l, haben auf die Reupachtung derG e - meindejagd ab 1. Februar 1932 verzichtet. Der Bürgermeister wurde ermächtigt, die Gemeindejagd in drei Losen zur Reuverpachtung auszuschreiben. Verschiedene Erwerbslose beabsichtigen den Erwerb von städtischem Oedland, für das sie pro Quadratmeter 4 Pfennig bieten, um es für den Anbau von Kartoffeln und Gemüse urbar zu machen. Es handelt sich um ein Gelände von rung 3500 Quadratmeter. Der Stadtvorstand erklärte sich grundsätzlich zu dem Verkauf bereit, jedoch soll die Landwirtschaftskommission erst noch einige Unklarheiten beseitigen und dann die endgültige Zusage erteilen. Bei der Abtretung des Am Samstag, 28. November, werden wir im Feuilleton mit der Veröffentlichung einer neuen Artikelserie Unterwegs beginnen, in welcher der Dichter ALBERT H. RAUSCH eine Anzahl von amüsanten und nachdenklichen Erlebnissen auf seinen Reisen in aller Welt niedergelegt hat Zauberspiel um Goethe. Von Fnh Adolf Hünich. Enrico Rastelli, der unübertroffene Jongleur, hat einmal die Deutschen und die Ostasiaten als fein liebstes Publikum bezeichnet, und zwar wegen ihrer großen Sachverständigkeit und ihres besonderen Sinnes für Artistik und Kunststückchen. Wie ein Zauberer erscheint er uns, wenn er graziös und lächelnd im magischen Licht der Scheinwerfer seine Bälle, Keulen, Teller durch die Luft tanzen, wirbeln, kreisen und kreiseln läßt. Es ist etwas Unfaßbares um solche Künste, die mit ihrem Geheimnis die schau- lustigen großen und kleinen Kinder seit undenklichen Zeiten magnetisch anlocken. Sie machen es einem schwer, diese Jongleure, Gaukler, Taschenspieler, Zauberer, Fakire, Feuerfresser, zu glauben, daß ihre verblüffenden Tricks und Fertigkeiten keine Hexereien sind, und es ist kein Wunder, daß sie im finster-argwöhnischen Mittelalter oft als Teufelsbündner verrufen waren wie jener Quacksalber und Beutel- schneider Georgius Sabellicus Faustus junior aus Knittlingen in Württemberg, an dessen Person sich der Ruhm eines ULsterblichen Namens heftete. Als einer der großen Magier lebte er In der Phantasie des Volkes fort, und lange bevor dieser „welt- deschreite Zauberer und Schwarzkünstler" im Schauspiel des 18. Jahrhunderts auftauchte, hatte er im Puppenspiel auf Jahrmärkten und Messen ein unterirdisches Dasein gesü rt. Hier trat er in den Gesichtskreis des jungen Wolfgang Goethe, als dieser nut einem Freibillett seines Großvaters, des Stabt- fchultheißen Textor, in der Tasche, auf dem Sieb» frouenberge in der Bude eines der fahrenden Puppenspieler das wunderliche Leben des weiland berühmten Doctor Johannis Fausti bis zu seinem er- schrecklichen Ende oorüberziehen sah. Es war eine Verzauberung, die ein ganzes langes Leben anhalten sollte. Von Zauberern freilich, die die Menschen feiner eigenen Zeit verwirrten und verführten, mochte Goethe nichts wissen. Als der berüchtigte Wundertäter, Geisterbeschwörer und Charlatan C a g l i o • ft r o' die wundersüchtige Menschheit von Petersburg bis Paris blendete, narrte und betrog, schrieb Goethe 1791 über „diesen Nichtswürdigen" an Friedrich Heinrich Jacobi, es sei erbärmlich anzusehen, wie die Menschen nach'Wundern schnappten, um nur in ihrem Unsinn und Albernheit beharren zu dürfen und um sich gegen die Obermacht des Menschenverstandes und der Vernunft wehren zu können. Seit zehn Jahren hatten ihn die Schicksale dieses Abenteurers, den seine dämonische Macht über Menschen in immer neue Verwicklungen und zuletzt in die Halsband- aeschichte verstrickten, beschäftigt und zu dramatischer Gestaltung angeregt. Aus der geplanten Opera buffa wurde das Lustspiel „Der Groß-Cophta", in dem Cagliostro und seine schwindelhafte Logengründung entlarvt werden. Es verdient hier als nicht allgemein bekannt angemerkt zu werden, daß Goethe das Honorar, das er für die erste Ausgabe des Lustspiels von seinem Berliner Verleger Jobann Friedrich Unger erhielt, der Mutter und Schwester Caglio- ftros zukommen ließ, die in dürftigen Verhältnissen in Palermo lebten, wo er sie tennengelernt hatte. Da war Jakob Philodelphia ein Zauberer anderer Art. Seit 1757 bereiste dieser Amerikaner fast alle Länder Europas und gab, mit Vorliebe an den Höfen, mathematisch-physikalische Vorstellungen, die ihn als Meister der Taschenspielkunst zeigten und überall riesigen Zulauf hatten. Die marktschreierische Art seiner Ankündigungen ist von Lichtenberg witzig verspottet worden. Als er am 22. und 24. April 1777 am Hofe und in der Stadt Weimar feine Künste sehen ließ, war auch Goethe unter seinen Zuschauern. Als Bauchredner („Ventriloquist") und Verwand- lungstünftler setzte im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts der französische Wundarzt Alexander Val- t e m a r e, auch Baltimore genannt, ganz Europa in Erstaunen. „Außer jener Gabe, die verschiedenartigsten Stimmen und Töne in den verschiedensten Richtungen und Entfernungen heroorzubringen", heißt es in einem zeitgenössischen Bericht, besitzt er ein außerordentliches mimisches Talent und kann die in Alter, Geschlecht, Stand, Figur verschiedensten Personen in solcher überraschender Schnelligkeit und Abwechslung darstellen, daß es rein unbegreiflich erscheint und an Zauberei grenzt". Er trat auch als Bühnenkünstler auf und spielte sechs der verschiedenartigsten Rollen in einem Stück, in England an einem Abend, überdies in der Sprache des Landes, sogar vierzig verschiedene Charaktere. In Anspielung auf die gleiche Begabung gab man ihm den Beinamen „der neue Garrick". Der Ruhm, den er erntete, war beispiellos und drang bis in die fernsten Weltgegenden; fein Bildnis wurde in Kupferstich und Lithographie vervielfältigt; Anekdoten schossen um diesen Zauberer auf, „der unfehlbar ein Opfer der heiligen Inquisition geworden fein würde, wenn er in deren Bereich gekommen wäre". Ungeheure Ein- nahmen flössen ihm, besonders in Großbritannien, zu, so daß er ein reicher Mann wurde, der gleich einem englischen Lord, von Dienerschaft begleitet, in einem eignen großen Wagen mit 4 Extrapostpferden reifte. Da ihn seine Kunst mit den berühmtesten Zeit- genoßen in Berührung brachte, kam ihm der Gedanke ein Autographenalbum anzulegen in dem schließlich dank seiner Geschicklichkett und Beharrlich- feit kaum ein bemerkenswerter Name fehlte. „Die ganze Geschichte unserer Zeit", sagt der Bericht, „geht in ihren mannigfachen Verzweigungen und überraschenden Abwechslungen an uns vorüber." Ende Juni 1818 sehen wir ihn in Jena bei Goethe, der unterm 29. in sein Tagebuch einträgt: „Nach Tische Alexander und seine Künste" und ihm einen Tag später die folgende Anerkennung in sein Autographenalbum schreibt: „Herrn Alexander wüßte ich nicht entschiedener meinen Beifall auszusprechen als durch die Erklärung, daß ich allen ihm schon erteilten Zeugnissen mit Vergnügen beistimme. Zu empfehlen weiß er sich selbst." Mit den Enkeln war im Goethischen Hause eine neue Jugend eingezogen, deren Treiben der alle Herr lächelnd und gelassen zusah. Ja, er nahm sogar an dem Spiel der Enkel teil und förderte es durch Beifall und Geschenke. Im Hinblick auf ihre Taschenspieler-Kunststückchen, worin besonders Walther geübt war, sagte er zu (Eder mann: „Ich habe nichts dawider, daß die Knaben ihre müßigen Stunden mit solchen Torheiten ausfüllen. Es ist, besonders in Gegenwart eines kleinen Publikums, ein Herr- liches Mittel zur Uebung in freier Rede und Erlangung einiger körperlichen und geistigen Gewandtheit." Am 2. November 1830 hatte er das Ehepaar Wil - lern er gebeten, ihm auf dem Frankfurter Weihnachtsmarkt eines der Kästchen zu besorgen, worin mancherlei Gerätschaften zu Taschenspielertünsten mit Anweisungen zum Gebrauch beisammen seien, wie es einem Anfänger, einem 12jährigen Knaben, genügen könnte. Am 19. Dezember dankte er für die „gefällige schnelle Besorgung und sandte dabei den Betrag für den Taschenjpielerapparat, der 8 Gulden 30 Kreuzer kostete. Ist es nicht fast Zauberei zu nennen, daß sich dieser Spielzeugkasten durch die Jahrzehnte erhalten hat, um in der Sammlung Kippenberg in Leipzig seine bleibende Statt zu finden? Er besteht neben 25 Zetteln mit handschriftlichen Angaben von Zauberkunststücken aus 17 Gegenständen, darunter einem magischen Quodlibet, einem Zauberquadrat und einem Zusammensetzspiel. Auch das Buch, das ohne Zweifel als Anleitung zu den Zauberkunststücken der Enkel gedient hat, befindet sich in der Sammlung Kippenberg; es ist Kerndörffers „Carl der Tausendkünstler, oder Sammlung mechanischer, chemischer, magnetischer und Kartenkunststücke und arithmetischer Belustigungen, zur angenehmen geselligen UnterhaltungAngesichts solcher Sereitfchaft konnte es für die Enkel keinen willkommeneren Besuch geben als den des Professors Ludwig Döbler aus Wien des Meisters der natürlichen Magie", des gelehrten Taschenspielers. der größte Geschicklichkeit mit wissenschaftlichem Ernst verband. Welches Erlebnis für den dreizehnjährigen Walther, als dieser Meister ihn, seinen jüngsten Schüler, am 23. Juni 1831 „einige Kunststücke" lehrte, wie der alte Goethe in fein Tagebuch vermerkt! Noch manchmal lebte die Erinnerung an den Besuch im Goethischen Hause auf, so etwa am 17. Juli, unter dem wir im Tagebuch lesen: „Walther gab eine Vorstellung seiner erlernten Taschenspielerkünste". Stolz konnte Ludwig Döbler unter sein lithographiertes Porträt das Faksimile der Verse setzen, die ihm Goethe gewidmet hatte: Bedarfs noch ein Diplom besiegelt? Unmögliches hast du uns vorgespiegelt. Zeitschriften. — Ms bei aller Mannigsaltigkeit doch in allen Teilen wohl harmonierendes Heft ist die Dezemberausgabe der bekannten Münchner Monatsschrift „D i e K u n ft“ erschienen. (Verlag F. Bruck- mann, München.) Fritz Erler, der Maler, tritt darin mit einigen seiner Werke vor uns. In dem umrahmenden Text aus „Schlenderweil, Grillen eines Malers“, sa^t Erler gute Worte über nationale Kunst und über den Wert und das Gesicht der Kunstausstellungen. Von Malern wird ferner der Italiener Emilio Sobrero ausführlicher gewürdigt. Einführungen in den Leitgedanken der Dresdner Ausstellung „Das Kunstwerk im Raum" und die im Städelsd)en Kunstinstitut in Frankfurt am Main veranstaltete Ausstellung vom Abbild zum Sinnbild schließen sich an. Die Plastik ist durch Bronzearbeiten von Fritz Klimsch, Ren^e Sintenis, Max Esser, Rudolf Belling und W. Gerstel aus der Bildgieherei Roack vertreten. Eine erfreuliche Erweiterung erfährt das Programm durch „Kunst und Film“ mit einigen trefflichen Beispielen für die künstlerische Gestaltung des neuen Filmbildes. Von neuartiger Wirkung sind die Jkora-Gläser mit eigenartiger Ornamentik und reizvoller Durchfärbung. — Aus dem Gebiet der Wohnungskunst wird ein modernes Wohnhaus für 22 500 Mk. Baukosten in vielen Einzelheiten vorgeführt, ferner neue Wohnräume aus der Kölner internationalen Raumausstellung und grüne Gartenhöse für Groh-Siedlungen. Hochschulnachrichten. Nachdem Prof. Dr. Ernst Levy in Heidel- b e r g den Ruf auf den Lehrstuhl für deutsches bürgerliches Recht an der Universität Bonn ab- gelehnt hat, ist der Bonner Lehrstuhl dem Ordinarius Dr. Fritz Pringsheim in Freiburg l Br. angeboten worden. zorlbildmasiehrgang im akademischenZorstinstilul Mit der Hundertjahrfeier der Eingliederung deS hessischen Forstinstitutes in die LandeS-Hni- versitüt (Sichen war ein Fortbildung-- lehrgang für die akademischen Forst- beamten Hessen- verbunden, der am Mittwoch in den Daumen der HniDerfität stattfand. Der Kursus erfreute fich einer überau- zahlreichen Teilnahme nicht nur hessischer, sondern auch süddeutscher und preußischer Forstleute Der Fortbildungslehrgang wurde eingeleitet durch eine Begrüßung.anlprache Se. Magnifizenz deS Dcktor- o. ö. Professor der Forstwissenschaft Dr. Karl D a n s e l o w und de- hessischen Land- forstmeisters Dr. h. c. Karl Hesse als de- Vertreter- des Hessischen Finanzministerium-, Abteilung für Forst- und Kameralverwaltung. Al- erster Dedner sprach dann Prof. Or. h. c. W. Gchädelin, von der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich über „V e st a n d e S e r - t e h u n g". Der Vortragende ging aus von der Lehre des im ver- fiangencn Sommer unserer Landes - HniDerfität eider zu früh entrissenen Prof. Dr. W. Borgmann. dah mit der Zunahme des Intensitäts- grades der Durchforstung die Rentabilität des forstlichen Betriebes bei gleichzeitiger Hinausschiebung der finanziellen Hmtriebszeit eine namhafte Steigerung erfährt. Unter intensiver Durch- sorstung versteht Prof. Schädelin die Summe aller erzieyerischen Eingriffe in dem Bestand. Aber er warnt vor dem tiefen und fast allgemein herrschenden Mchverständnis, das den „Intensitätsgrad" der Durchforstung und den „Stärkegrad' des einzelnen DurchsorstungseingriffS gleichseyt! Den Zentralpunkt seiner Ausführungen bildete die Fragestellung: „Wie erreichen wir wirtschaftlich die nachhaltige Erzeugung größter Mengen höchstwertigen Holzes?" Das ist die waldbauliche Aufgabe, die zugleich nicht ein Problem u. a., sondern das zentrale Problem des Waldbaues ist. Prof. Or. Reinhold-Gießen sprach hieraus über das Thema: „Folgerungen der forst lichen Betriebswirtschaftslehre in der Forst Politik für die Forstwirtschaft der wichtigsten Best Hf orm en". Er führte etwa folgendes aus: Die forstliche Betriebswirtschaftslehre hat die Aufgabe, dem einzelnen Betrieb den Weg zu weisen zur Erfüllung des ökonomischen Prinzips: „auf Grund gegebener Betriebsmittel die größtmögliche Leistung, eine bestimmte Leistung mit geringstem Betriebsmittelaufwand zu erreichen". Für die Forstwirtschaft ist die Rationalisierung das betriebswirtschaftliche Gebot der Stunde. Die Rationalisierung muh sich erstrecken auf die Rutz- barmachung der drei Produktionselemente Boden, Kapital und Arbeit. Sie führt in der Forstwirtschaft weniger zu einer Arbeitsextenfivierung, als zu einer Rachprüfung der Kapitalintensität, da hierzu die katastrophale Lage der Forstwirtschaft zwingt. Alle Rationalisierungsmaßnahmen bekämpfen nur die Symptome der Krankheit, solange nicht durch Schuh der heimischcn Holzerzeugung die Forstwirtschaft wenigstens für die nächsten Jahre vor dem Schlimmsten bewahrt wird. — Als dritter Redner referierte Prof. Dr. Georg Funk-Gießen, der Vorstand der botanischen Abteilung des (Siebener Forstinstituts. über das Thema: „Krankheitserscheinungen und Krankheitsursachen bet Waldbäumen-. Den Ausführungen sei folgendes entnommen: Im Gegensatz zu den Krankheiten der kurzlebigen landwirtschaftlichen Kulturpflanzen sind die Krankheitserscheinungen der Waldbäume wesentlich vielg-staltiger. Sie lassen sich nach den versch.cdmen Organen einteilen. In anderer Hinsicht lassen sich je nach dem Alter der Waldbäume Keim.ings-, Jungwuchs- und Altholzkrankheiten unterscheiden. Die ebenso vielgestaltigen Krankheitsursachen, deren Erkennung im Sinzelfalle Vorbedingung einer wirksamen Bekämpfung ist, werden seit langem in die drei Gruppen der nichtparasitären Hrfacften, der pflanzenpara i'ären und der tierparasitären Ursachen eingeteilt Das Ziel der Erkenntnis, au- einem gegebenen Krankheitsbild mit Sicherheit die Hrsache yerauszulesen, ist noch lange nicht in allen Fällen erreicht. Während die Verhältnisse bei vielen Krankheiten durch Insekten oder unzweifelhaft parasitische Pilze verhältnismäßig gut zu übersehen sind, ist es in anderen Fällen noch völlig ungeklärt, ob ein nichtparasitärer Einfluß und welcher erst die Vorbedingung schafft für den Befall von sog. fakultativen Parasiten. Hier liegt ein großes, noch wenig erforschtes Gebiet. Als wichtigste- Erfordernis wird eine grunb'e'enbe experimentelle K'arstellung der durch nichtparasitäre Hrsachen hervorgeru'enen Krankheils Erscheinungen erachtet da hier der Schlüssel zum Verständnis zahlreicher parasitärer Krankheiten, namentlich des Befalls der Bäume durch fakultative Parasiten, zu suchen ist. Prof. Dr. G. Baader-Gießen, Vorstand der Abteilung Betriebslehre am (Siebener Forstinstitut, sprach über: .Stand der Forsteinrichtung von heute l" Er sagte u. a.: Die theoretische Forsteinrichtung wird In drei selbständige Wissenschaften aufgeteilt: Die ökonomische Organisation wird beherrscht durch das Prinzip der Rentabilität. In der Forstwirtschaft begnügt man sich bis heute mit einem Voranschlag. Die neueren Bestrebungen gehen dahin, eine Eeldersolgsrechnung auszumachen. Die Ertragsregelung ist mit der Forderung der Rachhaltigkeit eng verknüpft. Bisher wurde die Ertragsregelung ausschließlich auf die Masse abgestellt. Die neueren Autoren stellen die Srtrags- regelung auf tunlichst gleiche Wertbezüge ab. Die Preisschwankungen des Markte- will man dabei durch die Einführung der Taxmark abfangen. Die Betriebstechnik ist das Werkzeug, dem Walde bei gegebenem Vorrat den höchsten Reinertrag abzugewinnen. Die Organisation dieser Technik wird erst neuerdings in der Forstwirtschaft angestrebt und befaßt sich mit der Frage des wirtschaftlich besten Waldaufbaues. Das Eindringen der Betriebswirtschaftslehre in die Forstwissen- schaft und die Erkenntnis von der Bedeutung der Techn k für den Wirlfchastkerso g stellea die Praxis der nächsten Jahre vor schwerwiegende Entscheidungen. Oer Abschluß des Lehrgangs. Im Schlußwort dankte Landforstmeister Dr. h. c. Hesse im Ramen der hessischen Staatssorstver- toaltung der HniDerfität Gießen, da der Fort- biiöungelebrgang durch die Zusammenarbeit der LandesuniDersität und der StaatssorstDerwaltung zustandegekommen war. Gleichzeitig dankte er allen (Säften und Teilnehmern der Veranstaltung. Geländes soll für die Stadt das Vorkaufsrecht im Grundbuch gewahrt werden. Die Mandatsniederlegung des Ge- meinderatSmitgliedS Fabrikant F e i ck wurde nicht genehmigt. Im Winter 1931 32 foll außer Brennholz und den dabei anfallcnbcn Rutzholzmengen Bauholz nicht gefällt werden, da bei der Döllig darniederliegenden Bauwirtfchaft Absatzmöglichkeit für Bauholz kaum Dorhanden ist und die Preise eine rentable Waldbewirtschaftung unmöglich machen. Die Kanalanlage in der neugeschaffenen Strafte „Am Kreppelftein" soll Dor Eintritt des WinterS noch hergestellt werden, um für eine Anzahl Erwerbslose Arbeitsmöglichkeit zu schaffen. 'Aach dem Ergebnis der Submission kostet die Anlage 7259 Mk.. etwa 1100 Mk. hofft die Stadt au- der produktiven Erwerbslosen^ ürsorge zu erhalten. Die Arbeiten einschließlich der Rohrlieferung wurden der Firma Hardt, Lauterbach, übertragen. Bürgermeister Walz teilte sodann mit, daß die am Montag in Betrieb genommene Volksküche sehr stark beansprucht wird. Der Gemeinderat beschloß, fall- der jetzt benutzte, 200 Liter fassende Kochkessel nicht ausreichen sollte, einen zweiten Kessel auszustellen. Weiter gab der Bürgermeister bekannt, daß er die Postautoltnie Lauterbach — Hl- richstein vorsorglich zum 1 Januar 1932 gekündigt hat, da sich der Zufchußbedarf dauernd erhöhte und Im letzten Vierteljahr fast 600 Mk. betrug. Der Gemeinderat ermächtigte den Bürgermeister, mit der Oberpoftdirektion Darmstadt erneut zu verhandeln, über eine bestimmte Garantiesumme aber nicht hinau-zugehen. Schließlich gab der Bürgermeister noch Kenntnis von 'Verhandlungen mit der M i 11 e l d c u t - lchcn Hartsteininduftric wegen deS BillsteinbrucheS. Die Pächterin will für 1931 nur noch 5000 Mk. für den von der Stadt gepachteten Dillsteinbruch bezahlen und außerdem noch da» Vertrag-Verhältnis lösen. Die Beschluß- faf'ung In dieser Angelegenheit wurde in die anschließende Deheimsihung verwiesen. Landkreis (tfiefren. 8 Alten Buseck, 26. Noo. Am Mittwochabend sand in un|cn-m Gotteshaus ein Lichtbilder- do r trag statt. Missionar Doma i, der lange Zeit in China ab Missionar tätig war, gab zu Beginn seines 'Vortrages einen Ucberblirf über die jetzige tagt in China. Nur das Evangelium könne den Bruderkrieg beenden. Der Nedner erzählte bann an fianb l-iner zahlreichen sch.men Bilder über da» IBirfen der Missionare in China. Die höchsten An- sorderungen werden an sie gestellt, die aber trotz ollem oft unter Einsatz des Lebens ihr Werk voll- Ä!1' > zahlreichen Besucher unierstutzten bie Mission durch Gaben. 3 Lollar, 27. Nov. Am morgigen Sa niste g begeht Schreinermeister Arnold r>cn hier • großer geistiger und körperlicher Friiche feinen a ch t. 3 i g ft e n Geburtstag. Der Iulilar erfreut sich nicht nur wegen seines umgänglichen Wesens son- dem auch wegen seiner beruflichen Tüchtigkeit all- gemeiner Achtung und Zuneigung. Sein im Jahre 1876 gegründetes Geschäft ist Im besten Sinne bekannt. f Treis a. d. Lda., 26. Rov. Dieser Tage starb dahier die frühere Gemeindehebamme Frau Margareta B e ck e r kurz vor Vollendung ihres 70. Lebensjahre«, die 42 Jahre lang ihres Dienstes treu gewaltet und über 1200 Kindern zum Leben verhalfen hat. *!* Leihgestern, 26. Rov. Gestern abend fand in unserer Kirche ein Li ch t b i 1 d e r v o r- trag der Mohammedaner - Mission statt. Frl. I. v. Dewitz, in Assuan (Oberägypten), seit sechs Jahren als Krankenschwester tätig, erzählte von Land und Leuten ihres Arbeitsfeldes. Missionspredigt, die von dort aus weit inS Land vorgetragen wird. Schule und Krankenhaus, in dem neben 30 belegten Betten täglich ungefähr 100 kranke Menschen mit und ohne Operation Heilung suchen, gab Kunde davon, daß man dort feit 1925 nach dem Krieg zum erstenmal wieder alte« Gebiet betreten hat, helfen Bewohner selbst ander arabischen und nubischen Wüste der Mission großes Vertrauen entgegenbringen. .Hol z h e i m , 26. Rov. Im verflossenen Kirchenjahr starben in unserer etwa 1200 Seelen zäh- knben Gemeinde 16 Personen. In der Filiale Dorf-Güll starben 7 Einwohner. — Eine Haus- fammlung für das Elisabethenftift in Darm- Habt ergab 55,60 Mark. — Auf Anregung des Kirchenvorstandes wurden für die Hilfsbedürftigen ber Stadt Essen einige Wagen Speisekartoffeln gesammelt. Eine gleiche Sammlung wurde auch in Dorf-Güll durchgesührt. ÄrciS Büdingen. ^'Babenhausen 1., 26. Rov. In den letzten wahren bestand untere F o r t b i l d u n q - s ch u l e ?A8Jl?.,ncr ^aben- und Mädchenklasse mit über 30 Schulern. Run ist die Schülerzahl so sehr zu- rückgegangen, daß die beiden Klassen zu einer g e m ein s a m c n Klasse vereinigt worden lind. £dr die Handarbeit müssen die Schülerinnen ^1...^orlamkettSgründen den Hnterricht der Volksschule besuchen. - 3m Kirchspiel SchwickattS- baufen mit Dodenhausen. Bellmuth und SckattS- dorn werden im nächsten Jahre nur vier Konfir- manöen emgefegnet und zwar aus Bellmuth zwei Mädchen, auS EckartSborn ein Knabe und ein Mädchen. Kreis Schotten. ?laÄ5 üt2cn.^2e '3ToD- 2n einem Kursus sprach hier die KreiSschwester Ella PuthiSchot- ^n) über .Kinder- u n d K r a n k e n p f l e g e". An die Behandlung der aktuellen Themen: allge- KCln4n^Dtt,crt,flcflC- Hygiene der Kleidung und der Wohnung. Ernährung des gesunden und oe» tranken K-ndeS. schlossen sich prakt sche Hebungen ar Der 51 ;rlu« war von 20 jungen Mädchen und lUiigen Frauen besuch^ — Eine Sammlung zugunsten der hessischen Jugendherberge n ergab hier den Betrag von 8.15 Mark — §ur die Win terbilf e des Äreife» Schotten murb«n t.5 Zentner Kartoffel und 2 Zentner 3kbfd gezeichnet. KreiS «rsfeld. ll. M e r l a u 26. Rov. Bei der Treibjagd des PächterS Butz (Dietzen) wurden 3 Rehe, 4 Hafen und 1 Schnepfe erlegt. Bemerkenswert ist. daß man einem der jetzt geschossenen Rehe schon zwölf Jahre lang nachstellte. Die Rehe hatten das stattliche Gewicht von 130 Pfund. Preugen. x Kreis Wetzlar. Q O b e n h a u s e n, 24. Noo. Der Vorsteher der hicsigen Dränage-Genossenschaft und der fteUoertretenbe Dorsteher sind beide verstorben, so daß in ber Generalversammlung die Neuwahl erfolgen mußte. Gewählt wurden Ehr. Kraft al» Gcnossenschastsoorsteher und Thr. Fritz als Stell- Vertreter, sowie L. S p e i e r als Beisitzer an Stelle de» bisherigen Beisitzers. Die Wahl gilt auf fünf Jahre und ist vorn Landrat bestätigt worden. 0 Dutenhofen, 25.Noo. Am vorigen Samstag fand die Abnahme des Wasserleitungs- baue» unserer Gemeinde statt. Vormittags wurde die Anlage noch einmal in allen Teilen geprüft, nachmittags fand ein Rundaang des Bürgermeisters Brockmeier (Krofdorf), der Gemeindevertretung und der Bauleitung nach den Quellen und dem Hochbehälter statt. Anschließend brachte Gemeindevorsteher A g e l bei einem geselligen Beisammensein im ,Zagdschlößchen" dem bauleitenöcn Kreistiefbauamt, den bauausführenden Firmen und ihren Mitarbeitern, sowie dem Gemeinderatsmitglied Lehrer Gaß für feine hervorragende Tätigkeit bei der Geldbeschaffung zur Durchführung des bedeutsamen Bauwerkes den herzlichen Dank der Gemeinde zum Ausdruck. Bei den Bauarbeiten fand ein großer Teil der Erwerbslosen unserer Gemeinde Be- schäftigung. Die Baukosten betrugen für das Ortsnetz 88 000 Mark, für den Hochbehälter 13 000 Mark, für das Pumpenhaus 2500 Mark, für die zwei Kol- benpumpen 6500 Mark, für Bohrungen, Wasserschürfarbeiten, Quellfassungen Sammelbehälter usw. insgesamt 42 000 Mark. Die Landesbank der Rhein- provinz bewilligte ein Darlehn von 100 000 Mark, von dem jedoch erst 50 000 Mark in Anspruch genommen wurden. Die Gemeinde erhielt zwei verbilligte Staatsdarlehn von je 25 000 Mark und eine Staatsbeihilfe von je 8000 Mark. Durch die Bereit- Willigkeit der Einwohner — )eber Anfchlußnehmer zahlte in Raten einen einmaligen Baukostenzuschuß — konnte eine größere Summe aufgebracht werden, durch die jetzt schon fast ein Drittel der Baukosten- lumme bezahlt ist. Die täglich zur Verfügung stehende Wassermenge beläuft sich auf 115 Kubikmeter, so daß der Wasserverbrauch für unsere rund 1500 Einwohner zählende Gemeinde reichlich gedeckt ist. 0 AuSdem Hüttenberg. 25. Rov Rändern bie Schweinepreise schon seit Wochen lehr stark zurückgegangen sind, sinken nun auch bie Rindviehpreise ganz erbeblich. Rur für ganz erstklassige« Vieh ist noch Absatz zu finben. Fast in den meisten Otten gehen die Land- witte jetzt dazu über, Schweine unb Rind- vieh selbst zu schlachten unb au -zuwieg e n. Der Verkauf be- Fleische- erfolgt an bie Ortseinwohner, oft auch nach auswärts. j Münchholzhausen, 26. Noo. Der ® e • meinbera t hat in feiner letzten Sitzung bie Holzfällung-arbeiten fern Holzdauermeister Friedrich Schneiber VI. auf bin Angebot hin übertragen. E- haben sich 50 Holzhauer gemelbet, bie in zwei Rotten beschäftigt werben sollen. Kunst und Wiffenschast. 150 Zahre Leipziger Gewandhaus-Konzerte. Au- Anlaß be- 150jährigen Bestehen- ber Leipziger Gewandhaus-Konzerte fand im Gewandhaus ein Festakt statt, an dem u. a. ber sächsische Innenminister Richter, Frau Winifred Wagner, Dr. Hans P f i h n e r, Anverwandte früherer verstorbener DewandhauS-Diri- genten sowie Persönlichkeiten aus dem kulturellen unb wirtschaftlichen Leben Leipzig- teilnahmen. Der Dorsihenbe ber Gewandhaus-Konzertdirek-, tion, Verleger Max Drockhaus, hielt bie Festrebe. Innenminister Richter überbrachte bie Grüße ber Regierung. Für bie Stabt Leipzig sprach Oberbürgermeister Dr. Goerbeler. Der Rektor ber Leipziger HniDerfität, Professor Dr. Litt, überbrachte bem Vorsitzenden der Gewandhaus-Konzertdirektion die Ernennung zum Ehrensenator der HniDerfität Leipzig. Reichsgericht s- präfident Dr. Dumke sprach im Ramen ber Ge- wandhausbesucher. Für bie schassenben Künstler übermittelte ber Komponist Dr. Han- P f i tz n e r Grüße. Don Reichspräsident d. Hindenburg war folgender Bries eingetroffen: .Ich sende Ihnen meine herzlichen Glückwünsche zu diesem seltenen unb für da- künstlerische Leden unsere- Volkes so bedeutsamen Anlaß. Mögen bie Leipziger Ge- wandhauS-Konzerte, bie unter Dirigenten wie Felix Don Menbel-sohn-Bartholby und Arthur Ri- lisch seit eineinhalb Jahrhunderten Weltruf erwarben, auch weiterhin ihre führende Bedeutung im deutschen Musikleben bewahren zur Ehre deutscher Kultur." y Lia de Putti f. Neuyork, 27. Noo. (CNB. Funkspruch. (Eigene Meldung.) Die Filmschauspielerin Lia d e Putti ist an Lungenentzündung geworben. Bücher für den Weihnachtstisch. Kalender und Almanache auf das Jahr 1932. — Deutscher Almanach für das Jahr 19 32. Herausgegeben von Dr. Wolfgang von (Ein- siedel. Ausstattung von Georg Salier. 1,50 Mark. Verlag Philipp Reclam jr., Leipzig. (330.) — Der dritte Almanach des Berlages Reclam, für das Goethe-Jahr 1932, umreißt in einheitlichem Aufbau das ganze große Gebiet der Klassik in Aufsätzen und Auseinandersetzungen führender Köpfe unserer Zett. Was ist uns die Klassik, in welchen Beziehungen steht die Gegenwart zu ihr?: das sind die Fragen, die hier von den verschiedensten Seiten beleuchtet, durchdacht und beantwortet werden. Neben dem Historiker steht der Politiker, neben dem Kunst- gelehrten der Naturforscher, und immer bietet Goethes umfassende Persönlichkeit den zentralen Punkt, von dem die Erörterungen ausgehen, zu dem sie hinleiten. Wenig bekannte, zum Teil unoer- öffentlicbte Dokumente werden ans Licht gestellt, das Weimar, Jena, Berlin der Klassik und Romantik ersteht in lebendigem Bilde. So ist es ein einheitlich gestaltetes und doch innerlich vielseitiges Jahrbuch, das zum Goeihe-äahr 1932 die Summe zweier Jahrhunderte äu ziehen sucht. Die zahlreichen Bildbeilagen und Miszellen umhüllen den geistigen Kern des Jahrbuches mit reizvoll buntem Gewand. -Amalthea-Almanach 1 932. 169; 62 Seiten 8°. Geheftet 1 Mk. Amalthea-Verlag, Zürich, Leipzig, Wien. (407). — Der mit acht interessanten Bildtafeln geschmückte, von Gmil Erma- tinger mit einem Aufsatz über Goethe- religiös- sittliche Symbolik eingeleitete Almanach gibt einen Querschnitt burch die Probuktion deS sehr Dielfeitig tätigen Verlage- unb bringt Beiträge u. a. von fotgenben Autoren: OSkar von Wertheimer (»Eleopatra"): DenebettoEroce (.Helena"): Winston S. Ehurchill (.Da- Saargebiet'7); A T. Wassiljew (.G. P.H."); Walter von Molo ("Der deutsche Geist und die Diktatur"); Hermann Aeppli (.RächtlicheS Spiel"); Mussolini (.Der Führer"); DesideriuS Papp (.Auf dem MarS"); Anna Wyrubowa (.Rafputtn"): Forst-Battaglia (.Karl May, bet Dichter") unb Trebitsch-Lin- coln (.Flucht auS dem Gefängnis") — um nur eine kleine Auswahl zu geben. Anschließend ein ausführlicher Verlags-Katalog. — StaackmannS Almanach 1 932. 13. Folge. HerauSaegeben von Rudolf Grein z. Mit einem Kalendarium unb einem Verzeichnis ber Neuerscheinungen bieseS Jahres. 244 Seiten. Kart. 1 Mk. (399) — Der Almanach, ber durch eine Würdigung deS 60jährigen Dichter- Franz Karl Ginzkeh eingeleitet wird, enthält 25 Beiträge — unb zwar meist Novellen, Skizzen unb abgeschlossene Erzählungen, bie eine anzießenbe unb aufschlußreiche Lektüre gewährle.sten. Als 2h t ren bi es er Beiträge zeichnen u. a.: Raoul Auernhei- mer, Rudolf Han- Bartsch, Max Dreyer, Georg von der Gabelenh. Fttedrich von (Dogern, Franz Karl Giiukev. O-kar Dluth. Rudolf Greinz. Smcl Habina. HanS Heyck, Robett Hohlbaum, Erwin H. Rainalter, Han- Sterneber unb Karl Han- Strobl. Sine befonbere Heberraschung bereitet der Verlag den Käufern des Almanachs, indem er fie xur Beteiligung an einem literarischen Prei-au-- schreiben einläDL Es gilt, auf bem begrenzten Raum einer beigefügten Postkarte Antwort auf bie Frage zu geben: .Welche ber bie-jährigen Neuerscheinungen unsere- Verlages hat Ihnen am besten gefallen unb warum?" — .Europa fenbet..." Unter biefem Leitsatz hat ber Sübwestbeutsche Funkverlag Frankfurt a. M. ben Runbfunk-Kalender für da- Jahr 1932 herau-gebracht. (441) — Auf 106 Blättern sink» in diesem Kalender die bedeutsamsten Ereignisse auf bem Gebiete ber Politik, ber Wirtschaft, ber Wissenschaft unb ber Kultur, soweit sie über ben Rundfunk den Hörern zu Ohren gelangten, in Bildern festgehalten. Aufnahmen von bedeutenden Personen im Senderaum vor dem Mikrophon, politische Führer aller Cänber, Forscher, Dichter, Gelehrte unb auch der Papst, soweit sie sich de- Rundfunks bedienten, lernt man auS diesem Kalender kennen unb gewinnt so erinnernden Kontakt zu den mannigfachen Ereignissen, die da- vergangene Jahr brachte. Eine interessante Bilderserie gestattet einen Einblick in bie technischen Mysterien de- Rundfunks; gleid)- zeitig werben bie neuesten Errungenschaften der Radiotechnik vor Augen geführt. Der Rundfunk- Kalender für 1932 ist nicht nur ein fehr unterhaltsame-, sondern auch ein sehr lehrreiche- Bilderbuch. — Der Deutsche Kalender 1 932, her- au-gegeben von der Reich-bahnzentrale für den Deutschen Reiseverkehr, ist im 11. Jahrgang im Verlag (Sari Gerber, München, erschienen. (471) — Man kann diese neue Au-gabe de- beliebten Abreißkalender-, der auf 122 Seiten ebensoviel Bilder au- dem schönen Deutschland bringt, nicht durchblättern, ohne zum Reisen angeregt zu werden. Auch diesmal enthält der Deutsche Kalender ausschließlich neue Aufnahmen, Bilder, die drucktechnisch einwandfrei wiedergegeben sind und In der Auswahl der Mottve wie in ihrer Anordnung Sorgfalt und sicheren Blick für daS künstlerisch Wesentliche erkennen lassen. Sine erhebliche Bereicherung hat der Kalender durch Beigabe Don vier farbigen Kunstblättern erhalten, die nach Originalen von Hohlwein, Dzubas und v. Axster- Heudtlaß gedruckt sind. Prei- 2,50 Mk. — An dem neuen Jahrgang 1932 von Elly P e - kersens Hunde- und K a tz c n k a l e n d e r (Preis 1,95 Mark, Verlag Knorr ö- Hirtb, München) wird jeder Tierliebhaber feine Freude haben. Da ist z. B. eine prächtige Naturaufnahme „Liebe im Schnee", die einen Mater zeigt, der aus vollem Hals« nach dem Weibchen schreit. Oder der berühmte Dobermann Strolch, der einen kleinen Jungen vor bem Ertrinken in einem Eisloch rettete Wir sehen Ludwig Thoma mit seinem Dackel und Knut Hamsun mit seiner Dogge, eine Jagdhündin ein junge» Reh säugend, eine Katze al» Hundepflegemutter oder den Pudelschnauzer Hesi, den Hauptdarsteller in Bruno Franks „Sturm im Wasserglas", wir sehen Mode- hunde und Hundemoden, seltene »atzen, sehen beide Haustiere mit dem Menfchen zusammen, mit Kindern, schönen Frauen und Dichtern, aber auch da» leidende Tier. Jede Woche ein neue» Äalenberbilb zum Abreihen! Klare knappe Texte kennzeichnen Rassemerkmale und Eigenheiten und geben viele praktische Winke für richtige Pflege und Aufzucht. In einem Photowettbewerb sind für Liebhaberphotographen wieder wertvolle Preise ausgesetzt. Ein künstlerischer Wochenabreißkalender, der auch als Geschenk für alt und jung, für den Herrn wie für bie Dame, sehr geeignet erscheint (381) — Deutscher Bierkalenber 1 932. «Jin künstlerischer Wanbabreißkalender. zweifarbig gebrückt, mit 120 Bilbern. (Verlag Knorr & Hirth GmbH.. München.) Preis 2.75 Mk. (389) — Wieder ein Band Kulturgeschichte deutschen Bier- und deutschen GastweseTr-! Au- Museen und Sammlungen wird stolzes Gildezeug entlehnt, große Schlciskannen und dickbauchige Humpen, schlanke Krüge unb seingeschlissene Gläser, prächtige Wirt-hau-schilder unb Deckeldilder voll Humor unb Poesie, Braucrwappen unb Bahrtuch riegel» samer Drauerburschen. Wer noch Sinn hat für Humor, mag sich an den lustigen Blättern von Ädamfon, Oberländer. Thöny und Zttle ergötzen. Freilich klagt auch die Not unserer harten Zeit au- dem bunten Bilderbuch. Wir hören von dem schweren Kamps ber Wirte unb Hopfenbauern, von der Wirkung ber Bierstcuererhöhung, von dem Aufbau der Dierpreise vor und nach dem Kriege. Au» der Bilderschau: da- neuzeitlich« Dierplakat, das schöne Brauerzeichen, Blätter über den Nähr» und Heilwett de- Bieres, über alt« Trinksittcn und Volk-bräuche, ®emälbt Don Ian de Bray, Gehner, Pflug, Huth. Padua und Hiasl Maier. 9J.*fpor< VfB. gegen Universität. Gestern nachmittag trugen die Studenten der hiesigen Universität, soweit sie den Fußball- sport betreiben, ein Ausscheidungsspiel unter sich aus, um auf diese Weise zu einer endgültigen Mannschaftsaufstellung zu gelangen, die die Studenten in kommenden Wettkämpfen vertreten soll. Diese Mannschaft tritt nun bereits am Samstagnachmittag auf dem DfD.-Platz zu einem Spiel gegen die Liga des Plahvereins an. Auf den Ausgang des Kampfes darf man gespannt sein. Eine Vorhersage ist auch hier kaum möglich, und wenn auch die Studenten am letzten Samstag mit 5:1 gegen die Liga der Spielvereinigung 1900 verloren hatten, so ist das morgige Spiel eine durchaus offene Angelegenheit. Da man annehmen darf, das; die Studenten nach dem Auswahlspiel einige Posten stärker beseht haben werden, darf die Liga des DfD. den Gegner nicht auf die leichte Schulter nehmen. Die Studenten sind gewandt, spielen mit großem Eifer, und wenn auch die Ballbehandlung noch nicht die einer Klassenmannschaft ist, so stellen sie doch im Durchbruch einen gefährlichen Gegner dar. Einweihung -er „Brunhildis-Eisbahn" verschoben. Die für den 29. November vorgesehene feierlicher Eröffnung der „Brunhildis-Eisbahn" des Südwestdeutschen Eissport-Berbandes auf dem Feldberg im Taunus muhte wegen der herrschenden miLen Witterung um ach: Tag: auf Sonntag, 6. Dezember, verschoben werden. Das Eröffnungsprogramm bleibt in der gleichen Folge bestehen. Das Dezemberprogramm der Eisbahn sieht folgende Termine vor: 6. Dezember: Feierliche Eröffnung der Bahn: 13. Dezember: 1. Gishockey- Blih-Turnier der Mannschaften Gießen, Tennis- Hub 1914 Frankfurt, Frankfurter Eissportklub und FG.-Sportverein Frankfurt: 20. Dezember: Lehrgang und Prüfung für Schiedsrichter im Cis- kunstlaufen: 25. Dezember: Eishockehwettspiel und Kunstlaufen; 26. Dezember: Eishockeywettspiel und Eisschiehkämpfe; 27. Dezember: Kunstlaufwettbewerbe (verbandsoffen). 85 Jahre Turnverein 1846 Gießen. Der älteste leibesübungtreibende Verein Gießens, der Turnverein von 1846 Gießen, kann in diesem Fahre auf sein 85jähriges Bestehen zurückblicken. Gleichzeitig sind es 45 Fahre, daß die Fechtabteilung des Vereins besteht. Das Jubiläum wird der Notzeit entsprechend in einfacher Weise begangen und der Verein vereinigt seine Mitglieder und Gäste am Samstagabend zu einem Festabend in der Turnhalle. Verschiedene Turnabteilungen werden mit ihren Darbietungen zur Verschönerung des Abends beitragen. Am Sonntagvormittag findet man die Spielmannschaften auf dem Llniversitätssportplatz im friedlichen Wettkampf und um 15 Tlhr beginnt der Mannschafts- Gerätewettkampf mit den Turnvereinen Bieber bei Offenbach, Herborn und Gießen. Fede Kampfmannschaft besteht aus zwei Turnerinnen, zwei Fugendturnern und vier Turnern. Ein spannender Kampf dürfte zu erwarten sein. Den Abschluß des Festes bildet em Familienabend in der Turnhalle. Sportverein 1928 Garbenteich. Garbenleich I — Daubringen I 6:0 (4:0). Die 1. Mannschaft des Sportvereins Garbenteich hatte am vergangenen Sonntag die 1. Mannschaft des Sportklubs Daubringen zu Gast. Wenn auch die Daubringer nicht mehr ganz auf der Höhe zu sein scheinen, auf der sie einst standen, so gaben sie doch einen beachtenswerten Gegner ab. Am schwächsten war beim Gegner der Sturm. Die Vlahbesitzer erwiesen sich demgegenüber in guter Form, jeder einzelne war gut auf dem Posten und so mußten sich die Gäste hoch geschlagen bekennen. Das Spiel wurde zwar hart, aber doch fair durchgeführt. — Garbenteich 1. Schüler gegen Lich 1. Schüler 1:1. Leichtathletik im Mimer-Tumverem. Rückblick auf die Leichtathletik-Saison 1931. Die Erfolge, die die Leichtathletik-Abteilung des Gießener Männer-Turnvereins in der vergangenen Saison (April—September 1931) erringen konnte, geben den Anlaß, sie durch einen kurzen Rückblick zu würdigen. Wohl gehörten die Männerturner schon im vorigen Fahre zu den im volkstümlichen Turnen führenden Mittelrheinkreis- Vereinen, doch hat die diesjährige Saison alle Erwartungen weit übertroffen. Die Erfolge sinh um so beachtenswerter, wenn man bei der Bewertung berücksichtigt, daß der Männer-Turnverein erst seit 31/? Fahren die Leichtathletik als Spezialfach in seinen älebungsbetrieb ausgenommen hat. Die von den aktiven und jugendlichen Turnerinnen und Turnern errungene stattliche Anzahl von 261 Siegen — hiervon allein 86 erste Siege — hat den Männer-Turnverein weit über die Grenzen des Mittelrheinkreises bekannt gemacht. Da die erzielten, über dem Durchschnitt liegenden Leistungen sich auf einer stark ansteigenden Kurve bewegen und die Tatsache, daß die Abteilung in der diesjährigen Saison einen starken Zuwachs erhalten hat, stellt dem Abteilungsleiter L. M al» komesius das beste Zeugnis aus und beweist, daß der MTV. mit seiner Arbeit auf dem richtigen Wege ist. Fm Laufe des Fahres wurden insgesamt 1 8 leichtathletische Veranstaltungen besucht. Don diesen zahlreichen Wettkämpfen ist in erster Linie das I. kreisoffene Sportfest, das der INlv. auf dem VfB.-Waldsportplatz zur Durchführung brachte, hervorzuheben. Eine für Gießener Verhältnisse bei Nationalen leichtathletischen Wettkämpfen noch nie erreichte Wettkämpferzahl. Den Auftakt zur Saison 1931 bildete der Frühjahrswaldlauf, der dem MTV. zwei erste, einen zweiten und einen dritten Sieg einbrachte. Das kreisoffene Sportfest der Turn- gemeindeRödelheirn sah die MTVer trotz stärkster Konkurrenz (von über 400 Teilnehmern) mit 17 Siegen (hiervon 8 ersten) unter den drei erfolgreichsten Vereinen. Erstmalig nahm auch der Männer-Turnverein an dem vom Westdeutschen Spielverband veranstalteten S t a s f e l l a u f „Rund um die Gießener Anlagen" teil. Während die aktiven Turner als erster durchs Ziel gehen konnten, wurden die Fugendturner und Turnerinnen jeweils zweiter. Auch die k r e i söffe- nen volkstümlichen Wettkämpfe des Turnvereins Offenbach und des Frankfurter Turnvereins 1860 waren beschickt worden und brachten dem MTV. Gießeß 14 bzw. 5 Siege (von diesen 7 bzw. 1 ersten) ein. Von den an den II. Nationalen Frauenwettkämpfen des VfB. Gießen beteiligten Vereinen konnte der MTV. mit 21 Siegen (hiervon 9 ersten) vor dem F.-G.- Sportverein Frankfurt die erste Stelle einnehmen. Auch bei dem Bezirksturnfest, wo in sieben Altersstufen Mehrkämpfe zum Austrag kamen, waren die (Siebener Männerturner mit 5 ersten Siegen am erfolgreichsten. Ferner wurde das reichsoffene Feldbergfest besucht, das über 1200 Wett-Turnerinnen und -Turner am Dlart sah. Außer den errungenen Einzelsiegen ist besonders hcrvorzuheben, daß die 4X75-Meter-Turnerinnen- Staffel den Brunhildenschild zum dritten Mal und die 5X100°Meter-Turner-Staffel den Emanuel- Schmuck-Schild zum zweiten Male hintereinander erfolgreich verteidigen konnte. Auch an den Kreis- mei st erschuften des Mittelrheinkreises, die in diesem Jahre in Bad Kreuznach a. Nahe zum Austrag kamen, beteiligten sich einige Turnerinnen und Turner. Dort konnten 8 Siege, davon 4 Kreismeisterschaften, errungen werden. Auf den Süddeutschen Mei st erschuften in Nürnberg wur der Mtv. durch Frl. E. Bickel- Haupt vertreten. Infolge einer Knieverletzung wurde Frl. Bickelhaupt fast ganz außer Gefecht gesetzt und mußte sich im Hochsprung mit dem zweiten und im Fünfkampf mit dem vierten Platz begnügen. Ein erfolgreicher lag war auch der 19. 3uH, waren doch an diesem Tage die Farben des Männerturnvereins auf drei Deranstaltungen — den kreisoffenen volkstümlichen Wettkämpfen des Tv. „Borwärts"-B o cke n he i m, den Nationalen Wettkämpfen der S p i e l v e r e i n i g u n g 19 0 0 Gießen und dem Gauturnfest in Marburg — vertreten. Trotz dieser Zersplitterung der Kräfte brachten die Mtv.er insgesamt 12 Siege, hiervon 5 erste, an sich. Eine ganze Anzahl von Siegen wurden noch von den Turnerinnen und Turnern des Mtv. Gießen bei dem Polizei- sportfest in Butzbach, dem Gaufrauen» wetturnen in Butzbach und bei den II. N a - tionalen Jugend-Wettkämpfen des VfB. 08 Gießen errungen. Bei den Gau» meist erschuften in Butzbach blieb der Männerturnverein — bei über 400 Teilnehmern — der erfolgreichste Verein und konnte 14 erste Siege an sich bringen. Insgesamt konnten in diesem Jahre außer 16 ersten Mannschaftssiegen auch noch 6 Wanderpreise errungen werden. Die Einzelleislungen: Don den ß e i ft u n g e n d e r einzelnen Turnerinnen verdienen besonders hervorgehoben zu werden: Im Hochsprung Frl. Bickelhaupt mit 1,50 Meter; Frl. Espach mit 1,42 Meter und Frl. Röhmig mit 1,40 Meter. Im Weitsprung brachten es die Turnerinnen Bickelhaupt auf 5,08 Meter, Röhmig auf 5,03 Meter, Espach und Amend auf 4,79 Meter. Im 100-Meter-Lauf lag Frl. Bickelhaupt mit 12,8 Sekunden knapp vor ihren Vereinsschwestern. In den übrigen Wettkämpfen lagen die erzielten Leistungen etwas über dem guten Durchschnitt; immerhin ist die Leistung von Frl. Bickelhaupt im Kugelstoßen (10,66 Meter) und von Frl. Röhmig (9,54 Meter) ganz beachtenswert. Die 4X100-Meter-Turnerinnenstaffel (Espach, Amend, Röhmig, Bickelhaupt) erzielte die ausgezeichnete Zeit von 52,8 Sekunden und konnte die diesjährige Saison ungeschlagen beenden. Bei den Jugendturnerinnen waren Frl. Röhmig, Körner und Schmidt am erfolgreichsten. Sehr gute Leistungen erzielten auch die Turner. Besonders hervorzuheben ist im 100-Meter-Lauf R. Fernau mit 11,1 Sekunden und R. Becker mit 11,3 Sekunden, sowie im 200-Meter-Lauf ebenfalls R. Fernau mit 23,8 Sekunden. E. Ploch erzielte im 400-Meter-Lauf mit 53,8 Sekunden und im 1000° Meter-Lauf mit 2:48 Minuten die besten Zeiten, lieber die 6-Meter-Grenze im Weitsprung tarnen Lindenstruth und Rothermel. Im Hochsprung erzielte H. von Rotenhan und L. Malkomesius die Höhe von 1,65 Meter. Beim Stabhochsprung erreichte L. Malkomesius die Höhe von 3,10 Meter. Wenn auch bei den Wurf- und Stoßkonkurrenzen keine überragenden Leistungen zu verzeichnen waren, so verdienen dennoch folgende Resultate erwähnt zu werden: Rothermel im Speerwurf mit 49 Meter und im Kugelstoßen mit 11,98 Meter, ferner Fr. Petry im Diskuswurf 36,55 Meter. Die 4X100-Meter-Staffel erzielte in der Aufstellung Seyb, Fernau, Malkomesius, Becker mit 44,6 Sekunden die beste Zeit der Saison, die Schweden- staffel mit Ploch, Fernau, Rothermel, Becker konnte 2:11,4 Minuten erreichen. — Die erfolgreichsten Jugendturner waren W. Hanß, K. Strack und W. Wagner. Wie diese Zusammenstellung zeigt, konnte der Männerturnverein ausgezeichnet abschneiden und das Recht für sich in Anspruch nehmen, in der ab= gelaufenen Saison sehr viel zur Ertüchtigung unserer Jugend beigetragen zu haben. Mit Zuversicht kann der Männerturnverein Gießen in die Saison 1932 blicken, wenn die Leichtathleten und Leichtathletinnen das Wintertraining mit dem gleichen Eifer beenden, wie sie es begonnen haben. Unterschlagungen bei vier Gemeindekaffen im Dillkreis. WSN. D i l l e n b u r g , 26. Nov. Pei der Prüfung der Jahreerechnung 1929 der Gemeinde Roth (Dillkreis) sind Unregelmäßigkeiten des früheren, inzwischen verstorbenen Gemeinderechners festgestellt worden. Ebenso wurden nach der Kassenübergabe nach dem Tode des früheren Gemeinderechners in Allendorf (Dillkreis) Unregelmäßigkeiten des verstorbenen Gemeinderechners festgeftellt. In beiden Fällen sind vom Kreisausschuß des Dillkreiscs Defektenbeschlüsse ergangen, welche die Erben als haftbar erklären. Ferner schwebt gegen den früheren Gemeinderechner in B u r g bei Herborn ein gerichtliches Vergleichsverfahren wegen Unregelmäßigkeiten zum Schaden der Gemeindekasse; ebenso gegen den ehemaligen Gemeinderechner in Mandeln. Es handelt sich jeweils um Beträge von mehreren tausend Mark, die die Gemeinderechner in die eigene Tasche verbuchten. Rundfunkprogranim. Samstag, 28. November. 7.20: Frühkonzert auf Schallplattcn. 10.20 bis 10.50: „Wege auf dem Meer", Vortrag von Dr. Sorel, Hamburg. 12.05: Schallplattenkonzert. 15.15: Stunde der Fugend. 17.05: Nachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.40: „Die Mutter und ihr Heranwachsender Sohn", Gespräch zwischen einer Mutter und Dr. H. Buß. 19.05: Spanischer Sprachunterricht. 19.45: Karlsruhe: Technik für Alle: „Widerstand- und Transformatorenverstärker", Vortrag von Dr. Karl Riemenschneider. 20.00: Von Wien: Fräulein sucht Anschluß. Ein Wiener Bilderbogen. 22.40 bis 24.00: Don Wien: Tanzmusik. Wer's gut mit Ihnen meint wird Ihnen dringend abtaten von Waschmitteln mit allerhand Zusätzen, die Ihre schöne Wäsche zerfressen. Nur reine Seife wäscht wirklich gut und schonend. $ weifte äernfeife ist vollkommen rein 1° schäum» und waschkrästig, daß man Ihnen n^ts Besseres raten kann für Wasche und Hausputz. 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Um zahlreichen Besuch bittet Die AusstelluuflsleitunB. 8050 d Cafe-Restoorant „Bürgerhof* Plocketraße 5 Angenehmes Familienlokal o. Spelsehans Der bürgerliche Mittagstisch zu Mk. 1.00 im Abonnement Mk. 0.90 zu Mk. 1.20 im Abonnement Mk. 1.10 Samstag und Sonntag KONZERT Kataloge und Prospekte neferidieBrühl'sche Druckerei Für d. Weihnachts- Sebäck kaufen Sie illigst: Sämtliche Gewürze Mandeln, süß und bitter Nußkerne Th-nwe-Backpulver laten usw. )gerie -nterhoff, Kreuzplatz 10. 8069 A Metzgerei Jakob Friedridistraße Telephon 4346 Beste Bezugsquelle für gute u.billige Fleisdn u.Wurstwaren Gratis erhält morgen Samstag jeder Kunde bei Einkauf von 2 Pfund Fleisch: y^Ptd. gute SuppensKnodten mollig und warm für Herren..von 1.95 an 8054 A Turnverein von 1846 Gießen Feier aus Anlaß des 85 jährigen Behebens und 45 jähr. Behebens der Feditabteilung Samstag, den 28. November 1931, abends 8 Uhr, in der Turnhalle, Steinstraße Feftabend (Kommers) mit turnerischen Aufführungen Sonntag, den 29. November 1931, nachm. 3 Uhr, in der Turnhalle, Steinstraße Mannfdiaftsgerätewettkampf T.-V.Bieber/Offenbach— T.-V. Herborn — T.-V. Gießen Eintrittspreise: Numer. Sitzplatz 0,80, unnumer. Sitzplatz OHO, Jugendliche bis zu 14 Jahren 0.30 RM. Sonntag, den 29. November 19.31, abends 8 Uhr Familienzufammenkunft mit Tanz Wir bitten um rege Beteiligung. Der Vorstand. 80/4 I' < Hurra! Kasperle ist da! Liebe Kinderl 80570 Zum letztenmal für dieses Jahr wird am Sonntag, 29. Nov., nachm. 3 Uhr, im Kath. Vereinshaus Kasperle gespielt. Der Nikolaus kommt auch. Sclireibt eure Weihnachts-Wünsche auf einen Zettel. Nikolaus nimmt ihn mit zum Christkind. — Der Eintritt kostet 20 Pf., weil Kasperle den Armen helfen will. Boer Frennd Kasperl Larifari. zum unserer Leist«™ n Sie sich von Uebetzeugenbt IW y der ßevölKerung deutsChen m°'9en»?z™->-»'»ett^e0«>^ - de" Z^^B^^r^nPreisen Einkautskonzem . . niedri§sten den*1**,"--''rroftve*»*»’ *' rnnellß” Gr°R sensati mSam5M,^9Uto ln6eaa^“'"* ---- 11 0ießen Rr. 278 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Zreitag, 27. November 1931 Wirtschaft. v. H. = gut, 34,8 = durchschnittlich, 22,7 v. H. = ge= Oie deutsche Getreideernte 1931. Die endgültigen, auf Grund von Druschproben vorgenommenen Schätzungen durch die amtlichen Ernte-Berichterstatter haben nach Feststellung des Statistischen Reichsamts folgende Gesamtmengen für das Deutsche Reich ergeben: Winterroggen 6 592 000 Tonnen, Sommerroggen 88 000 Tonnen, Winterweizen 3 669 000 Tonnen, Sommerweizen 564 000 Tonnen, Spelz 133 000 Tonnen, Wintergerste 507 000 Tonnen, Sommergerste 2 511 000 Tonnen, Hafer 6 205 000 Tonnen. Gegenüber der (vorläufigen) Getreideschätzung zu Anfang September d. I. bleiben die Erträge bei allen Hauptgetreidearten etwas zurück, und zwar an Roggen um rund 300 000 Tonnen (= 4,4 v. H.), an Weizen einschließlich Spelz um 36 000 Tonnen (= 0,8 v. H.), an Sommergerste um rund 1000 Tonnen (= 0,1 v. H.) und an Hafer um 192 000 Tonnen (- 3 v. H.). An Wintergerste haben sich die Erträge gegenüber der Vorschützung um rund 18 000 Tonnen (= 3,7 o. H.) erhöht. Im Vergleich zu den Ergebnissen der vorjährigen Getreideernte (1930) sind die diesjährigen Erträge an Roggen um 1 Million Tonnen (= 13 v. H.) geringer. Bei allen übrigen Getreidearten übertrifft die diesjährige Ernte die vorjährigen Ergebnisse, und zwar bei Weizen einschl. Spelz um 440 000 Tonnen (= 11,2 v. H.), an Sommergerste um 127 000 Tonnen (= 5,3 v. H.), an Wintergerste um 31000 Tonnen (= 6,6 v. H.) und an Hafer um 550 000 Tonnen (-- 9,7 v. H.). Gegenüber den Ernteerträgnissen im Durchschnitt der letzten sieben Jahre ist die neue Getreideernte nur an Roggen und Hafer geringer (um 9 bzw. 1,2 o. H.). An Weizen einschl. Spelz stellt sie sich dagegen um 30 v. H., an Sommergerste um 3,3 v. H. und an Wintergerste um 37,7 o. H. höher. In Verbindung mit den endgültigen Schätzungen über die Mengenerträge sind in diesem Jahre erstmals im ganzen Deutschen Reiche durch die amtlichen Saatenstandsberichterstatter auch Ermittlungen über die Beschaffenheit der Ernteergebnisse bei den Hauptgetreidearten vorgenommen worden. Rach Mitteilung des Statistischen Reichsamtes haben sich dabei folgende Qualitätsbeurteilungen im Verhältnis zur Gesamternte ergeben: Winterroggen 50 v. H. = gut, 34 v. H. = durchschnittlich, 16 v'H. = gering; Winterweizen 42,5 ring; Sommergerste 40 v.H. = gut, 36,7 o.H. - durchschnittlich, 23,3 v.H.-gering; Hafer 37,3 o.H.-gut, 36 v. H. = durchschnittlich, 26,7 v. H. = gering. Rach diesen Ergebnissen ist die Qualität der diesjährigen Getreideernte im großen und ganzen befriedigend ausgefallen. Sie ist nach den Beurteilungen in Preußen, für das Vergleichszahlen oorliegen, sowohl bei Roggen als auch bei Sommergerste und Hafer besser als im Vorjahre. Bei Winterweizen bleibt jedoch die Qualität der diesjährigen Ernte etwas hinter der der vorjährigen zurück. * E i n Protest der Frankfurter Börse. Der Frankfurter Börsenvorstand hat in seiner gestrigen Sitzung als Protest gegen die Fortdauer der Börsenschließung eine Entschließung gefaßt, die den beteiligten Regierungsstellen und der Reichsbank übermittelt worden ist. Nachdem in ihr dargelegt wird, daß die Tatsache einer Wiedereröffnung der Börse nichts an der Bewertung der deutschen Papiere ändern kann, da der Stand der Kurse durch die Auslandsnotierungen und den Telephonverkehr hinreichend bekannt sei, wird schließlich dringend vor einem weiteren Festhalten an der augenblicklichen Politik gewarnt. * Aufsichtsratssitzung im Siemens- Konzern. Die gestrige gemeinsame Aussichts- ratssihung der Siemens & Halske AG. und der Siemens-Schuckertwerke AG. beschäftigte sich mit der allgemeinen Geschäftslage. Hierbei wurde ausgeführt, daß die stark rückläufige Kurve der Auftragseingänge noch immer nicht ihren Tiefstand erreicht zu haben scheint, daß vielmehr die Folgen der allgemeinen Weltkrise mit ihren Kreditrückziehungen, Absperrungsmahregeln der einzelnen Länder gegeneinander, Aufhebung der Devisenfreizügigkeit in vielen Ländern der Erde, die Exportmöglichkeiten in der nächsten Zeit stärker als bisher beeinflussen werden. Es wurde die Erwartung ausgesprochen, daß es möglich sein wird, bei Siemens & Halske, wenn auch gegenüber dem Vorjahr stark reduzierte Dividende zu verteilen, wozu Einkünfte aus Beteiligungen, insbesondere die Dividende der Siemens-Schuckertwerke aus dem Geschäftsjahr 1929 30 beitragen würden, die erst in diesem Geschäftsjahr zur Verteilung kommen. Die deutschen Börsen. Sranffurf schwach. Frankfurt a. M., 26. Rov. Der heutige telephonische Freiverkehr verkehrte in ausgesprochen schwacher Haltung. Das aufgedeckte Dokument nationalsozialistischer hessischer Parteiführer löste allgemein starke Beunruhigung aus. Die Kursgestaltung stand in erster Linie unter dem Eindruck des Communiques des Siemens-Konzerns, das bei den Siemens-Aktien einen Rück- schlag um 10 Prozent hervorrief. Hiervon ausgehend griff die Schwäche auch auf die übrigen Papiere des Elektromarktes über, die um 3 bis 5 Prozent nachgaben. Die Kursrückgänge an der gestrigen Reuyorker Börse bildeten ein weiteres Motiv für die flaue Tendenz. Wenig günstig werden die Aussichten auf eine baldige Wiedereröffnung des Börsenverkehrs beurteilt, nachdem die amtlichen Stellen sich zu dieser Frage weiter ablehnend verhalten. Auf den übrigen Umsatz- gebieten nannte man Kursabschläge im Ausmaße von 2 bis 4 Prozent. Eine Ausnahmestellung hatten Montanwerke und Bankaktien inne, welche verhältnismäßig gut gehalten blieben und ihre Kurse nur um Kleinigkeiten senkten. 3m Zusammenhang mit der allgemeinen Lage wurden dagegen Reichsbankanteile stärker betroffen und verloren etwa 3 Prozent. Das Geschäft erreichte eine den Verhältnissen entsprechend ziemlich große Lebhaftigkeit, insbesondere das Publikum zeigte stärkere Abgabeneigung. Der Rentenmarkt schloß sich der allgemein e n A b w ä r t s b e w e g u n g derKurse zum größten Teil an, wobei besonders Gerüchte über eine Wiedereinführung der Kapitalertragssteuer bei der Beurteilung der Situation eine Rolle spielten. Goldpfandbriefe, davon besonders wieder Rheinische, büßten etwa 1 bis 1,5 Prozent ein. Das Angebot war ziemlich groß, dem kaum Auf- nahmeneigung gegenüberstand. Schwächer lagen ferner Reichsschuldbuchforderungen und Altbesih- anleihe. Gut gehalten blieben dagegen Liquidationspfandbriefe, nur Rhein. Hyp. Liquidation lagen trotz der morgigen Ziehung schwach. Don kommunalen Werten waren Frankfurter Schätze gesucht, dagegen Dresdner Stadt angeboten. Für WessenKindbinich? Vornan von Fr. Lehne. (Urheberschutz durch C. Ackermann, Romanzentrale Stuttgart.) 14. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Eine dunkle Röte stieg bei dieser unvermuteten, aber so natürlichen, selbstverständlichen Frage der Mutter in Angelas Gesicht. „3a, Mutter", sagte sie nach kurzem Zögern, „wir waren Drei oder vier 3ahre verheiratet, als ich ein Töchterchen bekam — doch ich habe es nicht behalten dürfen." Die alten Leute schwiegen schonungsvoll, mit Schmerz im Herzen. Liebreich streichelte die alte Frau die Hand der Tochter — dachte sie doch nicht anders, als der Tod habe ihr das Kind genommen! An solche Wunden rührt man nicht, weil sie nach 3ahren noch bei der leisesten Berührung schmerzen: Ach, wenn sie wüßten — die Tür würden die Eltern ihr noch in diesem Augenblick weisen! Einem tiefen, schmerzlichen Seufzen gleich klang ihr Atem. Sie sah nach der ilfjr — „schon zehn vorbei! Gewiß seid ihr doch durch mich um eure übliche Schlafstunde gekommen —“ Erschrocken rief da die Pfarrerin — „und ich habe dir noch nicht einmal etwas angeboten —“ sie beeilte sich, trotz des Widerspruchs der Tochter, Tee zu brühen und brachte auch ein Stück Torte herbei und sagte — „von Vaters Geburtstagstorte —“ „Vaters Geburtstag —! Sein fünfundsiebzigster Geburtstag —“ sagte Angela leise und blickte auf das ehrwürdige silberweiße Haupt des alten Herrn. Da packte es sie — sie konnte sich nicht mehr beherrschen — was in ihr kämpfte und bebte, ließ sich nicht unterdrücken — sie schlug die Hände vor das Gesicht und weinte bitterlich, wie sie seit ihrer Kindheit nicht mehr geweint hatte. Und diese Tränen der Scham waren zugleich auch Tränen der Befreiung! Ach, was sagten sie nicht alles — Pfarrer Sturm konnte in seiner Tochter wie in einem auf geschlagenen Buch lesen, und die heißen Tränen der Reue machten manches gut, wenn sie auch das Geschehene nicht ungeschehen machen tonnten. Man mußte ja dennoch dem Geschick dankbar fein, das ihnen die Tochter noch in elfter Stunde wieder ins Haus geführt! Cs wurde Zeit für Angela zum Gehen. Die Pfarrerin war unglücklich, daß die Tochter nicht unter ihrem Dache schlief — „wir haben ein kleines Zimmerchen für Besuch — nur das Bett müßte bezogen werden —“ „Heute würde es euch zu viele Umstände machen, weil es schon so spät ist! Doch wenn ihr mich morgen haben wollt, wohne ich gern bei euch. Drei Tage habe ich Zeit —!" „Rur drei Tage — ?“ schmerzlich enttäuscht fragte es Die alte Frau. Als ob man in Drei Tagen Das Versäumte von mehr als zwei 3ahr- zehnten nachholen konnte! „3a, liebe Mutter, Die Arbeit ruft. 3ch habe ein festes Engagement angenommen, und schöne Aufgaben sinD mir gestellt! Nächstens werde ich die „Medea" spielen! Doch ich verspreche euch, jeDen Monat zu euch zu kommen, wie mir Urlaub bewilligt wird. 3ch bin durch die Güte meines verstorbenen Gatten so gestellt, daß ich nicht nötig habe, einen Beruf auszufüllen! Aber ich muß Arbeit haben, die mich ganz in Anspruch nimmt und mir einen Lebenszweck gibt! Und die edelsten Gestalten unserer Dichter zu verkörpern, sie mit Blut und Wärme zu erfüllen, ist mir Lebenszweck!" Sie stand auf. „Liebe Eltern —I" Sie nahm die Hand eines jeden und küßte sie ehrfurchtsvoll. Als die Lippen der Mutter ihre Stirn berührten, durchzuckte es sie. Sie mußte die Zähne aufeinanderbeißen, um nicht laut aufzuschreien. Ach, diese grenzenlose Güte der Eltern, die kaum gefragt, die keine Vorwürfe, keine Klagen gehabt — nur Glück, daß sie wieder da war — und Dankbarkeit, daß sie endlich den Weg ins Elternhaus zurückgefunden hatte! Wüßten sie, wie es in ihr aussah, welche-Gewissensbisse sie Tag und Rächt heimsuchten, welche Last sie mit sich Herumtrug, ohne das Glück haben zu dürfen, sich durch eine Beichte oder Aussprache zu erleichtern, sie würden gewiß Mitleid haben. Rimmer würde sie zur Ruhe kommen. Darum mute sie arbeiten, unermüdlich arbeiten, um sich von ihren Gedanken und Grübeleien abzulenken — sonst wäre ihr das Leben unerträglich geworden. Wahrlich, sie trug ihre Strafe in sich! 9. „Von 3nga —!“ Doller Freude hatte Ebba dem Briefträger einen Brief abgenommen und schwenkte ihn jubelnd der Mutter entgegen. Beide waren in der Küche mit dem Herrichten der Mahlzeit beschäftigt, worin die Ankunft des Briefträgers sie unterbrochen. 3eden Dormittag wurde ihm erwartungsvoll entgegengesehen; welche Freude in den Häusern, wenn er etwas brachte! 3m Dorfe war er die Sensation des Tages. 3nga und Ebba standen in fleißigem Briefwechsel — 3nga hatte immer so viele Fragen; alles in Reinshagen interessierte sie, und ausführ- lich schrieb die Freundin zurück. Ebba ließ alles stehen und liegen — Der Brief war so wichtig, daß ec schnell gelesen werden Weitere Abwärtsbewegung der Kurse in Berlin. Berlin, 27. Nov. (WTB. Funkspruch.) In den gestrigen Abendstunden waren einige, wenn auch nur unbedeutende Erholungen eingetreten, die hauptsächlich jedoch nur technischer Natur waren. Im heutigen Freioerkehr machte die Abwärtsbewegung der Kurse, wenn auch in gemäßigterem Umfange, Fortschritte, da es an Anregungen fehlte und von den Auslandbörsen, soweit sie nicht wie die Neuyorker geschlossen waren, wieder schwächere Meldungen Vorlagen. Eine Ausnahme hiervon machte eigentlich nur Wien, wo man die in den letzten Tagen eingetretene Aufwärtsbewegung mit einer Flucht in d i e Sachwerte begründen wollte. Die matte Haltung Der gestrigen Stockholmer Börse hatte stärkeres Angebot in Svenska zur Folge, aber auch sonst verloren die führenden Werte erneut 2 bis 4 v. Sy, wobei die Kurse teilweise nur herunter- gesprochen wurden und die Umsatztätigkeit recht klein war. Angebot von 1000 Mark hatte selbst bei führenden Werten einen Kursrückgang oft um 1 v. H. und mehr zur Folge. Relativ widerstandsfähig lagen Bankaktien, abgesehen von Reichsbankanteilen. Auch am Pfandbriefmarkt zeigte sich weiter r ii ck- gängige Tendenz, da über die neuen Steuerpläne der Regierung immer noch feine Klarheit herrscht. 8-o. H.-Goldpfandbriefe gaben wiederum um zirka 1 bis 2 v. H. nach, auch 7-v. H.-Goldpfandbriefe waren heute schwächer. Reichsbahnvorzugsaktion gingen um etwa 1 v. H. zurück. Ein wichtiges Moment und wahrscheinlich auch Der Hauptgrund für Die weitere Abschwächung war Die gestrige Kammerrede Lavals, in der immer noch der starre Standpunkt der Frar^oscn zum Ausdruck kommt, nicht von ihren Reparationsforderungen abzugehen. Diese Auslassungen fanden daher in der Morgenpresse, und zum Teil auch in der ausländischen, ziemlich ungünstige Kommentare. Außerdem diskutierte man noch die Beschlüsse der gestrigen Mitgliederversammlung für Liquidationswerte, die im großen und ganzen den bereits bekannten Plänen entsprachen und sich in die Gesamtaktion Der Banken und des Börsenvorstandes für Bereinigung der- schwebenden Terminengagements einfügen. 50 v. Sy Der Garantiesumme wird also nunmehr am 10. Dezember ausgezahlt werben resp. auf Differenzen verrechnet werben. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2R. Banknoten. 26. November 27. November Amtliche Notierung r^eld Srltf Amtliche Notierung Geld 25riei Hclsingsor» . 7,79 7,81 7.69 7,71 Wien . . 58,94 59,06 58.94 59,06 Prag . . . 12,468 12.488 12.468 12.488 Budavest . . 73,28 73,42 73,28 73,42 Sofia . . . 3,057 3,063 3.057 3,063 Holland . . 168,98 169,32 168.93 169,27 Oslo .... 81,17 81,33 80,42 80 58 ftopcnbiiflcn. 82,42 82.58 82,42 82,58 Slodholm .. 82 42 82.58 82.67 82.33 London. . . 15.18 15,22 15,07 15.11 Buenos Aires 1,063 1,067 1.053 1,057 Nennorl . . 4.209 4,217 4,209 4.217 Brussel. . . 58,49 58,61 58,49 58.61 Italien. . . 21,68 21,72 21,68 21,72 Paris . . . 16,47 16,51 16,47 16,51 Schweiz . . 81,57 81,73 81,52 81,68 Spanien . . 35,56 35,64 35,56 35.64 Danzig. . . 81,97 82,13 81,97 82,13 Japan . . . 2,058 2,062 2,053 2,062 Rio ve Jan.. 0,249 0,251 0,249 0,251 Jugoslawien. 7,433 7,447 7,423 7,437 Lissabon . . 13,84 13,86 13,69 13,71 Berlin, 26.November Geld Brief Ämertkangche 'Noten....... 4 20 4,22 Belgische Noten......... 58,38 58,62 Dänische Noten......... 82,24 82,56 Englische Noten......... 15,14 15,20 Französische Noten........ 16,46 16-52 Holländische Noten........ 168,61 169,29 Italienische Noten........ 21,66 21,74 Norwegische Noten........ 80,99 81,33 Deutsch. Oesterreich, 6 1OO Schilling Numänische Noten........ 2,48 2,50 Schwedische Noten........ 82,24 82,56 Schweizer Noten......... 81,39 31,71 Spanische Noten......... 35,38 35,52 Ungarische Noten........ Reichsbankdiskont 8 v. h., Lombardzins uß 10 v. H. WeitereAbschwächmig des Pfundes An ben internationalen Devisenmärkten ftanb bas Pfunb auch gestern roieber im Mittelpunkt bes Interesses. Nach ber Befestigung im vorgestrigen Vormittagsverkehr setzte sich nachmittags bereits eine Abschwächung burch, bie sich gestern vormittag in starkem Maße fortsetzte. Es werben verschiedene Grünbe für biefen starken Rückgang angeführt; abgesehen von pessimistischen Betrachtungen über bie künftige Wirtschaftslage Eng- lanbs unb Deutschland, verstimmten ber ungünstige Verlauf ber Rounb-Table-Konferenz unb möglicherweise neue Schwierigkeiten Britisch-Jnbiens. Gegen ben Dollar ging bas Pfunb bis auf 3,5875 zurück, nachbem es vorgestern mit 3,65 geschloffen hatte. Gegen Mittag konnte es sich zwar roieber auf 3,60 erholen, boch blieb bie Stimmung weiter außer- o r b e n 11 i rf) neroö s. Gegen ben Gulben stellte sich bas Pfunb auf 8,93 bis 8,96, gegen Paris auf 92, gegen Zürich auf 18,50 bis 18,56 unb gegen bie Reichsmark auf 15.08. Der Dollar lag international gut behauptet, bie Reichsmark war fast unoeränbert; in Amsterbam stellte sie sich auf 59,10, in Zürich auf 122,35 unb in Paris auf 6057 Die Norbbevifen liegen weiter schwach, Buenos unb Rio finb fast ünoeränbert, ber französische Frank war gut gehalten. Am Nachmittag blieb bas Pfunb unter Schwankungen f chw a ch unb stellte fick gegen ben Dollar auf 3,6013. In Amsterbam schloß es mit 8,9665 zum niebrigften Tageskurs. Gegen Zürich stellte sich bas Pfunb auf 18,65, gegen bie Reichsmark auf 15,18 unb gegen Paris auf 92. Der Dol - lar war gut behauptet, bie Reichsmark war unoeränbert, Spanien tenbierte aber schwächer. Die Norbbevifen konnten sich auf ihrem niebrigen Niveau behaupten, bie sübamerikanischen Devisen blieben unoeränbert. Schwache Auslandbörsen. An ber ßonboner Börse ergaben sich gestern bei schleppendem Geschäft keine nennenswerten 23eränberungen. Deutsche Anleihen lagen weiter unter Druck, Dagegen waren britische Staats- papiere auf bem ermäßigten Niveau stetig. Die PariserBörse war auf Positionslösungen zunächst schwächer, Doch konnte ein Teil Der Werte auf Deckungen Die Anfangsverluste verschieDentlich roieDer einholen. An Der Amsterdam er Börse ergaben sich im Verlaufe gegen Den Anfang keine wesentlichen BeränDerungen; Das Geschäft war sehr ruhig, Kurs- abschwächungen waren auf fast allen Märkten festzustellen. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sinD ohne VerbinDlichkeit der Schnftleitung.) C. 3-, Gießen. Die Höhe ber Aufwertung ist bei ben einzelnen Gesellschaften verschieben. Diese haben ben Versicherungsnehmern Auskunft zu erteilen. Falls Sie es für erforDerlid) halten, roenben Sie sich in Ihrer Angelegenheit an bas Reichsaufsichtsamt für Privatoersicherungen in Berlin. mußte! Sie setzte sich auf die Kante des Tisches; heimlich lächelte Frau Lenz, als sie sah, mit welch brennendem 3nteresse 3ngas Zeilen verschlungen wurden. Rch, die glücklichen 3ungmädchenbriefe! „— liebste Ebba, so viel Sehnsucht habe ich nach Dir und Reinshagen, daß ich zu Fuß zu Euch laufen könnte! Hier ist mir alles über, obwohl es so schön wäre, wenn nicht — 3m Vertrauen, Ebba — bei jeder Gesellschaft, die wir besuchen, ist Baron Brandeck mein Tischherr! Ich mag ihn aber nicht; Maina hat kein Glück mit ihren Plänen bei mir! Wird sie aber darauf bestehen, dann setze ich meinen Dickkopf auf und reife einfach ab zu Hanno —! Denn ohne Liebe heirate ich nicht! Wäre das nicht mit dem Baron, so würde es mir zur Abwechselung hier sehr gut gefallen! Wir haben eine Loge im Theater, das ich sehr fleißig besuche! Wie freue ich mich, mein Herzensebba, wenn Du erst hier bist'— dann können wir zusammen schwelgen! Wir erwarten Dich schon Anfang Dezember! Gelti Du bittest Deine Eltern recht schön, daß sie Dir Urlaub geben. Denn dann kannst Du mit Hanno reifen, der einige Tage zu uns kommen will, wie er schrieb. Du bist dann in männlichem Schuh, und Deine Eltern können ganz beruhigt um Dich sein —“ Heiße Röte deckte Ebbas Wangen, als sie diesen Satz las — Hanno, ach Hanno, der so zärtlich Geliebte! Selten nur und ganz verstohlen konnten sie sich noch sehen; seit die Herrschaften abgereift, ging sie nicht mehr nach Dem Schlosse. UnD wenn Hanno jeDen Tag ins Lehrerhaus noch gekommen wäre, so toürDe es schließlich aufgefallen sein. Er machte sich sowieso viel im Dorfe zu tun, unD es gab für ihn unD den jungen Pfarrer, mit dem er sich sehr gut verstand, allerlei zu besprechen. Erfinderisch war er im Aufsuchen von Gelegenheiten, Ebba zu sehen. Die Sehnsucht nach ihr lag im Blute. Und daß sie die Reise nach Dresden in seiner ^Begleitung machen sollte, war auch ein Gedanke von ihm! 3n seinem Briefe an die Schwester hatte er die Bemerkung hingeworfen, er könne ihr doch die Freundin gleich mitbringen, die, reiseunkundig, vielleicht froh sein würde, die Fahrt nicht allein machen zu müssen! Und er hatte Ebba dann ein paar Stunden ganz für sich. Sehr erklärlich und natürlich war alles, und der Gedanke, ihren Liebling nicht allein auf der Eisenbahn zu wissen, nahm der Frau Lenz eine Sorge vom Herzen. „3nga hat recht, wenn Graf Hanno dich mitnehmen will —“ sagte sie, „ich wäre sehr beruhigt — du mußt umsteigen, und Dann das Gepäck —! 3ch gönne Dir Die Zerstreuung in DresDen! Warum nur 3nga so sehr gegen eine Verlobung ist — sie wirb Doch auch zwanzig 3ahre." „Wenn ich Den Grund wüßte — oder ahnte. Mutti? 3ch glaube, 3ngas Sehnsucht nach Reinshagen zu verstehen — soll ich dir einen Ramen nennen —? Unser Christel —1 Aber strengste Verschwiegenheit, Mutti —" „Ebba, was reimst du dir da zusammen!" rief Frau Lenz, aufs höchste überrascht. „Doch, Mutti, ich habe im letzten 3ahre so allerlei beobachte^! 3nga hat Christel gern. „Mutti, gesagt hat mir niemand etwas —! Und Christel spricht nicht über das, was ihn bewegt. 3ch habe aber in seinem 3nnem lesen können —“ Frau Lenz seufzte bekümmert — „es ist doch ausgeschlossen! Mein Himmel, unser Christel und das Komteßchen —“ „Warum ausgeschlossen, Ebba?" Ebba dachte an ihre heimliche Liebe zu Hanno. „Es sind vorläufig ja nur Mutmaßungen von mir, und du darfst nie merken lassen, Mutti, daß du etwas ahnst! Es muß doch einen tieferen Grund haben, daß 3nga sich so gegen diese geplante Verlobung, die ihr ein glänzendes Leben bieten würde, sträubt —" Ebba hatte mit ihren Worten in die Seele der Mutter einen Funken geworfen, der langsam weiter glomm. 3n kühnen Träumen spann sie aus, was sie bei nüchternem Tageslicht aus Gründen der Vernunft weit von sich wies. Denn darauf konnte man nie hoffen, daß ihr Christel und Komtesse 3nga — nein, das durfte man nicht zu Ende denken! Gegen Abend sprach Hanno Reinshagen im Lehrerhause vor. Es war schon dunkel, und freundlich hatten ihn Die beiden erleuchteten Fenster, hinter denen er sein blondes Lieb wußte, schon von weitem gegrüßt. Der Lehrer korrigierte an seinem bescheidenen Schreibtisch Hefte, und die beiden Frauen saßen am Tisch, mit Ausbessern von Wäsche beschäftigt. Die Buchenscheite im Ofen spendeten behagliche Wärme, und verheißungsvoll zischten Bratäpfel in der Ofenröhre. Ueberrascht grüßte man den jungen Grasen, überrascht dutch die Ehre seines Besuches. Ebba war rot geworden. Er reichte der Frau Lenz seinen Rucksack. „Mir ist gestern ein Häschen, das durchaus in die Bratpfanne der Frau Lehrer wollte, vor die Flinte gekommen; bitte, nehmen Sie es heraus. 3ch habe für Dresden zwei geschossen! Meine Schwester hat mir vor einigen Tagen geschrieben — ich soll ihr Fräulein Ebba gleich mitbringen—“ „Heute habe ich einen Brief von 3nga bekommen, in Dem sie mir davon schrieb —“ Ebbas Stimme war recht unsicher, als sie das sagte, und sie neigte den Kops auf ihre Arbeit, um nicht in Hannos übermütig funkelnde Blauaugen blicken zu müssen. (Fortsetzung folgt.) 1033 A Wetzlar, Eisenmarkt 2 Größe 86—43 Braune und modefarbige Damen-Spangensohuhe beliebter Trott etu« eh uh . .7.85. 6.95, 6.95 Herren-Halbiohuhe ich wen und braun, weiß gedoppelt Herren-Halbschuhe ichiran und braun, gani Gummi. 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