Dienstag, 27. Moder Ml M Jahrgang 8k. 251 LMesvIatt Die Besprechung mit Grandi hatte ein befriedigendes Ergebnis v 1$ 3 rK- g 3 I 0 0 '-Z Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/o mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Nach dem Staatsbankett in der Reichskanzlei. Von lints noch rechts: Reichskanzler Dr. Brunrng, der italienische Außenminister Grandi, Vizekanzler und Reichsfinanzminister Dr. Dietrich, der päpstliche Nunttus Orsenigo, Reichspostminister Schätze! und Staatssekretär Weißmaua. V-W Aeuregelvng der Krisensürsorge Berlin, 26. Ott. (WTB.) Amtlich. Die Höchstdauer der versicherungsmäßigen Arbeitslosenunterstützung ist bekanntlich mit Wirkung vom 5. Ottober 1930 ab auf 20 Wochen, bei berufsüblichen Arbeitslosen auf 16 Wochen herabgesetzt worden. Zum Ausgleich hierfür hat der Reichsarbeitsminister nunmehr die Dauer der Krisensürsorge entsprechend verlängert. und zwar in der Weise, daß die Ge- scunthöchstdauer der versicherungsmähigen Ar- beitslosenunterstützung und der Krisenunterstützung wie bisher 58 Wochen, bei über 40 Iahre alten Arbeitslosen 71 Wochen betragen kann. Bei der finanziellen Rotlage des Reiches, der Gemeinden und Gemeindeverbände mußte sichergestellt werden, datznurwirklichBedurftige die Krisenfürsorge erhalten. Es war daher notwendig, die Bestimmungen über die Prüfung der Bedürftigkeit noch mehr als bisher der Regelung anzupassen, die in der öffentlichen Fürsorge gilt. Hm eine möglichst zuverlässige Prüfung der Bedürftigkeit zu gewährleisten, sind über die Zusammenarbeit zwischen den Arbeitsämtern einerseits, den Gemeinden und Gemeindeverbänden andererseits neue Bestimmungen getroffen; auch ist die Entschädigung der Gemeinden für ihre Mitarbeit bei dieser Prüfung allgemein festgesetzt. Die neuen Bestimmungen treten am 9. Rovember in Kraft. Was nicht im Kommunique steht. | Reuyork, 26. Okt. (TH.) Die Zustimmung Amerikas zu dem französischen Standpunkt, daß die weitere Behandlung der Reparattonsfrage im Rahmen des Voungplanes zu erfolgen hat, und die Feststellung, daß weder Frankreich noch Amerika den Goldstandard aufzugeben wünschen, sind die einzigen sichtbaren Ergebnisse des Besuches des französischen Ministerpräsidenten in der amerikanischen Hauptstadt. Darüber hinaus sollen sich aber Hoover und Laval über eine Anzahl von Fragen geeinigt haben, die in der amtlichen Verlautbarung nicht erwähnt worden sind. Falls der Ausschuß der BIZ., der nach einer Moratoriumsverkündung durch Deutschland selbsttätig zusommentreten muß, die Zahlungsunfähigkeit des Reiches feststellen und die Abänderung des Doung- plans empfehlen sollte, will Hoover, wie Wel- dungen aus Washington behaupten, den kon- greß aufsordern, die ü r i e g s s ch u l d e n kommt s s i o n wieder ins Leben zu rufen. Die Ausgabe dieser Kommission wäre es dann, die Zahlungsunfähigkeit der Schuldnernationen erneut zu prüfen und eine Herabsetzung der interalliierten Schulden anzubahnen. Bon allergrößter Wichtigkeit für Amerika ist das Versprechen Lavals, weiteren Goldabzügen der französischen Banken in Amerika Einhalt zu gebieten. Wie man erfährt, ist ein jederzeit abrufbarer Betrag von 250 Millionen Dollar, der aus französische Rechnung bei der Federal Reservebank in Reuyork eingelegt war, in Auswirkung der Washingtoner Einigung zum Ankauf von Bankakzepten verwendet worden. Vies ist in Washington mit Erleichterung begrüßt worden, Frankreich dagegen kann für sich den ungeheueren Erfolg buchen, daß die vereinigten Staaten, wie die „Rcwyork Times" sich ausdrückt, Frankreich die politische Führerschaft in Europa überlassen und sich lediglich für den Fall einer unmittelbaren Kriegsgefahr in Europa die Anteilnahme an europäischen Verhältnissen Vorbehalten. Die französische Abrüstungsthese blieb unberührt. Laval lehnte es rundiveg ab irgendwelche Zugeständnisse in Aussicht zu stellen, nachdem Hoover die sehr weitgehenden Sicherheitssorderungen Lavals als unannehmbar für Amerika erklärt hatte. Hingegen soll eine grundsätzliche Einigung über gemeinsame Hilfsmaßnahmen zur Wiederher- stellung geregelter Währungsverhältnisse in England, Indien, China und Mexiko erzielt worden sein. Schließlich sollen Verhandlungen eingeleitet werden, die den Ankauf groherBau m Wollmengen durch die französische Textilindustrie zum Ziel haben. Was kannDeutschland ermatten? Eine wichtige Erläuterung des amtlichen Eommimiqnes Washington, 26.Okt. (WTB.) Vom Staatsdepartement wurde dem Vertreter des Wolff-Bureaus gegenüber ausdrücklich betont, daß hier tatsächlich keine Absicht bestehe, sich von der internationalen S chu l d e n f r a g e zu isolieren. 3m Gegenteil, der wichtigste Punkt der Unterredungen mit Laval sei die Diskussion von Mitteln und Wegen gewesen, wie man Deutschland helfen könne. Rach reiflicher Erwägung des Für und Wider habe es sich als am prak- t i s ch st e n herausgestellt, das Problem durch die im Poungplan vorgesehene Maschinerie anfasseu zu lassen. 3e eher das geschehe, desto besser sei es. Bekanntlich sei auf Sachverständigen- konferenzea, wie sie unter dem Zoungplan wahrscheinlich einberufen würden, stets Amerika vertreten; und wenn die erste Erregung über das Kommunique, das notwendigerweise mit Rück - sichtaufdieinnerpolitischenSituatio- nen in Frankreich soivohl wie in Amerika „gewisse Worte gebrauchte, um gewisse Gedanken zu verbergen", vorbei sei, werde mau auch in dec deutschen öffentlichen Meinung den Standpunkt einnehmen, daß der Stein nunmehr ins Rollen gebt o d) I sei und Deutschland hieraus in erster Linie Ruhen ziehe. Was ist in Washington heransgekommen? Festhalten am Goldstandard, -Heparationöregelung im Nahmen destzoungplans. Keine Einigung über Abrüstung und Sicherheitspakt. von dem Potsdamer Ausflug begann die für 17 Hhr angesetzte Konferenz in der Reichskanzlei. Oie Besprechungen mit Brüning. Das amtliche Communique. Berlin, 26.Okt. (WTB. Amtlich.) Heber die Besprechungen in der Reichskanzlei wurde folgendes Kommunique ausgegeben: Anläßlich der Anwesenheit des italienischen Außenministers Grandi in Berlin haben zwischen ihm und dem Reichskanzler eingehende politische Besprechungen stattgefunden. Anknüpsend an den freimütigen Gedankenaustausch, den der Reichskanzler bei seinem Besuch in Rom mit dem Khef der italienischen Regierung vornehmen konnte, wurden in diesen Besprechungen alle d i e großen politischen und wirtschaftlichen Probleme internationaler A r t einer Erörterung unter- zogen, deren Lösung von Tag zu Tag dringlicher wird. Bei der Aussprache, die mit vollster Offenheit und in freundschaftlichster (Besinnung geführt wurde, ergab sich weitgehende UebereinftimmunginberBeurteilung der Lage und der Notwendigkeiten, die sich aus ihr ergeben. Insbesondere kam aas beiden Seiten die Ueberzeugung zum Ausdruck, daß die wirksame Be- kämpfung einer Krise, wie sie heute die Welt erschüttert, ohne eine planvolle Zusammenarbeit der beteiligten Rationen nicht mehr möglich ist, und daß diese Zusam- menarbeit, wenn sie zum Erfolge führen soll, auf gegenseitigem Vertrauen und gegenseitiger Achtung gegründet sein muß. Berlin ist befriedigt. Grundsätzliche Aussprache über die Wcltwirtschafiskrtsis. Vertin, 26.Okt. (ENB.) Der Besuch des italienischen Außenministers ist, wie aus amtlichen deutschen Kreisen verlautet, in einer angenehmen und freu ndsch östlichen Weise verlaufen Die frische, offene Art Grandis hat die Diskussion sehr erleichtert. Die Umstünde des Besuches haben es mit sich gebracht, daß Grandi und der Reichskanzler nicht über Einzelheiten etwa des Handelsvertrags oder der deutsch-italienischen Wirtschaftsbeziehungen gesprochen haben. Die Minister haben sich fast ausschließlich, wie auch,das amtliche Kommunique besagt, über d i e großen Probleme und die Grundsätze ausgesprochen, die für die Regelung dieser Probleme in Betracht kommen. Dieser grundsätzliche Gedankenaustausch wird es ermöglichen, daß man auf beiden Seiten noch auf Wochen und Monate hinaus wissen wird, wie die maßgebenden Kreise des anderen Landes gewisse Probleme sehen und zu lösen beab- sichttgen. Die Vereinbarung einer gemeinsamen Aktion in irgendeiner Frage kam unter diesen Umstanden auch nicht in Betracht. Insbesondere konnten die Washin gtoner Beratungen nurabstrakt erörtert werden, da man erst ganz klar sehen muß, was bei ihnen vereinbart worden ist, ehe auch nur der Zeitpunkt für konkrete Schritte festgestellt werden kann. Das Hauptthema bei den Besprechungen zwischen Grandi und dem Reichskanzler bildete die Weltwirtschaftskrise, wobei u. a. die Konsequenzen der englischen P f u n d k r i s e im Zusammenhang mit den aus den englischen W a h l e n sich ergebenden Eventualitäten, die Probleme der Stillehaltung und der internationalen Verschuldung erörtert wurden. Auch diese Erörterungen waren akademisch und abstrakt, um so mehr, als Italien an der Still Haltung nur wenig interessiert ist und sein Standpunkt in der.Frage der internationalen Verschuldung in Deutschland bekannt ist und schon früher ein verständnisvolles und dankbares Echo gefunden hat. In fast allen Punkten konnte eine vollständige Uebereinstimmung der Ansichten festgestellt werden. Wo sich eine solche nicht ergab, da lag das daran, daß in der betreffenden Frage eine Gemeinsamkeit der Interessen nicht gegeben mar. Die wesentliche Bedeutung der Berliner Besprechungen liegt in der schon erwähnten gegenseitigen Unterrichtung über die Probleme, die in der nächsten Zeit voraussichtlich aktuell werden. Heiligabend-Ladenschluß durch Notverordnung? Berlin, 24. Ott (DDZ.) Der Christlich- Soziale Dolksdienst verlangt unter Hinweis auf das Interesse der Tausenden von Angestellten an dem früheren Ladenschluß am Heiligen Abend, daß der frühere Ladenschluß am Heiligen Abend für alle Geschäfte einschließlich der Gaststätten durch Rot- Verordnung eingeführt werde. Das Reichsarbeitsministerium wird dem Reichskabinett eine Dvppclvorlage unterbreiten, die die Wünsche des Reichsrates enthält. Der Reichsrat hatte verlangt, daß die Schank st ätten völlig aus der Regelung ausgeschlossen werden und daß die Beschäftigung der übrigen Ladenangestellten b i s 17.30 Hhr statt 17 Hhr zu gestatten sei. Es ist anzunehmen, daß das Reichskabinett nach Erörterung des Wirtschaitsprogramms den Ladenschluß am Heiligen Abend durch Rotverordnung regest. Grandi empfängt die preffe. Abrüstung und Schuldenrevistou die entscheidenden Probleme. 8 c r li n , 26. Okt. (WTB.) Grandi empfing heute rmnittag in den Räumen der italienischen Botschaft )it Presse, der er u. a. folgendes erklärte: ,Hch bitte 5ie, dem deutschen Volke meinen tief empfundenen Dtnf für den überaus herzlichen Empfang zu über- rirteln, der mir in der Hauptstadt des Reiches zu- lei! geworden ist. Die gegenwärtige politische und »knonzische Lage verlangt die ernftete Auftnerksam- !eii und die größte Bereitwilligkeit zur Ueberwin- bung der allgemeinen Krise für die Wiederherstellung des Verstauens zwischen den Völkern und des Otrtrauens der Völker in sich selbst. Der Chef der kalionischen Regierung hat wiederholt gesagt, der Wiederaufbau Deutschlands müsseals nnes der wichtigsten Elemente für den Wiederauf- 9au Europas und der ganzen Welt angesehen werten. Mussolini hat seit vielen Jahren auf die Notwendigkeit für die Völker hingewiesen, den aus dem Beltfonflitt herrührenden Seelenzustand zu über- ajinb e n und sich auf eine vertrauensvoller eZusam menarbeit vorzubereiten. Gestern Halle ich das Vergnügen, mich lange mit dem Reichskanzler Dr. Brüning zu unterhalten, und zu meiner Freude habe ich wieder unsere Uederein- jtimmung über diese allgemeine Zusammen arbeit f e ft ft eilen können. Alles, was Deutschland in diesen letzten Monaten dazu getan hat, um in sich selbst die zur Heben mindung der Krise notwendige Kraft zu finden, ist ein Beweis seiner Lebensfähigkeit und der moralischen Kräfte des deutschen Volkes, das mit ruhigem Optimismus feiner Zukunft entgegensehen darf und kann. Die kurze Zeit, die ich hier verbracht habe, genügt, um mir zu beweisen, daß das Vertrauen, Ims die Welt in die Arbeitsamkeit, Disziplin und den Patriotismus dieses großen Volkes setzt, vollauf berechtigt ist, und ebenso das Interesse, da; alle haben, diese Anstrengungen zu unterstützen. 2as kommende Jahr steht vor weitgehenden Auf- ggbi-n. Vor allem ist es das Problem der R ü st u n -- gen , das auf der allgemeinen Abrüstungskonferenz gelost werden muß, wenn unsere Zivilisation sich selbst retten und unseren Kindern eine gedeihliche unb friedliche Zukunst bereiten will. In diesem Problem wie in den anderen nicht weniger wichtigen unb dringenden der finanziellen Verpflich- fcun g e n, die sich aus dem Kriege ergeben haben, csl der Gedanke der italienischen Regierung bekannt. begebe mich jetzt zu Seiner Exzellenz dem Zeldmar schall von Hindenburg, dem deulschen Reichspräsidenten, um ihm den Zmß der Regierung Seiner Majestät des Königs oon Italien und meine persönliche Huldigung zu Überbringen. Die Hochachtung und Ehrerbietung, die seine hervorragende historische Persönlichkeit der ganzen West abfordern, machen mir als S o l - deren und Frontkämpfer diese Gelegen- ht'l. in ihm auch das tapfere deutsche So Cf begrüßen zu dürfen, dessen Gast ich die Are habe in diesen Tagen zu fein, besonders chciwoll." Besuch beim Reichspräsidenten. Berlin, 26. Okt. (ERB) Der italienische Lßenminister Grandi machte heute um 11 Hhr seinen Besuch beim Reichspräsidenten. Dr dem Reichspräsidentenpalais hatte eine klei- mre Abteilung Schutzpolizei Aufstellung ge° ntnimen. Der Außenminister begab sich in Be- glütung des italienischen Botschafters Orsini Ioroni und des deutschen Legationsrats Thomsen in das Reichspräsidentenpalais. Rach etnei halbstündigen Hnterredung, der Staats- ieiretär Dr. Meißner beiwohnte, begaben sich di; Herren, von Staatssekretär Meißner an den Tagen begleitet, um 11.30 Hhr wieder ins . §oteL Bei der Abfahrt grüßte die Menge den Iclienischen Außenminister mit dem Faschisten-- 'Muß. Ausflug nach Potsdam. Brüning zeigt feinen Gästen Schloß und Park von Santzfouci. ILnmittelbaT nach dem Empfang beim Reichs- piiijtbenten wurde der programmgemäß vor- akfrenc Ausflug nach Potsdam unter- ns:innen, an dem Außenminister Grandi und Milin, der hiesige italienische Botschafter Orfim roni und Gattin, der Direktor der Europa- Dteilung im italienischer Außenministerium, •3u a r i g I i a , Botschaftsrat Rocco, Botschafts- Hal Ticconardi sowie deutscherseits Reichskanzler Dr Brüning, Staatssekretär Dr. P ü n d e r stö Gattin, Staatssettetär v. Bülow, Staats- ketetär Weismann und Gattin, der deutsche /ZMjafter in Rom, Dr. v. Schubert und .Aptin, der Chef des Protokolls, Graf Tat- -VAxbauk der Aorsitzkü ' Darmstadt und V der Darmslädli! I wurden wegen» rrmstädter ÜJoltsbö ^°hl dir vor furja ttfni aus dem TM re Dorwürsee enrührige und Irim 'er schwere Dtt >ete der Han) olitik ihm zur A lenden Mehrzahl aü -k gebracht, dab tc rk zu Nohl hii e und daß es (eia i handwerkskWnu: erhessischen Lertreiin kskammer Damslü 8 der Aujtrag eriri ir Dlieber(egui| ipiße der handiviid In der zweiten Sitzung des Schwurgerichts wurde gegen den Kutscher Emil Hartmann von Gießen wegen Meineids verhandelt. Der Angeklagte hatte 1929 geheiratet. Seine Frau bestellte bei einer auswärtigen Firma verschiedene Sachen, die nicht bezahlt wurden. Der Mann wurde zur Zahlung verurteilt und später zum Offen- barungsetd geladen. Er leistete ihn im März 1931 und gab in dem Vermögensverzeichnis verschiedene runfl«". lytn 8 Ln» ir Lichtbildern und unter Mitwirkung der Konzert- r [nngerin Erna Bubenzer, Duisburg, über das Dhema „Wie kommt eine Opernauffüh- rein g zustande? E i n Blick hinter die Kulissen". Der Vortragende, als städtischer Musikdirektor in Duisburg in enger Verbindung mit her dortigen Bühne stehend und mit der komplizierten Materie theoretisch und praktisch genau oer- li'cut, gab zunächst einen kurzgefaßten Ueberdlick über die Geschichte der Oper von ihren ersten, früh- ialienischen Anfängen, von Scarlatti, Schütz, Lully, urceU über Gluck, Händel, Mozart, Beethoven, lieber und Wagner bis zu Richard Strauß. Er sihilderte die Stilwandlungen und die Verschiedenheiten des kompositorischen Produktionsprozesse^ unb beschrieb dann, seine Darlegungen mit einem reichhaltigen Anschauungsmaterial belegend, aus- sichrlich den Werdegang einer Oper von der Ein- re-chung der Partitur an der Bühne bi» zur Pre- nufere. Man verfolgte den verzweigten und urn- sicndlichen Weg einer großen Operninszenierung: ci i Blick hinter die Kulissen ließ die Fülle von '21 rbeit, Verantwortung und Organisation ahnen, bi - bis zur stehenden Aufführung erforderlich ist. Die Tätigkeit des Spielleiters, des Kapellmeisters, be» Korrepetitors, des Chorleiters, des Ballettmeisters und des Bühnenbildners wurde — mit manchen interessanten Einzelheiten aus der Praxis — beschrieben. Das Arbeitsfeld der Maler, Friseure, Tewandmeister und Beleuchter wurde erschlossen; her ungeheure technische Apparat von der Drehbühne, Schiebebühne, Wagenbühne samt Schnür- boben unb Versenkung bis zur Windmaschine und nun Wolkenkarussell entfaltete sich in Bild und Wort vor dem staunenden .Laien, der meist nur unvollkommene Vorstellungen hat von der Um rn enge der hinter den Kulissen geleisteten Arbeit. — (Einige interessante Stilwandlungen der älteren vWernge^chichte illustrierten die Gesangseinlagen 3^ 6er Konzertsängerin Erna Bubenzer, die, vom Ertragenden am Flügel begleitet, mit vortrefflich ftelchulter, sympathisch tragfähiger und fülliger Stimme den Abend mit altitalienischen und beut- (tzen Arien aus der Frühzeit der Oper einleitete unb mit einer Arie aus Mozarts neuerdings wie- 16er entdecktem „Jdorneneo" beschloß. Die Veranstau lu na fand den lebhaften Beifall eines angeregt 1'iLschenden Auditoriums. Gießener Wochenmarktpreisc. TS kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: . Butter 120—130, Matte 30—35 Pf. das Pfund, Kochbutter das Pfd. von 1 Mk. an, Käse 10 Stuck 60—140 Pf., Eier das Stück 12-13 Pf., Wirsing : i 8-10, Weißkraut 6-7, Rotkraut 8-10, Gelbe (Rüben 8—10, Rote Rüben 8—10, Spinat 15—20, Rrmischkohl 8—10, Unter-Kohlrabi 5—6, Grünkohl 15, Rosenkohl 20-25, Feldsalat 80—100, horteten 35—40, Zwiebeln 8—10, Meerrettich 30—60, Schwarzwurzeln 30—35, Kürbis 5—6, Kartoffeln 3,5-4, Aepfel 8-10, Birnen 8—10, Dörrobst 30 bi j 35, Honig 40—50, Rüsse 25—30, Junge Hähne M 90—100, Suppenhühner 80—100, Gänse 80—90 Pf, bexi Pfund, Tauben 50—60, Blumenkohl 20—60, H Salat 10—15, Salatgurken 20—25, Endivien 10 Z bti 15, Ober-Kohlrabi 8—10, Lauch 5—10, Rettich v 10—15, Sellerie 10—40 Pf. das Stück, Radieschen -13—15 Ps. das Bund, Kartoffeln 2,50-2,80, 2lep- kL 4—6, Weißkraut 3—3,50, Wirsing 5, Rotkraut t Mk. per Zentner. Bornotizen. - Tageskalender für Dienstag, öfcaöttßeater Gießen: „Das große Welttheater", '■& 20 bis 22 Llhr. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: Äomben auf Monte Carlo". — Aus dem Stadttheaterbureau wird rnii geschrieben: Eine lustige Diskussion über -' 'ßceffe, Kommunalpolitik, Ehe, Liebe, zu der Munchr vierbeiniger Freund „Toni" am Mitt- . ü'Och, 28. Oktober (als 4. Vorstellung im Mittwoch- - Abonnement; gewöhnliche Preise; von 19.30 bis ■ 21..45 Uhr), zum letzten Mal- Anlaß gibt, bannt Buruno Frank in seiner humorvollen Komödie • ’ ..Durm im Wasserglas". Schwurgericht Gießen. * Gießen, 26.Okt. Das Schwurgericht begann heute seine Tagung unter dem Vorsitz von Landgerichtsrat Strack. Als erste Sache stand zur Verhandlung die Anklage gegen den Taglöhner Heinrich Kraut von Robhemi v. d. H. wegen gewerbsmäßiger Abtreibung. Die Anklage vertrat Staatsanwalt Dr. Eckert, die Verteidigung führte Rechtsanwalt Dr. Aaron. Der Angeklagte war im wesentlichen geständig. Er ist seiner glaubhaften, mindestens unwiderlegbaren Angabe zufolge durch Arbeitslosigkeit und Die dadurch entstandene Rot zu seiner Verfehlung gekommen. Das Gericht nahm mildernde Umstände an und verurteilte den Angeklagten zu einer Gefängnis st rase von 1 Jahr. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt; das Urteil wurde öffentlich verkündet. Der Angeklagte unb die Staatsanwaltschaft verzichteten auf Rechtsmittel. Reihen des Vereins bildete sich eine Theater- gemeinde, die verschiedene Aufführungen des Gießener Stadttheaters im Laufe des Winters besuchen will. r. Lang°Göns,26. Okt. Mit dem 1. Rovem- ber scheiden wegen vorgerückten Alters und aus Gesundheitsrücksichten die zwei Handarbeitslehrerinnen, Frau Katharine Boller und Fräulein Katharine Jung, aus dem hiesigen Schuldienst aus. Jahrzehntelang haben sie mit unermüdlichem Eifer, mit großer PUichttreue, ost bei start überfüllten Klassen, die Mädchen in die Kunst des Rühens, Strickens usw. eingeführt. Den Llnterricht in den Handarbeiten übernimmt vom 1. Rovember ab Fräulein Kalbfleisch, Gießen. Kreis Alsfeld. ei. Merlau. 26. Okt. Gestern feierte hier in geistiger und körperlicher Frische Frau Katharine Rühl ihren 90. Geburtstag. Der hochbetagten Frau wurden zahlreiche Glückwünsche zuteil. ei. Mücke, 26. Okt. Zur Zeit werden am hiesigen Bahnhof beträchtliche Mengen Wildpret verladen. Da Mitte d. M. die Jagd eröffnet worden ist, haben zahlreiche Treibjagden stattgefunden und gute Deute gebracht. Die meisten Sendungen kommen aus dem vorderen Dogeisberg. Der Preis, der für Wildpret bezahlt wird, ist in Anbetracht des starken Angebots niedrig. Landfriedensbruchprozeß in Rcdheim. Großes Schöffengericht Marburg. Rodheim a. d. Bieber, 27.Okt. (Eigener Bericht des Gieß. Anz.) Heute morgen um 10 Uhr begann im Gasthaus Manck zu R o d h e i m unter dem Vorsitz von Amts- und Landgerichtsrat Ruhl (Marburg) die Verhandlung wegen Landfriedensbruchs von 11 Angeklagten, die am 11. August in Rodheim in eine Schlägerei verwickelt waren. Die Anklage vertritt Oberstaatsanwalt Heinzmann. Der Anklage liegt folgender Tatbestand zugrunde: Am Abend des 11. August, am Verfassungstag, standen am Gasthaus Manck zu Rodheim a. d. Bieber eine Anzahl Reichsbannerleute, die dort Aufstellung genommen hatten, um vom Gasthaus aus in ge- schlossener Formation nach dem Schulhaus zu mar« schieren, in dem eine Verfassungsfeier stattfinden sollte. Am gleichen Abend fand in Bieber eine Versammlung der Nationalsozialisten statt, an der etwa 50 Nationalsozialisten von Gießen teilnehmen wollten. Auf dem Marsch der Gießener Nationalsozialisten nach Bieber kam es bereits auf der Straße Gießen—Rodheim zwischen einigen Reichsbannerleuten unb den Nationalsozialisten zu kleinen Reibereien, die jedoch noch nicht zu Tätlichkeiten ausarteten. Als der oug der Nationalsozialisten in Rodheim eintraf und die Straße am Gasthaus Manck passieren wollte, entwickelte sich eine ernstere Auseinandersetzung. Ein Teil der Nationalsozialisten konnte die Straße ungehindert passieren, obwohl das Reichsbanner auf der einen Straßenseite in geschlossenen Gliedern angetreten stand. Erst als der Schluß des nationalsozialistischen Zuges dis Reicbsbannerfront passierte, durchbrachen einig» Reichsbannerleute die Reihen und stürzten sich, wie aus der Anklageschrift hervorgeht, mit verschiedenen Gegenständen bewaffnet auf die Nationalsozialisten. Im weiteren Verlaufe entwickelte sich eine schwere Schlägerei, bei der verschiedene Nationalsozialisten verletzt wurden. In der Folge wurden die Nationalsozialisten von Reichsbannerleuten verfolgt und teils ourch Steinwürfe belästigt. Nunmehr haben sich die 11 A n g e k l a g t e n , die dem Reichsbanner angehören, wegen Landfriedensbruchs und zum Teil auch wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung zu verantworten. Zu dem Prozeß, der aus Ersparnisrücksichten auf den Schauplatz der Tat verlegt war, wurden durch das Gericht 4 6 Zeugen geloben, der Verteidiger der Angeklagten, Rechtsanwalt Dr. Aaron (Gießen), hat weitere 18 Zeugen benannt. Heute morgen wurde zunächst in die Vernehmung der Angeklagten eingetreten. Wettervoraussage. Das Hochdruckgebiet hot unter weiterer Verstärkung seinen Weg ostwärts genommen. Deutschland erhält durch seine Südseite kontinentale Luft, die noch, begünstigt durch nächtliches Aufklaren, Frost verursacht. Unter der weiteren Zufuhr kontinentaler Kaltluft hält in der kommenden Nacht der Frost an. Mit dem Herannahen neuer Störungen wird iedoch der Hochdruckeinfluß abgebaut, und ozeanische Warm- lüft bringt spater Rückgang des Frostes, Bewölkung und auch vereinzelte Niederschläge. Doryersage für Mittwoch: Weiterhin Rachtsrost, anfangs heiter, späterhin aufkommende Dewölkung, trocken. Vorhersage für Donnerstag: Rück-' gang des Frostes und tagsüber mild, Rebel- bUdung und mehr bewölkt mit Ricderschlags- neigung. Lufttemperaturen. Am 26. Oktober mittags 4,6 Grad Celsius, abends —0,2 Grad. Am 27. Oktober morgens —1,8 Grad. Maximum 4,9 Grad, Minimum — 2,6 Grad. Sonnenschein- dauer 8 Stunden. Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe. Am 26. Oktober abends 4,2 Grad. Am 27. Oktober morgens 2.0 Grad. “ Dolksvorstellungen im Gieße- i«r Stadttheater. Aus dem Stadttheater- ömreau wird uns geschrieben: Die Intendanz röägt der Zeit Rechnung und bringt für Sams- in, 31. Oktober, eine der Ungunst der heutigen v-erhältnisse entsprechende, von allen Theater- iraunöen sicherlich lebhaft begrüßte Reuerung. Mnatlich soll einmal zu denkbar kleinsten Preu- km eine Volksvorstellung veranstaltet wer- fre^i. Ein Theaterabend bringt Entspannung und A'^fheiterung. Aber wer beides heute am nötig- llLir hat, ist vielfach nicht in der Lage, sich diese 'ealische Aufheiterung zu gönnen. Die Einrichtung Volksvorstellung soll allen und jedem den ^tzeaterbesuch ermöglichen. Vier Kapitel aus dem 9ef>en eines „ilnanftänöigen Mädchens", Rollen m Lustspiel „Der Garten Eden" von Oester- ce-icher und Dernauer im bunten Scheinwerfer- üqt abwechslungs- und stimmungsreicher Szenen, humorvoll und nicht ohne moralische Lehre für ogenannte „gute Gesellschaft" ziehen an dem De- u-cher vorbei. Spielleitung hat Peter F a s s o 11. rvieldauer von 20.15 Uhr bis 23 Uhr. '* Stadttheater . Abonnement. Die kmlösung des zweiten Abschnitts des Stadtiheater- lüonnements muß von Donnerstag bis Samstag Sachen nicht an. Seine Frau, mit der er in Scheidung lebt, zeigte ihn bann an. Der Angeklagte gab zu, verschiedene Sachen nicht angegeben zu haben. Er sei ber Meinung gewesen, baß er dies deshalb nicht zu tun brauche, weil es sich um Sachen handele, die er vor der Ehe erworben habe; er habe geglaubt, das diese für Schulden aus der Ehe nicht hasteten. Aehnliche Angaben hatte er bei seiner Vernehmung auf dem Polizeiamt gemacht. Bei dem Untersuchungsrichter hatte er im Gegensatz hierzu ausgesagt, er habe diese Sachen desyalb nicht angegeben, weil er nicht eingesehen habe, daß er die vor der Ehe mit sauer verdienten Geld erworbene Sachen für Schulden seiner Frau aus der Ehe hergeben sollte. Die Beweisaufnahme ergab nichts Wesentliches. Die Frau des Angeklagten verweigerte das Zeugnis. Staatsanwalt Fischer vertrat die Auffassung, daß ein Meineid dem Angeklagten nicht nachzuweisen sei. Er beantragte 3 Monate Gefängnis wegen fahrlässigen Falscheids. Der Angeklagte sei vor der Leistung des Offenbarungseides von dem Richter ausdrücklich darauf hingewiesen worden, daß er alles anzugeben habe, was ihm gehöre, und daß er nichts verschweigen dürfe, sonst sei er strafbar. Der Angeklagte hätte sich also bei dem Richter, der mit ihm das Vermögensverzeichnis ausführlich durchgesprochen chabe, erkundigen müssen, ob er die fraglichen Sachen anzugeben habe. Darin, daß er dies nicht getan hätte, bestünde sein Verschulden. Rechtsanwalt Rothenberger führte aus, der Angeklagte sei des festen Glaubens gewesen, daß er die Sachen nicht anzugeben brauche. Darin, daß er sich bei dem Richter nicht erkundigt habe, sei aus näher bargeleaten Gründen eine Fährlässigkeit nicht zu erblicken. Er beantragte Freisprechung, vorsorg, lich milde Bestrafung seines Klienten. Landaerichtsrat Strack verkündete nach der Beratung Urteil dahin, daß der Angeklagte freizu- sprechen sei. Er führte aus: Meineid komme nicht in Frage, denn der Angeklagte habe geglaubt, daß er die Sachen nicht anzugeben brauche. Aber auch fahrlässiger Falscheid könne dem Angeklagten nicht nachgewiesen werden. Mit Rücksicht auf die Besonderheiten dieses Einzelfalls könne das Gericht nicht fcststellen, daß der Angeklagte hier deshalb fahrlässig gehandelt habe, weil er sich bei dem Richter nicht erkundigt habe. Kreudiges Ereignis in der Großherzoglichen Familie. WEN. Darmstadt, 26.Okt. Gestern abend ist die Erbgroßherzogin Cäcilie von Hessen von einem gesunden Knaben entbunden worden. Die junge Mutter ist eine Tochter des Prinzen Andreas von Griechenland, die sich mit dem Erbgroßherzog Georg Donatus von Hessen am 2. Februar d. 9. in Darmstadt vermählte. Oberbeffen. Oer Ortenberger Kalte Markt. * Ortenberg, 27. Okt. Der weithin bekannte Ortenberger Kalte Markt findet vom Sonntag, 1., bis Donnerstag, 5- November, statt. Den Schluß des Marktes oildet die alljährliche Marktlotterie. Man verspricht sich trotz schlechter Zeitverhältnisse einen normalen Auftrieb von Pferde, Fohlen, Rindvieh und Schweinen. Händler aus der Umgegend halten sc' i Umschau wegen Unterkünften. Auch in den Gasthäusern bebt sich der Verkehr, überall wird geschlachtet und Vorbereitungen getroffen. Man rechnet wieder auf Aufkäufer aus Süddeutschland, insbesondere kaufen Landwirte aus Württemberg von altersher hier ihre Pferde. Rückfahrkarten lösen! Die Reichsbahn teilt mit: Deim Desuch des vom 1. bis 4. Rovember stattfindenden Ortenberger „Kalten Marktes" liegt es im eigenen Interesse der die Eisenbahn benutzenden Reisenden, schon vor der Hinfahrt bei der Fahrkartenausgabe ihrer Abfahrtstation gleich auch die Fahrkarten für die Rückfahrt zu lösen. Bei dem Massenandrang in Ortenberg würde dadurch eine glattere Abwickelung ermöglicht. Landkreis Gießen. — /— Lich, 26. Okt. 3m vollbesetzten Saal des Holländischen Hofes fand gestern abend die erste Veranstaltung des Volksbildungsvereins in diesem Winter statt. Kammerdirektor i. R. D. Müller, Darmstadt, der kürzlich erst die Reste der alten Marcellinuska- pelle bei Durlhards freigelegt hat und der zur Zeit mit Ausgrabungen in hiesiger Gegend beschäftigt ist, hielt einen interessanten Vortrag über das Thema „Alte Siedlungen in und um Lick und die dazu gehörigen Straßen". AIS alte Siedlungen führte der Redner Mengeshausen (zum erstenmal urkundlich 1245 erwähnt), Rieder-Albach (1239), Aodeschütl (1210), Saasen (1239), Schorfheim (1223), Kollnhusen (1128), Westwig (1306) an. Als alte Straßen wurden festgestellt die alte Gies- ferstraße, Wetzlarer Straße, Garbenteicherweg, Langsdorfer Weg, Steinweg, Ronnenröther Straße, Grünbergerstraße. Die Ausführungen des Vortragenden wurden durch die neuesten Dilder der durch Ausgrabungen festgestellten alten Straßen erläutert. Schöne Funde, z. T. aus der Hallstadtzeit (etwa 1000 v. Chr.) wurden gezeigt. In überzeugender Weise wies der Redner nach, daß die ganze ilmgegenö als alter Kulturboden anzusprechen sei. Reicher Beifall wurde dem Redner zuteil Eine Aussprache schloß sich an, Eine Tellersan mlung für weitere Ausgrabungsarbeiten ergab einen ansehnlichen Betrag. Als nächste Veranstaltung ist ein Konzert geplant. Aus den lwiuuuuuu'..........,.......................................... Feinste Fischfilets Pfund von 50 Pf. an Alle Sorten Kochflsche Fisch haus Cuxhaven Marktstr. 23 7191 a Telephon 2417 inWWIWMWWIWfWWMWWWWfWIW Das Inventar des Säuglingsheims Wetzsteingasse 32 wird nach vorherigem Abtaxieren täglich von 2 bis 4 Uhr nachmittags verkauft. 06255 dieser Woche erfolgen. Näheres in der heutigen Bekanntmachung. **AuswechslungeinerStraßenbahn. weiche. Auf dem Marktplatz wird gegenwärtig eine Weiche der elektrischen Straßenbahn gegen eine neue ausgewechselt. Die Straßenbahnwagen der Grünen Linie in der Richtung Marktplatz—Wiesecker Weg fahren während dieser Arbeiten nicht mehr bis zum Marktplatz, sondern haben ihren Endpunkt in der Marktstraße neben der Engelapotheke. Straßenpassanten und Passagiere der Roten Linie, welche die nach dem Wiesecker Weg führenden Wagen benutzen wollen, seien auf die provisorische Haltestelle aufmerksam gemacht. ,,3 m ß a n b e derMitternachtssonne." Die Kulturfilmvorführung am vergangenen Sonntag im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, führte in den hohen Norden. Der Film gab in seinem ersten Teile die eindrucksvolle Landschaft der Westküste Schwedens, das Eismeer, die Eisberge, Städte und Dörfer, Bauern und Fischer usw. wieder, ein stets dankbares Gebiet für den Filmoperateur, der hier dem schönen Bild auf Schritt und Tritt begegnet. Die übrigen Teile des Filmes führten in das nördlichste Gebiet des Landes, in die Gegend, in der die Lappen nomadisierend oder an wenigen festen Wohnsitzen Hausen. Aus dem Kampf der Lappen um ihre Existenz, die sie gegen die rauhe Natur nur mühsam durchsetzen können, brachte der Bildstreifen sehr interessante- Ausschnitte. Man lernte das Familienleben, das Gemeinschaftsleben dieses Volkes kennen, das mit dem Geschick des ursprünglichen Naturvolkes allen Hindernissen trotzt; in gut erfaßten Bildern waren auch die treuesten und wichtigsten Kameraden jener Menschen, die Renntiere, festgehalten, die ihren Herren die Schuhe und die Kleider, die Nahrung und die Arbeitskraft geben müssen und als Zugtiere vor dem Pulch das Kapital des Lappen darstellen. Der Film brachte manche luftige Szene, aber auch manches Ueberraschende (z. B. eine Herde Renntiere über einen vier Kilometer breiten Sund chwimmen zu sehen), so daß das Interesse der Zu- chauer stets wachgehalten war. Ein weiterer Film eigte besonders die Länder des Eismeeres, Grön- and und Spitzbergen, Island und das nördliche Schottland. Als Beifilm sah man neben der Wochenschau einen originellen Scherenschnittfilm, der im Geiste Mozartscher Musik behandelt war und die Zuschauer in die Zeit des Rokoko versetzte. ** Schmuckausstellung. Der Metallbildhauer Küchel (Gießen, Kaiserallee), der schon seit einiger Zeit jährlich einmal mit seinen Arbeiten an die Oeffentlichkeit tritt, zeigte auch am vergangenen Samstag und Sonntag wieder feine neuesten kunstgewerblichen Erzeugnisse, die auch diesmal einen großen Interessentenkreis fanden. Die Arbeiten verdienten auch die Beachtung, die ihnen zuteil wurde, denn der Künstler, dessen Schaffen durchaus kunsthandwerklicher Ratur ist, verbindet in glücklicher Weise das Zweckmäßige mit dem Schönen. In diesem Sinne sind die Arbeiten auch weniger als Luxus, denn als Ge- brauchsgegenstande zu betrachten und zu bewerten. Ringe und Ketten, Knöpfe und Gürtelschnallen, Manschettenknöpse und Agraffen, Radeln und dekorative Droschen, in Silber geschnitten, gehämmert, getrieben, mit Emaille farbig behandelt, sind in reizvollen und originellen Formen hergestellt, und geschmackvoll zur Schau gelegt gewesen. Verschiedene größer angelegte Arbeiten, ein Kruzifix, eine Maske usw. nahmen besondere Aufmerksamkeit für sich in Anspruch. Kameen, in Mufchel- stein geschnitten, gefielen sehr gut. Im Rahmen der Ausstellung zeigte der Künstler auch Entwürfe und fein Handwerkszeug. Die Ausstellung war sehr gut besucht. ** Einbrüche in Büdingen. Die Landeskriminalpolizeistelle Gießen meldet: In der Nacht zum Sonntag wurde in Büdingen bei einem Bäckermeister ein Einbruch verübt unb neben Schokolabe, Kognak, Zigarren, Zigaretten unb Tabak noch ein Betrag von 18 Mark aus ber Labenkasse gestohlen. In ber gleichen Nacht brangen Einbrecher ebenfalls in Bübingen in ein Stoffgeschäft ein unb entwenbeten aus bem Lager brei Ballen Stoff im Werte von etwa 500 Mark. Die polizeilichen Ermittlungen finb im Gange. aßenb zu ihrer ersten Vortragsoeranstaltung im Winterhalbjahr 1931/32 eingeloben. Professor Waller Josephson sprach an Hcmb von instruktiven werde «chön durch Elise-Bock- Priparate. Alleinige Niederlage 7036 A Droö. WlnterhoH KrenzpllO *,’ie lege ich mein Korsett richtig an? |# 11 J f) Me bleit, ich dadurch „Mank? ^0s86llNI OllkllOLlldU Wie erhalte ich mich dadurch jung? Wie?.... Dies zeigen wir in unserer vormittags von 10-1 und nachmittags von 3-6 Uhr im Vorführung am Modell und Erklärung aller dahingehenden Fragen bereif*, ohne Kaufzwang ModehausSalomon wählen Sie die gesunde und reinwollene BLEYLE Bleyle-Kleidung Sie ist die vornehmste und im Gebrauch die billigste. "in Bleyle-Kauf enttäuscht n e! 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Sperrsitz Aeihe 14 — 18, II Aang Aeihe 1 Mitte II. Aang Aeihe 2 u. 3 und II. Aang Seitenreihe II. Aang Aeihe 4 u. 5...................... Die Einlösung muß vor der 5. AbonnementsvorsteNung erfolgt sein. Gießen, den 26. Oktober 1931. Limburger mit Rinde . Limburger ohne Rinde Emmentaler usw. -X 1,00 § 45A • §60 4 Borbeftellgn. auf Rarbfcn, 8 25' <8ratfd)cUfifd)e,tleineu.grofeCr§35 ' liitalWitns können linden abnebaut.Maufleutc evtl.auchBeamte.ü. nut berufen u. mit den (Eichener Ber- hältniff .bekannt sind Sckriftl. Angeb. mit Vebenolaur u.7188d att den •'lief;. 'Jim. Sielt, nut erhaltenes Haus z. Alleinbewohnen, entb.6Zinnn.Ltadt' mitte,f.G500.xt.oer- kattfen.Sdir Ang u. 06268a.b.iticp.'Jl tu. Herren und Damen die etwas redeaewandt und fleihig sind, gesucht. Die Tätigkeit ist für dauernd und bietet geeigneten Bewerbern, die mit Interesse arbeiten wollen, sofort guten Verdienst, besonders auch im Winter. Beruf unwichtig, da (Einarbeitung erfolgt. Gute Garderobe erwünscht. 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Ar. 37210, Rasse des Stadttheaters Gießen, erfolgt Übersendung der Abonnementskarten. Wirksam« erbe - Drucksachen bei Brühl. ScbulitriBe 7 Bezirkssparkasse Gießen« Olympischer Sport-Club (O. N. c.) Hatating in der Reichsbahn» Zum- u.Lvorthalle Aulweg. <*-n luiili|iv.l-ll Uhr 3-4ühr:SpeslaJeteide 4-« Uhr: Schlier 6 1 Uhr: Setelstude Hl Uhr: Aktive laa»ttralaln|. Erstmalig Samstag, öenSLClt. 193L Hallenlrainiog beginnt diefeWoche, u. zwar: »in ü Turnhalle d. Pestalozzi» schuleTonnerstago o. 6—7 Uhr abends ' Tiuaendl. a.Zdiü» (er, von 8—10 Uhr abenbd für Aktive. ,?n d Turnhalle bet 2chillerfchule freitags von 8—io Uhr abends für trauen und Mavchcn.1,^,0 Erinnerung! nachmittags 2—7 Uhr. finden in meine» Laden zwei hochinteressante 7? sa Wasch-V orführu ngen der ,MiWMa*a* statt. Auch Sie sind höflichst eingeladea, J. B. Häuser, Gießen 3-9.................. Filets von Seelachs-- von Goldbarsch im Ausschnitt - ff. Seelachs o. ft.. im Ausschnitt •• ( and. med. sucht zum 1. Novemb. mttbl. 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Die höchst zu erreichende Punktzahl auf eine Hebung, 30 Punkte, wurde nur dreimal gewertet, und zwar dem Turner R. S e t h für die Hebungen am Darren und Reck, und dem Turner F. Weitershaus für die Freiübung, beide vom Turnverein Großen-Linden. Der siegenden Mannschaft gehörten an: A. Weinandt, L. Weiß, W. Luh, K. Faber, W. Velten, O. Hofmann, A. Leun, Fr. Weitershaus, K. Keßler und R. Seth. Dei der ersten "Begegnung im vorigen Jahre in Heuchelheim waren folgende Ergebnisse erzielt worden: 1. Tv. Großen-Linden 702 Punkte, 2. Tv. Gießener Gtadttheaier. Arnold und Bach: „Frauen haben das gern ... !" Die erste Operettenaufführung in diesem Winter stand unter einem glücklichen Stern; man hatte sie beherzt in eigene Regie genommen, man spielte mit einheimischen Kräften, und es scheint durchaus, als ob sich der Serienerfolg von Derrs und Verneuils musikalischem Lustspiel „Meine Schwester und ich" in der vorigen Spielzeit wiederholen sollte. Die Schwankautoren Franz Arnold und Ernst Dach sind hier seit langem gute "Bekannte. Sie haben diesmal bewährte musikalisch^ Helfer zur Mitarbeit herangezogen. Walter Kollo, ein alter Routinier der Operette, der auch längst seine Feuerprobe hinter sich hat, schrieb zu dem ausgelassenen Textbuch eine prickelnde, publikumswirksame Musik; Rideamus hat zugkräftige Schlagertexte in die Handlung eingestreut, und so entstand ein Stück auf der mittleren Linie zwischen Revue-Operette und Schwank, das eines großen Erfolges von vornherein sicher ist, wenn es so schwungvoll und zündend herausgebracht wird, wie das hier in der Premiere am Sonntag geschehen ist. • Der kleinstädtische Fabrikant Julius Seibold wünscht seine sehr neuzeitlich eingestellte Tochter Ilse an seinen bieöe en Kompagnon Max Stieglitz zu verheiraten; Da dieser Stieglitz aber nicht eben die Allüren und das Temperament eines Don Juan besitzt, Ilse jedoch sich in einen jungen und feschen Sportsmann namens Fellner aus Berlin verliebt hat, beschließt Herr Seibold, seinem Teilhaber ein bewegtes „Vorleben" unterzuschieben. Da man sich hierzu einer, Herrn Stieglitz ganz unbekannten Filmdiva Lu Larsen bedient, diese wiederum unvermutet im Städtchen auftaucht und alsbald mit ihrem völlig fassungslosen „Geliebten" konfrontiert wird, während Lus Bräutigam wutschnaubend auf einem Duell mit Stieglitz besteht, kann man ermessen, welcher Wirkungen der den Höhepunkt des Ganzen bildende Mittelakt der Schwankoperette fähig ist. Der erste Akt bildet den heiteren Auftakt zu den haarsträubendsten Verwirrungen, während der dritte — entgegen einer allzu oft gemachten Erfahrung — noch genug 2Uem und Auftrieb besitzt, um alles wieder hübsch ins Reine und die beiden ungleichen Paare in die gehörige Ordnung zu bringen. Die Inszenierung unter der sehr sorgsamen, witzigen, von Schwung und Tempo getragenen Aufführung unter Heinrich Hubs Spielleitung war vortrefflich; sie fand sofort Kontakt mit dem in steigendem Maße amüsierten Publikum und bewies, was unser an sich auf musikalische Aufführungen nicht eingestelltes Ensemble auch auf diesem Gebiet zu leisten vermag. Hubs Regie wurde von einem Stab verständnisvoller Mitarbeiter unterstützt. Fritz C u j ö wirkte als Kapellmeister, und das kleine Orchester bereitete unter seiner schmissigen Stabführung der leichten prickelnden Musik eine mit den Bühnenvorgängen taktsicher im Einklang stehende, eindrucksvolle Wiedergabe. Ewald B ä u 1 k e hätte die Einstudierung der Tän^e übernommen; feinem bewährten choreographischen Können ist ein guter Teil des großen Erfolges zuzuschrei- ben; das Gleiche gilt von Karl Löffler, der mit kundiger Hand und sicherem Geschmack ein durch alle drei Akte gleichbleibendes, farbenfrohes Bühnenbild entworfen hatte; Ludwig Keim Jorgte für die nuancierte Beleuchtung. 3m Mittelpunkt der Gesamtdarstellung (die durch hingebungsvolle Einfühlung in vielfach ganz ungewohnte Aufgabe und hübsche Talentproben aller Beteiligten erfreulich gekennzeichnet war) stand die famose Leistung Hubs in der Rolle des Stieglitz; er spielte diese Partie aus dem Dollen seiner großen Begabung, als Komiker und Liebhaber zugleich, in den besten Augenblicken als eine parodistische Mischung aus Charlie Chaplin und Richard Tauber; auch hatte er seit längerer Zeit wieder einmal Gelegenheit, seine für diese Spielgattung besonders geeignete, schöne und geschulte Gesangsstimme einzusehen. Der Schlager „Ich lege dir mein Herz zu Füßen"' (I.Akt) und vor allem das Schlemihl-Lied mit dem Refrain „Wenn das nur nicht schief geht" und mehreren aktuellen Zugaben bildeten den stürmisch beklatschten Sondererfolg dieses Abends. Auch die übrigen Mitwirkenden fanden sich überraschend gut mit den großenteils doch etwas ungewohnten Aufgaben ab. Dor allem Do 1 ck als Fabrikant Seibold brachte eine mit viel Humor behandelte, richtige Schwankfigur auf die Beine und war auch gesanglich und im Tanz- duett mit Hub durchaus auf der Höhe. Frau Schubert-Jüngling hat ihre musikalischen Fähigkeiten schon bei früheren Gelegenheiten bewiesen; sie kamen der mütterlichen Frau Regine, einer ihr wohl besonders liegenden Rolle, un- gemein zustatten. Das Töchterchen Ilse wurde von Maria Sachse sehr niedlich gespielt, gesungen und getanzt, während Fräulein Berger, als elegante Filmdiva Lu Larsen, eine ausgesprochene Soubrettenbegabung mit dem Schlagerlied im zweiten Akt bewies, nach dessen Refrain die Schwankoperette ihren Ramen trägt. Ihr assistierte gefällig Albert Ianscheck als fescher Sportmann im Tennisdreh. Den blutdürstig-eifersüchtigen, wutschnaubenden Bräutigam spielte mit drolligen Gebärden Walter Michel; während Beatrice Doering und Elisabeth W i e l a n b e r als quecksilbrige Backfische und Frau Walther- Lederer als freches und erstaunlich schickes Dienstmädchen Anuschka das Ensemble angenehm abrundeten. Es war ein großer, stellenweise stürmischer Erfolg mit Beifall bei offener Szene, Wiederholungen und Blumenspenden. Die Schwankoperette dürfte bis auf weiteres einer der wichtigsten Anziehungspunkte des laufenden Spielplans bleiben. hth. Dreitausend Millionäre in Japan. Das ostafiatische Inselreich ist auf dem besten Wege, das Land der Millionäre zu werden. Amerikas bisherige einzigartige Stellung wird auf diesem Gebiet gefährdet, so sieht es aus. Aber während die Amerikaner mit ihrem verhältnismäßig schnell errafften Reichtum immer gern protzten und oft zählten, wieviel Millionäre schon in ihren Reihen seien, machen es die Japaner ganz anders. In aller Stille sammeln sie Pen für Hen. Erst die Steuerbehörde in Tokio hat das Geheimnis von dem ständig zunehmenden Reichtum verraten. Das Steueramt von Tokio veröffentlichte jetzt eine Liste, aus der hervor- geht, daß innerhalb ganz kurzer Zeit insgesamt dreitausend Japaner Millionenvermögen erworben haben. Der Baron Hisaya wartet gleich mit einer halben Milliarde auf, und mehrere Männer folgen ihm mit Desihzahlen, die nicht weit hinter dieser Summe zurückstehen. 170 Personen besitzen ein "Vermögen von mehr als hundert Millionen Mark, und dann folgt eine größere Menge von Menschen, die „nur "'etwas über fünfzig Millionen besitzen. Alle diese Japaner repräsentieren das führende japanische Finanz- und Industrieleben und beweisen damit, wie schnell die junge Industrie Rippons erstarkt ist. Ein neuer Rasputin. Rigaer Blätter wissen von einem Heiligen zu berichten, der in Sowjet-Weißrußland aufgetreten ist und unter den Bauern viele Aichänger findet. Er behauptet, Rasputin zu sein, der wieder auferstanden sei. Seine Anhänger haben eine Leibwache gebildet, um ihn gegen alle Angriffe der Kommunisten zu schützen, und ziehen mit ihm von Ort zu Ort. Der neue Rasputin weissagt, daß der Thron der Zaren von einem neuen Herrscher eingenommen werde, nachdem ein mächtiger Wann aus dem Fernen Osten gekommen sein wird, der die Macht der Bolschewisten zerschmettert. Die Dauern hängen fanatisch an ihm und gewähren ihm jede Hnterstützung. Dei seinem Aufenthalt in dem Dorfe Petrowka in der Rähe von Slutzk soll nach einer Ansprache des neuen Rasputin von der Menge eine Anzahl von Gebäuden in Brand gesteckt worden sein, die Korn, Traktoren und Ackerbauwerkzeuge enthielten. Die „kommunistische ZeUe" des Ortes unterrichtete zusammen mit der Organisation der „Gottlosen" die Behörden in Slutzk von dem Auftreten des „Heiligen" und von der Brandstiftung. Darauf wurden von dort Kavallerie und Panzerwagen abgesandt, die mehr als 100 Anhänger des Propheten töteten. Er selbst -und feine Leibwache sollen sich in die Wälder geflüchtet haben. Hochschulnachrichten. Der durch die Berufung des Prof. Kurt QTfrad an der Hniberfität Halle erledigte Lehrstuhl der Botanik ist dem ordentlichen Professor Dr. Friedrich Oehlkers an der Technischen Hochschule in Darmstadt angeboten worden. Dr. Oehlkers erhielt 1928 feine Ernennung zum Ordinarius in Darmstadt und zum Direktor des Botanischen Gartens daselbst als Rachfolger des verstorbenen Geheimen Rats Professor Dr. Heinrich Schenk. Oehlers Sondergebiet ist die Erblichkeitsforschung und die Reizphysiologie. Heuchelheim 700 P. 3. Tv. Krofdorf 693 P. Hier- nach konnten Großen-Linden und Krofdorf diesmal die Punktzahlen erhöhen, während Heuchelheim in seiner Leistung etwas zurüclgcganaen ist. Heuchelheim war. was auch der Leiter des Kampfes, Textor (Marburg-, am Schluß der Deranstal- tung bemerkte, etwas vom Pech verfolgt. Der äußerst harmonisch verlausens Kampf, für dessen glatte Durchführung der Tv. Grohen-Linden alle Vorbereitungen vorsorglich getroffen hatte, wurde von dem Gaumännerturnwart Textor mit einer kurzen Siegerehrung beendet. Oie Punktkämpfe in Hessen. Nachdem der Neuling Kastel 06 am letzten Sonntag die Tabellenführung an Mainz 05 verloren hatte, muhte er diesmal auch den zweiten Platz abgeben. Kastel spielte zu Hause gegen den technisch besseren SV. Wiesbaden nur 0:0, während Wormatia Worms Olympia Lorsch mit Treffern von Winkler und Dcbussi 2:0 (1:0) schlagen konnte und damit den zweiten Tabellenplatz behauptete. Mainz 05 blieb mit zwei Punkten Vorsprung Ta- bellensührcr, die Mainzer konnten in Walldorf überraschend hoch mit 6:2 (2:0) Sieger bleiben. Der Stürmer Decker schob allein vier Tore. Urberach konnte zu Hause den FE. Langen 2:0 schlagen und damit seine Position verbessern. Darmstadt 98 erzielte zu Hause gegen Alemannia WormS ein 3:3. Darmstadt 98 und Walldorf stehen nun mit je sieben Punkten am Tabellenende. Wirtschaft. Oaet positive in den Vordergrund. Berlin, 27. Olt. (WTB. Funkspruch.) Die heutigen Vormittagsstunden standen unter dem Eindruck der matten Haltung des gestrigen Neu- yorker Verkehrs. Doch lagen ungünstige Nachrichten im wesentlichen nicht vor. Der Reichs- bankauSweis war im allgemeinen sogar ganz günstig kommentiert worden, die Verlängerung der Reichsbahn - Anleihe - Zeichnungsfrist war ebenfalls ein Erfolg, da die 2 0 0- M i l- l i o ne n - G r e n z e nunmehr überschrit- t e n werden konnte, und auch die allgemeinen Erörterungen über den Ausgang der amerikanischen Besprechungen waren nicht mehr so pessimistisch gehalten, wie gestern. Das Positive wurde in den Vordergrund gerückt. So soll die Stabilisierung des Sterlingknr« s e s einer der Hauptpunkte der Devisen-Erörte- rungen zwischen Hoover und Laval gewesen sein, und auch die Zusicherung, daß man am Goldstandard festhalten wolle, trug zur Beruhigung bei. Frankreich scheint übrigens schon Angst vor seiner eigenen Courage zu bekommen: denn bereits beute liegen Neuyorker Pressemeldungen vor, nach denen Laval beabsichtigt, gleich nach seiner Rückkehr aus Amerika Einladungen zu einer internationalen Reparationsund Schuldenkonferenz die Ende November oder Anfang Dezember i.t Paris stattfinden soll, abzusenden. Vor allem störte aber im heutigen Freiverkehr wieder die geringe il m - sahtätigkeit, denn sie bewirkte ein weiteres Abbröckeln der Kurse. Besonders schwach lagen Dessauer Gas-Aktien, die bereits in den letzten Tagen unter Angebot zu leiden hatten. Von Bankwerten, bestand für Berliner Handelsgesellschaft einiges Interesse. Die übrigen Märkte lagen bis zu 1 Prozent unter gestern. Es bestätigt sich immer mehr die Ansicht, daß das Geschäft von Tag zu Tag schwieriger wird, weil die Deteiliaung an dem telefonischen Freiverkehr immer gröberen Umfang annimmt. Auch heute haben wieder verschiedene vereidigte Makler Rundschreiben an die Banken versandt, in denen sie mitteilen, daß sie jetzt als Telefonmakler für die von ihnen früher amtlich vertretenen Wertet tätig find. Sehr still in Frankfurt. Frankfurt a. M., 23. Olt. Wie zu Beginn einer neuen Woche war auch am heutigen Montag der Geschäftsverkehr im telefonischen Freiverkehr zwischen den Bureaus sehr st i l l. Die Tendenz neigte zur Schwäche. Man war sehr enttäuscht über die Nichtverständigung Amerikas mit Frankreich, ferner verstimmt durch den Ausgang der Kommunalwahlen in Anhalt, die eine weitere Radikalisierung brachten. Die kommenden Monate betrachtet man mit großer Skepsis. Es herrschte daher in den Bureaus allgemein starke Passivität. Gegen die Kurse vom Samstag ergaben sich überwiegend Abschwächungen um 1—2 Prozent. Mehr offeriert waren dabei einige Epezialpapiere. wie Siemens, AEG. und I.-G.-Farben. Der Umsatz war jedoch äußerst minimal. Auch am Rentenmarlt herrschte eher schwächere Stimmung vor. Gold- und Liquidationspfandbriefe sowie Reichsschuldbuchsor- berungen nannte man bis zu 1 Prozent niedriger. Devisenmarkt Berlin — Jranffurl a. M. Bantnoten. 26 Of ober 27 Oftober Amtliche Dotierung Amtlich»