nr. 199 (Erftes Blatt 181. Jahrgang Donnerstag, 21. August 1931 tr|d)ctwi töghd), SOdscdwest q suirmsehe» «ordwcA Oie pick fliegen an dem winde. Die oodtn Mehone* sreneMtn l* len geoen d I Flasch« 4668 V 04860 a. d. l«ien. Anz. Achtung! Sensationelle Mitteilung! 5574 D 5586D gesucht. I aeocnüt Srcnaborj. < Hflllllllllllllllllllllllllllllll i'i Dr. h. c. Paul Meesmann und Frau Else, geb. Heger Für die anläßlich unserer Hochzeit in so reichem Maße überbrachten Glückwünsche und Geschenke banken wir herzlich Hörnsheim Wehlar-Land Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäfts karten Musikal Leitung: Schmidt • Gentner Schlagertexte: Willi Kollo Die Verlobung ihrer Tochter Anneliese mit Herrn Rechtsanwalt Dr. jur. Walter Klingspor beehren sich bekanntzugeben Meine Verlobung mit Fräulein Anneliese Meesmann beehre ich mich anzuzeigen GIESSEN Seltersweg 52 (beides patentemtl geschützt) in de> nächsten Apotheke zu kaufen und sich damit sofort Lindenm» zu verschaffen. Zu hüben nur in der Engel-Apotheke, am MarktpL Preise, die alles Seitherige erschüttern! Beginn: Samstag, den 29. August, vorm. 8% Uhr Wieseck, Allendorf, den 26. August 1931. Die Beerdigung findet Freitag, den 28. August, n achmittags 4 Uhr, vom Trauerhause, Gießener Straße 51 aus statt. Gießen (Kaiserallee 18), den 26. August 1931. Die Beerdigung findet Freitag, 28. August, nachmittags 2% Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. / Beileidsbesuche dankend verbeten. Die blonde Nachtigall mit Else Elster Arthur Ihre Verlobung geben bekannt 3lfe Klug Dr. med. Friedrich Wilhelm Watz Wegen Ausgabe des Geschäfts des Kaufmanns Carl Beck tn (Sieben, Neuenweg 15 verkaufe ich sämtliche Waren mit «nD 30 bis 50 Prozent Rabatt! WoUwavon.Tvikotase« Kandavbette«. Der Konkursverwalter. Heute nachmittag 3 Uhr entschlief nach kurzem, schwerem Leiden mein lieber Gatte, unser treubesorgter Vater, Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Herr Ludwig Hildebrand im Alter von 48 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elisab. Hildebrand, geb. Rhein nebst Kindern Wanderung: Tonntaa, 30.8.31 Münzenberg—Butzbach. Abm. 7'/,Ubr. Treftvunkt: Unto.- Bibltotbek. [55811) Feinste Fischfilets Pfund von 50 Pfennig an Feinste Kochfische Pfund von 40 Pfennig an Fischhaus Cuxhaven Marktstr. 23 5580 a Telef. 2417 Lichtspielhaus «Gießen Sonntag, den 30. August, 11.15 Uhr vormittags I. Kulturfilm-Veranstaltung Der große Expeditions-Film Lichtspielhaus Gießen Ab heute Donnerstag: Der neue Ufa-Tonfilm Heute früh 7% Uhr entschlief nach längerem Leiden unsere heißgeliebte, treusorgende Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Wilhelmine Pfeiler Ww. geb. Oppermann lm fast vollendeten 79. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Anna Kern, geb. Pfeffer Marie Pfeffer Heinrich Kern, Oberpostsekretär und drei Enkelkinder. 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August 195f Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Ur. 199 Zweites Blatt Geschichten aus aller Welt vernünftigen Elemente viel Arbeit kosten, ihre De- putierten-Kollegen von der Durchführung diese» Planes abzubringen! Nun kommt der endgültige Versa f f u n g s e n t w u r f vor die Nationalversammlung und da hat man dann wieder reichlich Gelegenheit, sich auszutoben und zu beweisen, wie fort- schrittlich und freiheitlich man gesinnt ist. Der heißeste Kampf wird natürlich in der Frage Trennung von Kirche und Staat und bei der Lesung der A u t o n o m t e st a t u t e geführt werden. Mit Rücksicht darauf soll schon heute auf die Unterschiede innerhalb der Autonomiebewegung hingewiescn werden, die nicht nur nichts miteinander zu tun haben, sondern sich, wenigstens soweit es sich um die beiden wichtigsten handelt, diametral entgegen- P e s e tz t sind. Während, wie hier schon öfter betont, n Katalonien der Syndikalismus als f)aupttraft hinter der Autonomieforderung steht, handelt es sich in den baskischen Provinzen um ein* ausgesprochen konservativ- klerikale Bewegung auf republikanischer Grundlage. Also spielt die Regelung der Stellung der Kirche in der Verfassung schon in das baskische Problem hinein und es ist kaum anzunchmen, daß die Basken kampflos der Mehrheit das Feld räumen werden. Abschließend kann man sayen, daß sede Verzögerung in der Verabschiedung der Verfassung, ohne deren endgültige Formgebung an eine Losung der übrigen Probleme wie Agrarreform, Währungsfrage, Neuaufbau der Wirtschaft usw. nicht gedacht werden kann, den Syndikalisten zugute kommen wird, die mit allen Kräften versuchen werden, das Land dem Chaos zuzutreiben. nama nach Neuseeland verkehrender Frachtdampfer sie halbverhungert und erschöpft auf ihrer von den Wogen schon halbzerstörten Nußschale aufgriff und nach Auckland brachte, wo man sie erst gar nicht an Land lassen wollte, weil sie von einer Leprainsel kamen. Erst nach einer viertägigen Quarantäne wurde ihnen gestattet, den Boden Neuseelands zu betreten, dessen Regierung ein inzwischen eingetroffc- nes telegraphisches Auslieferungsbegehren der chile- nischen Regierung strikt abgelehnt hat. Tcr Maler und die Btcnen. (s) Prag. Man weiß aus der antiken Kunstgeschichte, daß der Maler Apellcs ein sv herrliches und täuschendes Dlumenstück gemalt hat, daß Vögel und Dienen auf seine Leinwand flatterten, um auf den gemalten Blumen nach Honig zu suchen. Ganz entfernt erinnern daran könnte das Abenteuer, das dieser Tage ein Prager Maler erlebt hat. Zwar handelte es sich in diesem zeitgenössischen Falle nicht um einen Kunstmaler, sondern um einen biederen Anstreichermeister, der an einem Reu- bau in der Langensgasse in der Prager Altstadt die Haussront strich. Ein mächtiger Bienenschwarm kam nämlich plötzlich aus einem der benachbarten Gärten angebrummt und lieh sich mir nichts, dir nichts auf der Schulter des auf schwankendem Gerüst stehenden Handwerksmeisters nieder. Dieser, zu Tode erschrocken, behielt jedv-ch seine Geistesgegenwart und Ruhe, blieb mäuschenstill stehen und rührte sich nicht, um die Insekten nicht zu reizen. Die übrigen Arbeiter des Baues räumten so leise wie möglich das Gerüst und alarmierten die Feuerwehr, die auch sofort mit einem Dienenspezialisten anrückte, der behutsam den Maler von seinen unwillkommenen Desuchern befreite, ohne daß dieser auch nur einen einzigen Dienenstich erhalten hätte. Wohl mit Recht nimmt man an, daß weniger das Kunstwerk des Malers als der Geruch seiner Farbentöpfe die Dienen angelockt hat. Tic Waage. (v) Budapest. Gerichtsverhandlung. Ein Bäckermeister zeigte seinen Rachbarn, den Milch- und Dutterhandler an. „Der Dutter Händler ist ein ausgekochter Gewichts-Brigant", beklagt sich der Bäcker vor dem Richter. — „Wie meinen Sie das?", will der Der- treter der Staatsmacht genau wissen. „Ganz ein- Oie kommunistische Gefahr in Spanien Don unserem v. (arr.-Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Madrid, Ende August 1931. „Wir sind nicht mehr gewillt, noch länger dem Treiben der Syndikalisten untätig zuzusehen. Die Liste der Toten, die den Kugeln dieser Arbeitermörder täglich zum Opfer fallen, ist ungeheuer groß. Wir fordern von der Regierung fof ortiaes Eingreifen gegen diesen Terror, andernfalls mußten wir auch unsere Organisationen bewaffnen und zum Selbstschutz schreiten.- — So ungefähr stand es vor wenigen Tagen in dicken Lettern in den meisten Madrider Zeitungen zu lesen. Wer die Einsender dieses Ausruss sind? — Die „Union General de Irabajadores“, d h. der sozialdemokratische Gewerkschaft»- verband Spanien». Diese Sätze zeigen mit erschreckender Deutlichkeit, wie groß die lyndikalistische Gefahr in den letzten Monaten geworden ist, sie zeigen aber äuch, um wo» der Kampf in erster Linie geht. 3n Spanien wird heute um bie Seele des Arbeiter» fiekämoft, rücksichtslos und mit den gemeinsten Wasen. Die Sozialdemokratie hat bis heute ihre ruhige Haltung den syndikalistischen Provokationen gegenüber bewahrt und die Parteileitung wollte wohl au» taktischen Gründen ein energische» Vorgehen der Regierung, in der bekanntlich drei Sozialdemokraten als Minister sitzen, verhindern. Tat- sachlich laufen von der Partei auch täglich mehr und mehr Mitglieder zu den Radikalen, also Syndikalisten, Anarchisten und Kommunisten, über. Daß Parteitaktik aber auch einmal eine Grenze finden muß. zeigt die Verbitterung, die in obigem Aufruf der Gewerkschaften liegt. Die sozialistischen Arbeiter wollen nichts mehr wissen von diplomatischen Rücksichten und Verhandlungen, ihr gesunder Menschen- verstand sieht klarer als eine zum Durchgreifen unfähige Revolutionsregierung, die sich gefangen hat im Schlinggewächs all der leichtfertigen Versprechungen, die sie vor dem Sturz der Monarchie al» Revolutionskomitee den Massen gemacht hat und deren Ersullungsunmöglichkeit sie heute selbst einsieht. Hat sie sich doch damals nicht gescheut, die Hilfe von Syndikalisten und Anarchisten in An- Ö zu nehmen — wie soll sie sich nun um die ichung der präsentierten Rechnung drücken? Ein unmögliches Unterfangen! Das weiß aber auch die „Confederacion del Trabajo“, das ist die syndikalistische Arbeiterorganisation, die Hauptträgerin des syndikalistischen Angriffsgedankens. Sie herrscht heute schon fast ausschließlich in ganz Katalonien, in einem großen Teil der Levante und in der Landarbeiterschaft Andalusiens und Estremadura». Auch der immer noch nicht beendete Telephonstreik ist ihr Werk, ebenso wie all die unzähligen Teilstreiks, die in ganz Spanien Häfen und Fabriken ftiUegcn und die Seele der Arbeiterbevölkerung vergiften. Sie bringen in die Arbeitsstätten ein und zwingen die Belegschaft zum Verlassen des Lokals. Wird ihren Befehlen keine Folge geleistet, spricht die Pistole — ein einfaches und fast in allen Fällen wirksames Verfahren. Nicht zufrieden mit solcher Teilarbeit und wohl auf kommunistische Veranlassung hin werden in den letzten Wochen große Aufstandsbewegungen inszeniert. Dreißig Tote und über zweihundert Verwundete in Sevilla waren der erste Erfolg, es hat nicht viel gefehlt und man hätte ein freies „Arbeiter Andalusien- ausgerufen. Mit Artillerie und Maschinengewehren mußte die Regierung vorgehen, um die Erreichung dieses Ziels zu verhindern. Schon glaubte man, die Regierung wolle nun definitiv Ernst machen — als auch schon wieder der bekannte Rückzieher kam in Gestalt eines parlamentari- f d) e n Untersuchungsausschusses, der mit viel Feierlichkeit nach Sevilla fuhr und dort nach den „Verbrechen- der — Polizei fahndete, die an den armen, unschuldigen Syndikalisten angeblich begangen worden sein sollen. Diesen Untersuchungsausschuß hatten natürlich die Freunde der Syndikalisten in der Nationalversammlung, die ihnen ihren Sitz im Parlament zu verdanken haben, also die Katalanische Linke und ein Teil der Radikalsozialisten, durchgesetzt. Damit war wieder ein Sieg für die Rebellen gewonnen und mit neuer Energie machten sie sich Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! -Ivcntcucrlichc Flucht (g) London. Der alte Odysseus mag ja nach dem Zeugnisse Homers die buntesten Irrfahrten absolviert haben, — er ist aber ein Waisenknabe gegenüber jenen vier Männern, die vor kurzem im Hafen von Auckland auf Neuseeland gelandet sind. Es waren dies vier chilenische Offiziere, der Oberst Grobe, der Haupt- mann Luigi Sala und die beiden Leutnants Carlo Frientes und Pietro Ulgade. Diese vier Offiziere haben in der letzten chilenischen Revolution eine Rolle gespielt. Sie versuchten gemeinschaftlich mit dem General Enrico Bravo die Garnison der Stabt Conception gegen das Regime des Generals Ibanez aufzuwiegeln, wurden nach einem Putschversuch von den regierungstreuen Truppen feftgenommen und dann auf die Insel Pasgua deportiert. Diese kleine, verlorene Insel liegt mitten in der Wasserwüste des Stillen Ozeans, 3500 Kilometer von der chilenischen Küste entfernt, die nächste Nachbarinsel im Westen ist Pitcairn, etwa 1200 Kilo, meter entlegen, und die Bevölkerung des Eilandes setzt sich aus einer Handvoll 'polynesischer Eingeborener, einem Dutzend Sträflinge und einer. Kolonie Leprakranker zusammen. Sie entbehrt fast jeglicher Flora und Fauna und muh regelmäßig einmal im Monat durch einen chilenischen Regierungsdampfer mit Lebensrnitteln und frischem Wasser versehen werden. Dazu herrscht auf der Insel ein geradezu mörderisches Klima, dem die auf sie verbannten Weißen in kürzester Zeit zu erliegen pflegen. Lebenslänglich in diese Hölle verbannt trachteten die vier Offiziere von Anbeginn an nach Mitteln zur Flucht. In einer einsamen Bucht der Insel entdeckten sie ein aus einem Schiffbruch herrührendes halbver- faultes Doot. In angestrengter Arbeit Tag und Nacht brachten sie dies zerbrechliche Gefährt einigermaßen in Schuß, wobei sie z. B. gezungen waren, einzelne Bootsplanken mit den Riemen ihrer Schuhe zu- fammenjubinöen! Sie versahen das Boot mit einigen Lebensrnitteln und einer Gallone frischen Wassers (die sie sich stehlen mußten), nähten aus ihren Hemden ein Segel und vertrauten sich dann während einer Nacht dem primitiven Fahrzeug an, das sie nach Pitcairn und von dort nach Australien bringen sollte. Zwölf Tage trieben die vier Offiziere so auf der unermeßlichen Weite des Ozeans, als ein von Paan die Vorbereitung eines zweiten Aufstandes. Diesmal sollte es ein „Marsch aus Cordoba" werden. Nur einem Zufall ist e» zu verdanken, daß dieses Verbrechen rechtzeitig entdeckt und seine Durch- führung in letzter Stunde noch verhindert werden konnte: ein nicht in di« Verschwörung eingeweihter Dorfbürgermeister hatte irrtümlicherweise den syndikalistischen Angriffsbefehl zugestellt bekommen und ihn pflichtgemäß der Polizei übergeben. Trotzdem bestehen die angeblich aufgelösten Syndikat« ungeschoren weiter, ja in Madrid verhandeln sie ganz offiziell über eine etwaige Beilegung des Telephon- streik», besten jetzt schon über zwei Monate wäh. renbe Dauer immer noch nicht abzusehen ist, trotz dieser Berständigungsmanöver. Man sollte nun meinen, baß bie Nationalversammlung alles daran setzte, um da» lodernde Feuer zu löschen und der Regierung den Rücken zu stärken. Sie denkt aber gar nicht daran; im Gegenteil, man kann sich gar nicht genug tun mit dem sinnlosen Geschrei nach Verantwortlichkeiten. Alle will man zur Verantwortung ziehen, die in den letzten zehn Jahren etwas mit der spanischen Politik zu tun hatten. Aber beileibe nicht vor einem ordentlichen Richter, man hat doch auch in der Geschichte gelesen und weiß, was sich für eine richtige Nationalversammlung gehört, also will man sich zum Konvent französischen Stil» erniedrigen und dem staunenden Volke zeigen, was wirkliche „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit- ist. Es wird die Ludwig Thomas Begräbnis. Äon Walter Ziersch. Schnell verbreitete sich die Rachricht vom Tode Thomas (1921) durch München und wurde überall mit stärkster Anteilnahme ausgenommen. Sin Dichter von größter Eigenart war dahinge- gangen. Eine Persönlichkeit von Wucht, als Humorist in gleicher Reihe mit Wilhelm Busch und Fritz Reuter. Unsere Tage waren wieder ärmer geworden an Freude und Erfüllung. Wie stark Thoma im Volke wurzelte, das zeigte sich bei seiner Beerdigung in Rottach-Sgern am Tegernsee. Schon bei der Aussegnung im Hause auf der lüften hatten sich Menschen aus allen Schichten der Bevölkerung zusammengefunden, neben den Prominenten des geistigen Lebens von München in schwarzen Röcken und Zylindern standen in ihren Trachten Dauern und "Bäuerinnen von allen Orten um den See. Der alte Pfarrer von Egern, ein Freund Thomas, sand gute Worte am Sarge, und die Feier klang wehmütig aus in dem Scheideliede: .Es ist bestimmt in Gottes Rat..." Unb von süßer Frauenstimme verhauchten die Worte der letzten Verse: »Aus Wiedersehn — auf Wiederseh n!" — Auf kräftigen Schultern schwankte der Sarg hinunter zur Fahrstraße, wo ein offenes Fuhrwerk wartete, ganz in Tannengrün gehüllt, vom Herzog Ludwig Wilhelm gesandt. Drum herum die herzogliche Jägerei, auch die Maultiere, geführt von Jägern in ihren graugrünen Röcken mit goldenem Eichenlaub am Kragen. Der Herzog schritt mit Pfarrer und Angehörigen hinter dem Leichenwagen, dahinter in langem Zuge die Trauergäste. Die (Berge ringsum grüßten zum letzten Male in ihrer Pracht, und die blühenden Fluren lagen im Sonnenglanz. So ging es hinunter zum See. wo auf dem kleinen Friedhof von Egem. neben dem Grabe Ludwig Ganghofers für feinen Freund Ludwig Thoma die letzte Ruhestätte bereitet war. Und während der Trauerzug sich langsam auf sein Ziel zuschob. schlossen sich unterwegs Frauen und Männer. Sommergäste und Einwohner spontan dem Zuge an. 3n loser Folge und ohne Ordnung, gerade wie sie zusammentrafen, geleiteten sie den toten Dichter, den sie geliebt und verehrt hatten. Unb dessen Werke ihnen blieben als schönstes Vermächtnis. Da ging es mir durch den Kops: so müssen in alten Zeiten die Dichter und Sänger zu Grabe getragen worden sein. Don trauernden Männern und Frauen mit Dlumen in den Händen, in langer Trauerprozession. Run sind zehn Jahre vergangen, zehn schwere Jahre, und es ist. als ob es gestern gewesen wäre. Und wir wissen nur eins: daß das Leben härter und bunt!er geworden ist. Jahr um Jahr. Napoleons Tintenfässer. Das Museum der Stadt Erfurr besitzt einen Gänsekiel, der einstmals von Rapoleon 1. benutzt worden sein soll. Aehnliche Raritäten finden sich aber in zahlreichen deutschen und ausländischen Orten, und daher sind diele Gänsekiele bei den Sammlern nicht gerade sehr geschätzt. Reuerdings sind auch Tintenfässer auf den Anti- guitätenmarft gekommen, die von Rapoleon benutzt worden fein sollen. Hiervon erzählt eine amerikanische Zeitung. In einem Antiquitäten- laden der 5. Avenue fand eine Dame beim Durchstöbern der zweifelhaften Werte ein Tintenfaß. AIS sie den Verkäufer nach der Eigenart dieses Gegenstandes fragte, erzählte dieser ihr eine tolle Geschichte. Es sei einst im Desitze des Kaisers Rapoleon gewesen, der es während feiner Verbannung auf der Insel St. Helena benutzt habe, wenn er in seinem Tagebuch schrieb. Rur durchweinen ganz absonderlichen Zufall sei das historische Stück in den De sitz des Händlers gelangt. Die Dame griff entschlossen zu —: 25 Dollar für ein Tintenfaß des großen Korsen schienen ihr nicht zuviel. Roch während sie andere Gegenstände in dem Laden besichttgte. sand ein anderer Käufer gleichfalls ein sehr ähnliches Tintenfaß. und der Verkäufer legte sofort mit der gleichen Geschichte von der Herkunft des Gegenstandes los. Aber ehe der neue Interessent noch zuschlagen konnte, mischte sich die Dame in das Gespräch: Wenn es schon zwei Tintenfässer Rapvleons aus der Zeit von St. Helena gäbe, dann wolle sie auch alle beide besitzen. Sprach's bezahlte und rauschte hochbesriedigi über den Einkauf von bannen. Wieviel Zähne braucht ein Matrose? Das Flottendepartement der Regierung der Vereinigten Staaten sieht sich soeben vor eine nicht alltägliche Entscheidung gestellt. Es hat nämlich Deschluh zu fassen über die Anzahl der Zähne, über die ein Angehöriger der amerikanischen Kriegsflotte verfügen muh. Den Anstoß zu diesem Problem hat eine De- schwerde gegeben, die der Kaufmann Cartes Glaß in Virginia über die Marineakademie in Annapolis an das Departement gerichtet hat. Er hatte feinen ältesten Sohn, der Lust und Liebe zum Deruf eines Marineoffiziers verspürte, zum Eintritt in die Akademie angemeldet. Dei der militärärztlichen Untersuchung, die der Aufnahme vorausgcht, wurde der junge Glaß zurückgewie- fein, weil er, obwohl sonst körperlich durchaus zum Eeemannsberuse tauglich, nicht sämtliche zweiunddrcißig Zähne besah. Vater Glah lieh sich diele Zurückweisung seines Spröhlings aus diesem Grunde nicht ohne weiteres gefallen und beschwerte sich. Er wies mit Recht darauf hin, dah die ‘Bestimmung, wonach jeder amerikanische Matrose im Vollbesitz seiner Deiß- und Kauwerkzeuge fein muh, noch aus jenen längst verflossenen Zeiten stamme, in denen die Patrone abgebissen werden muhte, bevor man sie ins Gewehr schob. Gleichzeitig wandle sich Glah an das amerikanische Parlament mit dem Ersuchen, diese alte Destimmung dahin abzuändem, daß jeder Flottenaspirant nur zwanzig Zähne zu haben brauche. Das Marinedepartement wird daS Problem Wohl im Sinne des Mister Glaß entscheiden. Denn schließlich sollen die amerikanischen Matrosen ihre Feinde ja nicht beißen. Schicksalsbegegnung im Film. Dor einem Ehescheidungsgerichtshof in Portland im Staate Oregon wird die tragifche Ehe- gefchichte der verladenen Gattin des Hauptmanns Edwin Robothain verhandelt werden, in der ein Film eine entscheidende und dreißig Jahre vergeblichen buchens beenbenbe Rolle gespielt hat. Die heute sechzigjährige, in Drighton lebenbe, durch ein Dasein des Grams körperlich und seelisch gebrochene Frau hat im Jahre« fach, hoher Gerichtshof, er wiegt die Ware Immer falsch. Er verrechnet sich immer. Lind immer zu Ungunften der Kundschaft. Ich laufe seit Jahr und Tag bei ihm die Butter für die feine Backware. Kilowette. Gelegentlich habe ich so ein Äilo- stück nachgewogen. Es toaren knappe 90 Dekagramm. Bei der nächsten Gelegenheit wog ich wiederum nach und stellte fest, daß fünf Deka fehlten. Daraufhin habe ich ständig Wägungen vvrgenom- men, sogar vor Zeugen, und eS stimmte fast niemals mit dem vorgefchriebenen Gewicht!" .WaS haben Sie dazu zu sagen, Herr GewichtS-Bri- gant?", wandte sich der Richter an den Angeklagten. .Richt viel, hoher Gerichtshof", ließ sich der Mann i>emet)men. .Mein Rachbar mag ja vielleicht Recht haben. Trotz alledem bin ich ganz gewiß unschuldig." .Wie soll ich daS verstehen?" .Ganz einsach. Herr Richter. Ich kaufe bei meinem Rachbarn das Drot. 11 nb wenn er Dutter holen läßt, dann erspare ich mir die Mühe, mit Gewichtseinheiten abzuwiegen. Ich nehme einfach das Kilo-Brot, tue es auf die eine Seite fcr Waagschale und lege die Butter auf die andere Seite. Ich muh doch annehmen, daß mein Herr Rachbar richtig wiegt.. Der Kadi von Budapest hatte Sinn für Humor. Beide Biedermänner wurden zu einer Geldstrafe verdonnert! „Hadcr ya Vcy!" (c) Kairo. Wie in Oesterreich früher von der Ded.enung jeder zahlungsfähige Gast in den Stand des Barons erhoben wurde, fo genießt auch heute in Aegypten noch fast jeder mittlere Verwaltungsbeamte die unverdiente Ehre, vom Publikum und feinen Untergebenen, die sich aus BcförderungS- grünben lieb Kind machen möchten, als .Bey" angeredet zu werden. War man früher sogar noch freigebiger in wohltuenden Titulationen und sprach mit feinen Vorgesetzten nur. indem man ihnen Titelehrungen wie Pascha und sogar .mein Prinz" gab. so beschränkt man sich heute nur noch auf die allseits geübte Verbeugung mit den Worten „Hader ya, Bey“, also: .Sehr wohl. Dey!" Dem Generaldirektor des ägyptischen Post- wesens. der, nebenbei bemerkt, ein richtiger Boy ist. ist diese unangebrachte Titelverschwendung an seine llnterorgone schon immer ein Dorn im Auge gewesen und er hat nunmehr eine strenge Verfügung erlassen, nach der er nicht nur den Mißbrauch von Titeln innerhalb des Postwesens streng verbietet, sondern auch die ‘Briefträger anweist. ‘Briefe, die an einen falschen Dey adressiert sind, einsach nicht mehr zu bestellen und zurück- gehen zu lassen. Beamte, die sich im Dienste und in ihrem Privatleben hoch st ape Inderweise mit Dey titulieren lassen, ziehen sich ein Disziplinarocr- sahren zu, Unterbeamte, die diese Titulationen aussprechen, werben von der Deförberungsliste ausgestrichen. Am schlimmsten daran sind demnach die armen Dries träger: woher sollen sie wissen, ob der Adressat des von ihnen zu bestellenden Dri«fes den Titel Dey wirklich erworben ober sich nur zugelegt hat? Zehn Gebote für Chinesen. (c) Tientsin. Der Präsident der chinesischen Rational ist en- regierung, Tschiangkaischek, ist im Rebenberuf Vorsitzender der Landesvereinigung zur .Hebung der Moral", also sozusagen der Obermoralist seiner Heimat. In dieser Eigenschaft faßte er kürzlich die neuen zehn Gebote für ehrwürdige Chinesen ab, die durchaus im Sinne Sunyatsens gehalten sind. Sie lauten: 1. Sei kein Prahler. 2. Sei nicht stolz. 3. Sei nicht faul. 4. Hüte dich vor dem Ehebruch und dem ClückS- spiel. 5. Rauche nicht. 6. Trinke nicht. 7. Pumpe deine Mitmenschen nicht an. 8. Lüge nicht. 9. Wünsche dir keine Schießwaffen. 10. Fürchte dich nicht vor dem Tob. Man muß schon sagen, daß Sunyatsen ein ganzer Kerl war. Unb das Oberhaupt bes Reiche- 1599 mit dem englischen Hauptmann Robotham bie Ehe geschlossen. „Riemand", so erzählt sie selbst, „wußte in biefem Lande von meiner traurigen Ehe in allen diesen Jahren außer meinen Rechtsanwälten. Selbst meinen Brüdern unb Schwestern habe ich sie verschwiegen. Sech- Wochen nach der Hochzeit verschwand mein Gatte. An dem Tage, da ich ihn zum letztenmal sah, küßte er mich und sagte: „Ich werde am Abend bald nach Hause kommen." Ich habe ihn seither nicht mehr gesehen. Dor etwa zwei Jahren besuchte ich in London ein Kino. In der Ko^ mödie. bie auf der Leinwand abrollte, erschien auch ein Schauspieler namens Kapitän Ted Duncan. In ihn erkannte ich sofort meinen Gatten wieder, obzwar der Mann im Film um 30 Jahre älter war. Run hatten meine bisher ganz vergeblichen Rachforschungen ein festes Ziel. Ich schrieb nach Hollywood, aber die Filmgesellschaft sagte, sie könne mir nicht helfen. Also wandttr ich mich an die oberste Militärbehörde der Vereinigten Staaten, die nach einer beigeschlossenen Photographie den Gesuchten ermittelte und seine Identität mit meinem Manne feststellte. Meiner Aufforderung einer Wiedervereinigung hier ober in Amerika widersetzte er sich. Er behauptete, ich hätte ihm ein gemeinsames Leben unerträglich gemacht, unb leitete die Scheidungsklage ein. Aber die Schuld ist nicht auf meiner Seite. Er ist aus dem Heere desertiert unb hat mich ohne einen Penny Geld zurückgelassen. Ich habe zu niemandem auch nur mit einer Silbe von meinem Schicksal gesprochen, weil ich nicht Schande über sein Regiment bringen wollte. Jetzt aber muh ich den Prozeß durchfechten." tzochschulnachnchten. Der Göttinger Privatdozent Dr. Udo Wegner hat den Rus auf das Ordinariat der Mathematik an der Technischen Hochschule in Darmstadt als Rachfolger des Geh. Hos- rats Friedrich Dingeldey zum 1. Oktober 1931 angenommen. — Der Königsberger Literarhistoriker Professor Dr. Josef Radler hat einen Ruf an die Universität Wien erhalten unb angenommen. Radler ist der Verfasser der ^Literaturgeschichte der deutschen Stämme unb Landschaften". der Mitte scheint auch ein vorbildlicher Tugendheld zu sein; vorausgesetzt, daß er die zehn Gebote selbst uneingeschränkt befolgt. Vorausgesetzt!... Reist in Deutschland, besucht deutsche Bäder, benutzt deutsche Schiffe! 21 u- Anlaß der Aufhebung der lOO-Murk-Der- vrdnung wendet sich der Hauptausschuh für Fremdenverkehr, in dem Okrtreter der Reichsministerien, Reichsbahn und Reichspost, sowie aller am Fremdenverkehr tragend und fördernd beteiligten Wirtschaftsgruppen sowie anderer wirtschaftlichen Verufsver- bände Zusammenarbeiten, mit folgender Erklärung an die deutsche Oefsentlichkeit: .Die Reichsregierung beweist mit der Aufhebung dieser Verordnung, daß ihr eine grundsätzliche 2Ibsperrung vom Auslande durchaus fern liegt. Daß man in denjenigen Ländern, denen der Fremdenverkehr aus Deutschland erhebliche Einnahmen zu bringen pflegt, sich lebhaft gegen die Verordnung wendete, ist zu verstehen. Hierbei ist aber in der Presse des Auslandes übersehen worden, wie gerade nicht von Deutschland zu vertretende Umstände der Kreditentziehung und der Kapital- verknappung Anlaß zu dieser Verordnung gegeben haben. _ . Wenn die Verordnung nun außer Kraft tritt, so bleibt unbeschadet des Urteils über sie die Grundtatsache weiter bedeutsam, daß in dieser Zeit die deutsche Zahlungskraft nach Möglichkeit demKreislaufderdeutschen Volkswirtschaft erhalten werden soll. Die Heilkraft der deutschen Bäder, die Schönheit der deutschen Landschaft, der Reichtum an Schöpfungen baulicher und künstlerischer Kultur, die Leistungen der Verkehrsunternehmen, der Dahn, des Kraftwagens, der Schiffahrt wie der Luftfahrt, die Darbietungen der Deherbergungs- und Ikrpflegungsgewerbe stehen in Deutschland auf einer Höhe, dah es wirklich kein Opfer ist, volkswirtschaftlichen Erwägungen folgend, Kräftigung und Erholung im deutschen Lande und nicht in fremden Ländern zu suchen, es sei denn, das) ganz besondere dringende Gründe etwas anderes bedingen. So ist gerade in dieser Zeit der Ruf berechtigt: .Reist in Deutschland, besucht deutsche Däder und Erholungsorte, benutzt deutsche Schiffe." Oberheffeu Kreis Friedberg. WSR. Friedberg, 26. Aug. Sin Fuhrwerk mit zwei Pferden, das offenbar in die Flugbahn eines Dienenschwarms geraten war, wurde in Riederflorstadt von den Dienen überfallen. Fuhrmann und Pferde konnten sich der erbosten Tiere kaum erwehren. Ein Tierarzt machte den arg mitgenommenen Pferden sofort eine Gegengifteinsprihung, wäh- ein Imker den erregten Dienenschwarm einfing. y. Pohl-Göns, 25.Aug. Am Sonntag fand auf dem Platze vor der hiesigen Kirche unter großer Beteiligung der Gemeinde, der Nachbargemeinde Kirch-Göns und anderer auswärtiger Festgäste das Fe st des Zweigvereins Butzbach für den Gustao-Adolf-Derein statt. Der Posaunenchor von Großen-Buseck begleitete die Gesänge der Gemeinde. Der hiesige Männergesangverein verschönte das Fest durch einige Lieddarbietungen. Jestprediger war Pfarrer U l l m a n n (Usenborn), der in der Tiroler Diaspora (Innsbruck) Vikar ge- wesen war. Der Vorsitzende des Zweigverems, '.Pfarrer Möbus (Ostheim) hielt eine packende An- spräche. — In der Nachoersammlung in der K i r ch e begrüßte der Ortsgeistliche, Pfarrer Kalb Henn (Kirch-Göns) die Festgemeinde und dankte zugleich ollen Mitwirkenden. — Dekan Gußmann (Kirch- berg) sprach von der christlichen Solidarität im Volksleben, in der Kirche und in den nötigen Lie» beswerken. Das Fest nahm einen harmonischen Verlauf. Die Kollekte ergab einen stattlichen Betrag. Kreis Büdingen. △ Nidda, 25. Aug. Am Sonntagnachmittag wurde in einem hiesigen Caf4 ein Gast, der 67 Jahre alte pensionierte Fabrikbcamte Matthias Winter- a e rst aus Heidenheim a. d.Br., ganz plötzlich vom Tode ereilt. Ein Herzschlag hatte seinem Leben ein Ende bereitet. Kreis Schotten. Laub ach, 24. Aug. In der Rächt vom 5. auf 6. Juli d. 3. wurde, wie erst jetzt festgestellt werden konnte, in der Dachkammer des hiesigen Rathauses ein Einbruch verübt. Die von der Kriminalpolizei ermittelten Täter, die durch den Keller in das Rathaus eingedrungen waren, geben an, nach Karabinern gesucht zu haben. Da sie aber keinerlei Waffen in diesem Raume fanden, waren sie unverrichteter Sache wieder abgezogen. — Der Schühenverein L a u - bach hielt gestern sein Haupt schießen ab, das sich bei schönem Wetter eines guten Besuches erfreute. Auch auswärtige Schützenbrüder von Gedern, ®iefa>n, Ridda und Schotten waren zahlreich erschienen. Es wurde auf dem Wildstand, Auflege stand 100 Meter, Freihand 175 Meter und Kleinkaliber 60 Meter geschossen. Auf allen Scheiben wurden gute Resultate erzielt. Abends fand im „Schützenhof" die Preis- Verteilung statt. Dchühenmeister Kreicker hielt eine kurze Ansprache. Folgende Schützen waren Preisträger aus der Festscheibe: 1. Karl Pitz, 2. Dr. Roh bach, 3 Eduard G ondner (Drehen), 4. August Schlörb (Walkmühle), 5. G. Schneidt jun., 6. Reinh. Diehl (Gedern), 7. Bürgermeister Högy, 8. Arnold Enders, 9. Karl Reumann (Schotten), 10. Hch. Hofmann (Schotten), 11. Karl Rickel (Ridda). — Die von dem Derkehrsausschuß seit diesem Frühjahr betriebene Verkehrswerbung ist von Erfolg gewesen. DieZahlderSommer- frischler ist in diesem Jahre bedeutend gestiegen. Es ist beabsichtigt, den vor dem Schwimmbad gelegenen „Obersee", der im Winter als Eisbahn benutzt wird, zum Paddeln einzurichten. Y Gedern, 24. Aug. Der hiesige Klein- kaliber-Schützenverein beendigte gestern sein Preisschiehen. Det auherordentlich scharfer Konkurrenz wurden auf der Ringscheibe 12 mit drei Schüssen folgende Destleistungen erzielt: 1. Heinrich Groh (Wenings) 36 Ringe; 2. Rudolf Oberheim (Gedern, 35; 3. Lehrer Laun (Muschenheim) 35; 4. Karl Rusteberg (Gedern) 35; 5. Karl Stelzemüller (Hirzenhain) 35; 6. Karl Menzel (Elm) 35; 7. Forstrat Kott- meier (Gedern) 34; 8. Reinhard Diehl (Gedern) 34; 9. Richard Reinhardt (Gedern) 34; 10. Arthur Deyer (Wenings) 34; 11. Hermann Fehling (Hirzenhain) 34; Gefreiter Draun (Gießen) 33; 13. Hermann Draun (Gedern) 33; 14. Karl Höhl (Gedern) 33; 15. Hermann Heun (Gedern) 33; 16. Heinrich Deher (Gedern) 33; 17. Otto Draun (Gedern) 33 Ringe. )—( Ruppertsburg, 24. Aug. Glänzende Erfolge erzielte der hiesige Brief taub en- züchter Bernhard Högh, Mitglied der „Oberhessischen Reiseveveinigung", Sih Gießen, Westgruppe, mit seinen Tauben bei den sechs Wettflügen, die durch den Verband veranstaltet wurden. Er erhielt den 1. Preis bei fe^r starker Konkurrenz. Außerdem erreichte er noch 18 Preise. Diese verteilen sich auf die einzelnen Flüge wie folgt: Wettflug von Reumarkt einen 1., 6., 16. und 51.Preis; von Passau einen 2., 9., 13., 41., 55., 57. Preis; von Linz einen 19. Preis; von Pölten bei Wien einen 7. und 11. Preis; von Straubing 4.Preis; von Budapest 1. und 17. Preis. Bei dem Fluge von Budapest aus (850 Kilometer) erreichte eine Taube eine Minutengeschwindigkeit von 1051,11 Meter. Starkenburg. * Darmstadt, 26. Aug. Vom Inhaber des Sportcafss in Darmstadt werden wir gebeten, berichtigend darauf hinzuweisen daß die Schlägerei, über die wir unter dem 16. August im „Gießener Anzeiger" berichteten, weder in feinem Lokal begonnen hat, noch dort zum Austrag gelangte. Die Schlägerei habe vielmehr in 300 Meter Entfernung stattgefunden und lediglich das Telephon des CafSs ei durch einen Unbeteiligten zur Alarmierung der Rettungswache in Anspruch genommen worden. Das SportcafS sei ein gut renommiertes Lokal, in dem sich die Bürger aller Stände zu jeder Tageszeit ein- zufinden pflegten. Preußen. Marburgs Fremdenbesuch. 11 Marburg, 26. Aug. Marburg konnte im ersten Halbjahr 1931 einen Fremdenbesuch von 26 487 Personen, darunter 766 Ausländer, verzeichnen, gegen 25 675 Personen, darunter 555 Ausländer, in der gleichen Zeit des Vorjahres. Wenn auch die Zahl der Fremden tm ersten Halbjahr um etwa 1000 gegen das Vorjahr gestiegen ist, so wird sich die Gesamtfremden- zahl für 1931 gegen das Vorjahr doch erheblich verringern, denn infolge der schwierigen Wirtschaftslage machte sich im Juli und August ein erhebliches Abflauen des Fremdenverkehrs bemerkbar. Im Juli sank z. B. die Zahl der Neber- nachtungen von 7107 im Vorjahr auf 5339. Junglehrer-Kündigungen in Frankfurt. WSR. F r a n k f u r t a. M., 26. Aug. Der Magistrat hat im Laufe der letzten Wochen zahlreiche Kündigungen von noch nicht festangestellten Junglehrern und Iung lehrerinnen ausgesprochen. Es handelt sich in allen Fällen um vorsorgliche Kündigungen, um für die zukünftige Gestaltung des Etats freie Hand zu haben. Wieviel Lehrer endgültig zur Entlassung kommen sollen, steht zur Zeit noch nicht fest. Gefängnis für einen ungetreuen Arbeitsamts-Leiter. WSR. Hanau, 26. Aug. Wegen Llnter- sch lagung und Rrkundenfälschung im Amte wurde der 56jährige Leiter der Landesarbeitsamts-Rebenstelle Somborn, der frühere Kaufmann und Fabrikant Foll, zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Föll hatte im Laufe seiner etwa einjährigen Tätigkeit als Leiter der Somborner Rebenstelle insgesamt 38 0 0 Mark Amtsgelder, die für die Arbeitslosen bestimmt waren, unterschlagen. Er führte in 16 Fällen Arbeiter, die noch Beschäftigung hatten, als erwerbslos in seinen Listen. Auf diese Weise bekam er die Gelder, die den Erwerbslosen zustanden. Die Llnterschriften der angeblich Erwerbslosen fälschte er. Als schließlich einmal ein Arbeiter, der bei ihm erwerbslos gemeldet war, tatsächlich erwerbslos wurde, kam der ganze Schwindel heraus. Ein Leipziger Defraudant in Frankfurt festgenommen. WSR. Frankfurt a. M., 26. Aug. Durch einen Zufall ist es der Frankfurter Kriminalpolizei gelungen, den Kassenboten und Buchhalter T e u ch e r aus Leipzig-Lankwitz festzunehmen, der bei seinem früheren Unternehmen 2500 Mark unterschlagen hat und flüchtig gegangen ist. Teucher wurde auf der Straße in total betrunkenem Zustande angetroffen. Da er bei seiner Llntersuchung über die Herkunft eines größeren Geldbetrages keine Angaben machen konnte und außerdem einen falschen Ramen angab, wurde er verhaftet. Der Defraudant, der im Alter von 24 Jahren stehk. war am 21. August in Leipzig mit 2500 Mk. flüchtig gegangen. Bei seiner Festnahme fand man noch 1200 Mk. in seiner Tasche. Kreis Wetzlar. r Hochelheim, 24. Aug. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats wurde die Erhebung des Wassergeldes dem Friedrich Jung von hier und das Amt des Kanalwarters dem Karl Engel von hier übertragen. Gegen die diesjährige Ab Haltung des Kirchweih- festes hat der Gemeinderat Einwendungen nicht erhoben. _ <> Dornholzhausen, 24. Aug. Der Besitzer des Hofes „Strauch", Bankbeamter a. D. Aug. Wilhelm, wurde, als er sich am Samstagabend zu Fuß auf dem Wege nach Wetzlar befand, in der Nähe von Klein-Rechtenbach an dem abschüssigen Berge bei der Schule von einem Radfahrer in voller Fahrt umgefahren und dadurch erheblich verletzt; er erlitt eine tiefe Wunde an der linken Kopfseite, außerdem eine Verstauchung des linken Armes. Ein Mitglied der Freiwilligen Sanitätskolonne Groß- Rechtenbach leistete dem Verletzten die erste Hilfe. Die Personalien des Radfahrers tonnten-teftgefteöt werden. Q Oberkleen, 24. Aug. Der von der hiesigen Gemeinde an die Oberhessische Kalk- und Stein- inbuftrie G. m. b. H. in Berlin verpachtete Kalkst e i n b r u ch wird seit kurzer Zeit auf Grund eines zwischen dieser Firma und dem Vorarbeiter Karl Glaum von hier abgeschlossenen Arbeitsvertrages von letzterem betrieben. Eine Anzahl Arbeiter aus der hiesigen Gemeinde wird dadurch Beschäftigung finden. Kreis Biedenkopf. I Waldgirmes, 25.Aug. Bei der heutigen Submission zum Ausbau des Wegenetzes bewegten sich die Angebote zwischen 26 384 Mark von Unternehmer Winter aus Breidenworbitz bei Schmalkalden, und 20 834 Mark von Wagner (Krofdorf). Die Firma Weimer (Gießen) forderte 26 337 Maxk, Weimer (Waldgirmes) 24174 Mark und Klaas (Waldgirmes) 24207 Mark. Der Zu- schlag erfolgt innerhalb 14 Tagen und dürste in verschiedenen Losen erfolgen. Maingau. WSN. Frankfurt a.M., 26. Aug. Mittwoch nachmittag ist nach mehrmonatiger Erkrankung der Gaugeschaftsführer des Gewerkschaftsbundes der Angestellten, Geschäftsstelle Frankfurt a. M., Stadt- verordnete Armin Geßner, gestorben. Der Verstorbene, der am Sonntag das 49. Lebensjahr vollendete, war seit Februar dieses Jahres leidend, so daß es ihm seit dieser Zeit nicht möglich war, die Geschäfte im Gau Hessen (Hessen und Hessen- Nassau) für den GDA. zu führen. Geßner vertrat in der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung die Arbeitnehmer-Gruppe, die zusammen mit den Christ- lich-Sozialen eine Fraktionsgemeinschaft bildet. Er stand seit rund 30 Jahren in der Gewerschaftsbe- wegung und führte seit 1912 die Geschäfte des VDH,. der später im GDA. aufging. Talen für Donnerstag, 27. August. Sonnenaufgang 5.29 Uhr, Sonnenuntergang 19.24 Uhr; Mondaufgang 19.35 Uhr, Mondunter, gang 4.07 Uhr. . m 1576: Der italienische Maler Tizian tn Venedig gestorben. — 1770: Der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel in Stuttgart geboren._____________ Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uyr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschäfts st elle zu richten. Jür unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Nachdruck verboten. 16 Fortsetzung. ausgebildet hat?" Gras, aller- Graf einsamen Gängen im Vellahner Revier dache und zurechtlegte ... Das ist ja nun wohl interessant, Herr ater auch bei uns zu Hause erlebt man Hand merkwürdige Dinge. Wollen Herr zum Be'spiel glauben, daß sich einer von meinen Teckeln, der Mur?, zum richtigen Aviatiker aus- Das bißchen Erde. Vornan von Richard Ekowronnel. Copyright by I. Engelhorns Nachf., Stuttgart Weil er ein paar Schritte über die Grenze gelaufen war hinter einem Karnickel her. Und ich muß sagen, wär' ich an der Stelle von meinem Mann gewesen, ich hätt' es diesem niederträchtigen Kerl ausgezahlt!" ... Der Förster Schwarz strich sich heftig den buschgen Schnurrbart, und seine Augen wurden dunbel. ~ Ä. „Schwatz nicht dummes Zeug, Alte! Eine Kugel hatte ich nicht im Lauf, und für einen Schrot- chuß stand mir der Schinder zu weit. Er hätte mich bloß ausgelacht!" „Wer , fragte Malte. „Der alte Baron Kühne- mann?" Ä. „Olein, Herr Graf, der Alten-Krakower Forster Witthaar. Den Herrn Baron hat, Gott sei Dank, vor anderthalb Jahren schon der Deuwel geholt. Leider bloß an einer Lungenentzündung, wie andre ehrliche Menschen auch ... Wenn's nach Verdienst gegangen wär', hätt' ihm wohl ein andres Ende zugestanden. Aber die alte Feindschaft ist natürlich geblieben. Lind ich revanchier' mich schon noch einmal bei meinem Herrn Kollegen drüben in Alten-Krakowl Mit Salz schieß' ich dem Kerl auf den Puckel, daß er ein Jahr lang sich die Schwären kratzen muß" ... Er brach ab und ballte zornig die Faust. ,, Danach aber lenkte das Gespräch ganz von selbst in eine Bahn, die der Heimgekehrte biS dahin vermieden hatte. Innerlich hatte er darauf gebrannt zu erfahren, was in den zwei Jahren seiner Abwesenheit drüben in Alten-Krakow geschehen sein mochte, aber eine direkte Frage hatte er nicht stellen wollen. Die Wunde selbst war wohl schon längst zugeheilt, aber man hütet« noch immer die Rarbe, als könnte sie unter einer unvermuteten Berührung wieder aufbrechen. „Rämlich". begann die rundliche kleine Frau zu sprechen, „der alte Baron Köhnemann hatte sich wieder einmal im Strelitzer Hof einen Tüchtigen eingeschwenkt. Weil sein« Tochter nach dem Hinrichshagener Witwe geworden war, kaum sechs Wochen nach der Hochzeit, und er wußte nicht, wie es mit der Erbschaft stand und so. Rachher hat es sich ja herausgestellt, daß sie das ganze Vermögen bekam, aber er wußte es eben noch nicht. Da soll er an vier Flaschen Rot- spohn getrunken haben, und der Kutscher ebenso, nur natürlich in Kümmel. Auf dem Heimweg dann hat er seinen Herrn wohl aus der Kalesche verloren, in seinem Dröhn aber sich nicht umgesehen, sondern zu Hause ruhig ausgespannt. Da hat denn der Alten-Krakower Herr die Rächt über in der Kälte gelegen, und wie sie ihn am andern Morgen suchen gingen, kannte er keinen mehr. Die Baroneß aber ist nach seinem Begräbnis lange fort gewesen, und jetzt kommt sie immer nur auf ein paar Wochen nach Haus. (Fortsetzung folgt) nehmen, sonst hätten die andern ihn aus Brotneid umgebracht ... „Also eines Tages geh' ich mit ihm an den See, Enten schießen. Das war seine ganz besondere Passion, denn da konnte er sich vor seinen Arlgenossen so recht hervortun, weil di« Teckel doch sonst nicht ums Sterben ins Wasser gehen. Gr aber plantschte ordentlich drin vor Vergnügen! Ra, ich schoß denn drei oder vier, und mit einemmal rutschte mir eine ein bißchen unversehens heraus, ich schmeiß' noch hin, aber mir war so, als hätt' ich voroeigefunkt. Rur der Murr hatte, wie immer, besser aufgepaßt. Unverdrossen rudert er ins offene Wasser hinaus, und richtig, di« Ente kommt runter, weil sie doch noch ein paar Schrot« gekriegt hatte. Drei Schritte vor ihm fällt sie ein, taucht natürlich, er aber ihr nach wie 'ne Otter, hat sie am rechten Schwimmer erwischt. ,Drav, Mur?', ruf' ich, ,brav, und hierher apport«', und da passiert doch ganz was Dolles: ein Seeadler, der wie ein Punkt oben in der Luft stand, stürzt herab, schlägt den Hund und die Ente und, heidi, wieder nach oben! .. - Einen Augenblick stehe ich starr, das Herz stößt es mir fast ab, daß ich meinen geliebten Mur? auf eine so niederträchtige Weise verlieren soll. Im nächsten Augenblick aber schon habe ich den Drilling auf Kugelschuß eingestellt, ziehe mit und, bems, der Adler plumpt mit tadellosem Blattschuß ins Wasser. Gott sei Dank, sage ich, das hat noch mal geschlumpt, dann aber stehe ich da und sperr' den Mund wie ein Scheunentor auf: mein Mur? kommt nicht herunter, sondern fliegt mit der Ente weiter! ... .Marx', schrei' ich, .bist du verrückt geworden?', er aber winkt nur mit dem rechten Vorderlauf, und ein paar Minuten danach war er in den Wolken verschwunden. Ich ging traurig nach Haus«, meine Frau aber gab mir die Aufklärung. .Siehst du', sagte sie, ,das kommt davon, daß du mir immer abends die Zeitung laut vorgelesen hast. Von den Fortschritten der Luft- schisfahrt und so, und daß die Menschen jetzt fl:egen können wie die Vögel. Da hat der Hund es mit dem Ehrgeiz gekriegt. daS mal auch Sst probieren, und jetzt werden wir den liebenMev- nen Kerl natürlich nie mehr Wiedersehen' ... Das ist denn auch leider ein getroffen. Roch heute soll er zurückkommen, der Racker, und wo er 'rumfliegen mag. weih allein der Himmel" ... Mall« lachte, daß der Stuhl mit ihm schlitterte, die rundliche kleine Frau aber tupfte sich mit den Fingerspitzen die Augenwinkel. geh, Alter! Dah du mit dem armen kleinen Murr deinen Spaß treiben würdest, hab' ich nicht gedacht." 11 nb zu Malte gewandt, fügte sie hinzu: „Rämlich, Herr Graf, der Hund war mir ans Herz gewachsen wie ein leibliches Kind wegen seiner Anhänglichkeit, und ich hab wochenlang um ihn getrauert, als der gemeine Mensch drüben in Alten-Krakow ihn totgeschossen hatte. Wie ein Brummkreisel tummelte sich die rundliche kleine Frau, wußte vor Freude nicht, was sie dem lieben Ehrengäste alles an Gutem antun sollte. Einen wohl zwanzigpfündigen geräucherten Schinken schleppte sie aus der Speisekammer herbei, lockeres Schwarzbrot und goldgelb« Butter. und war untröstlich, daß der junge Herr nach dem reichlichen Mahl bei Miken nur eine kleine Kostprobe zu sich nahm. Erst nach wiederholter Aufforderung setzte sie sich an den Tisch, neben dem ihr Mann in geziemender Haltung stand und wie es sich gehörte, wenn man den gnädigen Herrn Grälen zu Gast hatte. Malt« aber empfand es mit hel.er Freude, dah er auch hier noch zwei Getreue oesaß, die zu ihm hielten, selbst in bedrohlichen Zeiten ... Und er ging mehr aus sich heraus, als es sonst sein« Art war, erzählte einige dec zahlreichen Abenteuer, hie er auf seiner afrikanischen Reise erlebt hatte. Wie er seinen ersten Löwen erlegt hatte beim ungefährlichen Ansitze gleich einem harmlosen Rehbvcke, wie ihn aber nur ein Wunder vom sichern Tode errettet hatte, als ihn der weidwund geschossene Düffel in die Luft schleuderte. Rach hinten war er geflogen, das rasende Tier aber stürmte vorwärts, nahm in sinnlosem Zorn seinen schwarzen Düchsenspanner an, stieß und trampelte den armen Kerl in den quebbigen Sumpfboden mit seiner letzten Kraft, biS er über dem formlosen Körper zusammenbrach ... „Gott steh' mir bei", sagte die rundliche kleine Frau, „das ist ja noch schlimmer als ein am» geschossener Keiler!" Der hagere Förster aber hatte mit leuchtenden Augen zugehört. Unwillkürlich faltete er die Hände und schickte einen Stoßseufzer zum Himmel. Wenn ihm das Schicksal solche Abenteuer beschert hätte, was wollte er da wohl für Stücklein erzählen?! ... So e:was mußte doch ausgeschmückt werden, mit allerhand Zutaten verbrämt, nicht aber in nüchterner Manier erzählt, wie ein trockener Bericht in der Zeitung? Und kaum erwarten konnte er's bis er seine eigene Schnurre zum besten geben durfte von der Art, wie er sie sich auf den „Ach nee", sagte Malte und lehnte sich im Stuhle zurück. „Ein Teckel als Aviatiker? Das ist in der Tat eine merkwürdige Geschichte ... Wenn Sie es nicht sagen würden, lieber Schwarz, würde man eine solche Behauptung wohl in das Re'ch der erstunkenen Jagdanekdoten verweisen!" Dazu machte er ein scheinbar ernstes Gesicht, denn der Alte konnte verstockt werden, wenn man nicht so tat, als wenn man ihm unbedingt glaubte ... Der Förster legte mit treuherzigem Gesicht die Hand auf die Brust. „Wer m:ch kennt, der weih, daß ich nur wirkliche Erlebnisse erzähl' ... Rich, Herr Graf? Und ich kann doch nichts dafür, daß sich da manchmal Ereignisse abspielen, di« mit den gewöhnlichen Grundsätzen, nach denen sich di«Dinge dieser Welt in Erscheinung sehen, nur schwer zu vereinbaren sind. Unsereins kann bloß die Tatsachen berichten, die Gelehrten aber mögen sich hinterher den 'Kopf zerbrechen, warum das passiert ist und wieso ... Also dieser Murr — Herr Graf haben ihn vor der Abreise vielleicht noch als kleinen Welpen von der Waldine gekannt — war schon von Jugend aüf ein merkwürdiger und seltsamer Hund. Stundenlang saß er auf Einern Fleck, sah nachdenklich vor sich hin, und ich wollte ihn schon abschaffen, weil er mir nicht munter genug war. Aber da merkte ich eines Tages, daß dieses nachdenkliche Wesen 'einen guten Grund hatte. An ihm fraß nämlich der Ehrgeiz, sich über seinen Stand als Teckel hinauszuaroeiten, mehr zu werden als seine Dorfähren! Das kommt ja auch bei den Menschen vor. wieso also nicht bei den Hunden? Wie zum Beispiel der Sohn eines Scharwerkers es mit dem Ehrgeiz kriegt, über den Vater hinauszuwachsen und — sagen wir mal — Tischler zu werden, so hatte der Mur? sich in den Kopf gesetzt, Hühnerhund zu werden. Als ich eines Tages mit der Diana ins Feld ging, um ein paar Rebhühner zu schießen, lief er mit, und, was soll ich Ihnen sagen. Herr Graf? Er machte es bedeutend besser als die Alte! Während bi« planlos in den Kartoffeln herumprescht«, suchte er sich das Volk nach reiflicher lleberlegung in einer kleinen Wiese auf, stand fest vor, und als ich eine Doublette schoß, apportiert« er mir di« beiden Hühner. Zu Putzig war «S anzusehen, wie der kleine Kerl die Hühner hoch im Fang anschleppte! Da sagte ich mit natürlich, solch ein seltenes Talent muß weiter ausgebildet werden, ernannte den Mur? sozusagen zu meinem persönlichen Adjutanten. Auf Fasanen führte ich ihn ab und auf Enten, arbeitete mit ihm auf der kalten und warmen Schweißfährte, und mit jeder neuen Aufgabe wuchs fein Ehrgeiz. Zuletzt wurden die andern Köter ihm aufsässig, denn er besorg!« alle ihr« Geschäfte, sie selbst hatten nichts mehr zu tun. Wo sie ihn erwischten, bissen sie ihn, ich mußte ihn nachts in mein Schlafzimmer Wirtschaft in Banftiofeu. Ohne Gewähr Nachdruck verboten 14. Ziehungvtag 25. August 1931 44192 60001 130117 22 •rtrtnn» iu 3000 TL 144810 1 75470 1 85794 266687 274538 288489 310788 367971 373832 6682 7191 36011 38004 — „IoeunterPiraten" von o n b o n 48363 63209 79274 80204 100794 110537 82208 84778 89634 99027 99631 8 ®twinn« iu 5000 TL 68953 70104 72559 88094 89020 93393 79819 84457 90991 98328 104256 107169 Im Gewinnrade verblieben: 2 136542 148552 207385 227492 250652 251503 298676 301607 343549 374141 101909 119557 133944 144758 190548 225794 274035 310283 333585 364312 384037 110670 129420 157406 195880 224087 239698 258220 286214 324604 358266 125393 207090 250353 292889 336891 111812 124647 136817 164176 214253 234656 303392 316419 350034 375664 394680 116647 151821 170049 213822 224588 251343 263893 296158 342857 370212 172284 226649 266263 293915 315877 347362 377625 113803 132424 142977 165345 215112 241378 306843 319876 357620 381891 398049 173192 229295 268176 296968 338140 349082 382558 119276 132634 144298 189041 222020 273632 309344 32098' 361316 382001 155374 230796 262554 319205 395855 123560 152575 176240 220096 236268 251985 270906 299343 347705 396113 176913 234998 271774 302370 339396 350040 396841 107365 120107 135297 157651 194558 226878 282003 313129 343635 368848 385539 110168 188074 231387 274953 326974 398398 108154 126559 155621 192131 222799 238809 253653 277829 305226 347877 137869 188592 241254 281188 803406 342023 353559 111418 205224 247255 287364 332389 398780 151186 214496 251125 284111 305616 346469 354475 111641 137044 163656 196977 224113 343269 259701 288900 335811 369725 165500 222766 252348 291538 314465 347345 354906 121707 152563 175662 215740 229858 251791 269239 297394 343711 391561 no* bis szichung wurden Gewinne l. gezogen 39137 114570 204223 Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 26. Aug. Es wurden tiert: Weizen 240 bis 245; Roggen 210 154 »ttein«. n 500 TL 11484 15904 19057 24882 29307 44380 44909 48712 49094 49537 69098 109061 123978 135530 161530 206410 227497 300191 313346 349168 371589 393171 In der Nachdem die 'Bertrefer der einzelnen kartoffel- verarbeitenden Gewerbe die Sage und die Aufsichten ihrer Industrien au»luhrttch dargelegt hatten, stellte der Minister abschließend die Z u - ftimmung der Gewerbe zu feinen Dorschlägen fest und kündigte an, möglichst noch im Lause dieser Woche die Einzelheiten in internen Verhandlungen mit den einzelnen Gewerben bzw. mit den zuständigen ResfortS endgülttg klären zu wollen. 10 •rtptene ie 5000 TL 285784 369081 4.22 58.75 112,72 20.485 16,52 170.04 22.12 112,72 59,33 2.48 112,74 82,08 37,03 73,15 Ärrlln, 2k Su '.uft «mertlantlche -toten . ...... velgUchr Moten......... Xdniftbe Moten......... Lnglilche Mot;n......... Rraniöltfd'e Moten........ toUänbifAe Muten........ 3tolienti*e Moten........ Motroegifdje Moten........ TeutldkCfftendrf), 8 100 6 d) Illing Kumdnilite Molen........ Lchwedllche Moten........ Schweizer Moten......... Spanische Moten......... Ungartiche Moten........ Drämien zu ss 600000, 2 Gewinne zu je 500000, 2 zu je 800000, 2 zu je 200000, 4 zu je 75000, 4 zu je 60000, 18 zu je 25000, 106 zu je 10000, 248 zu je 5000, 600 zu je 8000, 1496 zu je 2000, 2982 zu je 1000, 4856 zu je 600, 14736 zu je 400 Mark. 392104 395247 40 •ttolnn« in 2000 TL 3n der heutigen Vormittagszlehung wurden Dewlvne über 400 M. gezogen 2 ®«ttrtnne ,n 50000 TL 285877 daß auch 1 bis 2 Mark höhere Preise zu bezahlen sind. Am Lieferungsmarkte stellten sich, namentlich die späteren Luchten höher, so daß sowohl bei Weizen, als auch bei Roggen, die Deports verschwanden und sich dafür leichte Reports heraus- aebildet haben. Da» Mehlgeschäft ist werter ziemlich ruhiy, nur für Roggenmehl zeigt sich verschiedentlich regere Konsumnachfrage. Hafer ziemlich stetig^ Gerste ruhig Es wurden notiert (1000 Kilo): Weizen, märkischer (neu) 210 bi» 212 (fest). September 220,50 bi» 222,50. Oktober 219,50 bi» 221,50, Dezember 220.50 bi» 221.50; Roggen, märkischer (neu) 166 bi» 168. Sept. 177 bi» 178,50, Oktober 177,50 bis 179, De^ 178,50 bi» 179.75; Futter- und Industriegerste 152 bi» 162 (ruhig); Haser. märkischer 138 bi» 146 (fest), Sept. 146,50 Frankfurter Lchlachtvichmarkt. Frankfurt a. M. 27. Aug. Austrieb: 98 Rindt r, 863 Kälber, 257 Schafe und 920 Schweine. Kälber: Beste Mast, und Saugkälber 55 bi» 57, mittlere Mast, und Saugkälber 49 bis 54, geringe Kälber 42 bis 48 Mark « chafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel 39 bis 43, mittlere Mastläm- mer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 32 bis 38 Mark. Schweine: Dollsleischige von 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 54 bis 56, von 200 bis 240 Pfund 54 bis 56, von 160 bis 200 Pfund 52 bis 56, von 120 bi» 160 Pfund 46 bi» 53 Mark. Marktoerlauf: Kälber und Schafe ruhig, geräumt, Schweine ruhig, geräumt. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a BL 51878 93035 100388 115078 129770 136319 145374 157676 174305 179705 193317 244187 266721 267819 302646 386119 104 OetHnn. ru 1000 =0L 8633 8640 1 5056 43999 298772 22 »*rtnnt n 3000 TI. 48282 77666 87492 117383 142829 181187 193634 205773 349172 387140 397149 66 ®«eHnnt n 2000 TL 18908 27899 49769 63081 63932 66170 99274 106280 114628 164914 178441 191425 202348 203436 215593 233202 249582 232701 259160 299548 299935 319422 319488 346460 358765 364093 377689 391223 98 »e»tnne p 1000 TL 1875 6856 7550 8271 9657 10677 18843 20896 33037 56349 60500 212,50; Sommergerste für Drauzwecke 175 bi» 180: Hafer, inländischer, alter Ernte 200 bi» 205; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 40,25 bi» 40.50; Weizenmehl alter Ernte 35,75 bi» 36,75; Weizenmehl, niederrheinische», alte Mahlung 40 bi» 40,25; Weizenmehl, niederrheinische», Sondermahlung 35,85 bis 36,25; Roggenmehl 29,25 bis 30,75; Weizenkleie 10; Roggenkleie 9,75. Tendenz: ruhig. Berliner Provuktcnmarkt. Berlin, 26. Aug. Am Produklenmarkte zeigte sich heute wieder em etwa» festerer Grundlon, obgleich weiterhin irgendwelche nennenswerten Anregungen nicht gegeben sind, vor allem da» Exportgeschäft in Brotgetreide weiterhin stagniert. Da» Angebot von Weizen hat etwas abgenommen, die Verkäufer zeigen sich zu Preiskvnzessionen wenig geneigt. Aber auch die Rachsrage hat sich keineswegs verstärkt. Die Gsfektivpreise sind gegenüber gestern kaum verändert. Roggen ist weiter knapp angeboten und ziemlich gut gefragt, so Weitere Zunahme derWohlfahrtserwerbsloscn in Hessen Im Bvlksftaat Hessen ist nach den neuesten Ermittlungen des hessischen Landesstatistischen Amte» die Zahl der von den Arbeitsämtern anerkannten. bei den BezirkSfürs oraestellen gezählten WohlsahrtSerwerbslvsen gegenüber dem Dormonat von 25 629 aus 27 007 am 31. Juli gestiegen. Don dieser Zahl entfallen 16 629 Personen allein auf die 5 gröheren Städte (gegenüber 15 463 im Dormonat) Rur einige ländliche Bezirke weisen einen geringfügigen Rückgang aus, der jedoch gegenüber der Zunahme der Wohlfahrt-erwerbslosen in den meisten anderen Bezirken gar nicht in» Gewicht füllt. Deutsche Kriegsgräberpflege. Nachdem beschränkter Devisenankauf wieder zugelassen ist, kann der Dvlk»bund deutsche Kriegsgräbers üriorge Sonderaufträge der Angehörigen, wie Errichtung von Grabzeichen, Kranzniederlegungen. Bepflanzungen und Beschaffung von Lichtbildaufnahmen wieder au»s uhren. Auch wird es, soweit sich jetzt Übersehen Iaht, 176 Orotnn« m 500 TL 2122 9327 11173 22260 23596 27151 27262 28117 35143 38187 39266 41979 43219 56Ä2 65101 67174 69102 72939 <*tlb 4.20 58.51 112.28 20,405 16.46 169.36 22.04 112.28 59.09 2.46 112,30 81,76 36,87 72,85 Neues für den Bücherüsch * Fuchs, Waggonfabrik A D.. Heidelberg. Auf Gerüchte, wonach bei der Fuchs Waggonfabrik AG., Heidelberg, die Belegschaft infolge Richterteilung von Reichsbahnausträgen vis aus einen kleinen Teil abgebaut und eine völlige Stillegung der Betriebe unvermeidlich sei, teilt die Verwaltung dem WTB.-Hande IS dien st mit, dast eine völlige Stillegung nicht in Betracht käme, da für die Erledigung der lausend eingehenden Reparaturaufträge ein Teil der Belegschaft benötigt würde. • Kein Einfuhrverbot für deutsche Waren nach Uruguay. Seit mehreren Tagen laufen in Deutschland Gerüchte um, daß Uruguay generell den Irnvori von Waren nach Uruguay verboten habe. Diese Gerüchte sind, wie da» Konsulat von Uruguay in Frankfurt a M. auf da» bestimmteste erklärt, vollkommen falsch. Die von der uru- auayischen Regierung beabsichtigten Maßnahmen hinsichtlich des Zolltarif» zur Berbesierung des Wechselkurses beziehen sich nicht auf Waren aus Deutschland, da man bei Sanktionierung der beabsichtigten Maßnahmen auf diejenigen Länder, welche Käufer von uruguayischen Produkten sind, Rücksicht nehmen wird. Zu diesen Ländern gehört in hervor- ragendem Maße Deutschland. Heue Richtlinien für die Devisenbewirtschaftung. Der Reichswirtschast-minister hat neue Richtlinien für die Devisenbewirtschaftung erlassen, die am 26. August in Krast treten. Für alle langfristigen Verbindlichkeiten deutscher Dank-, Handels- und Industriesirmen gegenüber ausländischen Danken in inländischer ober ausländischer Währung, die am 31. Juli 1931 bereit» bestanden haben, ist nur die Reichsbank zuständig. Reu gesoßt sind vor allem die Dorschristen über die Wirkungen der Stillhaltevereinbarungen für die Devisenzuteilung, in denen die Ergebnisse der Baseler Verhandlungen ihren Au-druck sinden. Für andere kurzfristige Verbindlichkeiten, und zwar sowohl da, wo die ausländischen Gläubiger andere Personen als Danken sind, wie da, wo ausländische Danken anderen Schuldnern al» Bank-, Handel»- und Industriesirmen gegenüber- stehen, liegt die Entscheidung bei den Landes- finanzä intern. Eine Einschränkung gegenüber den bisherigen Richtlinien ist notwendig geworden hinsichtlich der Dalutazahlung an inländischeGläu- biger im Warenverkehr. Wie bisher kann die Genehmigung erteilt werden, wenn e» sich um eine au» dem Warenverkehr oder dem SeeschtssahrtSverfehr herrührende effektive Dalu- taforberung eines inländischen Gläubiger- handelt und die Forderung schon vor dem Inkrafttreten der Devisenverordnung entstanden ist. Für neue Geschäfte ist die Genehmigung nur noch zulässig zur Derfügung über bei dem Antragsteller bereit» vorhandene Devisen, nicht auch zum Erwerb neuer Devisen, und zwar nur für ausländische Waren, b i e zur Verarbeitung im Inlanb bestimmt find, jedoch nur durch den ersten inländischen Verarbeiter ober seine Vorlieferanten, und sür Trans^Handelsgeschäfte. In allen Fällen ist weiter erforderlich eine Bescheinigung der zuständigen Handelskammer darüber, daß eS in dem Gewerbezweig de» Antragsteller- im Derkehr mit seinen inländischen Lieferanten bisher handelsüblich war, Zahlungen in effektiver ausländischer Währung zu leisten. Die Lage aus dem Karioffelmarlt. Im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft sand heute unter dem Dorsih des Reichsministers Schiele eine Besprechung über die Lage auf dem Kartoffelmarkt und die zu ergreifenden Maßnahmen statt, an der zahlreiche Vertreter der Landwirtschaft, de» Handel» und der kartoffelverarbeitenden Industrien teilnahmen. Der Reichsernährungsminister führte u. a. au»w nach den bisher vorliegenden Rachrichten und Ernteschähungen müsse Somit gerechnet werden, daß die Kartoffelernte in diesem Iayre mindestens ebenso groß ausfallen werde wie im vergangenen. Die Tatsache. daß e» im vorigen Jahre gelungen sei, diese gewaltigen Mengen zu bewältigen, sollte auch in diesem Jahre jeden Landwirt veranlassen, bei der Derwertung der Kartoffelernte ruhig,zu disponieren und die nötige Besonnenheit zu bewahren. Für Speife- Attedc würden etwa zwölf bis dreizehn Millionen Tonnen benötigt werden. E» sei beabsichtigt, durch baldige Einführung von Handelsklassen bei Kartoffeln eine geordnete Beschickung des Speisekartoffel Marktes zu erleichtern. Den Saatgutbedarf müsse man nach seiner Auffassung mit etwa 6 bis 6,5 Millionen Tonnen und den Abgang durch Fäulnis usw. im Hinblick auf das feuchte Wetter in den letzten Wochen auf etwa 3 Millionen Tonnen beziffern. ■Um eine Entlastung des Branntweinmonopols von seinen übergroßen Beständen herbeizuführen, sei es erforderlich, den SpirituSabnahme- Atoang entsprechend zu erhöhen. Dadurch werde ein angemessenes Drennrecht und die Unterbringung von 2 Millionen Tonnen Kartoffeln in den Brennereien ermöglicht. Dem Kar- tvffeltrocknungsgewerbe beabsichtige er, durch eine möglichst umfangreiche Verwertung der Flocken in Verbindung mit den Gerst- dezugsscheinen erweiterten Absatz zu sichern. Richt zuletzt müsse auch da» Kartoffel st ärkege- derbe, da» etwa 700 000 bis 800 000 Tonnen Kartoffeln aufnehme, stärker herangezogen werden Der Landwirtschaft mühten auch dadurch Dittel zur Bergung der Ernte zugeführt werden, daß der Beginn der Kampagne der verarbeitenden Gewerbe beschleunigt werde. Rach alledem blieben für die Derfütte - tung noch etwa 20 Millionen Tonnen übrig. Die Verzuckerung biefer Mengen sei bereits im vorigen Jahre ohne größere SckMierig- keiten gelungen, in diesem Jahre müsse aber mit einem größeren Bedarf an Zuckerkartoffeln ge- J*bnet werden, da der Schweinebestand um drei Millionen Stück größer sei und dieser Mehrbe- ftanb zwangsläufig zu einem Kartoffelmehrverbrauch von etwa 2 Millionen Tonnen führen werde. Dor allen Dingen komme es aber auch darauf an, daß die Landwirtschaft von her 6i n - söuerungin noch größerem Umfange Gebrauch wache als im Dorjahre. Auf jede gezogene Stummer sind zwei gleich Hobe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Rümmer In den beiden Abteilungen I und II „dos Leben in der einen Hand, den Tod in der andern" — zieht der unerfahrene Reisende, der blutjunge Dichter Uggi Greipsson, dessen isländische Kindheits- und Iugendtage wir aus den Romanen „Schiffe am Himmel" und „Rocht und Traum" ken- nen, in die Welt hinaus. Bon den rauschenden Quellen und Sultanen, den Wielen und Schafherden der Heimat hinweg zieht er zu fernen Gestaden sich zu erobern, wovon er als Knabe geträumt hot. Aber er muß erst verlieren, um dereinst zu gewinnen. Die» wird eine Fahrt. wie nur die Jugend sie macht: voller Trotz und Eigenwillen, voller Hunger und Rot, und dabei von unbedingter Hingabe an Werk und Idee, Freund und Kamerad. Die Zeit auf der bänl« schen Volkshochschule, die Kopenhagener Leidensjahre, in denen sich Uggi zum Dichter emporhungert, die erste zarte Neigung, die keine Bindung duldet, und die große und schöpferische Liebe des reifenden Mannes und Dichters, das alles schildert der Isländer in seinem „Unerfahrenen Reisenden". und „Madumas B a t e r" von Balder Olden. (Universitas Deutsche Verlags AG , Berlin W 50. Geb. je 3,80 Mark) — (272/273) — Jack London war immer schon der Lieblinader Jugend, ihr vor allem ist der Siegeszug seiner Werke durch Deutschland zu danken. Diese Geschichte von Joe, der von zuhause durchbrennt, unter die Buchtpiraten von San Fron- Zisko gerät und wider Willen in die aufregendsten Abenteuer verwickelt wird, wird jeder Junge, aber auch jedes Mädchen von der ersten Seite bis zur letzten mit großem Interesse lesen; dabei werden sie gar nicht merken, wieviel sie aus diesem Buch für das Leben lernen. — Die Erzöbluna „Madumas Vater" von Balder Olden ist das Afrikabuch für die Jugend. Rudi, der Gymnasiast, kommt nut seinen Eltern nach dem Krieg nach Afrika zurück und macht sich mit feinem schwarzen Freund Muhrnadi und unterstützt von der kleinen Madurna auf die Suche nach dem verschollenen Onkel, den er nach vielen Abenteuern und unter größten Schwierigkeiten findet. Die Schicksale Rudis wird jeder Bunge und die Erlebnisse Madumas jedes Mädchen mit heißem ka®fe verfolgen. Auch dieses Buch vermittelt bei aurr Spannung Kenntnisse der Welt und des Lebens. Beide Bücher, die eine Empfehlung verdienen, sind mit Bildern und Zeichnungen reich geschmückt. — Es geschieht in Berlin. Roman von Arthur H o 1 i t s ch e r. (Verlag S. Fischer. Berlin.) (77) — Hvlttscher schildert in diesem Buche den großen Umwäkzungsprozeß in Berlin, der sich in den politischen und wirtschaftlichen Strömungen der Gegenwart vollzieht. Er gibt dabei ein bemerkenswertes Abbild der problematischsten Stadt Europa», dem man mit Interesse folgt auch wenn man nicht in allen Stücken mit der Ansicht und den Schlußfolgerungen des Autors übereinftimmt. — Ernst Möwe: .Otto Fla ke", Leben, Werk. Gestalt. Beispiel. Preis kart. 5.80 Mark. Verlag W. R. Lindner in Leipzig. — (297). — Tas Buch schildert Otto Flake als den Erzieher zum neuen Deutschtum, den Typus de» Deutschen von morgen den Vertreter einer neuen nichtständischen Aristokratie, der ben Deutschen den Weg weifen will, flar die Aufgabe zu sehen, die ihnen gestellt ist, weder dem Lateinertum zu erliegen, noch dem Asiatischen, weder dem Amerikanismus, noch dem Bolschewismus, sondern über diesen Extremen die große Synthese zu schaffen. Dem Buch ist ein ‘Beitrag Wales selber: .Rationale Erziehung" beigegeben, der in die Gedankenwelt Wales eine gute Einführung gibt — Hans Siemsen, „Rußland: Ja und R e l n“. Preis kartoniert 5,80 Mark, Verlag Ernst Rowohlt KG. a. 21., Berlin W 50. — (261) — Die Fülle der Rußlandliteratur, mit der heute der deutsche Leser überschwemmt wird, macht besonders sorgfältige Sichtung notwendig. Ein zuverlässiges Buch über Rußland zu schreiben ist nicht leicht. Schon ganz unbefangen an das russische Problem heranzutreten, wird manchem Ausländer schwer fallen, und nicht minder schwierig ist es, in der meist nur kurz bemessenen Zeit ein oorurteilsreies, aber auch von der außerordentlich geschickten Propaganda der Sowjets unbeeinflußtes Urteil zu gewinnen. Siemsen hat in den sechs Wochen, in denen er Rußland bereifte oiel gesehen und gebärt, aber seine Unkenntnis der Sprache, und die Kürze der Zeit zwangen ihn, auch in wichtigen Punkten Berichten aus dritter Hand Raum zu geben, wo eigene Studien vielleicht zu- verlässige und wertvolle Aufschlüsse hätten vermitteln können. Dies schränkt den Wert des im übrigen fesselnd geschriebenen Buches erheblich ein. Ader es nimmt für das Verantwortungsgefühl des Verfassers ein, daß er stets dort einen deutlichen Trennungsstrich macht, wo Selbsterlebtes und ihm nur vom Hörensagen Bekanntes sich scheiden. Das so wichtige psychologische Moment im Experiment des Bolschewismus überhaupt und in dem wirtschaftspolitischen Experiment des Fünfjahresplanes im besonderen, hat der Verfasser mit feinem Spürsinn erfaßt und in seinem Buche gut herausgearbeitet, wie er überhaupt dem Problem der in gigantischem Rahmen versuchten Zwangsindustrialisierung eines Bauernvolkes be- sondere Beachtung geschenkt hat. Auch im Tatsächlichen bringt der Verfasser manche interessante Ein- zelzüge, die sein Buch zu einer aufschlußreichen Lektüre machen. — In geheimem Auftrag an der Ostfront. Von Max Wild. (Verlag Ullstein, Berlin.) ®?b. 4.50 Ml. (236) — lieber die dunkelsten Seiten des Krieges, über Erscheinungen, die der Oesfenttichkeit bisher meist unbekannt waren, berichtet Oberleutnant Max W i 1 d in seiner Tatsachenschilderung .In geheimem Auftrag an der Ostfront". Dank feiner Kenntnisse in ben östlichen Sprachen, seiner glänzenden Eigenschaften als Automobilist, al» Säger und Reiter kam er ins Hauptquartier Ost zu Hindenburg und Luden- borff. Gr kam dann dienstlich als Rachrichtenoffizier in das unheimliche Gewirr der Spionage und Gegenspionage, gewann Einblick in die düstere Tragik des KriegsverratS, die furchtbaren Gefahren der Sabotage im Rücken der kämpfenden Armeen und konnte den Schleier des Geheimnisse- von diesen Vorgängen ziehen. Wohl selten sind Mannesmut und Lharakterstärke auf eine höhere Probe gestellt worden, als bei diesem Deutschen, der auch vor den Gewehren der Erschießungskommission, in den Kerkern russischer Gefängnisse, in den Torturen tagelanger Verhöre sich (eine Geheimnifse nicht entreißen ließ. Einem Zufall verdankt er die Erhaltung seines Lebens, seinem Glück das Gelingen einer abenteuerlichen Flucht durch die Weite des russischen Reiches und seine Rückkehr nach Deutschland. Das Buch ist von Anfang bis Ende außerordentlich spannend ge- schriebm. — Gunnar Gunnarsson: Der unerfahrene Reisende. Roman. 414 Seiten 8°. Einzige berechtigte Uebersetzung aus dem Dänischen von Erwin Magnu s. Umschlag- und Einbandzeichnung von Professor Dr. Walter T i c m a n n. Geh. 6,50, Leinen 9 Mark. Verlag von Albert Langen in München. — (202) — Mit zerrissenen Wurzeln — Die Darmstädter Volksbank wird saniert. tie Habt Darmstadt übernimmt die Rückbürgichaft WSR. Darmstadt, 26. Aua. Rach einer am Mittwochnachmittag unter dem Vorsitz desStaats- Präsidenten Dr. A b e l u n g ftattgehabten Sitzung, in her tne Ministerien, die Stadt, die Handwerkskammer und bte LandeSverttcherungsanstalt vertreten waren, trat am Abend erneut btt städtische Finanzausschuß zusammen, der solgende offizielle Erklärung abgibt: ,3n Verfolg her von hem Finanzausschuß her Stadt in feiner Sitzung am 24 August gefaxten Erklärung haben weitere Verhandlungen zweck» Sanierung der Darmstädter Volks- bank zwischen den beteiligten Stellen ftattge- funben, die e» dem Finanzausschuß her Stadt ermöglichten, in seiner heutigen Sitzung hem Beschluß be» Ersten Ausschusses be» Hessischen Landtages zuzn stimmen und dieRückbürg- schäft für bie von dem hessischen Staat zu gewährende Ausfallbürgschaft zu übernehmen.* Rach dem Ergebnis her Abstimmung ist damit zu rechnen, daß die morgen stattfindende Stabt- ratsfitzung diesem Beschluß des Finanzausschusies bei tritt. Mframohcrnc Kindererziehung. Lieschen ging nur ungern stet» in» Bett. Seit wir aber, nur um sie zu necken, Pralines in ihrem Belt verstecken, ist sie ohne Widerspruch und nett. Welche Freude Hal da» liebe Kind, wenn bann zwischen Leinentuch und Kissen seine schlau verborgnen Leckerbissen angeklebt und ausgelaufen sind. Unser Paulchen mochte kein Kompott. Seit wir, um den Wohlgeschmack zu heben, xroel Schuß Kognak noch dazu gegeben, ißt er uns in Apfelmus bankrott. Nicht nur, baß er jeden Zorn vergißt; jedermann Im Hause kann bekunden, daß das Paulchen hinterher für Stunden luftig noch und ausgelassen ist. Baden wollte unser (Emil nie. Seit wir aber, um ihn zu ergötzen, einen Goldfisch in die Wanne setzen, wurde ihm bas Baden zur Manie. Unsrer Kinder Widerspruch ward klein, und ihr Wille wurde nicht gebrochen. Und mir wirkten somit ausgesprochen meisterhaft auf die Erziehung ein. Puck. Aus dem Amisverkündigungsblali. Da» Amtsverkündigungsblatt Rr. 59 vom 25. August enthält: Die Hegezeit der Feldhühner. — Die Einsuhr von Vieh aus stark verseuchten Gebietsteilen. — Da» Vertilgen der Blutlaus. — Da- Ergebnis der Hauptkörung 1931 im Kör- bezirk Gtchen-Grünberg. — Die Erhebung einer Diersteuer. — Feldbereinigung Trohe. ** Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionsgesellschaft. Sabattseier den 29. August 1931. Freitag abend 6.50, Samstag vormittags 8 Uhr, nachmittags 4 Uhr, Sabbatausaang 8.05 Uhr. Wochengoltesdienst: morgen» 6.30 Uhr, abend» 6.30 Uhr. Gewlnnauszug 6. Klasse 37. Dreußisch-tLübdc-tsche (263. Prevß.) Etaals-Lollerie möglich sein, die Schmückung der Kriegergräber an den Totengedenktagen im Dovember dem üblichen Umfange vorzunehmen. 26 äugufl 27. «ugufl Srnthtf-t «eld Möllerung 8rlri TmtUdx Gelb Möllerung Seid £elftng|ot» . 10.59 59,18 10,61 59,30 10,59 59.15 10.61 59.27 Prag - . . 12,45 12.49 12.471 12.491 löubapd! . . 73,43 73.57 73.43 73.57 Evita . . . 3,057 3.063 3.057 3.063 Holland . . 169,78 170.12 169.70 170.09 Clio . . . . 112,49 112.71 112.51 112,73 flopfnbagn. 112,49 112,71 112,51 112.73 Eiockdolm . 112.54 112.76 112,59 112.81 London. . . Bueno« alte« 20,458 20,498 20,461 20.501 1,173 1.177 1,173 1.177 Meuood . . 4.209 4,217 4.209 4,217 Crulid . . . 58,68 58,80 58.67 58.79 Italien. . . 22.03 22,07 22.02 22.06 Tart« . . . 16,495 16.535 16.495 16.535 Lckwch . . 81,94 82.10 81.91 82.07 Spanien . . 37,36 37,44 37,76 37.84 Danzig. . . 81.77 81.93 81.84 82.00 Japan . . . Äto de Ian.. 2,078 2,082 2,078 2.082 0,261 0,263 0.257 0.259 3uflollaroieH. yillabon . . 7,413 7,427 7.423 7.437 18,55 18,59 18.55 18,59 SJl.-'fpOTt M Der Volksentscheid soll gelten! - Das Volk soll urteilen ob unsere diesjährige Weiße Woche eine Glanzleistung allerersten Ranges darstellt BIUIGER bis einschl. Mittwoch, den 2. September Für DEN OBSTKUCHEN Pfund 28, 26 Pfund 30 Runion nur ein '“'Oe 1L - e|n kä LrA:- SEM Jetzt geht unser Bestreben darauf hinaus, immer weiter zu werben und durch strengste Reellität das Ansehen unseres Hauses, das heute mehr als 80 Jahre besteht, zu stärken. Unser Prinzip: für kleinste Preise hochwertige Qualitätswaren zu liefern soll erneut zur Geltung kommen. Auszugs-Mehl S&F-Magnet-Mehl Margarine.................... Pfirsiche ---mg............... Weintrauben sob.......... Wenn wir übermorgen die Tore öffnen und alles bisher Gebotene in den Schatten stellen, dann werden Sie SO urteilen, wie wir es erwarten. Wir können ruhigen Herzens behaupten, daß uns all unsere Extraveranstaltungen neue Kunden und Freunde gebracht haben. Pfund 70, 66, 57, 44 ......... 3 Pfund 95 ......... 3 Pfund 85 EINE GANZ ÜBERRASCHEND SCHMERZSTILLENDE }>»- WIRKUNG Freibank Areitag, den S8.Aua. 1931, von 8 Uhr ab ImtoD Ileischverkaus. 10 Lektionen Fußball. Don Otto Nerz, v. Oer Seitenstoß. - Stöße für Feinschmecker. Oaü „Köpfen". Vieles, was eigentlich noch zur Technik der Stöße gehört, können wir uns für später aufsparen: so Wird der Schuh im Zusammenhang mit der Arbeit des Stürmers beschrieben, das Tauschen beim Läufer und der Doppelstoh beim Verteidiger. Aber der Stoh mit Innen- und Auhen- seite des Fußes ist noch von grundlegender Be- deutung. ... , Stötze mit der Innenseite sind gut für kurzen Pah und zum Einschieben des Valls in das> Tor, wenn kein Gegner mehr stören kann. Gestehen wird mit der ganzen inneren Flache des üutzes bis zum Knöchel, mit Ausnahme der Zehen. Das stoßende Dein macht nur eine kurze seitliche Bewegung zum Ausholen und zuckt dann kurz und wuchtig vor oder wird, wenn Zelt ist, weich und langsam herangeführt. Bloh keine Kreisbewegung gen mit dem Swhbein! Die Bewegung muh in ganz gerader Linie durchgeführt werden. — Der Swh mit der Fuhauhenseite wird mtt einwärts gedrehtem Fuh gespielt und eignet sich zum flachen Stoh während eines schnellen Laufes. Das Standbein steht nicht neben dem Ball, sondern etwas seitlich, weil sonst der einwärts gedrehte stoßende Fuß daran hangen bl^bt und der Spieler über den Ball stolpert... "Wuchtige Stöhe lassen sich mit Ler Auhenseite auch machen, besonders schön ist das nicht, aber brauchbar. Der Ball ist meist in Bewegung: bei allen Stöhen muh man also besonders darauf achten, dah das Standbein im Moment des Stotzes richtig steht. Wenn der Ball von hinten heranrollt, muh das Standbein etwas vor ihm aufgesetzt werden, und umgekehrt. — Die anderen Stöhe sind nichts für das gewöhnliche Training, eher so eine Art Kuchen für die Hebungen am Sonntag. Wer sie beherrscht, kann immerhin manchen Gegner verblüffen und manchem Freund imponieren. Der Spihenstoh wurde schon erwähnt: er hat den Vorteil größter Reichweite. Das Standbein steht etwa eine Fußlange vor dem Ball: um wirllich weit zu stoßen muh man das Leder schräg unten so treffen, dah es in einem Winkel von 40 Grad ansteigt. — Der Fersenstoß ist eine besonders unsichere Sache: der Ball kommt von hinten, der Spieler muh ihn mit gewendetem Kopf und schielendem Blick möglichst scharf beobachten und im richtigen Augenblick den DaN mit der Ferse nach hinten treiben. Zu hopsen braucht man nicht dabei. Der Sohlen- stoß hat schon mehr Wert, man muh sich nur vor unfairem Spiel hüten. -Unfair ist es die Sohle über den heranfliegenden Dall zu halten, well der Gegner von unten, oft gar mit dem Kopf, daaeaen schlägt. Aber mit senkrecht gestellter Sohle darf man halbhohe oder hohe Dalle aus der Luft nehmen und am heranstürmenden Geg- StHADEsFÜLlGRABE 5% Rückvergütung m.20»® gr”V tzs? 5001000 Mk. Dar lehn auf kurze Belt nea. mehrfache Sicherheit gesucht. Swristl. Anneb. uni. 0-1861 an d. Gß. Anz. Ich nehme die gegen Heinrich Pansch Nodhctm a. d.Bieber. Grabenstr. 6, ausgesagte Beleidigung mit Bedauern zurück. JohannetteJung Nodhctm, 26. Aug.31. Bieberstr. 13. 104869 Weißer Tischwein Tafel-Rotwein L«er Verkäufe AutoGelegenheitskaul: 1,1 Str. 4 20 PS Opel Vorlühr.-Limouslne ganz wenig nefabr, volle Fabrikgarant., weit unter Statuten1 preis abzngeb. Zah- lungserleichterung. Ovelauto Gießen, Frankfurter Str. 52 Tel. 2847. 5529A ner vorbeitreiben. Manche Holzerei und Rempelei läßt sich dadurch vermeiden. Auch mit dem Knie kann man stoßen, wenn der Dall für einen anständigen Stoß zu dicht am Körper ist. Technisch ist die Sache leicht: das Knie wird stark gebeugt und schnell emporgeschleudert. . Auch ein Notbehelf, aber einer von großem praktischen Wert ist der Kopfstoß. Oft sind ja die Herren Gegner genau so schnell am Dall wie man selbst, und mit einem guten Köpfer hat sich schon mancher aus der Bedrängnis gerettet. Stoße nicht mit dem Scheitel, sondern mit der Stirn, es tut nicht so weh, und du behältst einen besseren Lleberblick! Immer mutz der ganze Körper Mitwirken, die nötige Wucht muh von den Zehenspitzen über das Hüftgelenk bis zu den Racken - muskeln gesammelt werden. Zuerst wird das Köpfen im Stehen geübt, dann springt man aus dem Stand und schlietzlich mit Anlauf. Möglichst hoch springen! Es ist für die Zielsicherheit des Stoßes wichtig, dah man nicht beim Hochspringen den Ball trifft, sondern nachdem der höchste Punkt schon erreicht ist. Zu Hebungen läßt sich gut ein besonders konstruiertes Kopfpendel verwenden, aber es geht auch ohne. — In der nächsten Stunde werden wir uns nut der Arbeit des Stürmers beschäftigen und dabei lernen, was Dribbling ist und wie man schießt. Städte Achter am 6. September. Gestern abend fand im Bootshaus des Vereins Rudersport die S t ar t a u s l o s un g für den Städte-Achter statt, der am Sonntag, 6. September, ausgefahren werden soll. Die drei hiesigen Rudervereine stellen zu diesem Wettbewerb je ein Boot, so daß am Städte-Achter insgesamt vier Boote beteiligt sein werden. Das Vorrennen, das dadurch notwendig wird, soll am Vormittag ausgefahren werden und der Sieger aus diesem Rennen tritt zum Endkampf gegen Wetzlar an. Das Hauptrennen findet um 17 illjr statt. Bei der guten Form, in der sich die Giehener Mannschaften befinden, dürfte ein spannender Kampf zu erwarten sein. Gau-Kinderireffen. Turngau Hessen (DT.). Das erste Kindertreffen des Gaues Hessen, das am Sonntag stattfand, war ein Versuch, der als gelungen bezeichnet werden kann. 400 Knaben und Mädchen, zumeist aus den Schülerabteilungen des südlichen Gaugebiets, fanden mit ihren Führern und Führerinnen in der alten Turnerstadt Friedberg freundliche Aufnahme, und der rührige Gaujugend-Ausschuß mit Mittelschullehrer Erich Wagner (Kirchhain) an der Spitze bot ihnen einen frohen Tag. Die Veranstaltungsfolge war sehr abwechslungsreich und auf das Kind abgestimmt, daß auch der Erwachsene seine helle Freude an den Darbietungen haben konnte. Kindertümlich war schon die einleitende Morgenandacht, bei der Pfarrer Lic. Sengnagel (Friedberg) zur stattlichen Turnerschar der Kleinen sprach. Die Mittagsver- pflegung aus der Feldküche, das Kasperltheater und GEGEN: KOPFSCHMERZ > MIGRÄNE . « NEURALGIE > ▼ ZAHNSCHMERZ CITROVANILLE JafcAyAnte - *buüUwv 0d.Äm. j.is Sie »rlin $ai4*ttour, »W'ch u”if AichtangrM allmählich in l *n Stanfld) mach' v Manöver Me W ihnen jedenfalls'st aus gekommen, die alle schau und Paris ei illenbar die W ivsen den Dnsu ! Me Derhandlmb Mtangufsspall . Warschau zusiand nach den W russische ®at Destgrenzed deutsche Politit I ju verhindern fu« der Hintertri teilungen, die dar Mau bei leine Stelle übermittelte Verträge unmittelb stehen schienen. K' dir deutsche Segb Mau Wort aut beries. Milchen herzersrischender D haben zu yrvtokoll sprechendez Ä>lume reicht sei, dessen F übersehbarer seien gen im Hie 1927 Ilungen damals abg tun n es si nitätn Dun/Htrau M«n Verden sc ganh au »erden. Mn tvird lmrr Besuch Litv Mhe innere Dc »ne engere An ^uhland nicht, i Monaten einmal '•mb mit den Vers w.men hat, der °lles sich auf eine -ersehung zm sschlet, die im Ae unvemeidlich « ganz offen 'llche Sünfja ^.utärischeA M und gerade « Aufmarsch, un Mich werden die Awn nach nutzer . Vy ^schs^tzen, y M Seit » Äderige 3« i °ber Wtft auszuslt ^wendiger ist e u Ä"9 ™ r ‘‘Malten. $em bitt d-s gan, Sages feie c Sie Borgt . v, Bä SCHMUCKER GIESSEN / MARKTSTRASSE 4-8 5182 A terftufe (Zwölfkampf) wurde Pfannkuchen (Dor« turner der Schülerriege) 1., H. Klee 2., W. Klee 3., K Diehl 4., K. Jung 5., Sann 6., Görlach 7. Sieger. In der Turner-Oberstufe (Zwölfkampf) be- kam Bingel den 1., Fr. Röhrig 2., L. Reitz 3., Schneider 4., W. Zeiß 5 W. Röhrig 6. Preis. - Beim 1500-Meter-Lauf (Sonderwettkampf) blieb K Buß mit 4,38 Min. und beim Stabhoch, springen H. Jung mit 3,28 Meter Sieger. Die 2. FaustbaUmannschaft des Vereins wurde Bezirk s m e i ft e r. Verteilung der Geld- und Ehrenpreise für den Oeutschlandflug. Das Preisgericht für den Deutschlandflug hat den Gesamtwert der zur Verfügung stehenden: Preise in Höhe von 72 000 Mark verteilt. Auch die Geldpreise, die nicht mehr ausgeflogen: wurden, sind zur Verteilung gelangt. Den ersten Preis von 15 000 Mk. erhielt die M. Klemm G. m. b. H., den zweiten Preis von 10 000 Mk. W. Hirth, den dritten Preis von 5000 Mk. Kneip. Liefet Bach erhielt den vierten Preis von zusammen 3000 Mk. Der fünfte Preis mit 2500 Mark fiel an die Luftfahrvereinigung Münster. Die weiteren Teilnehmer erhielten an Stelle einer vorgesehenen Beteiligungsprämie Dtm 1000 Mk. eine solche von 2000 Mk. Der Trostpreis für Wettbewerber, die die technische Prüfung einwandfrei erfüllt, aber nicht über die Gesamtstrecke geflogen sind, fiel in Höhe von 1200 Mk. P o st zu. Ie 800 Mk. erhielten S rebel, C r o n e i h, Reichsverband der Deutschen Luftfahrtindustrie, Erprobungsstelle Travemünde, Deutsche Luftfahrt G. m. b. H. Berlin. Als Sonderpreis der Betriebsstollirmen wurden unter der Kategorie Führerpreise Dinort 5000 Mark, Hirth 3000 Mk. und Kneip 1000 Mk. zugesprochen. Don den zahlreichen Ehren- und Sonderpreisen erhielt Dinort u. a. den Aeroklub-Pokal und einen silbernen Zigarettenkasten der Deut-, scheu Lufthansa. (Schluß des redaktionellen Teils.) Ovomaltine auf „Do. X". Vom Kapitän des Dornier Flugschiffs „Do. X“ ging der Firma Dr. A. Wander ein Brief zu. Cs heißt darin: „Sie waren so freundlich, während unseres Aufenthaltes in Praica eine Kiste „Ovomaltine" an Bord zu geben. Das Präparat hat uns während des Ozeanfluges Praiea—Ratal ausgezeichnete Dienste getan und zur Frischhaltung der Besatzung sehr beigetragen. Dafür unseren aufrichtigen Dank." — Ovomaltine. die bekannte Kraftnahrung aus Malz-Milch-Eiern und Kakao hat auch hier mitgeholfen, besondere Leistungen zu vollbringen. 601V Sie kaufen billig aber nichts minder« weniges, b. 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