irks Ä.iltrnö. V*M, 8g. M- -UMzw 61: KL Z •iä A 2s- 'M, Lurnv. 't? Sieger).- ?b-rg, 86 P - Ä 3. tiiä cA Anna , >kr, r.. mn^Töns 01 ß®Wm8, ^^stujeA le Nm, T. *[e Hilgen, Z. cynriöf, Lurnv, ^ng-Göns 71- rte Dreier, Tv. ö- Lang°Gvns ^del, Anna 1 Meta Stück, ?lm, Tv. Grü. ler.r.-u.Spv. rsrob. । die Bierffeuet I vom 17. Juni mg liegt vom Ihr vomittagr Rabertshausen. Ifb. Js. ab bie ; vvm 11. W' uns liest vom Uhr vormittags Hardt. rdneten der De- inlhaler wieder- >urde zum Bürtet Samstag, 21. Juni 1931 181. Jahrgang Ur. 148 Erstes Statt Drud und Verlag: Vrühl'fche Unwerfitülr-Buch- nnö Siemörnderet L Lange tn Sietzen. Schnttletnmg uns Geschäftsstelle: Schulstraste L jede Gefahr Endlich wird Mit eisigem Schweigen ausgenommen Oie Aussprache einer Dumping - Finanzierung beseitigt wird. es angebracht sein, vor Ab die französische Regierung die Anwesenheit 7N e l lo n s in Paris dazu benutzen werde, mit ihm die aufgeworfenen Probleme eingehend zu erörtern. Die Lektüre dieses amerikanischen Schreibens wurde von der Kammer mit eisigem Schweigen ausgenommen, das auch andauerte, als der Ministerpräsident die Tribüne verließ. Annahme von »nzelaea für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Reklameanzeigen von 70 mne Brett« 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20", mehr. Chefredakteur. Dr Friedr Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, iämtlich in Bietzen gut, wie alle Führer der Wirtschaft und Finanz in Amerika. Lind ebenso weiß er, daß, wenn sein Vorstoß gelingt, nach einem Jahre nicht einfach an den Faden angeknüpft werden kann, den man absichtlich am 1. Juli 1931 zerrissen hatte. Das ist klar: wenn jetzt dieses Feierjahr der europäischen Zahlungen im ganzen eingelegt wird, was wir dringend hoffen, was Deutschland nicht nur. sondern ganz Europa braucht als Voraussetzung zu allem weiteren, dann wird natürlich am 1. 3uü 1932 nicht einfach berechnet werden können: soundsoviel ist zu zahlen, wie im Voung-Plan steht, und soundsoviel mit den Stundungszinsen für den Erlaß des zurückliegenden wahres. Dann ist eine vollkommen neue Lage gegenüber demVoung - Plan Da. So sehr wir daher selbstverständlich vom deutschen Standpunkt aus begrüßen, daß damit trotz aller geschickten Llmkleidung der Poung-Plan selb st angegriffen wird, so wenig täuschen wir uns darüber, daß gerade dies jetzt Schwierigkeiten machen, den entschiedenen französischen Widerstand Hervorrufen wird. Eriche'n, lüg llch, autz« Sonntags und Feiertags Beilagen Dte Illustriert, Gtetzene, Famittenblätt« Heimat im Bild Dte Scholle UlonatS'BejugsDrets; 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger« lohn, auch bei Richter» scheinen einzelner Nummern Infolge höherer Gewalt. femfprechanfchlüfse anterSammelnummer2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Eiefze» Postscheckkonto: greift!rt am Main 1168« Nach Eröffnung der Aussprache führte der radikalsozialistische Abg. Margaine als erster Redner zur Begründung seiner Interpellation u. a. aus, daß man an Amerika die Frage richten müsse, ob es gewillt sei, sich mit europäischen Angelegenheiten zu befassen, oder nicht. Denn der Reichskanzler Brüning nach Poris komme, so sei das um so besser, was die Unterhaltung mit den deutschen Staatsmännern anbelange, so könne man jetzt schon ooroussehen, dah Brüning darauf Hinweisen werde, dah Deutschland Kredite brauche, was gutnachbarliche Beziehungen mit Frankreich zur Voraussetzung habe. Frankreich werde daraus von Polen sprechen, wahrend der Reichskanzler die Frage des Korridors aufwerfen werde. So werde man nicht zögern, alle europäischen Fragen zu erörtern, ©ei es nicht bester, d a rni t anzu- fangen und sich über alle finanziellen und prakti- Frankreichs Opposition gegen Hoovers Vorschlag Die französische Antwort fordert „Respektierung der Verträge". — Die Kammer billigt diese An wort. — Mellon verhandelt in Paris. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhesten Die Stelle der französischen Antwortnote, in der von der Respektierung der Verträge die Rede ist, wurde von der Rechten und von der Mitte mit großem Beifall ausgenommen. Ministerpräsident Laval verlas im Anschluß an die Antwortnote der französischen Regierung ein Schreiben des amerikanischen Botschafters, datiert von heute, in dem erklärt wird, daß die amerikanische Regierung die Antwort der französischen Regierung zu würdigen wisse und die Hoffnung äußere, daß Weber ist mit dem Hooverschen Angebot die Reparationsfrage gelöst, noch tritt eine Entlastung großen Stils unmittelbar für Deutschland ein. Das heißt: an eine wesentliche Ermäßigung der in der letzten Notverordnung dem Volke auferlegten Laste ist bestimmt nicht zu denken. Schließlich: ohne die Auseinandersetzung in Frankreich wird auch nicht zum Ziel zu kommen sein. Das hat der Reichskanzler richtig und entschieden ausgesprochen. Dieser Schritt Amerikas ist vergleichbar jener Anerkennung 1922, die dann zum Dawesplan führte. Es kann eine weltpolitische Wendung von unabsehbarer Tragweite werden, wenn Hoovers Vorschlag sich durchsetzt. Noch ist das nicht vollständig sicher. Wir wollen nur hoffen, daß dieser amerikanische Entschluß, von dem uns immer sicher war, daß er einmal kommen müsse, nicht angesichts ter Situation, in die gerade Amerika Frankreich bat kommen lassen, und angesichts der Krise im allgemeinen, nicht schon zu spät kommt. schränkungen, oder auf die Zurücknahme ausländischer Kapitalien zurück. Die Lösung der deutschen Krise scheint nicht nur tn einer Herabsetzung der La st en des Reichsbudgets, sondern auch in einer Erweiterung der Kredite zu liegen. Deshalb crflärt die französische Regierung sich vorbehaltlich ter Zustimmuna des Parlaments bereit, ter Internationalen Zahlungsbank die ihrem An- teil an ter nicht aufschiebbaren Annuität entsprechende Summe für ein Jahr zur Verfügung zu stellen mit einziger Ausnahme der Beträge, die für die Ausführung der restlichen, gegenwärtig noch laufenden Sachlieferungsverträge notwendig sind, was übrigens für die deutsche Wirtschaft von Rutzen ist. Wenn die französische Regierung diesen Vorschlag macht, rechnet sie damit, dah die übrigen Ruhnießer des Boungplanes eine gleiche Entscheidung treffen werten, und sie hofft sogar, daß noch andere Maßnahmen getroffen werden könnten, um die nützliche Wiederherstellung des Kredits und des Vertrauens in ter Welt zu begünstigen. Die auf diese Weise an die Internationale Zahlungsbank gezahlten Gelder werden, sofort für die Besserung des Kredits in Deutschland und in den Ländern Mitteleuropas und namentlich dort, wo die Aussetzung der Doungplan-Ausführung während eines Jahres eine finanzielle, oder wirtschaftliche, oder finanzielle Störung bringen könnte, nutzbar gemacht werden können. Es versteht sich von selbst, dah die so verwendeten Beträge nach Ablauf der als Frist für die provisorische Aussetzung des poung-plans vorgesehenen einjährigen Periode wieder verfügbar werden würden. Die französische Regierung ist auch der Ansicht, daß alle nützlichen Vorkehrungen getroffen werden müssen, damit diese Summen, ebenso wie die aus Erleichterungen des Reichsbudgets auf Grund der einjährigen Zah- lungsausfehung des poung-planes zu erwartenden Summen nur zu wirtschaftlichen Zwecken Verwendung finden können, damit scheu Notwendigkeiten zu verständigen? Man könnts sich nur dazu beglückwünschen, wenn der Besuch des deutschen Reichskanzlers zu einer Festigung des europäischen Friedens führen sollte. Der Abgeordnete Dubois (Gruppe Marin) gefiel sich darin, noch einmal auf die Kriegsjahre zurückzukommen, wobei er es nicht versäumte, alle abgedroschenen Phrasen wie „Ginfair und „syste- malische Zerstörung" französischen und belgischen Gebietes anzuwenden. Die schlechte deutsche Finanz- läge sei auf eigene Fehler der Reichsregierung zu- rückzuführen, und es könne nicht Aufgabe Frankreichs fein, diese Fehler zu bezahlen. Die ebenso langwierigen, wie langweiligen Ausführungen des Redners wurden von der Linken und von bet Ttc- büne oft durch Zwischenrufe unterbrochen. Unter allgemeiner Ruhe betrat sodann der ehemalige Minister und Führer des Rechtsflügels der Kammer Abg. Marin, die Tribüne und erklärte, wenn Hoover von der Wiederaufrichtung des Weltwirtfchaftsgleichgewichts Amerikas Eingreifen. Don Or. Otto Hoehfch, o. ö. Pros, der Geschichte an der Universität Äerlin. Hoovers Dorschi ag steht im Mittelpunkt ter Weltpolitik. Man mochte wirklich dabei zuerst an das alte Wort denken, daß, wenn die Rot am größten ist, die Hllfe am nächsten sei. Ohne daß die wirllich sehr große Bedeutung des Schrittes ter Vereinigten Staaten irgendwie gering ern- geschätzt wird, sei aber doch gemahnt die Schwierigkeit en nicht zu übersehen, oie um so mehr auf dem Wege liegen, als ter Termin zur Entscheidung sehr knapp genommen ist. Er ist auch mit einer gewissen Unbekümmertheit einfach nach den Bedürfnissen Amerikas, d. h. seines „Fiskal-Jahres", sei es Budget-Jahres genommen, das vom 1. Juli bis zum 30. Juni läuft. Wer sich mit der Kriegsschulde ns rage in ihrem großen Zusammenhang beschäftigt hat, dem ist an sich nicht unerwartet gekommen, daß die Vereinigten Staaten in einer derartigen Weise ekngreifen würden. Im Gegenteil: er war im großen Gesamtzuarnrnenhang davon überzeugt, daß einmal ein solcher Entschluß würde kommen müssen. Aber er hatte die Hoffnung in den letzten Monaten doch so gut wie aufgegeben, daß ter gegenwärtige Präsident ter Vereinigten Staaten, Hoover, sich zu einem solchen Schritte ausrassen würde. Monat um Monat verstrich, ohne daß er und fein Staat sich aus ter Lethargie herausbewegten, obwohl die Wirtschaftskrise immer nachdrücklicher Amerika an seine Wellverbun- denheit erinnerte. Run hat er sich zu einem Eingreifen entschlossen, dessen ganze Begründung kühn und staatsmännisch zugleich ist. Die innersten Zusammenhänge und letzten Anstöße liegen, wie das bei solchen Dingen geht, heule noch nicht völlig Har. Kein Zweifel ist daran, daß sich ter amerikanische Botschafter in Berlin, Mister Sackett, sehr große Verdienste darum erworben hat, daß Amerika und Hoover richtig über Deutschlands Situa ion und die ungeheure Gefahr, in der es schweb , informiert wurden. Die Wirkung zeigte sich schon in den Reisen von Mellon und 0 tim f on nach Europa. Zuletzt hat wohl der mehr als kritische Moment in ter letzten Woche den eigentlichen Anstoß gegeben, wozu noch eine persönliche Mitteilung des deutschen Reichspräsidenten kam. Genug: der Schritt ist getan, der Vorschlag gemacht! Die beteiligten Staa en sind vor die Entscheidung gefielt1, ob Deutschland ein Feierjahr des Zahlungsaufschubs gewährt werden soll. Es ist Hoovers persönlicher Entschluß, der damit auch seinem Interesse Rechnung trägt, nämlich seinem Wunsche, nächstes Jahr wieder als Präsident gewählt zu werden. Und nun hat Europa allerdings das allergrößte Interesse an dieser Verbindung! Scheitert Hoovers Vorstoß und scheitert er damit selbst, so tritt wieder eine längere Periode ter Abwendung Amerikas von Europa, soweit das überhaupt möglich ist. ein. Denn schließlich', so sehr Amerika, wie die letzte Krise lehrt, mit der Welt verbunden ist, schliehlist ist und bleibt es doch das Land, das diese am ehesten aushalten und das am ehesten auch empfindliche weltwirtschaftliche Verluste tragen kann. Wie nötig aber Deutschland es hat, und zwar jetzt, dah dieser hochbedeutsame Vorstoß gelingt, das bedarf keines Wortes! Der Präsident schlägt einen einjährigen Aufschub aller Zahlungen, also ter Schulden der Regierungen. Repara ione , Wiederaubauschulden usw. vor, wobei aber Schuldverpflichtungen, die m Privathänten sich befinden, ausgenommen sind. Er erklärt daher — wofür er sich in sehr geschickter Werse die Zustimmung des Kongresses in ter Hauptsache sckon gesichert | hat — daß Amerika zwar seine Forderungen durchaus nicht streichen, sie aber im Interesse des Wiederaufbaues ter Weltwirtschaft auf ein Jahr stunden will Damit will Amerika auf eine Summe von beinahe eine Milliarde Mark, genau 954 Millionen Mark, für sein Budget auf die Zeit vom l.Iuli 1931 bis 30. Juni 1932 verzichten. Dieser Staatshaushalt hat schon ein Defizit von einer Milliarde Dollar. Es muh also für eine weitere Viertel- milliarte Dollar Ausfall Sorge getragen werden. Das Opfer ist groh. Im Verhältnis zum Gesamtstaatshaushalt ater und den enormen Reserven dieses Staates ist es ohne Zweifel tragbar. Hoover erllärt weiter — hier beginnen die schwachen Punkte seines Vorschlages — dah Amerika mit ter deutschen Reparation nichts zu tun habe, sondern dah die Reparationsfrage notwendigerweise ein rein europäisches P r oblem sei. Mit dieser Erllärung steht Absicht und Handlungsweise von ihm in Widerspruch den man natürlich in Frankreich nicht nur empfindet,, sondern auch ausspricht. Hoover will durch fernen Vorschlag Deutschland, dessen Lage er als hochbedrohlich erkennt, h e l - f e n. Direkt kann er das nicht tun, weil Deutschland keine Tributverpflichtungen an Amerika hat. Indirekt ater es zu tun, wie er vorschlägt. was ist das anderes als amerikanischen Einfluß auf die Reparationsfrage und sogar auf die Aenderung des 25p ung- Plans nehmen. Derrn er bezieht ausdrücklich in feinen Vorschlag den sog. ungeschützten Teil ter deutschen Iahreszahlung (rund 600 Millionen) ein, von dem Frankreich 500 Millionen Mark bekommt. Frankreich hat diese halte Milliarde in sein Budget eingestellt, soll also das Zugeständnis des Verzichts darauf machen, während ter entsprechende Verzicht für Italien erheblich geringer <11 Mill. Mark) ist, und für England üterhcäipt nicht besteht. Denn Englands Verpflichtung an Amerika deckt sich fast genau mit dem, was es von seinen Schuldnern einschließlich Deutschlands zu bekommen hat. Hoover rechnet, daß die Wirkung nicht allein seiner Aufforderung, sondern des amerikanischen Opfers auf die anderen Gläubiger so stark ist, dah sie ohne weiteres folgen, was, wie die Zahlen zeigen, ganz überwiegend und in erster Linie "für Frankreich gilt. Die Anlage seines Vorstohes ist innenpolitisch einfach meisterhaft, wie die Ausnahme seiner Absicht in Amerika selbst gezeigt hat. Schwierigkeiten werden ater schon da entstehen, wenn Hoover nicht vorwärts kommt, und ebenso, wenn er vorwärts kommt, weil ja dann vor ter amerikanischen Öffentlichkeit gar nicht mehr die Fiktion aufrecht erhalten werden kann, deutsche Reparationen und interalliierte Kriegsschulden (gleich amerikanische Forderungen an Europa) hätten nichts miteinander zu hin. Dah sie einander längst bedingten und daß sie heute unlösbar miteinander verbunden sind, weiß natürlich Hoover genau so Paris, 26. Juni. (WTB.s Die heutige Ä am- mersitzung wurde um 15 Uhr b.i außerordent- lich starkem Andrang mit der Verlesung ter verschiedenen Interpellationen über den Vorschlag Hoovers eröffnet. Ministerpräsident Laval ergriff sofort das Wort, um zunächst die Botschaft des Präsidenten der Vereinigten Staaten und alsdann die Antwortnote der französischen Regierung zu verlesen, die folgenden Wortlaut hat: .„Die französische Regierung hat mit lebhaftem Interesse von dem Vorschlag des Präsidenten ter Vereinigten Staaten Kennmis genommen und er Härt sich mit den hochherzigen Gefühlen, die diesen Vorschlag inspiriert haben, einverstanden. Die französische Regierung wünscht mehr als jede andere in der Betätigung für die Wirtschaft saussöh- nung ter Welt eine Solidarität bekräftigt zu sehen, von ter sie sich stets hat leiten lassen, sei es durch Annahme ter aufeinanderfolgenden Reduzierungen der deuts chenS ch u l d, fei es durch Ausführung ter vorzeitigen Räumung der dritten Rheinland- z o n e im Austausch für die vollständige und endgültige Regelung des in Genf am 16. September 1928 verkündeten Reparationsprogramms. Sie legt darauf Wert, vor der öffentlichen Meinung ter Welt die Gröhe des neuen Opfers zu unterstreichen, das nach all' denen, die es bereits bewilligt hat, von Frankreich gefordert wird. Um die Frage des Präsidenten Hoover zu beantworten, ist die französische Regierung bereit, das französische Parlament, dessen Heranziehung unerläßlich und dessen Entscheidung souverän ist, zu ersuchen, dah Frankreich provisorisch und wahrend der Frist eines Jahres davon absieht, irgendeine von Deutschland geleisle Zahlung zu behalten. Ater angesichts ter Art des freiwillig eingegangenen und erst kürzlich unterzeichneten llZoung-Plans, angesichts auch ter Feierlichkeit, mit ter ter nichtaufschiebbare Charakter der ungeschützten Annuitäten anerkannt Worten ist, in denen die notwendige Permanenz des Reparationsgrund- sahes zum Ausdruck kommt, würde eine große Gefahr bestehen, das Vertrauen in den Wert der Unterschriften und der Kontrakte zu erschüttern und so gegen das beabsichtigte Ziel zu verstoßen, wenn bei der vorgeschlagenen Aussetzung ter Zahlungen die nicht aufschieb- bare Annuität in gleicher Weise wie die geschützte behandelt werten würde. Die französische Regierung betont insbesondere, daß eine formelle Assimilierung zwischen den privaten Schulten Deutschlands (Voung-Anleihe und Kreuger-Anleihe) und den noch nicht mobilisierten ungeschützten Annuitäten hergestellt worden ist. Die Zahlung der ungeschützten Annuitäten durch Deutschland aussehen und dennoch zulassen, dah der Zinsendienst für die beim Publikum untergebrachte Poung-Anleihe fortgesetzt wird, würde einem fundamentalen Grundsatz und einer ausdrücklichen Bestimmung direkt zuwiderloufen. Die Regierung ist also der Ansicht, dah ein allererstes Interesse moralischer Art dafür besteht, dah selbst während der vom Präsidenten Hoover vorgesehenen Frist die Zahlung der ungeschützten Annuitäten in keiner weise aufgeschoben wird. Die französische Regierung, die den Wunsch hegt, weitgehend an jedem Versuch zur Milderung der Folgen ter gegenwärtigen Krise mitAuarteiten, glaubt gerate im Interesse des Erfolges dieser Bemühung präzisieren zu sollen, daß die allgemeine Aussetzung ter Zahlungen allein ein u n - genügendes Heilmittel zu fein scheint. Die gegenwärtig die deutsche Wirtschaft und allgemeiner die europäische Wirtschaft bedrohenden Gefahren haben einen anderen Ursprung und gehen namentlich auf starke Kreditein- l a u f bet einjährigen Frist an eine Prüfung ter von Deutschland zur Wiederausnahme seiner Zahlungen zu treffenden Maßnahmen zu denken. Die Vorschläge der französischen Regierung und bie Anpassungen, die bie Anwendung des amerikanischen Angebots zweckdienlich machen wird, und die notwendigerweise Gegenstand eines späteren Meinungsaustausches sein werden, erscheinen als durchaus vereinbar mit dem beherrschenden Gedanken des Vorschlages des Präsidenten Hoover. Intern Frankreich der Internationalen Zahlungsbank unter den oben erwähnten Bedingungen seinen Anteil an der geschützten Annuität zur Verfügung stellt, wird es während ter Zeit der Zahlungsaussehung dessen beraubt, was ihm auf Grund ter Lasten zugesprochen worden war, die es für den Wiederaufbau seiner verwüsteten Gebiete zu tragen hatte. Ohne auf den Tlnterlchied ter Summen, die es erhalten hat, und den Summen, die es hätte erhalten müssen, bestehen zu wollen, erinnert Frankreich daran, daß ter Betrag seiner öffentlichen Schuld heute ungefähr viermal so groß ist, wie der bet Schuld Deutschlands, und daß seine Bemühung um eine fortgesetzte, vor kaum vier Jahren und aus eigenen Mitteln verwirklichte finanzielle Sanierung nicht in Gefahr gebracht werden darf. Die französische Regierung kann also die Solidarität ter französischen Republik mit der Republik der Vereinigten Staaten in dem Augenblick bekräftigen, in dem beite Länder — getreu ihrer Tradition — an Rettungsmatznah- men in einer für ernst gehaltenen Krise zusammenarbeiten. Sie können mit Recht hoffen, dah ihr guter internationaler Wille mit der Respektierung der Verträge und ter Wiederherstellung des Vertrauens unter den Völkern, die die Bedingungen für die Zukunft des Friedens sind, beantwortet werden wird." spreche, so müsse man dem gegenüberhalten, daß es sich in Wirklichkeit nur um die Wiederaufrichtung der deutschen Wirtschaft handele und um einen Teil der amerikanischen, die große Summen in Deutschland investiert habe. Marin machte sodann, wie bereits sein Borredner, Deutschland selbst für seine Krise verantwortlich. Im Reichshaushalt und insbesondere im Kriegs- und Marinehaushall würde eine ungeheure Schleuderwrvtschaft getrieben. H e r r i o t habe sehr recht, wenn er hervorhebe, daß schließlich Frankreich das Panzerschiff „Deutschsan d" bezahle, wenn es den Hoover- schen Borschlag annehme. Der amerikanische Vorschlag könne außerdem nur dann zur Belebung der Weltwirtschaft beitragen, wenn er auf die künftige Abzahlung dec interalliierten Kriegsschulden überhaupt ausgedehnt werd«. Der Vorschlag Hoovers sei aber für Deutschland vollkommen ungenügend und bedeute für Frankreich nur ungeheure moralische und wirtschaftliche Opfer. Unter den obwaltenden Umständen müsse man sich fragen, ob es in Zukunft überhaupt noch möglich sei, Anleihestücke unterzubringen. Man brauche auch Gewißheit, wie die ganze Angelegenheit einmal enden werde. Man spreche von einem einjährigen Moratorium, in Wirklichkeit stehe aber der gesamte Houng- plan auf dem Spiele. Wenn die französische Regierung deshalb nicht mit Entschlossenheit zum Ausdruck bringe, daß an dem ungeschützten Teil des Poungplanes ebenso wie an den Grundsätzen des Poungplanes nicht gerüttelt werden dürfe, müsse man die ganze Angelegenheit als begraben betrachten. wenn man Deutschland gegenüber heute noch- gebe, so werde man erleben, daß aus den finanziellen Forderungen territoriale Forderungen würden, die nur zu neuen Kriegen führen könnten. Frankreich, sowie Deutschland hätten außerdem alles Interesse daran, daß S a ch l i e f e r u n g e n erfüllt würden. Die französische Regierung müsse unbedingt darauf bestehen, daß der ungeschützte Te-il der Reparationen nicht, wie dies in dem Gegenvorschlag zum Ausdruck komme, an die BIZ., sondern an die Bank von Frankreich direkt abgeliefert werden. Finanzminister Flandin führte sodann aus: In wenigen Tagen hatten die Gold- und Devisenverluste der Reichsbank beunruhigenden Charakter angenommen. Zwei Ursachen sind dafür anzuführen: 1. Die Zurückziehung der ausländischen Einlagen auf amerikanische Rechnung, und zweitens Flucht der Deutschen vor ihrer eigenen Währung, also eine ausgesprochene Vertrauenskrise. Frankreich hat indessen zu jener Zeit von der Reichsbank kein Hilfsgesuch erhalten. Erst in den lebten Tagen hat die Reichsbank einen Rediskonckredit beantragt, der die Krisengefahr vermindert hat. Das war doch nicht t>er Fall, als Hoover seinen Vorschlag unterbreitete. Welches sind mm die Gründe? Präsident Hoover wollte die amerikanischen Interessen in Deutschland verteidigen. Welches sind nun die Folgen des Hoover- schen Vorschlages? Zwei Hypothesen sind möglich: Entweder bleibt der Voungplanwei- ter in Kraft, und nie ist von Amerika die Möglichkeit ins Auge gefaßt worden, daß der Plan aufgehoben werden soll (Anruhe links, Hennessy ruft dazwischen: „Bereits seit zwölf I.ahren erzählt man uns das!"), und dann wird Frankreich vom 1. Juni 1931 bis zum 1. Juni U932 810 Millionen Mark erhalten, von denen rhm nach den Abzügen 326 Millionen Mark ver- Ableiben. Auf der anderen Seite steht die zweite Hypothese: ' Die deutsche Regierung fordert das Moratorium des Poungplcms. Dann erhält Frankreich, nachdem es seine Jahresraten an Amerika und England bezahlt hat, im ganzen 231 Millionen Mark. Aber dann soll Frankreich an die D. I. Z. 500 Millionen Mark zugunsten seiner Mitgläubiger gegenüber Deutschland bezahlen. Wan kann also sagen, daß der Vorschlag Hoovers einen Vorteil gegenüber einem von Deutschland geforderten Moratorium darstellt. Die Regierung war e i n st i m m i g der Ansicht, daß Frankreich nicht aus die Zahlung der ungeschützten Annuität durch Deutschland verzichten könne, weil der Boungplan endgültigen Charakter hat. Es ist moralisch un» zulässig und gefährlich für den Frieden, wenn feierliche und endgültige Verpflichtungen verletzt werden. 3m Haag hat Dr. Schacht erklärt, daß er sich eher die Hand abschneiden ließe, als die ungeschützte Annuität nicht zu zahlen. Wenn die Regierung erklärt, daß sie nicht auf diese Zahlung verzichten kann, so erfüllt sie ihre Pflicht nicht nur gegen Frankreich, sondern auch gegenüber der internationalen Moral. Der dritte Grund ist der, dah die Regierung die Pflicht hat, diese Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, damit der Voungplan nicht aufgehoben wird. Deutschland kann übrigens dieses Jahr den ungeschützten Teil zahlen, denn der Haushalt befindet sich nach den letzten Gesetzeserlassen im Gleichgewicht. Flandin versuchte sodann, mit einem ziemlich grotesken Argument die Haltung der Regierung zu rechtfertigen. Seinen Ausführungen nach erweist Frankreich der Reichsregierung geradezu einen großen Dienst, wenn es auf der Zahlung des ungeschützten Teiles besteht. Die Reichsregierung, so erklärte er. die schon auf sehr schwachen Füßen steht, würde dem Druck der Parteien nicht widerstehen können und sich gezwungen sehen, die durch Richtzahlung des ungeschützten Teiles freiwerdenden 612 Millionen für die Erhöhung der Arbeitslosenun^rstühung, oder des Rüstungshaushalts auszugeben. 3n diesem Falle werde aber die deutsche Wirtschaft nicht nur keinen Vorteil haben, sondern der Fehlbetrag des Haushalts sich im kommenden 2aHr nur noch erhöhen. Flandin schloß seine Ausführungen mit der Aufforderung an die Kammer, der Antwortnote der französischen Regierung an Amerika zuLustimmen. Hierauf wurde die Sitzung unterbrochen. Rach Wiederaufnahme der Rachtsihung nahm Finanzminister Flandin noch einmal das Wort, um klarzulegen, warum Frankreich einen Gegenvorschlag unterbreitet habe. Wenn Frankreich den von Deutschland zu zahlenden ungeschützten Teil der deutschen Wirtschaft wieder zur Verfügung stelle, so habe dies insofern einen Vorteil, als dann nicht mehr die Reichsregierung der Schuldner Frankreichs fei, sondern die deutsche Privatwirtschaft, da es die Statuten der BIZ. nicht gestatten, den Regierungen direkt Anleihen zur Verfügung zu stellen. Wenn der amerikanische Senat das von Hoover gemachte Angebot im Dezember dieses Jahres nicht ratifiziere, so sei die V3Z. verpflichtet, für diejenigen Summen aufzukommen, die Frankreich aus dem ungeschützten Teil der Reparationen Deutschland wieder zur Verfügung gestellt habe. Die von Deutschland an die BIZ. zu leistenden ungeschützten Zahlungen stehen außerdem auch anderen mitteleuropäischen Staaten zur Verfügung, deren Haushalt durch den Zahlungsaufschub in Mitleidenschaft gezogen wird. „Wir sind uns alle einig“, so schloß der Finanzminister, „daß die vielen Kundgebungen in Deutschland nicht dazu beitragen, das Vertrauen zu stärken. Deutschland hat ein besonderes Interesse daran, sich von den Fehlern eines vergangenen Regimes loszumachen. Am Vorabend des Besuches des Reichskanzlers würde ich es sogar begrüßen, wenn Deutschland von sich aus die Erklärung abgeben würde, daß es den ungeschützten Teil der Reparationen weiter bezahlen würde. Nach Flandin sprach der Abg. N i c o l l e (Unabhängiger). Er suchte nachzuweisen, daß das wirt- scbastliche Uebergewicht Deutschlands, wie es sich schon in der Handelsbilanz zeige, durch den Hoover- schen Vorschlag nur noch verstärkt werden würde. Hierauf sprach als nächster Interpellant der radikale Abg. Eoi. Er erklärte, man müsse wählen: Ablehnen oder verhandeln. Ablehnen könne man nicht. Das habe auch niemand verlangt. Wie also solle man verhandeln. Würde eine Katastrophe Deutschlands nicht eine europäische Katastrophe nach sich ziehen? (Beifall links.) Er bedauere nur, daß die Initiative nicht von Frankreich ausgegangen sei, und er hoffe, daß die Regierung den Weg für eine Verständi - gung finden werde. Viel wichtiger aber sei etwas anderes: die Rundfunkrede des deutschen Reichskanzlers, der Worte gesprochen habe, die in Frankreich gehört werden müßten. Auch hier müsse man bedauern, daß es sich bei der geplanten Aussprache zwischen deutschen und französischen Ministern nicht um eine französische Initiative handele. Die Grundlage zu dieser Aussprache, die hoffenl- tich zustande komme, müsse eine deutsch-französisch« wirtschaftliche Organifation fein, die der wirtschaftlichen Reorganisation Europas diene. Gleichzeitig mit der wirtschaftlichen Verständigung müsse auch eine Verständigung über die Abrüstung erfolgen. Wenn man an die Ehrlichkeit Deutschlands nicht glaube, dann solle man doch ruhig eine Kontrolle verlangen. Aber da nur eine Kollektioab- r ü ft u n g Deutschlands und Frankreichs im Rahmen des Völkerbundes gefordert werden müsse (Lebhafter Beifall links), könne es sich nur um die Kontrolle des Völkerbundes, also die allgemeine Abrüstungskontrolle handeln. Sie sei notwendig. Abg. £öon Blum (Soz.j stellte zunächst die Verpflichtung Deutschlands fest, die ungeschützte Annuität zu zahlen,weil esderälrheber angerichteten Schadens sei. Die ungeschützte Annuität sei seit den Haager Verhandlungen eine kommerzielle Schuld geworden. Was sei a&er eine ungeschützte Annuität wenn die deutsche Währung zusammenbreche? Wenn die deutsche Währung zusammenbreche, trete eine Verschärfung der wirtschaftlichen Krise ein. Anderseits aber sei mit einem Wiederaufleben der geschäftlichen Tätigkeit zu rechnen. Es fehle nur noch das Vertrauen, das durch die Demarche Hoovers einen gewaltigen Antrieb Zerfahren habe. Zwischen Frankreich und Reichskanzler Brüning müsse eine Desprechung stattfinden. Wie solle Frankreich auf der Abrüstungskonferenz erscheinen? Frankreichs Sache sei es, mit gutem Beispiel voranzugehen. Leon Blum erflärt zum Schluß, die wahre Sicherheit liege nicht in Rüstungen, sondern in der Organisierung des Friedens. Dahin müsse bar Vorschlag Hoovers führen. (Beif. links). Hierauf interpelliert der radikale Ministerpräsident Laval. stellte zunächst die Verpflichtung Deutschlands fest, nahm dann das Wort zum Hooverplan und den damit zusammenhängenden Problemen. Insbesondere ging er auch 'auf die Rundfunkrede Dr. Brünings ein. Er führte u. a. aus, die Regierung hätte eine energische Rote auf setzen können, er sei aber nicht sicher, daß man damit gut getan hätte. hätte man etwa kurzerhand den Vorschlag Hoovers ebenso annehmen sollen, wie die andern Großmächte es bereits getan haben? Die Kammer würde das nicht zugelassen haben. Die Regierung habe deshalb die von ihr gewählte Methode vorgezogen. Präsident Hoover habe eine vorbehaltslose Zustimmung gefordert, die französische Regierung habe einmütig eine Antw ort mit Vorbehalten abgefaßt. Jetzt handele es sich darum, ob man gut oder schlecht gehandelt »habe. Wenn Deutschland nicht mehr durch den amerikanischen Vorschlag geschützt werde, werde es mit einem Moratorium an Frankreich herantreten. Der Finanzminister habe auseinandergesetzt, daß der abgeänderte amerikanische Vorschlag für Frankreichs Finanzen weniger schädlich sei, als das Moratorium. Eine andere Möglichkeit wolle er nicht ins Auge fassen. Das Problem sei heikel. Die Kammer gebe eine Stütze für die kommende Regierung, falls sie die Interessen Frankreichs nicht verraten und mit Amerika auch nicht brechen wolle. Amerika habe übrigens kein Ultimatum an Frankreich gerichtet. Niemals hätten die USA. an Frankreichs Adresse eine beleidigende Forderung gestellt. Kürzlich habe nun in einer Rundfunkrede btr deutsche Reichskanzle r einen Appell der Zusammenarbeit an Frankreich gerichtet. Er antwortete auf diesen Appell. Briand habe Herrn von H o e s H gesagt, daß die französische Regierung Dr. Brüning und Dr. Lurtius bitten würde, so schnell wie möglich nach Paris zu kommen. Er wisse auch, wie er mit Brüning zu sprechen haben werde. Die heiligen Rechte Frankreichs würden verteidigt werden, das sich 1926 in einer noch viel kritischeren Lage befunden habe, als Deutschland heute, es habe aber nicht an auswärtige Hilfe appelliert. Frankreich habe sich die notwendigen Opfer auferlegt. Deutschland wende sich nun an Frankreich. Frankreich h^be gegenüber Deutschland eine Politik der Zusammenarbeit betrieben. Er meine nicht, da hder Augenblick gekommen sei, auf diese Politik zu Verzichten. Deutschland erlebe schwierige Tage. Ls werde In Frankreich unter gewissen Bedingungen die notwendige Unterstützung finden. Die Regierung werde dem Reichskanzler sagens damit diese Politik europäischer Zusammenarbeit eine günstige Entwicklung nehmen könne, müsse die gegenwärtig über Deutschland lagernde dunkle Atmosphäre verschwinden. Die Regierung werde dem Kanzler weiter sagen, daß Frankreich entschlossen fei, Deutschland zu Hilfe zu kommen unter der Bedingung, daß durch die 12 Milliarden das deutsche Budget erleichtert werden würde und nicht zu Rüstungen oder gegen den Frieden dienen solle. (Lebhafter Beifall.) Die Regierung werde Dr. Brüning sagen — und daS sei bereits Präsident Hoover erklärt worden — daß die Stimmung der öffentlichen Meinung Frankreichs, wie die heutige Kammersihung bewiesen, daß die Regierung nicht ungefragt mit der Empfindlichkeit eines Lgndes spielen könne. (Lebhafter Beifall.) -Um ihre Pflichten erfüllen zu können, wird die Regierung gegenüber dem Reichskanzler keine Sprache führen, die der Würde des deutschen Volkes Abbruch tut. Laval richtete zum Schluß einen Appell an die Kammer, wohl zu überlegen, daß sie nicht für die Regierung, sondern für Frankreich zu stimmen habe. Es gehe um alle nationalen Interessen, und die Kammer werde sagen müssen, ob Frankreich morgen die Verhandlungen einstellen solle. Oie Entscheidung der Kammer. Nach dieser Rede Lavals kündigte Lson Blum (Sozialist) an, daß er und seine Freunde für die Regierung stimmen würden. Die Regierung nahm die folgende Tagesordnung Fougöre an: „Die Kammer billigt die Antwort der französischen Regierung an den Präsidenten der USA. Sie rechnet damit, daß die Regierung die Unantastbarkeit der im Haag von sämtlichen Signatarmächten des Zoungplans angenommenen u n g e s ch ü h- ten Annuitäten, sowie die Rotwendigkeit einer Politik des Friedens und der wirtschaft- lichen Zusammenarbeit sichern wird. Sie lehnt jeden Zusatz ab und geht zur Tagesordnung über.“ Diese Tagesordnung wurde mit 386 gegen 18 9 Stimmen angenommen. Amerika hält am Hoover-plan fest. Eine Erklärung Stimsons zur französischen Antwortnote und ein Kommentar des Staatsdepartements. Washington, 26. Iuni. (WTB.) In einem Kommunique zur französischen Antwortnote gibt S t i m | o n seiner Befriedigung darüber Ausdruck, daß Frankreich bereit ist. für ein Iahraufsämtliche deutsche Zahlungen zu verzichten. Mehr habe Hoover nicht vorgeschlagen; insbesondere habe ihm eine Revision der internationalen Schuldenverträge, einschließlich der mit Amerika geschlossenen, ferngelegen. Hebet das verfahren, durch das der einjährige Aufschub aller Zahlungen erreicht werden könne, mühten noch Verhandlungen geführt werden; denn Frankreichs Vorschlag er- fülle die vom Präsidenten geplante Erleichterung der Schuldnerstaaten nicht In vollem Umfange. Da bereits mehrere Mächte Hoovers plan zugeftimmt hätten und der 1. Iuli nahe fei, feien Mellon und Edge bemüht, mit der französischen Regierung zu einer möglichst schnellen Einigung zu gelangen. • Im Staatsdepartement wurde Wert darauf gelegt, zum (Kommunique Stimfons festzustellen, daß die amerikanische Regierung weder nachgegeben habe, noch ein Kompromiß schließen wolle, sondern nachwieoordarausbestehe. daß Hoovers plan, völliger Verzicht auf alle deutschen Reparationszahlungen für die Frist eines Jahre», durchgeführt werde. Man hoffe, daß Frankreich im Interesse der Behebung der Weltkrise einen Weg finden werde, um diese» Ziel in die Tat umzusehen. Wettervoraussage. Das kontinentale Hoch verursacht über ganz Deutschland schönes Wetter, und die Erwärmung schreitet weiter fort. Obwohl an der Nordseite des Hochs die vorüberziehende Störung allmählich mehr südwärts vorgreift, ist für unser Gebiet vorerst der hohe Druck maßgebend. Vorhersage fji r Sonntag: Meist heiter, wärmer und trocken. Lusttemperaituren: Am 26. Juni, mittags 20,3 Grad Celsius, abends 13,9 Grad. Arn 27. Juni, morgens 14,4 Grad; Maximum 23,0 Grad; Minimum 6,1 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 15 Stunden. E-rdtemperaturen in 10 cm Tiefe: Am 26. Iluni, abends 24,2 Grad; am 27. Juni, morgens 17,0 Grad Celsius. Verhandlungen mit Mellon. Paris, 26. Juni. (WTB.) Ministerpräsident Laval hat heute zu Ehren des amerikanischen Schatzsekretärs Mellon ein Frühstück gegeben, an dem außer dem amerikanischen Botschafter E d g e und zwei höheren Beamten der amerikanischen Botschaft drei französische Minister teilnahmen, nämlich Außenminister B r i a n d, Finanzminister Flandin und Budgetminister Pietri. Im Anschluß an das Frühstück fand eine halb- stündige Besprechung zwischen Mellon und dem Ministerpräsidenten Laval und den übrigen französischen Ministern statt. Die Verhandlungen sollen morgen fortgesetzt werden. Ein halbamtlicher Berliner Kommentar. Berlin, 26. Juni. (CNB.) Die fran^ösi ch e Antwort, die am Freitagnachmittag weröf entlieht worden ist, wird in Berliner politischen Kreisen mit großer Zurückhaltung beurteilt. Das erklärt sich schon daraus, daß der Schwerpunkt nun bei den für den morgigen Samstag angekündigten Verhan dl ungen zwischen Ai e l l o n und der s r a n z ö s i s ch en Le g i e - r u n g liegt. Dabei ist man sich aber natürlich schon jetzt allgemein darüber klar, daß die französische Rote in entscheidenden Punkten etwas anderes will, als dem Grundprinzip des hooverfchen Vorschlages entspricht. Die Reichsregierung steht unbedingt hinter dem Vorschlag des amerikanischen Präsidenten, dem sie ja bekanntlich sofort zugeftimmt hat. Seit dieser Zustimmung hat sich die Situation Deutschlands nicht geändert: Es braucht schnelle und durchgreifende Hilfe, wenn es nicht in weitere ernste Schwierigkeiten hineingeraten soll. Der Behauptung, daß die Lösung der deutschen Krise nicht nur in einer Herabsetzung der Lasten des Reichshaushalts, sondern auch in einer Erweiterung der Kredite zu liegen scheine, begegnet man nur noch mit Kopfschütteln. Das gleiche trifft auf den nicht ganz klaren Satz zu, daß die nach französischer Ansicht von Deutschland zu zahlenden und ihm auf dem Wege des Kredits teilweise wieder zur Verfügung zu stellenden Summen der ungeschützten Annuität nach Ablauf der als Frist für die provisorische Aussetzung des Poungplanes vorgesehenen einjährigen Periode wieder verfügbar werden würden. Was vollends die Bemerkung betrifft, daß die Deutschland zur Verfügung zu stellenden Beträge nur zu wirtschaftlichen Zwecken Verwendung finden sollen, damit jede Gefahr einer Dumpingfinanzierung (!) beseitigt werde, so läßt sich diese erst recht weder mit den Gedankengängen Hoovers, noch mit der Zwangslage Deutschlands in Linklang bringen. Die Lage Deutschlands ist im Gegenteil so — und in Paris scheint man den Ernst dieser Lage gänzlich zu verkennen —, daß sie lange Verhandlungen nicht mehr erträgt und nur noch eine entscheidende und durchgreifende Maßnahme helfen kann. Oie Antwort Brünings an die EPO. Berlin, 26. Juni. (TU.) Auf das Schreiben des Vorstandes der Reichstagsfraktion der SPD. an den Reichskanzler, in dem um die alsbaldige Einleitung von Verhandlungen über die Abänderung der Notverordnung ersucht wurde, ist nunmehr durch Staatssekretär Dr. P ü n - d e r an den sozialdemokratischen Fraktionsvorsitzen, den Dr. B r e i t s ch e i d eine Antwort erfolgt, in der u. a. gesagt wird, daß die Reichsregierung zweckmäßigen Abänderungen keinerlei Hindernisse in den Weg stelle und durch- aus bereit sei, an etwaigen im Reichstag durchsetzbaren Verbesserungen aktiv mitzuarbeiten. if dieser Grundlage habe sich das Reichskabinett bereits vor einigen Tagen mit der Angelegenheiten befaßt und die Ressorts ersucht, in eine sofortige Prüfung der einschlägigen Fragen einzutreten. Aus aller Welt. Schienenzeppelin in Düsseldorf. Düsseldorf, 26. Juni. Der Schienen- zeppelin traf von Wuppertal kommend pünktlich um 13.50 Ayr auf dem Bahnhof Düsseldorf-Derendorf ein. Er wurde von einer vieltausendköpfigen Menschenmenge, die schon lange vor seiner Ankunft auf den Straßen längs des Bahnkörpers und auf den Bahnübergängen gewartet hatte, stürmisch begrüßt. Rach dem Eintreffen des Schienenzepps fand ein Empfang durch die Spitzen der Behörden, die Vertreter der Handelskammer sowie die Mitglieder der Studiengesellschaft, die zur Förderung des Krukenbergschen Gedankens gegründet worden ist, statt. Die amerikanischen Ozeanflieger in Nowosibirsk. Moskau, 26. Juni. (WTB.) Die amerikanischen Flieger P o st und C a t t y sind heute um 5 Uhr zum Weiterfluge gestartet. Die Flieger beabsichtigen, die erste Zwischenlandung in Omsk vorzunehmen. Von dort führt die Route über Irkutsk, Tschita, Chabarowsk bis Espask, wo zum letzten Male die Brennstoffvorräte für den Flug über den Pazifik ergänzt werden sollen. — Nach einer späteren Meldung aus Moskau überflogen die Amerikaner die Stadt Omsk um 14.15 Uhr und landeten in Nowosibirsk um 16.30 Uhr. Die dänischen Oieanflieger in Kopenhagen. Bremen, 26. Juni. (WTB.) Die dänischen Transozeanflieger H i l l i g und H o l r i h ftnb heute vormittag um 11.37 ilf>r nach Kopenhagen Gestartet. Sie landeten auf dem Flugplatz wpenhagen-Kastrup um 14.10 4Ihr. Eine riesige Menschenmenge bereitete ihnen einen stürmischen Empfang. Nun I Witter H. ücke in der Alicenstraße ein Mülleimer mit der mings Der Inbegriff des Erfolges! Diese Erfolge von unerreichter Beweiskraft schufen den Weltruf der Erzeugnisse. Auch DAPOUN, entwickelt zu der heute führenden Erzeugnis. Mit Recht verdient Marke, ist ein deshalb auch DAPOLIN die Bezeichnung Sl^NDARÖ Dieser Tatsache gemäß, heißt DAPOLIN der in Deutschland am meisten gefahrene Betriebsstoff, künftig STANDARD -BENZIN die Marte, zu der die ganze Welt Vertrauen hat. STANDARD DEUTSCH-AMERIKANISCHE PETROLEUM-GESELLSCHAFT teil jo — und ; Lage gänzlich - irljanblun- nur noch eint ihnahrne Helsen nieder, 20. d.' lichcS Zeichen dafür, welch hohen Ruf daS ötabt* lhcater Gießen auch in Fachkreisen besitzt. ist es wieder ganz still. ... Die Lust ging durch die Felder, die Aehren wogten sacht, es rauschten leis die Walder, so sternklar war die Nacht. Und meine Seele spannte weit ihre Flögcl aus, flog durch die stillen Lande, als flöge sie nach Haus. her zu fassen. Trotzdem konnten wir in letzter Zeil wieder mehrere Betrugsfälle aufdecken und die Schuldigen ihrer verdienten Bestrafung zuführen. Wer sich Orientteppiche anschaffen will, möge das dort tun. wo er wirklich auf eine ehrliche und kulante Bedienung rechnen kann. Die ortsansässigen Geschäfte sind hierzu in erster Linie berufen. Sie müssen aus Konti. 10, bis Mücke durchgeführt. Er erreicht in Ttüui den Anschluß an den Personenzug nach Stock- Hausen—Laubach—jungen. Der Personenzug Grün- berg—Londorf—Lollar—Gießen, Grünbcrg ab 18.56, Gießen an 20.07, beginnt am 28. Juni in Stock- ** Abhanden gekommen ist am 15. d. M. eine am Bahnübergang am Schisfenberaer Weg rstrichene Trommel, ferner am (Eichendorfs.) Vorsicht beim Kauf von Teppichen! Mtttt g. UleiH* ni. Der Gesang der Vögel ist nach und nach verstummt. , Es ist meistens sehr schwer, bei Uebervortei- Ganz leise bewegen sich die Blätter an den mach. Lungen die be.reffenden Hausierhändler hinter- Der Verband deutscher Teppich- und Möbe'.- stoffhändler e. D. schreibt: Wenn man die Tagespreise durchsieht, so findet man immer wieder kleine Chiffre-Anzeigen, in denen darauf hingewiesen wird, daß ein angeblich bekannter Teppichimporteur wegen dringender Baranschasfung eine Reihe Orientteppiche gegen Kasse besonders preiswert zu verkaufen hat. Wer auf solche Chiffre-Anzeigen schreibt, erhält kurz darauf den Besuch irgend eines ortsfremden Teppichhausierers, der ihm mit dem größten Redeschwall eine Reihe Orientteppiche zum Verkauf anbietet. Rach unteren Feststellungen werden hier die unglaublichsten Behauptungen aufgestellt. Angeblich sind die fraglichen Teppiche besonders wertvoll, da-sie mit Pslanzenfarben gefärbt und ein großes Alter haben sollen. Innerhalb weniger Augenblicke lassen sich diese Art Händler den zuerst verlangten Preis auf die Hälft« und noch mehr herunterhandele Wenn dann der betreffende Privatmann hinterher bie Sache bei Licht besieht und durch Sachverständige den Wert der Teppiche abschähen läßt, wird er meistens feststellen, daß er ganz erheblich, trotz des angeblich so niedrigen Preises, übervorteilt worden ist. Meistens muh dann der Verband der Teppichhändler in Aktion treten und mithelfen, daß der Kauf rückgängig gemacht werden kann. Gin anderes beliebtes Mittel der Teppichhausierer besteht darin, eine Reihe Privatleute in einer Stadt telephonisch anzurufen und sie mit einem großen Redeschwall und den unglaublichsten Vorspiegelungen zu veranlassen, sich doch ein paar Orientteppiche vorlegen zu lassen. Wenn es hierzu kommt, dann kommt meistens dasselbe dabei heraus wie oben schon dargelegt wurde. Erstaunt fragt sich manchmal auch der Privatkunde, wie es möglich ist, daß nun der fragliche Teppichhausierer sich auf alle möglichen Bekannten beziehen kann. Dies ist sehr einfach zu erklären: Denn wenn diese gerissenen Händler erst einmal bei einem Kunden gewesen sind, so haben sie im Laufe des Verkaufsgesprächs durch geschickte Fragestellung den Bekanntenkreis des Betreffenden in Erfahrung gebracht. Sie laufen dann von einem zum anderen, erfahren bei jedem wieder etwas über den anderen und können so schließlich nach kurzer Zeit sich als direkt gut unterrichtet über die Verhältnisse des einzelnen Privatkunden hinstellen. " Straßensperrung, mitgetcilt vom Oberhessischen Automobil-Club E. V. (QL v D), Gießen: Die Provinzialstraße Lindheim — Düdelsheim im Zuge der Straße Vilbel- Büdingen wird ab 29. Juni für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung über Stockheim—DücheS oder Hainchen — Himbach — Eckartshausen — Calbach—Büches und umgekehrt. •* Die Museen und der f)eibenturm sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr bei gewöhnlichen Preisen geöffnet. * Diehmärkte in Gießen. Am Dienstag, 30. d. M., findet hier Rindvieh-(Rutz- vieh-)Markt statt, am Mittwoch, 1. 3uli, ist der nächste Schweinemarkt. Räßeres ist aus der heutigen Bekanntmachung zu ersehen. * Reichsbahn-Dorsorge für das Sän- gerfeft in Stockhausen. Dom Bahnhof Gießen wird uns mitgeteilt: Anläßlich eines Sänger- festes in Stockhausen (Oberhessen) am Sonntag, 28. Juni, wird der Personenzug Gießen—Lollar— Londorf—Grünberg, Gießen ob 9.56, Grünberg an kurrenzgcündeg schon die niedrigsten Preise machen und können bei notwendigen Deklamationen jeder-eit ohne große Mühe in Anspruch genommen werden. Die Teppichhausierer dagegen sind meistens nach getätigtem Verlauf verschwunden, und es hält erfahrungsgemäß sehr schwer, von ihnen' die so häufig verlangten Lieberpreise zurückzubekommen. Gics;ener Wochcnmarktpreisc. Es kosteten auf hem heutigen Wochenmarkt: Butter 140 bis 150 Pfennig das Pfund, Matte 30 bis 35, Wirsing 15 bis 20, Weißkraut 15 bis 20, Spinat 25 bis 30, Römisch.ohl 10 bis 15, Bohnen 40 bis 45, Spargel 30 bis 60, Erbsen 20 bis 25, Mischgemüse 10 bis 15, Tomaten 40 bis 60, Zwiebeln 15 bis 20, Rhabarber 10 bis 15, Pilze 30 bis 35, Kartoffeln, alte 5 bis 6, neue 15 bis 20, Qlepfcl, ausländische 50 bis 60, Dörrobst 30 bis 35, Kirschen 25 bis 30, Sauerkirschen 35 bis 40. Heidelbeeren 35 bis 40, Stachelbeeren, unreife 20 bis 25, Johannisbeeren 20 bis 25, Erdbeeren 35 bis 60, Walderdbeeren 40 bis 45, Aprikosen 50 bis 60, Pfirsiche 70 bis 80, Honig 40 bis 50, Tunge Hähne 90 bis 100, Suppenhühner 90 bis 100; Käse (10 Stück) 60 bis 140, Tauben 50 bis 70 Pfennig das Stück, Eier 8 bis 9, Blumenkohl 30 bis 70, Salat 5 bis 15, Salatgurken 25 bis 40, Ober-Kohlrabi 10 bis 15, Rettich 10 bis 15; gelbe Rüben 12 bis 1 5Pfennig das Bund, rote Rüben 12 bis 15, Radieschen 10 bis 15; Kartoffeln 4 bis 5 Mark der Zentner. Vornotizen. — T a geska lender für Samstag: Gesellschaft von Freunden und Förderern der älniversität Gießen: Festsitzung. Vortrag „Die mittelalterliche Kaiserpolitik und der deutsche Osten", von Prof. Dr. Th. Mayer, 17.15 Uhr, Großer Hörsaal der Universität. — Erste Reichs- kurzschrift-Gesellschaft: Vereinsabend. 20.30 Uhr, Stadt Lich. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Tänzerinnen für Südamerika gesucht!" — Tageskalender für Sonntag: Markus-Gemeinde: Gemeindefeier, 14.30 Uhr auf der Hardt. — Paddlergilde Gießen: Sportfest. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Tänzerinnen für Südamerika gesucht!" — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die Intendanz teilt mit, daß sämtliche jetzt ausscheidenden Mitglieder des Ensembles 1930/31 bereits von anderen Bühnen verpflichtet worden sind. Außer den in einer früheren Rotiz schon genannten Künstlern wurden engagiert vom Stadttheater Coblenz Ilse Jahn, vom Stadttheater Frankfurt a. d. Oder Friedrich Zingel, vom Landestheater Schwerin Hilde Schwend, vom Stadttheater Zwickau (Sachsen) Ludwig L i n l m a n n. Bei der heutigen ungünstigen Lage des Arbeitsmarktes und in diesen außerordentlich schwierigen und kritischen Zeiten des Theaters besonders ist das ein sehr wesent- !ld0kf. r Schienen- kommend pum' mhnho! Dusse - )on einer vie!> die M ißen läng- W übergangen A ihl. «WM® inb ein y M Sie Wieder Förderung w® egrüntd W i Nowosibirsk- e amerikan'W 6Ute um 5 um 1 M Mege rti * feg i.3O Uhr- Sfis HS Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 27.Juni 1931. Sommerzauber. Schon fielen die ersten Gräser unter dem Schnitt der Sense. Aus den Wiesen steigt süßer Heugeruch. Aber desto schöner und farbenfroher leuchtet der Waldessaum. Die Welt steht in Blüte. Heiß brennt die Sonne auf die Erde nieder, das Grün schimmert hell, die Vögel fingen laut, und Schmetterlinge gaukeln von Blume zu Blume. Die Getreidefelder sind noch grün. Unabsehbar dehnt sich die Fläche. Ein herrlicher Anblick, ein wo- , gendes Kornfeld! Auf und ab, Welle folgt auf Welle. Das ist ein Schaukeln und Wiegen wie bei einem See. Hier und da leuchten blaue Kornblumen und feuriger Mohn auf. Im Schutz der Halme können sie blühen und gedeihen. König Sommer bereift fein Land bis in die fernsten Grenzen ... Die Linden an der Landstraße blühen. Kaum bemerkt man die unscheinbaren Blüten, aber ein Duft strömt von ihnen aus, daß wir unwillkürlich auf- schauen. Tausende von Bienen umschwärmen die grünen Kronen. Weit, weit blauen die fernen Berge, silbern glänzt das Bächlein drunten im Tal. Ucbcr Wald und Wiesen liegt es wie ein zarter Schleier, Düfte umwehen uns. Die Bögel auf den Bäumen wissen sich kaum zu lassen vor Freude. Schmelzend flötet die Amsel, hell tönt der Drossel Ruf, und die Finken schmettern dazwischen. Hoch oben jubilieren unzählige Lerchen. Die kleinen Sänger mischen sich ein, zart und innig, bald leise zirpend, bald laut lockend, alles in wunderbarem Zusammenklang. Wir setzen uns an den Waldesrand. Auf weichem Moospolfter läßt sich's gut ruhen. Vor uns, hinter uns, überall leuchten SLumenfterne. Es ist doch ein großes Geheimnis um die Blumen, um alle, auch Die unscheinbarsten. Erinnern sie uns nicht an das verlorene Paradies? Duft spendend, in allen Farben erglühend, leicht geneigt oder aufrecht, halb noch in der Knospe oder voll erblüht: Immer find sie schön, die Wald- und Wiesenblumen! Ohne Blumen keine Liebe, ohne Blumen keine Freuden! Wir pflücken bescheiden einige der schönsten und nehmen sie mit als Gruß des schönen Sommers in unser Zimmer. Wenn uns am Morgen schon ein Blumenstrauß auf dem Tisch grüßt, dann hilft das, den Tag gut beginnen. Schwere Wolken müssen weichen, wenn wir Blumen betrachten. Blumen sind Tröster und Herzensvereiniger. Droben am Himmel segeln leichte Sommermplken dahin. Welche Fantasiegestalten drängen sich in 9tm weißen Flaum zusammen! Einmal langsam dahin- aleitend, dann sich wieder zusammenballend zu großen Ungeheuern, einmal kleine silberne Schäfchen, nun auseinanderfließend und sich auflösend! Wenn die Sonne sinkt, überstrahlt sie die Wolken noch einmal mit ihrer goldnen Flut. Nun kommt die Adendstimmung, der Abendfrieden, der uns den Zauber des Sommers so recht fühlen läßt. Die Arbeit ruht überall. Die Gedanken werden eingelullt. Langsam verglühen die letzten Wölkchen. Der Hirn- met wird dunkel, einzelne Sterne erscheinen, kühler weht der Wind. Das stille, gleichmäßige Atmen der Bäume bringt $u uns. Kommt da nicht eine unendliche Sehnsucht über jedesMenschenherz: Hier möchte ich bleiben, hier im Frieden des Sommerabends? tigen Waldriesen. Auch der Waldbach scheint ein^e- schlafen zu sein, nur müde und schläfrig plaudert er weiter. Die Blumen aber senden neuen Duft in die Abendluft. Kein Lärm des Lebens bringt hier zu uns. Einige Nachtfalter taumeln vorüber. Ganz in der Ferne schlägt eine Nachtigall, hell und jauchzend ... Wit. ’Ä'Mtn wu schon 'prwsip bt$ Dir Reidjs n Dvischiaz sie ja hat. Situation A schnelle "nn es nicht "geraten soll, der deutschen er Lasten des Grumte- ,in?. begegnet i. Das gleiche 1 zu, bah die mb zu zahlen- ebits teilweise Summen der der als Frist Aoungplanes ieber Der- iiends bie $e- nb zur Verfü« wirtschaft- finden sollen, inanjierung (!) ' recht oovcrs, noch in (Mang Nummer 599. Sachdienliche Mitteilungen an die Kriminalpolizei erbeten. Verantwortlich für Politik: i. V. Ernst Blumschein' hausen. Er fährt in Stockhausen um 18.18, in Mücke um 18.31 ab und trifft um 18.39 in Grünberg ein. Beide Züge sind zwischen Grünberg und Mücke und Stockhausen und Grünberg für den öffentlichen Ver- kehr freigegeben. ** Land ft ürmer-Zusammenkunft. Die Kameraden des ehemaligen LandsturimInfanterie- Bataillons Friedberg (XVIII 10) treffen sich am Sonntag, 5. Juli, in Bad-Nauheim zur dies- jährigen Zusammenkunft. Für Unterhaltungen mancherlei Art sind Vorbereitungen getroffen so daß auch die diesjährige Zusammenkunft bei allen Teilnehmern in angenehmer Erinnerung bleiben wird. (Siehe heutige Anzeige^ ** Schlachten-Panorarna. Eine interessante kleine Ausstellung wird am morgigen Sonntag, 28. Juni, 11 Uhr. im Studentenheim in Gießen in der Röntgenstraße eröffnet. Es handelt sich um eine möglichst naturgetreue Wiedergabe von Schlachten, und zwar ist in erster Linie die Tankschlacht bei Cambrai (1917) zu sehen. Als Gegenstück zu diesem Kampfbild aus der Reuzeit ist eine Taktikschracht aus der früheren Kriegsgeschichte die Schlacht bei Lerckhen (1757), auf- gestellt. Schließlich ist auch noch eine Episode au8 dem, 70er Kriege, die Erstürmung der Ferme Champenois, durch das 1. Bat. 2. Hess. Inf.-Regts. (später Rr. 116) wieder gegeben. (Räheres in der heutigen Anzeige.) ** Ein Ferienkursus im Schni tt- zeichnen, Zuschneiden, Maßnehmen usw. sin- oet ab 6. Juli d. I. in der Privat-Fachschule für das Damenschneiderinnen-Gewerbe von M. Wick-Wunderlich in Gießen statt. (Rähe- res in der heutigen Anzeige.) Schreiben bä ittion bet in bem um bie ingtn über bie mng ersucht etär Dr.Pün- aktionsDvrsihen- Dort erfolgt, in Reichsregierung gen feiner- teile und durch- chstag burdM- beiten, ‘i bie* jfabinett bereits Pnheiten besaht jortige Prüfung ro^ .2° SSO MMMW iiiiiiiimiiiiim DEUTSCHES ERZEUGNIS 9-Zimmer-WohD. (auch als Wohnung mit Büro-odPrarts- räumen) m.LTrevv- Slufgängen, Zentr.- Heizung u. Warmw, Au vermieten. 4131D Arch. Pb. Nicolaus An der tzohannes- klrcheö lSüdanlage). Part.-Wobnuna 6 8imm.,alö Praxts- oder Lüroräume au vernneten. Beste Ge- schäftöl. Schr. Ang. u. 03740 an d. GH. Anz. ."» Zimmer mit Beranda n.Die le in schön, bester Vage vermietbar. Schristl. Angebote unt. 03752 an den Gieh. Anz. Schubcrtttr. 10 II. ist eine s,°«v Hiim-WiM mit Bad und Warm- wasserbeizg. ver fof. oder spater au verm. 3täh.Lichcr Str.av. 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Leistungsoerzeichnisse können im Bureau des Herrn Architekten Hamann in Gießen, Bergstraße 11 p, in Empfang genommen werden. Zeichnungen und statische Berechnungen liegen daselbst zur Einsichtnahme aus. Die Oeffnung der verschlossenen und mit Anschrift und Titelbeschriftung versehenen Angebote findet am Montag, dem 13. 3uli 1931, vormittags 10 Uhr. im Sitzungszimmer der Bezirkssparkasse Gießen statt. Der die Oberleitung führende Architekt wird am Freitag, dem 3.3uli 1931, zur Beantwortung etwaiger Fragen und zur Auskunftserteilung in Gießen anwesend fein. Gießen, den 25. Juni 1931. Der Vorstand der Bezirkssparkasse Gießen. Z a ch e i s. Lohholzversteigerung. Mittwoch den 1.3uli 1931, vormittags 10 Uhr anfangend werden im Gasthaus „Zum Bahnhof" folgende Mengen Holz öffentlich verkauft: 4173V 6990 Stück Lohwellen 550 Stück Baumstützen. Brandoberndorf, den 23. Juni 1931. Der Bürgermeister: Stahl. Garagen n. Mozimmer zu vermieten. ,1390 Näh. 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Das Heer hatte lick vollkommen von der Niederlage erholt, alle Weit sprach von Revanche. General V o u l a n - g e r entfaltete seine deutschseindliche chauvinistische Tätigkeit. Wie anders steht Deutschland zwölf Jahre nach seinem Frieden" da. Die Liquidation des Krieges, welche 1883 in Frankreich längst beendet war, ist bei uns immer noch im Fluh. 1873 war die Kriegsentschädigung Frankreichs an Deutschland beendet. Bei uns tritt die Reparationsfrage nur in ein anderes Stadium. Die Wirtschaft liegt darnieder. Frankreich hatte 1871 Elsah-Lvthringen verloren und hatte den Verlust 1883 längst wirtschaftlich verschmerzt. Rur das politische Ressentiment blieb. Deutschland leidet an seinen Grenzen aber immer noch, die Wirt- schastsumstellung aus ein kleineres Deutschland ist längst nicht beendet, wenn sie überhaupt möglich ist. Obwohl Frankreich die- Riederlage von 1870 glänzend überdauerte, und sich von seinen materiellen Verlusten nicht nur überraschend erholte, sondern sogar seine Großmachtstellung bedeutend verstärkte, hat seine Riederlage jenes Gefühl ausgelöst, welches unter dem Ramen Revanche bekannt ist, und welches wahrhaftig kein Gefühl blieb, sondern haßerfüllte Tat wurde.Was denkt sich aber die französische Politik von einem Deutschland, das auch den materiellen Verlust nicht verschmerzen lann? Die ^Bedrohung Frankreichs durch Deutschland" wird von jener Politik behauptet, die in Frankreich ununterbrochen von der Sicherheit des Landes redet' und aus dieser These wird die gigantischste Rüstungspolitik befürwortet, welche Europa gesehen hat. In der Tat wäre selbst das friedliebendste Volk in dem gedemütig- ten Zustande, wie es Deutschland durch die Schuld Frankreich ist. eine Bedrohung seines Rachbarn! Aus diesem Grunde hat einst Cato im römischen Senat während der Jahrzehnte nach der Schlacht von Zama ununterbrochen die völlige Vernichtung Corthagos gefordert. Unb die Römer haben Carthago wirklich im Jahre 146 vor Christus, 60 Jahre nach der Schlacht von Zama, vernichtet. Aber ein Volk von 60 Millionen ist mehr als eine Stadt und ist nicht zu vernichten. Deutschland wäre auch 1919 nicht vernichtet worden, selbst wenn es die Friedensbedingungen nicht angenommen hätte, obwohl Clemenceau die völlige Vernichtung Deutschlands forderte. Erinnern wir uns der Dinge von 1919. Als die Fricdensbcdingungen der Entente in Deutschland bekannt wurden, gab es zwei Ansichten, auch in den Regierungskreisen selbst. Die einen waren gegen die Annahme: dazu gehörten Brockdorff-Ranhau, Scheidemann, Landsberg. Brockdorff-Ranhau sagte' ..Die deutschen Delegierten würden sich an den Interessen gerade der deutschen Arbeiterklasse schwer versündigen, wenn sie Bedingungen unterschrieben, die nichts anderes als verewigte Hungersnot und Arbeitslosigkeit bedeuten" (25. Mai 1919). Brockdorff-Ranhau weigerte sich denn auch, den Friedensvertrag zu unterschreiben. Die andere Meinung war die, daß es nötig sei, zu unter- schr eiben. Besonders Erzberger verfocht diese Meinung. Man sagte: Die Folgen einer menceau selbst, der dann freilich die Schuld daran der französischen Rachkriegspolitik, in Sonderheit seinen alten Todfeinden P o i n c a r e und B r i a n d zuschrieb: .Leider habe ich die Macht aufgegeben, um Herrn D e s ch a n e l zu erlauben, den Thron Frankreichs zu besteigen. Wie dann die Verhandlungen geführt werden, weih ich nicht — wir haben alles aufgegeben. Daran bin ich nicht schuld." Uni): .Als ich meinen Rücktritt erklärte, hatten wir Elsaß und Lothringen zurückgewonnen. Französische Truppen hielten das linke Rheinufer und dre Brückenköpfe beseht. Polen und Böhmen waren wieder hergestellt, Rumänien und Serbien waren vergrößert. In Marokko waren w«:r die Herren, und unsere Hand lag auf Kamerun. Danach ist M i l t e r a n d zur Regierung gekommen und andere, und der Vertrag ist verdorben worden. Auf alles, was noch zu tun war — auf alles hat man vernichtet. Deutschland sollte abrüsten, man hat ihm Aufschub zugebilligt. Man hat es von unserer Militärkontrolle befreit — und jetzt reorganisiert sich das deutsche Heer - und alle finden das ganz in Ordnung. So ist der Friedensvertrag' zerfeht und zerrissen worden. Ueberall, wo der Friedensvertrag hundert Milliarden sagte, haben.Millerand und seine Rachfolger gesagt, das ist'zu viel. Alles, was ich den Boches entrissen hatte, hat man ihnen Wiederaegeben. Alles, was man zur Sabotierung des Vertrages sagen konnte, hat man gesagt. Briond hat gesagt: Der Friedensvertrag ist wie ein toter Gaul. Die Moral der Geschichte? Im Jahre 1920 war ich achtzig Jahre alt. Das war mein großes Unrecht. Wäre ich zwanzig Jahre jünger gewesen. dann hätten sie sich die Sache zweimal überlegt." So weit Clemenceau Ratürlich hätte auch Clemenceau den Lauf der Dinge nicht verhindert. Das Frieder^sdik- tat von Versailles hemmt die qe - sunde Entwicklung der Welt. Aber die Weltgeschichte wird über es hinweggehen und auch es zermalmen. Ablehnung wären so surchtbar, daß die Ablehnung einem Selbstmord gleichkämr. Als die erste Friedensdelegation aus Versailles zurückkehrtc, wurde in der Rationalversammlung über beide Ansichten hin- und hergestritten. Keine Partei war sich völlig einig. R o s k e erklärte, daß er im Falle einer Friedensablehnung nicht Herr der von linksradikaler Seite für diesen Augenblick angcsagten Revolution werden würde. Schließlich siegten diejenigen, welche für die Unterzeichnung waren. Gustav Bauer trat an die Spitze»der Regierung, welche aber nicht von ihm, sondern von Erzberger beherrscht wurde. Be- kanntlich wurden dann Hermann Müller und Dell nach Versailles gesandt, um zu unterschreiben. Diese Bevollmächtigten sind nicht freiwillig dorthin gegangen: begreiflicherweise hatte niemand den Ehrgeiz, gerade seinen Ramen unter das Dokument zu setzen. (Der in Paris zurückgebliebene deutsche Bevollmächtigte von H a - niel. hatte sich geweigert.) Man weih, ein wie peinlicher Auftritt der Akt der Unterzeichnung für die beiden deutschen Minister war. Im Spiegelsaal des Schlosses von Versailles, wo einst Bismarck das Deutsche Reich hatte ausrufen lassen, wurde mit großer Ausmachunrg das Dokument den zahlreichen Delegierten der verschiedensten Länder unterbreitet. Eine goldene Pa- radeseder war zu diesem Zwecke den Franzosen gestiftet worden. Die deutschen Minister haben begreiflicherweise dieses Stück nicht benutzt, obwohl es ihnen aufgedrängt wurde, sondern ihren Füllfederhalter genommen. Die Folgen der Unterzeichnung sind bekannt. Die Diskussion, was nach einer Ablehnung geschehen wäre, ist unnütz, denn man kann den Lauf der Geschichte nicht zweimal abrollen lassen. Aber eine Vernichtung Deutschlands wäre selbst damals unwahrscheinlich gewesen, auch wohl eine Vernichtung der deutschen Einheit. Heute ist dies völlig ausgeschlossen. Die politische Lage Deutschlands innerhalb Europas verändert sich zwangsläufig. Rienrand hat das klarer erkannt, als Cle- „Uncle Andy“ ist da! Me Andrew W. Mellon ein reicher Mann wurde. Zum Europa-Besuch des amerikanischen Gchatzsekretärs. ^Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Andrew W. Mellon ist einer der hervorragendsten amerikanischen Männer, auf die zur Zeit die ganze Welt blickt. Er traf vor einigen Tagen in Europa als eine Art „Sanitätsrat" ein, um die zerrütteten Finanzen des alten Kontinents sanieren zu helfen. Wer ist Andrew W. Mellon? Wir er- halten hierzu folgenden Bericht unseres Washingtoner H. ^.-Mitarbeiters. D. Red.) Jeden Morgen trifft der Frühaufsteher in den Parkanlagen Washingtons, die das Weiße Haus und 'die Ministergebäude umgeben, einen gepflegten alten Gentleman mit schneeweißem Haar, zierlicher Figur, einem feingeschnittenen Gesicht und dem unvermeidlichen Spazierstock der den Weg von seinem Haus zum Bureau zu Fuß zurücklegl. Trifft er Kinder, so bleibt er oft stehen und unterhält sich mit ihnen. Begegnen ihm Erwachsene oder gar--Presseleute so legt sich über sein Gesicht eine Maske der Abweisung und obwohl er, in jeder Situation, der höflichste Mann der Staaten ist, strömt eine Kühle von ihm aus, die den andern unfehlbar unsicher und verlegen macht. Das ist Andrew W. Mellon, von Amerika „Uncle Andy“ genannt, der Finanzminister der Vereinigten Staaten, der Mann, der seit zehn Jahren beinahe als Autokrat die Einnahmen und Ausgaben Amerikas beherrscht, der, meist im 5) in ter- grunde, der Schöpfer aller Pläne zur Regulierung der Weltkriegsschulden gewesen ist. Der Mann, der kein Auto besitzt und meist zu Fuß läuft, ist nach Rockefeller und Ford einer der reichsten Männer Amerikas. Er ist jetzt nach Europa gekommen, um, wieder bescheiden im Hintergründe, das Finanzgebäude unseres alten Kontinents neu zu fundieren und neu aufzubauen. Ein Journalist traf ihn, einige Tage vor seiner Abreise, früh morgens auf einer Bank in einem Park Washingtons sitzend, eine feiner traditionellen kleinen Zigarren rauchend und damit beschäftigt, — spielenden Hosenmätzen zuzuschauen. Er fragte ihn: „Was werden Sie in Europa tun, Mister Mellon?" „In Europa? — Ich bin müde und fühle mich nicht wohl — werde eine Kur gebrauchen und der Graduierung meines Enkels in Cambridge beiwohnen!" So ist er der Mister Mellon! Wen geht das etwas an, daß der Secysundsiebzigjährige, nachdem er monatlang 16 Stunden am Tage gearbeitet hat, sich zu einer Reise nach Europa anschickt, die ihn vier Wochen lang wieder die Nachtruhe kosten wird? Mellon, einer der zehn Patrizier der Staaten, ist ein Mann — ganz ohne Illusion. Aber er hat eine heilige Begeisterung für den Reichtum, und er ist bis ins Innerste durchdrungen davon, daß die ganze Welt auch heute zu Reichtum gelangen kann, — wenn sie es ebenso macht wie er: arbeiten, sparsam sein, Penny auf Penny legen! Einmal fragte ihn einer seiner Studienkollegen, der eine kleine Sekre- tärfteüunq bei ihm hatte, aber das Recht besaß, den großen Mann zu duzen: „Weshalb spekulierst du niemals, Andy?" — „Weil ich — kein Geld zu verlieren habe!", erwiderte Mellon lächelnd. Nicht nur die Größe, sondern vor allem die Fundiert- beit seines Reichtums ist erstaunlich. Er entstammt der Pittsburger Kohlen- und Stahlariftokratie. Großvater und Vater haben gemäß der Familientradition in ihrem Testament geschrieben: „Bedenke, mein Sohn, daß ich in meinem Leben keinen Tag weniger als zwölf Stunden gearbeitet habe!" — Auch Andrew Mellon wird gemäß der Tradition seiner Familie in seinem Testament dasselbe schreiben können. Als Andy ein elfjähriger Junge mar, wünschte er sich vom Vater zum Geburtstag einen großen Schreibtisch, — „solch einen, wie du in deinem Bureau hast." Der Vater lachte und meinte, der Knirps würde dock gar nicht hinaus reichen. — „Dann werde ich mir Kissen brünier legen!" — „Heißt bas sparsam sein, Andy, ein so teures Möbelstück?" — „Ich werde es dir eben von — meinem späteren Gehalt zurückzahlen", erwiderte kühl der Elfjährige. — „Woher weißt du denn, daß du soviel verdienen wirst?" — „Ich werde mindestens 100 000 Dollar im Jahre verdienen!" Er bekam den Schreibtisch, erledigte mit ungeheurem Ernst seine Schularbeiten daran und hat — heute noch, worauf er mit Stolz hinweift, das Sechs- undfiebzigjährlger dasselbe Möbelstück in seinem Bureau im Schatzamt. e Andrew W. Mellon hat es selbst ein paar Mal gesagt: Er ist entsetzt über diese Welt, in der man spekuliert und mit Sentimentalität Geschäfte macht. „Das ist kein Weg, um zu Wohlstand zu kommen!" Diesen Satz Hot er mehrmals im Parlament, den Zeigefinger warnend erhoben, ausgesprochen. Aber es gehört zu seiner ganzen Lebensanschauung, trotz allen Kopfschüttelns niemals den Kopf — hängen zu lassen und gern jeden Augenblick von vorn anzufangen. Jedoch pflegt er mit dieser Welt, die er nicht besonders hoch achtet, keinerlei Verkehr. Er zieht sich während all seiner Freiheit lieber zu seinen Bildern zurück. Dieser Mann, der für sich selbst sparsamer ist als ein Bureauangestellter, besitzt eine der märchenhaftesten Gemäldegalerien. Rembrandts, Raffaels, Frz. Hals, Dürer, Velasquez bedecken olle Wände eines Schlößchens, tief im Park gelegen, in das sich der einsame Mann immer dann zurückzieht, wenn ihm die Welt wieder einmal zu unvernünftig, zu verschwenderisch und müßiggängerisch erscheint. Ganz wenig Menschen gewährt er Zutritt zu dieser märchenhaften Bildergalerie. Sie ist das Traumland eines alten Mannes, der 40 Jahre lang Industrie- kapitän war und der fett 10 Jahren an der Achse des Weltgetriebes steht. Die Welt der Arbeit muß nüchtern fein. Man kann sich lein .Wunschland erst bann erbauen, wenn man es sich erarbeitet hat. Das ist fein Grunbsatz! Am 3.3uti werden wir mit dem Abdruck einer neuen großen Erzählung in den „$dmilienbldttern* beginnen: Oer Kampf der Tertia von Wilhelm Speyer ist dos ge« lungenste Werk eines feinsinnigen zeit- genöfsischen Schriststellers-eine richtige Sommergeschichte voller Humor und voller Liebe zu Kindern und Tieren. Joseph Joachim. Zum 100. Geburtstage des großen Geigers. Von Privatdozent Or Rudolf Gerber,Gießen. Am 28. Juni ist ein Jahrhundert verflossen, daß Joseph Joachim, jene am meisten Ehrfurcht gebietende Erscheinung unter den Violinmerstern des 19. Jahrhunderts, in Kittsee bei Preß bürg das Licht der Welt erblickt hat. Ein Wunderkind, das mit 7 Jahren schon im Konzertsaal gefeiert wurde. Joseph Joachim. Wir haben uns heute nachgerade schon an solche Phänomene gewöhnt, und wenn auch ähnliche virtuose Begabungen vor hundert Jahren noch zu den Seltenheiten zählten, so wäre dies noch kein Grund, daß wir zu dem Virtuosen Joachim mit einer derartigen Verehrung emporblickten, wie wir dies heute tun. Aber es ist ja nicht allein der unnachahmliche Virtuose, nicht einmal der große Künstler der seine Kunst ganz ausschließlich in den Dienst der Sache stellt, sondern es ist die einzigartige Persönlichkeit, bei der höchstes Künstlertum und lauterstes Menschentum zu einer Harmonie von seltenem Wohlklang verschmelzen. In diesem Sinne ist Joachim, zumal Von dec Warte unseres artistischen Zeitalters aus gesehen, eine durchaus singuläre Erscheinung und wohl wert, daß wir in dankbarer Erinnerung seiner gedenken. Daß das aufstrebende Geigergenie nicht auf die flache Dirtuosenbahn abgeglitten ist, verdankt es großenteils seiner Erziehung bei Joseph Böhm in Wien und vor allem bei Mendelssohn in Leipzig. Böhm führte den Knaben zur Kunst Beethovens, vermittelte ihm die Kenntnis der großen Streichquartette und legte damit den Grund, auf dem der spätere Schöpfer des modernen Streichquartettspiels aufbauen konnte. Und in Leipzig geriet Joachim in die für seine weitere Entwicklung ungemein bedeutungsvolle romantische Bildungsspäre des Mendelssohn-Schumann- kreises: Mendelssohn selbst trug dafür Sorge, daß der Knabe nicht in der Musik unterging, sondern in einen breiten und reichen Kulturboden eingepflanzt wurde, ohne den auch die beste künstlerische Fachbegabung so leicht im Handwerk stecken bleibt. Richt zuletzt von dem Menschen Mendelssohn empfing Joachim die wertvollsten Impulse, die die Bildung seines Charakters in hohem Maße mitbestimmt haben. Daß Joachim seinen Beruf priesterlich auffaßte, daß ihm alle Schattenseiten des Rur-Virtuosentums fremd blieben, daß er bei allen Triumphen, die er feiern konnte, gelassen und schlicht die Person hinter der Sache zurückstellte — das alles verdankt er der Charaktererziehung unter Mendelssohns Führung. So ausgerüstet trat der jugendliche Geiger ins Leben hinaus und errang sich, wo er auch hinkam, unumschränkte Anerkennung. Als Weimaraner Konzertmeister trat er dem Lisztkreis nahe und bereicherte sich an Liszts Beethovenspiel, fühlte sich aber innerlich von der „neudeutschen" Richtung Liszts und Wagners in der Folgezeit mehr und mehr abgestvßen, während er der Brahms- schen Kunst von Herzen zugetan war. Hier empfand er das Gemeinsame mit der ragenden Kunst der klassischen Geister, insbesondere Beethovens, dessen vollendetster Interpret er Zeit seines Lebens gewesen ist. In den Jahren 1853 bis 1868 wirkte er als Königlicher Konzertmeister und „Konzertdirektor" in Hannover, wo er auch (1863) die berühmte Altistin Amalie W e i ß als Gattin heimführte. Ueberaus bezeichnend für seinen nie versiegenden Bildungstrieb ist die Erscheinung, daß sich der berühmte Hoskonzertmeister von Hannover aus zeitweilig an der Göttinger Universität immatrikulieren lieh und fleißig Vorlesungen besuchte. Dieses echt romanttfche Dildungsinter- esse hat Joachim auch in späteren Jahren in unvermindertem Maße betätigt, nachdem er in Berlin zum ersten Direktor der neugegründeten Hochschule für Musik ernannt worden war. Er setzte sich persönlich mit Rachdruck für alte Kunst ein und 6ctonte durch seine aktive Mitarbeit an den Gesamtausgaben der Werke älterer Meister die Bedeutung geschichtlicher Aufklärung für den praktischen Musiker. Der Ruhm des produktiven Künstlers blieb Joachim — zu seinem großen Schmerz — versagt. Als wahrhaft große Ratur hat er resigniert, sobald er auf diesem Gebiete die Schwäche und Unergiebigkeit seiner Begabung mit kritischem Scharfblick erkannt hatte. Gleichwohl darf man auch Joachim einen wirklich schöpferischen Künstler nennen. Schöpferisch war er als Erzieher zur Kunst Bachs und Beethovens. Mit eminentem Stilgefühl drang Joachim zu dem iimerften Kern eines Kunstwerks vor und erschloß, vermöge einer ursprünglich musikalischen Begabung und einer hohen geisttgen Bildung den seelisch-geistigen Gehalt des Kunstwerks im Sinne seines Schöpfers. Diese erzieherische Mission hat. er in erster Linie als Lehrer an der Berliner Hochschule erfüllt, die durch ihn die hohe Schule des Diolinspiels geworden ist. War in der Schumann-Rkendelsivhn-Zeit das Leipziger Konservatorium die Seele der musikalischen Erziehung in Deutschland, so strömten feit 1870 die Musikbeflissenen nach der Reichs- Hauptstadt, wo Joachim, einer der hervorragendsten künstlerischen Paladine des neuen Reiches als Lehrer und Haupt des geigenden Jungdeutschland das Szepter führte. Aber nicht nur als Meister auf seinem Instrument, nicht nur als Wvrtredner einer vertieften geistigen Bildung hat Joachim dem deutschen Mu- fiker die Wege gewiesen und erzieherisch gewirkt. Mit heiligem Ernst war er bestrebt, das Ensemblespiel, vornehmlich in Gestalt des Streichquartetts wieder in stärkerem Maße in die Hausmusik einzubürgern und dabei das Vermächtnis Dee.Hovens in den Mittelpunkt zu stellen. Dem leidenschaftlichen Eifer, mit dem Joachim und seine Quartettgenossen die, von den Romantikern völlig verkannten letzten Quartette Beethovens immer und immer wieder musiziert und in sublimster Durchformung erschlossen haben, ist es zu danken, daß diese monumentalen Aeuherungen des vereinsamten Meisters mehr und mehr an Boden gewannen und dem musikalischen Allgemeinbewußtsein näher gerückt wurden So erkennen wir in Joseph Joachim nicht nur den Großmeister des deutschen Diolinspiels klassischer Prägung, sondern gleichzeitig einen überzeugten und zielsicheren Erzieher zur wahren Kunst. Unter diesem Gesichtspunkt zumal müssen unserer heuttgen Generation, die in so hohem Grade durch musikalische Erziehungsprvbleme gefesselt wird, die künstlerische Gesinnung dieses Mannes und die Reinheit und Lauterkeit seines Menschentumes vorbildlich erscheinen. Besuch bei Zuckmayer. Von Doris von Schoenthan. Wiesmühle, im Juni. Von Salzburg zwanzig Autominuten entfernt liegt Henndorf: friedlichstes Dorf, mit breiter Straße und schmuckem Kirchlein. Die Bauernhäuser sind alt und lieblich wie die Namen ihrer Bewohner. Fräulein Rosina Unoerborben heißt beispielsweise die In- haberin des Spezereigeschäfts, in dem es Kleider, Sensen, unwahrscheinliche „Nippes" und Seifenwaren zu kaufen gibt. Etwas abseits von der Straße, wenige Schritte querfeldein, inmitten hochsommerlicher Wiesen, liegt Earl Zuckmayers „Wiesmühle". Hier verbringt der Dichter mehr als die Hälfte des Jahres. Das Haus, säuberlich abgeputzt und weinbewachsen, war in alter Zeit eine Mühle. Zwei Bäche rauschen durch den Garten, wo zwischen bunten Bauernblumen farbige Glaskugeln leuchten. Zuckmayer steht auf der Wiese, in Lederhose, mit entblößtem Oberkörper und turnt mit „Winnetou". Das ist seine kleine Tochter. Beide jungenhaft ausgelassen, beide mit Augen so blau wie bas Wasser, bas durch ihr Stück Land fließt, passen sie herrlich in diese Gegend hinein. Braucht der „Zuck" Stille und Einsamkeit, geht er hinab an den Wallersee. Dort hat er sich ein Badehaus aus duftendem Tannenholz bauen lassen. Aber Schwimmen und Sonnen, ruhe gibt es für ihn erst nach einigen Morgenstunden Arbeit. In dem kleinen Arbeitszimmer mit den schönen alten Bauernmöbeln, wo im vorigen Jahr „Der Hauptmann von Köpenick" entstanden ist. schafft Zuckmayer schon wieder an einem neuen Bühnen- mert; das er noch diesen Sommer vollenden will. Es wird oft liebevoll vom „Jobs" gesprochen. Ein Freund des Hauses? Ein Henndorfer Bauer? Erst vor dem Essen stellt es sich heraus, daß „Sabs" die blonde, kluge Frau vom Zuck genannt wird. Zum Essen gibt es ganz köstliche Forellen, frisch aus dem Bach geangelt. In diesem Hause, das der „Fröhliche-Weinberg"-Dichter sich mit den ersten (Erträgen dieses Stückes erworben hat, wird gern und gut getrunken. Und fröhlich ist die Stimmung wie die Berge ringsum. Dochschulnacknchten. Amtlich wird die Ernennung des ordentlichen Professors Tr. Kurt Latte von der Universität Basel zum Ordinarius der klassischen Philologie in Göttingen als Rachfolger von E. Fraenkel bestätigt. Latte, der aus Königsberg gebürtig ist, lehrte früher in Münster und Greifswald. leitung und das rührige Streben der JungjNeger mit herzlichen Worten der Anerkennung gewürdigt. 20 Jahre Gießener Verein für Lustfahrt oestürxt "batte. Leider bin ich arm. kann Ihnen Da blieb der andere stehen und hob abwehrend L . 9 / < . ' * r ______ fn attt» ßS'fnfvr Vinn firn nicht so danken, wie ich es gern mochte.' Nachdruck verboten. 23 Fortsetzung. Andrew W. Mellon legt seit 10 Jahren Wert darauf, seinen Etat, bis in die kleinsten Positionen, im Kopfe zu haben. Er trägt stets zwei gespitzte Bleistifte in der Tasche, falls einer abbricht, und ein Drehbleistift wäre nach seiner Ansicht — ein unnötiger Luxus! In dem einzigen Zeitungsartikel, der je von ihm veröffentlicht wurde, stand zu lesen, daß die O r d n u n g erste, allererste Voraussetzung jedes Aufstiegs sei. Er rechnet in dem Staatshaushalt auf den Cent genau und gehört ebenso zu den Ameri- Typisch für ihn: Als es um den Neubau des Schatzamtes ging, widersetzte er sich energisch mit der Begründung: „Amerika hat nicht aenug verdient, um sich so etwas leisten «gu können! tönern, die ihre Milliarden ordnungsgemäß, aber auch ganz genau versteuern ... Ich sprach Andrew W. Mellon wenige Wochen von seiner Abreise nach Europa bei einer Pressekonferenz im Weißen Hause. Europa — so hieß das Thema. Im Verlauf der Unterhaltung meinte Mellon: „Luxus treiben auf Grund eines Vermögens, das man sich erarbeitet hat, — ich habe nichts dagegen! Aber wenn man Luxus treibt, ohne selbst dieses Vermögen erarbeitet zu haben, dann ge- fährdet man — das Vermögen anderer Leute!" Und das ist in Mellons Augen das größte Verbrechen, das es auf der Welt geben kann. So wird Europa in dem „Uncle Andy“ ein gutes Vorbild — aber wohl auch einen strengen Richter finden ... beide Hände, als wolle er eine Gefahr von sich abwehren. Bleich bis in die Lippen war Semjonow, als er mit erlöschender Stimme sagte: ..Nie, niemals ist mir dieser Gedanke gekommen. Lisankas Augen sahen noch scharf, sie war eine durchaus glaubwürdige Person." Verzweifelt rang er die Hände. „Nein, nein, es kann nicht sein, daß sie damals nur bewußtlos gewesen sein konnte. 2lh, diesen einen Trost hatte ich doch, daß ihr Tod sie behübet hätte vor unsäglichen Leiden .... Wie nun, wenn dies alles anders wäre...? Wenn Sibirien ihr Los gewesen wäre, ihr junges Leben langsam ausgelöscht sein könnte in jahrelanger Qual uni) harter Arbeit und Sehnsucht. Furchtbar, furchtbar wäre eine solche Gewißheit. Nehmen Sie »mir nicht den einzigen Trost, den mir Lisanka gab." (Boni ergriff beschwichtigend seinen Arm. „Kommen Sie, die Leute werden aufmerksam auf uns, wie können Sie sich nur dermaßen aufregen. Es war doch lediglich ein Zweifel, der mir kam und den ich aussprach. Natürlich ist däs Zeugnis dieser alten Frau maßgebend, ich bitte Sie, Graf Semjonow, wie konnten Sie meinen Worten ein derartiges Gewicht beilegen." M i dem Flugzeug auf dem Großen Feldberg gelandet. WSN. Frankfurt a. Olt., 26. Juni. Heute nachmittag erfolgte die erste,Flugzeuglandung auf dem Großen Feldberg. Um 15.30 Uhr landete, von Frankfurt kommend, am Drunhildisfelsen der Flieger Eugen Klein direkt vor dem Feldberghaus. Die Landung ist vorzüglich gelungen. Der Abflug erfolgte um 18 Uhr. „Das Dollslied soll wieder unter das Volk!" Diese Losung hatte vor Jahresfrist die Leitung des Deutschen. Sängerbundes der deutschen Sängerschaft ans Herz gehegt, damit diese am gleichen Tage allüberall, in der Heimat und in der Fremde, auf dem ganzen Erdenrund das deutsche Lied erklingen, lassen sollte. Aus der Not unserer Zeit geboren, wurde nach dem Tage der Mutter, nach dem Tage des Buches der Tag des Liedes geschaffen als ein köstliches Mittel zur Verinnerlichung im rasenden „Tempo" der Gegenwart.-Dieser Versuch führte zum vollen Erfolg, zum freudigen Geben und Nehmen unentreihbarer Schätze in inniger Volksgemeinschaft. Zum zweiten Male soll ein Lied-Sonntag, ein rechter Sonnentag, seine seelische Wärme aus- strömen über Großstadtmauern und Dörfer- srieden, über Sangesfveunde und noch Abseitsstehende, über Schwache und Kranke, durch alle deutschen Lande, bis über die Meere, wo deutscher Mutterlaut erflingt. Der Tag des Liedes ist ein Tag für alle; denn unser höchstes Volksgut kennt keine Parteien und Klassengegensätze, keinen Zwiespalt, keine Absonderung, es will alle Dollksgerwssen zu einem einigen Volk zusammenführen. Das deutsche Volkslied ist, wie wir alte, dem deutschen Heimatbvden entwachsen. Wie aus heimatlicher Scholle der frische Waldquell rieselt, so entquillt ihr auch ein unerschöpflicher Dorn von Liedern. Sie alle rufen uns ins Herz: „Heimat, Heimat, ewig liebe!" lind wenn uns in der Fremde das Heimweh überkommt, so finden wir im Liede Trost. „Heimat" ist kein bloßer Begriff, sondern eine Kraft, die jeden stärkt, die unserem Völle zu neuem Aufstieg verhelfen wird, die mit ihren gemütsinnigen Liedern dazw berufen ist, uns gegen das Gift fremder und undeutscher Schlagerweisen zu schützen. Wenn wir zum vorjährigen Liedertage des Minnesängers Walter vvü der (Bogel» Miß Galvestone war ganz unvermittelt abgereist. Ohne ihren Schwarm, welche Tatsache Lady Balymore boshaft (Renate Liskow als brühwarme Neuigkeit servierte, als sie Nenate, eigens um ihr diese Mitteilung zu machen, zu einem Spaziergang abholte. Es ging viel besser mit dem Patienten, so hatte der Arzt jetzt Renate mehr Bewegung und frische Luft verordnet. Lady Balymore fing an, sich zu langweilen, so waren ihr jetzt diese Spaziergänge mit der stillen, vornehmen Frau, die so angenehm zu- hören konnte, wenn andere sprachen, eine .willkommene Abwechslung. (Renate nahm diese Neuigkeit nicht mit der ihr gebührenden Aeberraschung auf, wie es sich eigentlich nach Meinung der Lady gehört hätte. Alle Damen im Hotel hatten doch zwölf gegen eins gewettet, daß Miß Galvestone nicht allein abreisen würde. Was hätte sie sich bei ihrer notorischen Großzügigkeit aus Klatsch und böser Nachrede gemacht? Also mußte doch Semjonow ihr einen Korb gegeben haben, Anglaublich bei seiner mißlichen Lage und der Primitivität seiner Stellung. Oder glaubte er vielleicht, seinen Titel noch vorteilhafter anbringen zu können? Es sähe fast so aus, aber wer sollte wohl aus diesem düsteren Gesellen klug werden? Die beiden Damen waren nach Riva gefahren mit dem Dampfboot. Gingen jetzt auf der Ponale- straße nach der Höhe zu. Die Lady sprach eifrig, alle ihre sonstige Reserve hatte sie verlassen. weide als eines Heroldes deutscher Heimat- und Vaterlandsliebe gedacht haben, so ist jetzt unser Sinnen auf das unsterbliche Schaffen unseres Dichterfürsten 'Wölfgang von Goethe gerichtet. Im kommenden Jahre wird nicht nur ganz Deutschland die 100. Wiederkehr seines Todestages in Andacht und Ehrfurcht begehen, sondern alle Kulturvölker werden diesem GeniuS der Wellliteratur huldigen, und der Deutsche Sängerbund wird sein II.Vundesfest in Frankfurt a.211. 1932 dem Gedächtnis Goethe» weihen. Dieser unerreichte Meister des Wortes und fast übermenschlicher Weisheit, der einen Faust geschaffen, hat seinem Volke auch viele innige Lieder geschenkt, die hundertfach vertont worden fmb. „Sah ein Knab' ein Röslein stehn.. so klingt seine volkstümlichste Weise aus unserer Kinderzeit herauf und -grüßt alle, die sich in seliger Sommerstunde zur Liedgemeinschaft verbunden haben. Vor 160 Jahren hat Goethe als Straßburger Student auf seiner Wanderung' durch das schöne Elsaß im Volke den Kehrreim gefunden: „Röslein, Röslein, Röslein rot, Röslein auf der Heiden". Das Dewuhtfein, daß dieses Elsaß mit seiner .Wunderschönen Stadt" Straßburg für uns jetzt -politisch verloren ist, führt uns zum zweiten Leitgedanken, der unfern Deutschen 'Liedertag durchdringen soll. Er heißt, um mit dem Dichter zu reden: „Der ist in tiefster Seele treu, der die Heimat liebt wie du!" Aus der Heimalliebe wird die Treue zum deutschen Dollstum geboren. Nicht das allein ist der Zweck unseres Tuns, daß wir beglückt unsere deutschen Lieder singen und hören und lieben lernen, nein, wir alle wollen uns auch im Liede zum deutschen Volkstum bekennen! Diese starke Bekenntnistreue lehren uns in herrlicher Weise alle die, welche im Grenzland, in abgerissenen Gebieten ober in weitester Ferne auf deutscher Wacht stehen. Ihnen Daten für Samstag. 27. Juni. Sonnenaufgang 4.11 Uhr. Sonnenuntergang 20.44 Uhr. — Mondaufgang 18.54 Uhr, Monduntergang 1.25 Uhr. 1848: der Schriftsteller Heinrich Zschokke auf 93lu» menhalde (Schweiz) gestorben; — 1856: Joseph Meyer, Gründer des Bioliographischen Instituts in Hildburghausen, gestorben. Taren für Sonntag 28. Juni. Sonnenaufgang 4.11 Uhr, Sonnenuntergang 20.44 Uhr. — Mondaufgang 20.09 Uhr, Monduntergang 1.55 Uhr. ~ 1865: der Dichter Otto Julius Bierbaum zu Grün» berg in Schlesien geboren; — 1914: Erzherzog» Thronfolger Franz Ferdinand von Oesterreich-Este und seine Gemahlin in Serajewo ermordet. — 1919: Unterzeichnung des Vertrages von Versailles. Deutscher Volksliedertag am 28. Juni Vom Wesen des Volksliedes. Signore Boni drückte warm seine Hand. Ein fast väterliches Gefühl zog ihn zu diesem vom Leid gezeichneten Menschen hinüber. Er war ein viel zu guter Menschenkenner, um nicht ein tiefes Mitleid mit diesem zerbrochenen Leben zu fühlen, das ein widriges Geschick aus der Ba'hn geschleudert hatte. Anfähig, sich mit den gegebenen Verhältnissen abzufinden, ein, neues Leben aufzubauen. And auch er sagte jetzt in den Gedanken- gang des anderen hinein, unvermittelt und impulsiv: „Es wurde mir gesagt, daß Miß Galvestone sich stark für Sie interessiert, Herr Graf. Ergreifen Hie die Hand, die sich Ihnen entgegenstreckt, retten Sie sich aus der Brandung des Lebens an ein sonniges, friedliches älfer; Miß Galvestone liebt Sie, den Menschen Semjonow, nicht den Grafen/ „Eben deshalb kann ich dieses Geschenk nicht annehmen, Signore Boni. Was könnte ich ihr als Gegengabe geben? Mein zerbrochenes Leben, meinen Titel, der nur noch ein leerer Schall ist? Ich bin nicht fähig, einer anderen Frau meine Liebe zu geben, diese Fähigkeit hat Tatiana mit ins Grab genommen." „War es Ihre Geliebte oder Ihre Frau, diese Dame auf dem Bilde?" fragte Boni vorsichtig. „Soviel Jugend und Schönheit hat so früh schon ein Grab gefunden?" Aufmerksam hörte er nun die Schilderung jener Vorgänge von Semjonow, die ihm die Gewißheit gebracht, daß Tatiana gestorben sei. Aber als Semjonow geendet und von seinem Vorsatz gesprochen hatte, sobald die Verhältnisse gestatte len, wieder nach Rußland zurückzukehren, schüttelte er abwehrend den Kopf. „Dies wäre Wahnsinn. Don Ihren vom Staat konfiszierten Gütern würden Sie nichts mehr zu erwarten haben, nur in neue Gefahren würden Sie sich stürzen. Ich finde diesen Gedanken wahnsinnig, nehmen Sie mir das nicht übel." Der andere zuckte schweigend die Achseln. „Ich weih, aber ich spiele oft mit diesem Gedanken. Seit Tattana gestorben ist, hänge ich nicht mehr am Leben. Was also liegt an mir ? Nur der Gedanke an eine Verbannung nach Sibirien wäre mir furchtbar, nicht der Gedanke an den Tod." Da fragte der Detektiv mit einem scharfen Blick in Semjonows Gesicht: „Waren diese Zettel der Amme, die sie Ihnen damals in das Gefängnis einschmuggelte, das einzige Zeugnis vom Tode Ihrer Frau Gemahlin? Ich bitte Sie, Graf, auf dieses Zeugnis einer aus der Ferne zusehenden alten Frau hin wäre es doch noch durchaus ungewiß, ob die Gräfin Semjonow wirklich gestorben wäre. Ich wenigstens würde Zweifel darüber hegen." Es war eine sehr stark besuchte Versammlung von Mitgliedern und Freunden des Vereins für Luftfahrt in Gießen, die sich am Donerstag abend im Saale des Flughafengebäudes eingefunden hatte, um in schlichter, der Not der Zeit entsprechender Weise des20jährigenBestehensdesDer- einsfürLuftfahrtinGießenzu gedenken. Der Vereinsoorstand hatte als Inhalt dieser Gedenkstunde einen Lichtbilder- und Filmvor - tragausderGeschichtedesVereins bestimmt und damit eine Entscheidung getroffen, die volle Zustimmung verdiente und auch fand. Der Vereinsvorsitzende, Bankdirektor Grieß- bauer, gab in gut einstündigem, außerordentlich fesselndem Vortrag, den eine große Anzahl Licht- bilder belebte, ein anschauliches Bild von dem Werden und Wirkest des Vereins, das namentlich dem Fliegernachwuchs im Verein lehrhaftes und mahnendes Beispiel für gleiches Zielstreben wie bei den alten Mitgliedern gab. Den älteren Mitgliedern wurden bei diesem Vortrage zahlreiche Erinnerungen an glückliche und erhebende Stunden in den Zeiten vor dem Kriege wachgerufen, auf die Jugend wurde die Begeisterung übertragen, die von Anbeginn der Dereinstätigkeit bei allen Mitgliedern vorhanden war. Mit Genugtuung stellte der Vortragende fest, daß die heutige Fliegerjugend im verein von einem Geiste beseelt fei, der mit Stolz und Freude erfülle. In dem Verein für Luftfahrt, wie im Flugwesen überhaupt, sei die Stelle vorhanden, an der sich die Jugend ohne Ansehen von Stand, Schulbildung und politischer Anschauung in gemeinsamer Tätigkeit in vaterländischem Sinne zusammenfinden könne. Der Vereinsvorstand werde auch für die Folge streng darauf sehen, daß dieser Geist der Kameradschaft bestehen bleibe, der unserem Volke und na- mentlich der Jugend heute notwendiger denn je zuvor sei. Es werde von der Fliegerjugend eiserne Disziplin, freiwillige Unterordnung, restlose Pflichterfüllung und vaterländische Gesinnung gefordert. Nur durch die Erfüllung dieser Forderungen könne unser Volk wieder genesen, Eigenschaften, rote sie uns in Männern wie Lilienthal, Zeppelin, Jmmel» mann Boelke, Richthofen und vielen anderen ent» gcgenleud)ten, die am Fortschritt unseres Flugwesens im Frieden und Krieg mitgearbeitet und den ehrenvollen Tod für das Vaterland gefunden haben. Der Redner schilderte sodann das rege Interesse, das zu Beginn unseres Jahrhunderts auch in Gießen für die Fliegerei bestand, das namentlich durch die erste große Zeppelinfayrt am 4. und 5. August 1908 von Friedrichshafen bis Echterdingen, wo das Luftschiff durch einen tragischen Unfall zugrunde qirg, mächtig belebt wurde und feinen Ausdruck auch darin fand, daß unsere Stadt eine sehr ansehn- liehe Summe als Beitrag zu der Zeppelin-National» spende leistete. Ende 1910 fand dann auf Anregung des Kurhessischen Vereins für Luftfahrt Marburg in Gießen eine Versammlung statt, in der man sich mit der Gründung eines Luftfahrtvereins in Gießen ZrandungdesLebens Vornan von Käte Lindner. (Copyright 1931 by Verlag Alfred Bechthold in Braunschweig.) „Dort liegt es", sagte Mamonow gleichmütig und deutete mit dem Kopf nach einem Bündel hinüber, das in einem Winkel lag. „Alles nahm man mir in F ? :enz ab. Aber der Kerl, der mich auszog, mein e wohl, daß dieses Medaillon« ein Amulett sei, und beachtete es nicht tociter Mit einem Sah war Semjonow auf das Bündel zugestürzt. Da lag obenauf das kleine Schmuckstück, abgegriffen und glänzend lag es in seiner Hand. Tattana hatte es ihm einst im Scherz' um den Hals gelegt und gesagt: „Trage es als Amulett, Saschenka... bei meiner Liebe, es wird dich schützen in Not und Gefahr, denn meine Gebete werden immer um dich fein.“ Boni war an feine Seite getreten. „Zeigen Sie", sagte er, und drückte auf die kleine Feder, die das Schmuckstück zusammenhielt. Ein süßes Frauengesicht lächelte ihnen entgegen, ein Kind an Jahren fast noch muhte die Frau gewesen sein, als das Bildnis gemacht wurde. Ein Stöhnen kam aus Semjonows Brust. Er riß Boni das Medaillon aus der Hand, er druckte seine Lippen auf das Bild, drückte es an seine Brust. „Lassen Sie mir dieses Medaillon", sagte er bann zu Mamonow gewendet. „Ich will Ihnen geben, was ich habe, für dieses Bild." Ein höhnisches Lachen war die Antwort. „Es ist wohl alles, was Ihnen von Ihren einstigen Gütern übriggeblieben ist, Herr Graf", sagte er zynisch. „Großmütig bin ich sonst gerade nicht, aber Sie können es behalten, da es mir doch sowieso von diesem Herrn", er deutete mit dem Kopf nach Boni hinüber, „abgenommen werden wird. And nun bitte ich, dieses Dephör endlich abbrechen zu toollen. Ich bin am Ende meiner Kraft und möchte allein sein." „Das Verhör ist beendet, viel Hoffnung auf eine milde Strafe kann ich Ihnen nicht machen, Signore Mamonow", sagte Boni, „Ihr Sündenregister ist xu reichhaltig. Also kommen Sie, Graf Semjonow. Draußen umfing sie wieder Sonnenschein und die flutende Menschenmenge, die um diese Zeit promenierte. „Wie soll ich Ihnen danken, Signore Boni", sagte Semjonow mit einem tiefen Aufatmen. „Wie ein Traum liegen all' diese Ereignisse der letzten Tage hinter mir. Sie tarnen und retteten mich aus dieser Not, in die mich diese Entdeckung beschäfttgte. Es gelang bann, eine Anzahl Freunde der Luftfahrt in dem Verein für Luftfahrt in Gießen zusammenzuschließen, der sich, wie alle diese Vereine, noch auf dem Gebiete des Ballonsports betätigte, da alle anderen Zweige der Fliegerei damals noch in den Kinderschuhen steckten. Der Redner erinnerte in diesem Zusammenhänge, unter Vorführung von interessanten Lichtbildern, an die Freiballonfahrten, die der Verein veranstaltete, erwähnt dann den Austritt des Gießener Vereins aus dem Verband des Marburger Vereins und den Anschluß an die Großherzoglich Hessische Vereinigung und die Südwestgruppe des DLD. Er rief weiterhin die Erinnerung wach an die verschiedenen flugsportlichen Veranstaltungen, u. a. besonders an den Prinz-Heinrich-Flug im Mai 1913, erwähnte die Anschaffung eines eigenen Freiballons, der bann halb nach Kriegsausbruch an bie Militärverwaltung abgegeben wurde. Sodann gab er ein Bild von den Sorgen und Mühen der Dere»sleitung in der ersten Nachkriegszeit, wo es um die Entscheidung über das fernere Schicksal des Vereins ging. Trotz der zahlreichen Schwierigkeiten jener Zeit entschloß man sich zur Fortführung des Vereins, der sich dann auch für die Aufwärtsentwicklung der Fliegerei in unserer Stadt bei zahlreichen Gelegenheiten sehr wesentlich zum Besten ber Sache betätigen konnte. Der Rebner erinnerte u. a. an bie in Gemeinschaft mit bem 23er» kehrsoerein burchgefährte große Flugveranstaltung im Oktober 1924 auf ben Wiesen hinter bem Gericht an bie Mitarbeit bei ber Lösung ber Flug- Hase nfra ge unb an bie auf reichsten Erfahrungen aufgebaute Mitarbeit bei ber 21 u s g e ft a l» tu n g bes Flughafens, ber Entwicklung bes Segelflugs im Bereiche bes Gießener Luftfahrtvereins unb an bie allgemeine Werbung um das Interesse ber Bevölkerung von Stabt unb Lanb für bie Fliegerei. Die Zahlreichen Lichtbilder, bie ber Rebner zu feinem Vortrage zeigte, waren eine gute Ergänzung zu den interessanten Darlegungen des Vortrags. Anschließend berichtete stuck, med. H. Schmidt, Gießen, in fesselnder Weise über die Segelfliegerei ber 3ugenbfllegergruppe des Vereins. die unter tatkräftiger Führung sich in verhältnismäßig kurzer Zeit sehr gedeihlich entwickelt hat. Er gab einen Ueberblick über die Arbeit von ben be- scheibensten Anfängen bis zu bem heutigen Staube, unb entrollte mit dieser bescheidenen Tatsachenschil- berung ein einbrucksoolles Bild von ber rastlosen, hingebungsvollen unb stets von hohem Jbealismus getragenen Tätigkeit der Gießener Jungflieger. Auch diesen kurzen Vortrag bereicherten eine Anzahl Lichtbilder, bie instruktiv über die Entwicklung des Scgelflugs im allgemeinen unb über die Segelfliegertätigkeit der Gießener Jungflieger im bejon» deren unterrichteten. Bankdirektor Grießbauer bemerkte abschließend, daß das Leben des Vereins für Luftfahrt in „Er brachte Miß Galvestone art das Dampf - boot bei der Abreise, Mademoiselle de Lebrun sah zufällig, wie Graf Semjonow ganz gegen seine sonstige Gewohnheit sehr eindringlich und mit augenscheinlicher Herzlichkeit auf Miß Galvestone einsprach und ihr die Hand mehrmals küßte. Nun werden allerlei Vermutungen an diesen Abschied geknüpft, vielleicht wird doch noch etwas aus der Mariage, und sie wollten nur der Klatschsucht ihrer lieben Mitmenschen ein Ende bereitem Der Direktor erwartete eigentlich eine sofortige Lösung seines Kontraktes, den Semjonow mit dem Savoh- hotel abgeschlossen hat. Nichts ist geschehen. Er kommt seinen Pflichten nach Wie vor nach, ist sehr höflich, aber verschlossener denn je, und wir sind so ftug wie zuvor...“ „Dieser arme Mann..." Renate lächelte mitleidig in das gerötete Gesicht der Engländerin hinein. „Wie sehr bedauere ich ihn, es muh durchaus nicht schön sein, so die Zielscheibe der Neugier und der allgemeinen Krittk zu sein und dem allen nicht aus dem Wege gehen zu können. Ich nehme seiner ganzen Persönlichkeit nach an, daß er absolut nicht in unsere Welt von heute paßt, durchaus unpraktisch wohl Vergangenem nachhängt und so diese vorteilhafte Chance, die sich ihm bot, aus lauter Weltfremdheit und Gleichgültigkeit gegen fein Schicksal vorüber gehen ließ Oder, wie Sie schon vorhin sagten, diese beiden sind sich doch einig, und er folgt Miß Galvestone doch früher oder später über den großen Teich. Nur schade, daß seine Verehrerinnen also nicht hier noch das Endergebnis abwarten durften." „Sie haben eine gute Beobachtungsgabe, gnädige Frau." Die Engländerin blieb stehen und schnappte nach Luft. Der Weg fing an, steiler zu werden. „Aebrigens eine Kateridee von uns, diesen Weg heute zu Fuß machen zu wollen. Aber Sie wollen ja durchaus laufen, um den Ausgleich zu schaffen für die lange Stubenhaft der letzten Wochen, und ich teile Ihre Leidenschaft für Spaziergänge aus anderen Gründen. Finden Sie nicht auch, daß ich während meines Aufenthaltes hier schon Fett angeseht habe? Shoking... eine unliebsame Entdeckung." „Am so besser bekömmlich also dieser Weg", sagte Renate lachend und schritt rascher vorwärts, „bis zum Höhenweg hinauf schleife ich Sie durchaus nicht, Miladh, nur die Wasserfälle wollten wir uns doch ansehen, das ist gar nicht mehr weit. And Sie erzählten eben so interessant, der Weg wird uns durchaus nicht lang werden. Ich erlebte ja leider in den letzten Wochen durchaus nichts Erfreuliches außer der fortschreitenden Genesung meines Mannes. So muh ich Sie also allein die Kosten der Anterhaltung tragen lassen. Kommen Sie, wir wollen Hier ein wenig diese herrliche Aussicht genießen." (Fortsetzung folgt.) Gießen ein Spiegelbild der Entwicklung der beut- .schen Luftfahrt sei. Der Verein habe nie ben Glauben an bie deutsche Luftfahrt unb an die Zukunft unseres Vaterlandes verloren. Ruhig unb systematisch, ohne Ueberftürgung, werbe der Verein im Rahmen ber ihm zur Verfügung stehenben Mittel im Sinne ber Männer weiter arbeiten, bie ihr Wissen unb Können unb ihr Leben für bie Luftfahrt eingesetzt haben. Nur wenn alle lernen, einig zu fein, kleinliche Gebauten zurückzuste11en, alle sich verpflichten, am Aufstieg unseres niebergetretenen Volkes mitzuwirken, nur bann werben wir nicht nur in ber Fliegerei, säubern auch in unserem Vaterlanbe einer befjeren Zukunft entgegeugeheu. Selben Vorträgen würbe verbientermaßeu reicher Beifall gezollt, insbefonbere auch ber in ben Schlußworten bes Vorsitzenbeu zum Ausbruck gekommenen einbringlichen Ermahnung. Erwähnenswert ist noch, baß bem Verein bei seiner ©rünbung 59 Mitglieber beitraten, von benen 7 im Weltkriege gefallen finb. Seit ber ©rünbung bis heute gehören 14 Mitglieber ununterbrochen dem Verein an. Heute zählt ber Verein 80, ferner in ber Jugeubgruppe (Juugflieger) 30 Mitglieber unb in ber Akabemischeu Fliegergruppe 20, insgesamt also 130 Mitglieber. Im weiteren Verlaufe bes Abends wurden noch mehrere Filme aus ber Tätigkeit bes Vereins vorgeführt, ferner durch einige Ansprachen von Vereius- mitgliebern die ausgezeichnete Tätigkeit ber Vereins» Sei getvili^ •r(MM St- ® SE» märe die Wissen vor gar der bedeutsamen W ,W “r uns der fr stärk im -5 deutsches - Dennoch siegt ! Liedertages in i in gemeinsamer ! über die ganze Sporisest r Am kommend I und dem Telän I brücke) ein < I Um 10 Uf)t I ausgetragen. Si I Zweier-Faltboot .• aufbaut Ab 14 I Meisterschaft im r terzweier für ; Same und Her v etafettenwettsah ter von jedem 1 ! und zwei Lchw große Auffahr F Lahnbrücke gepl gen mit dem ; Weiter wird ba i, bie 2hifrid)hmg& fr Übung im Einer | gast gezeigt. Ac , findet eine Lam ; Lahnbrücke statt, ter Mösemühle s lngilde. Aon d ' auch alle ander ■ dem Gelände bei L Zeltstadt mit ben | ist auch eine klein E ken-Faltboote neb ■ Die Aeranstoltr I brücke als auch v I Mgen. Die Pera 8 ter Werbung st I Kanusport bienen Radsport ii , ?as 15Mi(t bnigt der Lahng Start und Ziel j fler irn voraus kc Prers, @ermar W/ar wnen man tv-ed ba auf bi üjwÄSy Ä'r rMen 0^ 8 zahlreich &Qrn haken ° Laichen! U ta 'pN tee kiti» an ^en V* Tpj teeiten Erlist Ni# M M Vertrieb fJISA Slogou&CQ I Chicago | Erhältlich ijnotheken uurogerien Vorsicht in der jetzigen Jahreszeit bei Aufbewahrung von Nahrungsmitteln! Während der warmen Jahreszeit häufen sich die Fälle, daß durch nicht mehr h-ische oder verdorbene Lebensmittel (Ertränkungen verursacht werden. Um Genußmittel-Vorräte auch auf längere Zeit frisch zu erhalten, bedarf es einer ständigen und gleichbleibenden Temperatur von + 4 bis 8 Grad. Innerhalb dieser Temperaturgrenzen tritt keine Vermehrung der Bakterien ein und das Kühlgut kann anderseits bei über 0 Grad nicht gefrieren. Diese richtige Kühlung erzielt man durch den elektro-automatischen „Ate"-Kühlschrank der Firma Alfred Teves, Maschinen- und Armaturenfabrik G. m. b.H., Frankfurt a. TI., Gustavs- burgstraße 2$—27. 4251V Rundfunkprogramm. Sonntag, 28. Juni. 7 Hhr: Don Hamburg: Hafenkonzert. 8.15: Trier: Katholische Morgenfeier. 9.15: Stund« deS Chorgesangs. 11.30: Leipzig: Reichssendung. Kan- täte zum 4. Sonntag nach Trinitatis. 12.15: Paulsrirche Frankfurt a. M: Gedächtnisfeier für den Reichsfreiherrn vom Stein. Rede des Reichs- innenministers Dr. Wirth: „Stein und der Reichsgedanke." Rede des preust. Innenministers Se- bering: „Stein als Reformator Preußens." 13.15: Schallplattenkonzert. 13.50: Zehnminutendienst der Landwirtschaftskammer Wiesbaden. Bericht aus der Maschinenprüfungsstelle am Landwirtschaftlichen Institut der Universität Gießen. 14: Stund« des Landes. 15: Tänze und Weisen aus fremden Ländern. 16.15: Hamburg-Horn: Deutsches Derby. 16.45: Konzert. 18: „Als Intellektueller unterwegs", Dortrag von Josef Schäfer. 18.30: Lebensweisheit in der Ruß - von Dr. Franz Wollner. 18.55: „Spanien", Dortrag von Dr. Hans Hartmann, Elberfeld. 19.30: Anekdoten, erzählt von Theodor Brandt. 19.40: Hänsel und Gretel. Märchcnspiel in drei Bildern. 20.40: Altböhmische Melodien. 21.10: Der Prozeß gegen Schinderhannes. Hörspiel von Curt Elwenspoek. Montag, 29. Juni. 7.30 bis 8.30: Bad Cms: Frühkonzert des Kur- vrchesters. 9.30: Rassau: Gedächtnisfeier für den Reichsfreiherrn vom Stein im Schloß zu Rassau an der Lahn. Ansprache des Reichsministers des Innern. Gedächtnisrede, Staatsminister Dr. Drews. Ansprache des preußischen Ministers des Innern. Ansprache eines Vertreters der Familie des Reichsfreiherrn vom Stein. 11.45: Rheinhalle Koblenz: Jubiläumsfeier des Rheinischen Dereins für Denkmalspflege und Heimatschuh anläßlich seines 25jährigen Bestehens. 12.40: Schallplattenkonzert. 15.50: Auf dem Golfplatz — Mikrophonbericht. 16.30: Bad Ems: Konzert des Kurorchesters. 18.10: „Als deutscher Student in Grenoble", Vortrag von Robert Hain. 18.35: Zur Feier des Freiherrn vom Stein. 19.20: Englischer Sprachunterricht. 19.45: Rach München: Unterhaltungskonzert. 21.15: Abschiedsvorstellung für Carl Ebert: Der Tod des Empe- dokles. Ein Trauerspiel von Friedrich Hölderlin. (Schluß des redaktionellen Teils.) Erweitertes Schöffengericht Gießen. * Gießen, 26. Juni. In der Strafsache wegen der Schlägerei in Ranstadt befand sich unter den heute vernommenen Zeugen auch der andere Diskussionsredner, der damals auf Ansinnen des Dorsitzenden des Bauernbundes gegen die nationalsozialistische Bewegung sprach. Rach seiner Darstellung batten sich die anwesenden Landwirte von Ranstadt sehr darüber aufgeregt, daß in der Versammlung so viel SA-Leute in Uniform erschienen, auch er selbst sei stutzig geworden. Er bestätigt, daß von zahlreichen Zwischenrufen abgesehen, bis zum Schlußwort die Versammlung ohne besondere Störungen verlausen . ist. Alle Redner hätten bis kxchin fcfcc sachlich gesprochen. Als der Angeklagte G. die ihm zugebilligte Redezeit von 15 Minuten etwas überschritten hatte und wiederholt aufgefordert war. Schluß zu machen, wurde er von einem in seiner Rähe stehenden SA.-Mann von der Bühne geschoben. Während des Tumults stand er auf der Bühne in der Rähe des Hauptredners. Rach seiner Erinnerung sah er in der entgegengesetzten Ecke mehrere Mitglieder der Sozialdemokratischen Partei, die mit einer Dank um sich schlugen so ähnlich, wie man mäht. Rach seiner Ansicht wollten sich die betreffenden die SA.-Leute vom Leibe halten. Später sah er den Angeklagten G. in gebückter Haltung blutend durch den Saal eilen. Ein anderer Zeuge bekundet, daß die Rationalsozialisten sich sehr darüber erregt hätten, daß der Angeklagte G. in der Diskussion ihnen vorhielt, sie hätten einen Italiener in ihren Reihen. Dem Zeugen, der auf der Bühne stand, flog ein Stuhlbein, das aus der Mitte des Saales geworfen wurde, an den Kopf und verletzte dabei das eine Auge. Ein weiterer Zeuge hörte den Angeklagten E., der wiederholt zur Ruhe ermahnt wurde, rufen: „Kommt her. wenn ihr etwas wollt." Zwischen diesem Zeugen und einem anderen SA.-Mann warf (3. das Bierglas hindurch, worauf ein in der Rähe sitzender alter Mann einen Schmerzruf ausstieß. Der Kraft- Wagenführer, der G. nach Ranstadt zur Versammlung fuhr, fand hinter Selters einen Mann in bürgerlicher Kleidung jammernd am Straßenrand liegen. Dieser hat ihm erzählt, daß er kurz zuvor von zwei Kommunisten überfallen worden sei. 'Besondere Verletzungen hat der Zeuge nicht bemerkt. Ein Zeuge, der über seine Wahrnehmungen wegen des Gummiknüppels vernommen werden sollte, verweigerte die Aussage, erklärte aber nach Belehrung, daß er bei G. einen Gummiknüppel nicht gesehen habe. Zwecks Klärung der Frage, ob die Tränengas- Pistole, mit der der fragliche Schuh von einem der Angeklagten abgegeben wurde, als Waffe aufzufassen ist, wurde hinsichtlich der Konstruktion dieser Pistole ein Sachverständiger gehört. Darnach ist diese Pistole so primitiv konstruiert, daß sie nur zum Verfeuern von Knall- oder Gaspatronen ohne Durchschlagskraft benutzt werden kann. Rach Vernehmung weiterer Zeugen wird die Verhandlung auf morgen vormittag vertagt. SJl-rifpOlt nlUuntaffl >°!enntnistreue 'eh' ille die, welche im Gebieten oder in Sacht stehen. Ihnen 0-Klass«: 1917-18: 50 Meter, Weitsprung, Kugelstoßen als Einzelkonkurrenz und gleichzeitige Wertung als Dreikampf, 4x50-Meter-Staffel. O-Klasse: 1919 und jüngere: Dreikampf, bestehend aus 50 Meter, Standweitsprung und Dailweitwurf, 4x50-Meter-Staffel. Die Veranstaltung stellt gewissermaßen eine Prüfung der Dereinsarbeit dar. Man wird erkennen könnsn. inwiefern und mit weicher Intensität man sich in den verschiedenen Vereinen mit der ureigensten Aufgabe beschäftigt hat: mit der Ertüchtigung der Jugend. Die Gießener Vereine werden eine kritische Betrachtung nicht zu fürchten brauchen. Die Wettkämpfe, Vorkämpfe und Entscheidungen beginnen um 14 iilhr. Wenn das Wetter einigermaßen das hält, was es heute verspricht, dann dürfte die Veranstaltung einen schönen Verlauf nehmen. Gauturnfest im Turngau Wetterau. Turnverein „Frischauf" Leihgestern. Bei dem am Sonntag statigefundenen Gau- fest des Turngaues Wetterau in Groß-Karben konnte der Tv. „Frischauf" Leihgestern erfolgreich nach Hause kehren. Trotz der starken Beteiligung errang der Turner Karl Velten in der Oberstufe, 12-Kampf, den 1. Sieg, und im 9-Kampf den 2. Sieg. Der Turner R. Rohrbach in der Oberstufe, 12-Kampf, den 4. Sieg, und im 9-Kampf den 5. Sieg. Der Turner Karl Schaum in der Oberstufe, 9-Kampf, den 9. und Wilh. Zöller den 10. Sieg. In der Mittelstufe, 12-Kampf, errang der Turner Richard Schaum den 2. Sieg und im 9-Kampf den 3. Sieg. In der Unterstufe A, 12-Kampf, errang der Turner O. Funk den 2. Sieg. Heinrich Gilbert den 12. Sieg: Walter Wehrum den 16. Sieg: Hans Althaus den 17. Sieg. In der Unter» stufe B, 12-Kampf, errangen die Turner W. Martini den 7. Sieg: K. Wagner den 8. Sieg: Karl Reih den 9. Sieg und O. Müller den 10. Sieg. Ferner wurden durch die Schüler noch sehr gute Preise errungen. Tv. „Gut heil" Watzenborn-Steinberg. Beim Weiturnen konnte der hiesig« Turn- Derein „Gut Heil" die nachfolgenden Siege erringen: Mittelstufe: 12-Kampf: Theo Jung, 5. Sieg, Otto Sommer, 14. «Sieg. Unterstufe A: 12-Kampf: Karl Weih, 3. Sieg, Rudolf Mök- f e T, 4. Sieg, Otto Dem, 6. Sieg, Otto Weiß, 7. Sieg. Turnerinnen: Unterstufe: 10- Kampf: Karoline Ruhl, 2. Sieg, Mariechcn Schmandt, 12. Sieg, Karoline Happel, 17. Sieg. Die Schüler vermochten sich ebenfalls gut zu placieren. Kurze Sportnotizen. Für das Deutsche Turn - und Sportabzeichen findet am Sonntag, 28. Juni, die Prüfung in Gruppe V „Radfahren" statt. Siehe die gestrige Anzeige. Handball im Gau Hessen (O.T.) Am Sonntag trägt die erste Handballmannschaft des Tv. Klein-Li.nden in Lich ein Spiel gegen die erste Mannschaft des Tv. Lich aus. Wie das Spiel enden wird, ist kaum vorauszusehen. Klein-Lindens zweite Mannschaft empfängt auf dem eigenen Platz die zweite Mannschaft des Tv. Lützellinden. Auch die Schülermannschaften beider Vereine stehen sich in Klein-Linden zum Rückspiel gegenüber. Der Ausgang beider Spiele ist ungewiß, da die Mannschaften ziemlich gleich stark fini>. To. Grohen-Linden. Am Sonntag tragen die Schüler und Iugend- mannschast Freundschaftsspiele auf fremdem Platze aus. Während die Schüler einer Einladung des Tv. Hochelheim Folge leisten, spielt die Jugend e an das WV feile de Lebrun sah ganz gegen seine dringlich md mit 4 Miß Golveftone an diesen ioch etwas ms dck ir der Klatscht Adr bereiten. Stt ine s ist gescheh £ KÄS ■SfcBs MZ m sich doch sLs in kW i[er ju g sing ßIi dw' rrid-e WjrjTfJW >rn 'eh-" re LEL ßie ^ÄusentE > -itt raf^r6ie durch' MllÄtmehr L, jjcnis Sportfest der Paddlergilde Gießen. Am kommenden Sonntag findet auf der Lahn und dem Gelände bej der Pulvermühle (Lahnbrücke) ein Sportfest der Paddler statt. Um 10 Uhr wird ein Aufbauwettbewerb ausgetragen. Sieger ist, wer ein Einer- bzw. Zweier-Faltboot am schnellsten und ohne Fehler ausbaut. Ab 14.30 Uhr wird um die Vereins- meisterschaft im Renneiner, Wandereiner, Wanderzweier für Herren und Wanderzweier für Dame und Herr gekämpft. Dann folgt eine Stafettenwettfahrt gegen Kanuclub Wetzlar, bei der von jedem Verein drei Wanderzweier-Doote und zwei Schwimmer starten. Ferner sind eine große Auffahrt und Reigenfahrt an der Lahnbrücke geplant, Kampfspiele, Schwimmübun- gen mit dem Doot, Rettungsschwimmen usw. Weiter wird das sogenannte Eskimotieren, d. h. die Aufrichtungstechnik und die vollendete Kenter- übung im Einer allein und im Zweier mit Fahrgast gezeigt. Rach dem Eintritt der Dunkelheit findet eine Lampion- und Reigenfahrt an der Lahnbrücke statt. Rennstrecke ist die Lahn von der Mösermühle bis zum Bootshaus der Padd- lergilbe. Von dort bis zur Lahnbrücke finden auch alle anderen Veranstaltungen statt. Auf dem Gelände der Pulvermühle wird eine kleine Zeltstadt mit den neuesten Zelten errichtet. Dort ist auch eine kleine Ausstellung aller neuen Mar- kcn-Faltboote nebst Zubehör zu besichtigen. Die Veranstaltungen sind sowohl von der Lahnbrücke als auch vom Ufer aus sehr gut zu verfolgen. Die Veranstaltung soll vor allen Dingen der Werbung für den schönen Faltboot- und Kanusport dienen. (Siehe heutige Anzeige.) Radsport im „Lahngau" (23bK) Das 150 - Kilometer - Zuverlässigkeitsfahren" bringt der Lahngau am kommenden Sonntag mit Start und Ziel in Gießen, Feldschlößchen (Rod- Heimer Straße) rum Austrag. Bei der Gleichwer- -tigkeit der gemeldeten Fahrer ist ein sicherer Sieger im voraus kaum zu bestimmen, jedoch sollten Preis, Germania, Gießen, O s b el t und Keiner, Wetzlar das Ende unter sich ausmachen, von denen man wiederum Preis den Vorzug geben möchte, da ihm die lange Strecke gut liegt. Leichtathletische Gaujugendwettkämpfe auf dem Waldsportplah. Der VfB. hat die Ausrichtung der diesjährigen leichtathletischen Gaujugendwettkämpse übernommen, die am Sonntagnachmittag auf dem Waldsportplah zum Austrag gelangen. Die Jugendlichen aus der nächsten Umgebung werden sich zahlreich daran beteiligen und eine Anzahl Vereine hai>en die Meldungen abgegeben. Reben den Jugendlichen der Spielvereinigung 1900 und des Veranstalters selbst, die beide mit großem Aufgebot teilnehmen werden, siird noch die Jugendlichen des VfL. Wehlar, des Wehlaret .Sportvereins, des VfR. Butzbach, der Sp.-Vgg. Leihgestern, des FC. „Teutonia" Wahenborn- Sieinberg, des FC. Lollar und die ©rünberget beteiligt. Es dürfte bei starker Konkurrenz zu hartnäckigen Kämpfen kommen, wenn auch zu er- "toarten ist. daß die Gießener Jugend die Mehrzahl der Siege an sich reihen wird. Gekämpft wird in drei Klassen. In der A-Klasse wird voraussichtlich die Spielvereinigung 1900 mit dem kesseren Material aufwarten und Punktsieger bleiben, während in der B-Klasse die Jugendlichen des VfB. dominieren dürften. Ausgeschrieben sind folgende Wettbewerbe: A-Klasse: 1913-14: 100, 200, 800 Meter, Hoch- unh Weitsprung. Kugelstoßen, Diskus- und Speerwerfen, 4xl00-Met«r-Staffel. B» Kl affe: 1915-16: 100, 800, Meter, Hoch- svrung, Kugelstoßen, Diskuswerfen, 4X100-Meter- Staffel. deutsche Zunge klingt, alle Brüder und Schwe- stern eines Blutes im Geist di« Hände reichen mit dem ehernen Treuschwur: „Sie sollen es alle wissen, was Deutschland singt und spricht: S:e haben die Länder zerrissen — die Herzen zerreißen sie nicht!" G. L. Strafkammer Gießen. * G i e hen, 26. Juni. DaS Amtsgericht Alsfeld hatte einen Ingenieur wegen Diebstahls zu 100 Mark Geldstrafe verurteilt, weil er ohne Wissen des Eigentümers aus einem still- gelegten Bergwerk Eisenröhren für einige hundert Mark verkauft, abgefahren und das Geld für sich verbraucht hatte. Seine Berufung wurde als unbegründet verworfen. Im Januar 1931 war ein aus Oppenrod kommender Lastkraftwagen in Homberg mit einem aus dem Hofe eines Autoreparaturgeschäftes kommenden Motorradfahrer zusammengestoßen, wobei dieser verletzt wurde. Das Amtsgericht Homberg hatte den Fahrer des Kraftwagens zu 60 Mark Geldstrafe verurteilt, da er bei der gegebenen Sachlage zu schnell und ohne triftigen Grund auf die linke Straßenseite gefahren sei und so den Anfall verschuldet habe, ©eine Berufung war ohne Erfolg. Ein Arbeiter von Friedberg war von seinem Schwiegersohn wegen Diebstahls von Fensterriemen aus Eisenbahnwagen an gezeigt worden. Bei der Haussuchung wurden auch zivei solche Riemen in einem Schrank entdeckt. Der Arbeiter bestritt, sie gestohlen zu haben: sie seien von ihm am Bahndamm gefunden worden. Das Amtsgericht Friedberg verurteilte ihn auf Grund eines Indizienbeweises wegen Rückfalldiebstahls zu drei Monaten Gefängnis. Das Berufungsgericht hielt nach eingehender Beweisaufnahme und mit Rücksicht auf die widorsprechenden Angaben von Schwiegersohn, Tochter und Frau des Angeklagten nicht für völlig einwandfrei Diebstahl für nachgewie'en und erkannte deshalb wegen Fundunterschlagung auf zwei Wochen Gefängnis. als Oberhessen. Landkreis Gießen. Klein-Linden, 26. Juni. Das mehr 20 Jahre geplante Wasserleitunasbauprojeki hat nun. mehr seine Verwirklichung gesunden. Der Hauptanschluß an die Wasserleitung der Stadt Gießen ist bereits vollzogen. Auch die Kanalisationsarbeiten sind im wesentlichen beendet, lediglich die Herstellung einer Kläranlage steht noch aus. * Lollar, 26. Juni. Arn Dienstag fand hier eine Besichtigung der Freiwilligen Feuerwehr und der Werkfeuerwehr der Buderusschen Eisenwerke durch Kreisfeuerwehrinspektor D i ck o r e, Gießen, statt. Rachdem die Geräte besichtigt waren, wurde ein Brandangriff auf drei aneinandergebaute Scheunen durchgeführt. Bereits 6 Minuten nach dem Alarm konnte aus sechs Leitungen, die an die Motorspritze angeschlossen waren, Wasser gegeben werden. Außerdem wurde eine Handdruckspritze in Betrieb gesetzt und ein direkter Anschluß an die Wasserleitung benützt. Die Hebung wurde sehr korrekt ausgeführt und fand alle Anerkennung. Der Hebung wohnten der Bürgermeister, Brandmeister Riedel aus Wetzlar, dem das Feuerlöschwesen sämtlicher Buderusschen Werke untersteht, sowie Brandinspektor Wenzel, Gießen. bei. Im Anschluß an die Hebung fand eine Zusammenkunft statt, bei der die Feuerwehrleute Heinrich Bauer und Heinrich Rain für 40- jährige, und Wilhelm Schmidt für 25jährige Dienstzeit mit Ehrenzeichen bedacht wurden. )( Lich, 25. Juni. Der am Mittwochabend von der evangelischen Gemeinde veranstaltete gut be- suchte Vortragsabend trug eine besondere Note. Frl. Lisa R e y e r berichtete von dem tragischen Schicksal der amenischen Christen und der Arbeit der deutschen Orientmission unter Dr. L e p- f i u 5. Der Vortrag wurde durch einen Film des Armenischen Hilfswerks ergänzt, der interessante Bilder aus den Waisenhäusern und Flüchtlingslagern in Palästina, Syrien und Griechenland brachte. Der Vortrag hinterließ einen tiefen Ein- druck. Mit dem Vortrag war eine kleine Ausstellung von Hand- und Silberarbeiten der syrischen Frauen und Waisenkinder verbunden. Der Reinertrag des Abends in Höhe von 62 Mark kam der Orientmission zugute. Kreis Friedberg. XX Butzbach, 26.Juni. Das am hiesigen Bahnhof gelegene bekannte Hotel „Deutsches Haus" ist zum Preise von 40 000 Mark an einen Fachhotelier aus München verkauft worden. Kreis Schotten. * Aus dem Vogelsberge, 26. Juni. Die Heuernte verspricht trotz des späten Frühjahres eine Rekordernte zu werden. Trotzdem wurde auf Grasversteigerckbgen bis zu 25 Mark für den Morgen erlöst Der Handel mit frischem Heu kommt nur sehr langsam in Gang. Für süßes Heu werden 1,20 Mark, für saures 80 Pf. geboten. * Rainrod, 26. Juni. Nachdem vor einiger Zeit in der Gemarkung Eschenrod Wildschweine festgestellt wurden, bemerkte man nun auch hier im Forstorte „Hansrod" Spuren ihrer Anwesenheit. Die Jagdpächter sind eifrig bemüht, die Schwarz, kitte! zur Strecke zu bringen. * Eichelsdorf, 25. Juni. Im Chore unserer Kirche, dessen Bodenbelag zum Zwecke der Hausschwammbekämpfung entfernt wurde, fand man eine Anzahl Grab st eine aus dem 17. und 18. Jahrhundert, die wohl seit 1808 als Fußboden gedient haben. Die künstlerisch wertvollen, nur leicht beschädigten Steine ergänzen das erst 1697 angelegte älteste Kirchenbuch der Pfarrei Eichelsdorf und enthalten wertvolle Angaben zur Familiengeschichte einer Anzahl Eichelsdorfer und Oder-Schmittener Familien (Götz, Würz, Uhl, Freymann u. a.). Es wäre zu wünschen, daß die Steine nicht wieder ihrer seitherigen Bestimmung zugeführt würden, sondern an einer geschützten Stelle an der Kirche oder Kirchhofsmauer Aufstellung fänden. Kreis Alsfeld. X!X VonderoberenOhm,25.Juni. Wäh- rend der letzten Tage wurden im Wasser der oberen Ohm verschiedentlich tote Forellen gesehen. Da Wassermangel der Anlaß des Fischsterbens nicht sein kann, ist man sich nicht im Klaren, worauf der Tod der Fische zurückzuführen sein könnte. Aehnliche Vorfälle sind bisher nur sehr selten in Erscheinung getreten. Preußen. Kreis Biedenkopf. T Waldgirmes, 25.Juni. Die Heuernte ist beendet. Das Ergebnis ist sehr gut. Trotzdem wurden bei der Gemeindegrasversteigerung je 6 Ar 20 bis 24 Mark erlöst. — Die Firma L. Klaas erweitert ihre Zigarrenfabrik um einen Saal für 60 Arbeiter. m Dutenhofen gegen die Jugend des bortigen Turnvereins. Arbeiter-Turn- und Sportbund Zum nachträglichen Serienspiel empfängt Klein- Linden I. am kommenden Sonntag die erste Mannschaft von Launsbach. Zwei gleichwertige Gegner werden sich hier gegenüberstehen, von denen der glücklichere Sieger bleiben wird. Wetzlar I. Hai die I. Mannschaft von Lich zum Freundschaftsspiel verpflichtet und wird wohl den Gästen die Riederlag« nicht erspart sein lassen. Hausen I. ist in Kinzenbach zu Gast und die Mannschaft wird sich sehr anstrengen müssen, wenn sie eine Riederlage vermeiden will. Rodheim I. hat sich Leun I. verpflichtet und dürfte den Sieger stellen. Gießen II. sollte in Wißmar gegen di« dortige I. Mannschaft Sieger bleiben. Treis I. und Waldgirmes I. stehen sich in Treis gleichwertig gegenüber. Hungen l. hat sich Annerod I. -um Freundschaftsspiel verpflichtet und hat dabei die.besseren Aussichten. Beuern Jugend und Gießen Jugend stehen sich in Beuern gegenüber. Die Gäste dürsten Sieger bleiben. Auch Heuchelheim Jugend sollte gegen die Jugend von Fellingshausen in Front bleiben. Rödgen II. steht in Wieseck einer kombinierten Jugend von Wieseck gegenüber. bn Heimat, un- °jetzt unser wen unsere- ’oetfje gerichtet. M^t nur gmz c seines >t begehen, son« diesem Veniu- 1 ^nde,. Juni. LSSLj len Nh'Ä 3unj. Sy8 20.44 Untergang ,n,.Herzog. Dersaillez. hat der rheinische Dichter Arnst Scherenberg den bedeutsamen Spruch geprägt: „Rings umdräut in wilder Welle uns der fremden Völker Drang — stärk im Kampf uns, Himmelsquelle; deutsches Wort und deutscher Sang!" Dennoch liegt der tiefste Sinn des Deutschen LiedertageS in dem erhabenen Bewußtsein, daß in gemeinsamer Feierstunde das deutsche Lied über die ganze Erde geht, daß sich, soweit die Deutsches Gelehrter gewinnt Eiweiß aus Kohle? Professor Dr. Wilhelm G l u u d machte bei der Generalversammlung der Gesellschaft für Kohle- tecknik die aufsehenerregende Mitteilung, daß es ihm gelungen fei, Eiweiß aus Kohle zu gewinnen. Wenn diese Mitteilung sich bewahrheiten sollte so wäre die Wissenschaft und die Nährmittelindustrie vor ganz neue Tatsachen gestellt. ulMdl Sah Maaenbeschwerden Möbelhaus Rud. Leisler Neuenweg 2 3 42590 Gegründet 1886 Fernruf Nr. 3537 Aeu&erst günstiges Angebot Schlafzimmer echt Eiche mit Nußbaum, einschl. 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Aach Eintritt der Dunkelheit Nur die Kunststopierei die heißen Tage Himbeersaft Erdbeersaft Kirschsaft Zitronade Orangeade Apfelwein Mineralwasser Ausstellung von Schlachten-Panoramen im Studentenheim zu Gießen vom 28. Juni bis 5. Juli 1931. I. Die Tankschlacht bei Cambral am 17. Rov. 1917. II. Die Schlacht bei Lentben am 5. Dez. 1757. III. Die Erstürmung der Ferme Champenois durch bas 1. Baiail. 2. Hess, dnf.-yieg. «spät. Nr. 116). 03684 Episode ans der Schlacht bei Gravelotte J. B. 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Zweier, Stafettenwettfahrt gegen Kanuclub Wehlar, Vorführung von Kenterübungen, Eskimolieren ufw. Auffahrt und Kampfspiele. Rennstrecke: Mösers Mühle-Bootshaus der Paddlergilde Bitte fordern Sie Angebot von unserer General -Vertretung: LlndnerAnhänger-Vertrieh Inh.: Fritz Keunecke, Frankfurt a. M. Schneidhainerstr. 13 Fernsprecher 76746 _______________________________________________________________4236 V verbunden mit dem 4. Reitertag des Hessischen LandJucendUnndes, ab unter Milwirkung ber Reichswehr von Hofgeismar . und ber SlaiKvereiue Gießen und Hanau. Die Rei erabzetchen in Bronze unb Silber können erworben werben. Es finden statt: BielseiligkeiisorüNtnaen, Abieilungsreiten, Reilervrüfung, Eignungsprüfung ländlicher Gespanne, Ärbeils- gesvanne im Oekonomiewagen, Jagdspringen, Jagd nnt Auslauf, Trabreiten für Kaltblüter, Dressurprüfung und Jugendrennen, Schaunummern der Reichswehr. Samstag abend 8' ? Ubr: Begrüßungsabend im Gaithauö „Zur Traube", verbunden mit Siandartenweihe der Reitergruppe Hungen. Sonntag nachm. 1 Uhr: Aufstellung deS Festzuges,- abends 8' 2 llbr: Preisverteilung und Tanz im „Darmstädter Hof". Die Musik wird ausgeführt von der Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr ß-riebberq. — Die verehrt. Emwobnerschaft von Hungen wird Höll, gebeten, zu unserem Reit- und Fahriurnier ine Häuser zu schmücken und zu beflaggen. Es labet ein 4264V Die Tnrnierleitwng. Robert Schmidt, 1. 23orf. von M. Wick ^Wunderlich Gießen / Seltersweg 81 I Auf vielseitigen Wunfch findet ab 6. Juli 1931 ein Ferienkurfus im Schnittzeichnen, Zufchneiden, Maßnehmen ufw. zu ermäßigten Preifen statt. 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Denken Sie an Onkel Mollis und an seinen guten Kauf, wenn Sie sich eine Spindelpresse zulegen wollen. Kommen Sie auC£ £UuUns Bnu sucJj£n Sie,®i,ch eine d,eser Pressen bei uns aus. Was Sic für Systeme auch haben wollen, Häuser fuhrt sie alle. y Gottfried Lindner Aktien-Gesellschaft Ammendorfh. Halle a.d. Saale Gegründet 1823 Ei lang' S-T „®a j'antf ft-uc In 8auj kM btr Meld Bertrich ov Quellen aus ling laß Hauses, das soll, und d sichtigen G FlüllK'!- ossenstchtl'^ bis zum J Wihbegierd ein herrliche fragen: Be! üßintlcr ha Der f'remi Ls ist der hi (fr bat eine von Neuenal Magnesia |d er bann wei lingsgespräck Seife gar r osel wie । fchiedenheii sonderen Re losen heilw niemals jen mindestens das ewige lpielsweise dem Schlan fein wird, a Sodener 6] Es ift nicht fdjmafbad), i ging. Auch Krönchen, dl für mich zu hört. Jndess wäre beim fchen als dil immer auf hinauslaufe Bertricher i Kissinger R Aber ich sei er mit eine fort: „daß Kohlensäure Zunge nicht die nach Wa angelegenflit brunnen in entzückt gern weltbekannte Es schien selber angene jetzt sein in baltenes uni Cchnupstuch I bartlosen M Wasser", fuhr solche Hochgei auch Nicht zu Wmhein c 6111)1, währ« iarchsetzten T "echen auch d Allerdings r »ollem Recht I len Quellen v und die Legg etwas aus der E feinem N der Aßi N nur von Wein", kichert Neg kühlen >st wegen Lithium ytrlrant al Hellen, bei b garste aller ^gegeben, nu ,Qn' ^deg Kin ^fochbarte Rl Monblung m mi Ne SUr Nr. H8 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen) Samstag, 21. Juni (93| Wandern und Reisen • Bäder und Sommerfrischen. Rheinisches Bäderbukett. Don Herbert Eulenberg. Eulenberg, am Rhein geboren und seit langem dort ansässig, hat zu der bei R. Piper & Co. in München erscheinenden Sammlung „Was nicht im Baedeker fteht" einen amüsanten Band über das „Rheinland" beige» steuert. In Bad Bertrich lernte ich einen sonderbaren Kauz kennen. Bertrich ist ein winziger Badeort in einem prachtvollen Waldtalkessel an einem Nebenbach der Mosel gelegen, dicht bei Alf, dem alten gemütlichen Moselweinnest. „Das milde Karlsbad" wird Bertrich ob der Wirkung feiner warmen salzigen Quellen auf die unteren Organe der Menschheit auch genannt. Der mir zunächst noch unbekannte.Sonderling saß wie ich unter den Baumen des alten Kurhauses, das noch ein trierischer Kurfürst erbaut haben soll, und schlürfte aus einem milchweißen undurchsichtigen ©las eine mir infolgedessen unerklärbare Flüssigkeit. Da er dieses aber mit einem solchen offensichtlichen Wohlbehagen tat, das sich mehrfach bis zum Augenoerdrehen steigerte, so siegte meine Wißbcgierde über meine Zurückhaltung: „Sicherlich ein herrlicher Tropfen, den Sie da trinken! Darf ich fragen: Berncasteier Doktor oder Bacharacher oder Winkler Hasensprung?" Der fremde Herr lächelte: „Wo denken Sie hin! Es ist der hiesige Säuerling, den ich da zu mir nehme. Er hat eine prachtvolle Blume, ähnlich dem Wasser von Neuenahr, das aber etwas mehr nach Natron und Magnesia schmeckt. Ich begreife gar nicht" — holte er dann weiter aus, wie einer, der auf seinen Lieblingsgesprächsgegenstand gebracht worden ist — „begreife gar nicht, warum sich die Leute hier an der Mosel wie am Rhein immer soviel über die Verschiedenheit der Weine unterhalten, lieber den besonderen Reiz und die Eigentümlichkeit all der zahllosen Heilwässcr, die hier sprudeln, hört man fast niemals jemand plaudern. Dabei wäre dies doch mindestens ebenso wissenswert und beachtlich wie das ewige Weingespräch. Dieses Getränk hier bei» pielsweise schwankt in seinem Geschmack zwischen )em Schlangenbader Wasser, das, wie Ihnen bekannt ein wird, auch warm aus der Erde kommt, und dem Sodener Sprudel aus dem dortigen Warmbrunnen. Es ist nicht so eisenhaltig wie die Quellen in Sangen« schwalbach, deren Genuß mir lange Zeit über alles ging. Auch ist es nicht so milde wie das Emser Kränchen, das mit seinem zarten Kochsalzgeschmack für mich zu den feinsten Köstlichkeiten auf Erden gehört. Indessen in seinen Wirkungen — und was wäre beim Wassergenuß beachtenswerter zu erforschen als diele, die nach dem einfältigen Weintrinken immer auf das gleiche, nämlich auf Kopfschmerzen hinauslaufen — also in seinen Wirkungen hält dieser Bertricher Heiltrank ungefähr die Mitte zwischen dem Kissinger Nakoczy und der Nauheimer Karlsquette. Aber ich sehe an Ihrem bezweifelnden Gesicht" fuhr er mit einem gütigen Ausdruck in feinem Gesicht fort: „daß Sie noch mehr' zu den Freunden der Kohlensäure gehören und daher meine weichere Zunge nicht recht verstehen. Ich kann Ihnen dann die nach Wald duftenden klaren Taunusquellen nicht angelegentlich genug empfehlen. Der Champagnerbrunnen in Soden, von dem Richard Wagner schon entzückt gewesen ist, prickelt fast mit der Starke des weltbekannten Selterswassers." Es schien ihn die Erinnerung an dies Gewässer selber angenehm in der Nase zu jucken. Denn er zog jetzt sein in Form einer amerikanischen Flagge gehaltenes und wie das Sternenbanner bemaltes Schnupftuch hervor, um sich damit die Nase und den bartlosen Mund abzuwischen. „Die Schwalbacher Wasser", fuhr er. hingerissen bei der Erinnerung an solche Hochgenüsse, fort, „haben, wie der übrigens auch nicht zu verachtende Clever Säuerling, der am Niederrhein quillt, einen leichten Beigeschmack nach Stahl, während Homburg einen mehr mit Salz durchsetzten Tropfen hervorbringt. Ganz feine Nasen riechen auch das leichte Iodaroma bei ihm hindurch. Neuerdings rühmt man nach meiner Meinung mit vollem Recht die erst in unferm Jahrhundert erbosten Quellen von Salzig bei St. Goar, die Barbara« und die Leonorenquelle, die an Wohlgeschmack das etwas aus der Mode gekommene Godesberger Wasser mit seinem salzsäuerlichen Zusatz noch übertreffen. Auch der Aßmannshäuser — ich rede selbstverständlich nur von dem dortigen Wasser, nicht von seinem Wein", kicherte er und stärkte sich mit einem Schluck seines kühlen Nektars: „Auch das Aßmannshäuser also ist wegen seines silbrigen Kieselgeschmacks und seines Lithiumgehalts nicht zu verachten. Ein wahrer Göttertrank aber ist das Wasser der Kreuznacher Quellen, bei dem man das Radium, dies seltenste, kostbarste aller Elemente, herauszuspüren vermeint. Zugegeben, man merkt ihm auch zum Teil die Sole an. Jedes Kindlein weiß ja, daß Kreuznach wie das benachbarte Münster am Stein Stammsitze der Heil- behandlung mit Sole und Mutterlauge sind. Ader wer sich in den eindringlichen Genuß jener Nahewässer vertieft, der wird immer neue Schönheiten an ihm entdecken, wie der Kenner des Naheweins sie an diesem von ihm verehrten würzigen Rebensaft findet, der es allerdings mit dem dortigen Wasser nicht im entferntesten aufnehmen kann. — Mißver- stehen Sie mich nicht, mein Herr!" unterbrach der Wasserfreund hier seine Ausführungen, und ein leichtes Prickeln wie von einer Prise Schnupftabak zog infolge des letzten Schlucks durch feine Nase. „Ich will die Kreuznacher Heilwässer nicht auf Kosten der anderen Zaubertränke preisen. Das Bukett eines Emser Kränchens, dem der alte Kaiser von seinem siebenzigsten bis in sein neunzigstes Lebensjahr allsommerlich zugesprochen hat, wie das Brausen eines spritzigen Trunks aus einer Taunusquelle, sie sind ebenso etwas Eigenes und Einzigartiges. Ueberhaupt sind die Geschmäcker, was das Wasser angeht, min- heftens so verschieden und abgestuft wie beim Wein. Kenne ich doch manche ausgepichte Wasserkehlen, die den heißen Quellen von Aachen trotz ihres starken rassigen Schwefelgeschmacks den Vorzug vor allen andern Lebenssäften geben. Wobei ich von mir aus sagen muß, daß mir wiederum das nicht ganz so schwefelhaltige Burtscheider Tränklein noch besser mundet. Es ist etwas wärmer als das Aachener Wasser, aber es schmeckt infolgedessen nicht so stark nach Schwefel, da er bei ihm mehr verdunstet ist. Aber es hat so einen charaktervollen Nachgeschmack. Natürlich sind die blauklaren Wasser am Rhein und im Taunus, wenn sie auch weniger Körper haben, süffiger als der ßcbensbaljam Aachens, der ja auch mehr für Kranke als für Gesunde hervorsprudelt." Der Wasserschwärmer mußte wohl das Zucken um meine Mundwinkel gesehen haben, das ich vollführte, als er von seinen Wassersorten nicht anders sprach, wie ein Weintrinker von seinen bevorzugten Lieblingen. Denn er hielt in seinen Lobpreisungen plötzlich inne. Betrachtete mich und meine Züge scharf, wobei er insbesondere' meine Nase in Augenschein nahin und auf ihre Farbe hin prüfte, ob sie nicht jenen veilchenfarbenen Glanz trüge, der sich als Niederschlag eines allzu häufigen und innigen Umgangs mit den Gaben des Bacchus an diesem vorgeschobenen Erker unseres Gesichtes am ehesten sichtbar macht. Und er wurde erst wieder lebhaft, als ich ihm für seine Belehrungen dankte und bescheiden gestand, daß ich bisher überhaupt noch nicht gewußt hätte, daß Wasser einen besonderen Geschmack hätte. „Laie!" sagte er da nur achselzuckend: „Ich hoffe noch den Tag zu erleben1 wo man Wasserkarten wie Weinkarten auflegen unb wo eine Rundreise durch die rheinischen Heilbäder mit daran anschließendem Wassergenuß, der niemals wie Weinproben böse Folgen und Katzenjammer verursachen kann, zu den höchsten Genüssen auf Erden gerechnet werden wird." Gonneniage im Berner Oberland. Ein Kenenbummel durch die Alpenwelt. Don Alfred Knaup. Die verschwenderische Obstblüte in diesem schönheitbegnadeten Landstrich ist schon dahin, dennoch sind das üppige Wiesenland und die stolze, harte Gletscherpracht ein überwältigender Eindruck. Wieder bewahrheitet sich das alte Wort: Das Wasser ist das Auge der Landschaft. Nie sind die Berge so schön, als wenn an ihrem Fuß der klare Spiegel eines Bergsees erglänzt. Unendlich vielfältig find die Stimmungen eines solchen Gewässers, und immer ist es von eigenem Reiz, ob es sonnenbeglänzt friedlich sich dehnt oder wenn ein Wetter es aufrührt. Arn schönsten aber ist der Thuner See, wenn der nächtliche Himmel sein Angesicht darin spiegelt und Mond und Sterne uns aus seiner Tiefe entgegenleuchten. In Sommernächten wenn an den tiefgrünen Ufern Myriaden von Glühwürmchen tanzen, wird man ergriffen von der bezwingenden Schönheit dieser Erde. Der Thuner See wird als Schlüssel zum Berner Oberland bezeichnet und mit Recht. Von allen Seiten locken die Sehenswürdigkeiten des Berner Oberlandes, und ihrer sind so viele, daß die kargen Ferienwochen eigentlich nicht ausreichen, sie alle zu genießen. Besonders gefährlich ist es in diesem Punkt für den, der sich erst einmal in D ä r (i g e n mit seinem wunderbaren Strandbad festgesetzt hat. Hier hat die Jugend ihren Tummelplatz; in den Bergseen kann man wunderbar schwimmen und sich im Wasser tummeln. Es besteht ein friedlicher Wettkampf zwischen Därligen am Thuner See und B ö n i g e n am Brienzer See, das ganz in der Nähe von Interlaken liegt. Es ist belustigend, eine Unterhaltung zwischen Besuchern dieser beiden Bergbadeorte anzuhören; jeder erkennt dem seinen die Krone zu. Eins fteht fest: daß man an beiden Orten im Laufe der Wochen zu einer richtigen Talschleiche wird. Was will man denn mehr: die Berge sehen einem in seinen See. Wenn man mit starken Stößen bas Wasser teilt, hat man rings um sich die herrliche Landschaft, wenn man im Boot über den See rudert, genießt man das prächtige Panorama der umgebenden Bergwelt, — kein Wunder, daß die Sehnsucht, dort mühselig, schwitzend, hinaufzukrareln von Tag zu Tag abnimmt. Ganz zuletzt, freilich, wenn man immer feiner Faulheit und dem Behagen diefer Babetage nachgegeben hat, nackt einen ber Reifekater: hier war man in ber Wunderwelt bes Berner Ober» lanbes, unb hat alles nur von unten gesehen. Unb es steigt boch so etwas wie Reib hoch, wenn man ben Erzählungen ber Kühnen zuhört, bie bie Berge nach allen Richtungen burchstreist haben unb zu berichten wissen, wie es von bort oben aussieht, wie vor allem auf ber Höhe ber großen Scheibegg der grandiose Fernblick sich bietet. Da liegt im Tal das Gletscherdorf Grindel- wald, da ragen die drei Erhabenen: Mönch, Eiger, Jungfrau. Wem von ihnen gebührt der Preis? Wir wissen es nicht. Wir staunen unb verstummen in Bemunberung. Wie mag es in früheren Zeiten gewesen fein, wenn jemanb unvorbereitet in biefe Wunderwelt hineintrat? Damals, *ls es noch keine Postkarten von allen Gegenden gab, die uns doch ganz unwillkürlich mit dem Anblick, der uns erwartet, schon vorher vertraut machen? Unb vor allem hat ber Film bazu geholfen, uns bie Wunder- welt ber Berge nahe zu bringen. Gerabe bie Filme aus bem Berner Dberlanb haben uns den Wechsel zwischen Blütenpracht unb Eisesstarre erleben lassen, von ihnen kennen wir ben Bergfrühling, kennen bie weichen Matten im Sommer unb bie herben Reize ber winterlichen Lanbschast. Wie schön ist es, bas alles vorahnenb erleben zu können, wieviel genußreicher aber boch, an Ort und Stelle zu fein unb es leibhaftig und lebendig vor sich zu sehen und diese Luft zu atmen, die edelstes Getränk ist, gebraut von der Sonne, gewirbelt vom Winde, gewürzt von den herb duftenden Bergkräutern, deren Namen- wir kaum kennen, und deren leuchtende Farben und schöne Formen uns entzücken. Almenrausch und Alpenrosen, Enzian und Gen- tianen, Kohlröserl und Edelweiß, und dazu die Menge der Berganemonen unb Steinpflanzen, — wir stehen berounbernb vor biefer Fülle pflanzlichen Lebens, bas aus bem Gestein ber Berge, aus bem Grün ber Matten hervorbricht angepaßt ber Eigenart bes Bebens. Wir möchten Botaniker fein, uni all biefe Pflanzen zu kennen, uns als Wiffenbe an ihnen zu freuen. Im nächsten Augenblick aber bebauern wir schon, baß unsere Kenntnisse in ber Geologie so schwach finb, — hier kann man Gesteinskunde treiben. Ja, es ist schon so: Man kann sich elf Monate bes Jahres auf feine Reife in bie Berge vorbereiten, man arbeitet bie Touren aus, man stellt bie Fahrpläne zusammen, man beschäftigt sich mit ben Kunst- schätzen ber Kirchen unb Museen, bie man sehen wirb, man lieft über Pflanzen- unb Tierleben unb interessiert sich für bas Gestein ber Gegend, die man aufsuchen will. Wenn man sich so vorbereitet hat. wirb man ben vielfachen Genuß unb einen ganz starken Nachklang bes Erlebten haben. Wanderfahrten. Gießen — Annerod — Jerneroalb — Oppenrod — Großen-Vuseck. Zu dieser Wanderung benutzen wir vorerst die gelbe Strichmarkierung, die am Alten Friedhof beginnt. Sie führt uns zunächst den Alten Schiffen- berger Weg entlang unb nach kurzer Zeit links über bie Licher Straße zur Wannschneise unb auf biefer weiter aufwärts über bie Hohe Warte, an ber Stelle, wo früher ber Aussichtsturm ftanb, vorüber nach Annerob, bas wir ganz burchfchreiten. Kurz vor ben letzten Häusern geht bas Zeichen links burch ein schmales Gäßchen, unb hierauf auf einem Felbweg hinüber zum Fernewald, der sich durch seine Ruhe unb Einsamkeit auszeichnet. Wir verlassen jetzt unser seitheriges Zeichen unb folgen blauen Punkten. Nach gut halbstündiger Wanberung zweigt nach rechts ein Weg ab, ber uns, nunmehr ohne Zeichen, alsbald nach Oppenrod mit guten Unterkunftsmöglichkeiten bringt. Von hier gehen wir einen breiten Weg zur Grünberger Straße, überschreiten diese unb gelangen auf einem Felbweg nach insgesamt 4%ftünbiger Wanbersahrt nach unserem Enbziel Großen Buseck. Ulrichstein — Sieben Ahorn — Canbgrafenborn — Taufstein — hoherodskopf — Schotten. Diese feine Vogelsbergwanberung führt uns an nahezu alle heroorragenben Punkte unseres heimatlichen Gebirges. Mit bem Frühzug fahren wir nach Mücke, benutzen von hier bas Postauto, bas uns in rascher Fahrt nach dem 600 m hoch gelegenen Ulrichstein bringt. Hier besteigen wir zunächst den Schlotz- berg, um bie herrliche, weitumsassenbe Fernsicht zu genießen, unb folgen bann roten Strichen, bie uns auf stillen Waldpfaden nach geraumer Zeit zu den Sieben Ahorn leiten. Bald darauf erreichen wir den idyllisch gelegenen fianbgrafenborn. lieber bie Golbwiese, bie mit seltenen Gebirgspslanzen hebest ist, kommen wir sodann auf bie Obcrwald- straße unb auf biefer weiter zum Taufstein, dessen Turm schon von weitem sichtbar ist. Nachdem wir die prächtige Aussicht vom Turm genossen Haden, gelangen wir alsbald zum Hoherodskopf, wo wir uns im Klubhause bes VHC. bei guter Verpflegung erholen. Zum 'Hbfticg wählen wir grüne Ringe über Breungeshain unb Michelbach nach unserem Enbziel Schotten. Dauer ber Wanderung 4!5 Stunden. „Alsfelder Hütte" auf der Herchenhainer Höhe. * Herchenhain, 26. Juni. Auf bem SH- gelänbe ber Herchenhainer Hohe hat ber Skiklub 211 s f c l b eine Untcrfunfts» Hütte nach alpinem Vorbild erstellt, die im Sommer und im Winter Gäste aufzunehmen bereit fein soll. Am 4. und 5. Juli fall die Hütte eingeweiht werden. Mit Schneewasser aus dem vergangenen Winter, gefüllt in einen silbernen Pokal, soll die Hütte getauft werden. Diesen Pokal stiftet der 2(ls- felber Skiklub bem Siegerverein in der 5X100- Meter-Staffel, bie neben einer Reihe anberer Wettkämpfe bei bem Bergfest anläßlich ber Einweihung ber Hütte gelaufen werben soll. Gleichzeitig mit biefer Einweihungsfeier finbet ein Sommertreffen bes Stigaucs Vogelsberg statt. In ber Nacht zum 5. Juli wirb auf der Herchenhainer Hohe ein großes Feuer über den Vogelsberg leuchten. $ünf Wochen politischer Burgfrieden in Hessen. Ferien für die Polizei. Aus Darmstadt wird berichtet: Während früher die öffentliche Versammlungstätigkeit der politischen Parteien und Verbände während der Sommermonate wesentlich nachzulassen pflegte, ist sie in diesem Jahre nicht im mindesten zurück- gegangen; im Gegenteil. Unbekümmert um die heiße Jahreszeit folgt Versammlung auf Versammlung, Aufmarsch auf Aufmarsch der politischen Organisationen aller Richtungen. Schon rüstet man für die bevorstehenden Landtagswahlen im Herbst, die, wenn nicht alle trügen, alle bisherigen Wahlkämpfe an Heftigkeit überbieten werden. Seit Mitte August vorigen Jahres anläßlich der Reichstagswahlkämpfe lebt die Bevölkerung in einem Zustand dauernder polisischer Erregung. Die Polizei ist seitdem überhaupt nicht mehr zur Ruhe gekommen. Ohne Unterbrechung mußte sie einen aufreibenden Dienst versehen, der anläßlich der ständigen Zuspitzung des Parteikampfes und der vielfach vorgekommenen schweren Ausschreitungen, die äußersten Anforderungen an die physischen Spannkräfte der Beamten stellen. Angesichts dieser Tatsache ist der Innenminister zu der Erkenntnis gekommen, daß ein solcher Zustand auf die Dauer unerträglich und im Hinblick auf die kommenden Landtagswahlen, die der Polizei neue schwere Arbeit bringen, für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ord- nung auch gefährlich ist. Er hat deshalb angeordnet, daß in der Zeit vom 6, Juli bis 9. August d. I. einschließlich die politische Ve rs a m m lu ng s t ä t i g kei t vorübergehend einzuschränken ist, um der bereits eingetretenen Ueberlastung der Beamtenschaft Einhalt zu gebieten und der Polizei eine Zeitlang Ferien von dieser besonderen Anspannung zu geben. In diesen fünf Monaten sollen keine öffentlichen politischen Versammlungen in geschlossenen Räumen und unter freiem Himmel (Versammlungen, Aufzüge, Aufmärsche, Kundgebungen usw.) stattfinden. Man darf annehmen, daß dieser Burgfrieden während der Sommermonate von der Mehrheit der Bevölkerung sympathisch ausgenommen wird. In der Tat bedürfen, wie es in der Verfügung des Innenministers heißt, Polizei und Bevölkerung dringend der Ausspannung, und auch den Parteien dürfte eine Atempause in Gestalt eines politischen Sommerurlaubs durch eine solche vorübergehende Einschränkung der öffentlichen Verfammlungstätigkeit nicht ganz unerwünscht fein, zumal ihnen die Möglichkeit der Mitgliederversammlungen bleibt. Darum Ferien für Polizei, Bevölkerung und Parteien! Schloß-Cafe Marburg Mittwoch: 5-Uhr-Tanz-Tee 3572 D Inh. Carl Spangenberg - Schönste Aussicht Marburgs Täglich ab 15.30 Uhr: Konzert D ienst.Don nerst.Son nab. u.Sonnt. :Tanz-Abend Bewährte Heilquellen / Schöner alter Park Preiswerte Pauschalkuren Auskunft: Hessische Badedirektion Sommerkur für 3563V DWI Nervenkranke und Nervös-Erschöpfte Spezialknranstalt Holheim Im Taunus bei Frankfurt a. M. — Prospekte durch » San.-Bai Dr. M. Sdmtze-Kahleyss. Dartnncinin Spessart von Heigenbrücken I rdrivlIMBiil Knmension und Hotel RIETZ wundervolle Lage inmitten großer Tannenwälder, herrliche Waldspazlergflnge mit Idyll. Ruheplätzen, reizende Fremdenzimmer, fließ. Wasser, prima Verpfleg. Mk 4.50 bis 5.— bei vier Mahlzeiten, Bäder i. Hause, Badegelegenheit i. d. 10 Min. entfernten Lohr/Main. Autoballe. Tel. Frammersbach 35. 3248 V Ittfitneoet Hevrenbevg Linie Stuttgart-Freudenstadt, berrl.Buch.- u.Tannenw^Schtoßberganl^vrachtv. Aussicht v. alten Ratn, d. schönst. Punkt Württembergs. Mod. Freibad, 30000 qm groß, mit SOMtr.Schwimmbassin. 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LieferungSgesellschaft. 10 Licht und Kraft......io Felten & Guilleaume .... 6*/z Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen .... 9 Rheinische Elektrizität .... 9 SchuckcnSCo.......n Siemens S HalSke.....14 Lahmeyer L Eo.......12 Buderus..........4 Deutsche Erdöl.......5 Gelsenkirchener.......g Harpener..........0 Hoesch Eisen.........6 Ilse Bergbau.......10 Klöcknerwerke........6 Köln-Neuessen.......ey, Mannesmann-Röhren .... 6 ManSselder Bergbau.....O Oberschlei. KokSwerke .... 8 Phonir Bergbau......4% Rheinische Braunkohlen... 10 Rheinstahl.........e 52 53 49.5 106 103,75 113 102,25 102,5 145,75 98,5 110 117,75 74 113 107,75 131,5 163 114 71,25 75 61,25 148 54 68,25 30 52,25 163,5 80 55 104 113 102,25 144,75 99 115 119,75 113,75 130,5 163 45 70,4 74 70 51,75 78,5 52,25 102 52,75 49,25 106,5 102,75 112,5 101,75 102 143 95,9 69,5 112,5 115,25 73 109,4 109 128,5 159 110 44 69,65 71,25 60 53,25 148,5 57,75 59,9 67,5 29,5 68,75 49,75 160 76,5 52 104,5 55 50,5 107 104 112,5 102,4 103,5 145 98,25 70 116 119,4 74,75 213,75 131,5 163,9 46,75 70,5 73,75 64 54,75 151,5 57 70,25 31 70,5 51,75 163,5 78,9 Rtebccl Montan......7,2 Bereinigte Stahlwerke .... 4 Otavi Minen......16’/, Kaliwerke AscherSIeben . . . 10 Kaliwerke Westeregeln ... 10 Kaliwerke Ealzdclsurth ... 16 I. G. Farben-Jndustrie ... 12 Verein, chem. Industrie Frankfurt a. M........... Schetdcanstalt.......10 Goldschmidt.........O Rütgerswerke........6 Metallgelellschast..... . 5 Philipp Holzmann......8 Zementwerk Heidelberg.... 7 Eemcntwerk Karlstadt.....7 Waysi & Freytag......O Schultheis Patzenhofer ... 15 Aku «Allgemeine Kunstseide) 0 Bemberg......... 0 Zellstoss Waldhof.....12 Zellstoff Aichasfenburg ... 6 Dessauer Gas........9 Daimler Motoren......O Deutsche Linoleum.....5 Orensiein & Koppel.....O Leonhard Tietz.......8 Svenöka.........15 Chade............ Frankfurter Maschinen . . . . 0 Gritzner..........O Mainkrastwerke Höchst a.M.. . 6 Süddeutscher Zucker .... 10 49,5 134 136,75 210 141 50,5 128,5 43 45 60,5 81 58,5 85 26,75 84 96 72 70 27,5 67 95 238 251 11,5 33 63 113 24 136 213 141 51 128 44 60,5 81 84,5 94,5 75 70 257 47,4 23,5 128,75 133,25 206 138 41,25 44,75 60,75 80 25 135 80,75 92,25 73 67 123,5 26,5 65 41,5 94,5 240 246,75 11 33 111 48,9 24 132,5 137 212 141 43,5 45,25 ü 139 84,25 96,75 75 126,5 27 68,5 42,75 91 249 256 26. Juni 27. Juni Amtliche Notierung Dries Amtliche Notierung Geld | Dries Helstngfor» . Wien.... Prag . . . Budapest. . Sofia . . . Holland . . Oslo.... Kopenhagen. Stockholm . London. . . Buenos Aires Neuyork . . Brüssel. . . Italien. . . Pari« . . . Schweiz . . Spanten . . Danzig. . . Japan . . . Rio de Jan.. Jugoslawien. Lissabon . . 10,591 59,15 12,467 73.43 3,049 169,38 112,69 112,71 112,86 20,475 1,331 4,209 58,61 22,04 16,473 81,56 39,86 81,86 2,081 0,321 7,448 18,61 10,611 59,27 12,487 73,53 3,055 169,72 112,91 112,93 113,08 20,515 1,335 4,217 58,73 22,08 16,513 81,72 39,94 82,02 2,085 0,323 7,462 18,65 10,591 59,165 12,472 73,43 3,049 169,38 112,69 112,72 112,86 20,475 1,344 4,209 58,61 22,04 16,473 81,41 39,76 81,86 2,078 0,321 7,436 18,61 10,611 59.285 12,492 73,57 3,055 169,72 112,91 112.94 113,08 20,515 1,348 4,217 58,73 22,08 16,513 81,57 39,84 82,0z 2,082 0,323 7,450 18,65 Samstag, den 27. 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Ueberwachg. und Ermittlungen preiSw.. streng dtskr. u. an all. Orlen ert. u. erledigt Detektiv- Bnreaa-n. Auskunftei Inh.K.Gerz,Bad-Nau- beim, Kurstr. 17. 108 Paris, 2^ haben die ai rikanifche Innenminislei Schatzsekretär Iotschaster S pal, von 1 naturlassiert oder farbig, bestehend anS 1 modernen Küchenbüfett, z. T. mit ftüblftbrnnf, alle Böden und Schubkasten mit K. Linoleum belegt, ferner 1 Anrichte, 1 Tifch mit Linoleum und 2 Stühlen SodenaI. Zimmer mit Pens, (liefe. Wasser, schöne Lage, 2 Minnt. vom Walde von NM. 4.50 Anerk. gute Verpfl. Alex.Zengeler 03683 Anl der Weide 16. Todes-Anzeige. Heute nacht 2% Uhr verschied plötzlich und unerwartet unsere liebe, gute, treusorgende Mutter Fran KatharineBalser Wwe., geb. Reuter im Alter von 55 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen.- Margarete Balser nebst Geschwistern und allen Angehörigen. Rödgen, den 26. Juni 1931. Die Beerdigung findet Sonntag, den 28. Juni, 2y2 Uhr nachmittags, statt. DANKSAGUXG. Für die überaus zahlreichen und herzlichen Be" weise der Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben, unvergeßlichen Sohnes, Bruders, Bräutigams ‘ und Schwagers Herrn Karl Mer, Elektromeister sagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten sowie für die vielen Kranz- und Blumenspenden auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Insbesondere danken wir dem Herrn Pfarrer Andres für die trostreichen Worte am Grabe unseres teueren Entschlafenen, ferner dem Schützenverein Allendorf, der Firma Brinkmann. Gießen, sowie deren Monteuren und Angestellten. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Heinrich Zinßer. Allendorf a. d. Ldan Darmstadt, Frankfurt a. Main. Der verehrten Kundschaft zur Kenntnis, daß das elektrotechnische Geschäft im Sinne des Verstorbenen von dessen Angehörigen unter Mitwirkung der Firma Ing. Heinr. Brinkmann, Gießen, weiter- Mine ver Wagen Mk. 4.50 frei ans Haus. 4177D MWelMser Fernsprecher 2313. EtwasAußergewöhnliches Wir haben verschiedene Schlafzimmer, Bettstellen, Kleiderschränke, Waschtische, Nachtschränke, Stühle sowie verschiedene Einzelmöbel, welche durch den Transport oder im Schaufenster oder auf Lager leicht beschädigt wurden, zum Teil zur Hälfte des seitherigen Preises abzugeben Lieferung frei Haus Chaiselongues in gut. Verarbeitung, mit schönen mod. Bezügen, in eig. Werk- qq statt bcrgcstcllt, RM. 58,-, 45,-, 39,-, u2,- Sofas und Diwans in gut. Vcrarb., mit eleg. Bezüg.,(Sobelin ob.Mokett, in eig. «n Werkstatt bergest., RM. 95,-, 80,-, 72,-, üU,- Wollmatratzen (3 Teile u. Kovikeil) mit gutem cchtfarb. Drell in vielen Far ben 9Q RM.48,-,35,-, A3,- . bis 8 Uhr vormittags. Auf dem Rindviehmarkt wird sämtliches Vieh gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. §l°Nez ist , ll.°>h°t si Tess x D°ru)ät mb bie h’31 f«bine 5bhcl°nt v-irb h?Ql*et SS«? NW Bekanntmachung. Der nächste viehmarkl in Gießen findet statt: 4228C Dienstag den 30. 3uni 1931, Rindoieh- (Nutzvieh-) TUarkt; Mittwoch, den 1. Juli 1931, Schweinemarkt. Auftriebszeit an beiden Markttagen von Waschtische in allen Farben, mit einfachem und Spie- qq gelauffatz..........RM. 66,—, 58,—, 45,—, u“, Wäsche-u.Kleiderschränke ein- od. zweitürig, inGoldbirke, weife, qq eeg rün od. nufeb. Iatf.,68,-, 56,-, 45.-, UU,“ 1 Schlafzimmer in Birke oder Mahagoni, lackiert oder in Eiche geritzt, bestehend ans 1 drcitiirigen Klciderfchrank mit Glastürc, Innen viegel und seidenen (Sardinen, 2 Bettstellen, zwei Rachtschränfen mit (Slasvlattcn, 1 Waschtisch mit Sviegclaussatz nnd l Hand- QßQ tuchhalter. zusammen uur RM. Matratzen Marktstraße 29 __4195 A Auf alle übrigen Waren lOi Rabatt 105 Auf alle übrigen Waren KERabatttOi zusammen RM. 280,—, 225,— , 195,— , 145, Kurzgeschnittenes inmachholz liefen-, 1490D Damplsägewerk Lollar B. Nubn, A. G. 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Für die Feldbereinigung Annerod sollen auf dem Rathaus zu Annerod verschiedene Grabenarbeiten, zu 2800 RM. veranschlagt, in einzelnen Losen vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen auf der Hessischen Bürgermeisterei offen, wohin die Angebote verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, postfrei bis zum Eröffnungstermin am Donnerslag, dem 2. Juli 1931, vormittags 8% Ufer, einzureichen find. Zuschlagsfrist drei Wochen, freie Auswahl bleibt vorbehalten. 4263D Gießen, den 26. Juni 1931. Hessisches Kulturbauamt Gießen. H. Steinbach, Regierungsbaurat. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Wieseck für Rj. 1931 liegt von Montag, den 29. d. 2Ti., eine Woche lang auf hiesiger Bürgermeisterei zur Einsicht offen. Der Gemeinderat hat die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärke'c Wieseck, den 26. Juni 1931. Hessische Bürgermeisterei Wieseck. S ch o m b e r. Der Voranschlag der Gemeinde Oden- hausen für Rj. 1931 liegt vom Dienstag, dem 30. Juni, bis einschließlich Montag, den 6. Juli, auf unserem Amtszimmer zur Einsichtnahme offen. 4274D Die Erhebung einer Umlage, zu der auch die Ausmärker beizutraqen haben, ist beschlossen. Odenhausen, den 27. Juni 1931. Hessische Bürgermeisterei Odenhausen. Nachtigall. Nerven I. RM. I. RM. I. RM. Marktplatz. 4258V verdanken ihren gesunden, tiefe Schlaf und ihr haben: ler En