Mittwoch, 26. August 1931 181. Jahrgang Nr. 198 Erster Blatt GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Vrvck und Verlag: vrLhl'fche Uiiverfttüts-Vuch' tmö Stetiömderet H. £ai$t tu Stetzeu. Sd)rtftlettimg und Seschästrftelle: Schulftratze 7. ÄHnapet oen Injeioei für die lagtsnummer bi» zum Nachmittag vorher. Prell für 1 mm Höhe für Anzeige« von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichrpfennig: für Re« hlameanjeigen von 70 mne Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20'. mehr. (Tbefrebahtcur. Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Üanat; für Feuilleton Dr H.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Vlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in ©leben. Erlcheini lüglich.outz« Sonntags und feiertags BtflHei: Ott Illustriert, Siebener FamilienblLtt« hetmai hn Bitt Die Scholle Ronati'Bejngspret«: 2.20 Reichsmark und 30 Beidjipfenntg für Träge» lohn, auch bei Vichter» scheinen einzelner Bummer« Infolge höherer Gewalt Äer«fpred)enfd)l8R< ■nter5ammelnummer2251. Anlchnft für vrahtnach. richten Anzeiger Oleste«. potfdferftonto: graulte ri o* Main 11688. Die neue Regierung der nationalen Konzentration in England. Das Ende der Krisis. - Das neue Kabinett bereits gebildet. - Ramsay Macdonald erneut Premierminister. - Der Konservative Baldwin Führer der Regierungsparteien im Unterhaus. Das dritte Kabinett Macdonald. Conbon. 25. Aug. (TU.) Ministerpräsident Macdonald war den ganzen lag über zusammen mit valdwin und Sir herber! Samuel mil der Ausarbeifung der neuen fiabi- n e (t • 11 ff e beschäftigt. Lr begab sich um 17.25 Uhr zum vuckinghampatast, um dem König die inzwischen scrtiggcsteUte Liste zur Bestätigung zu unterbreiten. Ein ft ronrat ist für Mittwoch vormittag elnberufcn worden, auf dem die üml»- Übergabe an die neuen Minister stattfinden wird. Der König wird voraussichtlich am Mitt- wo (habend ober Donnerstag morgen nach seinem schottischen Schloß Balmoral zurückkehren. Um 18.30 Uhr wurde die neue Ministerliste amtlich be- kannlgegeben. Da» Kabine!! seh! sich solgender- mahen zusammen. Premierminister und Erster Lord des Schatzes: Macdonald (Arbeiterpartei), Schahkanzler: Snowden (Arbeiterpartei), Cord-Präsident de» Geheimen Staatsrate»: Bulb- re i n (Konservativ), Staatsfefretär be» Auswärtigen: Lorb Reading ^Liberal), Minister für ble Dominien unb für ble Kolonien: Thomas (Arbeiterpartei), Corb-Grohkonzler: Lorb Sankey (Arbeiterpartei), Staatssekretär de» Innern: Sir Herbert Samuel (Clberal), Minister für Dnbien: Sir Samuel Hoare (Kon- servaNv), Gesunbheltsmlnlster: Neville Ehamberiain (Konservativ), hanbelsminister: Sir Philippe Cunliffe-Clffet (Konservativ), £us!sahrlmlnlster. Lord Amu! ree (Arbeiterp.), Erster Lorb der Admiralität: SirAuftenLham- b e r I a I n (Konservativ), Staatssekretär für Schottland: Sir Archibalb Sinclair, Kriegsminister: (noch nicht ernannt). Lrzlehungsminister: Sir Donalb Maclean (Clb.), Canbwirtschastsminister: (noch nicht ernannt), Arbeitsminister: Sir Henry Bef ter ton, Minister für öffentlich« Arbeiten: Marquis o f £ o n- bonbertg, Kanzler be, Herzogtums Cantaffer: Marquis o f £ o t h i a n. Der £orb-präfibent bes Slaatsrafe». Balb- roln, ist Führer bet Regierungsparteien im Parlament. Bon den neuen Ministers gehören bem Kabinett an nur ber Premierminister, bie Staatssekretäre des Aeuhern unb Innern, ferner bie Staatssekretäre für 3n- bten, für ble Dominien unb Kolonien, der Schah- kanzler, ber £ord-Präfiden! be» Geheimen Rate, ber £orbfanjler (Iustizminlster), ber wohlfahrtsminlster unb ber Präfibcnt be» hanbelsamtev. Alle anberen neuen Minister finb nur Mitglieder des Ministeriums, aber nicht de» Kabinett». Dav neue Kabinett hat also nur 10 Mitglieder: vier Vertreter ber Arbeiterpartei, vier Konservative unb zwei £lberale. L» ist seit vielen Jahren da» kleinste Kabinett, abgesehen von ben Krleg»- kabinetten von 6 bl» 8 Persönlichkeiten, welche eine Art Kabinett innerhalb be» größeren Kabinett» von 20 bi» 22 Ministern darstellten. Die normale Stärke ist ungefähr 16 bl» 17. Lin weitere» Merkzeichen be» neuen Kabinett» ist, dah alle s o g. „Auegabenminifterien“ mit Ausnahme dc» Wohlfahrtsministeriums nicht In bas Kabinett eingeschlossen worden finb. Krieg, Cuftfahrt, Abmiralität, Schottlanb, Unterricht, £andwirtschaft unb Arbeit sind alle ausgeschlossen. Die» zeigt, dah da» neue Kabinett entschlossen ist, diesen Ministerien strenge Sparsamkeit zur Pflicht zu machen. Die £iffe des neuen Kabinetts bietet keine Ueberrafchungen. Sie entspricht im wesentlichen ben im £aufe ber letzten läge gemachten Boraussagen. Ein Appell Macdonalds an das brittsche Volk. Dcr Premierminister vor dem Mikrophon dcö Rundfunks. £? o n b o n . 25. August. (WTD) Sn einer *Runb- funkansprache an das britische Volk sagte Macdonald, er spreche unter ungewöhnlichen Umftän- den. Er habe keine seiner Ueberzeugungen und keine seiner Sdeale aufgegeben. Es werde erklärt, er habe keine Ermächtigung derArbei- lerbewegung für das erhalten, was er tue. Das sei wahr, und er habe es auch nicht behauptet. Qlbcr er sei sicher, dah er die Ermächtigung einer höheren Autorität habe, und dah er seine nationale Pflicht erfülle, wie er sie auffasse. Diese Pflicht werde er ohne Rücksicht auf die Folgen erfüllen. Es würden viele Opfer gebracht werden müssen, aber er hoffe, jeder Engländer würde nach seinen Mitteln da - Seinige beitragen. Der Vorschlag, die Arbeitslosenunterstützung zu vermindern, sollte im Geiste der Gerechtigkeit geprüft werden. Es werde vorgeschlagen, dah diese Unterstützungen im Interesse der nationalen Sparsamkeit um zehn Pro- ze n t gekürzt werden sollten, dah aber d i e Beihilfen für Kinder unberührt bleiben feilten. Das fähe ungeheuerlich aus, aber während der letzten zwei Jahre hätten sich die Kosten des Lebensunterhaltes um 11,5 Prozent gesenkt und wenn die Arbeit-- lo'enunterstützung entsprechend abgeändert worden wäre, so würde sie längst um ll,5Prozent herabgesetzt worden sein. Die Kosten der Ar- beitslo'enunterstühung seien ungefähr 100 Millionen Pfund Sterling jährlich: dies sei einer der Gründe, die die ausländischen Kapitalgeber nervös machten. Die Arbeitslosenhätten ein ganz besonderes Interesse an der Sicherheit des nationalen Kredites. Es sei besser für sie, zu dem Standard vor zwei Jahren zurückzukehren als auf Fortsetzung der Zahlungen in gle cher Höhe au beharren und dadurch die Gefahr heraufzube- schwören, dah die Kaufkraft ihres Geldes sich verringere. Hierauf kam Macdonald zu der heute vom »Daily Heralb" ausgestellten Behauptung, dah eine Verschwörung der Bankiers gegen d l e Arbeiterregierung vorliege, AU sprechen. Er sagte, er könne mit allem Nachdruck versichern, dah dies nicht zutreffe. Meder ihm noch Sn owden se i je m a l » e in po- litischcS Ultimatum gestellt worden. Die Bankiers würden der jetzigen Regierung gegenüber die gleiche Haltung einnehmen wie der Arbeiterregierung gegenüber. Macdonald erklärte, nur ein Plan der Ersparnisse aus der einen und neuer Einnahmen aus der anderen Seite könne das Vertrauen zum britischen Kredit wiederherstellen. Er schloh. die neue Regierung sei feine Koalitionsregierung. An einer solchen würde er nicht teilnehmen. Keine Partei, die darin vertreten sei, werde gcAtoungen, ihre Grundsätze preis- zugeben. Die Regierung sei gebildet worden, um eine bestimmte Arbeit zu tun, wenn dies in kurzer Zeit möglich sei, werde die allgemeine politische Lage wieder zu dem Zustande zurück- kehren, in dem sie sich vorige Woche befand. Die darauf folgenden Parlamentswahlen werden nicht von der Regierung au-gesochten werden. Oie Opposition der Labourpartei. Henderson der künftige Führer. — Ausschluß Macdonalds und Snowdens. London, 25. Aug. (WTD.) Wie verlautet, hat das Gerücht, wonach die Reuyorker Bankiers die Gewährung zusätzlicher Kredite an England von Abstrichen in ber Arbeitslosenversicherung abhängig gemacht hätten, die Op- Fofition gegen di e neue Regierung nnerbalb der Arbeiterpartei verstärkt. Die radikalsten Mitglieder der Arbeiterpartei haben schon immer erklärt, dah sich die Bankiers in unzulässiger Weise in Angelegenheiten der Verwaltung einmischten. Die Forderung der Extremisten nach einem vollkommen sozialistischen Programm, das u. a. auch eine Rationalisierung der Danken vorsieht, wird daher in weitgehendem Mähe Unterstützung fin- den. Man hält es für fieber, dah Macdonald, Snowden, Sankey und alle Arbeiterparteiler, die sie unterstützen, aus der Partei ausgeschlossen werden. Es liegen Anzeichen dafür vor, dah sich die Zahl der Anhänger Macdonalds innerhalb der Arbeiterpartei von Tag zu Tag verringert — verschiedentlich wird seine Anhängerzahl nur noch auf 20 bis 30 Mitglieder der Arbeiterpartei geschäht — und dah Henderson, dessen Einstellung gegen Macdonald während der Krise mit aller Deutlichkeit zutage trat, versucht, die Führung der Arbeiterpartei in die Hand zu bekommen. Ihm wird dies auf dem Wege über die Gewerkschaften ohne weiteres gelingen. In Gewerkschaftskreisen wird bereits offen ausgesprochen, dah der Gewerkschaf t S k o n g r e h, der am 7. September, d. h. einen Taa vor Zusammentritt deS Parlaments nach Bristol einberufen ist, seine Einladungen an Macdonald und Snowden rückgängig machen will. Macdonald ist sich vollkommen bewußt, dah die Bildung der „nationalen Regierung" das Ende seiner politischen Laufbahn bedeutet. Er betrachtet es aber als seine Pflicht, den Sanierungsplan burch- Auführen. Rach Beendigung der Krise wird er sich von der Regierung und von der Politik überhaupt zurückziehen. Snowden wird eine gleiche Haltung einnehmen. „Daily Expreß" ist der Ansicht, dah die Führung der Arbeiterpartei in Hendersons Hände übergegangen sei, dessen alte Feindschaft gegen Macdonald in seiner Weigerung gipfelte, die von Macdonald und Snowden vorgeschlagenen Abstriche in der Erwerbslosenversicherung zu unterstützen. Freundliches Willkomm der presse. Das „Kabinett der älteren Staatsmänner^. — Oie City verhält sich abwartend. London, 26. Aug. (WTB. 'Funkspruch.) Die I neue „nationale Regierung" wird von fast fämte | lüften Blättern mit Wärme begrübt. Ihre Mitglieder werden als die Männer bezeichnet, die geeignet seien, im In- und Aus lande Vertrauen zu erwecken. Rur das Arbeiterblatt „Daily Hera ld" nennt das Kabinett ein Erzeug- n i s des Druckes inländischer und ausländischer Banken. Das Blatt schlägt vor. die im Auslande angelegten britischen Kapitalien zur Stützung und De- scstigung des Sterlingkurses zu mobilisieren. Die gleiche Maßnahme sei bereits während des Krie- fieä mit Erfolg durchgeführt worden. — Die ibetale „Rews Ehronicle" beklagt das Fehlen Hendersons im neuen Kabinett. Henderson habefHich bei der Führung der auswärtigen Angelegenheiten ungemein ausgezeichnet. — Der liberale ,.Mancheftcr Guardian" schreibt: Wenn es sich als richtig erweist, dah die Arbeiterpartei der Regierung nicht einmal eine freundschaftliche Gegnerschaft zuteil werden lassen will, dann ist es um so besser, dah die vier Arbeitermitglieder der Regierung beinahe ausnahmslos Männer sind, die sich grbheres Ansehen im Inlande und im AuSlande erworben haben, als irgendein anderer Politiker der Partei. Die konservative „Morning Post" meint. Macdonald habe die größte Ta t seiner Laufbahn getan, während die Haltung Hendersons von der Mehrzahl seiner Landsleute verurteilt wird. Die ebenfalls konservative „Times" hebt drei Punkte hervor: 1. tzei das neue Kabinett nur halb s o grob, wie üblich sei. was der Schnelligkeit in der Behandlung der Ro:lage zugute kommen werde: 2. se.en die Minister auf dem Posten verblieben, bzw. für die Poften ernannt worden, mit denen sie gründ- lich vertraut seien: 3. seien die auserwählten Männer alle nahezu ältere Staa tsmän- ner. Die Aufgabe der Regierung sei unleugbar besonderer und unangenehmer Art, und es sei daher in der Ordnung, dah besondere Verantwortlichkeit auf die Wenigen entfalle, deren politische Laufbahn am längsten gewesen sei, oder die in den Jahren vor Eintritt ber Rotlage auf verantwortlichen Posten gestanden hätten. Auch die Finanzpresse heiht das neue Kabinett willkommen. Die „Financial Rews" erwartet, dah das Gefühl ber Befriedigung und Erleichterung in der Eity sich bei näherer Prüfung ber Lage noch verstärken werde. Im übr.gen bewahrt jedoch die Londoner Eity gegenüber Macdonalds Bestrebungen eine wohlwollende. aber durchaus abwartende Haltung. Wenn man auch für Macdonald und seine Kollegen zumeist nur Worte des Lobes hat, so werden doch hier und da Zweifel laut, ob selbst des Premierministers hervorragender Mut ausreichen werde, bie Schwierigkeiten zu überwinden. die ihm und seinem Kabinett von einer starken unb durch die Entwicklung ber letzten Tage erbitterten Opposition zweifellos in den Weg gelegt werden dürften, um so mehr, als diese Opposition jetzt in Henderson einen politischen S'.ra legen ersten Ranges besitze. Der „Daily Telegraph" berichtet, dah die Ratio na lregierung sofort nach Annahme der vorgesehenen Gesetzesvorlagen durch das Parlament und vorbehaltlich der kritischen Lage in Indien aufgelöst werden würde und dah Reuwahlen im Spätherbst oder Anfang nächsten Jahres stattfinden würden. Das Blatt rechnet mit heftigen Widerständen gegen die Sparmaßnahmen durch Auhenfeiter der Arbeiterpartei und behauptet, dah von gewisser Seite Vorbereitungen für einen scharfen Feldzug gegen das neue Kabinett getroffen seien. Diese im Werden begriffene Opposition sei um so gefährlicher, als von den 286 sozialistischen Abgeordneten nur schätzungsweise 70 Macdonald unterstützen würden. Die „T i - m es" hält es für eine interessante unb folgerichtige Tatsache, dah die Arbeiterregierung über den Punkt zu Fall gekommen sei, der immer als ber Prüfstein der Demokratie angesehen worHamaguchi f. Der frühere japanische Ministerpräsident Harn a g u ch i ist an den Folgen ber Verletzungen, bie er am 14.Rovember 0.3. bei einem Attentat durch ein Mitglied ber Reaktionären patriotischen Vereinigung erhalten hatte, gestorben. Man hatte zunächst geglaubt, ben Ministerpräsidenten wieder der Genesung xu- führen zu können: doch war im Befinden deS Verletzten kürzlich ein Rückfall eingetreten. den ist, nämlich die Fähigkeit ihrer Führer, bem Volke bic Wahrheit z u sagen und ihre Politik nicht von der Anzahl der Wahlzettel abhängig zu machen. Macdonald. Snowden und ihre Anhänger hätten diese Probe glänzend bestanden. Der „Daily H e r a l d" hält eS dagegen für notwendig, ausdrücklich zu erklären, dah das neue Kabinett eigentlich gar keine Rationalregierung darstelle, weil Macdonald und seine in der Rcg.erung verbleibenden 21n- hängcr nur noch Privatpersonen unb nicht mehr offizielle Vertreter ber Arbeiterpartei seien. Kredttberettschafi Reuyorks. R e u y v r k, 25. Aug. (WTD) „Rew Bork Times" gibt ber Meinung Ausdruck, bah bie neue britische Regierung binnen 24 ötunben einen bbeutenben priva ten Dankkre- b i t in den Vereinigten Staaten erhalten könne. DaS in London verbreitete Gerücht, bie Federal Reserve Dank würbe ber Bank von Snglanb nur bann weitere grohe Krebite gewähren, wenn Abstriche in ber Arbeitslosenversicherung gemacht würden, könne hier nicht bestätigt werden. Man gibt offen zu, dah die Labour-Regie- rung vor ihrem Rücktritt bei einem Versuch, einen privaten Dankkredit zu bekommen, auf Schwierigkeiten, wenn nicht gar auf eine Ablehnung gestoben wäre. Wallstreet Ist indessen bereit, ber neuen englischen Regierung innerhalb von 24 Ötunben einen kurzfristigen Kre - bit inHöhevon300biS500Millionen Dollar zur Verfügung zu stellen, wenn bieS gewünscht wirb. Cs Huben bereits informatorische Besprechungen für eine Syndikatsb Übung statt. Eine langfristige Kreditgewährung gilt olS ausgeschlossen, da die Lage deS Obligati- onsmarktes zu ungünstig ist. Die CBtlbung deS Kon- zentrationskabinettS wirb in Reuyork begrüht unb besonbers aus die Notwendigkeit einer Em,äfjigung der Arbeitslosenunterstützung hingewiesen. Die Reuyorker Banken wünschen bei einer etwaigen Kreditgewährung bie Feberal Reservebank möglichst auszuschalten, ba sie ber Ansicht seien, bah die Reservebanken schon zu viel Geld in Europa angelegt hätten. Großes Interesse in Paris. PartS. 25. Aug. ($11.) Die Pariser Morgenblätter verfolgen die Entwicklung der englischen Kabinettskrise mit um so größerer Aufmerksamkeit, als Frankreich an einer prompten Wiederherstellung einer gesunden Finanzlage in England ganz besonderes Interesse hat. Der „M a t i n" (rechts) zollt der Haltung deS englischen Ministerpräsidenten zwar alle Anerkennung, macht aber darauf aufmerksam, dah an eine neue finanzielle Unterstützung durch Frankreich nicht zu denken sei, bevor England nicht selbst einschneidende Mahnahmen zur Selbsthilfe ergriffen habe. — Das „Echo de Paris" (rechts) stellt mit Befriedigung fest, dah daS neue Regierungsprogramm eine vollständige Ablehnung der fozialisti- f <6 e n Anschauungen bedeute, die durch bie Ereignisse endgültig verurteilt worden seien. — „Journal" (rechts) stellt als besonders charakteristisches Merkmal der Krise fest, dah die sozialistische Regierung in England verschwunden sei, ohne daß England eigentlich richtige Erfahrungen mit dem Sozialismus gemacht habe. — Der „Petit Parisien" (offiziös» zeigt sich äußerst erstaunt darüber, dah man in Friedenszeiten eine Regierung der nationalen Vereinigung zustandegebracht habe. Man dürfe annehmen, dah die Lage außergewöhnlich kritisch gewesen fei. wenn die Parteien daS Wohl des Landes über ihr eigenes Programm stellten. — „Oeuvre" (radikal) wirft der englischen Arbeiterpartei vor, in der entscheidenden Stunde nicht ihre Pflicht verstanden zu haben. — ..E r e Rouvelle" (links) hält eS für selbstverständlich, dah die Fehler, die in England von allen drei Parteien begangen worden seien, auch von allen dreien wieder gut gemacht würden.' Macdonald habe seine Pflicht verstanden und sich vielleicht schweren Herzens von denjenigen getrennt, die daS ÄaatS- intereffe ihrer Ideologie opfern wollten. — Löon Blum schreibt im „Popu 1 aire" (soz). man könne sich nur immer wieder fragen, von weich' schwerer Gefahr Snglanb bedroht sei, dah bie heiligen Rechte ber Arbeiter und die Einheit der Arbeiterpartei dem sogenannten Intere'fe des Staates geopfert werden sollten. Kanton droht mit Boykott deutscher Waren. Oie Folge von Waffensendungen für Nanking auf deutschen Schiffen. Ein deutscher Protest. Ran-rwten. 2luf einen mehr als originellen Gedanken ist das Berliner Bezirksamt Kreuzberg gekommen: Es hat auf dem Hohenstausenplatz aus städtischem Besitz acht Bänke mit entsprechenden Tischen dazu aufstellen Lassen zu dem ausgesprochenen Zweck, daß die Arbeitslosen, die sich hier täglich versammeln, Gelegenheit zum Skat- spielen haben. Eine Möglichkeit, von der so umfassend Gebrauch gemacht wurde, daß die Tische im Handumdrehen vergriffen waren. Bielleicht, daß diese Idee bei anderen Städten Schule macht. Dann können wir es erleben, daß auf allen dazu passenden Plätzen der Großstädte die Erwerbslosen gewissermaßen von Amts wegen zum Skatspielen angehalten werden. Die Erwägungen, aus denen das Berliner Bezirksamt auf diesen Ausweg verfiel, waren gewiß sehr vernünftig. Die Arbeitslosen waren nun einmal da: um die Zeit totzuschlagen, droschen sie ihren Skat, aber auf den Kinderspielplätzen, Hnd um sie von den Kinderspielplätzen sernzuhalten, wurde ihnen jetzt ihr besonderer Bezirk ein* geräumt. Man kann natürlich auch sagen, dah ein erwachsener Mensch irgendeine Beschäftigung haben muß und daß dann der Skat noch eine verhältnismäßig harmlose Hebung ist, daß er dadurch eine Anregung bekommt, die ihn von der Straße fernhält und ihn gegen gefährliche politische Bceinflussungsversuche immunisiert. Aber das ganze bleibt doch eine grausame Sathre auf die Röte unserer Zeit. Da sind Tausende von Männern in den besten Iahren, die arbeitsfähig und arbeitswillig sind, denen nur die Möglichkeit genommen ist, regelmäßig ihr Brot für sich und ihre Fannlle zu verdienen und die deshalb behördlich zum Skatspielen angehalten werden. Eine Illustration zur Zeitgeschichte, die in Millionen von Exemplaren über die ganze Welt verbreitet werden sollte, um zu zeigen, wie weit wir es mit einer verfehlten Wirtschaftspolitik im Zeichen von Versailles gebracht haben: Auf der einen Hälfte der Welt Heberfluh an Lebensmitteln und Rohstoffen, so daß man sie ins Wasser werfen muh, weil man sonst darin erstickt, aus der anderen Hälfte Hungersnot und Arbeitslosigkeit. Hnd daS alles nur, well der Ausgleich fehlt, weil Haß, Eigennutz und Kurzsichtigkeit auch heute noch stärker sind als die Vernunft. Der Plan der polnischen Regierung, die gesamte Staatsschiffahrt auf zu geben, wird in den nächsten Monaten durchgeführt werden. Fünfzehn größere Schiffe umfaßt diese Flotte, und fünf davon sind durchaus respektable Passagierdampfer, die einen anspruchsvollen Verkehr befriedigen können. Polen hat sich diese Schiffe zusammengekauft, als es galt, für den neuen Haf en G d i n g e n in der Welt Reklame zu machen. Run, da dieser Platz an der Ostsee nach Ansicht der Polen einigermaßen prosperiert, da die Äonhtr- renz Danzig das Abwandern eines bedeutenden Teiles seines Verkehrs au spüren bekommen hat, scheint den Polen die Zeit gekommen, auf dre eigene staatliche Flotte zu verzichten. H n t e r s e e - boote sind ihnen in einem Augenblick, in dem die gan^e Well leidenschaftlich von Abrüstungsfragen spricht, entschieden wichtiger: im Kriegshafen Gdingen ist dieser Tage das erste polnische Hboot „Rys" von der französischen 'Werft bereits eingetroffen. Auf den Entschluß zum Verkauf der Staatsflotte hat überdies maßgebend die Erkenntnis eingewirkt, daß der Betrieb doch recht kost- ffüelig sei und daher auf die Dauer kaum durchzuhalten wäre, besonders seitdem die von fran- . zösischer Seite gewährten Anleihemittel für die " Kohlenmagistrate von Oberschlesien nach Gdingen ^wieder spärlicher fließen. Hnd schließlich: die Polen besitzen für den Vertrieb einer staatlichen Flotte - keine wirklichen Fachleute, die der komplizierten Wirtschaftslage der Seeschiffahrt auch in krittschen Zeiten gewachsen sind. Was wird nun aus den fünfzehn Schiffen, die von der Regierung in Warschau abgrstoßen werden sollen? Es ist flar, daß sie nur in polnische Hände kommen dürfen — die po lni s chenRee - der reiben sich also bereits die Hände über das gute Geschäft, das sie zu machen gedenken. Für ein Spottgeld soll ihnen der Schiffsraum ausgeliefert werden, für alte Tonnage besteht auf dem Weltmarkt ohnehin Reigung zu ausgesprochenen Schleuderpreisen. Mit diesem Geschenk wollen die Polen dann den schon bestehenden Kampf der Schiffahrtsgesellschaften um die Frachtrate weiter verschärfen: der Verkauf der polnischen Staatsschiffe läuft also auf eine Schädigung aller beteiligten ausländischen Kreise heraus. Dre Erfahrung hat in den letzten Zeiten gezeigt, daß billig erworbene Tonnage, die keinerlei Amortisation bedarf. sofort bie Frachtraten drückt, die heute schon ein Riveau halten, das vielfach jede Rentabilität unmöglich macht. Iede Hmgruppie- rurtg alter Tonnage verschärft grundsätzlich diesen Zustand, der als eine spezielle Krisenerscheinung der internationalen Schiffahrt gilt. Hnd es kann schon heute als sicher angenommen werden, daß die deutsche Handelsschiffahrt durch das neue Schleuderangebot von Frachtraum durch polnische Reeder gezwungen sein wird, diesen und jenen Dampfer aufzulegen — von wirtschaftlicher Einsicht in die bestehenden Schwierigkeiten ist auf polnischer Seite wahrhaftig nichts zu merken. Zraktionssihung der Oeutschnationalen Berlin, 25.2lug. (TU.) Dor der Reichstagsfraktion der Deutschnationalen Dolkspartei erstattete der Fraktionsvorsitzende JDr. Öberfohren zunächst Bericht über die politische Lage, wobei er sich besonders gegen die lügenhasten Gerüchte wandte, die im Anschluß an den Besuch des deutschnationalen Parteiführers bei dem Herrn Reichspräsidenten verbreitet wurden. Darauf hielt Exz. H e r g t einen Vortrag über steuerliche und finanzielle Notoerordnungsfragen. Er stellte fest, daß uns die Regierung Brüning statt der versprochenen Steuersenkung Steuererhöhungen in fünf Wellen seit dem 1. Januar 1930 gebracht habe, die im Verein mit den Mehrbelastungen und Kürzungen in ändert- halb Jahren die Summe von 5,182 Milliarden erreicht hätten. Demgegenüber stehe eine M i n d erbe last ung, die mit wenigen hundert Millionen gegenüber der Mehrbelastung überhaupt nicht ins Gewicht falle. Durch das Hooverjahr spare das Reich im Haushaltsjahr 1931/32 909 Millionen. 224,8 Millionen oleiben zu zahlen für Zinsendienst usw. Auch diese Summe sei verschwindend gering bei dem drohenden Fehlbetrag, den der Haushalts- fonds auf der ganzen Linie ausweise. — Abgeord- neter Dr. H a g e n a referierte über die sozialpolitischen Bestimmungen in den letzten Notverordnungen. Kanton, 25. Aug. (Beutet.) Auf einet Massen- Versammlung, die hier gestern von der örtlichen Kuomintang abgehalten wurde, wurde die Entschließung gefaßt, deutsche waren zu boykottieren. Zur Durchführung dieses Be- schlusfes wurde ein besonderer Ausschuß eingesetzt. Als unmittelbare Ursache dieser unsreund- lichcn Haltung Kantons gegen Deutschland wird die angebliche Sendung von Waffen und Mu- nition im werte von 8 Millionen Dollar an Tschiangkalschek angegeben, die kurz- lich mit einem nach Schanghai bestimmten deut- schen Dampfer erfolgt sein soll. Deutschland wird ferner beschuldigt, die Zentralregierung in Nanking durch Entsendung von über 100 militärischen Ratgebern zu unter st ühen, die, wie in der Versammlung erklärt wurde, beauftragt seien, die Armee der Nankingregierung im Gebrauch von Gift- gas im Kampfe gegen die Regierung von Kanton zu unterweisen. • * Hierzu wird amtlich erklärt, daß das Auswärtige Amt Protest erhöben und der Kan- don-Regierung mitgeteilt hat, daß die deutsche Regierung sie für alle Folgen dieses Doykott- beschlusses verantwortlich machen werde. Man ist der Auffassung, daß das Vorgehen der Kanton- Regierung gegen den deutschen Handel völlig unhaltbar und ungerechtfertigt ist, schon aus dem Grunde, weil auch andere Länder Waffensendungen nach China unternommen und militärische Berater entsandt haben. Cs handelt sich im übrigen nicht um eine Waffen- lieferung aus Deutschland, sondern um die Charterung eines deutschen Dampfers für ausländische Rechnung. DerWortlaut derRolverordnung Berlin, 25. Aug. (WTB.) Amtlich. Auf Grund des Art. 48 RV. wird verordnet: 1. Die Landesregierungen sind ermächtigt, alle Maßnahmen, die zum Ausgleich der haushalte von Ländern und Gemeinden (Gemeindeverbänden) erforderlich find, i m Verordnungswege vorzuschreiben. Sie können dabei von dem bestehenden Landesrecht abweichen. 2. Die Landesregierungen können insbesondere bestimmen, dah und in welcher weise die P e r s o n a l a u s g a b e n und andere Ausgaben der Länder und Gemeinden (Gemeindeverbände) herabgesetzt werden. Verpflichtungen aus Verträgen bleiben unberührt, soweit es fi nicht um Personalausgaben handelt. Dietramszell, den 24. August 1931. Der Reichspräsident: (gez.) von Hindenburg. Der Reichskanzler: (gez.) Dr. B r ü n i n g. Der Stellvertreter des Reichskanzlers und Relchs- minifter der Finanzen: (gez.) h. D i e l r i ch. Der Reichsminister des Innern: (gez.) Dr. Wirth. * Die Notverordnung gibt den Ländern die Möglichkeit, durch entsprechende Verordnungen die Er- sparnismaßnahmen vorzunehmen, die jedes Land für erforderlich hält. Diese kommenden Verordnungen werden den Charakter von Ausführungs- Stuttgart, 25. Aug. Bei einem zu Ehren des Reichskanzlers und der Reichstagsfraktion veranstalteten parlamentarischen Abend der Zen- irumspartei ergriff nach Begrüßungsworten des Präsidenten auch Reichskanzler Brüning das Wort. Er führte etwa folgendes aus: Wir haben die Heberzeugung, daß die Welt nur gesunden kann, wenn eine Reihe von Maßnahmen auf internationaler Basis in diesem Augenblick und in dieser Zeit der größten Wirtschaftsnot, die die moderne Zeit aufweift, ergriffen werden. Untere gegenwärtige Lage als sehr schwer einzuschätzen, ist durchaus verständlich, weil die Rot und Die Lasten schon seit längerer Zeit immer größer werden. Wir haben durch Krieg, Inflation und Stabilisierungserscheinung einen so komplizierten Mechanismus in unserem öffentlichen Leben, dah es sehr schwierig ist, diese Dinge zu verfolgen, so daß dadurch der gedankenlehre, phrasenreiche Radikalismus Chancen hatte. Die Regierung ist sich bei all ihren Maßnahmen darüber klar gewesen, daß, wenn nicht das Vertrauen und die Disziplin des deutschen Volkes vorhanden gewesen wären, ihren Anordnungen kein Erfolg beschieden gewesen wäre. Und es gibt keinen größeren Erfolg im ganzen Ausland, als dah in den Wochen, wo die Danken und die Sparkassen vorübergehend ihre Zahlungen einstellen muhten, es niemals zu einer Ausschreitung und nirgendwo zu einem Tumult gekommen ist und dah die krittschsten Ausländer festgestellt haben, dah das deutsche Volk noch n i e f o ruhig gewesen sei, als in diesem Augenblick höchster Rot. Hnd das soll uns die Hoffnung geben, getrost trotz aller Schwierigkeiten dem auherordentlich schweren Winter entgeaen- • zusehen. Es ist ja so. dah durch die Botschaft Dem Vorgehen der Kanton-Regierung liegt die Tatsache zugrunde, dah ein Dampfer der Reederei Rickmers vor einigen Monaten drei Iun- kersflugzeuge, die in Schweden hergestellt worden waren, und 54KistenGewehre, die aus Brünn stammten, nach Ostasien mit der Bestimmung für Hongkong und Macao geladen hatte. Die Ranking-Regieruna hatte, nachdem fie von dieser Sendung, deren Inhalt für Kanton bestimmt war, erfuhr, mitgeteilt, sie würde in ihrem Bereich die deutschen Firmen boykottieren und hat die Reederei Rickmers gezwungen, den damals noch in Manila liegenden Dampfer nach Schanghai zu dirigieren. Die Reederei Rickmers hat daraufhin das Auswärtige Amt um Schuh ersucht. Das Auswärtige Amt hat sich jedoch unmißverständlich auf den Standpunkt gestellt, dah die deutsche Regierung Waffenlieferungen nach China mit Rücksicht auf die Folgen für den deutschen Handel in jedem Falle mißbilligt und daß sie aus diesem Grunde nicht in der Lage ist, irgendwelchen Schutz zu gewähren. Leider besteht keine gesetzliche Handhabe, derarttge Waffensendungen zu verbieten. Das Gesetz über das Verbot von Waffensendungen nach China ist am 1. Mai 1929 abgelaufen und nicht erneuert worden, weil die Verhältnisse in China als konsolidiert angesehen wurden. Auch andere Länder, die ähnliche Verbote erlassen hatten, haben ihre diesbezüglichen Gesetze nicht erneuert. Rach dem bestehenden Recht ist lediglich die Ausfuhr von Waffen aus Deutschland verboten, jedoch nicht die Durchfuhr aus anderen Ländern und die Verschickung auf deutschen Schiffen. Man sieht in amtlichen Kreisen als beste Möglichkeit an, um solche Schwierigkeiten für den deutschen Handel zu vermeiden, wie sie jetzt in Kanton drohen, daß die deutschen Reedereien auch Waffensendungen für ausländische Rechnung unterlassen. beftimmungen tragen und von jedem Land für sich erlassen werden. Wann dies in den einzelnen Ländern der Fall sein wird, steht zur Zeit noch dahin. In Preußen ist jedenfalls damit zu rechnen, daß die Ausführungsverordnung zu der genannten Notverordnung noch einige Zeit auf sich warten lassen wird. Beschlüsse der Staatsregierung liegen noch nicht vor. Angesichts der Schwierigkeiten und der weittragenden Bedeutung werden die betreffenden Maßnahmen jedenfalls einer eingehenden Durchberatung bedürfen, ehe sie beschlossen werden können. Wilde Teilstreiks von Gemeindearbeitern im Ruhrgebiet. Essen, 25. August. (WTB.) Am 22. August kam bekaßnttich in dem Lohnstreit der Gemeindearbeiter eine Vereinbarung zustande. Gegen die dabei ausgesprochene Lohnkürzung wurde von radikaler Seite durch Anschläge protestiert, und gleichzeitig forderte man die Arbeiter 3Um Streik auf. Dieser Streikparole wurde in Essen nur im Gas. und Wasserwerk Folge geleistet, wo von 500 Arbeitern 300 die Arbeit nie- verlegten. Die Streikenden, unter denen sich fünf Betriebsratsmitglieder befinden, find von der Stadtverwaltung fristlos entlassen worden.— Im Duisburger Fuhrpark traten 40 kommunistische Gemeindearbeiter in den Streik. Die A r - b eitswilligen wurden unter Bedrohung und Terror von der Arbeit z u r ü ck g e h a l t e n. Da die Arbeiten nicht unter ausreichendem polizeilichen Schutz ausgeführt werden können, werden von der* Fuhrparkverwaltuna sämtliche Arbeiten vorläufig eingestellt. Müllabfuhr und Straßenreinigung fanden nicht statt. Soweit bis jetzt feststeht, sind von den wilden Streiks nur d i e Städte Duisburg und Essen betroffen worden. des Präsidenten Hoover, wenn sich ihre Auswirkungen auch nicht sofort in voller Tragweite zeigen konnten, immerhin die erste Grundlage gelegt wurde für eine dauernde Besserung. Damit ist es nicht allein geschafft, und viele internationale Besprechungen und Vereinbarungen müssen folgen, wenn die Völker bet Welt diese ungeheuerste aller Wirtschaftskrisen werden überstehen sollen. Ich betone das ausdrücklich^ um zu sagen, wo die^Arenzen unserer Möglichkeiten liegen. Wil^sind der festen Heberzeugung, dah, wenn das deutsche Volk diese Probe durchmacht, so wie es die Proben in den vergangenen Monaten zur Bewunderung der ganzen Welt durchgemacht und überstanden hat, dann wird es gelingen, die deutsche Wirffchaft und das deuffche soziale Leben bis zu dem Punkt zu bringen, wo wir mit sicherem und begründetem Optimismus sagen können, daß eine weitere Hilfe zur Heberwindung der Weltwirtschaftskrise nicht mehr nötig ist. Brünings politische Linie. Künftige Rcformpläne. Stuttgart, 25.Aug. (TU.) Rach dem „Berliner Tageblatt" hat Reichskanzler Dr. Brüning feine Ausführungen in Stuttgart mit einer Schilderung feiner Besprechungen mit den ausländischen Staatsmännern begonnen. Die Besprechungen mit den amerikanischen Staatsmännern hätten ergeben, daß d 1 e Agrarkrise in Amerika in viel stärkerem Maße als in Deutschland fühlbar sei, und dah man mit der Schilderung unserer Ratverhältnisse wenig Eindruck bei Ihnen Hervorrufe, da diese auf ihre eigene R o t hinzuweisen in der Lage feien. Es gelte, zu zeigen, dah das deutsche Bolt und feine politische Führung Ne besseren Ketten habt. Des weiteren besprach der Reichskanzler die verfehlten Kapitalanlagen in der deut- s ch e n w i r t s ch a f t. Die Rationalisierung fei viele Jahre der Rotwendigkeit vorausgeeilt. Die Anleihepolitik der Großstädte und auch der sonstigen Gemeinden ergebe rein zahlenmäßig ein erschütterndes Bild. Württemberg und Baden hätten den Blut aufgebracht, unpopulär zu sein und s i ch s e l b st z u h e l fe n. Andere Lau- der redeten viel über die Bedeutung des Föderalismus (gemeint sei Bayern) und feien selbst letzten Endes doch die Totengräber dieses Systems, wenn sie nicht den Blut zum Sparen aufbringen und ihre eigenen Finanzen endlich in Ordnung halten. Der Reichskanzler behandelte dann weiterhin die Krise der Banken, die mangelnde Tätigkeit und Berantroorfung der Aufsichtsräte und führte als Beispiel die Rordwolle an. Das Aktienrecht müsse unbedingt reformiert werden. Die Bielzahl der Aufsichtsratposten in einer Hand müsse beseitigt und eine begrenzte Baukaus- ficht durchgeführt werden. Auch vor dem Direktorium und dem Generalrat der Reichsbank könne und werde die Regierung nicht halt machen. Dr. Brüning behandelte des weiteren die Preissenkung und betonte mit Rachdruck, daß mit Gesehen allein nicht zu helfen sei, solange das Publikum kritiklos jeden Preis bezahle. Der Reichskanzler wandte sich danach den Fragen der Innenpolitik zu und deutete an, daß eine Erweiterung des Kabinetts nach rechts oder nach links unter den gegebenen politischen Bertjälfniffen nicht mög- l i ch fei. Er lege nach wie vor wert daraus, m i ( dem Parlament zu regieren, weil er persönlich davon überzeugt sei, dah mit einer Diktatur auf die Dauer das deutsche Bolt nicht regiert werden könne. Ueber die Außenpolitik sagte der Reichskanzler, er fei entschlossen, mit der seitherigen Form der Diplomatie zu brechen. Es habe sich bei den Besprechungen mit den führenden Staatsmännern der großen Rationen gezeigt, dah diese Methode elastischer sei. Vorstandssihung der Volkspariei. Berlin, 25. Aug. (TH.) Der Parteivor- stand der Deutschen Dolkspartei nahm am Montag zur Polltischen Lage Berichte des Reichs» außenministers Dr. Curtius und des Parteiführers D i n g e l d e y entgegen. Der Parteivorstand kam zu der einmüllgen Auffassung, daß die Reichsregierung angesichts des ungeheueren Ernstes der Lage in kürzester Frist eine Klärung» über die zur Behebung der WirtschaftS- und Finanznot erforderlichen Maßnahmen herbeiführen muß. Die Rotwendigkeit schnellsten Handelns wurde durch die Schilderung akuter Rvt» stände in den verschiedensten Gebieten besonders unterstrichen. Weiter beschäftigte sich der Parteivorstand mit der innerenLagederPar- t e i. Er sprach die Erwartung aus, dah die Einheit und Geschlossenheit der Partei für die Zukunft unter allen Hmständen oberstes Gesetz bei öffentlichen Auseinandersetzungen für jedes Parteimitglied sein muß. Kleine poliiische Nachrichten. Ein vom Reichsjustizministerium veröffentlichter Entwurf einer neuen Zivilprozeßordnung stellt in 1023 Paragraphen, denen eine ausführliche Begründung beigegeben ist, eine Kodifizierung des gesamten Zivilprozehrechts unter Ein- schluß der früheren Reformen und Verwertung der Erfahrungen der letzten Jahre dar. Der Entwurf, der auf Grund langjähriger Beratungen der im Jahre 1920 eingesetzten Zivilprozeßkommission zu- standegekommen ist, hat lediglich die Bedeutung einer Referentenarb eit, auf die sich das Reichsjustizministerium keineswegs feftlegt. Er ist auch nicht als Vorlage für die Gesetzgebenden Körperschaften gedacht, sondern lediglich als Grundlage der Erörterungen in den beteiligten Kreisen und in der Oeffentlichkeit überhaupt. e Der „V 5 lkische Bevbachter" ist in seiner Bayern- und Reichsausgabe bis 1. September dieses Iahres mit fofottiger Wirksamkeit verboten worden. Ebenso die in Traunstein (Oberbayern) erscheinende nationalsozialistische Tageszeitung »Chiemo aubvte" bis zum 31. August. Das frühere Verbot bis zum 15. September war vom Innenministerium am 17. d. M. aufgehoben worden. • Die Ermordung der zwei Polizei- Offiziere am Bülow-Platz in Berlin dl ist, wie die Polizei mitteilt, re st los geklärt. Von den in dieser Angelegenheit Verhafteten steht bei fünf zweifellos fest, daß sie am Bülow-Platz geschossen haben. Die Bürgern! ei st er des Siegkreises sowie die D e z e r n e n t en der K r e i s o e r w a l - tun g haben sich angesichts der immer größer werdenden Notlage in Aemtern und Gemeinden durch das Anwachsen der Wohlfahrtserwerbslosen bereit erklärt, auf20o.H. ihrerGehälterzuver- zichten, solange die augenblicklichen Verhältnisse andauern und die volle Auszahlung der Fürsorge- sätze nicht gewährleistet ist. Bundestagung der Arbeitsgemeinschaft der Bereinigungen ehemaliger Kriegsgefangener Deutschlands. Rach einer Besichllgung des Reichsehrenhain- Geländes bei Bad Berka begann in Pößneck die fünfte Bundestagung der Arbeitsgemeinschaft der Vereinigung ehemaliger Kriegsgefangener Deutschlands. Rach längerer Aussprache wurde beschlossen, die re st lose Auszahlung der Frankreich-Guthaben an jeden Empfangsberechtigten zu fordern» Rach dem Willen der Regierung sollen die Guthaben- Beträge unter 10 Mark, insgesamt etwa 400 000 Mark, nicht ausbezahlt, sondern einem Fonds überwiesen werden. Gegen die Festhaltung der Beträge unter 10 Mark soll Protest eingelegt werden. Weiter wurde gefordert, dah die Zinsen des Guthaben-Betrages dem eigentlichen Guthaben zugercchnet werden. Die Bearbeitung der anderen Guthabenforderungen an die ehemals feindlichen Staaten soll nach Möglichkeit zum Besten des betreffenden Anwärters geregelt werden. Zur Frage der Einführung einer obligatorischen Sterbegeldversicherung wurde beschlossen, dies« Angelegenheit vom Bundesvorstand durch ein beauftragtes Mit^ied bearbeiten zu laffen. Die Sicherung der Haushalte bei Ländern und Gemeinden. Der Reichskanzler auf der Stuttgarter Zentrumstagung. Ein Rückblick und Ausblick.-Die Lleberwindung der Zuli Krisis.-Vor einem schweren Winter. Aus der Provinzialbauptfiadt. Dießen, den 26. August 1931. Begründungen. Äein (geringerer al» Goethe rät ab davon, durch Gründe überzeugen zu toolten. Ermeint, der andere höre doch nur immer wieder das Gegenteil von dem heraus, was er glauben und für wahr halten will, und der sich daraus er- gebende Widerspruch läßt ihn gor nicht zugänglich werden für die Gründe, t>ie man Dorbringt. Man sage kurz und klar, was man denkt, und kümmere sich im übrigen nicht um die Begrün- düng, weil sie ja doch zwecklos sei. CE&ic sehr er recht hat. kann man im Grunde jederzeit erkennen, und ganz besonders m unseren Tagen. Was wird nicht alles geglaubt und für richtig gehalten! Der hanebüchenste Unsinn findet bereitwillige Aufnahme, das Verkehrteste kann vertreten werden und wird doch für wahr und richtig hingenommen. das Schädlichste wird als das Zutreffende erklärt, unk in den Augen der Anhänger ist es der Weisheit höchster Schluß. Wenn da einer aus steht und das Gegenteil von dem für richtig erklärt, was man bisher für richtig angesehen hat, er findet weit eher willig auf» nehmende Ohren als der, der etwa sagt, daß das bisher Gute auch weiter unverrückbar gut sei. Vor allem muß er jedoch auf Begründungen verzichten Und erst recht falsch wäre es, den Gegnern, die nicht ausbleiben werden, mit Begründungen zu kommen. Jeder Gegner besitzt nun einmal seine Auffassung, aus die er schwört. Gegner hören grundsätzlich nicht auf die Gründe deS andern icilfl hin, und wenn sie hinhörten, die Gründe würden ihnen doch nicht genügen, sie würden mit tausend Einwendungen begegnen und nicht verlegen sein, wenn es gälte, immer neue Gegengründe au finden. Man hält für richtig nicht Io sehr das, was richtig ist, sondern was man für richtig halten will. Man hat in den letzten Jahren auf den verschiedensten Gebieten des Lebens betrübliche »r- fahrungen machen können. Aber toerm einer glaubt, daß diese Erfahrungen imstande wären, die Augen zu öffnen und zu veranlassen, die entsprechenden Schlußfolgerungen daraus zu ziehen, so befindet er sich arg auf dem Holzwege. Man wird ihm mit immer neuen Begründungen dafür dienen, daß nur dieses eine, eben der beschrittene Weg, völlig richtig war. Man wird nicht müde werden, immer neue Gründe dafür Ju suchen, daß cS so und nicht anders sein konnte, lnd der Andersdenkende wird ebensoviele Gründe haben, um zu beweisen, daß das alles falsch war. Sie werden nie zusammenkommen, sondern sie werden mit ihren tausend Gründen völlig aneinander vorbeireden. Wan könnte eS sich vorstellen. daß zwei Gegner, durch eine Glaswand voneinander getrennt, auseinander einsprechen. Die Glaswand verschluckt völlig die Worte.' aber die beiden Gegner sehen einander sprechen, sie sehen einander gestikulieren und in Hitze geraten, über zu einer Verständigung kommen sie nicht, weil sie einander gar nicht hören. DiS einmal diese trennende Glaswand platzt, die Scherben fliegen und schließlich doch die Stimme der beiden Zueinander findet. Und bann ist man vielleicht erstaunt darüber, daß man gar nicht so sehr weit voneinander entfernt war, sondern daß man viel mehr Gemeinsame« besitzt, das verbindet, als Trennendes. Weil ja schließlich daS Schicksal ziemlich gleichmäßig in das Leben jedes einzelnen eingreift und der Buhen des einen auch Der Buhen des andern ist, aber der Schaden des einen sich ebenfalls wellenförmig fortpflanzt und so und so viele andere, ja auf alle, die in derselben Volksgemeinschaft leben. —r. Taten für Mittwoch, 26. August. Sonnenaufgang 5.27 Uhr, Sonnenuntergang 19.26 Uhr. — Mondaufgang 1921 Uhr, Mond- untergang 2.51 Uhr. 1813: Sieg Blüchers an der Katzbach und Theodor Körner fällt bei Gadebusch: — 1914: Sieg der Deutschen bei Verdun: — 1915: Eroberung von Brest-Litowsk: — 1921: der Politiker Matthias Erzberger auf dem Kniebis ermordet; — 1921: der Dichter Ludwig Thoma hx Rottach gestorben. Bornotizcn. — TageSkalender für Mittwoch. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: .Das Flötenkonzert t>on Sanssouci" (DolkStag). *• Spende für Stabtarmc. Wie uns vom Wohlfahrtsamt mitgeteilt wird, hat Herr Dr. 21. in Berlin aus Anlaß der Beendigung feiner Studien an unserer Universität den Betraa von 100 Mark für hiesige Stadtarme überwiesen. Dem hochherzigen Spender hat der Herr Oberbürgermeister alsbald den Dank der Stadt ausgesprochen. ,e ^Schweinezwischenzählung. Am 1. September findet in der Gemarkung Gießen und Schiffenberg eine Schweinezwischenzählung statt. Aäberes in der heutigen Bekanntmachung. " Die I. R e ich s k u rzs ch ris t g ese ll- scha f t eröffnet am Dienstag, 8. September, 19 Uhr, in der Pestalozzischule. Bordanlage 18, einen Anfänger-Lehrgang für SinheitSkurz- förift. Bähercs in der heutigen Anzeige. •• Sonderzug zum Katholikentag in Nürnberg. Anläßlich der 70.Generalver- sammluna der Katholiken Deutschlands läßt die AeichSbahndirektion Frankfurt a. M. am Sonntag, 30. August, einen Sonderzug 3. Klasse mit 50 v. H. Fahrpreisermäßigung und beschleunigter Fahrt zwischen Frankfurt a. M. und Bümberg sowie zurück verkehren. Der Sonderzug verläßt Frankfurt a. M. um 5.29 Uhr: Ankunft in Nürnberg 9.32 Uhr. Rückfahrt in Nürnberg 19.30 Uhr; Ankunft in Frankfurt a. M. 23.30 Uhr. •• Freie Lehrer st eilen. An der Volksschule in Feld krücken (Kreis Schotten) ist eine Stelle für einen evangelischen Lehrer freigeworden. Sine Dienstwohnung ist vorhanden. " Vendarmerie-Personalie. Der Vendarmerie-Hauptwachtmeister Paul Herrmann Großmann zu Büdingen wirb mit Wirkung ab 4. Oktober, und der Gendarmeriemeister Konrad Ubrich von Herbstein mit Wirkung ab 1. September in den Ruhestand versetzt ” Die Umzugskosten der hessischen Staatsbeamten. Die neue Verordnung des hessischen Gesamtministeriums über die Umzugskosten der Staatsbeamten gewährt die volle Urn- -ugskostenvergütung nur dann, wenn für die Verletzung rein dienstliche Gründe maßgebend waren. Erfolgt die Versetzung aus persönlicher Deran- laffung und dienstlichen Gründen, dann wird nur hn Zuschuß zu den Umzugskosten gewährt, der sich auf 60 bis 80 Prozent der Umzugskostenver- flütung beläuft. Beamte, die au« rein persönlichen Gründen verletzt werden, haben keinen Anspruch auf Umzugs kosten, wenn der Beamte übet OieErnieschäden in Südwestdeutschland. Hilfe für die Landwirtschaft tut not! WSB. Die Landwirtschaft unserer südwestdeutschen Heimat, die infolge derWirtschaftsdeprefsion ohnehin schon einen äußerst schweren Stand hat, scheint in diesem Jahre von»einer Erntekata- strophe heimgesucht zu werden. Aus allen Teilen Südwestdeutschlands, aus dem Vogelsberg. Odenwald, Ried, Rheinhessen, Taunus, Wet- terou, Spessart, von überall her kommen die Hilferufe der bedrängten Dauern. Sin Gang durch einzelne Gebiete am Sonntag überzeugte, wie kritisch die Lage teilweise ist Durch die wochenlang anhaltende schlechte Witterung war es nicht überall möglich, das Brotgetreide, besonders aber Weizen und Hafer, zu ernten. Dieses Getreide war nun Woche um Woche dem Unwetter preisgegeben. Teilweise ist das Getreide schon verfault, teilweise sind Weizen und Hafer ausgewachsen, so daß eine Verwendung der Körner zur Vermahlung nicht mehr in Frage kommt. Stellenweise ist sogar das Stroh, wie berichtet wird, derart an gefault, daß auch eine Verwendung zu Futterzwecken nicht mehr möglich ist. 3n vielen Gemeinden muh der Hauptteil Der Körner- Ernte als verloren angesehen werden. Viele Landwirte besitzen nicht einmal das Saatkorn für die kommende Aussaat. Auch die Kartoffel-Ernte, die in diesem Jahre sehr gut au-zusallen versprach, geht durch die nasse Witterung zurück. 3n schweren Böden wurde festgestellt, daß fast jede dritte Kartoffel faul ist. Aber auch au« Gegenden mit leichteren Böden wird von einer erheblichen Kar- toffelfäulni« infolge der schlechten Witterung berichtet. Wit der zweiten Heu-Ernte konnte stellenweise noch nicht begonnen werden. Wo das Grummet schon auf den Wiesen lag, ist es durch die Regenmassen längst verdorben. — Auch das Obst fängt mitunter schon zu faulen an. Dielfach sind die Bäume durch Hagelschlag und den starken Wind schwer heimgesucht worden. — 3n den Wei n&crgcn sieht die Lage nicht viel besser aus Nachdem noch vor einiger Zeit ein befriedigender Stand der Neben sestzustellen war. hat das Regenwetter inzwischen manchen Schaden angerichtet. Die Fäulnis hat auch hier schon die Ernte geschmälert. Alle- in allem: Die Lage unserer süd- westdeutschest Landwirtschast ist geradezu trostlos. Der Bauernstand, der durch die allgemeine Lage ohnedies schon schwer leidet, sieht mit größter Besorgnis in die Zukunft. Durch die Vernichtung der Ernte ist der Landwirt vielfach nicht in der Lage, die laufenden Betriebskosten zu decken, geschweige denn Steuern und Pachtgelder zu bezahlen. Hilfe von Reich und Ländern für die schwer heirngesuchte Landwirtschaft unsere- Bezirkes ist dringend und raschesten- erforderlich! 10 3ahre in einer Stelle tätig war. Die gleichen Vorschriften gelten auch für Versetzungen von Staatsdienstanwärtern, sowie für die erstmalige Verwendung und erstmalige Anstellung von Staatsdienstanwärtem. ” Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei. Am Sonntagabend fand im CafL Leib wieder eine nationalsozialistische Versammlung statt. Der Reichstagsabgeordnete H. Franke (München) sprach über »Nationalsozialismus, Wille und Weg", er kennzeichnete die Haltung der Nationalsozialisten zur Republik und befaßte sich schließlich mit der Person des preußischen Ministerpräsidenten 'Braun und dessen Verhalten anläßlich des Kampfes um den Stahlhelm-Volksentscheid. Der Redner übte Kritik an der Politik der Sozialdemokratie, der Zentrumspartei und der Kommunisten, sprach über die Lasten deS QJoung- plan- und im Zusammenhang damit über Erfüllung-Politik und deren Auswirkungen. Wir dürften, fo führte der Redner u. a. au-, die Hilfsbereitschaft der Amerikaner nicht zu hoch etn- fchätzen, zudem fich erwiesen hätte, daß der Widerspruch Frankreichs in einzelnen Punkten genügt hätte, den Hooverplan bedenklich abzuschwächen. 3n weiteren Ausführungen wies er auf Zusammenhänge zwischen nationalen und sozialen Problemen innerhalb unserer Volksgemeinschaft hin und wandle sich schließlich wirtschaftlichen Dingen zu. Gr forderte Abkehr von dem verhängnisvollen Grundsatz des .Exports um jeden Preis", dessen Befolgung lediglich eine Schwächung des 3nlandmarkteS im Gefolge habe. Um jeboch den Innenmarkt zu stützen und zu kräftigen, sei es notwendig, die Verstaatlichung deS Geldmärkte« durchzuführen, und die dadurch frei werdenden Gelder Ser produktiven Wirtschaft zuzuführen. 3um Schluß referierte der Vortragende noch über den Kommunismus, über Theorie und Praxi- der Wirtschaftsformen in Rußland und forderte schließlich dazu auf, sich einzuvrdncn in die Reihen der Nationalsozialisten und Mitkämpfer zu sein gegen Bolschewismus und Marxismus für ein neue« Deutschland. Die Versammlung verlies ruhig. •• Visaerteilung an Nordamerika-Auswanderer. Der Norddeutsche Lloyd, Bremen, und die Hamburg- Amerika-Linie, Hamburg, teilen mit. daß neuer» ding« die Entgegennahme und Prüfung der endgültigen Visa-Anträge von Nordamerika-Auswanderern durch die amerikanischen Konsulat« zu ganz bestimmten Terminen statt- findet, zu denen die Antragsteller zum Konsulat bestellt werden. Auch die Ausstellung von Visen ich von diesen Terminen abhängig gemacht worden, die 3ntereffenten jederzeit bei den genannten Schiffahrtsgesellschaften oder bei ihren Vertretungen erfahren können. Für den Besuchs-, Geschäfts- und Durchgangsverkehr nach den Vereinigten Staaten von Amerika kommen jedoch die vorstehend erwähnten Termine nicht hx Frage. Vllen dieser Art können nach wie vor zu beliebigen Zeitpunkten während der Dienststunden bei den zuständigen Konsulaten beantragt werden. •• Der Verein ehemaliger 224er Erfurt begeht am 5. und 6. September in Erfurt fein 10. Stiftungsfest, das auf vielfachen Wunsch mit einer Wiedersehensseier aller ehemaliger 224er verbunden wird. Das Fest wird in schlichten Rahmen gehalten, wie e« der Emst der Zeit erfordert, soll es doch vor allem eine Kundgebung echter, treuer Kameradschaft sein. Eingcleitet wird die Feier durch einen Degrü- hungSabend am 5. September im Verein-lokal „Rheinischer Hof". Alles nähere ist zu erfahren beim 1. Vorsitzenden Kamerad E. Lieoke, Erfurt, Meherstrahe 26. •• Frühkarpfen al« Vorläufer des Herbstes! Dom Fischerei-Verein für Hessen wirb uns geschrieben: Die ersten kühlen Augustnächte benutzt der Teichwirt sehr gern, um kleinere für diesen Zweck betonter3 gee gnete Teiche abzulassen und die sogenannten Fmhlarpsen abzufischen. Frühkarpsen nur wegen ihrer zeitigen Ernte genannt, stehen sie in der Qualität des Fleische- und im Geschmack den normalerweise ja erst in den Monaten September Oktober zur Abfischung gclangexxben Karpfen durchaus nicht etwa nach. Und Gelegenheiten zum Karpfenessen gibt es auch im August und September allenthalben schon genug. Den deutschen Teichwirten würde eine ZunahmS des Karpfenverbrouche« nur um einige Wochen schon ein« bedeutende Erleichterung im Umsatz ihrer hochwertigen Karpfen gewähren. Handelt es sich hierbei auch nicht um Milliarden- werte, so dürfen wir doch nicht vergessen, daß die für die Züchtung der Karpfen verwendeten Landstrecken ohne diese Ausnutzung als Teiche für das deutsche Nationalvermögen als produktive Gebiete ganz ausscheiden und al« Oedland dalicgen würden. Die Bekömmlichkeit der Fischnahrung allgemein und des Karpfens im besonderen ist ja so bekannt, daß hierüber eigentlich nicht- gesprochen zu tocrSen braucht. Eiweihgehalt und Fettgehalt des Karpfens ähneln durchaus dem des mittel- fetten Schweinefleisches. Oderheffen. Landkreis Gießen. U Klein- Linden, 26. Aug. Gestern gegen 21 Uhr ereignete sich am südlichen Ort-au-gange von Klein-Linden ein Derkehr-unfall. Der bei der Reichsbahn in Dießen bedienstete Heixrrich Do Pf von Hörn-Heim, der sich um diese Zeit mit seinem Fahrrad auf dem Wege zu seiner Arbeitsstätte befand, wurde von einem Moto rradangefa hren und verletzt. Der Verunglückte konnte seinen Weg nicht mehr fortsehen und muhte mit einem Kraftwagen nach Hause gebracht werden. Ob die Verletzungen schwerer Natur sind, muh erst die Untersuchung ergeben. a. Reiskirchen, 25.Aua. Die hiesige «Spar- und Darlehenskasse hielt am vergangenen Sonntag eine außerordentliche Generalversammlung ab, deren Einberufung durch die allgemeine Geldoerknappung notwendig geworden war. Die Versammlung war sehr stark besucht. Vorstand und Aufsichtsrat hatten ihre Vorberatungen soweit gefördert, daß sie der Generalversammlung bestimmte Vorschläge machen konnte. Das Ziel der Beratungen war, Wege zu suchen, um wieder flüf- siges Geld in die Kasse zu bekommen, damit die Kasse wie seicher dem Kreditbedürfnis ihrer Mitglieder Rechnung tragen kann. Es wurde beschlossen, Die Kredithöchstgrenze von 12 000 auf 9000 Mark herabzusetzen und bis spätestens 30. Juni nächsten Jahres nach und nach 8 Prozent des empfangenen Kredits an die Kasse zurückzusühren. ' Leihgestern, 25. Aug. Am Samstag fand die 7 0. 3ahreShauPtversamm- lung des Gesangverein« „Eintracht" statt. Der 1. Vorsitzende. W. Seipp, begrüßte die stark besuchte Versammlung und gab einen Heber bl id über die im abgelaufenen DereinS- jahr geleistete Arbeit. Ein günstiges Dild gab auch Der De richt des Vereinsrechners H a a S. 3m Mittelpunkt des Abends stand die Ehrung verdienter Sänger. Dem Ehrenvorsitzenden Wilhelm Groß Haus überreichte der erste Vorsitzende mit he reichen Worten der Anerkennung im Auftrag des Hessischen Sängerbundes die silberne Ehrennadel, und vom Verein ein Dild deS Komponisten Wagner. Dem Vorstandsmitglied Wilhelm 3ung wurde für feine 30- jährige Tätigkeit im Vorstand im Auftrag des SängerbundeS die Ehrennadel „Für Verdienst" und vom Verein ein Dild des Komponisten Schubert überreicht. Des weiteren wurden die Mitglieder Heinrich Seel, Georg L u h, Georg Schmidt, Schneidermeister Karl Velten, Georg Laux und 3ohs. Faber (Reiskirchen) zu Ehrenmitglieder ernannt. df. Langsdorf, 24. August. Wie an dieser Stelle schon vor einigen Wochen berichtet wurde, ist durch eine Sammlung innerhalb der Gemeinde soviel Geld zusammengekommen, daß imfer im Weltkrieg (1917) um eine Glocke verringertes Geläute wieder ergänzt bzw. sogar um zwei Glocken bereichert werden konnte, so dah nach der Weihe vier Glocken läuten werden. Am Samstag sind die beiden neuen Glocken hier eingetroffen. Heute erfolgte nun die feierliche Einholung. Am Nachmittag bewegte sich ein stattlicher Festzug vom Bahnhof vor die Kirche. Dorreiter, Trommler, Pfeifer und die Schuljugend gingen dem sechsspännig gefahrenen und schön gefchmückten Glockenwagen voran. Alsdann folgten Gemeinderat. Kirchenvorstand und die verschiedenen Vereine mit ihren Fahnen und Standarten. Auf dem Schulschwan, dem altehrwürdigen Platze zwischen Kirche und RathauS. angefommen, hielt nach einem gemeinsamen Lied der Bürgermeister Herrnaxxn Kneipp II., der Stifter der Heinen ©Lode, eine Ansprache, in der er auf den Sinn und die Bedeutung eines Geläutes hinwies. Das gemeinsame Lied .Nun danket alle Gott" beschloß die eindrucksvolle Feier. Am kommexxden Sonntag findet die kirch lich« Weibe ber ® loden statt, die nach altem Kirchenrecht erst dann dem Gebrauch übergeben find. Mreid Friedberg. WSN Fr iebbe r g , 25. Aug. Der 13jährige Sohn de« Malermeister- 3uL Dauth in Kaichen fuhr am Montagnachmittag auf der Straße nach Heldenbergen hinter einem Erntewagen her. Plötzlich bog der 3unge mit seinem Rad nach links ab. 3m gleichen Augenblick passierte ein Auto- lieserwagen die Stelle und erfaßte den unvor- sichttgcn Radfahrer. Der 3unge mußte bei dem Zusammenstoß sein Leben lassen. < Friedberg, 25. Aug. Durch das Entgegenkommen der Sradlverwaltung erhell die Friedberger Turngemeinde, der älteste Turnverein des Gaues Hessen, als Geschenk ein Geländestück an der Turnhalle, wodurch eine Vergrößerung ber Halle durch Anbau ermöglicht wurde. Gleichzeitig formten durch die opferfreudige Ireiarbeit von Mitgliedern Verbesserungen in der 3nnenausgestaltung «der Halle vorgenommen werden. 3etzt wurde die renovierte Halle durch eine schlichte Feier ein» geweiht. Der von Studienrat Thierolf geleitete Abend brachte außer einem reichhaltigen turnerischen und gesanglichen Unterhaltung-» Programm eine Reihe von Ehrungen. An ein Zehntel der Mitglieder konnte für mehr al« 25jähr ge und mehr al- 40jährige Verein-- -xrgchör.gkeit die silberne bzw. goldene Vereins« nabel überreicht werden. Gauvertreter Schnei« der, Butzbach, überbrachte die Grüße des Turn- garte« Hessen und händigte an den um da« Frauenturnen im Gau sehr verdienten Turnwart 3 o oft den Ehrenbrief des MittelrheinM kSe.fes aus. 2$. Bad-Bau heim, 25. August. Zu einem großen gesellschaftlichen Ereignis wurde das Rationale Tanzturnier, da- auf Veranlassung des Reichsverbandes zur Pflege des Gesell- schast-tanze« zwecks Austragung der Westdeutschen Meisterschaft im großen Bühnensaal de« Kurhauses veranstaltet wurde. 3n vier Klassen wurde von insgesamt 15 Paaren um die DiegeS- palme gerungen und dabei vorzüglicher Tanzsport gezeigt. 3n der Sonderklasse, der sich da« Hauptinteresse der zahlreichen Zuschauer zuwandte. verteidigte daS Paar Fernand- G e u r t s (Bad-Bauheim) llar und überlegen den Westdeutschen Meistertitel. 3n der 8- Klass« «lang es dem Paar Kobel-Schupp vom Rot- Weiß-Klub Gießen, den zweiten Platz zu belegen. Mrei« Schotten. • Schotten, 25. Aug. Zwei Unfälle ereigneten sich am vergangenen Freitag. Ein Schüler der Volksschule stürzte beim Spiel im Schulhof gegen einen eisernen Stab des Zaunes und verletzte sich erheblich oberhalb de- Kniegelenkes. Zur selben Zeit geriet an der Straßenkreuzung am Wasserwerk oberhalb Schotten der 'Begleiter eine« Lastzüge« deS staatlichen Versuch-gute- Selgenhof zwischen den Bulldogg und den Anhänger und erlitt schwere Quetschungen. Die freiwillige SanitätS-Kolvnne Schotten war sofort xut Stelle, leistete die erste $ilfe und verbrachte Die Verletzten nach dem städtischen Krankenhau-. itrei« Alsfeld. ± Nieder-Gemünden, 24. Aua. Bei der gestern abend bei Gastwirt Soe bler statt» gefundenen Generalversammlung deS ®eflü- gelzüchtervcreinS erstattete zunächst der Vorsitzende Bericht über die kürzlich in Lauterbach abgehaltene Bezirk-Versammlung. Um einen Ueberblick über die von den DereinSmitglie- dem gezüchteten Tiere und eine gewisse Auswahl zur Beschickung der Ausstellungen zu bekommen, ift beabsichtigt, innerhalb des Verein- eine N o r - schau abzuhalten. Zuchtwart Otto So edler hat bereit- -ugesagt, die Besprechung der betreffenden Tiere im Rahmen einer Verein-Versammlung vvrzunehmen. Zum Schluß der Versammlung hielt Zuchtwart Soedler einen lehrreichen Vortrag über neuzeitliche Fütterung. 12,9 Millionen Defizit in Hessen. WSB. Darmstadt, 25. Aug. Der amt* licheMonatsausweiSfürden Monat 3ull 1931 des Rechnungsjahre- 1930, der noch nicht die endgültigen Abschlußzahlen bringt, beziffert im ordentlichen Haushalt die Mehrausgaben auf 8,643 Millionen, im außerordentlichen HauSh alt auf 4,272 Millionen Mark. Das Deftzit im Rech- nung-jahr 1930 beträgt also somit rund 12,9 Millionen Mark. Die Wetterlage. w 7 •to< Oflo wx o -------Vl n. o <51 Ä Gwerxemes O"eiiw. MdccMl » wolkig. eMdecn enegt^ ♦ Sckucc atrauMfri ■ ncstl X6rw.t'zr^)UindilJllc.«O' kN fticNri Osi «assigc* iodtodwtii q tuirmecno .Hartebccste.Sprtngt'öcke,Stachelschwein, viele Schildkröten. Schlangenbant, Straußenet. Kaffernschmuck. verich. Fell« decken, öurunt. 1 Schakaldecke besteh. auS 28 Schakalen. Beste Gelegenheit zur AuS- schmück, von Jagd- od. 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Adreßbuch der fladt und des Preises Gießen Ausgabe 1931 Die Auslieferung des Nachschlagewerkes an die Besteller hat gegen Erhebung des Vorbestellpreises von Reichsmark 8 — bereits begonnen. Der allgemeine Verkaufspreis für Nachbesteller beträgt Reichsmark 12.— ein Wirtschaftsbüfett, einen Badeofen mit Wanne, eine Ladentheke, eine Ladeneinrichtung, einen Kassenschrank, einen Eisschrank, einen Gasherd, einen Opel-, einen Helios- zwei Horch-Personenwagen, acht Lodenmäntel, einen Spie- gelschrank, drei Schweine Rauchtische, Nähmaschinen, Ditrinen, Sessel Grammophon, Schreibtische, Tische und Stühle, Vertikos, Bücherschränke, Gläserschränke, Sofas, Schreibmaschinen Büfetts, Kredenzen, Chaiselongue^ Diwan, Spiegel, Standuhren, zwei Klaviere, Kleider- schränke, Kokos- und Roßhaarbesen, Kin- derklappstühle, Holländer. Pferdchen, Puppenwagen, Kinderspiele, Fahr- und Waschleinen, Fruchtsäcke, Feld- und Klappstühle, eine Heftmaschine, 70 Dosen Obst- und Gemüsekonserven, 150 Flaschen Liköre. Bestimmt (Od wird im Versteigerung», lokal bekanntgegeben): eine Rotationsmaschine, eine Schnell- presse, einen Aga-Personenwagen. Oern Gerichtsvollzieher in Gießen Steinstraße 13 — Telephon 4101 Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abteilung B, wurde am 21. August 1931 bei der Firma h. Schafsstaedt, Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Gießen, folgendes eingetragen: Durch Peschluß der Gesellschafterversammlung vom 22. Juli 1931 sind Bestimmungen getroffen über die Person zukünftig zu bestellender Geschäftsführer. 5567D Gießen, den 22. August 1931. Hessisches Amtsgericht. In Fachkreisen bekanntes rbeinlicheS Näbrmitkelwcrk in Marzipan, Backpulver, Kremcvulver, Eis pulver u. and. Bäckerei-Spezialitäten sucht für den intensiven Besuch der Bäckereien. .Konditoreien u. CasSS dcS Bezirks Gießen, Wetzlar, Marburg und näherer Umgebung einen gut eingeführten Vertreter. ES kommen nur Herren in Frage, die entsprechende Erfolge nachweisen können. Herren, die bereits früher in verwandten Branchen tätig waren, werden bevorzugt. Ausführliche fchriitltche Angebote mit Lebenslauf u. Angabe einiger Referenzen nnier 55ä4V an den Gießener Anzeiger MM o. K. Psd. 38 Pf. Mei Psd. 48 Pf. Landbrot 4-Pfd.-Laib 65 Pf. Holländische LmsD WWW 10 Stück 75 Ps. MMM bledlSKtr.tt.7ul.rS8S Jagd! Suche la Niederwild Jagd In Ober- hcMaen zu pachten oder zu übernehmen. Offerten unt. Az. 126 an den Koblenzer General-Anzeiger, Koblenz. 5548V Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abteilung A, wurde eingetragen: 5568D Am 4. 3uli 1931 bei der Firma Wilhelm Neuhaus Nachf. 3nh. Lrnst Müller in Gießen: Die Firma ist unter Ausschluß der Uebernahme der seither im Betriebe des Geschäfts begründeten Forderungen und Verbindlichkeiten auf den Kaufmann Friedrich Hirsch in Gießen übergegangen. Die Prokura der Ernst Müller Ehefrau Else geb. Kurz in Gießen ist erloschen. Die Firma fit geändert in Wilhelm Neuhaus Nachf., Gießen. Am 1. August 1931: a) bei der Firma Günlher & weih in Gießen: Die Firma ist erloschen, b) Bei der Firma Max weih- bäcker in Gießen: Die Prokura der ver- storbenen Max Weißbäcker Ehefrau Eltsa- bethe geb. Marx ist erloschen. Der jetzigen Ehefrau des Max Weißbäcker, Wilhelmine geb. Wölker, ist Prokura erteilt. Am 14. August 1931 bei der Firma Gustav 3. Kahn in Gießen: Erna Stamm ist mit Wirkung vom 31. Dezember 1930 aus der offenen Handelsgesellschaft ausgeschieden. Die übrigen Gesellschafter setzen die offene Handelsgesellschaft unverändert fort. Am 17. August 1931: a) bei der Firma Karl Buh & Lo., Nuß-Margarine-Ver- triebsgesellfchaft in Gießen: Die Firma ist erloschen, b) Bei der Firma 5. Vock 8t Lo. in Gießen: Die Firma ist erloschen, c) Set der Firma Plank 8t Schneider in Gießen: Die Firma ist erloschen, d) Bei der Firma W. Theisebach Söhne in Gießen: Die Firma ist erloschen, e) Die Firma August höchner in Gießen. Inhaber ist der Kauf, mann August Höchner in Gießen. Am 20. August 1931: a) bei der Firma Karl waldschmidt in Gießen: Dem Kaufmann Karl Waldschmidt zu Gießen ist Prokura erteilt, b) Bei der Firma David Lu- blinski in Gießen: Die Firma ist erloschen. Am 21. August 1931 bei der Firma ' Kaufhaus Hansa, 3nh. Leo Abramowih in Gießen: Leo Abramowitz wohnt jetzt in Gießen. Am 24. August 1931: a) bei der Firma Georg Appel in Gießen: Die Prokura des Heinrich Schulz in Gießen ist erloschen, b) Bei der Firma Poppe & Co. Gießener Gummiwarenfabrik in Gießen: Die Gesellschafterin Konrad Wilh. Poppe Wwe^, Emma geb. Luft in Gießen, ist durch Tod aus der offenen Handelsgesellschaft ausgeschieden. Willi Poppe und Ria Poppe, jetzt verehelichte Wilhelms, führen die offene Handelsgesellschaft unter der seitherigen Firma unverändert weiter. Gießen, den 25. August 1931. Hessisches Amtsgericht. geg. gute Sicherheit >' ’ ' ' aVSÄlfür »le Provinz Oberheffen 100Mk.geiucht. Schr. Angebote unt. 5559D an den Gieß. Anzeig. Oberleutnant a.O. Walter Haseloff und Frau Hilde, geb. Robert haben die Freude, die glückliche Geburt eines gesunden, kräftigen Fungen bekanntzugeben Magdeburg (Zuckerbusch 10 II), am 22. August 1931 5565 D (Verschiedenes | Energischer, allerer Akademiker m.Ober- lehrerexamen erteilt gröDdl. Privalunterrichl Beste Res. zu Dienst. Schr. Ang. unt. 04847 an d. Gieß. Anzeiger. AU MU Zuverlässige MMr Damen u.Herren finden gut. Verdienst durch Verkauf von Svort- und Oberhemden fowteWäsche an Privaie. Vorstell. Donnerst, ab 10 Uhr im Babnbofsbotcl. [Stellengesuche] Braveö, ehrliches Mädchen vom Lande, 20 Z. alt, in Hausarbeit erf., f. Stellung. Schr.Ang. u.04X36a.d Gß. Anz. In welch. Geschäftsoder PitvaihauSbalt in Gießen oder Umgebung findet 24jähr. eo.einLcbrl.Mädel Heim und Wirkungskreis. In HauS und Küche bewand. Kenntn. tm Verkauf, perfekt in Stenographie «.Maschinenschreiben. Ta> schengeldu.Famtlien- anichlnß. Schr. Ang. u. 04846 a.d.Gß.Anz. 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Die Schweine- besitzer haben den Zählern die notwendigen Angaben bezüglich ihrer Schweinebestände bereitwilligst zu erteilen. Auf die Bekanntmachung des Kreisamts Gießen, angeschlagen in den Aushängekasten der Stadt Gießen, wird besonders hingewiesen. Gießen, den 24. August 1931. (5556C Der Oberbürgermeister. I.B.: Dr. Rosenberg. Donnerstag, den 27. August 1931, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen AM 1 NiWm zu kaufen gesucht. WM Sdirewmafchlne Adler 7, wenig ge- braucht, fehrpreiSw. abzugeben. Werner Deutsches RcickS- adreßbuck,3Bände, billig zu verkaufen. Südanlagel5p.°"" Seine Ml« zu verkaufen. [04849 Pfund 15 Pfennig. Bruckttraße 8 I. Birnen zu verkaufen. 04850 Löbcrttraße 3 v. 100 Ztr. prima Wiesenheu zu verkaufen. Schr. Nachfrag. unt. 04834 an fen Gieß. Anz. | Kaufgesuche | Gebr^ guter, braun. Waschtisch zu kaufen gef. Schr. Ang. mit PreiSang. n.04845 a d. Gß. 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Für den Verkauf eines erstklassigen Haushalt Artikels werden von großer leistungsfähiger Firma Vertreter(innen) gesucht. Herren oder Damen, die bereits Privatkundschaft bearbeitethaben, bevorzugt, auch geeignet für abgebaute Beamte. — Generalvertreter in den nächsten Tagen in Gießen anwesend. Schriftliche Angebote unter 5549 J an den Gießener Anzeiger erbeten.______ Fiir erstklassiges Markenöl Vertreter gesucht. Es kommen nur branchekundige verren in Frage, die nachweislich beste Verkaufserfolge erzielt haben. Anfragen an CtewerkscliaftGermania. Köln, Mittwoch, 26. August 1951 Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Nr. 198 Zweiter Blatt Aus dem Reiche der Krau. Arbeitseinteilung. Don Margarete Hodt. Diht ihr. ihr Hausfrauen, und ihr, die chr welche werden wollt, ihr Frauen im Beruf und ihr Die chr euch noch in eurer Ausbildung befindet was das Allerwichtigste ist? Die Arbeit etnitiien können! Dom Organisationstalent wird oft gesprochen. Ich glaube aber, das; bei vielen Tätigkeiten daS stolze Wort .Talent" gar nicht am Platze ist. 3n den meisten Fällen genügen schon Hingabe. Ordnungssinn, Erfahrung und ein wenig Nachdenken. Talent ist eine Gabe, die nicht jedermann besitzt, und manche Frau möchte sich damit entschuldigen, daß sie da» berühmte Organisationstalent nicht hat. Daher mag man lieber die Arbeitseinteilung als Sache deS guten Willen» ansehen. Wan kommt weiter damit. Die Arbeit richtig einzuteilen, ist in einem Hausstande viel schwerer, al» ein unerfahrener Mensch sich denkt Da» beste ist schon, so klein wie Möglich anzusangen. E» verbietet sich heutzutage oei der Wohnungsknappheit und in, Anbetracht de» Geldmangels von selbst, überflüssige Dinge, wie man in früheren Zeiten oft tat, weil sie nach der Meinung der Welt zur vollständigen Einrichtung gehörten, zu kaufen. Gott sei Dank! 3m Grunde genommen gebraucht der Mensch wenig. WaS wollt ihr mit dem Ballast, der nur Arbeit macht? 3n manchen Hausständen findet man eine Menge Kleinigkeiten: Möbel, die lediglich zur Zierde dienen, Porzellanfiguren und Nipep». Beschwert euch nicht damit! Eure Wohnung wirkt grohzügiger und vornehmer ohne den Krimskrams. Gebt ihr euer eigenes Gepräge, eure Seele! Macht sie lebendig, macht sie zu einer wirklich behaglichen, warmen Wohnstätte! DaS ist mehr wert als der Besitz von kostbaren, aber toten Dingen. Ehe die Arbeit beginnt, ist eS am besten, wenn die HauSsrau erst einmal überlegt, waS alles beschafft werden must, was daS Wichtigste dabei ist und wieviel Zeit ihr zur Verfügung steht, und zwar must sie sich deutlich die verschiedenen Situationen und ÖDcntualitäten, die der Tag bringen kann, vorstellen, ihn sozusagen im voraus. in der Theorie erleben. GS ist ratsam, wenn sie sich an jedem Abend ein kleine) Programm für den folgenden Tag aufstellt, an daS sie sich nicht sklavisch zu binden braucht, daS ihr jedoch hilft, nichts zu vergessen. 3n einigen Hausständen gibt eS einen regelrechten Stundenplan für die Woche, und die Frauen, die sich an solche Arbeitseinteilung gewöhnt haben, sind»frisch und vergnügt und haben sogar Zeit, fich mit allem möglichen zu beschäftigen, daS außerhalb ihrer HauSfrauensphäre liegt. Die Hauptsache ist, das; jede» Ding seinen bestimmten Platz bat; denn nicht- hält mehr auf, als unnötiges Suchen. Keine Arbeit darf liegen bleiben, die frisch getan werden kann. Derschvbene Arbeit bringt unter äDnständen da» ganze Hauswesen in Einordnung. Wichtig ist auch, daß, ehe die Arbeit beginnt, möglichst alles, was dazu gebraucht wird, bereit liegt. 3ährlich einmal wenigstens sollten alte, unbrauchbar gewordene Dinge beseitigt werden. E» ist natürlich lobenswert, wenn die Hausfrau ihren Hausstand allein besorgt, denn je enger der KreiS ist, desto harmonischer kann es darin zugehen. Fühlt die Hausfrau aber, daß die Arbeit ihre Kräfte übersteigt, so vertritt sie einen ganz falschen Standpunkt, wenn sie sich gegen die Annahme einer Hilfe sträubt. Eine Frau, die über ihrer Hausarbeit Mann und Kinder vernachlässigt, wird bald erfahren, daß sie von den Ihren nicht mehr so gelieot und geachtet wird, wie sie eS zu beanspruchen hat. Die Ihren haben im ganzen wenig Verständnis für das älebermast ihrer Leistungen. Sic wollen sie in erster Linie als Freundin, Beraterin und Helserin haben, nicht als Scheucrsrau. Um ihnen immer wieder ihre Liebe schenken zu können, muh sie sich gesund und frisch zu erhalten wissen. Sine gehetzte, müde Frau und Mutter, bic-naturgemäß verdrießlich und gereizt ist. läßt sich schwer ertragen. Nun verstehen manche Hausfrauen es nicht, mit der Hilfe, sei eS ein Dienstmädchen, eine Stütze oder Oer (Säugling unb feine Pflege Von Margret Halm. Das erste Gebot oernunftgemäßer Säuglingspflege heißt neben größter Sauberkeit: peinlichste Pünktlichkeit. Auf die Minute will das kleine Neugeborene besorgt fein, und es geschieht ihm in der Tat ein großes Unrecht, wenn man eS nur eine Viertelstunde länger als nötig auf Nahrung warten läßt Ebenso unrecht ist eS. wenn das Kerlchen schon einmal eine halbe Stunde früher aufwacht oder gar noch mehr, ihm Flasche oder Brust schon vor der Zeit zu- reichen. Das überlädt feinen fleinen Magen und man hat ihm damit keinen Gefallen erwiesen. 3ft eS durch irgendein Geräusch zu srüh erwacht und sonst in Ordnung, so mag es ruhig auch einmal ein wenig schreien, eS ist das dir einzige Bewegung, die die kleinen Muskeln und Lungen machen können und machen müssen, um sich zu (völligen. Voraussetzung deS Schreienlas'ens aber ist. daß der Säugling sauber liegt! Hier teilen sich die Ansichten der Kinderpflegerinnen zwar und manche möchten lehren, den Säugling nicht allein vier Stunden auf seine Nahrung warten zu lassen, sondern ebenso lange überhaupt nicht anzurühren. Das ist aber unbedingt ein Mißverständnis. und es kann keine Rede davon sein, daß man den Säugling in einer nassen oder gar beschmutzten Windel liegen läßt. Selbst wenn man MI An ang am Sage noch so oft wechseln muß. Nach lurzer Zeit schon kann man ihn gewöhnen. Schreit also unser Kind, so ist es unsere erste P licht, die Windelhöschen zu öffnen, um in der N.gel hier die älrsache deS tlcincn Mißbehagens zu finden und zu beheben. Ist es in Ordnung, so mag es ruhig um die Nahrung nach ein wenig weiter schreien. Große Pünd.ichldt in der Besorgung des Säuglings von An-ang an legt in das kleine Menschenkind den Grundstein zr innerer Ordnung, zur Ein'ügung in gegebene Maßnahmen zum Gehor'am Slnb man soll nicht glauben, daß es in den ersten Wach:n ba :iit nicht viel auf sich haben könne — gerade der eine Haustochter, umzugehen. Wenn sich die Arbeitskräfte im Hause wvhlfühlen sollen, ist vor allem wieder Ordnung nötig, denn ebenso wichtig wie da» tägliche Brot ist eS. daß die,Hilke genau weiß, was zu ihren Pflichten gehört. Ist die Arbeit nicht cingetcilt. so darf die HauSsrau sich nicht wundem, wenn die Hilfe trotz ihre» guten Gehalts c» vorzieht, sich ein andere» Arbeitsfeld zu suchen. .Heilige Ordnung, segen-reiche Himmcl-toch- ter!" Das ist ein wahre» Wort, das nicht nur für die HauSsrau gilt, sondern auch für die Frau im Berus. In großen Betrieben, die manchmal von Frauen geleitet und verwaltet werden, ist tatsächlich ost mehr als guter Wille nötig; da ist wirklich Organisationstalent erforderlich. Ist in einem größeren Betriebe die Arbeit nicht eingeteilt, dann hängt gleichsam alles in der Luft, und in solchem Drunter und Drüber geben unzählige Werte, materieller und ideeller Art, verloren. E» gibt hochbegabte Frauen, die aber durchaus kein Organisationstalent besitzen. Meisten» sind sie begeistert für alle» mögliche und ordnen fortwährend Neuerungen an. ohne zu überlegen, ob sie auch durchführbar sind. Solche Frauen verlangen von ihren Hilfskräften zumeist außergewöhnliche Leistungen und wundem sich, daß trotz allem der Erfola au-bleibt. Daß sie bei aller Begabung Phantastinnen sind, sehen sie nicht ein. Darum lernt die Arbeit richtig einteilen! Organisieren heißt lebendig machen. Ihr mögt noch so fleißig, noch so tüchtig sein — eure Fähigkeiten sind tote Werje, wenn euch der Blick für die Nutzbarmachung eurer Kräfte fehlt. Habt ihr ober erst den Segen von der richtigen Arbeitseinteilung erfaßt, so wird eure Arbeit auch von Erfolg gefrönt sein, und ihr werdet für euch und eure Mitmenschen immer neue Wege zum Glück finden. Gelee- und Marmeladekochen. Don Slly Petersen. Don Frau Elly Petersen, der bekannten hauswirtschaftlichen Schriftstellerin, erschien kürzlich „Das gelbe Ein- m a chb u ch". (Preis 2,50 Mark.) Neben den Grundregeln der Einmachkunst bringt Frau Petersen 300 bewährte Einkoch, rezepte. Dem munter und frisch im Plau derton geschriebenen Buch entnehmen wir mit Erlaubnis des Verlags Knorr & Hirth, München, folgenden Abschnitt: Gelee besteht aus möglichst konzentriertem Fruchtsaft und aus Zucker. Dieser Saft wird meist zur Geleebereitung mit gleich viel Zucker gekocht. Ist die Geliersähigkeit der Frucht aber eine große, so verringert sich die Zuckermenge. Wie lange eine Frucht zu kochen hat, kann man nie ganz bestimmt festsetzen, da die Früchte ja auch je nach der Reife mehr oder weniger Gehalt an Pektinen, an Geliermäglichkeit, an Versteifungsstoff haben. Nicht ganz reife, rote und schwarze Johannisbeeren enthalten die meisten Pektine, deshalb setzt man oft z. B. Erdbeeren, die wenig Pektine enthalten, Johannisbeersaft zu. Pflaumen, unreife Aepfel, reise Stachelbeeren und Quitten gelieren leicht. Es ist sehr wichtig, Gelee nur kurz zu kochen. Denn durch den Kochprozeß verliert das Obst an Frische, d. h. an frischem Geschmack, an Aroma. Es kann sogar passieren, daß Au lange gekochtes Apsel- flclee die Gelierkraft gänzlich verliert, dadurch daß der Zucker tväunt. So ist die Farbe verlorenge- gangen und trotzdem haben wir kein Gelee erhallen. Der Zuckerzusag muß zum Saft im richtigen Der- hältnis stehen, damit nach einer gewissen Zeit- spanne des Kochens, des Eindickens, Gelee und Marmelade „geliert". Gelee ist meistens fertig, wenn es klar ausge-. schäumt ist — wenn d(e Masse breit vom Löffel tropft. Eine Kelierprobe auf einem kalten Teller belehrt uns schnell. Wir stellen ihn an die Lust, der Saft auf dem Teller beginnt zu erstarren, das Gelee ist fertig. Es wird kochend in vorgewärmte kleine Gläschen gegeben und muß offen erkalten. Marmelade besteht aus zerkochten, recht reifen Früchten und Zucker. Aus Früchten, die oft vor dem Kochen durch -die Fleischmaschine zerkleinert werden. Soll die Marmelade kernlos werden, so macht man sich die kleine Mühe und treibt die Früchte, nachdem sie auf dem Herd geplatzt sind, durch das Haarsieb. Je mehr Zucker zugesetzt wird, desto kürzere Zeit braucht die Marmelade gekocht zu werden. Das ist wichtig für den Fruchtgeschmack, der durch langes Kochen verlorengehen würde. — Marmelade brennt leicht an! Also: Rühren, rühren, rühren! Bei einigen Arten von Marmelade — auch bei der „Confiture" — bleiben die Früchte ganz und kommen in den geläuterten oder gesponnenen Zucker. Marmelade schmeckt besser und sie ist billiger, wenn sie nicht ganz dick eingekocht ist. Sie würde sich dann aber nicht halten. Deshalb ist es angebracht, nicht ganz dick gekochte Marmelade zu steri- lifieren. Wer eine feuchte Speisekammer hat oder keinen richtigen Raum für die Aufbewahrung, der scheue die kleine Mehrausgabe nicht und wähle auch für Gelee und Marmelade Weckgläser und sterilisiere! In jedem Haushalt, der über einen Vorrat von Weckgläsern verfügt, werden sich einige finden, bei denen die geschliffene Randoberslächc ein wenig verletzt wird. Diese Gläser, die für kostbare Früchte und auch für Gemüse nicht mehr sicher schließen, sind für Marmeladen und Gelees noch gut verwend- bar. Ich benütze sie so, daß ich zwei Gummi darauf- lege (sie brauchen für diesen Zweck nicht neu zu sein, auch hier genügen bereits abgenützte) und bann die Feber Darauf lasse. Probiere also gar nicht, ob das Glas geschlossen ist oder nicht. Ich habe mit diesem Verfahren trotz einer sehr feuchten Speisekammer noch keine Mißerfolge gehabt. Der Zuckergehalt schützt Gelee und Marmelade vor Verderben. Die Zuckermenge erhöht die Gelierfähigkeit. Nun ist man auch darauf gekommen, die Fruchtpektine oder Geleestoffe aus verschiedenen Fruchtsorten zu gewinnen, — hauptsächlich aus Aepfeln. Und sie als „Opekta" in den Handel zu bringen. Der Zusatz von „Opekta" ermöglicht es uns, in etwa 10 Minuten mit wenig Zucker Marmelade und Gelee herzuftellen. Wer also Erdbeer- marmdabe, die erst nach längerem Kochen geliert, schnell Herstellen will, der setze „Dpefta" zu. Im allgemeinen werden die Gelee- und Marmeladengläschen und -töpfe nur mit angefeuchtetem Pergamentpapier zugebunden, das dann nach Festwerden des Papiers sauber beschnitten wird. Noch empfehlenswerter ist das Salizylpergamentpapier, weil Salizyl vor Verderben schützt. Beliebt ist das „Rumpapier". Das ist weißes Schreibpapier, rund in der Größe der Glasoberfläche zugeschnitten, das durch Alkohol, Kornbranntwein, Rum oder Wein- brand gezogen wird. Und auf die festgewordene erstarrte Oberfläche des Glasinhaltes gelegt wird. Besonders Vorsichtige streuen noch Salizylpulver auf dies Blättchen und entfernen es bei Gebrauch, ohne daß das Salizyl das Fruchtmus berührt. Auch das Heraufgeben von einigen Tropfen genannter Alkoholika hat sich bewährt. Es ist ja beim Einmachen so, jedes Haus hat seine Sitten, seine Tradition. Das Pergamentpapier zum Zubinden wird oft nicht mit Wasser, sondern auch mit Alkohol an- gefeuchtet. — Und wieder eine Hausfrau schwört darauf, daß doppeltes Seidenpapier durch Milch oder Eiweiß gezogen und nur mit einem Gummi- band über dem Rande des Glases befestigt, nach dem Trocknen fast luftdicht abschließt und das Gummiband bann wieber abgenommen werben kann. Normen finb ba gar nicht aufzustellen. Neu ist das Einmach-Cellophan, bas unburchbringlich für Bakterien ist unb ben Inhalt bes Glases schim- mdfrei hält. Es ist glasklar. Man kann die Oberfläche deshalb dauernd kontrollieren, ohne das Glas öffnen zu müssen. Mit Cellophan geschlossene Gläser sehen sehr hübsch aus. erste Monat ist dabei der wichtigste, was da versäumt wird, holt man nie mehr nach. Der gesündeste Au enthalt für einen Säugling ist am offenen Fenster, und solange keine Gefahr de» Heraussallens besteht, stellen wir sein Korb- chen oder den Wagen recht viel in die frische Luft. Da kann er getrost alleine stehen bleiben. Unb, vorausgesetzt, daß das Fenster nicht gerade aus einen allzu düsteren Hof geht, ersetzt dies anfänglich das Spazierenfahrcn voUauf. Sich setzen, stellen und die ersten Schrittchen unternehmen soll das Kind von sich aus und niemand sollte das Kleinkind zwingen, derartige Kunststückchen vorzeitig zu lernen. Kommt seine Zeit, so sängt es schon von ganz alleine an. ilcbcrßaupt ist jegliches Lehren sagen wir vor Beginn des dritten Lebensjahres, sehr unangebracht. Bis dahin sollte der kleine Geist sich allein entwickeln und wir haben lediglich die Pflicht, diese Entwicklung zu überwachen und leise, säst unmerklich zu lenken. Wunderkinder werden selten brauchbare Menschen. Ein großer viel- begangener Fehler aber ist es. das Kind in seiner ungeschickten Kindersprache zu imitieren oder gar zu lachen, wenn es ein Wort in seiner Weise ausspricht. So süß diese kindlichen Laute auch klingen mögen, müssen wir doch immer wieder geduldig die korrekte Sprache dem Kleinen vorsprechen, um cs sich nicht in verkehrtes Zeug hineinleben zu lassen, das ihm wieder abzugewöhnen später große Mühe und nicht selten bittere Tränen kostet. Wir wickeln heute keine Kinder mehr, wir schaukeln sie nicht, wir geben ihnen feinen Schnuk- Icr in den Mund und laufen also nicht gleich in Angst und Schrecken, wenn der Säugling einmal schreit. Mit der Erziehung aber beginnen wir — am ersten Lebenstag. Ein Wort von der Ernährung: Es ist absolut nicht notig, daß ein Kind auch r.n dritten und t? erten Lebensjahr von adern, was seine Eltern essen, unbedingt bekommen muß — auch nicht ton süßen Speisen. Kuchen und Näschereien. Das tvind beb.' in »einer g to)ßn‘.:n Nahrung, ein- । .ach.-c iras. ger ost der man wohl einen Kinder- | Pudding ober trockenen Kuchen zusetzen darf. Obstkuchen aber. Schlagsahne, raffinierte süße Speisen und gefüllte Pralinen sind dem Kleinkind unzuträglich und darum gänzlich überflüssig. Auch ein ilebermaß an Schokolade kann oftmals mehr Pein als Freude bereiten. Erprobte Rezepte. Tomatenomelette. Man schlägt sechs Eier in eine Schüssel, so daß sie möglichst ganz erhalten bkeiben und überstreut sie mit einer Messerspitze Salz. Dann schneidet man 125 Gramm reife Tomaten in feine Scheiben und gibt den ausgelaufenen Saft zu den Eiern. Nun laßt man in einer runden irdenen oder emaillierten Pfanne ein eidickes Stück Butter heiß werden. Sobald die Butter sich zu bräunen beginnt, gießt man Eier und Tomatensaft dazu und drückt bann gleich die Tomatenscheiben hinein. Man bestreut die Masse mit etwas gehackter Petersilie und schlägt sie zusammen, sobald die Eier fest sind. Die Speise muß heiß serviert werden. 3unge Hühner mit Gemüse. 6 Personen. Zwei bis drei junge Hühner werden sauber zurechtgemacht und leicht gesalzen. In eine Kasserolle gibt man einige zerschnittene Karotten, kleine oder halbierte Champignons und Dlumen- kohlroschen, gießt eine Obertasse Brühe ober Wasser dazu (falls Wasser, muß ein Stückchen Butter bei gefügt werden», legt die halbierten Hühner hinein und läßt sie auf gelindem Feuer weichdämpsen. Hieraus bindet man die Soße mit einem Löffel Weizenmehl, läßt gut durchkochen, schmeckt nach Salz und Pfeffer ab, würzt mit einem halben Teelöffel Maggis Würze und richtet alles zusammen an. (Nach Belieben können auch frischcnttemte junge Erbsen mitgebünftet werden.) Fleischbrühkartoffeln. Man nehme dazu feine leicht zerfallenden, also keine sogenannten mehligen Kartoffeln. Man schält sie, schneidet sie in mitteldicke, gleichmäßige Scheiben und kocht sie in Salzwasser etwa halbweich. Nachdem dieses Oie praktische Hausfrau. Mittel gegen M ä if f e. Ein sicheres Mittel gegen Mäuse ist wilde Kamille, ebenso Pfefferminz- traut. Man legt Bündel von beiden unter die 'Betten, Schranke, Kommoden und in die Zimmerecken. Die Mause hassen den Geruch dieser Krauter, den sie nicht vertragen können, und verschwinden bald aus den, vorher heimgesuchten Räumen. Bügeln von Manschetten. Beim Bügeln lege man ein Lineal an die Manschette und fahre mit dem Eisen entlang, so daß die Kante heraus- tritt. Dadurch verleiht man den Manschetten ein gutes Aussehen. Honig als Beruhigung»mittel. Regel- ' mäßig vor dem Schlafengehen zwei Kaffeelöffel voll Honig genossen, ist nahrhaft, blutbildend, beruhigt nervöse Personen ungemein und bewirkt angenehmen Schlaf Wer den Honig nicht allein genießen will, esse ein Stückchen Weißbrot dazu und trinke ihn in Milch ober Kaffee verrührt. (Er hat bann die gleiche Wirkung. Reinigung von kupfernen Zierge- räten. Man barf beim Putzen von kupfernen Ziergeräten nur solche Mittel anwenden, die keine Schrammen hinterlassen. Um die» zu verhüten, bereite man eine Salbe von dunkler Schmierseife und Salmiakgeist. Mit einem weichen Lappen reibe man damit den betreffenden Gegenstand ab und poliere mit einem wollenen Lappen das Gerät blank. Wenn etwas angebrannt riecht. Riecht ein Speise ober ein Getränk angebrannt, so gieße man die Masse schnell, ohne vorher umzurühren, in ein anderes Gesäß unb koche sie darin fertig. Das Eingebrannte aus dem ersten Topf ist sofort daraus zu entfernen. Verhütung des Brüchigwerdensvon Leder. Man bereitet von Zeit zu Zeit eine starke Eschenrindenabkochung unb weicht bas betreffende Schuhwerk, das nur aus Leder bestehen darf, darin ein. Wenn es trocken geworden ist, schmiert man es mit Vaselin ein, wodurch das Leder wieder biegsam und geschmeidig wird. Statt des Vaselin kann man auch Rizinusöl verwenden. Behandlung von Brandwunden. Bei Brandwunden vermeide man, wässerige Lösungen auf die betroffene Stelle zu bringen, benutze Diel- mehr statt dessen reines Fett und öd. Am besten ist ein Gemisch aus gleichen Teilen Leinöl unb Kalk- wasser, bas vor jedem Gebrauch gut durchgeschüttelt und ziemlich dick auf die Brandwunde ausgepinselt werden muß. Darüber kann man zum Kühlen eine mit Bleiessig getränkte Leinwandkompresse legen. Am tunlichsten ist es, wenn eine Brandbinde zur Hand ist, diese gleich anzulegen. Essig oder Zitronensaft? Dom Institut für GarungSgewerbe, Berlin, wirb uns geschrieben: Seit Iahrtausenben hat eS ble Menschheit ver» stauben, ben natürlichen Vorgang, be» Sauerwer» ben» alkoholischer Getränke (Wein, Vier u. bgl.) beim Stehen an ber Luft zur Bereitung von Essig auszunuhen, ja, ber Eslig war im ganzen Altertum unb im Mittelalter bi» in bie neuere Zeit hinein wohl ba» einzige Genußmittel zur Deckung bcS menschlichen Säurebebarfs. Er galt von jeher al» harmlos unb unschäblich unb würbe selbst zur Heilung aller möglichen Krankheiten als inneres unb äußeres Medikament äuge- toanbt Erst bie Gegenwart hat in ihrem Bestreben nach Vertiefung unserer ernährungS-phy- fiologischen Erkenntnisse einen Wanbel ber Auffassungen über ben gesunbheitlichen Wert be» Essigs gebracht. Man vertrat ben Standpunkt, baß Leute mit schwachem Magen unb empfindlichem Darm. Dleichsüchtige sowie Kinber sich be» EsfiggenusseS enthalten sollen, ba bie im Essig enthaltene Essigsäure bie Verbauungsorgane reize unb bie Blutkörperchen zerstöre. AIS Ersah dafür wurde ber infolge seines Vitamingehaltes für ben Körper besonders zuträgliche Zitronensaft zu Salaten unb anberen sauren Speisen empfohlen. Die Pvopaganba gegen ben Essig ver- abgeschüttet würbe, übergießt man die Kartofsrl- scheiben, bi» sie reichlich bebeckt sinb mit guter, kräftiger Fleischbrühe, bie man noch mit einigen Fleischbrühwürfeln versieht, Unterdessen bereitet man aus guter Butter, seinem Mehl unb etwas gehackter Zwiebel eine hellgelbe Schwitze, bie man, sobald bie Kartoffelscheiben weich finb, mit der darauf befindlichen Brühe zu einer sämigen Tunke verkocht, mit einer Prise Pfeffer versieht unb je nach Geschmack nachsalzt. Die Kortosfelscheiben werden in ihr gut heiß gehalten, bürten aber nicht mehr kochen, ba sie sonst an Wohlgeschmack verlieren. Wer es Hebt, kann etwas feingewiegten Schnittlauch ober Petersilie barangeben. Gulasch mit Ochsenmark zubereitet. Zwei Pfunb Hochrippe schneidet man in nußgroßr Würfel, läßt 100 Gramm Mark heiß werden, gibt das Fleisch nebst Salz unb Pfeffer, sowie Ooei zerschnittene Zwiebeln hinein unb läßt es fest zugebcckt 20 bis 30 Minuten dämpfen; dann stäubt man etwas Mehl darüber, läßt es an» ziehen, bedeckt das Fleisch mit einem Schöpflöffel Fleischbrühe, würzt mit Paprika unb läßt es in kurzer Soße noch eine halbe Stunde dämpfen. • Arme Ritter. Man nimmt dazu am besten Brötchen vom vorherigen Tage, die man durchschneidet und zehn Minuten in Milch legt Dann nimmt man sie heraus, wälzt sie in Ei und bäckt sie auf der Pfanne. Dann werden sie auf beiden Seiten mit Zucker bestreut und mit Fruchtsoße serviert; man tarnt sie auch mit Marmelade bestreichen. • Kalte RciSspeise. Ein halbes Pfund ReiS wirb in reichlich Wasser gar gekocht, doch so, daß bie Korner nicht zerkochen. Nach bem Durch» seihen be» Wassers fügt man ein Viertelpfund zerlassene, ungesalzene Butter, den »Säst von zwei Zitronen, zwei Weingläser Rum unb bie Schale einer aus Zucker abgeriebenen Zitrone sowie hinreichenben Zucker hinzu. Eingemachte Früchte dienen zum Garnieren des Reises. fehlte ihre TMrhmg nicht, so baß eS an bet Zeit war, sie auf das richtige Maß zurückzuführen. Ernste und unvoreingerwmmene Wissenschaftler haben, gestützt auf ernährungs-physiologische Versuche, eine Lanze für den Gärungsessig gebrochen und die Essigfurcht durch Wort und Schrift auf das richtige Maß zurückgeführt. Prof. Dr. von Voorden, Wien, machte auf das Ergebnis moderner physiologischer Forschungen aufmerksam, wonach die Essigsäure ein normales Stvffwechselprvdukt des menschlichen Körpers darstellt und beim Abbau des Körperfeites täglich in einer dreifach» größeren Menge entsteht, als sie bei normalem Genuß von Essig ausgenommen wird. Prof. Dr. von Voorden hat aber auch die leichte Verdaulichkeit des Essigs betont, welche eine rasche Veratmung der Essigsäure zu Kohlensäure und Wasser sm Körper noch vor Eintritt in die Vieren bedingt, im Gegensatz zu der Zitronensäure, die als körperfremde Substanz länger im Organismus verweilt und wegen ihrer schwereren Assimilierbarkeit zum Teil noch durch die Vieren zur Abscheidung gelangen muß Vun galt es noch, das weitverbreitete Vorurteil zu beseitigen, daß der Essiggenuß die roten Blutkörperchen zerstört, Bleichsucht hervorruft und für die Derdauungsorgane von Vachteil sei. Prof. Dr. Bickel von der bakteriologischen Abteilung des pathologischen Instituts der Universität Berlin hat in einwandfreien physiologischen Versuchen festgestellt, daß selbst bei einem das Vormale um ein Dreifaches übersteigenden Genuß von Essig von einer blutzerstörenden Wirkung nicht die Vede sein kann, ja daß der zu den Versuchen verwandte Weinessig sogar die VerdauungSsäfte anregte und im Gegensatz zur Zitronensäure infolge der gesteigerten Magensekretion die „Austreibungszeit" des Magens etwas verlängerte. Er hat dadurch die alten Erfahrungen von der appetitanregenden Wirkung saurer Genuhmittel wie Salate, Cssigkonserven u. dgl. bestätigt. Wir bringen heute kein nationales Opfer mehr, wenn wir dem Essig, dem Erzeugnis der einheimischen Landwirtschaft, zum Vachteil des um ein Vielfaches teureren ausländischen Zitronensaftes das Wort reden, sondern können uns mit ruhigem Gewissen dem ungetrübten Genuß wohlschmeckender Salate, saurer appetitanregender Essiggurken und der vielen anderen Speisen, die ohne Verwendung eines guten Essigs undenkbar sind, hingeben. die höchste Höhe unseveS Planeten elnrelhen. GS gibt ja noch genug drohende und unbezwungens Gipfel unter diesem Himmel, gewaltige Berg- riesen, deren Spitzen sich in die Wolken verlieren, und an denen menschlicher Tatendrang sich zu erproben vermag. Die deutschen Alpinisten haben sich daher den Kangchendzönga ausgesucht, der die Gipfelreihe des Gaurisankar und des Tschomolungma, wie der Mount Everest eigentlich heißt, nach Osten hin fortseht. Zum zweitenmal ist kurz nach Pfingsten dieses Jahres eine deutsche Expedition, geführt von dem bekannten bayerischen Alpinisten Dr. Paul B a u e r, der im Zivilberuf Votar im fränkischen Städtchen Vab- burg ist, zum Sturm auf den Kangchendzöngcr aufgebrochen. Dauer hatte schon einmal, im Jahre 1929, die erste deutsche Himalaja-Expedition auf den drittgrößten Berg der Erde geführt. Wohl mußten die deutschen Alpinisten damals angesichts des Zieles, 800 Meter unter dem Gipfel, umkehren; der Ansturm war nicht gelungen, aber die Viederlage war ehrenvoll. Der Feind, der sich ihnen entgegengestellt hatte, war unbesiegbar: der Wintermonsum, gegen den anzukämpfen Selbstmord gewesen wäre. Die Bergsteiger wurden von einer Vaturkatastrophe überrascht, die die Verbindung der verschiedenen Lager untereinander unterbrach und die ExpeditionÄLilnehmer in die ernsteste Gefahr brachte, elend zu verhungern. Anter unglaublichen Mühen wurde der Abstieg durchgeführt, der dadurch erschwert wurde, daß ein Teilnehmer, Dr. Ernst Dei gel, mit erfrorenen Gliedern von seinen Kameraden ins Tal getragen werden mußte. Die Expeditionsteilnehmer hatten nämlich', um den Rückzug überhaupt durchführen zu können, Proviant und Gepäck zurücrlassen und die Vacht ohne Zelte bei 40 Grad verbringen müssen. Die Leistung der deutschen Expedition wurde damals in Indien und England rückhaltslos anerkannt; eine englische Dergsteiger- zeitung nannte das Anternehmen eine in den Annalen des Alpinismus einzig dastehende Tat. Die Schwierigkeiten, die sich dem Vordringen in diese hochalpine Welt entgegenstellen, sind ungeheuer. Am gefährlichsten sind die häufigen plötzlichen Wetterstürze. Eine anbete ist die Votwen- digkeit, den Körper auf den immer geringe« werdenden öuftbrud und den geringen Sauer- ftoffgehalt umzustellen. Früher führte man Sauerstoffapparate mit, was natürlich die Bewegungsfreiheit der Bergsteiger empfindlich behindert«, deren Körper außerdem durch die künstlich« Atmung über Gebühr angestrengt wurde. Di« erste deutsche Himalaja-Expedition hat nun einen anderen Weg eingeschlagen. Dr. Bauer und seine Begleiter haben auf die Mitführung von Sauerstostapparaten verzichtet und sich durch wochenlangen Aufenthalt in sehr hohen Lagen und entsprechende Aebungen auf die Lustdruck- und Sauerstostverhältnisse umgestellt. Dieses System hatte den besten Ersolg. Die Alpinisten konnten auch schwere Strapazen auf sich nehmen. Auch die Unterbringung der Teilnehmer in Zelten verursachte große Schwierigkeiten. Wahrend der Expedition des Iahres 1929 wurden die Zelte in den starken« Stürmen und Unwettern umgeristen. Daher hat man auf der zweiten Besteigung des Kangchendzönga die Zelte zu Hause gelassen und die Lager in Eishöhlen ausgehauen, wo di« Bergsteiger Unterkunft fanden und neue Kräfte für die nächste Etappe sammelten. Der Kangchendzönga erhebt sich, wie Dr. Dauer in der Schilderung seines Unternehmens ausgeführt hat, aus der Umgebung einer Welt von Gipfeln, von denen mehr als zehn die Acht- tausendmetergrenze, über hundert die Siebentausendmetergrenze überschreiten. Eine dieser Eispyramiden, den Sinjolchu, nennt Dauer den unzweifelhaft schönsten Derg der Erde. Don der Aussicht, die die Alpinisten in einer Höhe von etwa 7250 Meter hatten, entwirft der Führer der Expedition dieses anschauliche Bild: „Klar bis in unendliche Fernen lag ein Stück Asiens zu un- Die Opfer des Kangchendzönga. Deutsche auf dem dritthöchsten Berg der Welt. Don Otto tlrmacher. Trägerkolonne vor dem Kangchendzönga. (Aufnahme von der letztjährigen deutschen Himalaja-Expedition.) «KA ** < ■ ® Zwei Mitglieder der deutschen Himalaja- Expedition, der Münchener Alpinist S ch a l l e r, und ein einheimischer Träger, sind, wie schon kurz gemeldet, am Vordostsporn des Kangwendzönga-Gipfels abgestürzt und einige Tage später tot aufgefunden worden. Seit die Gipfel der 2llpen bezwungen sind, haben sich die Alpinisten ein anderes Betätigungsfeld suchen müssen. Gefunden haben sie es in der ungeheuren, geheimnisvollen, unerforschten, teilweise nod> nicht betretenen Dergwelt Asiens. Da ist der Alai, wo seit 1895 R. W. Rickmers mit mehreren Begleitern und im Iahre 1913 die Pamirexpedition des Deutschen und Oesterreichi- schen Alpenvereins ihren kühnen Zielen nachstrebten. Erst vor drei Iahren hat die vom Alpenverein und der Votgemeinschaft der deustchen Wissenschaft ausgesandte große deutsch-russische Alaiexpeditivn unter Führung von Rickmers den Pik Lenin, der auf 7137 Meter geschäht wird, bestiegen und mit iym noch an die fünfzig Berge von 5000 bis 6000 Meter Höhe. Die zahlveichen Bergketten und Riesengipfel am Vord- und Ostrand des tibetanischen Hochlandes mit ihren Pässen, die vielfach höher als 5000 Meter liegen, sind von den Bergsteigern nur zum Teil betreten worden; ihre überwiegende Anzahl ist für die Alpinisten Veuland. Anders verhält es sich mit dem Gebiet des Himalaja unb Karakorum, das nach den Worten von Rickmers neben den Bergen Alaskas die vollendetste Verwirklichung des Bergsteigerideals darstellt. Auch bei der Erschließung dieses Gebietes in den letzten hundert Iahren ist der Alpinist der Pionier gewesen; freilich sind auch heute noch Gebiete von vielen Hunderten von Kilometern Ausdehnung von Bergsteigern noch nicht betreten worden. Die ersten, die dem Himalaja zu Leibe gingen, waren die Brüder S ch l a g i n t w e i t, die im Iahre 1855 eine Höhe von 6000 Meter überwanden, was für die damalige Zeit einen Rekord darstellte. Dann wurde Himalaja-Karakorum-Ge- biet die Domäne der Engländer. Immer wieder gingen in diesen Iahrzchnten Dergfteigerexpedi- lionen hinauf in die einsamen Höhen. Graham, der 1883 den Gipfel des Kabru (7320 Meter) fast erreichte und damit für 25 Iahre einen Rekord aufgestellt hatte, K o n w a Y und Druce, der sein ganzes Leben als Alpinist im Himalaja verbracht hat, das Ehepaar W o r f m a n, das von 1899 bis 1912 vielfache Reisen durch das 'Gebirge unternommen hat, der Herzog der .Abruzzen, der am Dride Peak im Iahre 1909 "fast 7500 Meter erreichte, der Holländer Ph. C. Visser, der im letzten Iahrzehnt t>rei große Desteigungen durchgeführt und darüber auch ein in Deutschland vielgelesenes Buch geschrieben hat, andere kühne Pioniere wie L o n g st a f s, die Vorweger Rübe nson und Monrad Aas, die im zentralen Himalaja tätig gewesen sind, vor allem Kellas sind die bekanntesten Pioniere des Alpinismus in dieser Gebirgswelt gewesen. Der großen Oefsentlichkeit bekannter sind die Versuche, den Mont Everest zu besteigen, die in den Iahren 1921 bis 1924 in der ganzen Welt mit Anteilnahme verfolgt wurden. Diese Unternehmungen haben die künstliche Sauerstoffzufuhr in Hebung gebracht. 1922 kamen Vor - ton, Somervell und Mallorh bis 8200 Meter, F i n s ch und Druce auf 8300 Meter. Zwei Iahre darauf erreichten (Horton und Somervell — ohne Stauerstoff — 8500, Mallory und Irvine wurden, mit Sauerstoff ausgerüstet, -um letztenmal bei 8600 Meter gesehen. Man weih nicht, ob sie den Gipfel erreicht haben. Einstweilen muß jedenfalls der Mount Everest noch als unbesiegt gelten. Der höchste Berg der Erde, der Mount Everest mit seinen 8840 Meter, ist die Domäne der englischen Alpinisten. Ihr Ehrgeiz duldet nicht, daß die Expeditionen anderer Rationen sich in den Wettbewerb um den Lorbeer.des Siegers über Das bißchen Erde. Zfioman von Richard Stowronnet. Copyright by I. Engelhorns Nachf., Stuttgart. 15 Fortsetzung Nachdruck verboten Solange er der nächstberechtigte Erbe der Hohenrömnitz gewesen, hatte er es als ein selbst- verständliches Recht empfunden, daß er als Vefse dem Oheim in der Herrschaft folgte. Ein himmelschreiendes Unrecht aber dünkte es ihn, wenn er jetzt besitzlos und heimatlos werden sollte, nur weil dcr Aelteste aus dem Hause Römnitz aus neuer Ehe einen Erben erwartete, der ihm näher stand als der Sohn des Bruders ... ©eit, er denken konnte, war er, Malte Winfried Römnitz, der vom Schicksal berufene und auserwählte Vachfolger seines ersten Ahnherrn gewesen. Ein Recht war es gewesen, das keine Willkür ihm nehmen konnte, und jetzt war es kaum das Papier wert, auf dem es geschrieben stand, weil einer im Kommen war, der ihn mit dem ersten Lallen seines Mundes von dem so lange besessenen Platze trieb ... Tausende von Meilen war er gewandert, weil ihn dies Recht in die Heimat rief und eine Pflicht, eine Pflicht, die sich ihm erst in der Vot und der Fremde offenbart hatte: fernen bereinigen Untertanen ein gerechter und milder Herr zu werden. Dein Recht war eine Seifenblase, die der Hauch eines Kindes in die Luft blies, und seine Pflichten ungeborene Geschöpfe, die im Vorsätze stecken blieben gleich treibenden Keimen, denen ein jäher Frost in der SriUj«* lingsnacht das Leben abschnitt ... Also da war es am besten, wieder umzukehren und den Weg zurückzugehen, den man gekommen war. Vur ein paar Wochen noch abzuwarten, bis man die Gewißheit hatte, in bet Zwischenzeit aber sich still zu verkriechen, um nicht bas Mi (leid dcr Vachbarn hervorzurufen, ober gar ihren Spott ... Ober, am allerekelhaftesten, ihre nachträglichen guten Ratschläge! Wie man bieses hätte vermeiden können und jenes hätte tun müssen, um als ein Braver unb Gerechter ben tüchtigen unb ungefährlichen Ochsenpfab bes Herkommens zu gehen. Vur schade, daß diese Veunmalneunweisen auf zwei Fragen keine Antwort wußten. Weshalb er gerade als ein schuldlos Bemakelter die Heimat hatte verlassen müssen, unb weshalb er bei bet Rückkehr ben ihm von Anbeginn an gebührrnben Platz durch einen andern besetzt sand ... Persönliches Unglück nannten die einen es vielleicht mit einem Achselzucken, die andern aber hatten eine halb fromme, halb abergläubische Erklärung. Tausend Eichenstämme standen zu einem Walde vereint, vom gleichen Samen gezeugt unb vom gleichen Boben ernährt. Dieselbe Sonne schien ihnen, berfelbe Regen tränkte ihre Wurzeln, nur wenn ein Un» I Wetter über sie hinzog, gab es eine Auswahl. Schwarz ballten sich bie Wolken über bem ganzen Walbe, stöhnenb unb ächzenb beugten sich alle Kronen im Sturme, ber vernichtende Strahl aber fuhr nur auf ein paar vereinzelte nieder, immer in der gleichen Bahn, ob das Wetter nun von Osten ober Westen, von Süden ober (Herben kommen mochte. Immer triebet traf der lohenbe S rahl ihren Stamm, zerfetzte ihre Kronen unb verbrannte ihr Mark, schlug sie immer von neuem, auch wenn sie als verdorrte Strünke standen, die laublosen Aeste in bie Lust gereckt. „Gezeichnete des Himmels" nannte dcr Volks* munb diese Stämme, auf bie sich aller Groll ber oben wohnenben Gewalten ehtlub. Keine einzige Schulb hatten sie aufzuweisen, als baß sie in ber ewig gleichbleibenben Bahn bes Verhängnisses ftanben. Ihre Vachbarn blieben unversehrt, richteten sich nach vorübergezogenem Unwetter triebet auf unb wuchsen weiter in 'grünenbet Pracht ... Warum unb weshalb? Müß-g war es, auf solche Fragen eine Antwort zu suchen ... Am Enbe bet etlenbestanbenen Dammallee, wo sie ins feste Lanb führte, lag bas zum Vellahner Schlosse gehörige Dorf. Zwei Reihen niedriger Katen mit kleinen Gärtchen davor, die an eine zum Sceufer parallel ziehende Straße stießen. Mitten darin erhob sich ber Wirtschaftshof mit seinen langen Ställen aus rotem Ziegelstein, bah in ter bas Wohnhaus bes Verwalters. Ein weißgetünchter Bau mit altväterischem Stroh- dache, von zwei mächtigen Linden beschirmt. Kein Licht mehr erhellte die Fenster. Alles war zeitig zur Ruhe gegangen in ber schweren Zeit bet Aussaat, bie allen Schaffenben harte Arbeit brachte. Unb Malte schritt mit einem Gefühl btr Erleichterung bie stille Straße entlang, froh, bah er niemandem Rede unb Ant- wcr: zu stehen hatte. Bis ihm mit einem Male einfiel, wie untcrfchieblich ber Abschieb vot zwei Iahren von bem heutigen Willkomm gewesen war. Damals hatte bas ganze Dorf vot bem Verwaltethause gestanben; ein dreifaches Hurra hatte ihm das Geleit auf die Reise gegeben. Heute aber hatte sich seine Wiederkehr ohne Feierlichkeit abgespielt, und auf seine verwunderte Frage hatte ber alte Leibkutscher Fuhbel ertoibert, bas läge wohl nur baran, baß ber Herr Verwalter schon am Vormittage in brin- genben Geschäften hätte nach Molhahn fahren müssen. Damit hatte er sich aufrieben gegeben, jetzt aber stellte sich ihm für bie unterbliebene Begrüßung bie richtige Deutung ein. Vicht mehr ber heimkehrenbe Herr war er diesen Leuten gewesen, sonbern nur noch ein unbeträchtlicher junger Mann, an bessen Wohl- ober Uebelwollen nichts gelegen war. In ein paar kurzen Wochen hatten sie hier einen anbern zu begrüßen, unb für ben sparten sie wohl ihre Begeisterung auf. Unb mit einem bittern Auflachen mußte er baran denken, wie er für diese Menschen in ber Frembe allerhand gute Vorsätze gefaßt hatte. Ihnen ein milder und gerechter Herr zu fein, ihr Wohlergehen stets vor das eigene zu stellen ... In dem letzten Hause der Dorfstraße, das um ein beträchtliches höher und geräumiger gebaut war als die übrigen, brannte noch eine helle Lampe hinter den blanken Fensterscheiben. Ihr Schein fiel auf einen gepflegten Garten, in bem bie Beete für bie kommende Aussaat schon sauber geharkt unb gerichtet waren. Der frisch gestrichene Gartenzaun prangte in hellem Grün, unb in bet jetzt noch kahlen Buchenlaube hatte Malte manches liebe Mal gesessen, wenn er sich nach einem stützen Pirschgange an einem Glase Milch erqutefte. „Wohl bekomm's, Herr Graf", hatte bie rundliche Förstersfrau bazu gesagt, ihr Mann aber, wie ein Zaunstecken so bürr, stand dabei unb erzählte eine seiner lügenhaften Iagbschnurren, wegen beten er berühmt war in der ganzen Gegend bis weit übet Waren hinaus ... Malte konnte ihn deutlich sehen, wie er Tische sah, die kurze Pfeife zwischen ben Zähnen, und über einer ungewohnten Schreibarbeit schwitzte. Da regte sich in ihm einen Augenblick lang ber Wunsch, einzutreten unb Guten Abend zu sagen, aber das Gefühl der Verbitterung lieh ihn wieder umkehren. Von dem biedern alten Iägers* mann hatte et's eigentlich am allerwenigsten erwartet, daß er ebenso tote die andern den Mantel nach dem von bet Hohenrömnitz her- übcttoehenben Winde hängte ... Vom Hose her kam eine ganze Meute gejagt, die beiden edein Schtoeihhunde Eota und Air.» kas, die Hühnerhunde Hektor, Tell und Diana und dazwischen die Schar der krummbeinigen Teckel. Heulend und laut bellenb stürmten sie gegen bas verschlossene Tor, drängten sich an ben Latten des Gartenzaunes, treuer als bie Menschen .. . Kaum hatte ihnen ber leise von bet Straße her ziehende Lufthauch die vertraute Witterung zugetragen, da stürmten sie heran, ben heimgekehr en Herrn zu begrüßen. Unb Malte trat an bas Tor, schob mit einem Griffe den hölzernen Riegel zurück, lieh seine alten Freunde unb Weidgenossen ins Freie heraus. Da erst gab es den rechten Willkomm ... Kein Dellen mehr war es, sondern ein jubelndes Freudengeheul, unb Malte hatte Mühe, sich in bet ihn ungestüm umbtängenben Schar auf ven Füßen zu halten. Hier griff er liebkosenb in eine faltige Wampe, dort tätschelte er einen Rücken oder beutelte einen bet Teckel am langen Behang. Im Herzen aber würbe es ihm warm, und er fand fein altes Lachen wieder ... Am Hause öffnete sich ein Fensterflügel, ber Förster steckte ben grauen Kopf heraus. „Alnkas, Toll, was ist bas für ein Spektakel? Werbet ihr wohl auf den Hof zurück, ihr Kroppzeug?!" „Lassen Sie nur, Schwarz", rief Malte lachend zurück, „sie bringen mir bloß das Hurra aus, bas ber Verwalter Bergemann und Sie vergessen haben" ... „Alm Gottes teilten, der Herr Graf! Dee Förster fuhr ins Zimmer zurück, und ein paar Augenblicke später kam er barhäuptig durch den Garten gelaufen. In seinem von Wink) und Welter rot gebeizten Gesicht, das ein struppiger Schnurrbart in zwei Hälften teilte, stand deutlich die frohe Aleberraschung geschrieben. „Vein, Herr Graf, ist das eine unverhofft« Freude! Willkomm zu Haufe und Weidmanns- Heil!" Malte schüttelte die respektvoll ausgestreckte Hand. ., , „Weidmannsdank! Aber ich wundere mich doch ein bihchen, lieber Schwatz, daß ich mir bei meinen Leuten ben Willkomm erst holen muh, sozusagen. Hat Ihnen beim ber Verwalter von meiner Ankunft nichts mitgeteilt?" „Vicht 'ne Silbe, Herr Graf! Ich hab' ihn schon seit zwei Tagen nicht gesehen, weil ich mit bie Finget krumm schreiben muh an den Holzabrechnungen für die Hvhenrömniher Verwaltung." „ , , „Vanu", fragte Malte verwundert, „was haben Sie denn mit der zu tun?" Der Förster kratzte sich ben grauen Kopf. „Halten zu Gnaden, Herr Graf, das hab ich mich Manchmal auch gefragt. Aber was soll unsereins da machen? Mit eins kommt ein Allas von Se. Exzellenz dem Herrn Erblandmarschall, der Vellahner Förster soll dtte Vierteljahr vor ber Hohenrömniher Verwaltung Rechnung ablegenk Da muß man hoch Orber parieren, nich? Va- mentlich wenn einem deutlich dabei gewunken wird, du fliegst auf die Straße, wenn du dich we'gcrst?" Malte lachte bitter auf. „Mein Herr Onkel hat es ein bißchen eilig mit ber Erbschaft für seinen komm en ben Spröß- ling. Aber ich lebe ja noch, und der andre ist noch nicht auf ber Welt! (Ha, ist gut, und toirb sich alles finberi" ... Er wollte sich mit kurzem Gruhe zum Weitergehen toenben, ber alte Iägersmann aber sah ihn mit bittendem Blicke an. „Das werben der Herr Graf mir doch nicht antun, an meinem Haus ohne Einkehr vorbeizugehen? Alnd toie soll ich wohl vor meiner Frau bestehen, wenn sie Ihnen nicht Guten Tag sagen darf? Alnter uns gesagt, Herr Graf, sie ist mir in dieser Zeit ganz wie tiefsinnig geworden unb benft immerfort nur zwei Gebauten: .Wenn unser junger Herr doch bloß gesund zu- rückkommen möchte, und, lieber himmlischer Vater, hilf, daß es da drüben in Hohenrömnitz ein rechtes nützliches lüttes Mädchen gibt!' Aber es sind auch noch andre hier, die ebenso denken" ... Da nickte Malte nur, sprechen konnte er nicht —-- (Fortsetzung folgt.) da- zwangsläufig Aufregung nach sich, katholische Kirch« betrachtet di« Derbii binbunfl. -wi SJL-tfpoit oori icn. erwartet zu dieser Veranstaltung, auf die (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Prag, August 1931. Wenn ein katholischer Bischof noch zu Lebzeiten von seiner Diözese scheidet, dann zieht " Denn die seren Füßen. Don den Bergen Tibet- biS binttn noch Bhutan schweifte da- Au^r. Die Wand und der Sporn, die un- so bitte Arbeit gekostet hatten, waren kaum mehr au sehen. Di« roten, warmen und sonnigen Hügel Tibets — kaum zu glauben, wie freundlich NeseS Land sein form! — waren gegenwärtiger al- alle Mühe und Plage der lenten Wochen. Die wilden Berge halten ihren Schreien verloren. Der Simvu, der Sinjolchu. die Twin- logen unter un-. morgenschön und nur mehr schön Da- Gefährliche war gewichen Der Himalaja, der au- den Schluchten so wild au-fah. war von hier au- gesehen, einfach gegliedert. G» ist nicht do- Gewirr von Singel, der einen schlechten Tag hatte, abwechselnd noch Kreß I. und Schmidt spielten, hatte einen schweren Stand, ebenso die Lauserreibe, In der Knau» kurz nach Beginn durch Kreß I. ersetzt wurde. Im Sturm wurde oft zu eigensinnig gespielt, da- durch und durch die Umstellungen wurden einheit- liche Aktionen vereitelt. Der Schierrichter bot eine sehr schwache Leistung. VfL. Ligareserve — Niederweisel I 10:2 (6:0). Aus dem älniversität-fportplatz standen sich am vergangenen Sonntag obige Mannschaften Im Gesellschaftsspiel gegenüber Di« Gäste stießen hierbei im DfB. auf eine Mannschaft, die in allen Teilen gut besetzt war und ein prächtige- Kombinationsspiel vorführte. Dis zur Pause kamen die Gäste kaum zum Spiel und sie mutzten sich daher sechs Tore gefallen lasten. 3n der zweiten Spielhälste spielten die DfB.er zerfahren und Dieder-Weisel kam zu zwei verdienten Trestern. DsB- spielte in folgender Aufstellung: Schwan: Seitz, Seibel: Kretz HL, Lorsch, Schäfer: Sauer, Henrich-. Post, Preis. Rühl. Jugenöfpielc. Die 1. Hugendmannschaft war spielfrei, während die 2. Jugend auf dem Platz von 1900 gegen di« 3. Jugend des PlatzbesitzerS antrat. Die 2. Schülermannschaft spielte in Wieseck gegen di« gleiche beS dortigen Turnvereins und verlor 0:1. Eine kombinierte Schülermannschaft (1. und 2.) verlor am Rachmittag in Lollar gegen di« dortige 1. Schülcrmonnschaft 0:2. Gpielvereinigung 1900 Gießen. <900 Liga fiegt in Wetzlar 4:2 Am Freitagabend kam 1900 einer Rückspiel- Verpflichtung in Wetzlar nach. Die Mannschaft ging mit gemischten Gefühlen in den Kampf, da Vie gesamte Läuferreihe ersetzt werden muhte. Trotzdem schlug sich die gewählte Vertretung überraschend gut und brachte der Liga des Wetzlarer Sportvereins auf eigenem Platz eine 4:2» Riederlage bei. Die Dlauweihen waren mit ihrem besseren technischen Spiel immer leicht im Vorteil. Schmidt im Tor, Zeiler in der Verteidigung und Wilhelmi im Sturm wirkten erstmal- wieder mit. Wilhelmi war in bester Schuhlaune, wurde allerdings von seinen Rebenleuten au-- aezcichnet bedient. Gr erzielt« alle vier Treffer für 1900. Dem Führungstreffer lieh Wetzlar den Ausgleich folgen. Aber direkt vom Anstoh weg ging 1900 erneut in Führungvhne datz ein Wetzlarer den Ball berührte. Mit 2:1 für Diehen wechselte man di« Seiten. Auch nach dem Wechsel lag Viehen mehr im Angriff. Der Mittelstürmer erhöhte auf 3:1. Wetzlar holte einen Treffer auf. Mit einem vierten Tor stellten die Dlauweihen den Sieg sicher. ... und in Alsfeld 5:4. Der letzte Sonntag vor den Derbandsspielen sah 1900 zu einem Rückspiel in Alsfeld. Die Dlauweihen konnten sich für di« bisher erlittenen Niederlagen revanchieren Der Gastgeber, wegen seiner grotzen Schnelligkeit gefürchtet, aber auch technisch gut, wurde diesmal von den Dlauweihen überboten. Gleich noch dem Anstoh entwickelte sich ein spannender Kampf, der abwechselnd beide Tore in Gefahr brachte. Als Glitsch bei einer Kopfabwehr abgedrängt wurde, kam Alsfeld zum Führungstreffer. Der AuSaleich und der Führungstreffer für Diehen liehen aber nicht lange auf sich warten. Kurz vor dem Seitenwechsel konnte der Gastgeber gleich ziehen. Rach der Pause spielte 1900 mit größerem Elan. Ein schöner Kopsbali des Rechtsauhen und eine Flanke diese- Spieler- durch den Halblinken verwandelt, ergaben bald den 4:2-Stand für Dietzen. Der hervorragend« Mittelstürmer Alsfelds holte aber im schnellen Alleingang ein Tor auf. Dann reihte aber Wilhelmi seinen beiden ersten Treffern durch eifrige- Nachsehen einen weiteren an. 5:3 für 1900. Alsfeld setzt« zum mächtigen Endspurt an und erzielte einige Ecken. Da hatte 1900s rechter Verteidiger das Mihgeschick, eine Flanke von recht- unhattbar ins eigene Gehäuse zu setzen, damit den Abstand auf 5:4 verringernd. Mit dem Schiedsrichter war man nicht immer zufrieden. Die Ligareserve konnte die im Vorspiel erlittene 8:5-Riederlage nach einem harten, schweren 2- 5>ic offenkundige unwa^ce Darücüung der Abdankung. 3- Die ärgerniserregende Verwendung kirchlichen Vermögens zu Rcpräsentattons- und Lufusbauten. 4 Die beleidigend« und taktlose letzte Grllärung gegen den Erzbischof ES ist ein« Verkehrung der Tatsachen, datz RuntiuS Eiriacci jede Kritik seiner Handlung al- unerlaubte, un- zulässige Kritik de- Helligen Vater- Nnftelft. Wir werden weiterhin offen tadeln, was die katholisch« Kirch« in ihrem Ansehen schädigen und den Feinden Anlaß zur Verbohnung geben könnte Davon wird uns auch Ne Drohung .mit unangenehmen Erklärungen und Verfügungen" nicht abhalten." Denn hier dem RuntiuS Llnwahrhastigkeit, Derfchwendung-sucht, Beleidigung de- Prager Oberhirten und ander« Dinge osten voraehalten werden, dann ist doch Nefe Sprache deutlich genug, um jcoen Kommentar überflüssig zu machen Dleibt vielleicht noch als interessantes Detail fcfteuftellcn, datz der Runtiu» sich bei der tschechischen Regierung der größten Beliebtheit erfreut, Ne beste Freundschaft aber mit den tschechischen Sozialdemokraten pflegt, die auch sein stärkster gesellschaftlicher Verkehr sind. Gr ist also gegen Ne Machthaber in Prag «sichert. Die Stellungnahme für Kordatsch ist nicht mehr al» Wahrnehmung der katholischen Interessen, wenn man von den in diesem Fall nur indirekt zur Frage stehenden deustchen Vvlksbelangen absteht. Den treibenden Faktoren bei einer unnatürlichen Trennung eine» Bischof» von seiner Diözese hat ihr Tun übrigens niemals xum Segen gereicht Skrbensky. der von Prag nach Olmüh ging, blieb auch dort nicht lange in seiner Würde, um unter- Autauchen. Bei ihm war es eigener Antrieb, der ihn nach einens anderen Bischofssitz drängte Gr lebt noch, ohne in dem einmal so heiß erstrebten Amt zu sein. Wo 1918 Ne Tschechen deutsche Aebte aus Prager Klöstern verjagten, sind Ne Klöster und Abteien verfallen und dem Untergang prei-aegeben. Die kirchlichen Recht« der Bischofsstühle lasten sich nicht ungestraft verletzen. Eiriaeci ist in Urlaub. Ob er aus ihm noch nach Prag zurückkehrt? I hintereinander fich türmenden Bergketten wie in den Alpen: nicht eine einzige s, 100- und 8OO.Mctcr Lauf, zum Kugelstoßen, Diskuswerfen, zum Hochsprung und zu einer 4X100-Meter- Staffel an. Die Teilnehmer der Klasse C starten über 50 und 75 Meter, zum Weitsprung, für Schlagballweitwurf und zu einer 4X100-Meter- Staffel. Außerdem ist die Austragung eines Drei- kämpfe» (75 Meter, Ballweitwurf und Wcitfprung) wir noch näher zurückkommen werden, zahlreiche Mitglieder der befreundeten und bekannter Vereine unserer engen und weiteren Heimat in Gießen. offen, baß sich der Nunttus zu einer Rechtfertt- aung gezwungen sah Die war aber so mager, bah sie nur erneute, verschärfte Angriffe auS- löste. Jetzt wurde Eiriacci nervös. Durch den Sprecher des Dräger Domkapitels lieh er der Umwelt verkünden, daß all« Angriffe gegen feine Versen als Angriff« wider Ne geheiligte Person des Papste- angesehen werden müßten und dem- enttprechende kirchliche Strafen nach sich zögen. Da» hat nur noch mehr böses Blut gemacht. DaS Sprachrohr der deuttchböhmischen Katholiken, daS „Egerland", repliziert«: „Wir verwabren uns mit Entschiedenheit gegen Ne Unterstellung (des Runtiu»), al» ob wir jemals gegen die Person de» Heiligen Vater» oder eine päpstliche Verlüguna polemisiert hätten. Alle Erörterungen in unseren Blättern richteten sich einzig und ausschließlich gegen eine Reihe von Handlungen de» derzeitigen RuntiuS, die tn aller Oesfentlichkevt bekannt sind und namentlich beim christlichen Volk größtes AergerniS erregen müssen. Diese Tatsachen sind: 1. Die Art und Weise, wie die Abdankung deS ErzbischosS erzwungen wurde. Dem Bericht über die Leichtathletik-Kämpfe des Mto. ist berichtigend nachzutragen, daß der VfB. nicht einen, fondern zwei erste Siege auf fein Konto buchen konnte. DfB.'Gießen. DfB. Liga — Boruffia Fulda Liga 1:7 (1:2). Di« Ligamannschaft des VfB. hatte im ersten Verbandsspiel die wohl spielstärkste Mannschaft be» Bezirks zum Gegner. Die Fuldaer Borussen spielen bei ansprechender, slüssiger Kombination und unter Bevorzugung der sehr schnellen Flügel einen au-gesprochenen Ersolgssuhball. Daß die DsBer mit solch hoher Riederlage nach Hause kommen würden, wurde trotzdem nicht erwartet. ES muß scstgestellt werden, daß NeseS Derbands- spiel nicht infolge mangelnden Können», sondern durch Uneinigkeit und Mißverständnisse in der Mannschaft und durch Ne zehn Minuten nach Spielbeginn einsetzenden dauernden llmftellungcn der Mannschaft in Nefer Höhe verloren gegangen ist. Di« Mannschaft trat in folgender Ausstellung an: Balser: Bingel, Kreß I; Lehrmund, Knaus. Leutheuter: Fehling, Wlodarek, Bärenfänger, Haupt, Schmidt, Rach sieben Minuten Spielzeit begannen bereits Ne Umstellungen und als dann Nc Spieler unter sich nicht mehr harmonisch arbeiteten, war da» Schicksal der Mannschaft besiegelt. Zum Spielverlauf selbst ist folgendes zu sagen: In der ersten Spielhälfte, die mit 2:1 für Fulda beendigt wurde, hielt sich die Mannschaft sehr tapfer. Durch einen (Elfmeter und ein Zufallstor kam Fulda in Führung. Haupt holte in feiner Manier ein Tor auf. Niemand hätte geglaubt, daß dieses Tor der einzige Treffer bliebe. Gegen Ende der ersten Spielhälfte spielte VfB. offen überlegen; die Platzbesitzer hatten alle Leute zurückaenommen. VfB. hatte Pech, von den vielen Schüssen gingen zwei an die Latte und die anderen wurden eine Beute des Torwartes. Als die Seiten gewechselt wurden, standen die Aussichten für DsB. sogar durchaus nicht schlecht. Gleich nach Beginn der zweiten Halbzeit übersah der Schiedsrichter ein klare» Handspiel des Verteidigers Enders. Kurz dar- auf wurde durch harte Entscheidung gegen den VfB. ein Elfmeter gegeben, der Dorussias Vorsprung vergrößerte und von da ab waren die DfDer nicht mehr klar in ihren Attionen. Fulda stellte insbesondere durch den schußgewaltigen Halblinken Leukers ohne große Feldüberlegenheit das Spiel in kurzen Abständen auf 7:1. Die Borusien-Mannschaft ist eingangs charakteri- fiert Sie ist unbedingt als Favorit der Südgruppe anzusprechen. Der beste Spieler der Gießener wie auf dem Platz überhaupt war Balser im Tor. Die Leistungen dieses jungen Menschen entfesielten starken Beifall. Die Verteidigung, in der außer Bischofsstreit in Prag Von unserem v.-Berichterstatt«r. Kamps revanchieren. Wetzlars Reserve mußte sich mit 3.1 geschlagen bekennen (Halbzeit 2:1). Roch überraschender gelang dies der Lehrmann- schast Sie Mannschaft korrigierte das Resultat in einem vorbildlichen Kombinationsspiel und siegte mit 6.1 (Halbzeit 2.0). Di« vierte Mannschaft siegte auch tm Rückspiel erwartungsgemäß 3:0 (Halbzeit 20) war da» Resultat. Jagen dergebnisie. 190011. Jugend - Riederweitei >. Jugend 10:1; III Jugend - VfB. II. Jugend 1:3, Schüler — VfB Schüler 1:1. D. f. K lief). In einem Freundschaftsspiel gelang e» am Sonntag der 1. Mannschaft der Rasensoieler, die gleiche Els von Steinbad) mit dem knappsten aller Resultate zu schlagen. Das Spiel, da» an sich lehr zerfahren war, orachte aber immer wieder vor beiden Toren span- nenbe Momente, und nur dem wirklich überragenden Können der beiden Torleute war e» zuzuswreiben, daß beiderseits nicht mehr Tore erzielt würben. — Einen schönen Sieg von 4:1 Toren brachte die Jugend aus Ettingshausen mit. Das Ergebnis ist um so beachtenswerter, al» die Li «her das Spiel nur mit zehn Leuten bestritten. Die Schüler gaben Steinbach» Schülern mit 1.0 das Nachsehen. Sandball im Gau Hessen (O T ) Ergebnisse vom Sonntag, 23. August Meisterklasse: Tv. Eappel I — Tv. Eölbe I 0:4 <0: 2); Tv. Doß'elden I — T u. Spv Marburg 7:3 (2:1). A-Älaff«: DsL Wetzlar II - Tv. Allendors I 6:1 (2:1); Tv. Treis I — Tv Münchholzhausen 2:5 (1:2): Pol.-Spv. Butzbach II - Tv- Pohl- Gön-I 0:5 (0:2); T. u. Spv. Butzbach II - Tv. Rieder-Mörlen I 0:6 (0:2); Tv. Dorheim I gegen Tv- Mcrkenfritz I 5:1 (2:1): Tv Gedern I gegen Tv. Hirzenhain I 6:2 (2:1). ft-Klasse: Tv Griedel I — Tv. Pvhl^ Göns II 0:3 (0:2); Tv. Klein-Linden I — Tv. Münchholzhausen II 9:1 (2:1); Tv- Krosdors I gegen Tv Niedergirmes II 9:1 (5:0); Tv. Dutenhofen I — Tv Nauborn I 2:1 (1:1). Jugendklasse: Tv Lich (Iua«nd) gegen Tv- Niedergirmes (Jugend) 2:0 (1:0). Io. Großen.Linden I — Io. Lützellinden I 9:2. Die beiden Nachbarvereine trugen ihr erste» Pflichtspiel in Großen-Linden au», da, mit 9:2 für die Einheimischen endete. Immerhin lieferten die Gäste eine gute Partie und hielten da» Spiel stet» offen allerdings fehlte e» dem Sturm an der nötigen Durchschlagskraft. Die Jugend spielte gegen Hochelheims Jugend 2:2. In Klein. Linden traten sich Klein-Lindens 1. Handballmannschaft und die 2. de» To. Münchholzhausen zum Spiel gegenüber. Infolge des guten Zusammenspiel» konnte Klein-Linden .Sieg und Punkte für sich verbuchen. Da» Ergebnis 9:1 (2:1). Schwerer Dermögensverlust derOGB. Bei dem Zusammenbruch der Münchener Dank Rüderer und Lang, deren Mittnhaber Rechtsanwalt Lang bekanntlich der Vorsitzende der Deutschen Sportbehörde für Leichtathletik ist. hat Nefe anscheinend schwere sinanzielle Verluste erlitten. Die DSB. hatte bei dem Bankhaus inS- gesamt 11 verschiedene Konten mit zusammen 160 000 Mk. Ds ist mit einer BefrieNgung wn höchstens 50 Prozent der Ansprüche zu rechnen, so daß die DSD. etwa 80000Mk. verloren haben dürfte. Unter dem bei der Dank deponierten Geld befindet sich auch der neu ein* gerichtete Olympiadefvnd». Arbeiter-Turn« und Sportbund. Gießen I — wieseck 1 2:1. Zum fälligen Kreisklassenspiel standen sich dies» Gegner am Sonntag auf Dem Trieb gegenüber. Eine große Zuschauerzahl säumte da» Spielfeld. Beide Mannschaften legten ein flotte» Spiel vor. Schon nach reinigen Minuten konnte Gießen durch einen Strafstoß die Führung an sich bringen. Auf und ab ging der scharfe Kampf. Beide Torhüter mußten reichlich abwehren, hierbei zeigte sich der Hüter der Platzbesitzer als unüberwindlich. Wieseck verlor dann seinen Halbrechten und mußte mit nur zehn Mann das Spiel bestreiten. Halbzeit 1:0. Nach Seitenwechsel sah man weiter flottes Spiel. Jetzt gaben die Gäste die Ton an und erzielten den Ausgleich. Erst wenige Minuten vor Schluß wurde au» einem Gedränge ein Handelfmeter gegen Wieseck fällig. Derselbe wird einmal abyewchrt, im Wiederholungsfälle aber zum ftegbrlngenben Tor verwandelt. Heuchelheim I — Rieder-Wöllstadt 1 5:4. Heuchelheim hatte Nieder-Wöllstadt zu Gast. Dl» Gäste stellten eine flinfe Mannschaft, die durch ihr hohes Spiel gefährliche Situationen vor dem Tor der Platzbesitzer schaffte. Heuchelheim kam wohl zuerst in Führung, die Gäste glichen jedoch bald au». Bei Halbzeit stand das Spiel 4:2. Nach dem Seitenwechsel erhöhte Nieder-Wöllstadt auf 4:3. Bi» zum Schluß errang noch jede Partei je einen Erfolg, und Heuchelheim buchte zwei wertvolle Punkte. Erbstadt I — Rmmhelm I 3:3. Naunheim war in Erbstadt zu Gast und traf auf einen gleichwertigen Gegner. Die Platzbesitzer waren tonangebend und führten bei Halbheit 2:0. Nach dem Seitenwechsel kam dann Naunheim in Fahrt und konnte, nachdem Erbstadt noch ein dritte» Tor erzielte, zum Schluß den Ausgleich Herstellen. Wetzlar I — Großen-Linden I 2:3. Die Großen-Lindener weilten zu einem Freundschaftsspiele in Wetzlar und erfochten einen knappe« Sieg. wieseck II — Großen Buseck I 2:2. Die 1. Mannschaft von Grohen-Buseck war zu einem Freundschaftsspiele in Wieseck zu Gast. Di« Platzbesitzer konnten durch einen Elfmeter-Ball in Führung gehen. Großen-Buseck ging daraufhin sehr aus sich heraus, die Wiesecker schufen jedoch bald wieder das Gleichgewicht im Feldspiel. Es gelang ihnen, noch einmal erfolgreich zu fein, während die Gäste zwei Treffer erzielten und so den Ausgleich hev» stellten. Vorher standen sich Wieseck» 1. Jugend und Großen-Busecks 2. Jugend gegenüber. Hier konnten die technisch überlegenen Platzbesitzer einen sicheren 4:0-Sicg für sich buchen. Im Spiel Rodheims Jugend gegen Wieseck» 2. Jugend blieben die Einheimischen mit 2.0 Toren sicherer Sicher. Im Spiel Wiesecks Schuler gegen Großen-Bu'ccks Schüler blieben die Wiesecker ebew» falls, mit 2:0, siegreich. Raunheim II — Waldgirmes I 5:1. Die Mannschaften lieferten sich in Naunheim ein flottes Freundschaftsspiel. Der Sieg der Einheimischen stand nie in Frage. Wirtschaft Oberheffen w.v. Nachdruck verboten Ohne Gewähr 24. August 1931 13. Ziehungstag 26.August 25. August 90779 363270 Pro> 130591 139630 133115 167649 Gießen, Fernsprecher 4120 5552 A 140702 183738 220092 272206 280406 333491 381739 der einer 4,20 58,53 112,28 20,393 16,465 169.36 22,04 112,28 59,09 2,46 112,28 81,76 36,77 72,85 4,22 58,77 112,72 20,473 16,525 170,04 22,12 112,72 59,33 2,48 112,72 82,08 36,93 73,15 22240 55033 99588 149741 189060 245132 274379 334075 42188 113172 136813 166061 188028 213093 227294 301422 326144 345495 367803 397235 74639 102415 118556 142442 189118 228782 273623 289179 336680 388697 104575 157819 194105 245223 278832 345649 114270 155902 171244 189257 215080 239979 307518 332061 355676 369502 105406 123070 156884 193188 242324 275424 290243 341592 393848 108151 159575 197917 255315 295955 352892 376966 127726 157543 178531 191338 220478 244930 308829 335513 360317 373415 108864 127500 171584 200063 243422 275759 292868 347037 123950 163100 202608 257048 315943 353661 377869 128885 158328 178931 200511 222115 257529 312111 337104 362487 379170 47033 372207 80327 183920 270313 131495 171824 201148 256067 275938 330012 371371 170632 233783 264914 321116 359678 161125 179888 201872 223934 263004 315023 338443 363126 393791 302235 122262 105167 207602 330646 134992 175393 205068 256117 277083 333228 378425 188078 234556 273923 321553 361504 18039 165858 181521 209051 224117 294845 315663 342963 364003 394076 309825 156131 108166 238212 337903 '.’lmmtantjdie Sloten....... Belgijcke Noten......... Dänische Noten Englische Noten......... Französische Sloten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Dcutsch-Lestcrreich, 4 100 Schilling Rumänische Noten........ Schwedische Noten Schweizer Sloten Spanische Noten. ..... Ungarische Noten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar fe dw auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II Wiedereröffnung der Berliner Börse am 3. September. leidet. Ist dieses Volk wirklich in Not??? 1 Mill. Mk., die offenen Reserven 600 000 Mk. Daneben steht noch eine stille Reserve, die einschließlich eines Aufwertungsfonds 450—500 000 Mark beträgt. Die Bilanzsumme liegt ungefähr bei 10 Mill. Mk. Die Debitorengesamtsumme beträgt etwas über 9 Mill. Mk. Die Gesamtrisikosumme belaufe sich ungefähr auf 1,8 Mill. Mark. Das Gesamtabschreibungsbedürfnis, das für die notwendige Reorganisation in Aussicht genommen war, berechnete man mit 1 bis 1,5 Mill. Mk. Die Hastsumme der Genossen beträgt 2 Gewinne ,u 75000 M. 168299 2 Gewinne ju 10000 M. 358382 10 Gewinne ju 5000 M. 227254 Eewinnauszug 5. Klasse 37. Preußisch-Süddeutsche (263. Preuß.) Staats-Lotterie fme WMat- diese Strümpfe 3Ile Schmerlen und weg- und Beine hebe ichjetjt. Tu die man sehen lassen kann I Ist ein Volk in Rot? Wenn es Millionen ausgibt für ausländisches Obst, während im Lande die Bäume und Straucher voll der schönsten Früchte hängen. Wenn es Millionen ausgibt für ausländisches Gemüse, während im Lande das Gemüse nicht abzu- setzen ist und wie im vorigen Herbst auf den Aeckern umgepflügt werden mußte. Wenn es Millionen ausgibt für ausländische Kartoffeln, während die Ernte im Lande nicht unterzubringen ist. Wenn es Millionen ausgibt für ausländischen Tabak, während im Lande der Tabakbauer not- Drogerie Winterhoff Kreuzplatz 10 5491 a VERTRETU nV. Autobedarf Wagener Hestingsor» . Wien.... Prag . . . Budapest . . Sofia . . . Holland . . Oslo.... Kopenhagen. Stockholm . London. . . Buenos Aires Neunork . . Brüiiel. . . 3lallen . . . Paris . . . Schweiz . . Spanien . . Danzig. . . Japan . . . Siro de Ian.. Jugoslawien. Ltliahon . . Die Berliner Wertpapierbörse wird am 3. September 1931 für den Verkehr in Wertpapieren, in- und ausländischen Bonds und ausländischen Zahlungsmitteln wieder eröffnet. Ein Terminhandel und ein handel mit fortlaufenden Notierungen finden nicht statt. Die Festsetzung des Kassaeinheitskurses beginnt um 12.15 Uhr. Der handel zu anderen als amtlich feft- 353327 372796 14 Gewinne ju 3000 M. 272673 280870 363496 34 Gewinne zu 2000 M. 120171 133799 171426 255204 266272 265055 348075 390754 Wissenschaftliche Werke Sondergeoiet aer Brühl’schen Druckerei 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 Gewinne zu 25000 M. 163628 2 Gewinne zu 10000 M. 333836 14 Gewinne »u 5000 M. 9580 74359 134616 179675 301171 386167 399961 14 Gewinne zu 3000 M. 151306 194812 235925 1,2 Millionen Mark. Der Gesamteindruck der Revision fei der gewesen, daß eine akute Gefahr für die Einleger nach dem Status nicht gegeben war. Das eigentliche genossenschaftliche Geschäft habe nur geringe Risiken mit sich gebracht, die Hauptrisikoquelle liege in den größeren Konten. — Es wurde bedauert, daß es durch das Versagen der Stadt nicht gelungen sei, die Stillhaltung der großen Einleger und damit die Liquidität der Kasse sicherzustellen, Wozu die Zentralkreditinstitute bereit waren. * Die Verwertung der Kartoffelernte. Einer Mitteilung des Amtlichen Preußischen Pressedienstes kann entnommen werden, daß In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 160129 197397 201431 213087 214883 219601 228482 243514 247746 252418 268278 325594 339079 350892 357663 369660 370042 374883 268690 321204 326262 363320 58 Gewinne zu 2000 M. 5772 16634 74041 74799 ----- 93195 100812 121670 146876 155030 197397 201431 213087 214883 219601 259759 268316 277659 278505 28729^ 297684 336234 357647 359926 360383 363513 369850 A Reinig Inh. W. Georg Waffen - Handlung Seltersweg 30/Fernr.3369 ~ ' 88 Gewinne zu 1000 M. 782 16042 19021 21720 23413 32640 48906 52364 57436 66899 72865 80848 81472 90432 91553 116143 124615 133083 - - ------ 147166 152284 155086 164214 185688 200345 230344 252185 Berliner Produktenmarkt. Derlin, 25. Aug. Der Vrotgetreidemarkt wird fast gänzlich von den vom Mehlmarkte ausgehenden Einflüssen beherrscht, da vom Export weiterhin jegliche Anregung fehlt. Weizenmehl ist trotz nachgebender Forderungen der Mühlen fast gänzlich geschäftslos, dagegen hat Roggenmehl bei unverändertem Preise laufendes Konsumgeschäft und dementsprechend gestaltete sich auch die Tendenz für Weizen und Roggen. Weizen ist reichlicher offeriert, namentlich macht sich stärkeres Angebot geringer Qualitäten bemerkbar, während die Nachfrage der Mühlen und des Handels nur sehr gering ist. Die Preise schwächten sich im Effektiv- und Lieferungsgeschäft um 3 bis 4 Mark ab. Roggen ist nach wie vor ziemlich knapp an- geboten, das herauskommende Material findet zu 1 bis 2 Mark niedrigeren Preisen Aufnahme. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a.M., 26. Aug. Es wurden notiert: Weizen 240 bis 245; Roggen 210 bis 212,50; Sommergerste für Brauzwecke 175 bis 180: Hafer, inländischer, alter Ernte 200 bis 205; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 40,25 bis 40,50; Weizenmehl alter Ernte 35,75 bis 36,75; Weizenmehl, niederrheinisches, alte Mahlung 40 bis 40,25; Weizenmehl, niederrheinisches, Sondermahlung 35,85 bis 36,25; Roggenmehl 29,25 bis 30,75; Weizenkleie 10; Roggenkleie 9,75. Tendenz: ruhig. "3270 370989 W.WWMV 158 Gewinne zu 500 M. 8992 14578 15667 ----- 23203 29187 31211 38166 39002 40747 41301 "■ 46247 49213 50536 65829 77633 1N444 Fachärzte verordnen den gummilosen jfroCCULTÄ STRUMPF qtqtnKnmpfidtrn. abend! Anifbwejien ua Beinleiden 3716667®et^n9ne7?u5600 M. 954 2245 8023 9028 10875 12769 17264 18611 18649 29802 34287 36436 36442 41660 46093 46477 47744 50714 54680 65852 396533 116 Gewinne zu 1000 M. 10371 15330 20695 22005 ----- 23902 29807 39214 39463 41135 49490 67749 78483 79831 80380 86644 96858 ----- ------ 124100 134997 Hanomag rettet die deutsche Ehre Gegen eine starke mit hochtourigen Motoren ausgerüstete ausländische Konkurrenz erhielten die drei Hanomag mit serienmäßigem Motor dreimal denl.Preisaufderlnt. Alpenfahrt. Dieser große deutsche Erfolg ist ein Beweis für die gute Konstruktion und Werkarbeit des Hanomag-Wagens. Wenn Sie sich ein Automobil kaufen wollen, dann bitten wir Sie, vorher eine kostenlose Probefahrt Im Hanomag zu machen, damit Sie sehen, was dieser hervorragende Wagen leistet. Jagd-Gewehre Jagd-Patronen Jagd-Stöcke 55500 Jagd-Rucksäcke Reinigungsmaterial und sonst. Zubehir Eingesandt. (ftür Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Die Uebertrage-Gelegenheit am Lahnwehr. Nachdem am 7. Juni d. I. ein von Marburg körn- mendes Boot andern Wehr an der Moser. Mühle gekentert ist, ereignete sich am letzten Sonn, tag zwei weitere Unfälle. Sie mu| en meiner Ansicht nach mit der Anlage des neuen Umversitats-Boots. Hauses in Zusammenhang gebracht werden Die erst vor kurzer Zeit mit großen Kosten hergestellte lieber. trage-Gelegenheit für Paddler ist sehr schwierig und bei hohem Wasserstand nur mit Kc...ergefahr zu er. reichen. Bei den Unfällen am Sonntag wurden zwei Boote vom Sog des Wehres angezogen und über das Wehr abgetrieben, so daß sie unten aus die Felsen ausschlugen. Durch geschicktes Herausspringen ind die Insassen (Mitglieder der Paddlergilde Gießen) mit Hautabschürfungen davongekommen. Fremde Fahrer, die sich auf die Angaben im Führer des Deutschen Kanu-Verbandes verlassen, können diese Gefahrenquelle nicht rechtzeitig erkennen, und weitere Unglücke können nur durch Aenderung der Umtrage-Gelegenheit vermieden werden. Ein Augenzeuge. wie im Vorjahre auch jetzt wieder das Preußische Landwirtschaftsministerium bei der Reichsregierung angeregt hat, es möge, um den zu erwartenden günstigen Ausfall der diesjährigen Kartoffelernte einer nutzbringenden Verwertung zuzuführen, eine weitgehende Verwendung von Spiritus zu Treibstoffzwecken, eventuell durch Hinaufsetzung des Bezugszwangs für Spiritus, in die Wege geleitet werden. ,, .... * Besserung in der Westerwal der Dasaltindustrie. Rachdem feit längerer Zeit der große Dasaltsteinbruch bei Hundsangen wegen Absatzmangel stillgelegt werden muhte, ist jetzt der Betrieb zum Teil wieder ausgenommen worden. Der Betrieb soll in den nächsten Tagen wieder in vollem Umfange aufgenommen werden. .. r - . ♦ Falsche Behauptungen uberMassenentlassungen bei der Danatbank. Don unterrichteter Seite wird die durch die Presse gegangene Behauptung, die Danatbank habe 1500 ihrer Angestellten gekündigt, als in dieser Form unzutreffend bezeichnet. Angesichts der Tatsache, daß die Danatbank ihren Aktionsradius verfeinert und ihren Geschäftsbereich konzentriert hat, sind bereits vor der Schalterschließung eine Anzahl Kündigungen erfolgt Es handelt sich jedoch nicht um 1500 Angestellte, sondern lediglich um 290 junge und unverheiratete Leute. Die leitenden Gehälter bei der Danatbank sind ohne Rücksicht aus die laufenden Verträge und mit Zustimmung der beteiligten Herren in stärkstem Maße herabgesetzt worden. , ., * Künftig keine Einfuhr von Weih, nachtsbäumen. Nach der Verordnung zur Ver- Hütung der Einschleppung von Krankheiten der Nadelholzpflanzen vom 3. Juni 1930 ist die Einfuhr von Tannen-, Fichten- und Kieferpflanzen sowie von Teilen solcher Pflanzen, wie Wcihnachtsbäume, Bindegrün usw., verboten. Die Einfuhr von Weih- nachtsbäumen war im vorigen Jahr jedoch ausnahmsweise von Fall zu Fall zugelassen worden, da die Kaufverträge über Lieferung von Wech- nachtsbäumen zum Teil schon abgeschlossen waren, bevor die Verordnung erschien. Wie die zuständige Regierungsstelle nunmehr mitteilt, muß das Verbot in Zukunft streng durchgeführt werden. Dement- sprechend können auch Weihnachtsbäume nicht mehr zur Einfuhr zugelassen werden. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Im Gewinnrabe verblieben: 2 Dramien zu fe 5000W 2 Gewinne zu je 500000, 2 zu je 3*000, MÄ 1ÄVÄ XfÄ 54?zu je 8000, 1592 zu je 2000, 8184 zu je 1000, 5186 zu je 500, 15752 zu je 400 Mark. Kreis Schotten. * Eichelsdorf, 25. Aug. Vor einiger Zeit wurde, wie berichtet, ein gewisser H e r b st wegen Unterschlagung verhaftet. Man hatte angenommen, daß es sich bei dem Verhafteten um den früheren Werkmeister des Himmelsbach-Sägewerks in Nidda handele, der angeblich Versicherungsgelder unter- chlagen haben soll. Nunmehr ist festgestellt worden, daß es sich hierbei um eine Verwechslung handelt. Der frühere Werkmeister Herbst ist überhaupt nicht fest genommen war- den, sondern lebt in Freiburg i.Br. Der Verhaftete hingegen, der ebenfalls Herbst heißen soll, etwa'3000 Marx Umschlagen^zu h°aben. 9 ' I gestellten Kursen sowie das ^^^us wetter^r^ (T) Aus dem Kreis Schotten, 24. Aug. Kurse in den vorsenraumen ist bis auf weiteres ver- Bei der amtsärztlichen Untersuchung wurde bei bolen den Samstagen des Monats Sep- vielen Kindern die Anlage zur Kropfbil- (embec 1931 bleibt die Börse geschlossen. 3n dung festgestellt. Man beabsichtigt Becken mit einer in denen der festzustellende Kurs von dem Jodlösung aufzustellen da die Vogelsberger Lust sabotierten Kurs derart abweicht, daß der arm an Jod sei.Besondere'werden sur Schulkind ^„unterschied unter Berücksichtigung des gesamten Fursorgemaßnahmen geplant. Kursnioeaus und der allgemeinen Marktlage keine preupen. Begründung findet, wird die R o t i; gestrichen fftimoffor im S'dlinUä werden. In Fällen, in denen sich Angebot und Rach- Schwere Unwetter tm^aunus. ( bc(fcn> unb ein Ausgleich durch heran- LU. Frankfurt LM^ 25. Aug^ ^m Taunus TB älterer Interessenten nicht erreichbar ist, 2Un»e ™ tCu Ä g e m f=U repartiert werben; iftbie Keportierungp. Aeqen das die Straßen der Dörfer in Seen quote zu klein, so wird auch hier die Notiz ge- verwandelte. Die Eisenbahnstrecke Lors- strichen werden. de^F«eb dni^ ErläuterungenzumNeich-bankauSweis Zeit nur eingleisig aufrechterhalten werden konnte. VOtU 22. AUgUst. Auch die Dahnstrecke zwischen Raf au und Dau- ^m Ausweis der Reichsbank vom fenau war mehrere Stunden überflutet. 22 August 1931 hat sich in der dritten August- Kreis Wetzlar. totxbe die gesamte Kapitalanlage der Bank in * Wetzlar, 25. Aug. Der Leiter des hiesigen Wechseln und Schecks, Lombard- und Effekten Arbeitsamtes Därwinkel ist heute im hie- um 1533 Millionen auf 3153,6 Millionen Mark siqen Krankenhaus gestorben. Bärwinkel wurde verringert. 3m einzelnen haben die Bestände gestern abend in einem Zustand in das Kranken- Qn Handelswechseln und Schecks um 152,5 Mu- Haus eingeliefert, aus dem zu erkennen war, daß Iionen auf 2951,5 Millionen Mark und ßombarfr- er anscheinend eine größere Dosis Schlafmittel ^5^ um o,7 Millionen auf 99,1 Millionen zu sich genommen hatte. Seit einiger Zeit schwebt 2Nurk abgenommen. Bestände an Relchsschatz- gegen einen Angestellten des hiesigen Arbeits- wechseln sind nicht vorhanden. amtes ein ^1 n t e rs u chu n gsv e r f a h ren 2In Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen wegen Unterschlagung amtlicher Gelder in einem fammen finb 193.0 Millionen Mark in Betrage von etwa 23 000 Mark. Dieser Angestellte lassen der Reichsbank zurückgeflossen, und zwar hat in der Untersuchung einen Teil der Schuld &er Umlauf an Reichsbanknoten um 187,5 auf Därwinkel geladen, so daß derUntersuchungs- Millionen auf 4049,8 Millionen Mark, deriemge richter auch gegen diesen die Voruntersuchung an Rentenbankschemen um 5,5 Millionen auf ausdehnte. Bärwinkel war feit einiger Zeit aus 3g78 Millionen Reichsmark verringert. Unter dem Dienst beurlaubt. Ob Bärwinkel an benlln- Berücksichtigung, daß in der Berichtswoche Ren- terschlagungen beteiligt war. steht noch nicht fest, tenbankscheine in Höhe von 42 445 Mark gezählt O Krofdorf, 24. Aug. Der vorn Wild auf den toor£)cn finö haben sich die Bestände der Reichs- Feldern angerichtete Schaden ist in diesem Jahr 6anf an Rentenbankscheinen auf 29,8 Millionen besonders groß. Dementsprechend muß die Gemeinoe ^Nark erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit höhere Vergütungen an die geschädigten Landwirte 532 5 Millionen Reichsmark eine Zunahme um zahlen. An den Jagdpächter ist das Ersuchen ge- ? Q Millionen Mark. richtet worden, mehr Rotwild ab zu sch ie- Die De stände an Gold und deckungs- hen. Da dieser aus jagdlichen Gründen das An- fähigen Devisen haben sich um 3,2 Millio- sinnen ablehnt, hat er um E n t b i ndu ng v 0 m nßn auf 16796 Millionen Reichsmark verringert, Jagdvertrag nachgesucht. Es steht noch mchl allerdings bemerkt werden muß, daß sich fest, ob dem Antrag stattaegebcn wird. die Destände der Reichsbank an Auslandwechseln * Hohensolms, 24. Aug. Oberstleutnant a. D. leichzeitig um 15.1 Millionen Mark erhöhten, v. Lohberg, der im vorigen Jahr zum Burger- ^7? Inen haben die Goldbestände um 77000 meister gewählt wurde, erlitt am «onntag bei (marf 13659 Millionen Mark zugenommen, einer goldenen Hochzeitsfeier in Blasbach einen ^stände an deckungssähigen Devisen um Schlaganfall. Er mußte sich in ärztliche -oe- l Millionen auf 313,8 Millionen Mark abge- handlung begeben. nommen. Die Deckung der Roten in Gold Maingau. und deckungsfähigen Devisen beträgt 41,5 Pro- Großer Einbruchsdiebstahl aufgedeckt. senk gegen 39,7 Prozent in der Vorwoche. WSR. Frankfurt a.M., 25-Aug. Ein jun- . ger Packer, der in einem Frankfurter Geschäft • Zur Zahlungseinstellung in der Goethestrahe angestellt war, stahl dort im Darmstädter Vv I t s b an k. 3n Laufe eines Jahres für rund 65 000 Mark Pressebesprechung unter dem Vorsitz des Auf Konfektionswaren. Zusammen mit einem sichtsratsvorsitzenden R v h l wurden von neutra- Komplicen verstand er es, nachts fünfzehn- bis ler fachverständiger Seite einig«^ Angaben zu, dem sechzehnmal in den Laden des Geschäfts ernzu- vorläufigen Status der in ^^^ngs^chwierlgkei dringen und jedesmal eine Unzahl von Gegen- ten geratenen Darmstadter ^olkLbank gemacht ständen mitzunehmen. Als die Kriminalpolizei Rach einer genauen Prüfung durch' den Wies am Montag überraschend in seine Wohnung ein- badener Revislvnsverband des Status p^ 30 drang, beschlagnahmte sie ein ganzes Lager Juni gegenüber der letzten Bilanz haben sich fei feinster Oberhemden. Damenstrümpfe, Sport- ncrlei wesentlichen Veränderungen ergeben Da strümpfe, Pullover, Handschuhe usw. Die Gegen- nach betragen die Dankforderungen zirkG 2,6 Mil stände wurden in den Bekannten- und Der- Iionen Mark, die Debitoren ebenfalls rund 2,6 wandtenkreisen der beiden Diebe verkauft, und Millionen Mark und die Spareinlage zirka1 zwei zwar zu geradezu lächerlich billigen Preisen. Die Millionen Mark 2lu Akzepten seien zirka 450 000 Polizei ist einer Anzahl von Händlern aus der Mark verbucht, das Eeschaf^guthaben betrage rd. S?ur Es besteht die Möglichkeit, daß die An- > < ™ 600 000 ™ gelegenheit noch weitere Kreise ziehen wird. Beide Täter leugneten zuerst hartnäckig. Auf Grund des erdrückenden Beweismaterials bequemte sich schließlich einer der beiden, ein Teil- geständnis abzulegen. Wo die vielen gestohlenen Gegenstände untergebracht sind, steht noch nicht fest. Sonderbar ist übrigens, daß die bestohlene Firma von dem Verschwinden der Waren in dem ansehnlichen Betrage von 65 000 Mk. während eines ganzen Jahres nichts gern er ft hat. WSN. Frankfurt a.M., 25. Aug. Eine unangenehme Ueberraschuna erlebte am Sonntagabend ein Privatier in der Moselstraße, als er nach Hause kam. Im Laufe des Nachmittags hatten sich Einbrecher mittels Nachschlüssels Eingang zu^, seiner Wohnung verschafft. Im Schlafzimmer erbrachen sie einen Sekretär, in dem sie außer einem Säckchen mit altem Silber ge 11» im Betrage von 550 Mark noch 2000 Mark Bargeld oorfanden. Außerdem nahmen die Täter drei Trauringe und einen alten Trommelrevolver mit. — Ein weiterer Einbruch, der sich ebenfalls lohnte, wurde in eine Wohnung in der Wolfgangstraße verübt. Hier erbeuteten die Diebe Schmucksachen im Werte von etwa 15 0 0 Mark. BmINche Jlotiemng Amtliche Notierung ffielö Ättef Geld »rle, 10,59 10,61 10,59 10,61 59,18 59,30 59,18 59,30 12,47 12,49 12,45 12,49 73,43 73,57 73,43 73,57 3,057 3,063 3,057 3,063 169,78 170,12 169,78 170,12 111.49 112,71 112,49 112,71 112,49 112,71 112,49 112,71 112,54 112,76 112,54 112,76 20,449 20,489 20,458 20,498 1,173 1,177 1,173 1,177 4,209 4,217 4,209 4,217 58,70 58,82 58,68 58,80 22,03 22,07 22,03 22,07 16,495 16,535 16,495 16,535 81,94 82,10 81.94 82,10 37,21 37,29 37,36 37,44 81,64 81,84 81,77 81,93 2,078 2,082 2,078 2,082 0,261 0,263 0,261 0.263 7,423 7,437 7,413 7,427 18,55 18,59 Banknoten 18,55 18,59