5s??* Ä?£ 2®Ä’ h?au^s Jvs?^ ■i4(;> ™r ?*«jj ,er Turner QrL 3uhfv"8artcn ^uppenenro- KngeAl-. V? t°$ W«Q[[ä. ^rddnHZ $le"> indem rinr -ransloltcie ®c. I sein wich. Dos 5*, auf toei. ^?gung in der 'se.rur Schau ge, »tamienmarfocr- ?'Etigkeit das ^Wr Hnben, >ur -biehprämiie» l^t rechi zusiie- ach. Testern abend er. Bahnübergang aus ‘tounfan. Der I ^eu-Maor kamen gegen 19 Uhr ^ogelsbergzug, der gen der Unüber- merken und einen rmeiden, doh er lick herumrih und nmast fuhr Ser öigt, der Fahrer Hungen davvnge- cm der Maarcr. bersichtlichkeit b?-" nvglichst bald mit icbten. nden. 1931. 20.30 Uhr, piinkk. rden. |L Tabbatseier den ihr: Eanistag vor- atausgang 9.40. - ;Q; abends 7.15 Ubr. Ausgabe5 können< ;h Zinsen* gleichen können7 ,en K- iU’ch^’blS 5000 - Hr. 147 Erstes Blatt 181. Jahrgang Zreitag, 26. Juni (951 Eriche,ni ic> glich, antzei Sonntag» and Feiertag» Beilagen vir □nu’tnert» Cteßenet FamlltenblLUe» ßetwat an Bild T)te Scholle monats«Be$ugspret$; 2.20 Neichsmard und 30 Neichspsenntg für Träge» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Serafpred)anfd)lfifle anterSammdnummer2251 Anschrist für Drahtnachrichten Anzeiger -teste» Postscheckkonto: gta* ffuri am DIoln 1168« GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vru6 und Verlag: vrühl'sche Untverfitälz-Vuch- nitö Stetnöniderei v. Lange tn Stehen. Sdfrifileitung and Geschäftsstelle: Zchulstrahe r. Annahme van Anzeige» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspsennig; für Ne- Klameanzeigen von 70 mrx Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20', mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. DerantwoNlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, iämUich in Gießen. Fortschritte des Hoover-Planes. Washington verhandelt noch über die französische Antwort, ist aber optimistisch gestimmt. Oer deutsche Ministerbesuch in Paris im Juli. Washington ist optimistisch. Washington. 25. Juni. (ÖIB.) Nach langen Verhandlungen zwischen Präsident Hoover. Staatssekretär S t i m s o n und Unterschahsekretär Mills ist am Mittwochabend an Schahsekretär Mellon die Anweisung ergangen, sich aus zwei Tage nach Pari» zu begeben, heute früh setzten Hoover, Slimfon und Mills ihre Verhandlungen fort. Die von dem amerikanischen B o t - fchaster aus Paris eingegangenen Nachrichten lauteten so ermutigend, daß Staatssekretär Stimsvn sich entschlossen hat. an feinem ursprünglichen Reifep 1 an fest zuhalten. Er wird daher am Samstagnachmittag mit dem „(Tonte Grande" nach Neapel absahren. Er wird sich kurze Zeit in R o tn aushalten und von dort ungefähr am 17.3uli nach Paris weiterfahren. In Berlin wird er etwa am 21. Juli eintreffen, von Berlin wird er sich nach London begeben und nach längerem Erholungsaufenthalt In Schottland Anfang September nach Amerika zurückkehren. Im Staatsdepartement wurde betont, dah man die gegenwärtige Lage als in Ueberein- ftimmung mit der von Hoover angestrebten Entwicklung für soweit geklärt halte, dah Stimson es wagen könne, eine zwölftägige Seereise anzutreten. In Europa werde Stimson durch persönliche Fühlungnahme und durch das Gewicht seiner hohen Stellung viel dazu beitragen können, die Einigung über die notwendigen Details der einjährigen Zahlungspause durch- zusehen. Im Staatsdepartement ist man der Ansicht, dah der G r u n d st e i n für das Gelingen des Hoover- Vorschlages glücklich gelegt fei. von jetzt ab dürfte für die nächsten Wochen der Schwerpunkt der diplomatischen Arbeit in Europa liegen. Inzwischen werde Präsident Hoover sich in Washington darum bemühen, die innenpolitische Annahme seines Vorschlags durch den amerikanischen Kongreh sicherzustellen. Da schon jetzt die Mehrzahl der Parlamentarier dafür gewonnen sei, dem Hoover-Vorschlag ihre Zustimmung zu geben, sehe der Präsident der weiteren Entwicklung der Dinge mit grohem Optimismus entgegen. Amerikanische Rückfrage in Paris. Paris, 25. Juni. (DTB.) haoas verbreitet am späten Abend folgende Auslassung: Vie französische Regierung hat noch keine Antwort von der amerikanischen Regierung auf die A b - ünderungsvorschläge erhalten, die sie gestern auf den Vorschlag Hoovers hat machen lassen. Jedoch hat die amerikanische Regierung nähere Angaben betreffend die technische Durchführung über den von Frankreich gemachten Vorschlag der ungeschützten Annuität (3nconblfionnel) durch Deutschland und zu der Gewährung einer Anleihe an Deutschland durch Vermittlung der Jnternatio- nalen Zahlungsbank erbitten lassen. Man folgert daraus, dah die amerikanische Regierung die f r a n - zösische Antwort nichs zurückweist, sondern eine methodische Prüfung ihres 3 n h a 11 s vornimmt. Washington revidiert die pariser Antwort? Washington, 25.3unL (WTB.) Staatssekretär Stimson hat heute folgende Erklärung abgegeben: „3d> führe meinen ursprünglichen Reiseplan aus. Es hat sich nichts ereignet, um ihn umzustohen," Stimson lehnte es nach wie vor ab, bekanntzugeben, dah et die französische Antwortnote erhallen habe. Dieses Verhalten wurde hier wieder dahin gedeutet, dah man sich um die Revision des Textes der französischen Antwort bemüht hat und eine solche offenbar auch durch- gesehl hat. Stimson wird auf seiner Europareise von seinem Privatsekretär Klots, von seinem Adjutanten Regnier und von einem Chiffreur begleitet werden. Klots gehört nicht zum eigentlichen Beamtenstabe Stimsons: er stellt vielmehr private Gutachten für den Staatssekretär her. A. a. hat er bereits solche über internationale Finanzfragen und über Eowjetruhland erstattet. Stimson sieht die Verhandlungen als günstig an. Washington, 25. 3unt (WTD.) Stim- son erklärte in einem Interview mit Pressevertretern, dah er auf Grund von zwei Besprechungen mit dem französischen Botschafter Claudel den Derlauf der Verhandlung über den Moratvriumsvvrschlag als günstig ansehe. Ein französischer Bericht über die Lage. Paris, 26. Juni. (WTD. Funkspruch.) Haras berichtet aus Washington, Staatssekretär Stimson habe gestern eine längere Unterredung mit dem französischen Dvtschafter gehabt. Rach dieser Unterredung erklärte S.imson, seine Aussprache mit dem fra zösischen To schaster über die Verhandlungen wegen des Hooverschen Vorschlags seien ermutigend gewesen. Der Eindruck, der sich aus dieser Unterredung abzuzeichnen scheine, fo berichtet havas weiter, fei, dah die USA. geneigt feien, die Berechtigung gewisser Argumente des französischen Gegenvorschlags anzuerkennen und dah das Staatsdepartement diesen gegenwärtig prüfe. Auf eine Anfrage der britischen Dotschaft habe das Staatsdepartement mitgeteilt, Präsident Hoover zähle Belgien zu den Hauptgläubigermächten Deutsch! ands, und es entspreche deshalb seinen Absichten, dah Delgien zu seinem Vorschlag Stellung nähme. Gtimsons Ausgabe in Europa London, 26. Juni. (WTB. Funkspruch.) „Times" berichtet aus Washington, Stimsons Beschluß, schon am Samstag nach Europa abzureisen, ist auf die Ueberzeugung zurückzuführen, daß jetzt die Zeit gekommen ist, wo er mit Mellon persönlich an den inossizlellen Besprechungen und Verhandlungen teilnehmen kann, die in Europa im Gange sind. Stimson wird weiterhin sehr an den Aufsichten der Abrüstungskonferenz interessiert sein, aber am meisten werden ihn die Besprechungen über die Einzelheiten des hoover-Plans beschästigen. Das französische LhequerS ist sicher. Oer Zeitpunkt der Zusammenkunft noch nicht bestimmt, aber im nächsten Monat. Paris, 26.3uni. (WTB. Funkspruch.) Soweit die TUorgenblätter sich mit dem Zeitpunkt des Besuches des Reichskanzlers und des Reichsauhenminlsters in Paris beschäftigen, sprechen sie, wie auch der „Watin", von den ersten Tagen des 3 u l i, einzelne nennen den 4. 3uli. Der Besuch würde bis zum 6. 3 u l i dauern. Nach dem, was von unterrichteter Seite belannt geworden ist, kann jedoch festgestellt werden, dah alle diese Angaben verfrüht sind. Der Pariser Berichterstatter der „Times" berichtet, die Bemerkung Brünings, dah er eine persönliche Fühlungnahme mit den französischen Staatsmännern für die (Erörterung der fra nzösisch-deutschen Beziehungen begrüben würde, hat in Paris e.n bereitwilliges Echo gefunden. Ls sei eine der gün- ftigen Wirkungen des hooverplans, dah der Weg zur Wiederaufnahme der französisch- deutschen Verhandlungen gewiesen werde. Die französische Regierung werde im Lande viel Unterstützung für jeden Schritt finden, der eine Besserung der Beziehungen mit Deutschland in Aussicht stelle. Nach dem Inkrafttreten des Hoover-Plaues. D e r 1 i n, 25. Juni. Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, sind die Meldungen, wonach bereits eine französische Einladung an den Reichskanzler und den Acichsauhrnminister vvrliegen soll, falsch. Es ist selbstverständlich, dah am Mittwoch in der Unterhaltung zwischen D r i a n d und dem deutschen Dvtschafter über die Anregung des Kanzlers gesprochen worden ist. Aber bisher ist weder eine Einladung erfolgt, noch ein Zeitpunkt für die Zusammenkunft festgesetzt worden. Die französische Regierung hat den Gesandten sehr freundlich ausgenommen. Ihr wäre offenbar sogar daran gelegen, dah der Besuch recht bald erfolgt. Die Abwesenheit des Kanzlers und des Auhen- ministers von Berlin ist aber unmöglich in dieser Situation, die jeden Augenblick neue Überraschungen erfahren kann. (Es ist deshalb notwendig, zunächst zu warten, bis eine Klärung über die Durchführung des hooverschen Vorschlags erzielt worden ist. Erst dann wird Frankreich offiziell anfragen, ob eine Einladung erwünscht ist, und darauf wird man sich über den Zeitpunkt des Besuchs verständigen. Die Zusammenkunft selbst gilt aber schon jetzt als sicher, und zwar wird sie noch im nächsten Monat stattfinden. Nicht überstürzen! Berlin, 26. Juni. (TU.) Zu dem Rätselraten über den Termin der deutsch-französischen Ministerbesprechung wird von der ^DAZ." darauf hingewiesen, es könne unter keinen Umständen in Frage kommen, daß wir uns auf einen Termin festlegen liehen, der die Gefahr biete, dah unser Verständigungswille gewissermahen gegen den Hoover-Plan ausgespielt werde. Der Wunsch nach einer Beschleunigung der Zusammenkunft gehe durchaus von der französischen Seite aus, weil man dort die drohende Isolierung fatal genug empfinde. Deutschland habe durch den Mund des Reichskanzlers ein äuherstes Maß, von Entgegenkommen und Verständigung bekundet. Jetzt könnten wir warten: es habe keinen Sinn, das Ergebnis der Aussprache gleich dadurch vorauszunehmin, dah einseitig auf unsere Kosten die französischen Wünsche berücksichtigt werden. vor der 3nkraflsehung des Hoover-Planes wäre die Zusammenkunft höchst bedenklich. Sie könne sehr gut bis nach Fortsetzung der Besprechungen mit den englischen Staatsmännern und dem Besuch Stimsons hinausgeschoben werden. polnisches Echo. Warschau, 25. Juni. (WTD.) Die Rundfunkrede des Reichskanzlers Dr. Brüning wird in einer halbamtlichen Auslassung als Ankündigung der Reichsregierung ausgelegt, sich den Tendenzen zu widersetzen, die eine Anspannung in den Beziehungen zwischen Deutschland und seinen Rachbarn, also auch Polen, herbeiführen wollten. Die polnische Regierung sei stets der Meinung gewesen, dah nur in einer entsprechenden Atmosphäre zwischenstaatlicher Entspannung eine wirtschaftliche Stabilisierung Europas durchgeführt werden könne. Die nächste Zukunft müsse zeigen, in welchem Umfange die vom Reichskanzler angekündigte Politik verwirklicht würde. ' Das Regierungsblatt ^Gazeta Polska" versichert, dah die polnische Regierung seit einer Reihe von Jahren konsequent an der Herstellung von guten Beziehungen zwischen den beiden Völkern arbeite. Dieses Bestreben habe auch in der Ratifizierung des Liquidationsabkommens und des Handelsvertrages durch das polnische Parlament Ausdruck gefunden. Der Reichskanzler könne überzeugt sein, dah er stets auf polnischer Siribe Verständnis und Bereitwilligkeit für die weitere Zusammenarbeit der beiden Völker finden werde. pariser Kommentare. Paris, 25. Juni- (TU.) Unter der Voraussetzung einer Einigung mit Amerika über den Hooverplan zeigt sich die französische Presse, die vom Quah d'Orsay inspirier- ist, einer Zusammenkunft Brünings und Curtius' mit Laval und Briand sehrgeneigt, sofern die deutschen Staatsmänner mit positven Vorschlägen hier eintreffen. Das katholische „Ervir" sieht in dem Besuch Brünings eine ausgezeichnete Gelegenheit, den Reichskanzler um eine offene und ehrliche Erklärung über die wahren Ziele seiner Politik zu bitten, sowie darüber, warum trotz der Friedensversicherungen von feiten der deutschen Regierung jede persönliche Haltung Frankreichs mit einer feindlichen Kundgebung in Deutschland bea" wortet Verde (!). Wenn man in Deutschland Frankreich den Vorwurf mache, sein Recht zu hartnäckig zu verteidigen, so dürfe man nicht vergessen, dah die französische Haltung sich nut darauf gründe, dah Deutschland seinen elementarsten Wünschen oft keine Aufmerksamkeit schenke. Der „T e m p s" steht einer deutschen „Che- quers-Reife" nach Frankreich wohlwollend gegenüber, betont aber, dah persönliche Aussprachen zwischen den Ministern der beiden Länder oft zu großen Enttäuschungen geführt hätten. Es sei allerdings möglich, dah die nunmehr geplante Zusammenkunft bessere Erfolge zeittge. Dieser Erfolg hänge in erster Linie davon ab, auf welchem Gebiet der Reichskanzler die Unterredung zu führen gedenke. In der nationalistischen „Liberte" schreibt D a i n i l l e , daß dem Besuch Brünings nichts entgegenstehe. wenn die vorgesehenen Besprechungen wirklich freundschaftlicher Ratur seien und es sich dabei nicht darum handele, Theater zu spielen. Amerika soll, der „Times" zufolge, bereit fein, dem französischen Wunsch nach einer Aen« derung des Vorschlages, die die Unversehrtheit des Poungplanes aufrecht erhält, weit entgegenzukommen. Wenn ein Plan ausgearbeitet werden könne, der die französische Ocffent- lichkeit davon überzeuge, dah der Poungplan nicht für dauernd aufgehoben werde und der zugleich die öffentliche Meinung in den USA. davon überzeuge, dah die amerikanischen Opfer eine wirkliche Hilfe für Deutschland bedeuten, fo würde die amerikanische Regierung einen solchen Plan fast sicher annehmen. Um Einzelheiten über seine bevorstehende Europa- tour befragt, sagte Stimson, die Verhandlungen über den Hooverplan seien an einem Punkte an- gelangt, wo sie sich so gut entwickeln, wie man nur erwarten konnte. Natürlich gebe es stets Detailfragen, deren Erledigung Zeit brauche, aber man habe gute F o r t> schritte gemacht und, da verschiedene wichtige Verabredungen für ihn in europäischen Hauptstädten getroffen worden seien, so habe Präsident Hoover ihm geraten, den ursprünglichen Reise- plan festzuhatten. Die Verabredungen beträfen Konferenz en mit verschiedenen europäischen Außenministern und ein Diner beim Präsidenten der französischen Republik. Er werde vorn 9. bis 15. Juli in Italien sein, also nicht zum französischen Nationalfeiertag in Frankreich eintreffen, und er plane nicht eine Zusammenkunft mit Macdonald und Henderson in Berlin, wo er erst am 21. Juli ankommen werde. Oie Lage in der französischen Kammer. Paris, 25. Juni. (WTB.) In den Wandel- ggngen der Kammer rechnet man damit, daß die morgige Jnterpellativnsdebatte über den Vorschlag Hoovers, in die wieder der Abgeordnete Frank lin-Bvuil- l o n eingreifen wird, bis spät in die Rächt dauern wird. Man bezeichnet diese Debatte als die wichtigste außenpolitische Aussprache der letzten Jahre, gerade im Hinblick daraus, daß im Laufe des heutigen Tages innerhalb verschiedener Fraktionen der Regierungsmehrheit und der Opposition, sowie zwischen Vertretern der einzelnen Fraktionen Verhandlungen stattgefunden haben. Wan behauptel, dah man versucht habe, eine Umgruppierung sämtlicher parlamentarischen Kräfte um die Regierung Laval herbeizusühren. und dah entsprechende Bemühungen morgen fortgesetzt werden würden. Die Vertreter verschiedener Fraktionen, u. a. Herriot als Vorsitzender der Radikalen Fraktion, Sybille, Vorsitzender der LinksrePubli- [einer und Laurent-Eynac, Vorsitzender der Radikalen Linken (Fraktion Loucheur) haben einmütig die Ansicht vertreten, dah die mtägige Debatte Personen- oder Parteifragen, überhaupt jede innenpolitischen Erwägungen ausschalten müßte. 3n diesem Geiste soll auch die Tagesordnung, die von der Regierung als Abschluß der Diskussion angenommen werden wird, ausgearbeitet werden. Der Text dieser Tagesordnung werde, so erklärt man, die Antwort der französischen Regierung auf Hoovers Borschlag billigen und dem amerikanischen Angebot im Hinblick auf eine europäische Zusammenarbeit zustimmen, jedoch nicht verfehlen, auf die Tknanta st Harke i t des Voung- Planes und der darin enthaltenen Grundsätze anzuspielen. Oie Stellungnahme der Sozialisten. Paris, 25. Juni. (WTB.) Die sozialistische Kammerfraktion hat in ihrer heutigen Sitzung die Stellungnahme ihres Vorstandes zur Hoover- attion gebilligt. Sie wird weiter die Regierung ersuchen, die Anregung des deutschen Reichskanzlers, deutsch-französische Besprechungen abzuhatten, g ü n st i g zu beantworten. Morgen werden die Sozialisten die Regierung In der Kammer auf die notwendige Verbundenheit von Moratorium, Finanzabkommen und Wirtschaftsabkommen mit der allgemeinen Abrüstung Hinweisen. Mellon in Paris. Paris, 25. Juni. (WTB.) Staatssekretär Mellon ist heute 17.45 Uhr aus London kommend in Paris eingetroffen. Er wurde vom Chef des Protekolles und vom amerikanischen Botschafter empfangen. Mellon lehnte es ab, auf die an ihn über die aktuellen Probleme gestellten Fragen zu antworten, und begab sich sofort in die Botschaft der Vereinigten Staaten. Die amerikanische Botschaft gibt folgendes Kommunique heraus: Schahsekretär Mellon, der heute nachmittag von London einge- trosffen ist, hat längere 3eit mit dem ame- I rikanischen Botschafter konferiert und sich dann in einer einfachen Höslich- I keitsvisite zu Finanzminister Flandin be- geben. Der erste Kontakt mit der französischen Regierung wird am Freitag auf einem Frühstück stattftnden, das der Ministerpräsident Mellon gibt. England handelt schon. London, 26. Juni. (IDIB. Funkspruch.) In Verfolg der Entscheidung der britischen Regierung, Hoovers Vorschlag anzunehmen, ist, wie ,Limes" berichtet, den Regierungen, die vereln- barungsgemäh ihre Kriegsschulden an Groß- britannien in Raten zahlen, mitgeteilt worden, dah weitere Zahlungen dieses Jahr nicht erwartet werden. 3n wichtiger Mission nach Paris. London, 25. Juni. (WTB.) Macdonald hat Lord Onslow, den Präsidenten der Vereinigten Ausschüsse des Oberhauses, gebeten, sich nächst« Woche in wichtiger Mission nach Paris zu begeben» Oer Besuch in Berlin. "London, 25. Juni. (WTB.) 3m Unterhaus« teilte heute Unterstantssekretär C l Y n e S mit, dah Premierminister Macdonald und Außenminister Henderson die Einladung d«s deutschen Reichskanzlers zu einem Besuch in Deutschland mit großer Freude angenommen hätten und am 17. 3ult in Berlin eintreffen würden, wo sie bis zum 20. 3uli zu verbleiben gedächten. Italien erklärt. Rom, 25. 3uni. (WTB.) Agenzia Stefcmi meldet: Die italienische Regierung teilte der englischen, der französischen und der deutschen Regierung offiziell mit, dah 3talten den Hoover-Vorschlag an- nimmt. Auf Veranlassung des Regierungschef- fand heute morgen im Ministerium des Auswärtigen eine Zusammenkunft der Minister des Auswärtigen, der Finanzen und des Gouverneurs der Dank von 3talien statt mit dem Zweck, dite notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um eine rasche und genaue Ausführung des Hoover-Dorschlags ab 1.3uli sicherzustellen. Boischasterempfänge in Rom. Rom, 25. 3uni. (WTD.) Die Blätter berichten, daß Minister Gr an di gestern und heute vormittag den deutschen Botschafter von Schubert, den amerikanischen Botschafter Gar- ratt und den englischen Botschafter Graham empfangen habe. Belgien prüft nach. Brüssel, 25.3uni. (WTB.) Die Antwort Belgiens auf den Vorschlag Hoovers wird auch heute nicht nach Washington mitgeteilt werden, da die belgische Regierung noch mit der Prüfung des Vorschlages beschäftigt ist. Besprechung mit den Vertretern Deutschlands und Englands. Brüssel, 25. 3uni. (WTB.) Wie „Vingiöme Eiöcle" meldet, hatte Ministerpräsident Renkin in Anwesenheit des Außenministers Hymans eine wichtige Unterredung mit dem deutschen Gesandter!. 3m Anschluß daran hatte er eine Besprechung mit dem britischen Bosch a f t e r. -Ivü-Mllionen Dollar-Kredit für die Reichsbank. Berlin, 25.3uni. (WTB.) Zur Befriedigung des Ultimobedarfs hat die Reichsbank mit der Dank von England, der Federal Reserve-Bank von Reuhork, der Bank von Frankreich und der Bank für 3 n - ternationalen Zahlungsausgleich Abkonrmen geschlossen, durch die eine R e d i s - tontmöglichkeit in ausreichendem Umfange gesichert ist. 3ede der vier Banken beteiligt sich an dem auf 100 Millionen Dollar bemessenen Gesamtbetrag mit einein Viertel, d. i. mit einer Summe bis zu 25 Millionen Dollar. Der Gegenwert wird auf Verlangen der Reichsbank zu deren Verfügung bei der Dank für 3nternationalen Zahlungsausgleich in Dasel eingezahlt. Das hessische Zentrum hinter Brüning. WSR. Mainz, 25. 3uni. Der Landesausschuh der Hessisch«n Zentrums Partei hielt hier «ine Sitzung ab, in der Reichstagsabgeordneter Dr. B o ck i u s «in Referat über Rotverordnung und Reparationsproblem hielt. Das Ergebnis der Versammlung wurde in nachstehender Entschließung festgehalten: „Der Landesausschuh der Hessischen Zentrumspartei spricht dem Reichskanzler Dr. B r ü n i n g, der den heldenhaften Versuch macht, das deutsche Volk und den deutschen Staat zu erhalten, v o l l st e sV er trauen aus. Die Hessisch« Zentrumspartei bittet den Reichskanzler, dahin zu wirken, daß unerträgliche Härten der Rotverordnung im gegebenen Zeitpunkt beseitigt werden, insbesondere wird es notwendig sein, dah ein Weg gefunden wird, der die hohen Pensionen herabseht." Ausführlich befaßte sich die Sitzung mit der Frage der Grohpensionäre. Man gelangte einstimmig zu der Ueberzeugung, daß Reichsregierung und Zentrumspartei alle Mittel anwenden müssen, um diese nach der rechtlichen ©eite so schwierige Frage zu lösen und die hohenPensionen zu kürzen, entsprechend der Rot der Zeit. Der Brotpreis. Entschließung im Hessischen Landtag. Darmstadt, 25. Juni. (WSN.) In der heutigen Sitzung des Dritten Ausschusses des Hes - tischen Landtags entspann sich eine längere Aussprache über einen Antrag des Zentrumsabge. ordneten Wesp, der gegen die Brotpreis, erhöhung einen Protestantrag eingebracht hatte. Der Ausschuß sprach die Erwartung aus, daß die Regierung fortlaufend ihre Bemühungen zur Senkung des Brotpreises energievoll fortsetze. Gleichzeitig brachte der Ausschuß sein Bedauern darüber zum Ausdruck, daß es der Reichsregie- r u n g nicht durch geeignete gesetzliche Maßnahmen gelungen ist, den gespannten Zeitoerhältnissen entsprechend eine Brotpreiserhöhung zu verhindern. Die neuen Ozeanftüge. Die amerikanischen Ozeanflieger Post und C a 11 g bei ihrer nächtlichen Ankunft auf dem Flugplatz Tempelhof. — Links neben den Fliegern: Ministerialrat Brandenburg vom Reichsministertum. F.C.HALL SPÖH'WJW ............... 1 'M V MM 1^. Wdik Links: Die dänischen Flieger Holris und Hillig, die 13 Stunden nach Catty und Post zu einem Transozeanflug nach Kopenhagen starteten.— Rechts: Der japanische Weltrundflieger Fukuma (rechts), der, aus Moskau kommend, zur selben Zeit wie die amerikanischen Flieger in Tempelhos landete. Oie Amerikaner in Moskau gelandet. M o s k a u, 25. 3uni. (WTB.) Die beiden amerikanischen Flieger Post und Catty, die heute früh auf ihrem Weltrundflug in Berlin gestartet sind, sind um 17.30 Uhr auf dem Moskauer Flugplatz gelandet. Die Flieger wurden bei ihrer Ankunft von Vertretern des Kommissariats für Luftfahrt, der zivilen Luftflotte und der sowjet- russischen, amerrkanischen und englischen Presse begrüßt. Oie dänischen Ozeanflieger in Krefeld. K r e f e I b, 25. Juni. (WTB.) Wie vom Flughafen Krefeld mitgeteilt wird, sinh die beiden dänischen Ozeanflieger, die gestern um 7.30 Uhr Reuyork verlassen haben heute um 17.30 Uhr in Krefeld notgelandet. Wie sie erklären, haben sie sich über Spanien und Frankreich verflogen. Die beiden Flieger sind nach kurzem Aufenthalt um 18.45 Uhr nach Kopenhagen gestartet. Oer bisherige Augverlauf. Krefeld, 25. 3uni. (WTD.) 3n einem Gespräch mit dem Vertreter des WTB. erklärten die dänischen Ozeanflieger H i l l i g und H o l r i s, daß sie während des ganzen Fluges sehr schlechtes Wetter hatten und während 13 Stunden größtenteils in 4000 Met«r Höhe über den Wolken flogen. Heute früh seien sie durch ein Loch in den Wolken tiefer gegangen und zunächst über dem Wasserspiegel weitergeflogen, bis sie gegen 11 Uhr europäischer Zeit Festland — vermutlich Spanien — erblickten. Sie flogen dann, ohne eine Landung vorzunehmen, über Frankreich und gingen kurz nach 17 Uhr auf dem Krefelder Flugplatz nieder, urti Benzin einzunehmen. Die Duvchschnittsgeschwtndigkeit während deS ganzen Fluges betrug etwa 180 Kilometer. Die beiden Flieger machten einen sehr f r i - sck»en Eindruck und nahmen im Krefelder Flughafen nur eine kleine Erfrischung zu sich Während des Fluges haben sie sich ausschließlich von Schokolade ernährt. Auf dem Flughafen fanden sich bald nach Ankunft der Flieger der Polizeipräsident und sein Stellvertreter sowie zahlreiche Pressevertreter und Photographen ein. Der Start des mit d«r dänischen und amerikanischen Flagge geschmückten Flugzeuges zum Weiterflug ging um 18.45 Uhr glatt von- statten. Die Flieger hoffen, noch vor Eintritt der Dunkelheit in Kopenhagen eii zutreffen. Das Flugzeug ist eine 797 XW Bellanca mit einein 300PS- Wright-Whirl-Wind-Motor ausgestattet. Es handelt sich um dieselbe Type, mit der Chamberlain und L e v i n e 1927 ihren Ozeanflug durchführten. Der Apparat ist ein Eindecker und etwas kleiner als die „Bremen" Köhls und Hünefelds. Hvlris hat während des ganzen Fluges allein gesteuert. Zwischenlandung in Bremen. Bremen, 25. Juni. (WTB.) Die dänischen Ozeanflieger haben auf dem Fluge von Krefeld nach Kopenhagen eine Zwischenlandung in Bremen vorgenommen. Das Flugzeug wurde zum erstenmal um 20.15 Uhr über Bremen gesichtet, und zwar, wie gemeldet, in Richtung Hamburg weiter- fliegend. Gegen 22 Uhr kehrte es jedoch wieder zurück und ging wegen Dunkelheit auf dem Bremer Flugplatz nieder. Die Flieger, die die Nacht in Bremen verbringen werden, werden wahrscheinlich morgen früh den Weiterflug nach Kopenhagen antreten. Zreihm-voni-Stem-Aier im Reichstag. Berlin, 25. 3uni. (WTB.) Anläßlich des 100. Todestages des Freiherrn v v m S t e i n hatte der Westfalenbund Groß-Berlin heute abend im Plenarsaal des Reichstags zu einer Gedenkfeier eingeladen. Bor der Präsiden- tentribüne war auf weiß-rotem Tuch inmitten eines riesigen Lorbcerkran^es die Büste des Freiherrn vom Stein ausgestellt. 3m Rainen des Westfalenbundes Groß-Berlin hieß Rechtsanwalt Forkenbach die Erschienenen herzlich willkommen, darunter Reichskanzler Dr. Brüning und Reichsminister T r e Viranus, die preußischen Minister S e v e r i n g und Dr. Höpker-Aschoff. Als Erster brachte Reichsminister Trevira- nus den Wunsch zum Ausdruck, dah das deutsche Volk wieder beseelt werden möge von dem Geiste Steins, dem Schöpfer und Schaffer der deutschen Ration. Sodann ergriff der preußische Innenminister Severins das Wort, wobei er u. a. ausführte: Es ist vielleicht das Bezeichnende der augenblicklichen geschichtlichen Epoche, die wir in Deutschland erleben, daß wir unseren Blick richten in die Vergangenheit, um nach Situationen zn suchen, die den heutigen ähnlich sind, uns aufzurichten an dem Beispiel das Führer unseres Dolles in früheren schicksalsschweren Zeiten gegeben haben. Führer fein heißt, Dienst am Volke uneigennützig zu verrichten. Stein war ein solcher Führer. Er war in jedem Augenblick bereit, alles aufs Spiel zu fetzen. wenn es der höhere Dienst am Volke verlangte. Sein Rame wird ewig leuchten als ein Zeichen dafür, was ein großer Charakter in scheinbar verzweifelter Lage des Vaterlandes vermag. Mit dem Gesang des Westfalenliedes leitete dann die Derliner Liedertafel von 1897 zur Festrede des Ministerialdirektors v. Leyden über. Der Redner schilderte zunächst den Lebenslauf des Freiherrn vom Stein und zeigte die Faktoren auf, die zu dem großen Reformwerk dieses Staatsmanns führten. Er verwies auf die Bedeutung der Rassauer Denkschrift vom 3uli 1807, die den Gesamtplan einer Reuorganisation des Staates, die Einführung der Selbstverwaltung, die Trennung von 3ustiz und Verwaltung und die Befreiung des Bauernstandes umfaßte, ferner auf die Geschichte vom Oktober 1807 über die Befreiung des Bauerntums und auf das Hauptwerk Steins, die Städteordnung von 1808. Dr. v. Leyden zeigte die doppelte Rolle Rapoleons im Leben des Freiherrn vom Stein auf, der einmal auf Betreiben des Franzosenkaisers vom preußischen König in den Staatsdienst berufen, dann aber auf Veranlassung Bonapartes wieder entlassen werden mußte. 3n Rußland gelang es Stein, das Bündnis zwischen Preußen und Rußland herbeizuführen. 3edoch vermocht« er es nicht, die Einigung der deutschen Ration und eine deutsche Volksvertretung auf dem Wiener Kongreß durchzusehen. Der Redner schloß damit, daß es Steins heißer Wunsch sein würde, wenn er heute unter uns lebte, daß Deutschland einig sei. Rach der Gedenkrede Dr. v. LehdenS verlas der Bundesvorsitzende Dr. Fvrkenbach daS Telegramm deS Reichspräsidenten und sprach den Rednern und Vortragenden den Dank des Westfalenbundes aus. Worte besonderen Dankes richtete Dr. Forkenbach an den Reichskanzler, der trotz seiner giwhen Arbeitslast erschienen sei. Er bitte ihn, zum Schluß! der Feier einige Worte an die Versammelten zu richten. • Reichskanzler Or. Brüning nahm hierauf das Wort zu einer Schlußansprache. Er wolle, sagte er, nur wenige Wort« sprechen. Das zieme einem Westfalen und zieme auch im Augenblick dem verantwortlichen Staatsmann in dieser entscheidenden Stunde unserer Geschichte. Dann fuhr der Kanzler fort: Die Aufgaben der Geschichte wechseln. Rie kehret Gleiches wieder. Aber eines bleibt in jeder entscheidenden Stunde eines Volkes dasselbe: Das ist der Geist, mit dem an eine Aufgabe heranaegängen wird. Und wenn ich Sie bitte, ein« Mahnung von d«m heutigen Abend mitzunehmen, so ist «s die Freiheit, wie sie Freiherr vom Stein gemeint hat; die Freiheit, wie wir sie aus unserer Heimat kennen. Sie ist in erster Linie Gebundenheit, Verpflichtung, Opfersinn, Verantwortlichkeit, Gemeinsinn. Das sind di« Dinge, die die bürgerlich« Freiheit begründen. Das sind die Dinge, die in der bürgerlichen Freiheit wieder di« national« Freiheit ermöglichen. Wollen Sie dieser Mahnung gerade in diesen Tagen eingedenk fein! Es kann einem Volke auch in schwerster Lag« und schwerster Stunde niemals schlechter gehen, wenn es sich eingedenk ist, daß die Freiheit nut durch Opfer, durch Verpflichtung, durch Verantwortung erkämpft wird. Und es kann einem Volke der Weg zur Freiheffl nie verbaut werden, wenn Männer und Frauen sich bewußt sind, dah Beharrlichkeit und Hoffnung und unablässig zäh« Arbeit eine- Tage- doch zum Ziele führen müssen. Und mit Westfalens ungebeugten deutschen Söhnen und Töchtern rufe ich Äe auf und bitt« Sie, sich zu erheben und mit mir einzustimmen in den Ruf: Unser deutsches Vaterland, es leb« hoäh! Mit bem Gesang des Deutschlandlieve- schlich die Feier. Gruß und Wunsch -es Reichspräsidenten. Berlin, 25. Juni. (WTB.) Der Westfalen- -und Groß-Berlin hat an den Herrn Reichspräsidenten folgendes Telegramm gerichtet: „Bei der Freiherr vom und zum Stein-Feier de» Westfalenbundes Groß-Berlin huldigen wir und die hier vertretenen Heimatoereine aller deutschen Stämme Ihnen, Herr Reichspräsident, der Sie die deutsche Reichseinheit durch Ihr hohes Amt verkörpern, eingedenk der Wort« Steins: , Ich kenne nureinBaterlandund das heißt Deutschland'. Westfalenbund Groß-Berlin." Der Herr Reichspräsident hat hierauf das Folgende geantwortet: „Den zur Gedenkfeier für den Freiherrn vom und zum Stein im Plenarsitzungssaal des Reichstags versammelten Mitgliedern des Westfalenbundes und ihren Gästen danke ich für ihr freundliches Meingedenken bei der heutigen Veranstaltung. Die Erinnerung an den großen Preußen und Deutschen Freiherrn vom und zum Stein, der in den Jahren tiefster nationaler Not es verstand, alle Kräfte im Volke zu wecken und zum Wiederaufbau nutzbar zu machen, muß gerade uns in der so schweren Gegenwart eindringlich mahnen, alle Kraft zusammenzufassen und einzusehen zur Ueberwindung der Not und zum Wiederaufstieg unseres Vaterlandes. Mit freundlichen Grüßen v. Hindenburg, Reichspräsident." Aus aller Wett. Fahr! des Schienenzeppelins von Berlin nach Düsseldorf. Berlin, 26. 3uni. (WTB. Funkspruch.) Der Propellertriebwagen fuhr heute um 4.25 Uhr vom Bahnhof Stadion Grünewald über Charlottenburg, Wihleben nach dem Betriebsbahnhof Grünewald, wo er nach halbstündigem Aufenthalt um 5.30 Uhr die Fahrt über Magdeburg, Hagen, Wuppertal nach Düsseldorf antrat. Auf dieser Fahrt darf der PropellerwagenI nur eine Höchstgeschwindigkeit von 90 Kilometer erreichen, um entgegenkommende Züge nicht durch Steinschlag zu gefährden. Der Wagen bleibt bis Soimtag früh in Düsseldorf und kommt dann nach Hannover zurück. 75jähriges Bestehen der Marinewerft Wilhelmshaven. Wilhelmshaven, 25. 3imi. Die Marinewerft Wilhelmshaven blickt heute auf ihr 75- jähriges Bestehen zurück. Aus diesem Anlaß weilte der Ches der Marineleitung Admiral Dr. b. c. Raeder in Wilhelmshaven, dessenMa- rinedienstgebäude geflaggt haben. Am Vormittag besuchte der Chef der Marineleitung die Werft. Sirenengeheul kündigte ausnahmsweise schon in der Mittagsstunde für alle Werftbeschäftigten Wettervoraussage. Der Kern des Hochdruckgebietes hat an Umfang noch zugenommen, und es erstreckt sich mit über Deutschland. Durch die absinkenden Luftmassen bleibt das Wetter heiter, die Sonnenstrahlung bewirkt »eiteren Temperaturanstieg. Vorhersage für Samstag: Heiter, »ärmer und trocken. Vorhersage fürSonntag: Fortdauer der herrschenden Wetterlage. Lufttemperaturen am 25. Juni: mittags 16,5 Grad Celsius, abends 12,8 Grad: am 26. Juni: morgens 13,7 Grad. Maximum 15,3 Grad, Minimum 6,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 25. Juni: abends 20,4 Grad; am 26. Juni: morgens 17,2 Grad. — Sonnenscheindauer 5M Stunden. Reifewellerdienst. Swinemünde. 18 Grad, Südwind, heiter. Seit gestern mäßig heiter. Borkum. 16 ©rat), Südostwind, wolkig. Seit gestern teils heiter, teils wolkig. Helgoland. 16 Grad, windstill, heiter. Seit gestern teils wolkig, teils heiter. Konstanz. 15 Grad, Südwestwind, wolkig. Seit gestern regnerisch. -sn-. Freitag. Tageskalender für Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: »Tänzerinnen für Südamerika gesuchtl" FORT Krankenversicherung ist Vertrauenssache! IHM Reichspräsident.' 5 volle Monatsprämien Rückvergütung. Näheres ist zu erfahren bei: Fritz Reiber 03701 taufen. Gießen, Bleichstr. 23 Bitte ausschneiden! Als Drucksache In Umschlag stecken! Zerstäubt FLIT Erbitte kostenlose Zusendung eines Prospekts Name Beruf: Lebensalter: Deutliche Adresse: Nur echt in der gelben Packung mit schwarzem Band. BrOhl'sche Druckerei, Gießen, Schuletraße 7, Anruf Nr. ttsi Industrie und Geweree. Landwirtschaft und Be- hördsn Llsfsrung schnall, gut und preiswert Qrofj-Berfln.' ! hol hieraus dar nd elnzusehen m Wiederaufstieg Unsere für das 6eschäffsjahrl930 gewinnberechtigten Versicherten erhalten War in der Schrift Obereichtllch ungeordnet sorgfältig gedruckt led. i von Berlin — Die Gießener Hvchschulgesell- schäft veranstaltet am morgigen Samstag. 17.15 Freihemi vom faul bei Reichs. ffleflfaltnbunbts ihr freundliche» ranMuny. Dir rrutzrn und Aum Stein, der Not er verstand, i wecken und or zu machen, n Gegenwart ein- •• Protestkundgebung de r Studentenschaft. Die Gießener Studentenschaft veranstaltet am Sonntag, 28.3uni, eine Protestkundgebung gegen die Kriegsschuldlüge, die um 13,30 ir&T auf dem Oswaldsgarten abgehalten wird. Vorher findet ein Llmzug durch die Straßen statt. •• Die Müllabfuhrgebühr wurde durch den Beschluß des Stadtrats auf jährlich 1,36 Pf. für je 100 Pf. Grundmiete festgesetzt. Ein dementsprechender Nachtrag aur Gebührenordnung ist im heutigen Qlix^igenteil veröffentlicht. Evangelischer Dekanatstag in Gießen. Der Bericht in Nr. 146 ist dahin zsu berichtigen, daß Pfarrer Büchner, Treis an der Lumda, zum Stellvertreter des Dekans uub Dekanstellvertreters (Pfarrer Cartier, Wieseck) Im DekanatsauSschuß gewählt worden ifL her Sintflut hat es noch nie wieder Zeit hindurch geregnetl Bornotizen. Deutsche Kranken-Versicherungs-A.-G Berlin-Schöneberg Innsbrucker Str. 26/27 Freibank LamSlan, den 27. Juni 1931, dom 8 Uhr ab Aeischverkaus. Widerliche Störenfriede der Nacht — ekles Ungeziefer, das Ihnen den erquickenden Schlaf raubt und Ihre Gesundheit gefährdet Befreien Sie Ihr Heim von Flöhen und Bettwanzen — zerstäuben Sie Flit. Flit vernichtet Fliegen, Mücken, Schnaken.) Flöhe, Ameisen, Motten, Bettwanzen, Schaben und deren Eier. Flit-Zerstäubung ist für Insekten tödlich, für Menschen jedoch unschädlich. Bequem anzuwenden, fleckt nicht. Verwechseln die Flit nicht mit anderen Insektenvertilgungsmitteln. Heugras -trka 4000 qm t. Hegstrauch la Kuner »u verkaufen, l03708 Ludwigttr. v. Feierabend an. Heute abend sand im Werftspeise- haus eine Feier statt, in deren Mittelpunkt eine Ansprache des Chefs der Marineleitung stand. Schleppflug Kronfelds von Calais nach London. London, 25. Juni. (WTB.) Nach einem Flug von 230 englischen Meilen, der von Brüssel über Dalencienne und Calais führte, wo eine Zwischen- landung zur Aufnahme von Brennstoff gemacht wurde, ist Robert Lronfeld heute nachmittag mit seinem Segelflugzeug, das sich im Schlepp eines Flugzeuges befand, in Hanworth gelandet. Dies stellt einen neuen Erfolg im Schlepp- flug bar. Der Führer des Flugzeuges war Wei- catot, der Inhaber des Weltrclordes im Rücken- fliegen, der 47 Minuten beträgt. Kronfeld nahm später an einem Flug des neuen englischen Riefen- flugzeuges „Hannibal" teil, das heute feine Probeflüge über London ausführte. Brandkatastrophe im vöhmerwald. Krumau, 25. Juni. (WTB.) 3n der Döhmer- wald-Gemeinde Perne! brach heute nacht ein Brand auS, der binnen kurzer Zeit nahezu den dangen Ort vernichtete. 24 Gebäude wurden eingeäschert. Der Bürgermeister des OrteS. seine . Frau und sein Sohn kamen durch Rauchvergiftung ums Leben. Uhr, Im großen Hdrsaal der Llniversttät eine Festsitzung. Professor Dr. Th. Mäher wird einen Bortrag über das Thema .Die mittelalterlich» Kaderpolitik und der deutsche Osten" halten. DaS Collegium musicum ter Universität wird mit einigen musikalischen Darbietungen aufwarleir. Dvrher findet die Zahresver ammlung zur Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten statt. Näheres in er gestrigen Anzeige. — D i c Markusgemeinde hält am nächsten Sonntag, 28. Juni, ihre Gemeindefeier auf der Hardt. Gin reiches Programm mit Spiel imb Musik ist vorgesehen. Es wirken mit die Kinder der Kinderkirche, die Augendvereinigung und der Verein für christliche Musik. (Siehe heutige An- rcige.) uw-Betten (Stahl a. Holz) Muer. Sdjlflfziuim^-tahlmatr. Kioderb-Chaisrl. a-Pri- rate. RatenzL Katal.fr Eiienmöbeifabrik Sahl nsch rnten. rSötflfale*. en Herrn Reich» gerichtet ElelN'Feier gen wir und die aller deutschen ent, der Sie die uch 2hr hader rte Steins: .Ich lnddasheitzt Dr Wütig auch ®«1 ft, WHflen tvicd ft”"''" ,c,n flemelni QUs unfetet ^wörtlich. stimmen? Ach, lassen wir es ruhig regnen — seit eine solange Deshalb mache man eS sich zur Regel, auch auf Reisen nicht anders zu leben, als zu Hause. Man halte di« Stunden der Mahlzeit möglichst so inne, wie daheim. Man esse nicht mehr, als man zu den häuslichen Mahlzeiten zu essen gewohnt ist. Man unterhalte Kinder nicht durch Essen und Trinken, sondern gebe ihnen lieber ein Bilderbuch oder Papier und Bleistift zum Malen u. bg(. m. Man genieße Trirmvasser nur dort, wo es wirklich als solches gekemAeichnet und von einwandfreier Herkunft ist. Man achte, besonders bei Kindern, darauf, daß sie nicht alles anfassen und ihre Hände mit Schmutz und Krankheitskeimen beladen. Man vergesse vor ollem nicht, soweit die Möglichkeit dazu besteht, sich auf Reisen recht oft die Hönde zu waschen. Wer die einfachsten Grundregeln der Gesundheitspflege bei Antritt der Sommerreise nicht zu Hause vergißt, sondern sich ihrer auf Schritt und Tritt, auch auf Reisen, erinnert, der wird vor üblen Zufällen bewahrt bleiben und eine durch Krankheit ungetrübte Erholung erwarten dürfen. Wohin wandern wir Mädchen? Aus dem Anfang der Zugendbewegung — die ja vor allem in der Neuentdeckung des Wanderns gipfelte — wissen wir, daß die Frag« der Teilnahme der Mädchen an den Wanderungen immer sehr umstritten war. Es war so neu, daß sie, die man jahrhundertelang Immer so sorgfältig behübet hatte, nun auch ein Maß von Selbständigkeit beanspruchten, daS allen alls für die Buben anging, für Mädchen aber doch nicht gut diskutabel war. Eine Tageswanderung, na i'chön, das mag angehen: aber wo wollt ihr denn übernachten, wenn ihr mehrer« Tage fortbleiben wollt? Das war so bie erste und die -große und di« auch recht gut verständliche Frage der Eltern. Denn wo konnte man denn überhaupt übernachten? Zn Wirtshäusern, in Scheunen, in hcu- gesüllten oder leeren Schuppen, im Zelt, wenn es di« Witterung erlaubte, bei gutmütigen Dauern, damit fertig. Das klingt zwar alles sehr romantisch, wurde auch alles ausprobiert und ausgenutzt, aber daß unter diesen ölmständen an eine allgemeine Wanderbewegung unter den Mädchen nicht zu denken war, das lag auf der Hand. Wie o^t geschah es, daß wandernde Mädchen von Delrunkenen in den Wirtshäusern angepöbelt wurden, daß junge und erwachsene Flegel ihnen mit llnflätigfeitcn dienten, wenn sie um Nachtlager an’ragten. Daß davon vieles auf Konto der Neuheit der Wanderbewogung und speziell des Mädchenwanderns -ging, ist selbstverständlich: aber glaubt chr vielleicht, daß heu!e. trotzdem man doch allgemach an wandernd« Mädchentrupps gewöhnt ist, diese Dinge nicht genau so leicht geschehen könnten, wenn nicht ... Ja. wenn nicht das Jugendwandern und damit auch das Mädchenwandern heute auf ganz anderer Grundlage aufgebaut wäre. Denn gerade die Frage der Uebernachtung ist heute am leichtesten zu losen. Da gibt es kein Suchen und kein Umherfragen, keine Anpöbelung und kein Fortjagen. Da gibt cs nur eine ungefähre Einteilung feiner Wanderung in ent- sprechende Tagesabschnitte, und da gibt es den einen Hauptpunkt des Programms: feine Tagesration fo einteilen, daß man am Abend rechtzeitig in einer Jugendherberge landet. Denn die Jugendherberge bedeutet Ruhe. Behaglichkeit und Geborgenfein. Wer könnte sich heute überhaupt ein Wandern fuhr heute M GnmevaviAr hdemDetM- hrtÄ-rM^ »rs -IRK früh Va DMb över zuruck, ft Mheimshaveu. ite aus ihr <■ Seifenschaum-ein Waschlttgstraum! Diel, viel weißer Seifenschaum, Luft. Sonne und blüten- frische, duftende Wüsche — so träumt die richtige Hausfrau sich den Waschtag! Sie kann ihn sich gar nicht denken ohne Naumann's weiße Kernseife . die vollkommen reine, schäum-und waschkräftige Seife, bi« ihr die Arbeit erleichtert und ihre Wasche schont. •• Kontrolle der Kraftsayrzeuge- Kennzeichen. Bei DerkehrskontroUen an Kraftfahrzeugen sind neuerdings häufig Kennzeichen festgestellt, die den Vorschriften nicht entsprechen. Durch Nichtbeachtung der Vorschriften über Größe und Abstände der Buchstaben und Zeichen werden Fälschungen begünstigt und Diebstähle von Kraftfahrzeugen erleichtert. Um die neuerdings wiederholt festgestellte Fälschung von Kennzeichen durch eine kaum merkbare (Entfernung der letzten Zahl der Nummer zu erschweren, sind Kreis- und Polizeiämter angewiesen, bei Ab- und Nachstempelung von Kraftfahrzeugen künftig je einen Stempelabdruck auf die erftc und letzte Ziffer der Zahl zu setzen. 3m übrigen sinsd di« Aeberwachungsorgane angewiesen worden, auf di« Unversehrtheit und Dorfchriftsmäßigkeit der Kennzeichen besonderen Wert zu legen. Jugendlicher ohne Jugendherbergen vorstellen? Der könnte sich im besonderen eine größere Wander- bewegung der Mädchen ohne Jugendherbergen'vor- stellen? Was kümmert uns heute die Gunst oder Ungunst eines Tages? Wir wissen ja im voraus: Heute abend werden wir in der Jugendherberge in I ober V oder Z fein, und gleichgültig, wo es nun auch fein mag, dort werden wir freundlich aufgenommen werden, dort wird man uns nicht Übervorteilen, dort werden wir aller Wahrscheinlichkeit nach lustige Gesellschaft treffen, dort wird für uns ein sauberes Bett bereit sein, dort werden wir uns unser Abendessen selbst kochen, ober wenn wir zu mübc sind, auch für ein Geringes kaufen können, mit einem Wort, dort werden wir so gut wie daheim sein, denn schließlich ist ja jede Jugendherberge für uns eine Heimat in der Fremde. Und wenn wir so unsere Wanderung einteilen und durch entsprechende Anmeldung in Den fraglichen Jugendherbergen vorbereiten, dann wird es auch für Mädchen keinerlei Schwierigkeiten mehr geben, bann werben auch die strengsten und gewissenhaftesten Eltern gern zustimmen. Siebenschläfer. Der lag, der das Reisewetter bestlmmtt Siebenschläfertag am 27. Juni! Wenn es an diesem Tage regnet, bann, so will es der Dolksmund, regnet es sieben Wochen lang. Eine schöne Zeit, das muß man sagen. Denn in diese sieben Wochen fällt bekanntlich ein erheblicher Teil unserer Getreideernte, zu der gar kein Stegen paßt. In diese sieben Wochen fallen aber auch die von jung und alt meist recht sehnlich herbeigewünschten Sommerferien, und die sollen uns verregnet werden? Wer an derartige Wetter- und Kalenderregeln glaubt, kann in schwere Bedrängnis kommen. Er wird gut tun, alle bisher getroffenen Steife- und Erholungsvorbereitungen schleunigst wieder umzu- stoßen; bei Regenwetter ist ev zu Hause immer am besten. Aber wir erinnern uns aus vielen Vorjahren mit einem verregneten Siebenfchlöfertag, daß auch die Pessimisten aus Neigung und Beruf gar nicht daran denken, die rücksichtslosen Konsequenzen aus der Kalenderregel zu ziehen, die sie sich eigentlich vorgenommen haben. Immer wieder siegt die Hoffnung, daß der Wettergott es doch besser mit den armen Menschen meinen werde, als er bisher bekundet hätte. Und diese Ansicht ist zweifellos die richtigere. Wir haben — zu Anfang des Monats Juni — den Mcdardustag gehabt. Auch von Ihm sagt die Bauernregel: „Regnet s am Medardustag, fo regnet'g vierzig Tage lang danach!" Nun, es hat an den meisten Stellen Deutschlands an diesem Tage nicht nur geregnet, sondern gegossen. Dennoch hatten wir in den bisher verflossenen rund zwanzig Tagen eine ganze Reihe sehr schöner, überaus trockener und heißer läge. Laßt uns aus dieser exakten Beobachtung lernen! Der Siebenschläfertag soll unser Reisewetter be- O. Faber ssabrzcuae.Gießen Zu verkaufen: VoFkriegs-ßectistein- Flögel weniaaesvielt-Preis 1500 RM. 03680 Br. Sletow 23 I *1 an 11*« «6 tiblel« lief« % 2 Grad, morgen^ >en. -* * Verkäufe | Neun flügge Gänse billig au verkaufen Preis Mk. 4- für das Stück. Heinrich Weber II. Langsdorf Schwan 7. 4232D Sichere Kapitalanlage! 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Ganz besonders werden in größere und kleinere Kinder während der Eifenbahnsahrt oft ungeheure Mengen Brot, Wurst, Obst, Süßigkeiten und sonstige schönen Sachen Hineingestopft, bis sich schließlich in dem einen oder anderen Falle der Magen das einfach nicht mehr gefallen läßt. Nur zu leicht ist man dann geneigt, nicht bri sich selbst oder seiner Hnoemunft die Ursache zu suchen, Jobbern behauptet vielfach, „ba« Kind verträgt das Fahren schlecht". WaS vvm Essen gilt, gilt häufig auch vom Trinken. Wahllos wird mitgebrachler kalter Kaffee, warm ober schlecht gewordene Milch u. a. m. getrunken. Beim Wasser fragt man auch nicht lange nach seiner Herkunft, kurz, die Sünden wider die Gesundheit sind auf Reisen ganz besonders groß. Da darf man sich nicht wundern, wenn gleich nach der Ankunft am Reiseziel Erkrankungen des Magens oder deS Darms sich melden und einem mindestens die ersten Ferientage schon verderben. Kirchliche Nachrichten. Israelitische ©emeinben. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synogoae (Sübanlage). Samstag, 2T. 3uni. Bor. abend 7.45 Uhr; morgens 8.30; abends 9 und 9.40 Uhr. Verantwortlich für Politik: i. V. Ernst Blumschein. «WWfat chlverskr öao» — 2 Zeichnungs-Einladung In der Zeit vom 27. Juni bis 17. Juli 1931 legen wir zur Zeichnung auf: GM 8 Mill, reichsmündelsichere ft V 2 2 S « o N Zwangsversteigerung Am Donnerstag, dem 3. September 1931, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgerichtsgebäude Zimmer 106, das im Grundbuche von Gießen dem Innocenz ffrack und dessen Ehefrau Lina geb. Lipp in Gießen zugeschriebene Anwesen Am Riegelpfad 56 Jlur 5, Nr. 1216/io = 514 qm hofreite Flur 5, Nr. 122 = 324 qm hofreite, geschätzt 26 000 Reichsmark, versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, Stadthaus, zur Einsicht ausgehängt. Zmissm MM aller Stärken, auch Seide u. Mako, werden angestrtckt. in Svangenschuhen zu tragen Füffenichtab'chneiden.Anfertigung sämtlicher Strtckwaren. Reparaturen. Auf- nehmen von Maschen. 07314 Karl Beck, <5t ickerei __________Neuenweg 15.__________ Mädchen-Taghemd oder -Hose, für bis 12jährige .. Mädchen-Hose oder PrlnzeBrock, mit Stickerei, für bis 5jährige 1 Knaben- oder Mädchen-Nachthemd, für bis 6jährige 1 Mädchen- oder KnabenschOrze oder 1 Hemdhose, für bis 8jährige. 3 Hemdchen oder 2 Jäckchen für Erstlinge 1 P. Kinder-Strümpfe, farbig u. schwarz, für bis 12jähr. 1 Mädchen-Schürze, 1 Mädchen- oder Knaben- Nachthemd, für bis 9jährige 1 Mädchen-Hemdhose, für bis 12jährige Prinzeßröckchen oder 1 Nachthemd, mit Feston od. Stickerei, für bis 12jährige Restposten Waschanzüge u. Kleidchen, für bis 3j. Knaben-Sporthemd, gestreift, für bis 10jährige Knaben-Nachthemd aus gutem Wäschestoff, mit Besatz, für bis 10jährige PrlnzeBrock oder Hemdhose, oder 1 Mädchen- Nachthemd, für bis 14jährige 1 Mädchen-Schürze aus bestem Satin, für bis 12jährige.. 7 /0 'ge Gold mark-Pfandbriefe unserer neuen Reihe XXII zum Vorzugskurs von 96°,o (Einführungskurs 96,5 ®/0) und GM 3 Mill, reichsmündelsichere 'o ige Goldmark- Kommunal - Obligationen Reihe VI zum Vorzugskurs von 92,5°,o (Börsenkurs 93 °/0) Gesamtkündigung bis 1. Oktober bzw. 1. April 1936 ausgeschlossen April-Oktober-Zinsscheine Börsennotierung in Berlin, Frankfurt (Main), Essen, Köln, Düsseldorf und München Stücke zu GM 100.-, 200.-, 500.-, 1000.- u. 5000.- Zelchnunc durch alle Banken, Bankier», Spar- und Girokauen, Kreditgenossenschaften sowie durch die Anstalt selbst und deren Zweigstellen In Frankfurt (Main), Euen und München. Höhe der Zuteilung und früherer Zelchnunguchluß Vorbehalten. ■Vertreter. gesucht bei hohem Verdienst; erstklassig. We bematerial; leichte Verkaufs- möfrbchkett. Kenntnisse nicht er- Nachtrag zur Gebührenordnung betr. die Erhebung von Gebühren für die Müllabfuhr in der Stadl Gießen. Die Gebührenordnung betr. die Erhebung von Gebühren für die Müllabfuhr in der Stadt Gießen wird auf Beschluß des Stadtrats vom 17. März 1931 und mit Genehmigung des Herrn Ministers des Innern vom 17. Juni 1931 zu Nr. M. d. I. 31 318 wie folgt geändert: § 1. Der § 3 wird wie folgt geändert: Die nach § 3 der vorstehenden Otsts- satzung zu erhebende Müllabfuhraebühr wird auf 1,36 Rpf. für je 100 Rpf. Grundmiete (RMG. § 2 Abs. 1) für das Jahr festgesetzt. I Ingenieurschule Ilmenau S in Thüringen. Maschinenbau und Elektrotech n Wissenschaftliche Betrlebsführung. Werkmelsterabtellg |Verschiedenes| Reh Im Ausschnitt billigst l03703 Z.AörbWwe. MäuSburg 9 Televbon 2613. Sonntag, den 28. Juni, auf der Hardt Gemeindefeier mit musikalischen Darbietungen, Spiel der Kinder und der Jugendvereinigung. Abmarsch des Zuges der Kinderkirche um 2 Uhr vom Gemeindehaus, Kirchstraße. Beginn der Feier auf der Hardt um 7,3 Uhr. Alle Gemeindeglieder sind hiermit herzlich eingeladen. Für den Kirchenvorstand: Becker, Pfarrer. [Vermietungen tiimtioliDuiip im 1. Stock Frankl. Str.. Ecke Schubert- stratze m. komvl. Bad und Mansarde lauf Wunsch mit Garage! au vermieten. I31S monatliche Miete 45 Mk. Zn erfrag. InderGe- schäftsst.d.Gieß Anz. eschlagnahineirete neue -i 4 Zimmer- Wobnuug Schuverlftratze 14 I zu vermieten. [03712 Näheres 21. Becker, ueplerstraße 9. ÜIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIU LMllSlM mit Anfahrt evtl, mit Büro für gleich od. svät. zu vermieten. Schrtsti. Angeb. unt. 42140 a.d.Gteff.Anz. fllllllllllllllllllllllllllllllllHI | Mietgesuche | 1 bis 2 leere Zimmer von älterem, unabhängigem Ehepaar zu mieten gesucht. Schrifil. Anged. unt. 03IW8 a. d.Gien. ?lnz. 2 u , y - . — cs1 "5 » — = c Sl9^e = ... "MH I. A. des hessischen Amtsgerichts Gießen: _______Leo, Ortsgerichtsvorsteher._______ Bultenverkauf. Die Gemeinde Heuchelheim beabsichtigt einen fetten Vogelsberger Bullen zum Schlachten zu verkaufen. Angebote pro Zentner Lebendgewicht sind bis Dienstag, den 30. d. 2TL, auf der Bürgermeisterei abzugeben. Nähere Bedingungen sind daselbst zu erfahren. 4219V Heuchelheim, den 24. Juni 1931. hessische Bürgermeisterei. Rinn. Familien-Drucksachen Verlobung sanzelgen Vermählungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brüht. Schulstraße 7 | Vereine"" Union Der Abmarsch zur Banfielstelnec Partie am 28. Juni geht ab »Siadt Marburg", Marburger Straffe vünktlich um2.15Ubt Wir bitten nochmals um rege 'Beteiligung 492,0] derBorttand Deulfiöes Inin- und [03704 Spot a&ieiQen Tonntag.S8.Juni, Radfahren 6.30 Hbt, Schützenhaus. Der Oberbürgermeister. I. B.: vr. Hamm. Zwangsversteigerung 57730 Am Donnerstag, dem 10. September 1931, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgerichtsgebäude, Zimmer 106, das im Grundbuche von Gießen dem Frih Busch und Ehefrau Helene geb. Riemer in Gießen zugeschriebene Anwesen Lindenplah 12 Flur 1, Nr. 426 = 120 qm hofreite, geschätzt 23 440 Reichsmark, versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung kann cn der Ortstafel, Bergstraße 20, Stadthaus, Ich Euch dazu, beim Sie OS WAL DSC AR TEN t unrecht, noch iasherd kaufen Sie sich einmal uns. Sie werder WUIICII, UCtllll KUIII III vH OIC uu II und gut bedient. — Wann dürfen sagte Onkel Mollig, und zwar einen ecr r am Oswaldsgarten. Ihr glaubt . :. Wenn mittags pünktlich und i lern Tisch stehen, dann werden lernes Möbelstück wert ist. einen Gasherd 1 fachmännisch lungsräumen er die Grete Hochzeit : Roeder, beim Hause Ding für Freude mach Appetitlichkeit die Gerichte auf ugen aufgehen, was solch ein mo Onkel Mollig und er hatte nicht ich für wenig Geld einen guten G n Sie doch nicht lange, wenn S — =X r-> S© fM 8S ■o «1 e o »-» 45* et r*> o E E s 55 W O o> »*■* o E s cn o w o S » Ea E = ~b]HS’ ~ c in U) ftJpxs B ?83 ,CV w *g»- E 2-—' u£- : C to ZKe E B =:5 :Q St 2 C -®e c E-° <» 2« H-^S g <=to S^o E S l* E§e E 8 eAg? up * Er _ p A® eE o§ °e 2 c c-e 39 2 c A LV« .^22 — E :a±-O 'S E A up-,2 2 c 2 3 *2 *5- E o o a p_2fc 2 2 = ■-e^-E^A ©zro L c 2 >ß r-~> o = 67 e e A sl® «es «E C£ #8 «ZSZ E « C""3 «xo-5 ft c - G s5g 73 *- suäö 2 10 2» Sß»9 3 — O ;Q A Ea g. uAÜ «L 2 = e o#e «i Ea, a BSE EZ-PZ^ A E Q E 9 •es bE ? E“ § p tX .3 8 E 2 ® «OE* N A A ZA (0 ö A G <0 C? ö! 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Die ehemaligen Minister für Justiz, soziale Verwaltung und Inneres nehmen ihre verwaisten Sitze wieder ein, und so ist die Regierung Dr. B u - resch bis aus den neuen Finanzminister dieselbe wie die, die seinerzeit mit Dr. E n d e r an der Spitze die Geschäfte übernahm. So scheint es erstaunlich, daß bis zu diesem Ergebnis das ganze Register parlamentarischer Möglichkeiten erschöpft werden mußte, ja, daß es schon fast so weit war, daß überhaupt zum erstenmal in der republikanischen Ge- schichte Oesterreichs die Regierung ohne B e - fragung der Parteien vom Bundespräsidenten ernannt werden sollte. Zu dem kommt, daß es nicht nur dieselben Mitarbeiter geblieben sind, sondern daß es sich auch- in großen Zügen darum handelt, die vorliegenden Aufgaben in fast gleicher Form zu erledigen, wie es Dr. Ender selber gesagt hat. Geht man freilich tiefer, so findet man doch eine leise Verschiebung gegen früher, eine neue A b - Wandlung der politischen Skala die von rechts nach links führt. Das Wahlkabinett D a u g o i n mit den Heimwehrführern war eine Rechtsregierung, die gegebenenfalls bereit gewesen wäre, auch ohne das Parlament die Macht im Staate in ihren Händen zu behalten. Als sie von der Regierung Ender abgelöst wurde, war das ein beut- liches Hinüberrücken zu rein parlamentarisch demokratischen Grundsätzen. Der scharfe Gegensatz zur Sozialdemokratischen Partei war gemildert. Die kritische Zeit, die während der Regierung Dr. Einders hereinbrach, die Sorge um den Bundeshaushalt, die Sorge um die österreichische Wirtschaft, der aus dem Zusammenbruch der Kreditanstalt ernste Gefahren drohen, hat die Parteien zu noch stärkerem Verzicht auf Betonung der Gegensätze veranlaßt. Schon als die Regierung Ender zusammentrat, hat der Landbund darauf hingewiesen, daß es notwendig sein werde, eine Konzentration aller politischen Kräfte vorzunehmen und an diesem Ge- danken hat er auch in der Krise selbst festgehalten. Auch in der Christlich-sozialen Partei hat es von jeher Politiker gegeben, die sich solchen Möglichkeiten nicht verschlossen haben. Es scheint bemerkenswert und bezeichnend für die Gefahren der Lage, daß der Träger der antimarxistischen Idee in der Christlichsozialen Partei, Dr.' Seipel, selbst den Versuch gemacht hat, eine solche Notgemeinschaft der Parteien zusammenzubringen. So weit konnte und wollte er natürlich den Versuch nicht gehen lassen, daß in dieser Notgemeinschaft der sozialdemokratische Gedanke führend gewesen wäre, und auf der anderen Seite fühlte sich auch die Sozialdemokratie nicht veranlaßt, in ein Kabinett einzutreten, das bei aller Konzentration doch aus bürgerlichen Grundgedanken aufgebaut gewesen wäre. Immerhin hat dieser Versuch Dr. Seipels jene Erklärung der Sozialdemokraten herbeigeführt, die, obwohl ablehnend für diesen Fall, den Gedanken nach einer Zusammenfassung der Kräfte gebilligt hat. Auch Dr. Buresch hat keine Konzentration herbeigeführt, er ist daran vorbeigegangen, aber dafür hat er sich eine weitgehende Neutralität auf dieser Seite gesichert. So ist die Regierung Buresch gleichsam die eines Nichtangriffspaktes, eines V e r st ä n d i - gungsversuches mit dem politischen Gegner. Sie ist, da sich die Meinung der Befürworter der Konzentration dadurch nicht geändert hat, eine R e - gierung des Kompromisses, vielleicht wirklich die Vorläuferin eines veränderten politischen Systems: nach sozialdemokratischer Meinung ist sie die letzte bürgerliche Regierung. Doch erst die nächsten Wahlen werden zeigen, wie weit diese Propheten recht haben. Es hat ziemlich lange gedauert, bis es zu diesem Ergebnis der Regierungsbildung gekommen ist. Kostbare Zeit ist dabei verloren gegangen, der neue Bundeskanzler selbst hat in einem Gespräch erklärt, es sei für ihn tief beschämend, daß bereits das Ausland wissen ließ, man könne nicht verstehen, wie Oesterreich in so schwieriger Lage, wo die Verzögerung auch nur um Augenblicke die schlimmsten Folgen nach sich ziehen würde, nicht die innere Kraft und den Ernst aufbringe, eine Regie- O.-Berichterstatter. rung zu bilden, die in der Stunde höchster Not ihre Pflicht tue. . Aber gerade das war es, was die Regierungsbildung so verzögert hat. Es war zu viel vom Ausland gesprochen worden, es wäre gar nicht notwendig gewesen, daß die Führer der Wiener Banken und die hier anwesenden ausländischen Berater bei den Parteien vorsprachen, um sie auf die Dringlichkeit der Lösung aufmerksam zu machen, es war nicht notwendig von Parteiseite her darauf hinzuweisen, daß der Generalkommissär sozusagen vor der Tür stehe. Gerade das hat persönliches Mißtrauen geweckt: es hat schwere Bedenken hervor- gerufen, als außergewöhnliche Vollmachten verlangt wurden. Diese ausfallenden und betonten Hinweise auf bas Auslanb waren Stützen für jene, bie bie vorgefaßte Meinung hegten, baß ber Wechsel in ber Regierung unb bte N o t bes Staates z u einem außenpolitischen Attentat b e - nützt werben sollten. Die Schreibweise ber französischen Presse zusammen mit ben burchaus nicht geheim gebliebenen Interventionen ber französischen Gesanbtschaft waren ganz bazu angetan, derartige Meinungen zu bestärken. Es ist keine Frage, baß bei berartiger politischer Empfinblichkeit in ber jetzigen Zeit es als eine Bestätigung biefer Auffassungen gedeutet werden wird, wenn ein Wiener Montagsblatt in auffälliger Form den fal- scheu Bericht einer Budapester Tageszeitung wieder- gibt, welche das Scheitern der Mission Dr. S e i p e l s unmittelbar einer diplomatischen Intervention der Reichsregierung im Wege der Wiener deutschen Ge- sandtschaft zuschreibt, insbesondere, da die Tendenz dieses Berichtes durch die Einleitung vollkommen klargestellt wird, die sagt, man hätte im allgemeinen „von t)r. Seipel erwartet, daß er das Vertrauen des Auslandes wieder Herstellen werde, das Dr. Schober mit der überraschenden Offenbarung des Zollunionsplanes auf eine harte Probe gestellt hat". Wie gesagt, der Bericht ist falsch, aber er hat als eine richtige Geschichtsklitterung das Falsche so geschickt in das Wahre hineingemischt, daß jene, die ihn zu ihren Zwecken benützen wollen, nicht so leicht zu widerlegen sein werden. Bei all dem soll nicht geleugnet werden, daß auch viel Kleinliches in diesem politischen Kampf um die Regierung gesteckt hat, viel menschliche Schwäche, die manchmal mehr ausschlaggebend gewesen ist als die Einsicht, die die Größe der Probleme fordert. Denn groß ist das Problem, es ist das Problem der Herrschaft in Mitteleuropa. Man könnte fast sagen, in Wien liege heutzutage der Schlüssel zur Lösung all der europäischen Fragen. Denn wenn sich der Kampf um Oesterreich entscheidet, so werden auch alle diese Fragen entschieden werden. Gewiß fällt die Ent- scheidung nicht hier allein. Sie kann ebenso gut in London, sie kann auch in Washington fallen, aber sie kann dort nicht mehr fallen, wenn hier in Wien bereits eine Niederlage erfolgt ist. Die bessere diplomatische Kunst wird es sein, die den Sieg erringt. Die frühere österreichische Regierung hat trotz der kritischsten Augenblicke jede Kapitulation abgelebnt. Die neue Regierung hat den Leiter der Außenpolitik übernommen. Sie hat neben ihn einen Finanzminister gestellt, dessen angko-amerikanische Beziehungen bekannt sind. Es ist ein Versuch, schon in den Personen ein Gegengewicht gegen den Druck zu schaffen, der von der anderen Seite kommt. Taten für Freitag 26. Juni 1583: der schwedische Staatsmann Axel Djenftierna auf Fanö geboren; — 1824: der englische Physiker Lord William Thomson in Belfast geboren; — 1841: der Architekt Paul Wallbot in Oppenheim a. R. geboren; — 1918: der österreichische Dichter Peter Rosegger in Krieglach gestorben. Kunst unb Wissenschaft. Wiesbadens neuer Generalmusikdirektor. WSN. Wiesbaden, 25. Juni. Zum Nachfolger Erich Böhlkes wurde Karl Rankt von der Berliner Krolloper als Generalmusikdirektor nach Wiesbaden berufen. Oberheffen. Gemeinderai in Grünberg. + Grünberg, 25. Juni. Die Führung ber Reichsfern st raße (Autostraße) in ber Westostrichtung Koblenz—Gießen—Alsfeld ist durch un- scre Stadt schwierig, da am alten Denkmalsplatz eine starke Kurve sich befindet. Ein erster Plan, im Zuge ber Theo-Koch-Straße mit Ueberquerung ber Lon- borfer unb Bahnhofstraße nach bem Rondell zur Alsfelber Straße zu gelangen, scheiterte bamals, nachdem bort Bauten entstanden waren. Behördlicherseits sieht man jetzt eine andere Linienführung vor, die ab Turnhalle durch den Garten des Ver- mcssungsamtes die Höfetränke überquert und längs bes Schloßgartens bann bie Alsfelber Straße erreichen soll. Run liegt ein Baugesuch bes Gelänbe- besitzes neben ber Höfetränke vor, bas aber eine ber- artige Führung unmöglich machen würde. Aus diesem Grunde wurde es von der Baubehörde nicht genehmigt. Um nun in ber Sache eine Entscheibung herbeizuführen, waren zu ber jüngsten Gemeinbe- ratssitzung Vertreter bes Kreisamts, ber Provinzial- bauverwaltung unb des Hochbauomts erschienen. Dor einiger Zeit hat sich ber Gemeinberat schon einmal mit ber Angelegenheit befaßt unb ist dem Ansinnen der Behörde nicht beigetreten, da eine derartige Linienführung die Stadt finanziell stark belasten würde durch Geländestellung und ein Achtel der Baukosten. Von den Vertretern der Behörde wird darauf hingewiesen, daß ein Beschluß des Ge- meinderats noch lange nicht den alsbaldigen Bau bedeuten würde, da zur Zeit die Inangriffnahme größerer Straßenbauten ausgeschlossen sei. Dagegen fei es erwünscht, die Frage zu klären, damit bas Baugesuch erledigt werden könne. Eine Beschluß- fassunä wurde oertagt es soll versucht werden, ob durch Tausch von Gelände sich das Baugesuch erledigen läßt. Aus dem Laubacher Gemeinderat. □ Laubach , 25. Juni. In der jüngsten G e - rneinderatssitzung wurde beschlossen, der Schwimmabteilung des Turnvereins sowie der Real- und Volksschule den Besuch des städtischen Schwimmbades während der Turnstunden gegen Zahlung einer jährlichen Anerkennungsgebühr zu gestatten. — Der Abschluß eines Pachtvertrages mit der gräflichen Rentkammer wegen Unterbringung der Hürde und Gemeindeschafherde in der gräflichen Schäferei wird befürwortet. — Zwecks Verschönerung des Stadtbildes ist der Bürgerverein mit einer Eingabe vorstellig geworden. Den geäußerten Wünschen soll tunlichst entsprochen werden. — Zum Schlüsse wird dem Gewerbeverein für die letztjährige Werbezeitung ein Betrag von 25 Mark bewilligt und die Instandsetzung zweier Volksschulsäle beschlossen. Stadtvorstand Lauterbach. ^Lauterbach, 22. Juni. In ber jüngsten Stadtvorstandssitzung wurde das neue Ge- meinderatsmitglieb Heinrich Stop- ler als Nachfolger für das ausgeschiedene Mitglied Beier in den Stadlvorstand verpflichtet. Es lag ein Gesuch des Pächters des Erfrischungsraumes in der Freibadeanstalt vor, der um die Genehmigung zum Verkauf von alkoholarmem Vier nachsuchte. Das Gesuch wurde abgclehnt. Ein Gesuch des Web- und Handwerkerschulvereins um kostenlose Lieberlassung von 75 qm alten Pflastersteinen wurde genehmigt. Der Vogelsberger Höhenklub bat um einen Zuschuß zur Abdeckung einer durch die Errichtung einer Wasserleitung im Dater-Venderhcim auf der Herchenhainer Höhe entstandenen Schuld. Das Gesuch wurde abschlägig beschieden. Der Vürgermeister gab dann ein Schreiben der Ortsgruppe Lauterbach des 3u- gendherbergsverbandes bekannt, in dem diese für erholungsbedürftige Kinder, die sich in der Jugendherberge aufhalten und die Freibadeanstalt benutzen wollen, um einen billigeren Dadepreis nachsucht. Der Stadtvorstand beschloß, die Schulklassen, denen sich in der Jugendherberge aufzu- halten gestattet ist. in der Woche einmal kostenlos baden zu lassen. Die kostenlose Belieferung der Jugendherberge mit elektrischem Licht lehnte der Gemeinderat ab. Genehmigt wurde ein Antrag, den Badepreis für die Erwerbslosen auf 10 Pf. festzusehen. Für die Instandsetzung seines Wohnhauses am Graben beabsichtigt der Weber Kon- Oie Preisträgerinnen des Fronen-Literatur-preiseS. Käte Beil (Hamburg) unb Elisabeth Lang- gässer (Alzey) erhielten zu gleichen Teilen ben vom Deutschen Staatsbürgerinnenverband gestifteten Literaturpreis in Höhe von 1000 Mark. rad Schell ein Darlehen in Höhe von 1500 Mk. aufzunlchmen. Der Stadtvorstand ist mit der Ueoemahme der erforderlichen Bürgschaft einverstanden. Landkreis Gießen. - hannesgemeinde zu Mainz zur Aufführung. Zum Schluß der Tagung hielt Pfarrer Rieth- müller noch eine kurz« Ansprache. Oie Sorgen der Krankenkassen. WSR. Fulda, 24. 3uni. Der Llnterver- band des Gesamtverbandes der Krankenkassen Deutschlands für Hessen und Hessen - Ras - s a u hielt hier seine diesjährige 3ahresversamm- lung ab. Rach den Begrüßungsansprachen und Erstattung des Geschäftsberichts durch den Geschäftsführer Köhler hielt der Leiter der Tuberkulose-Beratungsstelle Fulda, Dr. Schmidt, einen Vortrag über das Thema „Diagnostik der Tuberkulose". Derbandsdirektor Schulte (Berlin) referierte darauf über „Tagesfragen der Krankenversicherung unter besonderer Betrachtung der Rotverordnunqen". Die mit großem Beifall ausgenommenen Ausführungen des Referenten fanden ihren Riederschlag in einer Entschließung, in der es u. a. heißt: „Die am 18. 3uni 1931 in Fulda tagende Iah- resversammlung des llntervecbandes für Hessen und Hessen-Rassau des Gesamtverbandes der Krankenkassen Deutschlands weist auf die immer ungünstiger werdende finanzielle Lage der Krankenversicherung hin. Die Krankenkassen haben auf Grund der Rotverordnungen ihre Beiträge bis an die Grenze des Möglichen herabgesetzt. Durch diese Deitragsherabsehung und den außerordentlichen Rückgang der Grundlohnsummen infolge Lohnabbau und Einführung von Kurzarbeit sind die Beitragseinnahmen der Krankenkassen, insbesondere in den letzten Monaten, derart gesunken, daß die meisten Krankenkassen schon jetzt mit ihren Beiträgen die Ausgaben nicht mehr decken können. Durch die Rotverordnung ist bisher lediglich der Versichert« getroffen worden, während demgegenüber die Ausgaben für Sachleistungen, insbesondere für ärztliche Behandlung und für Krankenpflege entsprechend noch nicht gesenkt wurden, zum Teil sogar höher geworden sind. Die Mitgliederversammlung bedauert auf das lebhafteste, daß die zuständigen Stellen es bisher nicht für notwendig befunden haben, die Gebührensätze für Aerzte, Hebammen usw. dem Beitragsrückgang bei den Krankenkassen entsprechend zu senken. Gleichzeitig hält di« Mitgliederversammlung die immer mehr unverständlich« Einschränkung der Selbstverwaltung der Krankenkassen im Interesse der Krankenversicherung sür abwegig. Den Krankenkassen sind aus verschiedenen Gebieten, z. B. der Arbeitslosenversicherung, der Dersorgungsheilbe- hcmdlung der Kriegsbeschädigten, sowie in der 5a- milienwochenhilfe wesensfremde Ausgaben übertragen worden, di« den Krankenkasten enorme Ver- waltungsarbeiten aufbürden und die Verwaltungsausgaben erheblich erhöhen. Die durch die neue Rotverordnung den Krankenka'sen auserlegte Verpflichtung, für verspätet gezahlte Arbeits- losenversichrrungsbcittäge von den Arbeitgebern Verzugszuschläge zu erheben, zeugt von einer unglaublichen Unkenntnis der großen Schwierigkeiten des Deitragseinzugcs. Die Mitaliederver'amm- lung muß hier verlangen, daß diese Derpslichtung aufgehoben und die Erhebung von Verzugszuschlägen wie bisher in das pslichtmähige Ermessen des Kas'envorstandes gestellt bleibt. Die Dergü- tungssätze für die Einziehung der Arbeitslosen- versicherungsbriträge sind ungenügend und müssen erhöht werden: besser wäre es aber, wenn die Krankenkassen von der Last des DeitragSeinzuges für die Arbeitslo'enversicherung befreit würden." Wirtschaft. Atempause für die Wirtschaft. In letzter Minute hat der Präsident der Vereinigten Staaten mit seinem Angebot, für sämtliche Schuldenzahlungen einschließlich des nicht kommerzialisierten Teiles der deutschen Reparationszahlungen einen Zahlungsaufschub von einem Jahr zu gewähren, in die in Deutschland beinahe schon zur Katastrophe herangereiften Geschehnisse eingegrisfen. Allein schon die Tatsache, daß etwas geschehen soll, hat eine günstige psychologische Wirkung ausgeübt. Besonders die Börse, die in den letzten Wochen vom schlimmsten Pessimismus befallen war, erlebte unmittelbar nach der Erklärung Hoovers im Einklang mit der Festigkeit sämtlicher ausländischen Börsen eine geradezu f e n Rationelle Hausse. In Anbetracht der sich auch noch nach der 2-v. H.-D iskonterhöhung fortsetzenden starken Devisenanforderungen, die die Reichsbank zu Kreditrestriktionen zwangen, war es aber von noch viel größerer Bedeutung, daß sich ebenfalls fast unmittelbar eine internationale Besserung der Reichsmark durch- setzte, wodurch das Zentralnoteninstitut in die Lage versetzt wurde, die Privatdiskontnotiz wieder aufzunehmen. Aber auch die internationalen Warenmärkte wurden durch die Ankündigung Hoovers aus ihrer Ruhe herausgerissen und erfuhren durch die plötzlich einsetzende Nachfrage auf der ganzen Linie mehr oder minder hohe Preis st eigerungen. So wünschenswert und dringend notwendig eine Belebung der Wirtschaft auch ist, muß doch vor einem Optimismus, wie er in den letzten Tagen zum Ausdruck kam, nachdrücklichst gewarnt werden. Daß für Deutschland das Angebot Hoovers zunächst nur eine Atempause bedeutet, hat auch der Reichskanzler Dr. Brüning in einer Rundfunkrede nachdrücklichst betont. Die Einnahmen des Staates feien durch den Ausfall an Steuern weit hinter dem Voranschlag zurückgeblieben, so daß trotz des amerikanischen Vorschlages an der Notverordnung nicht gerüttelt werden dürfe. Die neuen schweren Belastungen für die deutsche Wirtschaft und das gesamte deutsche Volk werden sich aber erst in den kommenden Monaten auswirken, und es wird sich dann erst zeigen, ob eine völlig darniederliegende Wirtschaft lediglich auf Grund von Stimmungsmomenten wieder aufgerichtet werden kann wobei durchaus nicht verkannt werden soll, daß diese für einen Umschwung mitbestimmend sind. Bevor noch nicht mehr als ein Moratorium erreicht ist, heißt es daher nicht den Kopf verlieren. Uebereiltc Käufe, vor allem seitens des Handels, könnten die Märkte am Ende noch völlig verwirren, denn den dadurch steigenden Preisen steht doch keineswegs vermehrte Kaufkraft gegenüber. Die Effektenbörse, die am Dienstag schon bedeutend zurückhaltender war, scheint die Situation nach dem ersten Freudentaumel auch bereits erfaßt zu haben, zumal auch die Meldungen aus dem Wirtschaftsleben vielfach zur Vorsicht mahnen. Die Z a h l der Arbeitslosen hat in der Zeit vom 1. bis 15. Juni nur um 67 000 abgenommen und beträgt immer noch 4 Millionen. Man kann wohl annehmen, daß die Arbeitslosigkeit auf diesem Stand zunächst beharren wird, da die Saisonberufe kaum mehr aufnahmefähig sind. Am Ruhrkohlenmarkt ist infolge der Notverordnung und der Hoffnungen auf eine Preisermäßigung ein scharfer Rückschlag eingetreten. Viel Beachtung sand auch der Abschluß der Norddeutschen Wollkämmerei in Bremen, der neben einem Verlust von 24 Millionen Reichsmark allein Bankschulden von 140 Millionen Reichsmark ausweist, was natür- sich einschneidende Maßnahmen zur Folge haben muß. Beurteilung der Währungsfrage. Jedesmal, wenn auf dem Gebiete der Außenpolitik Unruhemomente auftauchen, macht sich auch in der Wirtschaft eine besorgte Stimmung breit. Das war im Mai 1929, im September Oktober 1930 und auch in der jüngsten Gegenwart der Fall. Meist gibt die Bewegung am Devisenmarkt den ersten Anlaß, Devisenkäufe und Kapitalflucht folgen. In solcher Lage werden dann sehr leicht Gerüchte geglaubt, die bei ruhiger Beurteilung sofort als unzutreffend erkannt werden könnten. Wie in den früheren kritischen Zeiten, so hat auch diesmal die Reichs- bank die Währung absolut sicher aufrechterhalten. Sie kann dies auch ohne weiteres, da ihr genügend sicheren Erfolg versprechende Mittel und Maßnahmen zur Verfügung stehen. Von dem Mittel der Diskonterhöhung hat sie bereits Gebrauch gemacht, mit dem Erfolg, daß die Devisennachfrage erheblich nachgelassen hat. Die Reichsbank würde auch nicht zögern, das noch strengere Mittel der Kreditrestriktion anzuwenden, falls dies notwendig würde. Auch von feiten der Reichs- und Staatsfinanzen drohen der Währung keine Gefahren, denn die Reichsbank ist gegenüber dem Reich durchaus selbständig, das durch die rigorosen Maßnahmen der Notverordnung für die Ordnung seines Etats sorgt. Unter diesen Umständen ist es vollkommen unüberlegt, wenn hier und da aus falscher Besorgnis Guthaben von Geldinstituten abgehoben und ins Ausland gebracht werden. Abgesehen davon, daß die Guthaben in Deutschland in keiner Weise gefährdet sind, ist es ein wirtschaftlicher Widersinn, wenn zum gleichen Zeitpunkt, in dem in Deutschland wegen des starken Kapitalmangels die Zinssätze in die Höhe gehen die Schweizer Banken für die aus Deutschland geflüchteten Guthaben nicht nur keine Zinsen mehr zahlen, sondern sogar für Einlagen Dcpotaelder sich zahlen lassen. Eine ruhige, nüchterne Ueberlegung läßt also erkennen, daß zu Besorgnissen kein Anlaß vorliegt. Das deutsche Kapital soll in Deutschland bleiben und die deutsche Wirtschaft mit Kredit versorgen! * * Millionen - Anleihe der Stadt Frankfurt a. M. Die Stadt Frankfurt a. M. hat gestern eine neue Anleihe in Höhe von 1 Million Mark abgeschlossen. Die Anleihe ist zum Kurse von 92 Prozent auszahlbar, wird mit 7 Prozent verzinst und nach zehn 3ahren rückzahlbar. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 26.3uni. Tendenz: unsicher. Die Börse eröffnete im Hinblick auf die Liquidatton in sehr stiller Haltung. Die Spekulatton übte daher größte Zurückhaltung, zumal auch die internationale Politik noch immer keine Klärung erfahren hat. Ein weiterer iln* sicherheitssaktor war die im Verlaufe der gestrigen Reuhorker Börse «ingetretene Abschwächung. Rachdem man im Vormittagsverkehr schwächere Kurse genannt hatte, war zu Beginn des offiziellen Verkehrs eine festere Haltung festzustellen, wenn auch die gestrigen Abendschlußkurse nicht immer erreicht werden konnten. Die Grundtendenz war indessen als nicht unfreundlich anzusprechen. Man hofft, daß die Durchführung des Hooverschen Moratoriumsplanes nicht an dem Widerstand Frankreichs zum Scheitern kommen wird und glaubt die Abreise Stimsons nach Europa als ein günsttges Moment bewerten zu können. Hingegen machten die weiteren Geldkündigungen, die mit dem Hooverschen Plan kaum in Zusammenhang stehen dürften, einen ungünstigen Eindruck auf die Marktlage. Gegen die gestrigen Kurse war die Kursgestaltung uneinheitlich, doch überwogen Kursrückgänge bis 1 v.H. Am Elektromarkt setzten die meisten Papiere bis 2 v. H. schwächer ein. Von Chemieaktten waren Goldschmidt minus 2,25 v. H., Deutsche Erdöl minus 1^ 8 v.H. und Metallgesellschaft minus 1,5 v.H. stärker gedrückt, wogegen JG.-Farbrn mit minus 0,25 v. H. knapp gehalten waren. Am Montanmarkt waren verschiedentlich Kursbesserungen um 1 v.H. festzustellen, doch ergaben sich anderseits auch Verluste von 1 bis 1,75 v. H. Die Kaliwerte konnten ihren Kursstand um 1,75 v. H. bessern. Von Bankaktien Danatbank minus Iw. H. und Reichsbankanteile minus 2,25 v. H. Von Einzelwerten lagen Harpener, Wayß Frrhtag. Süddeutsche Zucker gut behauptet. Deutsche und ausländische Anleihen knapp gehalten. Am Psandbriefmarkt herrschte sowohl für Liquidationspfandbriefe, als auch für Goldpfandbriefe, bei letzteren besonders für Rheinische Hypotheken- Pfandbriefe, eher etwas freundlichere Stimmung. Reichsschuldbuchsorderungen waren ziemlich unverändert. 3m Verlaufe trat keine bemerkenswerte Veränderung der Situation ein. Die Kurse blieben unter leichten Schwankungen auf dem Ansangsniveau gehalten. Am Geldmarkt war TageSgeld leicht gefragt und zog auf 7 v. H. an. Rur Reportgeld stellte sich auf 7,5 bis 8,5 v. H. 21m Devisenmarkt lag die Reichsmark gegen Dollar 4,2135, gegen Psunde 20,5013, London gegen Aeuyork 4,8650, gegen Paris 124,30, gegen Mailand 92,94, gegen Madrid 51,50, gegen Schweiz 25,1025, gegen Holland 12,0875. Berliner Börse. Berlin, 26. Juni. (WTB. Drahtbericht.) Auch heute blieb die Grundtendenz weiter freund- l i d). Vorbörslich nannte man meist schwächere Kurse, doch wiesen die ersten Notierungen dagegen wieder Erholungen auf. Wenn auch die Kurse kein einheitliches Aussehen zeigten und zum Teil bis 2 v. H. unter gestern Mittaaschluß lagen war doch eine stärkere Widerstandskraft unverkennbar. Die Nachricht, daß Staatssekrär S t i m s o n schon am Samstag seine Europareise antreten wird, stimulierte. Da man hieraus erkennen will, daß die Verhandlungen Amerika-Frankreich gute Fortschritte machen, zumal Italien jetzt Hoovers Vorschlag bedingungslos angenommen hat Auch die bevorstehende Zusammenkunft der deutschen und französischen Staatsmänner sowie die offizielle Bestätigung eines 100-MiUionen-Dollar-Kredit-Abschlusses wirkten beruhigend. Nach neuen Zeitungsmeldungen soll in Amerika sogar die Absicht bestehen, der Reichsbank durch die Federal-Reserve-Bank einen zweiten Ultimokredit einzuräumen. Diese Melduna ist aber noch nicht bestätigt. Der gestrige matte Schluß der Neu- Yorker Börse wirkte nur wenig verstimmend. Es herrschte natürlich in Anbetracht des heutigen Liquidationstages stärkere Zurückhaltung, es kam verschiedentlich Prämienware heraus, und die Spekulation sowie Teile der Kundschaft schritten noch vor dem Ultimo in Anbetracht des hohen Prolongationssatzes ,ui Glattstellungen. Chade, Svenska und Konti- Gummi waren besonders stark abgeschwächt, dagegen waren Deutsche Kreditanstalt^ Holzmann, Mannesmann, Buderus, Stolberger ^ink bis 2,5 o. H., Reag sogar 4 v. H. fester. Die Geldsätze blieben unverändert. Reichsschuldbuchforderungen waren etwas ge- drückt. Pfandbriefe noch nicht zu übersehen. Im Verlaufe wurde es zunächst etwas fester. Die Besserungen betrugen etwa 1 o. H. BMW., die anfangs schwach lagen, konnten sich auf die Ausführungen in der gestrigen Generalversammlung wieder gut erholen. Auch Svenska zogen etwas stärker an. Schweineniarkt in Grimberg. + Grünberg, 25. 3uni. Der heutige Schweinemarkt hatte einen Austrieb von 408 Ferkeln. Es kosteten bis 6 Wochen alt« Ferkel 12—14 Mark, 6—8 Wochen alte 16—18 Mark, 8—13 Wochen alte 20—25 Mark. Tendenz: mäßig, es verblieb Ueberstand. Schweinemarkt in Wetzlar. * Wetzlar, 25. Juni. Der gestrige Schweine- markte war beschickt mit 495 Ferkeln und 18 Läufern. Der Handel war von Anfang an rege. Bevor- Zugt wurden 5 bis 6 Wochen alte Ferkel, während nach älteren Ferkeln und Läufern wenig Nachfrage bestand. Es wurden folgende Preise bezahlt: Für 5 bis 6 Wochen alte Ferkel 12 bis 14 Mark, für 7 bis 8 Wochen alte Ferkel 15 bis 19 Mark für 9 bis 10 Wochen alte Ferkel 20 bis 21 Mark je Stück. Läufer erzielten fast keine Gebote und konnten nicht notiert werden. Der Markt wurde bei geringem Ueberftanb frühzeitig geräumt. Letzte Nachrichten. Vorläufig keine Llmbildung des Reichskabinetts. Berlin, 26. Juni. (WTB. Drahlmeldung.) 3n den letzten Tagen find in der Presse Meldungen auf- gelaucht, die von einer bevorstehenden U m b i l - dungdesReichskabinelis wissen wollen. 3n unterrichteten politischen Kreisen bezeichnet man diese Frage jedoch vorläufig als überhaupt nicht akut. Auch in führenden Kreisen der Deutschen Volkspartei wird die Auffassung vertreten, daß jetzt selbstverständlich die Außenpolitik den Vorrang hat und innerpolitische Fragen unter ollen Umständen ruhen müssen. 3n diesem Sinne dürfte sich der Kanzler in den nächsten Tagen auch mit dem Führer der Deutschen Volkspartei verständigen. Rach unseren 3nformationen ist auch nicht damit zu rechnen, daß Dr. Brüning in absehbarer Zeit das Wirtschaft-- und 3 u st i, m i n i st e - rium neu beseht. 3nnerpolilische Verhandlungen sind vielmehr nicht zu erwarten, solange die großen außenpolitischen Fragen, um die es jetzt geht, nicht zu einem gewissen Abschluß gekommen sind. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 v.H., Lombardzinsfuß 8 v.H. vranliun u. 1>I. Berlin .tranliun a. . Berlin «Schluß- lurd 1-Uhr- STufa (Schluß- lur Anfa g- Kurs Schluß- lur< Kurs Schluß» 'urS Anfang« aurs Datum 25.6. 26.6. 25 6. 26.6. Datum 25.6. 26.6. 25 6 26.6. 6% Deun-ve tHetihoaniethe 0.192. 78,5 —— 78,75 — Hamvurg-Amertta Pale^ . Hamburg-Südam. Dampsfchif . i — 49 49 48,5 7% Deutsche 9iei(f)#anlcipe 0.1929 — — 95,25 — — 106 — 5>4% ^ouiifl-ynlcthe von 1930 . Deutsche Anl.-Ablöl.-Schuld mit 71 —— 70 — Hansa Dampfschiff . . . . 0 — — 81.5 52,4 Norddeutscher Llond .... . 6 51 50,4 51 50,5 Aullos..Rechten....... 52 52,3 52 A.S. für Verkehrswesen Akt. 50 —— 49 49.5 TeSfll. ohne Audlos.-Rechte . . 8% Heil. LolkSslaat von 1926 5,55 5,4 5,5 5,25 Berliner Handelsgesellschaft . 8 106 — 105,9 105.75 88,5 Lommerc und Privat-Bank . 7 103.25 103 103,25 103 (rüchablb. 102%)...... 89 — Darmstädter und Naitonalbank 8 113,5 112,5 113 112,5 Cbcrhclien Provinj-Anleihe mit Deutsche Bank und Auelos.-Rechten...... — —— — —— Ttsconto-Gesellfchast. . . Dresdner Bank...... 6 102 101,5 102 101,75 Deutsche Komm, satnmelabl. 6 102.5 102 102,5 102 Anleche Serie 1....... 8% Franks. Hyp.-Bank Soldpfe 50,1 — 50,25 — Reichsbank........ 1? 143,5 141,25 141,5 141,5 15 unkündbar biS 1935 .... 7% Franks. Hnp.-Bank woldpfe 98,25 —» — —— .'l.C.®........... . 7 96 5 95.5 96.25 94 Bergmann........ . 9 69.75 unkündbar bl» 1936 Serie 16 *y*% Franks. Hyp.-Ban« Ligu.. 96 — — Seht. LieierungSgesellschast. Licht und Krall...... 10 10 111 114.25 113.5 112,25 114,4 112,25 113,25 Pfandbriefe......... Rheinische Hyp-Bank-Liau Goldpse........... 87,25 — — Reifen & Guilleaume.... Gesellschaft sür Slektrifche 6Y1 73 71 72,65 71,4 87,75 —— — Unternehmungen .... 9 108 107.25 106,75 106,4 6% Pr. LandeSpfandbriesanslalt. Rheinische Elektrizität . . . . 9 106 105 106.75 Pfandbriefe R. 19...... 100 — 100 — Schuckert Ä (£o....... 11 126,75 1252.5 125,75 — 7% Pr. LandeSpsandbriefanstall. Siemens & Halöke..... 14 157 156 156.4 156,25 Pfandbriefe R. 10 95,5 — — — LahmeyerL Lo....... 12 113 - 112,5 109 4% Oesterreichliche Goldrente . . 19,5 _ 19,65 — Buderus......... . 4 42,5 — 42 43,25 4,20% Lesterreickiiche Sicherrente — —— 1,3 — Deutsche Grdbl...... . 6 69 67.75 69.4 68,25 4% Ungarische Goldrente .... 4% Ungarische Staatirente v. 1910 16,75 — 16,8 — Gelsenkirchener...... . 8 72 71.25 70,75 70 14 — 14.1 — Harrener......... . 0 60 59,5 4>4% deSgl. von 1913 .... — 14,25 14,25 Hoejch ttifen........ . 6 — — 53,25 52,25 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanlethe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe — — 7,75 8.9 Ilse Bergbau....... «löcknerwerie....... 10 150 —— 149 148 2,5 2,75 2,65 2,75 . e 55,5 54 54.13 54,4 Käln-Neuessen....... ey, 58,5 Serie 1.......... 2,75 2,75 — 2,75 ManneSmann-Röbren . . . . 6 67 68 66,25 68 ■1% deSgl. Serie II....... 2,75 2,75 2,55 — Manöselder Bergbau .... . 0 30,5 29,5 30 5% Rumän. vereint». Rente v. 1903 7.13 — 7,05 —— Oberichles. Koköwerke . . . . 8 _ 67,4 67,5 4^,%Rumän.vereinh.Rentev.lS13 14,6 — 14,75 — Phönix Bergbau...... *¥t 48 49 47,75 4°o Rumänische vereinh. Rente . 5,85 — 5,8 5,75 Rheinische Braunkohlen . . . 10 159,5 159,75 158,5 2yt% 1. ana^ller...... 14,25 — 14 14,1 Rheinstahl........ . 6 75 73,25 73,75 72,5 tfraniiun a. JJi. .Serin, Gchluß- luri 1-Uvr- f=r r« Echlutz- fur< Anfang- Kurs Datum 25.6. 26.6 25.6. 26.6. Riebet! Montan...... 1,1 — — — — Vereinigte Stahlwerke . . . 4 46.75 46.75 47 46.75 Olavi Minen......16*/, 24 — 23,13 23,5 Kaliwerke Aschersleben . . . 10 127 128,5 127,5 127,75 Kaliwerke Westeregeln . 10 133 131,5 131,25 Kaliwerke Salzdetfurth . 15 201,5 2,0 201.25 201 g. ®. Farben-Industrie . . . 12 136 135,75 135.65 135,5 Verein, diem. Industrie Frank- surt a, M......... «in _ Scheide anstatt....... 10 124 124 _ Goldschmidt........ 0 42 39,75 41,5 40,25 RürgerSwerke....... 5 44 44 44,5 Metallgefellschafl...... 5 61 59,5 61 Philipp Holzmann..... * 78 — 78,25 79,5 Zementwerk Heidelberg. . . Cementwerk Karlstadt. . . . 7 7 54 85 Wayß & Freytag .... C 25,5 26 24,5 Schultheis Payenhoser . . . 15 _ — 135 133,5 Aku (Allgemeine Kunstseide) 0 79 78 78,25 77,75 Bemberg......... 0 89 88 89,75 88,5 Zellstoff Waldhos..... 12 72 — 72,5 71,4 Zellstoff Aschaffenburg . . . 6 69,75 — 69 Dessauer GaS....... 9 — — 122,5 123.25 Daimler Motoren..... 0 27 27,25 26,65 26,65 Deutsche Linoleum .... b 65 65 64 63,25 Crenftein & Koppel .... 0 45,25 42 41,65 Leonhard lieg...... 8 93 — 93,4 92 Svenska......... 15 235 — 237 234.5 Lbade.......... 240 239 242 238 Frankfurter Maschinen . . . 0 11 — 11,5 —. Grchner......... Mainkraftwerke Höchst a. M.. e 3M _ 32,25 — Süddeutscher Zucker .... löj 111 111 — — Banknoten. Berlin, 25..Juni Meld Srie? Amerikanische Roten....... 4,209 4,229 Belgische Noten......... 58,51 58,75 Dänische Noten......... 112,43 112,87 Englische Noten ......... 20,488 20,568 Iran-ofische Noten........ 16,46 16,52 Holländische Noten........ 169,36 170,04 Italienische Noten........ 22,03 22,11 Norwegische Noten........ Deutsch-Oeslerieich, ä 100 Schilling 112,48 59,02 112,92 59,26 Rumänische Noten........ 2,487 2,507 Schwedische Noten........ 112,76 113,20 Schweizer Noten......... 81,53 81.85 Spanische Noten......... 39,42 39,58 Ungarische Noten........ 73,25 73,55 veoifenmarkl Berlin — Frankfurt a. M. 25. Juni 26. Juni Amtliche Notierung' l^eld 2ries Amtliche Notierung Geld Brief Helsingsor« . 10.591 10,611 10.591 10,611 Sßlen. . . . 59.15 59,27 59,15 59.27 Prag . . . 12,467 12,487 12,467 12,487 Budapest. . 73.46 73,60 73,43 73,53 Sofia . . . 3,049 3,055 3.049 3,055 Holland . . 169,38 169,72 169,38 169,72 l ito ... . 112,69 112,91 112,69 112,91 Kopenhagen. 112,72 112,94 112,71 112,93 Stockholm 112,86 113,08 112,86 113.08 London. . . 20,475 20,515 20,475 20,515 Buenos Aires 1,337 1,341 1,331 1,335 Neuporl . . 4,209 4,217 4,209 4,217 Brüssel. . . 58,61 58,73 58,61 58,73 Italien. . . 22,04 22.08 22,04 22.08 Pari« . . . 16,473 16,513 16.473 16,513 Schweiz . . 81,60 81,76 81,56 81,72 Spanien . . 39,71 39,79 39,86 39.94 Danzig. . . 81,86 82,02 81,86 82.02 Japan . . . 2.080 2,084 2,081 2,085 Rio de Ian.. 0,317 0,319 0,321 0,323 Jugoslawien. 7,450 7,464 7,448 7,462 Lissabon . . 18,61 18,65 18,61 18,65 SJ.Jpor< Handball der Stadimannschast. Am Samstagabend findet auf der Spilburg in Wetzlar das Rückspiel der beiden Stadtmannschaften seinen Austrag. Man darf mit Recht gespannt sein, wie die Hiesigen mit dem starken Gegner fertig werden. Das Vorspiel ging bekanntlich 10:7 verloren. Rur wenn jeder Spieler sein Bestes hergibt, und nach einem System gespielt wird, ist ein Sieg zu erhoffen. Die Elf, der das stärkste Wetzlarer Aufgebot entgegensteht, hat folgende Aufstellung gefunden: Balser (VfB.); Geismar (1846), Mohr (1846); Geiß (1900), Salz (Mtv.), Gehrhardt (1846); Nehren, Stremmel, Schmidt, Rothermel, Schuler, (Mtv.) (Mtv.) (1846) (Mtv.) (Mtv.) Turnverbindung „Rheinfranken" Zaustballmeister der Llniversiiät. Wie im SS. 1930 so konnte auch 1931 die Faustballmannschaft der Akad. Tunvcrbindung Rheinfranken Sieger der Faustballrunde der Universität werden. Dir Rheinfrankenmannschäft wird die Universität Gießen bei den Südwestdeutschen Meisterschaften in Freiburg i. Br. vertreten. Zaustball im Turngau Lahn-Oünsberg (AOT ). Am Sonntag findet in Hausen die Vorrunde der Faustballverbandsspiele — 10 Spiele — statt. An den Spielen um die Gachneisterschaft im Faustball beteiligen sich die Turnvereine Allen- Lorf a. d. Lda. (2 Mannschaften), Garbenteich. Hausen und Rodheim a. d. Dieber. Man erwartet schöne und interessante Spiele. Lieber den Ausgang kann nichts vorausgesagt werden, da die Spielstärke der gemeldeten Mannschaften nicht bekannt ist. Sn Waldgirmes finden drei Schiedsrichterbeleh- rungs- und -Prüfungsspiele im Handball statt. Die sahungsgemäße Sperre muß dazu verwendet werden, damit in der Runde wieder nerve- Schiedsrichter zur Verfügung stehen. Handball der Schulen. Gymnasium — Realgymnasium Res. 4:8 (3:5). Obige Mannschaften trafen sich auf dem Universitätssportplatz. Es kam ein spannendes Spiel zustande, I bei dem das Resultat gemäß dem Spielverlauf etwas I zu hoch ausgefallen ist. Die Mannschaften der Universität 1. (Sieger. Am Mittwochabend fand auf dem Univeiffl- tätssportplah ein Abendsportfest statt, das nicht nur einen guten Verlauf nahm, sondern auch allen Erwartungen und allen Voraussagen entsprach. Die Llniversität mit ihren vorzüglichen Sportlern schoß den Vogel ab und siegte verdient. Zwar setzten die l900er und die Mitglieder der Reichswehr dem Sieger schwer zu, die Llniversität stellte aber schließlich doch die Desseren. Zu den Wettkämpfen war eine über Erwarten große Zuschaueranzahl erschienen, die mit viel Aufmerksamkeit den Vorgängen im Spielfeld folgte und lebhaften Anteil an Sieg und Riederlage nahm. Die Organisation ließ kaum zu wünschen übrig. Zwar konnte die Abwicklrmg der einzelnen Wettkämpfe schneller aufeinander folgen, eine halbstündige Verspätung ergab sich aber schließlich daraus, daß mancher Wettkämpfer in verschiedenen Konkurrenzen möglichst zu gleicher Zeit antreten sollte. Die Witterung erwies sich als günstig, wenn auch bei Einbruch der Dunkelheit eine überraschende Kühle eintrat. Die gezeigten Leistungen bewiesen, daß die Leichtathletik in Gießen sich auf einer sehr achtbaren Höhe bewegt. Oie Ergebnisse: Laufkonkurrenzen. 100 Meter: l. Metzner, LU.. 11,1 Sek.; 2. Müller, LU.. 11,7; 3. Salz, Bat., 11,9. Bereits in den Vorrennen entwickelten sich scharfe Kämpfe. Sm Endlauf siegte Mehner mit l1/2 Meter Vorsprung vor Müller. Die Zeitdifferenz von 11,1 zu 11,7 erscheint dabei etwas reichlich hoch. Beim Start kamen die Läufer durchaus nicht gut ab. Metzner war der Sieg jedoch in jedem Falle sicher. 3000 Meter: 1. Schaaf, 1900. 9:20,0 Min.; 2. Gerhard, 1900, 9:29,0 ; 3. Reih, Bat., 9:41,0. Der Sieger lief in blendender Manier. Keinev 'der Gegner konnte ihm je gefährlich werden. Auch Gerhard nicht, dem diese verhältnismäßig kurze 1 Strecke nicht liegt. Reih hielt sich gut. - 4xl00Meter:l. Universität 44,3; 2. Mtv. * Gießen 45,5; 3. Spielvereinigung 1900 46,2 ; 4. , Bataillon 47,0 Sek. Die Studenten (EldracherlI, Müller, Metzner, Eldracher I) liefen eine sehr gute Zeit. Metzner als Vorletzter und Eldracher! als Schlußmann holten einen großen Vorsprung heraus. Ueberraschend gut hielten sich die Mtver, die einen sehr ehrenvollen zweiten Platz belegten. Schweden staffel (400, 300, 200, 100 Meter): 1. Universität 2:8,3 Min.; 2. Mtv. Gießen 2:9,0; 3. Spielvereinigung 1900 2:9,8; 4. Bataillon 2:14,4 Min. Die Studenten (Metzner, Eschenröther, Eldracher! und Müller) waren auch hier nicht zu schlagen. Die Mtver lagen allerdings nicht viel zurück. 3X1000 Meter: Auch in diesem Rennen sicherte sich die Universität den 1. Platz in der Zeit von 8:19,3 Mim (Roth, Faubel, Stepp). Die Studenten hatten in Stepp ihren besten Mann, der einen großen Vorsprung herauszuarbeiten vermochte. Die Spielvereinigung (Schaaf. Daumstieger, Depperling) belegte den zweiten Platz mit 8:27,2. Als Dritte wurden die Soldaten bewertet, die ebenfalls in der Zeit von 2:27,2 das Ziel passierten. Depperling holte in einem schönen Endkampf den Schlußmann des Bataillons ein. Wurfwettbewerbe. Kugelstoßen: 1. Metzner, LU., 12,81 Meter; 2. Mohl, Bat., 12,42; 3. Müller, LU., 11,72. Mohl konnten sich zur allgemeinen Ueberraschung gegen Mehner nicht behaupten. Diskus: 1. Mohl, Bat., 32,36 Meter; 2. Schäfer, 1900, 32,08 ; 3. Franz, LU., 31,75. Hier wurde Mohl von Schäfer hart bedrängt. Speerwerfen: 1. Frey, LU., 47,35 Meter; 2. Hopfenmüller, 1900, 43,62; 3. Rothermel, Mtv., 43,10. Man hätte Hopfenmüller auf dem 1. Platz erwartet. Sprungkonkurrenzen. Stabhochsprung: 1. Steines, Bat.. 3,40 Meter; 2. Sung, 1900, 3,20 ; 3. Malkomesius, Mtv., und Loh, Univ., 2,90. Steines sprang unter großem Beifall 3,40 Meter, nachdem sein schärfster Konkurrent Jung bei 3,30 ausschied. Hochsprung: 1. Weil, Univ., 1,69 Meter; 2. von Rotenhan, VfB., 1,63; 3. Steines, Bat., Pfeffer, Univ., und Petri, Mtv., 1,59. Die Gesamtwerlung ergab folgendes Bild: 1. Universität 6D/z Punkte; 2. Spielvereinigung 1900 831/2 Punkte; 3. Bataillon 931/2 Punkte; 4. Mtv. Gießen 107'/z P. Bei einer Zwischenwertung lag das Bataillon mit einem Punkt Unterschied vor der Spielvereinigung auf dem 2. Platz. 3n der Zwischenwertung notierte die Universität mit 24, das Bataillon mit 34, die Spielvereinigung mit 35 und der Männerturnverein mit 51 Punkten. * Vor den leichtathletischen Wettkämpfen fand ein Fußballspiel zwischen der Mannschaft der Universität Gießen und der Mannschaft der Technischen Hochschule Darmstadt statt. Die Gäste, die die technisch reifere Mannschaft stellten, siegten verdient mit 3:0. Bezirkswetturnen -es 5. Bezirks