Ht. 120 Erster Matt 181. Zahrgcmg Dienstag. 26. Mai 1931 Lrlcheinl lügllch,außer Sonntag» und Stiertag* Beilagen: Die Illustriert» Giehener Jamilienblätta Heimat im Bild Die Scholle IRonatS'BejugspreH: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träge» lohn, auch bei Richter» scheinen einzelner Nummern Infolge höherer Gewalt. Zernfprechonschlüsse enterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Siebe», potfdfecffonto: Frankfurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnitk und Verlag: vrühl'sche Univerfitäl5-Vuch- und Stetnörnderet B. Lange in Eiehen. Schnftlettung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mne Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/, mehr. Chefredakteur. Dr. Friede. Wilh. Langt. Deranttoorilich für Polittk Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr.H.THyrioi; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Die Aachener pfingsttagung des VDA. chen Vertreter der VDA.-3ugend aus allen europäischen Auslanbsgebieten von ihrem Dank an das Rheinland und forderten von der DDA.- 3ugenb das Gelöbnis zu ernster Volksdeutscher Arbeit. 3m Anschluß an die Weihe der neuen Danner und Wimpel wurde ein kurzes F e st - spiel. „Wir suchen Deutschland", vorgeführt, das mit dem gemeinsamen Gesang des Deutschlandliedes endete. Rach dem Zapfenstreich bewegten sich die Teilnehmer in einem Fackel- zug in die Stadt. Deutsche Pionierarbeit in Llebersee. Am Montag, dem letzten Tage der Pfingsttagung des Vereins für das Deutschtum im Ausland, fand vormittaas eine Gedenkfeier auf dem Ehrensriedhof beim Bismarckturm im Siegel statt, bei der Dr. Ernst Lei bl-Berlin die Weihe» rede hielt. Der Opfertod unserer im Weltkriege Gefallenen, so führte er u. a. aus, sei Saat gewesen in die Furchen einer neuen deutschen Zukunft. Wir müßten lernen, den Kampf um die Grenzen immer mehr vom volksdeutschen Gedanken her zu sehen. Der neue Nationalgedanke in Mitteleuropa entwickelte eine starke, werbende Kraft. Mit einem Ausruf an die pflichtbewußte deutsche Jugend und dem „Gebet" der Schar" schloß der Redner. Auf einer Angestelltentagung des VDA. sprach am Montagoormittag U. Hayn- Buenos Aires über „Deutsche Pionierarbeit in U e b e r f e e". Durch zähe Kleinarbeit haben eine große Anzahl von deutschen Firmen in Südamerika eine Bedeutung erlangt, die von keinen anderen übertroffen wird. Sie haben große Teile des Landes mit einem Netz von Zweigniederlassungen überzogen und in diesen Gebieten zum Teil säst monopolartige Stellung erlangt. Die zweite Der Festzug des VDA. Großartiger Ausklang der Aachener Tagung. Die Aachener Tagung des VDA. wurde am Pfingstmontag mit einem fast den ganzen Rachmittag füllenden Fe st zu g durch die Straßen der Kaiscrstadt beendet. 3n strahlendem Sonnenschein marschierten die Gruppen der VDA.-3ugend aus allen deutschen Sprachgebieten Europas, über 1 0 000 Menschen mit ihren Flaggen, Dannern und Wimpeln, während eine weit größere Menge dicht gedrängt die Straßen füllte, am Rathaus vorbei. An der Spitze des Zuges, hinter der Standarte des VDA., wurde die Fahne der Mark Drandenburg getragen; ihr folgten die 3u- gendgruppen in der weiß-blauen und weißen Wanderlleidung, untermischt mit Schülerkapellen und Trachtengruppen aus allen deutschen Gauen. Desonderen Jubel lösten die Schwarzwälderinnen aus, die Oesterreichrr und Steiermärker, die Schleswig-Holsteiner, das Münchener Kindl, die Fürther Fußballmannschaft, die rheinischen Winzerinnen und die oberschlesischen Bergknappen, Den Panzerlreuzer ze.gten Wilhelmshaven und Kiel, das auch goldene Sprotten mit sich polens Bericht über Oberschlesien wirb beringt. Hauptklasse der Pioniere sind die Ingenieure. Ihr Feld in den noch unentwickelten südamerikanischen Staaten ist fast noch weiter als das der Kaufleute. Doch wurde ihre Betätigung gehemmt durch den Kapitalmangel. Diese zwei Arten von Pionieren haben ihre Wurzeln in der Heimat. Sie sind nur Gäste im fremden Land. Anders ist es mit der dritten Hauptklasse der Pioniere, den Bauern und Siedlern. Diese haben ihre Zelte in der Heimat abgebrochen, sie gehen hinaus, um eine neue Heimat zu finden, und es bleibt nur zu hoffen, daß sie ihre deutsche Sprache und Art bewahren. — W. Schmidt, GdG.-Hamburg, schilderte die großen Schwierigkeiten, bei der heutigen Weltwirtschaftskrise eine Anstellung im Ausland zu finden. Nur der gründlich d u r ch g e b i l d e t e deutscheAnge st eilte, der neben guten Kenntnissen in fremden Sprachen über vorzügliche Fachkenntnisse verfügt, hat noch Aussicht, eine Anstellung im Ausland zu finden. Auf einer Bauerntagung sprach Kapitulär- kanonikus Steinwender - Salzburg über „Bauernschicksal und deutsche Dolksnot". — lieber die „Aufgabe des Bauerntums für die deutsche Zukunft hielt Prof. T o n n e s e n - Allona einen Vortrag, in dem er u. a. ausführte: Boden ist mehr als Ware oder Kapitalsanlage. Boden ist Erbe, anvertrautes Gut. Im Boden lebt das Opfer der vergangenen Geschlechter, aus dem Boden wächst die Zukunft der Kommenden. Vergangenheit und Gegen- wart werden durch Leistung am Boden verbunden. Wo diese gar nicht romantischen, sondern nüchtern tatsächlichen Lebensinhalte sich ergeben, wird das Bauerntum auch in modernen Lebensformen Bauerntum bleiben. Es wird sich eine Arbeitsund Sozialoerfassung schaffen, die nicht ein Abklatsch fremder Zuordnungen und Lebensvoraus- jetzungen ist. Bauerntum wird Leben, auch in ganz neuen Formen, wenn es aus feinen eigensten ßcbensbebingungen sich „berufen" läßt. führte, wie überhaupt die einzelnen Städte ihre Erzeugnisse zeigten: bayerisches Dier, pvmmersche Gänse, Dortmunder Dier, Plauener Spitzen, lebendes Meißener Porzellan ufw. Das Drandenburger Tor wurde ebenso freudig begrüßt wie die Potsdamer Rokokotracht aus Sanssouci. Den Abschluß bildeten die Gruppen der Aachener Verbände und Vereine. Besonders herzlich begrüßt wurden die Gruppen aus den Grenz- und Auslandgebieten rund um Deutschland, so vor allem der Danziger Treueschwur: „Danzig deutsch I" und die zahlreichen Eupey-Malmedyer. Dis in den spaten Abend hinein dauerte das frohe jugendliche Leben und Treiben, das bei dem ernsten Hintergrund der volksdeutschen Arbeit die Aachener Devölkerung mit den Gästen aus allen deutschen Landen vereinte. Die Tagung des VDA. hat damit einen besonders eindrucksvollen Abschluß gefunden. Dei einem gemeinsamen Festmahl im Konzert- haus sprach Admiral Seebohm Grüße an den Reichspräsidenten. Aachen im Zeichen des blauen Wimpels. Aachen, 25. Mai. Das historische lagunpsroetter der alljährlichen VDA. - Pfingsten überglänzt die alten Türme der stolzen Kaiserstadt Aachen, die in einem Kranz grüner Wälder und Parkanlagen eingebettet liegt, unmittelbar an der neuen Grenze, hinter der die durch das Versailler Diktat und eine Scheinabstimmung vom Reiche losgeriffenen Deutschen Eupen-Malmedys der Erlösung harren. Aus allen Gebieten Jnnerdeutschlands und aus den meisten Siedlungsgebieten des Auslandes strömen die Abordnungen in diesen Stunden nach Aachen zusammen. Den ganzen Freitag vor Pfingsten rollen die Sonderzüge ein, aus denen sich die Scharen deutscher Jugend in die alte Münsterstadt ergießen, singend und psingstsroh unter dem blauen Wimpel der Dolkstreue. Bald wimmeln die in leuchtendem Frühlingsgrün lieqenben Kuranlagen bes Babes Aachen, in benen sich bie Hauptquartiere ber Tagung befinben, von bunten Mützen unb bunten Kleidern. Es klingen die Lieder aller deutschen Länder unb „beutschen Auslänber" burch bie Stabt. Der erste Tag ber Pfingsttagung brachte eine Arbeitssitzung ber F r a u e n g r u p p e n , in ber Fragen ber praktischen Arbeit erörtert würben unb eine sehr eingehenbe Aussprache über bie Grenzlanbprobleme im Westen unb Osten ftattfanb. Der Regierungspräsident von Aachen informierte bie bereits erschienenen Pressevertreter über bie burch bie Friedensdiktate geschaffene grenzpvlitis ch e Lage Aachens, bie besonders wirtschaftlich burch bie Losreißung von Eupen- M a l m e b y sehr erschwert ist. Eine Grenz- lanbfahrt nach Monschau schloß sich an, bie ben Abschluß einer vorhergegangenen Runbsahrt von Trier burch Luxemburg, Malmedy unb Eupen bilbete unb bie einer Gruppe von Pressevertretern einen anschaulichen Einbruck der Verhältnisse vermittelte. Eine Sitzung des Hauptvorstandes und der Degrüßungsadend schloßen den ersten Tag ab. Dr. Gehler wird 1. Vorsitzender. Rach dem Auftakt bes Vortages beginnt Im strahlenden Sonnenschein der Samstag, der erste der drei mit Arbeitsbesprechungen und Aus- svrachesihungen voll ausgefüllten Tage. Die Stadt selbst hat bereits ein Festgewand angelegt. 3n ganzen Straßenzügen ist kaum ein Haus zu bemerken, in dem nicht eine Fahne die Anteilnahme der Einwohnerschaft an der großen Tagung zum Ausdruck bringt. Eingeleitet wird die Tagesarbeit durch bie Sportwettkämpfe ber VDA. -3ugenb auf bem Sportplatz ber Technischen Hochschule. Hier entfaltet sich ein malerisches Dild ber Wettkämpfe, bie beachtliche Leistungen sowohl verschiebener Mannschaften wie auch einzelner VDA.-3ungens unb Mäbels zeigt. Bereits um 9 Uhr beginnt die Sitzung des Hauptausschusses. Eine überaus reiche Liebersicht bot hier der Generalsekretär des Ra» tionalitätenkongresses, Dr. A m m e n d e (Wien), über die Lage ber deutschen Volksgruppen in Europa. Eingehend beleuchtete er die Lage ber einzelnen Volksgruppen unb zog baraus die Folgerung, daß zwar hier und dort, wie z. D. in Südslawien und Rumänien, eine Erleichterung zu verzeichnen sei, daß aber nach wie vor die Lage ber beutschen Volksgruppen, sowohl infolge ber Wirtschaftsnot, wie auch bes Druckes der fremden Regierungen äußerst ungünstig bleibe. Seine Rebe fand einen Riederschlag in einer bedeutungsvollen Entschließung mit den Forderungen des VDA. zugunsten der bedrängten Volksgenossen im Ausland. Von der hohen Warte des deutschen Gelehrten war der Vortrag von Professor Kühne mann (Breslau) gehalten. Er entwarf ein großartiges Bild des notvollen Schicksalskampfes, den das deutsche Volk um sein Dasein heute führen muß. Der geschäftliche Teil brachte die Wahlen zum Hauptvorstand, der durch die Zuwahl mehrerer Persönlichkeiten, wie Dr. Barta (Wien), Dr. S t e i n a ch e r (Berlin), Dr. D u r a ch (Dresden) unb Frau Koepke (Darmstabt) ergänzt würbe. Gleichzeitig würbe bie Wahl bes 1. Vorsitzenden vorgenommen. Die Wahl fiel auf Dr. Gehler, dem früheren Reichswehrminister. Der Tag fand seinen wirkungsvollen Abschluß mit einem Konzert und einem Feuerwerk im Park des Reuen Kurhauses. Sine Rheinlandstunde des VDA. Der Pfingstsonntag in Aachen. Den Pfingstsonntag leiteten Gottesdienste ein. Dann brachte das im VDA. vertretene Grenz- und Auslandsdeutschtum in einer würdigen Kundgebung int Kaisersaal des Rathauses bem Rheinland seinen Dank für die in der Besatzungszeit gebrachten Opfer zum Ausdruck, während gleichzeitig die 3ugenbaborbnun- gen sich zu einer Rheinland st unbe zusam- menfanben. Rachmittags beschäftigte sich eine Studententagung unter Leitung von Staatssekretär a. D. von Hintze mit den akademischen Aufgaben volksdeutscher Arbeit, wobei Professor Dr. Martin Spahn den Hauptvortrag hielt. Eine Abendfeier im Waldstadion unter Teilnahme des größten Teils der Aachener Bevölkerung beschloß den Tag. Rach Vorträgen des Stadtverbandes Aachener Gesangvereine spraOie Offenlegung des Rüstungsstandes. Die ungenügenden Vorschläge Hendersons angenommen. Genf, 23. Mai. (WTB.) Der Dölkerbundsrat hatte in ber letzten Sitzung seiner 63. Tagung zwei die beutsche Polittk besonders nahe berührende, bis zum letzten Augenblick stark um* kämpfte Punkte zu behandeln: die Offenlegung bes Rüstungsstanbes und die Angelegenheit ber Minderheiten in Polen. Roch im Sihungssaale befanben sich über ben für die Eröffnung ber Sitzung festgesetzten Zeitpunkt hinaus die Ratsmitglieder in einem lebhaften, halblaut geführten Meinungsaustausch. Rach Eröffnung ber Sitzung legte ber spanische Außenminister als Berichterstatter über bie Abrüstungsfrage seinen Bericht über bie verschiedenen Anträge zur Festsetzung eines einheitlichen Fragebogens über den Rüstungsstand vor, der darin gipfelte, daß die Vorschläge der britischen Regierung, obwohl sie nicht ideal seien, im gegenwärtigen Augenblick bie Grundlage der Bemühungen in dieser Angelegenheit bilden sollten, und zwar nach den von dem japanischen Ratsmitglied ausgestellten Grundsätzen der Gleichmäßigkeit, Allgemeinheit und Gleichzeittgkeit. Dr. Curti.us begründete sodann die deutsche Stimmenthaltung. Besonders wirksam war sein Hinweis auf Artikel 8 der Völkerbundssahung. der den Völkerbundsmitgliedern einen freundschaftlichen Austausch aller Angaben über den Stand ihrer Rüstungen zur Pflicht macht. Der norwegische und der irische Außenminister erklärten, daß sie die deutschen Vorschläge für weit besser hielten als den jetzigen Bericht, und' daß sie diesen nur mit dem Vorbehalt annehmen, daß er einer grundsätzlichen Entscheidung dieser Frage nicht vvrgreife. Rachdem auch der britische Außenminister erklärt hatte, daß der jetzige Bericht nicht das Recht der Konferenz beschränke, alle Auskünfte zu fordern, die sie etwa für notwendig halten könnte, wurde dieser angenommen. Oer Bericht über Oberschlesien. Die deutsche Klage soll für erledigt erklärt werden. Vor Eintritt in die Behandlung der Minderheitenfragen erklärte Dr. C u r t i u s , er habe bei der Behandlung dieser Fragen im Januar dem englischen Außenminister den Vorsitz abgegeben, und es sei nur logisch, daß er dies jejjt wieder tue. Henderson übernahm darauf für den Rest der Sitzung den Vorsitz. Der von dem japanischen Delegierten Poshisawa erstattete Bericht erinnerte daran, daß der Dölkerbundsrat im Januar hinsichtlich der Zwischenfälle in Polen einen Unterschied zwischen direkter und indirekter Verantwortlichkeit der polnischen Behörden gemacht habe. Was die erste Frage betreffe, so schlage der heutige Bericht vor, der Dölkerbundsrat solle sich darauf beschränken, von den Maßnahmen der polnischen Regierung Kenntnis zu ne-hmen. Bezüglich der zweiten Frage müsse man sofort feftfteUen, daß unter den von der polnischen Regierung erwähnten Maßnahmen sich nicht diejenige befand, die nach Auffassung gewisser Mitglieder des Dölkerbundsrates bas geeignet ft e und wirksamste Mittel dargestellt hätte, um die besonderen Verbindungen, die etwa zwischen den Behörden und den Aufständischenverbänden bestehen, verschwinden zu lassen. Der Bericht spricht die Hoffnung aus, daß der ganze Dölkerbundsrat einmütig eine wirkliche positive Entspannung und eine sehr merkliche Besserung in den Beziehungen zwischen den Behörden unb der Minderheit feftfteUen könne. Es bestehe die Gewißheit, daß die polnische Regierung in Zukunft nichts unterlassen werde, um geeignete Maßnahmen zu ergreifen, damit ein solches Ergebnis endgültig gesichert werden könne. In der Erwartung, daß die von der polnischen Regierung bisher ergriffenen und weiter im Sinne der Ianuaroerhandlungen des Dölkerdundsrats zu ergreifenden Maßnahmen einen Fortschritt auf dem Wege zur Schaffung einer dauernden und be- friedigenden Form der Minderheitenbehandlung darstellen, schlug der Berichterstatter vor, daß der Dölkerbundsrat die Angelegenheit für erledigt erklären solle. Curtius fordert genaue Nachprüfung. Dr. C u r t i u s sprach fein Bebauern barüber aus, baß der Bericht der polnischen Regierung ber deutschen Delegation erst am Dienstag dieser Woche, also erst im Laufe ber jetzigen Ratstagung, zugegangen fei. Deshalb habe bie deutsche Regierung ben Bericht nicht so gründlich prüfen können, wie es ihre Verantwortung erfordere. Die mitgeteilten polnischen Maßnahmen reichten nicht au«, um heute schon festzustellen, bah bas Vertrauen zwischen der polnischen Regierung unb der deutschen Minderheit, so wie es der Beschluß der letzten Ratstagung als notwendig bezeichnete, wiederhergestellt worden sei und daß wieder normale Verhältnisse hinsichtlich derMin- berhett in Polen bestehen. Dr. Curtius beantragte bemgemäh, die Angelegenheit auf September zu vertagen. polen widerspricht. Es will seineVerpflichtungen erfüllt haben Der polnische Vertreter beim Völkerbund, So - kal, erklärte, daß er den Bericht des japanischen Delegierten, obwohl die polnische Regierung nicht in allen Einzelheiten derselben Auffassung sei, ohne Vorbehalt annehme. Polen habe gewissenhaft und loyal seine Verpflichtungen erfüllt. Die Ordnung in den Grenzgebieten, die wahrend der letzten Wahlkampagne vorübergehend gestört gewesen sei, sei wiederhergestellt und die Zusammenarbeit zwischen der Minderheit und der Mehrheit der Bevölkerung habe große Fortschritte gemacht. Die Osfen- laffung der Frage würde ein Hindernis für die Befriedung der Verhältnisse bedeuten. Frankreich sekundiert den polen. Der französische Delegierte Franxois-Pon» c e t widersprach ebenfalls dem Vertragungsantrag. Der Hinweis, daß die Ratsmächte nur vier Tage Zeit gehabt hätten, um den Bericht der polnischen Regierung zu prüfen, sei kein durchschlagendes Argument. Es komme auch nicht auf die Einzelheiten des Berichtes an, sondern auf das Gesamt- r e f u 11 a t. Der Berichterstatter habe aber in seinem Bericht festgestellt, daß in Oberschlesien ein reeller Fortschritt zu verzeichnen sei. Eine Vertagung der Angelegenheit würde die Befriedung erschweren. Im übrigen stehe es ja jedem Ratsmitglicd frei, von neuem den Rat mit der Angelegenheit zu befassen. Curtius protestiert. Das deutsche Natsmitglied beantragt Vertagung. Dr. Curtius wandle sich gegen die Behaup- lungen Jran?ois-ponc€ts, daß der Rat nicht immer soviel Zeit zur Prüfung von Berichten gehabt habe wie im vorliegenden Falle. Er sei durchaus nicht der 2Tkinung, daß es auf die Einzelheiten nicht fo sehr ankomme. Er müsse sich im Gegenteil Vorbehalten, diese Einzelheiten sehr genau nachzuprüfen und sich z. B. fragen, wie es komme, daß von den 200 eingeleileten Strafverfahren nur 50 zu Verurteilungen von ganz geringfügigen Strafen geführt haben, wie es sich ferner erkläre, daß fo wenig Disziplinarverfahren eingeleilet und durchgesührl worden seien, obwohl die Beteiligung von beamteten Personen in erheblichem Umfange feffgeffeUt worden fei; wie es schließlich komme, daß gegen höhere Beamte überhaupt nichts unternommen worden sei. Wenn es richtig sei, was der Vertreter Polens behaupte, daß die Befriedung und die Herstellung normaler Beziehungen in Ostoberfchlesien eingesetzt habe, fo sehe er nicht ein, was eine Vertagung dieser Frage auf den September für ungünstige Wirkungen auf diesen Zustand haben könne. 3m Gegenteil werde der Rat im September vielmehr in der Lage sein, sich ein genaues Bild über die tatsächliche Entwicklung in Ostoberschlesien zu machen. Annahme des Vertagungsantrages. Henderson unterstützt den deutschen Standpunkt. Der britische Außenminister Henderson unterstützte entschieden den deutschen Standpunkt. Während sich Dr. Curtius in der Form konziliant gezeigt hatte, ging Henderson mit überraschender Schärfe.zum Angriff auf die polnischen Argumente über. Er erklärte, der Dölkerbundsrat stehe einer beharrlichen Weigerung eines seiner Ratsmitglieder, den vorgelegten Bericht anzunehmen, gegenüber. Die dafür von Dr. Curtius angekündigten Argumente müsse er als durchschlagend anerkennen. Dr. Curtius habe nicht nur als Ratspräsident die Pflicht zur ständigen Anwesenheit im Völkerbundsrat und zu umfangreichen Verhandlungen mit dem Generalsekretär gehabt, sondern er habe auch an den Beratungen des Europakomitees teilnehmen müssen. Außerdem treffe aber wenigstens ein Teil der Schuld auch die polnische Regierung. Deshalb könne er, Henderson, auch die Erklärung des französischen Vertreters, daß ausreichend Zeit zur Prüfung des Berichts gewesen sei, nicht an- erkennen. Er selbst, der nicht die Pflichten eines Ratspräsidenten zu erfüllen hatte, sei gleichfalls nicht in der Lage gewesen, sich davon zu überzeugen, ob alle Aufklärungen schon soweit vorliegen, daß der Völkerbundsrat in der Lage sei, diese Angelegenheit von seiner Tagesordnung abzusetzen. Henderson beantragte seinerseits die Vertagung, die nunmehr widerspruchslos angenommen wurde. Zst das Vriands letztes Wort? Der Außenminister will demissionieren. Paris, 25. Mai. (CAD.) Außenminister Briand hat gestern früh Paris verlassen, um bis Mittwoch auf seinem Landsitz zu bleiben. Am Samstag hat er mit dem neugewählten Präsidenten der Republik Paul Doumer bei einem gemeinsamen Freunde gespeist. Dieser soll Briand darauf hingewiesen haben, daß die Versailler Wahl kein politisches Votum gewesen sei, und daß die Kammer stets mit überwiegender Mehrheit Driands Außenpolitik gebilligt habe, so daß für ihn kein Grund vorliege, den Quai d'Orsay zu verlassen. Auch Ministerpräsident Laval hat Vriand zu beeinflussen versucht, sein Portefeuille zu behalten. Vriand soll jedoch sich nichthabenüberzeugenlassen und zur Begründung angegeben haben, tne Regierungsmehrheit stimme wohl öffentlich für ihn, bei Geheimabstimmungen aber gegen ihn und führe außerdem eine heftige Kampagne gegen ihn. Seine Würde gebiete ihm, zu demissionieren. Briands Umgebung glaubt, daß dies sein letztes Wort sei/ Chequers. Warnung vor übertriebenen Hoffnungen. London, 25. Mai. (TU.) Angesichts der heran- nahenden Konferenz von Chequers glaubt „O b s e r- Der" die deutsche Oeffentlichkeit vor übertriebenen Hoffnungen warnen zu müssen. Es wäre für England gänzlich zwecklos, etwa die deutsch-englischen Beziehungen auf Kosten der englisch-franzö- fischen verbessern zu wollen. England müsse lediglich auf die Wiederher st ellung des Friedens in Europa hinarbeiten. Wenn die Schwierigkeiten beider Länder in Chequers besprochen würden, und die deutschen Minister hierbei die R e p a - rationsfrage aufwerfen sollten, so könnten sie zwar erwarten, daß man ihnen, mit Sympathie zusehen werde, aber sie müßten mit der Antwort rechnen, daß eine internationale Angelegenheit auch international geregelt werden müßt^ und daß eine Uebereilung ihrerseits der G i p - fel der Unklugheit wäre. Was bringt die Notverordnung? Die Vorarbeiten sollen abgeschlossen sein. Berlin, 24. Mai (TU.) Der demokratische „Berliner Börsen-Courier'^ schreibt über die neue Not- vLrordnung u. a.: Die umfangreichen Vorarbeiten der zuständigen Ressorts sind so gut wie abge- -schlossen. Die neue Notverordnung baut u. a. a u f der Sparermächtigung auf und wird Sine ganze Reihe von Abstrichen an den ein- zelnen Etats bringen, dabei auch den Wehrhaushalt nicht verschonen. An diesem Haushalt sollen rund 50 Millionen eingespart werden. Das Kernstück der neuen Einnahmerechnung dürfte entweder eine etwa 4prozentige neue Kürzung der Beamtengehälter oder eine sogenannte Beschäftigungssteuer wer- den, die von sicheren Einkommen von einer etwas höberen Grenze aus erhoben werden soll. Von der ursprünglich geplanten Erhöhung der Umsatzsteuer dürfte man absehen, da sie im Widerspruch zu den Bemühungen der Regierung stände, Oberhessischer Kunstverein. Moderne Radierungen. Die zu Pfingsten eröffnete neue Ausstellung des Oberhessischen Kunstvereins ist eine Wanderaus stellung des Vereins für O r i g i n a l r a d i e r u n g e n M ü v ch e n e. V.; es sind hier 19 Künstler mit insgesamt 122 Blättern vertreten. Man sieht überwiegend Radierungen, vereinzelt Holzschnitte, Lithographien, Kupferstiche. Also nur Graphik, nur Schwarz-Weih, kein einziger Farbton, nicht einmal ein Aquarell. Immerhin sind die hier vereinigten Künstler — unter denen sich einige mit anerkanntem Rang und Ramen befinden, wie etwa Dauer und Schin- nerer — stofflich, stilistisch und technisch soweit von- eincrnder verschieden, daß das Gesamtbild nicht eintönig, sondern abwechslungsreich und vielfach anregend erscheint. (Es darf hier gleich darauf hingewiesen werden, daß sämtliche ausgestellten Arbeiten — zu sehr angemessenen Preisen — verkäuflich sind.) * Im einzelnen: von Anton Marxmüller findet man biblische, landschaftliche und figürliche Motive in meist sehr kleinem Format: wir erwähnen die „Schlafende", die «Ruhe auf der Flucht" und «Deininger Moor". — K. M. Schultheiß erinnert stilistisch gelegentlich an ältere Meister der graphischen Kunst: doch wirkt die Gruppe „Bei der Mahlzeit" eher wie eine Illustration von Uhde. Bemerkenswert erscheinen ferner die Blätter vom verlorenen Sohn und die Caliban-Szene. — Vve llmh interessiert mit seinen Landschaften der malerischen Wirkung wegen („Im März", „Holzbrücke bei Straßburg"). — Ganz auf die Kontrastwirkung von Schwarz und' Weih, von Licht und Schatten gestellt, erscheinen die Landschaften von Johann Thiel: „Raue Alb", „Waldrand", „Im Herbst". Relly von S e h d l i tz, die technisch etwa von Slevogt Herkommen könnte, ist mit einer „Kreuztragung" und einer „Kreuzabnahme" zu erwähnen. — Peter Trumm, sehr geschlossen in der Komposition, bevorzugt figürliche Gruppen und Massen, z. D. „Schinderhannes", „Die Schlacht", „Rormannische Seeleute", „Was ihr wollt". — Die Einweihung des Schiageler-Aalivnaidenknals Düsseldorf, 23. Mai. (WTB.) Unter überaus tarker Beteiligung fand heute nachmittag die eierliche Weihe des S ch l a g e t e r - Naiv n a l - D e n k m a l s auf der Golzheimer Heide tatt, das deutsche Volksgenossen Albert Leo Schla- geter und allen denen schufen, die während der Jahre 1921 bis 1925 Opfer des widerrechtlichen Einmarsches in die Lande am Rhein und Ruhr wurden. Schon am Vormittag setzte der Anmarsch der Verbände und Vereine ein, die mit Fahn- nen und Bannern geschlossen an dieser Feier teilnahmen. Mehr als 25 000 Menschen füllten zu Beginn der Feier die geräumigen Denkmalsanlagen. Erschienen war als Vertreter der Reichsregierung Reichsminister Treviranus und als Vertreter des Reichstages Vizepräsident v. Kardorff: anwesend waren ferner u. a. Reichskanzler a. D. Cuno und die Reichsminister a. D. Jarres und Becker, die dem „Ruhrkampfkabinett" angehörten, sowie Vertreter der Landesregierungen, Provinzen und zahlreicher anderer Behörden. Auch die Angehörigen Schlagetcrs und der übrigen Todesopfer nahmen an der Feier teil. Nach einem Orchestervortrag leitete der Vorsitzende des Denkmalsausschusses Dr. Schlenker- Düsseldorf die Weihefeier mit einer Ansprache ein, in der er nach einem Dank an den Schöpfer des Denkmals, Prof. H o l z m e i ft e r, darauf hinwies, daß das Denkmal die Erinnerung an die schwerste Zeit der rheinischen Geschichte wachhalten und e i n Ehrenmal für d i e unerschütterliche Treue des ganzenVolkes an Rhein und Ruhr zum Reiche sein soll. Dce Weiherede hielt der Oberbürgermeister von Duisburg-Hamborn, 2Reid)$mimffer a. O. Or. Jarres. Er erinnerte an die furchtbaren Leiden der De- sahungszeit und das große nationale Erlebnis der Ruhrkampfzeit und fuhr dann u. a. fort: Wäre Schlageter in einem anderen Lande gefallen, so gefallen, wie er fiel, er wäre zum Heiligen gemacht worden und man hätte ihn gefeiert und gepriesen in allen Schichten und Parteien seines Volkes. Beschämenderweise war es bei uns anders. Zwar ging ein eisiges Entsetzen, ein erschütterndes Grausen durch alle deutschen Lande, als bekannt wurde, daß in der Morgenfrühe des 26. Mai 1923 eine widerrechtlich eingedrungene feindliche Militärmacht mit ausdrücklicher Zustimmung ihrer Heimatregierung gewagt hatte, im Frieden einen Deut- schenauf deutschemDoden standrechtlich zu füsilieren. Aber dann wurde dieser doch dem ganzen deutschen Volke gehörende Mann in das Parteigezänk gezogen und Gegenstand parteipolitischer Ausbeutung für und wider. Eine häßliche Erinnerung, welche es auch allein verständlich macht, daß erst acht Jahre nach dem Schandtage der Erschießung dieses Denkmal an der Stätte furchtbaren Geschehens fertiggestellt ist. Heute ist dieser Tag endlich gekommen, ein Ehrentag für Düsseldorf, die Rheinlands und das Vaterland. Denn die hier geehrt werden, haben ihrem Vaterlands, ihrem Volke Ehre gemacht. Wir wollen es nicht vertuschen, daß wir stolz darauf sind, derartige bis zum letzten Opfer entschlossene Männer und Frauen in unserer Mitte gehabt zu haben. Albert Leo Schlageter habe Dank, ewigen Dank! Bleibe ein Segen und Beispiel der deutschen Jugend, deren Bester einer du warst in schwerer Zeit! Habt auch ihr Dank, ihr 141, denen dieser Denkstein gilt! Das Kreuz aber sei uns — den Hinterbliebenen — uns — das Schicksal will es so — den Bleibenden im Kampfe um Deutschlands Recht und Leben ein Mahnzeichen, euch gleich zu sein in Treue und Trotz. Deutsches Mißgeschick wandeln wir nur, wenn wir endlich lernen, ein Volk zu sein, so wie es Hindenburg will, das Kleine und Trennende vergessen, einig im Willen, die deutsche Rot zu zwingen. Für die deutsche Jugend sprach Dr. Peter Derichsweiler, als Mitglied der Studentenverbindung Falkenstein-Freiburg, der Schlageter während seiner Studentenzeit in Freiburg angehört hatte. Zum Schluß der Feier sprach Reichskanzler a. D. Dr. Cuno, der das Reichskanzler- amt zur Zeit des Ruhreinbruches innehatte. Er betonte: Bei der gerechten Abwehr des rechtlosen militärischen Angriffs auf ein friedliches Volk wurde an dieser Stelle der deutsche Soldat und Offizier Albert Leo Schlageter, dem sein Leben nichts, sein Vaterland alles war, auf Grund eines Fehlspruches unzuständiger Richter von französischen Kugeln hingerichtet. Er starb als Held, betrauert von seiner Ratton. Ein ewiges Wahrzeichen für ihn und für die andern, die in der Abwehr an Ruhr und Rhein ihr Leben ließen, ragt dieses Kreuz über Die Lande und richtet an alle Deutschen die tiefernste Mahnung, einig zu sein und treu. Deuttchland mutz leben, auch wenn wir sterben müssen! Unser Deutschland lebe hoch! Mit dem Deuttchlandlied schloß die eindrucksvolle Weiheseier. die Preise niedrig zu halten. Als wesentlicher Teil der Notverordnung ist die Reform der Arbeitslosenversicherung anzusehen. Der Vorschlag, Krisen - und Wohlfahrtsunter, stützung zu vereinheitlichen und die Ge- meinden entsprechend zu finanzieren, würde eine Erweiterung der Bedürftigkeitsprüfung bringen, d. h. die Prüfung würde jetzt bereits vorgenommen werden, wenn die Aussteuerung aus der Arbeitslosenversicherung erfolgt und nicht erst beim Uebergang von der Krisen- zur Wohlfahrts- fürsorge. Ferner soll die Unterstützung der Saisonarbeiter neu geregelt und etwa den Sätzen der Krisenfürsorge angepaßt werden. Schließlich ist u. a. eine Kürzung der Kriegsrenten in den lsichtesten Fällen, und nur wenn ein ausreichender Serbien ft da ist, vorgesehen. Von der Reform der Arbeitslosenversicherung erhoffen besonders die Städte, die unter der Schwere der Wohlfahrtslasten finanziell vor dem Zusammenbruch stehen, eine fühlbare Erleichterung. Der Freiwillige Arbeitsdienst. Für Landgewinnung und Siedlung. Berlin, 23. Mai. (TU.) Die Reichstagsgruppe der Dolksnationalen Reichs Vereinigung (Iungdeutfche Bewegung) hat an die Reichsregierung und die Regierungen der Länder eine Eingabe gerichtet, in der sie nachdrücklichst die beschleunigte Einführung des Freiwilligen Arbeitsdienstes, inä- besondere bei den jugendlichen Arbeitslosen, fordert. In der Eingabe wird darauf hingewiesen, daß das zweite Gutachten der Brauns-Kommission den Freiwilligen Arbeits- ■ ITH IM ■■■!■ II ■!! IIIIIIIMII I Hl IT dienst empfiehlt und dah bereits praktische Beispiele in dem jungdeutschen „Freikorps der Arbeit" im Freistaat Sachsen, in dem Arbeitslager der Evangelisch-Sozialen Schule in Berlin- Spandau und in dem Vorgehen der Dethelschen Anstalten und einzelner Gemeinden vorhanden sind. Die Eingabe fordert den Einsatz der Arbeitsfreiwilligen für zusätzliche Arbeiten, insbesondere für Landgewinnung und Siedlung, und xtoar im Sinne der Landnehmerbewegung (West-Ost-Dewegung). Den Arbeitsfrei- willigen soll nach längerer Bewährung die Möglichkeit zur Erlangung einer Sied- ler stelle geschaffen werden. Ferner wird die Weiterzahlung der Arbeitslosenunterstützung an diese Arbeitsfreiwilligen zur Finanzierung der notwendigen Arbeiten gefordert. Oie Gorge um die Gozialversicheruug. Eine Eingabe der Arbeiter-Spitzen- gcwerkschaften. Berlin, 23. Mai. (TU.) Wie „Der Deutsche" meldet, haben die Arbeiterorganisationen der drei Gewerkschaftsrichtungeen am Samstag dem Reicks- arbeitsministerium eine Eingabe zugestellt, die auch dem Reichskanzler und dem Reichspräsidenten zugeleitet wird. In dieser Eingabe bringen die Verbände ihre große Sorge um die gesamte Sozialversicherung zum Ausdruck. Das Anwachsen der Soziallasten wird zugegeben. Gerade dieses Anwachsen sei aber Beweis für das Anwachsen der großen Not. Die hohe Gesamtziffer der Summe für soziale Zwecke dürfe nicht irrefütjren. So hoch sie auch sei, so gering wären die Lei st ungen Von Geißler findet man zwei durchgearbeitete, zartgliedrige Architekturgruppen aus Florenz und Assisi. — Von H. Trurnrn-Wihel, deren Technik manchmal an Ubbelohde denken läßt, sei die seine „Dalmatinische Landschaft" hervorgeho- ben: von Adolf Iuh eine „Grablegung" und die kleine „Landschaft bei Kirchzarten". Der ausgezeichnete Porträtist Karl Bauer ist mit acht sehr geschickt ausgewählten, charakteristischen Kopfbildnissen und Studien repräsentativ treten: man sieht: Dürer, den jungen König Friedrich, Richard Wagner, Bismarck als Student, Frenssen, Psihner, Stresemann und Richard Strauß. — Eine eigenwillige Phantasie manifestiert sich in den technisch durchaus variablen, aber allenthalben sehr beherrschten Blättern von Ottohans Beyer. („Aus der Pfalz", „Emmaus" und die „Kreißende" aus dem „Totentanz".) Eine Reihe vorzüglicher Landschastsausschnitte gibt Oskar Graf mit einer technischen Raffinesse, wie sie auf manchen Blättern von Orlik zu finden ist: „Dalmatinische Küste", „Ragusa" und „Hall in Tirol". — Von C. Graf-Pfaff eine „Fischerflottille", von Anton Rausch drei Madonnengruppen. — Franz Doll zeigt u. a. ein sehr tüchtiges Porträt „Mein Vater". — Albert Burkart bringt etliche soziologisch scharf akzentuierte Figuren wie die „Magd" und den „Krüppel", außerdem moderne Industriebilder wie das „Hüttenwerk" und den „Morgen in Martigues". Schinnerer hat sich gegen früher im Strich vereinfacht und geklärt: seine Blätter sind kleiner, zarter im Ton, weicher und dennoch geschlossener in der Gesamthaltung geworden: als vorzügliche Proben dafür können die „Fabrik" die „Drücke bei Druck"" und „Gründlach' gelten. — C. Th. Meyer-Basel bringt eine Anzahl bewegter und liebevoll durchgeformter Raturstudien: „Im Kastanienwald", „Föhren" und „Weioe im Feld". — Von Josef Weiß endlich ist eine effektvoll aufgebaute Walchenseelandschast zu erwähnen. • Die neue Ausstellung wurde am Pfingstsonntag der Oeffentlichkeit übergeben: sie ist zu den üblichen Besuch^eiten zugänglich: ihr Besuch und womöglich der Anlauf des einen oder anderen Dlattes seien angelegentlich empfohlen. -y- Schlang. Don Hans Riebau. Schlang sitzt im Hotel. Reben ihm, am Tisch, itzt ein Herr, der hat die Serviette um den Hals gebunden. Der Geschäftsführer wirft mißbilligende Dlicke. Schlang aber steht auf: „Guten Morgen", sagt er zu dem Herrn mit der Serviette, „Haarschneiden oder Rasieren, bitte?" Schlang macht Geschäfte. Mit Häusern, Grundstücken und anderen Dingen. Schlang braucht Kredit. Schlang braucht einen guten Ruf. Deshalb läßt er überall an den Reubauten große weiße Holzschilder anbringen: Eigentum von Schlang & Co. Dis ihm die Firma Purh und Sohn auf den Kopf kommt: „Laufejunge!" schreit Purh senior. „Sehr angenehm — Schlang", sagt Schlang. „Wie können Sie sich unterstehen", fährt Purtz senior fort, „meine Häuser als Ihr Eigentum zu ^zeichnen?" „Ich?" lacht Schlang. „Ihre Häuser? Ich denke nicht daran." „Aber bitte sehr", zittert Purtz senior, „und Ihre Holzschilder?" „Die Schilder?" fragt Schlang zuruck. „Wollen Sie etwa bestreiten, dah die Schilder mein Eigentum sind?" Frau Rick ist nicht mehr ganz jung. Aber Frau Rick tut so, als ob sie noch ganz jung sei. „Mein Mann", erzählt sie, „ist vierzig. Zwischen uns besteht ein Altersunterschied von dreizehn Jahren." „Ach", sagt Schlang, „für dreiundfünfzig hätte ich Sie aber nicht gehalten." ♦ „Es war doch recht kalt in diesem Winter", sagt Frau Rick. „Kalt?" fragt Schlang. „Finde ich nicht. Denken Sie doch mal an dm bösen Winter von 1882.“ ♦ Schlang will ein Auto kaufen. Für alt. „Zweitausendfünfhundcrt Mark", sagt der Verkäufer. für öen einzelnen Empfänger. Zudem dürfe nicht unberücksichtigt bleiben, daß die Leistungen der Sozialversicherung schon teilweise er» heblich eingeschränkt worden seien. Dek durchschnittliche Satz der Invalidenrenten betrage nur 36 Mark monatlich, der Rentensatz für invalide Witwen sei noch kleiner, und noch geringer ei die Waisenrente. Eine weitere Kürzung sei hier völlig unmöglich. Dagegen müßten neue höhere Beitraasklassen geschaffen werden. Ebenso sei ein gerechter Ausgleich zwischen der Invaliden- und Angestelltenoersicherung anzustreben. In der Eingabe werden weiter die Forderungen auf Verschlechterung der Unsallver- sicherung zurückgewiesen. Eine Verbesserung der Unfall- und Krankheitsoerhütungsmaßnahmen müsse angestrebt werden, um dem Eintreten neuer Rentenfälle vorzubeugen. Weiter wird gefordert, daß den Versicherten auf Grund des Paragraphen 161 der Reichsverfassung eine maßgebende Mitwirkung in der Unfallversicherung eingeräumt wird. Annaberg. Gedenkfeier des oberfchlesifchcn Selbstschutzes. Annaberg, 25. Mai. (TU.) Am Pfingstmontag fand zur Eriirnerung an die Kämpfe während des dritten polnischen Aufstandes vor zehn Jahren auf dem Annaberg eine große Kundgebung der ehemaligen Selbstichutzformatio- nen, der Kriegervereine und anderer Verbände statt. Die Oppelner Reichswehr stellte eine Ehrenkompanie. Rach Gedenkreden eines katholischen und evangelischen Geistlichen sprach der damalige Selbstschuhführer, GeneraUeutnant a. D. Höfer. Er schloß mit einem Treuegelöbnis an die Deutschen im abgetrennten Gebiet. Sodann gab Generalleutnant von Hülfen einen Rückblick auf die Kämpfe, wobei er betonte, dah die neue Grenze niemals anerkannt werden könne. Die Grüße der ehemaligen Selbstfchutzkämpfer aus dem Reich überbrachte Major a. D. Horadam. der Führer des am Annaberge eingesetzten Freikorps Oberland. Oberpräfident Dr. L u k a s ch e k begrüßte namens der Reichs- und Staatsregierung die Erschienenen. Er verlas folgendes Telegramm des Reichspräsidenten und der Reichsregierung: „Reichspräsident und Reichsregierung senden den auf dem Annaberg versammelten Landes schützen und ehemaligen Verteidigern Schlesiens ihren Gruß. Sie gedenken bewegt der Dlutvpfer und schweren Leiden, die Oberschlesien im Kampfe um sein Deutschtum ertragen hat. Das deuttche Volk wird nie vergessen, mit welcher Liebe zur Heimat die tapferen Kämpfer am Annaberg das schlesische Land zu schützen wußten. Möge diese Gesinnung auch in der Stunde der zehnjährigen Gedenkfeier alle Teilnehmer einigen in dem Willen der Treue gegen das Vaterland. Gez. von Hindeburg, Reichspräsident, Dr. D r ü n i n g, Reichskanzler." Mit einem Vorbeimarsch der ehemaligen Selbstschutzkämpfer und mit dem Gesang des Deutschlandliedes schloß die Feier. Meine politische Nachrichten. Reichspräsident v. Hindenburg hat am Pfingstsamstag Derlin verlassen, um einen etwa achttägigen Erholungsaufenthalt auf dem Lande zu verbringen. Die 6 4. Tagung des Völkerbunds« rotes ist in der Schlußsitzung des Rates auf den 1. September d.I. festgesetzt worden. * Bei der Einweihung des Stresemann- Denkmals in Mainz am 5. Juli wird der Dölkerbundsrat durch den vis zur nächsten Tagung amtierenden Ratspräsidenten, den deutschen Außenminister Dr. Curtius, vertreten sein. * Der Primas von Spanien, Kardinal Segura, Erzbischof von Toledo, der in Rom eingetroffen ist, hatte am Pfingstsonntag eine lange Unterredung mit dem Kardinalstaatssekretär und ferner eine ausgedehnte Audienz beim Papst, die über anderthalb Stunden dauerte. In der Sowjetunion sind bis zum 20. Mai 5 61 Millionen Hektar mit Frühlings- „ Zweitaufendfünfhundert Mark?" lächelt Schlang. „Achthundert zahle ich, nicht mehr." „Um Gottes willen", ringt der Verkäufer die Hände, „einen solchen Wagen |ür achthundert Mark verkaufen? Lieber verschenke ich ihn." „Topp", nickt Schlang, „ich nehme ihn. Zeitschriften. z — „Hess enland", herausgegeben von Dr. C. Hiheroth, Verlag R. G. Elwert, Marburg. Im Maiheft bringt u. a. Rudolf Göhler uns die Gestalt des hessischen Dichters Franz Dingelstedt nahe, gebürtig aus Halsdorf bei Rauschenberg, dessen Todestag sich am 15. Mai 1931 zum fünfzigsten Male jährte. Der bekannte Grimmforscher W. Schoos behandelt im Anschluß daran die Beziehung Dingelstedt zu den Brüdern Grimm. Eine Frage, die jetzt viele Herzen bewegt: wo sind die Reliquien der heiligen Elisabeth? beantwortet in klar abwägender Darstellung Karl Knetsch. Don hessischen Dauern in Südungarn erzählt uns C. I. Burkart. Der Hanauer Geschichtsforscher I. W. Fraeb behandelt noch einmal die Frage, ob die Fürstin von Hanau tatsächlich 1866 den letzten Kurfürsten in seiner Stettiner Verbannung besucht hat. Gedichte, Berichte von der Jugendherberge auf dem Knüll, vom Kasseler Theater, und ein Artikel über die Derkehrsentwicklung von Hessen-Kassel. Den Schluß bilden die Mitteilungen des hessischen Geschichtsvereins. — Schlesien mit seinen urwüchsigen Gebirgen, seinen heilkräftigen Quellen, seinen altertümlichen Städten, seinen reichen Klöstern, seinen Schlössern und Burgen ist trotz all seiner Schönheiten für viele ein noch unbekanntes Land. Es ist daher zu begrüßen, daß die I l l u ft r i r t e Zeitung (Verlag I. I. Weber, Leipzig) es unternommen hat, dieses historisch und landschaftlich so interessante Gebiet in ihrer Rümmer 4497 eingehend zu behandeln. Eine große Zahl farbig wiedergegebener Bilder aus allen Teilen Schlesiens sprechen eine beredte Sprache, und Georg Hallama, der Verfasser des Beitrages „Das schöne Schlesien", nimmt den Leser gleichsam an öie Hand und wandert mit ihm von Ober- nach Riederschlesien, von den Sudeten hinab in das toäl- derdurchrauschte Tiefland, in die großen und kleinen Städte, Kurorte und Bäder. aussaat bestellt worden, das sind 56 v. H. des Gesamtplanes. Davon entfallen auf die Kollektivwirtschaften 37) Millionen, auf die Sowjetwirt- lchaften 5) Millionen und auf die Einzelbauern 13) Millionen Hektar. Aus aller Welt. Deutscher Lurfchenlog am Rhein. Der stärkste waffenstudentische Verband, die Deutsche Burschenschaft, hielt an den Pfingsttagen in Dingen ihre diesjährige Tagung ab. Dingen, Rüdesheim und Ahmanns- hausen waren von etwa 2000 Teilnehmern und deren Angehörigen dicht belegt und erfüllt von akademischem Treiben. Die Sihunaen begannen mit dem Alten-Herren-Tag, der für das neue Geschäftsjahr Derlin zum Dorort wählte, lieber „Reue Wege in der deutschen Wehrsroge" berichtete Dipl.-Ing. Schwab aus Geih- Ridda (Germania, Darmstadt), über „Ostfragen" Ministerialrat Dr.-Ing. Müller, Darmstadt, (Germania, Darmstadt). Olm Sonntag fand eine Kundgebung am Rioderwald-Denkmal statt, bei der Direktor ZschiNh sch (Guelfia,München) darlegte, bah Rückkehr zu den Quellen deutscher Gesinnung, wie sie Männer wie Jahn und Arndt zeigten, Dorbedingung für die inner« und äuhere Befreiung Deutschlands sei. — Dieser Tag brachte dann eine öffentliche Sitzung, in der der ost- preuhische Pfarrer Lawin über das Thema „Deutscher Osten", und der bekannt« Historiker Archivdirektor Dr. Wentzke (Düsseldorf) über „Deutscher Westen" sprachen. Ein TNolorboo! aus dem Vierwaldstättersee gesunken. Auf dem Dierwaldstättersee wurde am Pfingst- sonntagnachmittag ein mit sechs Personen besetztes Motorboot leck und begann zu sinken. Alle Insassen stürzten ins Wasser, wobei vier Personen ertranken. Die Passanten am Ufer hielten zunächst die Hilferufe der Sinkenden für einen Scherz. Erst später ruderten zwei/ Herren hinaus und es gelang ihnen, drei von den Ertrinkenden zu bergen, Die Wiederbelebungsversuche waren aber nur bei zweien von Erfolg. Ein zweites Unglück ereignete sich m der Rahe von Brunnen. Hier stürzte wegen deS starken Personenandranges der S ch i f f s st e g an der Dampferlandungsstelle zusammen. 24 Personen fielen dabei ins Wasser. Da das Wasser an der Stelle nur etwa zwei Meter tief ist und zahlreich Hilfe zur Stelle war, so gelang es, sämtliche Personen zu retten. Opfer der Berge. Während der Pfingsttage ereignete sich in den Bergen eine Reihe von folgenschweren Abstürzen. An der Westwand des P r e d i g t st u h l e s im Wil- den Kaiser stürzte am Pfingstsonntag der Münchner Karl Brandel ab. Am Pendling bei Kufstein verunglückte der Münchner Tourist Joseph Nayr tödlich. Seine Begleiterin erlitt schwere Lerletzun- gen. An der Fleischbank-O st wand verunglückten zwei Innsbrucker Touristen durch Absturz. Einer von ihnen erlitt schwere Verletzungen und mußte aus der Wand von einer Expedition herausgeholt werden. Ein Lastkraftwagen überschlagt sich. Am Abend des ersten Pfingstfeiertages ereignete sich auf der Straße zwischen Hollfeld und Bamberg bei Scheßlitz ein schwerer Autounfall. Ein Schnellastwagen, der mit 30 Personen befett war, kam plötzlich ins Schleudern, überschlug sich und begrub fast alle Insassen unter s i ch. Bier Schwerverletzte wurden ins Scheßlitzcr Krankenhaus geschafft, wo der zehn Jahre alte Arbeitersohn Schütz aus Bamberg seinen Verletzungen erlegen ist. Die Schuld an dem Unglück soll den Fahrer treffen, der, als er die drohende Gefahr bemerkte, sich durch einen Sprung in Sicherheit gebracht haben soll. Infolge der schweren Verletzungen ist auch der 66jährige Werkmeister a. D. Krauß aus Bamberg gestorben. Schweres Linsturzunglück. In Greifswald ereignete sich ein schweres Unglück am ersten Pfingstfeiertage. Die sozialdemokratische Sportvereinigung „Fichte" hielt in Greifswald im Gewerkschaftshaus ein Gautreffen ab. Als sich am Vormittag die Mitglieder in dem Garten des Gewerkschaftshauses zum Abmarsch nach dem Sportplatz versammeln wollten, stürzte von dem Nachbarhaus eine Mauer ein und die Trümmer fielen in den Garten des Gewerkschaftshauses. Die Folgen waren furchtbar. Vier Tote und acht Schwerverletzte wurden von der Polizei und der Feuerwehr aus dem Trümmerhaufen geborgen. Außerdem ist noch eine Reihe von Personen leicht verletzt worden. Die Toten und Schwerverletzten stammen aus Berlin-dl und Neukölln. Unter den Schwerverletzten befindet sich auch eine Frau aus Fürstenberg in der Mark, deren Mann die Fahrt nach Greifswald mit dem Motorrad hatte unternehmen wollen, aber bereits unterwegs bei einem Eisenbahnübergang tödlich verunglückt war. Tragödie in der wüste. Zugleich mit der Nachricht, daß der Leiter der Dermessungsabteilung in der ägyptischen Wüste El ah ton für die Verdienstmedaille vorgeschla- gen ist, werden Einzelheiten einer schrecklichen Tragödie bekannt. Ende Februar fand Clayton in der Wüste eine Gruppe völlig verhungerter Beduinen. Sie erzählten ihm, daß sie bei der Besetzung der Oase von Kufra durch die Italiener geflüchtet und nun schon vier Wochen in der wasserlosen Wüste umherge- i r r t seien. Roch weitere Gruppen von Beduinen seien unterwegs. Rachdem di« Beduinen nach Wadi Halfa gebracht worden waren, machte sich Elayton sofort mit drei Automobilen auf die Suche. Er fand noch dreiGruppenvvnFlücht- l i n g e n, die er in Sicherheit brachte. Wie viele Beduinen in der Wüste zugrunde gegangen sind, steht noch nicht fest. Die Gruppe von Geretteten hatte ursprünglich aus 42 Personen bestanden und war auf 19 zusammengeschrumpft: die anderen waren unterwegsliegengeblieben und verschmachtet. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 26.Mai 1931. Oer Körper- und Gesundheitszustand der berufsuchenden Jugend. Von Dr. Rottenbacher, Arbeitsamt Gießen. An Ostern 1931 kam der 1917 geborene Kriegsjahrgang zur Dvlksschulentlassung. Die Kriegs- und Inflattonsjahre waren Rotzeiten auch für die Kinder und sind an ihrer körperlichen und gesundheitlichen Entwicklung nicht spurlos vorübergegangen. Don älteren Arbeitgebern und Lehrern wird das immer wieder festgestellt, und ebenso wissen Aerzte vom nicht besser gewordenen Körper- und Gesundheitszustand unserer berussuchenden Jugend zu berichten. Manche Schulabgänger sind noch so schwächlich, daß eine Lehrstellenvermittlung gar nicht zu verantworten wäre und aufgeschoben werden muß. Die Dauerarbeitslosigkeit allüberall, die viele von ihr betroffene Familien unter das soziale Existenzminimum hält, bringt für nicht wenige Schüler neue Rotjahre auf die des Krieges und der Inflation. Es ist schon gar nicht selten, daß Eltern, ganz offen eingestehend, ihre Iungens bestimmen, Däcker oder Metzger zu werden, damit sich diese einmal ordentlich .herausfüttern" können, trotzdem in Lebensmittelberufen allgemein kein Lehrlingsmangel herrscht. Mm ein anschauliches Dild über G e s u nd - heitSzustand, Größe und Gewicht der an Ostern entlassenen Dolksschüler zu bekommen, haben wir die aus den — für die Berufsberatung bestimmten — Schülerkarten mit- geteilten schulärztlichen Gutachten daraufhin statistisch ausgewertet. Leider fehlt uns ein Der- gleichsmaßstab aus der Vorkriegszeit, aber immerhin kann vielleicht als solcher die folgende Tleber- sicht für etwa spätere ähnliche dienen. Bei der ärztlichen llntersuchung hatten die Schüler gewöhnlich ein Durchschnittsalter von 137t bis 137, Iahren. Die Statisttk bezieht sich auf 542 ausführliche schulärztliche Gutachten mit Gröhenangaben, 523 enthielten auch Gewichtsangaben. Die untersuchten Schüler gehören dem Stadt- und Landkreis Gießen, den Kreisen Friedberg und Alsseld an. Der kleinste von den 542 Entlaßschülern war 1.20 Meter, der größte 1,75 Meter groß. Am häufigsten kamen die Größen von 1.50 bis 1,54 Meter vor: 23,6 Prozent der untersuchten Schüler hatten diese Maße. Das Schaubild der Stveu- kurve zeigt folgende fünf auffallende Größen- gruppen: 2.8 Prozent der Knaben waren 1,20 bis 1,34 Meter groß, 26 Prozent 1,35 bis 1,44 Meter, 46,7 Prozent 1,45 bis 1,54 Meter, 21 Prozent 1,55 bis 1,64 Meter und 3,5 Prozent 1,65 bis 1,75 Meter. Der leichteste von 523 Schülern wog 26, der schwerste 61 Kilogramm. Die häufigst vorkommenden Gewichtsmahe, 36 bis 37 Kilogramm, hatten 16.5 Prozent der Untersuchten. Das etwas andere Dild der Streukurve läßt folgende vier Gewichtsgruppen hervortreten: Das Gewicht von 26 bis 35 Kilogramm hatten 20 Prozent, von 36 bis 41 Kilogramm 44 Prozent, von 42 bis 51 Kilogramm 31 Prozent und von 52 bis 61 Kilogramm 5 Prozent der Knaben. Was den Gesundheitszustand Betrifft, so wurden von den 542 Entlaßschülern 359 für voll berussfähig, 139 für nur bedingt beruss- fähig und 9 für noch nicht berufsfähig erklärt. Auf 35 Schülerkarten fehlten die Angaben über die Derufsfähigkeit. Weiter wurde angegeben, daß Derufe zu meiden sind mit: a) schwerer körperlicher Anstrengung (74), b) anhaltendem Stehen (21), c) Staubentwicklung (12), d) sitzender Arbeitsweise (9), e) starkem Temperaturwechsel (6) und f) Absturzgefahr (2). Die Zahlen in Klammern bedeuten, wie oft Derufe mit solchen Anforderungen zu meiden waren. Außerdem wurden an den Untersuchten folgende gesundheitliche Mängel festgestellt: Plattfüße (35), schlechtes Sehvermögen (21), allgemeine Schwäche (18), Herzleiden (10), Bruch- anlage (8), schlechte Rerven (5), Wirbelsäulenverkrümmung (4). Unterentwicklung (4), Rachitis (4), flacher Brustkorb (3), Rundrücken (3), Ohren- leiden (2), Kropf (2), Sprachfehler (2), Lidentzündung, sehr unentwickelt, schlechte Zähne, Hochwuchs, neurasthenisch, schmalbrüstig, Skoliose, B u'armut, Bleichsucht, Verkrümmung des Armes, Vieren, Kniegelenktuberkulose, Wucherung, engbrüstig, Stottern kam je einmal vor. Bornotizen. — TageskalenderfürDienstag. Stadt- theater: „Ständchen bei Nacht", 20 bis 22 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Schatten der Unterwelt". — Astoria-Lichtspiele: „Polizei". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute, 20 Uhr, erste Vorstellung der Sommerspielzeit 1931 mit der Erstaufführung des neuesten Lustspiels „Ständchen bei Nacht" von Leo Lenz. Diese Vorstellung ist zugleich die letzte Premiere des hiesigen Ensembles. Spielleitung: Karl Volck. Mitwirkende: Damen: Iabn, Schubert-Jüng- linq Walther-Lederer, Wielander: Herren: Bruck, Fassott, Nieren, Volck, Wesener, Zingel. Ermäßigte Sommerpreise. — Mittwoch, 27. Mai, letzte Vorstellung des Mittwoch-Abonnements mit einer Wiederholung der beiden Werke „Die schöne Galathse" von Supps und „Brüderlein fein!" von Leo Fall unter der Spielleitung Hubs und der musikalischen Leitung Eujss mit der Besetzung der Erstaufführung. Auch zu dieser Vorstellung werden Zehnerkarten und Schau- spielgutscheine gegen Aufzahlung in Anrechnung gebracht — Am Donnerstag, dem 28. Mai, 16 Uhr, geschlossene Vorstellung für die Erwerbslosen. Zur Ausführung gelangt der Schwank „Das öffentliche Aergernis von Franz Arnold. — Sonntag, 31. Mai, 18.30 Uhr, nächste Wiederholung des Lustspiels „Ständchen bei Nacht". In dieser Vorstellung ver- abschieden sich Ilse Jahn, Edu Wesener, Friedrich Zingel. Gietzener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 140 bis 150 Pfennig, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Spinat 15 bis 20, Weißkraut 15 bis 25, Rotkraut 25 bis 40, gelbe Rüben 15 bis 20. rote Rüben 15 bis 20, Römischkohl 20 bis 25, Spargel 35 bis 60, Tomaten 80 bis 120, Zwiebeln (neue) 15 bis 20, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 35 bis 40, Rhabarber 10 bis 15, Erdbeeren 200 bis 250, Aepsel (ausl.) 50 bis 60. Dörrobst 30 bis 35, Kirschen (ausl.) 80 bis 100. Aprikosen 90 biS 100, Kartoffeln 5 bis 6 (per Zentner 4 bis 5 Mk.), Honig 40 biS 50, Suppenhühner 90 bis 100, jg. Hahne 90 bis 100. Rüssc 60 bis 70 Pf. per Psd.; Tauben 50 bis 70. Eier 8 bis 9, Salat 15 bis 20, Salatgurken 40 bis 70, Blumenkohl 40 bis 70, Lauch 5 biS 15, Retttch 20 bis 25, Sellerie 10 bis 50. Oberkohlrabi 20 bis 25 Pfennig per Stück: Radieschen 10 bis 15 Pfennig per Bund. • * Herrliche Pfingstfeiertage waren uns diesmal beschicken. Schon von Samstag mittag ab herrschte schönstes Sommerwctter, das gar nicht noch „Eingang zum Sommer" aussah, sondern ausgesprochener Hochsommer mit nahezu Hundstagshitze war. Kein Wunder, daß sich bei diesem herrlichen Wetter ein gewaltiger Ausflugsverkehr entwickelte, der den Inhabern der Ausflugsgastwirtschasten sicherlich sehr willkommen gewesen sein wird. Aus der Reichsbahn herrschte Hochbetrieb, bei dem nicht nur sämtliche fahrplanmäßigen Züge bis zur Grenze ihrer Leistungsfähigkeit ausgenutzt waren, sondern auch noch eine Anzahl Vor- und Nachzüge gefahren werden mußten. Erfreulicherweise wickelte sich dieser gewaltige Verkehr reibungslos und ohne Unfall ab. Auch der starke Auto-, Radfahrer, und Fußgängerverkehr hat nach den bis jetzt bei uns vorliegenden Mitteilungen zum Glück keine Unfälle von Belang gebracht, ebenso hatte die Polizei im großen und ganzen notwendige und erwünschte Feiertagsruhe. Trotz des starken Ausflugsverkehrs hatten aber auch die Gottesdienste in unseren Kirchen erfreulich guten Besuch aufzuweisen. Alles in allem kann man sagen, daß es schöne und harmonische Pfingstfeiertage waren, auf die man mit Befriedigung zurückblicken kann. ** Benefizvorstellung im Stadt- theater. Als Benefizvorstellung der Mitglieder des Gießener Stadttheaters gelangt am nächsten Samstag unter der Spielleitung von Heinrich Hub der Schwank „Lumpenparadies" zur einmaligen Aufführung. Jeder Theaterfreund hat Gelegenheit, sich selbst etwas zugute zu tun, aber auch durch seinen Besuch ein Scherslein zur Ferienkasse der jetzt drei Monate beschäftigungslosen Schauspieler beizusteuern und zugleich seine Dankbarkeit für die Lei- [tungen und Arbeiten des Ensembles zu beweisen. Um allen Kreisen des Theaterpublikums Gelegenheit zum Besuch dieser Sondervorstellung zu bieten ist der Dorstellungsbeginn erst auf 20.30 Uhr angesetzt. ** Lehrschein-Urkunde der DLRG. Von der Geschäftsstelle der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft Berlin wurde dem Polizeihauptwachtmeister P. Balth. Nordmann beim Polizeiamt Gießen und Sportlehrer R. Fischer, Verein für Bewegungsspiele, nach erfolgreich abgelegter Prä- fung die Lehrscheinurkunde mit goldener Nadel überreicht. •• Sängergau Gießen Stadt und Land. Am Sonntag, 31. Mai, werden sechzehn Männergesangvereine aus Gießen und unserer nächsten Umgebung, die sich zu dem vorgenannten Gau zusammensehen, zu ihrem 2. Gauliedertag in Gießen zusammenkommen. Alle Vereine werden am Vormittag in der Reuen Aula der Universität zu einem Wertungssingen vor einen unparteiischen Wertungsrichter tret«n und dort ihr Können und ihre Leistungen einer öffentlichen Kritik unterstellen. Im Anschluß an das Wertungssingen findet eine öffentlich« Kundgebung in der Südanlage statt, am Rachmittag werden sich die Sänger zu einem gemütlichen Zusammensein im Katholischen Dcreinshaus zusammen- sinden. Interessenten seien auf die Anzeige vom vorigen Samstag hingewiesen. ** Gartenhauseinbrüche en xr 0 s wurden in den Nächten zum Samstag und zum Sonntag in den Gärten beiderseits der Lahn verübt. Eine große Anzahl Gartenhäuser wurde von den Ein- orechern mit Gewalt geöffnet und dabei an den Türen und Schlössern erheblicher Sachschaden verursacht. Aus den Gartenhäusern wurde eine ganze Anzahl Gegenstände gestohlen, wobei die Langfinger Interesse für alles zeigten, was nicht niet- und nagelfest war. Durch umfangreiche Nachforschung der Polizei, unter Zuhilfenahme von zwei Polizeihunden, konnte in der letzten Nacht einer der Täter in der Person des Arbeiters Ludwig Bock aus Berg- heim an der Eder, der sich arbeitslos hier Herumtrieb, feftgenommen werden. Sein Komplice hat gestern vormittag Gießen verlassen, um ein aus einem Gartenhaus gestohlenes Grammophon in Frankfurt a. M. zu verkaufen. Geschädigte Personen, die bis jetzt noch keine Anzeige erstattet haben, werden ersucht, sich umgehend bei der Kriminalpolizei zu melden. "DerDienenzüchtervereinGießen und Umgegend hielt seine ordentliche Monatsversammlung ab. Die Tagung führte diesmal zum Bienenstand des Vorsitzenden G. B 0 - denbendev, der an seinen Völkern alle zur Zett vorkommenden Frühjahrsarbeiten vorführte. Im besonderen zeigte er die Erweiterung des Brutnestes, die Notwendigkeit der DauernruLrung, und zeigte dabei den Wert einer guten Stock- mutter. Anschließend versammelten sich die Tell- nehmer im großen Hörsaal der Hniversitäts- Rervenklinik. Hier erstattete der Dereinsobmann Bericht über die Ostertagung des Oberhessischen und Kurhessischen Imkerbundes und zog dabei besonders den Beschluß über di« zu gründend« Seuchenschuykasse, die Verteilung des Dienrn- zuckers aus der im ersten Geschäftsjahre befindlichen Honigvcrwertungsgenossenschaft Südwestdeutscher Imker in den Kreis seiner Bettachtun- gen. Den Höhepuuntt der Tagung bildete ein Vortrag von Privatdozent Dr. A n k e l vom Zoologischen Institut der Landesuniverfität über „Vererbungen bei der Honigbiene". Obwohl er dabei ein Gebiet von höchwissenschastlichem Einschlag behandelte, verstand es der Redner meisterhaft, in seinem Einführungsvortrage die Zuhörer in allgemeinverständlicher Weise mit den Problemen des Themas bekanntzumachen. Die Ausführungen wurden durch eine große Anzahl gut wiedergegebener Lichtbilder aufs beste unterstützt. Zwei weitere Vorttäge werden an Hand der aufgestellten Leitsätze die prakttsche Auswertung für die Wahlzucht der Stockköniginnen bringen. — Reicher Beifall belohnt« die tief- schürfenden Ausführungen des Vortragenden. Den Beschluß der Tagung bildete ein Dorttag deS Dorschenden über die im Krofdorser Forst errichtete Königinbelegstation. Erweitertes Schöffengericht Gießen. • Gießen, 20. Mai. Ein auswärtiger Landwirt war bei mehreren Kassen als Rechner tätig. Es wird ihm zur Last gelegt, er habe im Laus« der letzten Iahr« über 6000 Mk., di« er vereinnahmt. veruntreut. Er will nicht wissen, wohin diese Summe gekommen sei, er hab« sie nicht unterschlagen. Die 'Beweisaufnahme, insbesondere das Gutachten eines Büchersgchverständigen, ließ aber keinen Zweifel an der Schuld des Angeklagten aufkommen. Urteil: 4 Monate Gefäng- n i s und Bewilligung einer Bewährungsfrist von 5 Iahren: außerdem soll er durch baldige Zahlung einer Geldbuße von 200 Mk. seinen guten Willen bekunden. Ein Kraftwagenführer war der fahrlässigen Tötung eines Kindes angeklagt. Er führ mit seinem Lastkraftwagen mit einer Geschwindigkeit von 18 bis 20 Kilometer in di« Kreuzung der Bahnhosstraße mit der Liebigstraße ein und überfuhr dabei ein Kind, so daß es alsbald verstarb. Der Qlngcflagtc gibt zu, daß er daS Kind vorher gesehen, daß er weder die Fuß-, noch di« Handbremse gezogen habe, daß er aber versucht habe, durch Herumreihen des Steuers noch an dem Kind vorbeizukommen. Es wurden eine Anzahl Zeugen und zwei Sachverständige vernommen. Das Gericht gewann die Ueberzeugung, daß der Angeklagte den Tod des Kindes durch Fahrlässigkeit verschuldet habe. Er sei an der fraglichen, besonders gefährlichen Kreuzung zu besonderer Vorsicht verpflichtet gewesen: er sei zu schnell gefahren und hätte auf alle Fälle sofort di« Bremsen ziehen müssen. Cs wurde auf 2 Monat« Gefängnis erkannt: außerdem wurde dem Angeklagten mit Rücksicht auf seine Unbesttastheit eine Bewährungsfrist von 3 Iahren gewährt. Vom Kleinen Schöffengericht wurden sodann zwei geständige Angeklagte wegen Urkundenfälschung zu drei bzw. einer Woche Gefängnis verurteilt. Bei beiden wurden mildernde Umftänbc angenommen und ihnen deshalb auch Bewährungsfristen von fünf bzw. drei Iahren bewilligt. Kunst und Wissenschaft. Linsleln Ehrcndoktar von Oxford. Dem Begründer der Relativitätstheorie, Professor E i n st e i n ist, wie aus London gemeldet wird, in Gegenwart einer zahlreichen Versammlung das Ehrendoktordiplom der Universität Oxford verliehen worden. Wegen des großen Andranges fand die Feierlichkeit nicht in der Senatshalle, sondern in der Aula statt. Einstein wurde von dem „öffentlichen Redner", Dr. P 0 y n t 0 n mit einer Lobrede begrüßt und erhielt lebhaften Beifall, als er dem Vizekanzler Dr. Homes Dudden, dem Master of Pembroke, vorgestellt wurde. Einstein begab sicb nach der Feierlichkeit zum Rhodes-House, wo er Die zweite seiner Vorlesungen über die Rela- ttvität hielt. Oie Wetterlage. Mrcit Ißost .Nord? 11 O Oslo O w 13 <9 7 j*4ai pCT* O Berlin du dj9 . © l Pans ¥rent1. ff ", 4" -0-17 5 o <6(? Ol5 1 - —" KQdnt (f/nl wolkenlos. Q neuer. <) naJO Deoeexte »rolltig. G omcti tltegtn * Schnee a Graupeln, s Hcoel K Gewider.(§)Winostilie.o sehr «icnter Osi «lässige» Südsüdwest q stormtsene» nordwesl Oie Pfene fliegen mit dem Winde. Ole oeiden Stationen Menenden 2«Up ten geoen die Temperatur an. Die Liniert verDincxo Orte mit gicJctia) auf Meeresniveau umgerechnele» Luftdruck Wettervoraussage. Obwohl der hohe Druck, welcher Mitteleuropa mit in seinen Bereich nimmt, sich nordöstlich verlagert, so hält die Hochdruckwetterlage weiter stand. Außer aufkommenden Wärmegewittern bleibt das heitere Wetter fortbestehen. Aussichten für Mittwoch: Außer einzelnen Gewitterstörungen warmes und meist heiteres Wetter. Aussichten für Donnerstag: Wenig Aenderung der Wetterlage. Lufttemperaturen am 25. Mai: mittags 26,5 Grad Celsius, abends 23 Grad: am 26. Mai: morgens 21,1 Grad. Maximum 27,3 Grad, Minimum 15,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 25. Mai: abends 28 Grad: am 26. Mai: morgens 19,6 Grad. — Sonnenscheindauer 13 >4 Stunden. 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Leucht Otto Dietz und 4 Enkelkinder Gießen, (Crednerstraße 32), Berlin, Hannover, den 23. Mai 1931. Die Trauerfeier findet am Mittwoch, den 27. Mai, nachmittags 2 Uhr in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt. _ Kellerei fvficune liessen WnlltotstmsseS [Vermietungen | ^-Zimmer- Wohnung mil Lager od.Garage für Lastivagen, auch als Werkstatt geeignet, Auml.7.ÄUoerm. MietberechtigungS- schein erfordert. M2,d Haas, Frankf.Str. 59 garant. federdicht, gestr. Inlett.V'sSchl. OberbettUnterbett 1 Kissen, mit 14 Pfd. grauen Federn.zus. 34.50 Mk. Dasselbe rot 2 Kiss., m.löPfd. bess. gr. Fed. 57 Mk. Bett federn gr. p. Pfd. -.85. bess. 1.35 M.. graue Halbdaunen 2.95, weiße Federn 4.60, graue Daun. 7.75 Mk. Metallbetten und Matratzen billig. Von 20 Mk. an frachtfr. Taus. Dankschr. Muster, Katalog frei. Nicht- gefall. Geld zurück. Th.KranefuB, Kassel 17 Bettenfabr. u. Vers. Gegr. 1895. Werfpuppen und Halsketten. 3unfet> Braver Junge als Lehrling Gießen, den 18. Mai 1931. Hessisches Amtsgericht. 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Juni 1931 einschließlich zur Einsicht offen. 35190 Einwendungen und Ansprüche wegen Verlegung und Aenderung öffentlicher Wege Ab- und Zufahrten auf Grundstücke, Einfriedigungen, Wasser- und Vorslut- oerhältnisse usw., sowie die Herstellung von Schutzvorrichtungen zur Sicherung gegen die aus dem Bahnbetrieb entstehenden Gefahren oder Nachteile sind bei Meldung des Ausschlusses schriftlich während der Offenlegungsfrist bei dem Kreisamt Gießen einzubringen. Gießen, den 6. Mai 1931. Kreisamt Gießen. I. V.: R i tz e L LaEtzr Im Schlosse zu Btngenhelm (Wetteraul ist die seitherige Obersörsterwohnung mit 8 Zimmern nebst Zubehör, mit Stallungen und Scheuern zu vermieten. Gartenanteil 380 qm. Grabland und Wiese 1,5 ha, evtl. 31', Morgen Acker. Für Pensionäre oder Geflügelfarm besonders geeignet. 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Burk nach langem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden im St Josefs-Krankenhaus sanft entschlafen ist Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Jakob Enkirch und Kinder. Gießen, den 26. Mai 1931. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 28. Mai, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Ein Wurf starke Ferkel zu verkaufen. Usore Mühle Salzböden. 000000000000000000 Beste WlillP BßirscliaMaiis mit Garten in feinst. Lage, preiswert zu verlausen. Mittwoch, den 27. 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Um es vorweg festzustellen: Die aufopferungsvoll« und umsichtige Vorbereitungsarbeit des Festausschusses unter der Führung des VereinSvorsitzenden Emil E i d - mann fand in dem ausgezeichneten Gelingen der Veranstaltung ihre volle und wohlverdiente Belohnung. Eine besondere Auszeichnung erfuhren die alten Leib-Dragoner dadurch, daß unter der Führung des Chefs der Traditions- Schwadron der 6. (Hess.) Eskadron Reiter-Regi- ments 16 in Langensalza, Rittmeisters Buch, eine Abordnung des Traditivns- truppenteils an dem Feste teilnahm und dazu auch das Trompeterkorps der Traditions- Schwadron unter Leitung des Chormeisters Streitenbcrger mitgekommen war. Durch die Anwesenheit der aktiven Soldaten bei diesem Feste der alten Leib-Dragoner wurde die enge kameradschaftliche Verbundenheit zwischen beiden sichtbar und eindrucksvoll dokumentiert. Der erste Zesttag brachte zunächst am Hachrnittag des Pfingstsonntags ein Fuß ball-Wett spiel auf dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900 um den Pokal des Vereins ehem. Hess. Leib- Dragoner des Kreises Gießen. Das Wettspiel fand vor einer starken Zuschauerschaft statt. Qliit der Stiftung dieses herrlichen Pokals wollten die alten Leib-Dragoner ihr« hohe Würdigung der sportlichen Arbeit an der Jugend zum Ausdruck bringen. Heber die Ergebnisse des Treffens wird im Sportteil dieser Ausgabe berichtet. Am Abend fand ein Degrühungskom- merS in derTurnhalle statt, der trotz des schönen Sommerabends sehr zahlreich besucht war. Unter der Leitung des Chormeisters Streiten- b e r g e r erfreute das Trompeterkorps der Traditions-Schwadron unermüdlich mit schneidiger Blasmusik, die der Kapelle nach jeder Darbietung lebhaften und voll verdienten Beifall ein trug. Der Dereinsvorsitzende Emil Cidmann gab in seiner Begrüßungsansprache nach einer Huldigung vor den Leistungen des alten und stolzen Leib- Dragoner-Regts. 24, sowie nach herzlichem Gruß an die Gäste, insbesondere an Rittmeister Buch als Chef der Traditions-Schwadron und an seine Soldaten, und an die alten Kameraden einen kurzen Heberblick über das zehnjährige Wirken des Leib-Dragoner-Vereins des Kreises Gießen. Er machte dabei die bemerkenswerte Feststellung, daß der mit 27 Mann gegründete Verein heute rund 300 Mitglieder zählt. Weiter gedachte er der gefallenen und gestorbenen Kameraden, deren Andenken in üblicher Weise geehrt wurde, und schließlich wies er hin auf das Große und Hehre aller guten Deutschen: das deutsche Vaterland. An die Ansprache schloß sich der gemeinsame Gesang des ersten Verses des Deutschlandliedes an. Zur künstlerischen Bereicherung des Abends trugen neben der Militärkapelle noch Frl. Milli Beil, eine Schülerin der Gesangschule von Frau Dr. Rvßkopf- Pfeiffer, als Liedersängerin und der Quartett- verein Gießen durch Chorgesänge bei. Sparkassenrechner Kehler (Darmstadt) und Post- sekretär Kämpf (Königstein) hielten Gruß- und Glückwunschansprachen im Hamen ihrer Vereine, der Vorsitzende E i d m a n n überreichte den Siegern des Fußball-Wettkampfes, der Mannschaft der Spielvereinigung 1900 Gießen, den wacker errungenen Pokal mit herzlichen Worten der Anerkennung, worauf zunächst der Mannschaftsführer der Sieger und dann Rotar Peters alsVorsihender derSp.Dg. 1900 dankten; letzterer würdigte dabei den hohen Sinn der Polal- ftiftung mit treffenden Worten und überbrachte gleichzeitig dem Gießener Leib-Dragoner-Derein namens der 1900er einen Fahnennagel für die Standarte. Der interessante Abend war ein schöner Ausklang des Tages. Der zweite Zesttag am gestrigen Pfingstmontag brachte morgens auf Befehl des Rittmeisters Buch drei Ständchen des Trompeterkorps der Traditions- Schwadron, die dem Dereinsvorsitzenden E i d - mann und den beiden ältesten Ehrenmitgliedern des Vereins, Altveteran Konrad Heppner und Oekonomierat Hoffmann, dargebracht wurden. Vormittags wurden am 116er-Denkmal und auf dem Chrenfriedhof Kränze niedergelcgt. Hm 11 Hhr begann auf dem von mehreren tausend Menschen umsäumten Oswaldsgarten ein F e st gv t t esdien st, bei dem die 116er« Militärkapelle mitwirkte und Pfarrer Ausfeld als Militärgeistlicher die Predigt hielt. Hierauf folgte die unter dem Kommando des ehern. 24er Leibdragoners, Hniversitätsreitleh- rers L. Schömbs, von 12 alten Leib-Dragonern in der früheren Uniform gerittene historische Festquadrille, die ein prächtiges reiterisches Schauspiel darbot und wertvolle Erinnerungen an die alte Armee wachrief. Starker Beifall der gewaltigen Zuschauermenge dankt« den Reitern und ihrem Führer. Anschließend setzte sich der F e st z u g , mit der Abordnung der Traditions-Schwadron unter Führung des Rittmeisters Buch an der Spitze, in Bewegung. Ehemalige Angehörige des früheren Leib-Dragoner-Regimenls 24, sowie Vertreter der verschiedensten militärischen Formationen boten in ihren schmucken Uniformen der alten Armee ein farbenprächtiges Bild. Bemerkenswert war auch der Aufmarsch der Iung- mannschaft des hiesigen Marinevereins. Der Kutscherverein wartete mit einem Dierspänner- Festwagen mit der Inschrift „Gasthaus, zur Deutsch" auf. Den Übrigen Teil des Festzug's, in dem zwei Musikkapellen spielten, bildeten Militär- und sonstige Vereine. Anschließend an den Festzug fand in der Turnhalle ein gemeinschaftliches Mittagessen statt. Die nachmittags und abends abgehaltene Feier in der Turnhalle war besonders am nachmittag außerordentlich stark besucht. Den musikalischen Teil bestritt auch hier das Trompeter-Korps der Traditions-Schwadron, das mit seinen flotten Märschen und sonstigen musikalischen Darbietungen stürmischen Beifall erntete. Ebenso fanden die Gesangsvorträge des Quartettvereins wohlverdiente Anerlennung. 3m Mittelpunkt der Veranstaltung stand die von dem Bundespräsidenten, Rittmeister a. D. Dr. Chälons, gehaltene Festansprache. Er übermittelte dem Verein ehemaliger hessischer Leib-Dragoner des Kreises Gießen Das GchLüßsal fprßcht das letzte tvoet Roman von 3.Schnei de r-Foer st l. Urhebev-Rechtschuh durch Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 27. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Sie deckte die Hände über das Gesicht und weinte leise vor sich hin. Behutsam nahm ckr ihr die Hände herab und hob den gesenkten Kopf der Tochter zu sich auf. „Ich weiß, wie sehr du ihn liebst — aber er hätte dir das nie werden können, was du dir als sehnlichsten Wunsch erträumtest." Hntcr Tränen sah sie ihn an. „3 w i l - lige Feuerwehr Lauterbach am 20. und 21. Juni die Feier ihres 75jährigen Bestehens. In der Abgeordnetenversammlung des Provinz-Feuerwehrtages stehen in der Hauptsache laufende geschäftliche Angelegenheiten auf der Tagesordnung, daneben aber auch Beratungen über das Grundgesetz und die Satzungen der Provinzverbände. Landkreis Gietzen. * Holzheim, 25. Mai. Unser Beigeordneter Grieb hat sein Amt n i e b e r g e l e $ t. Da bekanntlich die Bürgermeisterwahl für ungültig erklärt wurde, ist mit der Wahrnehmung der Bürgermeistereigeschäfte das Gemeinderatsmitglied Karl Zeiß beauftragt worden. * Langd, 25. Mai. Bei der hiesigen Bürger- m e i st e r w a h l wurde der seitherige Bürgermeister Rudolf Fritz wiedergewählt. Rundfunkprogramm. Dienstag, 26.2ttai. 7 30: von Bad Kreuznach: Frühkonzert des Kur Orchesters. 11.50: Schallplattenkonzert. 15.20 bis 15.50: Hausfrauen-Nachrntttag. 16.30: Nachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.15: „Die Genfer Ratstagung", Bericht von WoF v. Dewall. 18.40: „Der Dom zu St. Marien in Riga", Bortrag von Georg Geist. 19: „Die Kulturkrise der Gegenwart und der Katholizismus , Bortrag des Benediktinerabtes Graf Adalbert von Reipperg. 19.45: Rational-Hhmnen. 20.30: Lieder der Eskimos. 21: von Karlsruhe: Deutsche Bolkslieder. 21.45: Tanzmusik. 0.30 bis 1.30: Rachtkonzert des Rundfunk-Orchesters. Mittwoch. 27. mal 7.30: von Bad Homburg: Frühkonzert des Kurorchesters. 11.50: Schallplattenkonzert. 15.20: Stunde der Jugend. 16.30: Nachmittagskonzert. 18.15: Stunde der Arbeit — „Kann es besser werden?" Gespräch zwischen Stadtrat Kahn und Hermann Heßler. 18.45: „Gibt es Leben auf ben Sternen?", Bortrag von Pros. E. Beutel. 19.15: Kleine Prosa von Max Barth, gelesen vom Ber- fasser. 19.45 älhr: Mosaik-Programm. Wirtschaft. Oie Arbeitsmarkttage in Hessen und Hessen-Nassau. Merkliches Nachlassen der Aufnahmefähigkeit. WSN. Frankfurt a. M., 23. Mai. Heber die Arbeitsmarktlage in Hessen und Hessen-Nassau berichtet das Landesarbetts- amt Hessen in Frankfurt a. M.: Die Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes in der ersten Maihälfte lieh in fast allen Arbeitsamtsbezirken und Berufsgruppen merklich nach. Die Zahl der Arbeitsuchenden insgesamt ging nur um rund 6400 = 2,4 Prozent auf 261 655 zurück : im vorigen Berich tsabschnitt war sie um rund 12 000 oder 4,3 Prozent gefallen. Bon den großstädtischen Arbeitsamtsbezirken hatte einzig der stark landwirtschaftlich durchsetzte Bezirk Kassel größere 2lbnahme (um 705). Frankfurt und Wiesbadeir wurden nur um 39 bzw. 83 Arbeitsuchende entlastet, Mainz hatte sogar eine Zunahme um 134 Arbeitsuchende. Ferner ist deren Zahl im Bezirk Offenbach leicht gestiegen. Die Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes lag nach wie vor hauptsächlich bei den Saisonaußenberufen, wobei aber die Landwirtschaft nach Beendigung der Frühjahrsbestellung und wegen der üblichen Ruhepause bis zum Beginn der Hackfruchtbearbeitung keinen nennenswerten Bedarf an Arbeitskräften hat. Die Zahl der Hauptunterstützungsempsänger in der Arbeitslosenversicherung fiel um 8278 auf 105295 (vor einem Jahr waren 106 690 Hauptunter- stühungsempsänger vorhanden): in der Krisenfürsorge befanden sich 49 152 Hauptunterstühunas- empfänger, 47 weniger als zum Beginn der Berichtszeit. e * Der Großhandelsindex. Die oom Statistischen Reichsamt für den 20. Mai berechnete Indexziffer der Großhandelspreise, ist mit 113,1 gegenüber der Vorwoche um 0,4 v. H. gesunken. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 109 (— 0,5 v. H.), Kolonialwaren 95,2 (— 0,8 v. H), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 103,3 (—0,2 v. H.), industrielle Fertigwaren 137 (—0,2 v. H.). * Die Lahnkraftwerke A G. in Limburg, an der die Preag, der Kommunalverband Wiesbaden und der Lahmeyer-Konzern beteiligt sind, schlägt für das abgelaufene Geschäftsjahr die Verteilung' von 4,5 v. H. (wie im Vorjahre) vor. Frankfurter Börse. Frankfurt a. SR., 26. Mai. Tendenz: schwach. Die heutige Börse eröffnete nach der Unterbrechung durch die Feiertage in sehr schwacher Haltung. Die wenig freundliche Stimmung fast des gesamten Auslandes gegenüber Deutschland, die man nach der Genfer Konferenz feftfteUen zu müssen glaubt, die schwierige Finanzlage Amerikas, in deren Zusammenhang auch ein Senator sich gegen lebe Herabsetzung der Reparationsschuld aussprach, haben die Börse sehr verstimmt. Hinzu kam die schwache Haltung in Wallstreet, die Zahlungseinstellung eines alten Wiener Bankhauses und die ungeklärte innenpolitische Lage. Da auch zum fauligen Liquidationstage wieder stärker Material heraus- kam, das zum großen Teil aus Selbstexekutionen herrührte, ergaben sich bei der schwachen Aufnahmeneigung der Börse gegenüber den Freitag-Schluß- kursen prägnante Kursrückgänge. Die Umsatztätigkeit hielt sich dabei in engen Grenzen. Stark betroffen wurden Elektrowerte, von denen AEG. 5 v.H., Licht und Kraft 6 v.H., Gesfürel 71 0.5)., Siemens 84 v.H. und Schlickert nach Berücksichtigung des Dividendeabschlages 8 v. H. einbüßten. Stark abgeschwächt waren ferner Aku mit minus 7 v. H., während Salzdetfurth mit minus 74 oJ)., Lahmeyer nur gegen die Notierung vom 21. Mai mit minus 84 v. H. und Svenfka mit minus 9 Mark niedriger lagen. I.-G.-Farben lagen 5 v. H., Deutsche Erdöl 34 v.H. und Rütgerswerke 3 v.H. schwacher. An den übrigen Marktgebieten waren die Kursrückgänge mehr oder minder stark, doch betrugen sie durchschnitt lich bi s 3 v. H., Bankaktien durchweg bis 1 v. H. Am Anleihemarkt blieben deutsche Anleihen relativ behauptet. Don fremden Werten verloren Ungarn und Rumänen je i v. H. Pfandbriefe lagen bei kleinem Angebot bis t v. H. schwächer. Reichsschuldbuchforderungen verloren 1 v. H. Im Verlaufe blieb die Tendenz weiter schwach, doch kam die Abwärtsbewegung zum Stillstand, da die Banken etwas intervenierten. Vereinzelt wurden auf dem ermäßigten Niveau kleine Deckungen vorgenommen, so daß sich bei ein paar Werten Besserungen um Bruchteile eines Prozents ergaben. Tagesgeld 5 o. H., Geld über Ultimo 54 bis 64 v. H. Am Devisen« markt lagen Devisen gegen Reichsmark sehr fest. Man nannte Mark gegen Dollar 4,2040, aegen Pfunde 20,4550, London gegen Neuyork 4,8650, gegen Paris 124,38, gegen Mailand 92,93, gegen Madrid 50,20, gegen Schweiz 25,17. Berliner Börse. Berlin, 26. Mai. Die schlimmsten Erwartungen des heutigen Vormittagsverkehrs wurden zu Beginn der Börse durch die Praxis bald überboten. Die dreitägige Börsenunterbrechung vor dem Liquidationstag, die sich als ge- chästshemmend herausstellte, da die ganze Börse nun heute zum Ultimo auf einmal herauskam, und die anhaltend schwachen Auslandbörsen und der neue Bankkrach in Wien (Auspitz, Sieben & Co.) ver- timmten. Die Aufnahmeneigung war naturgemäß ehr gering, und so war es unvermeidlich, daß das eilweise erhebliche Angebot st a r k e Kursab- ch l ä g e zur Folge hatte, so daß verschiedene Werte mit Minus-Minus-Zeichen erschienen und zunächst überhaupt nicht zur Notiz kommen konnten. Die Kursfestsetzung erfuhr starke Verzögerung und gefaltete sich oft auch noch, trotz der Hilft der Börsenkommissare, recht schwierig. Man konnte Vf Terminpapiere mit Minus-Minus-Zeichen zählen, von denen noch eine ganze Reihe bis zu 6 v. H. schwächer lag. Salzdetfurth notierten sogar 9,5 und Ilse 9,25 v. H. niedriger. Neben den bereits erwähnten Momenten des schwachen Auslandes und der Wiener Vorgänge machten auch die Aprilbilanz der Banken mit ihrem starken Rückgang der Kreditoren und die ungeklärte innen- und außenpolitische Lage einen wenig günstigen Eindruck. Ob das herauskommende Material auf Liquidationen für Wiener Rechnung zurückzuführen war, ob die Exekutionen, die an den letzten Börsentagen vorgenommen wurden, ebenfalls hiermit zusammenhingen, oder ob das Angebot nur eine Folge des anhaftenden schwachen Neuyork ist, läßt sich schwer beurteilen. Jedenfalls blieb die Stimmung im Verlaufe weiter schwach, und bei den Banken bestand nur geringe Interventionsneigung. Anleihen waren trotz des großen Angebots relativ gehalten. Von Ausländern erschienen 3-v. H.-Mexi- faner mit Minus-Minus-Zeichen. Pfandbriefe ungebeten und durchweg 1,5 v. H. gedrückt. Geld in sich etwas fester. Tagesgeld im Satz von 4 bis 6 v. H. und Monatsgeld mit 5,5 bis 6,75 v. H. unverändert. Warenwechsel etwa 4,90 v. H. Auch späterhin hielt der Abgabedruck immer noch an, zumal auch das europäische Ausland noch schwächere Kurse meldete. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 26. Mai. Auftrieb: 838 Rinder (235 Ochsen, 66 Bullen, 318 Kühe, 180 Färsen), 483 Kälber, 21 Schafe, 3895 Schweine. Es notierten: Rinder: Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts (jüngere) 45 bis 48 Mk., (ältere) 40 bis 44, sonstige voll- fleischige (jüngere) 35 bis 39: Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 40 bis 43, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 35 bis 39: Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlacht- Werts 35 bis 38, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 29 bis 34, fleischige 22 bis 28; Färsen (Kalbinnen. Jungrinder): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 45 bis 48, voll- fleischige 40 bis 44, fleischige 36 bis 39. — Kälber: beste Mast- und Saugkälber 58 bis 63, mittlere Mast- und Saugkälber 52 bis 57, geringe Kälber 40 bis 51. — Schweine: voll- fleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 47 bis 49, von etwa 20Ö bis 240 Psund, 43 bis 50, von etwa 160 biß 200 Pfund 47 bis 49, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 46 bis 48 Mk. — Marktverlauf: Rinder ruhig, geräumt Kälber und Schafe ruhig, geräumt. Schweine schleppend, nahezu ausverkauft; Fettschweine fast unverkäuflich. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Mittwoch, 27.Mai, 19 bis gegen 22.30 Uhr: „Tannhäuser". — Donnerstag, 28., 20 bis nach 22.30: „Madame Butterfly". — Freitag, 29., 20 bis nach 22: „Wozzeck". - Samstag, 30., 20 bis 22.45: „Fidelio". — Sonntag, 31., 19 bis gegen 22.30: „Tannhäuser". Schauspielhaus. Mittwoch, 27. Mai, 20 bis gegen 22 Hhr: „Margot und das Jugendgericht" (Uraufführung). — Donnerstag, 28., 20 bis gegen 23: „Elisabeth von England". — Freitag, 29., 20 bis gegen 22: „Clavigo". — Samstag, 30., 20 bis gegen 22: „Margot und das Jugendgericht". — Sonntag, 31., 20 bis nach 23: „Der Hauptmann von Köpenick". Bantnofen. Berlin Jjronlfurt a. JJl. Berlin ■Jranfluri a. .Ul. chluß-IAnson- kur« | Nurs turd 26.5. 22.5. I 26.5. Dalum 22.5. 26.5. 22.5. Dalum 22.5. 26.5. 51 84,9 84,25 52 50 99,9 99,8 128,25 132,5 132,25 129 4,6 101,5 94 94 43,5 52,6 53 85,75 89,5 85,25 101 95,5 90,5 90,5 97,13 97 100,5 100,5 100 97 96,5 96,5 107 0,5 2 53 17,4 3,4 3,65 3,4 62,4 3,5 44,5 7,55 7,65 7,4 62,5 62 110 137,5 96,5 71 55,13 4,65 55,13 4,65 62,25 45,25 17,65 15,1 14,4 6,35 17,4 15,25 15,7 21 2,05 8 10 in 12 11 12 . 6 . € . 8 . 8 . 0 io 7 7 7 6 102 101,5 126,5 145 66,5 29,5 159 52 46 146 33,5 58,25 101 101 102,25 101,5 139 89,65 66,5 100,5 103,13 72,25 68 53 50 158 51,5 54,5 66 30 108 101,5 121 38.5 59,25 12 6 9 , 6 . 6 , 8 , 7 10 10 , 8 , 0 0 6 10 120 39,5 46 61 38,5 46,9 61 37,5 44,5 70 io 10 12 110,5 102,5 123 101,5 101 98 97,5 e 0 6 8 8 10 10 , 9 ID 3,4 3,4 . 8 . 9 10 10 IVi 110 102,5 123 110 136,25 15 12 18 14 1V'/. 12 , . 8 , . 9 , . V 126 145,25 47,5 88,75 70 50,13 50,75 91 72 52 103,5 73 63 48 48 145,5 48,25 52 62,5 30 108,75 40 61,5 63,5 47,5 146 64,75 Philipp Hol, mann . . Zementwerk Heidelberg Gementroed Karlstadt. Waust & grevtaa • . 4% Oesterretchische Goldrente . . 4,20% Ocsterrelchilche Stlberrente 4% Oesterreichische Einheitliche Rente........ 4% Ungarische Goldrente . 4% Ungarische SlaaHrente v 4ft% beBfll. con 1913 4% Ungarische Kronenrente 4% Illrlische Zollanleihe von 1911 4% Tödliche Bagdadbahn-Anl Serie l........... 4% desgl. Serie II 6% Rumänische veretnh. Rente von 1903 .......... Rumänische veretnh. Rente von 1918........4 . 1% Rumänische veretnh. Rente • I. ®. Yarben-Inbustrie . Dvnamil Nobel . . . . Scheideanstalt..... Goldschmidt..... ROtgerSwerte Metallgeiellichaft. . . . 3,5 3,65 Hamvurg-Ülmerika Batet ... 7 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 8 Hansa Tampflchisi.....10 Norddeutscher Lloyd Allgemeine Deutsche Ereditanst. Barnier Banlverein .... frankfurter Maschinen . . Gritzner....... äenstaedt • • • • • an«. ..•••• e Lechwerke........ Mainkrastwerke Höchst a. M. Miag.......... Gebr. Roeder Voigt & Haesfner .... Estd^Mchc tzmter . . . 6% Deutsche ReichSanlethe von 1927 7% Deutsche Reichsanleihe von 1929 .......... Deulsche Anl.-Ablöi.-Schuld mit Auslos.-Rechten....... DeSgl. ohne AuSIol.-Rechte . - 8% Hess. Bolirsiaat von 1929 «rückzahlb. 102%)...... Oberhessen Brodln» - Anleihe mH Auelos.-Rechten...... Deulsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1...... 8% firanlf. Hyp.-Banl Goldpfe XIli unkündbar btt 1934 . . . 7% fttantf. Hyp.-Bank Goldpse unkündbar btt 1939..... 4%% Rdelnische tzyp.-Bank Ltau. Goldpse......... 8% Br. Landeöpfandbriesanstalt, Psondbriese R. 1»...... 8% Br. LondeSpIandbriesanstalt, Komm^Odl. N. 20 7% Pr. Landeüpiandbriefanstalt, Psondbriese M. »1 V.E.G. obg. LortriegS-Obiigatio- neu, rückzahlbar 1932 14,4 6,2 BVt 7.2| 14,25 6,3 21,5 2,1 54,8 4,5 Berliner Handelsgesellschaft . Commerz- und Privat-Bank. Darmstädter und Nationalbank Deutsche Bank und Dttconto-GeseUschaft, . . . Dre-dner Bank...... Retchtbank........ A.E.G.. . Bergmann (Sieht. LiefemngSgeleUschaft. Licht und Kraft...... teilen & Guilleaume . . . Gesellschaft für Eleklrtsche Buderus..... < Deutsche Erdöl . • • < Essener Steinkohle . . ■ Gelsenkirchener . . . Harpener....... Hoesch Elsen . Ude Bergbau .... Klöcknerwerke ... Köln-Neueste» - - - - Mannesmann-Röhre» ManSselber Bergbau . Oberschles. Eisenbedarf Obcrschles. NolLwerke. Phönix Bergbau . . . Rheinische Braunkohle« Rheinstahl..... Riebeck Mont« . . . Schiuß-I t-Uhr- Schluß-s Anfang- kur« I Kur« kur« | nur« Unternehmungen .... 10 Hamburger ElehrizitätS-Werke 10 Rheinische Elektrizität .... 9 Schlesische ElektrizitSl. ... 10 Schuckerl «Co, 11 Siemen« & Halske 16 TronSradio.........8 Lahmeyer&do 10 Schultheis Patzenhofer . Ostwerk« Aku......... Bemberg. ... • • • Zellstoff Waldhos . . . Zeststoss Aschaffenburg . Charlottenburger Waste« Dessauer GaS..... Daimler Motoren . . . Deutsche Linoleum . . Maschinenbau A.-S. . . Rai. Automobil . . . . Orenstein & Koppel . . Leonhard Dietz . . . < Sventka....... Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Tte tjinter 6,n Spieren angeführten Siffern geben die qöhe der zuletzt besoffenen Dividende an, - Reich-bankdiskont 5 ».£>., Lomburdzin-suß 6 n.S). Schluß- i-Uhr- Schluß-s Anfang- Kur« kur« \ Kur« Frankfurt a. M. | Berlin Schlußkur« l-Uhr- 1 Kur« 1 Schluß« kurv Anfang- Kur« Dalum 22.5. 26.5. 22.5. 26.5. Bereinigte Stahlwerke . - - Otavi Minen......16'/, Kaliwerke Aschersleben ... 10 Kaliwerke Westeregeln ... 10 Kaliwerke Salzdetfurth . . . 1b 24,25 119,5 124 187 118 121 179,5 45,5 23,13 120 123,5 187,5 44,5 22 117 120 178 Serlin, 22.Mal ärJef Amerikanische Noten...... 4,184 4,204 Belgische Noten. ........ 58,21 58,45 Dänische Noten......... 112,18 112,62 Englische Noten........ Französische Noten....... 20,384 20,464 16.383 16,443 Holländische Noten....... 168,38 169,06 Italienische Noten........ 22,02 22,10 Norwegische Noten . . . _. . . . 112,03 112,47 Deutsch-Oesterreich, • 100 Schilling 58,93 59,17 Rumänische Noten . ...... 2,475 2,495 Schwedische Noten....... 112,18 112,62 Schweizer Noten........ 80,74 81,06 Spanische Noten........ 41,37 41,53 Tschechoslowakische Roten..... 12,41 12,47 Ungarische Noten........ 73,02 73,32 Devifenmarkl Berlin — Frankfurt o. M. 72,5 71,25 70 22.Mai 25.Mai 58 70,25^ — Amtliche Notierung Amtliche Notierung 24,5 — —- Geld | »rief Geld »riet 23 Amft.-Rott. 168,52 168,86 168,88 169,22 — — 132,131 125 Buen.-AireS Brss.-Antw- 1,290 58,35 1,294 58,47 1,280 58,465 1,284 58.585 62,75 75 55,5 63 75,65 56,75 Christiania. Kopenhagen Stockholm . 112,32 112,30 112,43 112,54 112,52 112.65 112,49 112,53 112,64 112,71 112,75 112,86 — — 74,5 67,5 73 Helstnafors. 10,557 10.577 10,573 10,593 — 65,5 68, /d Italien. . . 21,96 22,00 21,98 22,02 —■ — — — London. t , 20,403 20,443 20.44 20,48 —- — 114,25 110 Neuvork •. 4,198 4,202 4,202 4,210 23 — 23 22 Paris. . » . 16,40 16,44 16,431 16,471 62,5 59,75 61,5 59,25 Schweiz .. 80,89 81,05 81,24 81,40 —— — — — Spanien . . 42,16 42,24 40.24 40,32 — — — — SVapan • . . 2,074 2,078 2,076 2,080 — — 39,75 38 Mo de Jan- 0,289 0,291 0,281 0,283 99 — 97,9 92,25 Wien in D-> 59,185 228 230 225 J?efl. abgest. 58,92 59,04 59,065 Prag . . .- Belirad . 12,426 12,446 12,451 12,471 _ _ _ 7,386 7,400 7,413 7,427 30 — 30,13 _ Budapest. 73,105 73,245 73,25 73,39 — _ Bulgarien 3,038 0,044 3,046 3,052 _ _ _ — Lissabon . 18,86 18,90 18,90 18,94 _ _ _ Damig. . 81,60 81,76 81.70 81,86 62 62 _ — Konstuuim. 1,784 1,739 1,784 1,789 _ __ Athen . 5,734 5,747 5,747 5,757 _ _ _ _ Canada . 4,190 4,198 4,199 4,207 _ _ _ Uruguay - 2.497 2,503 2,448 2,452 116 — 115 — ilatro - > 20,92 20.96 20,96 21,00 - - . 17,5 .1910 15 —