Kr. 197 Erster Blatt 181. Jahrgang Dienstag, 25. August 1931 Lrsch««»t tüglich.inttz« Sonntags und 5«ertaflS Beilagen DU 3Uu|trieru Gttehena ^amiltenbltoo Hermai nn Bild DU Scholle ■oeats-Beingsprett; 2.20 5letd)smaih und 30 Reid)spfenntq für Trüge» lohn, auch bei Richter- Keinen einzelner Dummer» folge höherer Gewalt. KerUfprechanfchlüße aiittrSammeliuunm Lchre aui ter über! ziehen, Mich keine zunchim aiib alle fr zu bringen. Oie Verzchng Wie das Wna bie in der Jlotomtb1 Slcuerrüifflänb kn ZiaM unb Bf nitba pünlllify Siet njchledknen Seilen l ikiing der Aeichrdc K getroffenen Ra' Wbnng kommt je des Reiches n, smzämler sind ab tyng ber Stunbi daflliche Lag hl Zu nehmen i izenkommen j ° Verzugszuschläge «ben halben Dlonc Ale härten Rung eines verzi Jtift unm fy* überschritten n KlNMMtz । Dlr am Sonntag < W %^matlaguna W 2W0 ‘nbCanb an berii r Veranstaltung reichhaltigen vor tS fam in tt Mr Deranste ^heimatsinns, L'^rgs L K» des M Ganö oh Musik J"Rbercin E 5^$ e'N'ge igy; Sytt FWhS Zeigte Dl w 'Ne Müllt R c. 00 ’ ÄfeWk 15 s^abj tey« Aus aller Welt. Eisenbahnunglück im Duisburger hauplbahnhos. 3m Duisburger Hauptbahnhof fuhr der unt 21.47 41hr in Duisburg ankommende Berliner E i l z u g auf einen im Hauptbahnhof stehenden Postzug auf, wobei die Hinteren Wagen des Postzuges sowie die Lokornottve des EilzugeS beschädigt wurden. Das Unglück ist darauf zurückzuführen, daß ein Aufsichtsbeamter auf dem GleiS bes Bahnsteiges 2 zwei Postwagen zur späteren Weiterbeförderung stehen lieh und dem um 21.47 Ilhr aus Dortmund eintreffenden Eilzug trotzdem Cinfahrtsignal gab. Der noch mit einer erheblichen Geschwindigkeit fahrende Eilzug fuhr auf die vor der Halle stehenden beiden Postwagen auf und stieß sie noch etwa 50 Meter weit bis in die Mitte der Halle hinein. Zwei in dem letzten Wagen mit dem Sortieren der Post beschäftigte Beamte wurden hierbei schwer verletzt und mußten dem Krankenhaus zugeführt werden, wo sie beide bewußtlos darniederliegen. Der eine trug einen schweren Dchädelbruch davon und dürfte nicht mit dem Leben davvnkommen. Der andere erlitt einen Nervenschock. Festnahme von Kokainschmugglern. Beamten der Kölner Kriminalpolizei gelang es, fünf Kokains-chmugglsr festzunehmen. Die Verhaftung geschah höchst unauffällig im Kölner Hauptoahnhof rm Wartesaal 1. Klasse, vor dem Wardesaal und auch noch vor dem Hauptbahn- Hos, wo der von den Schmugglern benutzte Kraftwagen hielt, mit dem zwei der Verbrecher im letzten Augenblick zu entwischen suchten. Alntct den Festgenommenen befinden sich vier Köln- Mühlheimer, darunter auch ein junges Mädchen aus unbescholtener Fami- l i e. Der Haupttäter scheint ein stellenloser Kaufmann zu sein, dem man einen Handkoffer mit versiegelten Paketen abnahm. Diese Pakete sollen 1200 Gramm Kokain im Werte von mindestens 10 000 Mark enthalten, die der Kaufmann von dem „großen älnbekannten" lediglich zum Absatz an einen angeblich aus Saarbrücken gekommenen Käufer bekommen haben will. Natürlich muh noch chemisch nachgeprüft werden, ob der 3nt)ai[t der versiegelten Pakete tatsächlich reines Kokain ist, was an sich eine ganz ungeheure Menge Rauschgift darstellen würde. Da» Ufer de» Reml-See» abgerulscht. Infolge ber letzten Regengüße ist bas Ufer des Nemi-Sees bei Rom, aus bem bekanntlich burch Senkung des Wasserspiegels nunmehr bas zweite ber beiden versunkenen altrömischen Kaiser-Schiffe gehoben wirb, in einer Breite von über 500 Meter abgerutscht, an einigen Stellen bis zu einer Tiefe von 30 Meter. Das Gelänbe war vor kurzem zur Kultivierung auf geteilt worben. Dis Bauern sind nunmehr durch den Erdrutsch u m ihre Ernte gekommen. Ueber bie Tragweite des Naturereignisses sind bereits behördliche Ermittt langen angestellt worden. in OerLandbundzur Lage der Landwirtschaft am morgigen Die Wetterlage. -fr a H IS 'Dtrfl S^val W; iMatin. U.) Ti, bit fläch, 6,r flfntinien Sdrelbtarttn trminbert hijtn mehr InnQtjmt eint» jl sich oorous- eryugung um wird, al» im abausläch, ent» tinischen 8dtt- ,rj,ugung. Tie 3a6r wird fast bit /,in,»fall» ,rd,n Ibnitttn. ! fyrcWW öttbtn. Hon Ad5 den 1H-. Augusb eide bewußt ^ nen schver-n itftt nicht tere erlitt emen Älaocrrt. 15 SÄ“ Mi ?Ä l*S«K Jfefen mü, f eine Qb*. "wng eintt ^Oenenfoiii iyen. fchtoie- seitherigen Gau anheimgestellt, eine neue Teilung in zwei BeV.r!« vorzunehmen (Gebern-Orten- berg und Büdingen). Mit beginnendem Geschäftsjahre am 1. Oktober tritt der neugebildete Gau „Riddatal", der etwa 20 Verein« umfaßt, aber nach Hungen und L a n b a ch erweitert werden kann, als neunter Gau zur Gruppe Oberhessen. Mit einem „Hoch" auf das deutsche Lied wurde die Versammlung geschlossen. Sie war umrahmt von schönen gesanglichen Darbietungen des Platztxreins „Sä nge r 1 u st", sowie des „Män - nerquartetts" (Büdingen). Kreis Schotten. LJ Ulrichstein. 23. Äug. Sein 50. Jubiläum konnte heute der hiesige Zweigverein des Vogelsberger Höhenclubs feiern. Die Festlichkeiten dieses Tages wurden durch gemeinsamen Besuch des Gottesdienstes eingelcitet. Vach der Feierstunde auf dem Friedhof, wobei man der verstorbenen Der- einsmitglieder gedachte, versammelten sich die einzelnen Zweigvereine im Gründungslokal, dem .Darmstädter Hof" zu einer Gründungsfeier des Gesamt-VHC. Der Vachmittag war dem Festakt auf historischer Stätte, dem Schloß- berg, Vorbehalten. Vach einem einleitenden Musikvortrag des Musikoercins Ulrichstein begrüßte der Dorsihenbe des Zweigvereins, Tierarzt Weiski, die Gäste und legte dar, daß der Zubelvercin wohl vor 50 Jahren geboren worden sei. aber durchaus nicht alterte, sondern sich jung erhalten habe und es auch für die Zukunft zu bleiben hoffe. Vach einem sinnigen Prolog brachte der Gesangverein Ulrichstein ein Lied zum Vortrag. Der Festredner, Oberamtsrichter Bachmann (Gießen), erklärte, daß es einen immer wieder in dieses urwüchsige Gebirge ziehe, dessen zu teilen, oder ihn in drei D^irke zu gliebern (Vidda, Schotten, Büdingen und Gedern), lösten eine lebhafte Aussprache auS. Vach mehr als zweistündiger Diskussion gelangte ein Antrag zur Abstimmung, die Verein« des V i d d a t a l s zu einem neuen G au zusammei^ufassen und die ükri ... - Gier 9 biS 10; Blumenkohl 30 bis 70; Salat 5 bis 10; Salatgurken 10 bis 20; Ginmochgurken 2 bis 4; Endivien 10 bis 15; Ober-Kohlrabi 8 bis 10; Lauch 5 bis 10; Rettich 10 bis 15; Sellerie 10 bis 20; das Bund: Radieschen 10 bis 15 Pf.; der Zentner: Kartoffeln 3 bis 3,50 Mark. Bornotizerr. — Tageskalender für Dienstag. Bauerfcher Gesangverein, 20.30 Uhr, Zusammenkunft bei Mitglled Sieck. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: .Das Flötenkvnzert von Sanssouci" (DolkStag). •• Dom Erntewagen gestürzt. Gestern, gegen 19 Uhr ereignete sich am Schiffenberger Weg unmittelbar am Bahnübergang ein Un- glückssall. Der etwa 21 Zähre alte Bäckergeselle Heinrich Bindewald, ber bei Srntearbeiten geholfen hatte, stürzte, da einige Garben inS Rutschen gerieten, vom Wagen herab auf die Straß« und erlitt neben einigen geringfügigem Hautabschürfungen eine Gehirnerschütterung, die feine Uebersührung in die Chirurgische Klinik nottoenbig machte. Der Zustand des Verunglückten gibt zu keinerlei ernsteren Bedenken Anlaß. •• Fahrplanänderung. Der Perfonen- zug 1103, ber Dad-Vaubeim—RübeSheim (Dad- Vauheim ab 8.57 Uhr, Rübe-Heim an 11.06 Ubr), sowie ber Rückzug 1104 (Rübeshcim ab 19.58 Uhr, Dad-Vauheim an 22.29 Uhr) sollen an allen Sonntagen im September, einschließlich 27. September verkehren. Unsprünglich war die Durchführung dieser beiden Züge nur bis 31. August vorgesehen. " .Der gedeckte Tisch", die sehenswerte Ausstellung, die vom „HauS der Handaroeit" im Lichtspielhaus Seltersweg zusammen mit ver- schiedenen anderen Gießener Firmen veranstaltet wird, hat bisher einen außerordentlich starken Zuspruch gesunden, so daß sich die Veranstalter veranlaßt sehen, die Ausstellung noch um einig« Tage zu verlängern, um damit jedermann Gelegenheit zu geben, die Ausstellung ebenfalls zu besuchen. Folgende Firmen haben zum Gelingen der Ausstellung beigetragen: Kunstgewerbebaus Bach, Lang & Wieder st ein und Brüder Schmidt stellten Tafelgedecke, Porzellane,Tafelglas und Tafelschmuck auS, die Firma Hahn- Wehrheim gab die Möbel, das .HauS der Handarbeit" Tischdecken aller Art, Gedecke usw. und daS Dlumenhaus Dietz die Blumenaus- schmückung. •• 2 0. ArbeitSjubiläum. Der Arbeiter Adolf Walter aus Daubringen konnte gestern auf eine 20jährige Tätigkeit im Botanischen Garten der Universität Gießen zurückblicken. •• Personalie. ZollinspektorLudwigH ö hn jun. in Düren im Rheinland, wurde m?t Wirkung vom 1. September 1931 ab zum Ober-Zollinspek- rcr bet dem Hauptzollamt in HeinSberg (Rheinland) befördert. Oberbeffen. 50 Jahre Kirchengesangverein Grünberg. -s- Grünberg. 24. Aug. Der hiesige K i r » chengesangverein beging am Sonntag die Feier seines 50jährigen Bestehens. Don auswärtigen Kirchengesangvereinen waren erschienen: Burkhardsfelden, Londorf und Watzenborn-Steinberg. 3m Festgottesdienst am Vachmittag hielt Pfarrer Lic. Dr. Stumpf- Merlau die Festpred.gt, während die Vereine unter Leitung von Lehrer Roth zwei Massenchöre vortrugen. Eine V a ch f e i e r schloß in ber Turnhalle an, bei bet Dekan Schmidt al- Vorsitzender des IubelvereinS allen mitwirkenden Vereinen banftc. Mit Ehrenurkunden konnte er 13 Mitglieder, bi« auf «ine 20- und mehrjährige Mitgliedschaft zurückblicken konnten, auszerchnen. darunter drei ber Grünber. Ehrenurkunden erhielten: Frau Sei- f a t t. Ww«.. Fräulein M. Schäfer, Fräulein M. 3 ö ck e l. Fräulein M. Möser. Küfer- meister Möller. Lehrer Roth (Dirigent), Kaufmann Schweihguth, Frau Metzger- meistcr Böß, Frau Rechner Möller, Frau Kaufmann Leineweber. Rettvr Dender, Mehg.rmeister Heidt und Steuerfekretär W. V e e b. Glückwünsche übermittelten Pfarrer Marx- Darmstadt als Vorsitzender des Landesverbandes hessischer Kirchengesangvereine. Bürgermeister Dr. M i l d n e r für di« Stadt, Pfarrer G r a u I i n g für den Kirchenvorstand, älhr- machermelfter 3öckel für den Männergesang- die übrigen Verein« des GaueS als Gau Vogels» bc.rg-Süo zu belassen. Dieser Antrag wurde mit Stimmenmehrheit angenommen. Gleichzeitig wurde es dem immer noch 40 Vereine umspannenden Friedberg, 23. Äug. 3n einer äußerst zahlreich besuchten Landbundversammlung unter dem Vorsitz von Karl Deith (Reichelsheim) sand hier eine lebhafte Äu-sprache über die derzeitige Wirtschaftslage und über die zu treffenden Maßnahmen, veranlaßt durch die Mißgunst der Wetterlage statt. Der Dorfitzende schilderte die für die Landwirtschaft ernste Votlage, wie sie der anhaltende Regen verschärft hat, so daß c- dem Landwirt unmöglich wird, seinen steuerlichen Verpflichtungen nachzukommen. ÄuS diesem Grunde wurde die steuerliche Belastung durch die durch die Votverordnung bestimmten 120 Proz. 3ahreS- zinsen für den Steuerverzug als ungerechtfertigt zurückgewiesen. — Der LanbcSverbandsvorsitzcndc Dr. v. H e l m o l t befaßte sich mit der Frage ber Maßnahmen zur Behebung ber Röte und Sorgen. Er streifte die vom Lanbbund ein- gebrachten Anträge an di« Ministerien und daS LanbeSfinanzamt gegen bic rigorose Steuereintreibung. 3n erster Lienie fanben die 5 Prozent ©teuer- Anschläge Ablehnung, da ber Dauer unmöglich als böswilliger Steuerzahler anzusehen fei. Der Präsident der Hessischen Landwirtschaftskammer Darmstadt, Hensel, sprach über die beim hessischen Staat, dem Reich und dem Land- wirtschastSrat mit dem Ziele der Beteiligung der hohen Zinsbelastung und unbedingter Steuerffunbung für die Landwirtschaft sofort nach Dekanntwerben ber Votverordnung unternommenen Schritte. Schon damals wurde ähnlich ber Osthilfe eine Westhilfe, besonberS für baS hessische Gebiet gefordert. Damals hoffte man noch auf eine reichliche Mittelernte und glaubte, seinen steuerlichen Derpflichtunaen Nachkommen zu können. Heute wissen di« Landleute nicht wohin in ihrer Vot! — Sofort nach den Auswirkungen bei Unwetters hat die Kammer weitere Schritte mit dem Ziele einer Äu-sprache über die zu treffenden Maßnahmen mit den Ministerien unternommen. Dem früheren Bürgermeister G les sing vom LanbeSfinanzamt ist eS auf temWftf i zur späte«« und tem um ienben WW jab. Der nod) । über w lieft i zu onner soll ichon früher angekünbigt Haden, daß er einem Leben ein Enbe machen wolle. Damit hat bic Tragöbie ber Familie Barbonner, bic in den letzten Tagen das Tagec-gHpräA von Dreieichendaia und Umgebung bildete, ihren Abschluß gefunden. Rheinhessen. WSV. Mainz, 23. Aug. 3n ber Zeit vom 13. bi« 19 September hält die Deutsche Geologische Geselllchaft hier ihre Hauptversammlung ab. Während ber Tagung fin» ben neben wissenschaftlichen Vorträgen im Schloß Exkursionen in ber Umgebung von Mainz, im Taunus, Obenwald sowie im Hunsrück statt. preuhen. Kreis Wetzlar. O Dornholzhausen, 24. Aug. Reges Leben herrschte gestern in unserem Orte. Der Kreis- verbanb Wetzlar ber 3ungmäbchen- oe reine feierte fein bieSjähriges Kreisfest, das ben Eharakter eine« Gautresfen« trug. Den Auftakt zu bem Feste bildete ein Gottesdienst in ber Kirche. Pfarver Steiner (Leun) hielt bie Festpvebigt. Die VachmittagSveranstal- hmgen würben eingeleitet mit einem Festzug, ber sich von ber Turnhalle zum Walbsportplatz auf bem Kesselberg bewegte. Vach gemcinfamcm Gesang und EingangSgebet von Pfarrer Koch (Lühellinben). begrüßte ber Vorsitzende be« Kreisverbandes, Pfarrer Heiber (Dorlar), die Teilnehmer und Gäste. Der OrtSgeistliche, Pfarrer Schneider, grüßte die Versammelten im Namen ber Gemeint. 3m Mittelpunkt ber Veranstaltung ftanb ein Festspiel, ba« von ben 3ung- mäbchen Hochelheims geschickt aufgeführt würbe. Verschiebene Darbietungen ber anberen Vereine be« Kreis Verbandes verschönten ba« Fest. Ein sinnige« Zwiegespräch zweier Mäbchen au« Lützel- linben beschloß ba« Programm. 3n ber Schluh- anbacht in ber Kirche sprach noch Lehrer K unz (Krvffelbach). Kreis Marburg. verein uitb Pfarrer Staubach- Watzenborn- S:einberg in seiner Eigenschaft als Vorsitzenber ber Kirchengesangvereine be« Dekanats Gießen. Es folgten bann Einzelchöre der Kirchengesang- verein«: Durkharbsfelden, Lonborf, Watzerrborn- Steinborg, Grünberg und der beiben hiesigen Gesangvcreine „Männergesangverein" unb ..Sän« gerkranz". Bei beiben Veranstaltungen wirkte auch bet Musikverein mit. Landkreis Gießen. • Lang-GönS, 24. Äug. Am SamStag fanb hier, von gutem Wetter begünstigt, auf bem Kirchplatz ba« diesjährige 3ugendfest statt. Vach einer kurzen Ansprache des Ortsgeistlichen, Pfarrer Wahl, sprach der Stift-Pfarrer D raubt au- Lich über bie »Helligkeit ber 3u- genb". 3m Anschlüh daran führten die Kinder der Kleinkinderschule einige Spiele auf. Die Feier endet« mit einem humorvollen Dialog zweier Schülerinnen. KreiS Büdingen. nd. Vidda, 23. Aug. Heute wurden bie Konfirmanden im Gottesdienst durch Pfarrer Laut feierlich in den Konfirmandenunterricht eingeführt. Zu ber Feier waren bie Eltern, Paten und Verwandten der Kinder sowie die ®cmeinbegiieber de« Kirchspiel« zahlreich erschienen. Der Geistlich« hielt ein« eindrucksvoll« Predigt. 3hre Zahl ist gegenüber ber Vorkriegszeit klein und beträgt 31 Kinder: 18 Knaben und 13 Mädchen. Hiervon wohnen in Vidda 10 Knaben und 8 Mädchen, in ilnter- Schmitten 3 Knaben und 4 Mädchen, in Kohden 5 Knaben und 1 Mädchen. Au« den Fllialen Michelnau und Bad Salzhausen werden nächste Ostern keine Kinder konsirmiert. ? D1 eiche nbach, 24. Aug. Ein außerordentlicher Vertretertag des Sängergaues VogelSberg-Süd beschäftigt« sich gestern mit ber Lösung der räumlichen Schwierig- feiten, di« durch bas starke Anwachsen bes Gaues auf 59 Verein« entstauben waren. Zu den Verhandlungen, die von bem Gauvorfihenben ©inner (Bleichenbach) geleitet würben, war auch ber Geschäftsführer des Hessischen Sängerbundes, Roth (Darmstadt), erschienen. 22 Vereine hatten Vertreter entfanbt. Di« Vorschläge, ben Gau zu banken, daß steuerstunbungen nach Maßgabe wohlwollend geprüft werden sollert. An Stelle ber unmöglichen 120prvzentigen Zinsbelastung wirb ein Zuschlag von jährlich 8 Prozent bei Steuerverzug geforbert werben Bei ber Lcha - ben-fe ftftellung wirb g.forbert, daß neben ben Sachverständigen ber Kammer dort, wo ber Bürgermeister fein Landwirt ist, der Beigeordnete mit herangezogen wird. Dr. Sauer vom Reformbund der Landwirte umrih die Forderungen der candmirtschastskammer zum Schutze gegen bie fortschreitende Verschuldung. die im Westen und besonders in Hessen stärker um sich greife. Hilfe muß für alle, nicht nur für einzelne Betriebe kommen. Es bleibt bie Frage, wie bic Einnahmen ungefähr gesichert unb bie Ausgaben gesenkt werben und bic Be- horben auf biefe Möglichkeiten aufmerksam gemacht werben können. Dabei muß eine zweite PreiSsenkungSaktton, -die wie bie erste auf bem Rücken deS Bauern ausgetragen wirb, unbebingt verhinbert werben. Die Kartosielernt« muß eine LInterstühungsaktion erfahren, notwendig ist bie Senkung ber Kartellpreise für Stickstoff, Thomasmehl usw. Weitere Forberungen finb Abkehr von ber Lohnpolitik, Beseitigung ber OTebrbe- laftung durch bic Krankenkasse, ein Tariffeierjahr, Senkung ber Strom- unb Gaspreise usw. Deith (Reichelsheim) gab einen Heberblid über ben Umfang ber WitterungSschäben. Für bic Vassauische Bauernschaft im Bezirk WieS- baben sprach Landwirt Volz die Verbundenheit in der Vot au«, bie er auf ganz Sübwestdeutsch- laixb übertragen willen wollte. Er unterbreitete bic Forberungen ber nassauischen Dauern in Bezug auf bie Herabminberung aller Steuern, Zinsen, Lasten unb ©emcinbeabgaben. 3n ber anschließenden Aussprache wurden die Forderungen lebhaft unterstützt. ES wurde eine Kommission f;cbilbct, die die einzelnen Forderungen formu- iert den zuständigen Stellen unterbreiten soll. 1 [ Marburg, 24. Äug. Wie au« Eamp am Rhein gemeldet wird, wurde dort bie Leiche bevor zeyn Tagen bei einer Pabbelbootfahrl auf dem Rhein verunglückten 81jährigen Stabtrat« a. D. Engel gelänbet. Di« Beisetzung erfolgt Mittwoch tn Marburg. 15 Pens .44 12 -toll una A <6 o/ MUM» I -4» o A io I 5527 A haben wir dieAusstellung 99uer geuecKie i iscn Besichtigen bitte auch Sie diese sehenswerte Ausstellung Im 3urüc/(? Statt Karten! Verlobte Königsberg l. pr.,^. Ir-Gießen Groß-Umstadt, im August 1931 unseren tiefempfundenen Dank aus. 5541D 5536 D Familien Schwarzentraub und Mattern. Hof Bubenrod und Dillenburg, im August 1931. 5531 A Orünberg, den 21. August 1931. 5540 D gibt ab 04819 0.45 5530D Soeben erschienen durch den Kurverein. 2391 V Marktplatz. 4668 V 551OD Fabrikant Heinrich Rihert u.FrauMarieRihert,geb.Äock Die Verlobung ihrer Tochter Annemarie mit Herrn Forstaffeffor Dr. Heil beehren sich anzuzeigen Sicherlich haben Sie hübsche Bildchen mit nach Hause gebracht. Wir empfehlen Ihnen, die Ausbeute in ein Album zu sammeln und den Motiven entsprechend das richtige Papier zu wählen. Damit die Arbeit ordentlich ausfällt, möchten wir Ihnen unser Fachwissen zur Verfügung stellen und Ihnen unsere Photo- Werkstatt bestens empfehlen. do., im Ausschnitt..... Pa.Kabeljau u.Seelachs ohne Kops ............ do., im Ausschnitt..... Grüne Heringe.......... Bratfischc............... Frische Makrelen........ 0.32 0.38 0.25 0.28 0.35 O0* furt a. M. Nr. 10833 erfolgen, hinkler, Rechner. Hühneraugen Warzen, Hornballen beseitigt reitloS auch tn den hartnäckigst. Fällen todsicher mit. (tfnr. tnncrb. 5—6^0. Hühneraugen-Rapid Erhält!, nur: IBwen- Drogerle W. Kllblnger Nacht., Seltersweg 69. Lungenverschleimung hartnäck. Husten, Luströhrenkatarrh, Keuchhusten, Bronchialkatarrh, Asthma etc. behebt und lindert selbst in veralteten Fällen der schleimlösende Dettheim's Brust- u. Lungentee Preis Mk. 1,25. Zu haben in den Apotheken, bestimmt: Pelikanapotbeke Gie- focn, Kreuzvlatz 2. 7426D Bezirks-Verwaltung für Oberhessen Annemarie Mtzert Dr. Jerthold Heil Forstasteffor Erfahrenes Mädchen ob. Frau, die in gepflegtem klein. Haushalt tagsüb.alle Arb. etnschl. Koch., Wasche Bügeln übern., ges. Schr.Ang. m.Lichtb., Ret. u. Forderung, u. 04815 an d. Gsi. Anz. OberfiessisdieT Adreßbutbverlag Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei • R. Lange • Gießen, Schulstraße Nr. 7 Energ. Nachhilfe in Latein n.Griech. für Obcriekundaner gesucht. Sckr.Ang.u. i 04820 a. d. Giesi. Anz. „Jodbad Tölz — 700 m ü.d.M., im Zentrum der bayerischen Alpen, in landschaftlich und klimatisch bevorzugter Lage, gegen Bluthochdruck, Aderverkalkung und Frauenleiden. Auskunft u. Prospekte Soziale «flicht der Ausgeber v. «Stellen» | Verkäufe Veste Kapitalanlage Rcnlabl., erttklass. Haus 3 Etagen u. Garten, in bester Lage, Unv stände halber sofort billig au verkaufen. Schristl. Angeb. unt. 04830 an d. Gh. Anz. SrlegkHllkilsW wegen vollständiger Liguidation eines der bedeutendsten Teppich-Import- Häuser und dring Baranschaffung sind «VMülliA au jedem annehmbaren Preise abzv' geben. Offerten unter J. V. 73a0 an Jnvgltdcndank Annoncen-Expedition, Frankfurt am Main. 5239V Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Kranksein und Hinscheiden unseres lieben, unvergeßlichen Gertrudchens sowie für die überaus zahlreichen Blumenspenden und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Petry, Hohensolms, sprechen wir auf diesem Wege Sämtliche Gläubiger der im Konkurs befindlichen Firma: lSesellsl!iüsksürSekoll'ü.Wii' belODÖflü m. 6. y., MW Liebigfirasic 15 werden zwecks Aufklärung in einer wichtigen Sache um umgehende Niederlegung ihrer gefl. Adresse unter 5542D bet der Geschäftsstelle des Giesi. Anzeia. gebeten. verblüffend Tomaienschneider diese Frucht zerlegt. 5426A Edgar Borrmann / Eisenhandlung Photo- Winterhoff Kreuzplatz 9 Ehe es kalt wird lassen Sie Ihre 04811 Vetifedevn reinigen Decke Ji 2.00, Kissen -A 0.50 Bohling,Ke«ftadty Adießbaidh der ^tadt und des Preises Gießen Ausgabe 1931 Die Auslieferung des Nachschlagewerkes an die Besteller hat gegen Erhebung des Vorbestellpreises von Reichsmark 8 — bereits begonnen. Der allgemeine Verkaufspreis für Nachbesteller beträgt Reichsmark 12.— Kytfhäufer-Technikum Bad Frankenhiuien.Kyffh. Programm ulordern.l Elektrotechnik, Maschinen-, Landmasch.-.Auto-1 u. Flugzeugbau, Flug betrieb. Stahlbau, EUen-l wa «erbau Für Kaufleute eineem. techn. Kurse. I AW»! Mittwoch, Donnerstag, Freitag: ff große Schellfische o. K.Psd.0.38 Magenleidend? Bei Magenlciden jeder Art, wie Magenkramps, Magcnschmerzen u. deren Folgen, so Unverdaulichkett, Appetitlosigkeit, nervösem Magen, Erbrechen, Entkräft.. Gemütsleiden wirkt der über 60 Jahre bewährte Hubert Ullrich’sche Kräuterwein infolge der eigenartigen, glücklichen Zusaiümenletzung auf die Magensäfte und den Gesamtstonwechiel. Zu haben in Flaschen zu RM.2.25 und RM. 4.—, 1 Vttcr au RM. 7.D nur in der Engcl-Apotbeke am Fisch-Filets.....Pfd. 0.60 u. 0.70 Neue boll. Bollberinge Stück.............. .0.10 u. 0.12 Neue engl. Matjes ....Stück 0.12 Frische Bückinge.........Pfd. 0.40 Frische Trauben, Aepsel, Birnen, Pfirsiche, Tomaten. 5Ö32A Richard Grünewald Babnbosstr. 27 Fernivr. 3631 3«gnVti>f<^nft. Lichte blfbcr o.bfll.) schnellsten« X8r64wf. Die Stellung» suchenden sind bonfbar bafür, wenn man ihre Bcmühunaen jur Ör* lanqunq em. geeigneten DIUgseit aus diese Weise unterstützt und stnd auf diese selbstverständliche Pflicht auch angewiesen. Gictzener Anreiset! Danksagung. Allen denen, die uns bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen ihre innige Teilnahme bewiesen, sagen wir auf diesem Wege herzlichsten Dank. Insbesondere danken wir Herrn Dekan Schmidt für seine trostreichen Worte, für die zahlreiche Beteiligung bei der Beerdigung, für die warmen Nachrufe seiner Kollegen und Freunde und für die überaus reichen Kranz- und Blumenspenden; Dank auch seiner früheren Gemeinde Odenhausen und allen denen, die ihm die erste Hilfe erwiesen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Dorothea Höchst Witwe. Für Arztbaus wird ein tüchtiges Mädchen gesucht. Schr. Angeb. u.04817 a. d.Gsi. Anz. [Stellengesuche) Für jung. Mädchen wird Lehrstelle in Drogerie gesucht. Schristl. Angeb. unt. 5538D an d. GH. Anz. vergibt die MertiiMilziiiigshM „Nothilfe“ Deutscher Landwirte u.freier Berufe Bezirksdirektion Darmstadt Karlstraße 19 • Telephon 5057 Nur Herren, welche die Fähigkeit haben, eine Organisation intensiv aufzuziehen, kommen hierfür In Frage, alles andere zwecklos. Geboten wird: Höchst-Bezüge und Dauer-Existenz. 554'P Zwangsversteigerung Am Donnerstag, dem 29. Oktober 1931, vormittags 1014 Uhr, wird im Amtsgerichtsgebäude. Zimmer 112, das im Grundbuche von Gießen der Firma Adolf Müller & Lo., vormals INorih Gregori & Sohn, offene Handelsgesellschaft, in Gießen zugeschriebene Anwesen fireu;- plah 14 5534D Flur 1, Tlx. 575 - 91 qm Lagerhaus Flur 1, Tlx. 575*/io -- 107 qm hosreite Flur 1, Tlx. 5767/io -- 76 qm hosreite Flur 1, Nr. 576'/,a - 17 qm Bad) geschätzt 43 536 Reichsmark, versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20 (Stadthaus), zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 24. August 1931. I. A. des hessischen Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsvorsteher. Klavierunterricht erteilt • Lmsm Anton Wickert, Liebtgsirasie 20. Außer Betrieb ges. Autos können billigst unter- gestellt werd. 04824 Croß-Garage * am An 1 weg. Junger, deutscher MnW schwarzbraun Sonntagnachmittag in Wieseck entlausen. Mitteilung erbittet Keßler. Wieseck Möserstraße8. (04827 Vereine MklllW MorgMittwochlbs« Wiederbeginn der Singstunde Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der Brühl'schen Druckerei | Stellenangebote| Geschäfts-Drucksachen Briefblatter Briefumschläge Postkarten bei Brühl, Schulstraße 7 Gaschäftskarten AllgemeineOrtskrankenkaffe Gießen-Siadi. Die rückständigen Beiträge zur Kranken-, Invaliden- und Erwerbslosenversicherung für den Monat Juli 1931 können noch bis zum 1. September 1931 ohne Kosten bezahlt werden. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt Kostenberechnung evtl. Beitreibung. Die Einzahlung kann täglich außer Samstags von 8 bis 1 Uhr bei unserer Kasse oder auf unser Postscheckkonto Amt Frank- Zwangsversteigerung 50/31 Am Donnerstag, dem 5. November 1931, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgerichtsgebäude, Zimmer 112, das im Grundbuche von Gießen dem Schlossermeister Karl Wilke in Gießen zugeschriebene Anwesen wiesecker weg 28 5535D Flur 21, Nr. 33 = 472 qm hosreite Flur 21, Tlx. 326/io = 1732 qm Grabgarten, geschätzt 16 731 Reichsmark, versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20 (Stadthaus), zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 24. August 1931. I. A. des hessischen Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsvorsteher. Mittwoch, den 26. August 1931, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich dahier, Neuenweg 28, „Ium Löwen", zwangsweise gegen Barzahlung: Büfetts, Kredenzen, Vertikos, Nähmaschinen Warenschränke, Grammophone, Sofas, Schreibtische, Kleider- schränke, Chaiselongues, Ausziehtische, Zimmerteppiche, Trumeauspiegel, Kommoden, Diwans Puppenwagen, Schiffskoffer, Reisekofer, Aktenmappen, eine Registrierkasse, zehn Meter Kunstleder, Eßservice, Kaffeeservice, eine Kuh, vier Bände Denkmäler des Theaters, einen Flügel ein Motorrad, Kassenschränke, ein Radio-Meßgerät, Serienschalter, Klingelschalter, einen Photoapparat, eine Kamera, Schreibmaschinen Ladentheken, Oelgemälde, ein Aquarell, ein Pastell, einen Tisch, vier Stühle, ein Harmonium, eine Hobelbank, Werfpuppen, Halsketten, einen Gasherd. 5537D Junker Gerichtsvollzieher in Gießen Wiesecker Weg 16 — Telephon 3383 t,rstkia*Nige Existenz iM28v i AuMeiegenhellskäiile:! bei einem monatlichen Einkommen von ca. 6 ^8 Wander. PKW. 600.- BH. n. mehr wird tücfjt. Landreisenden I mehrere Lieferwag., gebot. ES band, sich nmDauervost. Bewerb. - - - u.V.S.3003 an Posischltesif. 6. Braunschweig. Ovel, Benz, Aorb ufro. — 4 PS Opel- Biersitzer offen und Limousinen. 5529A 4 PS Zweisitzer, generalüberholt. in ta- delloierVerfasi.sehr pretSwert.Zahlungs- erleichter. wie seith. Ovclanto Gießen, Frankf. Str. 52, Tel. 2847. Einen guten »W»ls z-aimmer-BoBM. sofort zu vermieten. Schristl. Angeb. unt. 04818 a. d. Giesi. Anz. Zwei Zimmer für Büro besonders geeignet, in bester Lage amSeltersweg zu vermieten. Schr. Anfragen unt. 04825 an den Gießen. Anz. flllllllllllllllllllllllllilllllllÜ 2 Zimmer mit Küche, Balkon u.Zuveb.in Einfam.- HauSlNeubau-Näbe derKiimkenlan bess- ruh.Mteter abzugeb. Schriftl.Anfrag. unt. 04829 an d. GH. Anz. llllllllllllllllllllllllllllllllliN Zimmer mit 2 Bett, auch a. berufst. Eher», oh. vorüberg. -. vrm. Frankf. Str. 34 II. InUNieren- n.Blalenlee (Koemls Koetjing) Das unschädlichste und beste Mittel i. Paketen zu Mk. 1.25 und 2.40, sowie lofe vorrätig Drogerie Noll Bahnhofsir. 63 Prima neue« ravellMl Essig-, Salz-und VMMMen Täglich frische Welterai W. Hankel, Neuen Bäue 7 Tel. 2612. [5543A Heute und Freitag» nachm. von 5 Uhr an Swiebel- kuchen. Bäckerei Wisiuer, Stetnslrasie 35, Telephon 4366. Ich bringe la Vollmilch per Liter 23 Pf. frei Haus und suche noch Abnehmer. Adresien von Inter» esienten erbitte unt. 04823 a. d. Gieß. Anz. Soraoeoirel ^«pKaiierallee 49. | Mietgesuche | Beichlagnahmesreie 2-gimmer- Wohnung mit Küche ges. Schr. Angeb. mit Breis u. 04816 an d. Gsi. Anz. Ruhiges Zimmer von emz Dame evtl. mit Pension oder Küchenbenutzungges. Schr.Ang. tmt Breis» ang. u.04808 a.d.G.A. Wohnungstausch Tausch Wobnungt Gesucht: 3-Ztmmer- Wohnung. Geboten: 4-Zimm.- Wohn AmKugelb. Schristl. Angeb. unt. 04810 an d. Gsi. Anz. Schleiferei Hevder, am Lindenvlav Sallaviel au verkaufen. 104812 BiSmarckttrasie 45 | Kaufgesuche | Gut erhalt, großer Waschtisch mit Marmorvl. und Spiegel z. kauf. ges. Schr. Angeb. unter 04821 a. d. Giesi. AnA. | Empfehlungen | Beriuchen Sie meine Fischfilet- Marke „»ifT DaS Beste, was es hierin gibt 5545D aus Schellfisch auS Goldbarsch. Seefische i. AuSschn. billigst u.bcsteQual. Täglich frische Bücklinge, neue Rollmöpse u.Biömarck- bcringc, neue Holl. Bollberiuge empfiehlt LMM. BansbnrB16.Tel.3612 Fungs gesundes Landbrot WS" 5 *s Amtsverkündigungsblati für die provinzialdirektion Oberheffen und für das Kreisamt Gießen 7Ir. 59 »scheint Dien-tag und Freitag. 25. August 2ur durch die Post zu beziehen. 1931 IahaltS-Ueberficht: Die Hegezeit der Feldhühner - Die Einfuhr von Dieb aus stark verfeuchten Gebietsteilen. — Das Vertilgen der Blutlaus. DaS Ergebnis der Hauptkörung 1931 im Körbezirk Gießen-Grünberg. — Die Erhebung einer Biersteuer. — Feldbereinigung Trohe. — Dienstnachrichten. Bekanntmachung betreffend die Hegezeit der Feldhühner. Bom 14. August 1931. Auf Grund des § 3 der ^Verordnung, die Ausführung des Iagdstrof gefestes, insbesondere Anordnungen wegen der Hegezeit betreffend, uom April 1930 (Reg. Bl. S. 41) habe ich den Aufgang der Hühnerjagd für das ganze Land auf Montag, den 24. August 1931, festgesetzt Darmstadt, den 14. August 1931. Der Minister des Innern. 3. B: Schwa mb. Bekanntmachung die Einsuhr von Vieh aus stark verseuchten Gebietsteilen betreffend. Dom 17. August 1931. Auszer den in meiner Bekanntmachung vom 5. Juni 1931 genannten Ländern und Regierungsbezirken gilt bis auf weiteres auch der Regierungsbezirk Pfalz als start verseucht im Sinne meiner Anordnung vom 13. Januar 192« (Reg. Bl. 5.3). Alles aus diesen Gebietsteilen nach Hessen eingesührte Zucht- und Nutzvieh (Rinder. Schafe, Schweine und Ziegen) unterliegt demnach der sunstägigen Absonderung nach Maßgabe der in der genannten Anord nmifl gegebenen Borschristen Darmstadt, den 17. August 1931. Der Minister des Innern. 3.8.: Diehl. Betr.: Ausführung der Polizeiverordnung über das Vertilgen der Blutlaus vom 19. November 1904. An den Herrn Oberbürgermeister der Stadt Gießen und die Bürgermeistereien der Landgemeinden des kreise». Wir machen darauf aufmerksam, daß gemäß § 3 der obengenannten Polizeiverordnung der Rundgang der Kommission nunmehr alsbald statt- zusinden hat Bis spätestens zum 1. November 1931 erwarten wir Ihren Bericht, ob der Polizeiverordnung entsprochen wurde und welche Beobach lungen gemacht wurden. Gießen, den 20. August 1931. Kreisamt Gießen. 3- B.: S ch m i d t. Bekanntmachung, betr. das Ergebnis der Hauptkörung 1931 im Körbezirk Gicßeu-Grünberg. Nachstehend bringen wir zujammengcstellt das Ergebnis der Haupt torung der Faseltiere im Kreise Gießen (Dicnstbezirk des Bcterinärrates Dr. Fuchs in Grünberg) zur allgemeinen Kenntnis. Es wurden besichtigt: 55 vullen. davon mit der Note in Haltung sehr gut: 15 Bullen: 3 Ettings hausen (Gemeindebullenstall); 1 Harbach. K. Döring; 1 Lindenstrulh, Peter Zinn kann; 3 Weitershain, Hr. Kirch IL; 1 Rüddingshausen, Hr Scherer II. 1 Londorf, W. Stange; 2 Stangenrod. O. Horst, K. Feuerstein; 3 Geilshausen, G.; mit der Note in Haltung gut: 33 Bullen: 1 Röthges. O. Gondrum; 2 Münster. W. Heß II.. Ehr. Pfeffer, 1 Ober Bessingen. G. Keil; 2 Nieder Bessingen, G.; 1 Harbach. K. Döring; 1 Göbelnrod. W. Becker; 3 Oueckborn, G.; 2 Reinhardshain, W. Reinmuth, Schneider; 2 Rüddingshausen, Ioh Grün, W. Sohl; 1 Odenhausen, O Konrad; 2 Beltershain. Aug. Schaaf. K. Petri , 2 Kcsselbach. Fr. Becker, Gg. Schmelz; 2 Londorf, 3. Fr. Lich, Fr. Lich 11„ 4 Avendorf G.; 3 Grunberg, K. Heß; 2 Lumda, Hr Maus, 1 Stockhausen, K. Bing mann; 1 Weickartshain, K. Schmitt; mit der Note in Haltung genügend: 7 Bullen: 2 Lauter, K. Schmitt, Phil. Pfaff; 1 Göbelnrod, O. Lipp; 2 Saasen.^O. Koller, W. Erbes; 1 Weitershain, K. Rahn; 1 Weickartshain, K. Schmitt. 22 Eber, davon mit der Note in Haltung sehr gut: 4 Eber: 1 Lauter. O Bolp; 1 Ettingshausen. 03., 1 Reinhardshain, Hr. Becker II.; 1 Londorf, Gg. Becker; mit der Note gut: 15 Eber: 1 Ober Bessingen, K. Walter; 1 Nieder Bessingen; Hr. Hosmann, 1 Harbach, K. Döring; 1 Göbelnrod, W. Becker, I Oueckborn, K; 1 Saasen, W. Schepp II.; 1 Linden struth. W. Schmitt II.; 1 Weitershain, K. Schlosser; 1 Geilshausen, W. Stehh; 1 Beltershain, Hr. Hosacker; 1 Avendorf, Gg Schaaf; 1 Grünberg, Ehr. Bück; 1 Stangenrod, K. Sauer II.; 1 Lumda, Hr. Nicbergav, 1 Weickartshain, W. Becker; mit der 'Note genügend: 1 Rüddingshausen, Hr. Seid; mit der Note ungenügend: 2: 1 Odcnhäusen, Reinheimer; 1 Kessel bach (krank), Hr. Wagner. 20 Ziegenböcke, davon mit der Note in Haltung sehr gut: 2: 1 Harbach, K. Döring; I Lumda, Ioh. Orth; mit der Note gut: 13 Böcke: I Lauter, E Männche, 1 Röthges, Aug Roder; 1 Münster, K. Heß; 1 Ober Bessingen, Kath. Keller Wwe; 1 Ettingshausen, G; 1 Oueckborn, G; 1 Weitershain, K Keller, I Rüddingshausen, E. Foulstich Wwe.; 1 Londorf, Hr Opper. 1 Allcndorf, G . 2 Grünberg, O. Gebauer; 1 Stangenrod, A. Lind; mit der Note genügend: 4 Bocke: 1 Göbelnrod, O Wilhelm; 1 Lin denstruth, Aug Schmaus; 1 Odcnhäusen, L Wallcnscls Wwe.; 1 Kesselbach, Ioh. Meisinger; mit der Note ungenügend: 1 Saasen, W. Erbes 3 Schafböcke mit der Note in Haltung gut: 1 Lauter. 1 Oueckborn; 1 Allen darf, Hr. Damm. Vicht angckörl konnten werden je 1 Bulle der Gemeinden Röthges und Gobclnrod, die in zu jugendlichem Alter angekaust waren; aus demselben Grunde ein Ziegenbock in Beltershain, 2 Schafböcke in Harbach, 1 in Reinhardshain, 1 in Allcndorf wegen ungenügenden Körperbaues bzw. Gefahr der Inzucht. Abgekört wurden: a) wegen schlechter Körperbeschafsenheit je 1 Bulle der Gemeinden Röthges, Harbach, Oueckborn, Reinhardshain, Weickarts Hain, Stockhausen, 1 Eber in Nieder Bessingen; b) wegen Unfruchtbarkeit 1 Bulle in Göbelnrod, c) wegen Gefahr der Inzucht 1 Bulle der Gemeinde Weitershain, I in Avendorf, 1 in Kesselbach, 1 Eber in Ober-Bessingen, 1 in Allcndorf, je 1 Ziegenbock in Stangenrod und Weitershain. Angekürl wurden: 1 Ziegenbock in Ober Bessingen, je 1 Schafbock in Lauter und Oueckborn. Den Gemeinden Münster und Harbach wird der Austausch der Ziegenböcke empfohlen. Die fehlenden und die abgekörten Foseltiere sind alsbald zu ersetzen. Gießen, den 19. August 1931. Kreisamt Gießen. 3.13.: Schmidt. Bekanntmachung. Bctr.: Die Erhebung einer Bicrsteuer. In den Gemeinden Allertshausen, Altcn-Vufeck, Virklar, Vonnenrolh, Röthges und Staufenberg kommt vom l. September 1.3. ab die vier- slcuer zur Erhebung. Die von dem Herrn Minister des Innern genehmigte Biersteuerord nung liegt vom 27. August bis cinschl. 29. August l. I. jeweils von 10 bis 12 Uhr vormittags auf der Bürgermeisterei zu jedermanns Einsicht aus. Gießen, den 25. August 1931. Kreisamt Gießen. 3.13.: Dr. Brau n. Bekanntmachung. Betr.: Die Erhebung einer Biersteucr in der Gemeinde Grünberg. In der Gemeinde Grunberg kommt vom 1. September l. 3. ab die erhöhte Vicrsteuer zur Erhebung. Die von dem Herrn Minister des 3nnern It. Verfügung vom 21. August 1931 zu Nr. M. d. 3. 37813 genehmigte Nachtrags Biersteucrordnung liegt vom 27. bis einschl 29. August l. 3. jeweils von 10 bis 12 Uhr vormittags auf der Bürgermeisterei zu jedermanns Einsicht auf. Grünberg, den 25. Aug. 19.31. Hessische Bürgermeisterei Grünberg. Dr. M i l d n e r. Bekanntmachung Betr.: Fcldbereinigung Trohe; hier: den Kostenausschlag. In der Zeit vom 28. August bis einschließlich 3. September 1931 liegt auf dem Amtszimmer der Hesfischcn vürgermeisterei zu Trohe der stostenausfchlag mit Abschrift des ttommifsionsbefchlusses vom 8. Juli 1931, Ziffer 2 zur Einsicht der.Beteiligten offen. Einwendungen hiergegen sind bei Mcidunq des Ausschlusses während der Osfenlegungszeit daselbst schriftlich und mit Gründen versehen cinzu- reichen. Friedberg, den 21. August 1931. Der Hessische Feldbereinigungskommissar. Gez.: 3. D.: Ohly, Regierungsrat. vienstnachrichten des Kreisamte». Schrcinermeister Ludwig Schepp von Hausen wurde zum Beigeordneten der Gemeinde Hausen gewählt und verpflichtet. Konrad Jung II. aus Holzheim ist zum Polizeidiencr der Gemeinde Holzheim ernannt und verpflichtet worden. Druck der Brühl'fchen Universitäts-Buch- und Steindruckerel. R Lange. Gießen Wenn ich mich schon fett langem von der Oper enttäuscht fühle, so spielen persönliche Interessen und Empfindungen hierbei keine Rolle. Keineswegs fühle ich mich etwa opernmüde in dem Sinne, daß ich nicht mehr in der Oper singen könnte. Ganz im Gegenteil. Meine Stellungnahme ist rein künstlerischer und theoretischer Art. In der ersten Schaffensperiode brennt ein Künstler, wenn er seine Rolle formt. Solange diese produktive Arbeit ihn in Anspruch nimmt, läßt er alle theoretischen Erwägungen über das Kunstwerk selbst beiseite. So geschieht es ost. daß ein Dirigent, der beim Anhören einer Symphonie oder einer Oper feinen Genuß empfindet, während der Vorarbeiten zu der Ausführung diese- ihm scheinbar fremden Werkes von der produktiven Arbeit so gepackt wird, daß er in der Schaffensfreude alles andere vergißt. Einer der berühmteften Dirigenten der Welt hat einmal aesagt: .Ich kann Wagner, wenn ich in der Oper sitze, nicht genießen. Wenn ich aber eine Wagner-Oper dirigiere, empfinde ich den höchsten Genuß." Diese Stellungnahme eines Künstler- *um Werk selbst ist außerordentlich charakteristisch und erklärt die Tatsache, daß auch ich mich früher mit der Oper alS Kunstform wenig beschäftigt habe, da mich die Arbeit an meinen Rollen vollständig in Anspruch nahm. Rach der Periode des produktiven Schaffens tritt eine Periode ein, in der der Künstler auf dem Gipfel feines Könnens steht, jedoch nicht mehr vorwärts farm, da er schon sein Letztes gegeben hat. Das ist die Periode der Selbstkritik und des Grübelns. In diesem Stadium ist mir die Oper in ihrem wahren Licht erschienen Dor allem, was ist Oper? Ein Wert, das aus einem Kompromiß -wischen Dichtung und Musik geboren ist. Richt einmal das Wort Oper hat Sinn. Denn die ursprüngliche Bezeichnung dieser Kunstform lautet aus italienisch .Opera" und ist eine Mehrzahl bes lateinischen Wortes .opus“, d. h. .Werke", also eine vollständig nichtssagende Bezeichnung. Dor einigen Jahrzehnten hat man als Gegenstück Bu der Oper das Musikdrama ins Feld geführt. • ’ • I» — O ■■ w* ---- jedoch tatsächlich beinahe gar keine Oper mit einem vernünftigen Text, ganz unabhängig davon, ob es sich um konventionelle Opern oder Musikdramen handelt. Texte altitalienischer Opern gelten als Verkörperung des Blödsinns. Aber die schwache Philosophie und die Weltanschauung der Texte mancher Musikdramen können, von einem höheren Standpunkt aus betrachtet, auch nicht gerade als besonders geistreich erscheinen. Das. was die Oper erstrebt in ihrer äußersten Vollendung — vollkommene Harmonie zwischen Text und Musik — ist nur im Monolog des Zaren Doris in der gleichnamigen Oper von M v u s s o r g s k i erreicht worden. In anderen Opern ist der Text oft so blöd, daß ich mich schäme, ihn zu singen; und das Schlimmste ist, daß diesem Hebel nicht abgeholfen werden kann, denn die Verbesserung des Textes im Einklang mit der Musik stößt auf unüberwindliche Gegensätze. Was die Oper nicht erfüllt, das finden wir öfters in dem einfachen Lied. In Beziehung auf Harmonie von Text und Ton sind vor allem Schuberts Lieder vorbildlich. Als Meisterwerk der Dollkommenheit in dieser Beziehung dürfte man den.Doppelgänger" bezeichnen. Es ist dermoch erstaunlich, wieviel Aufmerksamkeit der Oper in Oeffentlichkeit und Presse geschenkt wird. Riesensummen werden für die Erhaltung von Opernhäusern, die oft nur mit Verlust arbeiten, aufgebracht. Diskussionen über Opemkrisen und Wege der Opemreform prallen hart aufeinander. Sogar ein Theatergenie vom Range Stanislawskis organisiert ein Opernstudiv und sucht neue Wege. Dabei habe ich nie eine Operninszenierung gesehen, die mich vollständig befriedigt hat. Offenbar liegt der Grund darin, daß Vollkommenheit auf diesem Gebiete unerreichbar ist. Es scheint mir auch, als ob wir einer Operndämmerung entgegengehen. Die neue Produktion hat bisher nichts Hervorragende- herausgebracht, und der Opemspielplan der Welt farm sich nur auf eine beschränkte Zahl gut bewährter Stücke stützen. trifft. Dem Tonfilm gehört die Zukunft, und ich glaube, daß er das Erbe der Oper übernehmen wird. Es klingt heute lächerlich und kaum glaublich. aber es ist eine Tatsache, daß vor kaum zwei Jahrzehnten ein Sänger, ber den Mut hatte, im Film eine Rolle zu übernehmen, seine Verabschiedung aus dem Opernensemble riskierte. Ich habe schon damals an den Film geglaubt und war einer der ersten, die im stummen Film aufgetreten sind, aller mich umbrandenden Entrüstung zum Trotz. Riemand wollte mir damals glauben, daß es eine Zeit geben würde, in der die besten Künstler im Film spielen. Heute braucht man aber kein Prophet zu sein, um vorauszusagen, daß eine neue Form musikdramatischer Kunst im Tonfilm ihre Morgenröte erlebt. Seltsame Liebesboten. Aus verklungenen Tagen der Romantik, da es rwch keine Post und keinen Telegraphen und kein Telephon gab. dringt zu uns nod) seltsame Mär von merkwürdigen Boten, die die liebliche Kunde Über Länder und Flüsse in starke Festungen trugen. Der Falke, den die Dame vom Söller ihres Durg- gemachs fliegen lieh, gab dem Geliebten ersehnte Botschaft; das Hündlein muhte zum stummen Sprecher werden, wie es die Ge lch .ch e der Kastel- lanin von Dergy verrät. Doch auch in unseren Tagen ist die Romantik noch nicht ausgestorben, denn noch immer stellen sich den Liebenden Hindernisse aller Art entgegen und auch heute weih sich ihr erfinderischer Girat seltsame Liebesbvten dienstbar zu machen. In Schottland richteten sich vor einigen Jahren ein Paar Liebende, denen das harte Gebot der Ellern einen Briefwechsel unter normalen Umftänten verwehrte, eine Taubenpost ein. Jeder von ihnen hatte ein Paar Brieftauben, die sie, ohne daß es bemerkt wurde, einander zuschickten. Endlich aber brach für die schottischen Romeo und Julia der Tag des Glücks an; die Eltern gaben den Widerstand auf. sie konnten nun die Taubenpost mit der gewöhnlichen Post vertauschen. Eierschalen sind gewih ein recht Dienstag, 25. August 1931 Ku^ze C'porhwtisen. )cr Fußballkampf Horb- gegen Deutschland in Hamburg endete vor 20 003 Zu^ iuem mit einem überraschend hohen 6:1 (5:1) g der Westdeutschen, deren Torschützen Ku- ra und Ezepan hießen. )ci den Taubstummen - Spielen ge* in Deutschland da- Endspiel des Fuhballtur* es gegen Oestereich mit 4:1 (2:0). Destdeutschland gewann den Leicht* letik-Länderkampf gegen Holland in Münster 56:46 Punkten. Die Deutsche Seniorenmei ster- a f t im Tennis fiel an Altmeister O. Froih - im. der im Endspiel den Berliner LI hl 6.1« schlug. * 5ci den Europameisterschaften im itoimmen in Pari- gewann die deutsche Was- »allmannschaft ihr erste- Spiel gegen die hechoslowakei mit 3:1 (2:1) Treffern. Beim Schleizer Dreieck-rennen r Rüttchen (Erkelenz) auf RSU. die beste t des Tages. Amtsgericht Gießen. )er Kraftwagenoerkchr birgt auch, insoweit die Verbringung der Fahrzeuge in Betracht kommt, obren in sich, die dcn Erlaß einer Polizeiverord- ig über die Beschaffenheit der zur Unterbringung irderlichen Anlagen nötig machten. Gegen diese orbnung hat ein Autobesitzcr verstoßen, indem einen aus Holz gebauten und in der Nähe anbe- Gebäude stehenden, also im Sinne der Verord- ig feuergefährlichen Schuppen in zwei Nächten 3 Warnung als Garage für feinen Kraftwagen utzte. Er erhielt eine Geldstrafe von 10 Mark teUnerinnen in Gast, und Schankwirtschaften ürfen aus naheliegenden Gründen der Anmel- gen bei der Polizei. Sie wurde von einem Gast- t in einem Falle unterlassen, gegen den deshalb Strafbefehl in Höhe von 60 Mark erging. Den en den Strafbefehl erhobenen Einspruch begrün- ! er damit, es handle sich um ein schon einige jre in seinem Haushalt tätiges Hausmädchen, das • ausnahms- und aushilfsweise zur Bedienung Gäste eingefprungen sei, namentlich während Krankheit seiner Frau und bei zufälliger Ab- enheit der Wirtsleute. Die Beweisaufnahme er- • jedoch, daß sich diese angeblichen Ausnahmen art oft und in einer Weise wiederholten, die die olgung der einschlägigen Verordnung durchaus langte. Dem Angeklagten wurde von der Polizei Wirt ein gutes Zeugnis ausgestellt. Es blieb r bei der Beurteilung, weil er, was die Tätigkeit Hausmädchens anlangt, es nicht verstand, Wirt- ists. und Haushaltungsbetrieb so, wie cs der rorönüng entsprach, auseinanderzuhalten. Doch rde die im Strafbefehl feftgefetzte Geldstrafe erlich herabgesetzt. In den aus Holz gebauten Notwohnungen in der iserallee leben zwei Nachbarfamilien miteinander Unfrieden und ständigen Streitigkeiten, die an- inend ihren Höhepunkt am 9. April l. 3. dadurch eicht haben, daß die eine Nachbarin ihren beiden dersachern, Vater und Sohn aus der anderen milie, Salzsäure ins Gesicht spritzte, so daß darin andwunden entstanden, und die Getroffenen ärzt- e Hilfe in Anspruch nehmen mußten. Trotz der den Tag gelegten gefährlichen Handlungsweise Angeklagten, einer 60jährigen Frau, wurden (er mildernde Umstände zugebilligt, und die letz- en namentlich in der Erregung gefunden, in der sich offensichtlich infolge der oben angedeuteten rhältnisse befand. Die Strafe lautete auf eine ldstrafe von 80 Mark, an deren Stelle im Un- dringlichkeitsfalle eine entsprechende Gefängnis- ife tritt. \ Ilthändler sollen bei dem Ankauf von Gegenstän- doppelt vorsichtig sei, wenn sie nicht riskieren llen, wegen Hehlerei bestraft zu werden, falls rkwürdiges Material für Liebesbriefe. Durch fall aber wurden sie einmal Träger einer L.e- ibotschaft, die ein Fräulein aus Kanada zum -aß auf ein Ei malte, das nach England ging, s vielsagende Ei fiel in die Hände eine- liebeS- >ürftigcn Witwers auf der anderen Seite deS lantischen Ozeans, er las daS Geständnis, Ra- n und Adresse der Dame, ein Briefwechsel ent* ___nd und die beiden, die eine Eierschale zusam- mengesührt. sind heute ein glückliches Paar. — Richt minder romantisch war der Beginn der Liebe zwischen einem Fräul-in und einem Pflanzer in Louisiana. Die Dame warf eine Flasche in den Fluß, nachdem sie vorher ein LiebeSgeständ- niS hineingelegt hatte; ein junger Pflanzer fischte die Botschaft aus dem Wasser auf, erwiderte dazärtliche Geständni-, die beiden trafen sich und waren zwei Tage danach verheiratet. — Ern Korb mit Rosen oder Früchten ist im Grunde genommen eine harmlose Aufmerksamkeit, die ein Herr feiner Angebeteten darbringt. Aber wenn der größte Apfel des Fruchtkorbes in seinem Innern ein Briefchen birgt, dann bekäme das Ge'chenk in den Augen der Eltern ein ganz anderes Aussehen, ... wenn sie davon wüßten. Glücklicherweise haben aber Liebende ihre Geheimnisse, die sich in Blumen und Früchten trefflich verbergen lassen. Eine unauffällige Korrespondenz zwischen Liebenden ist auch schon öfters durch das gegenseitige Leihen von Büchern betrieben worden. Ein Pärchen m Rewcastle machte sich die längsten Mitteilungen, indem bestimmte Buchstaben mit einem Bleistift fein unterstrichen waren und sich zu Worten au- sammensehten. Damit auch jemand, dem die Bleistiftzeichnungen etwa auffallen möchten, n.chts lefen könne, war der erste Buchstabe am Ende und der letzte am Anfang des Buches angegeben. Oochschulnachnchten. Professor Dr. Friedrich Bering. Ehefairzt der Städtischen Hautklinik in Essen, hat den Ruf auf den Lehrstuhl für Haut- und Geschlechtskrankheiten an der Umberfitat Köln als Nachfolger von Professor F. Zinher angenommen und bereits seine Ernennung zum ordentlichen Professor in K ö l n erhalten. Amtlich wird die ErnenTiung des o. Professor- Dr. Erich Bräunlich von der Universität Königsberg vom 1. Oktober 1931 ab zum Ordinarius der orientalischen Phttologie an dev Universität Leipzig bestätigt. Kgebl^ 5527 A Familien Schwarzentraub ui Hof Bubenrod und Dillenburg, Im Orünberg, den 21. August 1931. jWohnungstauschl I ■—J ob. Frau, die in ne- HAIItX Dienen JIUUP Mittwochs 5« u. lO-'JJI Pfd.-Eimer. Soeben erschienen durch den Kurverein. 2391 V R in Marktplatz. 4668 V 551 on Des großen Zuspruchs haben wir die Ausste 3 Ginnen u. Garten, in bester Lage. Umstände halber sosorr btUtn zu verkaufen. Schrift!. Anaeb. nnt. 04830 an d. GH. Anz. 1. Körnet, 1 NM 51,5. AP. pslegiem klein.Haus- hatrtaaöüb.alleArb. einschl. Koch., Wasche Bügeln tibern„ ges. Schr.Ang. m.Lichib., Mief. u. Forderung, u. 04815 an d. GH. Anz. Ersten Sch B?« feine §"rbeit B**«? v» Die öängei kalisch. dürfte Dem ich i EuschIW fühle j Dei der Pr den Ttöumen jährigen Schi Carl Lan Verdienste ur mitdertzh kreises du turnverein- ' Kreisvorstanö« JuWe ö 2Rit Äusnah Einbeck nach , einen Punkt oE ^ileler Dani (76er Hessischer Mreßbucfiverlag Brühl’sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei • R. Lange • Gießen, Schulstraße Nr. 7 Versand n.auswärts Fachgesch. f. naiurr. Honige. 04821 KräutcrbauSJuna vollw. Lebensmittel In der Schulttrake. _ Jodbad Tölz — 700 m ü.d.M., im Zentrum der bayerischen Alpen, in landschaftlich und klimatisch bevorzugter Lage, gegen Bluthochdruck, Aderverkaikung und Frauenleiden. Auskunft u. Prospekte 75 2!«"' Such, 1^' Hoch"" 2. i Auppel. R. Körner, X- schieden.! Schlagba- Dlv., 49,00; 2. 3 QU. Losch, 1 "iXttAlet W. Stehen, ■ 3t 100 Mete Simon, VsV. I-ederrad, 13. Deilspr 2. Frohme, Tr Hain, 5,06 M Schlagba Srohen-Li'ndei 81,75; 3. L. t 4X100 M M. Gießen, ■ Tausch Wobnungt Gesucht: 3-Zimmer- Wohnung. Geboten: 4-Zimm.- Wohn. AmKugelb. Schrift!. Angeb. itnt. 04810 an d. GH. Anz. miiyiuijiiizHuui wegen vollständiger Liquidation eines der bedeutendsten Teppich-Import- Häuser und dring Baranschaffung sind m Mr M zu jedem annehmbaren Preise abzu- geben. Offerten unter J.V. 7350 an JnvgUdendank Annoncen-Expedit Ion, Frankfurt am Main. 5a39V Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher ' dem Kranksein und Hinscheiden r unvergeßlichen Gertrtidch sowie für die überaus zahlreichen B und die trostreichen Worte des j Petry, Hohensolms, sprechen wir au unseren tiefempfundenen Dank au meiitooj Morg.Mittwochs^« Wiederbeginn derSingstunde 3i i.Ws heim 68,5; 3. KP 3a 1. Znhme,: Äiedenrd,65; Tv. TM 82 Danksagung. Allen denen, die uns bei dem Heimgang t schlafenen ihre innige Teilnahme bewiesen, sag Wege herzlichsten Dank. Insbesondere danket Schmidt für seine trostreichen Worte, für die gung bei der Beerdigung, für die warmen Na legen und Freunde und für die überaus reichen 1 spenden; Dank auch seiner früheren Oemeind allen denen, die ihm die erste Hilfe erwiesen. Im Namen der trauernden Dorothea Höch Mveßbudi der tftadt und des Preises Gießen Jhisgabe 1931 Die Auslieferung des Nachschlagewerkes an die Besteller hat gegen Erhebung des Vorbestellpreises von Reichsmark 8 — bereits begonnen. Der allgemeine Verkaufspreis für Nachbcstelier beträgt Reichsmark 12.— Die sfl-, SK Er« 1 121 Sek. 1000 M« 2:54,4; 2. ® 2t>. Dilbel, 3. 4X100M Wanderpreis, IuMndtrast- Hel. Magenleidend? Bei Magenleiden jeder Art. wie Magenkrampf, Magenschmerzen u. deren Folgen, so Unverdaullchkett, Appetttlosigkeit, nervösem Magen, Erbrechen, Entkräft- GemlltSleiden wirkt der über 60 Jahre bewährte Hubert Ullrich’sche Kräuterwein infolge der eigenartigen, glücklichen Zusaihmenletzung auf die Magen- säite und den Gesamtstofswechsel. Zu haben in Flaschen zu RM.2./5 und RM. 4—, 1 Liier zu RM. , 50 nur in der Engel-Apotheke am Fällen todsicher mit. Gar. tnnerh. 5—6Tg. Hühneraugen-fiapid Erhält!, nur: Löwen- Zwangsversteigerung Am Donnerstag, dem 29. Oktober 1931, vormittags 10/4 Uhr, wird im Amtsgerichtsgebäude, Zimmer 112, das im Grundbuche von Gießen der Firma Adolf Müller & Co., vormals Worih Gregori & Sohn, offene Handelsgesellschaft. in Gießen zugeschriebene Anwesen kreuz- plah 14 5534D Flur 1, Jlr. 575 - 91 qm Lagerhaus Flur 1, Nr. 575'/.» = 107 qm hofreite Flur 1, Nr. 576’/.° -- 76 qm hofreite Flur 1, Nr. 576'/.° - 17 qm Bach geschätzt 43 536 Reichsmark, versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20 (Stadthaus), zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 24. August 1931. I. A. des hessischen Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsvorsteher. Geschäfts-Drucksachen J0icJ"“"0en Briefblätter Briefumschläge Postkarten bei Brühl, Schulstraße 7 Gaschäftskarten AllgemeineOrtskrankenkaffe Gießen-Etavt. Die rückständigen Beiträge zur Kranken-, Invaliden- und Erwerbslosenversicherung für den Monat Juli 1931 können noch bis zum 1. September 1931 ohne Kosten bezahlt werden. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt Kostenberechnung evtl. Beitreibung. Die Einzahlung kann täglich außer Samstags von 8 bis 1 Uhr bei unserer Kosse oder auf Unser Postscheckkonto Amt Frankfurt a. M. Nr. 10833 erfolgen. 5530D hinkler, Rechner. ivarflen, «vurnoauen | vereine | beseitigt reüloS auch 1 1 tu den hartnäckigst. Zwangsversteigerung 50/31 Am Donnerstag, dem 5. November 1931, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgerichtsgebäude, Zimmer 112, das im Grundbuche von Gießen dem Schlossermeister Karl Wilke in Gießen zugeschriebene Anwesen wiesecker Weg 28 5535D Flur 21, Nr. 33 - 472 qm hofreite Flur 21, Nr. 32»/.° = 1732 qm Grabgarten, geschätzt 16 731 Reichsmark, versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20 (Stadthaus), zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 24. August 1931. I. A. des hessischen Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsoorsteher. Nliltwoch, den 26. August 1931, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich dahier, Neuenweg 28, „Zum Löwen", zwangsweise gegen Barzahlung: Büfetts, Kredenzen, Vertikos, Nähmaschinen, Warenschränke, Grammophone, Sofas, Schreibtische, Kleiderschränke, Chaiselongues, Ausziehtische, Zimmerteppiche, Trumeauspiegel, Kommoden, Diwans, Puppenwagen, Schiffskoffer, Reisekofer, Aktenmappen, eine Registrierkasse, zehn Meter Kunstleder, Eßservice, Kaffeeservice, eine Kuy, vier Bände Denkmäler des Theaters, einen Flügel ein Motorrad, Kassenschränke, ein Radio-Meßgerät, Serienschalter, Klingelschalter, einen Photoapparat, eine Kamera, Schreibmaschinen Ladentheken, Oelgemälde, ein Aquarell, ein Pastell, einen Tisch, vier Stühle, ein Harmonium, eine Hobelbank, Werfpuppen, Halsketten, einen Gasherd. 5537D Junker Gerichtsvollzieher in Gießen Wiesecker Weg 16 — Telephon 3383 ni ner< Nr. 197 Zweiter Blatt Dienstag, 25. August 195( Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen) Operndämmerung. Don Fedor Schaljapin. Die Stellung deS berühmten russischen Dünger- Ku einem der wesentlichsten musikalisch-theatralischen Probleme unserer Zeit dürste allgemein interessieren. Wenn ich mich schon seit langem von der Oper enttäuscht fühle, so spielen persönliche Interessen und Empfindungen hierbei keine Rolle. Keine-- weg- fühle ich mich etwa opernmüde in dem Sinne, daß ich nicht mehr in der Oper singen könnte. Ganz im Gegenteil. Meine Stellungnahme ist rein künstlerischer und theoretischer Art. In der ersten Schaffensperiode brennt ein Künstler, toerm er seine Rolle formt. Solange diese produktive Arbeit ihn in Anspruch nimmt, läßt er alle theoretischen Erwägungen über das Kunstwerk selbst beiseite. So geschieht es ost. baff ein Dirigent, der beim Anhören einer Symphonie oder einer Oper keinen Genuß empfindet, während der Dorarbeiten zu der Aufführung dieses ihm scheinbar fremden Werke- von der produktiven Arbeit so gepackt wird, dah er in der Schafsen-sreude alles andere vergibt. Einer der berühmtesten Dirigenten der Welt hat einmal gesagt: .Ich kann Wagner, wenn ich in der Oper sitze, nicht genieben. Wenn ich aber eine Wagner-Oper dirigiere, empfinde ich den höchsten Genuh." Diese Stellungnahme eines Künstler- *um Werk selbst ist auherordentlich charakteristisch und erklärt die Tatsache, dah auch ich mich früher mit der Oper al- Kunstform wenig beschäftigt habe, da mich die Arbeit an meinen Rollen vollständig in Anspruch nahm. Rach der Periode des produktiven Schassens tritt eine Periode ein, in der der Künstler auf dem Gipfel feine- Könnens steht, jedoch nicht mehr vorwärts kann, da er schon fein Letztes gegeben hat. Das ist die Periode der Selbstkritik und de- Grübelns. In diesem Stadium ist mir di« Oper in ihrem wahren Licht erschienen. Dor allem, was ist Oper? Sin Wert, das aus einem Kompromiß -wischen Dichtung und Musik geboren ist. Richt einmal das Wort Oper hat Sinn. Denn die ursprüngliche Bezeichnung dieser Kunstform lautet aus italienisch .Opera" und ist eine Mehrzahl des lareinischen Wortes .opus“, d. h. .Werte", also eine vollständig nichtssagende Bezeichnung. Dor einigen Jahrzehnten hat man als Gegenstück -u der Oper das Musikdrama ins Feld geführt. Die Bezeichnung Musikdrama ist nichts anderes als ein Wortspiel, denn jede Oper, insofern es sich um ein mit Musik verbundenes Schauspiel handelt, ist zugleich Musikdrama. Die Entwicklung der Oper zum Musikorama beruhte auf dem Versuch, der melodischen Kunstform einen vernünftigen Text zu unterlegen. Skt Begriff .ver- nün tig" ist in dresem Falle relativ und ist natürlich Zeitströmungen unterworfen. Run gibt es jedoch tatsächlich beinahe gar keine Oper mit einem vernünftigen Text, ganz unabhängig davon, ob es sich um konventionelle Opern oder Musikdramen handelt. Texte altitalienischer Opern gelten als Derkörpcrung des Blödsinns. Aber die schwache Philosophie und die Weltanschauung der Texte mancher Musikdramen können, von einem höheren Standpunkt aus betrachtet, auch nicht gerade als besonders geistreich erscheinen Das, was die Oper erstrebt in ihrer äußersten Dollendung — vollkommene Harmonie zwischen Text und Musik — ist nur im Monolog des Zaren Doris in der gleichnamigen Oper von M v u s s o r g s k i erreicht worden. In anderen Opern ist ter Text oft so blöd, daß ich mich schäme, ihn zu singen: und das Schlimmste ist, dah diesem liebel nicht abgeholfen werden kann, denn die Derbesserung de- Textes im Einklang mit der Musik stößt auf unüberwindliche Gegensätze. Was die Oper nicht erfüllt, das finden wir öfters in dein einfachen Lied. 2n Beziehung auf Harmonie von Text und Ton find vor allem Schuberts Lieder vorbildlich. Als Meisterwerk der Dolltommenheit in dieser Beziehung dürfte man den .Doppelgänger" bezeichnen. Es ist dennoch erstaunlich, wieviel Aufmerksamkeit der Oper in Oesfentlichkeit und Presse geschenkt wird. Riefensummen werden für die Erhaltung von Opernhäusern, die oft nur mit Der- lust arbeiten, aufgebracht. Diskussionen über Opernkrisen und Wege der Opernreform prallen hart aufeinander. Sogar ein Theatergenie vom Range Stanislawskis organisiert ein Opernstudiv und sucht neue Wege. Dabei habe ich nie eine Opern Inszenierung gesehen, die mich vollständig befriedigt hat. Offenbar liegt der Grund darin, dah Dollkommenhrit auf diesem Gebiete unerreichbar ist. Es scheint mir auch, als ob wir einer Operndämmerung entgegengehen. Die neue Produktion hat bisher nichts Hervorragendes herausgebracht, und der Opernspielplan der Welt kann sich nur auf eine beschränkte Zahl gut bewährter Stücke stützen. Ergebnisse bw Iugendwetttämpfe des MTV. Die im Rahmen der ersten krei-offenen Leicht- athletik-Wettkämpfe de- Mtv. bereits am Sams- tagnachmittag au-getraaenen Iugendwettkampfe brachten folgende Ergebnisse: Dufltnbtarnet-Oberffufe. Kugelstoßen: 1. W Langenohl, Tv. Heu- chelhe.m. 14,21; 2. O Luh. VfB. Gießen, 14.21 Meter (durch Stechen entschieden). Hochsprung: 1. W. Langenohl. Tv. Heuchel- he.m, 1.58; 2. Schlarb, 1900, 1,53 ; 3. K. Schuster, Tv. Wetzlar, 1,48 Meter. 100 Meter: 1. Koch II. 1900, 12,00 ; 2. Fel- sing, 1900. 12,1; 3. O. Rodriguez. DIK. Giehen, 12,4 Sek 1 000 Meter: 1. M Baumft.egcr. 1900. 2:54.4; 2. Mooh, 1900, 3:00,0 ; 3. F. Slmiger, Tv. Dilbel, 3:07,4. _ , 4X1 00 Meter (Kurt-Kaufmann-DedachtniS- Wanderprei-): 1. 1900 Gießen. 50,0; 2. Deutsche Iugetzdkrafr 50.4; 3. X- u. Sp.-D. Butzbach 51.5 Sek. Jugendturnerinnen. 7 5 Meter: 1. S Röhmig, Mtv. 10,7; 2. G. Guth. 1900. 11.4; 3. St Körner, Mtv. 11,5 Sek. Hochsprung: 1. ö Röhm g, Mtv-, 1,30; 2. 2L Ruppel, T-- u. Sp.-D. Butzbach. 1.25; 3. K Körner. M:v.. 1.25 Meter. (Durch Stechen ent- schieden.) Schlagballweitwurf: 1. Eh Schmidt. Mlv. 49 00 ; 2 E. Loy. Tv. 1846 Giehen, 45.00; 3. OH. Lösch. 1900. 44.96 Meter. 4X75 Meter 1. Mtv., 43.4; 2. 1900, 44.2; 3. DsB. Gießen. 46.3 Sek. Jugcndturner-Untcrstufe. 100 Meter: 1. Herrmann. 1900. 13,0; 2. K. Simon. DsB Giehen, 13,3; 3. A. Leichum, Tv. Riederrad. 13,9 Sek. WeitsPrung: 1. Herrmann. 1900. 5.11; 2. Zrohme, Tv. Wetzlar. 5,10; 3. Allie, Tv. Kirchhain, 5.06 Meter. Schlagballweitwurf: 1. R. Blaß, Tv. Eroßen-Linden. 82,15; 2. F. Slmiger. Tv. Dilbel, 61 75; 3. L Herbert, 1900. 81,43 Meter. 4x100 Meter: 1. Tv. Kirchhain, 53.3; 2. DsB. Giehen, 57,7; 3. Mw. 58.6 Sek. vrelkämpse. Jugendturner-Vberffufe. 1. Felsing 1900 69,5 ; 2. Langenohl Tv. Heuchelheim 68.5; 3. Loew. Tv. 1903. 'Weilmünster, 68 P. Jugendturner Unterstufe. 1. Zrohme. Tv. Wetzlar. 65; 1. Leichum. Tv. Riederrad. 65; 2. Herrmann. 1900. 63 ; 3. Slmiger. Tv. Dilbel, 62 P Jugendturnerinnen. 1. Körner, M.v 57; 2. Ruppel, X.- u. Sp-D. Butzbach. 51,5; 3. Lösch, Sp.-D. 1900 Dietzen, 51 P. Bei der Preisverteilung am Sonntagabend in den Räumen der LiebigShöhe wurde dem langjährigen Schrtstsührer de- Männerturnv. Gießen Earl Lang in Anbetracht seiner vielfachen Berdienste um die Turnerei der E h r e n b r i e s mit der Ehrennadel de - Mittelrhein» kreise- durch den 1. Sprecher de- Männerturnverein- Rektor Kling im Auftrage des Krei-vorstande- überreicht. Fußball in Hessen-Hannover. Geschlagene Favoriten. Mit Au-nahrnc von Sport Kassel, der sich in Einbeck nach einem 3-3-Spiel wenigstens nur einen Punkt abknöpsen lieh, unterlagen sämtliche ~ ■' * — " ' in der Provinz, deren Vertreter mit ganz besonderem Eifer in den Kampf gingen. Sv verlor der stark favorisierte Spielverein Ka'fel in Grone mit 1:3 (1:2) Toren die Punkte, während Tura Kassel in Rorthenn mit 0:1 das Rächtehen hatte. Hessen 09 Kassel verlor gar in Warburg gegen den Heuling Germania nach einem torreichen Treffen mit 4:5 Toren. Sichere Siege errangen neben Borussia Fulda über den VfB. Giehen mit 7:1, noch die Hersselder Hessen, die die Spielveveinigung Göt- fingen mit 4: 1 bezwangen. Lleberraschend tarn auch die Riederlage der sonst auf eigenem 0>e- lände so gefürchteten Groh-Alrnervdaer, die sich von Döttingen 05 mit 1:2-Sieg und Punkte nehmen liehen, die Gäste gewannen hier nach hartem Kampf verdient. Oie punffefämpfe in Hessen. Rach drei Kampftagen ist von den Vereinen der Gruppe Hessen nur noch der Reuling Mainz- Kastel ohne Punktverlust, Kastel liegt auch an der Tabellenspitze. Der Meister Wormatia WormS zog sich bei einem anderen Reuling, Olympia Lorsch, eine 0:l-Riederlage zu. während Kastel in Wiesbaden 2:1 erfolgreich blieb. Der dritte Reuling der Gruppe. Viktoria Walldorf, holte sich in Main- beim FSV. eine schwere 2:8-Rieder- lage. Der FE. Langen wurde auf eigenem Platz von Viktoria Llrberach 2:1 geschlagen. Bereits am Samstagabend kam das Spiel Alemannia Worin- gegen Darmstadt 98 zum Austrag, die Alemannen gewannen mit nicht weniger al- 8:0. Turn-Derein Lollar. Die Fuhball-Abteilung deS Tv. Lollar beging am Sonn:ag die Feier ihres 10jährigen Bestehens. Rach Kranzniederlegung an den Gräbern verstorbener Gründer und Spielen be- Handballabreilung traten die Fußballer an und hegten über die drei Gegner, teilweise überraschend hoch (2. gegen Bieber 1. mit 5:2, 1. gegen G erbeute ich 1. mit 12:1 (!); Schüler gegen DsB.» Schüler 3:0). Abend- fand die Ehrung von vier immer noch tätigen Gründern (3. Frank. A. Schäfer. R. Wissemann und K. Wolf) statt. Reden. Vorträge und Austausch von Erinnerungen hielten die Fuh- und Handballer noch lange zusammen. Faltboot-Regatta des Kanu-Clubs Wetzlar. Der Kanu-Club Wetzlar veranstaltete am Sonntag anlählich seines einjährigen Bestehens eine Faltboot-Regatta, verbunden mit einem Faltboot-Aufbau-Wettbewerö, woran sich auch die Daddlcrg-lde Giehen mit folgenden Ergebnissen beteiligte: Beim Ausbauwettbewr-rb erhielt 3. Kap- hingst in der Zeit von 6.22 Min. den ersten Preis. Kaphingst gewann auch das Kurzstreckenrennen für Siner-Faltboote. 3m gemischten Zweier konnte Kaphingst infolge der Wetzlarer Wett- fahrtbestimmungen außer Konkurrenz starten und erzielte auch hier mit seiner Mitfahrerin die beste Zeit. Die Mannschaft Erich und Else Lohr belegten in diesem Rennen nach scharfem Endkampf einen zweiten Platz. Süddeutsche Meistefschastsregatta. Albert Schöndorf von „Hellas" Gießen Weister im Liner. Die Meisterschafts-Regatta des Gaues Sübbcutfch- land im Deutschen Wassersportverband, die am Sonntag in Mülheim ausgetragen wurden, nahmen bei ausgezeichneter Organisation einen ein- tuanbfreien Verlauf. Unter den 22 Rennen, die das Programm umfaßte, befanden sich vier Meisterschaftsrennen. Im Vierer mit Steuermann holte sich die RG. Fechenheim den Titel gegen Freiheit Mül- Heim, ebenso im Vierer ohne Steuermann im Allein« . Im Achter war dann Freiheit Mülheim gegen Dor-Offenbach. 3m allgemeinen liehen die bei den einzelnen Rennen gezeigten Leistungen auf eine sehr sorgfältige Ausbildung der Ruderer schliehen. Erfreulicherweise gelang es dem Gießener Ruderer Albert Schöndorf, der sich in letzter Zeit einem eifrigen Training unterzogen hatte und durch Energie und Ehrgeiz feine Leistungen steigerte, die Meisterschaft im Einer zu erringen und feinen Gegner Kimmel- Offenbach, den vorjährigen Meister im Einer, mit drei Bootlängen hinter sich zu lasten. Der Sieg bedeutet auch für den Wassersport verein Gießen einen schönen Erfolg. Der 16jährige Skuller Ernst K e l b e I startete im Iungmann-Einer und vermochte gegen Gegner aus Frankfurt, Offenbach und Bürgel "wiederum einen zweiten Platz zu belegen. Seibel dürfte auf dem besten Wege fein, ein Klasse Ruderer zu werden. 8. Faustballr-unde des TD. 1846. Das Tlelbecrgtbnis für die diesjährigen Spiele ist mit jetzt 25 Mannschaften trotz der schlechten Zeit als gut zu bezeichnen. Darunter befinden sich namhafte Mannschaften der mittelrheinijchen Kreisklasse, so daß die Spiele recht fpannend zu werden versprechen. Der Deutsche Meister Licht-Luft-Frankfurt hat infolge der Kreisgruppenspiele leider eine Abfage geben müssen, wird dafür aber seine zweite Mannschaft schicken. Für alle Klassen stehen schöne Preise, die sämtlich gestiftet wurden, zur Verfügung. Englands Frauen siegen in Hannover. Dor 10 000 Zuschauern kam im Stadion zu Hannover der Frauen - Leichtathletik - Länderkampf zwischen Deutschland und England zum Au-trag, den die englischen Damen mit 53:4 7 Punkten für sich entschieden. Da- Fehlen von Fräulein Dollinger, die über 200 und 800 Meter wohl sichere Siege herau-ge- lausen hätte, machte sich stark bemerkbar. Außerdem enttäuschten aber auch die Kräfte, von denen man mehr hätte erwarten dürfen. So wurde Frau Thymm (Leipzig) Über 100 Meter nur Letzte (!). So fielen denn alle Laufstrecken incL der 4X100-Meter-Staftel an die englischen Damen und die Deutschen belegten nur in den technischen Hebungen die ersten Plätze mit Au-nahme des HochsprungeS, der ebenfalls an England ging. Der Länderkampf begann mit den üblichen Zeremonien wie Austausch der Wimpel, Spielen der Rationalhymnen usw. Der Kamps begann bann gleich mit dem 200-Meter-Laus, der den Engländern die ersten Plätze einbrachte. Den Abschluß des Kampfe- bildete die 4xl00-Meter- Staffel, bei ber die deutsche Mannschaft zwar sehr gut lief, jedoch klappten die Wechsel nicht. Ein im Rahmen de- Programms ausgetragenes Handballspiel zwischen den Städtemannschaften von Berlin unb Hannover enbete 7: 6. Leichtathletittampf Turner gegen Sportler in Kassel. Die Turner mit 9:4 siegreich. Auf der Hessenkampsbahn in Kassel fanb am Sonntag ein Mannschaftskamps Turner gegen Sportler vor etwa 1000 Zuschauern statt. Der Kampf, ber im Vorjahre unentschieben au-gegangen war, enbete in biesern 3ahre mit dem Siege ber Turnermannschaft, bie von dreizehn Konkurrenzen neun an sich brachten. An sich waren sich bie Mannschaften gleichwertig. Während die Sportler sämtliche Iugendkonkurrenzen an sich brachten, siegten die Turner in den Fraucnwettbewerben unb gewannen bei den Herren die Staffeln, den Stabhochsprung, Weitsprung und das Speerwerfen. Die Sportler holten sich den Hochsprung, das Kugelstoßen und die 5000 Meter. Den Abschluß der Veranstaltung bildete ein Handballspiel, in dem sich die Mannschaften ber Turner unb Sportler gegenüberstanden. Die Sportler gewannen dank ihrer taktisch weitaus besseren Leistung verdient mit 11: 4 Toren (5:3). Der Kamps wurde sehr hart, aber äußerst schnell * durchgeführt. Der Tonfilm, eine ganz neue Kunst, enthält ungeahnte Möglichkeiten. Die schwachen Mittel der Oper verblassen vor den Riesenperfpektiven. die der Tonfilm bietet. Man vergleiche nur den Auftritt Mephistos in ber gleichnamigen Oper von D o i t o mitten im Kulissenplunber mit bem, was der Tonfilm in diesem Falle uns schenken könnte. Wir konnten ein großartiges Bild genießen, das selbst die Künstlerphantasie übertrifft. Dem Tonfilm gehört die Zukunft, und ich glaube, daß er das Erbe der Oper übernehmen wird. Es klingt heute lächerlich und kaum glaublich, aber es ist eine Tatsache, daß vor kaum zwei Jahrzehnten ein Sänger, ber ben Mut hatte, im Film eine Rolle zu übernehmen, seine Verabschiedung aus dem Opernensemble riskierte. Ich habe schon damals an den Film geglaubt und war einer der ersten, die im stummen Film ausgetreten sind, aller mich umbrandenden Entrüstung zum Trotz. Riemand wollte mir damals glauben, daß es eine Zeit geben würde, in ber bie besten Künstler im Film spielen. Heute braucht man aber kein Prophet zu sein, um vorauszusagen, daß eine neue Form musikdramatischer Kunst im Tonfilm ihre Morgenröte erlebt Seltsame Liebesboten. Aus verklungenen Tagen der Romantik, ba es noch keine Post unb keinen Telegraphen unb kein Telephon gab. bringt zu uns noch seltsame Mär von merkwürdigen Boten, die die liebliche Kunde über Länder und Flüsse in starke Festungen trugen. Der Falke, den die Dame vom Söller ihres Durg» gemachs fliegen ließ, gab dem Geliebten ersehnte Botschaft; das Hündlein mußte zum stummen Sprecher werden, wie es die Gesch ich e ber Kastel- lanin von Dergy verrät. Doch auch in unseren Tagen ist bie Romantik noch nicht ausgestorben, benn noch immer stellen sich ben Liebenden Hindernisse aller Art entgegen und auch heute weih sich ihr erfinderischer Sinn seltsame Liebesbvten dienstbar zu machen. In Schottland richteten sich vor einigen Jahren ein Paar Liebende, denen das harte Gebot der Eltern einen Briefwechsel unter normalen Umständen verwehrte, eine Taubenpost ein. Jeder von ihnen hatte ein Paar Brieftauben, die sie, ohne dah es bemertt wurde, einander zuschickten. Endlich aber brach für die lettischen Romeo und Julia der Tag des Glück- an; die Eltern gaben den Widerstand auf, sie konnten nun die Taubenpost mit der gewöhnlichen Poft vertauschen. Eierschalen sind gewiß ein recht Kui-ze Sportnotizen. Der Fußballkampf Rord- gegen Westdeutschland in Hamburg enbete vor 20 003 Zuschauern mit einem überraschend hohen 6:1 (5.1) Sieg der Westdeutschen, deren Torschützen Ku- zorra und Ezepan hießen. Bei den Taubstummen - Spielen gewann Deutschland da- Endspiel deS FuhbaUtur- ntees gegen Oestereich mit 4:1 (2:0). Westdeutschland gewann den Leicht- athletik-Länderkampf gegen Holland in Münster mit 56:46 Punkten. Die Deutsche Senivrenmoi ster- schäft im 'Tennis fiel an Altmeister O. FroItz - heim, der im Endspiel den Berliner Uhl 6.1« 8:6 schlug. Bei den Europameisterschaften im Schwimmen in Paris gewann die deutsche Wasserballmannschaft ihr erste- Spiel gegen die Tschechoslowakei mit 3:1 (2:1) Treffern. Beim Schleizer Dreieck-rennen fuhr Rüttchen (Erkelenz) auf RSU. die beste Zeit deS Tages. Amtsgericht Gießen. Der Kraftwagenverkehr birgt auch, insoweit bie Unterbringung der Fahrzeuge in Betracht kommt. Gefahren in sich, die den Erlaß einer Polizeiverordnung über die Beschaffenheit der zur Unterbringung erforderlichen Anlagen nötig machten. Gegen diese Verordnung hat ein Autobesitzer verstoßen, indem er einen aus Holz gebauten und in der Nähe anderer Gebäude stehenden, also im Sinne der Verordnung feuergefährlichen Schuppen in zwei Rächten trotz Warnung als Garage für feinen Kraftwagen benutzte. Er erhielt eine Geldstrafe von 10 Mark. Kellnerinnen in Gast, und Schankwirtschaften bedürfen aus naheliegenden Gründen der Anrnel- düngen bei der Polizei. Sie wurde von einem Gastwirt in einem Falle unterlassen, gegen den deshalb ein Strafbefehl in Höhe von 60 Mark erging. Den gegen den Strafbefehl erhobenen Einspruch begründete er damit, es handle sich um ein schon einige Jahre in seinem Haushalt tätiges Hausmädchen, das nur ausnahms- und aushilfsweise zur Bedienung ber Gäste eingefprungen sei, namentlich während ber Krankheit feiner Frau und bei zufälliger Abwesenheit der Wirtsleute. Die Beweisaufnahme ergab jedoch, daß sich diese angeblichen Ausnahmen derart oft und in einer Weife wiederholten, die die Erfolgung der einschlägigen Verordnung durchaus verlangte. Dem Angeklagten wurde von der Polizei als Wirt ein gutes Zeugnis ausgestellt. Es blieb aber bei ber Beurteilung, weil er, was bie Tätigkeit des Hausmädchens anlangt, es nicht verstand, Wirt- schafts- und Haushaltungsbetrieb so, wie es der Verordnung entsprach, auseinanderzuhalten. Doch wurde die im Strafbefehl festgesetzte Geldstrafe erheblich herabgesetzt. In ben aus Holz gebauten Notwohnungen in ber Kaiserallee leben zwei Rachbarfamilien miteinander in Unfrieden und ständigen Streitigkeiten, bie anscheinend ihren Höhepunkt am 9. April 1.3. dadurch erreicht haben, daß die eine Nachbarin ihren beiden Widersachern, Vater unb Sohn aus ber enberen Familie, Salzsäure ins Gesicht spritzte, so daß darin Brandwunden entstanden, und die Getroffenen ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußten. Trotz der an den Tag gelegten gefährlichen Handlungsweise ber Angeklagten, einer 60jährigen Frau, wurden dieser mildernde Umstände zugebilligt, und bie letz- tcren namentlich in ber Erregung gefunben, in ber sie sich offensichtlich infolge der oben angebeuteten Verhältnisse befand. Die Strafe lautete auf eine Geldstrafe von 80 Mark, an deren Stelle im Uneinbringlichkeitsfalle eine entsprechende Gefängnisstrafe tritt. Althändler sollen bei dem Ankauf von Gegenständen doppelt vorsichtig fei, wenn sie nicht riskieren wollen, wegen Hehlerei bestraft zu werden, falls merkwürdige- Material für Liebesbriefe. Durch Zufall aber wurden sie einmal Träger einer L.e- be-botschaft. die ein Fräulein aus Kanada zum Spaß auf ein Si malte, das nach England ging. Das vielsagende Ei fiel in die Hände eines liebes- bedürftigen Witwers auf der anderen Seite deS Atlantischen Ozean-, er las da- Geständnis, Rumen und Adresse der Dame, ein Briefwechsel entstand und die beiden, die eine Eierschale zusammengeführt. sind heute ein glückliches Paar. — Richt minder rvmanttsch war der Beginn der Liebe zwischen einem Fräuläin und einem Pflanzer in Louisiana. Die Dame warf eine Flasche in den Fluß, nachdem sie vorher ein Liebe-geständ- niS hineingelegt hatte; ein junger Pflanzerfischte die Botschaft aus dem Wasser auf, erwiderte da- zärtliche Geständnis, die beiden trafen sich und waren zwei Tage danach verheiratet. — Ein Korb mit Rosen oder Früchten ist im Grunde genommen eine harmlose Aufmerksamkeit, die ein Herr seiner Angebeteten darbringt. Aber wenn der größte Apfel des FruchtkorbeS in seinem Innern ein Briefchen birgt, barm bekäme ba$ Geschenk in den Augen der Eltern ein ganz anderes Aussehen, ... wenn sie davon wüßten. Glücklicherweise haben aber Liebende ihre Geheimnisse, die sich in Blumen und Früchten trefflich verbergen lassen. Eine unauffällige Korrespondenz zwischen Liebenden ist auch schon öfters durch das gegenseittge Leihen von Büchern betrieben worden. Ein Pärchen m Rewcastle machte sich die längsten Mitteilungen, indem besttmmte Buchstaben mit einem Bleistift fein unterstrichen waren und sich zu Worten aw sammensetzten. Damit auch jemand, dem die Bleistiftzeichnungen etwa auf fallen möchten, nichts lesen könne, war der erste Buchstabe am Ende und der letzte am Anfang des Buches angegeben. Hochschulnachricbten. Professor Dr. Friedrich Bering, Chefarzt der Städtischen Hautklinik in Essen, hat bat Ruf auf den Lehrstrchl für Haut- und Geschlechtskrankheiten an der Universität Köln als Rach- fvlger von Professor F. Zinher angenommen und bereits seine Ernennung zum ordentlichen Professor in K ö l n erhalten. Amtlich wird die Ernennung deS o. Professors Dr. Erich Bräunlich von der Hntoerfität Königsberg vom 1. Oktober 1931 ab zum Ordinarius der orientalischen Philologie an de« Universität Leipzig bestätigt. nisstrafe. Wirtschaft Nachdruck verboten Ohne Gewähr 22. August 1931 12. Ziehungstag 160264 142852 154265 130293 121854 Banknoten. 135279 124931 121177 176470 218877 373760 Nachdruck verboten. 14 Fortsetzung sie Heller auf und 161239 203078 289853 320123 176547 231276 49652 ' 125943 173499 219326 257005 59707 109302 130848 155961 184272 208011 227223 245285 281725 293085 333685 350118 364708 385897 126470 144270 201517 268741 315910 24828 52750 95564 141313 189239 235632 297510 330396 354068 380826 131350 173932 224867 283587 310336 114980 133433 159647 194141 210317 231443 248302 282603 304326 334684 351326 371066 390875 115305 142644 196412 263486 301129 330567 356675 382281 133861 153992 202192 284781 316265 137848 184192 228125 285040 316700 118658 136385 162158 197552 212126 231712 250785 285798 304738 339476 352281 376746 393189 148591 212658 264155 308368 335083 358627 387028 184613 207514 230839 240654 290038 300142 1609 2723 4742 141106 167199 201093 214096 236432 256364 286678 312264 340349 354295 376937 148658 217331 264594 310602 339664 365934 387936 344479 370652 397598 214373 245757 301697 10883 199724 216419 311191 360097 143197 170921 202291 226261 236628 263345 289638 319642 340923 356144 380414 151149 180475 203413 226361 238768 266884 291931 320260 343217 363934 385625 Altes Königerecht war es. das Reich nur dem Erstgeborenen zu hinterlassen, und die Vasallen hatten es von ihren Herren gelernt. Als eine kluge Bestimmung, dem Oberhaupt« der Familie für alle Zeiten einen gefesteten Besitz zu gewährleisten, statt diesen durch Erbteilung in immer winziger werdende Flicken zu schneiden, bis die letzten Abkömmlinge wieder auf kleinen Bauernhöfen sahen, um das bißchen Notdurft und Nahrung robotten muhten wie vor Zeiten di« Hörigen ihrer Väter ... „Robot" war ein Slawenwort, hieb Fronde auf deutsch und stammte aus jener grauen Vergangenheit, da die deutschen Herren ins Land gekommen waren, um den slawischen Eingesessenen das Evangelium zu bringen und sie zu Knechten zu machen. Und aus dieser Zeit mochte wohl auch das Gesetz stammen, die Herrschaft nur dem Erstgeborenen zu hinterlassen: es schützte die Kaste der Eroberer vor raschem Verfall. Der erste der alten Geschlechter blieb immer oben, die Nachgcborenen mochten zusehen, wo sie ihren Unterhalt fanden, im Trotz der Fürsten ihre Fortüne suchen oder irgendwo anders in deutschen Landen, wo ein Heerbanner errichtet war- und rasche Gesellen gesucht wurden, die alles zu gewinnen hatten und nichts zu verlieren außer ihrem Leben. Wenn ihnen dos Glück günstig stand, eroberten sie in der Fremde ein Besitztum und gründeten ein eigenes Hcrrengeschlecht ... So war vor jenen Hunderten Jahren ein Nachgeöorener der Hohen- römnitz als ein Abenteurer in die Weite geritten, hatte dem Burggrafen von Nürnberg geholfen, di« märkischen Edelsitz« zu brechen und die trotzigen Junker zu Paaren zu treiben. Zur Belohnung war ihm das umfangreiche Lehen eines Herrn von Köckeritz zugefallen, nachdem er am Kremmener Damm« mit eigener Hand dafür gesorgt hatte, dah dieses Lehen erledigt und frei wurde. 3n jenen unruhigen Zeiten war das Erben ein rasches Geschäft, man erschlug den Vorgänger im Besitz und setzte sich an sein« Stelle ... Nur die Nachkommen des Streiters vom Kremmener Damme waren untüchtig gewesen, hatten die erobert« Dodensässigkeit nicht zu wahren gewußt in all den Nöten, di« üb«r das märkisch« Land kamen. Und seither zehrten sie nur von einer Hoffnung, die ihnen der reisige Vorfahr hinterlassen hatte ... Ehe er nämlich von der Hohenrömnih zu der Fahne d«S Burggrafen von Nürnberg ritt, hatte er sich von dem älteren Bruder sein Anrecht an der Heimat verbriefen lassen und besiegeln in heißem Wachs und unbrechbarem Eide für sich und feine Nachkommen. Wenn der Hauptstamm der Römnitz« einstmals einging nach Gottes unerforschlichem Ratschlüsse, hatten seine Sprossen das Recht, und keine spätere Abmachung sollte ihnen im Wege stehen ... Seither saßen die Romnitze des Nebenstammes auf kleinen Gütern in der Mark oder dienten im preußischen Heer und Deamten- stande. Den Grafentitel hatten sie verloren im Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II _______ 136164 137788 188635 194359 212929 215303 296051 308019 325231 346853 Regenbogenfarben, schlechtem Wetter: war es mild und kam der Frühling Gewinnauszug 5. Klasse 37. Preußisch-Süddeutsche (263. Preutz.) Staats-Lotterie 218084 234870 249796 301599 306697 313908 568 732 5218 10570 76608 89027 134666 178285 185135 193836 268088 256563 287350 362814 375050 sie ihn verdeckten, leuchteten zeigten einen Kreis matter Vorboten von Sturm und für eine Weile aber noch In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 ®«totnne zu 10000 M. 231603 10 Gewinne au 5000 M. 2137 117389 139735 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 Gewinne zu 10000 M. 63325 4 Gewinn, zu 5000 M. 85507 296178 22 Gewinne zu 3000 M. 65801 79866., 122655 152969 223625 227228 265053 289768 312817 Das bißchen Erde. Vornan von Richard Slowronnel. Copyright by I. Engelhorns Nachf., Stuttgart. warm, mit schwülem Hauch „ , . _ in die Lande. Die vom Winde bewegten Zweige Serlln, 24. August ~ Amerllanstche Note» ...... Belgische Noten........ . Dänische Noten ......... Englische Noten......... tzranzdstsche Noten........ Holländische Noten........ Italienische Noten ....... Norwegische Noten........ Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten........ Schwedische Noten........ Schweizer Noten......... Spanische Noten...... • . . Ungarische Noten 326584 398698 48 Gewinne ,u 2000 M. 4607 16525 41462 47761 ----- ----- ------ ------ ig7H4 172168 306868 ------ - - 200 Gewinne zu 500 W. ----------- ----- 14714 15512 20754 22061 36518 37587 38169 41025 45897 46492 66568 57350 58816 59031 - 76924 80654 93556 93694 105891 108033 ------ ------ ------ 13Q44O 104 Gewinne zu 1000 W- --- --- ---- 13541 14216 14966 16619 20108 27087 29126 29692 32386 35921 37387 42123 43469 45926 ----- 73072 84903 96626 108283 112856 124473 ------ ------ ------ 173349 24B84’eZnu 3000 M. 82341 97177 198617®2to5008,X30008 30668°34664 42007 56436 66230 73552 74587 77893 104525 111742 127431 W? 2993?2 Ä M »2 S 36'ä1 ®,txünn«°i7 1000°«? 1892 4586 10409 23341 27926 28797 29967 32171 60333 67857 70472 71569. 72.116.76937- 80284„80538,91467 1 m57 Ein lauer Nachtwind hatte sich aufgemacht, die vom See hergekommenen Nebelschwaden weit hinaus ins Land getrieben. Oben am sternenklaren Himmel schwamm der volle Mond, weiblich« Wölkchen zogen an ihm vorüber. Wenn nach annehmen mußte. Im Fraaefall lagen zweifelsfrei bei einem vorbestraften Althändler die letzterwähnten Voraussetzungen zur Bestrafung wegen Hehlerei vor. Er hatte 16 kg Leitungsdraht ange- (selb 4,20 58,48 112,23 20,393 16,46 169,36 21,99 112,23 59,07 2,46 112,28 81,74 36,77 72,85 der hohen Erlen zu beiden Seiten der Dammallee waren noch kahl, aber überall an der bräunlichen Rinde faßen die klebrigen Knospen, von Saft geschwellt und bereit, unter den nächsten Sonnenstrahlen die Hülle zu sprengen. Die Schilfwand über dem Wasser stand gelb vom vorigen Jahr, zischelte und raschelte im Winde, aber dazwischen hoben schon neue Sprossen die messerscharfen grünen Spitzen, gerollte Mummelblätter schoben sich langsam vom Grunde empor. Und überall an der Oberfläche des mondbeschienenen Wa-ssers ein Schnalzen und Springen, ein Haschen und Zagen silbergeschuppter kleiner Leiber, die dem urrwigen Triebe folgten, der die Welt erneuerte von Jahr zu Jahr. Hechte und ungefüge Barsche fuhren dazwischen mit plantschendem Getöse, schluckten und mordeten ohne Unterlaß: unten aber lauerte die gleitende Sippe der Aale, schlürfte den rinnenden Rogen, denn für sie war es Erntezeit. Und ohne ihr sorgliches Bemühen hätte die Schar der Ukeleie sich inS Unermeßliche vermehrt im Dee, allen andern Bewohnern den Platz genommen und die Nahrung dazu. Nur die Räuber auS der Vogelwelt taten bet diesem löblichen Werke nicht mit, denn sie waren mit eigener Minne beschäftigt. Mitten auf dem See warben die Haubentaucher mit tiefem Dalzlaut um die Gunst ihrer Schönen, im Schilf aber jagten sich die schwarzen Wasserhühner mit schrillem Pfiff. Wie das „Pickstzn" einer streichenden Waldschnepfe klang es, nur bedeutend gröber. Und es war ein gar streit- füchtiges Volk. Allenthalben gab es erbitterte Kämpfe, bis der besiegte Nebenbuhler mit klatschendem Flügelschlage aufs offene Wasser entfloh ... Malte Römnitz ging hastig die Dammallee entlang. die von der Schloßinsel zum festen Land« führte. Gar nicht erwarten hatte er es können in der Fremde, bis er wieder den deutschen Frühling sah, und jetzt schritt er achtlos an ihm vorüber. Groll und Erbitterung füllten seine Brust, und er haderte mit dem Schicksal, das ihn aus 37130^ Gewinn, zu 500 W. 7194 11617 12793 16870 " 34400* 35069 40505 44334 60847 62569 64984 _ 67770, 77963^81646 g92612 ,932^5 Laufe der Zetten, nur das alte Recht war ihnen verblieben, das Recht an dem aus Urzeiten stammenden Besitze der Familie, von den gemeinsamen Ahnen her. Kaum eine am fernen Horizont« sich zeigende Morgendämmerung war es. aber doch ein Recht, das einmal Wirklichkeit werden konnte aus Vergangenheit und M die Zukunft langendem Traum ... Menschengeschicke waren wandelbar, und schon manche- buchende Geschlecht war nach einer Zeit der Herrschaft m die Vergessenheit gesunken ... Wie ein über- ständiger Eichenstamm, der vermorscht zusammenbrach, aus einer seiner weit verästelten Wurzeln aber schoß ein neues Bäumlein in die Höhe, reckte sich und wuchs ... Und niemand vermochte vorher zu sagen, an welcher Stelle sich der Nachfolger erheben würde. Irgendwo in einer Grenzgarnison führte ein Römnitz seine dreißig Männerchen als ein kleiner Leutnant über den sandigen Exerzierplatz. Tat seinen Dienst und zehrte von einer Hoffnung, di« wie ein« Sage in seinem Geschlechte ging. Da oben im Mecklenburgischen lag ein riesenhafter Besitz, den er nie gesehen hatte, an dem er aber ein Recht besaß. ^Bei nüchterner Ueberlegung war es keinen durchlochten Heller wert, aber man konnte von ihm träumen ... Ein großes Sterben kam ins Land, das alle dem Erbe Näherstehenden dahinraffte, man hielt feinen Einzug in der aud grauen Zetten stammenden Burg und führte ein Leven m Herrlichkeit und Freuden ... Unwillkürlich mußte Malte denken, wie nahe diese Zukunftsträume der märkischen Romnitze ihrer Verwirklichung gewesen waren. Er selbst hätte nur damals vor zwei Jahren ein rasches Ende zu machen brauchen, und die Ehe seine« Oheims Christoph wäre auch fernerhin kinderlos geblieben. Dann faß auf der Hohenrömnih drüben der Aetteste der Nebenlinie, ein preußischer Major außer Diensten, der in Görlitz seine kümmerliche Pension verzehrte, und in dem Lehen Vellahn dessen Sohn, augenblicklich Leutnant in irgendeinem Infanterie-Regiment ober Referendar an einem Amtsgericht. Und ebenso von Rechts wegen, wie er selbst jetzt aus seinem Besitz gestoßen wurde, wenn in kurzer Frist dem Inhaber des Majorats ein Sohn geboren wurde ... Die Geburt einer Tochter aber hätte an der bestehenden Nachfolge nichts geändert, denn die Fräulein der alten Geschlechter waren rechtlos, wurden mit einer geringfügigen Mitgift abgefunden, wie die nachgeborenen Söhne mit einem kargen Taschengelde ... Und da zum ersten Male fing der junge Graf Römnitz an zu denken, dah Recht auch llnrecht werden konnte ... Wenn man es nämlich am eigenen Leib« verspürt«, und er entsann sich eines, der jedwedes Ding auf Erden von zwei Setten beleuchtet hatte, je nach der Partei, auf bet man stand. Auf Setten der Besitzenden oder | der Entrechteten ... (Fortsetzung folgt) Hrlstngsor» . Prag . . . Budapest. . Sofia . . . Holland . . £41o .... Kopendage». Stockholm . London. . . Bueno» Atret Neuyor» . . Brüllet. . . Italien. . . Paris . . . Schweiz . . Spanien . . Danzig. . . Japan . . . Rio de Ian.. Iugollawte«. Liilabon . . lionen Mark. Außer der Vermehrung des Dek- kimgsbestandes um die 200 Millionen Mark sind noch 100 Millionen Mark nichtdeckungsfähige Devisen zugeflosfen. Neben den von der Reichsbank selbst angeforberten Beträgen sind auch noch von den Privatbanken Devisen zur Ablieferung angeforbert. Die Höhe dieses Betrags steht noch nicht fest. • Das Bad-Nauheimer „Sprudel - Hotel" ist mit etwa 500 000 Mark Passiven in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Demgegenüber steht das Hotel mit Inventar: eine Mass« für die nichtbevorrechtigten Forderungen von rund 95 000 Mark ist nicht vorhanden. Rinöermortt in Gießen. 3u dem heutigen Gießener Nutzviehmarkt waren 1022 Stück Grohoieh, 187 Fresser. 256 Kälber aus- getrieben. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 425 bis 500 Mark. 2. Qualität 300 bis 375 Mark. 3. Qualität 150 bis 220 Mark, Schlacht, kühe 60 bis 300 Mark. Rinder bis Kjabrig 70 bis 150 Mark. bis 2jährig 100 bis 200 Mark, tragend 250 bis 400 Mark, Kälber das Pfund Lebend, gewicht 35 bis 45 Pf. — Das Geschäft war sehr schleppend: es verblieb Ueberstand. Devisenmarkt Berlin — Arantsurt a.M. lassen und sich entschieden, den Dörsenvorständen des Reiches jetzt frei« Hand hinsichtlich der Festsetzung des Börseneröffnungstermins zu lassen. Heute Dienstag, werden deshalb «in« Sitzung des Berliner Börsenvorstandes und Beratungen des Berliner Börsenvorstandes mit den Dörsenvorständen des Reiches stattfinden, in denen bet ErössnungStermin endgültig festgesetzt werden soll. • DieDarm st ädterBvlksbank stellt die Zahlungen «in. Don der Oettung der Dolksbank wird mitgeteilt: Di« Bolksbank, c. G. m. b. H. sieht sich genötigt, von heut« Dienstag, ab ihre Schalter zu schließen. Die schon von Den Dankfeiertagen bestehende Illiquidität der Dank hat nach Wiederaufnahme des normalen Zahlungsverkehrs eine Verschärfung erfahren, bi« di« Stadt Darmstadt und bas Land Hessen veranlaßten, ihre Hilf« zur Deschaffung fiüssiger Mittel in der Form der Girierung von Kunbenakzepten gegen entsprechende Unterlagen nicht zu versagen. Devor diese Hilf« in größerem Ausmaße in Anspruch genommen wurde, ergab sich di« Notwendgkeit einer weitgehenden Stützung, um di« stärker werdend« Deunruhigung des Publikums hintanzuhalten. Stadt und Staat wurden bei der großen Bedeutung, di« di« Volksbank für das hessische Wirtschaftsleben und darüber hinaus hat, um Uebemahme einer Aussallbürgschaft für die Verbindlichkeiten der Dolksbank gebeten. Da die zur Uebemahme der Garantie erforderlichen Voraussetzungen nicht erfüllt wurden — Der Finanzausschuß des Hessischen Landtags war einstimmig dazu bereit, während der Finanzausschuß des Smdlrats in seiner großen Mehrheit Stimmenthaltung übte — ist di« Dolksbank genötigt, ihre Zahlungen einzustellen. ' Die Landesversicherungsan st alt Hessen im Jahre 1 9 30. Wie au« dem Rechenschaftsbericht der Landesversicherungsanstalt für das Jahr 1930 hervorgeht, war im laufenden Jahr eine Verminderung der Einnahmen von 18 560 000 Mk. im Jahre 1929 auf 16 440 000 Mk. im Jahre 1930 festzustellen. Di« allgemeine Verwaltung erforderte 3,57 Prozent. Das Reinvermögen belief sich am 31 Dezember 1930 auf 30 874 000 Mk. An Renten sind im Berichtsjahr 27 054 000 Mk. gezahlt worden. Don den 14 404 Anträgen wurden bei den Invalidenrenten 76,86 (im Jahre 1929 78,46) Prozent, bei den Witwenrenten 77,13 (80,55) Prozent, bet den Waisenrenten 72,98 (78,48) Prozent anerkannt. Die Zahl der laufenden Einzelrenten hat sich, ebenso wie die Zahl der neu festgesetzten Einzelrenten, bis Ende 1930 gegen das Jahr 1912 mehr als verdreifacht. Bei Der Invalidenversicherung betrug der Bestand am Ende des Jahres 45 740, in der Altersrente 800. Die Gesamtzahl der Witwenrenten beträgt 13 758. Für Heilverfahren hat di« Anstalt 1 400 000 Mk. aufgebracht. Daneben hat die Anstalt besondere Kuren, Bäder. Fürsorgen und Ausstellungen durchgeführt. * Entwicklung des Devisenbestandes bei der Reichsbank. Der Gold- und Devisenbestand der Reichsbank bat sich vom 15. Juli biS 21. August um 200 Millionen Mark er- | höht. Wieweit dieser Zugang durch die Anforderungen auf Grund der Devisenverordnung bedingt ist, läßt sich nicht ermitteln. Zur Ablieferung I angefordert sind seitens der Reichsbank 432 Mil- Lehen ... Zu Ausgang des siebzehnten Jahrhunderts hatte es der Damals regierend« Graf Römnitz geschaffen, um dem Heranwachsenden Sohne ein Feld Der Tätigkeit zu geben, und damit er nicht gar zu ungeduldig auf das Ableben des Baiers zu toarien brauchte. Wie ein kluger König hatte er gehandelt, der dem Thronfolger eine Provinz versieh, in der er als Herrscher schalten durfte nach seinem Belieben, und damit sein« Machtgier dem Dater den allzulange schon behaupteten Platz nicht neide. Und das war ein weises Gesetz gewesen, solange Hohenromnitz sich in gerader Folge vererbte, solang« in d«m Dellahner Lehen der eigene Sohn d«S regierenden Herrn sah mit dem dort geborenen EnkÄ. Zur Grausamkeit aber wurde es, wenn es einen traf, der als Erbe ausgewachsen war und mit einem Mal« zur Seite treten mußte, wenn der zur Welt gekommen war der dem im Besitze Wohnenden näher stand ... Und dagegen gab es fein Auflehnen, es war eines jener Gesetze, die für einen Abkömmling der allen Adelsgeschlechter so selbstverständlich waren wie di«, nach denen sich daS Weltall mit seinen Gestirnen bewegt«. Don Anbeginn waren diese Gesetze gewesen, und es war nutzlos, sie an dem Maßstabe einer neuen Zeit zu messen. Außer man war «in auS der Art geschlagener Schädling, der mit frevelnder Hand Den Grund au zerstören gedachte, auf dem das eigene Geschlecht im Lauf der Jahrhunderte feine Größe behauptet hatte ... Oie Lage der deutschen Maschinenindustne. Dom Verein Deutscher Maschinenbau-Anstalten, dem Spitzenverband der deutschen Maschinenindustrie, wird uns geschrieben: Die scharfe Krise auf dem Gebiete des Geld- und Kreditwesens macht sich im Maschine ngeschäft besonders stark fühlbar. Die In- und Auslandkund.chaft hielt sich mit Anfragen sehr zurück. Der scharf vorher auf ein Minimum gefundene Eingang von Inlandaufträgen verharrt auf dem Stillstand der Dormonate. Die im Juni festgestellte Zunahme der Auslandaufträge setzte sich im vergangenen Monat nicht weiter fort. Wenn nicht eine bal- dige Beruhigung der Lage und Besserung des Ge- febaftö eintritt, werden weiter zahlreich« Fabriken gezwungen sein, den Betrieb einzustellen. Der Gesamtbeschäftigungsgrad der Maschinenindustrie ging weiter von 43 auf 42,8 v. H. der Sollbeschäf- tigung zurück. Bei den in der Rundfunkrede des Herrn Reichskanzlers angefünDigten organisatorischen Maßnahmen auf dem Gebiete des Dank- und Kreditwesens wird aus allgemein volkswirtschaftlichen Gründen vor allem auch eine ausreichende Berücksichtigung des Kreditbedürsnisses der mittleren und kleinen Unternehmungen gefordert werden müssen, die nicht nur in der gesamten deutschen Wirtschaft bei weitem überwiegen, sondern insbesondere in den wichtigen Produktionszweigen, wie dem Maschinenbau, fast 95 v. H. aller Betriebe auSmachen. Die nach dem Kriege eingetretene übermäßige Konzentration im Dankenwesen hat, abgesehen von anderen Nachteilen, die gerade in der letzten Zeit zutage getreten sind, vielfach zur übermäßigen De- vorzugung des Reallredits gegenüber dem Personalkredit und zu einer nicht genügenden Derück- fichtiguna der kleineren und mittleren Dftriebe bei Der Kreditversorgung geführt. Eine Rückführung der deutschen Wirtschaft auf den gesunden Boden des selbstverantwortlichen Un'err.ebmer- tums und seine Erfolgshaftung ist nur möglich bei ausreichender Kreditversorgung auch der mittleren und Heineren Betriebe, die sich immer wieder, nicht zuletzt auch in der gegenwärtigen Krise, als besonders gesund, entwiÄungsfähig und als di« beste Stühe Der Wirtschaft erwiesen haben. • Die Indexziffer der Großhandelspreis« vorn 19. August. Die vorn Statistischen Reichsamt für den 19. August auf 110,8 berechnete Indexziffer der Großhandels- preise hat sich gegenüber der Dorwoch« um 0,3 v. H. erhöht. Dies ist durch Preissteigerungen für landwirtschaftliche Erzeugnisse bedingt. Di« Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 105,2 (plus 1,4 v. H.), Kolonialwaren 95,5 (minus 0,9 v. H.), industrielle Robstofi« und Halbwaren 101,3 (minus 0,4 v. H.), industriell« Fertig- waren 135,7 (minus 0,1 v. H ). • Dorbereitungen zur Wiedereröffnung der Börsen. Nachdem die Reichsbank ihren ßombaröfati um 3 Prozent gesenkt hat und die Baseler Stillhalteverhandlungen zum Abschluß gekommen sind, haben, wie bk „Frankfurter Zeitung" erfährt, die zuständigen >. Reichs- und Landesbehörden diejenigen Bedenken, „ die sie noch vor einer Woche in ber Frage ber Börsenerösfnung hatten, nunmehr fallen ge- räumen und das Bündel schnüren, denn es war einer zur Welt gekommen, der der Herrschaft näher stand ... Don Rechts wegen durfte er sich nicht einmal mehr den Wand er stecken schneiden im Dellahner Parke ohne dessen gnädige Erlaubnis, Denn von Dem Augenblicke an, da dieser Den ersten Atemzug getan, war «r selbst rechtlos. Nichts Durfte er mitnehmen als fein persönliches Eigentum und was er sich an Geldeswert durch sparsam« Wirtschaft viell«icht erworb«n haben mochte. Alles übr ge fiel dem Nachfolger anheim, denn das Gut Dellahn mit dem Schloss« und viertausend Morgen Acker und Wald war ein Lehen, das seinem Inhaber nur so lange ai stand, als er der nächstberechtigt« Anwärter des Hohenrömnitzer Majorates war. Derlvr er daS Erbrecht, verlor er zur selben Stunde auch das Srieffaflen Der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Ehescheidung. 1. Die Kosten einer Ehescheidung (Gerichts- und Rechtsanwattskosten) richten sich nach ber Hohe bes vorhandenen Dermögens. Es fragt sich auch, ob der Rechtsstreit in der ersten Instanz seine endgültige Erledigung findet. Ohne Angabe deS Dermögens können wir hiernach genaue Zahlen nicht angeben. — 2. Die Eheschei- DungdgrünDe finden sich in den §§ 1565ff. deS DGB. „Gegenseitige Abneigung" genügt nach geltendem Rechte zur Scheidung nicht. Ein Ehegatte kann nach § 1568 BGB. auf Scheidung klagen, wenn Der anDere Ehegatte durch schwere Derletzung Der durch Die Ehe begründeten Pflichten oder durch ehrloses ober unsittliches Verhalten eine so tief« Zerrüttung bes ehelichen 267446 293104 323069 326064 ------ 352504 tausend Gefahren errettet und heil ins Elternhaus zurückgeführt hatte, mir um ihm zu zeigen, daß er heimatlos getoorben war ... Eine leere Ausrede vor sich selbst war eS doch nur gewesen, zu glauben, der sonst so kühl abwägende Onkel Christoph hätte vielleicht eine Ehe geschlossen, die nicht dem strengen Hausgeseße entspräche. Und ebenso töricht die Hoffnung, in der Hohen- römnitz Drüben konnte es eine Enttäuschung geben an Dem mit Dangen erwarteten Tag, «in unbeträchtliches kleines Frauenzimmer statt Des heiß vom Himmel erflehten Knaben. Sv viel Glück hatte er nicht ... Dann aber hieß es ben Platz die Gegenstände mittels einer strafbaren Handlung kauft, und der nicht einwandfreie Verkäufer, hatte erlangt flnb, und dies der Händler den Umstanden ihm angegeben, daß auf einem ^uichaufen - H *-----'----gefunden worden seien. In Wirklichkeit waren ste gestohlen worden. Straft: 20 Mark Geldstrafe an Stelle einer an sich verwirkten fünftägigen Gefang- grltf 4,22 58,72 112,67 20,473 16,52 170,04 22,07 112,67 59,31 2,48 112,72 82,06 36,93 73,15 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zuse 500000, 2 Gewinne zu je 500000, 2 zu je 300000, 2 zu je 200000, 6 zu je 750M, 6 zu je a0000, 20 zu je 25000, 110 zu je 10000, 290ju je 5000, 572 zu je 8000, 1684 zu je 2000, 3388 zu je 1000, 5510 zu je 500. 16722 zu je 400 Mark. Verhältnisses verschuldet hat, daß dem Ehegatten die Fortsetzung ber Ehe nicht zugemutet werden fonn. Als schwere Verletzung gilt auch grobe Mißhanblung. — 3. Die Zuziehung eines Rechtsanwaltes ist unerläßlich, auch bann, wenn un Armenrechte geklagt werben müßt«. Sprechstunden ver Redaktion. 11.30 bis 12.30 llyr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen. . 24. August 25.August Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Sries Geld Srie, 10,59 10,61 10,59 10,61 59,16 59,28 59,18 59,30 12,47 12,49 12,47 12,49 73,43 73,57 73,43 73,57 3,057 3,063 3,057 3,063 169,78 170,12 169,78 170,12 112,49 112,71 111,49 112,71 112,49 112,71 112,49 112,71 112,76 112,54 112,76 112,54 20,449 20,489 20,449 20,489 1,173 1,177 1,173 1,177 4,209 4,217 4,209 4,217 58,68 58,80 58,70 58,82 22,03 22,07 22,03 22,07 16,49 16,53 16,495 16,535 81,92 82,08 81,94 82,10 37,21 37,29 37,21 37,29 81,70 81,86 81,64 81,84 2,078 2,082 2,078 2,082 0,261 0,263 0,261 0,263 7,413 7,427 7,423 7,437 18,55 18,59 18,55 18,59