Hr. 172 Srltes Blatt 181. Jahrgang Samstag, 25. Juli 1951 tr|d)ctBt lügttch,außer 5owwtags nnb Feiertag* Beilagen: th« Illustriert« Vietzeaer FamrüenblLNn 6 et fr. al im Bild Die Scholle monats-Bnngsorets: 2.20 Reichsmark nnb 90 Reichspfennig für Tröget» lohn, auch bei Richter- scheinen ernzelnerRiunmerN infolge höherer Gewalt. Hernfprechanfchlßße «nterSammebuimmer225L en|d)rif1 für vrahtnach- richten Hnjetger •iefcau po»1cheto 21 46- iberdeen- .oni 20. .761 «< Toi Z2t 21 *■24 O §2- p8 17 & —"Thflsna/n ry>2.7 'Mamba. cierrnJnt teni T" \ QZ5 > stürmiscner nordwesl Oie »feile fliegen mit dem Winde. Die oeioen Stationen stenenoen Zahy «en geben die Temperatur an. Die Linien verbinden Orte mit gleiche^ euf Meeresniveau umgerexiinete» Luftdeuc» Wettervoraussage. An der Südseite des ozeanischen Tiefs hat sich eine Teilstörung gebildet, die heute morgen mit einem abgeschlossenen Kern über England lag. Unter den Einfluß dieser Störung gelangt unsere Wetterlage. Die Warmluft an der Vorderseite führt ein zusammenhängendes Regengebiet mit sich, das auch unseren Bezirk überqueren wird. Die nachfolgende kühlere Maritimluft wird später zu leichtem Tem- peraturrückgang kühren, und in ihrer Begleitung werden Gewitterstörungen und mehrfache Regenschauer auftreten. Aussichten für Sonntag: Anfänglich bedeckt mit Niederschlägen, warm, bann wechselnd wolkig und gewitterartige Schauer. A us sichten für Montag: Wechselnd mol- kig, kühler, vereinzelte Schauer, zum Teil mit Gewittern. Lufttemperaturen am 24. Juli: mittags 26,9 Grad Celsius, abends 21,5 Grad; am 25. Juli: morgens 18,6 Grad. Maximum 27,8 Grad Minimum 9,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 an Tiefe am 24. Juli: abends 25,8 Grad; am 25. Juli: morgens 19,4 Grad. — Sonnenfcheindauer 14^ Stunden. ’M tourt? ft» bei btrh^n di, Äl * lb b»i„ ,aU« 'ton r^S'll «AS »ffn*3»> ttrZ nte? %*ä Bfe Mflt. fta’T&aUi XwiJ Jtaniinnunw V dorwürti ^men lnu '&te S^sC tone a(W)L SSL ‘Ä’Ä In dir Ofl|«. an- Illlrzk ein oniggkrger Da- ' Bereinigung in | Hinommen tn- jtvri Äönigi- M Die beiden anzer BaLeftrond mb iuaren Jabei beröieCDaf. ««Sangen. 3it vnbervvMgr. Flugzeug, und Iler nbau? von 5atob Silber« n, als sie bas In betraten bit gilial« u des SilberjtDfig, Die ftafie mar an« $eld)ält9raum htm Mit an btr Utlit laubmorb vor« sich an den tat« t der ßon dem ober den it. ige. ’ fr' £ Sf, ? & T7" A?h 1 0 s£ä flS Ä-- >" Ah«*?,, ?■»»- i’S- ** « Aus der Provinzialhauptfiadt. Gießen, den 25. Juli 1931. xJd) bring' dir viel in der Seele mit* Don Reinhold Praun. Goethe schreibt au» Ron, an ttbarlotte Stein. „Da ich nicht reich bin, bring' ich btr viel In der Seele mit!" Da» itt ein schöner, glanzvoll« Akkord au» der einzigartigen Doetheschen Leben», melodie. Immer wieder tönt in seinen Driesen da» die! seiner Italienreise auf. Unvergeßliche» m sich hineinzusammeln, seine» Dafein» heimlichen Äö- nigSschatz zu mehren. Aus dieser Schniuchts- Hochaestimmrheit schaut er Menschen und Dinge an, lebt er seine Tage mit einem schier unerreicht ten Impuls Schon durch diese Art der Leben»- fühigkeit wird er zum Gleichnis de» „hohen Menschen"- — E» gibt viele, die auf einer Reise von der Andenken-Sucht besessen sind, in deren Programm da» „Mitbringen" an erster Stelle steht: sie kommen mir auch in ihrem ganzen sonstigen Gebaren wie Menschen vor, die die Außenseite ihre» Lebenthause» aufsrisch-.n, aber im Innern alle» beim Alten lassen. Vie leben in der alten Sticktgkeit und im Trott de» Vorherigen weiter. Alle», wa» sie schauten, ist nur an sie heranae- kvmmen. Aber e» war, al» stände hi bl es ®la» zwischen ihnen und den Dingen. Die olutwärme 'Berührung, die innige Verschmelzung zwischen dem Geschauten und der Seele de» Schauenden voll«>g sich nicht. „Diel in der Seele mitbringen!" Da» gilt nicht nui für eine Reise, sondern für'» Leben überhaupt, überall da, wo wir zum Erleben aufgerufen werden, sei e» in Ratur und Kunst, in Religion und der Begegnung mit Menschen, in Liebe und Freundschaft. O Glück, wenn Liebe von der Liebe sagen tann: „Vie bringt mir viel in der Seele mit!" Wie wird da» Wiedersehen dann zu einem Fest! Und wenn Liebe trösten muß. wie tut ein Trost bann Wunder, wenn ein reiche», unerschöpfte» Herz von seinem Sichte schenkt! Da braucht'» zuwellen nicht einmal der Worte. Zu willen schon, die Seele da, die zu dir kommt, hat in sich der Schätze viel. Quellen schon au» der Ferne zu spüren kann Srlabung sein. ... Und wie beschenkt da» Roch-einmal-Grieben in herzlich-fröhlicher Erinnerung die eigene Brust, wenn man Geschaute» und Erfahrene» der Liebe, die danach verlangt, Hinbreitel wie Kleinodien au» einer Truhe! SS wäre mehr Glanz und reines Schwingen in unfern Ehen, wenn man also täte! Sind wir oft nicht zu bequem dazu?.. Und dann die Freundschaft! Weich' Glück, wenn man weiß, heute kommt ein Mensch zu dir, der bringt viel in seiner Seele mit, und er weih froh und innig e» zu schenken. Und man nimmt sich selbst vor, heute wieder einmal ganz dabei zu sein, mit der lichten, starken Seele und sein Beste». Reinstes, Echteste» zu spenden! Wie blühen da die Hochstunden des Lebens, und ihr Segen strömt geheimnisvoll in Künftige» ... Vorsätze gibt eS, die schon der Anfang einer Gnade sind. ... Seelen werden einander Heimat, und man wirkt zu gegenseitiger Helferschaft, liebreich aufgetan, an seinem ewigen Teile, daß er immer reinem Glanz gewinne, tiefere Freude, größere Güte. Was aber tut gerade in dieser schweren Gegenwart nötiger denn diese»I Giessener Tgochcrnnarktpreise. E» kosteten auf dem heutigen Wochen markt da» Pfund: Butter 140 bi» 150; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 10 bi» 12; Weißkraut 10 bi» 12; Rotkraut 12 bi« 15; Spinat 20 bis 25; Rbmischkohl 8 bl« 10; Dohnen 8 bi» 15; dicke Bohnen 10 bi« 15; Erbsen 10 bi« 15; Mischgemüse 8 bi« 10; Tomaten 20 bi« 40; Zwiebeln 10 bis 15; Pilze 20 bi« 25; Kartoffeln 5 5 bi» 6; Frühäpfel 30 bis 35; Falläpfel 6 bi« 8; ausländische Aepfel 50 bi« 60; Dirnen 20 bt« 35; Dörrobst 30 bi« 35; Heidelbeeren 20 bis 25; Himbeeren 35 bis 40; Stachelbeeren 20 bi» 25; Johannisbeeren 20 bis 25; Pflaumen 45 bi» 50; Zwetschen 30 bi» 35; Mirabellen 45 bi» 50; Pfirsiche 40 bis 50; Honig 40 bis 50; junge Hähne 90 bis 110; Suppenhühner 90 bis 100; da» Stück: Sier 9; Blumenkohl 30 bi« 70; Salat 5 bi« 10; Salatgurken 15 bis 25; Sinmachgurken 2 bi« 5; Endivien 10 bi« 20; Ober-Kohlrabi 8 bis 10; Lauch 5 bi« 10; Rettich 10 bt« 15; Sellerie 10 bi« 15; das Bund: Radieschen 10 bi« 15; gelbe Rüben 8 bis 10; rote Rüben 8 bis 10 Pf.; der Zentner: Kartoffeln 4,50 bis 5 Mk. Bornotizen. — Tageskalender für Samstag. TL. Zusammenkunft im Vereinslokal. 21 Uhr. — 1878 1928 : 20.30 Uhr Vollversammlung bei Gaub — Eisenbahn-Zahrbeamten-Derein Gießen, 20.30 Uhr. Versammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhof- Wuslrie- und Handelskammer Gießen. Sine Protest-Kundgebung. lieber die Sitzung der Industrie- und Handelskammer Gießen vom 23. 3uli wird uns berichtet: Rach kurzer Begrüßung der Anwesenden beglückwünschte der Vorschende. Herr Fabrikbesitzer Rinn, den Ehrenpräsidenten. Herrn Kommerzienrat Schirmer, unter Ueberreichung eines Blumenkorbs zu seinem 70. Geburtstag. Seine Worte, die wiederum beredtes Zeugnis von der tiefen Verehrung für den Iubilar ablegen, finden in den Herzen der Kammermitglieder freudigsten Widerhall. Die Dankesworte, die Herr Äornmer- zienrat Schirme r darauf an die Versammlung richtet, geben auf» neue Beweis davon, wie eng er sich auch jetzt noch mit der Kammer und ihren Mitglledem verbunden fühlt. In Ausführung eine« Auftrags des Herrn Präsidenten de« Landesfinanzamts werden die für die Reubildung der Steueraus- schüsse bei den Finanzämtern in Alsfeld, Gie- yen, Grünberg Homberg, Hungen und Lauterbach erforderlichen Wahlen vorgenommen. An ein Referat de» Herrn Steuersyndikus über die Rotverordnungen schließt sich eine sehr lebhafte und ernste Aussprache an. höchste (Erregung und hellste (Empörung löst besonder» die Ratoerordnung über Zuschläge für Steuerrürfftänbe au», weil sie fast jede» Derffänbnl» für die ungeheuren Röte der Wirtschaft vermissen läßt. Man gibt dabei der Befürchtung Ausdruck, daß mit solchen drakonischen Maßnahmen weiteste kreise von handel und Industrie notwendigerweise zur Stillegung gezwungen und dem verfall ausgeliefert werden. C» wird de»halb einstimmig beschlossen, über den Vorort sowohl bei der hessischen Regierung al» beim Deutschen Industrie- und handel»tag vor- Adreßbuch der Stadt und des Kreises Gießen. Oer Abschnitt III mit den Ginträgen der Buchstabe» S bis M in das alphabetische Einwohner« und Kirmenverz-ich« nls der Stadt Gießen liegt 2 Tage, vom Montag, dem 27., bis einschließlich Dienstag, den 28. Zull zu jedermanns Einsichtnahme in unserer Geschäftsstelle offen. Vie zuständige Einwohnerschaft Gießens sowohl als die beteiligten Behörden und öffentlichen Körperschaften usw. werden um Prüfung der Einträge auf Richtigkeit und Vollständigkeit hiermit gebeten. Für Fehler und Un- richtigketten kann keine Haftung übernommen werben. Oberhessischer Adreßbuchverlag Gießen Gchulstraßc 1 Eingang von der Raplaneigaffe aus. st raße: .Liebe auf Befehl", auf der Bühne: .Die Könige der Ferch-Sensationen". — Tageskalender für Sonntag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: .Liebe auf Befehl", auf der Bühne: „Dio Könige der Ferch- Sensationen". — Volkstümliche Rheinfahrt der Hapag nach Mainz-Kastel — Rüde »he im — Aß- mannShausen — Koblenz — Dießen. Abfahrt: 6.32 Uhr ab Bahnhof Gießen. - ♦ •• Anforderung von Steuerbescheiden. In einer Bekanntmachung im heutigen An- zeigenteil macht die Stadtverwaltung darauf aufmerksam, daß diejenigen Steuerpflichtigen, die bisher einen Steuerbescheid noch nicht erhalten haben, die» beim Städtischen Rechnungsamt anzeigen müllen. •• Diehmarkt in Gießen. Der nächste Rindvieh-(Nutzvieh-)Markt in Gießen findet am Dienstag, 28. Juli, der nächste Schweinemarkt am Mittwoch, 5. August, statt. Die Museen und der Heidenturm sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr bei gewöhnlichen Preisen geöffnet. •* ßin Achtzigjähriger. In voller geistiger und körperlicher Frische kann am nächsten Montag der Stellwerksmeister i. R. Iofeph Schmitt diel, früher in Gießen stationiert, jetzt in Wetzlar wohnhaft, seinen 80. Geburtstag feiern. *• Mietetjubiläum. Am nächsten Montag kann Frau Witwe Marie Kramer, wohnhaft vteinstrahe 84. auf eine dreißigjährige Mietzelt im gleichen Haufe zurückblicken. Reue Wohnungen an der Schott- stratze. In dem neuen städtischen WohnhauS- blrxf an der Schottstvahe vervollständigen die Weißbinder die Herrichtung der Wohnungen, die am 1. August schlüsselfertig übergeben werden sollen Der Wohn- hauSblock, mit besten Bau im vorigen Herbst begonnen wurde, umfaßt sechs Häuser mit je sechs Wohnungen. Mer dieser Wohnungen in jedem Hause sind Zwei-Zimmerwvbnungen mit Küche, Duschraum und Kelleranteil, und zwei Wohnungen sind Kleinst Wohnungen, die aus cincm Zimmer und einer großen Wohnküche bestehen; Kelleranteil ist auch für diese Kleinstwohnungen vorhanden. Die Wohnungen sind im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel sehr sauber auSgestattet. Die Wände sind mit einfachen Tapeten bekleidet, die Küchen sind geräumig und bergen neben einem Herd auch noch die Möglichkeit zum Anschluß eines GaSherdeS, oder einer elektrischen Kochanlage. AIS Dade- einrichtung fungiert ein Duschraum, der geschickt angelegt ist. Das Treppenhaus ist in jedem Gebäude zwar einfach, aber doch geräumig und zweckentsprechend gestaltet. Große Fenster lafjen Licht und Luft ungehindert Zutritt. An der Rück- fornt der Häuser sollen für die Dewohner kleine Ruhgärten geschaffen werden, wie sie am Asterweg seit längerer Zeit in Benützung sind. Für die Verlängerung der Schvttstraße, die durch tne Erstellung des WohnhauSblockS notwendig wurde, waren umfangreiche Erdbewegungen zu bewältigen. Die Straße sieht jetzt auch ihrer Fertigstellung entgegen, so daß die künftigen Bewohner der neuen Wohnungen sich in dem neuen Wohn- tcil im Schwarzlachgebiet wvhlfühlen dürften. Zugleich wird man mit diesen HauSbauten der Wohnungsnot und dem Bedürfnis nach kleinen und billigen Wohnungen rn beachtenswertem Maße abgeholfen haben. " Sine Möbelausstellung veranstaltet zur Zeit die Firma Möbelfabrik Hahn in Verbindung mit der Polsterwerkstätte Wehrheim in ihrem Geschäftshaus in der Löberstrahe. In den großen Ausstellungsräumen der Firma sind nicht weniger als 60 verschiedene Zimmereinrichtungen ausgestellt, die sicherlich viel Interesse finden Werdern Man sieht Wohn- und Herrenzimmer, Schlafzimmer und Kücheneinrich- tungen in geschmackvoller Ausführung, in guten Hölzern und dezenten Farben. Herren- und Eßzimmer sind vielfach in prächtig gemasertem kaukasischen und französischem Rußbaum, Schlaszim- mer in kanadischer und afrikanischer Dirke, rn Eiche und Kirschbaum ausgeführt. Die Möbel entsprechen allen neuzeitlicher Anforderungen und können auch dem verwöhnten Geschmack gerecht werden. Ueberraschend für den Desucher ist die Vielfältig- feit der Formen, die ihm allenthalben entgegentritt; reizvolle Wirkungen wurden durch die verschiedenartige ■Bearbeitung der Maserung erzielt, flellig jo werden, damit diese sich ohne verjag bei der Reichsregierung für eine Milderung jener unheilvollen Rowerordnung einsehen. Diese Milderung müfic in der Richtung erfolgen, daß in allen Fällen, in denen die ja leistende Zahlung nicht rechljeitig entrichtet werden kann, Verzugszuschläge bzw. Verzugszinsen nur in der höhe erhoben werden dürfen, wie sie dem jeweiligen Rcichsbanksah entsprechen, hätten doch die Steuerpflichtigen ein wohlbegründete» Ün- recht darani, nicht noch obendrein für Verhältnisse bestraft zu werden, die sie nicht selbst oer- schuldet haben. Die Aussprache über die durch die Notverordnung geschaffene yinanz. und Wirtschaftslage schließt der Herr Vorsitzende mit längeren Ausführungen, in welchen die tiefste Besorgnis um die Zukunft der heute durch unzählige Geseke und Verordnungen gequälten deutschen Wirtschaft zum Ausdruck kommt. Der Kammersyndikus erstattet Bericht über eine am 21. d. M. stattgehabte außerordentliche Sitzung de» Hessischen Industrie- und Handelskammertag». Es wurden dort Beschlüsse gefaßt, weiche auf eiize fofoctige tienberung der Notverordnungen über den Zahlung»« und den Auslandsoerkehr im Sinne einer weitgehenden Lockerung und Erleichterung der darin enthob teneü Vorschriften abzielen.. Bezüglich der Danatbank beschränkt man sich darauf, den in Betracht kommenden Reich», und Landesbehörden den allgemeinen Wunsch auf Erhaltung dieses Bankinstitutes im Interesse der gesamten deutschen Wirtschaft gu erkennen zu geben. Als Sachverständiger für Rohtabake und Tabak« sadrikate wird Herr Geschäftsführer Heinrich Rau öffentlich angestellt und beeidigt. die oft zu seinen dekorativen Ornamenten ausgenützt wurden. Der gute Geiamteindruck wird durch die Aufhellung von schönen Polstermöbeln noch erhöht- Sin Betuch der Schau Dürfte die G festen er Bevölkerung davon überzeugen, daß eS durchaus nicht nötig ist, Möbel in der Großstadt zu kaufen, sondern daß auch die hiesige Möbelfabrikativn sehr wvbi in der Lage ist, hohen Anforderungen &u ent sprechen. • • Volkstümliche Rheinfahrt bet Hapag. Am morgigen Sonntag findet die einzige d,e»iährige Rheinsahrt der Hapag, die vom Reisebüro Loeb durchgefudrt wird, statt. Die Fahrt geht ab Gießen um 6.32 Uhr nach Mainz-Kastel, dann auf einem Sondersalondampser nach fRübee- beim und Aßrnannshausen (in diesen beiden Orten sind längere Aufenthalte vorgesehen! und schließlich nach Koblenz. Von dort aus wird die Heimsadrt durch da» Lahntal angetreten. Die wir hören, sind für die Rheintour noch Karlen zu haben. (Vieh« gestrige Anzeige.) •• Einbruch. — Verkedrsunsall. Der heutige Polizeibericht meidet: In der Nacht vom 24 25. Iuli wurde in der Bahnhofstraße der Schau« kästen eines Photogeschäfte» erbrochen und daraus zwei Rollfilmkameras Marke „Foth Derby" und „Welta" entwendet. — Heute gegen 9 Uhr ereignete sich an der Ecke Liebig- und L'ubmigftraBe ein Verkehr »Unfall. Ein von der Bahnhofstraße durch bi« Liebigstraße kommender Milchlieferwagen stieß an der genannten Ecke mit einem Personenkraftwagen zusammen, der durch die Ludwigstraße von dem Viadukt kommend fuhr. Es entstand nur Sachschaden. Die Ermittlungen über die Echuldsrage sind eingeleitet. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Freitag, 31. Iuli, Samstag, 1. August, und Sonntag. 2. August, von 20 bis gegen 23 ilbr: .Der Soldat der Marie". Schauspielhaus. Don Sonntag, 26. Iuli. bis Sonntag, 2. August, von 20,15 bis gegen 23 Uhr: .Weine Schwester und ich". Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 26. Iuli. 8. Sonntag nach Irinitatlt. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfr. Becker; zugleich Christen- lehre für die Neukonfirmierten der Markusgemcinde; 9.30: Psarrasfistent Seemann. — Iohanneskirche. 8: Pfarrassistent Seemann; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Iohannesgemeinde; 9.30; Pfr. Bechtolsheimer; 11: Kinderkirche für die Luka»- gemeinde, Pfr. Bechtolsheimer; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal; Pfr. Groh. — Kapelle de» Alten Friedhof». 9.30: Pfr. Lenz; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Luthergemeinde; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde, Pfr. Lenz. — Elisabeth Kleinkinderschule. 8.30: Pfr Groh. — wieieck. 9.30; 10.45: Christenlehre. — Alten-vuscck. 10: Gottesdienst Alten-Buseck; 13: Gottesdienst Trohe. — Hausen-Garbenteich. 9.15: Garbenteich; anschließend Christenlehre; 10.30: Hausen. — IDahcnborn-Steinberg. 13.15: Hauptgottesdienst; 14.15: Kinderkirche.— Cid). 9.30: Stiftsdechant Kahn; Christenlehre für die männliche Iugend; 12.45: Kindergottcsdienst; 14: Stiftspfarrer Draudt. — kirchbera. 10: Gottesdienst in Kirchberg; 11: Christenlehre für die männliche Jugend; 13.30: Gottesdienst in Lollar. katholische Gemeinden. Samstag, den 25. Iuli. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 26. Juli. 9. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Frauen; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Meße mit Predigt; 14: Andacht. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 9 30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Cid). 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre und Andacht. — Collar. 8.45: Messe mit Predigt. — Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Montag, den 27. Juki. Caubach. 7.30 Uhr: Messe. Mittwoch, den 29. Juki. Hungen. 6.15 Uhr: Messe. Sprechstunden der Redaktion. 1130 bi» 12.33 Uhr, 16 bl» 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Anzei^enausträge sind lediglich an ble Geschäftsstelle zu richten. Verantwort!. f. d- Feuilleton: i. D. Dr. Lange. Lonntanödicnit d.Zieraten.Avotbekenam28 7.3t. Frau Dr. Marr. Dr. S. Klein. Hirschavotbeke. __Zahnarzt: Dr. Haubnch.__“yD Sonne und Naumann'? weihe Kernseife find die wahren Freunde Ihrer Wäsche. Naumann'» Kernseife ist besonder» rein, mild und fettbaltta. Sie erleiibtert durch ihren reichen Seifenschaum die Arbeit beim Waschen und Putzen. Naumann's weihe Kernseife reinigt Ihre WÄch« ebenso schonend wie die Sonne sie bleicht, ganz tm Gegensatz zu scharfen Wasch-und Bleichmitteln t hat ab 1. Juli 1931 die Generalvertretung für unser ganzes Fabrikationsprogramm für den Bezirk Gießen, Wetzlar und Biedenkopf übernommen. VEREINIGTE NUTZKRAFTWAGEN AKTIENGESELLSCHAFT BRAUNSCHWEIG BvSSINC NAG Die Firma ADAM KIRCHER - Automobile • GIESSEN Bleichstraße 15 • Telefon 3338 BUSSING-NAG LASTWAGEN von 1,5 bis 8 Tonnen Nutzlast BUSSING-NAG OMNIBUSSE für 15 bis 80 Fahrgäste BUSSING-NAG SPEZIALFAHRZEUGE führend durch Wirtschaftlichkeit Gießen, den 24. Juli 193L 4928 D Von Beileidsbesuchen bittet man höflichst absehen zu wollen. 04221 04258 des Gieß. Anz. Alters Vereinigung 1873-1923 Die Einsegnung findet am Samstag, dem 25. Juli, um 19Uhr im Trauerhause, Bergwerk, Oberhof statt. Die Beisetzung in der Familiengruft in Brilon (Westfalen). Das Seelenamt findet in der kath. Pfarrkirche in Gießen am Mittwoch, dem 29. Juli, um ’/s8 Uhr statt. Der Vorstand. ________________4952 D Die Beerdigung findet Sonntag, den 26. Juli, nachmittags 3 Uhr statt. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, alle Alterskameraden von dem Ableben unseres lieben Altersk ameraden Direktor Robert Liste in Kenntnis zu setzen. Statt jeder besonderen Anzeige. Am 23.Juli abends verstarb infolge eines Schlaganfalls, versehen mit den heiligen Sterbesakramenten, mein lieber Gatte, unser lieberVater, Bruder, Schwiegersohn. Schwager, Vetter und Onkel In tiefer Trauer: Lisette Althof, geb. Bernhardt, und Kinder. Gießen (Asterweg 56 p), Frankfurt a. M., Berlin, Bodenheim a. Rh., Wetzlar, den 25. Juli 1931. Die Beerdigung findet Montag, den 27. Juli, um 2'/, Uhr nachmittags, auf dem Neuen Friedhof statt. In tiefer Trauer: Johanna Liste, geb Roth Lotte Liste Paul Liste Paula Liste Maurice Liste, Ingenieur Todesanzeige. Nadi langem, schwerem Leiden ist unsere liebe Schwester, Tante und Schwägerin Frau Katharina Stamm Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange unserer lieben Entschlafenen sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Koch und den zahlreichen Blumenspenden sagen wir unseren innigsten Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Familie Bepler. Hörnsheim, Großen-Linden, den 25. Juli 1931. _____________________________________________________4949 D im Alter von 73 Jahren unerwartet von uns gegangen. Für die trauernden Hinterbliebenen: Familie Stengel. Großen-Linden, Gießen, den 24. Juli 1931. Herr Robert Liste Bergwerksdirektor i. R. im 58. Lebensjahre. Am Donnerstagnachmittag 4 Uhr ist mein lieber, herzensguter Mann, unser treusorgendesVater Friedrich Althof Zugführer i. R. im 67. Lebensjahre für immer von uns gegangen. Beschlagnah mefrete große [<935D 3-gimmer- WoHnung mit Zubeh. i. Neubau Wiesecker Weg 44 I. preiswert zu vertu. Nah. 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(72 Zweites Blatt Chequers als Zeit seines Lebens seinen Landsleuten böse Dinge nochgefagt, er hielt ihnen einen Spiegel vor das Gesicht, in dem sie alle ihre sagen wir einmal milde — negativen Eigenschaften klar erkennen konnten. Und nie konnte er sich zu einer Anerkennung der wertvollen Qualitäten des Engländers durchringen: auch wenn er wirklich einmal ein Lob aussprechen muhte, so wuhte er die- in so beißend ironischer Form vorzubringen, dah die Leser seiner Werke oder seine Zuhörer nun keine rechte Freude mehr an dieser Anerkennung hatten. Der Psychologe hat dieser Eigenart des Dichters gegenüber seine besondere Einstellung, die darauf hinausläuft, Shaw verberge hinter seiner kalten, teils ironisch, teils zynischen Art nur seine warme Menschenliebe, und sei deswegen viel besser zu bewerten und höher einxuschahen, als er sich selbst gebe. Es ist hier nicht der Platz, darüber ein Urteil zu fällen. Shaw, der repräsen- tntinftp SHtbtcr des ieNiaen Enalands er wurde „Kosaken" um, bei denen er jetzt seinen sünfund- siebzigsten Geburtstag feiert. Die damaligen Bundesgenossen feierte er nicht. Auch Sir Edward Grey bekam unangenehme Dinge von ihm ,$u hören. Und als die Staatsmänner der Entente nach dem Waffenstillstand sich anschickten, der Welt wieder Frieden zu geben, da schrieb Shaw seine .Winke zur Friedenslonserenz", in denen er das verwerfliche imperialistische Streben Englands und seiner Freunde hartnäckig bekämpfte. Man hörte zwar nicht auf die warnende Stimme au- dem eigenen Lager. Aber dafür hat Shaw dem Deutschtum in den schweren AachkriegSjahven nachdrücklichst sein Verständnis bekundet, er brachte den deutschen Künstlern stets regstes Interesse und wärmste Sympathie entgegen. Das Geld zur Sparkasse! Unter dieser UebeWhrift wendet sich in unserem heutigen Anzeigenteil die Dezirks- sparkasseGießen mit einem Aufruf an die Mitbürger in Stadt und Land. 3n eindringlicher und überzeugender Weise wird in dieser Kundgebung dargetan, dah keinerlei Grund zur Besorgnis der Sparer um ihre Guthaben besteht und dah ebensowenig Anlaß zur Zurückhaltung von Geldern vorhanden ist. Mit Recht wird in dem Aufruf darauf hingewiesen, dah in dieser schwierigen Wirtschaft-zeit daS Geld nicht in d i e Schubladen, oder in den Strumpf gehört, sondern durch die Kassen dem allgemeinen WirtschastSleben zugänglich gemacht werden muh. Weiter wird in dem Ausruf betont, dah das Geld bei den Sparkassen völlig sicher ist und bah von einer InflationSgesahr überhaupt keine Rede sein kann. Hoffentlich wird der Appell der DezirkSsparkasse allenthalben in vollem Umfange beherzigt und befolgtl WelenSverkrhrung. SS ist wahrlich an der Zeit, dah sich die verantwortlichen Männer in Staat, Wirtschaft und Schule auf den Ernst der Lage besinnen und in unvoreingenommenen Aussprachen über diese Dinge beraten. 120 003 Studierende auf deutschen Universitäten sollten endlich zur Einsicht zwingen Dabei würde auch die Frag« einer Reform deS BerechtigungSwe- s e n S einer gründlichen Erörterung und Bereinigung zu unterziehen sein Am End« dieser Beratungen müssen Wege gefunden werden die all denen off en stehen, deren BildungSwiNe nicht in höheren Schulen und Universitäten seine restlose Befriedigung finden kann Lenken tofr in dieser Richtung Aufbau und Ausbau der DolkSschule, so wird die Zukunft der Wirtschaft die freudigen und verantwortungSbewuhten Mitarbeiter zuführen deren sie zur Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung bedarf. Daten für LamStag, 25. Juli. Sonnenaufgang 4.38 Uhr: Sonnenuntergang 20.23 Uhr. Mondaufgang 17.59 Uhr: Mond- untergang —. 1867: der Dichter Max Dauthendy in Würzburg geboren: — 1914: Abbruch der Beziehungen Oesterreich-UngarnS zu Serbien. Daten für Sonntag, 26. Juli. Sonnenaufgang 4.40 Uhr, Sonnenuntergang 19.07 Uhr. — Mondausgang 20.22 Uhr, Monduntergang 0.33 Uhr. 1846: der Maler Hermann Kaulbach in München geboren: — 1856: der irische Schriftsteller Georg Bernard Shaw in Dublin geboren. einzelnen Arbeiter bi- zur Bert locht enheil unserer Dolkswirtschaft mit der Weltwirtschaft, heut« ein Komplex mannigfacher Faktoren ist, erwach- sen der Schule bei der Aufrichtung der sittlichen und intellektuellen Grundlagen im Kinde hohe und sehr schwierige Aufgaben. Ein- aber scheint un« als Zeuge dieser inneren Umstellung der Volksschule rwtwendig zu fein, wir müssen zurück von der gefährlichen Ueberschätzung der höheren Schule, die heute unser gesamtes Volk ergriffen hat. Bei dem ungehemmten Zustrom zur höheren Schule, den wir heute erleben, kann wirklich keine Rede mehr sein von plan- mäßiger und rationeller Ausnutzung finanzieller Energien, unb es ist erstaunlich dah die Kritik der Wirtschaft hier nicht schon längst eingesetzt hat. Der Sinn der höheren Schule ist im Gegenteil verkehrt. Leistungsminderung der höheren Schulen und der Universitäten war die Folge jener Bernhard Shaw. Zum 75. Geburtstag pes englischen Dichters am 26. Juli. Don d. Wesner. Wenige Tage vor seinem Geburtstage verläßt dieser englische Dichter still'und heimlich seinen ständigen Wohnsitz in London, macht eine kurz bemessene Spritztour nach Berlin, die gerade ausreicht, um ein paar neue und natürlich wohl- gelungene Alper^us an den Mann, will sagen an die Oeffentlichkeit zu bringen und fährt dann nach Rußland, wo er in Moskau von den kommunistischen Behörden sehr heftig gefriert wird. Shaw erklärt zwar, daß er den ihm unweigerlich drohenden Festlichkeiten zu seinem 75. Geburtstag aus dem Wege gehen wollte: die Ankunft in Rußland wird ihm gezeigt haben, daß man ihn dort nun um so nachdrücklicher feiern wird. Denn nur zu gerne möchten die Kommunisten diesen englischen Dichter voller Eigenart und voller Abseitigkeit im Denken für sich in Anspruch nehmen. Mag fein, daß Shaw ihnen tatsächlich Sympathie entgegenbringt; sein freimütiges Eintreten in der englischen Oeffentlichkeit für eine angeblich bestehende und weiter im Gang befindliche bolschewistische Aufbauarbeit, hat nicht nur Aussehen in seinem Heimatlande erregt. Trotzdem träte es falsch, zu glauben, Shaw trete ernsthaft für den Sowjetstern ein. Es gilt, diesen Dichter, der sich so leicht nicht in eine Kategorie ein- ordnen läßt, gegen sich selbst in Schuh zu nehmen. Der fünfundsiebzigjährige George Bernhard Shaw stammt aus Dublin, ist also von Geburt ein 3 11 ä n b e r. Aber in ihm hat sich irische Eigenart und englisches Wesen mit einer Selbstverständlichkeit vermischt, dah sich nun nicht mehr sagen läßt, dieser Dichter des Geistigen, der Spötter, der arrogante Essayist, sei nur Irländer ober nur Engländer. Er selbst wird auch keine eindeutige Feststellung treffen können. Aber Shaw ist in seiner Jugend einmal Sozialist gewesen, Mitglied der für damalige Seiten radikalen fabian society, und aus dieser besonderen Einstellung zu weltanschaulichen Dingen des Lebens kam er nie wieder ganz heraus. Er hat in jeder zu sichern. Die drei Flugzeugstativnen, die sie im Lande behalten, sichern sie militärisch, und der Vertrag über das Petroleum wirtschaftlich. Aber die Beseitigung des Mandats, auf die die englische Politik abzielte, ist doch eben ein Fortschritt gegenüber dem bestehenden Zustand. Man hätte daher auch annehmen können, dah die englische Politik vom Völkerbund gebilligt werden würde, um so mehr, als ja das Mandat ausdrücklich die -Qkrfrlbftänbigung deS MandatSlandeS vorsieht. Als die Engländer jedoch im Dezember ihre Absichten im Mandatsaussd^iß deS Völkerbundes vortrugen, kam es ganz anders- Frankreich, Englands einziger Gegenspieler in der Frage, machte Einwände über Einwände: es bezweifelte, dah der 3raf reif zur Selb ft regle rung sei, verlangte einen Sonderschuh seiner Staatsbürger usw-. so daß schließlich die Mandat-kommission nicht umhin konnte, einen Beschluß zu fassen, ber eine Vertagung ber ganzen Angelegenheit bedeutete: ber Völkerbund verlangte weitere AuS- tünfte, ehe er in eine Diskussion ber Frage ein* treten könnte! Das war. wenn man so will, ein glatter Wort- bruch ber Franzosen. Aalten boch die Engländer in Voraussicht dessen, dah Frankreich Schwierigkeiten machen würde, wenn auch schweren HerzenS, nicht nur in eine Beteiligung Frank- reich s an ber effektiven Ausbeutung ber mesopotamischen PetroleumSselber eingewilligt, bie eine bebeutenbe Verbesserung ber französischen Stellung gegenüber früheren Vorschlägen bedeutete. sondern darüber hinaus dem Bau ber O eile i tun g zugestimmt, bie von den mesopotamischen Oclfelbem anS Mittelmeer führen soll. Das war kein geringe- Opfer, ba ber Bau ber riesigen Oetleitung sehr viel Gelb kostet, unb er für die Engländer jedenfalls eine überflüssige Ausgabe darstellt. Sie besitzen ja im Oelhafen von Abadan am Persischen Dolf einen sehr viel besseren und billigeren AuSlah Dieses Zugeständnis war also so groß, dah bie Engländer hätten erwarten dürfen, von Frankreich nunmehr keine weiteren Schwierigkeiten zu erfahren. Die Haltung der Franzosen im MandatS- ausschuh war somit alleS andere als loyal. Als es soweit war, blieben die Engländer aber auch nicht müßig. Der Vertrag mit der Irak-Petroleum-Cie.. ber aus englische Veranlassung -wischen der Irakregierung unb dieser englisch-französischen Gesellschaft geschlossen worden war, stieß plötzsich auf Schwierigkeiten, unb es fehlte nicht viel, so wäre dieser Vertrag „gescheitert". Denn es stellte sich nun heraus, daß die Franzosen mit dem ersten Abkommen über die Oelleitung keineswegs einverstanden waren. Sie hatten nämlich bemerkt, baß bie Oelleitung ja voll unb ganz burch britisches Gebiet, nämlich nach Haifa, führen sollte, so daß die Kontrolle über bie Oelleitung ausschließlich in englischen Hänben geblieben wäre. Die Franzosen hatten also -war ihr Kontingent an Oel erhalten, aber in einem englischen Hafen unter englischer Kontrolle. Sie bestanden tativste Dichter des jetzigen Englands sogar dem deutschen Besuch in Eh« Paradepserd vorgeführt — ist gerade aus dieser seltsamen, unvollkommenen Mischung von eiskalter Ironie und warmer Menschlichkeit zu werten. Er selbst bat seine Dichtungen einmal eingeteilt in unerquickliche. Die Häuser des Herrn Sartorius, Der Liebhaber, Frau Warrens Gewerbe; in erquickliche: Helden, Candida, Der Mann des Schicksals. Man kann nie wissen; in S t ü ck e für Puritaner: Cäsar unb Kleopatra, Kapitän Drahbounds Bekehrung. Der Teufelsschuler. unb in Äomöbien bes Glaube ns: Major Barbara, Der Arzt am Scheidewege, 2lndroklus unb ber Löwe. Die fühlbare Ironie biefrr Einteilung erfüllt auch die Dramen selbst, binbert Shaw aber nicht, Menschen von Fleisch unb Blut mit einer oft ergreifenben, oft zu innerstem Lachen zwingenden Lebendigkeit zu btlben. Fast immer beginnt er damit, den überkommenen Konven- turnen des menschlichen Lebens das PrunkgewanO vom Leibe zu reihen, sie nackt hinzustellcn. Insofern erscheint Shaw als Rihilist unb liebäugelt mit dem Bolschewismus. Das tat er allerdings schon zu einer Zeit, als die Welt die Probleme Ruhlands noch nicht mit derartigen Begriffen umrih. Aber wenn Shaw niederreiht, so baut er auch wieder auf; er stellt seinen unwürdigen Helden auch wieder Personen mit echtestem Men- Lochschulnacknchten. Prof. Dr. Eberharv Grisebach in Iena bat die Ernennung zum ordentlichen Professor der Philosophie und Pädagogik an bet Universität Zürich als Rachfolger beS verstorbenen Professors G. Lips erhalten. Grisebach war Schüler von Rubvlf von (Süden unb begann seine aka- bemische Laufbahn 1913 als Privatbozent in Iena. Hier wurde er 1929 a. o. Professor. — Die Ernennung des o. Professor- Dr. Wolfgang Denk von der Universität Graz zum ordentlichen Prosessvr der Chirurgie unb Direktor ber II. Chirurgischen Klinik an der Universität Wien als Rachfolger des Hofrates Hochenegg wird bestätigt. Denk war Schüler von Pros, von Cisels- berg in Wien. Dort habilitierte er sich 1916 unb siedelte 1928 als Ordinarius nach Graz über. Deine Arbeiten betreffen besonders Blutgerin- nung-lehre, Darm- unb Gehirnchirurgie. — Dr. med. et phil. Anton Walbeyer. Prosektor am Anatomischen Institut der Universität Freiburg L Dr., hat eine Berufung auf den Lehrstuhl der Anatomie an der Staatlichen chinesischen Tungchi-Universität in Sch anghai als Rachfolger von Prof. Wagenseil erhalten, bet er bereit- zum Wintersemester 1931/32 Folge leisten wirb. Walbeyer erwarb in München den Dr. phil. nat. unb in Würzburg den Dr. med. unb bekleidete Assistentenstellen in Kiel unb Freiburg i. Dr. 1930 würbe Waldeyer Ptoseklor am Freiburger Institut. daher daraus, dah die Oelleitung nach Syrien geführt werden müsie unb erklärten, daß unter anderen Umständen für sie bie Angelegenheit fein Interest« haben würde. Da die Engländer dies natürlich zunächst nicht zuaestehen wollten, blieb die Angelegenheit in der Schwebe unb bannt auch bie Frage bet Aufhebung des Mandats über da- Irak. __ Aber die Sache hätte nicht von Engländern verhandelt werden müsten. wenn sich nicht doch eine Lösung gefunden haben würde: eine Lösmig, die in ihrer Art durchau- genial ist Man einigte sich nämlich daraus, die Oelleitung zu gabeln, so daß Engländer und Franzosen, jeder für sich, eine getrennte Adzapfstelle für da- Petroleum erhielten. Al- es soweit war. waren auch plötzlich wie mit einem Schlage sämtliche Schwierigkeiten für die Irakregierung verschwunden. Der Vertrag mit der Irak-Pe:roleum- Lie. kam mit einigen Aenderungen (Beschränkung deS Kvnzestion-gebiete- unb Erhöhung der IahreSabgabe) überraschend schnell zustande, und da- Irakparlament ratifizierte sogar den Vertrag ohne wesentlichen Widerspruch. Man kann nunmehr auch nicht daran zweifeln, daß ber Völferbunb bie Aufhebung De« IrakmandateS beschließen wird und daß all die Einwände, die man noch im Dezember gegen die Verselbständigung deS Lande- hatte, fort* fallen werden. Rachdem sich England unb Frankreich geeinigt haben, i st das Land eben „reif für bie Selbstregierung". Man kann biefrr Tatsache nur mit gemischten Gesühlen entgegenfeben, so seht es auchzweifel- los zu begrüßen ist, daß mit bem Irak ein weiterer der arabischen Stämme seine Selbständigkeit erhält. Denn auch diese- Ereignis zeigt, daß bet der heutigen Weltkvnstellation immer nur bann ein Fortschritt zu erreichen ist. wenn sich Engländer unb Franzosen auf Kosten eine- Dritten zu einigen Derrn ö g e n unb bah in allen anberen Fällen nichts zustanbe kommt. Unb bet Dölkerbunb, ber immer wieder als daS Mittel «Iler internationalen Kooperation gepriesen wird, bleibt bei aliebem nichts anderes al- ein Vollzugsorgan bet eng- lisch-französischen Entente, der immer nur bann zu einem Beschluß kommt, wenn sich England und Frankreich vorher hinter den Kulissen darüber geeinigt haben, wa- beschlossen werden soll. (Rachdruck. auch mit Quellenangabe, verboten!) lieber unseren europäischen Hptgen vergessen wir allzu leicht die großen ßinten der Weltpolitik. Das ist schade Denn so entgehen unserer Aufmerksamkeit leicht eine Reihe von Dingen, die ebenso bemerkenswert wie wichtig sind. Das gilt vor allem für das Verhältnis von England und Frankreich in außereuropäischen Fragen, in denen die wahre Stellung dieser beiden angeblich so befreundeten Rationen zueinander deutlicher, und ohne jenen Schleier verlogener Phrasen sichtbar wird, den man sonst nur selten beiseite schieben kann. Das gilt vor allem für die Stellung ber beiben Mächte im,0 r ient, wo immer noch die alte englisch-französische Rivalität ihre Gültigkeit hat- Hier, wo eS gilt, reale Interesten zu verteidigen: Länder, nicht Gefühle, wie ein alter Orientalist einmal Jagte, unb wo es keine Rücksichten auf innerpolitische Komplexe gibt, herrscht eben immer noch bet heilige Egoismus unumschränkt — und auch un- maskiert. Die Deispiele. bie uns die jüngere orientalische Geschichte liefert, sind daher auch stets besonders lehrreich, da sie zeigen, wie geschäftsmäßig unb nüchtern die Engländer im Grunde genommen ihre Politik stets zu treiben pflegen. Ein gutes, um nicht zu sagen ein klassisches Beispiel hierfür ist nun diL Geschichte d e S IrakmandateS in den letzten Monaten. Die Engländer haben bekanntlich im Sommer 1930 mit dem Irak einen Vertrag abgeschlossen, der vorsieht, daß daS Irak selbständig werden und infolgedessen das Mandat über das Land im Iahre 1932 auf hören soll. England hat diesen Vertrag aus guten Gründen geschlossen: denn er nimmt ihm nichts von seiner Machtstellung im Lande, konsolidiert aber dafür die Stellung F e i s s a l s. des von England eingesetzten Königs, und gibt den Engländern so die Möglichkeit, in allen Ländern des Orients das Lieb von der Befreiung der Orientalen durch die Engländer, von deren gutem Willen unb ihrer Uneigennützigkeit vorzutragen. Das ist keine geringe Angelegenheit und durchaus nicht nur Propaganda. wie man vielfach zu hören bekam, sondern von größter psychologischer Bedeutung. Denn einmal schmeichelt es dem Stolz der Orientalen, wenn er „unabhängig" ist. unb fobann wäre bas Irak nicht zu halten gewesen, wenn es nicht unabhängig geworden wäre. Ohne diese Tatsache hätte nämlich der Rachbar des Landes im Osten —Persien — noch der im Westen — Ibn Saud mit seinen Wahabiten — sich dazu herbeigelassen, das neu errichtete Königreich anzuerkennen. Ohne die UnabhängigkeitSerllärung wäre also der orientalische Friede nicht zu sichern gewesen. Wie man daher auch sonst über diese Politik ber Englänber benfen mag — sie enthielt einen gefunben Kern, ber im Interesse des gesamten Orients lag. wenn man den Frieben in biefen Gebieten sichern wollte Gewiß ist nicht zu bestreiten. daß die Engländer es verstanden haben, bei dieser Gelegenheit ihre Sonderinteressen gut Wirtschaft und Schule. Don X Albrecht. Zu den Problemen, die für lange ßeitbie kreise unb die weitere Oeffentlichkeu bc(irrigen werden, gehört das Problem der gen Beziehungen von Wirtschaft und Schule, ihrer Gemeinsamkeiten und ihrer Gegensätzlichkellen, ein Problem, von dem man sich wundern muß. daß eS nicht längst in jener Breite erörtert worden ist, die dem Gegenstand angemessen ist. Rachdem die Erörterung zunächst einseitig oon Den beteiligten Gruppen der Wirt- schattier ober Schulmänner behanbelt wurde, gewinnen wir in letzter Zeit ben Eindruck alS ob sich bie Erörterung bazu verdichtete, daß sich b.e interessierten Kreise am gemeinsamen Verhandlungstische finden wollten. daS erscheint notwendig. wenn man bedenkt, dah Wirtschaft und Schule aufeinander angewiesen sind. Unsere Wirtschaft wäre undenkbar ohne den hohen Stand unterer allgemeinen Volksbildung, wie umgekehrt die Schule nicht ihren heutigen hohen Stand erreicht hätte, wenn ihr nicht aus der Gesamtwirtschaft unsere- Volkes jene materiellen Kräste zugeströmt wären, die zu ihrer Erhaltung unb Entwicklung notwenbig sind Insbesondere wirb heute die Frage nach ber Rentabilität ber Volksschule erhoben. Durchaus verständlich, wenn man bebenkt, baß die Aufzucht einer Arbeitskraft nach ber Berechnung von Pros. Ztert- rnann etwa 18000 Reichsmark kostet. AuS der Diskussion über diese Tatsachen haben sich betettf einige wesentliche Folgerungen ergeben, einmal al« Ablehnung überspannter Forderungen der Wirtschaft bie Folgerung, baß die Schulerziehung weder berufs- noch wirtschastSfertige Menschen schaffen soll und auch nicht tarnt Zum andern hat sich die Folgerung ergeben, daß die Schule den Ruf nach erhöhten Leistungen nicht überhören darf. Die Zellen, wo man glaubte die Schule alS autonome Provinz betrachten zu dürfen, sind vorüber. Trotz aller Anerkennung eines berechtigten und Mitur- nohrenbigen Eigenlebens der Schule, das sich einmal auS dem historisch gewordenen Wesen unserer Schule und zum andern auS wissenschaftlich begründeten pädagogischen Forderungen ergibt, wird niemand die berechtigten Forderungen des Staates und der Wirtschaft überhören Dürfen. Daß Wirtschaft und Schule ihre eigenen Gesetze des Lebens haben, muh als eine ber Grundwahrheiten in bie kommenden Auseinandersetzungen ein- Sehen. Gleichzeitig erheben wir eine andre unabweisbare Forderung: Zurückführung der gesamten Schularbeit, insbesondere der Volksschularbeit auf ihren Kern Rach dem Worte eine- Schulaufsichtsbeamten soll daS Kind in der Schule etwas lernen, was es allein und ohne fremde Hilfe nicht oder nur sehr spat lernen würde, „da- unbedingt Rötige im Sinne von SprangerS grundlegender Bildung". Darau- folgt aber, daß wir Die Volksschule aus ihrer Stellung herausheben müßen, die sie zu einem ..Mädchen für alle«" hat werden lassen. Als Probleme, Die deshalb sehr bald in Angriff genommen werden sollten, heben wir folgendes heraus: 1. Fernhaltung aller Dinge aus dem Schulleben, Die nichts mit dem eigentlichen Bildung«- und SrziehungSprozeß zu tun haben, 2. ernsthaft« Prüfung, wie weit die stören» Den Wirkungen der Iugendpflege, der Jugendwohlfahrt, der Schulspeisungen, Der Schulun» tcrr.ebmungen, der Beurlaubungen der Kinder außerhalb der Ferien, der Berufsberatung her- abgeminbert werden können; 3. eine ernsthafte Prüfung aller modernen Unterrichtshilfsmittel, wie Radio. Kino, auf ihren wahren DildungSwert insbesondere Darauf, wie weit sie den geordneten Unterrichtsbetrieb eher hemmen als fördern; 4. gründliche Durcharbeitung der Lehrpläne nach der Richtung des für unsere Zeit Rotwendigen. Und vor allem: Lehrpläne und keine Richtlinien. Baut insbesondere bie Volksschule hier ab, so werden Wege frei für eine innere Umstellung der Schule im Sinne einer größeren Lebensnahe unserer Schule. Da bie Wirtschaft, angefangen vom schentum gegenüber, die seinen Glauben an bai Gute im Menschen nachweisen. In ber „Heiligen Iohanna" erreicht Shaw unter peinlichster Wahrung menschlicher Gerechtigkeit unb unbefangener Lebensnähe eine unvergeßliche Steigerung von innen her nach außen. Gerabe dieses Drama war für Shaw eines seiner größten Erfolge unb bewies, daß ber damals beinahe 70 Iahre alte Dichter immer noch jung ist. Und jugendlich hinstürmend mutet auch sein letztes Werk an, „Der Kaiser von Amerika", in dem er mit unbarmherziger Kritik ben englischen Parlamentarismus unb Imperialismus blohstettte, bie Gebresten ber parlamentarischen Demokratie dramatisch unterstrich. Hier überragt bie äußere Form bei weitem ben eigentlichen Gehalt bes Stückes, ba« trotzdem auf allen Dühnen gern gesehen wurde. Seine Iugendsünde, ba« Bekenntnis zum Sozialismus, hat ihn zu einer ähnlichen Tat noch einmal in ben letzten Iahren ermuntert Es erschien ber ,Wegweiser für bie intelligente Frau zum Sozialismus", ein Buch, geschliffen, teilweise in die edelste Form Der Sprach gegossen. Dabei aber keineswegs zurückhaltend, sondern geladen mit einer wilden Agres- fivität und einer Entschiedenheit des Urteils, wie das eigentlich nur Die Iugend zum Ausdruck bringt. Dementsprechend gingen die Wogen der Erregung um dieses Buch hoch, und jener Teil seiner Landleute, bie biefen Dichter wegen seiner immer wieberkehrenben Angriffe nie sonderlich schätzten, hatte neuen Anlaß, gegen Shaw an- zukämpfen. Shaws Stärke, ein gutes Wort, einen riskanten Ausspruch in Die bentbar kürzeste unb schlagfertig wirkendste Form zu bringen, ist seine Schwäche geworben. Er liebt Die treffsichere ironische Antwort auf irgendeine Frage über alles, er forciert derartige geschliffene Bosheiten, und daher ist die Zahl der Shaw-Anekdoten Legion geworden. Sicher nicht zum Besten dieses geistreichen Dichters. mit dessen Witz auf diese Art Schyndluder getrieben wird. Es gab Zeiten, in denen er bittere Pillen auch an Den Teil seiner Landsleute verabfolgte, die über Krieg und Frieden zu bestimmen hatten; während der Dauer des Weltkriege- ging er recht erbarmungslos mit den Der Kampf um das Lrak-Mandai Don unserem Londoner Q.-Berichterstatter. S'fe'Är •öj; Berforen Freitag, ben 17. b. 3)1. 80lb. Ütmbanbobr @efl.eute8tlobnuna abAuaeben. Fundbüro, Simm. WirUnierzeichneten nehmen bie Beleibt* dünn gegen Prlaleln lull Inn Tochter von Antcn Braun II. an Hochel* beim mit tlclem Sr- laueto bieibuttbii!' M ba wir btr volle ilnroabxWt tiriM haben u. Men ein LÄnegrlb. MSri Katharina Weber, Tochter von flnion Leber V. Händler, Hochelheim. Friedrich Heinz, Sohn von Friedrich heirat .^che für meine .ochter, 24 SC* liltelgrofc m.' ^7 SS Mita Meritt«^, ^Akademiker ftju^fueinebft OiUefofBtt, fpäi. gröberes «erwögen. .ErnslzemeinieZu' lebrltten unter 4925D r-d. Meh.Anz. erb. indujlf*"* Eigenheit zin,Sr. 6eib, Beigeordneter Dr. Hamm und 33 Stadtratsmitglieder. Der Zuhörerraum ist schwach besetzt. Gemeinde-Zuschlag zur Ivanderlager steuer. Als Berichterstatter des Finanzausschusses gibt Stadtratsmitglied Appel (Arbeitsgem. d. Mitte) einen kurzen lleberblick über die Sachlage bei der Wanderlagersteuer und über die Möglichkeiten des kommunalen Zuschlagsrechts. Nach den gesetzlichen Bestimmungen können die G e m ei n d e - Zuschläge bis zu 100 Prozent gehen. Auf diese Steuerquelle könne die Stadt nicht verzichten, ferner sei die Inanspruchnahme dieser Steuer mit 100 Prozent Zuschlag ein Akt der Gerechtigkeit gegenüber dem ortsansässigen Gewerbe. Der Stadtrat beschließt mit sämllichen Stimmen gegen eine kommunistische: Die Stadt Gießen erhebt vom 1. August 1931 ab einen Zuschlag von 100 Prozent zu der im Tarif für die Wanderlager st euer festgesetzten Steuer. Die kommunale Sondergebäudesteuer. Stadtratsmitglied Fischer (Arbeitsgem. d. Mitte) gibt als Berichterstatter des Finanzausschusses einen lleberblick über die gesetzlichen Borschriften und Möglichkeiten zur Ermäßigung der kommunalen Sondergebäude st euer in den Fällen, wo die vom Landtag beschlossene Erhöhung der staatlichen Sondergebäudesteuer mit zwingender Borschrift zu gleicher Erhöhung bei der Sondergebäudesteuer der Gemeinden unerttägliche Härten für weite Kreise der Bürgerschaft bringt. Ferner erstattet er - Bericht über die Stellungnahme des Finanzausschusses, die in dem untenstehenden Beschluß des * Hauses zum Ausdruck kommt. Die Vorlage der Verwaltung und die Empfehlung des Finanzausschusses 7 entspreche den Richtlinien des Ministeriums zur Milderung von Sondergebäudesteuer-Härten. Hinsichtlich des finanziellen Ergebnisses meint der Redner, daß der aus dem Fahre 1930 erwartete Sondersteuerertrag nicht hereinkomme, und daß die Stadt Glück haben müsse, wenn sie den für 1931 vorgesehenen Betrag erlangen werde. Stadtratsmitglied Nicolaus (Wirtsch.Vgg.) betont, es handele sich hier nicht um eine neue, sondern um die Milderung einer bereits bestehenden Steuer. Man könne sich des Eindrucks nicht erwehren, daß aus den Richtlinien des Ministeriums das schlechte Gewissen derer spreche, die die jüngste Erhöhung der Sondergebäudesteuer beschlossen hätten. Durch diesen eigenartigen Beschluß des Landtages sei es dahin gekommen, daß infolge der Sondergebäude- steuer-Erhöhuna die Mehrzahl der Häuser keinen Ueberschuß mehr abwerfe, sondern einen Zuschuß erfordere. Die Auswirkung dieser Steuererhöhung in Gestalt von Arbeitslosigkeit werde immer schlimmer. Es handle sich hier um das letzte Glied in der Kette der kalten Sozialisierung des Hausbesitzes. Seine Fraktion könne an diesem Zustand der Ungerechtigkeit und Entrechtung nichts ändern, aber sie erhebe gegen dieses neue Unrecht schärfsten Protest. Nach dem Beschluß des Landtages solle diese Steuererhöhung einen Mehrertrag von 500 000 Mk. erbringen. In Wirklichkeit sei ein Mehrfaches dieser Summe zu erwarten, man rechne mit einem Ertrag von 2^ Millionen Mark. Daraus gehe hervor, wie oberflächlich man in Darmstadt die Erhöhung berechnet habe und wie leichtfertig man über diese Steigerung hinweggeschritten sei. Ebenso wirke sich diese Erhöhung in unserer Stadt aus, die gesetzlich verpflichtet sei, sie durchzuführen. Auch hier sei ein Mehrfaches dieser Steuern gegenüber dem Voranschlag zu erwarten; vorgesehen seien 6500 Mark, man könne aber mit dem vier- bis fünffachen Ertrag rechnen. Seine Fraktion beantrage daher, zunächst nur das erste Ziel dieser Steuererhöhung zu erheben; insoweit die veranschlagte Summe von 6500 Mark nicht erreicht werde, solle bann erst ein weiteres Ziel folgen, aber nur bis zur Grenze der veranschlagten Summe. Oberbürgermeister Dr. Keller erklärt, der Antrag Nicolaus und Gen. könne zunächst nur im Finanzausschuß beraten werden, deshalb werde der Antrag dorthin überwiesen. Der Redner bestreitet, daß das Drei- bis Vierfache dieser Steuer eingehen werde, wenn aber ein Mehrertrag komme, sei er zur Minderung des Defizits von 300 000 Mark im Voranschlag zu verwenden. Auf Vorschlag des Finanzausschusses beschließt das Haus folgendes: 1. Die kommunale Sondergebäude - steuer ist auf Antrag um ein Drittel des Betrags zu ermäßigen, den der Steuerpflichttge nachweisbar als jährliche Verzinsung und Tilgung solcher Hypotheken aufwendet, die für notwendig gewordene laufende oder große Instandsetzungen ausgenommen sind (Reparaturhypotheken). Die Ermähi- en Müllwagen rzeugsteuer her- angezogen sind, wird für die Zeit vom 21. November 1928 bis 21. Mai 1931 ein Betrag von 6628 Mark bereitgestellt. Der für die Unterhaltung des Stadthauses. Bergstraße, zur Verfügung stehende Kredit wird um 500 Mark erweitert. Vergebung von Arbeiten und Lieferungen. Die Schreiner- und Schlosserarbeiten für die Wohnungsbauten in der Schollst r a ß e werden wie folgt vergeben: Schreinerarbetten: Heinr. Damm, Ludwig Wack, L. Vetter, W. Bender, B. Ruhn, K. Schön, O. Schmidt, Schreinervereinigung, E. H. Müller; Schlosserarbetten: Heinrich Scheid. Wilh. Ziegler, Hch. Baumann, W. Schön, K. Schmidt, Oskar Kunz. Die Kanalbauarbeiten zur Herstellung der Kanäle in der verlängerten Wolfstraße und im Eichgärlengebiel werden der Firma Georg Becker- Gießen zum Angebotspreis von 4681,40 Mark übertragen. Die Pflaster- und Chaussierungsarbeiten für den Hohleichweg erhält die Firma Gebr. Pau sch-Gießen zum Angebotspreis von 5381 Mark. Die Lieferung von Zementröhren für das Rj. 1931 wird je zur Hälfte der Firma Sack & Iugh ard und der Firma I.Dern & C o. zu ihren Angebotspreisen übertragen. Ein Daugesuch des Wilhelm Dippel zur Vornahme von An- und Umbauten auf dem Grundstück Kaiserallee 38 wird genehmigt. Für Motorräder gesperrt. Der vom Polizeiamt vorgesehenen Ergänzung der bestehenden Polizeiverordnung über die Verkehrsregelung in der Stadl Gießen, vom 30. November 1928, wonach die Iohan- n e s st r a ß e von der Neuen Bäue bis zur Plock- straße, und die L i e b i g st r a h e von der Frankfurter Straße bis zur Ludwigstraße für Motorräder gesperrt werden soll, wird zugestimmt. Stadtratsmitglied Prof. Brüning (Wirtschaftliche Dgg.) empfiehlt, die gleiche Anordnung auch für die Friedrichstraße in der Nähe der Kinderklinik zu treffen. firiegerfleblung Gießen. Der Geschäftsanteil der Stadt bei der Kriegersiedlung Gießen gern. Baugenossenschaft mbH. wird von 100 Mark auf jetzt 200 Mark erhöht, gleichzeitig erhält die Verwaltung Vollmacht, einer künftigen Erhöhung auf 300 Mark zuz-ustImmen, falls die Kriegersiedlung einen solchen Beschluß faßt. Schankkonzeffionsgesuche werden antragsgemäß befürwortet für Heinrich Dahmer, Wagengasse 9, Frau Emmy Dah Wwe., Seltersweg 23, Wilhelm Doll, Marktstr ahe 32, Wassersportverein „Hellas" 1920, Karl Peppier und Elisabeth Kießelbach geb. Peppler, Marburger Strcche 25, Marie Pfitz - ne r, Grünberger Straße 1; abgelehnl wird ein Gesuch von Marie Opfermann, Gleiberger Weg 92. Mark bewilligt. Da die beiden städtisch nachträglich zur K r a f t f a h guixg erfolgt erstmals für das Rechnungsjahr 1931 und bis auf weiteres. Anträge sind bis zum Ablauf der Einspruchsfrist gegen den kommunalen Steuerbescheid für das betreffende Rechnungsjahr an die Bürgermeisterei zu richten. 2. Ist die gegenwärtig tatsächlich vereinbarte Miete eines bebauten Grundstücks geringer als die auf der Grundlage der Friedensmiete sich errechnende gesetzliche Miete, so ist auf Antrag die kommunale Sondergebäude- steuer auf der Grundlage einer fiktiven Friedensmiete zu berechnen, di« aus der gegenwärtig tatsächlich vereinbarten Miete abzuleiten ist; eine aus anderen, auch gesetzlichen Gründen etwa zugebilligte Steuerermäßigung ist jedoch aufzurechnen. Antragstellung wie bei Ziffer 1. 3. Betragen die von einem Steuerpflichtigen für ein Gebäude aufgewendeten und nicht schon nach Ziffer 1 zu berücksichtigenden Kosten für laufende oder große Instandsetzungen in der Zeil vom 1. April 1929 bis 31. März 1932 nachweisbar zusammen mehr als 7 5 Pro- zenl der einjährigen Friedens miet« dieses Gebäudes, so ist die kommunale Sonder- gebäudesteuer für 1931 auf Antrag zu er - mäßigen. Die Ermäßigung für 1931 beträgt ein Drittel des nachgewiesenen Mehraufwands aus den genannten drei Rechnungsjahren, jedoch nicht mehr als die aus Art. 13a des Sonder- gebäudesteuergesehes sich für 1931 ergebende Erhöhung der kommunalen Sondergebäudesteuer. Diese Ermäßigung ist zunächst für das Rechnungsjahr 1931 zu bewilligen, für das Rechnungsjahr 1932 bleibt weitere Regelung Vorbehalten. Anlragstellung wie bei Ziffer 1.“ Auf Grund von Art. 13 Abs. 3 Satz 3 wird in Verbindung mit Art. 12 des Sondergebäudesteuer- gesetzes weiter beschlossen: Di« Erhöhung der kommunalen Sondergebäude st euer 1931 ist auf Antrag aus Billigkeitsgründen entsprechend den von dem Herrn Finanzminister für die staatlich« Sondergebäübest euer gegebenen Richtlinien zu ermäßigen oder zu erlassen, soweit «ine Berücksichtigung der Richtlinien nicht schon bei Feststellung des der kommunalen Sondergebäudesteuer 1931 zugrunde gelegten vorläufigen staatlichen Sonder- gebäudesteuersvtts des Pflichttgen stattgefunden hat. Anträge auf Ermäßigung ober Erlaß des Betrages der Erhöhung der kommunalen Sonder- gebäudesteuer 1931 sind spätestens bis zum Ablauf der Rechtsmittelfrist für den kommunalen Steuerbescheid 1931 gegebenenfalls innerhalb von vier Wochen vom Tage dieser Beschlußfassung ab gerechnet bei der Stadtverwaltung zu stellen. Kreditbewilligungen. Zur Fertigstellung des gesamten Ausbaues der Wartehalle auf dem Trieb wird ein Betrag von 6500 Mark zur Verfügung gestellt. Für Bohrarbeiten auf einer Wiese bei Queck- born zwecks Erschließung weiterer Quellen für das Wasserwerk werden 3000 Große Debatte über die Volkshalle. Ein Antrag der sozialdemokrattschen Fraktion fordert, zwei auf der Tagesordnung der nichtöffentlichen Sitzung stehende Vorlagen über die Volksh alle in der öffentlichen Sitzung zu erledigen. In nichtöffentlicher Sitzung beschließt das Haus, diesem Antrag stattzugeben. In öftentlicher Sitzung teilt dann Stadtratsmitglied G o e r z (Arbeitsgem. d. Mitt«) als Berichterstatter mit, daß die Stadt aus 1929 einen Fehlbetrag in der Volkshglle-Rechnung in Höhe von 8001L7Mk. vorlagsweife übernommen habe, der jetzt endgültig zu übernehmen sei. Im Iahve 1930 habe die Rechnung der Volkshalle mit einem Fehlbetrag von 14 156,64 Mk. abgeschlossen, von dem aber 5801,22 Mk. Außenstände seien, die man noch hereinzubringen hoffe, während das tatsächliche Defizit sich auf 8355,42 Mk. belaufe. Cs werde vorgeschlcmen, auch diese 14 156,64 Mk. auf die Stadt zu übernehmen, da ja die Volkshalle doch allmählich in den Besitz der Stadt übergehe. Der Finanzausschuß habe dieser Vorlage mit fünf Stimmen bei drei Sttmmenthal- tungen zugestimmt. Das Haus werde um Annahme der Vorlage gebeten. Stadtratsmitglied Homberger (Soz.) erklärt, an der Dolkshalle habe noch niemand Freude gehabt, außer denen, die daran gearbeitet hätten. Es fei unrichtig, daß die Dolkshalle den Verkehr fördere; sie leite vielmehr den Verkehr von den Geschäften ab aus der Stadt hinaus, während in der Stadt bei den Geschäftsleuten nichts zu tun fei und die Auswärtigen mit der Straßenbahn wieder durch die Stadt führen. Die fozialdemokratifche Fraktion könne ihren bisherigen Standpunkt gegenüber Bewilligung für die Dolkshalle nicht verlassen, sie werde sich auch hier der Stimme enthalten. Er hoffe, daß künftig ein solches Defizit nicht mehr herausgewirtschaftet werde. Beim Theater werde mit jedem Pfennig gekrebst, hier aber solle man zu tausenden geben. Stadtratsmitglied Schmieder (Arbeitsgem. der Mitte) tritt den Ausführungen des Vorredners nachdrücklich entgegen. Er betont, daß gerade durch die Dolkshalle schon reger Verkehr nach Gießen gekommen sei. Wenn wir die Volkshalle nicht yätten, wären große Veranstaltungen, für di« sonst in der Stadt kein Platz vorhanden sei, gar nicht möglich gewesen und viele Einnahmemöglichkeiten wären unserer Stadt verloren gegangen. Wie gut eine solche Einrichtung wie die Volkshalle sei, werde dadurch bewiesen, daß Darmstadt nach uns auch eine solche Halle gebaut habe. Es seien zwar Fehler gemacht worden, aber diese könnten bei der Wiederkehr besserer Verhältnisse behoben werden. Wie stark der Verkehr in Gießen durch die Volkshalle gefördert werde, könne der Verkehrsverein bestätigen. Wenn gesagt werde, der Verkehr durch die Volks- Halle bringe den Geschäftsleuten nichts, so könne er das nicht verstehen, denn das gerade Gegenteil sei richtig. Die Geschäftsleute in den Straßen nahe der Volkshalle wünschen sich dort nur öfter Veranstaltungen, von denen sie Vorteil hätten. Daß die Volks- Halle den Geschäftsleuten Schaden bringe, müsse er entschieden zurückweisen. Wir könnten vielmehr froh sein, daß wir die Dolkshalle haben. Wenn die Volks- Halle im Winter geheizt werden könne, werde sie noch mehr benutzt und auch besser rentieren. Man solle doch auch bedenken, welche Summen die Stadt an Vergnügungssteuer durch Veranstaltungen in der Dolkshalle einnehme und welche Vorteile die Straßenbahn davon habe. Stadtratsmitglied Nicolaus (Wirtsch. Vgg.) erklärt, man müsse sich wundern, daß immer wieder dasselbe Lied gesungen werde, wenn es sich um die Dolkshalle handele. Für jeden, der klar sehe, gebe es keinen Zweifel darüber, daß durch die Dolkshalle das Geschäftsleben in Gießen gewonnen habe. Es sei nur zu erinnern an die Straßenbahn, deren ganzer Wagenpark bei großen Veranstaltungen in der Volkshalle eingesetzt werden müsse, wodurch doch die Derkehrsförderung durch die Volkshalle bewiesen werde. Der größte Teil dieser Veranstaltungen in Gießen sei doch nur möglich, weil wir die Halle haben. Auch die Klagen über Abzug der Bevölkerung von den Geschäftsleuten seien nicht richtig; wenn vielleicht einmal einer über ein leeres Lokal an einem Abend der Veranstaltung in der Volkshalle klage, so dürfe man nicht verallgemeinern. In weitesten Kreisen der Geschäftswelt werde vielmehr bestätigt, daß durch die Dolkshalle eine große Menge Leute von auswärts nach Gießen geführt werde, von denen die Geschäftswelt Vorteil habe. Er könne für die Haltung der SPD.-Fraktion nur eine Erklärung finden, daß sie mit ihrer Stellungnahme Propaganda machen wolle. Man solle doch auch nicht übersehen, daß gerade die Gießener Geschäftswelt einen erheblichen Betrag freiwillig und zinslos für den Bau der Volkshalle gegeben hab«. Und wem sei denn ein sehr großer Teil der aufgewendeten Summen für die Volkshalle bisher zugute gekommen? Doch der Arbeiterschaft in Gestalt von Löhnen. Das solle die SPD-Frak- tton doch auch beachten. Stadtratsmitglied Beckmann (Soz.) betont noch einmal, daß die SPD.-Fraktton von Anfang an und heute noch gegen die Errichtung der Volkshalle sei, die SPD.-Fraktton sei heute noch der Meinung, wenn die Dolkshalle nicht gebaut worden wäre, hätte man mit diesem Geld« Wohnungen erbauen und damit der Allgemeinheit einen größeren Dienst erweisen können. Stadtratsmitglied Fischer (Arbeitsgem. der Mitte) hebt hervor, es sei im Sommer 1931 nicht schwer, auf Zuschüsse hinzuweifen und zu sagen, der Bau der Volkshalle sei ein Fehler gewesen. 1925 sei es kein Fehler gewesen, die Dolkshalle zu errichten. Wer habe aber damals die heutige Zeit voraussehen kö.nnen? Er habe damals für den Bau der Dolkshalle gestimmt, und er würde unter den gleichen Verhältnissen auch heute wieder dafür stimmen. In normalen Zeiten habe sich die Volkshalle selbst getragen, und das sei auch wieder zu erwarten nach der Rückkehr normaler Verhältnisse. Er betone ausdrücklich, es sei richtig gewesen, daß die Volkshalle gebaut wurde, er bekenne sich ausdrücklich zu seiner Zu- sttmmung zu diesem Bau, er habe sich dieser Entscheidung noch nie geschämt. Beigeordneter Dr. Hamm erklärt, daß die Volkshalle nicht genügend benutzt werde, sei nur auf das Fehlen der Heizmöglichkeit zurückzuführen. Wenn eine Heizung vorhanden sei, werde die Hatte auch mehr benutzt werden und dadurch auch bester rentieren. Die Einrichtung der Heizung werde aber 24 000 ober 25 000 Mk. kosten. Projekte seien auch fefron geprüft worden, das Kapital sei aber nicht zu beschaffen. Es sei notwendig, auch einmal daraus hinzuweisen, welche Einnahmen die Stadt aus der Volkshalle schon gehabt habe. Nach den Geschäftsberichten des Volkshallevereins habe die Stadt durch Veranstaltungen in der Vollshalle im Iahre 1928 an Vergnügungssteuer 8356 Mk. einnehmen können, während aus den gleichen Anlässen die Straßenbahn eine Mehreinnahme von 51 871 Mk. erzielen konnte. Es habe sich dabei um Veranstaltungen | gehandelt, die anderswo nicht abgehalten werden j konnten. Durch Veranstaltungen in der Volks- i Halle habe die Stadt im Iahre ^9SS an Vergnügungssteuer 5600 Mk. einnehmen können, die [ Stratzenbahnhn habe dabei eine Mehreinnahme I von 7600 Mb gehabt. An diesen Summen könne 1 man doch jetzt nicht vorübergehen. Stadttatsmitgl. Hornberger (Soz.) bemerkt, er sei kein Gegner der Vollshatte am sich, aber ein Gegner der Volkshalle. Man solle die Volkshalle vorübergehend schließen. Beigeordneter Dr. Hamm weist darauf hin, daß das Defizit bei der Dolkshalle doch nur von ' der Zinsenlast komme. Eine Schließung der Volks- Halle werde daran auch nichts ändern. Stadtratsmitgl. Lotz (NSDAP.) lehnt die Zu- schuhbewittigung ab und fordert, diesen Betrag zur Speisung von Kindern der Wvhlfahrtsemp- fänger zu verwenden. Stadtratsmitgl. Leop. Mayer (Arbeitsgem. der Mitte) weist noch einmal auf die Beihilfe der Bürgerschaft in Höhe von 120 000 Mk. zum Dau der Dolkshalle hin und hebt weiter hervor, daß durch die verkehrswerbende Eigenschaft der Dolkshalle Geld nach Gießen gebracht wird. Man könne der Stadt keinen Vorwurf machen, daß sie die Volkshalle gebaut habe. Die heutigen Der- hältniste habe niemand voraussehen können. Stadtratsmitgl. L o e b e r (Arbeitsgem. der Mitte) betont als Geschäftsmann, der viele Beziehungen zur Geschäftswelt hat, daß man in den Kreisen der Geschäftsleute mit der Existenz der Volkshalle sehr zufrieden sei. Man badauere nur, daß in der Halle nicht allmvnallich eine größere Veranstaltung abgehalten werden könne. Im übrigen mochte er die SPD.-Fraktton doch einmal fragen, was denn nach ihrer Meinung mit der Dolkshalle werden solle, nachdem sie nun einmal bestehe. In der Abstimmung wird der älebernahme. des Zuschusses auf die Stadt zugestimmt. , Dagegen stimmen der Äommunift und der Natto- nalsozialist. Die Sozialdemokratie enthält sich der Stimme, Die zweiteVvlkshalle-Dvrlage fordert die Llebernahme der Bürgschaft der Stadt für ein Darlehen von 120 000 Mark, das der Volkshalle-Verein bei der Girozentrale aufnehmen will, um damit ein Darlehen von 106 000 Mark, das er vom hiesigen Elektrizitätswerk im Iahre 1925 erhalten hat, abzulösen. Ein Teil dieses Darlehens (54 000 Mark) ist früher an den Dolkshalle-Derein schon ausgezahlt worden. Da die Stadt von Iähr zu Iahr immer mehr in den Besitz der Volkshalle-Anteile kommt, also das Eigentum in ständigem Maße erwirbt, hat der Finanzausschuß bei drei Stimmenthaltungen der Bürgschaftsübernahme zugesttmmt. Stadtratsmitglied Hornberger (Soz.) erflärt, seine Fraktion lehne dieses „Manöver" ab. Es sei sehr bedenklich, eine neue Bürgschaft zu übernehmen. Er schlägt vor, den Dolkshalle -Verein in Konkurs geh en zu lassen, damit die Stadt die Volkshalle aus der Kon kursmasse erwerben könne. Diejenigen, die sich seinerzeit hätten überreden lassen, könnten sich dann bei denen bedanken, di« sie überredet hätten. Nach einer kurzen Polemik des Stadtratsmitgl. Nicolaus (Wirtsch. Vgg.) gegen den Vorredner wird die Abstimmung vorgenommen, bei der die Bürgschaftsübernahme gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, des Kommunisten und des Nationalsozialisten genehmi^k wird. Schluß der öffentlichen Sitzung. Oberheffen. Landkreis Gießen. # Großen-Linden, 24.Iuli. Dom heutigen Samstag ab werden auf dem hiesigen Bahnhof Sonntagskarten nach Wiesbaden und Rüdesheim aufgelegt. # Rödgen, 23.Iuli. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde der Voranschlag für das Rechnungsjahr 1931 beraten. Er sieht eine Gesamtausgabe von 45 720 Mk. vor. Die Einnahme aus dem Betrieb sott 29 720 Mk. erbringen, so daß noch 16 000 Mk. durch Umlagen zu decken sind. Der Rechnungsrest beträgt 3000 Mark. Im einzelnen weist der Voranschlag folgende Posten aus: Gebäude: Einnahme 518 Mk., Ausgabe 165 Mk.; Grundstücke: Einnahme 2191 Mark, Ausgabe 524 Mk.; Waldungen: Einnahme 8247 Mk., Ausgabe 3000 Mk.; Iagden: Einnahme 715 Mk.;' Schäferei: Einnahme 1232 Mk., 2llrs- gabe 2110 Mk.; Waag- und Eichanstalten: Einnahme 80 Mk., Ausgabe 100 Mk.; Wasserversorgung: Einnahme 2559 Mk., Ausgabe 2348 Mk.; allgemeine Verwaltung: Einnahme 275 Mk., Ausgabe 5780 Mk.; öffentliche Sicherheit: Ausgabe 990 Mk.; Gesundheitspflege: Ausgabe 1395 Mk.; Feuerlöschwesen: Einnahme 44 Mk., Ausgabe 170 Mk.; Armenpflege: Ausgabe 960 Mk.; Schulen: Einnahme 750 Mk., Ausgabe 2244 Mk.; evangelische Kirche: Ausgabe 2041 Mk.; Friedhöfe: Ausgabe 200 Mk.; Straßen: Ausgabe 1320 Mk.; Kanäle: Einnahme 2500 Mk., Ausgabe 2905 Mk.; Landwirtschaftszwecke: Einnahme 640 Mark; Ausgabe 3291 Mk.; Bäche, Flüsse,Gräben: Ausgabe 150 Mk.; Ruhegehalte und soziale Fürsorge: Einnahme 697 Mk., Ausgabe 2277 Mk.; Erwerbslosenfürsorge: Ausgabe 5000 Wk.; Förderung des Wohnungsbaues: Einnahme 2200 Mk., Ausgabe 2200 Mk.; Steuern und Abgaben: Ausgabe 2417 Mk.; Sondersteuern: Einnahme 1000 Mark (hierunter die Biersteuer mit 800 Mk.); IA) ** n doch einmal Htimmfl mit bet n sie mm einmal > der Mernchme. t zugestimint., ft unb ber Aativ« ie enthält sich ber -Dvrlagtsor« irgschaft der 20 (XX) Hott M Siroyntrak auf• ehen von 106030 im ct. Qin teil bie» ,ft ftüdn an den Mi werden, ^a mmer mehr in den Kmmt, also boi erwirbt, hat bet lnenthaltungen bet imt geriSvz.) erklärt, anöver" ab. Es Id W zu übetw kshalle.Jef ju lallen, ba» zhalleau-der inüm ^danken, btt ne e- StabtralsW- tsst 6".ti lstengenehm'Lt en» Ls ■ aulgeW. bet N^L t TeiTtf* fers gfag düngen. • JUe ffit; Al . SL S?K 44 M. -^i» w Wx SS S 2^^.e 1°°° u et Bezirkssparkasse Gießen «344 D Das Geld zur Sparkasse Familie wie für die Gesamtheit eine große Verantwortung. Die unsinnigen Käufe von allen möglichen unnötigen Dingen in der vergangenen Woche haben im allgemeinen zwar aufgehört,'aber nicht wenige unnötig abgehobene Spargelder liegen noch als Bargeld zu Hause in irgendeiner Form „im Strumpf“, wo sie Diebstahl und Feuersgefahr ausgesetzt sind und keine Zinsen bringen. Jedes unnötig abgehobene und nicht sofort benötigte Geld gehört auf die Sparkasse damit es von dort wieder an diejenigen Stellen der Wirtschaft fließt, wo es am dringendsten benötigt wird. Über Neueinzahlungen, die erfreulicherweise in allen Teilen des Reiches wieder vorgenommen werden, kann jeder frei verfügen. Das Geld bringt gute Zinsen, und vor allem, es trägt am wirksamsten zur Behebung des Bargeldmangels und der Kapitalnot bei. Bei den Sparkassen ist das Geld völlig sicher. Die Sparkassen sind bei der Anlegung der ihnen anvertrauten Spargelder an ihre strengen satzungsmäßigen Vorschriften gebunden, deren Innehaltung vom Staat kontrolliert wird. Außerdem besteht für samt- liehe Einlagen bei den Sparkassen von jeher unbeschränkte öffentliche Garantie. Da auch von einer Inflationsgefahr keine Rede sein kann — jeder weiß, daß wir nicht Geldüberfluß, sondern Geldmangel haben so fällt*auch das letzte der Bedenken, die vielleicht der eine oder der andere haben könnte. Es liegt also gar kein Grund zur Beunruhigung vor. Das Geld ist bei der Sparkasse am besten aufgehoben. Darum: Bringt Euer Geld zur Sparkassel In letzter Zeit ist in Deutschland ein erheblicher Mangel an Bargeld eingetreten. so daß sich im Geld- und Zahlungsverkehr vorübergehend Storungen ergaben. Reichsregierung und Reichsbank die Spwtai“®”i und alle anderen Geldinstitute haben sofort die erforderlichen Maßnahmen getroffen, mit dem Erfolg, daß alle unbedingt notwendigen Zahlungen wieder geleistet werden können. sind verschiedener Natur. Einer der wichtigsten ist die überstürzte Kündigung von Auslandsgeldern in den verflossenen Monaten. Dadurch wurde die Bewegungsfreiheit der Reichsbank, von der letzten Endes der Bargeldbedarf der deutschen Wirtschaft befriedigt wird, stark eingeengt. Andererseits wurde der Bedarf an Bargeld ungemein gesteigert durch bedeutende Abhebungen im Inland, die - lucht zuletzt durch falsche Gerüchte und Meldungen veranlaßt - ängstlich gewordene Kreise der Bevölkerung vornahmen. Zur Befriedigung dieser großen Geldansprüche konnte der vorhandene Bargeldvorrat natürlich nicht ausreichen. Es kam daher vor allem darauf an, das Bargeld für die nötigsten Zahlungen zu sichern, also besonders für die Zahlungen von Löhnen und Gehältern “nd für die Arbeitslosen- und Wohlfahrtsunterstützung sowie für den dringenden Lebensbedarf usw. Eine Unterbindung dieser Zahlungen hatte das gesamte Wirtschaftsleben direkt und indirekt auf das schwerste gescha- digt Dank der wachsenden Einsicht der Bevölkerung konnten die Zah- lungsbeSchränkungen sehr bald in wichtigen Punkten gelockert werden. Wann der Zahlungsverkehr unbeschränkt wieder aufgenommen werden kann, hängt letzten Endes von dem vernünftigen Verhalten eines jeden Einzelnen ab. Die meisten Kunden haben erfreulich schnell Ruhe und Einsicht wiedergewonnen. Insbesondere auch die Hausfrauen tragen für ihre 4773 V IMAGE zogen worden. 04164 Telephon 3403 4843 A Rechtsanwalt Luley als Generalbevollmächtigter des Dr. 3. Fayet in Porte-Allegro Bekanntmachung. Der nächste viehmarkt in Dietzen findet statt: 4937G Dien.tag, den 28. 3nli 1931: Rindvieh- (Nutzoteh-) IRarfl; Mittwoch, den 5. August 1931: Schweinemarkt. _ Austriebs,eit an beiden Markttagen von 7 bis 8 Uhr vormittags. Lus dem Rindo'.ehmarkt wird sämtliches Vieh gegen Maul- und Klauenseuche schütz» geimpft. Gießen, den. 25. ßuli 1931. Der Oberbürgermeister. 3-53.: Dr. fjamm. durchführen. Di« "Bcrtrnftaliinta. bie bereite bei Grünberg unb Lauterbach ftaWanb und dort viele Zuschauer fand, dürfte sicherlich auch in unserer Gegenb allgemeinem INtereffe begegnen. Pr engen. Kreitz Wetzlar O Hörnsheim, 24. 3ulL 3n feiner jüngsten Sitzung beschäftigte sich der Gemeinderat mit der Begutachtung berForftwirtschaftS- pläne für dah:cn »um LilIichterat Dur^c-n bte au-scheibenben Mitglieder wiedevaewShtt dis auf Wilhelm Ludwig, der sein Amt sreiwMtg medergelcgt hat. An dessen ©teile wurde der Landwirt Heinrich Hoss mann in den fi ' sichtSrat gewählt BerbandSrevisor 3olf Weit dann einen kurzen Dortrag über den Geldveteedr der Genossenschaften und über die derzeittge Lage. Der ursprünglich für die Generalversammlung vorgesehene HauptDvrtrcm fand am Mittwoch in der Gastwirtschaft Deppler statt und war ebenfalls sehr gut besucht. Direktor Sott sprach über die wirtschaftliche Lage ber Gegenwart. Dem Dortrag würbe großes Interesse entgegengebracht. BINDEGARN im Pofentechutxmonfel mit der • großen Öffnung Im Deckel D. R. V 348428 Glottes Abläufen - Kein Verknoten des KnflueK restes )ualitÄt! Wilhelm Nebhuth GleBen, Fernsprecher 3806 Steppdecken in Woll- und Daunenfüllung beste Verarbeitung, eigene Anfertigung za denkbar bllllgeten Preisen! Aufarbeitung alter Decken In Watte, Walte und Daunen SteDDdBCkenbaus Walltorstraße 24 Kein l aden! («miD SiAlk Sopllllloilooe! von eelbftgcber al» 1. chttvotbek aus groß. Wohn- u. lZavrikgebäude. Schriftliche Angebote unter 4I15D an den Gießener Anzeiger erbeten. Bekanntmachung. Nachdem die Zustellung der Steuer-Be- scheide über die endgültigen Gemeinde-, Ureis- und Provinzialumlagen und die endgulttge Sondergebäudestcucr für das Rj. 1930 und über die Gemeinde-, «reis- und Prooinzialumiagen und die Sonder» gebäudesteuer für das Rj. 1931 an die Zahlungspflichtigen bzw.Empfangsberechiigten stattgefunden hat, wird als lag, an dem die sämtlichen Steuerbescheide als zugestellt zu gelten haben, der 25. Juli 1931 hiermit festgesetzt 4927C Diejenigen Steuerpflichtigen, die bisher einen Steuerbescheid nicht erhalten haben, werden aufgefordert, die» alsbald beim Städtischen Rechnungsamt im Stadthaus, Bergstraße, Zimmer 17a, anzuzelgen. Gießen, den 23. Juli 1931. Der Oberbürgermeister. Dr. Keller. Arbeitsvergebung. Fiir die Gemeinde Utphe sollen die Ar- beiten für das (tinbaucn von etwa 93 Stuck IDaffcrmctlern vergeben werden. 494 ID Angebolsvordrucke find von Hc|fi|chcr Bürgermeisterei Utphe, soweit der Vorrat reicht, zu beziehen. Die Angebote sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift oer- eben postfrei bis zum Eröffnungstermin am Montag, dem 10. August 1931, vormittags 10 Uhr, bei der unterzeichneten Be» Horde einzureichen. Zufchlagsfrist zwei Wochen. Freie Auswahl bleibt vorbehalten. Gießen, den 23. Juli 1931. Hessisches Kulturbauamt Gießen, gez. H. Steinbach, Regierungsbaurat. Bekanntmachung. Die Lieferung der für Fürsorgeempfänger des Wohlfahrtsamt» bis zum 31. Mär; 1932 erforderlichen kohlen smittelrheinifchc Union-Briketts, gegabelt) soll vergeben werden. 4926C Die Lieferung kann geteilt werden Lieferungsbedingungen sind beim Wohlfahrtsamt, Gartenstraße 2, Zimmer Nr. 9, erhältlich Angebote sind verschlossen und versehen mit der Aufschrift: „Angebot für Lieferung von Kohlen" bis zum 10. August 1931, vormittag, 10 Uhr, bortfelbft einzureichen. In den Angeboten sind die Lieferungsbedingungen anzuerkennen. Zufchlagsfrist: 14 läge. Gießen, den 22. Juli 1931. Der Oberbürgermeister (Wohlfahrtsamt). _________ Dr. Seid._________ Oer Agent Jatob Baer in Gießen hat aml4.3uHi931 imGteßenerAngeiger das Haus Ostanlage 29 zu einem Kauf, preis von 33 000 zum Kauf ange- boten. Herr Äaer war zu einem der« artigen Angebot nicht ermächtigt. Gr hat sich durch fein Angebot eines groben Dertrauensbruchs schuldig gemacht. Gs ist ihm deshalb der Auftrag zum Der- kauf des Hausgrundstücks wieder ent« QlnteUe mte R«ichSfteuern: 3061 j&rrf; -2fui bem Reservefonds sind für unvorhergesehene Ausgaben unb zum Ausgleich vorgesehen 1336 OIuirL Kapitalzinsen: Ausgabe 1124 Mk 6dyul» nng: Ausgabe 670 Mk. Der -weite T«U Einnahme unb Ausgabe 472 Mk. vor. Die für bas Rechnungsjahr 1930 beschlossenen vorläufigen Steuersätze würben als enbgulnae festgesetzt In ben Sieuerausschuß wurde als orbentt'ches Mitglied Gerne,nderctt «los. al- Srsatzmitglieber Reigeordneter Stein unb Ge- meinberal Hahn gewählt. tzdreis Schotten. * Ulrichstein, 24. Iuli. Die Sportflie- gervereinigung Gießen die m»f dem Gießener Zlughafengelände eine Megerschule betreibt. wird am Sonntag. 2. August, auf der Hohe bei Ulrichstein einen Jlugsportwerbctag ZurSIODpeliaal Saaterbfen Saatwicken Gelbfenfsaat Sommerrübfen Stoppelrüben Inkarnatklee Winterrübfen ufw. in zuTcil&fflger Qualität Samenhans Heinrich Hahn Bahnhofftraße (Ecke Wolkengaffe) .911 A Restaurant Statt Karten Wir geben hierdurch bekannt, daß wir Postkeller __> Friedel Gaub den Zinssatz für bereits bestehende Konten mit Wirkung vom 1. Aug. 1931 geöffnet. Verlobte 04244 Gießen Iuli 1931 ZZarburg a) im Sparverkehr auf . . 8% p. J. 4918 D b) im Giro- (Kontokorrent-) Verkehr a. 7% p. J- Bezirkssparkasse Gießen Vermählte Wieseck, den 25. Juli 1931 D. R. O. M. D. R. P. angem. 6785 D Lager. 04218 CarlSchunck W. Kirstein. 04245 Darmstadt, Martinstraße 10, den 26. Juli 1931 4909 D liefert 14900 und Zeugnismappe kostenlos. 4903 D EINEN seither zu geschehen hat. 4916 D 4932C Verzugszinsen zu berechnen. Der Vorstand. Vertretung: 4637 V J. Siebert, techn. 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DasTagesgespräch des Landwirtes Die großen Erfolge der letzten Jahre spiegeln sich in den vielen Anerkennungsschreiben und in der großen Beliebtheit. der sich diese Maschine allseitig erfreut — Prospekte Lichtspielhaus Gießen Ab heute Samstag: Die deutsche Tonfilm- Komödie j Liebe auf Befehl I Eine reizende, lustige Satire voller Charme und Pikanterie, nach dem be- I kannten Lustspiel „Die Republik be I fiehlt“. Mit Olga Tchechowa, Tala I Birell, Joh. Riemann, Arnold I Korff, Hans Junkermann. Auf der Bühne: Radioübertragung Auf zur Kirmes nach Aiten-Buseck am Sonntag, den 26., u. Montag, den 27. Juli, wozu freundlichst einladen die Wirte: 4938D Hans Oppermann und Ludwig Döpp. Autoverbindung ab Walltor 13.35,14.45, 15 50 Uhr. Ab Alten - Buseck 24 Uhr. Zur Kirchweih Aiten-Buseck spielt im Caf€-Restanrant Mittelstmühle bei Trohe auf vielseit. Wunsch Sonntag und Montag die bek. Künstler- Kapelle IVittelsberger, Frankfurt'M. Es ladet freundlichst ein: Verkauf zu diesen Preisen nur soweit Vorrat! 4948 A ^Salomon ff xa;' FÄHR88S 'aub "Marburg Himer tramer Wil» 3uli 1931 ......... Mo Urbeit zu günsti* i in allen Holzarten zfristig an ■4 Schlecht , Münienberg i.H. fluchen vorrätig ikenkasse i Tage haben eine ig der Beiträge zur jlnvalidenversiche- Sen die Arbeitgeber । dieser Beiträge in -gleichen Frist wie MV aschel genötigt, neben zngskosten noch OtzfVoretsnö. Imenau lehr als Hfl11' )i5öl>6gi fcU 10 [Qualitätsware emO-mmi, Q JjQ undHerre", . mel-rf* [|)U fU.»* 1.50 di [Kinder-? J JU „„nir“*"' «•* moi Samstag, 25. Juli 1931 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Nr. 172 Drittes Blatt Wandern und Reisen • Bäder und Sommerfrischen. Gut gepackt ist halb gereist! Die Weisheit des kleinen Koffers. Don Sffi Horn. Keifen, Fahrten ins Weite unb tn die Umgebung sollen Genuß. Freude und Erholung bringen, Abwechslung Dom Alltag und schließlich Freude am Wicdcrhcim kommen, mit neuer Arbeitskraft. Glücklich, wer sich all da« verichafscn und leisten kann! Da wird gespart, gerechnet, verschoben, schließlich losgefahren — und bei der Heimkehr fehnt man sich erst recht nach Ruhe. Genuß, Freu!« und Erholung Warum? Da ist abgesehen von vielen unteren, nervösen ober unbeherrschten Steifet erlern — schon einmal die Lache mit dem .Kofferpacken", die falfch angdiftt im Anfang, Aerger und fvrtwährerrde Mißstimmung wahrend der ganzen Steife verursacht. Man nimmt meist zuviel mit. DaS erschwert das Steifen. Die Gorge um das Gepäck macht nervös, die Schwere des Gepäcks verteuert, da man jedesmal beim Umsteigen einen Träger nehmen muß. - Was einmal im Koffer drin war. müß immer wieder hinein. Gs wird nicht weniger, im Gegenteil. Die erst schön gebügelte, aus den kleinstmöglichen Raum zusammenpreßbare Wäsche kann in gebrauchtem Zustand nicht mehr so sorgfältig zusammengelegt werden, und nimmt infolgedessen von Aufenthalt zu Aufenthalt mehr Plan ein, so bafj einem zuletzt beim Wiedereinpacken der ganze Inhalt des Koffers freudig entgegenquillt Um Familientragödien zu vermeiden, packt jeder am besten seinen Koffer selbst. Sonst fehlen unterwegs plötzlich die Kragen ober die Strumpfe, oder die Taschentücher und die Krawattennadel werden nicht gefunden — und unschuldsbeschwörende Meineide ber Beschuldigten schreien zum Himmel. Das Einpacken selbst ist noch eine besondere Kunst, die man eigentlich nur durch Anschauung und Uedung sich aneignen kann und sich am besten für die Anzüge unb Kleider einmal von einem Schneider zeigen läßt. — Dor allem müssen natürlich bi c schweren Gegen ftLnbe — Wäsche. Schuhe. Toilettegegenstände. derbere Kleider — nach unten kommen, wonach allerdings barauf zu achten ist. daß im Eoup^ bet Koffer nach Möglichkeit nicht .auf bem Kopf steht" Damit beim Tragen nicht der gesamte Inhalt durcheinanderrutschen kann, muh man ihn ganz f e st packen. Wenn er nicht ganz voll ist. packt man noch etliches Seidenpapier und Zeitungen daraus. Q£ber keine .Lunchtüten" ober Frühstückssemmeln, weil bie bei Hitzeentwicklung unvermeidlichen Schmelzzustände des BelageS sich in unangenehmen Flecken auf den obersten — und daher besonders zarten und kostbaren — Stucken auswirken können. Für Befperdrotc unb ähnliche Gegenstände, die man im Laufe der Eisenbahnfahrt öfters zu benötigen glaubt, — z. B Handtuch und Seife — empfiehlt eS sich überhaupt, einen eigenen kleinen Koffer oder eine Mappe zu nehmen, damit man nicht immer — freischwebend am Gepäcknetz hängend — nach diesem und jenem im großen Koffer angeln muh. Auch Zeitschriften oder sonstige Lektüre verstaut man besser noch nicht da oben. Obwohl es ja überhaupt unrichtig ist. während der Fahrt zu lesen. SBarum im schwankenden Zug die Augen doppelt an- strengen und den Geist an bie gedanklichen Gebundenheiten eines anderen — des BuchautorS — nämlich — fesseln, anstatt selber Erlebnisse zu sammeln und die immer wechselnden, auch auf der bekanntesten Strecke immer neuen Eindrücke auf sich wirken zu lassen? Denn man soll zwar vor der Steife möglichst wenig in seinen Koffer packen, dafür aber während der Steife um so mehr ioS Herz. Sticht nur Wissen und Lehrhaftes, sondern auch Lebendiges und Menschliches durch .empfindsame" S3egeg- nung mit Land unb Leuten. Dann erst wird die Erinnerung, die ja, wie immer auch hier meist das Schönste ist. bleibend und von SBert sein. Durch Nürnbergs alte Gassen. Don Heinrich Ludwig Reuner. Der V-Zug. der den Steifeitben vom deutschen Storben nach dem Süden bringt, überwindet mühsam die Höhen des Thüringer WaldeS. Dicht hinter Probstzella liegt batzerischeS Land unter den Schienen, bei Rothenkirchen hat der Zug die Höhen überwunden und rast dann mit befreiter Kraft in die SHainebene. Links und rechts der Schienen liegen die fränkischen Dörfer in beschaulicher Stube, der Lauf des Mains begleitet den Schienenweg, von den Hügeln grüßen bald die stolzen Kirchen von Dierzehn-Heiligen unb Schloh Banz, und schliehlich schimmern die patinagrünen patriarchalischen Türme des Bamberger Domes herüber. Glücklich der, der dieses Land kennenlernt wenn Gommerfonne über den Felbern liegt! Zur linken Hand ragen die Hügel der frän- kischen Schweiz auf. Der Steifende denkt an Slürnberg. Diele denken an Stürnberg. denn der Stame der Stadt ist mehr als nur ein Wort. Kurz ist der Aufenthalt im Bahnhof der Universitätsstadt Erlangen, kurz auch der Aufenthalt im trostlosen Bahnhof Fürth. Dann drängt sich der Zug hindurch zwischen Dorstädten. Fabrikgebäuden. zwischen Lagerhallen unb_ verrußten Werkstätten In der Ferne aber glänzen viele Turmspitzen in den Himmel und bald nimmt die Bahnhosshalle den Zug und die Steifenben auf. Stürnberg! Diele gehen mit offenem Herzen ber Stadt entgegen. Der Scheidende ist nicht enttäuscht. Die Stadt hat zwei Gesichter. Das neue Gesicht, das sich im vorigen Jahrhundert bildete unb stürmisch wuchs, gab der Stadt den Eharakter bet Großstadt. Aber die historische Eigenart verblieb. blieb unb behütete sorgsam ben Zauber. Gleich dem Stadium strahlt bie Stabt ihren Glanz aus unb behält ihn dennoch. Schon am Ausgang des Bahnhofes tritt dem Steifenben bas alte und das neue Stürnberg lebendig entgegen. Hier steht daS große moderne Hotel Fürstenhos. und neben dem Hotel ragt ber Frauentorturm auf. ein breiter, runder, wuchtiger Turm, ber zusammen mit vier anberen das Wahrzeichen ber alten Noris bildet. Zwischen dem Bahnhof und Dem Turm liegt ein tiefer Graben, über den eine alte hölzerne Drücke führt. Riemand würde sich wundern, wenn diese Drücke plötzlich nach mittelalterlicher Sitte aufgezogen würde, wenn der Feind anrückte, so baß ihm der tiefe Schutzgraben ent gegen gähnte. (Begibt man sich über diese Drücke, geht durch zwei Tore, tritt hinter eine zweite Mauer, die die Innenstadt zusammen mit ber Autzenmauer wie ein doppelter Gürtel umschließt, dann bietet sich der Anblick aller Wehrgänge, wie man sie überall in mittelalterlichen Städten findet. Hinter dem SHauer- ßürtel liegt allenthalben die Altstadt. In ben vtrahen unb Gassen brandet bas Leben ber Großstadt in seiner vielfältigsten Form. Manche alle Kirche, manches Museum steht ba unb dort in ber inneren Stadt. Man mutz sie nicht alle durchwandert unb gesehen haben. 3m Germanischen Museum, bas eine Fülle sehenswerter Schätze birgt, könnte es bem Fremden leicht geschehen, daß er einige Male fragen mutz, um ben Ausgang zu finden, wenn er das Haus wieder verlassen will. Das Sakramentshäuschen, jenes steingewordene Spiel der Formen, bas in der St. Lorenzkirche biS zur hochgewölbten Decke emporragt und mit den vielen schlanken Fialen ber Säulen wetteifert, bas Sebalbusgrab in ber St. Sebalduskirche, ein Meisterwerk aus Erz von ber Hand des Grzgiehers Peter Bischer — ober den „Englischen Gruß" von SJeit Stoß unb noch manches andere sollte der Fremde wohl gesehen haben; aber er muß es nicht. — Biel mehr soll er durch die krummen, stellen alten Gassen gehen, er soll an den Pfeilern des Ostchores der Sebalduskirche empvrfehen, vor bem Gänsemännchenbrunnen am Obftmadt unb vor bem Dudelsackpseiferbrunnen stehen, er soll in alte Höfe hineingehen, zu ben Holzgalerien emporblicken, unb die breiten Treppen in würdigen Patrizierhäusern betrachten, ben Dust atmen, ber ihm in diesen Häusern und nur in diesen Häusern (doch überall anders) entgegenweht. Da steht das herrliche PeUerhaus am Egydienplatz. Gassenjungen stehen oft davor, sehen durch das Gitter die alten Möbel an. die in ber großen Dorhalle stehen, begaffen ben alten Diener, ber die Aufsicht hält unb so aussicht, als wäre er aus einem fernen Iahrhunbert, begaffen ihn. ben Steifen, Lin bewegten, rufen bann laut in bie Halle hinein, irgendetwas Freches, um ben Allen zu ärgern unb laufen davon. Unb am Burgberg steht bas D e m p e r - Haus (bie Stadt hat es nun auch gekauft). hemmt den Schritt des SBanbcmben, läßt den Dl ick über das Portal hinauf empvrgleiten und sich in den barocken Dolmen deS hohen Giebels verfangen. Der Mensch wird klein neben diesem wuchtigen Gebäude das doch Menschenhänden sein Entstehen verdankt. In ber Söldnergasse. in nächster SZäbe ber Burg, fleht das düstere Toplerhaus. das sich seinerzeit der Sohn des ungekrönten Königs von Rothenburg. Jakob Topler. erbauen ließ, als es ihn in seiner Heimatstadt an ber Tauber nicht mehr litt. Aber er wurde auch in diesem Hause nicht seines Lebens froh Drohend und sinster ragt das Haus empor, die Nürnberger enninnen sich kaum, jemals hinter den Fenstern Licht gesehen zu haben, obwohl es bewohnt ist. ja, die Nürnberger sagen. eS ginge darin um. Am PanierSplah. ba wo die Schildgasse und die Tetzelgasfe ausein- anberftreben (die letztere ist nach dem Ablaßkrämer Tetzel benannt, ber es vor ber Zeit der Resormat.vn besonder- toll getrieben haben fol). steht dann das anmutige Grolandhaus, ein Fachwerkbau. der zu ebener Erde einen Zuckerlaben birgt unb der Jugend sehr bekannt ist. In bet Tetzelgasfe selbst liegt dann noch die breite niedrige Front de- Hauses ber reichen Familie Tücher, bie einen unwahrscheinlich großen Hos neidisch den Dlicken verbirgt. Es ist immer, als stünden in diesem Hofe die Karossen der freiherrlichen Dkauersamilie Aur Abfahrt bereit und die vollblütigen Pferde warteten im Diergefpann ungeduldig de- Ausbruchs. Dann muß der Fremde in der Folterkammer gewesen sein und vor der ..Eisernen Jungfrau" gestanden haben, ohne zu wißen, daß sie niemals in Gebrauch war (unb außerdem erst im Jahre 1860 gebaut wurde); er mutz das Richtschwert gesehen haben, mll dem etwa 600 Menschen umgebracht worden sein sollen unb schließlich sollte er noch die ^tfspuren im Stein der Stadtmauer auf ber kleinen Durgsreiung. unmittelbar neben dem Fünfeckigen Turm befühlt haben, die das Pferd des Raubritters Eppelein von Deilingen geschlagen haben soll, alS der freche Raubritter im kühnen Sprung über den Stadtgraben fehle, bevor ihn die SZümbergcr hängen wollten. ilnö wenn der Fremde dann fchon auf der Durg ist. dann soll er auch nicht versäumen, den „Tiefen Drunnen" zu besuchen, zu dem ihm jedes Kind ben Weg weisen kann. 70 SHeter ist jener Drunnen tief und die junge Dame, die dem Desucher gegen ein geringes Entgelt alles Wissenswerte erzählt, schüttet ein Glas Wasser in die Tiefe, zählt langsam biS zu sieben und dann erst klatscht unten das SBaffer auf. So tief ist der Drunnen... Sie erzählt auch etwas von alten Gängen, die in ben Drunnen münden, halb verschüttet sind, ursprünglich aber bis zum Rathaus am Markt reichten unb unsagbar finstere Verließe bargen. Düsterstes Mittelaller wirb lebendig. Dei Dürers ist olles still. Obwohl das große schmucke Wohnhaus. das am Tiergärtnertor steht, fr jedermann geöffnet ist. gehen doch zu Werktagen nur wenige aus unb ein. Die reinen Butzenscheiben blinken auf die Straße herab, aber selten öffnet sich ein Fenster. Der Meister ist nicht zu Hause, der Meister ist tot. Mit Ehrfurcht tritt der Gast über die Schwelle diese- Hauses, in bem Dürer schuf. Hier arbeiteten auch seine Schüler, bie ihm nacheiferten, ohne ihn je zu erreichen, selbst ber alte Wohlgemuth. besten zerknittertes Gesicht aus einem Oclgemälbe zu uns spricht, wird wesenlos vor dem Geiste seines großen Fcmrulus. Albrecht Dürer! HeberaU im Hause finden wir Reproduktionen seiner SBerfe, die von ihm erzählen. Kopien seiner Gemälde begegnen uns da und dort und doch hätten die Originale nicht würdigeren Platz, denn hier. Die Stuben stnd niedrig aber doch geräumig und über allem liegt ein tiefer Emst, ben wir selbst über die Dinge breiten. Bewundernd sehen wir die Fülle bet Formen in ben Kupferstichen, erfchütternb ist aber jene kleine Zeichnung, bie ihn feCbft mit nacktem Oberkörper zeigt, mit dem Finger deutet er auf eine Stelle, die ihn schmerzte. Das Bildchen sandte er dem Arzt. -Irgendwo im Hause ist eine alte Küche; rußgeschwärzt. nachgedunkelt im Lause ber Jahrhunderte. Ein riesiger Kamin ragt in den kleinen Raum und läßt ihn noch enger werden. Auf den Borden stehen Zinnteller und Zinnkrüge. Kupsergeschirr. bas sich matt vom dunklen Hintergrund abhebt. Durch ein schmales Fenster fällt das Tageslicht; die Sonne bringt nicht in diesen Winkel des Hauses. Hnb doch mag es der Agnes Dürerin des Lichtes genug gewesen sein. bte vom Meister sauer erworbenen Gulden. Batzen und Kreutzer noch einmal zu zahlen. An Albrecht Dürer- Hau- sollt« man nu»t vorübergehen. ... - „ Beim Weinstabel am Marplatz wölbt 'ich der Henker ft eg über die "Pegnitz Solange man denken kann, hängt zwischen dem Brückenbogen und dem Walleripiegel ein Holzeimer an einer alten verrosteten Kelte In den kleinen 6mun«rn^ die der Brückenbogen birgt, wohnte vor Zeiten der Henker Bon ihm. dem Mißachteten, berichtet die Geschichte, baß er sich nicht unter da» ehrbare Dolf mischen durfte Wenn er einen Becher Weins trinken wollte, durste er nur in ein bestimmte- Wirtshaus gehen Ein Platz, auf den sich sonst niemand setzte, war 'hm bestimmt, sein Becher war an einer Kette befestigt Menschen unb Dinge vergangener Zeiten kommen hervor, huschen hin und her. slustem. wispern (in Rümberg. ber Stadt, in ber von jeher ovete Fäben zusammenliefen gab eS immer viel Klatsch unb viel Geheimnis, viel Stolz, viel Eigenliebe und Gewalttat), und ber Nürnberger, ber feine Stadt unb seine Geheimnisse liebt, kennt sie alle. Zu später Stunde tauchen sie auf. ber Losunger Riklas Muffel unb bie schöne Käthe Hallerin Dürers cbler Frcunb Pirkheimer. Han» Sach- unb bie Gilbe ber Meistersinger, ber Schwedenkönig. der lange Zeit in ber Stabt lag. zur Zett, da Tballenftein bei Fürth seiner wartete, und die Burggrafen, die Dürgeriöchter. die von sich reden machten, unb die Kaufherren; manchmal erinnert man sich auch des armen Kaspar Hauser, her zuerst in Nürnberg auftauchte (niemand wußte woher) unb später in Ansbach erstochen wurde... An jedem anderen Morgen regt sich bann wieder die neue Stadt. Schornsteine rauchen. Fuhr kn echte schellen über krumme steile Straßen, die Kraftwagcnführer schelten nicht weniger heftig, weil die Slümberger ihre Hupensignale genau so überhören, wie andere Großstädter auch, vom Kiwblauchsland kommen die Bauern auf ben Markt unb stn Süden lärmen die großen Fabriken. Rümberg ist eine betriebsame Stabt. Rümberg ist die Stadt mit dem doppelten Gesicht. Wanderfahrten. Eibelshausen—Simmersbach—Hirzen- Hain—Dan zenbach—Dillenburg. Mit dem Frühzug, der in Dillenburg alsbald Anschluß hat, fahren wir nach Eibelshausen unb geben auf tadelloser Landstraße mit hübschen Blicken auf bie benachbarten Berge nach Simmersbach Am Ausgang des Dorfes führt nach links ein Weg aufwärts zum 537 Meter hohen Stafselböll, unter dessen Gipfel sich bie Philipps- buche mit einem Denkmal zur Erinnerung an bie Rückkehr Philipps bes Großmütigen au- öjähriger Gefangenschaft befindet. Der etwas mühselige Slufftieg wirb reichlich durch die prächfige Fernsicht nach dem Scheider Wald und den Hinterländer 'Sergen belohnt. Das Dorf zur Siechten lassend, steigen wir abwärts, überschreiten die Landstraße unb folgen jetzt weißen liegenden Kreuzen, die unS durch Wald und Feld wiederum aufwärts nach bem hochgelegenen Dorf Hirzenhain, bekannt durch bie Segelfliegerei, führen. (Gute Einkehr) Auf prächfigen Waldwegen führt uns da- Zeichen weiter nach Ranzenbach mit interessanten, einheitlichen Fachwerksbauten. Runmehr gehen wir durch das liebliche vielgewundene Ranzenbachtal nach unserem Endziel Dillenburg, das wir nach insgesamt 4Vrftündiger Wanderfahrt erreichen. Saubacher Wald—Iägerhau-—Peter-Hainer Hof—HoherobSkvps—Schollen. Wir fahren über Hungen ober Mücke nach ber, durch ihre Abgeschiebenheit als Sommerfrische bekannten Bahnstation Laubach-Wald und folgen blauen Ringen, bie uns durch Hochwald alsbald nach dem Gräflich Solmsschen Jägerhaus mit guter Gastwirtschaft bringen. Hinter dem Anwesen befinden sich die Reste ber Kirche des vor Jahrhunderten untergegangenen Dorfes RuthardS- h auf en. Das Zeichen leitet uns einem lieblichen Tälchen aufwärts, abwechselnd durch Wald unb Feld, unterwegs prachtvolle Blicke gewahrend. Rach geraumer Zeit erreichen wir den Petershainer Hof mit ebenfalls guter Unterkunft. Hier treffen wir die von Gießen kommenden blauen Dreiecke, denen wir jetzt nachgehen. Wir kommen an der Feldkrücker Hohe unb bem Ludwigsbrunnen mit reizender Fernsicht vorbei zum Distrikt Pvp- penstrulh unb in langsamer Steigung, später gemeinsam mit bem rot-weihen Band zum Hohe- rodskopf. Im ElubhauS des DHC. angenehmer Aufenthalt. Heber Breungeshain unb Michelbach gelangen wir nach unserem Endziel Schotten. Wan derzeit etwa 61/, Stunden. Salzhausen Bewährte Heilquellen / Schöner alter Park Preiswerte Pauschalkuren Auskunft: Hessische Badedirektion SchloB-Caf6 Marburo Inh. Carl Spangenberg - Schönste Aussicht Marburgs Täglich ab 15.30 Uhr: Konzert Dienst,Donnerst,Sonnab. u.Sonnt :Tanz-Abend Mittwoch: 5-Uhr-Tanz-Tee 3572d 3563 V Sommerkar für Nervenkranke und Nervös-Erschöpfte Spextalkor an statt Bolhelm Im Tauss bei Frankfurt a. M. — Prospekte durch San-Rat Dr. M. Sümlie-Kahlens, *£? 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Bach dem Ausweis derRcichsbankvom 2 3. 3 u I i hat sich in der dritten Juliwoche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Esfekten um 243,5 Millionen auf 3485,2 Millionen Reichsmark erhöht. Im einzelnen haben die Bestände für Handelswechsel und Schecks um 186,9 Millionen Reichsmark auf 2863,7 Millionen Reichsmark, uird die Bestände an Rcichsschatzwechseln um 126,3 Millionen auf 202,9 Millionen Reichsmark zu- genommen, die Lombardbestände um 69,6 Millionen auf 315,4 Millionen Reichsmark abgenommen. 2ln Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen sind 28,1 Millionen Mark in den Verkehr abgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 32,8 Millionen auf 4194,6 Millionen Mark erhöht, derjenige an Rentenbankscheinen um 4,7 Millionen auf 409,8 Mark vermindert. Unter Berücksichtigung, daß in der Berichtswoche Rentenbankscheine in Höhe von 0,1 Millionen Mark getilgt worden sind, hat sich der Bestand der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 17,9 Millionen Reichsmark erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 585 Millionen Reichsmark eine Zunahme von 277,9 Millionen Reichsmark. Die Bestände an Gold und deckungs- fähigen Devisen haben sich um 21,9 Millionen auf 1512,3 Millionen Reichsmark erhöht. Im einzelnen haben die Goldbestände um 13,3 Millionen auf 1352,8 Millionen Reichsmark ab- gcnommen, die 'Destäirde an deckungsfähigen Devisen um 35,2 Millionen auf 159,5 Millionen Reichsmark zugenommen. Die Deckung der Roten durch Gold und deckungsfähige Devisen beträgt 36,1 v. H., gegen 35,8 v. H. in der Vorwoche. Wochenbericht vom Frankfurter produktenmarkt. Am Produktenmarkt machten sich auch in der ab- erlaufenen Woche die Einflüsse der schwierigen deutschen Geld- und Kreditlage stark fühlbar, und das Geschäft zeigte einen immer größer werdenden Rückgang. Infolge der erschwerten Auszahlunys- beftimmungen bei den Banken war das Geschäft dauernd vor größere Schwierigkeiten gestellt, hinzu kam, daß man angesichts der Lage fast ausnahmslos Barzahlung verlangte und sich auf die Deckung des dringendsten Bedarfes beschränkte. Die Preisgestaltung blieb in starkem Maße von den Witterungs- Verhältnissen abhängig; die Regenfälle in der letzten Zeit haben nicht nur eine hemmende Wirkung auf die Zufuhren ausgeübt, sondern ließen auch verschiedentlich die Meinung aufkommen, daß eine qualitative Verschlechterung des Getreides dadurch her- ovrgerufen werden könnte. Das geringe Angebot von Brotgetreide hatte ein Anziehen der Preise, namentlich für Weizen, der um fünf Mark höher bezahlt wurde, zur Folge, während Roggen nominell unverändert blieb. Bon Weizen neuer Ernte lag bisher überhaupt kein nennenswertes Angebot vor. Auch Futter- g e t r e i d e erfuhr eine Befestigung. Am Hafer- markt bestand Nachfrage des Konsums, doch mürben die höheren Forderungen nur zögernd bewilligt. Wintergerste neuer Ernte zeigte bei kleinem Geschäft eine Preiserhöhung um 2,50 Mark. Am Mehlmarkte blieb dos Angebot in Weizen- unb Roggenmehl prompter Lieferung knapp, die Preise zogen für Weizenmehl um 0,75, für Roggenmehl um 1,50 Mark an. Der Konsum nahm auch hier nur die nötigsten Bedarfskäufe vor Die Woche schloß mit folgenden Notierungen: Weizen 290 bis 295 Mk. norn.; Roggen 240; Wintergerste neuer Ernte 190 dis 192,50; Hafer (inländ.) 200 bis 205; Weizenmehl, füdd. Spezial 0 41,25 bis 42; Niederrhein. Spezial 0 41,25 bis 41,75; Roggenmehl 60proz. Ausmahlung 33,75 bis 34,50; Weizen- kleie 10,75, Roggenkleie 11,25; Erbsen je nach Qualität für Speisezwecke 32 bis 36; Linsen je nach Qualität für Speisezwecke 25 bis 68. — Heu, südd. gut, gesund und trocken 3,50 bis 4; Weizen- und Roggenstroh, drahtgepr. 3; gebündelt 3; Treber getrocknet 10,50 bis 11,50 Mark. Wochenbericht vom Sranffurtcr Schlachtviehmarkt. Der Frankfurter Schlachtviehmarkt hatte im Derichtsabschnitt infolge Bargeldmangels insofern unter Schwierigkeiten zu leiden, als die Landwirte als Lieferanten der Händler auf Barzahlung der verkauften Stücke beharrten, wogegen die Abnehmer nicht genügend Mittel besaßen, um neue Käufe vornehmen zu können. Da die Beschickung der Märkte allgemein gegenüber der Dorwoche eine Steigerung aufzuweisen hatte, gaben die Preise bei allen Viehgattungen nach. Der Rindermarkt hatte ruhiges Geschäft. Der Auftrieb stellte sich auf 1502 Stück, Regimentssportfest -es 15. Infanterieregiments. Sie Gießener Soldaten erfolgreich. Die Zusammenziehung des Regiments auf dem Truppen-älebungsplatz wird alljährlich dazu benutzt, sportliche Meisterschaften auszutragen. Es entspricht hierbei sowohl dem Gedanken des Heeressporte« als auch den gesteigerten körperlichen Anstrengungen, bei diesen Wettkämpfen weniger die einzelne Leistung als den breiten Durchschnitt in Wettbewerb treten zu lassen, vor allem aber die speziell mllitär sportlichen ilebutv* gen zu pflegen. Die Wettkämpfe wurden auf dem Truppen- älebungsplatz Senne durchgeführt und mit einem Hauptsporttag in Anwesenheit zahlreicher geladener Gäste abgeschlossen. Das Gießener Grenadier-Bataillon konnte mit vollem Erfolg auf treten und einige der wertvollsten Wettkämpfe an sich bringen: Sie Ergebnisse: Turnen (Sechskampf): 1. älntfz. Burkart, 2. Komp., 105 P.; 2. ilntfto. Gvetsch, 16. Komp., 104 P., 3. O.-Gren. Decker, 4. Komp., 94 P. Wasserspringen: 1. O.-Sch. Rosin, 4. Komp., 46.76 P.; 2. Tlntfz. Keil, 14. Komp., 41.2.7 P. Streckent a uch e n: 1. O.-Sch. Schwallh, 1. Komp., 50 Meter in 42,5 Sek.; 3. älntfz. Beit- ter, 2. Komp., 50 Meter in 50,8 Sek., 4. O.- Gefr. Kunert. 4. Komp., 50 Meter in 50,5 Sek. Rettungsschwimmen (30 Meter): O.- Gefr. Fohr, 3. Komp., 1:11 Min. 0 Fehler. Einzel-Fünfkampf: Schießen: 1. O.- Gefr. Seipp, 2. Komp., 91 P.; 2. Gren. Dredler, 1. Komp., 91,5 P. Hdgr.-Werfen: 5. O.-Gren. Weicker, 1. Komp., 112 P.; Weitsprung: 7. Ilntfz. Deitter, 2. Komp., 123 P. 200-Meter-Lauf, 90 Teilnehmer: 10. Gren. Lorch, 3. Komp., 133,5 P.; 12. O.-Gren. Dietz, 1. Komp., 135,5 P.; 15. Gren. Schmidt, H., 2. Komp., 146,5 P. Gruppen-Fünfkampf (wie oben): 1. Erste Kompanie, 13 P.; 3. Dritte Kompanie, 20 P. (10 Teilnehmer je Gruppe, 1 Unteroffizier und 9 Mann.) Leichter M. -G. -Hindernislauf: 1. Zweite Kompanie, 1:19,3 Min. war also um nahezu 200 größer als in der Woche vorher; es entfielen auf Ochsen 312, Bullen 157, Kühe 496, Färsen 404 Stück. Die Preise erfuhren für alle Arten eine Abschwächung um eine Mark. Am Kälbermarkt, wo der Auftrieb die gleiche Höhe wie im letzten Derichtsabschnitt zeigte, konnte sich das Geschäft nur schleppend entwickeln. Das Angebot wurde bei 1 bis 2 Mark niedrigeren Preisen geräumt. Auch am Markt für Schafe, wo 262 Stück auf getrieben waren, gegen nur 193 in der Vorwoche, vermochte das Geschäft nur schwer in Gang zu kommen, und das Preisniveau erfuhr eine Senkung umi 2 bis 3 Mark. Am Schweinemarkt herrschte mittelmäßiges Geschäst. Der Martt wurde ausverkauft, die Preise gingen jedoch auf Grund der stärkeren Beschickung (6797 Stück gegen 5132 Stück) auch hier um 2 bis 3 Mark zurück. Im einzelnen notierten pro Zenter Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 44 bis 47, a2) 39 bis 43, bl) 32 bis 38. Dullen a) 36 bis 39, b) 31 bis 35. Kühe a) 34 bis 36, b) 30 bis 33, c) 22 bis 29. Färsen a) 44 bis 47, b) 39 bis 43. c) 32 bis 38. Kälber b) 50 bi« 55, c) 44 bis 49, d) 35 bis 43. Schafe al) 40 bi« 44, b) 33 bis 39. Schweine b) 46 bis 48, c) 46 bis 49, d) 46 bis 49, e) 44 bis 47. Sch werer M.-G.-Hindernislauf: 4. Kompanie (MGK.), 2:18,3 Min. Manns ch. -Hdgr. -Weitwurf (felbm): 2. Dritte Kompanie, 25,39 Meter; 4. Erste Kompanie, 51,36 Meter. 7Xl00-Meter (Dienstgradstaffel): 2. Erste Kompanie, 1:23,6 Min. OlympischeStaffel:3. Dritte Kompanie, 4:00,2 Min. 4x100-Meter-Stafsel: 2. Erste Kompanie, 47 Sek. Gr. -Hochsprung: 1. Erste Kompanie, 151,5 Meter. Gr. -Weitsprung (felbm ): 1. Zweite Kompanie, 5,79 Meter. 5-krn-Waldlauf (Mannsch.): 2. Erste Kompanie, 17:13,9 Min. 60X50-Meter-Schwimm staffel: 3. Zweite Kompanie, 53,20 Min. Deitkonkurrenzen: Dressurprüfung f. Off*.: 2. Hauptm. v. Stockhausen, 1. Kompanie (Pferd: Srneco), 1,5. Jagdspringen: 3. O.-Lt. Münch, 4. Kompanie (Pferd: Eneco), 4 F. 1,17; 4. Hauptm. Hofmann, 4. Komp. (Pferd: Windspiel II), 5 F. 1,1. Vielseitig keitsprüfung: 2. Feldwebel Funk (Pferd: Edelmann), 4,28; 3. Gefr. Euler (Pferd: Freiherr), 4,39. Geländeritt: 2. älntfz. Fischbach (Pferd: Hella), 1,42; 3. O-Feldw. Durkholz (Pferd: Attila), 2.0; 4. Feldw. Funk (Pferd: Edelmann), 2,46; 5. Gefr. Euler (Pferd: Freiherr), 2,86; 7. St.-Gefr. Bender (Pferd: Inka), 3,48. — Jagdspringen für Unteroffiziere und Mannschaften: 5. Feldw. Funk (Pferd: Edelmann), 0 F. 1,45. Sämtliche Teilnehmer gehören der 4. Kompanie an. Eignungsprüfung für Reitpferde: 3. Hauptm. v. Stockhausen, 1. Kompanie (Pferd: Betty). Gruppenspringen: 2. O.-Lt. Münch, O.-Lt. Doigtsberger, 4. Kompanie, 5. F. 0,59,2. Fahrprüfung für Zweispänner: 1. O - Gefr. Essinger, 4. Kompanie (Pferd: Falke-Jlse), 3,9; 2. O.-Gesr. Eckerh, 4. Kompanie (Pferd: Hertha-Hanna), 4,1. Eva am Strand Vornan von Hermann Weick. 17. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „So sprechen Sie doch, gnädiges Fräulein!" drängte d'Alvez. Eva blickte auf. Unklares Dangen regte sich wieder in ihr, als sie die Augen des Vicomte in begehrlichem Glanze auf fich gerichtet sah. Dann aber schüttelte sie diese Hemmung von sich ab. Was hatte sie zu befürchten, wenn sie zum Schein aus d'Alvez' Wünsche einging? Sie würde schon darauf bedacht sein, daß er ihr nicht zu nahe käme. Die Hauptsache war, daß Helbing seine Strafe fand ... „Wenn Sie so großen Wert auf meine Gesellschaft legen, Herr Vicomte", sagte sie mit starrem Lächeln, „wäre es gefühllos von mir, sie Ihnen zu verwehren." XV1IL „Ich glaube, ich sehe da doch schärfer als du, Stefan", hatte Hanna Moest vor einigen Tagen zu Helbing gesagt, als wieder einmal die Rede auf Eva Witter gekommen war. „Das unfreundliche Benehmen, das Fräulein Witter dir gegenüber zur Schau trägt, erscheint mir nicht echt. Ich habe einige Male Blicke von ihr aufgefangen, mit denen sie dich, als sie sich unbeobachtet wähnte, betrachtet hat; die waren alles andere als unfreundlich!" „Warum dann dieses verletzende Fremdsein? Warum dieser Männerbetrieb gerade vor meinen 2Iugen?" „Sie wird dich eifersüchtig machen wollen, Stefan! Frauen haben oft ganz eigene Wege, um zu ihrem Ziele zu gelangen! Vielleicht haft du Fräulein Witter nicht ganz nach ihren Wünschen behandelt; du darfst nicht vergessen, daß sie eine sehr verwöhnte junge Dame ist, die allem Anschein nach bisher die Männer, die sich um sie scharten, nach ihrer Pfeife tanzen lieh. Wie ich dich kenne, Stefan, hat bei dir ihre Pfeife versagt! Run will sie dir zeigen, daß sie dich nicht braucht, daß sie genug andere Verehrer hat, wenn sie es will! Dieses offensichtliche Zurschaustellen ihrer Erfolge vor deinen Augen beweist aber, daß sie einen ganz bestimmten Zweck damit verfolgt. Ich glaube, sie will es auf einen Kampf ankommen lassen, wer von euch beiden der Stärkere ist . . ." Diese Worte Hannas gingen Stefan Helbing nicht aus dem Sinn. Je mehr er darüber nachdachte, desto einleuchtender erschienen sie ihm. Gewiß, er hatte Eva Witter nicht Immer mit zarten Händen angefaht; es war nun einmal nicht seine Art, einer Dame nur Gefälliges, Schmeichelhaftes zu jagen. Sie muhte auch ein offene« Wort ertragen, selbst wenn es ihr im Augenblick nicht gerade gefiel. Daran schien es aber bei Eva Witter zu fehlen. Sein letztes Zusammensein mit ihr, als er ihr die Fähigkeiten für den Aufenthalt in Afrika abgesprochen hatte, hatte mit einem Mißklang geendet; seine Worte, die scherzhaft gemeint waren, hatte sie sichtlich als kränkende Geringschätzung aufgefaßt. Seit jenem Tage hatte Eva dann das abweisende Benehmen angenommen... Sie ist noch ein richtiges eigensinniges Kind! dachte Helbing, dessen gute Laune sich wieder eingestellt hatte. Ich muß sie gewähren lassen, als ob mich ihr Treiben nicht im geringsten berühre. Sie wird dann am schnellsten wieder vernünftig werden! Seine Sicherheit schwand auch nicht, als er in den nächsten Tagen Eva öfter in Gesellschaft eines sehr eleganten dunkelhaarigen Herrn von unverkennbar ausländischem Typus sah, den et bis jetzt unter den Hotelgästen nicht bemerft hatte. Erst als er die Wahrnehmung machte, daß Evas übrigen Kavaliere verschwunden waren und nur noch der Fremde sich an ihrer Seite zeigte, wurde er stutzig. Er erkundigte sich beim Portier nach dem Herrn; es sei der Vicomte Raimond d'Alvez, wohnhaft auf Schloß d'Alvez in Südfrankreich, sagte man ihm. Ein Bicomte, sieh mal an! Eva hat hochfliegende Pläne! dachte Helbing in überlegenem Spott. Aber eine Unruhe, die er sich nicht erklären; konnte, wich von diesem Augenblick an nicht mehr von ihm. Ihm war manchmal zumute, als drohe von diesem Franzosen eine Gefahr, der er vorbeugen müsse. Unauffällig beobachtete er die beiden aus der Ferne. Ein herzlicher Ton schien zwischen ihnen zu herrschen. Mit sichtlichem Eifer war der Vicomte um Eva bemüht; lächelnd ließ sie sich seine Aufmerksamkeiten, seine Huldigungen gefallen. Eifersucht sprang Helbing an. Am liebsten wäre er zwischen die beiden getreten und hätte Eva von der Seite dieses hübschen Elegants hinweggerissen. Aber Gva hätte ihn dann vielleicht verlacht... Geflissentlich vermied Helbing eine Begegnung mit Eva und d'Alvez. Er gönnte Eva nicht den Triumph, sie in Gesellschaft des Herrn Vicomte grüßen zu müssen. Eines Rachmittags sah er sich auf der Strand- Promenade ihnen doch gegenüber. Mit undurchdringlicher Miene zog Helbing den Hut. Eva Witter neigte unmemid) aas Haupt. Aus d'Alvez' Augen traf ihn ein kurzer, durchdringender Blick. Dann war man aneinander vorbei. Rach wenigen Schritten blieb Helbing stehen. Wie unter einem Zwange blickte er zurück. Ihm war, als habe er dieses hübsche, hochmütige Männergesicht schon einmal gesehen. Er suchte in feinen Erinnerungen; fieberhaft dachte er nach. Vergebens. Ich verwechsle ihn wahrscheinlich mit einem andern, sagte sich Helbing und schritt mißgestimmt weiter; diese Südfrorizosen mit ihren braunen Gesichtern und schwarzen Haaren ähneln sich mehr oder weniger alle... XIX. Es ist, als feien all' die bangen, schweren Wochen nicht gewesen, dachte Jörg Leupold, der an Hanna Moests Seite ging. War es nicht gestern erst, daß wir miteinander in bk Dünen wanderten, daß ich Hanna malte, mich ihr verbunden fühlte wie vordem keinem Menschen?... Ist es nicht seltsam, daß dieser Mann sich mir wieder nahte, von dem ich mich doch rücksichtslos abgewandt hatte, als Stefan kam? dachte Hanna Moest. Warum trägt er mir die Enttäuschung, den Schmerz, den ich ihm zugefügt habe, nicht nach? Warum umgibt er mich aufs neue mit seiner sorgenden Güte?... Bestürzt war Hanna Moest gewesen, als Leupold sie vor einigen Tagen im Hotel angerebeti hatte; nicht anders hatte sie gedacht, als daß er ihr zürne, daß er fte vielleicht ganz aus seinen Gedanken gestrichen habe. Mit scherzenden Worten hatte Leupold ihr über die erste Befangenheit hinweggeholfen. Seitdem hatten sie sich noch einige Male tm Hotel unterhalten. An diesem Morgen war Leupold zögernd mit dem Vorschlag herausgerückt, nach Tisch einen Spaziergang zu machen; Hanna Moest hatte ein- gewilligt... Wie von ungefähr schlugen sie den Weg in die Dünen ein. Das Gespräch, das anfangs etwas gezwungen geführt worden war, verstummte nach intb nach. Ueber den Sandwellen der Dünen flimmerte im grellen Sonnenlicht die Luft. Kein Mensch war weit und breit zu sehen. Leupold blieb stehen. „Hier habe ich Sie gemalt, Frau Hanna!" Ohne ein Wort zu erwidern, ließ Hanna Moest sich nieder. Leupold setzte sich an ihre Seite. Ein langes Schweigen eütstand. „Hier haben Sie mich gemalt“, sagte dann Hanna leise, als fände sie jetzt erst eine Antwort aus Leopolds vorherige Worte. „Erinnern Sie sich noch des letzten Tages?"... Sie fanden mich damals verändert... froher geworden.. Er nickte zustimmend. Das Gesamtergebnis ergibt für das hiesige Bataillon bei 29 Wettbewerben 9 erste, 13 zweite und 9 dritte Plätze. Don bet internationalen Alpenfahrt des A. v. O. Wanderer vertritt Deutschland. Ser A. v. D. setzt die großen automobilistischrn Veranstaltungen mit der am 31. Juli 1931 beginnenden Internationalen Alpenf ahr t fort. Die Fahrtroute ist von München über Innsbruck, St. Moritz, Turin, Rizza, Genf nach Bern feftgelegt. Die Sportleitung des QI. v. D. verlangt Höchstleistungen bis 40 km/st auf schwierigen Alpenstraßen, mit großen , langen Steigungen, enaen Kurven, Alpenpässen und in Kehren. Innerhalb fünf Tagen sind 2405 Kilometer nach bestimmter, genau vorgeschriebener Zeiteinteilung zu fahren. Es haben 70, davon 24 deutsche Fahrer ihre Teilnahme für diese Fahrt gemeldet. Leider beteiligen sich beim Kampf um den Alpenpokal von deutscher Seite nur die Wanderer- Wer ke mit einem Team. Auf Wanderer starten Graumüller (Dresden), Major Sander (Berlin), Dau (Chemnitz, außerdem Major G u t k n e ch t (Berlin) und R u h st r a t (Göt- ttngen). * Rundfunkprogramm. Sonntag, 26.Juli. 7.00 Uhr: Don Hamburg. Hafenkonzert auf dem Dampfer „Hamburg" der Hamburg-Amerika- Linie. 8.15: Katholische Morgenfeier (aus der Blütezeit spanischer Mystik). 11.00: Deutsches Eck, Koblenz: Festakt am Deutschen Eck, Reichs- verbandstagung des Reichsverbandes Deutscher Sanitätskolonnen. 12.00: Schallplattenkonzert (Johann Strauhsche Operetten). 14 00: Stunde des Landes. 1500: Stunde der Jugend. 16.00: Don Wiesbaden: Konzert des Kurorchesters. 18.00: „Ein Mann wartet auf feinen Tod", Erzählung von Willi Schäferöick, vorgelesen vom Verfasser. 18.25: „Rheinische Charakterbilder: Friedrich von Spee, Mensch und Dichter", Vor- trag von Dr. Rielen. 18.50: Don Wien: Fußball- Finale der Olympia-Meisterschaft. 20.00: Cannstatt: Konzert des Philharmonischen Bläser- Orchesters. 21.00: Grotesken und Anekdoten (Zwischenmusik auf Schallplatten). 22.00: Mannheim: Studentenlieder. 22.35 bis 24.00: Tanzmusik. Montag, 27.3uli. 7.30 Llhr: Bad Ems: Frühkonzert des Kurorchesters. 12: Schallplattenkonzert. 15.50: „Die Kinderrepubllk im Lahntal", Mikrophonbericht von Dr. Emsheimer und Paul Laven. 16.30: Bad Liebenzell: Konzert des Kurorchesters. 18.15: „Hat es noch einen Zweck, Teater zu spielen?", Vortrag von Dr. Werner Thorrnann. 18.45: ..Vom täglichen Schwindelfirmenunwesen", Vortrag von Dr. jur. Helmuth Grimm, Hamburg. 19.15: Englischer Sprachunterricht. 19.45: ..Shaw- Anekdoten", gelesen von Max Koninski. 20: Bon Köln: Konzert. 20.45: Von der Deutschen Welle: „Das Kinderelend in Rußland". Vortrag von Felix Stöhinger. 21.15: Klavier-Musik. Dienstag, 28. Juli. 7.30 Llhr: Bad Ems: Frühkonzert des Kurorchesters. 12.00: Schallplattenkonzert. 15.20 bis 15.50: Hausfrauen-Rachmittag. 16.30: Freudenstadt: Rachmittagskonzert der Kurkapelle. 18.15: „Reise durch die deutschen Tanzschulen", Vortrag von Elinor von Obstfelder. 18.45: ..Bei Odenwälder Landsleuten in Guttenbrunn", Vor- trag von Prof. Maenner, Weinheim. 19.15: Mannheim: „Ein Oratorium von Joseph Haas", von Dr. Karl Laux. 19.45: Soldatenlieder aller Länder aus dem Weltkrieg. 20.30; Don Wien: Schubert-Sttauß-Adend. 22.20 bis 24.00: Tanzmusik. „Eie hatten recht gesehen, Herr Leupold, ich war wirklich in jenen Tagen eine andere geworden... eine Hoffnung, die ich jahrelang sehnsüchtig gehegt hatte, schien ihrer Erfüllung nahe zu fein... Es ist aber dann anders gekommen..." Leupold machte eine Geste der Abwehr. „Warum sprechen Sie von diesen Dingen, die Sie nur wieder traurig machen, Frau Hanna?" „Sie machen mich nicht mehr traurig... ich glaube aber, Ihnen eine Aufklärung schuldig zu sein, Herr ßeubolb!... Sie hatten sich damals so freundlich meiner angenommen, Sie hatten sich die große Mühe mit meinem Porträt gemacht... und ich kehrte Ihnen von einem Tag zum andern den Rücken.. Er sah sie ernst an. „Sie brauchen mir nichts zu sagen, Frau Hanna! Ich weih, was Ihnen widerfahren ist." „Sie wissen?...“ „Wenn man einen Menschen liebt“, sagte Leupold statt einer Antwort, „dann kann man wohl nicht anders, als nur an diesen Menschen zu denken; alles andere versinkt. Ich bin Ihnen nicht gram, weil Sic sich in jenen Tagen ganz von mir abgewandt haben; Sie konnten nicht anders." Hanna Moest hchte den Kopf gesenkt. Ein Zucken ging über ihre Züge. Es schien, als übermanne sie nun doch die Erinnerung an das Schwere, das hinter ihr lag. „Wollen wir weiter gehen?" fragte Leupold in dem Bestreben, Hanna Moest dieser quälenden Stimmung zu entreißen. „Lassen Sie uns doch noch etwas bleiben!" antwortete sie, nun wieder gefaßt. Ihre Stimme klang ruhig, als sie dann fortfuhr: „Sie wissen von meiner unglücklichen Ehe, Herr Leupold. In den letzten öebenäjobren meines Mannes lernte ich Stefan Helbing kennen. Als ich dann allein stand, war er mein einziger Trost, meine einzige Hoffnung. Zwei Jahre lang wartete ich auf feine Rückkehr aus Südamerika. Als er endlich kam, glaubte ich mich am Ziele meiner Wünsche. Aber Helbing war inzwischen ein anderer geworden... vielleicht batte auch ich mich in der Zwischenzeit verändert... ich fühlte bald, daß etwas Trennendes zwischen uns war, unsagbar litt ich barunter, vor allem, als ich die Wahrnehmung machte, daß Helbings Interesse sich Fräulein Willer zuwandte." Hanna machte eine kurze Pause. „Was sollte ich tun?“ sprach sie bann, und ein wehes Lächeln huschte über ihr Antlitz. „Sollte ich Helbing zu halten versuchen? Ihn an seine früheren Worte von Liebe und Treue erinnern? Was wäre dadurch gewonnen gewesen?... Seine Liebe hatte ich verloren, aus Pflichtgefühl ober Mitleid sollte er nicht an mich gefesselt sein. So gab ich Helbing frei...“ (Fortsetzung folgt.)