Nr. 501 Erstes Matt (L) 18(. Jahrgang Donnerstag, 24. Dezember 193| Ertcherni raglich, außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Schalle. Monats-Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. §ernsprechanschlüfle anterSammelnummer225L Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Srantfnrtam Main 11686. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen DrvS und Verlag: vrühl'sche Universitäts-Buch- und Stelndruckerei R. Lange in Stehen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulltrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20", , mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Mar Filter, sämtlich in Gießen. Der Bericht des Baseler Sonderausschusses. Oie weltwirtschaftliche Entwicklung hat den ssoungplan illusorisch gemacht. - Deutschlands wirtschaftliche Lage gestattet keine Transferierung der aufschiebbaren Reparationsannuitaten. Warnung vor weiteren Katastrophen, wenn die Regierungen nicht ohne Verzug das gesamte Gchuldenprobkem bereinigen. - Aber keine formulierten Empfehlungen. Das Basier Menetekel. Der Basler Sachverständigenbericht ist. wie vorauszusehen war, keine Sensation und keine Enthüllung neuer Erkenntnisse. Er bringt Tatsachen, die in Deutschland schon feit Monaten zum täglichen Handwerkszeug aller Erörterungen über die Notlage gehören. Die Tatsachen, Zahlen und Ziffern, die der Bericht wiedergibt, sind in Deutschland bekannt; sie werden aber durch den Bericht in einem weiteren Umfang und nun auch der Weltöffentlichkeit vor die Augen gehalten und werden dadurch hoffentlich dazu beitragen, in den Ländern, in denen bisher noch Unklarheiten über die wirtschaftliche Zerstörungsgewalt der Reparationen bestanden haben, eine klarere Einsicht in die weltwirtschaftliche Bedeutung desProblems zu eröffnen. Man muß es bedauern, daß die Sprache des Berichts nicht an allen Stellen so klar und e n t s ch i e d e n ist, wie dies der Wirklichkeit und der katastrophalen Lage Deutschlands entsprechen würde und daß an den entscheidenden Stellen der Bericht die überzeugenden Zahlen und Tatsachen hinter einer mühsam ausgewogenen Dialektik zurücktreten läßt, die nur ein Schleier für die politisch e n Absichten ist. die hier an diesen Stellen des Berichts nach oben stoßen. So ist es bei dem Abschnitt über die Reichsbahn der Fall, wo man im Grunde nur die Binsenwahrheit feststellt, daß bei Zeiten der Prosperität auch eine entsprechende Rentabilität der Reichsbahn zurückkehren wird, wo man aber — hätten die Sachverständigen nur a's Wirtschaftler gehandelt — auch das Wort erwartet, daß diese behauptete Prosperität nur widerkehren wird, wenn Die Wirtschaft von dem Reparationsdruck entlastet wird. Licht und Schatten halten sich auf den ersten Blick in diesem Bericht die Waage. Wenn man klaren Entscheidungen und klarer Sprache dort, wo sie notwendig wären, auch ausweicht, so unterstreicht der Bericht doch an mehreren Stellen den „entschlossenen Willen der Reichsregierung", ihre „kühnen Maßnahmen" und ihre Rettungsversuche zum Schutze der Währung und zum Abbremsen des wirtschaftlichen Bergrutsches. Damit wird ein D a m m a u f g e r i ch t e t gegen die besonders von französischer Seite betriebene Propaganda eines böswilligen und absichtlichen verschuldens Deutschlands gegen seine Reparationsverpflichtungen. Das wird in späteren Behandlungen unter Umständen noch einmal von besonderer Bedeutung fein. Bei der Beurteilung des Berichts muß man sich vor allem an die logische Linie halten, die sich von einem Kapitel zum anderen zieht, und wenn in dem heftig umkämpften zweiten Kapitel nach Formulierungs'künsten über die unterschiedliche Beurteilung' der Lage eines Landes zu Hochkonjunktur- und Krisenzeiten der Satz folgt: „Aber wenn man auch den Zeitpunkt der wirtschaftlichen Stabilität nicht voraussehen kann, so ist es doch nicht weniger sicher, daß diese Stabilität erst mit Hilfe der im vierten Kapitel g e^ machten Vorschläge erreicht werden kann", so zeigt sich darin klar, daß die Sachverständigen selbst den Gipfelpunkt ihrer gesamten Arbeit in den im vierten Kapitel enthaltenen Schlußfolgerungen sehen. Dieses Kapitel beginnt mit der wichtigen Feststellung, „daß Deutschland den, aufschiebbaren Teil der Annuitäten nach Ablauf des Hoover-Jahres nicht zu transferieren vermag" und weist damit schon in die Zukunft und auf die Notwendigkeit hin, daß von einer Aufrechterhaltung zum mindesten des bedingten, d. h. des größten Reparationsteiles nicht mehr die Rede sein kann. Die Sachverständigen gehen aber noch weiter unb greifen, soweit es ihnen bei ihrem eng begrenzten Mandat und bei den politischen Widerständen von verschiedenen Seiten möglich war, das gesamte Reparations- und Schuldenproblem auf, indem sie erklären, „der einzige Schritt von Dauer, der das Ber- trauen wiederherstel'm kann, ist die Anpassung aller zwischenstaatlichen Schulden, Reparationen und anderen Kriegsschulden a n d i e gegenwärtig zerrüttete Lage der Welt." Diese beiden letzten Zitate sind vielleicht weniger für Deutschland als für die gesamte Welt die positivsten Ergebnisse der sieb- zehntägigen Basler Derhandlungeu. 3n ihnen wird zum erstenmal von autoritativer Seite auf die schicksalnotwendige Regelung des gesamten Schuldenproblems hmgewiesen. Die weiteren Entscheidungen, die sicher noch schwere Kämpfe und große Gegensätze bringen werden liegen nun, nachdem die Sachverständigen selbst nicht zu Vorschlägen bestimmter Einzelmaßnahmen gelangt sind und angesichts der Unmöglichkeit weiterer Reparatio.iszahlungen auch nicht gelangen konnten, bei den Regierungen. Und an diese Regierungen richtet der Ausschuß die ernste Mahnung,, die ihr ganzes Gewicht erst aus den erschütternden Tatsachen dieses Berichtes erhält, .ohne Verzug zu Entscheidungen zu kommen und damit neue Hoffnungen auf eine Besserung der schweren Krise zu erwecken, die gleichermaßen auf allen lastet." Die Schlußsitzung. Vorbehaltlose Einigung ans den Bericht. Basel, 23. Dez. (MTB.) Der Bericht des Beratenden Sonderausschusses der BIZ. wurde heute gegen 22 Uhr in einer nichtöffentlichen Vollsitzung des Ausschusses unter Vorsitz von Professor Veneduce (Italien) von sämtlichen Mitgliedern des Ausschusses unterzeichnet. Bevor die Mitglieder ihre Unterschrift unter das umfangreiche Dokument setzten, wurde der Bericht, der bis jetzt nur in englischer Sprache vorliegt, von dem Chefdolmetscher des Ausschusses Oberregierungsrat Dr. Michaelis- Berlin Abschnitt für Abschnitt vorgelefen. Die Verabschiedung des Berichts erfolgte beb alle- Was enthält Das erste Kapitel gibt einen U e b e r b l i ck über die gegenwärtige Lage. Der Bericht hebt die besondere Empfindlichkeit der deutschen Wirtschaft gegenüber der Kreditkrise hervor. Er weist auf die hohe kurzfristige Verschuldung hin, wie sie sich auf Grund der neuerlichen Erhebungen ergeben hat, und meint, daß die 12 Milliarden fucxfri* stigerVer schuldung (Ende Juli d. 3.) etwa vier Milliarden Reichsmark nicht bankmäßige Kredite einschließen, die wahrscheinlich nicht in dem gleichen Matze wie die Bankkredite zurückgezogen wurden und denen zu einem beträchtlichen Teil ausländisch eAktiva gegenüberstehen. Die Ausfuhrüberschüsse der letzten Zeit haben ein gewisses Gegengewicht gegen die jüngsten Kreditabzüge geschaffen. Ls erscheint aber zweifelhaft, ob die wirtschaftlichen Bedingungen Ausfuhrüberschüsse in der bisherigen höhe gestatten. Insbesondere wirken Zollmauern, Devisenvorschriften und Auslandeinfuhrbeschränkungen und Kontingente zusammen mit verschärftem Wettbewerb infolge der Entwertung des Pfundes und anderer Währung in entgegengesetzter Richtung. ° Eine Schätzung der deutschen Zahlungsbilanz für das Jahr 1931 zeigt den hohen Anteil, der von dem Ausfuhrüberschuß für den Zinsen -und TilgungsdienstderAuslandschulden und der Reparationszahlungen vor dem Hoover-Jahr verwendet werden mußte. Die Kapitalabzüge zwangen Deutschland, nicht nur seine auswärtigen Reserven einzusetzen, sondern auch Kredite, wie die der Reichsbank und der Golddiskontbank in Anspruch zu nehmen. Trotzdem waren umfangreiche Coldverläu'e erforderlich, und die Wirkungen der Kapitalabzüge auf die Reichsbankreserven sind be'onders bemerkenswert. Deutschland hat eine überlegte Preis- und Lohnsenkungspolitik befolgt, um seine wirtschaftliche Lage gegenüber dem Auslande soweit wie möglich zu schützen. Preise und Löhne wurden durch die letzte Notverordnung weiter gesenkt. Der Produktionsindex fiel gegenüber 1928 (— 103) auf 66 im September d. 3. Ein Drittel des wirtschaftlichen Lebens Deutschlands hat aufgehört. Die Arbeitslosigkeit ist weiter gestiegen. Sie betrug am 1. Dezember 5 Millionen gegenüber 21 Millionen Arbeitnehmern. Die Lage der Landwirtschaft, die 3o o.h. der arbeitenden Bevölkerung Deutschlands beschäftigt (1925), ist durch diese Entwicklung betroffen. Die Landwirtschaft mit ihrer hochverzinslichen Verschuldung kann diese Zinsen kaum erarbeiten, so daß moralo- riumähnliche Maßnahmen ergriffen werden mußten, um ihren Zusammenbruch zu verhüten. Die außerordentlich hohen Zinssätze haben die deutsche wirtschaft überhaupt stack belastet und sind eine der Ursachen der gegenwärtigen Krise. Die Krise hat auch für die öffentlichen Finanzen eine kritische Situation geschaffen. Die Einnahmen für das nächste Jahr werden auf nicht mehr als 7,25 Milliarden Mk., verglichen mit 9,25 Milliarden Mk. 1929 30 geschäht. Del dieser Einnahmenverminderung sind die verschiedenen Steuererhöhungen der letzten zwei Jahre mit einem Gesamtausmah von 1,5 Milliarden schon in Rechnung gestellt. Ohne diese Steuererhöhungen würden die Einnahmen um 3,5 Milliarden oder um 40 Prozent gefallen sein. Einschneidende Ausgabeneinschränkungen sind erfolgt Die Ausgabenverminderung bel o s. Einwendungen wurden von keinem Mitglied erhoben. Der Bericht trägt nunmehr die Unterschriften folgender Persönlichkeiten: Beneduce (Italien), Melchior (Deutschland), Lay- t o n (Großbritannien), R i st (Frankreich), Franc- q u i (Belgien), E o l i j n (Holland), R y d b e ck (Schweden), Bindschedler (Schwei;), Dju- ritsch (Jugoslawien), Rogara (Japan). Die Mitglieder des Ausschusses haben größtenteils sofort nach Beendigung der heutigen Sitzung Basel wieder verlassen. Der Bericht wird den beteiligten Regierungen und der BIZ. von dem Vorsitzenden des Ausschusses Beneduce übermittelt werden. Er besteht aus vier Kapiteln und verschiedene Anlagen, die die Ergebnisse der Arbeiten des Unterausschusses für die Auslandsverschuldung und die Auslandsguthaben Deutschlands, für den Reichshaushalt und die Reichsbahn enthalten. der Bericht? trägt beim Reich gegenüber dem Stande von 1929 rund 22 Prozent. Aehnliches gilt für Länder und Gemeinden. Die Steuerlast ist nach Aul» sassung des Ausschusses so hoch gestiegen, datz für eine weitere Erhöhung kein Raum mehr ist. Die Wirtschaftsschrumpfung zeigt sich auch in den Einnahmerückgängen der Reichsbahn. Trotz energischer Sparmaßnahmen sank der Be- trrebsüberschuh von 860 Millionen auf 480 Millionen Mark im Jahre 1930. 3m Jahre 1931 blieben die Einnahmen um 2 8 v. H. hinter denen von 1929 zurück. Der Detriebsüberschuß wird auf nicht mehr als 178 Millionen geschätzt. Daher ist selbst nach Inanspruchnahme der Reserven die Reichsbahn 1931 außerstande, aus ihren Einnahmen Zahlungen für Reparationen und Schuldverpflichtungen zu leisten, obgleich im Zusammenhang mit dem Hooverplan die Kassenlage erleichtert worden ist. Für 1932 können keine Schätzungen vorgenommen werden. Das zur Berichlecsialtung über die Lage der Reichsbahn eingesetzte llnterkomitee ist indessen zur Schlußfolgerung gelangt, daß die Reichsbahn im Grunde ein gesundes Unternehmen und künftig bei Beobachtung kaufmännischer Grundsätze einen Belriebsüber- schuh zu erarbeiten in der Lage ist, wie ihn die üblichen großen Auslandsbahnen erzielen können, wenn in späterer Zeit einmal Deutschland und die Welt das Gleichgewicht wieder gewonnen haben und normale wirtschaftliche Verhältnisse eingetreten sind. Das zweite Kapitel behandelt die Umstände und Verhältnisse, die zu der gegenwärtigen Lage geführt haben. Wie alle anderen Länder, hat Deutschland unter den Folgen des außerordentlichen Preis st urzes gelitten, der für das Wirtschaftsleben der Welt seit 1929 charakteristisch ist. Der Rückgang in der Konsumkraft breiter Massen hat eine Verminderung oder sogar ein vollständiges verschwinden der Rentabilität, schwere Arbeitslosigkeit und einen Riederbruch der Börsenwerte herbeigeführt. Zahlreiche Banken gerieten in Gefahr. Diese Banken- krisis wiederum führte zum Abzug von Aus-landskapital aus den Ländern Zentraleuropas. Dieses und die Ausgabe des Goldstandards in einer Reihe von Ländern hat eine Beunruhigung geschaffen und die allgemeine Tendenz zum horten von Geld gefördert. Die Erhöhung der Zollmauern vermehrt die bereits von dem Wiggin- Komitee geschilderten Schwierigkeiten in den Beziehungen zwischen Gläubiger- und Schuldnerländern, da Zahlungen von einem Lande in das andere schließlich nur in der Form von waren gemacht werden können. Der Umschwung von einer Periode der Kreditgewährung zu einer Periode der Kreditabzüge, denen die Goldreserven der Schuldner- länder nicht gewachsen waren, hat teils zu stärkerer Devisenkontrolle, teils zur Aufhebung des Goldstandards geführt. So außergewöhnlich jetzt auch die Krise sei, so sei doch jeder Krise ein Aufschwung gefolgt. Die starke wirtschaftliche Ausrüstung Deutschlands könne jetzt zwar nicht voll aus- genüht werden, aber wenn man auch den Punkt der wirtschaftlichen Stabilität nicht voraussehen könne, so sei es doch nicht weniger sicher, daß diese Stabilität erst mit Hilfe der in Kapitel 4 gemachten Vorschläge erreicht werden könne. (Fortsetzung des Berichts auf Seite 2.) Zur Weihnacht. Don D Dr Friedrich Karl (Schumann, o. 6. Professor der Theologie an der Universität Gießen. „Die Zeit ist erfüllt." Markus 1,15. I. „ Friede auf Erden," — Das scheint der Weihnachtsklang zu sein, dessen Schallwellen am weitesten fliegen; kein Weihnachtswort wird um Weihnachten so oft ausgesprochen wie dieses, sei es in stillem Sinne, sei es in heißer Hoffnung, fei es in wehmütiger Resignation, sei es schließlich in höhnender Anklage. Vor allem pflegen auch die Weihnachtsbetrachtungen der Tageszeitungen mit besonderer Vorliebe an dies Wort anzuknüpfen, um daran die bedrückende Feststellung zu knüpfen, wie weit wir doch von dem schönen Ziele noch entfernt seien, das jener Weihnachtsruf vor uns stellt. 3st dieser Ruf damit richtig verstanden, wenn wir uns an ihm den Abstand vergegenwärtigen, der uns „leider immer noch" von einem 3öeal trennt? Wäre es so, dann müßten jedenfalls die Betrachtungen, die sich dieses Wortes bedienen, noch um ein gut Teil pessimistischer klingen, als es der Fall ist. Dann müßte rund heraus gesagt werden, daß wir seit jenem Engelsgesang dem Ziel des Friedens auf Erden nicht nur nicht nähergekommen sind, sondern uns gegenüber jener Zeit nicht unbeträchtlich von ihm entfernt haben. Damals war die politische europäische Welt in einem seither kaum wieder erreichten Maße befriedet, den „europäischen Menschen" gab es in wesentlich zahlreicheren, imponierenderen und vor allem mehr bedeutenden Exemplaren als heute. Des Redens von „Verständigung", das auf alle Fälle immer bedenklich nach Pulver riecht, bedurfte es damals nicht. Don Weltkonferenzen wußte man nichts. Könnte es der Sinn eines so betont als Himmels botschast bezeichneten Wortes sein, der antiken Welt einen politischen Zustand vor Augen zu halten, den sie eben im Begriffe schien, zu verwirklichen? Einer Welt, welche den Kaiser Augustus als den „Soter", den „Heiland" des Weltfriedens feierte? Gewiß, der Gedanke eines Völkerfriedens hat seinen älrsprung in der Bibel, und alle, die seither die Menschheitsträume von ewigem Frieden, von Gewaltlosigkeit und Völtereintracht geträumt haben, haben ihre Gedanken genährt an den Schauungen der großen Propheten. Aber freilich, indem sie sie in ihr Gegenteil verkehrten: denn für die Propheten war der Völkerfriede nicht eine Möglichkeit, welche durch menschliche Politik verwirklicht werden könnte, sondern das Kommen und Dekanntwerden dessen, der als der öänbe- kannte und älngetannte der Herr aller Völkerschicksale und aller Politik, der Frommen und der Gottlosen ist. E r wird kommen, diese grüne Menschenerde wird er mit seiner Gegenwart füllen, er wird ihr Friede sein. Aber fein Kommen wird anders sein, als alles Menschendenken in Hatz oder Liebe sich ausmalt. Datz dieser Friede im Anbruch sei, datz dieses Kommen beginne, das ist der Sinn von: „Friede auf ErdenI" als Weihnachtsbotschaft. Sie sagt nicht, daß es schön wäre, wenn etwas da wäre, was nicht da ist. Sie redet nicht vom ewig unerfüllten Ideal, sondern von Gegenwart und Geschehen. Ihr erstes Wort ist: „Die Zeit ist erfüllt!" II. „Die Zeit i st erfüllt!" Ein seltsames Wort, aus dämmernden Kindheits- und Schul- erinnerungen wohl vielen bekannt, aber gerade darum bekannt-unbekannt geblieben. Es bedeutet natürlich zunächst einfach: ein Zeitraum, in dem etwas erwartet und erhofft wurde, ist zu Ende — aber es bedeutet eben zugleich: eine Hoffnung findet damit ihre Erfüllung, wo bisher eine Leere war, wird jetzt ein Inhalt, eine Fülle seien und diese Fülle wird von jetzt an alle Zeit erfüllen. Und in diesem Sinne umgreift das Wort alles, was Weihnacht bedeutet. Wieso? Wir sagen zunächst: die Zeit ist erfüllt, und rühren damit an das dunkle, für uns unlösbare Rätsel, das w i r immer für uns selbst sind. Das Griechische, die Sprache des Reuen Testaments, hat zwei Worte für unser eines deutsches Wort „Zeit"; eins, das den eben sich erfüllenden, aber zugleich auch fliehenden Augenblick, und eins, das die währende Dauer der Zeit bezeichnet. Aus beiden — Augenblick und Dauer — blickt uns wie aus dunkeln, verschleierten Augen das Rätsel unserer Existenz an, über das wir immer wieder sinnen und das wir doch nie ergründen: „Zögernd kommt die Zukunft hergezogen. Pfeilschnell ist das Jetzt verflogen. Ewig still steht die Vergangenheit." Wir alle, auch die Ungelehrtesten unter uns, keimen dies Rätsel der Zeit, und auch die Gelehrtesten wissen nicht zu sagen, was Zeit ist. Es geht uns allen mit der Zeit, wie es schon Augustin, der erste im Abendland, der tief über sie nachgedacht, empfand: „Wenn niemand mich fragt, so weiß ich, was Zeit ist; wenn ich es einem Fragenden erklären soll, so weih ich's nicht." Wie eine fremde, gewaltige und barmherzige Macht erscheint sie uns jetzt, die über alles fühllos hinweggeht, die kein Flehen halten, ein Abgrund, den keine Tränen beschwören können; und jetzt erscheint sie wieder ganz eng mit uns verknüpft, ein Stück unser selbst, denn ihr Atem ist unser Atem, ihr Schritt ist unser Schritt: sind wir fröhlich, so fliegt sie dahin, leiden wir, so will sie nicht rücken, so bringt ihr Kriechen uns Verzweiflung. Aber Leid und Freud vergehen und finken in die Vergangenheit, und immer wieder stehen wir mit leeren Händen -wischen dieser Vergangenheit, die nicht mehr uns gehört, und der Zukunft, die noch nicht unser ist und die bestimmt — Vergangenheit werden wird. Vkit leeren Händen — ist nicht das Wesen der Zeit, des ewig fliehenden Augenblickes. Leere? — Lind gerade von diesem Augenblick, von dieser Zeit ist es gesagt' die Zeit ist ersüllt! Die Zeit ist ersüllt. Das heißt: nicht wir können sie erfüllen, können ihr diesen böken Zug des Raubes und der Leere nehmen. Wirklich nicht? Unsere Arbeitslosen überfällt in diesem Winter das gan-e Grauen der leeren Zeit. Das ist das eigentlich Unheimliche an ihrem Schicksal — wir wollen es nicht vergessen. Aber wir anderen? Uns sind doch die Stunden er'ullt mit Sorgen und Schaffen, mit Rennen und Laufen vom Morgen bis -um Abend! Erfüllt mit Enstenzsorgen! Aber ist es nicht eine elende Sache, eine Leere des Lebens, vor lauter Exi» ftenzforgen und Existenzkampf — nicht -um Eristieren, -um Leben zu kommen? Aber denken wir uns nun einmal wie durch Druck auf einen Zauberhebel alle diese Sorgen weg. alle unsere Wu: schr erfüllt, all dies elende Rennen und Zav- peln zur Ruhe gekommen — gähnt uns da nicht erst recht die Leere der Zeit an? — Das alte indische Volk, dem ein glücklicher Himmel und ein fruchtbarer Boden einen grasten Teil des Jahres frei von Arbeit und Existenzkampf liest, ist in seiner höchsten Weisheit der eindrücklichste Münder dieser Leere der Zeit geworden. Rein, w i r können unsere Zeit nicht erfüllen, sie must uns erfüllt werden. W7r wissen das im Grunde auch ganz genau. Wenn wir „3eit_ haben", so halten wir es nicht aus. wir müssen sie uns „vertreiben". Wir ertragen es vor ihrer Leere nicht, allein zu sein, und unwillkürlich suchen wir den anderen, um uns durch sein Du die Leere füllen zu lassen. Es liegt tiefer Sinn in diesem alltäglichen Vorgang: nicht vom Ich, sondern nur vom Du her wird die Leere der Zeit überwunden, wird unsere Eristenz mit Wirklichkeit erfüllt. Wir heutigen Menschen sollten für diese Erkenntnis besonder- empfänglich fein; denn wir sind Kinder einer Zeit, welche das Leben in all feinen Formen vom Ich her zu gestalten sich unterfing, und wir tragen heute als Kinder dieser Zeit den Fluch dieser Zeit fühlbar genug auf uns: mit Schrecken werden wir aetnce'r, dast uns über dem individualistischen Ich-Raufch alle Bande der Gemeinschaft in Ehe, Familie, Volk, Staat und schliestlich natürlich auch der nie aus eigenen DemeinschaftSkräften lebenden Wirtschaft zerfallen. Lind wenn diesem Zersall Im letzten Augenblick — er ist schon sehr weit vorgeschritten — noch Einhalt geboten werden soll, so muh dazu schon ein anderes als jenes Zch-Denken aufgeboten werden, auf welches noch der Anfang dieses Jahrhunderts so gan- verblendet stolz war. Aber damit, dast wir uns. erschreckt von den Zeichen deS Zerfall- ring- um uns her, haben belehren lassen, dast alles Leben, das sich uns aus tnm Stolz und der Freiheit de- Ich her gestalten will, sterbendes Leben ist. haben wir wohl ein besseres Verständnis unseres Gemeinschaftslebens, vor allem unsere- Familien- und Volkslebens gewonnen. Aber damit haben wir noch nicht verstehen lernen, was Weihnachten bedeutet und seine „erfüllte Zeit" Das verstehen wir erst dann, wenn wir — irgendwann und irgendwo — die bitterste Erfahrung gemacht haben, die es auf Erden zu machen gibt: ja, wenn eine Menfchenfeele sich ganz mir zu eigen gäbe und ich ihr, wenn einem Menschen ich ganz mich au'fchließcn und ihn gan- mir zum Du werden lassen könnte — dann wäre die Leere der Zeit überwunden, dann wäre die Zeit erfüllt. Aber — das eben kann ich nicht! Ich kann nicht wirklich einen Menschen mir -um Du werden lassen, ich habe ihn immer längst zuvor zum Mittel für mein Ich gemacht. Alle meine Liebe ist heimlich selbstsüchtig: sie verschliestt sich dem, den sie liebt. Sie schneidet selbst das Band entzwei, indem sie eS knüpfte. Gerade an denen, die uns die Liebsten sind, werde ich schuldig. Das und nichts anderes ist es. was das Ehristentum mit dem Wort „Sünde" meint; darin erblickt es den tie'sten Abarund der Leere der Zeit. Der heutige Mensch weist nvt dem Ausdruck „Sünde" vielfach nicht viel an-ufanaen. vielleicht weil er ihm zu oft vorgeredet wurde, ohne dast ihn damit etwas gesagt worden wäre. Die Sache kennt er. wenn er sie auch in ihrer eigentlichen Siete oft nicht versteht. Lind man kann wohl sagen, dast gerade der Mansch des Heutigen Zeitalters mit besonderer Deutlichkeit um dies Lchuldigwerden am andere? weist: ist nicht gerade dies das Hervorstechende an der ernst-unehmenden Dichtung der Gegenwart, dast sie immer von neuem dies Zerbrechen am anderen sich'bar werden lästt. dies Zerbrechen der erträumten Gemeinschaft -wischen Mann und Weib, -wischen Freund und Freund, -wischen Volksgenossen und Volksgenossen. -wischen Vater und Sohn, zwilchen Alter und Iugend? Und verrät nich^mpie Dichtung Immer am ehesten, warum es einem lebenden Geschlecht von Menschen zutiefst geht? 3c tiefer wir aber — nun nicht im Spiegelbild der Dichtung, sondern in der ungefoieqelten eigenen Eristenz — um dies bittere Zerbrechen wissen, um fee durchsichtige Si-wand -wischen Mensch und Mensch, an der wir mit ersticktem Iammer uns entlang tasten — um so unmittelbarer stehen wir — vor der GotteSfrage. vor dem Vernehmen deS Worte- der Weihnacht. IV. Denn die- Wort heistt: Die Zeit ist erfüllt. Es sägt uns nicht nur. waS Erfüllung der Zeit wäre. Rämlich Lleberwindung jener Leere, Ricderreistcn jener Eiswand, die Wegnahme jene» Schuldigwerdens. Lieberwindung der Ich- Sucht, nahe Gemeinschaft zwischen ich und du. Lind da- Wort der Weihnacht sagt auch nicht blost die-: Da- alle- wäre nur möglich — eben nicht von uns hier, die wir alle eben schon getrennt sind von einander, schuldig geworden a n einander —. sondern nur. wenn der käme zu un». in unsere Eristenz. um den wir im Grunde ja alle schon wissen und wäre c» in der Weise der Flucht vor ihm, de» Hasse- gegen ihn, der Leugnung seiner Eristenz. tue eben von ihm zeugen must - Gott Denn wer sollte auch der Zeit Erfüllung. Lieberwindung ihrer Leere geben können, wenn sie doch für un» in ihr Stehenden eben immer schon Leere ist. au» deren Abgründen Schuld aufsteigt, wer, wenn n:cht der. der ihr Herr ist, Gott? Aber nicht dies tagt da» Weihnacht-wort, w i e etwa Erfüllung der Zeit möglich wäre, sondern dast die Zeit erfüllt i st, daß der Herr der Zeit da ist in der Zeit, dast e r die Leere der Zeit erfüllt hat mit seiner Fülle, dast die Gemeinschaft -wischen du und ich erschlossen ist in ihm, dast der Fluch des Schul- digwerdenS htnweggenommen, dast die Liebe wahre Liebe geworden ist. Die Gabe aller Gaben ist da, von der ein goldener Schimmer über alles arme oder reiche Weihnachtsschenken gebreitet ist. „Gott ist geoffenbart im Fleisch." Gott tritt ein in die Existenz derer, die unter der Leere und dem Fluch der Zeit schmachten, und füllt die Leere und bindet den Fluch. Er macht die Existenz erst zur Wirklichkeit vor ihm, vor der alle andere Wirklichkeit zur Illusion erblaßt. Die Zeit ist erfüllt, wo Gott fich gegenwärtig machte, und vor feiner Gegenwart ist keine Gegenwart flüchtig, keine Vergangenheit tot. keine Zukunft Rächt. Lind er macht sich zur Gegenwart, die Entscheidung fordert, in dem, der in der Krippe liegt. Es ist schlichter und tiefer niemals gesagt worden als von Martin Luthe«: Den aller Weltkreis nie beschloß, Der liegt in Marias Schoh, Er ist ein Kindlein worden klein. Der alle Welt erhält allein. Damit sagt die Weihnachtsbotschast von der erfüllten Zeit etwas, was freilich nicht nur allem Zweifel und allem Fragen, sondern auch aller Mißdeutung und allem Mißverständnis, ja allem Hohn und allem Spott offen preisgegeben ist. Lind eS wird zu allen Zeiten fo fein: wo keine Frage ist, da kann keine Antwort vernommen werden. wo keine Leere ist, da kann nichts zur Fülle werden. Aber das ändert nichts daran: Die Zeit ist erfüllt, die Zeit, in der wir leben, ist von Gottes Gegenwart erfüllte Zeit, die Entscheidung fordert von dir und von mir. Lind wenn einmal die Illusionen über sich selbst zerbrochen sind, wer verstehen gelernt hat, daß auch die sogenannte „nadle Wirklichkeit" nicht die tiefe Wirklichkeit ist, wem die dunkle Frage seiner Existenz aufgebrochen, wer über die Leere seiner Zeit erschrocken ist. wen sie — wovon selbst der Le- benskünstler Goethe zu sagen gewußt hat —. als Armen hat schuldig werden lassen, dem wird eben dadurch das Auge geöffnet fein für die Gegenwart Gottes im Kindlein von Bethlehem, der wird immer wieder bekennen, daß die Weihnachtsfreude, die Erfüllung der Zeit durch die Gegenwart Gottes, die eine tiefe Lebensfreude ist. Es gibt einen wenig bekannten, uralten Weih- nachtsvers, der uns immer wieder anS Herz greift, gerade wenn ich daran denke, wer der war, der ihn gesungen. Aus der Armut eines zerstörten Lebens heraus, als ein Einsamer, Llnsteter und Flüchtiger, verbannt aus seinem Vaterland und verstoßen von seiner Kirche hat vor mehr als 1000 Iahren der deutsche Mönch Gottschalk seine Weih- nachtssreude gesungen: Dir, o König will ich singen. Singen zu der Harfen Klingen, Singen fort mit Herz und Munde Bei dem Kindlein jede Stunde Süße Kunde Dir, holdväterlicher Herr! — Die Schlußfolgerungen der Baseler Sachverständigen. Deutschland hatte einen ft arten Kapitalbedarf, um die durch den Krieg, seine Rach- wirkungen und die Inflation geschaffenen Lücken auszufüllen. Von den 18 Milliarden Mark feit 1G24 cingcftrömten AuslandkapitalS wurden 10.3 Milliarden durch Reparationen aufgezehrt. In den Iahren 1926 bis 1930 sind ebenso wie die Steuereinnahmen auch die Ausgaben in Reich, Ländern und Gemeinden stark gestiegen und zwar von 17,2 auf 20,8 Milliarden. Ausgaben f ü r Wohnungsbau. Bildungswesen und WohlfahrtSwesen machen hiervon 4 3 Prozent aus. Stark gestiegen sind ferner die öffentlichen Schulden, die 1931 insgesamt 24 Milliarden betrugen. Als die Krise die Steuereinnahmen verminderte, ergab fich bei dem hohen Ausgabenniveau ein entsprechend großer Fehlbetrag. Die steigende Ausgabenpolitik ist oft kritisiert worden, ebenso wie das System deS Finanzausgleichs -wischen dem Reich, Ländern und Gemeinden, das die Kontrolle über d i e Ausgaben von der Verantwortung für die Erhebung mindestens eines beträchtlichen Teiles der Einnahmen trennt. DaS Kapitel 3 schildert die deutschen Sonder- maßnahmcn zur Bekämpfung der Krise. Im Kapitel 4 stellt dann der Ausschuß zunächst formal fest, daß Deutschland den auffchieb- baren Teil der Annuitäten nach Ablauf des Hooverjahres nicht zu transferieren vermag. Er weist indessen auf die beispiellose Schwere der Krise hin. deren AuSmah unzweifelhaft die „verhältnismäßig kurze Depression" übersteigt, die der neue Plan ins Auge faßt. Der Reue plan ging von der Bändigen Ausdehnung de» Welthandels au», innerhalb deren die Reparationszahlungen ein Faktor von abnehmender Bedeutung werden würden. Tatsächlich ist da» (degenfellein- getreten, nicht nur ist der Umfang öc» Welthandel» zusamnengeschrumpfl, sondern auch da» außerordentliche Fallen de» Goldpreise» Hal die tatsächlichen Lasten der deutschen Annuitäten wie alle In Gold sestgesehten Zahlungen um 4 0 o. f>. erhöht. Da» deutsche Problem, da» In weitem Maße die Ursache für die steigende finanzielle Lähmung der Welt ist, erheischt daher ein gemeinsame» handeln, da» nur von den Regierungen ausgehen kann. Da» Problem Hal weltweite Bedeutung, und es muh in viel weiterem Mohstabe als den durch Deutschland» Lage allein gegebenen behandelt werden. Der Wiggins-Ausschuh hat bereite eine außer- ordentlich ernste Warnung ausgesprochen. Die Ereignisse warteten nicht. Die Krise hat gewaltige Dimensionen angenommen. Wenn nichts geschieht, werden die eingetretenen Schwierigkeiten Vorboten weiterer ft a - tastrophen sein. Durch die Rückwirkungen des Wirtschaftsleben» auf die wirtschaftliche Lage und umgekehrt wird die allgemeine Lage noch mehr verwirrt. Bei diesem verwickelten Problem müssen von den Regierungen die Tatsachen berücksichtigt werden, die der wirklichen Lage entsprechend nur nach wirtschaftlichen Gesehen behandelt werden können. Gewisse Betrachtungen erscheinen dem Ausschuß von größter Wichtigkeit: Transferierungen von einem Lande in einem Umfange, der b i e Zahlungsbilanz erschüttert, müssen da» augenblickliche Ehao» noch verschärfen. Die Befreiung eine» Lande» von nur unerträglichen C a ft e n würde möglicherweise bie Last auf ein (Bläubigerlanb ab- wälzen, da» In seiner Eigenschaft al» Schuldner feinerfeil» nicht in der Lage Ist, die Last zu tragen. Der einzige Schritt von Dauer, der da» vertrauen wieder Herstellen kann, ist bie Anpassung aller zwischenstaatlichen Schul- b e n (Reparationen und andere Kriegsschulden) a n bie gegenwärtige zerrüttete Lage ber Welt. Lnblich finb Schritte notroenblg, um den energischen Maßnahmen, mit denen bie deutsche Regierung die Stabilität ihrer Währung verteidigt, dauernde Wirkung zu sichern. Der Ausschuß richtet an bie Regierungen ben Appell, ohne Verzug zu Entschelbnngen zu kommen uub damit neue Hoffnung auf eine Besserung der schweren Krise zu erwecken, die gleichermaßen ans allen lastet. Erste Pressestimmen. Berlin, 24. Dez. (TL1.) Da der vorerst veröffentlichte AuSzug auS dem Bericht de» Baseler Sonderausschusses noch keine endgültige und abschließende Wertung deS gesamten Gutachtens ermöglicht hat. nehmen vorläufig nur wenige Berliner Blätter ausführlich Stellung. Die „D. A. Z " hebt hervor, daß das Gutachten zwar eine Desavouierung des Boungplane», aber keine Empfehlung enthalte, die Tribute zu streichen. Das Fehlen einer klaren Festlegung deS Zusammenhänge» zwischen Tributen und Weltkrise werde in keiner Weise dadurch ausgewogen, daß Herr Rist auf seine rohtäuscherische Absicht habe verzichten Müssen, in den Ausschußbericht die Feststellung einer Mitschuld Deutschland» an der krisenhaften Zuspitzung seiner Lage und an seiner Zahlungsunfähigkeit aufnehmen zu lassen. — Der „Vorwärts" unterstreicht besonders die Feststellung, daß der Voungplan überholt sei und bedauert, daß man den Regierungen, die sich noch immer gegen die völlige Abschaffung der Reparationen stemmten, die Möglichkeit gebe, eine Wiederaufnahme diese» verderblichen Zahlungssystems in späteren Iahren zu fordern. Richtsdestoweniger bedeute das Baseler Dokument einen Schritt vorwärts. — Da» „Berliner Tageblatt" urteilt, noch niemals sei, solange die Debatte über die Reparationen an- dauere, von einem internationalen Gremium e i n Dokument von gleicher Eindringlichkeit, von einem solchen Ernst der Sprache oor» geiegt worden, wie diesmal. — Die „Börsen- -eitung" bezeichnet die im Schlußkapitel enthaltene Erklärung, daß daS deutsche Problem „weltweite Bedeutung" habe und „in weitem Maße" bie LIrsache für die steigende finan» -teile Lähmung der Welt sei, als besonder» bedeutungsvoll. Mit d.c'er allgemein gehaltenen Wendung werde der deutschen Forderung auf Streichung der Tribute zwar nicht auSdrück- l i ch Rechnung getragen, aber sie bedeute doch wenigsten- einen Wegweiser au diesem Ziel. — Der „T a g" bemängelt, daß der mit den französischen Widerhaken bespickte Bericht die Weltkrise nicht eindeutig genug auf bie Tribute -urückführe. — Der „Börse n - E o u r i e r'* bezeichnet den Bericht in der Lleberschrift ein mühsam erreichtes unzulängliche» Kompromiß. — Die „Deutsche Zeitung" hebt hervor, daß der kaum verhüllte Hilferuf der Vertreter der sogenannten Gläubigerstaaten für Deutschland in Wirklichkeit der Hilferuf für die eigenen auf- schwerste gefährdeten Geldfchränke sei. Wenn c» für Deutschland noch eines Beweise» dafür bedurft hätte, daß die soviel im Munde geführte „Hilfe" deS Auslände» eine LI t o p i e sei. fo habe der Baseler Bericht diesen Beweis erbracht. Was sagt man in Paris? Paris, 24. Se). (WTB Funkspruch.) Der „M a t i n" weist in einer kritischen Würdigung de» Baseler Berichte- besonders daraus hin, daß Deutschland auf Grund de» Berichte» mit Recht erklären könne, cs sei nicht in der Lage, im nächsten ReparationSjahr den geschützten Anteil au bezahlen. — ..Oeuvre "betont, daß der Voungplan durch den Bericht nicht getroffen worden sei und daß die Reparationen ihre une i ng e f ch r änk te n Vorrechte behalten hätten. SS frage stch nur, ob cs politisch nützlich und geschickt sei, die strenge Llnterscheidung zwischen den privaten und den Reparation-Verpflichtungen al» Gründe für die ZahlungSfchw erigke.ten Deutschland» ausrechtzuerhalten. — „Populaire" hält den Wert de» Berichte» für recht gering und bestreitet, daß die Baseler Beratungen den Boden für eine -weck- mäßige P.üfung auf einer Regierungskonscrenz vorbereitet habe. — „SchobeDariS" schreibt, der Lachverständigenausschuß haoe festgestellt, daß da» industrielle Rüstzeug Deutschland» voll auSgewertet werden könne, wenn bie Weltkrise gelöst fein werbe Diese Feststellung müsse bie Deutschland zu bewllligenden Erleichterungen zeitlich beschränken. Der Sachver- ftändigenausschuh versuche offenbar, die Regierungen zu weiteren Maßnahmen zu bestimmen. Sein diskrete» Plaidoyer zugunsten eine» längeren Moratorium» al» e» im Voungplan vorgesehen sei. sei ba» Zugeständni» bc» französischen Delegierten Rist. mmen. a der vorerst Der« dem Bericht des ) leine endgültige 2 gesamten Tut« en vorläufig nur führlich Stellung, ah das Gutachten Zoungplanes.abcr Tribute zu strei« klaren Fest« lhanges ztvi« cltkrise teerte -wogen, dah Her- Absicht habe Dei< chbericht die FeK> itschlands an bet jage und an seiner i zu lassen. - Der esonders die Fest' >lan überholt den Regierungen, öllige Wschassung - 2Högl ffleit gebe, eses üetbetblidjen ihren zu fordern. I Tafeln 'Sohi* - DaS »Der* noch niemals sei, “-Reparationen an« ilen Gremium ein Eindringlich« 1 der Sprache vor« - Die „Börsen- Echtuhkapitel ent« deutsche PrvblW und „in weiten lie steigende sina» als besonders b!> [gemein gehaltenen en Forderung.ck licht ausdruli' t sie bedeute doch eiter zu diesm igelt, dah der m i besM Bench itifl genug - Der „Bor« den Bericht m der chies unzulänglich« a i g'Tj# >n W •6»** «>■ Lencht n o« 06 -Ltun 30tM chran't , LZKS London enttäuscht. Man vermiet Empfehlunqcn. London, 24. Dez. (WTB. Funkspruch.) Die ernste Warnung vor einer Katastrophe, die der Baseler Sachverständigenaus- schuh an die Welt gerichtet hat, wird von der Worgenpresse in ihrer ganzen Tragweite kritisch gewürdigt. „Morning-Post" bemerkt, dah in dem Bericht, der von der Mehrheit der Aus- schußmitglieder als sehr unbefriedigend bezeichnet wurde, Empfehlungen für die Erleichterung der Krise in Deutschland nicht zu finden seien. Die Schwierigkeiten seien auf französisches Verlangen hin einfach auf die bevor st ehe n de Konferenz der Regierungen abgeschoben worden. — „Limes" weist darauf hin, dah der Bericht einen unverkennbaren Wink gebe, dah die Zahlung der ungeschützten Annuitäten angesichts der Schwere der Krise unerwünscht sei. „Daily Telegraph" will wissen, dah die schwersten Zu- sammcnstöhe bei den Beratungen des Baseler Ausschusses mit dem Goldproblem zusammenhingen. Die französische Regierung sei entschlossen, eine Erörterung dieser Frage auf der kommenden Reparationskonferen» zu verhindern. „Times" beurteilt die Aussichten einer Reparationskonferenz ziemlich optimistisch. Die britische Regierung dränge bei der französischen und anderen Regierungen auf eine endgültige Lösung der ganzen Frage. Große Zurückhaltung in Amerika. London, 24. Dez. (WTB. Funkspruch.) Wie Reuter aus Washington meldet, lehnen die amtlichen Stellen jede Aeuherung zum Baseler Sachverständigenbericht a6; man könne aber Jagen, dah die Feststellungen des Ausschusses keine besondere Lleberraschung hervorgerufen haben. 3m allgemeinen vertrete man den Standpunkt. dah den nächsten Schritt Europa t u n müsse, wobei es sich voraussichtlich um die Einberufung einer all g e m e i n enR e - Parationskonferenz h n ein w:rd^. Man zweifele jedoch, ob Amerika daran teil- nehmen we^de. Ergänzungen zur letzten Notverordnung. Weitererhebunq der S«euersonder;ulchläge. Berlin, 23. Dez. (WTB.) Die Vierte Notverordnung vom 8. Dezember war vo? Bestimmungen mehr gesetztechnischer Art und minderer Bedeutung entlastet worden, um sie einheitlich und übersichtlich zu gestalten. Eine neue Verordnung des Reichspräsidenten enthält Bestimmungen dieser Art. Es handelt sich in erster Linie um steuerrechtliche V o r s ch r i f-t e n. Zweifelsfragen werden geklärt, Auslegungsgrundsätze sichergestellt, der Besteuerung durch Staat und Gemeinden in gewisser Richtung Grenzen gezogen. 9 Der Sprozentige Zuschlag zur Einkorn- men st euer von mehr als 8000 Mark, der L e» digenzuschlag und der lOprozentige Tantiemenzuschlag der Aussichtsratsmitglieder werden auch für 1932 erhoben. Es ist bestimmt worden, dah die landwirtschaftliche E i n h e i t s st e u e r für die Einkünfte aus Verpachtung, die in einem landwirtschaftlichen Betriebe anfallen, schon jetzt gilt, dagegen für die Einkünfte aus Verpachtung, die ein Nichtlandwirt bezieht, erst von dem Zeitpunkt an, in dem eine entsprechende Regelung für das gesamte Grundvermögen getroffen wird. Verluste aus Landwirtschaft sollen grundsätzlich vom übrigen Einkommen abgezogen oder gegebenenfalls auf das nächste Jahr vorgetragen werden. Verluste bis 1000 Mark bleiben außer Ansatz Mit der Freistellung der ersten 6000 Mark des landwirtschaftlichen Einkommens ist grundsätzlich auch der steuerfreie Einkommensteil von 720 Mark abgegolten. Um Härten zu vermeiden, soll der steuerfreie Einkommensteil gewährt werden, wenn der Einheitswert des landwirtschaftlichen Betriebes unter 8000 Mark liegt. Durch die Verordnung vom 6. Oktober 1931 ist die Hauszins st euer mit Wirkung vom 1. April 1932 ab um 20 Prozent gesenkt worden. Die Rotverordnung enthält ein ausdrück- lichesVerbot, dah den Hauseigentümern, die ihre Hauszinssteuer nach der Verordnung vom 8. Dezember 1931 ablösen möchten, nach vollzogener Ablösung eine höhere Grund st euer auferlegt wird. Die Rotverordnung stellt sicher, dah die Grundstücke, auf denen von 1924 bis 1930 Wohnungsneubauten errichtet worden sind, von der Gemeindegrund st euer befreit Wörden, so lange die Befreiung von der Landesgrundsteuer besteht. Die Reichsregierung wird ermächtigt, in Ergänzung des Gerichtsverfassungsgesehes und der Rechtsanwaltsordnung besondere Vorschriften für den Fall der Aufhebung oder Zusammenlegung von Gerichten au erlassen. Weiter ist die Geltungsdauer der auf den 31. Dezember 1931 befristeten Lohnpfändungsordnung um ein halbes 3ahr verlängert worden. Oie weitere Durchführung der Preissenkungsaktion. Berlin, 23. Dez. (CNB.) lieber die weitere Durchführung der Preissenkungsaktion wird von guftänbiger Seite darauf hingewiefen, dah der Finanzminister der Berliner Verkehrs- gesellschaft die Beförderungssteuer solange erlassen hat, wie der neue e r • mäßigte Taris bestehen bleibt, lieber die Senkung der Strompreise sind noch Verhandlungen im Gange. Der Reichskommissar hat an sämtliche Elektrizitätswerke Deutschlands ein Schreiben gerichtet, in dem er bis zum 10. Januar zum Bericht über ihre beabsichtigten Preissenkungs-Maßnahmen a u f f o r b e r t. Wer jis zu diesem Termin eine lOprozentige Preissenkung durchgeführt hat, ist v o n d i e s e m B e r i ch t b e f r e i t. Das EmsiurzunM in der vatikanischen Vibliochek. w. Links: Blick in eine Halle der Vatikanischen Bibliothek, in der die prachtvollen Kunstsammlungen des Papstes untergebracht sind. — Rechts: Ein Lesesaal in der päpstlichen Bibliothek. Von den Opfern des Einsturzunglückes in der Vatikan-Bibliothek find bisher drei als Leichen geborgen worden. 3n dem Lesesaal wird ein Teil Bücher der Sammlung über England und der größte Teil der Bücher über Deutschland vermißt. Ferner fehlt etwa ein Drittel der Abteilung für kanonisches Recht, Dcnkmalaufschriften, Kalligraphie, die Geschichte der Päpste und des Vatikans und fast sämtliche Handkataloge der Bibliothek, sowie Sammlungen historischer, philologischer, theologischer und bibliographischer Zeitschriften. Ferner sind ein Teil der photographischen Sammlung und der wertvollen Codices verloren. Der Leiter der Vatikan-Bibliothek gibt die Zahl der vernichteten Bände auf etwa 1 5 000 an, hofft allerdings, daß ein Teil von ihnen durch noch in der Bibliothek befindlichen Reserven erseht werden kann. Die wertvollen Handschriften von Luther sind, wie ein» wandsrei festgestellt worden ist, nicht von dem Einsturzunglück betroffen. Nie Broipreissenkung. Berlin, 23. Dez. (WTB.) Der Reichskommissar für Preisüberwachung hat heute seine Besprechungen mit dem Bäckerhandwerk über die Brotpreissenkung beendet. Das Bäckerhandwerk ist, wie betont wird, bereit, das Brot so billig wie möglich an die Verbraucher abzugeben, zumal die Rotverordnung durch die allgemeine Lohn- und Preissenkung auch für die Drotproduktion eine Reihe von Erleichterungen bringt, die vom Däckerhandwerk auf rund 2 Pfennig je Kilo Brot geschäht werden. Darüber hinaus hat das Bäckerhandwerk dem Reichskommissar zugesagt, den Unternehmergewinn um 1,5 Pf. zu senken.^ Der „Germania-Zentralverband deutscher Bäk- terinnungen“ empfiehlt deshalb feinen Mitgliedskörperschaften im Reich, die Druttospanne ab 1. Januar 1932 um mindestens 10 v.H. z u ermäßigen: sie darf nicht höher fein als 1 4 Pf. je Kilo. Der Reichskommissar wird vor einer Entscheidung über das Rächt b a ck - verbot sich mit dem „Germania-Verband" ins Benehmen sehen. Er wird sich ferner mit der Frage beschäftigen, ob und in welcher Weise d i e Mühlen- und G r o ß h a n d e l s s p a n n e gesenkt und befestigt werden kann. Die Verhandlungen, die der Reichskommissar gleichzeitig mit den Vertretern der Brotfabriken geführt hat, haben ergeben, dah auch sie empfehlen, die Bruttospanne um die sich aus der Rotverordnung ergebende Unkostenersparnis herabzusehen. Eine weitere Senkung der Druttospanne stellten die Fabriken in Aussicht, wenn eine gewisse Lockerung des Rächt back- Verbots und eine Aushebung desAus- fuhrverbotsvor7Uhr erreicht werden sollte. Senkung der Verdienstspanne im Fleischergewerbe. Berlin, 23. Dez. (WTB.) Der Deutsche Fleischerverband hat sich in den Verhandlungen mit dem Reichskommissar bereit erklärt, seinen Mitgliedern die Herabsetzung der Druttopreisspannen zu empfehlen, die bei Schweinefleisch 15 Pf., bei Rindfleisch 23 Pf., bei Kalb- und Hammelfleisch 25 Pf. je_ Pfund höchstens betragen sollen. — Die Erhöhung der Umsatzsteuer wird vom Gewerbe getragen. Der Reichskommissar hat sich bereit erklärt, zur Zeit von einer amtlichen Festsetzung der Preisspannen abzusehen. Die Vertreter des Deutschen Fleischerverbandes haben dem Reichskommissar zugesagt, daß sie den Derbandsmitgliedern empfehlen werden, die genannten Richtlinien bei ihrer Preiskalkulation auf das genaueste zu beachten. Postgebühren werden gesenkt. Berlin, 23.Dez. (WTB.) Das Reichskabinett stimmte in seiner heutigen Sitzung der Senkung der Postgebühren mit Wirkung vorn 1. 3anuar 1932 .zu. Die Senkung soll sich, um bei der Höhe des zur Verfügung stehenden Betrags von 120 Millionen Mark wirksam zu sein, auf zwei wichtige Verkehrszweige, den Paket- und den Fernsprechverkehr erstrecken. Be- rcitß am 28. Dezember wird der Arbeitsausschuß des Reichspostverwaltungsrats und am 29. das Plenum des Verwaltungsrats zusammentreten, um die endgültige Entscheidung zu treffen, insbesondere um die Einzelheiten der Gebührensenkung festzusetzen. Aus aller Wett. Adolf Busch feiert Triumphe in USA. Der große deutsche Geiger Adolf Busch spielte in S t. tio u i 5, begleitet vom St. Louis-Symphonie- DrdjJter, das Violinkonzert von Brahms. Der Künstler fand enthufiastischen Beifall. Die Kritiken stimmen darin überein, daß Busch auch hier seinen Ruf alseinerdergrößtenKünst- ler der Gegenwart bewährt habe. Sven hedin spricht am 27. Dezember im Rundfunk. Sven Hedin spricht am Sonntag, 27. Dezember, von Stoaholm aus im Rundfunk für die Berliner Funlstunde. Die Hedin-Veranstaltung, die auch die anderen deutschen Sender übernehmen, hat die Form eines Interviews. Der schwedische Fo.scher wird über „Weihnachten in der Wüste" sprechen, wo er nicht weniger als siebzehnmal das Christfest gefeiert hat. Hedin wird ferner über den Raubüberfall sprechen, dem kürzlich ein Teil seiner Expedition in China ausgesetzt war, sowie über seine nächsten Pläne. Die Gehaltssenkungen bei den Banken. 3n dem Verfahren zur bindenden Festsetzung der Gehaltssätze im Tarifvertrag für das Bankgewerbe auf Grund der Rotverordnung vom 8. Dezember 1931 hat der besondere Schlichter eine bindende Festsetzung getroffen. Die Senkung der Gehaltssätze beträgt 12 und 14 Prozent. 5000 Mark Lohngelder geraubt. Als in Coselhafen ein Angestellter der Firma Wollheim mit dem Zählen von Lohngeldern beschäftigt war, trat ein Mann durch die Hintertür ein und verlangte Briefmarken. Dem Angestellten, der den Mann auf die Post nebenan verwies, wurde darauf Pfeffer ins Gesicht g e ft r e u t. Im Nu hatte der Unbekannt? das auf dem Tisch liegende Geld in Höhe von 5000 Mark zufammengerafst und verschwand damit. Er konnte bisher nicht gefaßt werden. (Eine mutige Kassiererin entriß den Räubern die Beute. Ein äußerst dreister Raubüberfall wurde auf die Filiale Hirschberger Straße der Konsumanstalt Eintracht in Köln ausgeführt. Kurz vor 8 Llhr fuhren drei Männer vor der Filiale vor. Zwei von ihnen, deren Gesichter durch schwarze Masken unkenntlich gemacht waren, drangen in die Geschäftsräume ein, und zwar hielt einer der Räuber das im Laden anwesende Derkausspersonal in Schach, während der andere sich der Kasse mit derTa- geseinnahme in Höhe von 7 3 0 Mark bemächtigte. Als die Banditen wieder verschwinden wollten, stellte sich ihnen an der Ladentür eine Verkäuferin entgegen und entriß ihnen bis auf zwei Zwanzigmarkscheine die ganze Beute. Dß: Räuber stürzten darauf in den vor dem Geschäft bereit- stehenden Wagen und flüchteten. Strenge Kälte in Tunis. Die Kältewelle hat sich auf Nordafrika ausgedehnt. So werden aus Tunis 5 Grad Kälte gemeldet. Im Zentrum der Provinz Tunis in der Nähe von Thalia liegt der Schnee teilweise zwei Meter hoch. Eine Kältewelle von solcher Heftigkeit ist in Tunis noch nie beobachtet worden. Sie hat bereits mehrere Todesopfer gefordert. Slurmfahrt eines großen englischen Passagierdampfers. In einem furchtbaren Sturm, in den der englische 17 000-Tonnen-Dampfer „Tu scania" auf der Fahrt von Neuyork nach Glasgow geriet, wurde eine Person getötet und 35 verletzt. Das Schiff hatte vleutjorf am 12. Dezember mit 700 Fahr, gäften verlaßen und geriet am 16. Dezember i n einen Orkan. Unter den Fahrgästen brach eine Panik aus, da viele glaubten, das Schiff gehe unter. Das Oberdeck des Schiffes wurde stark beschä- d i g t. Die überkommenden Seen schlugen viele Türen ein und ergossen sich in das Innere, in die Kabinen, in die Passagierräume und in den Speise- faal 3. Klasse. Diele Fahrgäste wurden bei der heftigen Schiffsbewegung zu Boden oder gegen die Wände geschleudert. Eine 40jährige Frau wurde so schwer verletzt, daß sienochunterwegs starb. vorübergehende Stillegung des Erzbergbaues der Jlseder hülle. Die 3lseder Hütte hat ihre Erzgruben nach erfolgter Genehmigung durch den Regierungspräsidenten in Hildesheim vorübergehend stillgelegt. Diese Maßnahme ergab sich Daraus, dah die vorhandenen sehr erheblichen Erz-, Vorräte infolge der augenblicklichen Wirtschaftskrisis nicht verarbeitet werden können. Die zunächst für die Weiterverarbeitung erforderlichen Erze werden aus den Vorräten und durch Tagebau gewonnen. Aus ähnlichen Gründen ist auch das Kohlenbergwerk Minden, das der Jlseder Hütte gehört, vorübergehend stillgelegt worden. Die Zeche Friedrich der Große ist teilweise stillgelegt. Die Versteigerung von Juwelen des bayerischen Königshauses. Die Juwelen aus dem Besitz des bayerischen Königshauses, die bei dem bekannten Londoner Auktionator Christie versteigert wurden, brachten einen Gesamterlös von 39 300 Pfund. Insgesamt wurden 13 Stücke verkauft. Eine prachtvolle Drillantentiara, die von dem Pariser Juwelier Dorbois geschaffen und im Jahre 1832 von dem Münchener Juwelier Rieländer auf Wunsch Ludwigs 1. umgearbeitet wurde, erhielt den Zuschlag bei 7000 Pfund. Ein weiteres wertvolles Stück, ein reiches Drillantgchänge von E -Herzog Joseph stammend, erzielte 4000 Pfund. Der Verkauf der Juwelen fand größtes Interesse. Die Auktionshalle war überfüllt von Käufern, Liebhabern und Reugierigen. Drei Knaben Im Dorsteich ertrunken. In Hohenkirchen (Mecklenburg) vergnügten sich die im Alter von sechs, elf und zwölf Jahren stehenden drei Söhne des Hofbesitzers Reuter auf dem Eis des Dorfteiches. Dabei brachen sie ein und fanden alle drei denTod durch Ertrinken. Oie IWferlooe /7/7/woc/^ Jan Mayen _S, Borg ■K7 r5to< Aberdeen- rtambQ 80 Bär er J2___ 1OS " ,a Coruna 5ei(MZ Wien y Owoixenlos. ©neuer, (jnaio oeuetKL© woiRig. • oeueext «Reoen * Schnee a Graupeln, b Nebel K Oewntfr^)win. aehr «irnter O$i ^5 nassioe» Südsüdwest ’S stürmischer «icrdwesl oie pfeue fliegen mH dem wmae Pie beiden Stationen stenenden Zahlen geben die Temperatur an. Pie Linien verbinden Orte mit gieichufc •ui Meeresniveau umoererhneiee Luftdruck Wettervoraussage. Langsam bringen die im Norden vorüberziehenden Störungen das Hochdruckgebiet zu weiterer südlicher Verlagerung. Durch sie nimmt auch die ozeanische Luftzufuhr südwärts über Deutschland zu. Der nördliche Teil des Reiches liegt bereits im Bereich wärmerer Luft, so daß dort der Frost zurückgeht. Im Küstengebiet treten schon Regenfälle auf. lieber den britischen Inseln bringt weitere Warmluft vor die die feuchten Morgentemperaturen bis zu 13 Grad über Null anfteigen liefe. Im Bereich der Südwcst- luft geht auch bei uns der Frost zurück, und Niederschläge, die anfangs als Schnee auftreten, dürften später in Regen übergehen. Aussichten für Freitag: Abschwächung des Frostes, tagsüber Temperaturen um Null, vorwiegend wolkig und bedeckt, Schneefälle. Aussichten für Samstag: Weitere Milderung, wechselnd wolkig, einzelne Niederschläge, teilts als Regen. Lufttemperaturen am 23. Dezember: mittags —3,9 Grad Celsius, abends —5,1 Grad: am 24. Dezember: morgens —7 Grad. Maximum —3,9 Grad, Minimum — 7,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe: am 23. Dezember: abends —0,4 Grad; am 24. Dezember: morgens —0,9 Grgd Celsius. Bei nervösen Schmerzen, Kopfschmerzen, gichtischen und rheumatischen Schmerzen haben sich Togal-Tabletten hervorragend bewährt. Die Wirkung tritt unmittelbar ein, keine schädlichen Nebenwirkungen! Fragen Sie Ihren Arzt. — In allen Apotheken. V,6 Lith . 0,46 Cbin., <4,3 Acld acet, sallc. Wei-Pfennige ,gg!!g das in seinem Denken Sie an Stoffe/ denken Sie an L. Bernard <924 D Gießen (Schillerstr.9), Oberstem, Mainz, 24. Dez.1931. Die Trauerfeier findet in der Stille statt Die trauernden Hinterbliebenen: Rentner Gustav Kreuder Prokurist Rich. Hünig und Familie Direktor Ernst Conrad und Familie Studienrat Dr. Herrn. Rink und Familie Dienstag abend entschlief sanft nach längeren Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter und Großmutter Frau Emma Kreuder geb. Kohlermann nach vollendetem 69. Lebensjahre. Gro&cn-LindetJ, den 24. Dezember 1931. 07574 r'! Danksagung. Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Anteilnahme, die reichen Kranzspenden, die wohltuenden Worte des Herrn Pfarrer Keusch, sowie die letzten Ehrungen durch den Gesangverein Liederkranz bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen sagen wir allen auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ernst Borger. Leihgestern, Gießen, Kiel, den 24. Dezember 1031. ___________________________________________________________________________>7491 Für die überaus zahlreichen Beweise aufrichtiger Teilnahme beim Heimgänge unserer lieben Entschlafenen sagen wir aut diesem Wege Innigsten Dank. Heinrich Loh ID. und Kinder. '■Betcblngnabmctreie 2'Bimmer-Wvhng. z. 1. 1. 32 vreisw. z. vermieten, orsor ftl.'Cinbcn, Wetzlarer Str. R7 2 Zimmer j. vermieten, orbsa Vetzberg Nr. 83 350—400 qm gewerhl. Räume mit .3nbebör (Fabrikgebäude) in guter Geschäftslagezu vermieten. z/«sD Näheres 9L Becker, ricvierstratzc 9 Televbon 3804. Glotze BJerHtctt mit Lagerraum, Seltersweg Gl. au vermiet. Näh. (w) A.Becker.Keplerst.9 | Mietgesuche | niöbl.dimmer Nähe Oberrealsch. fudit Stud.-Refe- rendar ob 1. März. Schrift!. Sing, mit Preis unter 07494 an den Gieß. Anz. Brennholzversteigerung der Stadl Gießen. Aus den Waldungen der Stadt Gießen sollen am Mittwoch, dem 30. Dezember 1931, 9!3 Uhr, aus den Abt. 48a und 53 de» Stadtwaldcs, Försterei Rödgen, versteigert werden: 89270 3,3 rm Buchcnscheiter 1. Kl. 63,0 rm Buchenknüppel 1. Kl. 23,0 rm Eichenknüppel 1. Kl. 5,1 rm Erlen- u. Fichtenknüppel 1. Kl. 1320 Wellen Buchenreisig 460 Wellen Eichen-, Eschen- und Fich- tenreisig 54 Fichtenderbstangen 1 Kl. 61 Fichtendcrbstangen 2. Kl. 536 Fichtendcrbstangen 3. Kl. 239 Fichtenreisstangcn 4. Kl. 8,5 rm Fichtennutzrcisig. Die Holzgeldschuldigkeiten können bis 11. JTcrocmbcr 1932 zinslos gestundet werden. Zusammenkunft: Anneröder Weg — 8. Schneise. Gießen, den 23. Dezember 1931. Bürgermeisterei Gießen. 3.23.: Dr. Rosenberg. Die erste Brenn- und Rutzholzversteigerung im cicher Stadtwaide. In dem Distrikt Großheuscrberg (Abtl Dachsbau und Wartberg) werden nach vorheriger Zusammenkunft am Waldein- gong der Prooinzialstraße Rieder-Bessin gen — Langsdorf am Donnerstag, dem 7. Januar 1932, vormittag» 10 Uhr, versteigert: 8903D Scheiter rm: Buche 560, Eiche 12, Hainbuche 5. Knüppel rm: Buche 117, Eiche 15, Hain- buche 5. Reisig Mellen: Buche 3915. Stöcke rm: Buche 43 Stämme: Eiche 1. und 2. Klasse 6 Stück, 1,09 fm, Hainbuche 2. Klasse 2 Stück, 0,32 fm. Huhscheitcr rm: Eiche 7. Günstige Zahlungsbedingungen. Cid), den 21. Dezember 1931. Hessische Bürgermeisterei Cid). Geil. Mahnung. Die für den Monat November 1931 rückständigen Kranken, und Arbeitslosen- Versicherungsbeiträge können noch bis zum 31. Dezember 1931 ohne Kosten bezahlt werden. 8899D Rach diesem Termin erfolgt Zwangsbei- treibung. Gießen, den 24. Dezember 1931. AUg. Ortskrankenkasse de» Landkreise» Gießen. Bekanntmachung. Die Diensträume des Städtischen Hochbauamts bleiben wegen Umräumungsarbeiten vom 29. bis einschließlich 31. Dezember d. 3. für den Publikumsoerkehr geschlossen. 8936D Gießen, den 23. Dezember 1931. Städtisches Hochbauaml: Gravcrt. 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Sein großer Landsmann, der Forscher Sven Hedin, verbindet mit den nachfolgenden Weihnachtsgedanken eine Ehrung für den inzwischen verstorbenen protestantischen Kirchenfürsten. Ich bekenne mich als ein Saulus unter den Propheten, denn meine Wanderung dur ch das Leben folgt anderen Dahnen. Ich bin eben nur ein Pilger in den Wüsten, den einzigen Gebieten der Erde, wo der Friede souverän herrscht, vom Morgenrot bis zur Abenddämmerung, und nur deshalb. weil hier keine Menschen wohnen... Denn sonst ist unsere ganze alte, müde und abgequälte Erde ein großes Kriegstheater, ein endloses Schlachtfeld, ein Kirchhof ohne Grenzen über gefallenen Kämpfern. Wo ist der Friede, der in hochtrabenden Phrasen allen Völkern der Erde nach dem großen Kriege gelobt wurde? Wie konnten verantwortliche Staatsmänner über die ganze Welt diese Flut von Lügen verbreiten, die noch jetzt nach 13 Jahren die Entwicklung hemmen und jeden Wohlstand verhindern!? Eine Saat von Lügen konnte zu keiner andern Ernte reifen als jener, die wir nun täglich bergen. Nach jenem furchtbaren Vulkanausbruch folgt nun eine ununterbrochene Kette von Erdbeben. Wenn man keinen besseren Anlaß für einen Streit finden kann, so bietet sich immer noch ein elendes ütüd vereister Polarmeerküste. 3m äußersten Osten sind wir Zeuge, wie ein großes Volk, dem es innerhalb seiner eigenen Grenzmarken zu eng ist, ein friedliches Nachbarland besetzt. Die Staatsmänner Europas und Amerikas konnten die neuen Grenzen zwischen den verschiedenen Völkern damals vor zwölf Jahren gar nicht bessev ziehen, um einem keimenden neuen Kriege Nahrung zu geben. Das grcße und edle Werk, das von der Kirche zu Nutz und Frommen des Friedens getan wurde, wird durch diesen unsinnigen und unnatürlichen Zustand erschwert und gehemmt, der damals mit raffinierter, ja teuflischer Kunst geschaffen wurde. Man versteht das Mißtrauen und die Gleichgültigkeit, mit denen die Bewohner eines verstümmelten Landes die Friedenspalmen entgegennehmen, jene Menschen, die durch bewaffnete Gendarme und Grenzposten von ihren Anverwandten getrennt sind. Damals wurde ein Haß gesät, der nun immer mehr vor unfern Augen wuchert. Wollen wir doch einmal klar und ehrlich aussprechen, daß keinwahrhaftiger, sicherer Friede in Europa denkbar ist, bevor jene künstliche Grenzen, die in Versailles geschaffen wurden, beseitigt und durch neue, natürliche, gerechte und vernünftige erseht sind. Denn, wenn der Krieg das größte Massenverbrechen war, das jemals in der Weltgeschichte begangen wurde, so war dieser „Friede" die gigantischste Dummheit, die sich Staatsmänner je leisteten, indem sie eine schon hinreichend geprüfte Menschheit noch obendrein mit Prügeln bedachten. Wo sind die großen erhabenen Gestalten, die an das Wohlergehen aller denken und nicht nur an Gewinn und Vorteil des eigenen Volkes!? Wo sind die mächtigen, zur Sammlung rufenden Stimmen, denen alle mit Vegeisterung lauschen möchten wie einem erlösenden Evangelium? Der Prophet Die Christrose im Meinhardwald. Von Friedr ch Freksa. Nach Lisch waren wir von Stuttgart aufgebrochen, um in den Meinhardwald zu fahren. Dort wollten wir in dem schönen Jagdhaus unseres Freundes inmitten des tiefen Forstes Weihnacht feiern Aber während der Stuttgarter Kessel in regnerischer Feuchte gar nicht wintermäßig erschien, hatte der mächtige Hochwald den Schnee aufgefangen, und richtig, kurz nach Sonnenuntergang, etwa um vier Uhr, saßen wir auf einem schmalen Seitenwege in einer Wehe fest. Der Schnee hatte schon die blaue Farbe der Dämmerung angenommen, die hohen Tannen mit den vom Schnee niedergedrückten Aesten standen wie weiße Säulen; kein Vogelschrei war zu hören. Wir stiegen aus, stapften an zwanzig Minuten den Weg weiter und gelangten auf eine Höhe über einem Tal, auf dessen Hang zur Nechten, eine Viertelstunde Fußwegs entfernt, Häuser mit ihrem goldenen Fensterlicht lockten. Dahinter konnten wir mit dem Glase ein paar Lelegraphenstangen der verfehlten Straße erkennen. Dahinaus also mußten wir geben, und das war ein mühselig Ding in dem tiefen, kniehohen Schnee. Während wir noch Ausschau hielten und auszumachen suchten, wo am besten durchzukommen sei, sahen wir zur Linken in einer Waldlichtung Lichter aufflammen. Eine kleine Tanne schien sich in einen Weihnachtsbaum zu wandeln, der in das stärker werdende kobaltblaue Dunkel hineinwuchs. Paul, der Chauffeur, reichte mir das Glas. 3ch schaute mir dies Wunder an und erkannte, daß um diesen seltsamen Christbaum eine Äeihe von Kindern standen, die sich an der Hand angefaßt hielten, und nun hörten wir auch, von einem leichten Winde getragen, g-isterhaft die Worte des schönen Liedes: „Es ist ein Nos' entsprungen!" Aber selbst dieseckeierliche Stimmung konnte uns über die Kälte der Füße und die Nässe unserer Hosen nicht Hinwegbringen. „Also los!" mahnte Paul. Und da er hohe Schnürstiefel anhatte, trat er uns die Dahn, und wir folgten ihm. Eine Weile noch begleitete uns der Schein dieses Lichterbäumchens, dann tauchten wir in das Bleigrau zwischen den weißen Wänden des enger werdenden Tales. Endlich, ganz heiß vom Stapfen, übersprangen wir einen kleinen, vereisten Dach und turnten auf verschneiten Holzstufen empor zu einem Fachwerkhaus, das sich zum Glück als ein Gasthof auswies. Wir traten in die große, rauch- braun gefärbte Stube ein als einzige Gäste. Die Wirtin, in der Unruhe des kommenden Abends und der Bescherung, sorgte eilig und nach Kräften für uns. Ein Knecht und Paul wurden alsbald zurückgeschickt mit zwei Ochsen, um den Wagen herauszuziehen. Wir drei andern saßen mit Behagen am Tisch neben dem grünen Kachel- Nahum sprach zu Ninive zu dem Assyrer-König: „Deine Hirten werden schlafen, o König zu Assur, deine Mächtigen werden sich legen: und dein Volk wird auf den Bergen zerstreuet sein, und niemand wird sie versammeln. C'^'uni 3,18.) Während des Krieges suchten die Völker sich gegenseitig mit Waffen zu vernichten. Nu., ^ekämpck man sich mit Schuldzetteln und Kriegsreparati- onen und dem unnötigen Gvlde. Kein Gott beherrscht in unfern Tagen die Menschheit mit stärkerer Hand als Mammon. Täglich tröstet uns die Presse mit neuen Botschaften, Verschiebungen der Figuren in dem großen Schachspiel zwischen Öen verschiedenen Nationen, denen es darauf ankommt, auf Kosten anderer für sich selbst viel Gewinn einzustreichen und den Besiegten genau so sorglos auszupressen, wie man es mit dem Saft einer Zitrone macht. Wollen wir ehrlich bekennen, daß kein Friede zwischen den Nationen denkbar ist, bevor die Kriegsschulden beseitigt sind, vor allen Dingen auch das in einer Stunde der höchsten Not erzwungene Bekenntnis der Schuld am Kriegsausbruch. — Die Völker und ihre Führer treiben mit dem Strom. Cs kommt einem vor. als rase man blindlings einem Abgrund entgegen. Es ist keine Krise, in der wir leben, es ist eine Katastrophe. die Spenglers Prophezeiung vom Untergang des Abendlandes wahrzumachen droht. Vielleicht kann dieses erschütternde und ungezügelte Geschehen in der Weltentwicklung einen Wendepunkt bedeuten, nach dem vielleicht etwas Neues vnd etwas Besseres kommen wird. Wie ein schwaches Echo bringt von Zeit zu Zeit ein Wort des Trostes von Amerika an unsere Ohren — um von der Westküste Europas wieder über die Wogen zurückgeschleudert zu werden. Unter Gott Mammons Fahnen nahm Amerika am Weltkriege teil, denn niemand wird wohl glauben, daß Amerikas Zweck und Absicht darin bestand, die hohe Kultur zu vernichten, die uns u. a. Luther und die Neformation geschenkt hat, während Amerika selbst der Alten Welt als Gegenleistung dafür Barbarei und Unkultur in Presse, Literatur, Film, 3azz und anderen Erfindungen schenkte, die dazu angetan sind, Geschmack und Urteil der Jugend von dem hohen Ideal und der Bereitschaft auf eine große und hohe Zukunft abzulenken. Gerne wollen wir andererseits auch anerkennen, daß Amerika uns unvergängliche Werte geschenkt hat. In einem Zeitgeschehen, so voll von Düsterem, da die Menschheit vor eine n Wirrwarr von Wegen steht, die dunkler sind als je zuvor, überragte Nathan Söderbloms Haupt alle Führer. Wer ihn schon zu einer Zeit kannte, als er noch Pastor der schwedischen Gemeinde in Paris war, hat mit Freude und Bewunderung verfolgt, wie er mit den Jahren und mit der Größe und Mannigfaltigkeit der Aufgaben wuchs. Als diese Aufgaben nach dem Kriege in übermenschlichem Maße größer wurden, fand man einen wachsamen und weitschauenden Wächter auf Zions Mauern, größer als je zuvor, und kein Ziel schien ihm zu hoch. Während Staatsmänner und Pfennigfürsten Pläne für die Bezahlung der Kriegsschulden ausheckten, während man glaubte, daß internationale Streitigkeiten von einem Tribunal geschlichtet werden sollten — Wilna, Korfu und die Mandschurei sind Marksteine traurigen Gedenkens -, trat Söderblom mit seinem großen weltumfassenden Gedanken hervor, dem einzigen, der Aussicht hatte, zum Ziele zu führen, weil er direkt zu den Herzen der Menschen sprach. Durch seine Oekumenische Bewegung suchte er den Kirchen ihre Solidaritätspflicht nahezulegen, nicht nur unter sich allein, sondern auch unter den Völkern in ihrer gemeinsamen Not. Mit Freude und Begeisterung ging er an sein großes Werk. Er arbeitete selbst mit unermüdlicher Intensität, und durch feine sprudelnde Lebendigkeit, seine gediegenen Kenntnisse, seine ofen. Einige Tannenzweiglein mit Silber, auf die blanke Holzplatte gestreut, waren Symbol der Christnacht. Wir aßen ein Vesperbrot und tranken dazu unser Schöpplein Waldulmer, trockneten- das nasse Zeug und die Strümpfe und wurden froh im Tabakrauch. Der Wirt, ein großer kräftiger Mann in Hemd- änneln, dem Winter zum Trotz, kam ins Zimmer und setzte sich freundlich zu uns. Im Flur hörten wir das Getrappel von Kinderfüßen. Ein paar kleine Männlein und Weiblein mit Kapuzen über den Köpfen traten ein, als wäre es ein Zwergenvolk, ilnb während sie die Hände am Ofen wärmten, fragte sie der Vater: „Habt ihr 's gesehen?" Und das kleine siebenjährige Mädchen rief mit heißen, roten Backen: „Ich Habs zuerst gesehen, das Enalein, das den guten Zeller Kindern geholfen I" „Ich Habs aber auch geseh'n!" versicherte das eine Düble. Und die Kinder riefen durcheinander, es wäre weiß gewesen und hätte goldenes Haar gehabt, das Englein! — „Nein, es waren schwarze!" sagte das Düble. „Die Hauptsache ist, daß ihrs gesehen habt!" sagte die Mutter, um sie zu beruhigen. „Aber nun kommt und macht euch fertig. In einer halben Stunde wird beschert!" — Da lief das kleine Volk eilig, erregt davon. Ich fragte den Wirt, was das wäre mit den Zeller Kindern, wir hätten die Tanne mit den Lichtern droben gesehen. „Ist eine Geschichte", erzählte er, „die vor sechzig Jahren geschehen ist. Die Zeller Kinder im Duchenhof verloren ihre arme Mutter, und der Vater kam in die Stadt ins Krankenhaus. Sind sie also untergebracht worden hier bei der Muhme, die das letzte Haus am Hang hatte. Die Muhme war eine arme Frau, die wohl ein Bäumlein gehabt zur Weihnacht, aber keine Kerzen. Drum sind die Kinder am Nachmittag hinaufgegangen zum Hof und haben sich von der Alt- magd Kerzen geben lassen. Wie sie zurückgegangen sind, kam ein Schneetreiben. Der Wind pfiff durch die Schluchten von Süden nach Norden, und die Kinder sind vom Weg abgeraten und wußten nicht vor- und rückwärts droben auf der Lichtung. Haben sie sich im Schuh des Waldes hin- gesetzt und gewartet. Und es ist dunkler geworden und dunkler, und die Christnacht ist herauf- gekommen. Sie haben sich gewärmt, so gut sie konnten, und das Mägdlein, das kleine, hat geweint, weil es keinen Christbaum hätte. Hat das Düble die Kerzen genommen und aus eine kleine Tanne gesteckt, und sie haben sie angezündet. Und der Wind hat nachgelassen. Da haben sie sich in den Schnee gelegt, haben die Tanne angeschaut und sind eingeschlafen. Der Wind hat die Lichterlein nicht fassen können. Das Schneegestöber ist von dannen gezogen. Alsbald konnte die Menschenliebe, seine Demut und nicht zuletzt durch seine lichte, strahlende Persönlichkeit riß er alle an sich und mit sich. Er war davon überzeugt, daß er selbst dazu berufen war, mit Gottes Hilfe sein großes Werk durchzuführen, und so entfachte er die gleiche Begeisterung bei den Führern der Kirche der einzelnen Länder und Konfessionen wie bei den Massen. Seit Luthers Tagen hat kein protestantischer Kirchenfürst eine größere Macht über die Seelen der Menschheit gehabt wie er. Als ihm mitten in feinem Siegeslauf, auf der Höhe feiner Bahn ein Ziel gesetzt wurde, fühlte man deutlich, daß ein mächtig brennendes Licht verlöscht war und daß sich wieder die Dämmerung über die Welt ausbreitete. Bereits vor Kriegsende, auf der Konferenz in Upsala im Dezember 1917, wurden von dem Erzbischof u. a. folgende Grundsätze für die Wirksamkeit der Kirche während des großen Unfriedens auf gestellt: „Die Kirche, die leider nicht selten das Trennende stärker betont hat als das Verbindende, muß dem Ideal der christlichen Brüderschaft Geltung verschaffen und mit ganzer Kraft an der Beseitigung der K r i eg s u r s a ch e n mitwirken, gleichgültig, ob diese sozialer, wirtschaftlicher oder politischer Natur sind. Die Christen müssen eingedenk fein, daß sie sowohl für die allgemeine Meinungsbildung und für das öffentliche nationale und intematio- Muhme, die schon in Aengsten war, in der Ferne den Lichterschein sehen. Und sie ist mit anderen herzugegangen und haben die Kinder droben vom Schnee warm zugedeckt gefunden. Sie haben Gott gedankt, daß alles so gut ausgegangen ist und er sich der Kinder in der Christnacht erbarmt hat. — Und seit der Zeit gehen die Kinder hier jede Christnacht hinauf, schmücken eine kleine Tanne mit Lichtern und fingen das Christlied." — Wir sannen noch dem Märlein nach, als Paul kam und meldete: „Der Wagen steht glücklich auf der Straße." — Wir warteten, bis er sich gestärkt. — In der Nebenstube wurde der Christbaum angezündet, wir hörten noch den Jubel der Kinder. Und als wir das Haus verliehen, folgten uns die Klänge nach: „Es ist ein Ros' entsprungen!" Die Scheinwerfer unseres Wagens flammten über die weiße, glitzernde Straße. Wir fliegen ein, und nach kaum einer Stunde schon waren wir da, wo wir' für das Fest hingehörten, rind haben es also an diesem Abend zweimal gefeiert! „O Tannenbaum" als Studentenlied. Unsere Weihnachtslieder, die uns so eng zu dem Fest zu gehören scheinen, haben z. T. eine eigenartige Geschichte, die von ihrem jetzigen Sinn weit abführt. Das beste Beispiel für ein solches Weihnachtslied-Schicksal ist die Wandlung von „O Tannenbaum", das von Studenten bei ihren Trinkgelagen und von Liebenden gesungen wurde, bevor es seine Heimat unter dem Christbaum fand. Die älteste Form des Tannenbaum-Liedes, die uns überliefert wird, und die Uhkand in feiner Volkslieder Samm ung mitgetcilt hat, stammt von einem fliegenden Blatt des Jahres 1550. Cs ist ein „N e i t e r l i e d l e i n", das ein Stallknecht feinem Mägdlein fang, und beginnt mit den wenig stimmungsvollen Versen: „Es hing ein Stallknecht feinen Zaum gar hoch an einen Tannenbaum." Erst in der 9. und 10. Strophe kommt der Anklang an unser Lied. „O Tanne, du bist ein edler Zweig, Du grünest Winter und die liebe Sommerzeit. Wenn alle Bäume dürre fein, So grünest du, edles Tannenbäumelein!" Aus diesem Keim entstanden dann verschiedene Tannenbaum-Liei. er, die auch zum Tanze gelungen wurden und sehr beliebt waren. Im 18. Jahrhundert hatten sich die Studenten dieses bekannten Volksliedes bemächtigt. Wie uns in einer Schrift von 1719 berichtet wird, „ist es zu Altdorf Brauch gewesen, daß die Herren Studiosi auf Markt und Gassen Tische gesetzt und dabei geschmauset, alltoo sich dann auch die vorbeigehenden Proscssores nicht erwehren konnten, mitzumachen und die alten Stückchen, z. B. „OTannenbaum" .anzustimmen. Es gab damals geradezu unter den Trinkgebräuchen der Musen- söhne einen .Lannenbaum - Komment". nale Leben mitverantwortlich sind als auch für das persönliche, und die Voraussetzungen zu verstehen suchen, die für das Deden, Denken und Handeln anderer maßgebend sind." In einer solchen Zeit wie der heutigen Dertlin- gen die weichen Töne wie die Stimme des um Hilfe Düsenden in der Wüste, wo niemand ist, der lauscht. Cs wirkt ermunternd, daß in dem angeführten Wort des Erzbischofs aus dem Jahre 1917 ausgesprochen ist, wie nach seiner Ansicht die Kirche das Urteil über die auslöfenden und eigensüchtigen Kräfte wecken und schärfen soll, die Zwietracht, Neid und Haß unter den Völkern der Erde säen. Vor einer Stimme wie der Luthers, die donnert, macht selbst der Ungerechte und Nicht-Bußfertige halt und lauscht. So möchte ich in meiner bescheidenen Eigenschaft als einsam wandernder Pilger die warme und innerliche Hoffnung aussprechen, daß der Ewige in feiner unendlichen Güte und Gnade unter allen Nationen Propheten und Apostel erwecken und berufen möge, die Nathan Söderbloms Weg folgen und von feinem Geiste, seiner Treue, Begeisterung und Siegesgewißheit beseelt, gleich ihm das begonnene Werk fortsetzen und vollenden und damit das unter namenlosen Prüfungen zerrissene Band zwischen den Tollem wieder anknüpfen und sein großes Ziel verwirklichen möchten: das Bruder- reich der Zukunft! Bei diesem beliebten Trinkspiel mußte einer das Lied fingen, und wenn er bis zu dem Verse „So grünest du dennoch, du edler Tannenbaum" gekommen war, dann mußte er das Glas ansetzen, während die andern fortsangen, und so schnell trinken, daß er mit dem Worte „Baum" in den Gesang wieder einfallen konnte. Als Liebeslied ist dieser Volksgesang um viele Strophen bereichert worden und wurde erst durch den Leipziger Lehrer Ernst A n s ch ü tz , der die zwei weihnachtlichen Strophen hinzufügte, zum Christlied gestempelt. Kinderspielzeug vor 5000 Jahren. In den Schaufenstern der großen Warenhäuser und Spielwarengeschäfte prangen zur weihnachtlichen Zeit modernste und allermodemste Kinderspielzeuge in Hülle und Fülld, um die kleinen Herzen groß zu erfreuen. Für das nötige Kleingeld können opferfreudige Eckern ihren verwöhnten Sprößlingen die neuesten Wunderwerke zeitgemäßer Technik unter den Weihnachtsbaum legen; stilgerecht atmen auch die Spie z:uge „Zeitgeist" aus. Kinder Dadio, Kinder-Zeppelin, Kinder- DoX: Alles ist da ... Und doch behält Ben Akiba Necht: es gibt nichts Neues unter der Sonne. Denn die Babys spielen auch anno 1931 mit der Klapper. Und möge die Klapper noch so raffiniert gearbeitet fein; die ausgegraberen griechischen Siedlungen im heutigen Südrußland aus dem 7. Jahrhundert vermitieln den Drweis, daß die Kleinen schon damals den ganzen lieben Tag herumklapperten. Aehnliche F nde aus p ähistori- scher Zeit in der Schweiz bestärken die Annahme von der damaligen Weltverbreitung und Weltgeltung der Klapper! Die verschiedenartigsten Tiere aus Ton und Bronze gelten als uralte Vorläufer der heutzutage sehr beliebten Miniaturtiere, und in Tell- el-Amarna, der zwischen Memphis und Theben gelegenen oberägyptischen Nuinenstadt, fand man die für Kinder hergestellten Nachbildungen der um 3800 v. Chr. s.zufagen „lan'.es. bckch.n' Verkehrsmittel; einen Wagen mit sechs Maultieren ... Die jungen Damen von anno dazumal spielten, ebenso wie die aufgeweckten Mädels des Bubi- kopfzeitalters, mit Puppen, Puppengeschirr und Puppenherden. In Brescello (Italien) fand man erst kürzlich in einem Iungmädchengrab Puppenmöbel. ein beinahe sogar für heutige Begriffe komplettes Puppenservice und sonstige Kleinigkeiten, die zu einer vorbildlich geführten Puppen- Haushaltung nun einmal gehören. Flugzeug und Nadio? Gewiß. Aber jeder Junge spielt auch heute gern Kutscher und jedes Mädel absolviert auch heute ihr einschlägiges Dor- studium als Puppenmutter. Genau wie vor fünf Jahrtausenden! ... Weihnachtsstunden,die wir nichtvergeffen! Kindheitserinnerungen berühmter „Komödianten". (Nachdruck, auch auszugsweise, verboten!) „In dem Kinde erkenne ich mein Glück wieder, es hat sich nicht verändert. Weihnachten in der Jugend, das war die Freude — ohne bittere Beimischung, ohne den Schatten, den die Zukunft wirft, ganz Licht, ganz Mühelosigkeit und beschenktes Kind, ganz Freude ...“ Heinrich Mann. „Arme kleine Ieanne!" Von Grock, dem genialen (Slotvn. Jahre und Jahrzehnte sind seit jenem Weih- nachtsfest meiner Kindheit vergangen, trotzdem steht es mir vor Augen, als sei es gestern gewesen. Meine Eltern waren arme Leute, und mein Vater war daher gezwungen, außerhalb unseres Schweizer Heimatdorfes zu arbeiten. Das Weihnachtssest war wieder einmal in greifbare Nähe gerückt und wir — meine sechsjährige Schwester, die kleine Scanne, und ich, meine damalige Wenigkeit von sieben Jahren, äußerten den verständlichen Wunsch, auch einen Christbaum zu besitzen wie die wohlhabenden Bauernkinder unserer Nachbarschaft. Da kamen wir aber bei unserer Mutter schön an. „Wo sollen wir denn das viele Geld hernehmen?", fragte sie entrüstet. „Wir sind doch keine reichen Leute, die 1,50 Franks (soviel kostete damals ein Baum) übrig haben? Nein, nein, es muß auch ohne gehen!" Wir wagten nicht, soviel Autorität zu widersprechen! Meine kleine Schwester brach in bittere Tränen aus, und diese Tränen brachten mich dazu, Ieanne k einen Vorschlag zur Güte zu machen. Wir wollten ' in den zwei Stunden entfernten Wald gehen und uns selbst ein Bäumchen „verschaf- f e n". Sie war einverstanden, und bei heftigem Schneetreiben und eisiger Kälte machten wir uns einen Tag vor Weihnachten auf den Weg. Nie werde ich die Strapazen dieses Marsches vergessen. Unterwegs verlor die arme, kleine Ieanne einen ihrer Gummischuhe, und bald fingen ihre Füßchen an zu frieren. Ich selbst hatte mich mit einem großen Tischmesser bewaffnet, und als wir endlich am Walde angelangt toaren, machte ich mich, zitternd vor Aufregung, daran, mit diesem unzulänglichen Instrument das ersehnte Bäumchen abzuschneiden. Nach langer, langer Anstrengung glückte es mir tatsächlich! Im Besitz der kleinen Tanne waren wir nun endlich, aber die Furcht, auf dem Heimwege ertappt und als Diebe festgenommen zu werden! Wir beschlossen daher, einen Umweg zu machen und auf anderen Pfaden in unser Dorf zurückzukehren. Ieannes Füßchen schmerzten immer heftiger, und so schleppte ich nicht nur den Daum, sondern streckenweise auch mein Schwesterchen. Um 7 Uhr waren wir aufgebrochen, — 14 Uhr war es, als wir uns der elterlichen Hütte wieder näherten. Das ganze Dorf war bereits in Aufregung und auf der Suche nach uns. Aber was wollte das gegen unseren Stolz sagen, —wir hatten ein Weihnachtsbäumchen wie die anderen Kinder auch. — Und siehe da: man brachte uns ein paar Kerzen, ein Päckchen Watte und einige Stückchen Zucker. Mit diesen Herrlichkeiten putzten wir unser so schwer erobertes Bäumchen aus, und noch heute kann ich sagen, daß dieser Weihnachtsabend im Elternhaus der schönste war, den ich erlebte. Der „verlorene Sohn". Von Emil Zanningel. Das schönste Weihnachtssest meines Lebens verbrachte ich als heimgekehrter „verlorener Sohn"! Ich war einmal — wie man so schön sagt — ausgerückt, wollte Seemann werden und kam | bis London. Dort wurde ich aufgegriffen und nach Harrs« befördert. Weine 'Xnhinft in Görlitz, 6er Stadt, In der meine Ettern damals lebten, erfolgte kurz vor dem Weihnacht-fest. Wein Datei war sehr böse aus mich: ich hatte di« Hoffnungen, die er auf mich gesetzt hatte, vernichtet: ich wollte weder Ingenieur noch Kaufmann werden, sondern entweder Seemann oder Schauspieler. Ich war eben ein« Vagabund.«nnatur. und ein Vagabund bin ich eigentlich mein ganzes Leben geblieben. Aber ich wollte ja von diesem Weihnachtsfest sprechen, da- kurz nach der Zeit meines Londoner Abenteuer- fiel. — SS war ein schönes Weih- nachtSsest, wie alle anderen vorher, ich wurde beschenkt wie meine Vrüder und Schwestern, es gab keine Wort des Vorwurf- und keine Wihstimmung. wir sangen WeihnachtSlieder. srcm- tcn uns und vergasten, dast es eine Welt gibt, die erfüllt ist von Hast und Kamps. Da- war das letzte Weihnacht-fest meiner Kindheit. — im Elternhause. Danächste schon verbrachte ich irgendwo tn Lüd- deutschland bei einer Schmiere. Es waren traurige Weihnachten. Wir durften am Heiligabend nicht spielen und hatten also keine Einnahmen. Unser Direktor kam un- verdächtig vor. wir hatten den Eindruck, al- wollte er sich mit unserer kärglichen Dag« au- dem Staube machen. — Unser Eindruck hatte unS leider auch nicht getäuscht ... „Diesmal kommt das Christkind nicht zu euch!" Don Henny Porten. Ich habe sicherlich in meinem Leben viele schöne Weihnachtsabende gehabt. Wenn ich aber nach dem eindrucksvollsten meine- Lebens gefragt werde, so ist es einer, an den ich mich, trotzdem ich erst ein Kind von vier Jahren war, ewig erinnern werde. „ Ä Mein Vater hatte als Theaterdirektor in Dortmund kläglich Schiffbruch erlitten, und wir kamen um die Weihnachtszeit n a ch D e r l i n: die Ettern und drei kleine Kinder. Wir kannten niemand in der Riesenstadt, Geld hatte Vater auch nicht, und erst nach stundenlangem Umherivren gelang e- uns. in einer Pension unterzukommen. Es war wohl die traurigste Zeit, die wir j« durchmachen muhten. Der Refrain, den wir Kinder immer wieder zu hören bekamen, lautete: „Diesmal kommt das Ehristkind nicht zu euch: es weih ja nicht, wo wir wohnen!" — Schließlich wollte der Vater uns doch nicht ganz ohne Geschenke lassen, und eS gelang ihm — wie er uns erst in glücklicheren Tagen erzählte — durch Versetzen einer Uhr. un- doch noch etwa- zu schenken. Und zwar entdeckte er in einem Spielwarenladen. in dem Feuer ausgebrochen war, einige — leicht angebrannte und darum ganz billige Gegenstände. Weine Schwester Rosa bekam eine kleine Zither, ich eine kleine Wobrenpuvpc in einem roten Kleid, das leider halb angebrannt war und einen recht penetranten Geruch verbreitete. Di« Pension spendierte un- ein kleine- Bäumchen, und fo feierten wir Weihnachtsabend. Aber diese kleine Mohrenpuvpe habe ich in mein Herz geschlossen, und auch später, als es uns wieder besser ging, hatte sie den Ehrenplatz in meinem Spiu erfrischen. Bei schlechtem Wetter wird der Besuch einer guten Vorstellung Im Theater, im Kino oder ein gutes Konzert, Musik zu Hause aus der Geige, auf dem Klavier oder der Harmonika, die zu Zeiten un'ercr Großeltern überhaupt zu einem richtigen Weidnachtsfest gehörte, manche froh- liche Stunden bereiten, trotz aller Ebbe Im Geldbeutel. Daß aber der weihnachtliche Frohsinn keine Störung erleide, vor allem nicht an der Gesundheit. dafür muh man gleichfalls Sorge tragen. Der verdorben« Magen dürft» bx diesem Jahre, gci AU sftS Mrad« ° bi» 15- KariM Jlotoei 1.3anu der drivatt 3oiau4|tji 15 n. H. gt 1.3ani schiller ui Wrttrui 1.3ani Liänkohlc, Kartellpre 1.3a m für Mvos kumitlen testier en1 testtzn- bi 1 Jani alle längs, rvrUjreibu pofheken u § v. H.,- fot nt» von S Verhältnis 1 3anu aus 2v.H. Mehl. 1 3anu -tunbungS l-3ani wü> ilnfal krafltreten und 5ottf( wungätj* kenvcrsicher 5- 3 a n u für al «s deslchc dinglich,', »ng muß iugega f noialtften *ten Tliet *M«ni Ar* 1831 ** der Ulk ^SU"S»rech Erweise !?3uIl 193. yv * "mfonn jjt j)•**£ 'Jk'W s® Ä58 -§Ä Sä is.ex X? Ueber, -Em hinein, 'ne schmerzliche Zetzung der. HUfe behnf. man mit ein "g leicht ent. bZem Jahre «“De zu haben, men und hMx N« aller m " Nunbe !l. Friedrich ’°t der Mathe, äi. seinen sieb« wurde geboren s dortigen Psar. am Gymnasium ■ Ereiz und ftp und 'Berlin, vmoviert, habili. idersität für das )c er 1889 tzriia« i Aus als Ordi. >hs) nach Greist« ^urch eine höchst . 1912 übernahm n der Universität DmkbarieU und ivn „Zur Theorie nu zeigt sich seine nschaftlichen Ar« athematikerS L> mit in Oslo 1831 Beziehungen an» .ei Uebersiedlung 'Bereits in Oslo m in den Jahren bändigen gemein» :matilei .Theorie das eine yi|am» Lieschen Theorie es Werkes, mit tgen versehen, hat eiten, sowie von md) die heraus« iMn Whond. ngel seit 1921 in eicher Arbeit der» eraus gründlichen >z säst vollständig sicher Teil seiner Degischen Meister ' er mit Eigenen te. Wer auch aus insbesondere d-s ne, erstreckt M eit (Benannt leien er Tiichieuilidlschen j Stadel versastie . ien von Eutstd b> im raus dem DI malischen uichp^ mann Gr« lenden Sedachw» Qm und E- Elud!), ch« v°r der L . n Ulncrhaw F-S- V'^andiW .n^E Mleihn^ :t durch s d^ l crW*Jy und ^u2ttm d üT**a& 'Är* anitin bett 8 bis 10; roke Rüben 8 bis 10; Spinat 15 bis 20; Unter-Kohlrabi 5 bis 6; Grünkohl 10 bis 12; Rosenkohl 15 bis 20; Feldsalat 80 bis 100; Tomaten 50 bis 60; Zwiebeln 10 bis 12; Meerrettich 35 bis 70; Schwarzwurzeln 25 bis 35; Kartoffeln 4; Aepfel 8 bis 10; Birnen 8 bis 10; Dörrobst 30 bis 3j; Enten 80 bis 100; Honig 4Q bis 50; junge Hähne 80 bis 90; Suppenhühner 70 bis 80; Gänse 80 bis 90; Rüsse 35 bis 40; das Stück: Lauben 50 bis 60; Eier 14 bis 15; Blumenkohl 20 bis 60; Endivien 8 bis 10; Ober- Kohlrabi 8 bis 10; Lauch 5 bis 10; Rettich 10 bis 15; Sellerie 10 bis 40 Pfennig; der Zentner; Kartoffeln 3 bis 3,50; Weißkraut 3 bis 3,50; Wirsing 4 bis 5; Rotkraut 4 bis 5 Mark. Oer liebste Vogel. Der Adler liefert ledigltch Symbole; die Henne schenkt uns wenigstens das Ei, doch stört sie ungemein durch das frivole lautfprecherartia tägliche Gescbrei. Der Strauß gibt Federn für die Damenhüte, fein Wert ist relativ und wandelbar. Als Frühlingsboten zweifelhafter Güte besingt man Amsel, Drossel. Fink und Star. Der Geier dient als Sinnbild der Bilanzen und als Vergleich mit Menschen dient der Kauz. Das Rebhuhn eignet sich im großen, ganzen, nur als Bestandteil des Cbampagnerkrauts. Der Schwan ist ohne weit res zu entbehren, wenn auch vielleicyt nicht für Herrn Lohengrin. Der Storch, — na, ja, die Theorie in Ehren, doch letzten Endes ging's auch ohne ihn. Ick weiß daß viele Herzen böher schlagen bet des Kanarienvogels Trillerei. Auch gegen Lerchen will ick gar nichts jagen; man hört sie gern — besonders wohl im Mai. Doch all dies Gackern, Singen, Tririlieren ist lediglich Radau und Stimulans ... Das edelste und liebste von den Tieren Das ist und bleibt die königliche Gansl Das ilt ein Vogel! Auf den Federn bettet sich jeder weich in dieser harten Welt. Und daß die Gans das Kapitol gerettet, das fei nur nebenher noch festgestellt. Bescheiden, anspruchslos, von milder, frommer und treuer Denkungsart bei Tag und Nacht, sorgt sie dafür, daß sie sich schon im Sommer für ihren Daseinszweck recht mollig macht. Wenn sie dann vor dir liegt, so schön gebraten, mit ihrer vollen, treuen, starken Brust, und wdnn die Fülle dann noch gut geraten, dann schlägt dein Herz im Hochgefühl der Lust! Du pfeifst dann gern auf Amsel, Fink und Geier, Du stehst verklärt im hellen Lichterglanz und singst als Höhepunkt der Weihnachtsfeier: Sie mir gegrüßt, du königliche Gans! Puck. Notverordnungs-Terminkalender. 1.3anuar 19 32: Löhne und Gehälter in der privaten Wirtschaft können unter bestimmten Voraussetzungen um 10 v. H.» im Höchstfall um 15 v. H. gekürzt werden. 1.Januar 1 932: Kürzung der Beamten- gehälter um 9 v. H., der Gehälter und Löhne für Behördenangestellte und -arbeitet: um 10 v. H. 1. Januar 1 932: Senkung der Preise für Steinkohle, Braunkohle, Kali (vgl. auch oben: Kartellpreise usw.). 1.3anuar 1 932: Ermäßigung der Mieten für Altwohnungen um 10 v. H. sowie der Reu- baumieten nach Liebereinkommen mit dem Hausbesitzer entsprechend der Entlastung des Hausbesitzers durch Ermäßigung der H-pothekenzinsen. 1. Januar 19 3 2: Senkung der Zinsen für alle langfristigen Forderungen (öffentliche Schuldverschreibungen, Obligationen, Pfandbriefe, Hypotheken usw.), soweit sie über 6 v. H. liegen, auf 6v. H.; soweit sie über 8v. H. liegen, im Verhältnis von 8:6; soweit sie über 12 v. H. liegen, im Verhältnis von 8:4. 1. Januar 1932: Erhöhung der Tlmsatzsteuer auf 2 v. H., ausgenommen Getreide, Brot und Mehl. 1. Januar 1 932 : Beseitigung der Steuerverzugszuschläge und Ermäßigung der ©teuer- Stundungszinfen auf 12 v. H. jährlich. 1.Januar 1 932: Aenderung der Kranken- und Llnfallversicherung insbesondere durch Inkrafttreten eines allgemeingültigen Aerztetarifs und Fortfall der Heinen Verletztenrenten; Leistungsbeschränkungen auf dem Gebiet der Rentenversicherungen. 5. Januar 1 932: Letzter Kündigungstermin für alle Mieter, die bis zum 31. März 1932 das bestehende Vertragsverhältnis wegen Unerschwinglichkeit der Miete lösen wollen. Kündigung muß spätestens am 5. Januar dem Hauswirt zugegangen fein. Ausgeschlossen von diesem einmaligen Kündigungsrecht sind die Mieter, deren Mietvertrag nach dem 15.3uli 1931 abgeschlossen ist, oder die bereits im Laufe des Jahres 1931 Mietnachlässe von mindestens 20 v. H. erhalten haben, oder Mieter, in deren Wohnungen der Hauswirt größere Dauarbeiten hat machen lassen. Voraussetzung des einmaligen Kündigungsrechts ist, daß der Mieter eine ihm normalerweise (vertraglich oder gesetzlich) seit dem 15. Juli 1931 gebotene Kündigungsmöglichkeit nicht ungenutzt gelassen hat. 10. März 1 932: Vordatierung der bisher am 10. April 1932 fälligen Vorauszahlungen auf die Einkommen- und Körperschaftsteuer. Sie sind nunmehr am 10. März zu entrichten. 31.März 1 9 3 2: Der Hauseigentümer kann die Hauszinssteuer für die Zeit vom 1. April 1932 bis zum 31. März 1939 ablösen. Der Ablösungsbetrag beläuft sich bis zum 31. März 1932 auf das Dreifache eines vollen Jahresbetrages der Steuer. Stenographischer Wettkampf in Gießen Als Abschluß der dies; ijrigen Vereinstätigkeit ver- anftaltete die 1. Reichskurzschrift-Gesellschaft Gießen ein Vereins wettschrciben, dem ein Sckön- und Richtigschreiben angegliedert war. Insgesamt wurden 71 Arbeiten abgeliefert. Für die besten Arbeiten wurden vom Verein Ehrenpreise zur Verfügung gestellt. Das Wettschreibergebnis ist folgendes: Schnellschreiben: Abteilung 240 Silben: 1. und Ehrenpreis Gg. Wahl. — Abteilung 180 Silben: 1. und Ehrenpreise (außer Konkurrenz) Fr. Dörsner, Fr. von Leinmers. — Abteilung 160 Silben: 1. und Ehrenpreise A. Schott, Johanna Bohl.— Abteilung 140 Silben: 1. und Ehrenpreise Emmy Overbeck, K. Berg; 1. Preise Erna Reininger, Minna Gerbig,'Annemie Steinberger, W. Schardt, Käthe Demuth, K. Brückel. — Abteilung 120 Sllb-n: 1. und Ehrenpreise M. Katz, Ilse Biedenkopf, K. Marth; 1. Preise W. Hofmann, Gertrud Schäfer, K. BrSe, Th. Schwarz, Aenne Fendt Else Leinweber; 2. Preise Berta Eisenbach, Luise Reinhardt, E. Hock. — Abteilung 100 Silben: L und Ehrenpreise Emmi Roth, OieArbeiismarkilage in Oberheffen Der Bericht desArbeitsamtsGießen über den Monat November verzeichnet in den einzelnen Berufen folgenden Stand der Arbeitsmarktlage: Land- und Forstwirtschaft. Die Außenarbeiten der Landwirtschaft, soweit Handarbeit in Frage kommt, sind als beendet anzu- sehen. Sehr viele Landwirte haben daher Arbeits- verhällnisse, die in der Regel bis Weihnachten laufen, vorzeitig gelöst. Die vorgeschrittene Jahres- zeit brachte ebenfalls weitere Entlassungen von Gärt- nern und Gartenarbeitern, insbesondere aus den Rosenkulturen. Die Vermittlung von landwirtschaft- lichen Kräften war ungefähr die gleiche, wie im Monat Oktober. Für landwirtschaftliche Dienstmädchen liegen bereits mehrere Anmeldungen offener Stellen zum Jahreswechsel vor. Mit Rücksicht auf die allgemeine Lage muß bezweifelt werden, daß die Nachfrage nach Arbeitskräften zum 1. Januar 1932 so rege wie früher sein wird. Die Haupteinstcllungen sowohl von männlichen als auch weiblichen Arbeitskräften dürfte voraussichtlich erst zu Beginn der Frühjahrsarbeiten erfolgen. Die Forstämter haben mit dem Holzeinschlag begonnen. Das Arbeitsamt konnte zu diesen Holzhauer, arbeiten im Monat November rund 800 Arbeitsuchende aus fast allen Berufsgruppen vermitteln. Weitere Abrufe sollen im Laufe des Monats Dezember erfolgen. Dem Arbeitsmarkt standen am Ende der Berichtszeit 344 Personen zur Verfügung, gegenüber 256 des Vormonats und 316 des Vorjahres. Industrie der Steine und Erden. Die Arbeitsmarktlage in der Industrie der Steine und Erden neigt zu einer weiteren Verschlechterung. Verschiedentlich waren Steinbrüche durch Aufträge der Reichsbahn noch gut beschäftigt. Die größere Zahl der Steinbruchsbetriebe klagt über Auftragsmangel und hat demzufolge Arbeitskräfte zur Entlassung gebracht. Auch die oberhessische Chamotte- industrie sah sich gezwungen, wegen Arbeitsmangels Kräfte freizufctzen, da auch ein Arbeiten auf Vorrat wirtschaftlich nicht mehr tragbar tft Die Ziegeleien haben ebenfalls nach Schließung ihrer Betriebe Arbeitskräfte entlassen. Verfügbar waren 1445 Stein- arbeiter gegenüoer 1198 des Vormonats und 1110 des Vorjahres. Metallindustrie. Die Marktlage für die oberhessische Metallindustrie ist nach wie vor als schlecht zu bezeichnen. Die größeren Betriebe arbeiten durchweg mit verringerter Belegschaft. Die 2tuslanbaufträge gehen nur in ganz geringem Umfange ein, Jnlandausträge liegen kaum vor. Eine Metallfirma hat in Aussicht gestellt, daß sie nach Eingang neuer Aufträge durch die Reichsbahn die entlassenen Arbeitskräfte wieder einstellen würde. Die handwerklichen Betriebe liegen vollkommen darnieder, so daß sich auch seither selbständige Meister als Arbeitsuchende melden. Am Schluß der Berichtszeit wurden 2154 Metallarbeiter gegenüber 1754 des Vormonats und 1918 des Vorjahres gezählt. holzgewerbe. Der Beschäftigungsgrad im Holzgewerbe ist weiter im Absinken begriffen. Zwar haben vereinzelt Sägewerksbetriebe noch Aufträge vorliegen, doch wird überwiegend über Arbeitsmangel geklagt. Die erteilten Reichsbahnaufträge sind bereits zur Durchführung gelangt. Weitere Aufträge find bis jetzt nicht erteilt worden. Die oberhessischcn Möbelfabriken klagen ebenfalls über schlechten Geschäftsgang. Als Arbeitsuchende meldeten fick 716 Personen gegenüber 671 des Vormonats und 605 des Vorjahres. RahrungS' und Genutzmittelgewerbe. In der Marktlage der oberhessischen Tabakindustrie ist keine wesentliche Veränderung eingetreten. Mit einer Besserung dürfte im Monat Dezember nicht zu rechnen jein, da die Weihnachtsaufträge bereits ihre Erledigung gefunden haben. Durch die Beendigung der Zuckcrkampagne wurden etwa 120 Arbeitskräfte frei. Am Schluß der Berichtszeit zahlte man 654 W. Volpert; 1. Preise Lilly Dikomeit, O. Wilhelm, Fr. Baumann; 3. Preise Ilse Lehmann. — Abteilung 80 Silben: 1. und Ehrenpreise Christel Emmel, Slnna Magold, Elli Schick; 1. Preise Annemarie Seibert, W. Ernst, Margarete Karcher, R. Feddeler; 2 Preise O. Sauerwein, W. Althaus. — Abteilung 60 Silben: 1. und Ehrenpreise G. Müller, R. Gunther E. Sauer; 1. Preise F. Dörfner, H. Blum, 2(b. Krug, L>. Keßler; 2. Preis: O. Mädel; 3. Preise H. Duill, Gr. Niederhöfer. Schön - und Richtigschreiben: Derkehrs- schrift: 1. und Ehrenpreis (außer Konkurrenz) Fr. von ßemmers; 1. und Ehrenpreise Th. Schwarz, O. Wilhelm, Annemie Steinberger; 2. Preise M.Katz, Luise Reinhardt; 3. Preise H. Hermann, Gertrud Schäfer, H. HiUendrandt, Ilse Biedenkopf. — Redeschrift: 1. und Ehrenpreis (außer Konkurrenz) Fr. von ßemmers; 1. und Ehrenpreis ßuife Reinhardt; 1. Preis O. Wilhelm; 2. Preise Johanna Bohl, Annemie Steinberger; 3. Preis Gertrud Schäfer. Bornotizen. T a g e s k a l e n de r für Donnerstag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Gassenhauer", nur von 16 bis 18 Uhr. Tageskalender f ür Freitag (erster Feiertag): Stadttheater Gießen, „Hanne- les Himmelfahrt'', 19.30 bis 21.30 Uhr. - Cie- bigshöhe, 16.15 Uhr, Großes Weihnachtsfestkonzert. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Gassenhauer", ab 15 Uhr. — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Der Anschlag auf den Depeschenreiter" und „Das Donkosaken-Lied". — Tageskalender für Samstag (2. Seicr tag): Stadttheater Gießen, „Puppenfee", vorher „Die Wunderlampe", 15.45 bis 18.15 Uhr. — Verein ehern. 116er Gießen, 20 Uhr, Cafs Leib, Weihnachtsfeier. — Turnverein von 1846, 19 Uhr, Turnhalle, Steinstraße, Weihnachtsfeier. — VfB, 17 Uhr, Waldsportplatz am Ehrenmal, Waldweihnacht; 20.30 Uhr, Fa- milienabend im Dereinsheim. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, 11 Uhr, „Weltkrieg" 2. Teil; ab 15 Uhr „Luise". — Astoria-Lichtspiele, Selters- weg, „Der Anschlag auf den Depeschenreiter" und „Das Donkosaken-Lied". — Hageskalender für Sonntag: Stadttheater Gießen, „Frauen haben das gern." 18.30 bis 20.45 Uhr .— Casä Leib, 20.15 Uhr: Großes Militär-Konzert. — GRG., 20 Uhr, Bootshaus, Weihnachtsfeier. — Liederkranz, 20 Uhr, Cafe Ebel, Familien-Zusammenkunft. — Lichtspielhaus, Bahnhofstr.: „Luise". — Astoria- Lichtspiele, Seltersweg: „Der Anschlag auf den Depeschenreiter" und „Das Donkosaken-Lied". — DHV., Cafe Leib, 15 Uhr, Weihnachtsfeier. — Aus dem Stadttheater-Dureau wird unS geschrieben: Für di» Feiertage hat Arbeitsuchende gegenüber 469 des Vormonats und 239 des Vorjahres. Bekleidungsgewerbe. Trotz des bevorstehenden Weihnachtsgeschäftes war keine Belebung zu verzeichnen. Die Kleiderfabriken haben Näherinnen für kurze Dauer wieder eingestellt. Die Schuhfabriken arbeiten mit verkürzter Arbeitszeit. Die Arbeitsuchendenzahl belief sich auf 350 gegenüber 263 des Vormonats und 250 des Vorjahres. Baugewerbe. Auf dem Baumarkt wurde ein weiteres Sinken des Beschäftigungsgrades festgestellt. Verschiedentlich konnten Bauarbeiter zu den Holzhauerarbeiten unter, gebracht werden. Durch die vorgeschrittene Jahreszeit dürfte kaum mit wetteren Beschäftigungsmög- lidjteiten zu rechnen fein. Die Zahl der Arbeitsuchenden betrug 2620, gegenüber 2300 des Vormonats und 1802 Oes Vorjahres. Gast, und Schankwirtschaftsgewerbe. Die Gast- und Schankwirtschaftsbetriebe klagen allgemein über schlechten Geschäftsgang. Die Folge davon ist, daß Fachkräfte wegen zlrbcitsmangels zur Entlassung kommen. Vor Jahreswechsel dürfte außer den Feiertagen mit einer Belebung nicht zu rechnen fein, da ja auch der Reiseverkehr ins Stocken geraten ist. Verfügbar waren 198 Personen, gegenüber 146 des Vormonats und 119 des Vorjahres. Verkehrsgewerbe. Die Arbeitsmarktlage neigt sich zu einer weiteren Verschlechterung. Die im Sommer vermittelten Arbeitskräfte, die auf Grund des zusätzlichen Arbeits- beschaffungsprogramms der Reichsbahn eingestellt werden konnten, find im Laufe des Monats November wegen Beendigung der Arbeiten wieder entlasten worden. An einen Unternehmer der Reichsbahnaufträge erhalten hat konnten 18 Personen vermittelt werden. Dem Arbeitsmarkt standen 2497 Arbeitsuchende zur Verfügung, gegenüber 2315 des Vormonats und 1343 des Vorjahres. Lohnarbeit wechselnder Art. Für die Angehörigen dieser Berufsgruppe sind wenig Unterbringungsmöglichkeiten vorhanden. Verschiedentlich konnten wir ungelernte Arbeiter zu Holzhauerarbeiten unterbringen. Als Arbeitsuchende meldeten sich 2501, gegenüber 2315 des Vormonats und 1343 des Vorjahres. Angestelltenberufe. Auf dem Stellenmarkt für Angestellte ist keine Veränderung eingetreten. Dem Stellenmarkt standen 922 Angestellte zur Verfügung. Oer Bericht der Berufsberatung. Die Berufsberatungsabteilung wurde int Monat November von 124 Ratsuchenden (79 männlichen, 45 weiblichen), unter denen sich 21 Schüler und Schülerinnen höhere Lehranstalten sowie zwölf ältere befanden, 218 mal in Anspruch genommen. Die männlichen Ratsuchenden hatten 30, die weiblichen 11 verschiedene Berufswünsche. Verhältnismäßig die meisten Knaben, und zwar 17 wußten wieder nicht, was sie werden sollten. Am häufigsten begehrt waren die Berufe des Kaufmanns, Bäckers und Metzgers. Bei den Mädchen trat der Wunsch Schneiderin, Verkäuferin und Kontoristin zu werden am häufigsten hervor. Auch unter ihnen waren zehn ohne bestimmten Berufswunsch. Die kaufmänntschen Berufe werden immer noch trotz ihrer anormalen Ueberfüllung besonders auch von völlig Ungeeigneten viel zu viel begehrt, und der große Prozentsatz derjenigen Ratsuchenden, die überhaupt keine bestimmte Berufsneigung oder ganz labile Berufswünscye haben, ist ein getreues Spiegelbild unserer unübersichtlich gewordenen Berufs- und Wirtschaftsoerhältnisse. In den Volksschulen und höheren Lebranstal- ten werden von den Fachkräften der Berufsberatung aufklärende Vorträge über die Berufswahl und Berufsmöglichkeiten gehalten. die Intendanz ein besonderes, dem Charakter des Weihnachtssestes entsprechendes Programm zusammengestellt. Die Erstausführung der Traum- dichtung: „Hanneles Himmelfahrt" von Gerhart Hauptmann am ersten Feiertag wird dem ernsten Charakter dieses Tages gerecht. Spielleitung hat Peter F a s s o t t. Die Erstaufführung ist Fremdenvorstellung zu ermäßigten Preisen außer Abonnement. Beginn 19.30 Uhr; Ende 21.30 Uhr. — Der zweite Feiertag sieht auf dem Spielplan eine Wiederholung der beiden erfolgreichen Weihnachtsaufführungen, des Märchens: „Die Wun- derlampe" (Spielleitung: Dolck-Cuje-Däulke) und des Ballets: „Die Puppenfee" (tänzerische Gesamtleitung: Däulke, Spielleitung: Heyser, musikalische Leitung: Cuje). Auch diese Vorstellung ist als Fremdenvorstellung außer Abonnement und zu ermäßigten Preisen. Spieldauer von 15.45 bis gegen 18.15 Uhr. — Am Sonntag, 27. Dezember, 14.30 Uhr, geschlossene Vorstellung: „Die Wunderlampe" und „Die Puppenfee". Ende 17 Uhr. Für Abends hat die Intendanz eine Werbevorstellung zu kleinen Operettenpreisen angeseht. Der Zweck dieser Veranstaltung ist, bei denkbar kleinsten Preisen alle Kreise der Bevölkerung für das Theater gu interessieren und allen Theaterfreunden den Besuch der Vorstellungen zu ermöglichen. Diese Werbeveranstaltung ist jedoch nur möglich, wenn den bis zum äußersten reduzierten Eintrittspreisen auch ein sehr zahlreicher Theaterbesuch entspricht. Die Intendanz hat daher für diesen 2lbend den bisherigen Spielplanschlager, die Schwankoperette: „Frauen haben das gern .. .1" von Arnold und Dach, Musik von Walter Kollo, unter der Spielleitung von Heinrich Hub, auf vielfache Wünsche hin nochmals auf den Spielplan gesetzt und es wird diese Schwankoperette trotz der sehr hohen Unkosten zu kleinen Operettenpreisen zum letztenmal zur Aufführung gelangen. Beginn 18.30 Uhr; Ende 20.45 Uhr. Außer Abonnement. — MilitärkonzertezuWeihnachten. Am Freitag, 25. Dezember (1. Feiertag), findet im Saale der Liebigshöhe ein Weihnachtskonzert statt, das vom Musikkorps des hiesigen Bataillons ausgeführt wird. Die Leitung liegt in den bewährten Händen von Obermusikmeister S. K r a u ß e. Ein zweites Konzert der Militärkapelle findet am Sonntag, 27. Dezember (3. Feiertag), im Cafe Leib statt. Sorgfältig ausgewählte Programme werden den Veranstaltungen ein besonderes Gepräge geben. Die Militärkapelle, die in ihren bisherigen Konzerten dankbare Zuhörer fand, wird auch Den Besuchern der bevorstehenden Konzerte einen hohen Genuß bereiten. (Siehe Anzeige.) ** Von bei ßanbesuniDcrfität. Zu versönlichen Orbinarien an unserer Universität würben die planmäßigen außerorbentlichen Professoren Dr.phil. Falkenberg und Dr.med.vet ftüft ernannt. — Detonomierat Hensel • Dortelweil würbe von ber Lanbesunioersität in Anbetracht der großen Verdienste, bie er sich als Präsident ber Hessischen Laichwirtschaftskammer um bie hessische Landwirtschaft erworben hat, zum Ehronsenator ber Lanbesunioersität Gießen ernannt. ** Der Reiseverkehr auf unserem Bahnhof ist seit gestern früh lebhaft im Gange. Die von ber Reichsbahn jetzt erstmalig gebotene Möglichkeit ber Benutzung von Sonntagsrückfahrkarten über weite Strecken wird auch von hier aus sehr stark in Anspruch genommen. ** Po st omnibus zum Wintersport im Vogelsberg. Die Reichspost führt auch in diesem Winter wieder die Wintersportfahrten im Auto- omnibus nach dem Vogelsberg (Gießen—Breungeshain) durch. Die erste derartige Fahrt findet am kommenden Sonntag (3. Feiertag) vom Ludwias- platz ab statt. Näheres ist aus der gestrigen Anzeige ersichtlich. ** Die Polizeistunde. Das Polizeiamt teilt mit: Der Herr Minister des Innern hat die Feier- Gießener Mnternothilfe 1931/32 Helft denAolleideliden! Zede Gabe ist willkommen! Sachspenden an das Städt. Wohlfahrtsamt Gartenstraße 2, Zimmer 9, erbeten,- auf Wunsch erfolgt Abholung. Telephon 2858. Geldspenden nehmen auch die Sanken und Sparkassen entgegen,- ferner sind Einzahlungen auf das Winternothilfe-Konto Nr. 3372 bei der Äezirkssparkasse Gießen möglich. abenbftunbe am zweiten Weihnachtsfeiertag und am Neujahrstag allgemein auf 2 Uhr und an Silvester auf 6 Uhr festgesetzt. ** Die Museen an den Weihnachtsfeier ta a e n. Am ersten Weihnacktsseiertag sind die Museen geschlossen. Am zweiten und dritten Feiertag (Sonntag) sind die Museen und der Heidenturm bei kleinen Preisen zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. ** Die Rentenzahlung bei ber Post. Vom Postamt wird uns mitgeteilt: Die Heeres- r ente n für Januar 1932 werben am 28. Dezember, die Invaliden- und Unfallrenten am 30. Dezember ausgezahlt. ** Stiftung für d i e Winternothilfe. Man teilt uns mit: Die veterinär-medizinische Fachschaft der ßanbesunioerfität verzichtete ber Zeit entsprechend auf die Abhaltung ihrer traditionellen Weihnachtskneipe und überwies dafür den Betrag von 50 Mark an bie Gießener Winternothilfe. * Eine treue Hausgehilfin. Am 27. Dezember jährt sich zum 50. Male der Tag. an dem Fräulein Luise Kraft, aus der Mühle auf ber Schmelz bei Salzböden stammend, hier in die Familie Schwall, später in die Familie Schwieder in Stellung trat Die Jubilarin nahm am 27. Dezember 1881 bei der Familie deS Kaufmanns Wilhelm Sch mall, Acustadt, den Dienst auf, wo sie bis zum 1. 3ull 1899 verblieb. Von da ab war sie bei der Enkelin Schwalls, der erst vor wenigen Tagen entschlafenen Frau Apotheker Schwieder, die von Fräulein Kraft in den Kinderjahren zuw größten Teile mit erzogen worden war und bei deren Verheiratung sie in alter Anhänglichkeit in den neuen Haushalt folgte, bis auf den heutigen Tag als treue Hausgehilfin tätig. Das halbe Jahrhundert pflicht- getreuer Dienstleistung und engster menschlicher Verbundenheit mit den Arbeitgebern ist ein ehren- voUes Zeugnis sowohl für die SubUarin, wie auch für ihre Herrschaft, auf das beide Teile mit Recht stolz fein können. ** E i n Fünfundsiebzigjähriger. Der Rentner Louis Löb, Steinstraße 53, begeht am zweiten Weihnachtsfeiertag seinen 75. Geburtstag. ** Ermäßigter Gepäcktarif für Warenproben und Musterkoffer. Von der Industrie- und Handelskammer Gießen wird uns geschrieben: Mit Wirkung vom 1. Januar 1932 wird bei der Deutschen Reichsbahn ein ermäßigter Gepäcktarif für Warenproben und Musterkoffer eingeführt. Berechtigt zur Inanspruchnahme diefes Tarifs sind beruflich Reisende, die auf ihren Geschäftsreisen Warenproben- und Musterkoffer mitführen müssen. Die Vergünstigung wird von einer von der zuständigen Handelskammer ausgestellten Bescheinigung abhängig gemacht die bei Aufgabe und Auslieferung der Koffer stets unaufgefordert vorzulegen ist und jeweils nach zwei Jahren erneuert werden muß. Anträge auf Ausstellung dieser Bescheinigung können bei der Industrie- und Handelskammer Gießen gestellt werden. ** Fechtverein „W a i s e n s chu tz". Vom Zweiaverein Gießen des Hessischen Fechtvereins „Waisenschutz" wird uns berichtet: Im Rahmen ber Gießener Winternothilfe veranstaltete am Dienstag- nachmittag im Stadthaus Gartenstraße ber Zweigverein Gießen des Hessischen Fechtvereins „Waisenschutz" in Anwesenheit der Vorstandsmitglieder eine Weihnachtsbescherung an 41 Halbwaise der Stadt Gießen. Nach kurzen Ansprachen des 1. Vorsitzenden, Verwallungsamtmann Keitzer, unb Pfarrer A u s- f e l b fanb die Bescherung statt. Jebe Halbwaise erhielt ein Paar Schuhe, bas üblidje Weihnachtsgebäck, Aepfel und Nüsse. Allen Mitgliedern des Zweigvereins wurde herzlichster Dank mrsgespro-- chen, ba durch ihre auch in der heutigen Notzeit dem Zweigverein bewahrte treue Mitgliedschaft die Bescherung ermöglicht wurde. Die Kinder unb deren Angehörigen waren über die Gaben sichtlich erfreut. *• Behördenruhe in Hessen am 2. Januar. Das hessische Gesamtministerium hat beschlossen, daß am Samstag, 2. Januar 1932. der Dienst in den staatlichen Amtsräumen wie an Sonntagen zu regeln ist. Daten für Samstag, 26. De eu.bcr. 1194: Friedrich II.. Römisck°De ttscher Kaiser in Jesi (Ancona) geboren; — 1769: der Dichter Ernst Moritz Arndt in Groß^Schorih auf Rügen geboren. Auch die schönste Kleidung kann rote Hände unb rotes Gesicht nicht schön machen. Allein die he». iJ.-c •_.;'hc Leodor bewirkt dieses Wunder unb macht die Haut weiß unb zart. Tube 60 Ps. Versuch überzeugt. M von, Henny Poru . llehaij WbieQ >T Bidi hifm j „ugtne v pS6^, Länder- £ t;M, 3W liidxnj pcliiiid) 6 W jn. juj .Vr । iriiruir killst ar •röwrt, Käodei «00 geral stärken in las 3 Indier jchung. ni« flar 19® M Pnitrb i 5abro •' x»r «ich troH fijrfömg fonn. lin ctrubd Io daß d Üarf z «rijen a und dem O c o S jchwäch «Michail baten bi S.-beuiun jache ei dtnsstanb von aust chen ift IBfbide, woN au ®«lt w btt polil England vier l irgtnbroi englische kn 'Sun ?ragt n int eint Icnntn i au» trü ren, j sich nid) ^ohen -'rage, i f)mbus Vanbe» i Da» ist frommt £ «Mägen lammen oermaltt 'o?ar mi loltbe mal Qxil führen betljbeu neue# g tung de einen g, wieder 'Wd? l«n 8; we'Sett, len - bi au», |o jaufen io «analen leiernt, | M & ^tbiaud manrnt? qjjdjbr <\i5 Ja! Met * 1 1 hechle »«Mba da cPenlei ^emde chi in ß Organe -ander ®'rb. 7 "ichino 2.cub rlfeib ?-9en d 4’^1 Z StR Die Schlecht Blut «en laonzo und in 8832 D Ermäßigter Eintrittspreis 50 Pf. - Anfang 4% Ubr nadim IB I* Minen Höhepunkten Cafe Leib 8833 D Schlachten Bahnhof-Gaststätten KONZERT >914 0 Die Schlacht Cnmmp der Millionen O U 111111 x) Film in 6 Akten. 8895 c 8893 C am Wieseck 7lim I niA/Pn Zum kühlen Grund AUIII LUWÜII Am 2. Weihnachtsfeiertag Gesichts- u. Körpermassage 89230 8921 0 Hier finden Sie die große Speise-Karte bestgepflegte Biere — la Mosel-Riesling Rod. Eialamilienh. mit (Marten, im Süböicrtel, entb.: 7 Zimmer, Badezimmer, Slüdie, Kremden- u.Mäd- dien »immer, ar. Veranda.stiebend. 51 alt- u. Warmw. Ausgeführt von dem Musikkorps des I. (Hess ) Grenad.-Batls. Inf.-Regta. 15 Leitung; Obermusikmeister E. Kraufce 1> 4-Zimnerhans mit Garten, nahe den Kliniken und frankfurter Str. Beichlltsham am Leitersweg. Näheres durd) Sdiaomberfer A Sohn VubroiQftr. 30. Die Riesen ID. H.V. Befrachtete aufmerksam ba« kostbare Stück, legte es behutsam wieder in da« Etui und zog sich in die Küche zurück. Bald darauf betrat Han« Egon da« Frühstucks- zimmer, lieh sich mit verträumtem Lächeln in den tiefen Sei fei fallen und läutete nach dem Diener. Paolo kam mit frisch geröstetem Toast aus der Küche. Aber kaum hatte er das silbern furckelnde Tablett abgeseyt, da rief Dolores aus dem Reben- raum: .Paolo!" . Der Diener eilte zu seiner Herrin hinein. Sie stand vor dem Spiegel und fuhr mit der silbernen Bürste leise glätten!) über ihren glän^nden Pagenscheitel. .Verbinde mit mit Matthis, dem Juwelier, Paolo. Schließe die Tür: der Gras möchte sich noch einen Augenblick gedulden." Gleich daraus führte Dolores ein Gespräch mit dem Juwelier: .Heute morgen hat der bewußte blonde Herr, den ich Ihnen als Kunden zugeschanzt habe, einen Smaragd an goldener Kette getauft. Womit hat der Herr befahlt? Dar oder in Wechseln? Wie? — Sie wollen es nicht sagen? — Vergessen Sie unsere Abmachung? Wenn ich unsere ®e- schästsverbindung löse, werden Sie der Leidtragende sein und nicht ich. Also? — Wie? — Ich habe nicht verstanden! Womit, sagten Sie, bat er bezahlt? Ach so! — so! — Mit wieviel haben Sie den Wert eingeschätzt? — Das scheint mir wirklich niedrig! — Ist die Echtheit unbestritten? — Geben Sie dem Antiquitätenhändler Frissard Rachricht, daß er es noch heute von Ihnen abholen läßt. Ich werde ihm morgen einen guten Käufer dafür hinschicken, und wir werden alle zusammen einen guten «Schnitt dabei machen." Dolores legte den Hörer wieder auf, sah noch einmal befriedigt in den Spiegel, und den Kopf zur Tür des Frühstückszimmers hineinsteckend, fragte sie mit der Stimme eines unschuldigen, kleinen Pensionsmädchens: .Dars ich nun endlich zum Frühstück bitten, Herr Graf?" 26. und 27. Dezember von 15.30 Uhr bis 18.30 Uhr und von 19.30 Uhr bis 23.00 Uhr Opel-I.inioawine neu, VvrtübrungS- Hotel Deutsches Haus Butzbach Am 2. u 3. Weihnachtsfeiertag Konzert Tanz erstklas». Jazzkapelle wozu freundlichst einladet Gastwirt Hermann mit Bad, nabe Lüdanlage. 8931 C Der Leidensweg einer Königin - einer Frau • einer Mutter Henay Porten verkörpert die Königin Luise, diese feinfühlige. edelste Frau, die je eine Krone trug, gipfelnd in ihrem Nationalismus Hauptrollen: V. Gaidgens — F.-Kaysslor Nie mund wollte diese» Film werk TemHumen! Auch die Jugend hat Zutritt — Anfang 3, 5.30. &30 Uhr —Lichtspielhaus • Gießen — Das große Weihnachtsprogramm 1. Feiertag ab 3 Uhr Gassenhauer mit den berühmten Comedian Hirmoaists Lupu Pick t letztes künstlerisch.Vermächtnis Ab 2. Feiertag 3 Uhr 2. Das Donkosaken-Lied (11 Suber) Ein Sensationsdrama in 10 Akten, mit Lien Deyers, M.A.v. Schletlow, Fr. Kämper* I 2.Feiertagnu» I L - Die Jugend hat Zutritt - ■■ ■Lichtspielhaus ■ Karten vorverkauf an der Kasse Sonntag, 27. Dez., nachm. 4 Uhr Kaffee-Konzert abends 8 Uhr Konzert und Tanz 8QQ2 D .Lesen Sie es noch einmal genau durch. Liebel Elaassen. Ihr ilrtcil ist, wie Sie wissen, für mich wertvoll." Claafsen nahm bedächtig da« Schriststück zur Hand, letzte sich umständlich eine zweite Drille auf und begann — leise vor sich hinmurmelnd — den Dries zu Icfcn, der den beiden Männern schon seit zwei Tagen Kopszerbrechen verursachte. Endlich faltete er sorgsam und etwas pedantisch, wie es feine Art war. das Schreiben zusammen und sagte nach einem tiefen Aufatmen: .Es tut mir leid, Herr Konsul, aber ich komme wieder auf meine erste llebcrlcgung zurück. In der augenblicklich schweren Zeit sind wir mit unseren Geldern schon überaus stark fefigelegt Sie wissen, das rutsische Geschäst ift für uns so gut tote erledigt Wenn wir untere Außenstände innerhalb der nächsten Jahre aus diesem Hcren- kessel da drüben jemals hereinbekommen. können wir srvh fein. In Schweden macht uns die polnische Konkurrenz neuerdings so viel zu schassen durch das geradezu gewissenlose Unterbieten der Preise, daß wir, nur um im Geschäft zu bleiben, mehr kreditieren müssen, al« ein gewissenhaster Kaufmann eigentlich verantworten kann. Das einzige gute Geschäft ist das mit Südamerika, aber auch da sind England und Frankreich schon dabei, uns Deutsche abzudrosseln. Wir können nicht wissen, wann und in welchem Umfange wir neue Geldmittel disponibel haben, um uns dort zu behaupten. Wenn wir jetzt die verlangte Deteiligungssumme für das Dahama- Seschäft stellen, so kann das natürlich gewiss« »ewinnchanccn für uns haben, aber den Hauptanteil schlucken Lund und 6o.“ .Sie sind sehr vorsichtig. lieber Claassen, und wenn es nur um unser Haus ginge, würde ich die Sache nicht erwägen: aber es handelt sich um das Haus Lund, da« meinem Vater seiner- zeit in einer schwierigen Lage durch eine Dürg- schatt bei gestanden hat. Wie, lieber, alter Claassen, würde mein Date*, Ihrer Meinung nach, jetzt bandeln?" Prokurist Claassen hob die Achseln und sah seinen Ches mit einem bewundernden, wenn auch etwas schmerzlichen Dlick an: .Ihr Vater. Herr Konsul? — Gr würde da« Geld geben.“ Konsul Sibelius legte seine energische Hand mit dem alten, schweren Wappenring der Sibelius' mit einer abschließenden Gebärde aus den umstrittenen Dries: .Das wollte ich von Ihnen hören, mein lieber Claassen, und damit haben Sie auch meine Entscheidung. Dereiten Sie alles vor und bringen Sie mir die Sachen heute nachmittag zur Unterschrist." Er nickte dem treuen Diener des Hause« srcund- lich zu, woraus dieser mit ehrerbietigem Gruft das Privatkontor verlieh. (Fortsetzung folgt.) Astoria-Lichtspiele Ab 1. Weihnachts Feiertag: Großes Doppel-Programm i. Ken Maynard in Der Anschlag auf den Depeschenreiter Ein unerhört spannender Wild West- Besuchen auch Sie wahr, der Feiertage Bier- und Speiserestaurant 2.Weihnachtstag ■■ 2. letzter ■ ___ BM Sonder-rHlTfl Der _____ Der Salzgeruch des nahen Meeres wehte die Hasenstraße entlang und sing sich bei jedem Öessnen der großen, eisenbeschlagenen Holztür in dem kühlen, steinernen Flur des alten Patrizierhauses. Einige breite, schon in der Mitte ausgetretene Stufen aus schwedischem Granit führten hinein in das große, vornehme Haus, das seit Jahrhunderten im Delitz der Familie Sibelius war. Heber dem edelschlichten Portal war in Sandstein das alte Wappen der Sibelius' eingehauen: eine Schiffskogge, auf deren Dug eine weibliche Gallionsfigur mit ausgestrecktem Arm in die weite Feme zu weisen schien. Wind und Degen hatten an dem Schild ihre jahrhundertealte Zerstörungsarbeit versucht. Aber Sch Id wie Haus trotzten allen Angriffen der Zeit, wie auch alle Sonntag, 27. Dezember, viinktlich 3 Uhr, im Caf6 Leib: Weihnachtsfeier Kinderbescherung Weihnachtsspiele unserer Tvielfchar, Verlosung. Weibnachtspakete am Eingang zum Saal Zch hab dir verzieh»! Vornan von Clofilde von Efegmann» Stein. Copyright by Martin Feuchtwange r. Halle. 1. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Aber wenn du durchaus nicht willst, daß andere'Männer mir etwas schenken, und sei es auch nur aus Geschäftsinteresse, nun, mein Lieber, ich habe mich noch nie geweigert, Schmuck zu tragen, den du mir verehrst, ilnö dagegen hat der gestrenge Herr doch wohl nichts einzuwenden. Qlur ist er leider in der letzten Zeit etwas knauserig gewesen." Die lächelte wieder und schmiegte sich naher Zch^ weiß es. Dolores. Aber du kennst die Verhältnisse zu Hause. Mein Druder Friedrich rückt keinen Pfennig über den mir zustehenden Anteil heraus, und ich hatte in letzter Zeit Pech über Pech auf dem grünen Rasen wie auch beim Spiel. Run aber... * „Qtim aber...?", wiederholte sie, und ein lauernder Ausdruck trat in ihr Gesicht, das sie rasch in Hans Egons Armen verbarg. Run aber" - er atmete gepreßt und schwer —, „ein GlückSfall..." Mit einem Griff riß er ein rotledernes, längliches Etui von dem kleinen Tisch, auf dem es zwischen den zierlichen, goldgeran- berten Kaffeetassen, den Toastscheiben und dem silbernen Kuchenkorbe geruht. .Sieh her!" Er öffnete es. Aus lavendelfarbenem Samt schimmerte eine schmale, goldene Kette, an _ der ein leuchtend grüner Smaragd von der Größe einer Ruh hing. „Of>!“ Ein Ausruf der Dewunderung entfloh den Lippen der Tänzerin. .Lieber, geliebter Mann, wie schön, wie wundervoll! Wie soll ich dir danken!" .Indem du mir treu bist. Dolores! flufterte Hans Egon fieberhaft. „3nbem du mir schwörst, bah du keinem anderen Manne gestatten wirst ..“ „Keinem anderen! Ich schwöre es dir!" slüsterte die schöne Frau, und ihre dunklen Augen tauchten mit einem heißen, aufreizenden Dlick in die blauen des blonden Mannes. „Ich liebe dich, Haus Egon, liebe nur dich allein! Fühlst du das nicht?" „Dolores!" schrie er auf und hob sie hoch in feine Arme. Die Tür zum Doudoir öffnete sich leise. Paolo, der kreolische Diener der schönen Tänzerin, kam herein Als er den unberührten Frühstückstisch sah. überflog ein häßliches Lächeln seine scharfen, faltigen Züge. Leise ging er zu der Maschine, löschte sie aus und nahm den kaltgewordenen englischen Toast heraus. Dei dieser Gelegenheit fiel sein Dlick auf den geöffneten Schmuckkasten. Er Glieder bc« alten, stolzen Geschlechtes sich ht den Stürmen der Zeit aufrecht gehalten. In den unteren Räumen des alten Haufe« befanden sich feit altersher die Kontore dieser berühmten Kaufmannssamilie. Der Rame Sibelius hatte nicht nur im eigenen Lande einen guten Klang: schon in den Zeiten des Schwedenkönigs Karls des Zehnten und zur Zeit König Christians des Vierten von Dänemark fuhren die Schiffe der Sibelius' aus dem Hafen der alten Heimatstadt hinaus durch die Fluten der Ostsee in die Häsen von Rußland unb bis weit in die nordischen Gewässer hinein. In dem kleinen, braungetäfelten Privatkontor sah Konsul Jürgen SibeliuS, da« derzeitige Haupt und der einzige männliche Träger des Fcunilien- n am end. Er war in einem eifrigen Gespräch mit dem langjährigen Prokuristen der Firma. Johann Elaassen, begriffen. Konsul Sibelius war ein mittelgroßer, imponierender Mann, in dessen dunklem Haupthaar schon einige Silbersäden den Herbst des Lebens antünbigtem Sein Gesicht trug die markanten Züge der Sibeliusschen Ahnenceihe, deren Porträts in Del und Pastell ernst und beobachtend von den Wänden herniederschauten. Seine dickumbauschten blauen Augen hatten den prüfenden Dlick eines Mannes, der das Leben kennt, es meistert und der gewöhnt ist, nicht ersten Regungen zu folgen, sondern jede Sache, die ihm vorgelegt wird, gewissenhaft zu prüfen, ehe er fein unbestechliches Urteil fällt Diese Eigenschaften, die gepaart waren mit gütigem Verständnis für alle Rote de« menschlichen Herzens und einem Wesen, das Ernst mit Herzlichkeit auf« glücklichste verband, hatte ihm hohe Ehren in der Dürgerschaft eingetragen. In allen Wohltätigkeitsvereinen war er ein gesuchtes Mitglied, dessen Wort und Vorschläge achtungsvoll gehört und befolgt wurden. Er war einer von den vierzehn Ratsherren der Stadt, die über Wohl und Wehe der Bürger zu beraten und zu wachen hatten. In allen Streitigkeiten, die hoch und niedrig bewegten, wurde oft genug sein Urteil erbeten, dem sich alles widerstandslos fügte. Wenn man die Ehronik der alten Hafenstadt durchblätterte, traf man immer wieder auf den Ramen Sibelius, und dieser Rame war stets verknüpft mit besonderen Taten, die für das Wohl der Stadt bedeutungsvoll waren. Konsul Jürgen Sibelius hob seinen Dlick von den Papieren, die vor ihm auf der grünbezogenen Schreibtischplatte lagen, und sah ernst fragend zu dem bewährten, alten Mitarbeiter auf, der da weißhaarig, ehrerbietig, aber doch mit einer gewissen Vertraulichkeit diesen Dlick zurückgab. Eine Weile herrschte Schweigen zwischen den beiden Männern. Endlich schob der Konsul mit einer entschlossenen Handbewegung dem P r o kur i st en einSchriststück hin. | Verkäufe j 313-Zimmer- Haus mit Garten zu verkaufen. 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Hühneraugen - Operationen iuto-Gelegenheitskaul Frau SilTIOn GleBen, MOhlstraBe 5, II o757i Kapitalanlagen: 4> 4-Zlmmerhaai mit Garten, jenseits der Lahn. Zwei M 1 111 o n e n Bester deutscher Minner blieben • ui der Walstatt Gai- und Bombenangriffe Flleger-Klmpfe und Tankichlachtin nr.5Ul Drittes Blatt Gtetzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gveryeffen- Donnerstag, 24. Dezember 195{ Die Welt an der Jahreswende. 1. Rund um den Pazifik. Äon Or. F. Hesse Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Das Jahr 1931 ist für das gesamte indopazifische Gebiet ebenso wie für die übrige Welt ein Jahr d e r N 0 t gewesen. Ja, wenn man die Zahl der Menschen in Betracht zieht, die hier durch Naturkatastrophen, Absatzkrisen, Krieg und Aufstände gelitten haben, so kann man sogar behaupten, daß das vergangene Jahr hier für viele Länder fast noch katastrophaler gewesen ist als für manche europäischen Länder. Ob man dabei an Japan, China, Jndo- china, Indien, Australien, Neusesland, die holländischen Kolonien denkt — überall ist die Bilanz dieses Jahres wirtschaftlich passiv und auch politisch hat sich wenig Erfreuliches ereignet. Im Gegenteil, aus politischem Gebiet haben sich die Dinge an den verschiedensten Stellen so zugespitzt, daß der indopazifische Raum als Gefahrenzentrum er st en Ranges für die Zukunft angesehen werden muß. Dabei ist bemerkenswert, daß die Sturmzonen vor allem a n d e n Rändern des umschriebenen Gebietes liegen, also gerade dort, wo Asiaten und Europäer am stärksten miteinander in Berührung kommen, also in Indien und in der Mandschurei. troffen worden, die den Handel schwer geschädigt haben. Die Aufhebung der Exterritorialität hat zwar manche Streitpunkte beseitigt, aber unklar ist immer noch, was aus den Niederlassungen der Europäer werden soll. Die Unsicherheit, die damit über dem größten Teil der in China ansässigen Europäer schwebt, ist immer noch nicht beseitigt wor- den, so daß die Dinge auch für 1932 wirtschaftlich sehr trübe aussehen. Noch schlimmer ist das auf innerpolitischem Gebiet. Die große Nationalversammlung von Ende 1930 hat nur theoretische Beschlüsse fassen können, die zu keinen praktischen Ergebnissen geführt haben. Zwar war es Tschiangkaischek gelungen, den mandschurischen Machthaber auf seine Seite zu ziehen, so daß endlich China wieder einmal vom Norden bis zum Süden geeinigt schien — aber dies Ereignis hat böse innerpolitische und außenpolitische Folgen gehabt. Denn nun glaubten die Kantonleute, daß es zu einer Militärdiktatur kommen würde und betrieben von da an um so stärker die Propaganda für eine demokratische Verfassung, „weil die Uebergangszeit, die Sun Iat Sen voroesehen hatte, abgelaufen sei. Die Nankingregierung wurde daher in unerwünschte innerpolitische Kampfe verstrickt, die schließlich mit dem Rücktritt Tschiangs endeten. Noch schlimmer waren aber die Folgen des Friedens zwischen den beiden Marschällen auf außenpolitischem Gebiet: der große Konflikt mit Japan hat zweifellos dort seinen Anfang genommen. Daß die Mandschurei sich wieder mit dem nationalen China einigte, war eben für die Japaner zu gefährlich, nachdem in Mukden jemand groß geworden war, der nicht mehr auf sie hören wollte. Das hätte doch bedeuten können, daß die japanischen Rechte eines Tages verloren sein würden, ohne daß man über Verträge, die auf 99 Jahre gelten sollen, verhandelt hätte! Die Auseinandersetzungen sind mit der Völkerbundsentscheidung zweifellos nicht vorüber. Der Krieg ist nur vermieden worden, weil man ihn im Winter nicht führen kann. Wie wird das aber im Frühjahr werden? Viel, ja fast alles hängt in Oftafien von der weiteren Entwicklung in Japan ab. Im Januar 1931 hielt der damalige Außenminister eine Rede, in der er sich für die Verständigung mit China Zum 300. Jahrestag der Besetzung von Mainz durch Gustav Adolf von Schweden. Das Jahr 1931 war für das nationale Indien ein 9a br schwerer Enttäuschung. Wirtschaftlich waren die Dinge vielleicht nicht ganz so schlecht, wie man das ursprünglich 1930 befürchtet hatte. Aber der Boykott der englischen Waren, der während des letzten Drittels des Vorjahres und noch zu Anfang dieses Jahres Handel und Wandel lahmlegte, hat doch dem Handel so tiefe Wunden geschlagen, daß er sich trotz des Friedens zwischen Gandhi und dem Vizekönig Lord Irwin nicht recht wieder erholen kann. England, der Hauptkunde Indiens, ist in den Strudel der Weltwirtschaftskrise gerissen worden, so daß die gesamte Ausfuhr des Landes sehr stark zurückgegangen ist. Die verheerenden Krisen ^auf dem Baumwollmarkt, dem Jutemarkt und dem Reismarkt haben die Kaufkraft der B e v ö I k e r u n g außerordentlich g e - schwächt, so daß vor allem die indische Landwirtschaft schwer notleidend geworden ist. Zwar haben diese Dinge bisher keine ausschlaggebende Bedeutung gewonnen, da Indien ja in der Hauptsache ein Agrarland mit sehr niedrigem Le- bensstandard ist, wo erst regelrechte Hungersnöte von ausschlaggebender Bedeutung werden. Von solchen. ist das Land aber, bis auf gewisse kleinere Gebiete, verschont geblieben, so daß sich Indien wohl auch mit am ehesten von allen Ländern der Welt wieder erholen wird — wenn nur erst die politischen Streitigkeiten zwischen Indern und Engländern beigelegt sind. Hier liegt aber der Hase im Pfeffer. Denn, wenn irgendwo, dann ist in Indien die Wirtschaft politisiert worden, da der nationale Inder eben keine englischen Waren kauft, wenn er in seinen nationalen Wünschen nicht zufriedengestellt wird. Die große Frage nach den Zukunftsaussichten des indischen Geschäfts ist also die, ob sich Engländer und Inder auf eine gemeinsame politische Linie werden einigen können oder nicht. Die Aussichten hierfür sind überaus trübe. Die letzte Roundtable - Konferenz in London war ein Fehlschlag, man hat sich nicht einigen können Zwar ist man einen großen Schritt vorwärtsgekornrnen: aber in der Frage, in welchem Verhältnis Mohammedaner und Hindus an der zukünftigen Selbstverwaltung des Landes teilhaben sollen, mar kein Ausweg zu sehen.. Das ist ein böses Vorzeichen für das kommende Jahr. Soll es wieder zu blutigen Schlägereien zwischen Mohammedanern und Hindus kommen? Ist das der Fall, dann wird die Selbstverwaltung weites verzögert, ja, es ist vielleicht sogar mit einem Wiederaufleben der Boykottbewegung zu rechnen, die aber dann diesmal wahrscheinlich zu Gewalttaten, Aufständen usw. führen wird. Seit langem ist ja die indische Freiheitsbewegung radikalisiert. Kommt es zu neuen großen Kämpfen, so wird es sicher ^ur Spaltung der Bewegung in einen revolutionären und einen gemäßigten Flügel kommen, was dann eben wieder Bürgerkrieg, Verfassungskämpfe und wirtschaftliche Not bedeutet. Vereinzelt haben die indischen Bauern bereits in diesem Jahr sich offen geweigert, ihren Pachtzins und ihre Steuern zu zahlen _ breitet sich das über größere Gebiete Indiens aus, so ist nicht abzusehen, wie die Dinge weiterlaufen sollen. Die jungen Inder, die in den letzten Monaten aus Moskau zurückgekehrt sind, haben dort gelernt, daß man vor allem die Bauern aufwiegeln muß. Werden sie von dieser Lehre im nächsten Jahr Gebrauch machen? Dann kann Indien sehr bald in Flammen stehen! Aehnlich groß, daß es zum Bürgerkrieg kommt, ist die Gefahr auch in China, wo ebenfalls wirtschaftliche Notstände mit politischen Schwierigkeiten zusammentrasen. 1930 brachte China die endgültige Einigung unter Tschiangkaischek — 1931 sieht China wieder ohne Führer, mit einer Regierung, von der man nicht weiß, wie sie morgen aussehen wird, einem Aufstand in der Kwantungprovinz, gefahr- drohenden Entwicklungen in der Mandschurei, einer überaus schwankenden Währung und einem immer schlechter werdenden Außenhandel 1931 hat also nicht das erfüllt, was es versprach — nicht zuletzt, weil das Ausland sich immer noch in die chinesischen Dinge hineinmischt, und diesem Riesenraume das Eigenleben nicht gö1 nt, zu dem er berechtigt ist. Fremdenhaß und Naturkatastrophen haben in gleichem Umfange den Handel geschädigt, so daß das vergangene Jahr in der Wirtschaftsgeschichte des Landes wohl als eines der schwärzesten dastehen wird. Die riesige Naturkatastrophe in Mittelchina am Gelben Fluß hat wahrscheinlich etwa einer Million Menschen das Leben g e - k ost et und hat etwa 20 Millionen brot l 0 s gemacht In anderen Provinzen des Reiches, im Südwesten, hat es schlechte Ernten gegeben, während der Norden unter den verheerenden Wirkungen des Bürgerkrieges immer noch schwer leidet. So leicht sind eben fast zehn Jahre Bürgerkrieg nicht vergessen zu machen. Und was von diesen Un- glückssällen verschont geblieben ist. der Gürtel der Hafenstädte am Meer und an den großen Strömen des Landes, ist durch die politischen Kämpfe geschädigt worden, die immer wieder Handelsboykotte zur Folge haben. Japaner, Engländer, ja auch wir Deutschen sind von Boykotten b e« Links: König Gusta 0 Adolf von Schweden nach einer zeitgenössischen Darstellung. — Rechts: Ansicht der Stadt Mainz nach einem Flugblatt aus dem Jahre 1632. Links sind die einziehenden Schweden, rechts die abziehenden Kaiserlichen zu sehen. 3 I I Am 24. Dezember jährt sich zum 300. Male der Tag, an dem König Gustav Adolf von Schweden als Befreier der Protestanten die Reichsstadt Mainz besetzte und die Kaiserlichen zum Abzug zwang. Das schwedische Heer hielt in Mainz Winterguartier, und Gustav Adolf berief dorthin die protestantischen Fürsten, um ihnen die Ziele seiner künftigen Politik vorzutragen. Bodenreform und Volksschicksal. Don D Or. jur. et med. 1). c. Adolf Damaschke, Lorsitzendem des Bundes DeutscherBodenreformer und des Ständigen Beirats für Heimstättenwesen beim Deutschen Reichsarbeitsmimsterlum. Der energische Schritt unserer Reichsregierung in der Bekämpfung der überaus gefährlichen Krise auf dem Arbeitsmarkt durch Ansiedlung Erwerbsloser in sogenannten Randsie- d e I u n g e n ist der erste wirklich aufbauende Gedanke aus der Notverordnungszeit. Er hat in weite ftem Maß das gebracht, mar heute das Nötigste für unser Volk ist: er hat Hoffnungen geweckt und da durch neuen M u t und neuen Willen dort, wo Zweifel und Verzweiflung immer mehr Herzen versinken ließen! Gewiß werden noch mancherlei Schwierigkeiten in der Durchführung dieses Planes zu überwinden sein; es ist auch möglich daß manche Rückschläge erfolgen, mancher Wunsch unerfüllt bleiben und manche Hoffnung enttäuscht wird. Aber der Grundgedanke ist richtig: Nur durch eine Verbindung unseres Volkes mit dem vaterländischen Boden kann in organischer Entwicklung die Arbeitslosigkeit gelöst werden. Es gibt kein Hilfs mittel, das von heute auf morgen der wachsenden Not der Zeit steuern könnte. Aber es gibt eine Lösung des Problems auf dem Wege eines langsamen zielbewußten Ausbaues. Es verlohnt sich wirklich, als letzte und stärkste Reserve den Bodenreformgedanken in die Bresche zu werfen! Wenn von gegnerischer Seite Der Einwand erhoben wird, daß die praktische Durchführung Schwierigkeiten erzeuge, so ist das ohne weiteres zuzugeben Aber wo wurde je ein großes Ziel ohne große Anstrengung erreicht? Nur mit klarem Blick und dem festen Willen der verantwortlichen Stellen kann über einzelne Interessen hinweg der Weg zur Gesundung gegangen werden. Die Erfahrungen, die wir Bodenreformer mit unseren bisherigen Versuchen gc macht haben zeigen, daß wir auf dem rechten Wege sind. Ich erinnere an Dbernigf in ber Nahe von Breslau, eine Schöpfung unserer Anhänger, Die man als eine ideale Randsiedlung bezeichnen kann Es liegt einerseits nahe genug an Der Großstadt, um mit ihr in kultureller und wirtschaftlicher Beziehung verbunden zu sein, und doch entfernt genug, um feine Eigenart und Selbständigkeit voll zürn Ausdruck zu bringen. In 142 Häusern haben sich hier in den letzten Jahren über 250 Familien angesiedelt, deren Heimstätten in herrlicher Lage in einem Meer von Grün eingebettet liegen. Wir haben ferner Firn- habecau bei Augsburg an den Ufern des Lechs, wo heute bereits 132 sonnige Einfamilienhäuser stehen, wo noch vor wenigen Jahren Schutt und ödes Geröll lagen Und was können die Siedler dem kargen Boden oft abringen Wer dies erkenne^ will, der gehe einmal durch unsere Kleingärten und Schre berfolonien und sehe sich die Fülle blühenden Lebens an. In Firnhaberau sind in wenigen Jahren über 10 000 Beerensträucher, 3500 Obstbäume und viele andere Gartenkulturen angelegt worden Der Wert dieser Anlagen beläuft sich auf nahezu 50 000 Mark Die letzte Ernte ergab einen Ertrag von 250 Zentner Beeren- und Kernobst im Werte von 8500 Mark. Dazu lieferten 120 Ziegen im letzten Jahre 8600 Liter Milch im Werte von 2600 Mark, und 3300 Hühner legten rund 250 000 Eier, die einen Wert von 36 000 Mark darstellten. Und nun vergleiche man einmal diese blühenden, sich zum großen Teil selbst versorgenden und in fröhlicher Gesundheit dahinlebenden Siedlungen mit den dumpfen Großstädten, die infolge Der steigenden Lasten für die Arbeitslosigkeit zu immer stärkeren Abstreichungen auf dem Gebiete kultureller und sozialer Leistungen gelungen sind .und deren verheerende Einschränkungen auf dem Gebiete des Wohlfahrts- und Gesundheitswesens ihren tiefsten Grund in der Arbeitslosigkeit haben. Wenn man gegen uns als schwerstes Geschütz den Grund ins Feld führt, die Gemeinden feien zu arm, um eine geeignete Bodenvorratswirtschaft zu treiben, so halten wir dem entgegen, daß es durchaus möglich ist, die Entschädigungen für die Bodenhergabe in Form einer als Reallast einzutragenden tilgbaren Rente zu zahlen, die bewertet wird nach der Steuergrundlage und die der trägt, an den der Boden gegeben wird. Die Gemeinden brauchen also keine großen Mittel für eine vernünftige Bodenpolitik. Gerade auch das so heiß umkämpfte H e i m st ä 11 e n g e s e tz befreit sie von der Sorge, übergroße Mittel in die Bodenwirtschaft hineinzustecken. Jede Festlegung größerer Kapitalien würde ja bei dem heutigen hohen Zinssätze eine schwere Belastung der schon an und für sich um ihre Existenz ringenden Gemeinden darstellen. Eine ausgedehnte Bodenvorratswirtschaft würde aber nicht nötig sein, da die Gemeinden ja sicher sind, jederzeit zu „gerechten" Preisen, d. h. auf der Grundlage des Steuerwertes Boden erwerben zu können. Das allerdings ist die Voraussetzung jeder wirtlich bvdenrefor.merischen Siedlungstätigkeit: die Gemeinden müssen in Der Lage sein, dauernd billigen Boden zur Verfügung zu stellen. Was würde geschehen, wenn sie das nicht könnten ? Dann würde der Boden, der im Besitz der Gemeinden, Kreise, 'Stiftungen und Kirchen ist, besetzt werden, der daran grenzende Privatboden aber würde in seinem Monopolcharakter gestärkt, in seinen Spekulationspreisen erhöht. Daß alle Heimstättenarbeit damit steht und fällt hat schon die Nationalversammlung erkannt, indem sie am 29. April 1920 von der Reichsregierung einstimmig forderte: „einen Gesetzentwurf zur Bekämpfung der Bodenspekulation und zur sozialen Ausgestaltung des Enteignungsrechtes." Die Reichsregierung hat daraufhin den „Ständigen Beirat für Heimstättenwesen beim Reichsarbeitsministerium" eingerichtet, der Mitglieder aus allen politischen Lagern umfaßt. Dieser hat nach ernsten Beratungen den „Enwurf eines Wohnheimstättengesetzes" ausgearbeitet, dessen Kerngedanke eben der ist. daß die Gemeinden im äußersten Notfall das Recht haben, ohne langwieriges Verfahren au f d e r Grundlage des Steuerwertes Boden für Heimstättenarbeit zu erwerben. Die Volknot hat uns zu einer großen Notgemein, schäft zusammengeschweißt, in der wir alle mit unsichtbaren, aber starken Fesseln verstrickt sind. Keine große Schicht eines Volkes kann im Elend versinken, ohne andere Schichten mit sich zu reißen. Von der organischen Lösung des Arbeitslosenproblems hängt Deutschlands Zukunft ab! einsetzte — Ende des Jahres war er nicht mehr am Ruder und Japan befand sich mit China im Kriegszustand: Weil eben die Auffassung über die „Gleichberechtigung" zwischen den beiden Völkern allzu verschieden ist. An Stelle der liberalen Min- seito sind wieder die konservativen Seiyu- k a i am Ruder — kurz, das ganze Bild hat sich gewandelt. Zwar hat das japanische Volk inzwischen ein liberales Wahlrecht erhalten, aber die altjapanische Einrichtung des „Rates der alten Staatsmänner" hat sich den aus Europa importierten' parlamentarischen Firlefanzereien weit überlegen erwiesen. Man kann daher auch nicht daran zweifeln, daß Japan nunmehr gewillt ist, seine Interessen in China bis zum äußer st en zu verteidigen, gegen alle Mächte, auch gegen die Vereinigten Staaten. Das verbirgt sich vielleicht hinter ostasiatischer Höflichkeit, ist aber sichtbar, sobald japanische Interessen so offen bedroht werden, wie in der Mandschurei. Japan muß leben. Seine ständig zunehmende Bevölkerung, die aber einen verhängnisvollen Zug zum im Lande bleiben zeigt, zwingt zur Aufrechterhaltung des Außenhandels und damit dazu, daß überseeisch, in China, japanische Kolonien von Kaufleuten und Industriellen unterhalten werden. Das ist den Japanern noch nie so klar gewesen wie in diesen Notjahren. War 1930 bereits das schlechteste Jahr seit Kriegsende — der Handel war gegenüber dem Vorjahr um ein Drittel zurückgegangen — so muß man sich fragen, wie in diesem Jahr die Ergebnisse aussehen werden. Wird der Handel wieder stark zurückgegangen sein? Dann steht Japan am Ende bereits im nächsten Jahr vor einer wirt« schaftlichen Katastrophe ungeheuren Aus- maßes, da ja fast drei Fünftel der Bevölkerung vom Außenhandel direkt und indirekt leben. Daß die japanische Währung nur mit Mühe das Jahr über gehalten werden konnte, ist bekannt. Das vor Jahresschluß erlassene Goldausfuhrverbot Deutet aber an, daß diese Politik beendet ist. Bleibt also die Inflation, die vielleicht den japanischen Außenhandel wieder in Gang bringen und die englische und amerikanische Konkurrenz zu schlagen erlauben wird. Vielleicht hilft das auch der Industrie, die ja in großen Teilen bereits seit 1930 staatlich „gestützt" ist. Aber werden es sich die Engländer und Australier und die Leute aus USA. gefallen lassen, daß Japan ihnen im Pazifik die Märkte fortnimmt? Reißt diese neue Politik nicht neue Wirtschaftswunden auf? Zollkrieg im pazifischen Gebiet ist — Darüber ist man sich wohl allgemein einig — nur Das Vorspiel eines noch größeren Krieges. Die Wolken hängen hier jedenfalls sehr dicht. Wer weiß, was das nächste Jahr hier bringt! Wenn sich die Gewitterwolken so finster in Indien, Japan und China ballen, ist es nicht weiter wunderzunehmen, daß es im Uebergangsgebiet zwischen diesen Ländern auch böse aussieht: Daß in Französisch-9n dochina blutige Aufstände ausbrachen, die allerdings ebenso sehr durch eine Mißernte bedingt waren, wie durch politische Bestrebungen; daß in Birma ähnlich schwere Kämpfe tobten, ja daß es auch in Holländisch- Indien nicht ruhig war, scheint da fast selbstver- stündlich. Das „Asien den Asiaten" hat jedenfalls in dieser Zeit der wirtschaftlichen Krise bedeutend an Boden gewonnen: Die Weltwirtschaftskrise ist eine Krise der Herrschaft der weißen Rasse. Wer das nicht glaubt, braucht nur die Ergebnisse der Wahlen in den holländischen Kolonien ansehen, wo auch die Erlaubnis der Beteiligung Der einheimischen Bevölkerung an den Wahlen dazu führt, daß die Europäer in eine hoffnungslose Minderheit gerieten. Daß dabei Holländisch-Jndien ein Zentrum der bolschewistischen Propaganda geworden ist, verzeichnet der Historiker mit leichtem Schauder, Versteht man es da, wenn alle die Zinn-, Gummi-, Kakao- und Kopraplantagen-Besitzer, nachdem sie schon durch die schlechten Preise der Weltwirtschaftskrise ruiniert worden sind, die Hoffnung verlieren und nach Europa zurückzukehren beginnen? * Daß es unter diesen Umständen in Austra « lien und Neuseeland auch schlecht aussieht, würde also nicht wundernehmen. Daß es aber so schlecht aussieht, wie das der Fall ist — daran haben die Australier selber Schuld. Die wüste sozialistische Mißwirtschaft in den australischen und neuseeländischen Staaten, die zu der Finanzkatastrophe des letzten Jahres geführt hat, ist zweifellos selbst verschuldet, ebenso wie es wohl als sicher gelten kann, daß die wirtschaftliche Krise in diesen von der Natur so reich gesegneten Ländern nicht so schlimm wäre, wenn nicht eine sinnlose marxistische Lohnpolitik so üble Wirkungen gehabt hätte. Was aus Australien im nächsten Jahr werden soll, ist durchaus zweifelhaft. Zwar haben Neuwahlen wohl einen radikalen Wechsel des politischen Systems gebracht, aber wer weiß, ob das nicht z u spät ist. Die Aussichten sind jedenfalls trübe. Denn wer soll australische Wolle und australischen Weizen kaufen? Es sei eben denn, daß man Weizen für Militärbrot, und Wolle für Uniformen an anderen Stellen Der Welt benötigt, ober Die britischen Vorzugszölle Den fünften Kontinent vor Dem Verfall retten ... Alles in allem ein wenig erfreuliches BilD Gewiß, im Raume größten Menschendruckes müssen in Krisenzeiten auch die höchsten Spannungen entstehen. Für Idylle ist Da wenig Platz Aber Daß sich Die Dinge so entwickeln, ist doch eben auch hier Schuld des Versailler Systems, das Europa handlungsunfähig gemacht hat, das sonst wohl helfen könnte. Da das aber nicht der Fall ist, und wohl auch auf eine Reihe von Jahren hinaus nicht Der Fall sein mirD, wissen eben nur die Götter, was im Schoße des Indopazifischen Raumes für das Jahr 1932 beschlossen liegt. Viel Gutes wird es kaum sein — im Gegenteil, man muß befürchten, daß die Dinge hier sich bis zum äußersten verschlechtern! Talen für Donnerstag, 24 Deieniber. Sonnenaufgang 8.30 Uhr, (Sonnenuntergang 16.19 Uhr. — Mondaufgang 15.19 Uhr, Monduntergang 8.39 Uhr. 1524: der portugiesische Seefahrer Vasco da Gama auf der Fahrt nach Kotschin gestorben: — 1837: Kaiserin Elisabeth von Österreich in München geboren. Talen für Freitag, 25 Dezember. 800: Krönung Karls des Großen zum Römischen Kaiser; — 1742: Charlotte von Stein, Goethes Vertraute, in Weimar geboren; — 1837: Cosima Wagner in Como geboren. Wirtschaft Bantnoten. Ms »rld Lombardzlnssuß 8 v. H. e l l i n b e n, 23. Dez. Die Gewerk- „ Braun st ein-Berp- werke vormals Fernle in Weilburg, die in der hiesigen Gemarkung einen Bergwerksbctrieb unterhält, hat für das Winterhilfswerk in dankcnswer- ter Weise den Betrag von 100 Mark zur Verfügung 00 Lütz, fchaft G gestellt. O Hoche 1 heim. 23. Dez. Ein hiesiger Gastwirt hatte einem Handwerksburschen auS Mitleid Obdach gewährt. Der Bursche lohnte diese- Entgegenkommen damit, daß er dem Gastwirt am anderen Tage einen Geldbetrag von etwa 5 0 M k. entwendete und dann schleunigst da- Weite suchte. Durch die polizeilichen Ermittelungen konnten dir Personalien deS DicbcS in einem Bachbarort, in dem er vorher übernachtet hatte, sestgestellt, er selbst jedoch biS jetzt nicht festgenommen werden. Z Hörnsheim, 22. Dez. Dos Fest der goldenen Hochzeit feiern am 2. Deihnachtstag die Eheleute Lebensmittelhändler Friedrich Volk und Katharina geb. Heinz. Der Jubilar ist 75, seine Frau 74 Fahre alt. Kreis Viedenkopf. 1 WaldgirmeS. 22. Dez. AuS Anlast von Arbeitsjubiläen wurden verschiedenen hiesigen Zigarrenarbeiterinnen der ZigarrensaorA Rinn & Eloos besondere Auszeichnungen zuteil. Elisabeth Bürgel erhielt für 40jährige Tätigkeit ein Dargeschenk von 230 Mark, die Arbeiterinnen Ebristine Will, Cutte Becker. Cutft B e ft, Luilc Schneider und Katharine S ch ä - f e r erhielten für 25iäbrigt treue Dienste je 100 Mark alS Weihnachtsgeschenk. TillkreiS. I Eisemroth, 22.Dez. Am vergangenen Sonntag feierten die Eheleute Heinrich Pfeifer und Frau Elisabeth, geb. Bickel auS Hebern* thal, daS 5eft der goldenen Hochzeit. Für das Jubelpaar fand im Gotteshaus eine besondere Feier statt, in der der OrtSgeistliche, Pfarrer Werner, die Ansprache hielt. Zum Schluß deS Gottesdienste- überreichte der Geistliche dem Jubelpaar eine Ehrenurkunde de» Landesbischofs Dr. Kortheuer (Wiesbaden). weiter freundlichen Tendenz am festverzinslichen Markt. Trotz des schwächeren Beuyork scheint bei der Kundschatt eher Kaufneigung zu bestehen. Am Devisenmarkt hörte man Pfund gegen PariS 87. gegen Mailand 67.25, gegen Spanien 40,39, gegen Schweiz 17,50 und gegen Kabel 3.42. frankfurter («ctrcibcböric. (In einem T-il her Auflage wiederholt.) Fran kfurt a.M. 23. Dez. Es wurden notiert: Weizen 225 Mark, Roggen 217,50, Sommergerste für Brauzwccke 175, Hafer (inländischer) 150 bis 157.50, Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0, mit Austausch- wäre) 3.5 bis 36, Sondermahlung 33,25 bi» 34,25, Weizenmehl (niederrheinisches, mit Austauschbare) 35 bis 35,75 Sondermahlung 33 2-5 bis 34, Roggen- mehl 30,50 'bis 31,25, Wcizenkleie 8, Roggenkleie 8,75 Mark. — Tendenz: sehr ruhig. frankfurter 3rt)iad)tüichmarft. F r a n k fu r t a. M, 23. Dez. Austrieb: 93 Rinder, 745 Kälber, 72 Schafe,-588 Schweine (270 Litauer). Es wurden notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 38 bis 42 Mark, mittlere Mast- und Saugkälber 33 bis 37. geringe Kälber 28 bis 32: Schweine: vollfleischige von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht, von etwa 160 bis 200 Pfund 39 bis 42 Mark. — Marktverlauf: Kälber und Schafe schleppend geräumt. Schweine schleppend, Ueberstand. Devisenmarkt Berlin — Jranffurt a. IR. Wichtigkeit sachgemäßer Ausbildung der Kolonnen- Mitglieder hin. Kolonnenführer Bellinger dankte dem Kolonnenarzt für die große Arbeit, die er bei der Durchführung des Unterrichts geleistet habe. Die Kolonne zählt nunmehr 50 aktive Mitglieder und 7 Helferinnen. 11. Mücke, 22. Dez. Gestern abend hielt der Evangelische Iugendbund Merlau-Mücke- Flensungen seine Weihnachtsfeier ab. Der Abend war durch Gedichtoortröge, Lesen der Weihnachtsgeschichte, Gesänge, eine Verlosung usw. aus'gefüllt. sy Rieder-Gemünden, 22. Dez. Hier fand ein Feuerwehrkursus statt, an dem sich 70 Kommandanten und Kommandanten-Stellver- treter beteiligten. Es wurden Dorträge gehalten, die den Kurlusteilnehmern manche wertvolle Anregung brachten. Im Verlauf des Kursus wurde unter der Leitung von Branddirektor Stahl- Wiesbaden von der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr ein Geräteexerzieren durchgeführt. Den Abschluß bildete ein Brandangriff. In einer Schlußansprache gab Branddirektor Stahl seiner Befriedigung über die vorzüglich durchgeführte Hebung Ausdruck. — Fräulein Katharine Diegel feiert zu Weihnachten das Jubiläum ihrer 25jährigen Tätigkeit im Hause der Familie Julius Jak ob. Die Jubilarin erfreut sich allgemeiner Wertschätzung. preutzen. Kreis Wetzlar. ch Krofdorf, 22. Dez. Die Weihnachtsfeier unserer Schule in der Turnhalle war sehr gut besucht. Rektor Echt er nacht schuf durch seine Ansprache weihnachtliche Stimmung, die dann durch Wert und Lied auS Kindermund vertieft wurde. Der erste Teil der Feier war mehr von ernst-rcligiö'em Charakter getragen, der zweite Teil des Abends war dem frisch- fröhlichen Märchenfpiel gewidmet. den Frauenkränze, der Mädchenkranz und die Iugendvereinigung, hielten ebenfalls in den letzten Tagen Advents- bzw. Weihnachtsfeiern ob. Kreis fricdbcrg. • Sambach, 23. Dez. Bei der diesjährigen Kreisverbandsschau für Geflügel, die in Klein-Karben abgehalten wurde, erhielten folgende Züchter des Geflügelzuchtvereins Gambach Auszeichnungen: W. Buß (schwarze Rheinländer) 1,0 gut; A. L otz (3talie- nerschwarz) 1,0 sehr gut, 1. Ehrenpreis, 0,1 sehr gut 2. und 0,1 sehr gut 3.; Fr. Bröder (Italiener rebhuhnfarbig) 1,0 gut und zweimal 0,1 gut; K. Doller III. 0,1 sehr gut, 1.®., zweimal 0,1 gut und zweimal 0,1 sehr gut, 3.®.; O. Bolk (Khaki Campbell) 1,0 gut und 0,1 sehr gut, 1.®.; K. Doller III. (Koburger Lerchen) 1,0 gut, 3., 0,1 sehr gut, 2. und 0,1 sehr gut, 1.®.; 6. Langbein (Goldfasan) 1,2 sehr gut, 1.®. Die Auszeichnungen der hiesigen Züchter sind der Beweis dafür, dast man ernsthaft bemüht ist, gutes Zuchtmaterial heranzubilden. 0 Kirch - Göns, 23. Dez. Auf Anregung des hiesigen Kriegcrvereins fand am Sonntagabend im Saale des Gastwirts Ludwig Müller ein Militärkonzert des Musikkorps des Giestencr Bataillons unter der Stabsührung von Obermusikmeister E. K r a u st e statt. Die Kapelle warte e mit e'.ncr Reihe vo.züglichcr Darbie u gen auf. die von den zahlreichen Zuhörern mit grobem Beifall ausgenommen wurden. Beben verschiedenen klassischen Darbietungen und Borträgen guter Konzertmusik gefiel besonders ein Trom- petensolo. Die beiden Märsche für Fanfarcntrom- peten und Kesselpauken riefen stürmischen Beifall hervor. Bach einigen anderen Märschen beschloß die Kapelle mit dem feierlichen .Ich bete an die Macht der Liebe" und mit dem Deutschlandlied das wohlgelungene Konzert. 3m Anschluß daran hielt der OrtSgeistliche eine kurze Ansprache, in der er eigene Erlebnisse aus der Militärdienstzeit erzählte und auf die wertvollen erzieherischen Einflüsse deS Militärdienstes hinwies. Kreis AlSfeld. ►* Alsfeld, 21. Dez. Der Landwirt fchaftliche Bezirksoerein Alsfeld hielt im „Deutschen Haus" eine Mitgliederversammlung ab, die außerordentlich stark besucht war. Im Mittel- Sunlt der Tagesordnung stand ein Dortrag von beroeterinärrat Dr. Rohkops - Gießen über das Thema „Tuberkulose und ihre Bekämpfung". Der fesselnde Vortrag. der den Besuchern mannigfache Anregungen gab, fand lebhaften Beifall. An- Ichliegend wurde der lehrreiche Film „Die deutsche Rinderzucht" gezeigt, der gleichfalls wertvolle Winke für den Landwirt gab. Kreisdirektor Dr. Stammler- Alsfeld als Vorsitzender des Bezirksoereins dankte dem Vortragenden für die wertvollen Ausführungen. — Der von der hiesigen Freiwilligen S a n i t ä t s k o l o n n e vom Roten Kreuz durchgeführte Lehrgang in erster Hilf«- Iciftung wurde in diesen Tagen durch eine Prüfung abgeschlossen. Der Kolonnenarzt, Medizinalrat Dr. Schad, dankte den Kursusbesuchem für die regelmäßige Beteiligung am Unterricht und wies auf die Oberhessen. Cin städtisches Krankenhaus in Lich. .. Lich, 23. Dez. 3n Gegenwart deS Stadt» Vorstandes, des Wohlfahrtsausschusses, der hiesigen Aerzte und anderer Persönlichkeiten fand gestern nachmittag in einfachem Rahmen durch eine Besichtigung unter Führung von Bürgermeister Geil und der leitenden Schwester die Eröffnung deS städtischen Kranken- Hause- in Lich statt. Das alte Spital, ursprünglich eine Stiftung des Licher Fürstenhauses, war in der Rachkriegszeit durch Kauf in den Besitz der Stadt übergeganaen und größtenteils al- Altersheim in Anspruch genommen worden. 2luf Beschluß deS Stadtvorstandes wurde es in den vergangenen Monaten unter der Bauleitung von Dauinfpektor Martin und der Mitwirkung hiesiger Geschäftsleute zu einem kleinen, aber schönen Krankenhaus umgebaut. DaS Hau- enthält fünf Krankenzimmer mit 12 Betten, ein Operationszimmer mit zugehörigem Des- insektions- und SterilisationSraum und allen nötigen Apparaten, zwei Daderäume, einemobem eingerichtete Küche, mehrere Zimmer für die Schwestern und das Personal. Alle Räume sind in Hellen und freundlichen Farben gehalten und entsprechen den Anforderungen modernerHygiene. eine neu eingebaute Warmwasserheizung sorgt für gleichmäßige Wärme, die Betten wurden zum Teil neu beschafft, für die nötigsten elektrischen Apparate, wie Heizsonne, 3nhalator usw. ist ebenfalls gesorgt, Telephonanschluß (Br. 368) ist vorhanden. Die Derwaltung deSKrankenhauses liegt in den Händen der Stadtverwaltung dzw. der leitenden Schwester aus dem DiakonissenhauS Slisabethenstift in Darmstadt. Eine zweite Schwester bzw. HilsSschwester soll bei Bedarf angefordert werden. Als Aerzte sind Dr. Roth und Dr. K l auß von hier tätig. Die Zuführung von Patienten kann durch die Licher Sanität S k o l o n n e erfolgen, die aus Mitteln einer HauSsammlung ein Sanitätsauto angeschafft hat, das praktisch eingerichtet ist und in den nächsten Tagen in Dienst gestellt wird. KommunalpolilikerTagunginSchotien § Schotten, 21. Dez. Jrn hiesiaen Rathaus- saale hielt der Kreisverband Schotten des Hessischen Landgemeindetages unter Leitung des Kreisoerbandsvorsitzenden, Bürgermeister M e n g e l - Schotten, eine Tagung ab. Dom Kreisamt Schotten nahmen Kreisdirektor Dr. Jann und Regierungsrat Schwan teil. Dom Arbeitsamt Gießen waren Dr. Kohl und Abteilungsleiter G e i ß l e r - Gießen erschienen. Dr. Kohl erstattete zunächst ein ausführliches Referat über die neuesten Bestimmungen der Arbeitslosen-, Kri senil nd Wohlfahrtsunter st ützungen. Die Prüfung der Bedürftigkeitssrage, Anrechnung von Nebenverdienst, Notstandsarbeitcn wurden erläutert, dabei ging der Redner näher auf die Frage des freiwilligen Arbeitsdienstes ein. Aus der Versammlung heraus wurde eine Reihe praktischer Fälle besprochen. Das gute Einvernehmen zwischen dem Arbeitsamt Gießen und den Bürgermeistereien des Kreises wurde betont und dem Reserenten des Arbeitsamtes der Dank der Versammlung ausgespro- chcn. Die Versammlung befaßte sich dann mit einer Reihe von Steuerfragen (Bierstcuer, Bürger- steuer, Gewerbesteuer, Wertzuwachssteuer). Dabei kam die stets sich steigernde schwierige sinanzielle Lage der Gemeinden zur Erörterung. Es wurde betont, daß auf Herabsetzung der Strompreise für die Straßenbeleuchtung hinqewirkt werden müsse. Die vom Staat erhobenen Forst- verwalt ungsko st en wurden bei den niedri- gen Holzpreisen als zu hoch empfunden. Auch hier sollte eine Herabsetzung angestrebt werden. Die Frage der Jagdverpachtungsverträge wurde besprochen, ebenso die Kündigung der Tarifverträge. Die Versorgung der Bevölkerung mit verbilligtem Fleisch, Kohlen usw. wurde außerdem noch behandelt. Landkreis Giesrcn. * Alten-Buseck, 23. Dez. Unser Frauen- Missionsverein hielt zusammen mit dem neu gegründeten Mädchenbund seine Weihnachtsfeier im Saale unserer Kleinkindcrschule ab. Ein reichhaltiges Programm mit gemeinsam ge- sungenen Advents, und Weihnachtslicdcrn, Gedicht- vorträgen der Jungfrauen, zweistimmigem Chor und Ansprache füllte den Abend aus. Man verspürte die Weihnachtsliebe, die während der Feier in Wort und Lied zum Ausdruck kam. Daß diese Liebe in Herz und Haus und Gemeinde zu einer Macht werbe, die Toten vollbringt, das war der Inhalt der zu Herzen gehenden Worte des Ortspfarrers. Zum Schluß brachte der Weihnachtsmann allen Anwesenden eine kleine Gabe. • Daubringen, 23. Dez. Am vergangenen Sonntag fand hier eine Gruppensitzungder Gesangvereine der 2. Gruppe im 2. Bezirk des Rhein-Main-Gaues des Arbeiter-Sängerbundes unter Leitung des Gruppenvorsitzenden Karl Schultheiß statt. Zunächst wurden die Beschlüsse der erweiterten Bezirksvorstandssigung besprochen. Die Delegierten waren der Ansicht, daß das Wertungssingen im Bezirk, das für 1932 vorgesehen sei, unbedingt abzuhalten sei. Der Bezirksvo^sitzende wurde beauftragt, vor der Frühjahrskonferenz eine Prüfung der evtl, in Betracht kommenden Lokale aus dem Londe vorzunehmen, da dos Wertungs- fingen möglichst auf dem Lande abgehalten werden soll. Der Antrag der „Sängerlust" Daubringen, den Bezirks, und Bundesbeitrag um ein Drittel zu ermäßigen, wurde gutgehcihen. Welter wurde darüber geklagt, daß die Forderungen der Dirigenten für die Gesangsstunden zu hoch seien. Man trat allgemein der Ansicht bet, daß der Betrag von 8 Mark als Vergütung für eine Gesangsstunde hoch genug sei. Zum Schluß der Tagung wurden noch verschiedene interne Angelegenheiten besprochen. )( Großen-Linden, 24. Dez. Joh. Belten und Ehefrau Moria geb. Rinn feiern am 26. Dezember goldene Hochzeit. )( Lich, 23 Dez. Unsere Kinderschule mit über 100 Kindern, geführt von Schwester Lina und ihren Helferinnen, hielt am Sonntaanachmittag in der Stiftskirche ihre Weihnachtsfeier ab. Die Kinder fangen Weihnachtslieder, trugen kleine Weih- nachtsgedictzte vor und erfreuten durch ihre Antwor- ten auf die Fragen der Schwester. Sttstsdechant Kahn hielt eine Ansprache und dankte ollen, die Gaben für die Kinder gestiftet hatten. Eine Be- fcherung bildete den Abschluß der Feier. — Die beb Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Freitag, den 25. Dezember. 1. Weihnachtstag. StaöUirdx- 9.30 Uhr Pfr. Becker: 17: Pfr. Mohr. — Zohanneskiräie. 9.30: Pfr. Ausfeld; Beichte und hl. Abendmahl für Lukas- und Johannesgemeinde; 17: Pfarrassistent Knell. — Kapelle des Alten Fried- Hof». 6.30: Christmette; Psr. Ausfeld; 9.30: Pfr. Lenz. — Elisabcth-Kleinkinderschule. 9.45: Pfr. k-ic. Waas; 17: Weihnachtsfeier für die Kinderkirche der Petrusgemcinde; Pfr. Lic. Waas. — Klein-Linden. 10: Hauptgottesdienff, 13 30: Mittagsgottesdienst. — wicscck. 945 (Frauenchor); 11: Kinderkirche. 17.30: Liturgische Christoesper (Schülerck^r und Chorschule); Kollekte für die Heidenmission. — Alten-Buseck. 10 und 16-30. — Kirchberg. 10: Kirchberg; 11: hl. Abendmahl für die jungen Manner und Frauen von Staufenberg; 16: Kirchberg; liturgischer Weihnachts- gottesdienst; Kollette. — Hansen-Garbenleich. 10: Hausen; Mitwirkung des Frauenchors; 13: Garden- teich. — IDatjenborn-Stclnbcrg. 13.30 HouptgoUcs- dienst (Kirchenchor, Kollekte); 16.30: Weihnachtsfeier der Kinderkirche. — Grünlngen. 9.30: Hauptgotte», dienst; anschließend Beichte und Feier des hl. Abendmahls; Kollekte; 19: Liturgische Weihnachtsfeier (Schülerchor, Kollekte). — Lich 10: Stiftsdechant Kahn (Chorschule, Kirchenchor, Posaunenchor): 14: Stiftspfarrer Draudt (Posaunenchor); 17: Weihnachtsfeier der Kinderkirche; Stiftsdechant Kahn. Samstag, den 26. Dezember. 2. Weihnachtsfeiertag. Stadttirche. 9.30 Uhr: Pfr. Mohr; Beichte und t)L Abendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde; 17: Liturgischer Gottesdienst: Psr. Becker. — 3o- hanneskirche. 9.30: Psr. Vechtolsheimer; 17: Psr. Ausfeld. — Kapelle de» Allen Friedhof». 9-’n: Psr. Lenz. — Elisabeth Kleinkinderschule. 9 45: Pfr l-tc. Waas. — Klein-Linden. 10: Houptgottesdienst — wicfeck. 10 (Schulerchor und Chorschule); Kollekte für den Kleinkinderschulfonds — Alten Buseck. 10; 13: Trohe. — Kirchberg. 10: Kirchberg; Kollekte; 16: Weihnachts-Kindergottesdienst. — Haufen Garbe», leich. 10: Garbenteich. 13: Hausen — Watzenborn. Steinberg. 13.15: Hauvtgottesdienst — (Drünlng«-». 10: Hauptgottesdienst (Gesangverein) — Lich. 9 45: Beichte; 10: Stiftdechant Sahn (Chorschule, Kirchenchor); hl. Abendmahl: 14: Stiftspfarrer Draudt. Sonntag nach Weihnachten, den 27 Dezember Stadtkirche. 9.30'Uhr: Pfarrolsistent Knell 17: Pfr. Becker. — 3ohanne»klrche. 9.30: Pfr. Ausfeld 11: Kinderkirche für die Johannesoemeinde: 17: Pfr. Bechtolsbe'mer. — kovelle be» Alten Friedhofs. 9 30: Pfr. k.ic. Waas — LIIsabeth-Klelnkinderfchule. 9 <5: Pfr. Lenz. — Gemeind faal der Lukasaemelnde tßie- biostraße 56 H ). 14 Iaubftummengottc»blenft: Pfr. BeckLolsheimer — Kleln-Linden. 13.30: Aauptpotff». dienst. — w'.eseck. 10. — A'ten-Buleck 10. — b-rg. 10: Kirchberg. — kaulen-Garbenteich. "’fr. Staubach ^Watzenborn): 10: Hausen; 13: Garh n- leid) — IDahcnborn-St-inbera. 1315: H"'iptgot'-- dienst — Grünilm en. 10: Hauptgottesdienst. — Lich, 10: Stiftsdechant Kahn. katholische Gemeinden. Donnerstag, den 24. Dezember. Gießen. 16 30 und 19 Uhr: Beichte. Donnerstag, nachmitloas und abends werden fremde Priester Beichte hören. — Lich 17 bis 19 Beichte. Freitag den 25. Dezember. Weihnachtsfest. Gießen. 5 Uhr: Christmette: 6: Beichte; 6 und 7: Meße; 8: Kommunion. 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 16.30: Beichte, 17.30: Vesper mit Segen; 10 Beichte. — Echzell 11: Hochamt mit Pre- Not. — Grünberg. 9 45: Hochamt mit Predigt. — fiunoen. 8: fnrPnamt und Predigt. — Lov'ach. 6: (Thriftm-tte; Messe; Beichte: 9: Hochamt mit Predigt; 14- F^standacht. — L'ch 6: Christrn-lte; 10 Hochamt mit Predigt; 14: Festondocht: Buchte. — JUbba. 5; Chriftmette: 8 30: Hochamt mit Predigt. Samstaa den 26. De»ember. 6t Stephanus. Gießen 6 30 Uhr: B-ich'e; 7 Messe; 8: Stommu- nion; 9: Hochamt: 11: Messe: 16 30: Beichte: 17.30: Andocht: 19: Beichte. — Hunnen. 9.30: Hochamt mit Drediat. — Caubadi. 0 Hochamt mit Prediot; 14: Andacht. — Ci*. 7.30: Hochamt mit P"dlat: 20: Bortrag und Andacht — Lollar. 8 45: Messe mtt Prediot. — Pibbn. x 30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10 "0; Hochamt mit Predigt Sonntag 27 De,--mb^r. Sonntag noch Weihnachten. flirren. 6 30 l’hr: Buchte; 7 Messe. Kommunion her Frauen 8- Kommunion: 9: Hochamt mit Pre- hint; 11 TMfe mit P^d-ot. 17 30 «"dach'. — 11- Hochamt mtt Predigt — G'ünber". 9 45: Messe mit Predigt — turnen. 8- H"ch-mt mit P'e- h|rf. _ fonba*. 10- Ho^omt mtt Prediot; 14 An- bothf — L'ch. 10: Hnchomt mit P'-'-dlot; 20 ^ort-oß und Andacht. — Nidda. 8 30: Hochamt mit Predigt. Israelitische Gemeinden. Israelitisch« Bellglon»gemelnbe. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 26. Dezember. Vorabend 4.30 Uhr ; morgens 9; abend» 4 35 und 5.15 Uhr. .. Israelit.sche Religion»gesellschast. Sabbatfelcr den 26 Dez. Freitag abend 4 05 Uhr: Samstag vormittag 8.30; nachmittags 4 40; cabbotausgang 5 20. — Wochengottesdienst: morgens 7.10; abends 4 Uhr. Sonnton-dienst v.Aerzte u. ttvotbe'en am25.1 '^<1 I)r. D. Klein. Dr. Meverboff. Peltkanavotbeke. Zahnarzt: Dr. Raubach. “"D Am 26. Dezember 12. DclbnochtStagl: Dr. S. Klein. Dr. ?chöffer. Hirfchavotbeke. Zahnarzt: Dr. Jäger. Am Sonnten- dem 27. Dezember: Fr.Dr.Marr. Dr.Reumann-?oenoel. Cngelavotv. Zahnarzt: Dr. Kockerb eck. • Interessengemeinschaft Preußische ElektrizitätS-AG.. Berltn- Sächsische Werke, Dresden. Die Preußische Clcklriziläte-AG.. Berlin, und die AG. Sächsische Merke, Dresden, haben einen Inter- essengemeinschattSvertrag abgeschlossen. Der Der- trag bezweckt die Vertiefung der Gemeinschaftsarbeit zwischen den Unternehmungen, insbesondere bei der weiteren elcktrowirtschaftlichen Betätigung in Mitteldeutschland. Beide Unternehmungen stellen den Thp von Landesuntemeh- mungen dar, die die Versorgung großer Gebietsteile durch Großkraftwerke und Hochspannungs- fernlei hingen entwickelt hoben. Beide Gesellschaften haben die Rotwendigkeit erkannt, eine enge Gemeinschaftsarbeit mit den kommunalen Körperschaften ihres Derforgungsgebietes herzu- stellen und die Kommunen an ihrem Aktienkapital zu beteiligen. 'FusionScheideanstalt-Derelnfur chemische Industrie - AG. vollzogen. Wie die Deutsche Gold- und Si'berscheideanftalt- AG. vorm. Rochier in Frankfurt a. M. bekanntgibt, ist die Fusion mit dem Verein für chemische 2ndustrie-AG., Frankfurt a. M. nunmehr vollzogen. Sranffurf freundlich. Frankfurt a. M., 23. Dez. Der letzte telephonische Freiverkehr vor der Unterbrechung durch die Weihnachtsseiertage wurde durch starke Zurückhaltung in den Dankbureaus charakterisiert. Die Stimmung war weiterhin recht freundlich. wenn auch die Rachrichten aus der Politik und Wirtschaft weniger günstig lauteten. Die Spekulation nahm weiter kleine Deckungen und vereinzelt auch Meinungskäufe vor, wodurch das bereits gestern abend erneut erhöhte Kursniveau im großen und ganzen gut behauptet blieb. Einige Spezialwerte, wie Rclchsbank, 2G.»Farben und Siemens verzeichneten Besserungen bis zu 1 Proz. Montan- und Bankwerte lagen geschäftslos. 3m ganzen war das Geschäft sehr klein, da keiner vor den Feiertagen etwas unternehmen möchte. Der Rentenmarkt zeigte heute eher etwas schwächere Stimmung, doch blieb die Mehrzahl der Papiere z emlich gehalten. Vereinzelte gprozentige Goldpfandbriese und Liquidationswerte ließen um 0,5 bis 1 Prozent nach. Kommunale Werte ohne Geschäft. Von 3nbuftrieobltgationen waren Krupp auf etwas ermäßigter Basis gesuchter. Farben- Bonds und Reichsbahn-Vorzugsaktien notierten etwa 1 Prozent fester. Größeres 3nteresse erhielt sich für Altbesitz und Reichsschuldbuchsorderungen bei Erhöhungen bis zu 0,5 Prozent. Die Umsätze waren auch am Rentenrnarlt ziemlich klein. Berliner Irühbörse. Berlin, 24.Dez. (WTB. Funkspruch.) Der letzte Frühverkehr vor der Weihnachtsunterbrechung hatte noch kchnc ausgesprochene Tendenz. DaS Hauptgesprächsthema war natürlich das heute veröffentlichte Gutachten aus Basel, über das die Ansichten jedoch geteilt waren. Man rechnet mit behaupteten Aktienkursen und xiner SeQIn, 23.Dezember_______ Lmenlomiche No le»...... Beigliche Nolea...... . . Tonische Nolen......... Lnglilche Nol.-n ....... ,,ranzoiüche Note»........ Hollänviiche Note«...... . Italieniiche Noten........ Norwegische Noten ....... Teuisch-cesterrelch, • 100 Echwtu» Rumänische Noten........ Schwedische Noten........ Schweizer Noten......... Spanische Note«. ........ Ungarische Rote» ..... Reichsbankdiskoni 7 o. H., 22 vezemb r 23. Dezember «mtlichr Roiiernna tlmflidif Jlpiitnina Jlrir »eld Helsingsoe» . 5.844 5.856 5.874 5.886 Lien . 49.95 50.05 49.95 50,05 Prag . . 12.47 12,49 12.47 12,49 Buvapekt . . 64.93 65.07 64.93 65.07 Sofia . . 3.057 3.063 3.057 3.063 Holland . . 169.43 169.77 169.33 169.67 Colo . . . . 77.67 77.83 78.42 78.58 Kopenhagen. 78.67 78.83 79.42 79.58 Stockdolw 79.22 79.38 79.92 80.08 London 14.23 14.27 14.38 14.42 Bueno« Lire« 1,073 1.077 1.073 1,077 Neuvort 4,209 4,217 4.209 4.217 Brüssel. . 58.62 58,74 58.60 58,72 Italien. . . 21.41 21,45 21.41 21,45 Pari» . . . 16.54 16.58 16.54 16.58 Schweiz . . 82.12 82 28 82,12 82.28 Spanien . . 35.71 35.79 35,76 35,84 Danzig . . 82.22 82.38 82.22 82.38 3apan . . 1 59: 1,602 1.593 1,602 Rw Df 3an.. 0.249 0.251 0.249 0,251 Ttugoslawte». 7.363 7.407 7.393 7.407 diliabo» . . 12.94 12.96 13,14 13,16 4,20 4,22 58,44 58.68 79.24 79.56 14.34 14,40 16.50 16,56 168.96 169,64 21.34 21,42 78.24 78,56 2.48 ' 2,50 79.74 80,06 81.94 82.26 35.63 35.77 — — ^Sodbrennen MagenbeschwerdeneSllllrKelK'. SJtxfpoit Allendorf I 2:1. Sn der Bezirksklasse (1. Bezirk) svielten Rodheim Kinzenbach 3:2 (2:0), Rundfunkprogramm Als Verlobte grüßen Verlobte Wohnbach Weihnachten 1931 89J3D 8871 n Ihre Verlobung geben bekannt Lumda Londorf Weihnachten 1931 88'4 D 07501 Statt Karlen! vorm. Gg. Spies 8088 D Artur Puhl / Greta Puhl, geb. Äechthold Kinzenbach, den 24. Dezember 1931 07554 Für die anläßlich unserer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten und Geschenke banken wir recht herzlich Ga.benheim l — Waldgirmes! 4:2; (2. Bezirk) Allertshausen I — Lollar II 5:2 (1:2); (3. Bezirk) Albach l — Beuern! 1:1 (0.1) und Hausen! gegen Burkhardsfelden! 2:4 (1:2). Gertrud Zimmer Ernst Mori Marie Trechsler Heinrich Scheuermann Berglr os Kraftfutterwerk «am. OOi*eiaort-M»1en Die Ergebnisse des Sonntags: Sn der Gauklasse endete das Spiel Ahbach I gegen Äerta Äoeger Reinhard Keller Verlobte Arn zweiten Feiertag tritt eine kombinierte Mannschaft gegen die 1. Mannschaft von Bieber in Bieber bei Rodheim an und hat dabei eine Mannschaft vor sich, die auf eigenem Platze nicht unterschätzt werden darf. Trotzdem sollte man die Blauweihen als Sieger zurückerwarten dürfen, da ja unter drei Mannschaften die Auswahl der Spieler getroffen werden kann. Die Liga tritt erst am dritten Feiertag auf den Plan. Der Gegner ist die Liga-Mannschaft des Sportvereins Wetzlar. Der Kampf, ein Pokalspiel, ist entscheidend für die Vertretung des Gaues G.eßen-Wehlar gegen die Gruppensieger von Fulda oder gar von Südhannover (Bezirkspokalmeisterschaft). Bisher haben sich beide Mannschaften harte, oft allzuharte Kämpfe geliefert, die stets mit knappen Ergebnissen endeten. Die 1900er werden — das wurde ihnen schon vor einiger Zeit, anläßlich der Anwesenheit der Wetzlarer in Gießen, prophezeit — in Wetzlar einen schweren Stand haben und den Sieg nicht im Handgalopp erringen, wie sie andererseits eine eventuell mögliche Riederlage nicht bedingungslos hinnehmen werden wollen. Die 1900er haben in ihrem letzten Spiel gegen Breidenbach nicht besonderes gezeigt und es wird um so mehr aller Energie bedürfen, wenn dieser bevorstehende Prestigekampf nicht mit einer sicheren Riederlage enden soll. Die 2. und die 4. Mannschaft treten am dritten Feiertag gegen die 1. bzw. gegen die 2. Mannschaft von Muschenheim an und sollten gegen den Berbandsneuling, der über eine ausgesprochene Wettkampferfahrung noch nicht verfügt, siegreich bleiben. Erna Fritz Otto Vöttcher, Lehrer an Landwirnchaft oder Geschäft mit 6000 bis 8000 Mark wünscht ält. kinderl. Witwer. Heirat n. ausgeschlossen. Tchriktl. Ang. unt. 07561 a. d. G-. A. RM.45OO zwecks Bankablös., als 1. Hnvotbel, auf Geschäftsgrundstück, Wert 23000 #Jt, gesucht. Lchriftl. Ang. unt. 07529 a. d. G. A. Weihnachtsfußball -er Gießener Mannschaften. Die Fußballmannschaften der beiden hiesigen Vereine werden die Weihnachtsfeiertage dazu benützen, einige Spiele auszutragen, teils auf eigenem Platze, teils auf fremden Plätzen, und haben sich Gegner verpflichtet, gegen die sich spannende Wettkämpfe ergeben dürften. Den Reigen der Spiele eröffnet der DfB. Gießen. auf dem Waldsportplah mit einem Spiel gegen die 1. Mannschaft des FD. W a l l a u. Die Wallauer sind die Tabellenführer der 1. Dezirksklasse, eine vielfach siegreiche Mannschaft, die auch für die BfBer einen Gegner darstellt, der nicht auf die leichte Schulter genommen werden darf. Die Gäste stellen eine zähe durchschlagskräftige Elf, die den Gegner schon körperlich aus eine harte Probe stellen wird und außerdem mit unverbildetem Eifer bei der Sache ist. DfD. und auch die Spielvereinigungsleute muhten gegen diesen Gegner schon Rie- derlagen hinnehmen. Da sich die BfBer zur Zeit nicht in bester Form befinden, wird man den Ausgang des Spieles offen lassen müssen. Die 1. Jugend weilt am ersten Weihnachtsfeiertag in WetzlarMiedergirmes und tritt dort gegen die 1. Jugend des Plahvereins an. Die 2. Jugend ist Gast bei DfD. Kurhessen Marburg und hat in der dortigen 2. Mannschaft einen gleichstarken Gegner vor sich. Verloren! 50-Markschein nn Mauflmus Tewel, Marktvl., Dienstag, 4.30 Uhr. Wieder- bring. 10 Jt Belohnung. 07559 Weber,LickerTtr.7 Langd (Kr. Gießen) Merlenfrih (Kr. Tübingen) Weihnachten 1931 Lauterbach Weihnachten 1931 Das zweite Spiel der Liga des DfD. findet am dritten Feiertag statt. Der erwartete Gast ist die 1.Mannschaft des Sportv.06 Alsfeld. Die Alsfelder sind in letzter Zeit nur selten in Gießen aufgetreten. Die bisherigen Spiele und deren Ergebnisse bedeuten aber eine Mahnung zur Vorsicht, denn die Alsselder sind als Spitzenreiter der 1. Dezirksklasse im Gau Fulda nicht weniger hoch einzuschätzen, als die Mannschaft, die am ersten Feiertag auf dem Waldsportplatz zu G |M 3 V Automobilbau w ■ II» U ■ Jugendspiele. Eine kombinierte Jugendmannschaft fährt am ersten Feiertag nach Büblingshausen bei Wetzlar und mißt ihre Kräfte mit der dortigen Jugend. Der Ausgang des Spieles ist offen. Die 3. Jugend erledigt am zweiten Feiertag in Garbenteich ein Rückspiel. Der Gastgeber wird bemüht sein, die im Vorspiel erlittene Niederlage wettzumachen. Die 1. Jugend empfängt am dritten Feiertag auf eigenem Platze die gleiche Mannschaft der Kurhefsen aus Marburg. Der Gast verfügt über gute Einzelspieler, die System und Durchschlagskraft in ihrem Spiel haben. Die 2. Jugend fährt zu einem Freundschaftsspiel nach Flensungen und trifft dort auf eine körperlich sehr starke Elf. Die bessere Spielerfahrung, Eifer und Siegeswillen der 1900er sollten den Ausschlag geben. Sportverein 1928 Garbenteich. Am ersten Feiertag empfängt die 1. Sugend des Sportvereins Garbenteich die 1. Sugend-. des Sportvereins Wehlar in einem Gesellschaftsspiel. Die Gäste stellen eine sehr spielstarke Mannschaft ins Feld. Der Ausgang des Spieles ist offen. Am zweiten Feiertag ist die 3- Sugend der Spielvereinigung 1900 in Garbenteich zu Gast. Es dürfte sich ein interessantes Spiel ergeben. Am dritten Feiertag empfängt die 1. Mannschaft einen beachtlichen Gegner. Die 1. Mannschaft der Spielvereinigung Leihge^ern tritt in Garbenteich zum Verbandsrücksp.el an. Wenn die Einheimischen nicht eine bessere Lei.lung zeigen als bisher, dann wird den Gästen der Sieg kaum zu nehmen fein. Garbenteich tritt mit zwei Mann Ersah an. Handball im Gau Hessen (O.T ) Am zweiten Feiertag erwartet Heuchelheims 1. Mannschaft die 1. Mannschaft des Tv. Münchholzhausen. Die Gäste sind aus den vorletzten Berbandsspielen hier noch als sehr spielstark bekannt und dürften auch diesmal Heuchelheim vor eine nicht leicht zu nehmende Aufgabe stellen. Vorher stehen sich die 2. Mannschaften der beiden Vereine im Gesellschaftsspiel gegenüber. Handball im Lahn-Oünsberg-Gau Die Spiele der Feiertage. An den kommenden Weihnachtsfeiertagen finden nur in den einzelnen drei Bezirken rückständige Verbandsspiele statt. Sm 1. Bezirk hat Kinzenbach die Mannschaft von Waldgirmes zu Gast. Sm 2- Bezirk findet in Lollar ein Lokaltreffen der 1. und 2. Mannschaft des dortigen Turnvereins statt. Sm 3. Bezirk werden am zweiten Feiertag zwei Spiele ausgetragen, und zwar stehen sich Hausen 1 und Hausen II, sowie Albach I und Albach II gegenüber. Ferner finden unter den einzelnen Vereinen des Gaues verschiedene Gesellschaftsspiele statt. Sonntag, 27. Dezember. 7.00 Llhr: Bon Hamburg: Hafenkonzert. 8.15 bis 9.15: Morgenfeier, veranstaltet von der Bischöflichen Methodisten-Kirche (Ebenezer-Ge- meinde), Frankfurt a. M. 10.30: Stunde des Chorgesangs. 11.30: Bon Leipzig: Reichssendung. Kantate zum Sonntag nach Weihnachten. 12.00: Konzert. 14.00: Stunde des Landes. 15 00: Stunde der Sugend: Fips und Stips auf der Weltreise. Weihnachtsrevue für Kinder. 16.00: Don Wiesbaden: Konzert des Städt. Kurorchesters. 17.50: Die Historia von der Geburt unseres Herrn Sesu Christi. Ein Krippenspiel. Bearbeitet von Georg Michael Waldeck. 19.00: Don Berlin: Dr. Sven Hedin spricht. 19.30: Marschmusik. 20.30: Feurio. Ein Lustspiel von Bernhard Blume. 21.50: Parodien am Flügel. 22.40 bis 24.00: Tanzmusik. Montag, 26. Dezember. 7.20: Frühkonzert. 12.05: Don Hamburg: Unterhaltungskonzert. 13.00: Don Köln: Konzert. 17.05: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.40: »Soziale Momente in der Charakterbildung", Dortrag von Alice Rühl-Gerstel. 19.05: Englischer Sprachunterricht. 19.35: „Musikalische Grundbegriffe - Shr Wesen und ihre Dedeutung", Vortrag von Hans Rosbaud. 20.05: Sonder- Symphonie-Konzert des Frankfurter Orchester- Vereins. 21.45: Kurze Prosa, von Robert Musil. 22.35 bis 23.00: Soziale Begegnungen. Kellner und Gast. Dienstag, 29. Dezember. 7.20: Don Hamburg: Frühkonzert. 12.05: Schallplattenkonzert. 13.00: Don Köln: Konzert. 15.20 bis 15.50: Hausfrauen-Rachmittag. 17.05: Unter- Haltungskonzert erwerbsloser Terufsmusik. 19.05: „Soziale Frage und Wirtschaftskrise in Australien", Vortrag von Kurt Offenburg. 18.40: „Wer Hal Anspruch auf die Dewilligung des Armenrechts im Prozeß?" Vortrag von Landgerichtsdirektor Leibfried. 19.45: Unterhaltungskonzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 20.30: Sm Fluge um die Welt. „Kaffeesack und Zucker- Hut" (Drasilien). 21.15: Collegium musicum. 22.40 bis 23.30: Tanzmusik. Mittwoch. 30. Dezember. 7.20: Frühkonzert. 10.20 bis 10.50: Schulfunk. 12.05: Schallplattenkonzert. 13.00: Von Köln: Konzert. 15.15 bis 16.00: Stunde der Sugend. 17.05: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.40: Fragmente aus dem Duch „Das Men- schengesicht" von Max Picard. 19.05: „Otto Willmanns Dedeutung für die Pädagogik der Gegenwart", Vortrag von Dr. Kurfeh. 19.45: Unterhaltungskonzert. 21.15: „Hilf dir selbst." Hörspiel von Auditor. 22.50: Rachrichten aus Kunst und Wissenschaft. Donnerstag, 31. Dezember. 7.20 Uhr: Frühlonzert. 12.05: Schallplattenkonzert. 13.05: Von Köln: Konzert. 15.30: Stunde der Sugend. 17.05: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.40: „Aus dem Skizzenbuch." Von Paul Laven. 19.05: „Der Himmel im Monat Sanuar und Februar 1932". Eine astronomische Plauderei bei Deginn des neuen Sahrcs von Professor Edmund Sittig. 19.45: Dall- gespräche. Szenen von Hermynia Zur Mühlen. 20.45: „Kaleidoskop 1931.“ Don Paul Laven. 23.30: Dunter Abend. Freitag, 1. Januar. 8.15 bis 9.15: Morgenfeier, veranstaltet von der Evangelischen Landeskirche Frankfurt a. M. 11.30: Von Leipzig: Reichssendung. Kantate zu Reujahr. 12.00 bis 14.00: Konzert. 15.00: Stur' ; der Sugend. 16.00: Wiesbaden: Konzert ues Städt. Kurorchesters. 18.00: Eine Viertelstunde Lyrik. Theodor Kramer. 18.20: Die Dämmerstunde. 18.50: „Dichter, Weltreifender, Sportsmann", Gespräch zwischen Kasimir Edschmid und Paul Laven. 19.30: Stunde der Kammermusik. 20.00. Deutsche Humoristen. Wilhelm Dufch. 20.30: Reujahrskonzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 22.50 bis 24.00: Tanzmusik. Samstag, 2. Januar. 7.20: Frühkonzert. 12.05: Schallplattenkonzert. 13.05: Von Köln: Konzert. 13.50: Werbevortrag: „Die große Spar-Gelegenheit im diesjährigen Snventurausverkauf. Eine Detrachtung über die Preisgestaltung im Zeichen der wirtschaftlichen Rot." 15.15: Stunde der Sugend. 17.05: Bon Pforzheim: Konzert des Symphonie-Thea- ter-Orchesters. 18.35: Stunde der Arbeit: „Aus einer Spruchausschuh-Sihung eines Arbeitsamtes", Hörbericht von Sturnus. 19.05: Spanischer Sprachunterricht. 19.45: Von Mannheim: Sazz- Smprovisationen. 20.15: Von Freiburg: Der Zi- geunerbaron. Komische Oper in drei Akten. 22.50 bis 24.00: Tanzmusik. Stuhlverstop.ung. Rach den an den Kliniken für innere Krankheiten gesammelten Erfahrungen ist das natürliche „Franz-Josef"-Ditterwasser ein äußerst wohltuendesAbfü Ermittel. Sn Ap.u. St og.erh. Moderne Trauringe glatt, matt, gehämmert u. ziseliert, 585 und 750 gestempelt Karl Beck, Seltersweg 69 schauern, vor den Eltern, zu zeigen, was man int Lause des SahreS gelernt und erreicht hat. Ein schöner Vorspruch leitete die Feier ein. Sm Anschluß daran zeigten die Schülerinnen Freiübungen, Volkstanz, Darrenturnen, sehr schöne Schritt- und Freiübungen und eine Tanzvorsührung, die großen Deisall fand. Die Schüler waren auch nicht müßig und zeigten in Dodcnübungen, Pferd- sprängen, in Freiübungen, in Seit- und Längs- pferdturnen sowie im Darrenturnen und in Gruppenstellungen Geschicklichkeit und Mut. Die Vorführungen wurden von den Zuschauem mit großer Aufmerksamkeit verfolgt, manche Einzelleistung fand besondere Anerkennung, während den Vorführungen in ihrer Gesamtheit lebhafter Deifall zuteil wurde. Die Vorführungen nahmen unter der Oberleitung des Schälertumwarts Erb und seiner Vorturner und Vortumerinnen einen reibungslosen Verlauf. Sm Anschluß an die turnerischen Vorführungen wurde noch ein Weihnachtsmärchen aufgeführt, das die großen und kleinen Zuschauer ganz in Anspruch nahm und auf das beste unterhielt. Die jugendlichen Darsteller waren mit großem Eifer bei der Sache und verhalfen so der Aufführung zu einem schönen Erfolg. Der Abend in seiner Gesamtheit war ein Deweis dafür, daß man sich im Turnverein 1846 die körperliche Ertüchtigung der Sugend schr angelegen sein läßt und verantwortungsbewußte Arbeit leistet. Die Veranstaltung war für den Verein nicht nur ein augenblicklicher, sondern sicherlich auch ein Werbeersolg. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 U.ir. 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen Auto für Ueberlandfahrten Kilometer 12 Pf.. Bestellung svätest. nm Vortage. Haas, Siirdicnvlni? 9 (Laden), ober Lony- straße 2.07512 I.eaösnööflro (Rechts-, Steuer» u. Geldsachen) sucht Teilhaber bzw. Mitarbeiter. schriftl. Ang. unt. 07569 a. d. G. A. Äuddesiraße 2 Statt Karten ! Asterweg 29 Riegelpfad 88 (Trednersiraße 33 Gießen (Seltersweg 51), den 24. Dezember 1931 Wilhelmstr. 1 Gießen, Weihnachten 1931 Gießen, Weihnachten 1931 Gießen, Weihnachten 1931 Weihnachten 1931 Weihnachten 1931 Roonstraße 26 Neuen Baue 7 07560 07534 07544 S‘att Karten! Mühlstraße 6 Weihnachten 1931 Bleichstraße 12 Darmstadt Gießen 8873 D 07524 07553 07'99 07521 Wieseck Allcestraße 16 Gießen Roonstraße 25 Hildegard Kuhl Otto Keller Verlobte Paula Feuerstein Karl Sauer Verlobte Marie Wagner Ernst Weber Verlobte Wilhelmstr. 49 । 7533 Irmgard Schneider Karl Brückel Verlobte Ihre Verlobung geben bekannt Emmi Fabian Walter Hofmann < Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Minna Geiß Alwin Hardt Verlobte Gießen, Mühlstraße 32 Weihnachten 1931 Anni Doll Karl Sommerlad Verlobte Steinsiraße 73 8930 D Marie Heil Heinrich Siever Verlobte Ottilie Klaus Ludwig Repp Verlobte Frankfurter Straße 94 0757* Gießen/Äirklar Klein-Linden Weihnachten 1931 Erna Richtberg Heinrich Lohn tfnlcrfelbroebd, 1. Komp, 15. Inf.-Ttegt. Krofdorf Weihnachten 1931 Statt Karten? Erna Heinert Richard Sromm Verlobte Ihre Verlobung geben bekannt Elly Pfeifer Willi Westbrock Schloßgaffc 13 Seltersweg 32 Weihnachten 1931 Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Armgard Löber Hermann Äergmann z. 3- Gießen, Seltersweg 2T Weihnachten 1931 07547 Als Verlobte grüßen Emma Dörr Ernst Albohn Reinhardshain, Weihnachten 1931 07497 Marie Weiß Robert Waldschmidt Verlobte Grvßen-Linben Weihnachten 1931 Dollar 07570 Sonnenstvaße 3 gandmannstraße 20 gießen, ‘TOeifjnacfjten 1931 07541 2)ora SCraus Slrtfjur SKreß ^Verloßte Statt Karten I Gießen, Steins'raße 46 Garbenteich Weihnachten 1931 Ihre Verlobung geben bekannt Ria Schmidt Hans Stein, cand. rer. pol. 07573 Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Ellen Zipp Karl-Heinz Schäufler Gießen Wetzlar (Lahn) 27. Dezember 1931 07519 Oie Verlobung unserer Tochter Sdcltraut mit Herrn Studien- referenbar Rudolf Wulch beehren wir uns an;u;eigen Amtsgerichtsrat Ludwig Raab Dorsthenber bti Arbeitsgerichts, und Frau Emmy, ged. Lauer Wir haben uns verlobt Edeltraut Raab Rudolf Mulch Stubienrefeiendar Gießen, Weihnachten 1931 07525 Dir geben die Verlobung unserer Tochter Gerda mit Herrn Dr. phll. Karl Rudolf Fischer bekannt Generaldirektor Dr. h c. Karl Marks und Frau Elsa, geb. Kunze Wir haben uns verlobt Gerda Marks Karl Rudolf Fischer Gießen / Laubach 8389 o Hannover, Tiebgestraße 5 Weihnachten 1931 Hedy Koch Robert Muth Verlobte Frankfurt a. M. Gießen Elbstraße 14 Ludwlgstraße 42 Weihnachten 1931 07539 Friedel Kühn Heinrich Zölzer Verlobte *5 iedeberg Gießen (Neumark) Liebigstraße 67 Weihnachten 1931 07*33 Frost NN <*änbrn llllh 3 II f! Cll ? Ifrfoln garantiert in 2-5 Tagen. Zu (mb. i. 'Jluotb. u. Drog., behimmt Troarrie Bornemann, Babn- bofitr. 17; 6)ermn* nia'Trvgerir. C. Seibel, frankfurter Strafte 89. tturAfleldjnitience IhihIMz liefen 1W0D OampiSägewerkLoiltf B. ^ubn. «. «. Mehr Licht 5-0 beUereTlick- be!eaehi.o.1 .Strom« cifvarnio Pa in auf reb (Wüblomp Weife danltdie \ feblcrbatt. Mir RD. 1.50, 2. . 'tebtb. l 2 dm u en ft. Georg Appel Seltersweg irrb Traden, hingefrtm. Ihre Verlobung geben bekannt Betty Blum Dr. Karl Hofmann Gerichtsasieffor Gießen Friedberg L H. Grabenstraße 9 Leonharbstraße 44 Weihnachten 1931 _____07543 Statt Karten! Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Emma Kehr Hans Bepler Heuchelheim, Weihnachten 1931 07523 SYlarie cWe6er Otto cKorz cUerloßle SKeudjelfjeim &leis6adj TVeifjnadjten 1931 07520 Wir haben uns verlobt Emilie Kullbach Richard Seipp/ Iusiizpraktikant Garbenteich Forsihaus Aüttenberg (bei Großen-Linden) 25. Dezember 1931 073g gibt lautend ab Weller, Zimmermitr. Lettieilen. -,.4» ■■ Kai ÄufltünlieiniHecbtö* Lirai-.«>arnit '.'tnae- iciicnuettcn, «Meiudje, tietnnee. Beobadr- tiinncn. 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Drog, benimmt-Trogcrie vornemaml.Balm- boinr. 17; Emna« nla-rrogerie, C. £CM frankfurter -mne 39. eissD HrzMnittenes' MMi liefen 1490D Inftiwtt ». Nudn. A.-K. Mehr Licht $•6 nil hellere Tlich- kalenobi.o.'.gtroiii- erfparmä. Pahl auf fedHWanw Seife äönlidiee, ftblcrbaii. jur. Bin. 1.50,2.-. 'itbtb. l Lchamenil. Georg Appel ;eliei»roea.'i<)lt^o traten. turWickn. Ml gibt laufend ab Weller, Zlnunemstr. Ltlkgeilera. ».b Kai ■ 8uMüniieittÄed)ift siraT*. JauiiL«2tMflt* leaenoeneibtile* jteuiäge. 'beobad? Hingen. 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