Nr. 275 Erster Blatt ^81. Jahrgang Dienstag. 2\. November 1931 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monatr-Vezugrprets: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger, lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Zernfprechanfchlüfle anterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: ZrankfurtamMain 11686. GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnltk lind Verlag: vrühl'fche UniverfitS1§-Vuch- und 5tekndruckerei R. Lange in Sieben. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20 \ mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton l)r H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Die Leitsätze -es Wirtschastsbeirats. Der Wirtschastsbeirat empfiehlt gleichzeitige Preis- und Lohnherabfehung, Senkung der Mieten, der Tarife der öffentlichen Verkehrs- und Versorgungsbetriebe und des Zinsniveaus. Ein mageres Ergebnis. Die Regierung hat diePflicht der Führung. Don unserer Berliner Redaktion. Die vielfach gehegten Befürchtungen, daß der Wirtschaftsbeirat vor Abschluß feiner Beratungen auffliegen würde, haben sich nicht bestätigt. Der Auszug der Landwirtschaftsvertreter bedeutete einen Schönheitsfehler, der aber keine Panne zur Folge hatte. Rach auhon hin ist alles einiger» mähen glatt gegangen, und die letzte Sitzung unter Leitung des Reichspräsidenten konnte eine zusammen fassende Darsiellung der Oeffentlichkeit unterbreiten. Es ist ein umfangreiches Werk geworden, das für die Bemühungen der Mitglieder, den Dingen auf den Grund zu gehen, spricht. Trotzdem ruft die Lektüre e i n Gefühl der Enttäuschung hervor. Die Richtlinien, auf die man sich zu einigen vermochte, sind sehr allgemeiner Ratur und gehen durchweg einer klaren Stellungnahme aus dem Wege. Es zeigt sich deutlich, was auch aus den kurzen Schlußworten Hindenburgs hervorgeht, dah über die Einzelmahnahmen die Ansichten stark geteilt waren. Wir wollen nicht unterschätzen, welchen Wert es für die weitere Gestaltung der Dinge hat, daß über Zweck und Ziel der bevorstehenden wirtschaftspolitischen Maßnahmen Einmütigkeit besteht. Bedurfte es aber hierzu der langen Beratungen des Wirtschaftsbeirats? Herrschte diese Erkenntnis nicht bereits vorher in der breiten Oeffentlichkeit? Es kam doch wohl vor allem darauf an, d i e e i n - Aufchlagenden Wege klar zu bezeichnen, und hier ist leider vieles Stückwerk geblieben, mußte es bleiben, da sich praktisch die Unmöglichkeit einer Ueberwindung der Gegensätze herausstellte. Wir dürfen uns nicht darüber täuschen, daß die Meinungsverschiedenheiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern in grundlegenden Fragen nicht über- brückt werden konnten. Der Versuch, durch den Wirt- schaftsbeirat eine A r t sozialen Burgfriede n zu schaffen, muß bedauerlicherweise als nicht gelungen angesehen werden. Wir stehen vor der Tatsache, daß die Wirtschaftsvertreter nur herzlich wenig positive Vorschläge machten und sich auf Richtlinien beschränkten, die in vielen Fällen mannigfache Auslegung ermöglichen. Damit soll nicht gesagt sein, daß nicht in Einzelheiten der Regierung Anregungen gegeben wurden. Die Notwendigkeit, einen einheitlichen Plan, der alle Kreise der Wirtschaft betrifft, herauszubringen, ist in den Vordergrund gestellt worden. Auch der Wirtschaftsbeirat hat sich noch einmal mit begrüßenswerter Entschiedenheit gegen alle inflationistischen Machenschaften ausgesprochen. Wir wissen, daß die Stabilisierung der öffentlichen Haushalte die erste Voraussetzung für eine Gesundung der deutschen Wirtschaft ist. Wenn der Beirat diese Selbstverständlichkeit erneut betont, so geschieht dies wohl vor allem deswegen, um auf die unerträgliche Höhe der öffentlichen La ft en Hinweisen zu können und indirekt die Mahnung zur äußersten Sparsamkeit auszusprechen. Wie wichtig es ist, zu einer vernunftmäßigen Neuregelung der kurzfristigen Verschuldung zu gelangen, lehrt uns beinahe täglich die ernste Lage auf dem Devisenmarkt. Das umstrittenste Gebiet bei den Verhandlungen war zweifellos die Frage der Preisbildung. Es ist bemerkenswert, daß die Lockerung der Bindungen bei Preisen und Löhnen gleichzeitig erfolgen soll, um eine weitere Schrumpfung der Kaufkraft zu verhindern. Zu einer generellen Aufhebung aller Preisbindungen hat man sich nicht entschließen können, ebenso wird eine grundsätzliche Antastung der Tarifverträge abgelehnt. Ob es mit den empfohlenen Richtlinien gelingen wird, eine wirksame Senkung des Preisniveaus herbeizuführen, muh angesichts der Erfahrungen. aus der Vergangenheit skeptisch beurteilt werden. An der Rotwendigkeit einer Senkung von Löhnen und Gehältern konnte auch der Beirat nicht vorübergehen. Als ein Fortschritt ist es anzusehen, daß das Tarifwesen künftig elastischer gestaltet werden und im Schlichtungsverfahren die S elb st v er an t- Wörtlichkeit derParteren starker betont werden soll. Was über die so notwendige Senkung der öffentlichen Tarife gesagt wird, ist zu unterstreichen. Hoffentlich laßt es die Regierung in dieser Hinsicht an der gebotenen Einwirkung nicht fehlen. Ob die Pläne zur H e r - absetzungderMieten durchschlagenden Erfolg bringen, ist eine umstrittene Frage. Geschehen aber muß zweifellos in dieser Ansicht ebenso etwas Durchgreifendes wie auf dem Gebiet des Kredit- und Zins wesens. Hier waren die Ansichten über die zur Senkung des Zms- niveaus zu ergreifenden Maßnahmen Oeleilt. Wir möchten noch einmal darauf Hinweisen, daß durch eine zwangsweise Konvertierung das Vertrauen der Kapitalgeber aufs Schwerste erschüttert werden müßte. , rr Auf alle Einzelheiten der Auslassungen einzu- gehen, erübrigt sich. Es zeigt sich an den verschiedensten Stellen das abgeschlossene Kompromiß, dem zwischen dem Einerseits und dem Anderseits die klare Entscheidung fehlt. Diese Lucke auszufüllen, ist nun die Aufgabe der Reichsregie. rung, die nicht mit Halbheiten operieren darf. Die Arbeit des Beirates erleichtert dem Kanzler die Entschlüsse nicht. Es ist sicherlich kein Zufall, daß der Reichspräsident am Ende der Schlußsitzung mit großem Nachdruck hervorgehoben hat, die Pflicht der Führung und desHandelns liege b e i der Reichsregierung. Nach dem mageren Ergebnis, das uns die Beratungen des Beirates beschert haben, ist diese Mahnung doppelt am Platze. Die Situation, in der sich Deutschland befindet. zwingt zu schneller Tat, denn viel Zeit ist nutzlos vertan worden. Wir wissen, daß die Lage der öffentlichen Finanzen ebenso ernst ist wie die der Wirtschaft. Das Programm, das der Kanzler jetzt entwirft, hat frei von aller Rücksichtnahme auf Partei- und Interessentenwünsche die Maßnahmen zu enthalten die zur Wiedergesundung unserer Wirtschaft erforderlich sind und von der Allgemeinheit in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft getragen werden müssen. Nie Schlußsitzung. Berlin, 23. Rov. (WTB. Amtlich.) Unter dem Vorsitz des Herrn Reichspräsidenten, der sich zu diesem Zwecke in die Reichskanzlei begeben hatte, sand heute vormittag die Schlußsitzung des Wirtschaftsbeirates der Reichsregierung statt. Reichskanzler Dr. Brüning berichtete über den Verlauf und das Ergebnis der Beratungen, worauf Reichsbankpräsident Dr. Luther und einige Reichsminister und Mitglieder des Wirtschaftsbeirates ergänzende Ausführungen machten. Reichskanzler Dr. Brüning faßte das Ergebnis der in den Ausschüssen des Wirt- schastsbeirates an der Hand sorgfältiger Fragestellung getätigten Arbeiten folgendermaßen zusammen: 1. Oie Aufgaben. Der Wirtschaftsbeirat schloß sich der Auffassung der Reichsregierung an, dah der Sinn der wirtschaftspolitischen Maßnahmen der sein müsse, für Vermin de rung der Arbeitslos i g- k e i t und der anderen wirtschaftlichen Schwierigkeiten die Aufwendungen der gesamten Wirtschaft im weiten Maße an die Preisentwicklungen auf dem Weltmarkt und an die Vermögens- und Einkommenslage in Deutschland anzupassen. Der Wirtschaftsbeirat stellte sich hierbei auf den Boden der Reichsregierung, daß jegliche Maßnahmen inflationi- stischen Charakters entschieden abzulehnen, und daß diese Aufgaben durch einen I umfassenden Plan voneinander bedingter Maßnahmen zu lösen seien, wobei diese Maßnahmen nicht nur alsbald, sondern auch gleichzeitig getroffen werden müßten. Für den Erfolg dieser Maßnahmen wäre die baldige Beendigung der internationalen Deflation von wesentlicher Bedeutung. 2. Notwendige Boranssthungen. Der Wirtschaftsbeirat ist der Auffassung, dah erste Voraussetzung einer Wiedergesundung der deutschen Wirtschaft der Ausgleich der Haushalte im Reich, bei der Reichsbahn, in Ländern und Gemeinden ist, da auch eine gesunde Privatwirtschaft erst auf dem Boden einer gesunden Staatswirtschaft erwachsen könne. Hierbei herrsche Lleber- einstimmung darüber, daß auf die Dauer die deutsche Wirtschaft nicht in der Lage fei, öffentliche Lasten in der jetzigen Höhe zu tragen. Ferner sei es notwendig, dah außer der dringend gebotenen Klärung der Reparationsfragen rechtzeitig vor Ablauf des Stillhalteabkommens eine Reurdge- lung über die in Deutschland investierten ausländischen Kredite geschaffen werde. 3. Preisbildung. Im Rahmen der unter Ziffer 1 beschriebenen Aufgaben liegt nach Auffassung des Wirtschaftsbeirates in erster Linie eine Einwirkung auf Preise und Löhne. Unter Lockerung der Bindungen, die auf beiden Gebieten bestehen, werden sie in Übereinstimmung miteinander gleichzeitig herabgesetzt werden müssen, um eine unerträgliche Schrumpfung der Kaufkraft zu vermeiden. Insbesondere sind die gebundenen Preise einem neuen Preisniveau a n - zupassen. Eine systematische Aufhebung sämtlicher Preisbindungen wird jedoch zur Erreichung dieses Zieles nicht empfohlen. Auch find die erforderlichen Preissenkungen tunlich st nicht durch eine prozentuale gleichmäßige Verminderung der gegenwärtigen Preise und Preisspannen herbeizuführen. Dagegen sind Richtlinien aufzustellen, nach denen eine dem neuen Wertnioeau entsprechende Preislage bei allen gebundenen Preisen herbei- geführt wird, die bisher auf einem zu hohen Stande beharren. Sofern eine freiwillige Anpassung der Preise an diese Richtlinien nicht eintritt, erscheint eine sofortige Aufhebung der Bindungen erforderlich. Bei der Erörterung der Preise stellte der Wirtschaftsbeirat fest, daß die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Güter in weitem Ausmaße unter dem allgemeinen Preisniveau liegen. Der Wirtschaftsbeirat hält daher einen Ausgleich und eine Verringerung der in vielen Gegenden noch besonders hohen Preisspannen für geboten. Hierbei wäre nach englischem Beispiel die Einsetzung von Ausschüssen erwägenswert, die anhand der Welt- und Großhandelspreise die angemessenen Kleinhandels- und D e r g l e i ch s p r e i s e mit anderen Bezirken veröffentlichen. Ebenso erscheint dem Beirat die Anregung beachtlich, daß durch A u s - hänge in den Läden und andere Vorkehrungen die Preise, insbesondere der Lebensmittel, ö f - fentlich bekanntgegeben werden. Im Rahmen eines ausreichenden Gesamtprogramms erscheint eine entsprechende Senkung von Löhnen und Gehältern unvermeidlich. Dabei muß der Grundsatz des Tarifvertrages erhalten bleiben. Auch könnte er ohne die gesetzliche Unabdingbarkeit seine wichtigen sozialen und wirtschaftlichen Aufgaben nicht erfüllen. Auch auf dem Gebiete des Schlichtungswesens erscheinen gesetzliche Aenderungen zur Zeit nicht erforderlich, dagegen ist eine veränderte Handhabung notwendig. Insbesondere soll d i e Verbindlichkeitserklärung durch Stärkung der Zusammenarbeit und Selbstoerantwortung der Tarifparteien eingeschränkt werden. Der Inhalt der Tarifverträge muß sich mehr als bisher der wirtschaftlichen Entwicke- lunganpassen, damit in der bedrängten Lage der Wirtschaft und bei dem geringen Grad der Beschäftigung Erleichterungen erzielt werden können. Bei dieser Auflockerung der Tarifverträge sind örtliche Verschiedenheiten, zeitliche Aenderungen, branchemäßige und betriebliche Unterschiede, die Leistungsunterschiede der einzelnen Arbeitnehmerkategorien insbesondere zu berücksichtigen. 4. Kredit und Ims. Der Beirat bekräftigt die Auffassung der Reichsregierung und der Reichsbank, daß alle Maßnahmen abzulehnen sind, die zu einer Inflation führen könnten. Der Wirtschaftsbeirat ist übereinstimmend der Auffassung, daß eine Senkung des Zinsniveaus für die gesamte deutsche Wirtschaft vom Geldmärkte aus als unbedingt notwendig anzustreben ist. Deswegen müssen die Haben.zrnsen auf einen angemessenen Satz ermäßigt werden. Gleichzeitig sind die Zinsspannen zwischen den Habenzinsen und den Zinsen der Ausleihungen zu verringern. Der Risikoaufschlag muß in Zukunft individueller festgesetzt werden, was von selbst zu einer Erleichterung der Kreditbedingungen für gute Schuldner und einer Ablehnung schlechter Risiken und damit auch zu sparsamerer Kapitalwirtschaft führen wird. 5. Oeffentliche Tarife. Zur Herabsetzung der allgemeinen Lebenshaltungskosten, die bei Senkung von Löhnen und Gehältern zu einer unbedingten Notwendigkeit wird, ist vor allem eine Senkung der Tarife der öffentlichen Unternehmungen erforderlich. Der Wirtschaftsbeirat erkennt an, daß in dieser Hinsicht die Reichsbahn ihre tatkräftige Mitarbeit zugesagt hat. Wenn auch eine Senkung der Personentarise und eine allgemeine Senkung der Frachten nicht möglich erscheint, so ist die von der Reichsbahn in Aussicht gestellte Senkung der Reichsbahntarife für einzelne besonders wichtige Güter von größter Bedeutung, ebenso wie die Zusicherung der Reichsbahn, für besonders not- leidende Bezirke und Wirtschaftszweige unter Ausschluß von Berufungen Sondertarife einzuführen. Der Wirtschaftsbeirat hat zustimmend Kenntnis genommen, daß die Reichsregierung es als ihre Aufgabe ansieht, durch Einwirkungen auf die zuständigen Landes- und Kommunalbehörden auf eine fühlbareHerabsetzungallerübri- gen öffentlichen Tarife, vor allem bei Straßenbahn, Gas und elektrischem Strom hinzuwirken, um auf diese Weise Fehlbeträge, die etwa zunächst eintreten, durch Konsum st eigerung auszugleichen. 6. Wohnnngswirischast. Der Wirtschaftsbeirat hält eine Herabsetzung der Mieten durch Anpassung an die verminderten Einkommen für unbedingt geboten. Die Pläne der Reichsregierung gehen dahin, den Abbau der Wohnungszwangswirtschaft enger als bisher an die wirkliche Lage auf dem Wohnungsmarkt anzu- schließen, was nicht mehr nur für neue, sondern auch für bestehende Mietverhältnisse zu gelten hat. Die Termine für das Ende der Wohnungszwangswirtschaft sind zweckmähi- gerweise weiter vorzurücken; Voraussetzung ist aber die Sicherstellung eines sozialen Mietrechtes, insbesondere für die Inhaber der kleinen und kleinsten Wohnungen und kinderreiche Familien Das Hauszins st euerproblem muh sofort und endgültig geregelt werden, wobei allerdings eine sofortige völlige Aufhebung nicht möglich erscheint. Jedoch ist ein gestaffelter Abbau wünschenswert mit der Maßgabe, daß die Ablösung mit sofortiger Wirkung möglich ist. Ferner erscheint eine Arbeitsbeschaffung aus Mitteln der Hauszinssteuer zwecks erleichterter Vornahme von Reparaturen für möglich und geboten. Hierbei erscheint eine Rachprüfung der vollzogenen Reparaturen gegebenenfalls durch die zuständige Handwerkskammer zweckmäßig. 7. Bankorganisation. Die in den Jahren nach dem Kriege, insbesondere in der Inflationszeit eingetretene Entwicklung des deutschen Bankwesens, hat in Verbindung mit der allgemeinen Lage am Geld- und Kapitalmarkt zu bedenklichen Erscheinungen geführt, denen die Regierung ihre besondere Aufmerksamkeit zuwenden muß. Hierbei ist insbesondere auf Stärkung der örtlichen K r e d i t e i n r i ch t u n - gen im Interesse einer ausreichenden Versorgung der mittleren u nd kleinen Unternehmungen Bedacht zu nehmen. Die Erreichung dieser Ziele wird größtenteils nur im Wege freiwilliger Vereinbarung zwischen den Beteiligten möglich sein. Der Wirtschaftsbeirat weist darauf hin, daß der Reichsregierung in dem Kuratorium und dem R e i ch s k o m m i s s a r für das Bankengewerbe geeignete Organe zur Verfügung stehen, um einen ständigen Einfluß in der vorbedachten Weise auszuüben. 8. Landwirtschaft. Bei den (Erörterungen über die Sage der landwirtschaftlichen Betriebe, die bereits in Ziffer 3 berührt worden ist, nimmt der Beirat von dem Grund- "gedanken der Sicherung der Ernte im 0 st - h i l f e g e b i e t Kenntnis. Da tatsächlich schon im Interesse der Volksernährung die ordnungsmäßige Fortführung der Betriebe mit allen verfügbaren Mitteln fichergestellt werden muß, hielt der Ausschuß eine Prüfung für geboten, inwieweit diesem Erfordernis auch überall in Deutschland Rechnung zu tragen ist, ohne aber die Kreditlage der Landwirtschaft zu verschlechtern und die Kreditgeber zu gefährden. Nach Darlegung dieser allgemeinen Leitsätze legte Reichskanzler Dr. Brüning Wert auf die Feststellung, daß Wirtschaftsbeirat und Reichsregierung schließlich auch darin einig gewesen seien, daß der Appell an die Einsicht aller derer, die im Wirt- schafsleben stehen, diesmal nicht erfolglos bleiben dürfe. Es müsse Gemeingut des gesamten Volkes werden, daß nur der Weg der Herabsetzung aller Aufwendungen den Boden für den Aufstieg auf gesunder und solider Grundlage und damit für eine möglichst umfassende Wiedereinschaltung der Millionen von beklagenswerten Arbeitslosen in den Wirtschaftsprozeß bereiten Fann. Nur wenn jeder diese Tatsache erkenne, und wenn alle, auch unter vorübergehenden Opfern, auf das gleiche Ziel hinstrebten, könnten die Vorschläge des Wirtschaftsbeirates und die Maßnahmen der Reichsregierung vollen Erfolg haben. Oer Reichspräsident schließt die Sitzung. Der Herr Reichspräsident schloß darauf die Tagung des Wirtschaftsbeirates mit folgenden Ausführungen: Che wir auscinandergehen, ist es mir Bedürfnis, Ihnen für Ihre gründliche und hingebende Arbeit, die von dem Willen getragen war, unter Zurückstellung von Einzelforderungen und Wünschen dem allgemeinen Wohle zu dis» nen, herzlichst zu danken. Sie haben damit, meiner Herren, der Reichsregierung und mir selbst eine wertvolle Hilfe geleistet. Die Pflicht der Führung und des Handelns liegt bei der Reichs- regierung. Gestützt auf die hier beschlossenen Leitsätze und die aus der Aussprache der letzten Wochen gewonnenen Erfahrungen und Anregungen wird die Reichsregierung nunmehr ihrerseits die Maßnahmen beschlie- ß,e n, die sie zur Wiedergesundung unserer Wirtschaft und zur Aufrechterhaltung des sozialen Friedens für notwendig hält. Ich vertraue zuversichtlich, daß Sie, Herr Reichskanzler, und meine Herren Reichsminister, diese Entschließungen nunmehr mit aller Beschleunigung fassen, und sehe Ihren baldigen Vorschlägen gern entgegen. Die Stell mg derGewerkschafien. Berlin, 23. Nov. (TU.) Im Wirtschaftsbeirat gab am Sonntag Peter Graßmann im Namen der Vertreter sämtlicher gewerkschaftlicher Spitzenorganisationen, d.h. des Allgem. Deutschen Gewerkschaftsbun- des, des Afa-Bundes, des Christlichen Gesamtverbandes und der Hirsch-Dunckerschen Gewerkschaften, eine scharf formulierte Erklärung ab, die betont, daß die Vertreter der Gewerkschaften der Einladung des Reichspräsidenten gefolgt fein, um ein wirtschaftlich wirksames und sozial gerechtes Wirt- lchaftsprogramrn aufzuftellen und durchzuführe;), ! 9 • Tour, Erstes Echo der presse Wenig Befriedigung auf allen Seiten. Was wir- in Hessen? Das Koalitionsgespräch zwischen Zentrum und Nationalsozialisten. die Absicht, einzelne Preise herabzusetzen, biete w vor-in'! Hauplivr k r-r eboben, & eu&n 6,c& VrJ,.n einen V -ML ijlantcl u EsgebniSlofeLohnverhandlungen im Ruhrbergbau. Essen, 23. Rov. (WTB.) Rachdem die Lohnverhandlungen der Tarifparteien für den Ruhrbergbau am 17. Rovember gescheitert waren, fanden am Montag in Essen die Parteiverhandlungen vor dem staatlichen Schlichter Prof. Dr. Brahn statt. Rach einhalbstündiger Beratung wurden die Verhandlungen abgebrochen, da eine Einigung zwischen den Parteien nicht zu erzielen war. Der Schlichter setzte eine Schlichterkammer ein. Aus gewerkschaftlichen Kreisen wird erklärt, daß d i e Zechenvertreter ihre Forderung nach einem lOprozentigen Lohnabbau wiederholt hätten, während die Gewerkschaftsvertreter jede Lohnsenkung a b l e h n t e n. Die Gewerkschaftsvertreter führten an, daß die von Arbeitgeberseite angeführte allgemeine Senkung der Lebenshaltungskosten für die Lage der Bergarbeiter nichtssagend sei, weil beispielsweise die Preise für Brot und Kartoffeln, die Hauptnah- rungsmittel für die Bergarbeiter, trotzdem gestiegen bzw. nicht billiger geworden seien. Rachdem die Lohnkosten bereits um 20 Prozent vermindert worden seien, müsse man endlich einsehen, daß die geforderte Selbstkostensenkung unmöglich durch einen fortgesetzten Lohndruck gefunden werden kann, um so mehr, nachdem auch die Regierung bereits bei dem letzten Lohnkonflikt durch die Revidierung des Lohnschiedsspruches dokumentiert habe, daß eine weitere Lohnverschlechterung für die Bergarbeiter nicht mehr tragbar sei. Die notwendige Wirtschaftsbelebung könne unmöglich durch eine weitere Verschlechterung der inländischen Kaufkraft gefunden werden. Die Lohnabbauforderung des Zechenverbandes müsse daher auch aus marktpolitischen Gründen als völlig verfehlt angesehen werden. Unter diesen Umständen könnten auch die Parteiverhandlungen vor dem staatlichen Schlich- ter ein positives Ergebnis nicht bringen. Infol- gedessen wurden die Beratungen nach einhalbstündiger Dauer ergebnislos abgebrochen und eine Schlichterkammer gebildet. Kleine politische Nachrichten. Für die Metallindustrie Hagen- Schwelm wurde nach ergebnislosen Vorverhandlungen von dem Schlichtungsausschuß unter Vorsitz des Landgerichtsrats Koch gegen die Stimmen der Arbeitaeberbeisitzer folgender Schiedsspruch gefällt: Die Geltungsdauer des am 8. Oktober gefällten Schiedsspruchs wird bis xum 31. Januar 1932 verlängert; die Erklärungsfrist der Parteien läuft noch eine Woche. • Durch Verordnung des Reichsfinanzminifters werden neun württembergifche Finanzämter aufgehoben. Als Zeitpunkt der Aufhebung ist der 1. April 1932 vorgesehen. Es handelt sich ausschließlich um Finanzämter in ländli- chen Bezirken, wo infolge der Reichssteuervereinfachung die Zahl der Reichssteuerpflichtigen um über 50 v.H. gesunken ist. • Im englischen Unterhaus wurde ein Antrag der Opposition, das Farbengesetz nicht weiter zu verlängern, ohne Abstimmung abgelehnt. Der Staatssekretär im Handelsministerium hatte darauf hingewiesen, daß infolge dieses Gesetzes Englands Farbenindustrie jetzt z u 9 0 P r 0- zent bie Bedürfnisse des Landedecke, während vor dem Kriege nur eine sehr kleine Farbstosfindustrie in England vorhanden gewesen sei. Aus aller Welt. Rückkehr der deutschen himalaja-Lrpedillan. Die 4 Mitglieder der deutschen Hmalaja-Expedi- tion Dr. Bauer, Hartmann, Dr. Wien und Fendt sind in München eingetroffen. Dr. Allwein. München, war bereits früher zurückgekehrt. Die Er- pedition hatte den neunten Versuch zur Bezwingung deS Kanch-Gipsels im Himalaja unternommen. In einer Höhe von 7300 Meter wurde die Expedition durch eine unbe- zw Ingbarc EiSwand am weiteren Vordringen gehindert. Der Führer der Expedition, Dr. Bauer, erklärte, daß auch die letzte Eiswand des Kanch einmal überwunden werden kann, wenn man zu einer Zeit an sie geht, da sie stark verschneit ist. Der lob durch eine Legebüchse. Wie die Ermittlungen der Stettiner Mordkom- Mission zur Aufklärung des Todes der Frau von Hennig in Buggow, Kreis Greifswald, ergeben haben, kommt der Gutssörfter als derjenige in Frage, der die Legebüchse an dem Baum befestigt hat. Der Forster gab zu, daß er, obwohl er Gutsförster war, keinen Jagdschein besaß. Nach feiner Behauptung hatte er von dem Gutsherrn den Auftrag erhalten, die Gutsdewodner ohne Rücksicht auf den W.ldbestand mit Fleisch zu versorgen. Diesen Auftrag führte der Forster aus und schoß alles, was ihm vor den Lauf kam. Die Zeit seiner Anwesenheit im Jagd revier genügte anscheinend nock nickt, um das benötigte Wilosleisch hcrbeizuschafsen. Deshalb kam er auf den Gedanken, auf einem vielbegangencn Wechsel von Rotwild nach W.ldereran eine Lege- b ü ch s e anzubringen, um auch etwas zu sch.eßen, wenn er nicht im Revier wäre. Ob der Gutsherr von dieser Art des Försters, seinen Auftrag aus zuführen, Kenntnis hatte, steht noch nicht fest. Es hat sich ferner herausgestellt, daß Hennig seine Frau am Arm führte, als sie den Wild- wechsel betrat, auf dem sie der Schuß aus der Lege- büchse traf. Lin ertragreicher Besuch. In Lake Fore st, einem vornehmen Dillen- Dorort von Ehikago, ist ein Aussehen erregender Raubüberfall auf eine Villa verübt worden, in der sich zahlreiche Mitglieder der Ehikagoer Gesellschaft zu einer Veranstaltung eingefunden hatten. Mehrere Banditen besetz- ten vlötzlich sämtliche Aucgänge des Hauses. Hier- auf drangen Helfershelfer tn das Haus ein, wo sie die dort anwesenden Damen und Herren um Juwelen im Gesamtwert von rund 600000 Mark erleichterten. Der Führer eines draußen wartenden Kraftwagens, dessen Besitzer sich unter den Gästen befand, konnte sich unauffällig entfernen und d i e Polizei benachrichtigen, die alsbald auf der Bildfläche erschien und den Kamof sofort aufnahm. Es entwickelte sich ein lebhaftes Pistolenfeuer, nach dessen Beendigung drei Banditen überwältigt werden konnten. Der größte Teil der Beute konnte den Räubern wieder abgenommen werden. Die Detterlage. Ovorxtmox -o-evtU '"eae-, «•! dte wmflt o>e eeoen h-i-omi hcmmo uv «r gt»tn die Temperatur pn. Pie Lm-ee eerp—-e» Orte eil piexA« uif neereiBifepw ■mpe'-<—t— leüdred Lscttcrooraussagc. Allmählich gewinnt ozeanische Warmluft auf dem Fest lande an Raum. Heber Frankreich und dem Küstengebiet hat dadurch allgemeiner Tem- peraturanftieg ftattgefunben und Riederschläge treten auf. Im östlichen Deutschland dagegen erfolat durch den Hochdruckeinflutz eine Froft- zunahme. Da die Südweftlust weiter zum Dordringen kommt, so findet ein von Westen nach Osten schreitender Temperaturanstieg statt, der auch nachts in Erscheinung tritt. Außerdem folgen in Begleitung der Warmluft zunächst Riederschläge, die bi- in unseren Bezirk vorgreisen werden. Aussichten f ür Mittwoch: Milderes, wechselnd wolkige- Wetter mit Aufheiterung, zeitweise Riederschläge, südwestliche Winde. Aussichten für Donnerstag. Tempe- raturen wieder etwas zurückgehend, wechselnd bewölkt mit Aufheiterung, nur vereinzelt leichte und mehr schauerartige Riederfchläge. Lufttemperaturen. Am 23. November, mittags 4,8 Grad, abends 2,7 Grad Eelsius. Sm 24 November: morgens 2,1 Grab Eelsius. Maximum 4,9 Grad, Minimum 0,0 Grad Erbtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe. Am 23. November: abends 2,4 Grad; am 24. November: morgen» 13 Grad Eelsius. V 1 V/onfdj, (f. »3. jfortmbtr W* Uhr 1510 t begeistert SABA U Kann es für unsere JlßUC m dick rund itterloge. KÖNIGIN VON raucht erkennt und eine bessere Empfehlung geben, als daß Jeder, der sie einmal probiert In Ihr die vollwertige Schwester der berühmten trägen auf Bewilligung einer Zahlungsfrist für gekündigte Aufwertungshypotheken auf den 15. Dezem- der zu verlegen, ist vom Reichsjustizministerium ab- chlägig beschicken worden. Der letzte Termin für die Nachholung von Anträgen auf Bewilligung einer Zahlungsfrist, oder falls ein solcher Antrag bereits rechtskräftig abgewiesey war, bleibt somit der 30. November 1931. ** Heimatkundlicher Abend im DH V. Man berichtet unß: 3m Rahmen eines heimatkundlichen Abends sprach im Verbandsheim des Deutschnationalen Handlungsgehilfen - Le bandes Herr stud. phil. Szczech, Gießen, über „Unsere Heimat in vor- und frühgeschichtlicher Zeit". Der Redner verstand in allgemein - verständlicher Weise ein anschau chrs Bild davon zu geben, wie es in unserer Heimat ausgesehen hat zu einer Zeit, von der uns kein Chronist meldet. Genau könne der Forscher feststellen, an Knochen-, Stein- und sonstigen Funden, welche Völker um Gießen und in der Wetterau damals für kürzere oder längere Zeit seßhaft waren und auf welcher Kulturstufe diese Völker standen. Sehr interessant waren die Schilderungen über die Entwicklung Gießens in der geschichtlichen Zeit, die den Zuhörern ein schönes Stück Heimatkunde vermittelten. An die mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen schloß sich eine lebhafte Fragestellung an. Herr S z c z e ch beantwortete die gestellten Fragen, soweit ihm das ohne Beweismaterial möglich war. Restlose Aufklärung fanden die aufgeworfenen Fragen bei der dem Vortrag folgenden Besichtigung des Gießener Heimatmuseums (Gail'sche Sammlung), die liebenswürdigerweise von Herrn S z c z e ch geführt wurde. Wie sehr der Redner es verstanden hatte, das Interesse der Zuhörer für diese Dinge zu wecken, bewies die restlose Beteiligung der Vortragshörer an der Besichtigung. fassung eine ganz persönliche, die ich niemandem aufdrängen möchte. 2. Am gleichen Tage wurden mehrere, von diesen Schwärmen völlig getrennte Züge bei Werdorf, Aßlar und Hermann st ein sowie bei Wetzlar und Leun beobachtet. Auch in der Rächt von Donnerstag zu Freite sind dort Züge beobachtet worden. Diese hängen mit denen von Londorf über Schiffenberg nach Kraftsolms nicht zusammen. 3. Völlig unabhängig von diesen Zügen sind am gleichen Tage über der W e t t e r a u große Scharen von Zugvögeln geflogen, die sehr wahrscheinlich nicht Wildgänse (wie unter Rr. 1 und 2) gewesen sind, sondern Kraniche. Als Richtlinie ergibt sich von etwa 14.30 Ähr an ungefähr Rodheim bei Hungen, Berstadt, Echzell, Bönstadt, Kaichen, also im wesentlichen eine nordsüdliche über der W e t t e r a u im Gegensatz zu der südwestlichen der Wildgänsescharen. Die Schwärme in der Wetterau haben also mit denen bei Londorf, Gießen, Kraftsolms beobachteten Wildgänsezügen nichts zu tun. 4. Von größtem Interesse ist das Auftreten von sehr starken Wildgänsezügen über Marburg am Samstag, 17. Oktober, zwischen,15.30 und 16.30 Ähr. Am selben Tag sind um 17 Ähr Schwärme bei Wetzlar in der Richtung Kloster Altenberg, Leun und Braunfels beobachtet worden. Diese hängen sehr wahrscheinlich mit den von Marburg kommenden Schwärmen zusammen, so daß sich auch hier eine südwestliche Richtung ergibt. Ferner wurden über Groß-Seelheim in der Rächt vom 17. Oktober um 23.15 Ähr Schwärme gehört. Auch bei den großen Schwärmen über Marburg wird die starke Änruhe der Tiere, das Schreien und Kreisen mit Zeichen der Ratlosigkeit hervorgehoben. Alle Beobachtungen stimmen zusammen, daß der 15. und 17. Oktober 1931 für die Zugvögel Flug- tage er st er Ordnung gewesen sind, wie ich einen solchen bisher nur am 5. Oktober 1925 beobachtet und beschrieben habe. Die Beobachtungen von 1925 und 1931 stimmen in vielen Punkten, besonders auch, was die südwestliche Richtung der Wildgänsescharen betrifft, völlig überein. Man muß also solche Vorgänge in der Gegend von Marburg, Londorf und Gießen, von denen über der W e t t e r a u scharf unterscheiden. Bemerkenswert ist, daß die großen Scharen sowohl am 15., wie am 17. Oktober bei Marburg und Gießen zwischen 14.30 und 16.30 Ähr beobachtet worden sind, was vielleicht auf räumliche Beziehungen der Abflugstellen zu unserer Gegend deutet. Allen Einsendern herzlichen Dank. Weitere Rachrichten über den Vogelzug auch im kommenden Jahr werden erbeten. ™ Dielbegangenen Wch -Uwr°N eine 1 N etoas zu sch^n «Mte. Db Euichrr 'Ä eine" Auftrag aus. Ä Mnid)t fEfL iQB Hennig (eine % “Is sie den Wilder vchuß aus der Lege. -her Besuch. 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Schnelles Eingreifen der obersten Behörden und des Militärkommandos haben diesmal das Schlimmste vermieden. Das Grundübel der südamerikanischen Revolutionen ist aber geblieben. Als der Freiheitsheld Südamerikas, General Bolivar, die Herrschaft der Dizekönige gebrochen hatte, da galt es, den jungen Staaten eine Regierungsform und Derfassung zu geben. Die Machthaber jener Jahre waren geblendet durch die freiheitlichen Phrasen der französischen Revolution und durch das Beispiel Rordamerikas; sie schufen Verfassungen, die Kopien jener, den eigenen Ländern fremder Wesensformen waren. Sie wollten Demokratien in Staaten ins Leben rufen, die zu 99 Prozent von Urwäldern bedeckt waren, und in denen kaum die Randgebiete der Kultur erschlossen werden konnten. Die Enttäuschung lieh nicht lange auf sich warten. General Bolivar selbst erkannte seinen Irrtum kurz vor dem Tode und rang sich das wehmütige Bekenntnis ab, dah er das „Meer gepflügt" habe, d. h. dah sein Lebenswerk ihn enttäusche. In diesen demokratischen Derfassungen ist zum Teil der Grund für die vielen Wirren zu suchen, die seit mehr als einem Jahrhundert die südame- litauischen Länder erschüttern. Die Proklamierung einer Dolksherrschaft, wo es kein Volk, sondern Rachkommen von Eroberern, Priestermissionen und neben der älrbevölkerung Mestizen, Sklaven, sehr viele Abenteurer, ausländische Glückssucher und gewissenlose Händler gab, führte bald aur Herrschaft von Oligarchien und Diktatoren, die sich gegenseitig bekämpfen und mit Methoden, die sie Machiavelli abgelauscht zu haben schienen, aus den Präsidentensesseln verdrängten. Brasilien hat einige Abweichungen von der allgemeinen südamerikanischen Regel gezeigt. Dis zum Jahre 1885 war es ein Kaiserreich und wäre das vielleicht auch noch heute, wenn der allgemein geachtete letzte Kaiser Dom Pedro von Braganza nicht die Sklaverei abgeschafft und dadurch die mächtigen Plantagen- besiher in ihren Interessen verletzt, und wenn die Thronerbin, die Gräfin d'Eu, sich nicht einige politische Anvorsichtigkeiten zuschulden hätte kommen lassen. Auch ist keine Zentralisierung der Regierung wie in den spanisch-südamerikanischen Ländern durchgeführt, sondern jeder Bundesstaat hat seinen Präsidenten und seine Kammer. Wohl aber besteht in Brasilien die Rivalität der Oligarchien. Die Säo-Paulistaner-Clique z. B. verträgt sich nicht mit der der Südstaaten. Der durch eine der früheren Revolutionen gestürzte Präsident Washington-Luiz und sein gewählter Rachfolger Dr. Julio P re st es waren frühere Präsidenten des Staates Sao-Paulo. Der Gegenkandidat Getulio D a r g a s war Präsident im Staate Rio Grande. Dr. Getulio Dargas wurde in den Wahlen einfach niedergeknüppelt. Blutige Revolutionen waren die Folge. Es versteht sjch von selbst, dah die wirtschaftliche Depression und namentlich die Krise a u f dem Koffeemarkt viel zur Revolutionsstimmung beitragen. Der Durchschnittsbrasilianer kennt sich in Fragen der Weltwirtschaft nicht aus, er mag nicht begreifen, dah der Kaffee, der ihm früher ein Wohlleben garantierte, von allgemeinen Konjunkturen abhängig ist, er sieht, dah Hunderttausende von Säcken mit Kaffee verbrannt werden, um einen weiteren Preissturz zu verhindern, er sieht die Derpfändung eines großen Teiles der Staatseinnahmen an Rordamerika und er wittert darin persönliche Geschäfte des Präsidenten und seines Anhanges. Dunkle Gerüchte werden kolportiert, und die Derschwörer- konventikel finden immer neuen Anhang unter den vielen Anzufriedenen. Reben dem Kaffee sind auch Zucker, Kautschuk und Baumwolle, auf deren Anbau man große Hoffnungen gesetzt hatte, der Krise verfallen, und die übrigen Weltmarltprodukte Brasiliens (Häute, Tabak, Paranüsse, Mate usw.) geben der Wirtschaft keine feste Stühe. Die Revolutionsstimmung im Lande berührt hervorragende deutsche Interessen. Die Südstaaten Brasiliens mit ihrem gemäßigten subtropischen Klima sind von jeher das Ziel der deutschen Auswanderung gewesen; es gibt dort Städte und Dörfer, die ihr deutsches Aussehen bewahrt haben und die zu großem Wohlstand gelangt sind. Die Deutschbrasilianer haben ihrem zweiten Daterlande manche hervorragende Männer in der Derwaltung und im Militär gegeben, und der deutsche Handel besitzt in Brasilien weitverzweigte Interessen. Während des Weltkrieges freilich war der deutsche Import und Export auf den Rullpunkt gesunken, aber schon 1928 hatten sie wieder ihre Dor- kriegshöhe erreicht und zeigten eine anwachsende Tendenz. Etwa 4 0 0 Millionen Mark deutschen Kapitals sind in Brasilien in- Oie Römerin mag kein Iägerhüichen. Gemäß Dekret der Diktatur, in Deutschland würde man schämig Rotverordnung sagen, sind die grünen Juchhes und Duliös auch in den römischen Schaufenstern erschienen. Alle Lasten müssen vom Dolk getragen werden, heißt es in der Derfassung des Modestaates, und so fragt sich die Römerin, wie man das macht. W i e trägt man so etwas? Wie steht es einem? Wie paßt es zum Haar? Ob man die süße Last, wie sie die Pariser Rot verordnete, überhaupt tragen .soll, das ist natürlich auch hier eine sekundäre Frage. Können Sie sich eigentlich eine rassige Spanierin mit einem froschgrünen Jägerhütchcn vorstellen? Dielleicht doch, wenn man an die Dühnen- carmen denkt. Da geht das mit der unwahren Tracht in einem hin. Aber die stolze Römerin Feuerbachs? Jedes Wort mehr ist eines zu viel, denkt unsereins. Gibt es in Rom ein „Weißes Rößl"? Würde der Schuhplattler hier nicht als die Ausgeburt eines Medizinmannes von den Fidschi- Inseln erscheinen? Die Französin mag den tu* vestiert und auf alle Wirtschaftsteile verteilt. Deutschland exportiert nach Brasilien hauptsächlich Farben, pharmazeutische Produkte, Automobile, Eisenbahnmaterial und elektrische Artikel und deckt dafür etwa die Hälfte seines Kaffeebedarfes in Brasilien. Man zählt ungefähr eine Million Deutsch-Brasilianer mit deutscher Muttersprache, die mit dem Schicksal ihres neuen Daterlandes auf das engste verbunden sind und die gleichzeitig eine beachtsame Werbearbeit für ihre alte Heimat leisten. Bei der ungeheuren Ausdehnung des Landes, das dreißigmal so groß wie Deutschland ist, ist der Zusammenhang der deutschen Kolonien in Rio de Janeiro, Sao-Paulo, Para und in den Süd-Oststaaten nicht sehr fest. Es ist nun das Bestreben und der Gegenstand eingehender Erörterungen, diesen Zusammenschluß herbeizuführen. Im Rovember 1929 wurde in dem Staate Santa-Katharina das hundertjährige Jubiläum der deutschen Einwanderung feierlich begangen. Auf Dorschlag des damaligen Derkehrs- ministers Dr. K o n d e r, der deutscher Abstammung ist, wurde beschlossen, in der bekanntesten Kolonie, in Blumenau, ein Museum der deutschen Einwanderung zu gründen. Dieses Einwanderungsmuseum soll die Aufgabe erfüllen, alle deutschen Dereine in Brasilien zusammenzufassen. Jeder Brasilianer deutscher Abkunft, jeder eingewanderte Deutsche, jede Firma, die deutsche Interessen vertritt, soll sich vertrauensvoll an die Liga wenden dürfen. Dor einem Jahre wurde während der revolutionären Wirren der deutsche Dampfer „Bade n" vom Fort Copacabans in Rio unter Artilleriefeuer genommen, mehrere Passagiere wurden getötet und verwundet. Der böse Zwischenfall ist vergessen. Es besteht kein Gegensatz zwischen Deutschen und Brasilianern. Sollte es endlich gelingen, stabile Derhältnisse zu schaffen und die drohende Revolutionsgefahr zu bannen, so würden der Handel und der Wechselverkehr zwischen dem Reich und Brasilien einen rapiden Aufschwung nehmen. Leider sind noch keine Anzeichen für ein Schwinden der schweren wirtschaftlichen Krise zu sehen, die Rot aber läßt das Revolutionsfieber nicht sinken. stigen Einfall mit koketter Grazie tragen, aber ist die Römerin kokett? Sittsam neben der ehrwürdigen Matrone einherschreitend, nicht trippelnd, soll Lukretia, soll Graziella, soll Donna Edda Comtessa Galeazzo Ciano di Cortellazza mit diesem ulkigen Kopfputz in die Kirche gehen? Jmpossibile. Ganz und gar unmöglich. Die Römerin. soweit sie auf Tradition hält, und welche vornehme Dame würde das nicht, bleibt bei Schwarz. Wenn man also vielleicht die Form übernehmen, bloß die Form — —? Escluso. Ausgeschlossen. Die Römerin kehrt dem verrückten Hutladen den Rücken. Die Spanierin hat auch schwarzes Haar, zu dem Grün einfach nicht geht, gewiß, aber sie kann eine rote Granatblüte unter den Rand stecken. Also liegt es bloß am Haar? Die Römerin promeniert bis zu dieser Stunde auf der Straße ohne Jägerhütchen, sie mag es nicht, sie will cs nicht, weg damit. Man muß diese Scheußlichkeit nur einmal, wir können ja noch einmal an dem Geschäft Vorbeigehen, richtig ins Auge fassen. Siehst du. Graziella, zu Blond mag das ja recht nett sein — wie sagst du, die alten Römerinnen hätten auch Gefallen gefunden an dem Blond der Germaninnen? Va Geschichten ans Italien. Don unserem römischen ll-Korrespondent. bene, aber die Komplementärfarbe wäre Rot. Das machen sie in Paris mit Perücken, zu drollig. Die Federn können wir ja den Deutschen überlassen, erinnerst du dich noch an chren komischen Stolz auf die Rasierpinsel, die sie in Bolzano auf den Hüte ntragen? Graziella behauptet in München gewesen zu sein und dort dieselben grünen Hütchen samt Apachcnaufpuh auf den edlen Rachkommen Thus- neldas gesehen zu haben, deren hehrer Weiblichkeit die Reinlichkeit auf den öffentlichen Straßen obliegt . Worauf alles wieder aus dem Hutladen flüchtet und demonstrativ in schwarzen Glocken über den Corso schreitet. So geht das nun schon seit Wochen. Roch kein einziger Frosch ist verkauft worden. Die Römerin hat Geschmack, hat Mut, will eher unmodern scheinen als komisch. Allerdings scheint die Sache mit dem geliehenen Blond der Germaninnen im alten Rom Eindruck gemacht zu haben. Lukretia hat mich heute schon zweimal angeklingelt und die Vertrauensfrage gestellt, ob Graziella, meine grau, wohl mitmachen würde? Also, zu glanzschwarzem Haar komme ein grüner Hut. möge er an sich noch so schick sein, gar nicht in Frage. Dielleicht aber ließe sich's umgekehrt machen —? Run, ich verstand nicht gleich, die tveibliche Diplomatie läuft immer in anderen Windungen als die unfrige, ich stelle nur fest, dah Lukretia und Graziella seit 15 Ahr beim Friseur sind. Jetzt ist es 19 Ahr. Kann man in dieser Zeitspanne ein Medeahaupt, ein Jphiegenieköpfchen zu einem Jägerhütchen passend umformen umfärben —? Ehen werden in der Stratosphäre geschloffen. Ein berühmter amerikanischer Professor, Darwin O ' L i o n, der in der letzten Zeit so viel von sich reden machte und so sensationelle Erfolge hatte, daß Irland mit Stolz feftftellte, seine Wiege habe auf der grünen Insel gestanden, entdeckte, wie erinnerlich, die braune Sahara als den idealen Startplatz für Raumgeschosse. Er gab den Raketen weihe Mäuse und Sperlinge als Passagiere mit und die Tiere erwiesen sich intelligent und dankbar genug, aus sechzig Kilometer Höhe auf diese von dem Weltwirtschaftsleben geschüttelte Erde zurückzukehren. Das heiht, in die ruhige Oase der Sahara, genauer gesagt, in den vorsaharischen Palmengürtel Tripolitaniens. Die italienische Kolonialverwaltung unterstützte die Dersuche Lions, die das von der Columbia- Aniversity investierte Kapital durch ihre Ergebnisse geradezu beschämten, auf alle erdenkliche Weise. In Begleitung seiner unerschrockenen Sekretärin, einer feschen Wienerin, sah man den Raketenprofessor bald in Misda, bald in Ghadames, heute auf dem Dschebel, gestern in einer Talsenke, zu Pferd, auf dem Kamel, vor allem an den gastlichen Tischen der Kolonialoffiziere, denen er merkwürdigerweise viel lieber von seinen geheimnisvollen Plänen erzählte als den Journalisten. Die Presse war für ihn Luft, ihre Dertreter muhten im Grand Hotel von Tripolis oft tagelang antichambrieren, und wenn sie endlich wie ein bescheidenes Talglicht vor der Leuchte der Wissenschaft standen, blies er sie aus, einfach aus. Das hat dem Professor einigermaßen unsere Sympathien gekostet, aber die amerikanische Sensationspresse lieh sich dadurch selbstverständlich nicht abhalten, mit immer größeren Angeboten herauszurücken. Für einen einzigen Artikel Lions bot sie so viele Dollars, als ein italienischer Journalist Lire im Monat verdient, und schließlich gab Darwin O'Lion nach. Zehn Zentimeter hohe Schlagzeilen der Reuyor- ker Zeitungen brachten die Gemüter in Wallung, bis zur Arbeiterzeitung in Wien drang auf diese Weise die Fama, falls nicht etwa Fräulein Maria Gießener Etadttheater. Gastspiel der Thoma-Bühne: „Kalteisergcist" von Max Mohr. „Der dichterische Mensch muß seine Wurzel suchen. Er kann sie suchen in der Prähistorie, in der Rückkehr zur Ratur oder in den letzten Resten des Dolkstums. Zellenbildungen konservativen Geistes heißt die Mahnung unserer sterbenden Kultur" — mit solchen Worten umgreift der Dichter den Sinn feines Dolksstuckes „K a l t e i s e r g e i st" , das er, wie man lieft, einer Anregung des englischen Schriftstellers D. H. Lawrence folgend, für die Schultes-Leute und ihr Bauerntheater geschrieben hat. Der Dichter Max Mohr, von Haus aus Me- diziner, tauchte mit dem romantischen Lustspiel „Improvisationen im Juni" recht eigentlich Inder Literatur auf, schrieb in schneller Folge ein Stuck nach dem andern und schwenkte dann zum Roman ab; es ist, als ob sich in jedem seiner Bucher schon das entscheidende Problem und Leitmotiv für ein neues herausbilde: so folgte auf die „Beaus in den Fischen" „Die Heidin", auf die „Heidin" die „Freundschaft von Ladiz". And die Fabel des „Kalteisergeistes" ist wiederum schon im Kern in jenen erzählerischen Dorläufern enthalten. Das alte Grundproblem, das sich aus der Gegenüberstellung von „„städterner" Zivilisation und bodenständig-bäurischer Kultur ergibt, entwickelt das Dolksstück an einer schlichten und gradlinigen Fabel. 2m weltabgeschiedenen Dorf ^m Karwen- del bricht der spekulierende Geschäftsgeist des technischen Zeitalters ein und will die Einöde nut einem Bergbahn-Projekt „erschließen . Die Mehrzahl der Bauern ist dagegen; ein paar wenige wittern Geld und Geschäft und sind dafür Das Motiv der feindlichen Zwillingsbruder spielt hinein Der verstädterte Wolfgang Kalteiser sucht den eingesessenen Bauern und Kramer Quirin Kalteiser vom angestammten Besitz zu vertrei- «Die Bauern wehren sich gegen die Städtischen plump, mit Gewalt, einer erschlägt den Ingenieur, der den Bahnbau leitet, muß fliehen, wird vom Quirin verborgen; den heben sie aus, und.er muß ins Zuchthaus. Der Wolfgang erreicht, was den Jndustriemenschen nie Ölungen wäre: er handelt den Bauern mit Aktien Grund und Boden ab. Ihm schweben gigantische Plane vor: Hotel, Dank, Kaufhaus im industrialisierten Kar- wendel. Aber es erweist sich — drei Jahre später —, i daß der alte Kalteisergeist doch stärker, lebens- I kräftiger und gesünder war als der neue. Im | Dorfwirtshaus kommen sie wieder zusammen, die Karwendelbauern, denen inzwischen ein grausames Licht aufgegangen ist. Der Wolfgang Kalteiser hat abgewirtschaftet und ist bankrott samt seiner „städternen" Madam Zilly, die er sich mitgebracht hat vor drei Jahren. Sie haben dem Berg den Bauch aufgeriffen, aber die Bahn ist dennoch nicht zustande gekommen, weil das Geld fehlt. And die trauernden „Aktionäre" gehen einer nach dem andern zum Quirin über, der wieder heimgekom- men ist auf den alten Dauernsih und der wieder aufbauen wird, was der spekulierende Zwillingsbruder verpfuscht und verdorben hat. Rückkehr zur Ratur und zu den letzten Resten des alten Dolkstums —: das ist die Grundmelodie der drei Akte; das war schon in der „Heidin" der leidenschaftliche Appell. And wenn zuletzt die Zilly den Karwcndel-Dauern mit einer simplen Astrologie ihr Geld- und Liebes- und Gesundheits-Horoskop aus der Hand lieft, dann fühlt man sich freundlich an den herzhaft heiteren und romantisch verträumten Roman von der „Denus in den Fischen" erinnert. Der Dichter hat sein Stück für die Tegernsee- Dauern geschrieben, er hat mit ihnen geprobt und führt auch selber Regie. So kommt alles aus einer Hand und ist alles aus einem Guß. Er läßt das Stück so schlicht, so aus dem Dollen einer bodenständigen Spiellreude und natürlichen Spielkultur hervorwachsen, derb, gradlinig, rechtwinklig, mit klarer Derteilung von Licht und Schatten, daß man seine Freude daran hat. Das steht alles festgefügt in den einfachen, fast kärglichen Umriffen von Kramladen und Wirtshaus wie die monumentalen Bauernszenen des verstorbenen Egger- Lienz. * Man kennt die Truppe hier von ihrem ersten Gastspiel mit Ludwig Thomas bäuerlicher „Magdalene". And man hat aufs neue den starken Eindruck einer aus dem Leben schöpfenden, natur- nahen Schauspielerei von einer Geschlossenheit der Einzeldarstellung und des Zusammenwirkens, wie man es auf der städtischen Bühne nicht oft in der gleichen gelassenen Selbstverständlichkeit erlebt. Angemein überzeugend wirkt Max Schultes als Quirin in seiner zähen, kämpferischen Bodenständigkeit, seinem ätzenden Spott, seiner grimmigen Lebenskraft, die doch zuletzt die Oberhand behält gegen den feindlichen Zwilling; ihn gibt Berti Schultes ebenbürtig als feftumriffene Charakterfigur — ohne den kleinsten Abstecher in eine naheliegende, effektvolle Theaterei. Der großen natürlichen Begabung der Loni Schultes war in der Rolle der zwischen Altem und Reuem, zwischen Land und Stadt schwankenden Zilly eine Aufgabe gestellt, der sie mit der gleichen Jnstinktsicherheit wie in der „Magdalene" gewachsen war. — Eine kernige Andreas-Hofer- Gestalt: Franz Fröhlich als Zeskabauer. — Ein sauber abgestimmtes Terzett von derber, ländlicher Komik war die Malferteinerfamilie: Ander! Kern, Ludwig Schleich, Minna Späth. Auch Rosl Schultes, Anni Becker und Hermann E r h a r d t standen in kleinen Szenen sicher an ihrem Platz. — * Der Besuch würde zweifellos stärker gewesen sein, wenn das Gastspiel nicht mit dem gleichzeitigen Vortragsabend des Goethe-Bundes zu- fammengefallen wäre; hoffentlich lassen sich künftig derartige Kollisionen — im Interesse aller Beteiligten — vermeiden. hth. Goethe-Bund. 1. Dichteraßcnd: Ina Leidei. Es war zu erwarten: der Dichterin harrte eine große aufmerksame Zuhörerschar, sichtlich bereit, aufzunehmen und mitzuerleben, was die stille, ernste und- Wohl auch leidende Frau vorerlebt hatte und nun vermitteln wollte. Die Dichterin wurde herzlich begrüßt. Zuerst hörte man einige Gedichte. Als erstes „Drei Frühlingslieder aus der großen Stadt", Gedichte, die dem Zuhörer sofort die ganze große Eigenart der Dichterin bewußt werden lieft: jene Verbundenheit mit der Ratur, die aber nicht das ist, was man gemeinhin urwüchsig nennt, sondern eine Verbundenheit, die unendlich vergeistigt ist und damit die kosmische Welt und das pulsierende Leben auf der Erde tiefer und nachhaltiger zu erfassen vermag, als der unbetouftt Naturverbundene hierzu imstande sein wird. Gesteigert wurde dieser Eindruck in den Gedichten „Der Pflüger" und „Der Waldarbeiter". „... Er hat den meilenweiten Wälderschritt, Den Hut im Nacken und das Brot im Sack, Geruch von Harz und Borke führt er mit. And kleiner Feuer Reisigrauchgeschmack.. So klingt es im „Waldarbeiter und man sieht den Mann im Geiste durch den Hochwald schreiten. In wenigen Zeilen sind gerade in diesen beiden genannten Gedichten zwei Arten vonMewchen ganz ersaht und wiedergegeben. Der eigene Rhythmus und die faszinierende Sprache zwingen zum Mit- erleben. Ein weiteres Gedicht „Phlox" verrät feinste Einfühlung in geheime Dinge, und wenn hier die Dichterin spricht: „ ... Nun aber ward es Nacht, — ihr füften Blumen, hört, — Nachts war ich auch bei euch und hab' euch nicht gestört. Dom Sternlicht nicht erreicht, umtrieft von kühlem Sau Standet ihr Witwenhaft, verhüllt in stummes Grau.. dann ist das nicht nur ein Spiel mit Worten, sondern der Ausdruck subtilster seelischer Schwingungen. Gleichermaßen waren die Gedichte „Der Berg", „Auf eine Pflanze" und „Trost" zu bewerten. Derstärkt wurde der Eindruck durch die Art des Dortrags, die erkennen lieft, daß die Dichterin noch inmitten ihrer Gedichte lebt. Dem immer wieder anderen Rhythmus folgte man gerne. Dann las Ina Seidel drei Kapitel aus dem großen Roman „Das Wunschkind", zuerst aus Christoph von Echters (der Hauptfigur des Romans) frühen Jugendjahren ein feines, von zartem Humor umwobenes Kapitel, das aber auch der tiefernsten Töne nicht entbehrte. Ein anderes Kapitel ließ die Schlacht bei Jena und Auerstädt lebendig werden, gleichzeitig war es das Hohelied einer Mutter, die um den Sohn bangt und doch aus ihrem mütterlichen Gefühl heraus weiß, daß er lebt, wie sie es auch später weiß, daß der Sohn tot ist, gefallen bei Groß-Görschen. Dieser Tod war in dem den Roman abschließenden Kapitel geschildert, mit dem zugleich der Abend seinen Ausklang sand. In einer reinen Sprache waren die Dinge und Dorgänge dargestellt, mit beruhigter Klarheit das Wesen und das Leid der Mutter wiedergegeben; die Figuren des Romans traten plastisch vor den Zuhörer. Man konnte schon aus diesen drei Kapiteln die Gröhe der Konzeption des Werkes erahnen. Es ist nicht zu viel gesagt, wenn man die Dichterin Ina Seidel neben Ricarda Huch stellt als eine der bedeutendsten Vertreterinnen zeitgenössischen deutschen Schrifttums. Der Abend bewies es. Die Dichterin fand lebhaften Beifall. Die Deranstaltung des Goethe-Bundes in der Reuen Aula der Aniversität war sehr gut besucht. n. Helene Sockel, die fesche Wienerin, auS der Schule geplaudert haben sollte ... Jedenfalls tut sie S jetzt. SS spielt da noch ein anderer Mann herein, ein reicher Engländer, der sie im Grand Hotel in Tripolis kennen und lieben lernte. Da sie immer außerordentlich beschäftigt war. muhte er sich jedes Liebesstündchen geradezu erfaufert, dem Professor für seine Versuche an abgelegenen Orten t ü ch t i g R e i s e- g e l D verschieden. Dreifache Arbeit mache «hm das, wenn er sich ohne seine einges«bulte Sekretärin behelfen müsse, und dreifach zahlte ohne Wimperzuckcn der Engländer. Run daS Geld war ja nicht verloren, der Professor konnte eS mit ZinS und Zinseszins zurückzahlen und ouherdem machte sich der Engländer um die Wissenschaft verdient. Immerhin, einige Tage vor der Hochzeit kam er von einer Reife nach Tripolis zurück und suchte den Professor auf, heiht das, er suchte ihn. DaS Fräulein, die Mih, die Signorina, suchte ihn auch. Die italienische Äolonialrcgierung desgleichen. Wie eS scheint, sogar die D 0 liKel... Run, um die Sache kurz zu machen, hier die Deichte des schönen Raketenfräuleins .Professor Lion? Ist ja gar kein Professor! Air gewesen. Seine Diplome waren immer gerade in einem Koffer, der unterwegs war. Rockfellerinsti- tut? Eolumbia-Universität? Alles Flausen Gewiß, ja, in Wien hat er eine Sekretärin gesucht und ich meldete mich und wir gingen nach Libyen. Aber nicht eine einzige Rakete hat der Schwindler losaeschossen. Wie, sogar Tote und Verwundete habe cs bei einem mißglückten Versuch gegeben? Hat sich was! Gr selbst telegraphierte das an die amerikanische Presse. Stratosphäre? Schmarren. Gr liegt jetzt in Wien in einem Sanatorium. Sonst war es allerdings ganz nett da unten, wir haben fidele Tage verbracht — und Kamele gibt es da, Kamele! Wollen Die ein paar Photos sehen?" Kamele hin, Kamele her, das Wiener Madl ist jedenfalls auf dem nicht mehr ungewöhnlichen Wege über die Stratosphäre zu einem Mann gekommen. Ulrich von Hutten. 3m Oberhessischen Geschicht»verein sprach am ersten Vortragsabend Unioersitätsprofes- sor Dr Götze über den Dichter Ulrich von Hutten. 3n einer kurzen Einleitung berührte der Vortragende die allgemeinen Gründe für den Verfall des Rittertums, und stellte dann an Hand seines Lebensgangs, seines Werdens und seiner literarischen Werke die Gestalt Huttens dar, den man weder als Politiker, noch als Vorkämpfer von Luthers Reformation, sondern in erster Linie als Dichter und humanistischen Schriftsteller betrachten mutz. Ulrich von Hutten, am 21. April 1488 auf der Burg Steckelberg nicht weit von Fulda geboren, gehörte einem alten reichsritterlichen Geschlecht an; daraus lassen sich für ihn, der sich allezeit als Ritter gefühlt und bezeichnet hat. Stärke und Schwäche seiner Persönlichkeit, Vollbringen und Tragik seines Lebens ableiten. Dieser an der Grenze unseres Landes geborene Edelmann, der zeitlebens mit hessischen Machthabern und Gelehrten Verbin- düng hatte, der mit der Gründung der Universität Mainz verknüpft ist und Erlebnissen in Worms und auf der Ebernburg die entscheidenden Eindrücke seines Lebens verdankt, ist in unfern Tagen Gegenstand lebhafter Auseinandersetzungen gewesen. Das Huttenbild des 19 Jahrhunderts hat David Friedrich St rauh 1858 mit seinem Buch .Ulrich von Hutten" bestimmt, das noch 1914 eine Neubearbeitung durch Otto Siemen erfahren hot die wohl im einzelnen manches berichtigt, aber die Grund- auffaHuna bejaht Das aber ist die Auffassung der romantischen Geschichtsschreibung Gegen sie richtete Paul Kalkoff 1920 sein Buch „Ulrich von Hutten und die Resormation", in dem er zeigt, wie der | Humanist, von Luthers religiöser Fragestellung un- I Am Gesauenen Ehrenmal in der -schmleßu/en Wach unter oen Linden in Berlin zog am Totensonntag ein riesiger Strom von Besuchern vorüber, die an dem schlichten Denkstein Kränze zu Ehren der gefallenen Helden des Weltkrieges niederlegten. berührt, nur die grob äußerlichen Züge reformatorischen Kamvfes versteht und aufnimmt. Ein zweites Buch Kalkoffs, „Huttens Vagantenzeit und Untergang" (1925) trägt Luthers Kennzeichnung des Ritters auf dem Titelblatt „Ein stolzer, frecher, freue- ler Mensch", und zeigt schon damit, in welchem Sinn das romantische Huttenbild zurechtgerückt werden soll Der Vortrapende zeigte in gerecht abroägenber Darstelluny, wie beide Auffassungen Hutten Unrecht tun. Er will nicht als gläubiger Anhänger der Reformation gewürdigt fein und nicht als Politiker, sondern als Dichter Seine Stärke ist eine außerordentliche formale Begabung die ihn erst in lateinischer. dann in deutscher Dichtung das Höchste leisten läßt, zu dem ein deutscher Dichter seiner Tage vordrang Seine Tugend ist rückhaltlose Offenheit, der sittliche Zorn gegen das Schlechte, die unbeirrbare, tapfere Gesinnung, die liebt, was einzig liebenswert ist: „die göttliche Wahrheit, die gemeine Freiheit". Darum hat Ulrichs von Hutten Feder, der einzige Besitz, den er auf Erden zurückließ, als er 1523 auf der 3nfel Ufenau im Zürcher See starb, unsichtbar sichtbar alle die großen Kämpfe der Deut- schen fortan mit durchfochten 3m Anschluß an den mit starkem Beifall aufgenommenen Vortrag, für den der Vorsitzende, Uni- versitäts Bibliotheksdirektor Prof. Dr. Ebel, dem Vortragenden dankte, fand die diesjährige Haupt» verfammlung des Vereins statt. Der Vorsitzende berichtete über die Arbeit des abgelaufenen Jahres, die Vorträge und die Verbandstagung der hessischen Geschichtsvereine Sodann sprach er über den Mitgliederbestand und die Kasienlage und bat die Versammlung, durch Anerkennung der bereits geprüften Rechnung die beiden Rechner zu entlasten Mit dem Dank an die Mitglieder und der Ditte, dem Verein auch in dieser schweren Zeit die Treue zu halten, schloß er die Versammlung Dbert>effen. Bäder-Zusammenschluß. 2S. Dad - Rauheim. 2l.Rov. Die allgemeine Rotlage der deutschen Däder hat heute, nachdem im September schon die erste Besprechung stattgesunden, endgültig zu ei .em in c.xf anten Zusammenschluß geführt. Die drei yrohen Taunusbäder Wiesbaden, Dad-Rauheim und Dad Homburg haben eine Interessengemeinschaft der Heilbäder Wiesbaden. Dad-Rauheim und Dad Homburg gegründet mit dem Zwecke gemeinsamen Vorgehens in allen verkehrswirtschaltlichen und werbetechnischen Fragen. Dem Arbeitsausschuß dieser Interessengemeinschaft. die sämtliche an der Kurindustrie interessierten Kreise unb Verbände der drei Heilbäder in sich schließt, gehören Vertreter der Aerztcfchaft, der Kurverwaltungen, sowie der Hotels und der Kaufmannschaft an. Der Vorstand seht sich zusammen aus Stadtrat Glücklich (Wiesbaden), Kurdirektor Hosner (DadHomburg! und Dipl.-Ina. Weniger (Bad-Rau- heim). Am 5. Dezember findet in Frankfurt a. M. eine Desprechung der Interessengemeinschaft mit dem Reichsfinanzminister statt. Landkreis (Bietzen. (D ©rüningen, 22. Nov. Die auf den 6. Dezember angesctzte Bü r pe r m e i ste r wa h I braucht nicht stattzufinden, da für die Wahl nur e i n Vorschlag, der auf den bisherigen Bürgermeister Eu- I e r lautet, eingereicht worden ist. Bürgermeister Wilhelm Euler gilt somit als für weitere 9 3ahre gewählt. Es ist hier das erstemal seit 50 3ahren, daß für die Bürgermeisterwahl nur ein Vorschlag abgegeben wurde Lich, 23. Rov. Der Licher VvlkSbil- dungsverein veranstaltete am vorigen Freitag ein K o n z e r t. das wohlgelungen und gut besucht war. DaS vielseitige Programm brach!» nach der eiirleitenden Ouvertüre zu .Goriolan' von Beethoven, wechselnd Gelänge und 3nftriN mental-Vvrträge in bunter Folge. Frl. Drücket- Dad-Rauheim (Mezzosopran und Herr Kruger-Steinfurth (Tenor» fanden für ihre Lieder und Arien (Schubert. Beethoven. Mozart und Tuceini) ein dankbares Publikum. Frl. I ä g e t (Klavier) und die Herren Hinkel (Woline) und Knodt (Gello! spielten zwei Sähe aus dem Trio Rr. 2 von Beethoven und das Trio Rr. 6 von Haydn. Die Begleitung der Gesänge führte Herr Lehrer Stein in hervorragender Weise durch, während Frl. I ä g e t die Händel-Sonate für Violine, von Herrn Hinkel ausgezeichnet vorgetragen. auf- beste begleitete. j Lauter 23. Nov 3n unserem Orte hielt in diesen lagen das Schiedsgericht im Feld- bereinigungso erfahren eine Sitzung ab. 3n der Hauptfache beschäftigte sich das Schieds-g. richt mit den Reklamationen wegen der hier fo zahlreichen Obstbäume, den Klagen einiger Unzufriedener und der Zuteilung eines Duellgebiets unter- i halb der Bingmühle an den hessischen Staat E» ban- ! beit sich dabei um an und für sich minderwertiges j Wiesengelände, da» aber, weil in ihm 17 Quellen : zutage treten, nach Ansicht der seitherigen Be- ! sitzer für den Staat, der bekanntlich von hier aus einen großen Teil der Wetterau und Bad Nauheim mit Trinkwasser versorgt, einen höheren Wert bat । Die Vertreter des Staates lehnten bei den Verband- j lungen Ersatzansprüche der Altbesitzer ab und diese I verlangten entweder Ankauf der Quellen durch den Staat ober Wiederzuteilung ihre» Geländes. Jttrcie Büdtngcn L Dobenhausenl. 23.Rov Auch in unserem Orte würbe auf Veranlassung des Landes- ausschusses der Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege in Hessen für die Wi nter- not Hilfe 1 9 31/32 ein örtlicher Ausschuß gebildet. dem Bürgermeister HaaS. Lehrer 3 a* k o b i, Karl Ries III. und Gustav Wacker an- gehören. Auf Grund einer inzwischen abgeschlossenen SinzeichnungSliste wurden insgesamt I Zentner Kartoffeln. 3 Zentner Gemüse, 4 Zentner Obst und Hülsenfrücht«, sowie ein kleiner Geldbetrag von den hiesigen Einwohnern zur Verfügung gestellt. Die Lebensmittel werden der Stadt Offenbach überwiesen. e. Hirzenhain. 23. Rov. Bei Einbruch der Dunkelheit sammeln sich zur Zeit allabendlich Hunderte von Krähen Über dem Ort. um mit viel Geschrei in stets dem gleichen Fichtenbestand "zu horsten. Bei Tagesanbruch löst sich dir Schar wieder in einzelne Trupps auf, die nach den verschiedensten Himmelsrichtungen a wie in* an verfliegen. Kreis Schotten. Schotten, 23. Nov Die Kulturfilm- stelle beim hiesigen Kreisschulamt bringt Im Laufe dieser Woche den Kulturfilm „Eine Reise unter der Mitternachtsonne" in den Schulen des Kreise» zur Vorführung 3n einer Zeit, die der Erforschung der Arktis größte Aufmerksam- reit entgegenbringt, wird diesem Film, der die Ei», und Schneewüsten des Nordens als Hintergrund hat, besondere Bedeutung zuzumessen sein. Ein zweiter Film zeigt den Kamps ums Dasein auf dem Meere», gründ. 3n Ulrichstein Ruppertsburg. Ober Schmit, ten, Burkhards und Over Seemen finben auch Abend- Vorführungen für Erwachsene statt. V Gedern, 23.Rov. Im nähsten Iahre werden cs 90 Iahre, daß der hiesige Mannergesangverein .Liederkranz" gegründet wurde. Diesem Iubiläum will der Verein durch ein WertungSsingen besondere Bedeutung verschaffen. Der Beschluß dazu wurde in einer am Samstag abgehaltenen außerordentlicher Generalversammlung herbeiaeführt. Als Termin wurde der 12. Iuni 1932 festgesetzt. Am Wessen Knd bin ich? Vornan von Fr. Lehne (Urheberschutz durch E. Ack.rmann. Romanzentrale Stuttgart.) 11. Fortsetzung Nachdruckoerboten Hanno hatte auf Bitten der Frau Lenz auf dem Sofa Platz genommen, dem „Ehrenplatz", wie er lächelnd bemerkte. Zum ersten Male war er ja nicht im Lehrerhaus, und er konnte sich der Gemütlichkeit nicht verschließen, die besonders im Wohnzimmer mit den Möbeln aus Birkenholz, den schneeweißen Vorhängen und den vielen Familienbildern an den Wänden herrschte. Ein Vogelbauer am Fenster war mit einer gestickten Decke verhüllt, und die größte Zierde des Zimmers bildete ein hübsches Klavier Die mit einem toten Seidenschleier verhüllte Lampe warf einen rosigen Schimmer auf Ebbas holdes Gesicht. Er mußte sie immer ansehen, die ihm schräg gegenübersah, mit einer feinen Handarbeit beschäftigt Wie schön war das Mädel, wunderschön — und alle diese Süße gehörte ihm! Heiß strömte ihm daS Blut durch die Adern, wenn er daran dachte. „Fräulein Ebbas Zusage kann ich also bestimmt für Mamsell mitnehmen?" ..3a. Herr Graf!" cntgegenetc sie mit niedergeschlagenen Augen, „ich komme morgen zeitig und werde bleiben, solange man mich braucht! Ls freut mich, wenn ich Mamsell Auguste, bei der ich soviel gelernt, einmal gefällig fein kann!" »Die größte Freude wird Inga haben." „UnÄ beiden wird der Abschied sehr schwer werden!" „Es ist ja nicht für ewig! Die paar Winter- monate werden vergeben, und im Sommer sind die Eltern mit Inga ja wieder hier! Außerdem werden Sie Inga in Dresden doch besuchen, wie alles schon besprochen ist!" lächelte Hanno sich erhebend „So, jetzt werde ich über den „Hohen Rücken" heimkchren: dort stehen ein paar kapitale Böcke! Einen davon habe ich mir für übermorgen aufgehoben. einen darf Graf BalSberg schießen —" „Der „Hohe Rücken" ist ein großer Mmtoeg, Herr Graf! Unb diese späte Stunde —“ Hanno lachte -Soll ich mich fürchten, Herr Lenz? Wahrscheinlich werde ich den Förster treffen — wir haben so halb und halb eine Verabredung —" Er gab Frau Lenz die Hand, dann Ebba — „auf morgen. Fräulein Ebba —** ilnb dabei glänzten feine Augen und leuchteten und lachten in die ihren Ach. welche Macht ging doch von diesem sonnenfrohen Menschen auS! Als Ebba in ihrem Ziinmerchen war. mußte sie immer an ihn denken. Unb wie sie sich gefunden! Eines Abends hatte er sie ganz einfach in die Arme genommen, hatte sie geküßt und gesagt „Du, ich hab' dich lieb, kleine Ebba, und du sollst mich auch lieb haben!" Ihr Widerstreben hatte er mit seinen Küssen erstickt! Es war vor acht Tagen gewesen. Eie hatte die Freundin, die an einer kleinen Erkältung litt, besucht, und Hanno hatte sie heimgeleitet, da man doch die Zeit verplaudert und Ebba in der früh einfallenden Dämmerung nicht allein nach dem Dorf zurück- gehen sollte. Wie verzaubert war sie: feine herrische Art hatte sie bezwungen, wie ein gefangenes Vögelchen war sie in seiner Hand Unb sie konnte es nicht fassen, daß Hanno von Reinshagen sie liebte — und zu seiner Frau begehrte! Denn in ihrem romantischen, welt- unkundigen Sinn betrachtete sie sich nun als feine Braut — man küßt doch kein Mädchen, das man nicht heiratet! Auf eine ganz leise schüchterne Bemerkung, was Inga wohl sagen würde, hatte er sie gebeten, vorläufig zu schweigen — „laß erst Die Ucbcrfieblung der Eltern vorbei sein! Es gibt jetzt noch vielerlei zu erledigen und zu bedenken —" und sie fügte sich feinen Bestimmungen Hanno war rettungslos in Ebbas blonde, berauschende Schönheit verliebt, und mit der ganzen Kraft feiner starken, leidenschaftlichen Ratur begehrte er sie. Wie ein Blitz hatte es ihn getroffen, als er den nie besonders beachteten Backfisch aus dem Lehrerhause als eine fo wundervolle Mädchenblüte wiedergefehen War Ebba bei Inga zu Besuch, so verstand er es einzurichten, daß es in der Rähe der beiden jungen Damen immer etwas für ihn zu schassen gab. Er brachte Ebba nicht aus feinem Sinn: feine Leidenschaft wuchs, und da er kein Mann der unerfüllten Wünsche war, fo suchte er bald nach einer Gelegenheit, Ebba für sich zu gewinnen Er wußte wohl, daß sie anders war alS die meisten jungen Mädels, so rein, fo unerfahren: für eine unbedenkliche verliebte Tändelei war fic nicht au haben — dazu war sie viel zu schwerfällig und dachte in ihrer Unwissenheit gleich an Verlobungsring und Standesamt. Er überlegte nicht, was er in ihr zerstörte und auch wachrief! Er war sich selbst nicht klar, was er wollte — wie ein Fieber hatte es ihn erfaßt — ihren weichen, süßen Mund zu küssen, war fein unwiderstehliches Verlangen, an dem er krank werden würde, fände es keine Erfüllung. Der Mittelpunkt seines Denkens war einzig und allein Ebba Lenz! Viele Mädchen hatten seinen Weg gekreuzt: die chm gefallen, hatte er einfach genommen, und am nächsten Tage waren sie vergessen! Aber die Ebba. daS war etwas ganz anderes, das sah tief im Herzen! Und ihre Reinheit, das schrankenlose Vertrauen, daS sie ihm entgegenbrachte, rührte chn — nein, die Sbba mußte ihm heilig sein — seine Wünsche durften nicht weitergehen — denn sie war eine von denen, mit denen zu spielen eine Todsünde war: solchen Mädchen wie Ebba gab man auch den Ramen! Alles das sagte er sich, die Vernunft gebot ihm, Ebbas Herzensfrieden nicht zu stören -- aber sah er sie. war alles vergessen! — Fleißig hatte <3bba der Mamsell geholfen, sie war müde geworden von dem vielen Hin und Her, wenn ihr das Arbeiten auch Spaß gemacht. Es wurde Zeit für sie, zu gehen, und mit dem Versprechen, am nächsten Tage sehr zeitig wiederzukommen. verabschiedete sie sich Hanno hatte sich erboten, sie nach Hause zu begleiten. „Endlich!" Gr hatte den Weg durch den Park gewählt, obwohl es schon ziemlich dunkelte: aber an feiner Seite brauchte fic sich nicht zu fürchten — oder doch — ? Ihre Schritte raschelten im Herbstlaub, daS rot und gelb und braun den Boden deckte. Kühl strich der Abendwind über die regenfeuchten Wipfel der Bäume, daß die Tropfen mit leisem Klatschen herunterfielen. „Es hat ausgehört zu regnen! Morgen wird sicher das Wetter gut fein; wir haben zunehmenden Mond", Ebba beutete aus die schmale Mondsichel, die am blaffen Abendh.mmel hing — „bann wird zur Iagd die Sonne scheinen!" 3bre Stimme xitterte ein wenig: das Herz klopfte ihr bang in ber Brust. „Das interessiert mich augenblicklich gar nicht!" meinte Hanno in titxf nem Tone. Er blieb stehen unb faßte sie sest an oecde Oberarme „mich interessiert nut dein Mund, lieber Schatz, überhaupt deine ganze süße Perlon! Du bist meine Lonne, du Liebste, du mein scheues Lchmaltierchen! Sine schönere 3agt>beute als ich wird niemand haben —" Und Sbba muhte geduldig feine Küffe über sich ergeben lassen: in süßer Hilflosigkeit lag fic an feiner Brust, bis er fic endlich freigab. Ties aufatmend stand er da. den Aufruhr feiner Gefühle niederzwingend: er dur'te fein kleines Reh nicht au lehr erschrecken! Sie sah ihn so erschrocken und hilflos an. daß er leicht über ihr Gesicht strich — „lleines dummes Ding." Mit erglühendem Gesicht lief fic ihm davon, fast alS fürchtete sie sich vor sich selbst. Gleich hatte er sie wieder eingeholt „Bist du mir böse. Liebes?" Die Wangen brannten ihr: fie wagte nicht, ihn anzusehen: ein leiser Seufzer zitterte über ihre Lippen Sr hob ihr Kinn in die Höhe. „Sbba -r Wie weich und bittend feine sonst fo herrische Stimme Hingen konnte! Wieder suchte er chren Mund „Richt — o nicht! Ditte nicht!" wehrte sie. Sin fremdes, ängstliche- Licht stand vor chren Augen. Sie versuchte sich sreizumachen Ob er ahnte, waS in ihr vorging? Scheu sah fie ihn an, mit heißen roten Wangen. daS blonde, goldige Haar verwirrt von feinem Ungestüm. Fester preßte er fie an sich „Wir muffen es doch erst tagen. Hanno", meinte fie schüchtern. sagen — wem sagen —? Unsere Liebe ist unser Geheimnis! Wissen andere darum, ist der süße Reiz verschwunden! Rärrchen, du —" Hätte Ebba ein wenig mehr Weltklugheit besessen. würde sie ihn verstanden haben! Vorsichtig mußte er gehen. Schritt für Schritt, sie immer fester an sich zu ketten und seinem Willen gefügiger zu machen: er fühlte ja. wie sie chm verfallen war! In süßem Getändel. Arm in Arm. gingen sie nach dem Dorfe. Kurz vor den ersten Häuser» löste sie sich auS seinem Arm. Scherzhaft blieb er einige Schritte hinter ihr ein treuer Diener seiner Herrin!" Doch dann packte er sie wieder — „den Ab- schiedSkuh nicht vergessen, Liebste —" reichlich nahm er sich — es war kein AbschiedSkuh. es war noch immer nicht der letzte, bis fie sich ihm entwand — er war doch zu unvorfichtig! Den» man fie nun fah —? Still und menschenleer war die Dorfstraste. AuS den niedrigen Häuserfenstern fiel daS Licht der Lampen und spiegelte sich in den W""er* pfützen. die vom Regen deS vorhergehenden Tages noch dastanden „Run werde ich dich bei deinen Eltern abliefern und ihnen Guten Qlbenb' sagen!" AlS Hanno m:t Sbba im L- h erhauS verschwunden war. huschte auch Lotte Mähler vorsichtig in ihr HauS. Wie eine wildernde Katze war sie schon den ganzen Rachmittag foerumge ft reift, um Sbba Lenz ja nicht zu verfehlen. Ihre Ausdauer wurde auch von Erfolg gekrönt — fie hatte das Paar. endlich kommen fehen. Heimlich war fie hinter beiden hergefchlichen. um fie au beobachten. Wie der Dra' in Sbba Lenz. diese- langweilige blonde Ding, verliebt war! Reid, ganz wütender Reid erfüllte fie. Run hatte fie Sbba Lenz ganz in der Hand, und sie wollte sie treffen. Alle möglichen Pläne wälzte fie sich durch den Kopf, tote fie es am besten und sichersten tun könne, ohne dast Verdacht auf fie siel. Lange lag sie wach, sich in dem warmen, dicken Federbett behaglich dehnend unb ein Donbon nach Dem anderen lutschend und mit den weihen spitzen Zähnen zerbeißend, daß es splitterte. Endlich hatte sie eine Lösung gefunden — ja. fo würde es gehen? Sie hatte ja Zeit und überstürzen durfte man nicht« Warte du! Scheinheilige Kröte! Wirst schon sehen!" dachte sie befriedigt. Sie haßte nun einmal die Sbba. obwohl diese ihr nicht daS Ge» rtngfk zuleide getan. SS war der dumpfe Hast, mit dem niedrigdenkende Menschen da« Gute und Sdle hassen, ohne einen Grund angeben -» können (Forschung folgt) faruiit findet Ütrtete Dek alte vergangene Astrologie meinte, man einen neuen Zugang dazu, der Vortragende in anschaulicher ^»cmmen zu t.U, was die Ito schilderte 2c2.se die verschiedenen Wirkenssphären, die den !:b»m Planeten zugefprochen wurden: dabei faßte tcn ODongcn, to von feinem Ungestüm. 5 lagen, Hcmno". mdnh irai -1 wnere L anbete darum ? „Astrologie und Christentum ". Sm vollbesetzten Hörsaal 41 der Universität sprach - tote man uns berichtet — Dr. Hernleven, Hamburg, zu dem vorgenannten Thema. 3n der '^.christlichen Zeit waren Astrologie und Reli- |ioon in se.bstve.stündlicher Weise verbunden: das Dar auch noch in den frühen Jahrhunderten des lh >:istentums der Fall. Erst die letzten Jahr- Ilimderte haben durch eine einseitige Raturwissen- h^st den Kosmos entgöttert und damit die 3e Ziehung zu den Wahrheiten der Astrologie verloren. Es kann sich natürlich nicht darum lirrbeln, zu den bloßen Lieberlieserungen zurück- uk'ihren. Vielmehr zeigte der Redner, wie der Wck des Menschen, der erkennend und künstle- - “ 8» let lhr - 1: :Tatsachen aus Ratur- und Menschenleben zu rnam Vilde zusammen. Er beschrieb weiterhin L'iu Durchgang der Sonne durch den Ring der p5lf T.eckre.sbilder und die verschiedenen Wir- bn gen der Sonne im Jahreslauf. Solche Tat- . sih»rn gilt es im Christentum zu berücksichtigen, tznn es z. B. darum geht, die Offenbarung des fHannes und ihre Schaubilder zu verstehen, foct wird Christus als der kosmische dargestellt, . k die sieben Sterne in der Hand hält: das ifin mlische Jerusalem dagegen ist die Stadt mit In zwölf Toren. ilnö vieles mehr. Zugleich üdie auf die Betrachtung der Evangelien ein ru*8 Licht fallen, wenn darauf geachtet würde. Le z. V. im Markus-Evangelium der Erden- tnrüel des Christus Jesus dargestellt wird ent- s:»hend dem Durchgang der Sonne durch die pö«lf Tierkreisbereiche hindurch. Eine solche De- tititung würde nicht zu einer Auflösung der t)aingelien führen (wie etwa bei Drews), sondern rie: neue Seite des Evangeliums offenbaren. vä; naturbedingte Wesen sind wir Menschen c.chy weitgehend von Gestirnen abhängig: darin s.l das Horoskop recht. Der Christ ist aber i: Mensch, der sich durch seine Verbindung mit göttlichen Welt aus dieser Abhängigkeit befiel und von innen her Herr und Meister seines khiitsals wird. luvh in der heutigen Berufungsverhandlung wmhül! der als Zeuge vernommene Schutzmann die (ttll-ch,! Bekundung, die von zwei Zeugen be- fdiicigwurde. Der Angeklagte bestreitet, je eine 2Wiss'! besessen und ein Geständnis abgelegt zu Icmrm Zahlreiche Zeugen bestätigen, daß er den ÄBcih« der Waffe nicht zugestanden, sondern Kleine Strafkammer Gießen. ’ Ortenberg, 20. Rov. 3m Sitzungssaals i; hiesigen Amtsgerichts fand heute eine mehr- |U8)ige Sitzung dec Strafkammer Gießen I1 litt: Zweck dec Verlegung war, die beträchtlichen .LÄftdn für die Vorladung von fast zwanzig ■•Auggen nach Gießen zu sparen. Es handelte sich 1 iir. i Sie Berufung eines Schreiners und Gast- tiLrtu- von Cckartsborn, der vom Amtsgericht $i0iesn6etg wegen Vergehens gegen das Schuh - ildi^f enge seh und die Rotverordnung b? R e i ch s p r ä s i d e n t e n zur Bekämpfung jMischer Ausschreitungen zu drei Monaten iQasi Wochen Gefängnis verurteilt worden tttrt. Cs wurde ihm zur Last gelegt, außerhalb fite Wohnung eine Schußwaffe ohne Waffen- f toi geführt und gemeinsam mit andern zu t Eschen Zwecken an öffentlichen Orten be- tiiD.fl net erschienen zu sein. S»r Angeklagte ist Rationalsozialist. Als solcher er an einer politischen Versammlung seiner 1ß;rht in Eckartsborn teilgenommen und war 10c Schluß mit seinen Parteigenossen in Reih und * Wett abmarschiert. Auf der Landstraße wurden lii non einem Trupp junger Leute verfolgt, die ssi» • :ls „Moskauer" bezeichneten und die Ratio- tmlllstalisten mit Steinwürfen angriffen. Um emie allgemeine Schlägerei zu verhüten, wurde y.ifc Nachtschuhmann von Eckartsborn um Hilfe BOE)t»jangen. Dieser, der sich an der Spitze der „3otifauer“ befand, ließ die Rationalsozialisten Ml: machen. Hierbei beobachtete der Zeuge B., 12.’ 'in Rationalsozialist an einer Telegraphen- lülflngp etwas niederlegte: er sah nach und fand (ferne mit zwei Patronen geladene Browning- iüoivlir, die er. dem Rachtschuhmann übergab. LD.-lM rief: „Eben habe ich Euch entlarvt", hob iliöi Waffe in die Höhe und fragte, wem sie ge» Me_. Als sich niemand meldete, erklärte der ■$ Q-igi! B., er könne den Mann herausfinden und ttveri'hnete den Angeklagten, den er an seiner MErng und seiner Gestalt erkenne. Der An- (Ifltlaf.jte bestritt die Beschuldigung, er wurde aber notuareilt, da der Schuhmann bekundete, er habe Wi gegenüber sich sofort als Eigentümer der 23Ei|fl! bekannt. Cer Sonntag ist in erster Linie dem Gesänge gewidmet. nach Tier Größe des Vereins soll in orer Klassen gesungen werden. Die vorgeschlage- n«n Bedingungen wurden für gut befunden und bar gesamte Vorschlag einstimmig angenommen. Äm die Breiten g-att duychführen zu können, aiuröc-» sieben Ausschüsse eingesetzt. fi« ««« fiJUÄ*’"1 , w Seinen * In bn öDOtftW sSs; sehen. fie p «rli-b« »«" ec”U «»ft M 1« t $ un6 Kreis Alsfeld. Nieder-Gemünden, 23. Nov. In der >it vom 6. bis 13. Dezember findet für den west- ichen Teil des Kreises Alsfeld ein Feuerwehr- arfus statt, der in unserer Gemeinde druch- z je^ührt wird. Für den Kursus ist ein umfangreiches ßölurtragsprogramm vorgesehen. m. O b e r - O 11 e i b e n, 23. Rov. Der Bezirk ! ßwmberg der Kriegerkameradschaft a s s i a" hielt hier seinen zweiten Be- uiirkstag bei Kamerad Kreuder ab. Der Vorsitzende, Oberamtsrichter G u n d r u m, erstat- el e zunächst den Geschäftsbericht. 3m Anschluß lacran berichtete Kamerad Gemmer (Schaden- icich) über seine Eindrücke und über den Verlauf >c:t Delegiertensihung in Michelstadt. Die Vor- lcandswayl fand schnelle Erledigung. Der Vor- taenö wurde einstimmig wiedergewählt und ledig- idt) der zweite Schriftführer wurde zum ersten öwriftführer bestimmt. Rach der Erledigung eini- I ;cn interner Angelegenheiten beschloß der Vor» tzxende mit einem dreimaligen „Hoch" auf die iwegerkameradschaft die Versammlung. 1*5. «£ ^öenbet9 Ätl« Iren cV«M Ite l>-h bas ÄUn«> M en ber bierÄ ^M iüell? ud • « Queaen durch s । 'htes (Belanbes. ibingen K-Avv. Auch ;n i ttanlaffung b® ßQn£ I bet E hir Die Dinte , ‘ Ausschuß ge, Decket W ^rden insgesamt k Zen!, « i®emü|e, 4 Mn 'otoie ein kleiner Selb Einwohnern zur An, idensmillel werden da wiesen. Aov. Dri Einbruch te c )ur Zeit anabenNij hen über bem Ort, e i dem gleichen Fichte agesanbruch löst sich k ■ Trupps aus, die naj nelsrichtwiM auseu, hotten. 3 Sie Kulturfilm, chutaml bringt lm Lause rsilm „Eine isteise achtsvnne" in ben arsuhrung. Ln einet Zeit, rtns grätzie Ausmertstm- Diesem Film, der die Ei> :denr als Hintergrund feti, Messen jein. Ein Mitu 5 Dasein aus dcm Mmes- ippertsburg, Ober-Echnb ,'fmen finden auch Abcrt- nt ftatt. 3m nächsten Jahre tobet hiesige Männe!' betltanj“ gegrünt n will ber herein iura en besondere Bedeutung । dazu wurde in einer am auyerordentliches u n g herbeiaeführt M }uni 1S32 festgesetzt- ‘ ?rjib dAide-holt bestritten habe. Lieber den Wortlaut Vorabend soll eine kleine Gedächtnisfeier am Drabe des Dereinsgründers, KantorsD r e w a I d, st ettfinden, die zugleich für alle diejenigen Sänger Iplt, die bereits der grüne Rasen deckt. Eine Albendunterholtung soll sich später anschließen. i|ü> zugleich in die Welt hineinschaut, immer- l|)trt auf die Tatsachen gestoßen wird, die es ' schauen gilt, wenn man verstehen des angeblichen Geständnisses gehen die Zeugenangaben auseinander. Reben dem Angeklagten waren auch andere als schuldig bezeichnet worden. Gegen Schluß der Verhandlung wurde ein Beuge vernommen, der sich selbst gemeldet hatte. Er bekundete, vor dem Einmarsch in Eckartsborn habe er gesehen, wie ein anderer Zeuge dem Angeklagten die Pistole gegeben habe mit den Worten, er solle sie an sich nehmen, er als Zivilist werde nicht revidiert. Dies wurde von dem Angeklagten und dem anderen Zeugen energisch bestritten. Der freiwillige Belastungszeuge soll ein früherer Rationalsozialist sein, der nach seinem Austritt aus der Partei seinen früheren Freunden nach Kräften zu schaden suche: er soll schon mehrfach falsche Anzeigen erstattet haben und ein unglaubwürdiger Psychopath sein. Zur näheren Aufklärung wurde die Sache bis Anfang der nächsten Woche ausgesetzt. Zur weiteren Verhandlung, die in Gießen stattfindet, ist eine Anzahl Zeugen geladen. * Gießen, 23. Nov. Heute wurde die in D r • t e n b e r g begonnene Berufungsverhandlung gegen den wegen verbotener Führung einer Waffe zu drei Monaten und zwei Wochen Gefängnis verurteilten Schreiner und Gastwirt aus Eckartsborn zu Ende geführt. Es wurde die Glaubwürdigkeit des freiwilligen Zeugen geprüft, der beobachtet haben will, wie ein Nationalsozialist dem Angeklagten seine Waffe übergeben habe, weil man bei ihm als Zivilisten nicht revidieren werde. Ein als Zeuge und Sachverständiger vernommener Arzt bezeichnete ihn als Hysteriker, der immer im Mittelpunkt stehen wolle. Andere Zeugen haben, nad) dem Urteil des Sachverständigen, typisch histerische Krampfanfälle an ihm beobachtet. Ein Polizeiwachtmeister erklärte, die Aussagen des Zeugen seien sehr mit Vorsicht aufzunehmen. Der Zeuge selbst mußte zugeben, daß er selbstgeschriebene Drohbriefe an sich gerichtet hat, um seine früheren Parteigenossen zu verdächtigen. Nach diesem Beweisergebnis wurde das erste Urteil aufgehoben und der Angeklagte mangels ausreichenden Beweises freigesprochen. irffchast. r < Befriedigende Entwickelung des Neichsbankstatus. Berlin, 23. Nov. (WTB.) In der dritten Novemberwoche ist nach unseren Informationen in der Devisenbewegung bei der Reichsbank insofern eine Besserung eingetreten, als zum Schluß der Woche die zunächst noch anhaltenden erheblichen Anforderungen nachgelassen haben, während gleichzeitig die Zuflüsse größer geworden sind. Der Abgang an Devisen und Gold dürfte wesentlich unter der Summe der Vorwoche 72 Mill. RM) liegen. Die Jnlandskonten der Reichsbank weisen auch weiterhin eine befriedigende Entwicklung auf, da die Entlastung weiter fortgeschritten ist. Einrichtung einer Devisen-Elearing- stelle geplant. Berlin, 23. Rov. (WTB.) 3n der seit einigen Tagen geführten Besprechung der Spihenverbände der Wirtschaft mit der Reichsbank, auf deren Tagesordnung in erster Linie auch die Wiedereinführung eines Devisenterminhandels gemäß dem Wunsche der Wirtschaft steht, ist nach unseren 3nformationen jetzt insofern eine Klärung eingetreten, als die Reichsbank den Versuch der Einrichtung einer Devisen- Clearingstelle unterstützen will. Der Wiedereinführung des direkten Terminhandels steht die Reichsbank in Anbetracht der Devisenlage nach wie vor ablehnend gegenüber. Die Einrichtung eines Devisen-Clearings ist in der Weise gedacht, daß eine Meldestelle fü r alle D e v i s e n v e r p f l i ch t u n g e n des Ein- und Ausfuhrhandels geschaffen werden soll, um dadurch einen Ausgleich der Forderungen und Verpflichtungen herbeizuführen. Allerdings sind die Besprechungen zu einem abschließenden Ergebnis noch nicht gekommen, da die Reichsbank nach wie vor Bedenken hinsichtlich einer dann gesteigerten Nachfrage nach Devisen hat. * Berliner Dank für Handel und Grundbesitz AG., Berlin. Wie WTB.- Handelsdienst erfährt, steht zu erwarten, daß der neue Vorstand der Berliner Bank für Handel und Grundbesitz AG., Berlin, Direktor Schamberg, im Einvernehmen mit den zuständigen Stellen das gerichtliche Vergleichsverfahren beantragen wird. — Die Staatsanwaltschaft 1 Berlin hat beim Preußischen Landtag die Entscheidung über die Zulassung der S.rasverfolgung gegen den Landtagsabgeordneten Ladendorff nachgesucht.' Gegen Ladendorff besteht der Verdacht, daß er als Vorsitzender des Aufsichtsrats an den bei der Berliner Bank für Handel und Grundbesitz aufgedeckten Bilanzverschleierungen beteiligt ist. • Vereinigte Stahlwerke AG., Düsseldorf. 3n der gestrigen Sitzung des Aufsichtsrats der Vereinigten Stahlwerke AG. wurde über die geschäftliche Entwicklung und den gegenwärtigen Stand der Gesellschaft eingehend berichtet. Produktion und Llmsatz, die vor allem im letzten Kalendervierteljahr stark rückläufig waren, scheinen im allgemeinen ihren Tiefstand erreicht zu haben. So betrug die Rohstahlerzeugung im September arbeitstäglich rund 8500 To., seit 1. Oktober arbeitstäglich rund 9400 To. 3ns» besondere durch die Zuweisungen von Deichs'- bahnaufträgen an die Hüttenwerke, wie an die verarbeitende 3ndustrie, hat sich die Beschäftigung für das 3nland in einzelnen Produkten etwas gebessert. Dagegen wird das Ausfuhrgeschäft durch das Absinken des englischen Pfundes, die Schutzzoll- und Devisenmahnahmen zahlreicher Länder, sowie durch die zunehmende Erschwerung der Ausfuhrfinanzierung bei den ausländischen Sportorganisationen mehr und mehr gehemmt. Es ist aber bisher gelung.n, den Umfang des Ausfuhrgeschäftes im allgemeinen aufrechtzuerhalten. Soweit sich zur Zeit das voraussichtliche Ergebnis des mit dem 30. September 1631 abgeschlossenen Geschäftsjahres übersehen läßt, ist trotz des Llmsatzrückganges ein größerer Teil der erforderlichen Abschreibungen verdient worden. (1929/30 ergab sich nach Abschreibungen auf Werksanlagen von 80,75 Mill. Mk. einschl. 4,37 Mill. Mk. Vortrag ein Reingewinn von 35.66 Mill. Mk., woraus 4 Prozent Dividende auf das 800 Mill. Mk. betragende Aktienkapital verteilt wurden.) * Rheinische Stahlwerke 21©., Essen. In der Aufsichtsratssitzung der Rheinischen Stahlwerke AG., Essen, wurde über den Verlauf der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 1931/32 berichtet. Die Betriebe der Gesellschaft unterliegen nach wie vor den bekannten Einschränkungen. Die Lagerbestände an Kohle haben sich etwas verringern lassen, während in Koks noch etwas auf Lager genommen werden mußte. Die Finanzlage der Gesellschaft ist günstig. Starker Rückgang des englischenpfundes. Oie Reichsmark behauptet. An den internationalenDevisenmärk- t e n war gestern vormittag das Hauptmoment der weitere st arkeRückgang des englischen Pfundes und der skandinavischen Devise. In London führt man die Schwäche des Pfundes auf große Abgaben des Kontinents zurück. Man fürchtet, daß durch die Gegenmaßnahmen der Länder, die durch die neuen Zoll- erhöhungen aufgelegt werden, Englands Lage schlechter wird. Gegen den Dollar ging das Pfund, nachdem es noch mit 3,7250 eröffnet hatte, auf 3,6825 zurück, gegen den Gulden schwächte es sich auf 9,17, gegen Paris auf 94,18, gegen Zürich auf 18,9750 und gegen die Reichsmark auf 15,5250 ab. Der Dollar war an den verschiedenen Devisen- plützen gut behauptet, eher fester. Die Reichsmark war gut gehalten und notierte in Amsterdam 59,15, in Zürich 122,10 und in Paris stellte sie sich auf 606,50. Die Norddevisen waren weiter angeboten und außerordentlich schwach, nur Oslo war nicht so stark rückgängig wie Kopenhagen und Stockholm. Die südamerikanischen Devisen waren unverändert. Am Nachmittag hielt der Rückgang des Pfundes weiter an. Nachdem es gegen den Dollar bis auf 3,65 zurückgegangen war, konnte es sich am Spätnachmittag wieder auf 3,66% erholen. Gegen den Gulden schloß es mit 9,1350, gegen Zürich mit 18,83, gegen Paris mit 93,50 und gegen die Reichsmark mit 15,45. Der Dollar lag international weiter fest, die Reichsmark war behauptet, in Amsterdam ging sie zeitweise unter 59, schloß aber wieder leicht erholt. In Zürich wurde sie mit 122,10 notiert, in Neuyork ging sie auf 23,65 nach 23,75 am Samstag zurück. Der französische Franken war gut behauptet, der Gulden und der Schweizer Franken waren etwas leichter, die Norddevisen blieben weiter schwach. Von den südamerikanischen Devisen lag Buenos etwas fester, während sich Rio gut behauptete. Oie Ursache für die gestrige Pfundschwächung. London, 23. Nov. (WTB.) Wie verlautet, soll der heutige starke Rückgang des Pfundes zum Teil darauf zurückzuführen fein, daß die B a n k von Frankreich mit der Konvertierung ihrer Bestände an Sterlingdevifen in Gold bzw. Golddevifen begonnen habe. Man ist in Finanzkreisen verschiedentlich der Ansicht, daß diese Transaktionen mit der kommenden Konferenz zusammenhängen dürften. Oie deutschen Börsen. Krankfurt etwas schwächer. Frankfurt a. M., 23. Rov. Der Effektenfreiverkehr eröffnete die neue Woche in sehr ruhiger Haltung. Die Spekulation bekundete allgemein stärkste Zurückhaltung, zumal keine besonderen Anregungen Vorlagen und auch die überwiegend schwach veranlagten Auslandbörsen keinerlei stimulierende Wirkungen hervorbringen konnten. Die allgemeine Stimmung war etwas schwächer, wobei nicht zuletzt der Bericht des Aufsichtsrats der 3G.-Farbenindustrie eine Rolle mitspielte: man hatte zwar damit gerechnet, daß die Wirtschaftskrise an dem Konzern nicht spurlos vopbergehen könne, doch schien die Ansicht vorzuherrschen, daß das Stickstojfgeschäft eine gewisse Gewinnmarche enthalten würde. Bei äußerst geringem Llmsatz gaben die Kurse für Spezialwcrte wie 3G.-Farben, Siemens und Reichsbank bis zu 2 Prozent nach. Auffallend schwach tendierten AEG.-Aktien, die man bis zu 3 Prozent niedriger hörte. Montanaktien, Danlwerte und die übrigen Papiere lagen nur unwesentlich niedriger. Der Rentenmarkt zeigte bei kleinstem Geschäft unsichere Tendenz, doch herrschte auch hier Schwächeneigung vor. Die Kursveränderungen hielten sich jedoch in engen Grenzen, wobei einige Tilgungskäufe in Lprozentigen Goldpfandbriefen dem Markt eine gewisse Stütze gaben. Altbesitzanleihe war gesucht und höher, ebenso zogen Reichsschuldbuchforderungen nach ihrer letzten Schwäche etwas an. Don 3ndustrie-Obligationen waren Daim er Benz gefragt. Fremde Werte lagen vollkommen geschäftslos. Berlin schwach. Berlin, 24. Nov. (WTB. Funkspruch.) Nachdem schwächere Meldungen aus Neuyork schon in den gestrigen Abendstunden Kursrückgänge von zirka 1 v. H. zur Folge hatten blieb die Stimmung auch im heutigen telephonischen Freiverkehr schwach. Die Auslassungen des Stahlvereins wurden zwar relativ günstig kommentiert, besonders aus der arbeitstäglichen Rohstahlerzeugung wollte man folgern, daß der Tiefpunkt der Krise überschritten sei: im allgemeinen fehlte es aber doch noch an besonderen Anregungen. Außenpolitisch gibt es nichts Neues. Die Vorbereitungen für die kommenden Verhandlungen nehmen ihren Fortgang. Der BIZ.-Ausschuß ist ernannt und wird am 1. Dezember mit seiner Arbeit beginnen. Aus die Notverordnung der Reichsregierung zur Ankurbelung der Wirtschaft bleibt man ebenfalls gespannt, aber auch reserviert. Die Gerüchte, daß man zur Lösung des Umschuldungsproblems der Länder- und Ge- -meindeschulden als letzte Reserve die Erhöhung der Umsatzsteuer, vielleicht sogar ohne Anrechnung auf die Einkommensteuer, plane, trugen Zur Zurückhaltung bei. Das Geschäft hielt sich in engen Grenzen und beschränkte sich hauptsächlich auf die Standardwerte. Diese gaben ziemlich einheitlich um zirka 1 v. H. nach. Als besonders schwach sind wieder AEG. zu nennen, aber auch Neichsbcmk- anteile, Schultheis und Salzdetfurth waren etwas stärker rückgängig. Relativ gut gehalten lag der Montanmarkt. Festverzinsliche Werte gingen erneut um zirka i bis 1 v. H. im Kurse zurück, ohne daß allerdings übermäßiges Angebot Vorgelegen hätte. Die Aussichten für eine Börfenwiedereräffnung wurden heute plötzlich wieder als wesentlich ungünstiger angesehen, nachdem bekannt wurde, daß die Bedenken der Reichsbank immer noch als vorwiegend vorhanden sind und bei den schwebenden Verhandlungen mit den zuständigen Regierungsstellen den Ausschlag für eine negative Entscheidung geben könnten. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. Bl. Banknoten. 23.Jtovemder 24. November Amtliche Jlolicrung Amtliche Notierung »rlh Ärie' Geld Lrie ^elflngfotf . 8,21 58,94 8,23 59.06 8,21 58.94 8,27 59,06 Prag . . . 12,468 12,488 12,468 12,488 Budapest . . 73,28 73,42 73.28 73,42 Golla 3,057 3,063 3,057 3,063 HoUanv . . 169,03 169,37 168,98 169,32 CSlo . . . 83,42 83,58 81,42 81,58 Kopenhagen. 83,42 83,58 81,42 81.58 Eloäholm 83,42 83,58 80.92 81,08 London. . . 15,50 15.54 15,30 15.34 Buenos Aires 1,053 1,057 1,058 1,062 Neunorl 4,209 4,217 4.209 4,217 Brullel. . . 58,39 58,51 58,49 58,61 Italien. . . Paris . . . 21,68 21,72 21,68 21,72 16,47 16,51 16,47 16,51 Schweiz . . 81,72 81,88 81,52 81,68 Spanien . . 35,76 35,84 35,61 35,69 Danzig. . . 81,97 82,13 81,97 82,13 Japan . . . 2,068 2,072 2,068 2,072 Rw de Ian.. Iugostawteo. 0,264 0,266 0,254 0,256 7,453 7,467 7,443 7,457 Liiiahon . . 14,29 14,31 13,89 13,91 ______Berlin, 23.November______ 'Jlmeritanildje Violen....... Belgilche Noten......... Tänilcbe Noten......... Englische Violen......... Französische Noten........ Holländische Noten........ Italienische Noten........ Norwegische Noten........ Deuisch-Leslerretch, • 1OO Schilling Rumänische Noten........ Schwedische Noten........ Schweizer Noten......... Svanische Noten. ........ Ungarische Noten ....... (Seid 4,20 58,28 83,23 15,46 16,46 168,66 21,66 83,23 2,48 83,23 81,54 35,58 Bries 4,22 58,52 83,57 15,52 16.52 169,34 21,74 83,57 2,50 83,57 81,86 35,72 Reichsbankdiskonl 8 v. h., Lombardzins uß 10 u. H. Kindermartt in Gießen. Auf dem heutigen Rinder-Ruhviehmarkt in Gießen standen 701 Stück Großvieh, 93 Fresser und 185 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 300 bis 425 Mark, 2. Qualität 200 bis 300 Mark, 3. Qucv- lität 100 bis 180 Mark: Schlachtkühe 50 bis 250 Mark (schwer verkäuf.ich): Rinder Vs" bis ^/zjährig 60 bis 140 Mark, 8/4- bis 2jährig 80 bis 200 Mk., tragend 180 bis 300 Mark: Kälber das Pfund Lebendgewicht 20 bis 30 Pfennig. Marktverlauf: etwas lebhafter, geringer Lieberstand. Frankfurter Eiermarkt. Fr-an kfurt a.M., 21. Rov. Die Stimmung am hiesigen Markt ist sehr ruhig. Die Konsumnachfrage in Eiern bewegt sich infolge der wirtschaftlichen Rotlage weiter Kreise der Verbraucher in engsten Grenzen. Der Llmsatz war daher während der ganzen Woche ziemlich schleppend. 3n frischen Eiern sind die Zufuhren der Jahreszeit entsprechend gering, während die Anlieferungen von Kühlhauseiern weiter im Steigen begriffen sind. Die augenblickliche Marktlage ist zwar ziemlich stetig, doch haben die Preise infolge des schwachen Absatzes zum Teil eine leichte Abschwächung erfahren. Cs notierten in Pfennig per Stück ab loco Frankfurt (Main): Bulgaren 101/« bis 11, Jugoslawen 10x/2 bis 11, Rumänen 10 bis 10y2, Russen 10 bis 10y2, Polen 91/» bis 10, Holländer 12x/2 bis 15, Dänen 12x/2 bis 15, Flandern 14 bis 15. Kühlhauseier: Holländer 101/» bis 11, Bulgaren 9x/2 bis 10, Rumänen 8x/2 bis 9. Büchertisch. — »Den Freunden des Verlags F. A. Drockhaus" —(500) — ist die gleichnamige Jahresgabe des alten Derlagshauses Drockhaus. Leipzig C 1, Querstraße 16, gewidmet. Die gut ausgestattete Schrift wendet sich an den großen Anonymus Leser. Wertvolle Beiträge von Sigrid Lindset, Alexandra David-Reel, Gerhart Hauptmann, Sven Hedin, Max Frchherrn von Oppenheim und anderen bdeutenden Schriftstellern uird Gelehrten gestalten das Büchlein in Verbindung mit den Bildbeigaben zu einem interessanten Almanach, der für die Produktion des Verlags cha- charakteristisch ist. — Reues Menschentum. Betrachtungen in zwölfter Stunde von Manfred Kyber. Leipzig, Hesse L Decker, Verlag. 191 S. Kart. 3,20, Leinen 4,80 Mark. (487) — Man kennt Kyber als beredten Fürsprecher der Tierschutzes und als Verfechter einer Weltanschauung, die über den Materialismus und naturwissenschaftliche Halbbildung hinausweist. In seinem neuen Werke zeigt er der Kulturpolitik neue Wege, manchmal zum Widerspruch herausfordernd, aber immer anregend, immer fördernd. Rie arbeitet er mit starren Begriffen, nie drängt er sich dem Leser auf. Lind immer ist keine Sprache so klar und einfach, daß sie jeder verstehen kann. Die Fülle der Anregungen und Vorschläge kann kaum angedeutet werden, aber die Grundforderung Kl)bers sei we-- nigstens umrisfen: er ermahnt die Menschheit, sich rückhaltlos zur geistigen Welt und zur brüderlichen Einstellung zu Mensch und Tier zu bekennen. — In einer ^Jubiläumsausgabe erschien „Heidjers Heimkehr", Erzählung von Diedrich Speckmann. Ganzleinen gebunden 2,85 Mk. im Verlage von Martin Warneck in Berlin. (494.) — Es ist eine Art Selbstbekenntnis der Heimatliebe und -sehnsucht. Der Heidesohn, der sich in Tatendrang und ehrgeizigem Streben von ihr losgesagt und losgelöst hat, findet sich nach Not und Enttäuschungen zurück in die liebenden Arme der Heimat. Er findet sich selber wieder und zugleich den Wur- zelboden seiner Kunst, und an der Seite eines schlichten Heidekindes wird er in künstlerischer und liebevoller Andacht der Heimat dienen, die ihm nun erst wieder in dem Rauschen der niedersächsischen Eichen und der treuherzigen Sprache ihrer Bewohner lebendig wird und ihn vergessen läßt, wie fremd er da draußen immer geblieben war. Handball der Gtadtmannschast. Sladlmannschofl Buf)bad) — Sladlmannschofl Gießen 2:8 (0:3). Die (Siebener Stadtmannschast konnte mit einem hohen Siege von Butzbach zurückkehren. Die Sls erwieS sich sehr glücklich zusammengestellt und überraschte durch ihr glänzende- Kombinationsspiel. Balser im Tor zeigte, das; er nicht zu ersehen ist. Er hielt die schärfsten Bälle. Die Buh- bacher verrieten wenig Einheitlichkeit. Die Läuferreihe muhte zu sehr in der Deckung arbeiten und konnte den Sturm, der gute Einzelkräfte oufwieS, wenig unterstützen. Der Tormann ist an der Niederlage schuldlos. Fast alle Bälle waren scharf und placiert geschossen. AIS Schiedsrichter deS jederzeit anständigen Treffens amtierte Langsdorf (Dad-Aauyeim) zur vollen Zufriedenheit. Der Spielverlauf: 3n der ersten Mertelstunde sah eS nicht nach einem hohen Siege der (Siebener ouS. Die Gastgeber leisteten energischen Widerstand und trugen gefährliche Angriffe vor. Aach und nach erst setzte sich daS bessere Zusammenspiel der Hiesigen durch. Aach ziemlich ausgeglichenem Spiel ging eS mit 3:0 in die Pause. Die zweite Halbzeit stand fast durchweg im Zeichen der (Siebener, die für ihre Leistungen den Beifall des Publikums fanden: mit 8:2 konnten sie den Platz als verdiente Sieger verlassen. Das Spiel wurde zugunsten der Wintemothilse ausgetraaen und war gut besucht. DaS Rückspiel in Gießen soll dem gleichen Zweck dienen. punfffdmpfe in der Gruppe Main. Jlur ein Spiel — und eine Ueberraschung. Am Totensonntag gab eS in der Gruppe Main nur ein Berbandsspiel und dieses eine Treffen brachte auch gleich eine Ueberraschung. Heusenstamm schlug aus eigenem Platz Union Aiederrad mit 3:2 (2:0). Die Bedeutung dieses Resultates liegt weniger darin, dab Aiederrad nun den Anschluss an die Spitzengruppe vollkommen verpabt hat, sie ist vielmehr darin zu suchen, dab Heusenstamm vor dem Abstieg gerettet sein dürfte, von dem nun auch Hanau 93 sehr stark bedroht ist. Zur Eröffnung derBrunhildiS-Eisbahn Jelbberg (Taunus). 3n unserer engeren Heimat leidet der gefanüe Wintersport unter den kurzen und unbeständigen Schnee- und Frostperioden. Der Schneeschuhlaus hat deshalb schon lange in Ermangelung einer genügenden Schneedecke im Flachland die Gebirge der Umgebung ausgesucht und dort biS ins Frühjahr hinein ein günstiges Sportgelände gefunden. Zwar kann man sich bei Schaffung einer Go bira»eisbahn nicht auf Mutter Aatur allein verlassen. Eine Eisbahn must von Menschenhand geschaffen und vorbereitet werden. So ist auf dem Feldberggipfel in geschützter Lage eine Spritzeisbahn geschaffen worden, die die Ausübung aller Eissportarten gestattet. Die Eisbahn soll einerseits den Derbandsvereinen des südwestdeutschen Eissportverbandes eine sichere Uebungs- stätte bieten, auf der Lehrgänge abgehalten werden können, andererseits aber auch ausgeschriebene Veranstaltung sicherstellen. Ein grober Vorteil der Dahn ist die ungefähr vier Monate dauernde Benutzbarkeit. Am kommenden Sonntag soll nun die Brun- hildis-Cisbahn dem Betriebe übergeben werden. Die (Säfte werden Gelegenheit haben, alle EiS- sportarten kennenzulernen. Unter anderem wird der deutsche Meister im Kunstlauf, Mayer- Darnberger, München, feine Kunst zeigen. Ein Eishockeyspiel wird den in den letzten Jahren in Deutschland so stark aufgeblühten Wintersportzweig in all seiner Schnelligkeit und mit» reihenden Kampfmomenten zeigen. Zum Schluß finöet im Eisschießen ein Wettkampf der vier besten Derbandsmannschasten. zu denen auch die deS «Siebener EiSvereinS gehört, statt. (Man beachte die heutige Anzeige.) Kurze Sporinoiizen. Der Schweizerische Ruderverband beschlob, den einzelnen KlubS die Ausrüstung von Expeditionen nach Los Angeles freizußcllcn, während er selbst offiziell an den Olympischen Spielen nicht teilnimmt. 3 n der Rangliste des Deutschen Lawn- TenniSverband der Tschechoslowakei bildet bei den Herren Roderich Menzel und bei den Damen Frau Deutsch die Spitze. Einen Europarekord übet 200 Meter Kraul schwamm die Holländerin Marie Braun bei ihrem ersten Start als junge Ehefrau in Amsterdam mit 2:40,8 und verbesserte damit ihre eigene Bestleistung aus dem Vorjahre um 1,2 Sekunden. Die Sommerzeit ist vorüber. Alles, was Leibesübungen betreibt, jucht jetzt, abgesehen von den Spielern und Wanderern, wieder die Turnhalle auf, um sich dort körperlich zu ertüchtigen, um Ergän- zungsübungen zu treiben, die die Sommerleistung fördern sollen, endlich, um auch in der Turnhalle in frisch-fröhlichem Tummeln der Segnungen der Leibesübungen und ihrer Auswirkungen an Leib und Seele teilhaftig zu werden. Der Herbst bedeutet also auf dem Gebiet der Leibesübungen nicht etwa einen Stillstand, sondern in vielen Fällen, namentlich für den Turnverein, einen Aufschwung, eine Vermehrung der turnerischen Arbeit und eine straffere Zusammenfassung des Turnens in der Turnhalle. Damit tritt auch die systematische Durchbildung des Körpers wieder in ihr Recht. Zehntausende von Turnvereinen sind eifrig bemüht, der Masse unseres Volkes Leibesübungen vielseitiger Art auch im Herbst und Winter zu vermitteln. Gerade in der heutigen Notzeit, in der an den Schulen die Turnstunden abgebaut werden, ist für die Volksgesundheit ein Ausgleich durch die Arbeit der Turnvereine nötiger denn je. Alles was an körperbildender Arbeit am Volke unterlassen wird, muh eines Tages schwere Folgen zeitigen. Die Krankenhäuser werden überfüllt, die Sozialversicherungen werden in verstärktem Mähe in Anspruch genommen werden, wenn nicht die Turn vereine einspringen, um sich an der Volksertüch- tigungsarbeit zu beteiligen. Jeder Turnverein nimmt Rücksicht auf die Leistungsfähigkeit der verschiedenen Altersstufen, er unterhält Riegen und Abteilungen für alte Herren, für Turner auf der Höhe ihrer körperlichen Lei- stungsfähigkeit, für die Jugend, für die Knaben. Ebenso wird bei den Frauen die körperliche Ertüchtigungsarbeit nach dem Alter unterschieden und durchgesührt. Der eine fühlt sich besonders zur rhythmischen Gymnastik hingezogen, der andere treibt lieber die Hebungen des Laufs, Dom weihen Sport. N o u r n e y, der ausgezeichnete deutsche Nachwuchsspieler, der sich in diesem Jahr in Wimbledon hervortat, gewann in Essen das Herren-Einzel bei den westdeutschen Hallenmeisterschasten. Sprungs und Wurfs, ein anderer das Spiel. Diele Vereine, die Gelegenheit zum Schwimmen im Winter haben, lassen auch in besonderen Schwimmriegen und Schwimmabteilungen ihren Mitgliedern die Möglichkeit zuteil werden, sich im Wasser zu tummeln. Endlich sei nicht vergessen, daß auch außerhalb der Hallenbetätigung viele Der- eine Wintersportabteilungen unterhal- ten, die den Skilauf, das Rodeln und Schlittschuhlaufen pflegen. So ist in deutschen Turn- und Sportoer einen jedem Gelegenheit gegeben, sich zu tummeln und durchzuarbeiten, sich gesund und frisch zu erhalten mit wenig Mitteln, denn die Beiträge sind gering und alle Vereine nehmen auch aus die wirtschaftliche Not ihrer Mitglieder in weitestem Mähe Rücksicht. Daher wird gerade in der Notzeit unseres Volkes mancher leichter über die für ihn schlimmen Tage fortkommen und der Turnverein für ihn ein Straft- quell und dazu ein Friedensguell werden und ihn vor Verzweiflung bewahren und dazu beitragen, daß er die Hoffnung auf die besserer Gestaltung der deutschen Zukunft nicht verliert. Kunst und Wissenschaft. Loudenhooe-stalergi für den Friedens-Nobelpreis oorgeschlagen. Dr. R. N. Graf Coudenhooe-Kalergi, der Führer der Paneuropa Bewegung, ist von dem tschechoslowakischen Außenminister Dr. Benesch und Reichsminister a. D. Dr. Erich K o ch - W e s e r für den Friedens Nobelpreis 1931 oorgeschlagen wor- den. Unter den Persönlichkeiten, die sich diesem Vorschlag angeschlossen haben, befinden sich die Minister Seoering, Wirth, Becker, von Raumer, Sols, Külz, der frühere Reichsgerichtspräsident Simons, Graf Hermann Keyserlingk, Gerhart Hauptmann, Thomas Mann, Karl und Robert Bosch, ferner der öfter- Winieriurnen, eine Notwendigkeit. reichische Außenminister Schober, Herriot, de Jov venel, Amery, der Generaldirektor der DÄZ- Que» nay. Siegmund Freud, Selma Lagerlös, Ivar Streu ger u.a. Geh. Rat Professor Dt. Vier 70 3ahre alt Geheimrat Pros. Dr August Bier, der bekannte Berliner Ehirurg, begeht am 24 Ao- vember seinen 7 0. Geburtstag. Mer ist 1861 zu Helsen in Waldeck geboren und widmete sich dem Studium der Medizin in Berlin. Leipzig und■ Kiel, hier hauptsächlich als Schüler von p Es- manch 3n Kiel bestand er 1886 das medizinische Staatsexamen, war dann als praktischer Arzt tu Geltorf in Schleswig, daraus als Schiffsarzt tätig. D. wurde dann Assistent in Kiel unter Esmarch Dort habilitierte er sich, erhielt 1895 die Ernennung zum außerordentlichen Professor, kam 18» als Ordinarius und Direktor der Ehirurgischeu Klinik nach GreisSwald als Aachsolger von $>e(- serich, später nach Bonn als Aachfoiaer Schedes und 1937 nach Berli.. alS Aachsolger Bergmanns. Geheimrat Bier ist einer der hervorragendsten Operateure. Er führte drei neue Methoden in die Medizin ein, die Behandlung der Amputations- ftümpsc, die Behandlung zahlreicher verschiedener Krankheiten mit aktiver und passiver Hyperämie und die Rückenmarksanästhesie Für sein Buch .Die Hyperämie als Heilmittel" erhielt er von der Heidelberger medizinischen Fakultät die Adols- Kußmaul-Medaille. Pros. Bier war der erste Rektor der Hochschule für Leibesübungen. GewtLnanszng 1 Klasse 38. Preußisch-Lüdbevtsch, (264. Preuß.) Staats-Lotterie ?bn« Gewähr Nachdruck verboten Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich bebf Gewinne gefallen, und zwar je einer aaf die Lose gleicher Nummer in de» beide» Abteilungen I und II Ziehungstag 21. November 1931 -3n der heutigen Dormittagsziehung wurde» Gewinne über 300 M. gezogen 4 •«toiene m 6000 "UL 4 ®«$inne ,u 2000 UL 30 •»artnitf iu 1000 M. 121138 143943 148868 195556 196249 206777 40 Oeminne tn 800 HL 101016 108340 135560 201062 235272 241194 366001 370530 372790 34 •eelnne in 5Ü0 "HL 82725 88118 98615 228835 232967 249545 396966 15322 305334 355443 362443 47160 90763 120636 170687 175028 181721 207433 259291 396802 7118 14986 85387 95670 169911 177290 187415 319764 350951 382068 383680 12008 15266 16206 16682 12i833 134584 207355 260720 316601 361578 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewüua über 300 M. gezogen 2 Gewinne »u 60000 M. 347019 4 Gewinne ,u 10000 M. 247994 264019 2 Gewinne ,» 5000 M. 18704 2 Gewinne »n 3000 M. 389110 12 Gewinne »n 2000 M. 96726 131694 238988 243540 291832 393817 22 Gewinn« io 1000 TL 6130 32216 37041 100693 146798 257888 297986 323995 370667 381648 389998 32 Gewinne ,n 800 TI. 33395 104060 115002 116027 115327 125978 149748 170048 185439 231993 238866 246727 262675 272968 372521 386960 48 Gewinn« mi 500 T< 16248 338 35 76424 82284 84945 115273 122034 123523 141832 143206 192351 210787 218445 225826 231649 240110 267487 294331 300348 334766 348476 365615 373881 385916 Die Ziehung der 3. Klosse der .V. Preußisch- Süddeutschen (264. Preußischen) Staat»-Lotterie findet am 16. und 17. Dezember 1931 statt. der Bokterienflher In der Weifentoieiw deilnfiilert Hali vnd Mund1 Ski-Bekleidung für Herren, Damen, Kinder sportgerecht — preiswert, Einige tausend Stück BALLON-SEIDE neu, unzerschnitten, von hervorragender Qualli.1t. Dauerhaft u. waschecht. Einfarbig (weiß, lache, beige,dunkelblau und schwarz), a/>9S 67cm breit Freie per Stück nur RM 1U — weil ungenäht u.ohne Jeden Schnftaufdruck geliefert. Jedes Stück 10-12 Mtr. Zur Herstellung \”n Wäsche u. Kleidungsstücken jeder Art bestens geeignet. Verband direkt an Priv. ohne verb uernden Zwischenhandel,solange derVorrat reich!. Von einem • Stück an per Nachnahme Ab 3 Stück porto- u. vcrpacaungsfrel. Garantie Zurücknahme. Arthur Albers Bremen 14, Nordwoilchaus. 7371 V W" letzt Fi8 cbe essen! "ML Mittwochi Billiger Fischlag! Kochfische o. 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Sperrsitz (Reihe 10 RM. 12,— 10,— Gießen, den 21 November 1931. Die Bürgermeisterei. 3. B.: Dr. Hamm. «6» v ■r in Verbindung mit einem MENDE Lautsprecher l 48 oder l 54 die schönste Weihnachtsfreude UbIv.-Apotheke zum geldeiee Bafel, Marktplatz Central-Drogerie, Kara, Schnlilrafle Germania-Drogerie, Seibel, Frankfurter ItreBe M Med.-Drogerie Elgee, Seitenweg Ma. gehört u. selbst bedient hoben. Eine Station noch der anderen u. dabei kostet der MENDE 108 nur RM. 1 08.- ohne Röhren. Selbst in der Nähe eines Großsenders haben Sie guten Fernempfang, denn dafür sorgt der eingebaute SelektlonskreU. MENDE 108 ist lieferbar fOr Gleich- und Wechselstrom.leidit bedienbar, klang- und formschön, besitzt ein geschmackvolles Gehäuse aus Isolierstoff, Einknopfabstimmung, und ist absolut frei von Netzgeröusdien. Los nur 50 Pfennig Zigarrenhaus E.Reuter twd rem. B. Bncbacker, OieBen, Beate Blee 11 Beeeel.prelew.-1nd einige wenur benutzt»* Mignoo-Schreibmaschinen os tl. in Keschloenen. 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Nach Einzahlung aus 'Postscheckkonto Frankfurt am Main Nr. 37210, Kasse des Stadttheaters Gießen, erfolgt Uebersendung der Abonnementskarten