IM r- J'5- (110 61 Schüler h», -> SrK b,i*> mi A,°»'chi i« »nsüerbanbse Vll !n; ^rtriebsjeih >rvortras- ödfeneffen Wte um zahlre^ Hx. 249 Erster vlatt 181. Zahrgang Samstag, 24. Moder 1951 Erschein) lüglich,außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. " Monats-Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspsennig für Trägerlohn. auch bei Richter« scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Kernsprechanschlüsse anterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Zrantsurtam Main 11686. GietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vntS und Verlag: vrühl'sche Unwerfitäls-Vuch- und Stetndruckerei R. Lange in Siehe». Schriftleitung und Sefchäftrftelle: Schulttrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20",, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Lite Kraftprobe. Nach einem kurzen innerpolitischen Zwischenspiel tritt die Außenpolitik wieder in den Vordergrund des Interesses. Am Sonntag wird Dino G r a n d i. der Außenminister Italiens, in Berlin erwartet, wo er in Vertretung seines Regierungschefs der Reichsregierung seinen Gegenbesuch abstatten will, bevor auch er isich nach Amerika einschifft, wo der französische Ministerpräsident Laval inzwischen schon gelandet ist und die ersten Besprechungen mit dem Präsidenten Hoover gehabt hat. Lavals Amerikareise kommt von diesen beiden Staatsvisiten auch in ihrer Bedeutung für Deutschland zweifellos der Vorrang zu. Denn welches Ergebnis die Zusammenkunft von Washington haben wird, wird für die Gestaltung der Weltpolitik, in deren Mittelpunkt die Schuldenfrage, Wirtschaftskrisis und Währungsproblem und schließlich die Abrüstungskonferenz stehen, von ausschlaggebendem Einfluß sein. Frankreich hat diese Auseinandersetzung mit allen Mitteln geschickter Propaganda, in der die Franzosen ja unübertroffene Meister sind, von langer Hand vorbereitet. Vielleicht ist es Zufall, daß Lavals Besuch zusammenfällt mit den Jubelfeiern, die die Vereinigten Staaten veranstalteten zur Erinnerung an die Waffenstreckung der Engländer bei TZork- foton am 19. Oktober 1781, die den älnabhängig- keitskrieg zugunsten der jungen amerikanischen Republik entschied. Damals vor 150 Jahren waren französische Truppen unter Lafahette und Ro- chambeau und eine französische Flotte an der Einschließung des britischen Generals Eornvallis hervorragend beteiligt gewesen. So wird es sich die zu der Feier entsandte französische Deputation unter Führung des Marschalls Petain haben angelegen sein lassen, mit allen Mitteln der Rhetorik und der Schaustellung die Erinnerung an die alte, im Weltkrieg erneuerte Waffenbrüderschaft wachzurufen und in der .für Dinge des Sentiments sehr empfänglichen öffentlichen Meinung Amerikas für eine französischamerikanische Zusammenarbeit Stimmung zu machen. Aber man verläßt sich in Frankreich nicht mehr allein auf Imponderabilien des Gefühls. Man hat schon vor der Landung Lavals in Reuyork ein stärkeres Geschütz aufgefahren. Roch von Bord der „Jsle de grattte“, auf her der französische Ministerpräsident seine äleberfahrt bewerkstelligte, wurde Frankreichs Programm für die Zusammenkunft in Washington in die Welt hinausgefunkt. Laval hat zwar erklärt, daß er als Gast die Anregungen und Vorschläge Hoovers abwarten wolle, aber er hat es doch und gewiß mit Recht für taktisch klüger gehalten, durch das Heer der ihn begleitenden Presseleute seinen amerikanischen Gesprächspartner darüber zu informieren, daß er mit ganz bestimmten Ideen nach Washington gekommen ist und daß Frankreich nicht gewillt ist, eine gewiss« Grenze des Entgegenkommens zu überschreiten. Frankreich hat sich auch nicht gescheut, die gegenüber minder starken Verhandlungsgegnern ost erprobte und stets bewährte Waffe der goldenen Kugeln nun auch gegenüber den Vereinigten Staaten ins Feld zu führen. Auch hier wieder das bewundernswerte Zusammenspiel zwischen französischer Hochfinanz - und Staatsleitung bei der Vorbereitung großer politischer Aktionen. Dem Amerikanern wird im voraus klar gemacht, deich überragende wirtschaftliche Macht Frankreich heute in Händen hält, und daß die Klugheit gebietet, dem von vornherein Rechnung zu tragen, wenn man mit Frankreich zu einer Verständigung in den großen weltpolitischen Fragen gelangen will. Die Erschütterung der inter- rationalen Währungsgrundlagen und der nun auch in Amerika fühlbare Schwund des Vertrauens in die Widerstandsfähigkeit der Weltwirtschaft kommen dabei Frankreich zu Hilfe. Es brauchte nut im rechten Augenblick kräftig nachzustoßen, den Druck auf den amerikanischen Geldmarkt durch das probate Mittel der Kreditabzüge zu ver- farken, um die nervöse Atmosphäre zu haben, die es für seine Verhandlungen in Washington für wünschenswert hält. Ein paar Zahlen mögen die prekäre Finanzlage der Vereinigten Staaten illustrieren: Das Defizit im Staatshaushalt wird für das laufende Jahr auf 1500 Millionen Dollar geschäht, die innere Staatsschuld ist auf 17,3 Milliarden Dollar gestiegen, der Steuerertrag ist von 498 Millionen Dollar im dritten Quartel des Jahres 1430 auf 267 Millionen im gleichen Quartal des laufenden Jahres gesunken, die Zahl der Ar- bRtslosen wird auf 10 Millionen geschäht, 19 034 Insolvenzen in den ersten acht Monaten 1931 fmt) Grabsteine auf dem Friedhof der wirtschaftlichen Depression. Besonders kraß ist die Lage der amerikanischen Banken. Sie sind mit erheblichen Krediten t.. Deutschland, Oesterreich, auf dem Balkan und in England eingefroren. Die Vertrauenskrisis hat auch das amerikanische Publikum ergriffen und es zum Ab- h:ben seiner Einlagen veranlaßt. Rachdem schon im ersten Halbjahr 1931 eine Abnahme der Depo- filen bei den drei größten Reuyorker Bank- 6? ufern um 165 Millionen Dollar erfolgt war, find seitdem weitere 377 Millionen Dollar zurückgezogen. Die Lage bei den kleineren Provinz- oanien hat sich eher noch schlechter gestaltet, ko betrug die Zahl der Insolvenzen im Vank- gewerbe im September 57, in der ersten Oktober- Hüfte schon 65. Die Börsenkurse sind im Lause des letzten Jahres auch bei erstklassigen Dertpapieren zum Teil um mehr als die Hälfte gefallen. So, glitten in Reuyork 11. S. Steels, die m September 1930 noch 168 notierten, auf 75 im September 1831 herab, New QJorl Central im Die französisch-amerikanische Fühlungnahme beginnt. Die erste Aussprache im Weißen Haus. Abmachungen werden nichtgelroffenwerden Washington, 23. Oft. (WTD.) Ministerpräsident Laval legte heute am Grabe des Unbekannten Soldaten einen Kranz nieder. Er machte Höflichkeitsbesuche bei Staatssekretär S t i m s o n, bei dem Vizepräsidenten Curtis und bei dem Präsidenten des Obersten Bundesgerichtes Hughes. In der französischen Botschaft führte Laval längere Besprechungen mit dem französischen Botschafter, mit französischen Bankiers, sowie mit den ihn begleitenden Sachverständigen des französischen Finanzministeriums. Rachmittags übersiedelte er mit seiner Tochter in das Weihe Haus, wo er bis morgen wohnen wird. Dort werden Präsident Hoover und Ministerpräsident Laval in vertraulichen Aussprachen alle aktuellen Probleme behandeln. Sofort nach der Mittagstafel begann im Lincoln-Zimmer des Weißen Hauses die erste Aussprache mit Hoover im Beisein des Staatssekretärs Stimson. Beiderseits hatte man sich darüber geeinigt, daß Sachverständige lediglich bei der Erörterung von technischen S nderfragcn zugezcgen werdcn svllten. Danach bleibt nach Lavals Wunsch die völlige Unverbindlichkeit der Unterhaltungen gewahrt. Im Staatsdepartement wurde mitgeteilt, daß zuerst die Finanzfragen erörtert werden sollen, da die politischen Probleme leichter angegangen werden könnten, wenn durch eine Ve.ständ gung über die Maßnahmen zur Sanierung der Wirtschaftslage eine Art Basis für die gemeinsame Arbeit gefunden sei. Es wurde betont, daß hier in Washington keinerlei Abmachungen getroffen würden, die man dann den anderen als fait accompli Vorlagen wollte. Man werde keine Reuverteilung der Welt beschließen, andererseits aber auch nichts festlegen, was zum Beispiel deutsche Opfer erfordere. Sei ja gerade die Behebung der deutschen Schwierigkeiten einer der Hauptpunkte der Diskussion. Man wolle mit Laval sprechen, um genau festzustellen, wie weit die beiden Regierungen in der Frage einer Beteiligung an der internationalen Zusammenarbeit zusammengehen könnten. Sollte, wie man hoffe, in gewissen Punkten eine Einigung über den einzuschlagenden Weg erzielt werden, so werde man .diese Vorschläge den übrigen beteiligten Regierungen zur Begutachtung unterbreiten. Die Stimmung wird pessimistisch. Will Frankreich wirtschaftlichen Fragen ausweichen? Reuyork, 23. Oft. (TU.) Auf amerikanischer Seite macht sich das Bestreben geltend, die reichlich hochgespannten Erwartungen der durch kritif- lose Presseberichte beeinflußten öffentlichen Meinung abzudämpfen. Diese Zurückhaltung ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, daß Laval die S i - cherheitsfrage bewußt in den Mittelpunft seiner Reuyorker Rathausrede gestellt hat. Laval will offensichtlich versuchen, Hoover zumindest für eine Erweiterung des Kellog>Pak e3 zu gewinnen. Die Tatsache, daß Amerika unter Anrufung des Kriegsächtungspaktes in den japanisch - chinesischen Streitfall eingegriffen und sogar einen Berater in den Völkerbundsrat entsandt hat, läßt nach Ansicht gut unterrichteter Kreise die Annahme zu, daß weder Hoover noch der amerikanische Senat gegen eine Ergänzung des Kellogg - Paktes durch eine obligatorische Konsultativklausel etwas einzuwenden hätten. Dagegen würde ein Versuch der Franzosen, Amerika auf die Anwendung wirtschaftlicher Boykottmaßnahmen gegen einen Angreifer festzulegen, unüberwindlichen Schwierigkeiten begegnen. Senator B o r a h, der letzte überlebende Führer der Gruppe, die vor zwölf Jahren Wilson stützte und die französischen Hoffnungen enttäuschte, der A p o st e l der amerikanischen Jsolierungspolitik, soll, während Lavals Dampfer sich dem Hafen näherte, dem Präsidenten erklärt haben daß eine große Mehrheit des Senats, jede Garantie der französischen Sicherheit durch Amerika ablehnen werde. Die Finanzkreise fordern eine konstruktive Lösung des Problems der Kriegsschulden und zeigen sich höchst besorgt darüber, daß die Franzosen denHauptwertauf politische Fragen legen. „Wenn es Hoover und Laval nicht gelingt, für Deutschland und damit für die ganze Welt eine tragbare, auf der Erkenntnis wirtschaftlicher Wahrheiten beruhende Lösung der Reparationsfrage zu finden, so hätte der französische Ministerpräsident getrost in Paris bleiben können", so erklärte ein bekannter Bankier der Wallstreet dem Vertreter der TU. Dieser Gegensatz zwischen Politik und Wirtschaft, der bei der Aussprache in Washington unverkennbar zutage tritt, verursacht bei den zahlreichen dort versammelten Beobachtern einen zunehmenden Pessimismus. Wie Borah sich die Neuordnung der Wett denkt. Fort mit den ungerechten Grenzen deSÄersaitterDeriragS. — Keine Ausdehnung des Keiloggpakts. - Keine Gchuldenstreichung ohne Streichung der Reparationen. GinekatteDuschefiirdieIranzosen Heute Besprechung mit Laval. Washington, 23.Ott. (WTB.) Senator Borat) beantwortete den französischen Korrespondenten, die mit Laval nach Washington gekommen sind, mit voller Offenheit Fragen über Europas Probleme. Er betonte, daß er zwar Vorsitzender des Auhen- ausschusses des Bundessenats sei, aber lediglich seine eigenen Ansichten darlege. Auf Lavals Wunsch werde er morgen abend mit ihm bei Stimson speisen, um diesem gleichfalls seine Meinung über die außenpolitischen Probleme zu unterbreiten. Senator Borat) erklärte dann, folgendes sei seine Ansicht: Keine Besserung der Weltwirt s ch a f ts l a g e ist möglich ohne Aenderung des Versailler Vertrages, insbesondere müssen Aenderungen bezüglich der Grenzen im p o l - Nischen Korridor, in Oberschlesien und Ungarn erfolgen. Zwar herrscht jetzt Friede in Europa, aber es ist ein Frieden brutaler Gewalt, nicht ein auf Zufriedenheit gegründeter Frieden. Die Zeit für den Ausbau des Kelloggpaktes ist noch' nicht gekommen. Auch wirtschaftlicher Druck als Verstärkung des Kelloggpaktes kommt n i cht in Frage, denn wirtschaftlicher Druck ist von Krlegsmaßnahmen nicht verschieden, würden wir jetzt im Fernen Osten einen derartigen Druck ausüben, so käme das einer Kriegserklärung an 3 a p a n gleich. Eine Verringerung der Rüst u n g e n auf prozentualer Basis ist undurchführbar, überhaupt ist eine Einschränkung der Rüstungen nicht möglich, solange die vereinigten Staaten nicht mit Sowjetrußland diplomatische Beziehungen aufnehmeo. Die von Frankreich geforderte Sicherheit kann nur auf Gerechtigkeit gegründet werden. Ich bin s ü r Streichung der Kriegsschulden der Alli- „Werten an uns, im gleichen Maßstab mit der Streichung der deutschen Reparationen. Ls liehe sich ein weg finden, Frankreich für den tatsächlichen Sachschaden in den zerstör- t en Gebieten zu entschädigen, aber mehr darf man von Deutschland nicht verlangen. Die Zeit für Moratorien ist vorbei, wir müssen jetzt tatsächliche Abstriche an den Kriegsschulden vornehmen, sonst geht Deutschlands Kredit vollkommen verloren. Amerika kann seine eigene Depression ohne Zusammenarbeit mit Europa nicht beenden. gleichen Zeitraum von 162 auf 59, Standard Oil von 69 auf 33, General Motors von 44 auf 29. Uno nun kommt Frankreichs Angriff auf das amerikanische Gold in breiter Front Hur Entfaltung. Der Pfundkrisis folgt die Dollar- krisis. Innerhalb von vier Wochen -mußten die Vereinigten Staaten eine Goldmenge von 708,1 Millionen Dollar abgeben, davon sind rund 650 Millionen nach Paris gegangen. Fast jedes Schiff aus Reuyork hat Goldbarren für Frankreich an Bord- Roch betragen die französischen Guthaben in den Vereinigten Staaten rund 600 Millionen Dollar. Amerika kann diesem Goldabfluß nicht mehr länger zusehen. Es hat gleich Deutschland und England ein Stillhalteabkommen mit der französischen Hochfinanz treffen müssen, das 200 Millionen Dollar in Amerika belassen soll. Aber Frankreich fühlt sich schon stark genug, der einst allmächtigen Wallstreet die Pistole auf die Brust zu sehen und ihr Bedingungen zu diktieren, die den Amerikanern das Stillhalteabkommen kräftig versalzen. Die Franzosen verlangen eine Erhöhung des Zinssatzes für Dollarguthaben von 1,5 auf 2 Prozent und eine Diskonterhöhung des Federal Reserve Board, der amerikanischen Bundesnotenbank. Ob man darauf eingehen wird, erscheint mehr als zweifelhaft, aber daß diese Bedingungen, die in anderen Zeiten für Amerika völlig undiskutabel gewesen wären, überhaupt gestellt werden konnten, beleuchtet grell die Situation. So psychologisch wie machtpolitisch wohl vorbereitet und unterstützt beginnt der französische Ministerpräsident die Besprechungen in Washington. Hoover stellt gewiß die Frage zur Diskussion, was nach Ablauf des Schuldenmoratoriums geschehen soll. Daß weder der Voungplan noch die interalliierten Kriegsschuldenabkommen nach allem, was inzwischen geschehen ist,^ wieder unverändert in Kraft gesetzt werden können, darüber ist man sich natürlich auch in Frankreich im klaren. Laval hat nun keineswegs unbeschränkte Verhandlungsvollmacht erhalten, er geht vielmehr mit sicher recht eng begrenzter Marschroute und muß Rücksicht nehmen auf den rechten Flügel seines Kabinetts, der im Parlament wie im Lande starke Sympathien hat. Aber um ein Entgegenkommen in der Schuldenfrage wird er nicht herumkommen. Wie dies etwa aussehen wird, spiegelte sich in den natürlich amtlich beeinflußten Funksprüchen von Dord der „Jsle de France" und in den Pressekommentaren wider, mit denen die französischen Berichterstatter die Zusammenkunft in Washington begleiten. Danach scheint es, als ob Frankreich einer Verlängerung desHooverrnora- t o r i u m s und einer Kreditgewährung an Deutschland zwar entschieden widerstreben werde, aber über die Herabsetzung sämtlicher zwischen st aatlichen Schulden, also auch der deutschen Tributzahlungen, mit sich werde reden lassen. Es denkt ferner an eine Umwandlung der deutschen Barleistungen in Sach- lieferungen. Soweit Barzahlungen bestehen bleiben, sollen sie statt in Devisen in Reichsmark an die Basler Bank für internationale Zahlungen, die B2Z., abgeführt werden dürfen. Durch die stärkere Einschaltung von Sachlieferungen glauben die Franzosen die deutsche Wirtschaft ankurbeln zu können, wovon sie sich eine schnellere Rückzahlung der in Deutschland belassenen kurzfristigen Kredite versprechen. Hauptprinzip bei den Verhandlungen bleibt, Kriegsschulden einerseits und Reparationszahlungen andererseits so zu gestalten, daß Frankreich dieses Konto mit einem Saldo für sich abschließen kann. Präsident Hoover wird nun vermutlich versuchen, das Schuldenproblem irgendwie mit der Abrüstüngsfrage zu verbinden, aber hier werden die Franzosen entschieden widersprechen. Sie haben wieder ihre alte These hervorgeholt, mit der sie schon in Genf operierten und mit Erfolg jeden Angriff auf ihre Rüstung abgeschlagen haben: keine Verminderung der Rüstung ohne zusätzliche Sicherheit. Wenn Hoover sich von einer Beschränkung der Düstungsausgaben eine Verminderung der öffentlichen Lasten und die Möglichkeit zu Schuldenstreichungen verspricht, so halten dem die Franzosen ihren alten Grundsatz entgegen, daß die Schuldenfrage mit der Abrüstung nichts zu tun habe und der Rüstungsstand eines jeden Landes —, wobei aber praktisch immer nur Frankreich gemeint ist — ganz und ausschließlich von dem Grad der Sicherheit abhängt, der individuell verschieden zu bewerten sei. Wenn also Amerika von Frankreich ein Entgegenkommen in der Rüstungsbeschränkung erwartet — so argumentieren die Franzosen weiter — seht das trotz Völkerbund, ßoearno und Kelloggpakt die Heber» nähme einer weiteren Sicherheitsbürgschaft zu Gunsten Frankreichs durch die Vereinigten Staaten voraus. Frankreich denkt sich offenbar das in Form eines möglicherweise auch auf andere Mächte zu erweiternden französisch-amerikanischen Reutralitätsvertrags, der im Kriegsfälle keinem der beiden Vertragskontrahenten die Verwendung seiner Hilfsmittel gegen den anderen (Wunitionslieferungen, Kredite. Rahrungsmittelver^orgung) erlauben würde, vorausgesetzt, daß dieser von einer dritten Macht angegriffen werde. Das Staatsdepartement in Washington scheint einer solchen Ergänzung des Kelloggpakts — so würde man die neuen Sicherheitsbedürfnisse Frankreichs frisieren können — grundsätzlich nicht abgeneigt zu sein, aber der springende Punkt ist die Frage: wer ist der Angreifer? Man hat schon in den jahrelangen Debatten in Genf keine befriedigende Definition gefunden, und es besteht wenig Aussicht, daß man nun in Washington glücklicher sein wird. Amerika wünscht den Vorbehalt, daß es selber bestimmen kann, wen es für den Angreifer hält. Mit anderen Worten, es will in jedem Falle fteie Hand haben, ob es den Reu- tralikätsvertrag für gegeben ansieht oder nicht. Mit einer solchen dehnbaren Auslegung werden sich nun die Franzosen schwerlich zufrieden geben. 2lber anderseits ist es doch sehr fraglich, ob die öffentliche Meinung Amerikas, die seit der eklatanten Riederlage der Wilsonschen Friedenspolitik in Versailles jedem Hineinziehen der Vereinigten Staaten in europäische Dinge ängstlich und bis aufs äußerste widerstrebte, bewogen werden könnte, diesen Standpunkt preiszugeben zu Gunsten eines Pakts, der, wenn auch in verschleierter Form, schließlich doch auf eine Beteiligung Amerikas an wirtschaftlichen und finanziellen Repressalien im Falle eines europäischen Konflikts hinausliefe. Amerika hat in diesem auf wirtschaftlichem, finanziellem und polittschem Gebiet begonnenen Spiel um einen großen Einsatz nicht mehr sehr viel Trümpfe in der Hand. Der stärkste wäre augenblicklich zweifellos die Aufgabe deS Goldstandards, aber es ist doch sehr fraglich, ob es riskieren kann, ihn auszuspieleir. Frankreich käme dann — um ein treffenöeä Bild eines amerikanischen Dankgouverneurs zu gebrauchen — in die wenig beneidenswerte Rolle des Jungen, der beim Murmelspielen zwar so geschickt war, alle Murmeln au gewinnen, nun aber niemanden mehr hat. mit dem et spielen kann. Dem steht entgegen, daß das amerikanische Publikum sich erfahrungsgemäß kaum so diszipliniert verhalten wurde, wie das englische es im gleichen Falle getan hat. Die Aufgabe des Goldstandards würde also zumindest für eine Zeit au einer Verschärfung der WirtfchaftSkrisiS in Amerika führen und würde auch die Stellung deS Dollars auf dem internationalen Geldmarkt schwer erschüttern. So wird Hoover zu dieser für Aankreich gefährlichen, aber auch zweischneidigen Waffe gewiß erst dann greifen, wenn ihm die Hartnäckigkeit der Franzosen keinen anderen Ausweg läßt. Das weiß man natürlich auch in Frankreich und sieht so mit Zuversicht der Kraftprobe zwischen Hoover unb Laval entgegen. Die Franzosen glauben eben immer noch, daß sie a m längeren Arm bei Hebels sitzen, aber bie Auswirkungen ber Pfunbkrisis sollten sie doch belehrt haben, daß auch Frankreich nicht ohne Gefahr für feine eigene Wirtschaft bie Zersetzung aller anderen Volkswirtschaften mit untergeschlagenen Armen abwarten kann. Wirb eS Hoover gelingen, in Washington ben französischen Mini- sterpräsibenten von der Notwendigkeit der wirtschaftlichen Solidarität der Völker zu überzeugen und Frankreich auf den Weg wirtschaftlicher Vernunft zurückzubringen? Grandi aus der Fahrt nach Berlin. Herzliche Verabschiedung von verdeutschen Presse in Nom. R om. 23. Ott (WTD) Der italienische Außenminister Grandi ist mit dem regelmäßigen Vachtfchnellzug, dem ein Salonwagen beigegeben worden war, nach Berlin abgereist. 3n Begleitung des italienischen Außenministers befinden sich der Direktor der Europaabteilung deS Außenamtes Gesandter G u a r i g l i a, der stellvertretende Pressechef, der frühere Berliner Botschaftsrat Rocco, sowie die Sekretäre RoniS und Talvacchia. Dor der Abreise hat Grandi die deutschen Pressevertreter empfangen. In zwangloser und sehr freundschaftlicher Aussprache führte Grandi aus, er wolle feststellen, mit welch lebhastem Interesse die öffentliche Meinung Italiens und das ganze Volk'seinem Besuch in Berlin gegenüberstehe. Es gereiche ihm zur besonderen Freude, mit dem Reichskanzler wieder zusammenzukommen, dessen Besuch in Rom in Italien nicht vergessen sei. Als eine ganz große Ehre empfinde er die Begegnung mit dem Reichspräsidenten Feldmarschall v. Hindenburg. Grandi, der übrigen- das Rheinland aus zwei Reisen vor und nach der Ruhrbesehung kennt und gute deutsche Sprachkenntnis hat, bedauerte, daß er wegen seiner bevorstehenden Reise nach Washington auf seine ursprüngliche Absicht, nach dem amtlichen Gegenbesuch in Berlin noch einige Tage andere Städte, so Dresden und Rürnberg, mit ihren reichen Kunstschähen kennenzulernen, verzichten müsse. Im Kamps gegen die Kriegsschuldlüge. Ein Aufruf der Evanqelnchcn Kirche an die Chr stcnßeil der Welt Berlin, 23. Ott. (TU.) Der Deutsche Evangelische Kirchenausschuß, die oberste Vertretung der im Kirchenbund zusammengeschlossenen deutschen Landeskirchen, hat zur Kriegsschuldfrage eine Kundgebung beschlossen, in der es u. a. heißt: ..Von Monat zu Monat wächst die innere und äußere R o t im deutschen Volke. Sorge und Elend sind in das Unerträgliche gestiegen, treiben zur Verzweiflung und Empörung. Unser Volk ist mit seinen moralischen und physischen Kräften dem Ende nahe. Unermeßliche Verluste, ungeheuerliche Lasten sind ihm unter Verletzung feierlicher Versprechungen auferlegt. Dieses Un- recht wird vor dem Gewissen der Völker immer wieder zu rechtfertigen versucht durch die Belastung unseres Volkes mit der Kriegsschuld. Durch diese Belastung wird das deutsche Volk zum Verbrecher unter den Völkern der Erde gestempelt. Das können wir nicht ertragen, ohne uns der Selbstachtung zu berauben und uns derLügemitschuldig zu machen. Seit dem Iahre 1922 hat ber Deutsche Evangelische Kirchenausschuß keine Gelegenheit vorübergehen lassen, ohne gegen die Kriegsschuldlüge seine Stimme zu erheben. In diesem gerechten Kampf sind uns auch im Auslände namhafte kirchliche Führer und Männer ber Wissenschaft, Kirchen und kirchliche Vereinigungen helfend zur Seite getreten. Roch aber ist bas Unrecht nicht von uns genommen, bie Behauptung von ber Kriegsschuld zehrt am Mark unsere- Volkes. 3m Rarnen aller deutschen evangelischen Kirchen ruft der Deutsche Evangelische Kirchenausschuß die Ehristenheit der Welt auf, ben Kampf gegen ben Geist des Hasses und der Lüge mit aller Entschiedenheit auf- zunehmen und der Wahrheit und der G e r e ch t i g k e i t für unser verleumdetes und mißhandeltes Volk endlich zumEiegezuver- Reifen. Erhöhung der Hochschulgebühren in Preußen. Berlin, 22. Oft. (WTB.) Amtlich. Das preu- ß'lche Kultusministerium hat eine Erhöhung der Hochfchulgcbühren angeorbnet. Schon mit Wirkung für das laufende Wintersemester wird die Studien- gebühr von 85 auf 100 Mark, die Aufnahmegebühr, die bisher für die erste Immatrikulation 25 Mark unb beim llebcrgang auf eine anbere Hochschule 15 Mark betrug, einheitlich auf 30 Mark erhöht. Außerdem beansprucht der Staat einen weiteren Anspruch an den Kolleggeldern, so daß für alle planraafjigen lMvfessoren eine allgemeine Kürzung von 20 Prozent hinzufommt. Dazu teilt das Kul- tusmimsterium mit. daß angesichts der ernsten Ent- Wicklung der Staatsfinanzen auch auf dem Gebiete bc-3 Hoch chulwesens eine sofortige Herabsetzung des «taatszuschusfes unvermeidlich war. Auch die übrigen deutschen ^ochschullander seien genötigt, die Gebühren für da» Wintersemester wesentlich zu er- hohen. Den minderbemittelten begabten Studieren, ben werde in stärkerem Umfange als bisher 'Befreiung von den Hochschulgebühren gewährt. Ferner dürfen die Gebühren statt wie bisher in zwei in Zukunft in vier Raten bezahlt werden Die Unter- richlsverwaltung sehe diese Gebührenerhodung als e,ne Rotmahnabme an unb hoffe, meglichst halb wieder zu ben niedrigeren Gebühren i'urnckkehren -u können. Oer Aufstand auf Cypern. England greift durch — Wenig Aussichten für einen Erfolg der Aufständischen. Oben: Blick auf bie Insel Zypern von Süben her. — Unten, links: Europäische Kafseehausstraße in ßarnaca. — Unten, rechts: Basartreiben in ber Bischofstabt Nikosia. .„■♦3 London, 23. Oft. (WTB.) Der Staatssekretär für die Kolonien Thomas erklärte in einem Interview, obwohl die Berichte über die Unruhen in Zypern ernst seien, sei kein Grund zu Befürchtungen vorhanden. Die Unruhen zeigten, welche Feinde das britische Weltreich habe und wie notwendig es sei, mit größter Strenge GRIECHE o. f X o Kairo \ cAngora lO„ TÜRKEI je A £ r | uj rßeirv# gegen sie vorzugehen. Die Lage sei nun unter Kontrolle und die letzten Rachrichten seien beruhigend. Auf der Insel ist eine strenge Zensur der ein- und ausgehenden Rachrichten eingeführt worden. Telegramme werden nur in offener Sprache oder mit Angabe des Code zugelassen. Die beiden nach Zypern entsandten Kreuzer und zwei Zerstörer sind dort eingetroffen, ferner sind große Transportslugzeuge mit einer Kompanie Infanterie aus Aegypten in der Hauptstadt Rikosia gelandet. In Rikosia ist noch am Donnerstagabend der Belagerungszustand erklärt worden. Die Aufstandsbewegung ist nach Eintreffen der Land- und Seeverstärkungen zum Stillstand gekommen. Die öffentlichen Gebäude in der Hauptstadt sind mit Stacheldrahtverhauen umgeben und werden militärisch bewacht. Es heißt, daß eine Anzahl von Maschinengewehren und Gewehren, sowie Munition auf griechischen Schiffen nach Zypern eingeschmuggelt worden seien, doch dürften die Mittel der Aufständischen keineswegs ausreichen, um einen groß angelegten Aufstand durchzuführen. Man glaubt vielmehr, daß sie ihre Propaganda für einen Anschluß an Griechenland zu dem Versuch benutzen werden, von England Zugeständnisse zu erhalten. Griechenland hält sich heraus. Keine Unterstützung der Aufständischen Athen, 23. Okt. (TU.) In einer Presse- erklärung über die Lage in Zypern betont der griechische Ministerpräsident V e n i f e l o s , daß es zwischen Griechenland und England eine „Z y p e r n f r ag e" nicht gebe. Es handele sich um eine Angelegenheit zwischen England und den Bewohnern der Insel. Deniselos drückt in der Erklärung sein Bedauern über die Vorfälle auf Zypern aus und gibt der griechischen Presse den Rat, sie ebenfalls zu mihbiUigen. Die Differenzen zwischen der Bevölkerung von Zypern und der englischen Regierung könnten unter keinen Umständen zu einem Konflikt zwischen Großbritannien und Griechenland führen. Die griechische Regierung habe die Kundgebungen der Zyprianer niemals, weder direkt noch indirekt, in irgendeiner Weise unterstützt oder ermutigt Der Völkerbund in -er Klemme. Keine Aussicht auf eine Beilegung des Mandschurei-Konflikts. Genf, 23. Oft. (TU.) Irn Dölkerbundsrat fand eine ausgedehnte Aussprache über Arlands Vorschlag zur Regelung des chinesisch-japanischen Streitfalles statt. Es ergab sich, daß über diesen Vorschlag (einerlei Einigung zwischen den beiden streitenden Parteien möglich war. Der chinesische Regierungsvertreter S z e betonte, daß die chinesische Regierung den Vorschlag Driands a n n e h m e, aber fordere, daß die japanische Regierung den Status quo ante wiederher st eile, die Räumung bis zum 16. Rovember vollständig durchführe und daß sodann vor einer neutralen Instanz die Frage der Verantwortlichfeit und der Entschädigung geklärt würde. Der Vorschlag Driands stelle nur einen ersten Schritt dar, der die Hauptfrage regele, jedoch dringendste chinesische Forderungen nicht berücksichtige. Wenn das gemeinsame Vorgehen des Dölkerbundsrates und der amerikanischen Regierung nicht zur Befreiung der Gebiete einer VölferbuÄsmacht und eines Signaturstaates des Kelloggpaftes von der widerrechtlichen Besetzung durch eine andere Dölker- bundsmacht genüge, so müsse sich offensichtlich e i n Loch in dem Friedenssh st em des Völkerbundes befinden. Driand gab fobann den japanischen Gegenvorschlag bekannt, der keinen festen Räumungszeitpunkt vorsieht. Die japanische Regierung schlägt ferner vor, den Völkerbundsrat nicht zu einem festen Zeitpunkt einzuberufen, sondern den Diederzusammentritt dem Ratspräsidenten zu überlassen. Der Dertreter der chinesischen Regierung lehnte, wie zu erwarten war, diesen japanischen Gegenvorschlag als völ- l i g u n a n n e f) m b-a r ab. Lord Robert Cecil erklärte alsdann, daß die englische Regierung durch die Bombenwürfe japanlscher F l u g z e u g e , die mit dem internationalen Recht unvereinbar seien, auf da- peinlichste berührt worden sei und verlangte Aufklärung über die Hauptpunkte des japanischen Gegenvorschlages. Rach längerem Hin und Her wurden sodann die Verhandlungen auf Samstagvormittag verschoben. Driand hob hervor, daß in diesem außergewöhnlich verwickelten und schwierigen Fall die Machtmittel deS Völterbundes äußerst beschränkt gewesen seien und großer Mut dazu gehört habe, sich überhaupt damit zu befassen. Was geschieht nach Ablauf des Hoover-Moratoriums? Minister Treviranus über die Tilgung der deutschen Auslandschuld. Berlin, 23. Oft. (TU > Vor der Deutschen Weltwirtschaftlichen Gesellschaft behandelte Reichsverkehrsminister Treviranus wirt- fchaftspolitische Fragen der Gegenwart. Er erwarte. daß der neugebildete Wirtschaft-betrat unter Zurückstellung politischer, wirtschaftlicher und menschlicher Bindungen arbeiten und dem Volke helfen werde, daSVer- trauenzu sich selbst wicderzu gewinne n. Eine Ausgabe des WirtschaftSbeirates müsse eS sein, der Oeffentlichkeit klar zu machen, w o die Grenzen staatlicher Betätigung seien und wo die Selbsthilfe der Wirt- schäft in stärkerem Maße al« bisher eins etzen könne. Das deutsche Volk müsse im jetzigen entscheidenden Augenblick die 21 e r - Den beha Iten. Eine große Ausgabe sei der Regierung darin gestellt, da« natürliche Gleichgewicht zwischen Äauftraf t und Erzeugung ohne AuSlandhilfe zu gewinnen. Die ReichSregierung habe sich für den Weg der Anpassung der fixen Kosten der Erzeugung an die Kaufkraft ent- schieden. Treviranus verteidigte die Außenpolitik der Regierung, die nach seiner Meinung die einzig mögliche sei. Der Reichskanzler habe sich das Qkrtrauen der Welt erworben. Ein anderes deutsches Akivum fei die Kaufkraft von 60 Millionen Menschen. Aus der Passivseite ständen her Mangel an Einheit de- politischen Willens und eine wirtschaftliche Auslandschuld von 26 Milliarden. 6» besteh« keine Hoffnung, daß Deutschland nach Ablauf de« Stillhalteabkommen« im Februar die fälligen Beträge zahlen könne. Deutschland mäste daher der Dell einen ehrlichen, sauberen Tilgung,plan oorlegen mit einer Jahre»- leist»»- viel mehr über eine Milliarde Mark unter der voransfehung. daß man un« gestatte, diesen Betrag durch A u«fohr- überschüsse abzudecken. Der Kampf geh« darum, ob die Gläubiger reich genug seien, einem solchen Ausweg zuzustimmen. Vie Rrich«- regierung hoffe, mit weitergehenden Einsparungen den haushalt 1931 32 durchhatten zu können. Da« wichtigste Erfordernis für die Reichsregierung fei der Abbau de« Mißvergnügen« i m Volke Ireviranu« machte dann die interessante Mitteilung, daß die Verhandlungen mit dem Präsidenten Hoover mit großem Vachdruck bereit« seit Dezember v. I. geführt worden seien, ohne daß selbst die engsten Mitarbeiter Hoover» davon erfahren hätten. Erschwert worden seien die Verhandlungen durch den Tod de« Millelsmanne« zu Anfang diese« Jahre«. Schließlich wandte sich der Reichsminister da- 1 gegen, daß viel Kritik aft der Arbeit der Reichs- 1 regierung geübt, aber kein Weg gewiesen | werde, wie es besser zu machen sei. Sr wie- 1 ebenfalls jene Parole zurück, die Deutschland i n | z w e i L ager spalten wolle, von denen eines vcrnichtet werden müßte, da- andere aber allein ' herrschen solle. Man benötige Iahre. bis Deutsch« land sich so aus der Krise herauSfinden werd«, daß man überhaupt wieder von den Vorschätzun- gen bet Haushalt-aufstellungen reden könne Rot- wendtg set zunächst, eine solide Grundlage fünf- S Alt flnöcn‘ D" Reichsminister nut ben OBorlcn: ..Ich glaube an den , n »es. persönlichen Einsätze« über alle Kollektiven. Deshalb glaube ich auch daß wtr recht handeln, wenn wir dem Reichskanzler Vertrauen schenken." _ u iw feSsi 35^ n «11 tont ’S tenn ® sehen nu an dem Sebald [S Ihrem te I. Mi V0N W“ gntfcrPn” Sieb ,3 ?«*,«<<« ®ä'1? L Vf» iiih in Diel' Mr_ fc;inne gemacht worden seien. Die Inflatio^e^ tersweg: „Der singende Draht", Liebe", „Das sind Zustände" und der Wälder". — Tageskalender für Stadttheater Gießen, „Frauen gem...l", 18.30 bis 21 Uhr. - *<$ n d Dr.Selo wurde bet gegen 100 Zeu- boerftänbigen auf* ängnii Dxgen ge- W Men Der« Angeklagten mil- >et Eg W\\xä ,ung ergeben habe, Mnt sei. Aus bet j Gericht die höhe Honorare, die > bet betreffenden is gestanden hätten, ar Oppauet Unglüd! ■baubteten die A a - bei der Hilfsaktion ? gtohe Erplosi- oder Pfalz Velin n des Unglücks w ^uch Pelzmantel- sichen höchst-etsön. Staatsbeamten, Die ausschusses ge- iz erhebliche Ent» ein Gehalt erhalten eien. Der bamahge etjige Snnenmimftet et Ministervtasident erung alles daran. L teftlos * S in öffentlichen leien, hätten bei ■•sss erwaltungsvr LLK buben und Festwiese" aus „Meistersinger" u. a. m. Eine Auslese aus Johann Strauß' Werken führt die Zuhörer in das Reich des unsterblichen Walzerkönigs, und einige Märsche des ehemaligen Musikdirektors Carl Krautze (der Hundertfechzehner, Gießener Rudermarsch) wird beiden älteren Generationen Erinnerung an Der- flossene, schöne Zeiten erwecken. Der Besuch des Konzertes, das um 16.15 Ähr pünktlich beginnt, kann nur empfohlen werden. (Siehe heutige Anzeige.) — Konzert des Gesangvereins „Heiterkeit". Man schreibt uns: Alljährlich treten die hiesigen Gesangvereine am Schlüsse ihrer Arbeit innerhalb eines Jahres einmal mit einer Konzertveranstaltung an die Oesfentlichkeit. Den Reigen dieser Konzerte eröffnet in diesem Winter der Gesangverein „Heiterkeit" am Sonntag, 8. November. Das Konzert findet nachmittags in der Aula der Universität statt. Zur Mitwirkung wurde die Kapelle des hiesigen Reichswehr-Bataillons, unter Leitung von Obermusikmeister Krauße, gewonnen. Die Veranstaltung, die lediglich der Förderung und Verbreitung des deutschen Liedes dienen soll, wird in Anbetracht der schweren Wirtschaftslage in einfachem Nahmen gehalten sein, sie soll aber doch dazu beitragen, die Sorgen, die der Alltag bringt, für einige Stunden vergessen zu machen. Die Eintrittspreise sind niedrig gehalten; auch den Erwerbslosen soll Gelegenheit gegeben sein, das Konzert zu besuchen. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. - —Der Arbeitergesangverein „Crn- tracht" veranstaltet am morgigen Sonntag, 20 illjr, in der Stadtkirche eine musikalische Feierstunde. Das Programm des Abends ist aus dem Anzeigenteil vom Mittwoch ersichtlich. — Kasperle-Theater. Man schreibt uns: Wegen Äeberfüllung des Saales am vergangenen Sonntag wird am morgigen Sonntag, 15 Ähr, im Katholischen Dereinshaus noch einmal gespielt. Es ist damit noch einmal die Einweihung der neuen modernen Kasperlbühne verbunden. Für alt und jung dürften es zwei unterhaltsame Stunden werden. Siehe gestrige Anzeige. u[d5io|(L nb btt «3ool üb» jtraft' CC$WÄ Augen, >cn ^iÄicütD'fl^ tufttou*0 SÄ LH 1D be. 1 ble e. T. K h|» ^efüf)tl kg‘gb** ,?on »men ti« ' «btr L Mmben tw tKS Ä'iS Lbe- Dieses kleine Wörtchen hat schon oft Wunder gereift. Es hilft in vielen Fällen, daß einem Befehl, eit-rn Begehren die Härte genommen, daß ein Eher Satz geglättet und geschliffen wird. Oder wer te einem Wunsche nicht entsprechen, dem das ne Wörtchen „bitte!" anhängt? Erst recht in Liddeutschland, wo es bittscbön! heißt! Da kann □un. doch nicht gut etwas abschlagen. Gewiß ist unsere Sprache reich an Wörtern, die Ltfenbeine Aufforderung enthalten, etwa: „Nun al>-r los!" „Fertig!" „Schnell!" Aber keins wirkt so verbindlich wie dieses „bitte!" Es schadet selbst niiht, wenn der strenge Vater feinen Kindern gegen- üt:r recht oft Gebrauch davon macht. Es Hilst wohl nitji immer, aber doch in vielen Fällen. Ich glaube mich zu erinnern, daß es vor dem Kriege z. B. bei der Eisenbahn nur geheißen hat: „(finfteigen!" Das hört man heute nicht mehr, sondern viel einladender „Bitte einsteigen!" Oder: kitte die Fahrkarten vorzeigen!" Lassen wir das kleine Wörtchen aus, dann haben wir einen rauhen, • roluften Satz, der uns ordentlich weh tut. E» gab ja eine Zeit — es ist noch gar nicht lange hei —, da wurde auch das freundliche Wort ge- rotegu mißbraucht. Bei jeder Frage, bei jedem Satz, de« unser Nächster nicht verstand, kam die Rück- ftoge: „Bitte?" Das war in vielen Fällen über- ttiibcn. Da ist die Frage: „Wie meinen Sie?" doch geiflbe so höflich und freundlich. Und wenn schon ein Elf-ner dreijähriger Knirps auf irgendeinen Satz, 6tn er nicht verstanden hat, mit diesem „bitte?" ant- nttld, dann ist das verfehlt. Ich höre da viel lieber fcii einfältige Kinderfrage: „Wie ist das?" oder „Bas haft du eben gesagt?" Der Stolz von vielen Mütern, das ihre Kleinen sich schon so „ge- iüöef ausdrücken, wenn sie bei jedem dritten Satz Jäte?" sagen, ist jedenfalls ganz unberechtigt. Kind ist Lind, und es soll nicht alles nachahmen. Doch Ija: dieses fragende „Bitte?" wohl etwas nachge- laiiin. Oder täusche ich mich? Bitte? Sch kenne einen jungen Mann, der eigentlich fot an jeden Sah ein „Wie bitte?“ anbängte. Äch er nun den Spitznamen „Wie bitte?“ hat, ifi seine eigene Schuld. Uebertreibungen schaden OweiXenlos. G neuer. <>naro neoecri 9 wolkig. • oedecxi -Regelt * Schnee a Graupein * Meöei 'S 0ewitler.©wind$tine.«O seht telchter Ost massiger Sodsaowesi Q stormischer «ordwesl Ole Pfeile fliegen mit dem winde Oie 00 den Stationen stehenden z«r> len gehen die Temperatur an. Oie Limen veromdeo Orte mit gleiche^ tu« Meeresniveau umgerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Das kräftige Discayatief hat sich nunmehr ganz auf das Festland verlagert und breitet seinen Kern über unserem Bezirk mit Barometerständen bis 740 Millimeter aus. Dabei hat bereits in der letzten Rächt die ozeanische Warmluft zu Milderung und verbreiteten Regenfällen geführt, die bei uns über 10 Millimeter Riederschlag brachten. Beim Weiterzug der Storung flieht an der Rückseite ozeanische Luft aus höheren Breiten zu, die den Witterungscharakter unfreundlich gestalten wird. Die Temperaturen gehen im allgemeinen zurück und bei wechselnder Bewölkung treten noch Regenschauer auf. Vorhersage für Sonntag: Unbeständig und wechselnd wolkig mit Schauern, kälter. Vorhersage fürMontag: Teils bewölkt, teils aufheitemd, noch vereinzelte Schauer, Racht- frostgefahr. Lufttemperaturen am 23. Oktober: mittags 8,5 Grad Celsius, abends 6,9 Grad; am 24. Oktober: mifierte Melodien und Schlager, die von Berlin I aus als Schlager des kommenden Winters bereits ihren Weg angetreten haben, hervorzuheben. Spielleitung hat Heinrich Hub, musikalische Leitung Kapellmeister Fritz C u j e, Einstudierung der Tänze Ewald Bäulke. Mitwirkende: Damen: Berger, Doering, Schubert-Jüngling, Sachse, Wielander, Walther-Lederer; Herren: Hub, Ian- scheck, Michel, Dolck. Beginn 18.30 Llhr, Ende 21 Ahr. — Militär-Konzert auf der Lie- bigshöhe. Das Musikkorps unseres Bataillons veranstaltet morgen, Sonntag, 25. Oktober, ein großes Militär-Streich-Konzert, für das, — wie man uns mitteilt — ein außerordentlich vielseitiges Programm vorgesehen ist. Es seien daraus angeführt: Die Ouvertüren „Alphonso und Estrella" von Schubert, und „Wilhelm Teil" von Rossini; ferner Kaempferts „Schwäbische Rap- sodie", die Balletmusik aus Coppelia von Delibeo, die „Einleitung zum III. Akt, Tanz der Lehr- * * Die Museen und der Heidenturm sind am Sonntag von 11 bis 13 Ähr bei gewöhnlichen Preisen geöffnet. * * Die städtische Gemäldegalerie im Neuen Schloß ist wegen der notwendig gewordenen Neuregelung des Aufsichtsdienstes bis auf weiteres geschlossen. * * Der n ä cf) ft e Rindvieh- (Nutzviehs Markt findet am Dienstag, 27. Oktober, statt. Näheres ist aus der heutigen Bekanntmachung ersichtlich. *• Festnahme. Der Polizeibericht teilt mit: Auf Ersuchen einer auswärtigen Behörde wurde der Kaufmann Hans Wolf aus Rümberg wegen Diebstahls usw. hier festgenommen und dem Amtsgericht zugeführt. ** Hauptversammlung der Barmer E r s a tz k a s s e. Dieser Tage fand, wie man uns berichtet, im Hotel Kobel die Hauptversammlung der Barmer Ersatzkasse statt. Auf der Tagesordnung standen der Bericht des Delegierten über die Haupt- versammulng in Hamburg und die Neuwahl des Derwaltungsstellen-Vorstandes. Der Delegierte Herr D e s ch erstattete den Bericht. Die Kasse weise, so Ker u. a. aus, Ende des Jahres 1930 einen id von 466 172 Stammversicherten und 105 055 Familienversicherungen aus. Es sei eine merkliche Weiterentwicklung zu verzeichnen, die Rücklayen seien in gesetzlich vorgeschriebenem Maße verstärkt worden, der Ausbau der Außenorganisationen habe ebenfalls Fortschritte gemacht. Die Versicherungsleistung habe, mit Ausnahme der durch die Notverordnung geschaffenen Veränderungen, in der bisherigen Form aufrechterhalten werden können. Im weiteren Verlaufe der Versammlung wurden di» bisherigen Mitglieder des Berwaltungsstellenvor- ftandes einstimmig wiedergewählt. Lhzlers auf dem westfälischen Beamtentage er- I lÜrcn können, daß die Reichsregierung für das CkrufSbeamtcntum eintritt, wie je zuvor, und ioh alle ihre Sorgen und Röte, daß an eine Aushöhlung und Entrechtung gedacht werden körnte, von der Reichsregierung beseitigt wer- Ben Ich habe ein Bedürfnis, die Spitzenver- ßinöe der Eisenbahner aller Art in nächster Zeit m einer Aussprache bei mir zu sehen, weil it den Wunsch habe, zu hören, wie Sie glauben Vln Ihrer Seite her alles wieder in Reih' und Nied bringen zu können. Soweit Sie mich kennen als meiner früheren Tätigkeit, wissen Sie das eae. daß, wenn wir auch den Wirklichkeiten in) Auge sehen müssen, wir auf der anderen Elite auch an dem einen festhalten, was Sie In Ihrem Geschäftsbericht als Motto aufge- Uchnet finden: „Worte haben Wert nur für 5n Fall, dah unsere Herzen überzeugen." Zu eiter Aussprache von Mann zu Mann werden Eb mich immer bereit finden. Den Worten des Mmsters stimmte die zahlreiche Versammlung ml lebhaften Beifall- und Bravo-Rusen zu. Sm Minister dankte der 1.Vorsitzende Wieg |i- das von ihm überbrachte Bekenntnis der Aichsregierung zum Derussbeamtentum. gens 6,6 Grad. — Sonnenscheindauer 4 Stunden. —, Niederschläge 11,4 mm. Stuhlverstopsung. Rach den an den Kliniken für innere Krankheiten gesammelten Erfahrungen ist das natürliche „Franz-Josef-Bitterwasser ein äußerst wohltuendesAbführmittel. JnAp.u.Drog.erh. Kunstverein, Ausstellung „Alte und neue Graphik', 11 bis 13 Ähr. -- Äniversitätsaula, 20 Ähr, Lichtbilder-Bortrag „Aus der Heimat Abrahams und der Sintflut". (Zu Gunsten der Winter- nothilfe.) — Liebigshöhe, 16.30 Ähr, Gröhes Mi- litär-Streichkonzert. — Arbeitergesangverein „Eintracht", 20 Ähr, Stadtkirche, Musikalische Feierstunde. — Verein für deutsche Schäferhunde, 9 Ähr, Hardt-Terrasse, Körung der deutschen Schäferhunde. — Heimatvereinigung „Schiffenberg", 15 Ähr, Familien-Zusammenkunft, Schiffenberg. — Katholisches Vereinshaus, 15 Ähr, Kasperle-Theater. — SpVg. 1900 Familienabend im „Postkeller". — Hotel Prinz Carl, Schmuck-Ausstellung, 11 bis 18 Ähr. — Lichtspielhaus Bahnhof- strahe 11.15 Ähr, „Eine Reise unter der Mitternachtssonne", ab 15 Ähr „Bomben auf Monte Carlo". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Der singende Draht", „Blitz und Liebe", „Das sind Zustände" und „Kein König der Wälder". — Aus dem S t a d 11 h e a t e r b ur e a u wird uns geschrieben: Am morgigen Sonntag, 25. Oktober, ist als Fremdenvorstellung die Erstaufführung der Operette „Frauen haben das gern!“, die mit eigenem Ensemble gespielt wird. Eine Schwankoperette von Arnold und Dach, zu der Walter Kollo für die von Rideamus hinzugedichteten Gesangseinlagen die Musik komponiert hat. Die Operette „Frauen haben das gern.. .1“ dürfte, wie in Berlin, wo sie über lOOmal mit größtem Erfolg gegeben wurde, auch bei uns ein den Verhältnissen entsprechender Serienerfolg werden. Arnold und Bach schufen groteske Situationen, dazu höchst originelle Gesangstexte in Form hübscher Couplets und gefälliger Chansons. Richt zuletzt sind Walter Kollos flott rhyth- • Jo ff -10$ _ ©5 © -0 o ZF* ’aK-Z W /Klagen! --Thor; 6 P 2 wa XlerrWit w« ’ne uns?** bi?’Äteib«n i*..,, - lräutern,Radium Biochemie usw. Private besuchen, f. bahnbr. Reuht. v. ersolgreich. Tr.- Firma gef. Bef. Borteile! Außer Prov. u. Fnfera- tenbllse lwnes Fi- rum. Eilofferten L P. 70 an „Ala", Dresden. 712A als Lagerraum, zirka 50 qm Keller, Werkstatt u. Büro, jiif. zirka 150 qm, für jed. 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Richt einer von den seßhaft und damit beamtenhaft gewordenen „Gesandten", sondern einer von den Abgesandten früherer Geschichtsperioden, ein Sendbote seines Herrschers, dessen Wunsch und Wille er überbringt, ohne deswegen gebunden und gehalten zu sein, bei jeder kleinen Positionsverschiebung erst „Direktiven einholen" zu müssen. Denn Grandi weist, was Mussolini denkt, auch wenn er unterwegs ist. Beide Männer ergänzen sich auf eine so eigene, geradezu mechanische Art, daß man gar nicht darüber spricht, dah von Einstimmigkeiten noch nichts bekannt geworden ist, obwohl das Mitarbeiterverhältnis bis in die Sturm- und Drangperiode des Faschismus zurückreicht. Grandi wie Mussolini sind aus der „Gio- vinezza", der heute allein herrschenden Staatspartei, hervorgegangen, aus der Kriegs- und Revolutionsjugend. Als der Duce an die Tore von Rom pochte, war er 39 Jahre alt, und sein Generalstabschef während des Aufstandes der Schwarzhemden, Dino Grandi, zählte 27. Heute ist er mit seinen 36 der mächtigste Mann nach Mussolini in Italien, und die Propheten wollen wissen, dast er bereits zu seinem Rachfolger erkoren sei. Run, vorläufig ist es noch nicht so weit, er wird allem Anschein nach noch Zeit haben, in seine Führerrolle hineinzuwachsen. Seine Lausbahn war ein einziger, ununterbrochener Aufstieg. Sprung auf Sprung, nicht ein Absitzen der üblichen Diplomatenleiter. Grandi, der Austenminister, ist. wie die meisten bedeutenden Männer Italiens, aus dem Journalismus hervorgegangen, in dessen Wirbel man einen jungen Mann nur hineinzustellen braucht, um zu erkennen, ob er ein Stürmer oder ein Kleber ist. Als Zwanzigjähriger, das juristische Doktordiplom in die Schublade wersend, zieht der Alpenjäger in den Krieg, bringt es ein Jahr darauf zum Leutnant, kämpft als Hauptmann an der Piave, wird fünfmal auf dem Schlachtfeld ausgezeichnet und im vergangenen Jahre „wegen besonderer Der- dienste" zum Oberstleutnant befördert. Unter dem Liktorenbündel ging es nicht weniger schnell als unter den königlichen Feldzeichen. Er ist einer der verwegensten Aufwiegler in der Heimat Mussolinis, der Romagna, er steht unter den Sturmtruppen der Emilia, in Bologna gründet er den „Assalto" (Angriff), wird Führer einer Kampfabteilung, dringt mit den ersten faschistischen Abgeordneten an der Seite Mussolinis ins Parlament und übernimmt dort drei Jahre später, als dem Schein nach noch verschiedene Parteien im Lande regieren, das Amt eines Vizepräsidenten. Mussolini ist das letztemal im Ausland gewesen, als in Locarno die berühmte „Orangenblüte" aufging — seither zieht er es vor, auf der römischen Kommandobrücke zu bleiben und nur seinen Steuermann in die Häfen der weltpolitischen Schiffahrt zu schicken. Grandi weist sich überall mit der gleichen Sicherheit zu bewegen, das glatte Parkett der alten Diplomatenschule schreckt ihn so wenig wie das Stachelgestrüpp der Hotelhallen, in denen die Reporter lauern. Er lächelt in den Wandelgängen von Gens und lächelt an den Banketten. Immer taucht bas schwarze Spitzbärtchen, das einem Dierziger zu gehören scheint, dort und im rechten , Augenblick auf, wo und wann es im Interesse Italiens nötig ist. Der Austenminister ist nicht der geborene Versammlungsredner wie Mussolini, der die Massen zu elektrisieren weist, aber was er einmal formuliert hat, ist schwer anzufechten. Er springt immer ein, wo dem Duce die Geduld reisten würde, er weih zu verhandeln, er bringt lieber eine Dertagung als eine Riederlage mit nach Hause. Wer wollte leugnen, dah das Ansehen der Grohmacht Italien unter dem Doppelgestirn Mussvlini-Grandi in den letzten Jahren gewachsen ist? Grandi auf Reisen, das ist sozusagen Mussolini inkognit'o. Der Minister kann tun, was der Duce nicht tun könnte. Zum Beispiel den Besuch Brünings erwidern. Schon bei der Abreise des Reichskanzlers in Rom war ich in der Lage, zu berichten, dast Mussolini entgegen seiner Zusage nicht nach Berlin kommen. sondern Grandi als seinen Stellvertreter schicken werde. Er konnte ja nicht so tun, als ob er den Aufruf der preuhischen Regierung, mit dem sie innenpolitisch ebenso erfolgreich wie austenpolitisch verfehlt im gleichen Atemzug gegen das Freiheitsideal des Dolksentscheids und gegen das „faschistische Gewaltregiment" polterte, nicht gelesen hätte. Run hat das zweite Brüningkabinett die Einladung wiederholt und Mussolini konnte dem deutschen Botschafter in Rom darauf nur erwidern, dast er sich seinen Besuch sür einen späteren Zeitpunkt Vorbehalten müsse, Grandi aber als seinen Stellvertreter schicken werde. Also, nun ist es amtlich. Berlin must sich schon damit begnügen. Das tut aber dem Ernst der Besprechungen, wenn sie Brüning so nehmen will, keinen Abbruch. Ein artiger Zufall will es ja, dast auch der Kanzler gerade die beiden wichtigsten Posten, versieht, Reichsleitung und Auhenpolitik. Wie Mussolini durch und in Grandi. Es wird der Arm Mussolinis sein, der am Bahnhof in Berlin den Händedruck vom Bahnhof in Rom erwidert. Wen besucht Grandi? Ein Triumvirat, „eine dreiköpfige Diktatur". Hindenburg-Brüning-Groe- ner. Es hieste den Kopf in den Sand stecken, wollte man die wachsenden Sympathien Italiens für die deutsche Rechtsbewegung übersehen. Andrerseits wäre es aber nicht minder kurzsichtig, anzunehmen, Grandi werde sich dadurch irgendwie bei den Derhandlungen beeinflussen lassen. Rein, sein Auftrag lautet, ohne Rücksicht darauf, wie sich die Lage in Deutschland noch gestalten kann, das Mögliche zu versuchen, um eine Einheitsfront zur Bekämpfung der europäischen Krisis herzustellen. Dazu gehört nach der Meinung Mussolinis die Regelung der Kriegstribute, da sie nur zur Verstärkung der französischen Rüstungen gegen Italien dienen, und entschlossenes Auftreten auf der _ Abrüstungskonferenz. Bei solchen Gedankengängen müstte es nicht schwer sein, sich in Berlin zu verständigen. Aktuelle Währungsprobleme. Von Dr. W. Prion, 0. ö. Professor der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Berlin. IL* Herabsetzung der Aotendelkung? Kürzlich ging durch die Presse eine Rachricht, derzusolge der Generaldirektor der DIZ. (Basel) den Vorschlag gemacht haben soll, dast die Rotenbanken allgemein ihre Golddeckung auf zwanzig Prozent herabsetzen möchten — als ein Mittel, auch von dieser Seite die sich ständig ausbreitende Weltwirtschaftskrise zu bekämpfen. Lind wenn auch inzwischen ein Dementi von der DIZ. erfolgt ist, so zeigt doch die Aufnahme in der Presse, dast dieser Vorschlag sehr vielen Wünschen entgegengekommen ist. Da die Frage der Rotendeckung auch für die Reichsbank von aktuellstem Interesse ist, so lohnt es sich, etwas näher auf den Vorschlag einzugehen. Um die Folgen zu erkennen, ist es aber erforderlich, sich zunächst über das Wesen und die Bedeutung der Rotendeckung überhaupt klar zu werden. Wenn man heute von Rotendeckung spricht, so meint man herkömmlicherweise die Deckung der umlaufenden Roten durch Gold (einschliehlich Devisen, die man als Anweisungen auf Gold ansieht). Sie beträgt nach dem letzten Reichsbankausweis 28,6 Prozent. In weiten Kreisen der Bevölkerung ist mit dieser Golddeckung die Auffassung verbunden, dast der Wert des Geldes, also eines 100-Markscheines, von dem Gold abhängig fei, das eben als Deckung der Roten in den Kellern der Reichsbank ruht. Diese Vorstellung bleibt auch bestehen, obwohl nicht alle ausgegebenen Roten durch entsprechende Goldmengen gedeckt sind, also nicht alle Roten in Gold eingelöst werden können. Das liegt daran, dah man weiter weist (und glaubt), dast eben nicht alle Roten auf einmal präsentiert werden und eingelöst zu werden brauchen. Es liegt aber auch daran, dah neben dem Gvlde noch eine andere Deckung für die nicht in Gold gedeckten Roten vorhanden ist: das sind bei uns gute Handelswechsel mit drei Unterschriften und einer Höchstlaufzeit von drei Monaten. Da diese Wechsel in kurzer Zeit einzulösen sind, so bedeutet dies, dah bei Fälligkeit der Wechsel auf diesem Wege entsprechende Mengen Roten zur Reichsbank zurückfliehen. So wichtig es ist, diese volkstümlichen Vorstellungen von dem Wert des Geldes, der sich aus der Golddeckung ableiten soll, bei der praktischen (und gesetzlichen) Gestaltung z. B. irr ben Vorschriften über die Höhe der Golddeckung, Einlösung der Roten u. a. m. zu berücksichtigen, so sind es diese mehr psychologischen Voraussetzungen doch nicht allein, die das Wesen und die Bedeutung der Deckung ausmachen. Von einem geordneten Geldwesen verlangt man, dah jeweils soviel Zahlungsmittel in Umlauf sind, wie der wirtschaftliche Verkehr des betreffenden Landes es erfordert. Auf dich richtige Geldmenge kommt es an, wenn nicht durch ein Zuviel an Geld eine Preissteigerung (Geldentwertung -- Inflation) oder durch ein Zuwenig an Geld eine Preissenkung (Geldwertsteigerung — Deflation) herbeigeführt werden soll. Die notwendige Höhe des Geldumlaufs zu erkennen und die erforderlichen Zahlungsmittel zur Verfügung zu stellen - das ist die grohe Kunst, * Vgl. den ersten Aufsatz in Rr. 237 des G. A. vom 10. Oktober. und richtig erkannt wird. Rehmen wir den Fall an, dah in einem Lande sämtliche umlaufenden Roten durch Gold gedeckt und auherdem Goldmünzen im Verkehr sind. Bei einem Z u v i e l an Zahlungsmitteln (Roten und Goldmünzen) würden in diesem Lande diePreise st eigen; das würde zur Folge haben, dah das Gold nach dem Ausland abströmt, weil hier bestimmte Waren billiger zu haben sind. Es würde also im Inland eine Verringerung der Gold- (und Geld«) Menge eintreten, was wiederum zur Folge hätte, dah hier die Preise sinken würden. Damit wäre ein automatischer Ausgleich zwischen Goldmenge und Preisen in allen, der Goldwährung angeschlossenen Landern erreicht. Dem Prinzip nach liegt dieser Fall der ^klassischen" Goldwährung der Peelschen Bankakte von 1844 zugrunde, nach der die Dank von England ihre Währungspolitik betreibt (wovon sie aber während des Krieges und auch wieder in jüngster Zeit abgewichen ist). In Deutschland besteht neben der Golddeckung noch die Wechseldeckung; das soll heihen. dah nur 40 Prozent (jetzt 30 Prozent) der Roten durch Gold, der Rest durch Handelswechsel gedeckt sein müssen. (Auch hierbei gibt es also keine „ungedeckten", sondern nur „nicht durch Gold gedeckte" Roten.) Der Vorteil liegt natürlich darin, dah man nicht die ganze Golbmenge zu besitzen braucht, die sonst für die Geldmenge^erforderlich wäre (und dah die Reichsbank für die Kredite, die sie bei der Diskontierung der Handelswechsel gewährt, Zinsen erhält). Man muh sich aber bei dieser Zusatz-Deckung (Diskontierung von Wechseln — Kreditgewährung) klar darüber fein, dah es sich um eine zusätzliche Kaufkraft handelt, die von der diskontierenden Rotenbank durch die Ausgabe von Roten geschaffen wird und in die Volkswirtschaft einströmt, wo sie naturgemäh die Tendenz hat, die Preise zu steigern. Diese preissteigernde Tendenz glaubt man vorübergehend in Kauf nehmen zu können, weil man der Meinung ist, dah der der Rotenausgabe zugrunde liegende Handelswechsel der Ausdruck für eine produktive Warenvermehrung sei (die Ware ist verkauft worden) und dah eben nach kurzer Zeit (höchstens drei Monaten- die Roten zur Ausgabestelle zurückfliehen. Aus diesen Zusammenhängen geht folgendes hervor: 1. dah die Reichsbank bei der Diskontierung von Wechseln sehr aufpassen muh, damit nicht zuviel, aber auch nicht zuwenig Geld auf Am Montag, 26. Oktober, werden wir in den Familienblättern mit dem Abdruck eines modernen Romans beginnen, der nach Gehalt und äußerem Umfang etwa neben Speyers Erzählung vom „Kampf der Tertia“ zu stellen wäre: Zwei wollen zumTheater von Hans-CasparvonZobeltitz So heißt ein frisch und warmherzig geschriebener Roman von jungen Menschen unsererZeit, von ihrer Begeisterung fürs Theater und für die Schauspielerei, von ihrer unverdrossenen Arbeit und ihrer unromantischen Liebe. Chinefenkinder. Don Paul Eipper. In fremden Städten gehe ich am ersten Abend gern in ein Darietetheater, einmal, weil man im Zuschauerraum solcher Dergnügungslokale alle Schichten der Bevölkerung beisammen hat, und dann, weil ich unter den Artisten fast immer alte Bekannte treffe. Wenn man dann durch die schmalen Korridore hinter der Bühne geht, den Garderoben zu, so trifft man mit ziemlicher Sicherheit in irgendeinem Winkel auf Chinesen oder Japaner, die über dünnen Bambusstäbchen porzellanene Teller drehen. Sie nehmen vom Vorübergehenden keine Rotiz; man könnte denken, sie seien eingeschlafen, mitten in ihrer Tätigkeit, denn nur die weihe Tellerscheibe bewegt sich. Irgendwo in London oder in Marseille erlebte ich eine Ausnahme. Da grinste plötzlich solch ein Chinesengaukler, ein Junge von vielleicht zehn Jahren, verzog sein Gesicht, aber nur für Sekunden, und war dann wieder eine leblose Maske. Aber ich blieb stehen, fragte überrascht: „Kennen wir uns?" „Yes, Sir, Zirkus in Göteborg, You viel schreiben auf Papier." Dann nahm der Knabe die beiden Bambusstäbchen in eine Hand, gab mir die andere zum Gruh, prüfte zugleich mit schnellem Blick, ob dennoch beide Teller richtig tanzten. Diese kleine Begebenheit, so unbedeutend sie ist, enthält das ganze Charakteristikum der jugendlichen Tausendkünstler aus dem Fernen Osten. Schon dah ich nicht mehr weih, wo diese Begegnung stattfand, ist aufschluhreich. Für uns Europäer haften die Begriffe von Zeit und Ort nicht bei der Erinnerung an chinesische Akrobaten; sie sind überall und sehen so gleich aus, dah tausend Einzelerscheinungen doch nur einen Eindruck vermitteln. Man weih bei den zierlichen Gestalten auch nichts über das Alter; ein Kind erscheint zuweilen ernst und verwittert wie ein sehr erprobter Mann, und aus einem scheinbar uralten Greis lächelt plötzlich die Anmut eines Kindes. - * Ich habe eine grohe Vorliebe für diese Menschen. Erst war es eine Art von Sport, hinter ihre Maske zu kommen, zu erfahren, was sie fühlen, wie sie innen aussehen. Jetzt habe ich I diesen Wunsch längst aufgegeben; manche Rätsel kann man nicht lösen! Als ich einen Sommer mit dem Zirkus durch Schweden reiste, war ich mit solch einer Chinesentruppe Tag für Tag beisammen. Wir nickten uns zu, wenn wir uns in der Stallgasse trafen, am Sattelplatz, an der Bahnhofsrampe; aber noch nach Wochen habe ich selbst die Kinder verwechselt, weil sie niemals eine persönliche Eigenheit erkennen liehen, immer still und leise vorübergingen, lächelten und sich auf ihre Arbeit konzentrierten. Sie üben immer, jonglieren, balancieren, turnen, verrenken sich. Lind sind, schon die Kinder, vollkommen beherrscht, gleichgültig gegen alle Llm- welt. So denkt der europäische Beobachter. Bis er dann erlebt, was für ein Teufel von Temperament in solch einem zehnjährigen Burschen steckt; bis er fast angstvoll spürt, welch ein Wirbel von Leidenschaft, Ehrgeiz, RervositLt, Kampf- und Siegerwille hinter der gelblich matten Haut zu- fammengeballt ist. Mit dem Gehirn kann man diese CH nesenkinder nicht erfassen, die geräuschlos über die Kontinente ziehen, überall zuhause sind und nirgends. Diel schöner, sich einfach zu freuen, wann immer man sie trifft, in Paris auf den Doulevacds, wo sie plötzlich vor den Kaffeehaustischen die phantastische Geschicklichkeit ihres Körpers zeigen, im Dariete Groh-Darmen, im Wanderzirkus zwischen Augsburg und Passau. Gewih werden auch aus diesen Chinesenkindern im Lause der Zeit Männer. Wir rnerken's nur nicht, weil ja dann andere Säuglinge herangewachsen sind und — graziöse Marionetten — im Scheinwerferlicht stehen, Kubhändchen Werfer, plötzlich alle Lieblichkeit in den gestickten Dlurnen ihrer Seidenmäntel verschwinden lassen, Kops, Arme, Leib und Beine durcheinander biegen, den Gesetzen der Statik und der Schwere Hohnsprechen, knicksen und einen Schritt zur Seite machen, um weltverloren dazustehen, als wühten sie nicht den Llnterfchied von rechts und links. * Manchmal ist in einer solchen Gaukler truppe auch ein kleines Mädchen, ein Kind von sieben oder acht Jahren. Der Lruppenchef schält es aus seinem Mantel, und nun trippelt zögernd das Etwas in den Vordergrund — ein Porzellanfigürchen, ein verträumter, fremder Engel, eine Blume, rührend in scheuer Versponnenheit. Lin ter der prangenden Helmkrone aus Metall und Samt atmet ein spitz-ovales Gesicht, dessen Stirn lackschwarze Haare verdecken, fast bis auf die beiden schmalen Mandelaugen, die noch einen zweiten Vorhang schützend vor sich legen, die transparenten Lider mit den geschwungenen Wimpern. Feuerrot brennt der Mund, treibt in trotzigen Kurven die geflammten Lippenbögen; aber alles tritt zurück, ist nie gewesen, wenn für einen gedankenschnellen Augenblick der Glanz der Pupillen groß und strahlend auf den Mongolen fällt, der das Kommando führt. Gibt es Blumen, die „arbeiten" müssen? Das Kind huscht über einen dünnen Draht, der anscheinend sich selber trägt. Lind auch der Draht ist plötzlich weggewischt; die Dlumenelse schwebt frei, steht dann wieder auf dem Bretterboden der Bühne, auf einem Bein vielleicht, und das andere scheint sich in einen Arm verwandelt zu haben, strebt steil nach oben. Must man das genau wissen? Gibt es nicht Fabelgötter in China, die hundert Arme haben oder tausend? Lind warum soll nicht einer von diesen Armen, sollen nicht zwei sogar Dambusstäbchen drehen, unsichtbar, doch mit Erfolg, daß am oberen Ende ein Teller tanzt? Irgendwo weih mein Verstand, dah es auch hier nüchtern zugeht, dah diese Gaukler aus Fleisch und Blut sind und ihre Künste das Produkt von Fleih und Energie. Ob sie nun, den Kopf rückwärts neigend, mit ihren Zähnen ein Taschentuch aufheben, das hinter ihren Fersen liegt, den Körper biegen wie eine Klinge aus Toledostahl; ob sie zwanzig Meter lange Papierstreifen in Schwingung bringen. Flammenbögen des Lichtes und der dämonischen Geschmeidigkeit von Schlangen beschreiben, ob sie angefüllte, flache Schalen kreisen lassen, fo schnell, dah kein Tropfen herausschwappt; ob sie an ihren Zöpfen hängend schwingen als lebendige Pendel — es ist alles gelernt worden, auf natürliche Weise. Rur ein Geheimnisvolles kommt dazu: Lächeln und Starr- sein zugleich, Rühren durch kindhafte Anmut und bewußt fein, so sehr, dah kein Rerv zuckt auf der ganzen Haut. Gchicksalsstunde des Kapitalismus. Inmitten der täglichen neuen, sich fast überstürzen, den wirtschaftlichen Ereignisse sucht der einzelne nach einem festen Punkt zu umfassender, ruhigerer Betrachtung. Einen Halt zu solcher Schau in der rnfen* den Flucht der Erscheinungen bildet das neueste Heft der Süddeutschen Monatshefte (München) „Schicksals stunde des Kapitalismus". Dr. Robert Friedlaender-Prechtl stellt in feinem Aufsatz „Wirtschaftswende oder Wirtschaftsende" als bezeichnend für den heutigen Krisenzustand der Wirtschaft fest, daß nicht Mangel an irgendwelchen notwendigen Wirtschaftsfaktoren die Notstände hervorruft, sondern nur Mängel in der Anwendung der verfügbaren Einrichtungen. Die geistige Entwicklung des Wirtschaftsmenschen hat mit seiner technologischen nicht Schritt gehalten. Friedlaender hält es für das zukünftige Schicksal der deutschen Wirtschaft entscheidend, ob es gelingt, die Wirtschaftsform zu schaffen, die in der Mitte schwebt zwischen individualistischer Zuchtlosigkeit und kollektivistischer Erstarrung. Wilhelm Wittig schreibt zu dem Thema „Industrie, Kapitalismus und Krise . Er tadelt scharf die vielfach falsche Anwendung der Rationali- sierung, bei welcher übersehen wurde, daß mit der gesteigerten Leistungsfähigkeit der Einrichtungen nicht gleichzeitig und in gleicher Weise auch der Bedarf in die Höhe geht. Schließlich nimmt zum Thema „Wirtschaftswende und Landwirtschaft" Dr. Georg Heim, der bekannte Bauernführer, das Wort. Dr Heim zeigt, wie sogar auf sozialdemokratischer Seite sich die Stimmen mehren, welche die zwangs- läufige Verbundenheit von Arbeiter- und Bauern- schickfal betonen, ja sogar unumwunden ausrufen: „Zurück zur Scholle". 300 000 Arbeitslose könnten in der Landwirtschaft Verbesserungsarbeiten leisten und Dauerwerte schaffen, ohne vorhandene Warenlager noch mehr anzufüllen, ohne Konkurrenten zu schädigen, ohne andere Arbeiter brotlos zu machen. Hochschulnachnchten. Der durch den Weggang des Prof. Fritz von Wettstein an der LIniversität Göttingen erledigte Lehrstuhl der Botanik ist dem ordentlichen Professor Dr. Richard Harder an der Technischen Hochschule in Stuttgart angeboten worden. Berufungen nach Bonn und Darmstadt hat Prof. Harder abgelehnt. Me die Notenbank Im Interesse einer gedeihlichen Gestaltung ihrer Volkswirtschaft auszuüben hat. Hierin spielt nun die Deckung der Noten eine wichtige Rolle, die aber nicht immer genügend diesem Wege neu entsteht und der Volkswirtschaft zugeführt wird: 2. daß die Grenze: wie weit soll — mit Rücksicht aus die richtige Geldmenge — die Deckung der Roten aus Gold oder aus Handelswechseln bestehen? im voraus immer nur mit Willkür z u ziehen ist. Diese Willkür zeigt sich darin, daß die Deckungsvor- schriften in den einzelnen Ländern sehr verschieden sind. Die vor dem Kriege in Deutschland bestehende Drittel- (33! 3 Prozent) Deckung war ebenso der Erfahrung entnommen, wie man bei der Reufassung des Bankgesetzes 1924 eine Deckung von 40 Prozent in Gold und Devisen für richtig hielt: 3. daß die im voraus festgesetzten Dcckungs- vorschristen sich alS zu st a r r erweisen können, wenn besondere Umstände eintreten, die man nicht voraussehen und in Rechnung stellen konnte. Diese Umstände sind heute in der ganzen Welt eingetreten. Für Deutschland (und England) bestehen sie darin, daß kurzfristige RuslandSkredite abgezogen worden sind. Die die Deckung der Roten außerordentlich beeinträchtigt haben. Don dieser Seite ist ein Zuwenig an Deckung entstanden lwaS in England zur Äufhebung der Goldeinlösung geführt hat): nicht ist das ungünstige Deckungsverhältnis auf ein Zuviel an umlaufenden Roten zurückzuführen. Daraus ergibt sich die besondere Lage: die Rotenbanken zeigen das Bestreben, im Interesse ihrer internationalen Zahlungsfähigkeit denRestdeS verbliebenen Goldbestandes festzu- halten bzw. diesen zu erhöhen. Damit erfüllen sie zugleich die psychologischen Doraussetzungen der Mäßigung, von denen eingangs die Rede war. Aber die Lage des inländischen Zahlungsmittelmarktes liehe eine Herabsetzung der Rotendeckung durchaus zu, was ja inzwischen — siehe letzten Reichsbankausweis — auch schon geschehen ist. Landwirte, schickt eure Söhne in die landwirtschaftliche Schule. Don Landwirtschafts-Assessor Dr. Pabst, Mainz. Die Geschichte lehrt, dah die auf hoher Kulturstufe stehende Landwirtschaft sich aus den bescheidensten Anfängen heraus entwickelt hat. Roch vor hundert Jahren war die Landwirtschaft kaum mehr als ein mechanisches Handwerk, daS man nur praktisch zu erlernen brauchte. Heute ist fie ein komplizierter und auch kaufmännischer Betrieb, der sich hoch entwickelte Wissenschaft und Technik nutzbar gemacht hat, der aber anderseits von schwierigen wirtschaftlichen Problemen beherrscht wird, mit deren Lösung Landwirte, Dolkswirtschaftler und Staatsmänner beschäftigt sind. Der Kampf ums Dasein ist daher für die Landwirte unserer Zeit sehr schwer. Diele Existenzen sind äußerst gefährdet, viele Betriebe sind dem wirtschaftlichen Ruin nahe. Wenn die Rot auch in der Landwirtschaft fast allgemein ist, so weih der Kenner der Verhältnisse doch, daß es auch heute noch solche Betriebe gibt, denen es besser geht, als den anderen. DaS liegt nicht immer an Vermögens- und Familienverhältnissen, sondern hängt hauptsächlich davon ab. wie der Betriebsleiter in der Lage ist, die wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu meistern. Rur wer als Landwirt wirklich Meister ist, wird sein Hab und Gut ungeschmälert seinen Kindern vererben können. Hm aber Meister zu werden, muh man zuerst Lehrling und bann Geselle gewesen sein. So wie in jedem gewerblichen Beruf der Lehrling nicht nur eine praktische, sondern auch eine theoretische Ausbildung erfährt, so soll und muh dies auch bei jungen Landwirten der Fall fein. Die Praxis erlernt der junge Landwirt im väterlichen oder auch im fremden Betrieb, während für die gründliche theoretische Ausbildung in den l a n d w t r t- 1 schaftlichen Schulen eine bequeme und I verhältnismäßig billige Möglichkeit gegeben ist. Es erübrigt sich fast, die Rotwenbigkett einer fachlichen theoretischen Ausbildung noch besonders zu begründen, denn gerade die Rot der Zeit erheischt sie. Es sei nur daraus hingewiesen, welche Fehler oft noch bei der Anwendung und Behandlung künstlicher Düngemittel gemacht, wie viele Fehler noch beim Ankauf und Derbrauch der Futtermittel überhaupt bei der Fütterung begangen werden. Wie vieles andere ist heute in der Pfege und in der Behandlung der Obst- bäume zu beachten? Wieviel Zukunftswert hängt z. B. auch ab von der sachgemäßen Anlage und Behandlung von Iungfeldern im Weinbau? Wie wichtig sind heute die Fragen der Absatz- und Marktverhältnisse. Don welch großer Tragweite sind richtige Maßnahmen in der Detriebsfüh- rung? Alle diese Fragen sind Gegenstand im Unterricht der landwirtschaftlichen Schule in zwei Winterlehrgängen. Wenn der Landwirt von der Rotwendigkeit der gründlichen fachlichen Ausbildung des 2e- rufs-Rachwuchses grundsätzlich überzeugt ist, so darf ihn auch die Rot der Zeit nicht daran hindern, daß er seine Söhne zur landwirtschaftlichen Schule schickt. So sehr das Prinzip des SparenS auch anerkannt werden muh, so ist doch zu bedenken, daß viele Landwirte aus der Rot der Gegenwart heraus die evtl, noch größere Rot der Zukunft nicht bedenken. Wenn das Sparen in der Rot der Gegenwart aus Kosten des künftigen Wohlergehens des landwirtschaftlichen Rachwuchses geht, so ist dieses Sparen falsch und verwerflich. Welche Eltern wollten es daher verantworten, ihren Kindern das geistige Rüstzeug zum Bestehen in den kommenden schweren Zeiten nicht als köstliches Erbgut mitzugeben? Sie Ausgaben des Aalurschutzes in Sberheffen. Don Prof. Dr. Gpilger in Darmstadt. schutznummer des „Frischauf- (17. Jahr- Nr. 2) bestimmte Vorschläge für den Was den Naturschutz in Oberhessen anlangt, Io hat der Vogelsberger Höhen-Club bereits in seiner Eingabe vom 24. Februar 1928, wie in der Naturs^ — ... — Daß die Breun geshainer Heide, das ein. uge Hochmoor unterer Heimat, mit allen Mitteln tu ftW»n unb zu einem Naturschutzgebiet zu erklären ist. darüber stad sich alle Naturfreunde einig (Fa darf aber nicht das einzige Naturschutzgebiet in Oderhessen bleiben. „Bestimmt begrenz!^ Gebiete tannen zur Erhaltung seltener oder schonungsbe- durstiger Tier- und Pflanzenarten, ober bemerkenswerter geologischer Gebilde, oder zur Erhaltuna Endlich ist der dringende Wunsch aller Heimat- und Naturfreunde in Erfüllung gegangen: Der Hessische Landtag hat das Naturschutzgesetz mit großer Mehrheit (nur die Kommunisten waren dagegen) angenommen. Auf seiner Grundlage wird jetzt endlich ein wirksamer Schutz der heimischen Na« tur nach allen Richtungen hin sich durchführen lassen. Seither konnten nach dem Denkmalschutzgesetz von 1902 lediglich „natürliche Bildungen der Erdoberfläche wie Wasserläufe, Felsen, Bäume u. Dgl." unter amtlichen Schutz gestellt werden, und auch dieser Schutz war nur beschränkt. Ferner genossen auf Grund anderer Gesetze nützliche Tiere staatlichen Schutz. Das neue Gesetz übernimmt diese Bestimmungen und gestattet ferner neue Möglichkeiten des Natur- schutzes. Einmal können bestimmte Pflanzen- und Tierarten unter Schutz gestellt werden, bann können Naturschutzgebiete, sowie sonstige Schutzgebiete für freilebende Tiere eingerichtet werden und schließlich sind besondere Schutzmaßnahmen für das gesamte Landschaftsbild vorgesehen. Das Gesetz selbst fuhrt als Rahmengesetz die einzelnen zu schützenden Objekte, sowie die zu ihrem Schutze nötjgen Maßnahmen nicht auf, vielmehr bleibt dies besonderen Polizeiverordnungen und vom Ministerium zu erlassenden Llusführungsbe- ft i m m u n g c n vorbehalten. Don diesen wird es also abhängen, wieweit die vom Gesetz vorgesehenen Möglichkeiten Wirklichkeit werden. Es ist setzt Aufgabe aller für den Schutz der heimischen Natur yiterefficrtcn Persönlichheiten, sowie ber großen Natur- unb Wanbervereine, über diese Punkte nachzudenken und der hessischen Forstbehörde, deren bewährten Händen nach wie vor der Naturschutz in Hessen untersteht, darüber Vorschläge zu unterbreiten. gang 1928, Nr. 2) bestimmte Vorschläge für den Natursch u tz im Vogelsberg gemacht. Diese Eingabe enthalt einmal eine Liste der zu schützenden Pflanzen unb Tiere, es wird ferner Schutz für das Hochmoor in seiner ganzen Ausdehnung gefordert, und schließlich wird beantragt, „daß in der Höhen- zone von 700 Meter das Sammeln von Pflanzen, das Fangen von Schmetterlingen und anderer In- iekten überhaupt verboten unb unter Strafe gestellt E’ii •'k?od) lolkn dadurch keinerlei wirtschaftliche Beschränkungen, weder für die Land-, noch für die .xorftroirt|djaft auinefprodjen werden" Ferner hat die Oberhessifche Gesellschaft für Na- tur. und Heilkunde mehrfach den ertntn der l n vanroiefen, des Hangelsteins usw. verlangt, sowie (’Bab-'Jlaubeim) den Schutz der oberhess, chen «alzflora. E» gilt jetzt zu erwägen in welchen Punkten diese Forderungen zu ergänzen ihrer landschaftlichen Eigenart oder Schönheit ... zu Naturschutzgebieten erklärt werden", so lautet Artikel 23 des neuen Gesetzes. Alle hierfür in Be- tracht kommenden Gebiete müßten jetzt namhaft gemacht unb ein genaues Verzeichnis davon angelegt werden. Einzelne Felsgruppen (Bilstein usw.) stehen bereits unter Schutz, dagegen der Geiselstein, der Alteburgskops bei Schotten u. a. noch nicht, und ebensowenig eines der Felsenblockmeere, für deren Erhaltung sich besonders unsere Geologen eingesetzt haben, noch Gebiete mit besonderer pflanzlicher Eigenart (z. B. Kalkstellen bei Lauterbach, Salz- stellen, Hangelstein, Enzianwiesen u. a.). Ob alle derartigen Gebiete zu Naturschutzgebieten erklärt werden können, ist im wesentlichen eine Geldfrage. Wenn es sich hierbei um Eigentum des Staates, der Gemeinden oder größerer öffentlicher Gesellschaften handelt, werden sich kaum Schwierig- feiten in den Weg stellen, dagegen wird es augenblicklich kaum möglich sein, Privatgelände zu erwerben. Es ist geplant, ebenso wie in anderen deutschen Ländern, alle Wander-, Heimat- und naturliebenden Vereine zu einem Naturschutzring zusammen- zuschließen, dessen Aufgabe neben der ideellen Pflege des Naturschutzgedankens es wäre, die zum Natur- schütz nötigen Mittel zu beschaffen. Was die Liste ber im Vogelsberg 3u fchützenben Pflanzen unb Tiere anlangt — sie ist in ber VHE.-Fest!chrift, Seite 72, 73, ab- gedruckt — fo dürfte es sich empfehlen, auch sie zu ergänzen. Von Pflanzen vermisse ich u a. Lunaria redivia, die Akonitumarten und Gentianaarten, F.mpetrum nigrum, Centaurea Phrygia, Doronicum. Melampyrum nemorosum u. a., von Tieren enthält die Liste lediglich Jnsektenarten. Ein Teil der Arten ist lediglich durch unvernünftige Sammler bedroht. Da nur die Wissenschaftler sie kennen, brau* chen sie in der. Liste der besonders zu schonenden Arten nicht aufgenommen zu werden. Manche hiervon würden bereits durch das vorgeschlagene Pflück- und Fangverbot über der 700-Metergrenze Schutz finden, andere durch die Schaffung verschiedener Naturschutzgebiete, in denen ein Pflücken gesetzlich verboten ist. Zu erwägen wäre, ob nicht die Grenze des Schongebietes im oberen Vogelsberg hinabzu- rüden und nicht schematisch durch die Linie von 700 Meter sestzuleaen ist. Andere Arten gefährdet der Handel, z. B. die Trollblume, die auf dem Darm- ftübter Markt in Menge angeboten wird. Ein Der- kaussverbot, welches dos Massenpflücken von selbst nutzlos machen wird, konnte hier vielleicht zum Schutze genügen. Bei anderen (Arnika) könnte man unterhalb der Grenzlinie das Pflücken einzelner Blüten gestalten, nicht aber das Massenpflücken unb bas Ausgraben. Eine dritte Gruppe von Pflanzen, die für das Landschaftsbilb bes Vogelsbergs bezeich- nenb sinb, sinb schließlich burch Kultur maß- n.ohmen (Entwässern von Wiesen, Anwenbung künstlichen Düngers) bebroht. So wenig man sich umfaHenber Kullurmaßnahmen, wie es z. B die Bestrebungen bes Grünlandbundes find, wirb verschließen können, ebenso nölig wird es fein, größere Xtile b«s hohen Vogelsberges zur Erhaltung ihrer landschaftlichen Eigenart hiervon auszunehmen. » -Befonbers erfreulich sind die Bestimmungen zum «matz des Landschaftsbildes, die das neu.- Gesetz bringt. Es heißt in den Erläuterungen -E, ericheint unbillig, nur landschaftlich be- vor ZUG» Gegenden zu schützen, weniger bevorzugte dagegen verschandeln zu lasten. Auch die nicht bevor zugten haben landschaftliche Reize, auf deren Erhaltung ihre Bewohner Anspruch haben. Fede Heimat- liche Gegend, auch wenn sie nicht besonders hervorragend ist, sollte im Reiz ihrer heimatlich gerichteten Eigenart möglichst unberührt bleiben.* Im Rahmen dieser Bestimmungen findet jeder einzelne Naturfreund weitgehende Betätigungsmöglichkeit. Wenn eine Verschandelung der Heimat durch bauliche Anlagen, durch Reklameschilber, ober durch die Feldbereinigung droht, kann er die Behörde darauf aufmerksam machen, die dann mit Hilfe des neuen Gesetzes sofort einzuschreiten in ber Lage ist. Gießener Wochenmarktpreise. Gießen, 24. Ott. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 120 bis 140 Pf. (Kochbutter von HO Pf. an), Matte 30 bis 35. Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 8 bis 10 (pro Zentner 5Mk>, Weißkraut 6 bis 7 (pro Zentner 3 bis 3,50 Mk.s, Rotkraut 8 bis 10 (pro Zentner 6 Mk). gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 biS 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 biS 10, Unterkohlrabi 5 bis 6, Grünkohl 15, Rosenkohl 20 bis 25, Feldsalat 8 biS 10, Tomaten 25 bis 30, Meerrettich 30 bis 60. Schwarzwurzeln 30 bis 35, Kürbis 5 bis 6, Kartoffeln 3,5 bis 4 (pro Ztr. 2,50 biS 2,80 Mk). Aepfel 8 bis 10 (pro Zentner 4 biS 6 Mk.), Birnen 8 bis 10, Dörrobst 30 biS 35, Preihelbeeren 25 bis 30, Pfirsiche 40 bis 60. Honig 40 bis 50, Suppenhühner 80 bis 100, jg Hähne 90 bis 100, Gänse 80 bis SO pro Pfund: Tauben 50 bis 60, Sier 12 bis 13. Salat 10 bis 15, Blumenkohl 20 biS 60, Salatgurken 20 bis 25, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 8 bis 10, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 40. Lauch 5 bis 10 Pfennig pro Stück: Radieschen 10 bis 15 Pfennig pro Bund. Taten für Sametag, 24. Cllobcr. Sonnenaufgang 7.03 Uhr, Sonnenuntergang 17.14 Uhr. Mondaufgang 16.34 Ahr, Monduntergang 4.31 Uhr. 1601: der Astronom Tvcho Brahe in Prag gestorben: — 1643: Westfälischer Friede zu Münster und Osnabrück: Ende deS Dreißigjährigen Krieges: — 1796: der Dichter August Graf von Pla- ten-Hallermund in Ansbach geboren. Lpielplan der frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 25. Olt, 11 biS 12.30 Uhr: Orchesterkonzert und Eröffnung der Theaterausstellung ..Aus der Werkstatt deS Theaters". 15 biS 18 Uhr: Im weihen Röhl. 20 bis 23 ilbr: 3m weißen Röhl. Montag. 26. Oft., 20 bis 23 Uhr 3m weißen Röhl. Dienstag. 27. OIL. 19.30 bis 22.30 Uhr: Don Juan. Mittwoch. 28. Ott.. 20 bis gegen 22.30 Uhr: Don Pasquale. Donnerstag. 29. Okt.. 20 bis gegen 22.30 ilbr: Falstaff. Freitag, 30. Ott.. 19.30 biS gegen 23 llbr: Farmen. LamStag, 31. Ott.. 20 bis nach 22.30 ilbr: Der luftige Krieg. Sonntag, 1. Rov. 14.30 biS 17.30 ilbr: 3m weihen Röhl. 20 bis 22.30 Uhr: DaS Rheingold. Schauspielhaus. Sonntag, 25. Ott.. 20 bi» nach 23 Uhr: Der Hauptmann von Köpenick. Montag. 26. Ott. 20 bis nach 23 Uhr: Der Hauptmann von Köpenick. DienStag. 27. Oft.. 20 bi» gegen 22 ilbr: Dögel. die am Morgen fingen . .. Mittwoch. 28. Olt.. 20 bis nach 22 15 ilbr: Bobbh weint, Bobby lacht Donnerstag, 29. Ott. 20 bi» gegen 23 Uhr: Der Kaufmann von Venedig. Freitag, 30. Olt., 20 bis nach 22.15 Uhr Png- malion. LamStag, 31. Ott. 20 bis gegen 22 Uhr: Strafgesetz. Sonntag. 1. Rov., 16 bis nach 18.15 Uhr: Pygmalion. 20 bis gegen 23 Uhr: Dee Kaufmann von Venedig. Oer Favag-prozeß. Oie Grundstücksgeschäste mit Ehrlich. WSR. Frankfurt a.M., 23. Ott In der heutigen Derhandlung im Favag-Prozeß wurde zunächst Oeneralbirettor Walther, der früher beim Deutschen Lloyd tätig war, als Zeuge vernommen. Er gab eine eingehende Schilderung über die Fusion der Berlinischen Allgemeinen mit der Fcwag und über die Gründe, die zur Wiederauflösung des Vertrages geführt haben. Auf die Frage der Derteidigung an Öen Zeugen, ob er in der Gewährung von Sondervergütungen etwas Unzulässiges erblickt habe, ertlärte dieser, daß er eine solche Sondervergütung als etwas Selbstverständliches ansehe. Es fei ihm bekannt, daß eine namhafte JJerfön- llchkeit im Versicherungswesen, deren Rainen zu nennen er sich weigerte, eine Vergütung von einer Million Dollar erhalten habe. Darauf kam die Sprache auf Hersch Chaim Ehr- l i ch, der bekanntlich große Grund st ücks- spekulationen unternommen hat und nach seiner Heimat Polen geflüchtet ist. Ehrlich benötigte für seine Grundstücksgeschäfte Geld und er bekam von der Landesgewerbebank, deren Direktor Sauerbreh war, einen Kredit von 1,3 Mill. Mk. Zur Sicherung des Kredits wurde eine Aussallbürgschaft der Helios-Dersicherung gegeben. Decker, Dumcke. Schumacher und Sauer- brey übernahmen für die der Landesgewerbebank von der Helios gegebene Ausbietungsgarantie die Rückbürgschast. Die mit dem Geld gekauften Grundstücke wurden mit Gewinn Derlauft Ehrlich hat 420 000 Mk. bekommen und Sauerbrey erhielt von Ehrlich 30000 Mk. Belohnung. Außerdem hatte die Favag einen Ruhen von 300 000 Mk. 50 000 Mk. wurden bei der Landesgewerbebank sichergestellt als stille Reserve, die übrigen 150 000 Mark sind verteilt worden. Die Anklage nimmt an, daß Sauerbrey kein Vermögen besah, um die Rückbürgschast tragen zu können, waS Sauerbrey auch zugegeben hat In der Verhandlung erklärte sich zunächst Sauerbrey zu der Transaktion. Der Kredit sollte auf fünf Jahre gewährt werden. und die Landesbank sei von der Favag in dem vorliegenden Fall alS Dienstmädchen benutzt worden. Die gesamten Prämien, die bei der Helios au» dem Geschäft hereinftossen, seien unter die vier Ruckbürgen verteilt worden. Er, Sauerbrey, habe 37 000 Mk. erhalten. Auf die Frgge des Vorsitzenden, ob dies gerechtfertigt war, erklärte er: .Ich hatte damals den Eindruck, daß die Sache in Ordnung sei. Ich war damals noch jung (26 Jahre) und habe mit gesagt, dah das, waS die alten Herren empfahlen, gut sein muhte." Der Vorsitzende wies auf die Behauptung hin, dah auher den vier Rückbürgern niemand Kenntnis von der Sache hatte und Decker die Urkunde besah. Schumacher wurde daraus hingewiesen, daß er zwei Urkunden, die sich auf die Rückbürgschast bezogen, unterschrieben habe. Der Angeklagte tut so, als babe er den Inhalt der Urkunden nicht gekannt. Der Vorsitzende betonte, dah eS sich hier um keine “Bagatelle drehte. Der Sachverständige Professor Kalveram bezeichnete eS als ausfällig, dah immer wieder neue Konsortien gebildet wurden, wobei die Personen wechselten. Da nun die einzelnen Personen Immer wieder betonen, nichts gewußt zu haben, mühte ihnen entweder eine Schweigepflicht auferlegt worden sein, ober sie hätten tatsächlich nicht- gewuht. Darauf wurde die Verhandlung auf Montag vertagt. S.4.-fport Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 (Liga) — Sportverein Wetzlar (Liga). Die 1. Mannschaft der Spielvereinigung 1900 hat morgen auf dem Sportplatz an der Liebigs- höhe wieder einmal einen gefährlichen Gegner vor der Klinge. Die 1. Mannschaft des Sportvereins Wehlar, die sich bisher in den Verbandsspielen gut geschlagen hat, wird die Dlauweihen in diesem Punktkampf vor eine schwere Aufgabe stellen. Die Wetzlarer, die im Frühjahr dieses Jahres schon einmal auf dem. Platz der 1900er gastierten, pflegen ein körperliches Spiel, das der Mannschaft der 1900er noch aus der letzten “Begegnung her sehr gut bekannt sein dürste. Die Hiesigen werden also gut tun, sich darauf einzustellen und (wenn sie den Gegner schon nicht durch technischen Knock out außer Aktion zu setzen imstande sein sollten) den nötigen Angriffsgeist nicht vermissen lassen. Dem Treffen, das die 1900er in der am Dorsonntag bewährten Aufstellung bestreiten werden, sieht man mit Interesse entgegen. Die 1900er sollten auf Grund der am Sonntag gezeigten Leistung imstande fein, die Punkte in Gießen festzu- halten. Das Innentrio Wilhelmi, Lippert und Heilmann im Sturm wird gegen die nicht zu verachtende Verteidigung der Gäste Gelegenheit haben, ihr Können zu beweisen. Da man annehmen darf, daß die Mannschaft des Sportvereins der Mannschaft von Wetzlar-Riedergirmes um einiges über ist, dürfen die Hiesigen das Spiel nicht auf die leichte Schulter nehmen. Man erwartet, wenn auch mit sehr knappem Ergebnis, die 1900er als Sieger. Die Mannschaft: Schmidt: Schneider. Jäckel: Henrich, Langsdorf, Glitsch: Zeiler, Wilhelmi, Lippert, Heilmann, Best. Die Wetzlarer stehen nur mit zwei Derlustpunk- ten an zweiter Stelle der Tabelle hinter Wallau. Die zwei MinuSpuntte rühren aus unentschiedenen Spielen her. Schiedsrichter Deisel auS Alsfeld hat da- Spiel zu leiten unb steht vor keiner leichten Aufgabe. Da- bevorstehende Spiel dürste einen der spannendsten Kämpfe darstellen, den die 1900er zu bestreiten haben. Hoffentlich bewegt er sich in den Grenzen wahrer Sportlichkeit. Die Ligareserve spielt am Vormittag gegen Ettingshausen (Kreis Wetzlar) unb wird sich die Punkte kaum nehmen lassen. Der Gegner darf allerdings nicht unterschätzt werden Die Lehr- Mannschaft hat im letzten Spiel der Vorrunde den schwersten Gegner, die erste Mannschaft von Rieder-Weisel, vor sich. Die Gießener haben wenig Aussichten. Ihre technische Ueberlegenheit sollte sie aber davor bewahren, die' Flinte vorzeitig iirs Korn )u werfen. Die 4. Mannschaft, Die bisher noch nicht geschlagen wurde, tritt auf eigenem Platz gegen die zweite Mannschaft von Steinbach an und sollte imstande sein, ihre Sie- gesserie fortzufetzen. Die 5. Mannschaft hat keinen Gegner gesunden. „Eintracht" Frankfurt Jugend bei 1900. Aus dem Platz der Spielvereinigung 1900 gastiert morgen eine der besten Iugendmann- schasten deS Main-Bezirke-, die erste Jugend ton .Eintracht" Frankfurt DaS Spiel, ein Gesellschaftsspiel, soll weniger den Charakter deS Wettkampfes tragen, wie er um Punkte geführt wird, sondern mehr den eine» LehrspieleS, da- die Spielvereinigung 1900 in Berücksichtigung ber erzieherischen Bedeutung, die dieses Spiel haben soll, den anderen Iugendmannschaften als Vorbild geigen will. Der Gedanke ist sehr glücklich. DaS Spiel dürfte den Zweck auch erfüllen, denn die Frankfurter haben bereits vor einiger Zeit schon einmal gegen die Jugend der Spielvereinigung 1900 gespielt und eine sehr schöne Leistung gezeigt. DaS Spiel ging seinerzeit für die Gießener hoch mit 8:0 verloren, jedoch zeigten sich in diesem Spiel auch die 1900er von einer guten Seite. Der morgige Gegner sollte jedenfalls imstande fein, die blauweißen Jugendlichen zu einer Höchstleistung herau-zufordern. Die übrigen Iugend- mannschaften sollen dem Spiel aus den erwähnten Gründen beiwohnen. — Die 1903er treten in folgender Aufstellung an. Schlarb: Weyrauch, Wenzel: Öfter. Bende. Schalch: Mädel. Heinbach, Schmelz, Deibel, Lchomber. Die zweite Jugend fpielt vormittag- gegen die Jugend von Garbenheim. DfB.Gießen. Der DfD. tritt am morgigen Sonntag nach längerer Zeit wieder mit sechs Mannschaften auf ben Plan. Die Spiele werden teil- auf eigenem, teil- auf fremden Plätzen au-getragen. Die Liga muß zum Derband-spiel nach Fulda .Germania" Fulda ist der Gegner. Die Plahbefttzer haben, nachdem sie sich zu Beginn der Verband-spiele einige Zeit in der Spitzengruppe halten konnten, an Terrain verloren unb halten jetzt einem Wittelplatz, ben sie allerbing- immer noch vor den VsDern einnehmen. Die „Germanen" haben in dieser Saison schon einige sehr ansprechende Spiele geliefert. Wenn sich ihre Form auch nicht von so nachhaltiger Art erwies, die genügt hätte, gegen die jetzigen Tabellenführer auf die Dauer Widerstand zu leisten, so überraschte doch seinerzeit das 1:1 gegen Kurhessen Kassel sehr und ließ allgemein aufhorchen. Für die VfBer bedeutet der Gegner des morgigen Sonntags gewiß keine leichte Partie. Die Mannschaft muß übrigens gehandicapt in den Kampf, denn Wlodarek und Lehrmund, zwei der Fähigsten, sind nicht dabei. Kreß I. spielt als Mittelstürmer. Die Mannschaft tritt in fol- ' gender Aufstellung an: Balser: Henrichs, Dingel: Leutheuser, Knaus, Fehling: Schmidt, Haupt, Kreß I., Bärenfänger, Ritter. Es wäre allerdings verfehlt, der Mannschaft von vornherein alle Chancen abzusprechen, obwohl sie sicherlich das Beste nicht darstellt. Der jugendliche Knautz, der sich in den letzten Spielen sehr gut gehalten hat, wird viel Arbeit haben. Das Schlußdreieck kann nicht besser gestellt werden. Ein Anentschieden, sollte man erwarten dürfen, wenn nicht sogar einen knappen Sieg. Wenn auch diesmal die Mannschaft mit einer Aiederlage zurückkehrt, wird es schwer halten, dem Tabellenende und dem drohenden Abstieg zu entgehen. Die Ligereserve trägt auf eigenem Platze gegen die 2. Mannschaft des Sportvereins Wetzlar ein Derbandsspiel aus. Der Ausgang des KKnpfes ist offen. Die 3. Mannschaft spielt in Bieber gegen die I. Mannschaft des Plahbesitzers und wird bestimmt keinen leichten Stand haben. Die 1. Jugend tritt in Lich gegen die 1. Jugend des DfR. Lich an und wird auf einen eifrigen Gegner stoßen. Die 2. Jugend ist spielfrei. Die 1. Schülermannschaft hat die 1. Schülermannschaf t von Steinbach im Gesellschaftsspiel auf eigenem Platze zu Gast und die 2. Schüler tragen gegen die 2. Schüler des Turn- und Sportvereins Wieseck ebenfalls auf 'eigenem Platz ein Freundschaftsspiel aus. Wie sich die Kleinsten des Vereins halten werden, bleibt abzuwarten. $(£. „Teutoma"Wahenborn-Sieinberg Am Sonntag weilt die Ligareserve des VfR. Butzbach zum fälligen Derbandsspiel in Watzenborn- Steinberg. Die Gäste stellen zur Zeit eine spielstarke Elf ins Feld und müssen die Teutonen sehr auf der Hut sein, wenn sie sich Sieg und Punkte sichern wollen. — Die Schülermannschaft fährt nach Wetzlar und trägt dort ein Pflichtspiel gegen die zweite Schülermannschaft des Sportvereins Wetzlar aus. Handball der Sp.-Vg. 1900. Lokalspiel gegen Io. 1846. Zum fälligen Veroandsspiel in der Nachrunde empfängt am kommenden Sonntag 19006 erste Mannschaft die gleiche des hiesigen Turnvereins. Im Vorspiel blieben die 46er 5:1 siegreich. Auch gegen die übrigen Sieger bewiesen die Turner, daß sie als eine der stärksten Mannschaften des Gaues äu gelten haben. Die Hauptwaffe ist der vortreffliche Sturm mit Krämer als gefürchtetem Torschützen. Die 1900er legten eine wechselvolle Kampfesweise an den Tag, bewiesen jedoch hin und wieder, daß etwas in ihnen steckt. Erinnert sei nur an das Sviel gegen die Bataillonsvertretung beim Mannschaftskamps. 1900s zweite Mannschaft fährt zum Spitzen- leiter der ^-Klasse, dem Tv. Münchholzhausen und wird kaum einen Sieg landen können. Handball im Gau Hessen (D. T.) Am Sonntag empfängt die erste Handballwannschaft des Tv. Klein-Linden die erste Handballmannschaft des Tv. Dutenhofen zum fälligen Verbandsrückspiel. Das Vorspiel wurde von Dutenhofen mit 5:0 gewonnen. Da Dutenhofen als die stärkste Mannschaft in der L-Klasse gilt, und auch am Sonntag sicher die Punkte gewinnen wird, so muß Klein-Linden alles daran sehen, um ehrenvoll abzuschneiden. Das für den morgigen Sonntag vorgesehene Handballspiel der ersten Mannschaft des Turnvereins Großen-Linden gegen die zweite Mannschaft des Polizeisportvereins Vuhbach mußte aus besonderen Gründen abgeseht werden. Geräiekampf Bad-Nauheim — Zulda - Hanau. Der Turnverein 1860 Bad-Aauheim, zur Zeit der stärkste Verein des Turngaues Hessen, hat sich für einen Geräte-Mannfchaftskampf die ebenbürtigen Gegner aus Aachbargauen geholt und zwar den Turn- und Fechtklub Fulda und die Tum- gemeinbe 1837 Hanau a. M. Wenn auch Bad- Aauheim durch seine Spitzenkönner Eckhardt und «Sinn tocll (beide vom Gießener Provinzialkampf noch in bester Erinnerung) einen nicht geringen Vorsprung bekommen dürften, ist der im ganzen Gau Hessen mit Spannung erwartete Ausgang des morgen in Bad-Aauheim stattfindenden Kampfes doch durchaus offen. Mit der Aufsicht über den Kampf ist vom Mittelrheinkreis Gauoberturnwart Will (Gießen) beauftragt worden. Mit der Adlerplakette ausgezeichnet. Die Münchener Brüder Franz und Toni Schmid, die im August die Nordwand des Matterhorns bestiegen hatten, erhielten in Anerkennung dieser hervorragenden alpinen Leistung, obgleich sie das für die Verleihung festgesetzte Mindestalter von 30 Jahren noch nicht erreicht haben, die Adlerplakette des Reichsausschusses für Leibesübungen. Es ist das erstemal, daß die Adlerplakette an Alpinisten verliehen wird. Arbeiter-Turn- und Sportbund Der morgige Sonntag sieht in den Kreisklassenspielen Nieder-Florstadt in Gießen zu Gast. Im Vorspiel konnte Nieder-Florstadt knapp Sieger bleiben. In der Zwischenzeit hat es bei beiden Mannschaften Veränderungen gegeben, so daß eine Vorherbestimmung des Siegers kaum möglich ist. Wieseck spielt auf eigenem Platz gegen Schwalheim. Im Vorspiel mußten die Wiesecker eine 8:2- Niederlage hinnehmen. Auch im kommenden Spiele darf man den Gästen ein Plus zusprechen, wenn Wieseck nicht mehr Siegeswillen mitbringt als bisher. Naunheim muß nach Dorheim. Auch dieses Spiel dürfte die Gäste als Sieger sehen. In der Nachrunde der Bezirksklassen muß Burk- hardsfelden I nach Marburg. Den Marburgern sollte der Sieg nichtz zu nehmen sein. Wieseck II ist in Hachborn zu Gast und sollte sich dort die noch nötigen Punkte zur Gruppenmeister- schast zu holen imstande sein. Hungen I hat Leun I zum Gegner und dürfte auf eigenem Platze Sieger bleiben. Grünberg I ist in Odenhausen, und Rüd- dingshausen I in Mendorf (Lumda) zu Gast. Annerod I muß nach Nieder-Ohmen und wird dort auf einen gleichwertigen Gegner stoßen. Lich I hat gegen Watzenborn II die besseren Aussichten. Grünberg II hat Gießen III zum Gegner. Mendorf (Lahn) ist in Wißmar zu Gast und dürfte den Sieger stellen. Waldgirmes I wird sich in Leun gegen die dortige zweite Mannschaft wohl Sieg und Punkte holen. Außerdem spielen Vetzberg I — Gleiberg I, Frankenbach I — Launsbach I und Naunheim II — Rodheim I. Die 1. Jugend von Wieseck hat vor dem Spiel der Kreisklassenmannschaft Heuchelheim II zum Freundschaftsspiel zum Gegner. Großen-Linden II ist bei dem Neuling Grüningen zu Gast. Staufenbergs Jugend hat die Jugend von Hausen zum Gegner. Handball. Die Handballelf Wieseck kommt einer Rückspielverpflichtung in Bruchenbrücken noch und sollte wohl einen Sieg mit noch Hause bringen. Kurze Sportnotizen. Der Sportclub Aießersee befindet sich in einer so großen finanziellen Notlage, daß auf der letzten Generalversammlung die Auflösung des Vereins gefordert wurd". Dieser Beschluß wurde noch um 14 Tage ausgesetzt, um der Gemeinde Garmisch Gelegenheit zu geben, helfend einzugreifen. Der SC. Aießersee hat mit seiner Eishockeymannschaft und seinen Dobfahrern von jeher eine führende Rolle gespielt und das klanglose Verschwinden dieses angesehenen Vereins wäre für den gesamten deutschen Wintersport ein schwerer Schlag. Oderheffen Landkreis Gietzen. gck. G r o ß e n - B u s e ck, 24. Oft. Morgen wird nach einem um 10.30 Ahr stattfindenden Gedächt- nisaottesdienst um 13.30 Ahr das hiesige G e - fallenen-Chrenrnal geweiht. Die Weiherede wird Pfarrer Schmidt aus Beuern halten, der zur Zeit die hiesige Pfarrstelle mitversieht. Mitwirkende sind ferner sämtliche Gesangvereine, die einen Massenchor fingen werden, der Kriegerverein, der Posaunenchor und die beiden Oberklassen der Schule. --- L i ch , 23. Oft. Der hiesige Verfehrsver- e i n veranstaltete gestern im Parkhotel einen gut besuchten Vortragsabend, zu dem der Vorsitzende des Verkehrsvereins Bad-Aauheim, Dipl.-Jn- genieur Weniger, als Redner gewonnen war. Der Referent behandelte das Thema „Dienst am Kunden, im Rahmen der Derkehrspolitik einer kleinen deutschen Sommerfrische" nach verkehrs- wissenschaftlichen Gesichtspunkten. Der Erklärung des Begriffs „Kundendienst" folgte eine eingehende Darstellung einer Reihe wichtiger Fragen, u. a. wurde behandelt die Nachfrage, die zunächst allgemein und dann besonders für den speziellen Ort ermittelt und immer wieder nachgeprüft werden müsse, dann die Standortsfrage und ihre Bedeutung für jede Sommerfrische. Auch die Preisfrage fand gründliche Erörterung. Der Vortrag ging weiter auf die Behandlung des Gastes, auf die Zweckmäßigkeit der zeitgemäßen Werbemittel ein, um zum Schluß an interessanten Beispielen die Wichtigkeit der Statistik aufzuzeigen. Lehrer H i I d , der Vorsitzende des hiesigen Verkehrsvereins, leitete im Anschluß an das Referat eine Aussprache ein, in der der Redner des Abends noch eine Reihe von Fragen sachkundig beantwortete. Gewünscht wurde u. a. eine stärkere Heranziehung von Passanten sowohl, als auch von Aachkurgästen von Bad-Aauheim nach Lich. Dipl.-Ingenieur Weniger und Lehrer 0 h w a l d (Bad-Aauheim) führten aus, daß das bei geschickter Werbung möglich sei und versprachen, mit den Bad-Nauheimer Kraftwagenunternehmungen wie auch mit der Bad-Nauhei- mer Aerztevereinigung deswegen in Verbindung zu treten. In der weiteren Aussprache gaben Rektor Erb, Kaufmann Schmidt, Kaufmann Hahn und der Vorsitzende wertvolle Anregungen und betonten vor allem, daß jede Verkehrs- Werbung im Dienste der Allgemeinheit stehe und deshalb von jedermann unterstützt werden müsse, auch von den scheinbar Aninteressierten. Zu der von verschiedener Seite geäußerten Ansicht, daß auf eine zeitgemäße Schwimm- und Badegelegenheit heute von den meisten Sommerfrischlern größter Wert gelegt werde, nahm Bürgermeister Geil Stellung. Er betonte, daß er den Wert und die Notwendigkeit eines neuzeitlichen Schwimmbades durchaus anerkenne und deshalb auch schon das Gelände für eine derartige Anlage durch die Stadt habe erwerben lassen: an die Durchführung des Projekts könne aber erst herangegangen werden, wenn die Finanzierung in jeder Hinsicht gesichert sei. Wertvolle Hinweise wurden für die Schaffung einer erstklassigen Rodelbahn gegeben, ferner hinsichtlich der Reklame.' Der Abend hat wieder gezeigt, wie eifrig der noch junge Derkehrsverein bemüht ist, den Fremdenverkehr zu heben und damit die allgemeine Wirtschaft unserer Stadt zu stärken. Kreis Schotten. wg S ch o l t e n, 23. Ott. In Anwesenheit von Superintendent Oberfirebenrat D. Wagner (Gießen) sand hier die 5. diesjährige Konferenz der Geistlichen des Dekanats Schotten statt. Nach einer Andacht begrüßte der Vorsitzende, Dekan Widmann (Gedern), die Teilnehmer. Pfarrer v. F r i t s ch (Ruppertsburg) sprach in eindringlicher Weise über das Thema „Die Stellung des Pfarrers zum Kampf gegen den Alkoholismus". In der Aussprache berichtete u. a. Pfarrer Weimar (Gonterskirchen) über die Schwierigkeiten der Anfangsarbeit der Evangelischen Trinkerfürsorge im Kreise Schotten. Weiter kamen auf der Konferenz dienstliche Angelegenheiten zur Besprechung. Pfarrer Romer (Schotten), der Leiter des Evangelischen Kreiswohlfahrtsdienstes, sprach über die Durchführung der Winterhilfe 1931/32. Außerdem wurde noch beschlossen, auf einer der nächsten Konferenzen über Evangelisches Siedlungswesen zu verhandeln. < Wohnfeld, 23. Ott. Etwa 30 Jäger nahmen vorgestern an der ersten Treibjagd in den benachbarten Fluren teil und erlegten neun Rehe, 24 Hasen und zwei Füchse. Auch der zweite Jagdtag brachte ein zufriedenstellendes Ergebnis: acht Rehe, 14 Hasen und wiederum zwei Füchse waren die Deute. — Der Äonfirm an ben* Anterricht hat in unserem Kirchspiel, das fünf Gemeinden umfaßt, begonnen. Pfarrer Fröhlich ^Babenhausen II) hat den Unterricht übernommen. Aus Wohnfeld nehmen drei Knaben, aus Höckersdorf drei Knaben, aus Kölzenhain zwei Knaben und ein Mädchen, aus Ober* Seibertenrod drei Knaben und ein Mädchen, und aus Babenhausen II ein Knabe und ein Mädchen teil. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 25. Oktober. 21. Sonntag nach Trinitatis. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfarrassistent Seemann: Hf Kinderkirche für die Matthäusgemeinde: Pfarrassi- ftent Seemann: 18: Pfr. Becker. — Johanneskirche. 9.30: Pfr. Bechtolsheimer: 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde; Pfr. Bechtolsheimer; 18: Pfarrassistent Seemann; 20: Bibelbesprechung im Jo- hannessaal; Pfarrer Lenz. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz: 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfarrer Lenz. — Elisabeth-Kleinkinderfchule. 9.45: Pfr. Lic. Waas: 11? Kinderkirche für die Petrusgemeinde: Pfr. Lic. Waas. — 3m Saal der neuen Krippe. 11: Kindergottesdienst für die Johannesgemeinde: Pfr. Ausfeld. — Klein- Linden. 10: Kirchweih-Festgottesdienst: 11: Kinder- gottesdienst: 13.30: Abendmahl der Alten.— Wieseck. 9.30: Beichte: 10: Predigtgottesdienst: im Anschluß Feier des hl. Abendmahls; Kollekte. — Alken-Dufeck. 9.30: Erntedankfest (Frauen- und Kinderchor); Kollekte für Kleinkinderbewahranstalt; 12.30: Kinderkirche. — Kirchberg. 10: Kirchberg; 10: Lollar; 11? hl. Abendmahl; 13.30: Daubringen; Predigtgottesdienst und hl. Abendmahl; 13.30: Mainzlar; Predigtgottesdienst und hl. Abendmahl. — Hausen-Garben- teich. 10: Hausen; Feier des hl. Abendmahls; 13? Garbenteich. — Watzenborn-Steinberg. 9: Beichte: 9.15: Predigtgottesdienst; im Anschluß Feier des hl. Abendmahls (jüngere Eheleute); Kollekte. — Lich. Erntedankfest. 9.30: Stiftsdechant Kahn; Posaunenchor Kirchengesangverein; Kollekte; 12.45: Kindergottesdienst; Erntefestspiel; 14: Pfr. Henkelmcmn; Kirchen- gesangverein; Kollekte. Samstag, den 31. Oktober. Evangelische Gemeinden. Watzenborn-Steinberg. 10.30 Uhr: Reformations- feier; Jugendgottesdienst. katholische Gemeinden. Samstag, den 24. Oktober. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag. 25. Oktober. 22. Sonntag nach Pfingsten, konigsfest Ehristi. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe Kommunion der Frauen; 8: Kommunion; 9: Hoch- amt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Christenlehre und Andacht. — Echzell. 11: Hochamt mit Predigt. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt. — Lollar. 8.45: Messe mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Montag, den 26. Oktober. Laubach. 7.30 Uhr: Messe. Dienstag, den 27. Oktober. Gießen. 20 Uhr: Rosenkranzandacht. Mittwoch, den 28. Oktober. Hungen. 7.15 Uhr: Messe. Freitag, den 30. Oktober. Gießen. 20 Uhr: Rosenkranzandacht. Sottntflo<*hicnhb.9lerÄtcn.'2tuothcfenam25.10.3L Frau Dr. Marr. Dr. Ploch. Pellkannvorbeke. Zahnarzt: Dr. Kockerbeck. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uyr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen. Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschäfts st ekle zu richten. Für unverlangt elngefanbfe Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. 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Grenadier-Bataillons, Inf.-Regt. 15, unter persönlicher Leitung von Obermusikmeister Krau Ke. Zum Vortrag kommen: Chöre von Vinzenz Lachner, Conradin Kreuzer, Willi von Moellendorff, Karl Zuschneid, Fr. Silcher, A. Kirchl, Schubert und Rich. Wagner. Musikstücke von C. M. v. Weber, Rich. Wagner, Schubert und Fr. Liszt. 71340 Preise der Plätze: 1. Platz 1 Mk., 2. Platz 75 Pfennig. Vorverkauf der Karten: Musikalienhandlung Ernst Challier und bei den Mitgliedern. Eintrittskarten für Erwerbslose 25 Pf. zu haben bei dem 1.Vorsitz. Herrn E. Koch, Alte Klinik, Liebigstr., 1.Stock, Zim. 10 Mit der durch ganz Europ Bahnhof - Gaststätten II. Klasse und Speisesaal: Der gute Mittagsti sch zu Mk. 120 — im Abonnement Mk 1.10 Mk. 150 — im Abonnement Mk. 1.35 Mk. 2.00 — im Abonnement Mk. 1.75 Mk 3.20 — im Abonnement Mk. 2 90 HI. 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Oktober, 11.15 Uhr vormittags I tinc (Heise unter der | JUitternaditssonne Ein Großfllm der Ufa, 2558 Meter, Beifilme: 10 Minuten Mozart (Tonfilm mit Scherenschnitten von Lotte Reiniger.) Ilelae Preise: 0.®-lä0 RM. Jugendliche unter 14 Jahren und Schüler höherer Schulen sahlen halbe Preise. - Die ■llelleler den Beethekulee erhalten Karten zu (150 und 1.00 RM. ^egt n Einlösung des Gutscheines Nr. i 7151 c PW - 55 a ■ D1 ,< ..-yN * .? ''; / " ‘ / •„< Sehr wichtig: Verwachs nur hauchdünn auftragen, alsdann sofort polieren. Verwachs ist auch zum Polieren aller Möbel, Türen. Lederwaren usw. ganz ausgezeichnet. HERST.: THOMPSON-WERKE GMBH., DÜSSELDORF lNIINIIIIIII!IIIIII!IIII«IIII!IIIIIIIII!II!II!IIII!IINIII!I!IINI!IIII!!Il!IIIIIIII!IIIIIIIIIIIIIIIIIMIlll WllWM Mk HDD Mr Wik >4 61s 1M alte Hinöer stehen Hammstraße 15 zum Verkauf Z Aufnahme \ ' in d. begonnenen ' Lehrg. noch bis Anf. Nov. möglich Vogt »die Handelsschulen < Gleiten / XOocthestr. 32^ Statt Karten. 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Das Thermometer sagt uns, daß der Winter nicht mehr allzufern ist Da wird es nun höchste Zeit, difl wir uns wieder einmal verstlndlgen and in alter Freundschaft die Hand reichen, um vereint dazu beizutragen, daß vir im Winter eine warme, mollige Behausung haben. Das waren so die Gedanken, die Onkel Mollig mtt seinem treuen Kameraden, nlmlkh dem tüchtigen Hluser-Ofen, austauschte. Und---heimlich dachte er mit einer gewissen Schadenfreude an die seiner Mitmenschen, die sich von ihrer alten Brennkiste nicht trennen mochten und in den kommenden kalten Tagen mit gefrorenen Nasen vor ihrem alten Ofen stehen. Da hatte er', doch besser! Denn auf seinen Oien konnte er sich verlassen. Es war ja auch ein Hluser-Ofen. Ucberiegen Sie sich doch auch einmal die Sache. Wenn Sie schon einen neuen Ofen kiafee wollen, dinn kaufen Sie ihn bei Hlnser, denn Sie wissen ja, Hloser hat alle neuen Modelle (Siehe Bild) In neuen Farben. Fassen Sie Ihren Entschluß erst dann, wenn Sie mein Lager ohne jede Verpflichtung besichtigt Nr. 2<9 Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)Samstag, 24. Oktober 1931 Notruf aus dem Der Präsident des Deutschen Auf Einladung der Gießener Ortsgruppe des Deutschen Ostbundes, des VDA. und des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins sprach am Donnerstagabend in einer sehr gut besuchten Versammlung im „Hindenburg" der Präsident des Deutschen Ostbundes, Dr. Franz Lüdtke- Berlin, über die Not des deutschen Ostens und deren Bedeutung für die deutsche Zukunft. Der Vortragende betonte zu ‘Beginn seiner Ausführungen nachdrücklich die innige Verbumdenheil aller Deutschen im Westen und im Osten. Hier wie dort sei es deutscher Boden, auf dem um unser gesamtdeutsches Schicksal gerungen werde. Eine starke Einbuhe habe das Deutschtum durch den Verlust der deutschen Ostprovinzen an Polen und durch die Abschnürung O^preußens vom Reiche erlitten. Als Dewr4s für die Gröhe des Schadens gab der Vortragende in grohen Hinrissen einen Einblick in die ostdeutschen Wirtschaftsverhältnisse, die dahin zu charakterisieren sind, dah die Landwirtschaft und der gesamte handwerkliche und gewerbliche Mittelstand Ostdeutschlands immer mehr in Verfall geraten. Der Redner gab sodann einen Ueberblick über die Leiden unserer deutschen Stammes- genossen in den früheren deutschen O st Provinzen, die jetzt unter polnischer Herrschaft stehen. Der deutschen Regierung der Vorkriegszeit konnte der Redner den Vorwurf nicht ersparen, daß unter ihren Augen das Polentum sich in starker Weise organisierte. Er erinnerte dabei u. a. an die Mängel der preußischen Ansiedlungspolitik, an die deutschen Entlassungsünden auf dem Gebiete des Schulwesens und der Kulturpolitik, durch die der Pole mit seiner Kenntnis der deutschen und der polnischen Sprache in starke Ueberlegenheit gegenüber den Deutschen tzekommen sei, der nur die deutsche Sprache beherrschte und infolgedessen nicht in der Lage gewesen sei, sich in wirtschaftlicher Und kultureller Hinsicht, namentlich aber auch in der Schaffung eines kräftigen Mittelstandes die Vorhand zu sichern. Unter diesen ungünstigen Verhältnissen sei dann das Deutschtum durch das Diktat von Versailles der Gewalt der Polen ausgeliefert worden, die im Verlaufe der letzten Jahre durch eine rücksichtslose Liquidationspolitik gegenüber dem deutschen Grundbesitz eine Entdeutschung unserer früheren Ostmark in großem Ausmaße durchgeführt hätten. Hinter dieser auf einen polnischen Nationalstaat abzielenden Politik stehe das gesamte polnische Volk, In diesem Zusammenhang gab dann der Redner einen anschaulichen Ueberblick über die Organisation des polnischen Militarismus, die sich sogar bis auf die Frauen und die S ch u l- kinder erstreckt und erst bei den jüngsten polnischen Manövern durch die Teilnahme von S ch ü l e r v e r b ä n d e n an den militärischen Hebungen sichtbar wurde. Weiter wies Dr. Lüdtke auf die Knebelung der deutschen Presse in Polen hin, er erinnerte in eindrucksvollen Worten an die V e r - gewaktigung der M i n d e r h e i t e n r e ch t e in Polen, namentlich auf dem Gebiete des Schulwesens, wo die polnische Politik unter Anwendung aller Schikanen ganz offenkundig darauf abziele, das deutsche Schulwesen zu zerschlagen und die deutschen Sinder auf dem Wege über die Schule zu polonisieren. deutschen Osten. Ostbundes spricht in Gießen. Leider sei die bedauerliche Tatsache zu verzeichnen, daß der polnische Nationalismus auf diesem Wege ständig Fortschritte mache und die Gefahr der Entdeutschung in der Heranwachsenden Generation immer größer werde. Nach dieser Beleuchtung der deutschen Not in Polen gab Dr. Lüdtke einen Einblick in die außerordentlich große Not in Ostpreu- ß e n und in der deutschen Grenzmark. Die Abschnürung Ostpreußens vom Reiche wirke sich für das Wirtschaftsleben der Provinz Ostpreußen in verhängnisvoller Weise aus. Große Teile der oftpreußischen Betriebe, namentlich die Landwirtschaft, befänden sich in der schlimmsten wirtschaftlichen Notlage, vielfach sei bereits der Ruin dieser Betriebe zu verzeichnen. Zu begrüßen sei es, daß das Reich sich endlich zu der vom Deutschen Ostbund schon lange geforderten O st h i l f e entschlossen habe. Weiter besprach Redner die Bestrebungen der Polen, indendeut- schen Grenzbezirken Grundbesitz anzukaufen und polnische Minderheitenschulen einzurichten. Mit Bedauern stellte er dabei fest, daß in den letzten zwei Jahren allein 6 0 polnische Minderheitenschulen in den deutschen Grenzgebieten entstanden sind, während gleichzeitig in Polen die deutschen Schulen unterdrückt und aufgelöst würden. Für diese 60 polnischen Minderheitenschulen seien 57' Lehrer aus Polen herangeholt worden, die sich in ihrer Tätigkeit als Vorposten des polnischen Nationalismus fühlen. Demgegenüber sei das Zusammenwirken aller Deutschen zu fordern. Jeder Deutsche im Reiche müsse die Fragen des deutschen Ostens als seine eigensten Angelegenheiten ansehen, denn nur auf diesem Wege sei es möglich, das Deutschtum im Osten unseres Vaterlandes zu schützen und gegen das polnische Machtstreben zu verteidigen. Dazu gehöre auch unablässiger und entschiedener Kampf gegen das Diktat von Versailles, dessen Beseitigung angestrebt werden müsse, und die entschiedene Ablehnung eines sog. Ost-Locarno. Dringend erforderlich sei schließlich auch die menschliche Anteilnahme aller Deutschen an dem Geschick ihrer Brüder im Osten. Im Anschluß an den mit starkem Beifall aufgenommenen Vortrag empfahl der Versammlungsleiter den Zusammenschluß aller deutschen Volksgenossen im Deutschen O st - bund, der seine ganze Tätigkeit auf die Erhaltung des Deutschtums in der Ostmark richte. gewiesen haben. Zu dieser Summe jedoch kommen noch eine Unmenge anderer Ausgaben. So hat der König zwei Monate lang mit einem (Befolge von 160 Personen in einem gemieteten Palast gewohnt, wofür man getrost mindestens eine Viertel Million Dollar in Rechnung stellen kann. Fügt man die Kosten des Unterhalts für diese zwei Monate und die der Reise hinzu, so gelangt man annähernd zu einer Endsumme von drei Millionen Dollar — immerhin ein schönes Stück Geld für ein Auge, auch wenn es einem orientalischen Herrscher gehört. Shakespeare auf Chinesisch. (5) P e t i n g. Allen Chinesen, die die Kunst des Lesens verstehen, soll nunmehr die westliche Literatur nahe, ganz nahe gebracht werden. Zu diesem Zweck geht man dazu über, Shakespeare aus dem Englischen ins Chinesische zu übersetzen. Zum ersten Mol in der Geschichte der englischen und der chinesischen Sprache. Mit modernsten Mitteln geht man zu Werk. Vielsprachige Könner und Kenner der chinesischen Dialekte und der westlichen Sprachen bemühen sich, die geistige Brücke zu bauen von London nach Peking. Man kennt heute nicht mehr jene Lehrer, die nur ein klassisches Chinesisch sprachen, das selbst dem Schüler kaum verständlich war. Seit einem Jahr wird hier in Peking dauernd übersetzt. Drei Direktoren leiten die Arbeit, die nicht leichter ist, als die Bibelübersetzung des Dr. Martin Luther. Drei Mann übersetzen erst einmal wortgetreu aus dem Englischen in ein erträgliches Chinesisch, drei weitere schleifen die Sprache, so daß sie literarisch wertvoll wird. Und dann kommt ein kleines Heer von Poeten und formt die chinesischen Sätze, die das, was Shakespeare einst sagte, in leuchtenden blumen- und bilderreichen chinesischen Versen wiedergeben. Auf diese Weise ist es möglich, daß Shakespeare viel umfangreicher wird, als er in irgendeiner Sprache der Welt ist. So modern der Chinese in Peking geworden sein mag, auf die Blumen in seiner seltsamen Sprache verzichtet er keineswegs. Das Geld für diese Übersetzung spendete ein Mandschure, der schon lange in Peking wohnt. Er hat ein Uebersetzungskomitee gegründet, das unter der Leitung des Philosophen Dr. Huh Shih steht. Uebrigens einen Trost können wir allen Uebersetzern Europas spenden: den mit der Shakespeare-Ueber- setzung beauftragten Leuten geht's nicht goldig, denn im Lande des Drachens gibt es nicht mehr als 25 Cents für 1000 Worte. Für diese Shakespeare- Uebersetzung hat man die Tarife ein wenig erhöht, so daß man wirklich gute Sprachkenner für bicre Arbeit bekommt. Interessant wäre nur wenn man nach der Fertigstellung dieses Shakespeare-Textes vielleicht einmal eine kleine Rückübersetzung veranstaltete. Fachleute behaupten, man würde dann die tollsten Ueberraschungen erleben. Einen chinesischen Shakespeare, nicht einen Shakespeare auf Chinesisch. Chinesischer Heereebefehl. (c) Tientsin. Vor längerer Zeit häuften sich bei Marschall Tschiangkaischek die Beschwerden der Zivilbevölkerung über die Disziplinlosigkeit der Regierungstruv- pen und auch solche der Soldaten selbst gegen das Willkürregiment einiger Offiziere. Der Marschall prüfte die Beschwerden nach und mußte feststellen, daß sie berechtigt waren. Marschall Tschiangkaischek richtete daraufhin folgenden Heeresbefehl an seine Untergebenen: „Du darfst nie so grob sein wie ein Sackträger. Deine Ahnen schauen auf Dich und Dein Benehmen herab. Vor dem Tode des Soldaten auf dem Kampfplatz sollst Du keine Furcht haben, wohl aber vor der Verachtung Deiner Mitmenschen. Zeige Dich nicht von Stolz und Eitelkeit besessen, denn das Leben ist nur ein Rauch. Hast Du keine Disziplin, so ist Dein Leben noch weniger wert. Nicht der Zufall regiert Dich, sondern Dein Marschall! Du sollst Geschichten ans aller Welt. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Die Ueverkatze von Le Havre. — Paris. Die Ratten waren auf dem besten Wege, ganz Havre mit Haut und Haaren aufzufressen, mit Mann und Maus. Da ist ein Rattenfänger erstanden, der mit jenem von Hameln nichts anderes gemein hat als die Fähigkeit, diese Bestien wirklich zu vernichten. Es handelt sich nicht um einen chemischen Krieg, nicht um die Schalmeienklänge eines Zauberers, sondern um den Trick eines Tierzüchters, der angesichts der Not, die in Havre ausgebrochen war, nichts Besseres zu tun wußte, als eine Katze zu erfinden. Eine Ueberkatze, eine Kreuzung zwischen kleinem Raubtier und der Hauskatze. Es ist nicht irgendwer, der da diese Kreuzung entdeckte, sondern ein ganz bestimmter und nicht unbedeutender Mann, Dr. Loir, ein Neffe des großen Pasteur, der bekanntlich mit Mikroben und Impfungen dem Bösen zu Leibe ging. Dr. Loir hat sich aus der ganzen Welt alle kleineren, katzenartigen Raubtiersorten kommen lassen und nun mit ihnen experimentiert, da man langsam in Erfahrung gebracht hatte, daß die Hauskatze sich nicht mehr an die Riesenratten der Schuppen von Havre herantraut. Seit vier Jahren experimentierte er mit den Tieren herum. Genau zur rechten Zeit ist er fertig geworden, um nun den Kaiverwaltungen von Havre eine Großzucht dieser Tiere anbieten zu können. Man hat beobachtet, daß allein die Anwesenheit der Wildkatzen genügt hat, um die Ratten zum Verschwinden zu bringen. Jetzt legt man in der Nähe von Havre große Farmen an, auf denen nichts anderes gezogen werden soll als Katzen — Katzen der besagten Art und unbeschränkt in der Zahl. Der Neffe des großen Pasteur hat sich kontraktlich verpflichtet, im Laufe von drei Monaten genug Katzen zu züchten, die den gewünschten Ansprüchen genügen, um in wenigen Tagen dann alles an Ratten verjagt zu haben, was sich in Havre blicken läßt. Ein Schotte als Theaterportier. (g) London. Der Schotte William Brake versah vier Jahrzehnte hindurch treu und brav die Dienstobliegenheiten des Portiers im Londoner Palace-Theatre. Er kam mit zwanzig Jahren nach London, wollte sich ursprünglich für die Armee anwerben lassen, besuchte aber eine Theatervorstellung und meldete sich als taufrischer Kunstschwärmer bei der Direktion. Er wurde sofort engagiert; leider nicht als Schauspieler, sondern nur als Portier. In dieser Eigenschaft sparte er mit echt schottischer Leidenschaft und es gelang ihm in der Tat, nach vierzigjähriger Dienstzeit seinen Erben ein Vermögen von 6000 Pfund zu hinterlassen. 6000 Pfund aus Trinkgeldern — eine Leistung, zu der wirklich nur ein Schotte fähig ist. Keinem Theaterportier der Welt war dieses Kunststück jemals gelungen. Weiland Mister Brake verdiente zweifellos, zum Ehrenbürger von Aberdeen ernannt zu werden. Und die lachenden Erben sind trotz des Pfundsturzes restlos zufrieden. Drei Millionen Dollar für ein Ange. (a) Neuy 0 rk. Die teuerste chirurgische Operation der Welt ist kürzlich in den Vereinigten Staaten ausgeführt worden. Der Patient war ein regierender König, und der Operateur einer der bekanntesten Spezialisten der Neuen Welt. Der König von Siam, Prajadhipok, leidet feit mehreren Jahren schon an einer lästigen, die Sehkraft merklich herabmindernden Entzündung des linken Auges. Um es zu heilen und sich zu erhalten, scheute er sich nicht, die weite Reise von 17 000 Kilometer zu machen, die zwischen Bangkok und Neuyork liegen. Der Spezialist, den er in Anspruch nahm, ist einer der drei oder vier amerikanischen Augen-Fachärzte, die jährlich eine Einnahme von drei bis vier Millionen Dollar haben und Nie- senhonorare beanspruchen. Der Scheck, den der asiatische Fürst nach geglückter Operation dem Arzt überreichte, soll die Höhe von zwei Millionen Dollar auf- Wenn Menschen auseßnandevsehn CRoman von 3. Schneider-Foersil. Urheberrechtsschutz Verlag O.Meister, Werdau. 20. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Was machst du für Sachen, Rosmarie?" Horvaths Finger hoben die zitternden der jungen Frau an die Lippen. Seine Augen senkten sich btttend in die ihren. „Du hast ja- schon einmal Abschied von ihm genommen — damals, weißt du noch? Er ist. ohne jedes Unheil zurückgekehrt. Wenn er sich etwa diesmal für immer drücken wollte, so suchen wir ihn." Seine Rede entlockte ihr ein Lächeln, das in Szengerhi alle Qualen der Eifersucht aufs neue weckte. „Bleibst du länger in Wien?" Er vermochte es nicht, seiner Frage einen ruhigen Klang zu geben. , Horvath vernahm den Zwischenton und sah zu Rosmarie hinüber. „Arme, kleine Frau! Run begriff er ihre Rervenkrise. Aber seinetwegen sollte sie nicht zu leiden haben. „Ich fahre noch heute abend nach Budapest weiter und von, dort in die Steppe. Großmutter wartet auf wich . erklärte er und stand mit aussehendem Pulsschlag, als Rosmarie bat: , „Nimm mich mit, Guido! Bela will, dah ich den Sommer bei Aga verbringe." Der Künstler sah zu Szengerhi hinüber. ..Wenn Hein Mann erlaubt, daß ich dir meinen Schuh angedeihen lasse, so könnte ich mir gar keine größere Freude denken, als deinen Wunsch zu erfüllen." Delas Augen starrten ihn frostig an. „Er würde mich am liebsten ertotirgen", dachte Horvath. „Armer Kerl! So ist es, wenn man Abschied nimmt und ein Weib zurückläßt, das keine zwanzig Jahre zählt. — Zwanzig 3ahre! Liebe kleine Rosma.ie, die Zett war vorbei, in der er ihr die Tränen von den Wangen küssen durfte. Aber er würde sie schon trösten, dah sie ihr Lachen wiederfand. Eine Stunde später rollte der Wagen des V-Zuges, der Szengerhi und Török nach Norden trug, aus der Halle. Bela lehnte weit aus dem Fenster geneigt und ließ den Blick nicht von dem bleichen, versteinerten Antlitz, das wie Schnee unter dem blauen Schleier aufleuchtete. „Rosmarie, wenn ich zurückkomme." Török riß freit Unvorsichtigen vom Fenster weg nach dem Inneren des Wagens. Eine Sekunde zu spät, und Belas Kopf wäre an einem der Masten, die sich längs des Geleises hinzogen, zerschellt worden. Szengerhi fiel auf den Sitz. „Was wolltest du ihr noch sagen, mein Junge? forschte der Professor teilnehmend. „Daß ich nie, nie wieder von ihr gehen werde, wenn ich diesmal zurückkehre." Török mußte das Gesicht abwenden. Er konnte diese Verzweiflung in Belas Antlitz nicht mehr sehen. Und draußen hetzten die Räderpaare immer weiter in die Rächt hinein, weg von Wien, der ungewissen Ferne entgegen. „Rosmarie, ein Brief von deinem Mann! Der zwanzigste, glaube ich." Aga lachte und knüpfte die Schurzbänder über den breiten Hüften. Sie blieb stehen, bis die junge Frau die Hülle aufge- schnitten hatte, die Zeilen las und dann, ohne ein Wort zu verlieren, die Blätter auf den Tisch zurücklegte. „Geht es ihm gut?“ Aga verspürte seit kurzem, daß sie Nerven hatte und daß diese zappelig zu werden begannen. Rosmarie nickte gleichmütig. „Was sollte ihm fehlen?" Sie nahm den Brief, riß ihn in kleine Stücke und lieh sie in die Glut des Herdes fallen. Mit einem Kopfschütteln sah die Alte ihr nach, wie sie nach dem Garten ging. Wenn das ein gutes Ende nahm! Rosmaries Vater war auch gegangen, sogar dreimal. Nie hatte die Mutter gezürnt. Und als er das drittemal zurückkehrte, war sie tot gewesen, gestorben an der Sehnsucht nach ihm. Rosmarie würde nicht an der Sehnsucht nach ihrem Manne sterben. Sie würde ihren Weg allein gehen, auch ohne ihn. Und wenn er wiederkehrte! Sie spähte durch das Fenster und sah die junge Frau im Schatten der Obstbäume sitzen und in den Himmel starren, so weit das Geäst ihn freigab. Schwalbenpaare schwirrten über sie hinweg, und ein Kranich strebte dem Süden zu. Am Haus vorüber eilte ein Schritt. „Horvath!" Die Alte fuhr mit dem Handrücken nach dem Munde, der den Namen gesprochen hatte. Rosmarie sah erst auf, als der Geiger dicht vor ihr stand. „Noch immer in Trauer, Kind?" Er nahm ihr dunkles Kleid sorgsam zur Seite, um neben ihr Platz zu finden. „Schreibt er auch fleißig, der böse Mann? Wieviel Schwüre der Treue hast du ihm schon geschickt?" „Keinen! Ich habe kaum zwei seiner Briefe beantwortet." Er wurde ernst. „Das darfst du nicht tun! Du weißt nicht, wie hart man wartet. Denn quälen, nicht wahr, ihn mit Absicht quälen, das willst du doch nicht!" Statt einer Antwort kam ein tiefes Atemholen. „Guido, ich möchte so gerne wieder frei sein! Ganz frei von ihm!" „Rosmarie!" „Ich möchte die Fesseln wieder abschütteln können, einem Manne Weib sein zu müssen, einem Manne, Guido, dem die Berühmtheit niehr gilt als all die Liebe, mit der ich ihn überschüttet habe." „Du bist ungerecht, Rosmarie!" „Ich habe geglaubt, ich sei ihm alles!" „Das bist du auch! Glaub mir's doch! Wir Männer sind nur anderer Art. Versuche dich in seine Lage zu denken." „Ich will nicht. Wenn ich dich geheiratet hätte, Guido, würdest du mich auch nach so kurzer Zeit schon allein zurückgelassen haben und über mich hinweggegangen sein?" „Rosmarie, bedenke." „Ach so." Sie sah mit müden Augen nach dem feinen Nebelstreifen, der den Horizont umrandete. „Das ist wieder eine Frage, auf die ein Mann lügen muh. Nein, sprich nicht! Ich schenke frir die Antwort!" Er sah die aufeinandergepreßten Lippen und die Härte in ihrem Blick und neigte sich über ihre Hände. „Sein Beruf ist doch auch so ganz ein anderer als der meine“, verteidigte er den abwesenden Freund. „Ich hätte dich selbstverständlich überallhin mitgenommen, wohin du mir hättest folgen wollen. „Durch die ganze Welt, Guido!" Sein Rücken war tief nach vorn geneigt, damit sie sein Gesicht, aus dem jede Farbe gewichen war, nicht zu sehen vermochte. Nach einer Weile erhob er sich. „Kommst du mit? Ich gehe zu Janos?" Sie schloß sich ihm an. Schweigend gingen sie zusammen über die Sturzäcker, den Rain entlang, nach der Hütte des Rinderhirten. Als sie vor dem Alten standen, hielt er die Augen zu einem Spalt geöffnet und blinzelte zu ihnen auf. „Es geht allen gleich. Allen! Erst schreien sie vor Wonne, dann kriechen =fie vor Leid." Rosmarie nickte, lehnte neben ihm an einem Pfosten des Zeltes und horchte auf Horvaths Stimme, der drinnen mit dem Kinde sprach. „So groß ist mein Junge schon' So groß! Aah! — Hnd einen Kuß kann er geben! Noch einen, Hdo! Noch einen, ja!" Janos sah zu ihr auf. In dem pergamentenen Gesicht spielte ein Lächeln. „Wenn du ein Kind hättest, Rosmarie! Heber einem Kinde vergißt man den Mann." Sie schauerte zusammen. „Hm Gott, nur das nicht" Horvath kam aus der Hütte, den Kleinen an der Hand. „Wie ähnlich er dir ist", sagte Rosmarie ahnungslos, setzte sich neben Janos auf ein Bündel Heu und nahm den Knaben auf den Schoß. „Heberlaß ihn mir, Janos, er soll es gut bei mir haben." „Cs geht ihm nicht schlecht", war die Crwide- 1 rung. „Wenn es kalt wird, schläft er bei Raja Dosanhi, und wenn er groß ist, kommt er zu feinem Vater in die Stadt." »Er hat einen Vater?" fragte die junge Frau und errötete, als der Hirte ein leises Lachen anfjub. Guido neigte sich zu dem Kinde herab und streichelte sein und Rosmaries Haar. Der Kleine strebte von ihrem Schoß und spielte mit dem Hunde, der den Pferch umkreiste. Der Künstler sah jeder seiner Bewegungen nach, verfolgte die dicken festen Beinchen, die mit dem Tier Schritt zu halten trachteten und horchte auf das Jauchzen, das herüberklang, als er ein Füllen einzuholen suchte. Er hatte wahrhaftig nichts von seiner Mutter. Alles von ihm. Die Aehnlichkeit wurde mit jedem Sommer wahrnehmbarer. Auch Rhythmus und Sinn für alles Schone war dem Jungen angeboren. Vielleicht würde Raja diesmal seinen Bitten zugänglicher sein und das Kind seiner Obhut überlassen. Er sah auf Rosmarie herab und erwog blitzschnell, ob er sich ihr anvertrauen sollte. Wer sie würde sich vielleicht dann von ihm zurückziehen und es peinlich empfinden, oft mit ihm allein zu sein. Trotz ihres Weibtumes und des Leides, das fie jetzt erfuhr, war sie doch noch eine Frauenblüte, die behütet fein wollte. Er hatte auch Furcht, ihr Vertrauen zu verlieren. Am Abend wartete er, bis Raja zu Janos herauskam, um dem Jungen gute Nacht zu sagen. Raja und Horvath sahen sich selten, oft vergingen Tage, bis sie sich zu Gesicht bekamen. Sie begrüßten sich mit einem schweigenden Nicken und hatten denselben knappen Gruß, wenn sie sich verabschiedeten. Niemals gingen sie gemeinsam nach Hause. In Rajas Ohr klang das Wort des Vaters: „Zwischen einem Horvath und einer Dosanhi gibt es keine Brücke." Aber auch der Geiger hatte mit aller Macht gegen das Erinnern anzukämpfen, daß sein Kind der Enkel des Mannes war, der ihm den Vater gemordet, noch ehe er ihn kennengelernt hatte. Was der Tote einst an ihm verschuldet, das hatte der Sohn wettgemacht, indem er ihm das Leben rettete, als ihn der Schlamm des Hortobagy zu ersticken drohte. Dosanhis Verhalten aber blieb sich immer gleich. Für ihn gab es keine Genugtuung. Raja kniete am Boden und nahm das Gesicht des Kindes zwischen ihre feingliebrigen Hände. Als Horvath zu reden begann, lehnte sie den Kopf etwas zurück und hielt den Knaben gegen die Brust gedrückt. Während er sprach, verblaßte sie und preßte das Kind nur noch fester an sich, bis es zu weinen begann. „Guido! Du willst das Kind haben, das nicht einmal das deine ist?" lFortsehung folgt.) 'SfptO^r Juni Jub Jan F«tu 19)11 Wirtschaft Schwächere Auslandbörsen Die deutschen Börsen 23 Ofiebrr 24 Cflob« w HklIInglor» . Wien . Prag . . Budavest . . Costa . . Holland Oslo . . Ropcnbogee. €todhölm London. . . Cuwioe Sitte# Neuoort vrüllel. . Qlalien . . . Parts Stftrortj Spanien Danzig Japan Kto c-e Ja».. Iuaoslawle«. Llliadon beträgt. Der Aufsichtsrat beschloß eine sofortige umfassende Nachprüfung. Er macht seine endgültige Stellungnahme zu den gesamten Vorgängen von dem Ergebnis dieser Nachprüfung abhängig. Der Aufsichtsrat hat sein Mitglied vr.b.c.Schif- s e r e r. der seit 24 Jahren dem Aufsichtsrat der Gesellschaft angehört, in den Vorstand delegiert. Die Mitglieder der Generaldirektion L. Katzenellenbogen und E. Penzlin sind auf ihren Wunsch von ihren Aemtern enthoben worden. Berliner Produktcnmarkt. Merlin, 23. Olt. An der Produktenbörse war Schwächung zu verzeichnen, r Äc,mcincn fd> cppenden Mehl- jSjJ**- Mühlen mit Anschaffungen vor- onderersett« ift eine Zunahme M An- flcbotc« zumeist nur bei Weizen festzustellen, wäch. * Die Erdölgewinnung Preuße ns imSeptember. Wie der Amtl. Preust.Pressed. mitteilt, betrug die Erdölgewinnung Preußens im September nach den vorläufigen Ergebnissen der amtlichen Statistik 14 212 Tonnen gegen 15 388 Tonnen im Monatsdurchschnitt 1930. Auf das Gebiet von Hänigsen—Obershagen—Aienhagen entfallen 5085 Tonnen, auf Wietze—Stein—Förde 4781 Tonnen und auf den Bezirk Eddese—Oelheim —Oberg 4346 Tonnen. Die Zahl der in diesen Betrieben beschäftigten Arbeiter betrug Ende des Monats 1474 gegen 1459 am Ende des Vormonats. Ein W e l t - A l u m i n i u m - K o n z e r n gegründet. 3n Basel wurde am Mittwoch die Alliance Aluminium Compagnie AG. mit einem Kapital von 35 Mill. Schweizer Franken gegründet. Es ist vorgesehen, das Kapital im Bedarfsfälle auf 65 Will. Schw. Franken zu er^ö)en. Die Gesellschaft wurde von den französischen, englischen, deutschen, schweizerischen und kanadischen Alu- Miniumproduzenten gegründet und umfaßt auch verschiedene norwegische Werke, die mit den angeführten Produzenten bereits liiert sind. Der Zweck der Alliance Aluminium ist die Förderung und Verwertung des Aluminiumabsahes mit allen hierfür geeignet erscheinenden Mitteln. Die gestrige Reuhorker Börse eröffnete im Gegensatz zu vorgestern in fester Haltung. Man erhofft von den französisch-amerikanischen Verhandlungen konstruktive Ergebnisse. An den internationalen Devisenmärkten konnte sich das englische Pfund nach einem Rückgang am Vormittag im Laufe des Nachmittags wieder eine Kleinigkeit erholen und ging gegen den Dollar auf 3,92>4 herauf, nachdem es sich bis auf 3.905 „ abgeschwächt hatte. Das Geschäft in Devisen war sehr ruhig, und im allgemeinen ergaben sich nur geringe Veränderungen. Der Dollar lag international nicht einheitlich, in Amsterdam ging er auf 247,12»/, zurück, dagegen waren Termindollars etwas fester. In London schloß die Reichsmark mit 16,82 unverändert, in Amsterdam lag sie mit 57J/g etwas schwächer, in Zürich hat sie sich gut behauptet. Die Rorddevisen waren an sämtlichen Plätzen etwas schwächer, dagegen lag Devise Brüssel eher etwas fester. gaben gemacht. Kurz vor dem Derufungstermin trat nun der Angeklagte an einen Beamten seines damaligen RessortS mit dem Ansinnen heran, mit dem für ihn unbequemen Zeugen zu sprechen, da- mit dieser seine Aussage etwas .umstelle", sonst würde er noch härter bestraft, er sei doch bestraft genug. Der Zeuge lieh sich aber nicht beeinflussen, sondern blieb bei seiner früheren Aussage, die, wie auch die heutige Verhandlung ergab, der reinen Wahrheit entsprach. Dieses wußte nach der Lieberzeugung des Gerichts auch der Angeklagte, trotzdem versuchte er durch eine Mittelsperson den Zeugen zu einer falschen AuSsage zu verleiten. Das Gericht hielt den Angellagten der Verleitung zum Meineid für schuldig und erkannte gegen ihn aus die geringste zulässige Strafe von einem Jahr Zuchthaus, auS der mit der früher erkannten Gefängnisstrafe eine Gesamtstrafe von 1 I a h r 3 Monaten Zuchthaus gebildet wurde. Serlln, 23 O« ober .'lmentoni'Le Store,....... 8tl(iildw Sloten ..... tdnifdte Sloten . Englilcke StoL-n ...... Rraiqöllitfw Sloten...... . . OoUdnbtfdx Roten ...... 3idUemid’e Sloten ...... Slonreflilchf Sloten ......' Tturid>-CefletTrtd), i 100 €lUlnn tRumjntidie Roten..... Sdtir.-Mfd* »loten...... ‘ Sdiroeyet Roten......... €twni<*e Roten ....... Ungaxiftfcf Sloten ..... . Die Londoner Börse war gestern auster- ordentlich ruhig. Die Rähe der Wahlen wirkt sich jetzt stärker aus. Lieberwiegend ergaben sich Kursrückgänge, nur Ausländer, unter ihnen auch die deutschen Werte, konnten sich erholen. Die Amsterdamer Börse war auch im Verlause bei ruhigem Geschäft schwächer. An der Amsterdamer Börse lagen die deutschen Reichsschuldbuchfordcrungen nicht ganz einheitlich, doch überwiegend fester. 1933er Fälligkeiten notierten 68,5, 35er 60, 36er 50, 40er 45,5, 41er 43,5, 42er 43, 43er 42, 44er und 46er 40 und 47er und 48er 39,75. Die Pariser Börse unterlag mehrfachen Schwankungen. Rach teilweise recht erheblicher Abschwächung setzte sich später eine leichte Erholung durch, doch lagen die Schlustkurse auf Realisationen erneut schwächer. Die Brüsseler Börse war nach festerem Beginn später ruhiger, es erfolgten für Pariser Rechnung ziemlich beträchtliche Abgaben. Oie Vorgänge bei Schuliheis-pahenhofer. Berlin, 23. Okt. (WTB.) In der heutigen AufsichtSratSsihung d e r Sch u lt h e i s - PahenhoferBrauerei - AG., Berlin, berichtete der Vorstand über die vorläufige Feststellung der Ergebnisse des abgelaufenen Geschäftsjahres. Danach ist ein D r u t t o ü b e r s ch u st von etwa 16 Millionen Mark erzielt worden. Für Abschreibungen auf Effekten sind 21 Millionen, auf Beteiligungen etwa 3 Millionen und auf Debitoren der Ostwerke bzw. ihrer Tochtergesellschaften etwa 8 Millionen, zusammen also 32Millionenin Aussicht genommen. Diesen Abschreibungen von 32 Millionen stehen, außer dem Bruttoübcrschust von 16 Millionen, von dem die ordentlichen Abschreibungen zu kürzen sind, st ille Reserven von etwa20Millio- neu zuzüglich der noch nicht verrechneten Fu- sionsreseroevon21 Millionen und der offenen Reserve von 8,6 Millionen Mark gegenüber. Die der Gesellschaft nahestehen- den Danken haben einen Bankbereitschaftskredit zur Verfügung gestellt, der die Gesellschaft gegen etwaige Ansprüche, die bisher nicht hervorgetreten sind, sicherstellen soll. In der Sitzung wurde ferner mitgeteilt, daß bei der Gesellschaft Ab- nahmeverpflich tungen in eigenen Aktien bestehen, die auS früheren, seit zwei Jahren bei den O st Werken getätigten Ankäufen herrühren. Diese Abnahmeverpflichtungen, von denen der Aufsichtsrat erst in seiner heutigen Sitzung Kenntnis erhielt, sind erst zum 1. 3 a n u a r 1 934 fällig, eS hanbelt sich hierum etwa nom. 14,5 Millionen Mark Schultheis - Patzen- hoferStammaktien, deren Einstandspreis Valuta 31. August 1931 im Durchschnitt 285 Proz. keinen Wein trinken und Dich auch nüchtern vom Zorne abwenden. Last Deine eigenen Fehler nicht andere entgelten, am wenigsten Deine Untergebenen. Meine Henker sind seit langem müßig und fragen mich täglich, ob ihre Schwerter verrosten sollen." Erweitertes Schöffengericht Gießen. • Gießen, 23. Okt. Ein inzwischen aus dem Kommunaldienst ausgeschiedener Stadtbaumeister auS D. hatte sich wegen Verleitung zum Meineid zu verantworten. 3m vergangenen Jahre war gegen chn ein Verfahren wegen eines Verbrechens im Amte anhängig, daS mit seiner Verurteilung zu sieben Monaten Gefängnis endete. 3n diesem Verfahren hatte ein anderer städtischer Beamter den Angeklagten schwer belastende An- mungsmäßig eher Fortschritte, da man noch hier und da Absatz findet und mit Börsenengagements rechnen zu müssen glaubt. Die neuesten Meldungen über die amerikanischen Besprechungen Hoover-Laval lauten wenig befriedi- g e n d. Am Devisenmarkt nannte man Pfund gegen Kabel zirka 3,91, gegen Amsterdam 9,67, gegen Spanien 43,90, gegen Schweiz 19,9750. Devisenmarkt Berlin — Jranffurt a. M. tlm die Wiedereröffnung. Berlin. 23. Okt. (WTB.) In der heutigen Sitzung des Berliner Dörsenvorstan- des berichtete der Vorsitzende Dr. Mosler über die in der letzten Zeit von dem Präsidium des Börsenvorstandes und von ihm persönlich unternommenen Schritte wegen der Wiedereröffnung der Börse. Der Vorsitzende be- tonte, dast er hierbei nicht nur die Llnterstützung des preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, sondern auch bei den beteiligten Reichs- mtmsterien und bei dem Reichsbankpräsidenten Verständnis für die starken für die Wiedereröffnung der Börse sprechenden Gründe gefunden habe, dast indessen die auS der De- enlaae h e r a e l e i t e t e n Bedenken no$ nicht beseitigt seien. Die Ausräumung dieser Bedenken bilde gegenwärtig den Gegenstand ernster Erwägungen. Der Börsen- vorstand ersucht einstimmig sein Präsidium, die Bemühung zur möglichst schnellen Wiedereröffnung der Börse fortzusetzen. Schwächere Stimmung in Sranffurf hbnnritaZ1 ’ m1 Vi 23 Okt Im heutigen tele- toi? H.Pxt,cbt fischen den DankbureauS £inc lchwächere Stim- m u n fl vor. da die Kursrückgänge an der gestri- &HnUt)OrkC Abrle Verstimmung auÄ. ?Clbc anderer Momente, wie die das Anm?!>t i?^rung der Arbeitsmarkllage, das Anwachsen der Konkurse und nicht zuletzt der ^ultdl-.Konze?n Ä ba- Kurso bar? man am Aktienmärkte die Kurse gegenüber gestern um 2 bis 3 Proz. schwä- $*£ iüaRnlC lam reichlicheres Material her- etwas lebhasterer Llmsahtatigkeit tu weichenden Arsen Ausnahme fand. d n rin?, 2™ e x V P m aJ 1 ‘ bestand Abgabe- hnHmatrfA sowohl Gold- als auch Liqui- clma 1Ar bo. Berliner Börse Amlllckk <*fto Jlofltmna 3 rlel Umtlidx ®elb Xofltning »rltf 8.59 8.61 8.54 8.56 56,94 59,06 58.94 59.06 12.47 12.49 12.47 12.49 73.28 73,42 73,28 73,42 3.072 3,078 3.072 3,078 70,78 92.66 171,12 92.84 170.78 171,12 92.61 92.79 93.16 93,34 93.11 93.29 98.30 98.50 97.90 98.10 16.40 16.50 16.46 16.50 0.983 0.987 0.978 0.982 4.209 4,217 4.209 4.217 58.99 59.11 58.94 59.06 21.83 21.87 21.83 21,87 16.62 16.66 16.61 16.65 82.52 82.68 82.52 82.68 37.66 37.74 37.66 37.74 83.17 83.33 83.22 83.38 2.070 2.074 2.058 2.068 0,255 0.257 0.255 0.257 7,473 7.487 7.473 7.487 14,99 15.01 Banfnoten. 14.99 15.01 4,20 4.22 58,83 59.07 92,96 93.34 16,42 16.48 16.61 16,67 170.41 171.09 21.86 21.94 92.46 92.84 58.63 58.92 2.53 2.55 98.10 98.50 82.34 82 66 37.52 37,63 72.75 73.15 Das Ansteigen der Arbeitslosigkeit Die ArtjCLktMügteßU. m \ (fat l93O-(Ml9fy in Millionen Unterstützte Wählerliste einsehen! Die Wählerliste jur hessischen Landlagvwahl am 15.November kantz noch am morgigen Sonntag (le hier Tag!) von 9 bis 13 Uhr im Stadt- Haus. Bergstraße 20, Zimmer Nr. 13, eingesehen werden. Dählen dürfen «nur d l e Personen, deren 7tamen in der Wählerliste stehen! Es notierten per Zentner Lebendgewicht in *2HL- Ochsen al) 36- 39. a2) 32-35, bl) 27-31. Dullen a) 28-32, b) 24-37. Kühe a) 28—31. b) 24 des] ieta Bewühr Die Gesamtzahl der Arbeitslosen steht aus beinahe 4,5 Millionen, davon gehören immer weniger der Arbeitslosenversicherung selbst an, sondern müssen durch die Krisenunterstützung oder durch die Wohl- sahrtssürsorge der Gemeinden unterhalten werden. Oie Arbeitsmarktlage in Hessen und HeffemAassau. Dieder verschlechtert. WSR. Lieber die Arbeitsmarktlage in Hessen und Hessen-Rassau berichtet das Landesarbeitsamt Hessen in Frankfurt a. M.. Die Arbeitsmarktlage hat sich in der ersten Oktober- hälste wieder verschlechtert. Die Zahl der Arbeitsuchenden ist um 5156 auf 276 82 1 gestiegen. DaS Bekleidungsgewerbe und die Lederindustrie sind auch weiterhin, wenn auch in geringerem Umfange als bisher, aufnahmefähig geblieben, dagegen schwächte sich die Beschäftigung in fast allen übrigen BerufSgruppen. besonders in der Steinindustrie, im Baugewerbe, im Gaft- wirtSgewerbe und in den Angestelltenberufen merklich ab. Auch die Gruppe Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Gärtnerei hat Kräfte freigegeben. Infolge der neuen Bestimmungen, nach denen die Dezugsdauer der Arbeitslosenunterstützung aus 20, bei Saisonarbeitern auf 16 Wochen verkürzt wurde, ging die Zahl der Hauptunter- stützungSempsänger in diesem Llnterstüyungszweig um 11 680 aus 66 165 zurück, dagegen nahm die Zahl der Hauptunterstühungsempfänger in der Ärifenfüdorae um 8739 zu, fic stieg auf 75 875. waS z. T. auch auf die Erweiterung deS Personenkreises zurüazumhren ist. gig, während Roggen in den späteren Sichten nur 0,50 Mk. verlor. Weizen- und Roggenmehle haben bei unveränderten Forderungen schlepp.ndes Geschäft, nur billigere Provinzroggenmehle bleiben etwas gefragt. Am Hasermarkte war die Stimmung gleichfalls schwächer, obwohl sich das An- gebot nichn nennenswert verstärkt hat: am Lieferungsmarkte kam es zu Rückgängen bis zu 2,50 Mark, anscheinend unter dem Eindruck der Meldungen, daß mit einem Austauschexport vorerst nicht gerechnet werden kann. Braugerste ist kaum abzusehen, Industrie- und Futtergerste liegt stetig. Die Preise für Weizen- und Roggenexportscheine waren um 1 Mark gedrückt. Es optierten (1000 Kilo): Weizen, märk 214 bis 217, Oktober 229 Dezember 231 bis 230,50, März 239,50 bis 239 (schwächer); Roggen, märk.. 185 bis 187, Oktober 196, Dezember 197, März 203.50 bis 233 (ruhig) Braugerste 163 bis 173 (ruhig), Futter- und In- dustriegerste 154 bis 162 (ruhig): Hafer, märk. 138 bis 147. Dezember 155,50 bis 154.50 (Brief)' März 162,50 (matter). (100 Kilo): Weizen- mehl 27 25 bis 32,25 (behauptet): Roggenmehl 26,50 bis 28 75 (behauptet): Weizenkleie 10,15 bis 10,40 (fester): Roggenkleie 9,10 bis 9,60 (fester)- Diktoriaerbsen 20 bis 27; Leinkuchen 13,20 bis 13,40; Erdnuß kuchen 11,60: Grdnußkuchenmehl 11,70: Trockenschnihel 6,00: Sojaschrot (ab Ham- bürg) 11,70 (ab Stettin) 12,20 Mark. Allgemeine Tendenz: schwächer. Wochenbericht °om Sranffurfer Schlacktviebmai-N Die nach unten gerichtete Bewegung der Preise auf dem Frankfurter Schlachtviehmarkt kam noch nicht zum Stillstand. Das Angebot auf den meinen Märkten war geringer als in der Vorwoche, öic Zurückhaltung der Käufer war jedoch so groß, daß zu Marktbeginn noch keine Abschlüsse zustande kamen. Die Auftriebe waren nur zu weichenden Preisen unterzubringen. Auf dem Rindermarkt betrugen die Zufuhren 1578 gegen 1721 Stück in der Vorwoche Die Preisgestaltung war uneinheitlich. Während Ochsen und Kühe je 1 Mark anziehen konnten, buhten Färsen erneut 1 Mark ein; Bullen blieben unverändert. Die Nachträge erstreckte sich wieder nur aus billiges Fleisch. Das angebotene Bieh war nur von Änderung com cr^unn; 2ß>än ett wurde, daß । und wirtschast- Die Preisgeslal' uneinheillich, in vöcher. Sie Um« i Erenzen. !errschte bei un« |ige Stimmung, t. Etwas bessere n, während Log« . Weizen konnte 28,50 per Tonne 2,50 Mark auf er Lonvoche ist her recht fdjlep» Nachfrage, aber Industrie« und 11 Die Äotiz [7,50 Mark pro guten Hafer tt Hafer tonnte Hart pro Tonne keine Belebung, über die Deckung ius wurde nichts unverändert. blieb Kleie ge< einiges Interesse den bessere Be« ch ebenfalls eine der Zentner In« mit 2,40 Mark eil rsinder. achtmeister Wink- -n gelungen, eine >ie bei Auto- gefahrene geschaltete Song Die Dorrichtung jen Eingrisse ge- iett. i°kM M SrMeM » fSS hem Feuer kam ifiÄ'i*1 lMf dieser lerontioortung-) ® a“V si Ü”6 nottvend'S Sielen i eine -n Und an (n „5 ?'S SägäS b:efer "fasse diele * sowie WJ „mem, üiie hie cin) Oie Abänderung der hessischen allgemeinen Bauordnung. 3m Regierungsblatt Rr. 16 vom 22. September 1931 ist das Gesetz vom 3. September 1931 zur Abänderung der allgemeinen Bauordnung vom 30. April 1881 erschienen. Es bringt eine Abänderung der Artikel 21 und 29 der allgemeinen Bauordnung. Die Veranlassung zur Abänderung des Artikels 21 war vor allem, die Landgemeinden den Städten gleichzustellen. Der seitherige Artikel 21 der allgemeinen Bauordnung sah vor, bah die Gemeinden in gewissen Fällen in der Lage sein sollten, bei Aeuherstellung und Verlängerung von Straßen A n l i e g e r b e i t r ä g e zu erheben, und die bisherige Städteordnung hatte Bestimmungen, wonach die Städte berechtigt waren, über das Maß dessen hinaus, was den Landgemeinden auf Grund des Artikels 21 der Bauordnung gestattet war, höhere Anliegerbeiträge zu erheben. (Artikel 197 Absatz 11 der Dtädteordnung.) Durch die Aeufassung der Gemeindeordnung ist dieses besondere Recht der Städte in Fortfall gekommen. Die besonderen Verhältnisse, die es seinerzeit erwünscht erscheinen ließen, das Recht zur Erhebung von Anliegerbei- trägen zu Gunsten der Städte zu erweitern, sind jetzt auch bei den Landgemeinden eingetreten, so daß nun die seitherige Bestimmung des Artikels 197 Absatz II der Städteordnung auf alle Gemeinden des Landes ausgedehnt wird, auf Grund der abgeänderten Fassung des Artikels 21 Absatz 1 der allgemeinen Bauordnung. Seither konnten in den Landgemeinden die an eine Straßenseite angrenzenden Eigentümer nicht für mehr als die Hälfte der Strahenbreite, und wenn diese Breite mehr als 16 Meter betrug, nicht für mehr als 8 Meter Breite zu den Anliegerbeiträgen herangezogen werden. Künftig können auf Grund der neuen Fassung des Artikel 21 die Kosten des Geländeerwerbs über das vorbezeichnete Maß hinaus in zweiseitig bebaubaren Straßen bis zu einer Breite von je 12 Meter, in einseitig bebaubaren Straßen bis zu einer Breite von 15 Meter und in Straßen an Plätzen bis zu einer Breite von 20 Meter ausgeschlagen werden. Auch die seitherige Bestimmung der Städteordnung, wonach dieStrahen- anlieger zu den Ko st en der er st en Einrichtung der Straßenbeleuchtung herangezogen werden konnten, ist nunmehr für alle Gemeinden zugelassen. Bezüglich der Beitrags- Pflicht der Anlieger zu den Kosten für die Kanäle bestimmt die neue Fassung des Artikel 21, daß die Anlieger beizutragen haben zur Herstellung der ihren Grundstücken dienenden, von der Gemeinde gebauten unterirdischen Kanalisationsanlagen. Die seitherige Fassung des Artikel 21 der Bauordnung behandelte nur die Frage der Herstellung der zur Aufnahme des Regen- und Mfallwassers in der Straße anzulegenden Kanäle. Rach der seitherigen Fassung des Artikel 21 stand den Gemeinden das Ausschlagsrecht der Kosten der erstmaligen Einrichtung der Straßen nur zu, wenn diese mittels Chaussierung der Fahrbahn und Pflasterung der Gossen (Rinnen) erfolgte. Es war hiernach zweifelhaft, ob für den Fall einer anderen Herstellungsart die Anlieger wenigstens für die Kosten beitragspflichtig gemacht werden konnten, die im Falle der Chaussierung entstanden wären. Um diese Zweifel zu beseitigen, ist durch die neue Fassung des Artikel 21 den Gemeinden das Oiecht verliehen worden, falls eine andere Ausführung gewählt wird, die hierdurch entstehenden Kosten auszuschlagen, jedoch nicht über den Betrag hinaus, der sich durch Chaussierung der Fahrbahn und Pflasterung der Gossen ergeben Hätte. Eine Reuerung bedeutet die weitere Vor-- fhrifl des Artikel 21, daß die Veitragspflicht Sann eintritt, sobald auf dem betreffenden Grund- Ilück neue oder ältere, auf die Dauer bestimmte Gebäude von mehr als 20 LuadratmeterGrundfläche an die neue Baufluchtlinie zu stehen kommen, oder ihren Ausgang nach der Straße erhalten. Durch die Bestimmung eines Mindestmaßes der bebauten «Grundfläche werden also künftig kleinere Ge - Ibäude von der Veitragspflicht ausdrücklich ausgenommen. Die Frage, wann «ein Gebäude als „an" die neue Baufluchtlinie »errichtet gilt, muß in jedem einzelnen Falle entschieden werden. Ferner ist der Artikel 2 9 Absatz 2 der all- • gemeinen Bauordnung abgeändert worden. Nach Der neuen Fassung kann durch Ortssatzung bestimmt werden, daß und inwieweit Betriebe und Anlagen, Die durch Gase, Dämpfe, Gerüche, Rauch, Ruß, Wärme, Staub,' Geräusche, Erschütterungen und ähnliche Einwirkungen, oder die durch ihre örtliche Lage die Beschaffenheit der Betriebsstätten oder die *4rt des Betriebs für die Nachbarschaft oder für die Allgemeinheit Gefahren, Nachteile oder Belästigun- Sen herbeizuführen geeignet sind, in einzelnen Orts- flcilen oder einzelnen Straßen gar nicht oder ■nur unter besonderen Beschränkun- • . 011110111111111111111111010010 Petzarbeiten all. Art werd, fach- gemäß uns billigst Bramm,streuzvl.l2 iQlo-Möbelwageo zur Mitnahme von Gütern ver 28. 10. von Wiesbaden — Mainz — tVtanff. nach Gießen, bietet an. n««D Stückratb LVender i'Ucnrn. Möbel« trnncvürt. Wall« totitr. 53. Tel. .351« Grundstücksverpachtung der Stadt Gießen. Montag, bei 26., Dienstag, den 27, Mittwoch, den 28., und Donnerstag, de, 29. C lieber 1931, sollen die Icibsällig ge« wordcnen Grundstücke der Stadt Gieße, öffentlich meistbietend an Crt und Stell« auf weitere sechs Jahre verpachtet werden, und zwar: 7046 C Montag, den 26. tKober 1931. a) 8'_. Uhr Zusammenkunft am vah» Übergang Lchiffenberger Weg. 4 Grabstücke Flur IV, in der Gnauth» ftraße, hinter dem Finanzamt, 1 Grabstück Flur IV, an der fr. Sandgrube, hinter der Gärtnerei Webe^ 5 Grabstücke Flur XVI, daselbst. b) 9L Uhr Zusammenkunft am Ira«»* formatorenhau» am Erdkauten» eg 39 Grabftückc Flur XII, oberhalb de» venligenstaedt'schen Fabrik. c) 101. Uhr Zusammenkunft Ecke Leih» gesterner Weg und «ulweg. 1 Acker Flur XII, am Aulweg, gegenüber der Wilbellnstraße, 7 Grabstücke Flur V, hinter bet Gummi» sabrik, 16 Grabstücke Flur V, an der .Schöne» Aus'icht", 1 Acker Flur VH, am Aulweg/Vartwe^ d) 14% Uhr Zusammenkunft an der Virt» schäft rcigler am Viehmarkt. 9 Grabstücke und Gärten Flur VI, hinter dem Piehmarkt, 1 Grabstück Flur VIII, lsinter den 2Iäu» decken, 14 Grabstücke Flur VII, am Aulweg hinter dem Weiher. Tirnotflfl, den 27. Oktober 1831. a) 8*2 Uhr Zusammenkunft am Schlacht Hof. 60 Grabstücke Flur XXXVIII, in txg Hohleiche, 1 Garten Flur XXXVIII, daselbst, 4 9k’der Flur XXXVIII, daselbst. Hieran anschließend 10 Grabstücke FluH XXXVIII, bei der Lindenburg, an der Rodheimer Straße. b) 14*2 Uhr Zusammenkunft an der Pul, vermühle. 21 Grabstücke Flur XXVIII, am alle» Schweinemarktplatz, Hieran anschließend 2 Accker Flur XXX und XXXI zwischen Srofborfet Straße und Wißmarer Weg. 1 Acker Flur XXIX, am alten Wist« marcr Weg, 8 Grabstücke Flur XXIX, daselbst. Mittwoch, den 28. Oktober 1931. a) 8*2 Uhr .iusammenkuuft Ecke Uatseo» allee Wolfftraße. 100 Grabstücke Flur 111 und XVIII, am Mittelweg. b) 14*/» Uhr Zusammenkunft a» der Wirt» schäft ,„3um Urokodil". 84 Grabstücke Flur III und XVIII, am Eichweg, 9 Grabstücke Flur 54, am Professoreneck» Donnerstag, den 29. Lktober 1931. a) 8*2 Uhr Fufammenkunft Ecke 2chott» sträße Lteinstraße. 8 Grabstücke Flur N, in der Schwarz- lach, 1 Garten Flur N, daselbst, 1 Garten Flltr XXVII, an der Wiß- marer Straße l Unterführung), .3 Grabstücke Flur XXVII, daselbst. Hieran anschließend lgegen 10 Uhr) ein Grabstück Flur XXI, an der Marburger Straße, 1 Grabstück Flur XXII, am Friedhof»- weg, 14 Grabstücke Flur XXI, am Wingert und an der Marburger Straße, 10 Grabstücke Flur XXII, an der alte» Marburger Straße. Gießen, den 19. Oktober 193L Bürgermeisterei Gießen. ________I. B.: De. Rosenberg. , Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abtellung B wurde am 20. Oktober 1931 bei der Finna Darmstädter und Jlalionalbanf, Komma» ditgesellschafl aus Aktien, Zweigniederlaß sung Gießen in Gießen folgende» eingm tragen: Die Prokura de» Gustav Fevuel ist erloschen. 712^0 GieHen, den 21. Oktober 1931. __________Hessisches Amtsgericht. Bekanntmachung. Dienstag, den 27. Oktober 1931. finbd Rindoieh-lNustvieh ilNarkl statt: sämtliches Dich wird gegen Maul- und Älauenfeud)» schustgetmpit. Auftriebsieik am Markttag« von 7S bis •>.- Uhr vormittag». Del nächste Schweinemarkk findet am 11. 71 o. oember 1931 statt. 71010 Gießen, den 24. Oktober 1931. Bürgermeisterei Gießen. ______I. D.: Dr. Bosenberg. _ Mahnung 1 Die für den Monat Sevternbcr 1931 riiditnnöißett kranken» und Arbeitslosem Dccidjcruimabetlräflc läiinen noch bis zum .31. Oktober 1931 ohne Kosten b* zahlt werden. 9Iad) diesem Termin erfolgt Zwangs» beitreibung. nttD Gießen, den 22. Cttober 1931. Allg. Ortskrankenkasse ______des tanbfreiteg (stießen. _ Tlutzhotz Kirchenwald Crumbach. 300 fm Fichtenstammhol; bis zu stlasfe 4a, '^eueinschlag 225 Im szum Teil Abtrieb), sehr gute Abfahrt. Besichtigung durch f)trrt Jodler Klingclhöfer, Frankenbach, Tel. Hohensolms 16. 70640 Angebote an das Eoangelisch-lutherifchtz Pfarramt. Trumbach, den 21. Oktober 1931. Evangelisch-lutherisches Pfarramt. 8eschäft3-Drucksachen Rechnung BriefbllMar Brlefumachllfll Pottkart an bei Brühl, Schnlstraße 7 Getchiftikana*