nun Erster Blatt M. Jahrgang Zreitag, 24. Juli 1951 Eriche»"' lüglich.cmtz« Sonntags anb ^tierlag* Beilage« 2 vle 3llu|trieTtt Vtetzener FamtlienblLtto Heimat rm Bild Die Scholle. Monat» vezllgrvrett: 2.20 Reichsmark anb 90 Vetd)spfenntg für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Hernfvrechonfchlöße anter5ammelnummer2251. Snldjrifl für Drahtnachrichten Jlnjeiger «leftea. potfcheckkonto: 5ra-Nur> am Main 11686. SietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberheffen vnttk vstd Verlag: vrLhl'fche UkiverfttSlL Büch' nnö Stetibrudcrtt H. tauge ta riehen. 5chrifüettAMg SeschäftrfteSe: Zchülftrahe 7. Limatz»« oa« Swjetaea für btt Tagesnummer bis jum Nachmittag vorher. Preis für i mm höh« für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8. auswärts 10 Neichspfennig; für Ne» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschnft 20*/, mehr, ffbefrebaldeer Dr. Fnebr. Wich. Lange. BeraniwoNlich für Politik Dr. Fr. Wich. Lange; für Feuilleton Or. H. Tyyriot; für ben übrigen Teil Ernst Blamschein unb für ben Anzeigenteil Max Filt«, lämtfid) in Gießen. Das Ergebnis der Londoner Konferenz. Das Schlußproiololl. Aufrechterhaltung des bestehenden Kredits. Prüfung weiterer Bedürfnisse. Conöon, 23. 3ulL (TU.) Die letzte Vollsitzung der Londoner rNinlsierkonferenz begann Im Jorelgn Office um 10 Uhr und baucrle bis 12.20 Uhr. Ls wurde der Konferenz das von den Flnanzfachoer- ständigen beschlossene Dokument vorgelegt, das ein längeres Schriftstück Ist. Die einzelnen Minister der verschiedenen Delegationen hielten Schlutzansprachen und um 12.20 Uhr war die Konseren; beendet. Die Konserenz hat nach ihrer Schlußsitzung folgende Erklärung veröffentlicht: Die kürzlichen übermäßigen Zurückziehungen von Kapital aus Deutschland haben eine akute Innere Krisis erzeugt. Diese Zurückziehungen sind verursacht worden durch einen Mange l an vertrauen, der nicht durch die wirt- schastliche und budgetäre Lage des Landes gerecht- fertigt ist. Um die Aufrechterhaltung der finanziellen Stabilität Deutschlands slcherzusteUen. die wesentlich ist Im Znlersse der gesamten weit, sind die auf der Konferenz vertretenen Regierungen bereit, z u - sammenzuwirken, soweit es in ihrer Macht liegt, um das vertrauen wiederherzu- stellen. Die auf der Konferenz vertretenen Regierungen sind bereit, zur Erwägung durch die Zinanzinstltute in ihren diesbezüglichen Ländern folgende Vorschläge zur Erleichterung der unmittelbaren Lage anzuempfehlen: 1. daß der Z e n t r a l b a n k k r e d I t von 100 Millionen Dollar, der vor kurzem der Reichsbank unter den Auspizien der Banf für internationale Zahlungen gewährt wurde, bei seiner Fälligkeit für einen Zeitraum von drei Monaten erneuert wird. 2. Daß gemeinsame Maßnahmen von den Finanz- Infll/utcn in den verschiedenen Ländern zwecks Aufrechterhaltung des Umfanges der Kredite getroffen werden, die sie bereits Deutschland gewährt haben. Die Konserenz empsiehit, daß die Bank für internationale Zahlungen eingeladen wird, ohne Verzug einen Ausschuß von Vertretern zu schassen, die von den Gouverneuren der Zentralbanken ernannt sind. Der Ausschuß soll die unmitteibaren weiteren Kreditbedürfnisse Deutschlands und die Möglichkeiten der Konvertierung eines Teiles der kurzfristigen Kredite in langfristige Kredite prüfen. Die Konferenz hat mit Interesse eine Mitteilung Dr. Brünings mit Bezug aus die g e m e i n - farnc Garantie zur Kenntnis genommen, die vor kurzem von der deutschen Industrie zur Vertiefung der Golddiskontbank gestellt wurde. Die Konserenz Ist der Ansicht, daß eine Garantie dieser Art es möglich machen müßte, eine gesunde Grundlage für die Wiederausnahme der normalen Operationen des internationalen Kredits zu verschossen. Die Konserenz ist der Ansicht, daß, wenn diese Maßnahmen durchgesührt werden, sie eine Basis für eine darauf folgende permanentere Aktion bilden werden. * Zum Schluß her Konferenz sprach Ministerpräsident Laval die Hoffnung aus. daß die Besprechungen der Auftakt zu einer Reihe weiterer Erörterungen seien, die zu einer politischen deutsch-französischen Zusammenarbeit führen mögen. — Staatssekretär Ltimson unterstrich die Bedeutung der Aussprachen zwischen Deutschland und Frankreich und äußerte seine Zuversicht, daß sie in der ganzen Welt das Vertrauen befestigen würden. — Reichskanzler Dr. Brüning dankte vor allem den amerikanischen Staatsmännern für ihre Unterstützung und hob hervor, daß er von der Wichtigkeit einer vertrauensvollen deutsch-französischen Zusammenarbeit überzeugt sei. — Außenminister ® ranbi erklärte, er hoffe, daß das Ende der Konferenz der Beginn einer neuen Atmosphäre in her ganzen Welt und besonders hinsichtlich guter Beziehungen zwischen den europäischen Rationen sei. — Premierminister Macdonald sagte, er hoffe von ganzem Herzen, daß die von her Konferenz gefaßten Beschlüsse Deutschland in die Lage versetzen würden, seinen Kredit wie» derherzustellen und es ihm ermöglichen werden, zu dem normalen Zu stand zurückzukehren. Macdonald dankte auch den Dolmetschern (Don deutscher Seite Dr. Schmidts, die die Verhandlungen vorzüglich erleichtert hätten. — Macdonald erklärte nach der Schlußsitzung einem Pressevertreter gegenüber: W i r sind sehr zufrieden. Es ist nicht leicht, zwischen sieben Mächten eine Einigung herbeizuführen, trotzdem ist es gelungen. Die Vereinbarung ist von allerhöchster Bedeutung und wird für die Hilfeleistung an Deutschland in stärkstem Maße ins Gewicht fallen. 3um Tee beim König. London, 23.3uIL (TU.) An . der ® arten- Teegesellschaft im Buckingham-Palais am Dvn- nerstagnachmittag nahmen ungefähr 10 000 Personen teil. Für diese letzte große gesellschaftliche Veranstaltung der Londoner .Saison" waren Reihen von offenen Zelten in dem königlichen Garten errichtet, in denen den Gästen Tee und alle Arten von Erfrischungen gereicht wurden. Das Königspaar nahm den Tee in dem Prunkzelt ein, das bei den Krönungsfeierlichkeiten in Delhi (Indien) Verwendung fand. Das Zelt ist ganz in Gold und Purpur gehalten. Unter den Gästen befanden sich Vertreter des Hofadels, Staatsmänner und Parlamentsmitglieder, Mitglieder des Diplomatischen Korps, Würdenträger her Kirche und Vertreter auS Kunst und Wissenschaft. Aus dem Gartenfest befanden sich als Gäste auch die Mitglieder der Sieben-Mächte-Konferenz. Die deutschen Herren wurden dem König vom deutschen Botschafter vorgestellt. — Staatssekretär Stimson und Schaysekretär Mellon waren abends Gäste des Reichskanzlers zum Essen im Carlton-Hotel. Die Abreise der deutschen Minister erfolgt Freitagvormittag um 11 Uhr vom Dictoria-Baynhos nach Calais. Nur eine Zwischenlösung. Oer Reichskanzler über das Ergebnis von London: Es wurde erreicht, was der Lage nach möglich war. — Oie Besprechungen gehen jedoch weiter. London, 23. Juli. (WTB.) .Der Ausgang der Konferenz ist e i n s e h r g u t e r." Mit diesen Worten leitete Reichskanzler Dr. Brüning die sofort nach Schluß der Londoner Sieben-Mächte- konferenz stattgcfundene Besprechung mit den deutschen Pressevertretern ein. Sie sehen, fuhr der Kanzler fort; daß es sich um eine Zwischenlösung handelt; mit einer Schnellösung auf langfristiger Basis hatten wir nicht gerechnet, und wie ich in Paris bereits Gelegenheit hatte zu sagen, ist, ganz abgesehen von den technischen Schwierigkeiten einer solchen internationalen Anleihe, die monatelange Vorbereitungen erforderlich macht, von Anfang an klar gewesen, daß eine Einigung über eine solche Anleihe zur Stunde wenigstens zwischen Amerika, England und Frankreich gar nicht erzielbar ist. Ich gehe ganz ab von etwaigen politischen Bedingungen. So ist es z. D. ganz tiar, daß auch die Verfassung der Vereinigten Staaten es ihnen unmöglich gemacht hätte, an einer langfristigen Anleihe teuzunehmen. Dazu kommt die Lage des Londoner Kapitalmarktes, die zur Zeit eine solche Anleihe wohl als gänzlich ausgeschlossen erscheinen läßt. Infolgedessen haben wir uns daraus beschränken müssen, daß 1. der 100-Millionen-Dollarkredit, der am 16. August abläuft, verlängert wurde, und zwar um drei Monate, und 2. haben wir, worauf es vor allem ankommt, dafür gesorgt, daß nicht weitere kurzfristige Kredite abgezogen werden. Der Reichskanzler betonte, daß es sich im wesentlichen heute nur noch um amerikanische und englische Kredite handele. Die Konferenz stellte fest, daß die Garantie von Ausfallbürgfchasten von 500 Millionen, die seitens der deutschen Industrie der Golddiskontbank zur Bcrfügung gestellt wurden, immerhin eine gesunde Basis für die Wiederaufnahme normaler Kreditoperationen bedeutet. Der Reichskanzler legte größten wert auf die Feststellung, daß alles dies nur Zwischenmaßnahmen sind und daß das Volumen des deutschen Kredites im Auslande unter allen Umständen in absehbarer Zeit vergrößert werden muß. Um diese Dinge zu beschleunigen, wurde von deutscher Seite angeregt, daß eine kleine Gruppe von Sachverständigen internationalen Ansehens nach Berlin komme, die mit Rat zur Seite siehe. Diese Maßnahme ist besonders wesentlich, um dem Auslande die verwickelte Lage Deutschlands klar zu machen. Die Tatsache, daß das ganze Wirtschaftsleben Deutschlands aufgebaut ist auf kurzfristigen Krediten, und die Bedeutung dieser kurzfristigen Kredite für alles, was in Deutschland geschieht, sind in vollem Umfange bisher nicht erkannt worden. Ich glaube, daß wir dazu beigetragen haben, dieser Erkenntnis bei den anwesenden Herren zum Durchbruch zu verhelfen. Die amerikanischen Delegierten haben vorgeschlagen. daß die Rotenbankpräsidenten «in Komitee von Danksachvcr ständigen ernennen sollen, das sich damit beschästigen soll und gleichzeitig nach Vorschlag der Amerikaner die Möglichkeiten, die kurzfristigen Kredite i n langfristige umzuwandeln, schon jetzt ins Auge nehmen soll. Wir haben durchgefetzt, daß. während die DIZ. dieses Komitee formell aufziehen soll, die Mitglieder von den Rotenbanken ernannt werden und nicht von der DIZ. Es ist ohne weiteres zu verstehen, daß dies eine wesentlich andere Lösung ist als die. die vorher vorgeschlagen wurde. Ich hab« am Schluß der Sitzung besonderen Wert darauf gelegt. Macdonald besonders warmen Dank auszusprechen für die Art und Weise, in der er die Verhandlungen geführt hat, für seine Unparteilichkeit sowie die Wärme, mit der er sich über die Vorlage Deutschlands ausgesprochen hcvt und damit, was ich immer in jedem Stadium betont habe, d i e Rvtlage Europas. Denn es geht in Wirllichkeit nicht nur um das Schicksal Deutschlands, und ich habe besonderen Werl darauf gelegt, dies zu betonen, daß. wenn unüberwindliche Schwierigkeiten eintreten sollten, es nicht nur eine einzelne Krise bleiben wird. Ich habe besonders auch den Amerikanern gedankt und Laval für die Worte, in denen er zum Ausdruck gebracht hat, daß es von ganz außerordentlicher Tragweite für die weitere Entwicklung ist, daß zum ersten Male eine offene Aussprache zwischen französischen und deutschen Kabinettsmitgliedern geführt werden konnte. 3d) habe dabei besonders zum Ausdruck gebracht, daß die Konferenz den Grund gelegt hat für eine sofortige und dauernde Beschäftigung der internationalen Finanzwelt mit der finanziellen Lage Deutfchlands, und ebenfalls, daß die Besprechungen in kurzem fortgesetzt werden müssen, und daß Deutschland aus eigener Kraft inzwischen alles einsehen werde, um über die Schwierigkeiten Hinwegzukommen. 3ch habe ganz klar ausgesprochen, daß das, was wir hier gefunden haben, keine Dauerlöfung ist, sondern nur die Vorbereitung einer dauernden Lösung. Die Amerikaner sind zufrieden. Stimson erklärt, die Grundlage des Vertrauens für Stabilität der deutschen Wirtschaft sei wiederhergestellt. London, 23. Juli. (WTD) Der amerikanische Staatssekretär Stimson erklärte in einer Pressebesprechung: Schatzsekretär Mellon und ich sind mit den Ergebnilsen der Arbeit her Konferenz sehrzufrieden. Sie bilden eine zweckmäßige Folge der Anstrengung, die von Präsident Hoover unternommen worden ist. uin dem Mißtrauen Einhalt zu tun. das im De griff war. di« Finanzen Deutschlands nieder- zubrechen und dadurch die wirtschaftliche Lage des übrigen Teiles der Welt zu gefährden. Die freundschaftliche Zusammenkunft zwischen den Ministern Frankreichs und Deutschlands in ihrer noch nicht öagetoefenen Herzlichkeit hat die Welt in bezug aufdiepolitischenVerhält- nisseberuhigt und hat in großem Maße dazu beigetragen, hie Grundlage des Vertrauens wiederherzustellen. Die Regierungen aller dieser Gläubigerlänber sind auch übereingekommen, ihren (Einfluß dazu zu benutzen, die Panik zu beschwichtigen, die die Zurückziehung deutscher Kredite verursachte. Dieses Verfahren wird, wenn es erfolgreich durchgeführt wird, Deutschland im Desitz des Kapitals belassen, von dem seine Fabriken und Industrien abhängen. Der größte Teil dieses Geldes kommt aus Amerika, und unsere Danken haben sich bereits unter der Führung unseres Federal Reserve-Systems organisiert, um die Gläubiger davon zu überzeugen, daß sie diese Fonds nicht zurückziehen sollen. Rachdem einmal diese Panik beendet ist. wird es leicht fein, zu bestimmen. ob irgendwelches weitere Kapital notwendig ist. die Entschließungen der Konferenz bieten die Maschinerie, um d e notwendige Untersuchung und Prüfung dieser Angelegenheit anzu- stellen. Wir glauben, daß. nachdem einmal das Vertrauen wiederher gestellt ist. man finden wird, daß Deutschland in der Lage fein wird, fein Gleichgewicht auf der Grundlage seiner eigenen Hilfsquellen und der Unter- stützung. die bereitwillig verfügbar sein wird, wieder zu erlangen. Staatssekretär Mellon erklärte: Ich bin überzeugt, daß die Konferenz Ergebnisse erzielt hat, die äußerst förderlich bei der Wiederherstellung der finanziellen Stabilität Deutschlands sein werden Diese Stabilität ist erschüttert worden durch einen Mangel an Vertrauen. der durch die innere Wirtschaftslage Deutschlands nicht gerechtfertigt ist. Die deutschen Industtien sind gut organisiert und werden sich, wenn sie Zeit und einigermaßen günstige Bedingungen erhalten, wieder behaupten und die dem industriellen Leben Deutschlands innewohnende Stärke zeigen. Durch seinen Vorschlag einer einjährigen Einstel. lung von Kriegsschulden und Reparationen hat Hoover di« notwendige Atempause verschafft. Günstiger Eindruck in Neuyorker Bankkreifen. Abwartende Haltung an der Börse. Reuhork, 24. Juli. (WTD. Funkspruch.) Uebereinsttrnmend kommt in den heutigen Mor- genblättern zum Ausdruck, daß die Londoner Konferenz immerhin die Grundlage für weitere Aktionen geschaffen habe, eine Auffassung, der sich auch die Bankwelt im allgemeinen anzuschließen scheint, obwohl auS Finanzkreisen betont wird, daß dt« gestrig« Diskonterhöhung in London keineswegs einen optimistischen Kommentar zu dem bisher Erreichten darstelle. WaS die Frage der kurz- sristigen Kredite anlangt, so ist hier ein bedeute famer Fortschritt insofern zu verzeichnen, alS verschiedene Danken erklärt haben, daß ihre auswärtigen Korrespondenzsirmen versichert hätten, sis wollten sich der VerlängerungSaktivn an sch ließ en. Dies ist insofern wesentlich, alS auch Amerika außerhalb Reuyorks nicht unerheb-' lich an den kurzfristigen Krediten beteiligt ist. Sowohl hier wie im Westen scheinen jedoch di« Banken Wert darauf zu leegen, sich ihre A k- tionsfreiheit in den Kreditfragen zu bewahren und sie vor allem von der weiteren! ruhigen Entwicklung der Dinge in Deutschland selbst abhängig zu machen. Auch in den Dörsenkreisen ist das DorwiegeN einer abwartenden Haltung zu konstatieren. Das Programm der Zukunft. Tic Vorbereitung langfristiger Kredite. W a s h i n g 10 n, 23. Juli. (WTB.) 3m Staatsdepartement wurde bekannt gegeben, daß Staatssekretär Stimson nunmehr s e i n e R e i s« nach Berlin ausführen könne, um persönlich di« Verhältnisse in Deutschland kennenzulernen. Stim- sonS Reise werde jedoch nicht dem Zwecke dienen, sofort neue Kapitalien für Deutschland zu beschaffen. Dieses sei vielmehr Aufgabe des Komitees, das von der DIZ. so schnell wie möglich einzuberufen sei, und daS hoffentlich schon in den nächsten Tagen zusammen t re t e n und Mittel und Wege zur Stabilisierung der deutschen Finanzlage besprechen werde. Inzwischen werde di« heute mit Frankreichs Zustimmung in London erfolgte Einigung einen guten psychologischen Erfolg haben und es dem Komitee der Danken ermöglichen, einen auf lange Sicht errechneten Plan zur Sanierung Deutschlands auszuarbeiten. Leider sei es sehr schwer, die Danken der Welt zur f 0 - f o r t i g en Bewilligung neuer Kredite zu veranlassen. Man hoffe aber in Washington trotzdem zuversichtlich, daß neues Geld nach Deutschland fließen werde, sobald erst das Vertrauen in Deutschlands Stabilität wiederhergestellt sei. Um dies zu erreichen, müsse die Politik der Reichsregierung durch energische Maßnahmen die Flucht aus der Mark zu verhindern, fortgesetzt werden. Der erhebliche Fortschritt, den die Reichsregierung in dieser Richtung bereits erzielt habe, sei ein erfreuliches und ermutigendes Zeichen für die Zukunft. pariser Echo. Tie deutsch-französische Annäherung. Paris. 23. Juli. (TU. Funkspruch.) Die Pariser Presse zeigt sich mit dem Ergebnis der Londoner Konferenz allgemein zufrieden. Man gibt zu. daß das Ergebnis zwar nicht den Erwartungen entspricht, ist aber doch befriedigt darüber, daß Frankreich keine neuen Kredit« zu eröffnen hat und daß die Frage der Garantien nach wie vor offen bleibt. Der .Intransigeant" erklärt:«Wir haben vor unseren Augen die Schwierigkeiten und di« Leiden eines Volkes gesehen, das unser (Segnet gewesen ist und in dem wir in Zukunft nur noch unfern Rachbam sehen müßten. Frankreich ist durch die Beleidigungen eines Teiles der deutschen Preise nicht verletzt. Wir finh auch nicht verletzt darüber, daß die deutsch« Regierung sich einige Tage durch die verführerischen Angebote bestricken ließ, die in Wirklichkeit wenig Positives enthielten. Wenn dieses Spiegelbild verschwunden ist. so werden wir auch fernerhin bereit bleiben, ihnen maßvoll und vorsichtig das anzubieten, was wir allein in Europa fähig sind, zu offerieren. Wir wollen von ganzem Herzen den deutschen Zusammenbruch verhindern, obgleich wir dabei die einzigen wären, die nichts zu verlieren hätten. — Die „Information" erklärt unter Hinweis auf die bevorstehenden Verhandlungen in Berlin, es werd« sich in Zukunft darum handeln, ob die Politik Hugenbergs und Hitlers die Ueberhand gewinne, oder ob die verttäglichere Haltung Brünings siege, der auf ein« Annäherung mit Frankreich hinarbeite. Der „M a ti n“ glaubt, es werde von niemandem bezweifelt, daß di« deutsch-französisch« Annäherung gelungen sei. Dieses Werk, an dem seit Jahren mit allen Mitteln gearbeitet werde, werde jetzt von Laval mit der ihm eigenen Einfachheit und Offenheit fortgesetzt. Wenn auch Deutschland sich bewußt werde, daß es den Weg der Vernunft einzuschlagen habe, dann werd« hie Londoner Konferenz reiche Früchte tragen. ..Echo de Paris'^ sieht und wünscht Derstän- VkgungSmöglichkeiten, Vie bis vor kurzem nur eine Chimäre gewesen wären, und auch „Avenir" erklärt, man könne sich beglückwünschen, daß die Beziehungen zwischen den beiden Regierungen besser geworden seien. — „£a Republik ue", das Blatt Daladiers, bezeichnet die Tatsache, daß die Vertreter Frankreichs und Deutschlands, von deren Einvernehmen die Ruhe der Welt abhänge, im Augenblick der Verständigung näher ständen als dem Konflikt, als das w i ch t i g st e Ergebnis der Londoner Konferenz, wenn auch sonst Wesentliches erzielt wordcm sei. Oie Franzosen zu Gast in -er deutschen Botschaft. London, 23. 3u(t. (WTD.) Das Frühstück, das heute Reichskanzler Dr. Brüning in der deutschen Botschaft der französischen De- ■ legation der Londoner Konferenz gab, vollzog sich in sehr freundschaftlichen Formen. Die französischen Gäste waren: Ministerpräsident Laval, Außenminister B r i a n d, Finanzminister F l a n - d t n, Budgetminister Pietry . Unterstaatssekre- tär Francois Poncet und Philippe Berthe- lot, Generalsekretär des Quai d'Orsay. Auf deutscher Seite nahmen an dem Frühstück teil außer dem Reichskanzler Reichsaußenminister Dr. Cur- tius, Botschafter Frhr. v. Reurath Staatssekretär Schäffer, Staatssekretär v. Bülow Reichspressechef Ministerialdirektor Zechlin, Ministerialdirektor Graf Schwerin - Krosigk, Bankier Melchior, Geh. Kommerzienrat Schmitz, Botschaftsrat Graf B e r n st o r f f, Gesandschaftsrat Dr. R u e t e r und Gesandschafts- rat Fürst D i s m a r ck. Oie deutsch-französische Aussprache. Möglichkeiten weiterer Zusammenarbeit. London, 23. Süll. ($11.) 3n eingeweihten Kreisen verlautet, daß die Aussprache am Donnerstag anläßlich des Frühstücks in der deutschen Botschaft zwischen den deutschen und den französischen Ministern geführt worden ist, eine Wendung genommen habe, die eine spätere deutsch- französische -Zusammenarbeit auf der Grundlage eines wirklichen Verständnisses für die wahren Verhältnisse in Deutschland doch nicht ganz so hoffnungslos erscheinen lasse, wie das bisher der Fall war. Der Eindruck, den die Aussprache hinterließ, war jedenfalls der, daß man *in den maßgebenden französischen Kreisen nun doch ernste r über die Ursachen der bisherigen Fehlschläge der Versuche einer deutsch französischen Annäherung nachzudenken bereit scheint und geneigter wird, die tat sächlichen Stimmungen und Kräfteverhältnisse sowie die Auswirkungen der bisherigen Fehlschläge in Deutschland richtiger einzuschätzen. Die französischen Minister reisen am Freitag in demselben Zuge von London ab, den auch der Reichskanzler und der Reichsaußen- minister benutzen werden. Die beiden Delegationen reisen also sicher zusammen bis nach Dover, möglicherweise auch bis nach Calais, und man nimmt an, daß sich während der Fahrt Gelegenheit gu einer, Fortsetzung der Aussprache bieten wird. Möglicherweise wird übrigens auch die italienische Abordnung den gleichen Zug benutzen. Am Donnerstagabend hatte der Londoner Vertreter der Telegraphen-änion im Carlton-Hotel eine Unterredung mit dem französischen Ministerpräsidenten Laval, in der sich dieser über die gegenwärtige Lage aussprach: Ich wage zu sagen, so erklärte Laval, daß die Unterhaltungen zwischen den deutschen und den französischen Ministern und besonders meine Unterhaltung mit Dr. Brüning uns zu einer Politik zusam- .m e n g e f ü h r t hat, die, wenn sie weiter mit Klugheit und Festigkeit betrieben wird, zu einer r. vertrauensvollen Zusammenarbeit mit Deutschland führen kann. Es gibt 7 leinen Kredit ohne Vertrauen und es gibt kein Vertrauen in der Welt, wenn nicht Ha r m o n i e zwischen unseren beiden großen Ländern herrscht. Hier liegt das Heil, hier liegt der Friede. Das müssen alle Rationen begreifen, mit denen uns Freundschaft verbindet. Unser Versuch ist noch nicht beendet." Oer Besuch der ausländischen Staatsmänner in Berlin. Berlin, 23. Sulu (ERB.) Wie wir erfahren, wird Staatssekretär Stimson am Samstagabend mit seinem Sekretär in Berlin sein. Der Besuch dauert bis Montag und ist als inoffiziell anzusehen. Henderson wird Montagvormittag erwartet, Macdonald am Rachmittag, da er erst Montagvormittag von London abfliegt. Da der Besuch der englischen Minister nun nicht den Charakter eines Wochenendes hat, ist der Gedanke des Aufenthaltes im Jagdschloß Hu- bertusstock aufgegeben worden. Macdonald und Henderson werden am Mittwoch Heimreisen. Keine Einberufung des Reichstags. Ein neuer Antrag der Wirtschaftspartei. Berlin., 23. 3ult. (VDZ.) Der Aeltestenrat des Reichstags trat heute unter dem Vorsitz des Vizepräsidenten v. Kardorff (Reichstags- Präsident Löbe ist gegenwärtig in Wien) zu einer Sitzung zusammen, um wiederum zu dem Antrag der Oppositionsparteien auf Einberufung des Reichstags Stellung zu nehmen. Reichsminister Treviranus erklärte, die Reichsregierung lege großen Wert darauf, daß zur Zeit die Einberufung des Reichstags nicht beschlossen werde. Die Londoner Verhandlungen seien noch keineswegs abgeschlossen. Reichskanzler Dr. Brüning werde zwar am Samstag zurückkehren, aber dann würden in Berlin die politischen Besprechungen fortgesetzt werden müssen. Daraufhin wurde festgestellt, daß für die Einberufung des Reichstags sich auchieht nur eine Minderheit von 2 4 3 Abgeordneten einseht, nämlich die Deutschnationalen, die Nationalsozialisten, die Kommunisten und die Landvolkpartei. Die Bayerische Volkspartei hatte mitgeteilt, daß sie gegen die Einberufung des Reichstags sei. Gegen die Einberufung warneben den Regierungsparteien u.a. auch die Wirtschaf t s p a r t e i. Ihr DorfitzenderD rewihhat jedoch den Antrag gestellt, den Aeltestenrat für Mittwoch, den 29. Juli, einzuberufen, mit der Tagesordnung: Einberufung des Reichstages, weil nach ihrer Ansicht unter allen Ilmständen zunächst die Ergebnisse der Londoner Verhandlungen abgewartet werden müßten. Rach dem nunmehrigen Ausgang der Londoner Verhandlungen steht jedoch die Partei auf dem Standpunkt, daß die Reichsregierung jetzt alles tun müsse, was an inneren Maßnahmen notwendig erscheine, um der Lage aus eigener Kraft Herr zu werden. Die Finanzierung der Ernte. Beratungen des Reichskabinetts. Berlin, 23. Juli. (ENB.) Das Reichskabinett beschäftigt sich mit dem Problem der Ernte- finanzierung, das nach Auffassung landwirtschaftlich-sachverständiger Kreise allmählich zu drängen beginnt. Bei diesem Problem sind zwei Fragen zu klären: das ist einmal die Notwendigkeit, eine Entlastung des Marktes durch starke Förderung des landwirtschaftlichen Exportes herbeizuführen. Nach den Plänen des Reichsernährungsministeriums sollen den exportierenden Stellen je nach der Höhe ihrer Ausfuhr Zollermäßigungen für den späteren Reimport gewährt werden. Auf diese Weise hofft man, den Handel, die Mühlen usw. dazu zu bewegen, daß sie aus ihrem eigenen Interesse heraus einer saisonmäßigen Ueberlastung des Marktes entgegenwirken. In unterrichteten Kreisen erwartet man hiervon keine finanziellen Nachteile für das Reich, sondern eher eine Erhöhung der Zolleinnahmen um etwa 15 Millionen Mark. Die zweite Seite des Problems kann erst zum Abschluß gebracht werden, wenn Klarheit über die nächste Gestaltung der Kreditverhältnisse besteht. Die Reichsregierung plant eine A e n b e - rung des Lagerscheinwesens in der Weise, daß für die Lagerhaltung gewisse Sicherungen eingeführt werden, wie sie z. B. durch das Wechselrecht gegeben sind. Auf diese Weise würde die Lombardierung von Erntevorräten erleichtert und ihre Heranbrin- ffung an den Markt verzögert werden. Eine solche Entlastung des Marktes ist um so notwendiger, als bekanntlich auch in normaleren Zeiten 50 Prozent der deutschen Ernte vor Weihnachten verkauft zu werden pflegen. Um eine bürgerliche Wahlgemeinschast in Hessen. Darmstadt, 23. Juli. (WSN.) Die Deutsche Bolkspartei, Landesverband Hessen, teilt mit: Auf Veranlassung des Stahlhelms haben in letzter Zeit diejenigen bürgerlichen Parteien und Ortsgruppen, die in Opposition zur hessi- Oer Eindruck in Berlin. Notwendigkeiten der inneren Politik zur Auswertung der neuen Vertrauensgrundlage. Oie Meinung der Wilhelmstraße. Berlin, 23. Juli. (OB.) Das Ergebnis der Londoner Konferenz wird auch in Kreisen der Regierung nicht überschätzt. Immerhin wird als positiver Erfolg unterstrichen, daß das Zustandekommen des Stillhaltekonsortiums die Gewähr dafür bietet, daß keine weiteren Devisenabzüge die Loge Deutschlands weiter mit erschweren. Ferner wird betont, daß London ja kein Abschluß ist, daß die internationalen Besprechungen vielmehr iveitergehen. Das kommt zunächst zum Ausdruck in dem bevorstehenden Besuch Stimsons und der beiden englischen Staatsmänner in Berlin. Ferner liegen auch heute wieder Nachrichten über eine neue Zusammenkunft der deutschen und der französischen Regierungsvertreter vor. Die Tatsache, daß die deutschen Minister keine neuen politischen Bindungen in der Art der von Frankreich für die Gewährung einer Anleihe und von Krediten verlangten, eingegangen sind, ist ebenfalls als Aktivposten zu werten. Es muh daher festgestellt werden, dah trotz der, ungeheueren Schwierigkeiten, vor die sich die Wortführer des Deutschen Reiches in Paris und London gestellt sahen, Vereinbarungen mit den übrigen Mächten getroffen worden sind, die das h ö ch st - maß des für Deutschland Erreichbaren und mit seiner nationalen Würde zu vereinbarenden darslellen und der Hoffnung Ausdruck geben werden, dah auf den in London gelegten Grundlagen weitergebaut werden kann. 3n Berliner Regierungskreisen wird darauf hin- gewiesen, dah es jetzt wesentlich auf uns selbst ankomme, man ist der festen Zuversicht, dah die deutsche Wirtschafts- und Finanzlage in der Zwi- schenzeit ohne weiteres zu halten ist. Diese Tatsache, die materiell durchaus sundiert sei, hänge aber von sehr wesentlichen Voraussetzungen der inneren Politik ab. Parteipolitische Auseinander- sehungen feien kaum geeignet, die Ruhe im Innern zu verbürgen, die erforderlich sei, um in der Ueber- gangszeit durchzuhalten. Es handele sich jetzt weniger um technisch Fragen oder organisatorische Mah- nahmen, als vielmehr um eine psychologische Frage, eine Angelegenheit des vertrauens. Alle Mohnahmen gegen Kapitalflucht usw. seien ein Schlag ins Wasser, wenn die ebenerwähnten vor- aussehungen unerfüllt blieben. Dah die Reichsregierung in diesem Zusammenhang nach wie vor gegen die Einberufung des Reichstages ist, verstehe sich von selbst. Was sagt die Preffe. Die Voraussetzungen für den Weg der Selbsthilfe geschaffen. Berlin, 24.3uli. (CRD.) Die Ergebnisse der Londoner Konferenz, die gestern nach viertägiger Dauer zu Ende gegangen ist, werden von den Berliner Blättern übereinstimmend als Zwischenlösung charakterisiert. Die Mehrzahl der Zeitungen weist darauf hin, daß jetzt nur rwch der Weg der Selbsthilfe übrig bleibe und eine einschneidende innere Maßnahme zur Aufrechterhaltung der deutschen Wirtschaft notwendig werde. Die „Deutsche Tageszeitung" betont, dah die Londoner Konferenz trotz aller Enttäuschungen für Deutschland doch eine wertvolle Klärung gebracht habe, die in der Erkenntnis bestehe, dah es vor allem auf sich selbst gestellt sei. Die nationale Selbsthilfe sei jetzt die wichtigste Forderung des Tages, die keinen Aufschub und keine unangebrachten Rücksichtnahmen mehr vertrage. Für das deutsche Volk werden die nächsten Wochen und Monate eine schwere Charakterprobe sein. Es gilt, dem Ausland zu beweisen, dah Deutschland lieber die schwersten Entbehrungen auf sich nimmt, als seine nationale Zukunft preiszugeben. Bestehen Volk und Regierung diese Probe, dann wird der Sieg Frankreichs in Londckn schliehlich nut ein Pyrrhus-Sieg sein. — Auch der „Berliner Lokal-Anzeiger" weist auf die Rotwendigkeit nationaler Selbsthilfe hin und betont, dah in erster Linie die Wiederherstellung des Vertrauens die Voraussetzung sei für das Gelingen aller innerer Mahnahmen. — Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" äußert sich sehr skeptisch über den Wert des Ausschusses von Finanzsachverständigen, der demnächst von Berlin aus die Wirtschaftslage Deutschlands prüfen soll, und fordert rücksichtslose Zurückweisung aller Versuche des Ausschusses, sich Kontrolb- befugnisse anzumahen. Als Posftivum der Londoner Konferenz unterstreicht das Blatt, dah der Reichskanzler sich auf keine „politischen Erpressungen" der Franzosen eingelassen hat. Die „V o s s i s ch e Zeitung" sieht den Mißerfolg der Londoner Konferenz darin, daß man diese positiven Ergebnisse nur auf der Linie des geringsten französischen Wider st andes habe erreichen können und weist darauf hin, dah die Anstrengungen der Finanzleute nur dann Erfolg haben werden, wenn es gelinge, eine neue Aera der deutsch-französischen Beziehungen zu schaffen. — Das „Berliner Tageblatt" legt das Hauptgewicht auf den Begriff „Zwischenlösung" und sagt, der Ab- fchluh der Konferenz bedeute nicht den Abschluß irgendwelcher Entwicklungen, keinen historischen Wendepunkt, kaum eine Zäsur in dem Ablauf der Krise, denn die Konferenz dauere, wenn auch in anderer Form, fort. Auch die „® ermania" charakterisiert London als Zwischenlösung, die offenbar das Maximum dessen darstelle, was in gemeinsamer Ueberein- stirnmung erreicht werden konnte. Das Blatt gibt die Parole „Durchhalten" aus, wobei es unterstreicht, dah dieses Durchhalten an Deutschland ungeheure Anforderungen stellen werde. Für die weitere Entwicklung trage in erster Linie die Reichsbank eine schwere Verantwortung. Jede Versäumung, jede Halbheit und jeder falsche Schritt würden sich heule !wp- pelt verhängnisvoll auswirken. — Der „Vorwärts" nennt das Londoner Ergebnis ein kleines Programm, von dem man bei einigem Optimismus erwarten dürfe, dah es Deutschland zur Heberwindung seiner furchtbaren Schwierigkeiten helfen werde. Voraussetzung dafür sei freilich, dah aus eigener Kraft die alleräußersten Anstrengungen zum gleichen Ziele gemacht werden. Es gelte jetzt, Maßnahmen zu treffen, die den Wirtschaftsverkehr von seinen akuten Lähmungserscheinungen befreien und den Massen das Leben erttäglich machen. Daneben gelte es, zu erkennen, dah ohne Politik der Verständigung die Heilung der deutschen Wirtschaft umnöglich sei. Die „Börsen-Zeitung" ruft: Aufstieg oder Abstieg. Entweder habe die Regierung die Kraft, unabhängigvonParteirücksich- ten und anderen inne r po li ti sche n „Belangen" den nationalen und wirtschaftlichen Aufbau Deutschlands ohne Bindungen an sozialistische Ideologien durchzuführen, oder wir verzichten daraus, in Zukunft eine Ration zu sein und begnügten uns mit der Rolle eines französischen Vasallenstaates. Es gebe noch ein Drittes: Die Diktatur des Proletariats. Das sei aber das Chaos. schen Regierung stehen, miteinander über die Möglichkeiten eines gemeinsamen Vorgehens bei den kommenden hessischen Landtagswahlen verhandelt. Man war sich darüber einig, daß die gemeinsame Kampffront gegen die Träger der jetzigen Regierungsmehrheit in Hessen gerichtet sein und daß d e r K a m p f innerhalb der bürgerlichen Parteien möglich st vermieden werden müsse. Darüber hinaus herrschte grundsätzliches Einvernehmen darüber, daß von der Möglichkeit der R e st st i m m e n - Verwertung durch die Listenoerbin- düng möglichst Gebrauch zu machen sei. Die Ratio n a l s o z i a l i st e n, die an der letzten Sitzung teilnahmen, zeigten kein Interesse an einem Zusammengehen und an einer gemeinsamen Kampffront mit den bürgerlichen Parteien. Oer Kommunistenaufstand in Sevilla. Der Belagerungszustand erklärt. Madrid, 23. Juli. (WTB.) In Sevilla ist um Mitternacht der Kriegszustand verhängt worden, nachdem im Verlauf des gestrigen Nachmittags die besonders von Kommunisten geführten Streikunruhen einen immer ernsteren Charakter angenommen hatten. Gegen 19 Uhr Der- suchte eine große Gruppe von Manifestanten, an deren Spitze sich zahlreiche Frauen befanden, die Kaserne der Zivilgarde zu stürmen. Der Angriff wurde abgeschlagen. Bei den Kämpfen vor der Kaserne und in anderen Stadtteilen gab es zahlreiche Verwundete. 500 Personen sind verhaftet worden, unter ihnen die Führer der Kam- munistischen Partei. Das kommunistische Parteibüro ist geschlossen worden. Die Strassenpassanten sind gezwungen, mit erhobenen Händen zu gehen. Personen, deren Papiere nicht in Ordnung find, werden verhaftet. Die Gefängnisse sind bereits über füllt, so daß viele der Verhafteten in dem Keller des Rathauses untergebracht werden mußten. Die Stadt bietet einen trostlosen Anblick. Zur Verstärkung der Dürgergarde ist ein starkes Militäraufgebot eingesetzt worden. Der verschärfte Belagerungszustand wurde ausgesprochen und ein Vorgehen mit Artillerie gegen von Aufständischen besetzte Gebäude angedroht, lieber vier Personen starke Gruppen sollen rücksichtslos beschossen werden. Nötigenfalls ist der Einsatz von Flugzeugen vorgesehen. Die Regierung ist entschlossen, im . äußersten Falle eine Mobilisierung des gesamten Militärs anzuordnen. 3n Huelva und Jerez de la Frontera wurden Truppen ^usammengezogen. da Sie Gefahr eines Generalstreiks besteht. Aus aller Welt. Graf Zeppelin zurArktisfahpi gestartet Friedrichshafen, 24. 3ult (WTD. Firnk- spruch.) Das Luftschiff Graf Zeppelin ist soeben 9.51 Uhr nach Berlin, zur ersten Etappe auf seiner Polarfahrt, gestartet. Es dürfte im Laufe des Nachmittags in Berlin ein- tresfen. Rach etwa zehnstündigem Aufenthalt wird es dann in der Rächt zum Samstag zum Weiterflug nach Leningrad starten. „Tristan und Isolde" In Bayreuth. Das Ereignis der Wagner-Spiele war am Donnerstag das Erscheinen Furtwänglers am Pult im Festspielhaus, der damit zum ersten Male hier ein Werk des Meisters dirigierte. Stark kontrastierend die beiden großen Bayreuther Dirigentenpersönlichkeiten T o s - canini und Furtwängler, wie es deutlicher kaum zum Vorschein kommen konnte als in diesen Tagen in Bayreuth. Furtwängler faßte die Tristan-Musik herb und schöpf kontrastierend an. Seine Tempi waren straff, ferner schönen Phrase zuliebe wurde etwas verschleppt. Rach dem klaren Vorspiel hatten der erste und zweite Aufzug und der Ausklang des letzten durch die überragende künstlerische Persönlichkeit der L a r- sen-Todsen selten schone Höhepunkte: eine echt Bayreuther Isolde. Daneben doch ziemlich verblassend Laurih Melchior (Tristan), der wieder durch die eigenartige Behandlung seiner Stimme auffiel, darstellerisch aber recht befriedigte. Mit weittragender pastosen Stimme sang Anny Helm die Brangäne. Philipp v o n Manow a r d a gab dem König menschliche Würde. Höchst eindrucksvoll auch Rudolf Bockelmann als Kurenwal. Das Orchester, das Furtwängler vor Monaten zu den Festspielen zusammengestellt hat, spielte unter seiner Geltung s^hr ausgeglichen, vor allem in den Dläsergruppen mit besonderer Delikatesse. Starker Beifall des dicht besetzten Hauses nach allen Auszügen. Wolkenbrüche und Erdlawinen in Südtirol. Durch ein schweres Gewitter wurden int St* sacktal große Verheerungen angerichtet. Auf der Straße von Bozen nach dem Brenner sind vier Erdlawinen niedergegangen. Eine der Erdlcrwinen ging bei Dlumau, eine andere bei Klausen nieder. Die Straße wurde an mehreren Stellen durch herunterstürzende Felsblöcke versperrt. Auch in Bozen hat das Unwetter Verheerungen angerichtet. Durch den wolkenbruch- artigen Regen wurden die Straßen überschwemmt und Keller unter Wasser gesetzt. Zwei Tote bei einem Flugzeugunfall. In Tonbern (Schleswig) ereignete sich ein schweres Flugzeugunglück, das zwei Todesopfer forberte. Don 6 Flugzeugen, die zu UebungszweckeN von Kopenhagen nach Tonbern flogen, stürzte ein Apparat aus geringer Höhe ab. Die beiden Insassen ertranken mit dem Fluozeug. Die Ursache des Absturzes konnte noch nicht geklärt werben. Oie Wetterlage. O Woncenfos s »eiter, c» halt» Bedeckt,» wolkig. O Bedeckt, • ffegeitz * Schnee graupeln ■ Nebel K Gewii'-r.(§) Windstille. K>» sehr «ichter o$i «massiger Südsüdwest b stürmische» «ordwesl Oie Pfene fliegen mit dem winde Die Beiden Stationen stehenden Zahlen geben die Temperatui an. Die Linien verbinden Orte mit.gleiche» tut-Meeresniveau umaerechneteo Luftdruck Wettervoraussage. Immer weiter rückt der hohe Druck ostwärts ab, und der bei uns einsetzende Barometerfall deutet auf das Herannahen der neuen Atlantik- ftörung hin. Ihre südlichen Ausläufer werden uns ozeanische Warmluft zuführen, so dah dadurch die Möglichkeit zu Gewitterstörung und später auch zu einzelnen Riederschlägen gegeben ist. Vorhersage für SamStag: Schwüles Wetter, Hefter, jedoch später etwas Bewölkung, aufkommende Gewitterneigung. Aussichten für Sonntag: Gewitterstörung oder vereinzelte Riederschläge, warm. Lufttemperaturen. Am 23. Juli, mittags: 23,7 Grad Cels.; abends 16,6 Grad Cels.; am 24. Juli, morgens: 16,6 Grad Cels. Maximum: 24,5 Grad Cels.; Minimum: 8,0 Grad Cels. Sonnenscheindauer: 14 Stunden. Erdtemperaturenin 10 Zentimeter Tiefe: Am 23. Juli, abends: 25,4'Grad Cels.; am 24. Juli, morgens: 16,4 Grad Cels. Reisewetterdiensl der amtlichen Wetterdienststelle Gießen. Garmisch-Partenkirchen: 14 Grad, Sudwestwind, Witterung heute morgen heiter, seit gestern meist Hefter. Baden-Baden: 17 Grad, Ostwind, heiter. Witterungsverlauf seit gestern meist heiter. Swinemünde: 21 Grad, Südostwind, halb bis ganz bedeckt, gestern meist heiter. Aus der Provinzialhauptsiavt ® i e ß c n, ben 24.3uli 1931. Gommerurlaub. jDenn wir an einem schönen Sommervormittag na-a? dem "Bureau oder dem Geschäft euen und sehen, wie rings alles im Fruhschetn der corrne ausleuchtet, bann kommt blitzartig der Gedanke. Jetzt müßte man einmal aus reißen tonnen. -aLed im Stich lassen und hinaus in die freie Ratur- QDir beißen aber die Zahne zusammen, denken an unsere Arbeit, werfen vielleicht noch einenJölid hinauf nach dem Himmel, an dem gemächlich einige weiße Wölkchen bahmzichen. und sind wieder im Alltaa. Aber ganz fern, vielleicht unbewußt tönt schon eine Stimme: Einmal tm 3aßr kannst du auch diese Herrlichkeit gemeßen. ilnb nun ist der ersehnte Sommerurlaub da! 'Dir können einige Wochen ausspannen: aller Zwang, jeder Dienst ist vorbei. Wir können jetzt mit glänzenden Augen nach den Dommerwolken schauen und brauchen keine würgende Srimv- rungen hinunterzuschlucken. Die große Pause des Jahres, die Tage der Erholung liegen vor uns. Geschäftssorgen, Alltäglichkeiten sollen nun nicht mehr Herr über uns werden Frei und ungebunden bürgen wir unsere Zeit genießen. Aoer wie? Da stockt schon mancher. .Erft einmal gehörig ausschlafenI" sagen viele. Wenn sie es wirklich so machen, so bringen sie sich, uni ben Hauptgenuß beS Urlaub». Da- sinb nämlich die Stunben des Morgens Aber man kann ja überhaupt rnicht — von Ausnahmen abgesehen — mehrere Wochen, an denen weiter nicht gearbeitet wird bis in den hellen Mittag hinein schlafen. Die ersten Tage wohl, aber bann gibt sich baS von selbst, ilnb wenn wir erst einmal einen köstlichen Spaziergang durch bte frische Morgen- natur gemacht haben, möchten wir ihn nicht mehr missen. Jeder dieser Gänge ist eine Erholung. Wir können eine Stunde auSbleiben, wir können auch den ganzen Tag draußen verbringen. Dieses Gefühl des Reichtums an Zeit ist wundervoll. Wir brauchen nicht zu eilen, nichts drangt und; überall, wo eS uns gefällt, können wir uns niederlassen und in aller Ruhe genießen. Die meisten freilich werden sich, genau tote für ihre Arbeit, einen Ferienplan au»ar beiten. Auch ich mache eS so. allerdings mit der Einschränkung, daß ich mich nachher nicht daran halte. Aber die Vorbereitungen für ein solches „Programm" sind zu schön. Deshalb möchte ich sie nicht entbehren. Wir Deutschen sind nun einmal daS Volk der Organisation. Unsere Arbeit nehmen toir planmäßig vor, toarum nicht auch die Serien? Ratürlich soll hier nicht von einer starren Planmäßigkeit gesprochen toerben. Wer sich too- möglich alles schriftlich festlegt, wa« er treiben will, der kehrt aus seinem Sommerurlaub, besonder- toenn da» Wetter nicht so ist. tote er erwartet hat, müde und zerschlagen an seine Tagesarbeit zurück. Vielleicht geht eS den andern, die ohne jeglich« Vorbereitung In ihren Urlaub gehen, genau so. DaS ewige Faulenzen wird man am ersten müde. 3m Urlaub sollte man einmal daS genießen, was der Alltag versagt, oder nur selten gibt. D>r eine mag Sport treiben, der andere lesen, der dritte wandern, ein vierter an die See und ein fünfter in die Berge reifen, wie er seinen Urlaub verbringt, ist schließlich seine Sache. Gr muß seinem inneren Drang und seinem — Geldbeutel folgen. Dann erst bringt der Urlaub das, warn an von ihm erwartet: Erholung und Ausspeicherung neuer Kräfte! Und diese Dornmertage werden bis zum nächsten Jahre auch in die härteste Arbeit hineinleuchten! B. Oie Zuschläge für Gieuerruckstände. Der hessische Finanzmini st er teilt mit: „Durch Rotverordnung des Reichspräsidenten vorn 20. Juli 1931 ist bestimmt, baß ab 1. August 1931 für rückständige (und nicht etwa gestundete) Steuern ein Zuschlag zu entrichten ist. Der Zu- schlag beträgt für jeben angefangenen halben Monat fünf vom-Hundert, des Rückstandes (auf daS Jahr umgerechnet also 1 2 0 v. H ). Es sei ausbrücklich darauf hingewiesen, baß diese Vorschrift nicht nur aufReich s- steuern anzuwenden ist. sondern auch auf die stand beschlossene Umwandlung de» alten Friedhof- in eine städtische Anlage gelangt jetzt zur Durchführung. Der Friedhos. der seit vier L^rbrzehnten nicht mehr benutzt wird, liegt an der Bahnhofstraße und ist auf drei Seiten umbaut. Er ist mit einem dichten Baum- und Strauchwerk bestanden, da» sich um so freier entwickeln konnte, weil die Gräber nicht mehr (Fl'flcgt wurden. Bei ber Freilegung der Umfassungsmauern stieß man aus Grabsteine, bie m die West- tranb eingeiallen und zum Teil noch sehr aut erhalten sind. Sie reichen bis zum 'Beginn de» 17. Jahrhunderts zurück und nennen Raman, die mit der kulturellen unb wirtschaftlichen Entwickelung unseres Städtchens unb des nachbarlichen Bad Salzhausen auf- engste verknüpft sind. Die noch auf den Gräbern stehenden Steine, bie bem 18. und 19. Jahrhundert entstammen, sollen, so weit keine Familie Anspruch auf sie erhebt, an ber Hmfassungsmauer Aufstellung finden. Sie bezeichnen die Ruhestätte vieler ehemaliger 'Beamten, sowie der Vorfahren an gesehener Qlibbaer Familien. Kreis Schotten. § Ulrichstein, 23. Juli. Don Montag bi» Mittwoch wurde hier der weithin bekannte Hl- rich st einer Jakobimarkt abgehalten. Auch in diesem Jahre bewährte diese» Hauptfest un- sereS Städtchen- wieder seine gewohnte Anziehungskraft: besonders ließen eS sich, wie immer, viel» alle, nach aufwärts lllri. Anstetlungsvcrhand- unaen. Oft ist und der Auftraggeber unbekannt und In biesenALllen kSn» nen wir nicht« tun für d. Wiedererlangung der LewerbungÄuntrrlagcn GLetzener ÄuseLsev prassen werden onter WCMIIQ Stärkeßbeiet- Garantie durch VLI1UU tigt. Preis-/*2.75 Seidenweichen Teint nur durch Venus GESICHTSWASSER Nicht zu fchlagen iH der Honomog auf der Straße oder am Berge. Die außerordentlich guten Fohreigen- fchaften in Verbindung mit der unerreichten Vollkommenheit machen den Hanomag zum beliebteren Wagen. Vergleichen Sie, was Sie beim Hanomag mehr bekommen: Ein - Druck- Zentralfchmierung, hydraulifche Vierradbremfe, Kofferbrücke ufw. und überzeugen Sie (ich durch eine koftenlofe Probefahrt von der hervorragenden Beschleunigung und der kräftigen Bergleiftung des vierfitzigen HANOMAG Probefahrt u. Auskunft durch - DerKleinbinder„Original Fahr“ Modell 3 für langes und kurzes Getreide verwendbar. 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Schützen Sie sich und Ihr Heim gegen die Fliegengefahr. — Zerstäuben Sie Flit. Flit vernichtet Fliegen, Mücken, Schnaken, Flöhe, Ameisen, Motten, Bettwanzen, Schaben und deren Eier. Flit-Zerstäubung ist für Insekten tödlich, für Menschen jedoch unschädlich. Bequem anzuwenden, fleckt nicht. Verwechseln Sie Flit nicht mit anderen Insektenvertilgungsmitteln. Gießen Potsdam Gießen, Moltfestraße 18 den 24. Juli 1931 4906 D Verreist 4896 D Wir hatten Gelegenheit zu erstehen. Eshandeltsich um nurdurch- 50 Mk, Professor Dr. Ernst Horneffer und Frau Hedwig, geb. Lotze Dir zeigen die Verlobung unserer Tochter Aoseliese mit Herrn cand. med. Hans'Ioachim Äariels an Ich zeige meine Verlobung mit Fräulein Roseliese Horneffer an auseinwand, freie u.beste Stücke aus Wollgeorget te, Romaine, Oeorgelaine, alle ganz gefüttert, teils aufCrßpeMa' rocalne,teils a.Duchesse Jedes Stück Hans'Ioachim Äartels cand. med. 60 eleg. 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Denn letzten SndeS ist die Begebung eine« WilliardenkreditS poch immer von der Situation am internationalen Geld- tmb Kapitalmarkt abhängig. Diese Abhängigkeit wird besonders scharf hervortreten, wenn eS sich darum handelt, die zunächst wohl verschobene langfristige Anleihe aus den Kapitalmärkten der.Welt unterzubnngen. Wie ist nun in dieser Hinsicht hie augenblickliche Situation? 3n erster Pinie muh man feststellen, dah der Kapitalmarkt derzeit in der ganzen Welt nicht gerade al« sonderlich flüssig *u bezeichnen ift. Hingegen haben wir in allen Landern die Wahrnehmung xu machen, dah kurxfristigeSGeld vielfach unanbringlich ist. 3n Amerika haben wir einen Privat diSkvnt von 1,50 v. H., in Holland einen solchen von sogar nur 1 v. H^ Depositen werden in der Schweiz überhaupt nicht mehr verzinst, die holländischen und schwedischen Banken sträuben sich gegen die Hereinnahme weiterer kurzfristiger Ein- loflen. 3n allen diesen Ländern ist aber langfristiges Geld verhältnismäßig teuer, und überall besteht eine Scheu v o r langfristigen Bindungen der verfügbaren Gelder. So sehen wir, dah in der Schweiz bei einem Privatdiskont von nur wenig mehr al« 1 v. H der durchschnittliche Ertrag der festverzinslichen Papiere bald 4 v. H. beträgt, dah in den Bereinigten Staaten von Amerika die Rentenversicherung bei 4,5 v. H. liegt, dah selbst Frankreich eine durchschnittliche Rendite der lang- Iriftigen Anlagepapiere von 3,8 v. H. aufweist, also in der ganzen Welt die Kosten der erstklassigen langfristigen Kredite ein Vielfaches der Kosten kurzfristiger Kredite betragen. Ertrag kurz- und langfristiger Anleihen Witte 3uli: Privatdiskont Rendite der Anleihen v. H. v. H. England 1,93 4.55 Frankreich 1,03 3,80 Schweiz 1,13 3,85 Holland 1.00 4.16 Qkr. Staaten von Amerika 1,50 4,45 dagegen Deutschland bc.eits Mitte 3uni 7,00 8,15 Auf diese starke Differenz zwischen dem Ertrag kurz- und langfristiger Anlagen oder — ander« ausgedrückt, zwischen den Kosten kurz- und langfristiger Kredite ist es auch zurückzusühren, dah in der ganzen Welt der kurzfristige Kredit in weitem Umfang an die Stelle des langfristigen Kredit- getreten ist, und dah in den meisten Länhern für Ausgaben, die an sich mit langfristigen Anleihen zu finanzieren wären, in großem Umfang kurzfristige Kredite beansprucht werden. Man hat Deutschland, das diese Finanzierung an sich langfristiger Aufgaben mit kurzfristigen Krediten bekanntlich ebenfalls in großem Umfang vorgenommen hat, hieraus einen Dorwurf gemacht, und übersieht dabei. dah eS eine Erscheinung ist, die man in sämtlichen Ländern wahrnehmenkann. Ratürlich wirkt sich eine solche Finanzierungsmethode in Krisenzeiten für die Jndustrieunter- nehmen und vor allem für die Bankwelt verhängnisvoll au«: Denn erfolgen bei den Banken Abzüge der kurzfristigen Einlagen, so sind diese nicht in der Lage, in entsprechendem Umfang ihre der Form nach kurzfristigen, in Praxi- aber langfristigen Kredite au« der (Industrie herauszuziehen. Wenn wir nun im einzelnen die Verhältnisse am Kapitalmarkt der wichtigsten Länder betrachten, so sehen wir. dah sich die Emission-- t ä t i fl t e i t in verschiedenen Ländern in letzter Zeit zwar etwa- belebt hat, wie z. B. in Frankreich, in Italien, in Holland, in Schweden, dah aber, im ganzen gesehen, die Aufnahmefähigkeit deS Kapitalmarkt -nicht allzu g r v h ist. Die Emissionen bleiben vielmehr rn den meisten Lärrdem nicht unerheblich unter Vorjahr-hohe und sind teilweise auch geringer alS 1929. dem 3ahr internationaler Hochkonjunktur und stärkster Anspannung am Kapitalmarkt. Die internationale Wirtschaftsdepression hat zwar bereits in nennenswertem Umfang Betriebskapitalien freigesetzt. Diese Kapitalien strömen aber nicht, wie das sonst in Depressionen der Fall ift, verhältniSmähig schnell dem langfristigen Anlagenmarkt (Obligationen, Hypotheken) zu. Das beschäftigungslose Geldkapital sucht vielmehr größtenteils kurzfristige Anlageformen auf und zwar in erster Linie alsDe- pvsi t bei den Danken oder in Wechseln. Ratürlich gibt eS ein Mittel. daS Kapital aus der kurzfristigen in die langfristige Anlage!orrn zu überführen, und dieses Wittel liegt in der Höhe des ZinSfuheS. Ss wird daher vorwiegend eine Frage de« ZinSfuheS fein, ob auf dem internationalen Markt eventuell in einigen Monaten Geld, das bisher in kurzfristiger Form Anlage gesucht hat, sich, durch einen hohen Zins- getciim angereizt, in den Dienst der internationalen Anleiheaktion für Deutschland stellen und Teile dieser Anleihe erwerben wird. Es ist daher zu befürchten, dah die deutsche Anleihe, besonders wenn sie verhältniSmähig frühzeitig aufgelegt wird und bevor eine finanzielle Erholung Deutschlands eingetreten ist, mit ungünstigen Bedingungen für Deutschland, aber mit starken Anreizen für die Gläubiger ausgestattet fein wird. Deutschland wird fich in absehbarer Zeit überhaupt für alle Aus land an leihen zur Gewährung hoher Rv- minalzinsen bei verhältnismäßig niedrigen AuS- zahlungSkursen bereit erklären müssen, um den nötigen Anreiz auf da« internalionale Kapital auszuüben. Hier kommt im besonderen hinzu, dah die in früheren Jahren emittierten deut chen Anleihen im Ausland in den letzten Wochen starke 5hir«- einbuhen erlitten haben, dah 7prvzcntige Anleihen, wie beispielsweise die Anleihe des deutschen Sparkassen- und Girvverbandes, bi« aus 62,25 Prozent zurückgegangen sind. d. h. eine Rendite von über 11,2 Prozent abwerfen. Wie stark das Ansehen der deutschen Anleihen im Ausland gesunken ist, geht schon allein darau- hervor, dah beispielsweise dieselbe 7prv^entige Anleihe deS deutschen Sparkassen- und Girvverbandes im August 1926 mit 98 Prozent emittiert wurde, dah sie Anfang Juli noch über 8 Prozent stand und dann im weiteren Verlauf des Juli diesen katastrophalen Kurssturz erlitten hat. Einige 6prozentige deutsche Jndustrieobligattonen notieren gegenwärtig in Reuhork noch nicht einmal 50 Prozent. Die 6pro- zenttge Karstadt-Obligation, die Ende 1928 mit 96 Prozent emittiert wurde, erreichte am 18. Juli einen Kursstand von nur 43 Prozent, d. h. sie wirft gegenwärtig für die Erwerber eine Rendite von 14 Prozent ab. Selbst Anleihen, wie die der deutschen Rentenbankkreditanstalt, notieren nur 57 Prozent, die 6prozentige Jlsederhülte 55 Prozent und die 6,5prvzentige Vereinigte Stahlwerkobligation 57 Prozent, die 6,5prdzentige Vereinigte Westfälische Elektrizitätswerke nur 54 Prozent. Aus diesen wenigen Beispielen kann man ersehen, welche gewaltige Renditen die schon ijt früheren Jahren emittierten deutschen Anleihen ab* werfen, und es ist nur zu fürchten, dah sich das internationale Kapital zu einer wirklich großen neuen deutschen Anleihe nur dann hergeben wird, wenn ihm ähnlich hohe Zinsen garantiert sind ober aber eine grundlegende Besserung der deutschen Wirtschaftslage eingetreten ist. OJ.-fporl Gauschwimmen in Lauterbach Schwimmen gehört zur deutschen Xumerei feit den Zeiten eines Guts Muths und eines John. Es wurde nur nicht gepflegt als turnerischer Uebungszweig, sondern war eine turnerische Brauchkunst schlechthin. Besondere Schwimmerriegen oder ^hwimmepabteilungen kannte man bis um die Jahrhundertwende kaum in der DT. Rur ab und zu wurden bei Turnfesten auch Schwimmwettbeweibe ausgeschrieben, so z B beim 11. Deutschen Turnfest in Frankfurt a. M im Jahre 1908. In besondere Pflege wurde das Schwimmen von den Turnern erst in den letzten Jahren genommen, besonders nachdem die sog. .reinliche Scheidung" verfügt worden war. Ihrer ganzen Einstellung zu den Leibesübungen gemäß, kam es der DT. in erster Linie darauf an, in die Breite zu wirken und dem Grundsatz zur Geltung zu verhelfen: Jeder Turner ein Schwimmers Und diese Dreitenarbeit hat sich gelohnt. Wurde 1912 nur in 140 Turnvereinen das Schwimmen betrieben, so waren es 1929 bereits 3563, und die Destandserhebung dieses Jahres ergab die stattliche Zahl von 2 480 904 Jahres» Schwimmbesuchen. Auf einer solchen Grundlage lassen sich bann leicht auch Leistungen aufbauen. Unser H e i m a t g a u nahm das Schwimmen nach dem Kriege in seinen Uebungsplan auf. Es hat in dieser Zeit einen starken Aufschwung genommen, besonders nachdem Gauschwinnnwart Franz Sauer, Giehen, daS Fachgebiet mit Sachkenntnis betreut. 1924 fand daS erste Gau- wettschwimmen des Gaues in Wetzlar statt. Es folgten die gleichen Veranstaltungen in Friedberg (1925), Marburg (1926), Drehen (1927), Wetzlar (1928), Alsfeld (1929) und Dad-Rauheim (1930); sie zeigten fast von Jahr zu Jahr eine Steigerung der Teilnehmerzahl, der Leistungen und qulafizierten wiederholt eine Reche von Turnern und Turnerinnen für die Schwimmwettbewerbe im Mittelrheinkreis unb darüber hinaus sogar in der Deutschen Tumerschaft. Für das 8. Gau schwimmen, das kommenden Sonntag in Lau ter bach ftattfinbet, sind, wie bereits mitgeteilt wurde. über 160 Turner und Turnerinnen gemeldet, ein beachtliches Ergebnis in diesem Jahre der Wirtschastsnot. lieber 40 Teilnehmer entsendet allein T v- 1 8 4 6 Giehen, die Hochburg des Turnerschwimmens im Gau. Aber auch Wetzlar, Marburg, Laubach, Alsfeld, Schlitz, Friedberg, Grünberg. T^tenhofen, Lauterbach u. a. werden gut vertreten fein. Seit 1925 wurden im Gau fünf Kreislehrgänge und 19 Dauvor chwunmerstunden adgehalten Don dem regen Schwimmbettieb im Gau geben die folgenden Erhebungen für daS Jahr 1 930 ein Bild: Gesamt- Übungszciten Schwimm- besucher freige- schwömmen Turner 614 12062 34 Turnerinnen 445 7342 14 Snaben 380 6874 48 Mädchen 373 4091 22 Summe 1812 30369 118 Sieben Gau vereine spielen Wasserball, vier sinv Mitglied der DLRG. 52 Turner und Turnerinnen besitzen den Grundschein der DLRD. 18 den Prü'ung-tchein der DLRG. Den Lehrkchein haben sich zwei Gauangehörige erworben. Reuerding« haben sich auch die Kanufahrer im Gau zu- sammengeschlofsen. Mlsters-aflskämvse Im Mttelrheinlrei-. 3m Jlorett- und Säbelfechten. In Wiesbaden werden am kommenden SamS» tag und Sonntag die Meisterschaftskämpfe im Florett- und Säbelfechten des Mittelrheinkreises aus- getragen. Von den abgegebenen 87 Meldungen entfallen 45 auf das Florett- unb 42 auf de« Säbeifechten. Da von diesen Kämpfen die Angehörigen der Sonderklasse der DT. ausgeschlossen sind, kann der vorjährige Meister Bauer (Ein- ttacht) im Florettfechten seinen Titel nicht verteidigen. Favorit im Säbelfechten ist der Titelverteidiger Wahl (Ginttacht, Frankfurt). Handball im (Sau Hessen (O T.) Klein-Linden I — Tv. TrelS an der Lumda 1. Kommenden Sonntag empfängt die erste Hand- ballmannfchaft deS Tv. Klein-Linden die erfto Mannschaft des Tv. TreiS a. d. Lumda zum Spiel auf dem hiesigen Sportplatz. Der Ausgang de« Spieles ist offen. Die zweite Mannschaft Klein-LindenS weilt in Grohen-Lirrden, um dort gegen die zweite de« Tv. Großen-Linden ein Spiel au«$u tragen. Großen-Linden, das eine längere Spielerfahrung besitzt, ist der Sieg nicht zu nehmen. Klein-Linden wird alle Kräfte zusammennehmen müssen, damit die Riederlage nicht zu hoch ausfällt. Io. Großen-Linden — Io. Dort)firn. Der To. Grohen-Linden trägt am kommenden Sonntag wieder mit drei Mannschaften Freundschaftsspiele aus. Die 1. Mannschaft folgt einer Einladung des To. Dorheim (bei Friedberg) und wird, zumal sie mit Ersah antreten muß, vor keine leichte Ausgabe gestellt. Die 2. unb Schülermannschaft empfangen die 2. und Schülermannschast des To. Klein- Linsen bzw. Dornholzhausen. Faustball im Lahn-Oünsberg-Gau. Bei ungünstiger Witterung fand am Sonntag in Allendvrf (Lumda) die Rückrunde statt. Die einzelnen Spiele brachten folgende Ergebnisse: Garbenteich II — Haufen II 61:44 (36:21), Hausen I — Rodheim 38:35 (22:18), Allendors — Rodheim 50:47 (30 24), Hausen 1 — Garbenteich II 43:38 (17:19), Aliendorf — Hausen II 58:43 (29:22), Allendvrf — Hausen I 57:44 (32:21), Rodheim — Garbenteich II 52:36 (27:19), Rodheim — Hausen II 52:30 (27:9), Garbenteich II — Allendors 45:43 (21:9), Hausen I — Hausen II 50:34 (22:14). Garbenteich I trat nicht an. Besonders spannend verliefen die Spiele Hausen I gegen Rodheim, Garbenteich II gegen Hausen I und Allendvrf gegen Garbenteich II. Gau- meifter wurde die I. Mannschaft von Hausen. Das dicke Wasser. Don Gustav Meyrink. 3m Ruderklub „Ella" herrschte brausender Jubel. Rubi, genannt der Sulzfisch, der zweite /Bug“, hatte sich überreden lassen und sein Mitwirken zugesagt. — Run war der Achter komplett. । — Gott sei Dank. — Und Pepi Staudacher, der berühmte Steuermann, hielt eine schwungvolle Rede über das Geheimnis des englischen Schlages und toastete auf den blauen Donaustrand und den alten CtefanSturm. Dann schritt er feierlich von einem Ruderer zum andern, jedem das Trainingsehrenwort — vorerst das Heine — abzunehmen. Das da alles verboten wurde, es war zum Staunen! Staudacher, für den als Steuermann all dies keinerlei Geltung hatte, wußte es auswendig: „Erstens nicht rauchen, zweitens nicht trinken, drittens keinen Kaffee, viertens keinen Pfeffer, fünftens kein Salz, sechstens — — —, siebentens — — —. achtens--—. und vor allem keine Liebe, — hören Sie, — keine Liebe! — weder praktische noch theoretische — — — —I“ Die anwesenden Klubjungfrauen sanken um einen halben Kopf zusammen, weil sie die Beine ausstrecken mußten, um ihren Freundinnen vis-ä-vis bedeutungsvolle Fußtritte unter dem Tisch zu versehen. Der schöne Rudi schwellte die Heldenbrust und fließ drei schwere Seufzer aus, die anderen schrien wild nach Bier, der kommenden schrecklichen Tage gedenkend. — ..Sine Stunde noch, meine Herren, heute ausnahmsweise. dann ins Bett, und von morgen an schläft die Mannschaft im Dootshause“ ..Mhrn". brummte bestätigend der Schlagmann, trank aus und ging. „Ja. ja, der nimmt'« ernst“, tagten alle bewundernd. — Der „Achter" kam dahergesaust, die Rollsitze schnarchten, die schweren Ruderschläge dröhnten über das grüne, klare Wasser. „Jetzt kommt der Endspurt, da schauen S', da schauen S'!" ..Eins, zwei, drei, vier, fünf------ aha — ein vierundvierziger!" Staudachers Kommandogeheul ertönte: „Achtung. stop. Achter, Sechser, Einser, Dreier: fort. - Ha-alt!" Die Mannschaft stieg aus, keuchend, fchweiß- bedeckt. — .Da schauen S' den Rümmer drei, die Pratzen! Die junge Reisetaschen, was? Ueberhaupt die Steuetborbfeiten is gut beisamm'. Der beste Dann im Boot ist hall doch Rümmer sieben. 3o. ja, unser Siebener. Gelt, Wastl, ha, ha." -Rv, und die Ha?en von Rümmer acht san gar nix, was?" „Wissen S', wievüll mür heut' g'fahren san. Herr von Borgenheld?" wandte Jicb Sebastian Kurzweil, der zweite Schlagmann, an den Dize- obmann, der verständnislos dem Herausheben des vierzehn Meter langen, einem Haifisch gleichenden AchtriemerS zusah. „Dreimal", riet der Vizeobmann. „Wievüll. sag' ich", brüllte Kurzweil. „Fünfmal", stotterte erschreckt Herr von Borgenheld. ..Himmelsakra!" — der Ruderer schüttelle den Arm. „Er meint: —. wie lang", warf ein Junior ein, der schüchtern dabei stand und einen schmutzigen Fetzen in der Hand hielt. ..Ach so! — Fünf Kilometer!"--- Die Mannschaft machte Miene, sich auf Herrn von Dorgenheld zu stürzen. Sie hätte ihn zerrissen. da rief sie eine Serie rätselhafter Kommandos wieder an das Doot: „Mann an Rigger. - aufff — auf mich (prschsch — da lief das Wasfer aus dem umgewendeten Doot) — schwenken. — fort!“ — Und acht rot-weiß und spärlich befiel bete Gestalten. ohne Strümpfe und mil phantastischem Schuhwerk hantierten an dem Doot herum und schleppten es mit tiefem Emst in den Schuppen. ..Ro. raten Sie jetzt!" und der Steuermann schwenkte eine silberne Taschenuhr an einem roten Strick hin und her. „Allo wieviel?" — Der Vizeobmann mochte aber nicht mehr. Staudacher zündete sich eine Virginia an, denn ein echter Steuermann muß gewissenhaft alles tun, was gesundheitsschädlich ist. um leichter zu werden- .Also raten Sie, Herr Dr. Hecht!" „Füglich — äh — füglich soll man die „Zeit", geheim halten", näselte dieser fachgewandt und zwinkerte nervös mit den Augenlidern. „Ro. dann schauen Sie selbst", sagte Staudacher. Alle beugten sich vor. „5 Minuten 32 Sekunden", kreischte der Junior unb schwenkte ben schmutzigen Fetzen über dem Kopf „Jawohl 5: 32! — Willen Sie. was das heißt, meine Herren. 5: 32 für 2000 Meter, — stehendes Waller, ich bitte!“ „Fünsi zwoaradreiß'g fünfi zwoaradreiß'g“, brüllte Kurzwell, der jetzt splitternackt auf der Terrasse des Dootshauses stand, wie ein Stier herunter. Eine wilde Degeisterung ergriff alle Mitglieder. 5:32!! — Sogar der Obmann Schön machte einen dicken Hals und meinte, daß man selbst seinerzeit in Zürich, im Seeklub, keine bessere Zeit gefahren sei. „Jawohl 5:32! Und Fennen Sie auch den Hamburger Rekord im Training?" fuhr Staudacher fort — — „6 Minuten 2 Sekunden!! bei Windstille,--mir hat es ein Freund telegraphiert. — — 6:2!---! und wissen Sie auch, was 30 Sekunden Differenz sind? 11 Längen. — klare Längen, — jawohl!" ..Sie. Ihre Zeit kann absolut nich stimm'", wandte sich ein Berliner Ruderer, der als Gast zugegen war. an Staudacher, „sehen Se mal, der englische Professionalrekord iS 5:55, da wären Sie ja um 23 Sekunden besser. Au. hören Se mal! — Ueberhaupt die Wiener ,Seiten' sind verflucht verdächtig, — vielleicht jehen Ihre Swpuhren falsch!" „Schauen S'. daß S' weiter kommen, So — fünfifünfafuf’g Sö, — sehen S' os in d' Lotterie dö fünsiünfafufz'g. Haben S' überhaupt an Idee — bereits — — was mür Weana für a Kraft hab'n, höhnte Kurzweil von der Terraffe, dann hob er die Arme und brüllte, wie weiland Ares im trojanischen Krieg, daß es durch die Erlenwäldchen an den Ufern gellte. „Hören Se doch nu endlich mit dem Jebrülle auf — Sie da oben, — ober wollen Se vielleicht 'n dreibänd'jes Buch über planloses Icschrei her- ausjeben!" rief ber Berliner ärgerlich. „Pst, pst — nur keinen Streit", besänftigte Staudacher. — „Uebrigens, meine Herren, — ich nehme heule schon die Glückwünsche zu unserem künftigen großen Siege in Hamburg entgegen. — Meine Herren, auf diesen Sieg —, meine Herren — hip — hip--" Die harmonischen Töne einer Drehorgel schnitten ihm die Worte ab — einen Augenblick Totenstille, dann rhythmisches Trampeln im Ankleideraum der Mannschaft, und alle stimmten begeistert mit ein in bas Lieb: „Dös is wo« fürn Weana, Für a wean'rifches Dluat, Wos a wean'rischer Walzer An'm Weana all's tuat..." Der Ausschuß des Klubs war auf dem Bahnhof versammelt und wartete auf die aus Hamburg heimkehrende Mannschaft in größter Erregung. denn in ben Morgenblättern war ein schreckliches Telegramm abgebrudt gewesen: „Hamburg: — Achterrennen um ben Staatspreis. — Resultate. Favorit-Hammvnia, Hamburg. erste: 6 Win. 2 Sei.; Ruderklub „C l i a“, Wien, letzte. 6 Min. 32 Sek. Interessantes Rennen zwischen Favorit-Ham- monia, Hamburg, und Berliner Ruderklub. Wien unter acht Booten achtes, kam nie ernstlich in Betracht. Die Arbeit der Oesterreicher saft- und kraftlos und auffallend marionetten- haft." „Sehen Se wohl, was hab ich jefagi“, höhnte ber Berliner, ber schon eine Stunbe auf dem Perron wartete, „jerade ne janze Minute schlechtere Zeit als anjeblich hier im Training." „Ja. es ist schrecklich fatal", lispelte der Obmann, „unb wir haben schon gestern Einladungen zum Siegesfest verschickt und daS Bootshaus beflaggt und mit Reisig geschmückt." „Es muß rein etwas passiert sein", meinte zögernd ein alter Herr, — dann schrien plötzlich alle durcheinattder: „Der Rümmer zwei is schuld--, der Sulz- fisch, der zieht ja nicht einmal daS Gewicht seiner Kappe. — ber ganze Kerl ist schwabberig wie Hektographenmasse.“ „Was denn Rümmer zwei! Die ganze Dack- borbfeite ist keinen Schuß Pulver teert. „Ueberhaupt der .Einsatz' fehlt. Catch the water! — verstehen Sie mich, — verstehen Sie englisch? Catch the water. Schauen Sie her, so! catch, catch, catch!“ „Meine Herren, meine Herren, teas nutzt da« alles: catch, catch, catch, wenn man .SwivelS' hat. wie wollen Sie da .einfeßen'. Hab' ich nicht immer gesagt: feste Dollen, was, Herr von Schwamm? — Ja. feste Dollen, haha, zu meiner Zeit: rum — bum — rum bum —“ Ein gellender Pfiff. Der Zug fährt ein. Aus verschiedenen Kupees steigen die „Elia- nefen" aus. Aergerliche Gesichter, müde, abgespannte Mienen: — — — „Träger! Träger! — Himmel Sakra, sind denn keine Trager da!" „Erzählt's doch, waS ist denn g'schehn? Letzte, immer Letzte?' „Der .Sulzfisch'", murmelt Kurzweil ingrimmig. Der schone Rudi hat es gehört und tritt mit geschwellter Heldenbrust an ihn heran „Mein Herr, ich bin Reserveleutnant im Artillerie- Regiment Rr. 23, verstehen Sie mich? " Und er zwinkert mit entzündeten Lidern, und sein Gesicht ist klebrig unb rußgeschwärzt, als ob er auf einem Stempelkissen geschlafen hätte. „Ruhe, meine Herren, Ruhe!" Staudacher ist es, der eine Flasche in ber Hand hält. „Stählen. Staudacher. erzählen!“ — Alle- umbrängt ihn. Der kleine Steuermann hebt die Flasche in bie Hohe: „Hier ist des Rätsels Losung. — willen Sie. was da drin ist? — Alster- Wasser. Hamburger Alsterwaller! — — Und da drin soll unsereiner rudern, wo wir an unser dünnes, klares .Kaiserwaster' gewohnt sind, — net wahr, Kurzweil? Wissen S'. baß diese- Alsterwaller bereits um ein Fünftel dicker ist als wie das unfrige!? — (Ja. wirklich. m’r siecht's.) — Ich Hab s selbst mit dem Aräometer g mellen. unb unsere Zeit ift trotzdem nur ein Sechstel schlechter! — Rur um ein Sechstel — meine Herren! — Hä? Habn S' an Idee, toie wir hier g Wonnen hätten! — Da wären die Hamburger gar net mit'fommen.“ Alle waren voll "Betounberung: „Rein, wirklich. alles was recht ift, unser Staudacher ist ein findiger Kops, fo einen sollen S' uns zeigen, bie. die ... deutschen Brüder aus dem .Reich"--" „3a, ja! — 's gibt nur a Kaiserstadt, 's gibt nur a Weank" Eva am Strand Vornan von Hermann Weick. 16. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Du hast allen Grund, zu schweigen, Lotte!" begehrte er in gemachter Empörung auf. ..Ich bin nicht verheiratet .. „Aber so gut wie ver'.obt!" „Nicht nur so gut wie, sondern vollständig, Papa!" Er sah sie betroffen an; das hatte nicht mehr nach Scherz, sondern nach Ernst geklungen. „Was soll das heißen?" „Du bist doch sonst nicht so schwer von Begriff, Papa! Ich habe mich mit Herrn Bertram verlobt! Du kannst mir gratulieren!" Im ersten Augenblick blieb Jason die Sprache weg. Folgte heute ein« Heberraschung der andern? „Und Mama? ... Und Dr. Kröger? ..." „Das wird sich finden", antwortete Lotte zuversichtlich. „Die Hauptsache ist, daß Paul und ich sich lieb haben! Meinst du nicht auch?" „Gewiß, aber ..." Sie waren vor ihren Zimmern angelangt. Lotte legte den Arm um ihren Bater. „Kein aber, Papa! Wir werden schon bas Nichtige finden, um Mama umzustimmen! Du bist doch auf unserer Seite, nicht wahr?" „Natürlich. Lotte ...“ Sie gab ihm einen leichten, zärtlichen Schlag auf die Wange. „Du m uh t ja bei unserem Komplott mithalten, Papa! Nach dem, was ich heute gesehen habe, gehörst du auf Gedeih und Verderb zu uns!" XVII. Der Vicomte d'Alvez, der seit einigen Tagen im Hotel wohnte, erregte in außergewöhnlichem Maße das Interesse der Damen. Er war etwa fünfunddreißigjährig, mittelgroß, schlank. Sein Gesicht war nicht besonders markant, aber hübsch, belebt vor allem durch die dunkeln, großen Augen; es hatte stark südländischen Typus. Von unauffälliger, darum um so wirkungsvollerer Eleganz war des Vicomte Kleidung. Sein sicheres, selbstbewußtes Auftreten verriet den Mann von Welt. In betonter Neservicrtheit hielt d'Alvez sich von den übrigen Hotelgäst«n zurück. Allein sah er bei den Mahlzeiten am Tisch; immer einen blasierten, hochmütigen Zug um den schmalen Mund. Ein eingebildeter Mensch! urteilten bi« einen; ein Sonderling! die andern. Man war daher einigermaßen überrascht, als beim nächsten Kurhausball auch der Vicomte auftauchte. Mit gelangweilten Mienen ging er durch die Räume. Die Tabelle (jede Mannschaft trug acht Spiele aus) hat folgendes Aussehen: Punkte goto. verl. Haufen 7 1 14:2 Garbenteich II 5 2 10:6 Rodheim 4 4 8:8 Aliendorf 3 5 6:10 Hausen II 1 7 2:14. Westdeutschlands Zußballprogramm. Der Westdeutsche Spielverband hat für die neue Spielzeit folgende Repräsentativtreffen abgeschlossen: 23. August: Norddeutschland — Westdeutschland in Hamburg. 25. Oktober: Westdeutschland — Ostholland in Düsseldorf, 29. Mai 1932: Westdeutschland — Luxemburg in Bonn. Gemeinschafts-Vertrag zwischen OT. und Zechterbund? In Erfurt fand zwischen Vertretern der DD. und des Deutschen Fechterbundes eine Besprechung statt, die eine Arbeitsgemeinschaft der beiden Verbände zum Ziele hatte. Da in allen wesentlichen Punkten eine Einigung erzielt wurde, hofft man in beiden Bcrbänden, dah der Gemeinschaftsvertrag bis $um Deutschen Turntag Ende August 1931 endgültig abgeschlossen werden kann. Wichtig für Paddler und Kanufahrer. Die Befahrungvvorschriflen für Rhein und Altrhein. Das Hessische Wasserbauamt Mainz teilt mit: Die Ende Juni in den Tageszeitungen veröffentlichten Defahrungsvorschriften für Rhein und Altrhein sind vielfach mißverstanden worden. Um die Wassersportler vor unbeabsichtigter Uebertretung zu bewahren, wird mitgeteilt: An den Ufern des Hauptrheins sowie der Alt- rheine ist mit Ausnahme des linksseitigen Ufers des Stockstadt-Beerfeldener Altrheins für das Lagern und Aufschlagen von Zelten bis auf weiteres ein Uferstreifen von etwa 5 Meter Breite der Allgemeinheit freigegeben. Der frei- gegebene Uferstreifen findet in der Regel eine sichtbare Begrenzung in der längs des Ufers hinziehenden Pappelreihe. Ausgenommen hiervon sind Uferstreifen vor geschlossenen Obstanlagen, die in Dauerpacht vergeben sind und die im Privateigentum stehen. Diese Uferstreifen sind durch Verbotstafeln besonders bezeichnet. Auf der Strecke Nierstein-Mainz sind für das Lagern usw. demnach folgende Uferstrecken verboten: a) linkes Ufer der Insel Kisselwörth mit Ausnahme der Anlandungen, der Kopf der Sänd- cheninsel bis Kilometer 320, 500 stromabwärts; b) rechtes Ufer von Kilometer 314 bis 314,7, von Kilometer 315,3 bis 316,9 (Goldgrund), das links- und rechtsseitige Ufer des Goldgrundes von Kilometer 317,750 bis zum Steindamm an der Hohenau, von Kilometer 320,5 bis 323,5 (Langenau), von 324,6 bis 325 (Nonnenau) und die Dleiauinsel, am Ginsheimcr Altrhein auf der linken Seite die Graslos« 25, 26, 33, 39, 41, 42, 43 und 44 und von Graslos 82 bis zur Rampe gegenüber der Schwarzbachmühle; auf der rechten Seite vom Steindamm an der Hohenau bis zur Schwarzbachmühle. Auf den nicht freigcgebenen Strecken können jedoch einzelne Lagerplätze gegen eine Gebühr von mindestens 5 Mark für eine Person frei- gegeben werden. Der Antrag ist beim Staatlichen Wasserbauamt Mainz zu stellen. Es ist nicht gestattet, rückwärtiges Gelände zu betreten, falls bei höherem Wasserstand der vordere Uferstreifen von etwa 5 Meter Breite überflutet ist. Das Verbot des Badens an bestimmten Stellen wird durch die Freigabe des Uferstreifens nicht berührt. Kurze Gportnotizen. Einen deutschen Einzel sieg und zwar den ersten deutschen Erfolg gab es am Mittwoch beim diesjährigen Italien - Rundflug im Meldeabwurf in San Marino, den der Klemm- flieger Giebel gegen 22 Konkurrenten gewann. Siebe! wurde dafür mit der goldenen Staatsmedaille erster Klasse ausgezeichnet. Im Klassement des eigentlichen Rundfluges nehmen immer noch die Italiener Colombo und Meleri die ersten Plätze «irr, während an dritter Stelle der Deutsche Poß vor Angeli (Italien) folgt. Am Sonntag empfängt die erste Mannschaft die gleiche des Tv. Groß-Rechtenbach zu einem Freundschaftsspiel. Den Gästen geht der Ruf einer spielstarken Mannschaft voraus. Lang-Göns tritt in veränderter Aufstellung an, sollte aber auf eigenem Platze zum mindesten ein Unentschieden erzielen können. Vorher spielen die Schüler Mannschaften beider Vereine. Die zweite Mannschaft fährt nach Hörnsheim, um gegen die erste Mannschaft des Tv. das fällige Rückspiel auszutragen. Ob es gelingen wird, das Resultat des Vorspieles wieder zu erzielen, ist sehr fraglich, denn die Gastgeber haben in den letzten Spielen eine wesentliche Formverbesserung gezeigt. Wirtschaft. Verschlechterung der heimischen Arbeitsmarktlage. Heber die Arbeitsmarktlage in Hes- fen und Hessen-Nassau berichtet das Landesarbeitsamt Hessen in Frankfurt a. M.: Die Arbeitsmarktlage beginnt sich langsam zu verschlechtern. In der ersten Iulihälfte ist die Zahl der Arbeitsuchenden um 438 oder 0,2 Prozent auf 252 580 gestiegen. Von 18 Aerntern haben acht auch weiterhin noch eine geringe Abnahme zu verzeichnen. Von den Außenberufen sind Landwirtschaft, Industrie der Steine und Erden, sowie die Gruppe Lohnarbeit wechselnder Art immer noch, wenn auch schwach, aufnahmefähig gewesen, dagegen hat sich die Beschäftigung im Baugewerbe a b ge - schwächt. Die Metallindustrie und das Bekleidungsgewerbe haben mehr Arbeitskräfte als bisher freigegeben. In den übrigen Derufs- gruppen sind bis jetzt nur unbedeutende Veränderungen eingetreten. In der Arbeitslosenversicherung wurden am 15. Juli 72 039 Hauptuntcrstützungsempsänger gezählt, das sind 7797 weniger als am Beginn der Berichts- g’t. Krisenunter st ützung erhielten 56 832 rsonen für sich und ihre Angehörigen, also »7 mehr als am 30. Juni. Die Kurven der Hauptunterstützungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung und in der Krisenfürfvrge kommen einander immer näher, da nach den Notverordnungen einerseits fast all« Berufe zur Krisenunterstühung zugelassen find, anderseits die Unterstützungshöchstdauer in der Arbeitslosenversicherung für Saisonberufe herabgesetzt wurde, so daß Angehörige dieser Gruppen immer zahlreicher in die Krisenunterstützung hi nüber wechseln. In einzelnen Arbeitsamtsbezirken übersteigt bereits die Zahl der Krisenunterstützten die der Hauptunterstübungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung. Die Zahl der Notstands- a r b « i t e r ist im Laufe des Monats Juni von 2115 auf 2039 gesunken. Zahlungsstockung bei der Bearntenbanl Bremen. Don der Dearntenbank e. G. m. b. H. in Bremen wird WTB.-Handelsdienst folgendes mitgeteilt: „Die finanzielle Erschütterung Deutschlands hat auch die Beamtenbank in Bremen e. G. m. b. H. in Mitleidenschaft gezogen. Sie sieht sich genötigt, zunächst ihre Schalter zu schließen. Die Eingänge, die sonst im regelmäßigen Geschäftsgang die Auszahlung der Verbindlichkeiten der Genossenschaft gewährleisten, blieben infolge der restriktiven Maßnahmen der Reichsbank aus. Die vorhandenen Werte der Dank lassen sich nicht so schnell realisieren, um im Augenblick die notwendigen Auszahlungen zu ermöglichen. Den gegenwärtigen Zustand der Zahlungsstockiing zu überwinden, ist sie bemüht. Die Hauptsache ist, dah die Interessenten in Anbetracht der vorhandenen Werte der Genossenschaft warten und damit dazu beitragen, eine günstig« Gestaltung der Dinge zu erreichen." Diskonterhöhung der Bank von England. London, 23. Juli. Der Diskontsatz der Dank von England wurde von 2,5 auf 3,5 Prozent erhöht. * • Wiederaufnahme der Berliner amtlichen Metallnotierungen. Vom gestrigen Tage ab werden in Berlin wieder Metallkurse (Loconotierungen) amtlich notiert. * Die Bremer Baumwvlltermin- börse wieder geöffnet. Die Bremer Daumwollterminbörse ist gestern wieder eröffnet worden. * Der Zinsfuß der österreichischen Danken und Sparkassen. Die Danken und Sparkassen Oesterreichs beschlossen, den Zinsfuß für Einlagebücher und täglich abhebbare Guthaben mit 7 Prozent, für einen Monat gebundene Guthaben mit 7,25 Prozent und für drei Monate gebundene Guthaben mit 8 Prozent festzusetzen. * D i e Sanierungsbestrebungen bei der Schröder-Dank in Bremen. Die Verhandlungen zur Stützung der Schröder-Dank wurden, wie WTD.-Handelsdienst mitteilt, am Donnerstag in (Berlin unter (Beteiligung der Reichsbank, der bremischen Wirtschaft und des bremischen Staates weitergeführt. Offenbar bewegt sich der in diesen Besprechungen erörterte Sanierungsplan in der Richtung, daß der bremische Staat eine stärkere Beteiligung an der Schröder-Dank übernimmt, die sich aus der Umwandlung einer bestehenden Forderung ergibt. Im übrigen ist im Einvernehmen mit den Geschäftsinhabern der Schrödep-Dank Rechtsanwalt Dr. A h l e r ((Bremen) als Treuhänder zum Schuhe der Interessen der Gläubiger dorSchrö- der-Dank bestellt worden. * AuS demNordwolle-Kvnzern. Nach einer Meldung der „Frankfurter Zeitung" wird die Fortfichrung der größten der Unterfirmen, der Nordwolle, der Toga DereinigteWe- bereien AG. ermöglicht durch das jetzt erreichte Stillhalten der Danken, die unter Dürg- schaft von Nordwolle rund 19 Millionen Mk. zu fordern haben. Diesem Schuldbetrag stehen rund 8,5 Millionen Mk. Vorräte und 6,5 Mill. Mk. Debitoren gegenüber. Es wird mit Sicherheit angenommen, daß bei entsprechender (Bewertung der Anlagen, die zuletzt mit reichlich 11 Mill. Mark aktiviert waren, di« vorhandenen Werte zur vollen Deckung der Passiven ausreichen. Was aber vorn AK. von 15 Mill. Mk., von dem etwa 13 Millionen Mk. im Eigentum von Nordwolle sein dürfte, übrig bleiben wird, ist vorerst nicht abzusehen. * Entlassungen bet Hehl AG., Worms. Die Firma Heyl AG. in Worms hat am letzten «Äimstag 440 Leuten gekündigt. Wie verlautet, soll die Kündigung weiterer 150 Leute noch erfolgen. Es sind meist ältere Leute, die von den Kündigungen betroffen wurden, die ein Menschenalter oem (Betriebe angehören. In einer De- Im großen Saale blieb er nahe der Türe stehen; gleichmütig überblickte er die große Schar der Tanzenden. Plötzlich schritt er, die Musik hatte gerade einen Tanz beendet, durch den Saal. Dor Eva Willer, die soeben ihren Tänzer verabschiedet hatte, blieb der Vicomte stehen. Er verbeugte sich, nannte halblaut seinen Namen. „Darf ich Gnädigste um den nächsten Tanz bitten?“ Widerstrebend erhob sich Eva Willer. Sie war dem Vicomte öfter im Hotel begegnet; sie hatte bemerkt, daß er sie einige Male sehr genau, fast aufdringlich betrachtet hatte. Er war ihr nicht sympathisch; etwas an seinem Aeußeren stieß sie ab. Schweigend tanzten sie. Eva mußte sich eingestehen, dah d'Alvez ein hervorragender Tänzer war. Seit langem hatte sie mit niemandem so gut getanzt, wie nun mit ihm. Trotzdem wünschte sie, aus einer ihr selbst unerklärlichen Unlust heraus, dah der Tanz bald ende. Da sagte d'Alvez leise: „Warum machen Sie ein so finsteres Gesicht, gnädiges Fräulein? Ich kannte Sie bisher nur mit lächelnden Mienen!" «Ich denke, wir kennen uns erst seit wenigen Minuten", entgegnet« Eva mit merklicher Abweisung. „Sollte es Ihnen entgangen sein, gnädiges Fräulein, dah wir hier im gleichen Hotel wohnen? Ich sah Sie dort mehrmals, Ihr Gesicht prägte sich mir ein!“ , Eva sagte nichts darauf. Sie ärgerte sich über B Alvcz' Worte. Was lag ihr daran, ob ihr Gesicht sich ihm eingeprägt hatte oder nicht! Hatte er geglaubt, dadurch besonderen Effekt bei ihr zu erzielen? Da befand er sich im Irrtum. „Würden Sie mir nachher noch einen Tanz schenken, gnädiges Fräulein?" fragte der Vicomte, als er Eva an ihren Platz zurückführte. „Dittel" antwortete sie kurz, unfreundlich. Die Herren, in deren Gesellschaft sich Eva befand, sahen dem eleganten Franzosen mit eifersüchtigen (Blicken nach. Einer der Herren neckte Eva mit der neuen Errungenschaft, die sie gemacht habe. „Aus Ihnen spricht nur der Neid, lieber Doktor!" entgegnete sie. „Wieso Neid?" „Weil Sie nicht halb so gut tanzen wie der Vicomte!" „Ach so, ich dachte schon, weil ich kein Vicomte bin! Das Geplänkel ging noch eine Zeitlang hin und her. Dann begann wieder die Musik zu spielen. Don einem Arm ging Eva in den andern. Unbewußt sah sie, während sie tanzte, im Saale umher. Sie konnte d'Alvez nicht unter den Tanzenden entdecken. Er schien weggegangen zu sein; ihr war es sehr recht, wenn er sich nicht mehr bei ihr blicken lieh. Plötzlich stand er wieder vor ihr. Noch einige Male tanzte Eva Willer an diesem Abend mit d'Alvez. Trotzdem sie jedesmal eine Ablehnung auf den Lippen hatte, brachte sie es nicht fertig, ihm den Tanz, um den er sie bat, zu verwehren. In seinen (Bilden, mit denen er sie ansah, war eine so befehlend« Kraft, daß sie, ohne sich dessen bewußt zu sein, willenlos wurde. Fiebrige Erregtheit bemächtigte sich unvermittelt Evas. Die Gedanken an Stefan Helbing, die sie verbannt zu haben glaubte, waren jäh wieder in ihr aufgerauscht. Gewaltsam zwang sie die Trauer, die sich in ihr regte, nieder. Sollte sie sich wegen dieses Menschen, den sie haßte, den Abend verderben lassen? Sie legte fortan eine krankhafte Lustigkeit an den Tag; d'Alvez, mit dem sie gerade tanzte, sagte lächelnd: „Sie scheinen Ihre gute Laune wiedergefunden zu haben, gnädiges Fräulein!" „Und 'ob!" Unvermittelt blieb Eva stehen. «Jetzt habe ich aber genug vom TanzenI Ich bin wahnsinnig müde!" Die ging auf eines der Sofas zu, die ringsum an den Wänden standen; aufatmend ließ sie sich nieder, während sie zu d'Alvez, der ihr gefolgt war, sagte: „Lassen Sie sich keinesfalls von Ihren sonstigen Tanzverpflichtungen abhalten, Herr Vicomtel" Er nahm an ihrer Seite Platz. „Ich habe keine Verpflichtung außer der sehr anengehmen, hier bei Ihnen zu sitzen!" „Wenn ich mich nicht irre, haben Sie während des ganzen Abends nur mit mir getanzt, Herr Vicomte!" sagte Eva darauf mit leisem Spott. «Warum vernachläsiigen Sie die anderen Damen derartig?" Er machte eine wegwerfende (Bewegung. «Die anderen Damen? Pah! Dann hätte ich ebensogut zu Hause bleiben können!" „Sie wollen also behaupten, dah Sie nur meinetwegen hierher gekommen seien, Herr Vicomte?" „Sie haben die Wahrheit erraten, gnädiges Fräulein!" antwortete er eindringlich. Eva empfand das Bedürfnis, unbändig hinauszulachen. Da begegnete sie d'Alvez' Augen, die herrisch, besitzergreifend fi« ansahen. Ein (Beben ging durch ihren Körper; sie verstummte und sah vor sich nieder. „Nur Ihretwegen bin ich hierhergekommen, gnädiges Fräulein", drangen d'Alvez' erregt geflüsterten Worte an ihr Ohr. „Seit Tagen suche triebsvertrauensmännersitzung nahm die (Beleg» schäft Stellung zu den Kündigungen. Sofortiger Streik wurde vorgeschlagen, doch gelang es, die Belegschaft zu einer letzten Maßnahme zu getoin- nen. Eine Kommission hat inzwischen mit den Vorstandsmitgliedern der Firma wegen Zurücknahme der Kündigungen verhandelt. * Siemens-Schuckertwerke AG. und MetallgesellschaftAG. Aus dem Elektrofiltergebiet — Reinigung von Gasen aller Art mittels elektrischer Hochspannung zur Verhütung von Dauchbelästigungen oder zur Gewinnung wertvoller Staubbestandteil« — besteht zwischen den SSW. und der Metallgesellschaft AG. bereits seit mehreren Jahren ein Patentaustausch. Zur Vertiefung der dadurch ungebahnten gemeinsamen Qlrbeit haben die beiden Firmen beschlossen, die Verwaltung des beiderseitigen umfangreichen Patentbesihes, sowie di« Forschung auf diesem schwierigen Sachgebiet einer Gemeinschaftsgesell- lAaft zu übertragen, der Siemens-Lurgi-Cot troll - Elektrofilter-Gesellschaft mbH. für Forschung und Patentverwertung in Berlin; diese vergibt das ausschließliche Recht zum (Bau und Vertrieb der Elektrofilteranlagen an die der Metallgesellschaft gehörende Lurgi-Apparatebau-GmbH.. Frankfurt a. M. Berliner Produkte,«narkt. Berlin, 23. Juli. Tendenz: bei reichlichem Inlandangebot schwach. Mit dem Hebergang zu besserem 'Wetter machte sich an der Produktenbörse eine merkliche Abschwächung geltend. Das Angebot von neuem Getreide für kurzfristige Verladung trat heute noch stärker als gestern in Erscheinung und die Käufer haben ihre Gebote, in Erwartung großer Zufuhren, beträchtlich ermäßigt. Die Aufgelder für sofortigen Roggen und Weizen zu kurzfristiger Lieferung sind erheblich zurückgegangen. Brotgetreide alter Ernte wird nur noch vereinzelt umgeseht. Die amtliche Notiz für Roggen dürfte um etwa 10 Mark herabgesetzt werden. Auch Weizen lag ziemlich schwach. Weizen- und Roggenmehle werden in kleinsten Locopartien für den dringendsten Bedarf gegen Barzahlung umgeseht, die Forderungen lauteten entgegenkommender. Letzte Nachrichten. 15 Prozent Reichsbankdiskont? Berlin, 24. Juli. (LNB. Funkspruch: eigen# Meldung.) Die von anderer Seife gebrachten Rach» richten, wonach in den nächsten Tagen eine Heraufsetzung des Reichsbankdiskont- s a h e s von 10 auf 25 v. h. erfolgen werde, entsprechen nicht den Tatsachen. Man steht an maßgebender Stelle auf dem Standpunkt, daß eine Diskontmaßnahme, solange der Zah. lungsverkehr in der gebundenen Form aufrechterhalten bleibt, praktisch ohne Wirkung ist. Die Frage einer weiteren Heraufsetzung des Diskontsatzes, die hier zur Erörterung steht, kann zu einer praktischen Entscheidung erst dann gebracht werden, wenn der Zahlungsverkehr weite ft gehend gelockert und dernormaleverkehr der Banken rolcber- hergeslellt wird. (Ein großer Teil der am Zahlungsverkehr beteiligten Institute ist für eine schnelle Rückkehr zum normalen Zahlungsverkehr und hält die durch die gestrige Notverordnung getroffene Neuregelung, die für die Zeit vom 24. bis zum 28. Juli gilt, für unbefriedigend. (Eine Diskonterhöhung auf 25 v. h. kommt jedoch keines- w e g s in Frage, sondern die Erwägungen gehen auf eine solche auf 1 5 v. h. Selbstverständlich spielen auch die näheren Ergebnisse der Londoner Besprechungen, an denen bekanntlich ein Vertreter der Reichsbank (eilgenommen hat, für Beschlüsse der Reichsbank in dieser Hinsicht eine maßgebende Rolle. ich Ihr« Bekanntschaft, leider bot sich bisher keine Möglichkeit dazu. Heute abend hoffte ich. Sie kennenzulernen; das Glück war mir hold ...“ Eva wollte aufbegehren, d'Alvez in die Schranken weisen; aber wie in einem schweren Banne verharrte sie regungslos. „Ich liebe Sie, seitdem ich Sie zum ersten Male sah“, sagte d'Alvez leise, und heiße Glut zitterte durch seine Stimme, „ich glaubte bisher nicht an die Liebe auf den ersten Blick, ich hielt sie für ein schönes Märchen ... jetzt habe ich sie an mir selbst erlebt .. Eva fuhr herum. „Schweigen Sie, Herr Vicomte! Ihre Gefühle interesiieren mich nicht!" Er machte ein bestürztes Gesicht. „Habe ich Sie mit meinen Worten erschreckt? Verzeihen Sie mir, gnädiges Fräulein! ... Ich wollte Sie nicht beunruhigen. Sie sollen mir auch keine Antwort geben, heut« noch nicht; Sie kennen mich ja kaum! Nur um das eine bitte ich Sie: daß Sie mich in Ihrer Nähe dulden, daß Sie mir erlauben, Sie zu sehen, mit Ihnen zu sprechen ..." „Meine Antwort wird später nicht anders lauten als heute!" erwiderte Eva schroff. „Was wisien Wir von der Zukunft, gnädiges Fräulein? Kann nicht Ihr Sinn sich wandeln, wenn Sie mich erst näher kennenlernen? Wollen Sie es nicht wenigstens auf einen Versuch ankommen lassen? ...“ Er griff nach Ihrer Hand und hielt sie umflammert. „Sie dürfen mich nicht von sich weisen! Ich ertrüge es nicht, Sie meiden zu müssen!" sagte er in leidenschaftlicher Glut. Eva bemerkte zu ihrer Bestürzung, dah man im Saale auf sie und d'Alvez aufmerksam geworden war. „Beherrschen Sie sich, Herr Vicomte! stieß fie erregt hervor. „Die Leute betrachten uns!“ „Was liegt an den Leuten! ... Ihre Antwort will ich wißen, gnädiges Fräulein! Lassen Sie mir die Hoffnung, daß wir eines Tages gute Freunde werden!" In Evas sich jagenden Gedanken tauchte wieder das Bild Stefan Helbings auf. Sie glaubte feine 2lugen in überlegenem Spott auf sich gerichtet zu sehen. Der Zorn auf diesen Mann, der sie stets von oben herab wie ein törichtes Kind behandelt hatte, rauschte wieder in ihr empor. Alle ihre Versuche, ihn zu reizen, zu kränken, seine Eifersucht zu Wecken, waren bisher fehl- geschlagen. Vielleicht ... würde es ihn treffen, wenn er sie künftig in d'Alvez' Gesellschaft sehen würde? ... Wenn er glauben müßte, sie fei die Freundin, hie Geliebte des Franzosen geworden ... - (Fortsetzung folgt.) ttZL bt. ftä& ’n8R beW.°^' gen btt r>9^ tewte fürD^^^l. Mc Ä"9 urb >unbÄ\^ Ji -rank. lNkirtt. ’-? dn ö ru «chung «CTtn* Ä«« M Ä* ft-tainiÄ 3“ *™. äu •Ä*»« ■ Weruno finbV iKteibe a'tcr Am» a^Vft richten, sbanfbisfonl? b- 5unf|prud); Sd(e gebrachte» Jlcd> lcn Tagen eine her. chsbankdlrkovt. erfolgen werde, ent- Won stehl an moh. loadpunkl, -ah eine Wange der Zah. et gebundenen 'I. praktisch ohne linet weiteren fjeraui- z hier jut Erorlrrupg hen Entscheidung en, wenn der Zah. gehend gelockert h r der Lanken wieder. Teil der am Zahlung». 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B = E >=> gIL E ID S! -> H O 'I? 5 « 2*“ iL-S=s^ 2 4 B N E E ■9 iO <3) Ä 4? 5 cEB “10; 2 2 b CEc t Q r^ E 2 fröZ Ze 5e LE = Z E S £fte*b H- e£ S 5 BZ E — 2 2b ts.i ju-sb E CS tz-DHß |83 ««e E «1-5=5 Z v ä fx"c.- L eac _ _ _ tX ' D — ä c Ü.E? B Ä ... x> P c — ß a b «= bs'E » = E ß €- *? 5Sjge = f SB-* w = cA ö^=- e ° o »'S. E o x r? ° ,^ = E o •* c (D-^e = 1e = 4 Ks St ES cy 3 = 1 <3 c X ®jS 1 ?ESC = E E£* — "€ ~S o 'n* - ö 55 | 3 * o „ C KZ?^ c — = €Ä ^ß^3 h?8 • X W.E .« ö-b t? ex°in .,2/3 — Z -Z = = = .«’m A S I, ist Wf = : V t» n c I I “ I = B I5 S tÄ“o 2 s’ O-O - t B t? »■SsäääpS B t ~ ä(1) t C S “i EI = I = gS’.Ä Te:5 = .5-e B8£5XE i: i^i’4 »#Eg»Ä ___ - gfSiJfi 2 £ 25 — -W — --fr* fr- 5 AK. oT" = C-—QÄ *''"• ® Ex>g:i=±^i«E.2Ei I 4s z * C w E • U 7, — er- O.w äSR6S;E e _xdS S«WÜ|1J1 C 9 = Z o dtCT U) E 5 E 55 B - Ä.— c a. a E-c E*2S (0 s SG« )l ohn« Sorgen; 19 isch, er wäscht die Bänk. 6P e Morgen. ä ID c a B = 10 ti 5? a ■e es 3R -L? '3 N ID -B N c = -e ßSe <»» ~ tasscheibe leuchtete mit der i ■=55 Aufschrift „Äiinjlei". c riefen die Polizisten, aber in und der Hund sprang durch die o:: D X« € CT 5 c e e B H •e to .„*b X2 L'O 8 <$? e :S « „ A o S e lD(Ds Hß 5 -B 3 XD Ä <5 -3« 5 o eS o V S 5 e-e e = a« = O^ZO-O 6. kJ o <5sa55 z=S tue <3 a E jO tf» «, ‘~- C o -- u 3AIDÖ d.Ü p o öfiöA ö.ß 2 = --3 2to 2EjE 55 - •— E — C tDalDs ■B 2 E & a>—. 3 ± E S-N O " E = ■B . £ t s •ä 3&S- 1t?:- 3 2 ~ S jo 5 £ «j o a ± Be 3.X« o ».-OÄ E u 'S.öe M 2 PQ Vi E E jq* t □•SL.-'B 2Asl ==- X = itp. ö~B t 3 k V Z) — 3 -* /5 3 . tL ® M 5 C q T5 05 05^-"2 22.ID 5 X o ^Z- r- — X3- — Tj |Eo5g 4'2±5o b E o B ~ iiÄA' •£?'= * SB^E !=1 = O 3 SEE __xr- e^-Ss L ®;SLo e o ^^B?2= O 3 -X 6, — X ° C 05 C® E o =. 2 - S~ ®LB .gAB° EäS o2e.t;* ” ° o. 22:c U 05/0 s- -Z% Z ZAZä 55 t o e t-ZZ £b5 Ü S = — O3C »fSoEi^ o^-g1 ”*2-.5 5 2-*-® ■A O /= ■= C e ® 3C-Bceo 4355 _ 5 s^tzr SssüfsStll l^E 3-° »K.§®g c'2-^.X 3 2-- e^,2. t -KsZ E e ~ E ZsEZ s» es L tz B ® ie E A.X « 3 tß A «$?•; s 5 h N C 3 '2 £ B ® E° §»5 S 2 A B e = Ae s B /= S Q = 2 !.e ^see^e t .X os.y E = Ä®2 (D 5 E o E ® ZEE 2q5 X M = E 2*ti 8AZ -B to^.EtoH B L E ■■« = s ■2s;s 3 C =/O B = E E E 3 E^ S’E 3 ^sr 3 14f B = o.E«K = Z - cy.e- ofiS A E € L = EXO 3 - SBA o£* t «B^o = s ß-3 Z b e E E c T- 3 o Ee O ^8^ li 05 B A 4 o B^ o E^£«s —2>o u -:3 E 22 .. 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