Ur. 145 (Elftes Blatt 181. Jahrgang Mittwoch, 24. Juni |95( Erich« inr rüglich.avtz« Sonntags und FeierMg» Beilagen; Dt« 3flu|triert« vietzener Famllienblän«, hermal iw Bild Di« Scholl« lRonats-Be$ngsprets: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfenmg für Träger» lohn, auch bei Richter- scheinen einzelner Nummern infolge höhere, (Bemalt Hemsprechanschlüsse enterSammelnummer2251 Anschrift für Drahtnachrichten Snjetger Rieften. poftfcheckkonko: $ra*tfort am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dmcf nnö Verlag: Vrühl'sche Unwerfiläis buch- und Stetnörudcret H. Lange tn Stehen. Schnftlettung und Geschästrftelle: Zchulftrahe 7. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höht für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» klameanzeigen von 70 mns Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°mehr. Chefredakteur Dr. Frtedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Der Reichskanzler über die politische Lage. Ernste Mahnungen an das deutsche Volk.—Volle Zustimmung zum plan Hoovers.-Zu einem französischen Ehequers bereit. Berlin, 23. 2uni. (WTD.) Reichskanzler Dr Brüning sprach heute abend über den Deutsch- landsender über die allgemeine politische Lage. Er führte dabei aus: Alle Dölker der Erde stehen unter dem tiefen Eindruck des historischen Schrittes, den am Sonntag der Präsident der Bereinigten Staaten unternommen hat, um der ungeheueren Krise, die fast über alle Dölker hereingebrvchen ist, zu steuern und denen Hilfe zu bringen, die ihr zu erliegen drohen. Das deutsche Dolk und die deutsche Regierung haben mit herzlicher Dankbarkeit die Dorschläge des Präsidenten Hoover angenommen. Eine neue Hoffnung für (Europa und Deutschland sehen wir aus diesem Vorschläge erwachsen. Er bringt Deutschland eine Hilfe in einem entscheidenden Augenblick feiner Geschichte, in dem die Schwierigkeiten bis zum Aeußer- st e n sich aufgetürmt haben. Der erste wirksame Anfang für eine bessere Zukunft ist erfolgt; aber warnen muh die Reichsregierung vor dem Glauben, als ob durch diesen Dorschlag des amerikanischen Präsidenten, wenn er von allen in Frage kommenden Rationen angenommen wird, wir über die Gesamtheit der uns bedrängenden Röte hinweg seien. Wenn die Reichsregierung in den wiederholten harten Maßnahmen der Rotverordnung vom Dezember und der letzten Rotverordnung versucht hat, die hereinbrechenden Gefahren zu meistern, gezwungen war, dem deutschen Dolke das Aeuherste an Lasten und Einschränkungen zuzumuten, um über die kommenden Monate und vor allem über den nächsten Winter hinwegzukommen, so war sie sich dessen bewußt, daß das Jahr 1932 aller Voraussicht nach den Höhepunkt der finanziellen Schwierigkeiten bringen würde. Wenn auch die Reichsregierung den Haushalt des Reiches für den Fall, daß nicht eine weitere Derschlochierung der Wirtschaftslage eintritt, für das laufende Eiatsjahr ausgeglichen hat, wenn sie sogar einen erheblichen Betrag für die Gemeinden verfügbar macht, um ihnen die wachsenden Lasten für diejenigen Arbeitslosen zu erleichtern, die weder von der Dersicherung noch vom Reich unterstützt werden, so bleibt zunächst im Jahre 1931 die Lage der Länder und Gemeinden noch ungeklärt. Die vom Reich überwiesenen Steuern werden nach der Schätzung der Reichsregierung um Hunderte Millionen zurück- gehen. Dazu treten die großen Ausfälle, die bei den Ländern und Gemeinden infolge der schlechten Wirtschaftslage bei Gewerbesteuern, Grundvermögenssteuern und Hauszinssteuern zu erwarten sind. Das Sinken der Einkommen und Löhne im Jahre 1931 wird dazu führen, daß im Jahre 1932 erst die volle Wucht der Steueraus- fälle die Haushalte von Reich, Ländern und Gemeinden belasten wird. Dazu kam die akute Gefahr, die wir in den vergangenen zwei Jahren wiederholt durchlebt haben, daß in Derfolg einer Reihe von wirtschaftlichen Vorgängen sich eine ungeheuere Unruhe bemerkbar machte und aus dieser Unruhe heraus vom Ausland her gewaltige Mengen kurzfristiger Kredite plötzlich abgezogen wurden. Mit einem Schlage zeigte sich in ihrer ganzen Gröhe die seit langem vorausgesehene Gefahr, daß die deutsche Wirtschaft in den Jahren der Scheinblüte zu einem erheblichen Teil mit inländischen und ausländischen Mitteln aufgebaut wurde, die nur auf kurze Zeit gegeben oder in Unternehmungen investiert find, aus denen sie nicht von heute auf morgen herausgezogen werden können. Der Dersuch, der nunmehr zum dritten Male gemacht tinirbe, große Teile dieser kurzfristigen Kredite plötzlich aus Deutschland abzurufen, hat den Sturm, der heute als beschworen angesehen werden kann, herveigeführt. Dieser Sturm hat aber gleichzeitig allen Einsichtigen in drastischer Schärfe die Verbundenheit der Wirtschaft im Positiven und im Regattven vor Augen geführt. Er hat aus der Rot einzelner Dölker, und besonders Deutschlands, eine Rot der ganzen Welt gemacht. Er hat gezeigt, daß die Lebenshaltung bedingt ist durch die Lebenshaltung auch anderer Dölker. Wenn e i n Land schwer leidet, können auf die Dauer andere Dölker, die mit ihm in wirtschaftlicher Verbindung stehen, ihre Prosperität nicht erhalten. Zu glauben, daß nach Annahme des Vorschlags des Präsidenten Hoover alle Röte in Deutschland beseitigt wären, wäre die gefährlichste Illusion. in die sich das deutsche Volk hineinwiegen könnte. Die Reichsregierung hat die harten Maßnahmen zur Rettung der Finanzen ergreifen müssen und muß an ihnen fest halten, weil das Durchhalten ohne Reparationszahlungen in den nächsten anderthalb Jahren außerordentliche Anforderungen stellen wird, oie hat erklärt und hält daran fest, daß sie bereit sei, Härten und b e ■ sonders drückende Maßnahmen der Notverordnung a b 3 u ä n b e r n. Sie ist aber nicht in der Lage, irgendwie an dem gesamten finanziellen (Ergebnis der Notverordnung rütteln zu lassen. Nur unter Sicherung ihres finanziellen Gesamtergebnisses wird bei Annahme der Initiative des Präsidenten Hoover es möglich fein, die oben erwähnten weiteren Einnahmeausfälle des Jahres 1932 auszugleichen. Das deutsche Dolk würde sich um jedes Verständnis der Welt und um jedes Vertrauen bringen, wenn es nicht festhalten würde an dem Grundsatz einer absoluten auch unter Opfern durchzuführenden Sanierung unserer öffentlichen Finanzen. Die Gesundung der Finanzen ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Schaffung des Vertrauens. Der Vertrauensbeweis, der in dem weltgeschichtlichen Schritt des Präsidenten Hoover liegt, kann nur Früchte tragen, wenn das deutsche Volk fest entschlossen ist, aus eigener Kraft den Weg der g r Ö ß- ten Sparsamkeit auf allen Gebieten weiterzugehen. Das vorgeschlagene F e i e r j a h r soll nach der Proklamation des Herrn Präsidenten der Vereinigten Staaten nicht nur der Wiederherstellung des internationalen Vertrauens auf wirtschaftlichen Gebiet und damit dem wirtschaftlichen Wiederaufbau der Welt dienen, es verfolgt gleichzeitig den Zweck, die politischen Beziehungen zwischen den Ländern von störenden Spannungen z u b e- freien und eine auf überzeugter Zusammenarbeit der Staaten beruhende friedliche Weiterentwicklung zu fördern und zu sesttgen. Beides steht in einem notwendigen Wechselverhältnis. Ohne Gesundung der Wirtschafts- und Finanzbeziehungen ist keine Beruhigung der politischen Lage, ohne außenpolitische Beruhigung keine Deseittgung der Wirtschastsnot denkbar. Das Gedeihen Europas und der Welt hängt davon ob, daß diejenigen, die ein tragisches Geschick im Weltkrieg zu Feinden werden ließ, nunmehr entschlossen und weitsichtig a u f beiden (Seiten sich zu den Entschlüssen auf» raffen, welche die beklemmende Rot der Stunde von ihren Regierungen und Ländern fordert. Für dieses große Ziel wird der amerikanische Vorschlag Raum schaffen, wenn er von den in Frage kommenden Ländern in demselben hochherzigen (Seifte angenommen wird, in dem er von seinem Llrheber gemacht worden ist. Die deutsche Regierung Ist bereit, mit allen Kräften an der Erreichung dieses Zieles der amerikanischen Initiative mitzuarbeilen. Sie hat den aufrichtigen willen, auch von der politischen Seite her zusammen mit allen Regierungen an die Lösung der Fragen heranzugehen, die für die Beruhigung (Europas von Bedeutung sind. 3e mehr die schwere wirtschaftlich« und soziale Rot sich mildert, unter der das deutsche Volk leidet, um so stärker und einmütiger wird seine Bereitschaft und seine Fähigkeit hervor tret en., ein Bollwerk der Ruhe und Ordnung in Europa zu sein. Die Gröhe der Stunde und die aus ihr sich ergebende Verantwortlichkeit lassen mich die Hoffnung unb die Erwartung aussprechen, daß alle diejenigen, die für die Formung der öffentlichen Meinung von mahgeben- dem Einfluß sind, sich bewußt bleiben, von welch entscheidender Bedeutung in diesem Augenblick die Maßhaltung und Selbstdisziplin bei allen unseren Volksgenossen in allen Aeuhe- rungen und Kundgebungen sind für Deutschland und für Europa. Die deutsche Regierung ist sich bewußt, daß bei alledem der zukünftigen Gestaltung der Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich eine besonders wichtige Rolle zufällt. Wenn in der Entwicklung dieser Beziehungen manche Schwierigkeiten und Hemmungen hervvrgetreten sind, wenn es in der Oef- sentlichkeit auf beiden Seiten der Grenze vielfach zu bewegten Auseinandersetzungen gekommen ist, so halte ich trotzdem an der Äeber- zeugung fest, daß alles nicht unüberwindbar ist, daß vielmehr bei beiderseitigem guten Willen Mittel und Wege sich finden lassen werden, um das Ueberein- stimmende und Gemeinsame in den Interessen der beiden Länder in den Vordergrund zu bringen und im Bewußtsein der beiden Völker so zu verankern, daß es die Gewähr der Dauer in sich trägt. Weil ich davon überzeugt bin, daß eine wirklich ausgeglichene und fruchtbare Zusammenarbeit unter den Völkern Europas und die für den lebendigen Wirtschafts-Austausch mit der Reuen Welt nottvendige Stabilisierung des europäischen Friedens erst an dem Tage gesichert erscheint, wo zwischen den beiden großen Rachbarvölkern Vergangenes seelisch überwunden ist und der Blick sich gemeinsam der Zukunft und ihrer geistigen, wirtschaftlichen und 'polittschen Gestaltung zuwendet, gerade deshalb ist es das Bestreben der von mir geführten Regierung. über Verstimmungen des Augenblicks hinauszudenken und alles sachlich Verantwortbare zu tun, um die großmütige Aktion des Präsidenten Hoover ihrem verdienten und im Interesse (Europas und der Welt notwendigen (Erfolge zuzuführen. Di« deutsche Regierung wird «s ihrerseits an gutem Willen nicht schien lassen. Ist die E i n i - gung über das Feierjahr zustand e- gekommen, so wird es um so leichter fein, in offener Aussprache den Weg freizumachen für eine großzügige praktische Zusammenarbeit der beiden Länder. Ich würde es begrüßen, wenn sich für eine solche einleitende Aussprache eine Gelegenheit fände, wie sie neulich die Zusammenkunft in Ehequers für eine (Erörterung zwischen Deutschland und England geschaffen hat. Die Aufgaben, vor denen Frankreich und Deutschland stehen, sind für beide Länder zu groß und zu dringend, als daß es nicht möglich sein sollte, ist vertrauensvollem und rückhalt- losemMeinungsaus tausch einen gemeinsamen Boden zu finden, von dem aus die Lösung dieser Aufgabe aussichtsvoll in Angriff genommen werden kann. Das Echo in Berlin. Berlin, 24. Juni. (ERB.) Die Rede des Reichskanzlers Brüning, die trotz der späten Stunde, in der sie gehalten wurde, von dem größten Teil der Berliner Morgenblätter in großer Aufmachung auf der ersten Seite gebracht wird, wird bisher nur von einigen Zeitungen in kurzer. Kommentaren besprochen. Der „Vorwärts" nennt die Rede in ihrem außenpolitischen Teil eine gute und mutige Tat. Brünings Bekenntnis zur deutsch- französischcn Zusammenarbeit gerade Washington. 23. Juni. (WB.) 3m Staatsdepartement wurde heule betont, daß Hoovers Vorschlag, einen einjährigen Feiertag für alle Regierungsschulden bedeute, einschließlich der i m Qoungplan als nicht aufschiebbar bezeichnetenTeilbeträge der Reparationszahlungen. Rur unter dieser Bedingung, so wurde ausgeführt, könne der Plan das erstrebte Ziel einer Erleichterung der deutschen kritischen Lage erreichen. Wit Rücksicht auf gewisse, in französischen Blättern zum Ausdruck gebrachte Empfindlichkeiten gegen eine angebliche Ueberrumpelung der französischen Regierung wurde im Staatsdepartement heute folgende Erklärung abgegeben: Der amerikanische Vorschlag ist vor seiner endgültigen Formulierung nicht mit irgendeiner fremden Regierung besprochen worden. Der Präsident, der die Lage in Deutschland, wie man verstehen kann, mit großer Besorgnis verfolgt hat, handelte, als die deutsche finanzielle Krise an den beiden leh- len lagen der vorigen Woche zeigte, daß, sofern er nicht sofort handele, eine Katastrophe unmittelbar bevorstehe. Frankreich war die e r st e der fremden Mächte, die in Kenntnis gesetzt wurden, als er sich zum handeln entschloß. Das war am Freitag. Bezüglich des im Hoover-Vorschlag erwähnten Datums, 1. Juli 1931, wurde erklärt, man habe dieses Datum als Beginn vorgeschlagen, weil das amerikanische Llalsjahr am 1. Juli beginne. Mil Rücksicht auf die Dringlichkeit der Lage hoffe man, daß die übrigen Mächte inner- Paris, 23. Juni. (WTB. Drahtbericht.) heute vormittag fand — wie wir in einem Teile unserer gestrigen Ausgabe bereits berichtet haben. D. Red. — im Elysee unter dem Vorsitz des Präsidenten Doumer ein ITC i n i ft errat statt, in dem der Vorschlag Hoovers auf einjährige Zahlungsaussehung geprüft wurde. Rach dem ossi- ziellen Lommuniqus erstattete Außenminister B r i a n b Bericht über die Bedingungen, unter denen die französische Regierung mit diesem Vorschlag befaßt wurde. Finanzminister F l a n b i n unb Bubgefminifter Pistri sprachen über bie Folgen, bie bie Durchführung bet amerikanischen Anregung auf bie französischen Finanzen haben würbe. Die Diskussion über biefes Thema wirb im Laufe eines ZHinifterrats morgen vormittag fortgesetzt werden. Dabei wirb auch bet Text der Antwort festgelegt werden, die dem Präsidenten Hoover zugestellt werden soll. Oer Grundzug der französischen Antwort. Paris, 22. Juni. (WTB.) Ministerpräsident Laval, Außenminister B r i a n b, Finanzminister FlanbIn nnb Francois Poncet haben gestern abend in einer Konferenz den Entwurf der in diesem Augenblick verdiene uneingeschränktes Lob. Es sei jetzt an Frankreich, die Anregung Brünings zu beantworten. Die deutschen Sozialdemokraten und die französischen Sozialisten würden den Dersuch Brünings nicht nur willkommen heißen, sondern auch auf da- lebhafteste unterstützen. Die »D. A Z." bezeichnet die Rede als das offene und ehrliche Angebot zu einer rückhaltlosen, vertrauensvollen Aussprach« zu einem .französischen ChequerS". Das Blatt fragt: Wird die Welt, wird vor allem P a - r i s diese Handlung von beispielloser Hochherzigkeit in ihrer ganzen Tragweite zu würdigen verstehen? Der „Tag" glaubt, daß bei Brüning der Ge- dank eine Rolle gespielt habe, trotz der eisigem Zurückhaltung, die man in den letzten Wochen in Paris zeigte, den Versuch eines a l l g e m e i - nen Friedensangebots an Frankreich stellen zu müssen. Wenn der Vorschlag Hoovers angenommen werde, dann stünden durch diese Rede des Reichskanzlers die neuen Tributverhandlungen im Zeichen eines von Deutschland betonten „guten Willens", der für den Kampf um die Zu>- lunft nicht die richtige Vorbereitung sei. Wenn die Rede Brünings beruhigend wirken sollte, so wäre das zunächst vielleicht ein Erfolg. Ob aber für die Dauer in dem vom Kanzler gewählten Ton mit Frankreich zu sprechen sei, sei sehr zweifelhaft. halb der noch zur Verfügung stehenden 8 Tage Hoovers Vorschlag annehmen. Keine günstige (Stimmung für Paris. Washington, 23. Juni. (WTD.) Die Regierung hat keine amtliche Mitteilung darüber erhalten, daß Frankreich Gegenvorschläge zu Hoovers Plan zu machen gedenke. Man übt in den Kommentaren zu den Pressemeldungen aus Paris über ein« solche Möglichkeit sehr große Zurückhaltung. Angesichts der gestrigen Erklärung Stimsvns, wonach Hoovers Dorschlag die gewünschte Wirkung nur dann findet, wenn er unverzüglich angenommen werde, hält man es für wahrscheinlich, daß ein französischer Dorschlag für eine bedeutende Abänderung des Plans in Washington sehr ungünstig ausgenommen werden würde. Amerikanische Ziffern für Frankreich. Paris, 23. Juni. (WTB.) Nach Informationen eines Pariser Mittagsblattes hat der Unterstaatssekretär des amerikanischen Schatzamtes Mills dem französischen Handelsattache in Washington zur Weiterleitung nach Paris zwei Zifferntabel- l e n übergeben, von denen die eine belegt, in welchem Maße bei Inkrafttreten des hooverschen Moratoriums Frankreich finanziell betrof- fen würde. Die andere Tabelle zeigt die finanziellen Folgen für Frankreich im Falle der Ablehnung des Vorschlages. französischen Antwort an Präsident hoo- Der fertiggestellt. Roch am gleichen Abend teilte Ministerpräsident Laval dem Botschafter der Bereinigten Staaten die Grunbzüge bet Ant- roo rtnote mit. wie havas melbef, scheint der In- halt ber Antwort mit der bereits gestern früh veröffentlichten Auslassung des diplomatischen Mit- arbeltecs ber Agentur havas übereinzustimmen, bah nämlich Frankreich auf ber Zahlung ber ungeschützten Annuität 1 93 1 /32 be- ft e h t, bie Summe aber ber Bank für Internationalen Zahlungsausgleich zur Verfügung stellt, bie fie ihrerseits an bie interessierten Mächte als Darlehen weiterleiten könne. Um bas burch das Ausbleiben ber deutschen Zahlungen im französischen haushalt entstandene Defizit zu decken, werbe Frankreich kurzfristig - Schahscheine ausgeben. Ein Fühler? London, 24.Juni. (WTB. Funkspruch.) wie der Pariser Korrespondent des „Rews Lhronicle" meldet, dürfte die französische Regierung Vorschlägen, das Moratorium für Kriegsschulden und Reparationen auf 2 Jahre aoszn- dehnen. Dieses Angebot würde mit dem Vorschlag einer von Amerika unb den Alliierte» Ein neuer Appell Washingtons. Besonders an Frankreichs Adresse. Frankreichs Entscheidung erst heute. Oer französische Kabinettsrat berät heute morgen weiter. Denken Sie an Stoffe, denken Sie an L Bernard 4176 D der Vorstand: 3m Auftrage der Organisationen 4140D Alkoholkranke 1 89 D Ortsgruppe Oiefeen. 03 71 [4185D Hamburg, Esplanade 6. Stellengesuche 03670 Expedition, Blockstraße 5. Gretel Kaiser Bekanntmachung Worms t Gießen den 24.3uni 1931. 03664 03668 03674 gesucht. Dammstr. 50. Fernsprecher 3988 W. Rohn, Rechtsanwalt 036f5 Preise [2979A Unsere GoId.Daui.'Arnibandubr Herren 1490 D liefert Damplsäoewerk Lollar Aufarbeiten Blusen von Matratzen Federbetten Steppdecken C. Röhr & Co Ort u. 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Heute morgen 5 Uhr entschlief sanft nach langem schweren, mit Geduld ertragenem Leiden mein lieber Gatte, der treusorgende Vater seiner beiden Kinder, unser lieber Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Herr Wilhelm Böcking, Reichsbahnarbeiter im Alter von 34 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Helene Böcking, geb. Sack, und Angehörige. Heuchelheim, Klein-Linden, 24. Juni 1931. Die Beerdigung findet Freitag, den 26. Juni, nachmittags 5 Uhr, vom Trauerhause Heinestraße 15 aus statt. 4iJVU WM per Wagen Mk. 4.50 tret anSHauö. 4177D Zul.Wellhöser Fernsprecher 2313. Frauengruppe im VDA. GIESSEN Die neugegründete Frauen gruppe im VDA. (ließen lädt zu einer ersten öffentlichen Veranstaltung auf Donnerstag, den 25. d. M.. abends 8 Uhr, in den Gasthof Hindenburg ein. Es spricht: Frau Stadtverordnete Pleimes aus Frankfurt am Main über: Frauen-Ärbeit im VDA. Um zahlreiches Erscheinen bittet riurzgetchnmenes UM Preiswert u„d Kurhaus Bad-Nauheim Samstag, den 27. 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Daher sei im folgenden hauptsächlich diese Gesetzesvorschrift beleuchtet. Der § 113 StGB, lautet: „Wer einem Beamten, welcher zur Bollstreckung von Gesetzen, von Befehlen und 'Anordnungen der Verwaltungsbehörden, oder von Urteilen und Verfügungen der Gerichte berufen ist, in der rechtmäßigen Ausübung seines Amtes durch Gewalt oder durch Bedrohung mit Gewalt Widerstand leistet, oder wer einen solchen Beamten während der rechtmäßigen Ausübung seines Amtes tätlich angreift, wird mit Gefängnis von 14 Tagen bis zu zwei Jahren bestraft. Sind mildernde Umstände vorhanden, so tritt Gefängnisstrafe bis zu einem Jahre oder Geldstrafe ein. — Dieselben Strafvorschriften treten ein, wenn die Handlungen gegen Personen, welche zur Unterstützung des Beamten zugezogen waren, oder gegen Mannschaften der bewaffneten Macht oder gegen Mannschaften einer Gemeinde-, Schutz- oder Bürgerwehr in Ausübung des Dienstes begangen wird/' Bei jeder Verurteilung über Zuwiderhandlung gegen dieses Gesetz sind folgende Fragen zu prüfen: i. Welche Pers onen sind geschützt? 2. Befanden sich diese Personen in der rechtmäßigen Ausübng ihres Amtes? 3. Welche Handlung hat der Täter begangen? Zu den geschützten Personen gehören namentlich: die zu Hilfsbeamten der Staaisanwalt- fchaft bestellten Beamten des Polizei- und Sicherheitsdienstes, die Bahnpolizeibeamten, polizeiliche Exekutivbeamte (Amtsdiener), Landjäger, Nachtwächter Gemeindevorsteher, Gerichtsvollzieher. Unter den Schutz fallen ferner die von diesen Beamten zu ihrer Unterstützung zugezogenen Personen. Das können auch Privatpersonen sein. Immer aber muß eine Zuziehung vorliegen. Wer sich unaufgefordert einmischt, kann sich nur dann auf den Schutz des § 113 berufen, wenn der Beamte sich stillschweigend mit der Unterstützung einverstanden erklärt hat. Die Mannschaften der bewaffneten Macht sind die Mitglieder der Reichswehr. Verabschiedete Offiziere gehören nicht mehr dazu. Zu den Mannschaften der Gemeinde-, Schutz- und Bürgerwehr sind organisierte Bereinigungen zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Sicherheit zu rechnen. Die freiwillige Feuerwehr zählt nicht dazu. Wohl aber kann sie von den Beamten dazugezogen werden. Die geschützten Beamten müssen sich in der rechtmäßigen Ausübung ihres Amtes befunden haben. Die Beamten müssen also für die von ihnen Dorgenommene Amtshandlung sachlich, örtlich und zeitlich zuständig gewesen sein. Der Polizei steht z. B. die Durchführung eines privat- rechtlichen Anspruchs nicht zu. In einem Falle war die Polizei beauftragt worden, auf Grund eines Beschlusses des Bormundschaftsgerichtes ein Kind anderweit unterzubringen. Dem Polizeibeamten wurde Widerstand geleistet. Trotzdem konnte eine Verurteilung wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt nicht erfolgen, weil es sich hier um die Durchführung eines privatrechtlichen Anspruchs handelte, für die die Polizei nicht zuständig war. Der Polizeibeamte befand sich daher nicht in der rechtmäßigen Ausübung feines Amtes. Der Beamte muß örtlich zuständig fein. Handelt ein Polizeibeamter außerhalb feines Bezirks, so handelt er nur dann rechtmäßig, wenn er im Auftrage der dortigen Polizeibehörde tätig ist. Zeitlich zuständig ist z. B. der Nachtwächter nur des Nachts. Polizeibeamte befinden sich z. B. in der rechtmäßigen Ausübung ihres Amtes, wenn sie bei öffentlichen Unruhen auf frischer Tat Betroffene behufs Feststellung ihrer Persönlichkeit festnehmen, oder wenn sie einen Festgenommenen bei Fluchtverdacht fesseln. Dagegen befindet sich ein Schutzmann z. B. nicht in rechtmäßiger Amtsausführung, wenn er bei ruhestörendem Lärm gegen eine nicht fluchtverdächtige Person einschreitet, aber die Prüfung der Legitimation ablehnt und die Person der Polizeibehörde vorführt. Die strafbare Handlung des Täters besteht entweder in der Widerstandshandlung durch Gewalt oder durch Bedrohung mit Gewalt oder in tätlichem Angriff. Als Widerstand bezeichnet das Reichsgericht jede aktive Tätigkeit gegen den Beamten, die dazu bestimmt und geeignet ist, die Vollziehung der Diensthandlung nicht zur Vollendung gelangen zu lassen. Nach Edermayer genügt aber auch jede Handlung, die die Amtshandlung nur erschweren soll. Ob der Widerstand Erfolg hat oder nicht, ist für die Strafbarkeit gleichgültig. Durch Gewalt wird der Widerstand geleistet, wenn er sich unmittelbar oder mittelbar gegen die Person des Beamten richtet. Eine solche Gewalt liegt z. B. vor, wenn jemand einen Hund auf den Beamten hetzt. Sie ist ferner gegeben, wenn jemand den Beamten einschließt. Nicht gegeben dagegen ist sie, wenn lediglich eine Tür verschlossen wird, um dem Beamten den Eingang unmöglich zu machen. Bloßer passiver Widerstand, Ungehorsam, genügt nicht. Dagegen ist als aktiver Widerstand strafbar, wenn jemand, der feftgenommen werden soll, nicht nur stehen bleibt, sondern sich mit allen Kräften gegen den Erdboden stellt, so daß der Beamte ihn nur mit erheblicher Kraftanstrengung fortführen Fann. Die Bedrohung mit Gewalt muß so beschaffen fein, daß sie in dem Beamten eine die Amtshandlung hemmende Furcht vor Gewalt erwecken Fann. Ob sie ernstlich gemeint war, ist gleichgültig. Es genügt die Annahme des Täters, daß der Bedrohte sie für ernstlich halte. Ein solcher Fall liegt z. B. vor bei der Bedrohung mit einem ungeladenen Schießgewehr ober mit einer Kinderpistole. Tätlicher Angriff ist jede Handlung, die darauf abzielt, den Beamten zu verletzen. Daß der Beamte auch tatsächlich getroffen wird, ist nicht notwendig. Wenn also ein Festgenommener zum Schlage gegen den Beamten aufholt, fo liegt tätlicher Angriff vor, auch wenn der Schlag abgewehrt wird oder fehlgeht. In subjektiver Hinsicht muß der Täter wissen, daß er es mit einem Beamten zu tun hat, und daß dieser eine Amtshandlung oornimmt. Dagegen ist nicht erforderlich, daß ihm beFannt ist, daß der Beamte in der rechtmäßigen Ausübung seines Amtes handelt. Besonders schwer liegt der Fall, wenn ein Widerstand gegen die Staatsgewalt bei einer öffentlichen Zusammenrottung mit vereinten Kräften begangen wird. Dann ist der Tatbestand des Aufruhrs gegeben. Bei einem solchen werden auch schon die bloßen Teilnehmer an der Zusammenrottung, die sonst gar nicht irgendwie tätlich geworden sind, mit Gefängnis nicht unter 6 Monaten bestraft, während die Rädelsführer und diejenigen, die sich attip an dem Widerstand beteiligt haben, mit Zuchthaus bis zu zehn Jahren bestraft werden Fönnen. Eine Z u - fammenrottung ist anzunehmen, wenn mehrere Personen zu einem gemeinschaftlichen rechtswidrigen Handeln zufammentreten ober zusammen- halten, so baß sie nach außen hin als eine vereinte Macht ertennbar sinb. Oeffentlich ist bie Zusammenrottung nicht schon bann, wenn sie auf einem öffentlichen Platze ftattfinbet, fonbern nur bann, wenn bie ben Teilnehmern bewußte MöglichFeit besteht, baß sich beliebig viele Personen bet Bewegung an- schließen Fönnen. Teilnehmer ist jeber, ber sich in Kenntnis von bem strafbaren Zweck ber Zusammenrottung ber Menge anschließt. Dazu gehören auch biejenigen, bie sich nur aus Neugier ber Menge an- geschlossen haben, wenn sie nach Kenntnis ber Zwecke ber Zusammenrottung in ihr verbleiben. Man sieht, hier geht bie Strafvorschrift sehr weit. In engem Zusammenhang mit bem Aufruhr steht ber Tatbestand des Auflaufs, §116 StGB. Dort heißt es: „Wird eine auf öffentlichen Wegen, Straßen und Plätzen versammelte Menschenmenge von bem zuständigen Beamten ober Befehlshaber ber bewaffneten Macht aufgeforbert, sich zu entfernen, fo wird jeber ber Versammelten, welcher sich nach ber dritten Aufforderung nicht entfernt, wegen Aufkaufs mit Gefängnis bis zu 3 Monaten ober mit Gelbstrafe bestraft." Hier ist es unerheblich, ob bie Menge sich zu erlaubten ober unerlaubten Zwecken versammelt hatte! In neuerer Zeit sinb zum Schutze ber allgemeinen Sicherheit noch weitere wichtige Gesetze ergangen, nämlich bas Gesetz über Schußwaffen unb Munition vom 12. April 1928, bas Gesetz wegen Waffenmißbrauchs vom 28. März 1931 unb bie Verorbnung zur BeFämpfung politischer Ausschreitungen vom 28. März 1931. Durch bas Gesetz von 1928 ist bie Herstellung unb ber Hanbel mit Schußwaffen unb Munition an eine Genehmigung getnüpft. Ferner dürfen Schußwaffen unb Munition nur gegen Aushänbigung eines behördlich ausgestellten Waffen- unb Munitionsscheines überlassen, ober erworben werben. Wer außerhalb seiner Wohnung, seiner Geschäftsräume ober befriebeten Besitztums eine Schußwaffe führt, muß ben Waffen- schein bei sich tragen. Personen unter 20 Jahren bürfen Feinen Waffenschein erhalten: ber unberechtigte Besitz von Schußwaffen ist strafbar. Aber Eine Spinnerei unb Weberei L. unb H. in M. hatte gegen bie beklagte Firma '21. eine Sorbetung in Höhe von 30 345 Mark. 3m April 1926 würbe über das Vermögen ber beklagten Firma bie Geschäftsaufsicht angeorbnet, unb es kam zu einem Zwangsvergleich, nach bem für bie Gläubiger, also auch für bie Klägerin, eine Defriebigung in Höhe von 80 Prozent vorgesehen würbe. Die ersten beiden Ratenzahlungen auf bie Dergleichsquote hat bie Klägerin auch angenommen, in einer späteren Klage verlangte sie jedoch unter Anfechtung des Zwangsvergleichs auch noch Zahlung ber durch ben Vergleich in Höhe von 20 Prozent erlassenen Kausgeldforberung. Aach ihrer Klagebegründung ist ber Vergleich deshalb unwirksam, weil bie ben Grunbbesih betreffende Vereinbarung, nämlich die Bestellung eines Treuhänders für den Grundbesitz, ber Wahrung ber Formvorschrift bes § 313 DGD. bedurft hätte, unb weil bie Nichtigkeit bieses Teils des Vertrages bie Nichtigkeit des ganzen Vertrages herbeiführe. Das Landgericht gab der Klage statt, bas Ober- landesgericht H. unb das Reichsgericht wiesen ledoch bie Anfechtungsklage ab. Nach ben Ausführungen bes Reichsgerichts stand ber Klägerin nach § 59 Abs. 2 ber Geschäftsaufsichtsverordnung gegen den Amtsgerichtsbeschluß, ber den Vergleich bestätigte, bie sofortige Beschwerde zu, sie hat jedoch von diesem Rechtsmittel keinen Gebrauch gemacht. Der rechtskräftig bestätigte Vergleich ist somit nach § 60 Abs. 1, Satz 1 der genannten Verordnung für und gegen bie Klägerin wirksam geworden. Nach Eintreten der Rechtskraft des Vergleichs gibt es eine Anfechtung des Vergleichs nur in ben beiben Fällen, bie in § 64 ber genannten Verordnung genannt sind. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß bie von bet Rechtsprechung bes Reichsgerichts für den Zwangsvergleich im Konkursverfahren entwickelten Rechtsgrunbsähe unbedenklich auch auf ben Zwangsvergleich im Geschäftsauf- s i ch t s verfahren Anwendung finden bürfen, natürlich soweit nicht Abweichungen in der Geschäftshaus sicht sverorbnung vorgesehen sinb. Zum Zwanasvergleich im Konkursverfahren hat ber erste Zivilsenat bes Reichsgerichts in seiner Ent- scheibung vom 3. März 1904 (RGZ. Db. 57, S. 270) mit eingehenber Begründung festgelegt, bah ein rechtskräftiger Zwangsvergleich wegen Irrtums nicht angefochten werden Fann, unb es liegt bie Annahme im Sinne dieses Urteils, bah auch aus sonstigen Grünben ein Gläubiger einen rechtskräftig bestätigten Zwangsvergleich nicht nachträglich zu Fall bringen, ober ihn in seiner Wirksamkeit mindern kann. Ausgenommen sind hierbei bie Paragraphen 196 unb 197 ber Kon- kursordnung unb die Paragraphen 64 unb 65 der Geschäftsaufsichtsverordnung. Wenn eine Reichsgerichtsentscheidung vom 30. Oktober 1928 (RGZ. Dd. 122, S. 163) hiervon abweicht, so ändert dies an ber Sache nichts; benn bie En Scheidung bezieht sich lediglich auf das Verhältnis des Vergleich s b ü r g e n. Hieraus ist aber keineswegs ber Schluß zu ziehen, bah sie sich auch zu beziehen habe auf ben Vergleichsgläubiger. Die hier in Rebe stehende Entscheidung des Reichsgerichts erfolgte am 21. März 1930, und sie trägt das Aktenzeichen VII 340/29. Keine Haftpflicht des Hoteliers. Eine Haftung des Hoteliers für Aus- gleiten des Gastes auf einem glatten Linv- leumbvben findet nicht statt. (BGB. § 825, 556, 558.) Der Beklagte besitzt unb fuhrt ein Hotel. Der Kläger nahm bort Wohnung. Er glitt am Nachmittag bes Einmietetags auf bem mit Linoleum bedeckten Fußboden des Spielsaals aus und brach den Linken Oberarm. Der Kläger mochte den Beklagten für ben Schaden verantwortlich und behauptete, das Linoleum sei damals frisch gewachst und an ber Stelle, wo er gefallen fei, besonders glatt gewesen, der Beklagte habe es an entsprechenden Vorsichtsmaßregeln fehlen lassen. Das Landgericht hat bie Klage abgewiesen. Das Oberlanbesgericht München hat bie Berufung des Klägers zurückgewiesen. Aus ben Gründen: Der Besagte haftet dem Kläger, ben er als Gast gegen Entgelt ins Hotel ausgenommen hatte, sowohl als Vermieter nach Paragraphen 536, 538, 278 BGB., wie als Besitzer nach Paragraphen 823 Abs. 1, 931 DGB., wenn ber Unfall auf seine ober seines Personals Fahrlässigkeit zurückzuführen ist. Der Beklagte ist seinen Gästen gegenüber verpflichtet, dafür zu sorgen, daß diese bie ihnen zur Verfügung stehenden Hotelräume tunlichst gefahrlos benutzen können. Unbestritten ist der Kläger am 4. März 1929 auf bem mit Linoleum Gelegten Boden des Speisezimmers zu Fall gekommen. Bestritten ist. ob es gerade an der von ihm behaupteten Stelle war. Die Feststellung dieser Stolle ist nicht von ausschlaggebender Bedeutung für die Entscheidung des Rechtsstreits. Die Der- Wendung von Lino.eum als Bodenbelag in Räumen von Gaststätten ist allgemein üblich unb zweckmähig. Zur Erhaltung des Linoleums ist notwendig, daß es von Zeit zu Zeit gewachst wirb, was vorübergehend eine besondere Glätte des Linoleums zur Folge hat. Es war Ausgabe des Klägers, nachzuweisen, daß sich das Linoleum zur Zeit des Unfalls in einem ordnungswidrigen Zustand befand. Dafür hat bie Beweiserhebung keine Anhaltspunkte ergeben. Es ist nicht bargetan, daß das Wachsen nicht sachgemäß und mit ber erforderlichen Sorgfalt vorgenommen wurde. Die Zeugin, die am Tage vor bem Unfall das Linoleum wachste, spricht wohl davon, daß es wie ein Spiegel glänzte, daraus kann man aber nicht auf eine übermäßige, sich nicht notwendig aus einer sorgfältigen Behandlung des Linoleums ergebenden Glätte schließen. Dagegen spricht vor allem, daß am Tage des Wachsens, einem Sonntag, trotz des starken Verkehrs, keine Klage über zu große Glätte geäußert wurde. Deswegen, weil damals Frost herrschte und Schnee lag. brauchte das Wachsen des ßinoleumd nicht unterlassen zu werden. Cs war lediglich dafür zu sorgen, daß bie hierburch erhöhte Gefahr beim Betreten des frisch gewachsten Linoleums abgeschwächt wird. Man darf aber vom Pe- klagten nicht mehr verlangen, als ihm billig erweise mit Rücksicht auf bie Verkehrssitte zuge- mutet werden farm. Zum Legen von Teppi.Au oder Matten im Speisezimmer war er nicht verpflichtet. Dies ist nicht üblich und auch nicht zweckmäßig. Aus frisch geglättetem Linoleum lose aufgelegte Teppiche ober Matten — ein Festmachen ist untunlich — hätten bie Gefahr des Ausgleitens nur noch verstärkt, da ber Teppich ebenso wie bie Matte leicht rutscht. Läufer, die nicht ben ganzen Doben bebecken, sinb in einem Zimmer bei größerem Verkehr, wie er b am als herrschte, noch gefährlicher. Notwendig war nur, bah die Gäste unmittelbar nach bem Wachsen durch einen auffälligen Anschlag auf bie Glätte des Linoleums aufmerksam gemacht und dadurch zur besonderen Vorsicht ermahnt wurden. Dies ist gegebenenfalls nicht geschehen. Der Unfall hat sich aber erst am Nachmittag des folgen- ben Tages ereignet. Zu d ieser Zeit war eine Warnung nicht mehr nötig. Denn das am Tage vorher, einem Sonntag, vormittags gewachste Linoleum war nach der Beweiserhebung zur Zeit des Unfalls infolge des starken Sonntagsverkehrs bereits wieder rauh geworden. Daran ändert der Umstand nichts, daß zur Zeit des Unfalls vereinzelte Stellen des Linoleums weniger abgetreten und noch glatt gewesen fein mögen. Mit solchen Möglichkeiten muß stets gerechnet toerben. Anders wäre die Sachlage, wenn nicht der starke Sonntagsverkehr dazwischen gelegen wäre und deshalb damit hätte gerechnet werden müssen, daß noch ein großer Teil des Linoleums feine ursprüngliche Glätte behalten hätte. Daraus, daß zur Zeit des Unfalls in der Nähe der Zimmertüre noch eine glatte Stelle war. kann keinesfalls auf ein nicht entsprechendes Verbürsten des Wachses an dieser Stelle geschlossen werden. Diese Glätte war nur darauf zurückzuführen. daß diese Stelle weniger abgetreten war. wie der übrige Zimmerboden. Nach der Beschaffenheit des Linoleums zur Zeit des Unfalls wäre ein Teppichbelag selbst dann nicht mehr nötig gewesen, wenn man solchen für die erste Glätte für erforderlich halten würde. Der- pachtet war der Bellagte, durch entsprechende Fußabstreifer den Gästen die Möglichkeit zu geben, das Schuhwerk tunlichst von Schnee und Eis zu reinigen. Dies ist geschehen. Nach der De- weiserhebung waren beim Eingang von ber Straße her Abstreifeisen und nächst dem Speisezimmer auch ein Abstreifer aus Eisendraht vorhanden Hiernach bestehen keine Anhaltspunkte für ein schuldhaftes Verhalten des Dellagten oder seines Personals. Die Klage wurde daher mit Recht abgewlesen. (Oberlanbesgericht München. I. ZS. Urteil vom 13. 11. 1930, L. 835. 30, Deutsche Richterzeitung vom 15. April 1931.) auch derjenige wirb bestraft, ber es vorsätzlich ober fahrlässig unterläßt, zu verhindern, daß eine zu feiner Hausgemeinschaft gehörige Person unter 20 Jahren dem Gesetz zuwider eine Schußwaffe führt. Eine Ergänzung hat dieses Gesetz durch das Gesetz gegen Waffenmißlirauch vom 28. März 1931 erfahren, welches die Verordnung gegen Waffenmißbrauch vom 25. Juli 1930 abgeloft hat. Danach wird mit Gefängnis bis zu einem Jahre, oder mit Geldstrafe bestraft, wer außerhalb feiner Wohnung, Geschäftsräume oder feines Besitztums Hieb, und Stoßwaffen führt. Dazu rechnen namentlich Degen, Dolche, Gummiknüppel und Schlagringe. Taschenmesser gehören nur dann hierher, wenn sie nachweisbar zu Kampfzwecken mitgeführt werden. Das ist hauptsächlich bei besonderer Gestaltung des Messers (zweischneidig, Größe und Form der Klinge) anzunehmen. Wer gemeinsam mit anderen zu politischen Zwecken an öffentlichen Orten erscheint und dabei bewaffnet ist, wird mit Gefängnis nicht unter drei Monaten bestraft. Alle Mittel zur Bewaffnung kommen hier als Gegenstände in Frage, die als gefährliche Werkzeuge im Sinne des § 223 StGB, anzufehen find, also nicht nur Hieb- und Stoßwaffen, sondern besonders auch Schußwaffen, aber z. B. auch Messer aller Art, Schraubenschlüssel, Spazierstöcke ufro. Im §5 der Verordnung vom 28. März 1931 zur Bekämpfung politischer Aus- schreitungen heißt es endlich: „Wer eine Schußwaffe unbefugt führt und eine Gewalttätigkeit mit ihr gegen einen anderen begeht, oder diese ondroht, wird, soweit nicht die Tat nach anderen Vorschriften mit einer höheren Strafe bedacht ist, mit Gefängnis nicht unter sechs Monaten bestraft. Daneben kann auf Geldstrafe erkannt werden." Eine große Rolle spielt endlich auch die strafbare Handlung des Landfriedensbruchs nach § 125 StGB. Eine solche ist gegeben, wenn sich eine Menschenmenge öffentlich zusammenrottet und mit vereinten Kräften gegen Personen oder Sachen Gewalttätigkeiten begeht. Hier wird jeder, der an dieser Zusammenrottung teilnimmt, wegen Landfrie- densbruchs mit Gefängnis nicht unter drei Monaten bestraft. Die Rädelsführer, sowie diejenigen, welche Gewalttätigkeiten gegen Personen begangen, oder Sachen geplündert, vernichtet oder zerstört haben, werden mit Zuchthaus bis zu zehn Jahren bestraft. Der Landfriedensbruch des § 125 unterscheidet sich nur dadurch von dem Widerstand gegen die Staatsgewalt des § 115 StGB., daß es sich hier nicht um Gewalttätigkeiten gegen Beamte handelt. Oie Fahrgeschwindigkeit des Kraftwagens. Von Dr. jur. Hans Eber. Jeder Kraftfahrer hat bie Verpflichtung, seine Fahrgeschwindigkeit ohne Rücksicht auf etwaige Sonbervorschriften so einzurichten, daß er in dev Lage bleibt, seinen Verpflichtungen als Kraftfahrzeugführer Genüge zu leisten. Er darf nur so schnell fahren, daß er beim Auftauchen möglicher Hindernisse diesen ausweichen ober sein Fahrzeug bremsen kann. Insofern verlangen unsere Gerichte grundsätzlich vom Kraftfahrzeugführer bie Beobachtung einer gesteigerten Sorgfalt und stellen an ihn besondere Anforderungen. Zu dieser Sorgsaltspflicht gehört es auch, daß der Kraftfahrzeugführer mit der Möglichkeit rechnet, daß die Führer anderer Fahrzeuge aus Unkenntnis oder aus sonstigen Gründen die Regeln über die Straßenbenutzung nicht genügend berücksichtigen. Selbst auf die Beachtung der Bestimmungen des Dorsahrrechts darf der Kraft- fahr^eugführer sich nicht ohne weiteres verlassen. Auch hier muß er immer auf «ine lieber tre- tung der Bestimmung über das Dorfahrtsrecht durch andere Fahrzeugführer gefaßt sein und sein Verhalten danach einrichten. Läßt der Kraftfahrzeugführer diese gesteigerte Sorgsaltspflicht außer acht, so kann er unter Umständen wegen der entstehenden Folgen zur Verantwortung, insbesondere zum Schadenersatz herangezogen werden. In einer anderen Entscheidung hat das Reichsgericht bezüglich der Vorfahrtspslicht ausgeführt, daß der Kraftfahrzeugsührer, der hinter einem Radfahrer herfährt, eine so mäßige Geschwindigkeit einhalten muh, daß er seinen Wagenrechtzeitig zum Stehen bringen kann, falls der Radfahrer aus irgendwelchen Gründen zum Anhalten gezwungen ist oder aber in eine Seitenstraße einbiegen will. Besonders verlangen unsere Gerichte von dem Kraftfahrzeugführer, daß er Straßenkurven nur mit verminderter Geschwindigkeit befährt. Es bedeutet eine Außerachtlaf- sung der erforderlichen Sorgfalt, wenn der Krast- fahrzeugführer nicht durch rechtzeitige Ermäßigung ber Fahrgeschwindigkeit dafür sorgt, daß er die Kurve so langsam befährt, daß dadurch nicht etwa das Leben von Mitfahrern ober anderem Straßenbenuhern gefährdet wird. Daß beim Eintreten der Dunkelheit eine besondere Verpflichtung zur Einhaltung nur mäßiger Geschwindigkeit gegeben ist. haben unsere Gerichte schon in mehrfachen Entscheidungen zum Ausdruck gebracht. Die Praris hat bewiesen, daß die nächtliche Beleuchtung, insbesondere von Pferdefuhrwerken auf unbeleuchteten oder nur schwach beleuchteten Straßen und Chausseen, von bem Kraftfahrzeugführer schwer zu erkennen ist. Damit muß der Kraftfahrzeugführer rechnen, und er handelt schuldhaft, wenn er in solchen Fällen seine Fahrgeschwindigkeit nicht so einrichtet, daß er bei Behinderung des Ueberblicks über die Fahrbahn ober bei Beeinträchtigung ber Sicherheit des Fahrens in der Dunkelheit fein Fahrzeug auf kürzeste Entfernung zum Stehen bringen kann. Das Reichsgericht (Juristische Wochenschrift Heft 13/31) vertritt den Standpunkt, daß bie mindeste Forderung, bie ein Kraftfahrzeugsührer zu erfüllen hat, die fei, feine Geschwinbigkeit auf ein Maß herabzumindern, das ihn in den Stand seht, fein Fahrzeug rechtzeitig vor Hindernissen, die im Scheinwerfer! icht auf tauchen, zum Stehen zu bringen. Zu diesem Zwecke hat der Kraftfahrzeugführer die Fahrbahn ständig mit größter Aufmerksamkeit zu beobachten. Das gilt um so mehr, wenn er — wie es häufig geschieht — in der Mitte der Straße fährt, so daß dadurch, insbesondere bei Straßen mit geringerer Breite, bie Möglichkeit eines Zusammenstoßes mit entgegen- kommenden anderen Wegebenutzern besonders begünstigt wird. Für den Kraftwagenführer ist dabei besonders zu beachten, dah er. ganz unabhängig von einem etwaigen strafrechtlichen Ver- fv ulken, allein auf Grund der Bestimmungen des Krafifahrzeuggesehes je nach dem Umstande des Falles die gebotene Sorgfalt walten zu lassen hat. Bach einer anderen Entscheidung des Reichsgerichts — 6. Str.-Sen. 682/30 — berührt die Art, wie ein Kraftwagenführer seinen Dienst verrichtet, die öffentliche Verkehrssicherheit in so hohem Matze, dah die grötzte Sorgfalt beiAus- wahl und Beaufsichtigung des Führers zu beachten ist. Daraus ergibt sich, datz demjenigen, der als Eigentümer eines Kraftwagens einen Kraftwagcnführer anstellt, eine besondere Aufsichtspflicht obliegt. Will er sich von der aus dieser Aufsichtspflicht entspringenden Haftung für den angestellten Fahrer befreien, so mutz der Eigentümer des Kraftwagens den Beweis dafür antreten, dah er seine Angestellten während der Deschäfti- gungszeit auch gebührend überwacht habe. Gelingt ihm dieser Entlastungsbeweis nicht, so bleibt der Eigentümer in jedem Falle für den von seinen Angestellten verursachten Schaden haftbar. Dabei hat der Entlastungsbeweis sich bei Kraftfahrzeugführern im Interesse der öffentlichen Verkehrssicherheit nicht nur darauf zu beschränken, datz der Führer zur Zeit seiner Anstellung die Befähigung und Eignung zur Ausführung der ihm übertragenen Verpflichtungen besessen hat, sondern er ist darauf zu erstrecken, datz der Geschäftsherr sich auch in der Folgezeit über die ordnungsmätzige Verrichtung der Dienstobliegenheiten durch seine Angestellten vergewissert hat. Randnoten. Wir haben leider zu gut abgerüstet, um uns gegen Grenzübergriffe unserer Bachbarn mit Erfolg zur Wehr setzen zu können. Ununterbrochen kommen polnische Flieger zu uns herüber, umkreisen unsere Ortschaften, fliegen Bahnstrecken ab, halten sich über Kasernen auf und schwirren dann sehr vergnügt wieder ab, weil sie wissen, datz wir keine Luftabwehr besitzen und uns schlimmstenfalls damit begnügen, in Warschau einen Protest zu Protokoll zu geben. Uns will scheinen, als ob das Matz unserer Geduld nun restlos erschöpft ist und datz jetzt doch andere Saiten aufgezogen werden müssen. An A b s ch i e - tz e n ist natürlich nicht zu denken, eben weil derartige Akte der Selbsthilfe den Polen nur den Vorwand liefern würden, in unser jeder Verteidigung entblöhtes Land eimufallen. Wir haben aber immer noch den Völkerbund, der darüber wachen soll, datz die Ruhe und Ordnung in Europa nicht gestört wird. Was die Polen betreiben, ist jedoch bewußte Sabotage des Friedensan unserer O st grenze. Es sollte wohl möglich sein, juristische Handhaben zu finden, um den Völkerbundsrat für die polnischen Grenzverletzungen zu interessieren. Dabei mühten wir uns zwar von vornherein darauf einstellen, dah eine deutsche Beschwerde zunächst auf Eis gelegt wird. Sie würde aber doch nicht ganz unbemerkt in den Akten des Rates verschwinden und mühte über kurz oder lang zur öffentlichen Debatte gestellt werden. Bun geben wir gerne zu, dah die Reichsregierung gegenwärtig alle Hände voll zu tun hat. Es wäre aber nicht zu viel ver- . langt, dem Auswärtigen Amt den Auftrag zu erteilen, mit der Langmut und Geduld, die Deutschland bisher an den Tag gelegt hat, Schluß machen und eine energischeBote andie .Genfer Adresse zu richten. Zwischen Polen '*• und Deutschland liegen so viel Konfliktstoffe, dah x-es auf diese Beschwerde mehr wirklich nicht mehr ankommt, um den Dölkerbundsrat aufzurütteln, . der ein Wächter des Friedens sein will, aber an Gießener Stadttheater. Gastspiel des Intimen Theaters Nürnberg: „Familie Hannemann". Das ist ein hochsommerlicher Schwank in Reinkultur, nicht mehr ganz neu, aber offenbar unverwüstlich. Dabei kann man von Glück sagen, daß das Ganze nur drei Akte hat und um 22 Uhr aus ist: dieses Stück ist so angelegt, daß es noch zwei Akte weiter gehen und erst um-vierundzwanzig zu Ende sein könnte, — was selbst um diese Jahreszeit ein bißchen reichlich wäre. * Hier wird das Unmöglichste möglich gemacht. Hier gibt es keine Situation, die nicht herhalten müßte und ausgeschlachtet würde bis an die Grenze des Erträglichen. Keinen Kalauer, der nicht kalten Blutes verschlissen würde. Kein Mißverständnis, das nicht breitgetreten und ausgewalzt würde ... auf Kosten der leisesten Wahrscheinlickkeit und selbst — was schlimmer ist — des guten Geschmackes. Die Autoren, Max Reimann und Dr. Otto Schwartz, haben sich jedenfalls nichts übel genommen. Und der Erfolg, nicht nur bei uns, hat ihnen sogar recht gegeben. * Der Trick dieses Stückes ist der, daß sich ein Junggeselle — seiner alten Tante in Indien zu Gefallen, um sich ihr Wohlwollen und reichliche Geldzuwendungen zu erhalten — nach und nach mit einer stattlichen Familie umgibt, die zwar nur in seiner Phantasie existiert, beim plötzlichen Geburtstagsbesuch der Tante Jutta aus Kalkutta aber sozusagen aus dem Boden gestampft werden muß. Es geht, es dauert, es wird immer doller, das Publikum quiekt, bis die Herren Schwartz und Reimann im dritten Akt ein Einsehen haben und der mit Blindheit ge- schlagenen Tante auf schonende Art die Augen öffnen. * Also eine völlig unverwüstliche Sache auf dem Theater, die denn auch prompt ihre Wirkung tat und einen stellenweise heftigen Lacherfolg erzielte. * Was das Ensemble-Gastspiel des Intimen Theaters in Nürnberg angeht, so darf vielleicht im voraus grundsätzlich festgestellt werden: das hätten unsere Leute mindestens ebensogut gespielt. Womit durch, aus nichts gegen die Nürnberger gesagt sein soll. * Wer die Regie besorgte, war aus dem Programm nicht ersichtlich. Ob damit der Kollektivcharakter dieser Ensembleaufführung betont werden sollte, oder ob es sich um ein Versehen handelte, ist uns nicht bekannt. Es wurde jedenfalls sehr flott gespielt und die gelegentlich bemerkbaren Unsicherheiten mit Routine ausgeglichen. Für den unglücklichen Junggesellen Hannemann setzte sich Herbert Washington, der in den seine Pflichten doch von Zeit zu Zeit etwas unsanft erinnert werden muß. * Der Ausgang der schweren Krise, die hinter dem österreichischen Parlamentarismus liegt, ist der, daß im wesentlichen alles beim Alten bleibt. Der Kanzler ist ausgewechselt, und der Finanzminister, sonst aber sind fast alle anderen Minister übernommen. Ueber die neuen Persönlichkeiten nur ein paar ganz kurze Worte: Dem Bundeskanzler Du re sch rühmt man, große Kunst der Menschenbehandlung und des Ausgleichs nach, Gaben, die er brauchen können wird. Der Finanzminister Dr. Redlich ist vornehmlich Finanztheoretiker. Er war schon einmal im gleichen Amt tätig, in dem unrühmlichen Kabinett Lammasch, das vor der Revolution wenige Tage bestand. Seither war er dauernd an der Har- vard-Universität tätig und hielt sich nur besuchsweise in Wien auf. Er wird seine Wahl wohl vornehmlich seinen guten Beziehungen zu Amerika zu danken haben, die Oesterreich in seine« prekären Finanzlage auch weiterhin brauchen kann. Das stärkste Aktivum aber, das dem Wiener Kabinett seine eigene Bote gibt, ist die Rückkehr Dr. Schobers in das Außenministerium. Der Versuch, einen Kurswechsel zu erzwingen, ist mißglückt, die deutsche Linie der österrei- chischenAuhenpolitikist allen Anfeindungen zum Trotz festgehalten worden. Sie hat eine sehr schwere Belastungsprobe hinter sich, und dah Dr. Schober sich trotzdem wieder durchsetzen tonnte, ist als Beweis dafür anzusehen, wie tief das Zusammengehörigkeitsgefühl mit Deutschland in dem österreichischen Staate verankert ist. Sonst läßt sich schwer dem neuen Kabinett ein Horoskop stellen. Herr D u r e s ch hat auf alle grundsätzlichen Bindungen verzichtet, er hat den Parteien versprochen, was sie haben wollten, und dadurch die Schwierigkeiten, an denen fein Vorgänger Ender gescheitert ist, eigentlich nur vertagt. Vielleicht wäre es an der Zeit gewesen, unter dem Druck der finanziellen Schwierigkeiten so etwas wie ein Konzentrationsministerium zu bilden. Die Bot- wendigkeit dazu ist auch von allen Seiten anerkannt worden. Aber die praktischen Schwierigkeiten zwischen den Christlichen, den Sozialisten, den Grotzdeutschen und den Bauern waren nicht zu überwinden, weil die Sozialdemokraten nebenbei die Gelegenheit benutzen wollten, um ihren Einfluß auf die Leitung der Staatspolitik weitgehend festzulegen. Das ist ihnen nicht gelungen. Die Führung im Staate bleibt auch weiterhin den Händen der drei Mehrheitsparteien. Eine verantwortungsvolle, aber auch eine aussichtsreiche Aufgabe, wenn das Kabinett Burefch — Schober sich in das Programm des nationalen Wiederaufbauwillens hineinlebt und zielbewuht daran festhält, dah auch Oesterreich die Sünden der zehn Bach- kriegsjahre abzubützen hat. dah es vor allem nur gesunden kann, wenn es sich darauf einstellt, dah die Schicksalsgemeinschaft mit Deutschland unzertrennlich ist und dah deshalb alle Bemühungen Frankreichs zur Zerreihung der Zollunion bestenfalls eine vorübergehende Erleichterung schaffen können. Die Rettung Oesterreichs liegt nur darin, dah es gelingt, die Kräfte zu stärken, die in engerer Anlehnung an Deutschland allein zur Gesundung führen können. ""Bei der letzten Umkonstruktton des polnischen Kabinetts hat Marschall P i l s u d s k i seinen Bruder zum Finanzminister gemacht und ihm zugleich die Rolle eines Spardiktators übertragen. Der andere Pilsudski hat sich sofort an die Arbeit gemacht und die ersten Früchte seiner Bemühungen in Form von Richtlinien der polnischen Presse mitgeteilt. Was er sagt, klingt alles ganz gescheit. Kein Zweifel, dah der polnische Derwal- tungsapparat viel zu kostspielig ist. Er soll deshalb abgebaut werden, und gleichzeitig will man die Gelegenheit benutzen, die alten Landesgrenzen, die Augenblicken höchster Not über ein respekteinflößendes Zähnefletschen verfügte, mit Hingabe ein. Das verdächtige Subjekt Bollerkopp wurde von dem Komiker Martin Rosen mit saftigen Pointen aus- gestattet. Als Tante Jutta aus Kalkutta wirkte sehr angenehm und dezent Freya Sturmfels, dem Gießener Publikum von früher her noch in bester. Erinnerung. Vom übrigen Ensemble machten sich insbesondere Karl Ludwig Lindt, Traute Reimann, Kläre Randolf und Karl M o r v i l i u s um die Aufführung verdient. — Das Auditorium schien sich vortrefflich zu unterhalten. hth. Lugenderzieher und Reifebegletter. Don Or. Siegfried Mauermann. 3n den Familien fragen Vater und Mutter: „Wohin schicken wir unser Kind während der Dommerferien?" Der Bachdruck liegt auf dem Worte „schicken". Die gute alte Familienreise wird immer seltener, teils, weil die Kinder, früher selbständig als bisher, ihre eigene Wanderfahrt machen, teils, weil die wirtschaftlichen Böte den Eltern das Mitreisen nicht mehr erlauben. Freilich werden Sommerfrischen, Reiserabattunternehmen, Reifeverbilligungsunternehmen das Ihre tun, um auch den Gehaltsgekürzten das Familienreisen doch noch zu ermöglichen; aber so lockend auch die Anzeigen von See und Gebirge, von Forsthaus und von Gutshof her kommen, einrichten muh man sich doch. Manche Eltern möchten gern auf solche Dommerfrischenangebote ein- ?ehen, wenn sie nur einen zuverlässigen Reise- egleiter für ihr Kind hätten. Da finden sich dann als Zeichen der Zeit Anzeigen, die vom Jugenderzieher als Reisebegleiter sprechen. Ein Jugenderzieher, etwa ein Studienassessor, ein Studienreferendar, ein Predigtamtskandidat treten da am meisten in die Erscheinung. Wo Heranwachsende auf Reisen zu betreuen sind, wird alles, was nach Art und Bildung den Ehrentitel „Jugenderzieher" wahrhaft verdient, in erster Linie in Betracht kommen. Man kann darüber in den Schriften des alten Berliner Pädagogen Wilhelm Münch Nachlesen, der sich viel mit der Frage der Prinzenerziehuiw besaht hat. Bis zu den Persern und ihrem Kyros zurück können wir die Wichtigkeit des Reisebegleiters für Jugendliche verfolgen. Viele unserer großen Dichter haben — zum Teil aus Versorgungsgründen — eine Zeitlang die Rolle des mitreisen- den Hofmeisters spielen müssen. Adel und Hochadel vor allem wußten den Wert solcher mentorartigen Führer zu schätzen. Bei der Familie > von Oertzen war Johann Hinrich Voß, bei der bisher in dem Aufbau der polnischen Provinzialbehörden fest geh alten waren, zu verwischen, aus den ehemals österreichischen, russischen und preußischen Teilen Polens also den Unterbau eines einheitlichen Staates zu schaffen. Wobei freilich hinzuzusügen ist, dah die kulturellen Biveauuntersch'.ede. die sich vornehmlich zwischen Russisch-Polen und Preuhifch-Polen auch heute noch zeigen, in frühestens einer Generation verschwinden werden. Aber das macht Herrn Pilsudski keinerlei Sorge. Die ganze Mahnahme ist für ihn nur Mittel zu einem andern Zweck. Er hat hier sehr geschickt eine Kulisse aufgebaut, hinter der die Terrorisierung der Minderheiten unbeeinflußt vom Auslande künftighin erfolgen kann. Und das ist der eigentliche Grund, weshalb auch Deutschland sich mit dieser „Derwaltungsreform" gründlich beschäftigen muh. Ob die siebzehn Wojewodschaften um fünf vermindert werden, bas ist eine interne polnische Angelegenheit, die uns nichts angeht. Wenn aber dabei gleichzeitig eine Wahlkreisgeometrie betrieben wird, die nur darauf berechnet ist. die Minderheiten zu vergewaltigen. dann haben wir schon ein Recht daran, sehr genau aufzupassen, ob hier nicht der Versuch gemacht wird, auf Umwegen die deutschen Zwangsbürger Polens um ihre ohnehin schon kärglichen Rechte zu betrügen. Und das ist der ganze Zweck der Hebung, Pommerellen wird durch einige konyreh-polnische Kreise vergrößert, ähnlich wird in Posen operiert, gegen die Ukrainer wird noch wesentlich rücksichtsloser vorgegangen. Ueberall wird sich dasselbe Bild ergeben, daß es Bezirke, in denen nationale Minderheiten an sich die Mehrheit ausmachrn, nicht mehr gibt, sie werden durch Hinxulegung rein polnischer Distrikte majorisiert, und Polen hat künftig in Genf die Möglichkeit, die Zahlen so zu frisieren, daß die Minderheiten überall nur einen Bruchteil der rein polnischen Bevölkerung ausmachen. Wie die Dinge sich in Oberschlesien gestalten, das ja noch besonderen Minderheitenschutz hat, läßt sich aus den bisherigen Angaben Pilsudskis nicht ersehen. Auch hier aber wird selbstverständlich das gleiche Experiment gemacht, wenn nicht sogar der Versuch unternommen werden sollte, die ganze Eigenverwaltung Oberschlesiens in irgendeiner Form zu beseitigen und dadurch die Dölkerbundsgarantre auszuschalten. Wir begrüßen es jedenfalls, daß die deutsche Regierung ihren Warschauer Vertreter zu einem eingehenden Bericht aufgefordert hat. um rechtzeitig die Aufmerksamkeit des Völkerbundes auf diese neue Gewalttat lenken zu können. Reparaftonen unb wirtschaftliche LeistimgsWM Von Arthur Zmarzly-Vefrei. Der Gedanke, die politischen Tributzahlungen nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit zu bemessen, durchzieht von Anfang an die Geschichte der Reparationsverhandlungen. Er konnte sich am Konferenztisch aber nie vollständig durchsetzen. Politische Tribute entziehen sich aus inneren Gründen jeder wirtschaftlichen Detrachtungs- weise. Die Wallstreet-Bankleute glaubten vielleicht Deutschland zu nützen, als sie General Dawes beauftragten, diesem Gedanken Geltung zu verschalsen. Das war der erste Irrtum. Das Dawesa bkommen war als Prüfstein für die reparationspolitische Leistungsfähigkeit Deutschlands gedacht. Die Amerikaner stellten sich die Aufgabe, die deutsche Wirtschaft zahlungsreif zu machen. Das war der zweite Irrtum. Die gut verzinsten Milliardenanleihen nützten nicht viel. Kapital allein macht keine Wirtschaft leistungsfähig; es gehören noch viele andere wirtschaftliche Vorbedingungen dazu. Die geborgte Rativnalisierungskonjunktur begann abzuflauen, als Amerika glaubte, genügend Kapital der deutschen Wirtschaft geliehen zu haben. Die europäische Polittk gegen Deutschland setzte dem amerikanischen Kapitalstrom ein festes Ziel. Trotz der ausgiebigen Kapitaldüngung blieb die europäische Wirtschaftsweide politisch versauert. Die Amerikaner hielten es an der Zeit, sich zurückzuzieben. Parker Gilbert trat vor die Front und erklärte, Deutschland sei nun „reif", feste Verpflichtungen zu übernehmen. Bei der Ehrfurcht, die wir damals der finanziellen Allweisheit des reichen Amerikas, unseres größten Privatgläubigers, entgegenbrachten, erschien dieses Reifezeugnis schon als Art Belohnung. Das Dawes-Abkommen wurde mit dem V o u n g- abkommen vertauscht, das zwar die ersten Jahreszahlungen verminderte, aber die Zahlungsbedingungen verschärfte. Der Gedanke, die poli- ttschen Tributzahlungen der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit Deutschlands anzupassen, beherrscht theoretisch nach Ansicht der Amerikaner und der Tributempfänger den neuen Plan. Es war ein grandioser Erfolg: Schon nach 3Vr Dawesjahren war die deutsche Wirtschaft reif geworden, feste Verpflichtungen zu übernehmen. Man ging sogar noch weiter und nahm sich im Voungplan vor, den Tributleistuugen den bösen politischen Charakter zu nehmen und sie in kommerzielle Schulden umzuwandeln. Zu diesem Dehufe mußte man natürlich versuchen, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Deutschlands festzustellen. Auf welche Weise das geschehen ist, ist leider nicht bekanntgegeben worden. Bach den Berechnungen amerikanischer Bankiers —*> wie Herr Larmont von der Morgan-Dank — waren die festgelegten Summen für Deutschland tragbar. Der Leistungsgedanke der amerikanischen Dankleute hatte also einen Sieg erfochten. In Deutschland fand dieser Gedanke viele Anhänger, denn man glaubte, daß die Tribute nun auf ein erträgliches Maß herabgesetzt werden würden. Heute lehnen alle deutschen politischen Parteien den Voungplan ab, aber man versteift sich leider immer noch auf die Idee, die Tribute von der deutschen Wirtschaftskraft abhängig zu machen, obwohl eine derartige Verknüpfung zweier wesensfremder Dinge jede Lösungsmöglichkeit verbaut. Der Gedanke der Leistungsfähigkeit ist im Voung-Abkommen natürlich nicht zur Vollendung gediehen. Die Forderungen der Tributempfänger wurden von vornherein als das Maß für die Wirtschaftskraft des Zahlenden genommen. Diese Untersuchungsmethode wird sich stets bei den Verhandlungen über Tributverpflichtungen durchsetzen, weil sie nie den politischen Machtwillen verleugnen kann. Die wirtschaflliche Tragfähigkeit, die erst nach dem Willen der amerikanischen Bankleute in die rein pvlittsche Betrachtungsweise hineingearbettet wurde, wird immer nur als humanes Mäntelchen dienen. Der Bouna-Plan scheitert nicht nur an seiner politischen Konstruktton und seinen technischen Mängeln; er würde auch absterben.'wenn die deutsche Leistungsfähigkeit viel gründlicher und ohne pvlittsche Beeinflussung geprüft worden wäre. Sehen wir zunächst davon ab, daß keine Regierung dieMacht hat, dasVolk zu zwingen, fich Tribute abzudarben, die seinen Rechtssinn verletzen, so ist der Begriff wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Volkes gar nicht sestzulegen. Es würde an dieser Stelle zu weit führen, näher darauf einzugehen. Bur so viel sei gesagt: Unsere volkswirtschaftlichen Theoretiker stehen dem Auf und Ab der Konjunktur genau so hilflos gegenüber, wie die Wirtschaftspraktiker. Die nationalökonomische Wissen- Familie von Kalb Hölderlin in diesem Sinne tätig. Herder begleitet den Sohn des Fürstbischofs von Lübeck, der junge Goethe reist mit dem Erbprinzen von Weimar. Die Aufgaben eines solchen Hofmeisters und Reisebegleiters waren so lebensschwer, manchmal auch so lebenslustig, daß der Stürmer und Dränger Jakob Michael Reinhold, Goethes Jugendfreund, Lenz, ein Theaterstück über das Schicksal eines Hofmeisters geschrieben hat. Prinzen hatten neben ihrem Zivilerzieher auch einen militärischen und einen staatswissenschaftlichen Beigeordneten. Inzwischen ist aber Bildung und Betreuung des einfachen Mädchens, des einfachen Jungen von allgemeiner Wichtigkeit geworden, und so müssen für sie treue Lebens begleiter, vorbildliche Reisebegleiter ausgewählt werden. Heute muß für die wertvollen Hnbegüterten noch mehr als bisher gesorgt werden; sonst geht unsere in ihrer Ausgleichsfähigkeit wichtige Mittelschicht verloren. Der Reisebegleiter, die Reifebegleiterin solcher Jugend muß vor allem den Wert der Anspruchslosigkeit. den Wert der Sparsamkeit kennen, ohne deshalb zum häßlichen Extrem hier zu kommen. Cs wird sich zunächst für Sommerreifen als Führer der Jugend ein Mensch zwischen 25 und 35 Jahren bewähren, der nicht einen einzelnen führt, sondern eine Gruppe von jungen Menschen; denn eine Gesellschaftsreise vermindert die Unkosten. Zu Altersdistanz, Herzensnähe, Derständnisnähe wird ein gewisser Scharfblick kommen müssen, die rechte Auswahl bei der Zusammenstellung einer Gruppe treffen $u können. Es ist durchaus nicht immer Gleicharttgkeit unbedingt nötig, wohl aber Harmonie, hier in der Parallelität, dort in der gegenseitigen Ergänzung. Die Frage der Regungen die etwa auf bewußte oder auf unbewußte Liebesneigungen deuten könnten, kann man bei munterm Sport, bei tüchtigem Wandern, bei geistiger Ablenkung für alles Baturschöne und ge» schichtlich Große auf der Reise getrost als erledigt betrachten. Ablenken ist hier das Beste; dann jede Vermeidung der Einsamkeit und der Zweisamkeit. Der Führer selbst muß in solchen Dingen natürlich gefestigt sein. Sein praktischer Sinn wird sich bald offenbaren; einmal in der Wahl der Beförderungsmittel, der Unterkünfte und in der Wahl der Hauptreifeziele. Das Sicherste ist immer noch eine Eisenbahn- fahrt. Der Sammelfahrschein für Gesellschafts» reisende, die Wochenendkarte, das alles bringt durchaus gebotene annehmbare Vorteile, die der Jugenderzieher als Reisebegleiter kennen muß. Viele Schulen haben heute ein Landheim mit einem Sommerlager. Das bietet erschwingliche Unterkunft. Freilich darf Ueberanstrengung. dürfen Strapazen und Entbehrungen, so hoch zu schätzen auch die spartanische Abhärtung ist, die eigentliche Sommer-Erholung nicht zunichte machen. Ein Buch, eine Hängematte, ein hübsches Lichtbild, eine kräftige Mittagsmahlzeit, nicht das romanttsche Abkochen, das doch oft nicht viel mehr als das Anrühren einer zu heißen Dünnfuppe bedeutet, das ist alles zu beachten. Wieviel Segen haben auch die Jugend-, die Schüler- und Studentenherbergen gespendet! Auch hierin mutz der Jugendreiseführer Bescheid wissen. Auch hier wieder die Obacht daraus, datz die Unterkunft für Rast und Ruhe da ist. Die Schüler- und Studentenherbergen bestehen seit 1883. die Jugendherbergen seit 1910. Wer die statistischen An- ?aben über diese segensreichen Einrichtungen nach» iest, wird mit Staunen und Freude den groben Aufschwung darin feststellen. Straffe Organisation und wohltätige Gönner und Förderer haben die Zahl solcher Herbergen auf insgesamt nahezu 3000 anwachsen lassen. In erster Linie kommt das deutsche Land, dann vor allem Oesterreich in Betracht. Bestimmen eine günstige Bahnverbindung und preiswerte Unterkünfte die Reiseziele, so trifft der gesundheitlich wie geistig tüchtige und vielseitige Jugendführer seine Aufenthaltsauswahl nach dem Gesichtspunkte des Kennen lernens. Die Altersstufen und das Geschlecht sind dabei zu berücksichtigen. Die Kleinen gehören aufs Land zum Förster und zum Gutsbesitzer. Den Trotzen kann man eher eine Stadt zeigen, freilich nur im Touristentempo. Hamburg mag den Knaben, Dresden den Mädchen mehr sagen. Dort das Hafenleben, gewaltige Technik, hier Kunst, Schmuck und Porzellan, wenn man das nahe Meisten mit» nimmt. Besonders glücklich sind Thüringen und der Rhein. Weimar wird ein Jugend-Reiseführer als die geradezu klassische Stätte schätzen. Für Jünglinge wie für junge Mädchen gleich wertvoll. Eisenach mit der Wartburg und Jena mit dem nahen Rudolstadt, auch Saalfeld, Ilmenau, Baumburg nicht unähnlich. Wieviel bietet Bonn mit Beethoven und Arndt! Dazu der Rhein! Welch eine Andacht vor und in dem Kölner Dom, und wie bilderreich eine Uferfahrt! Und so überall rbeinab-, rheinaufwärts; auch Worms mit seinem Sagenborn sei nicht vergessen. Das Geschichtliche der Hanse an Oft» und Bordsee, das Wetterharte und Truhige dort, Klaus Groth und Theodor Storm geben dem Borden Vorzüge. Musikalische Stammesbrüderschaft zieht nach dem Süden: Bayern, Tirol, Oesterreich bedeuten für viele junge deutsche Menschenkinder eine unbefriedigte Sehnsucht. Beim Besuch aller nicht mitteldeutschen Länder muh von dem Jugendführer gute Beherrschung des Mundartlichen verlangt werden. Und seine Bezahlung? Verschwindend gering. Jugendverbände haben in dieser Hinsicht vorgearbeitet für die kommenden Jugendreisen. Auch an jeder Schule wird sich mindestens eine Dame und ein Herr finden, der die Eltern hierin berät. Bur beizeiten daran denken und gleich vor die rechte Schmiede gehen, das wird die Hauptsache sein. schäft ist weit von dem Zdcalzustanbe entfernt, die in der Wirtschaft herrschenden Gesetze zu erkennen und vorauszusehen, welchen Wirkungsgrad sie erreichen, welche Richtung sie einschlagen, und welchen Wandel sie im Wirtschaftsgefüge herbeiführen. Eie lehnt es deshalb auch mit Recht ab, konjunkturelle Voraussagen zu machen. Der weltweite Wirtschaftsniedergang läßt diS theoretischen Meinungen der DolkSwirtschaftler toll durcheinanderwirbeln. Kein emft zu nehmender Sachkundiger wird sich vermessen, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Volkes auf eine längere Zeitdauer vorauszubestimmen. Sie ist von unendlich vielen Faktoren abhängig, von alten, die wir vielleicht undeutlich zu erkennen vermögen und von neuen, die uns noch vollkommen verborgen bleiben. Die Wirtschaftskraft eines Dol - kesläht sichnicht a m De r h an d l un g ß - tisch berechnen, und die Wirt schäfts- gesehe richten sich nicht nach den guten oder bösen Absichten der Unter- Händler. Das läßt sich an einem Beispiel leicht verständlich machen. Theoretisch wäre es dem deutschen Volke vielleicht möglich, jährlich drei Milliarden Goldmark zu bezahlen — wenn — nur für die deutschen Fertigfabrikate — die Zollmauern auf allen Weltmärkten fallen. Aber auch dann wäre die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Deutschlands auf einen längeren Zeitraum" nicht so unbedingt fest gegründet, denn mit den dann arbeitslosen Völkern ist auf die Dauer eben kein Geschäft zu machen. Wir haben aus den hier dargelegten Gründen mit der Prüfung unserer Wirtschaftskraft bei der Abmessung der Tributdiktate schlimme Erfahrungen gemacht. 3n der ausländischen Presse wird dieser Gedanke schon wieder in den Vordergrund geschoben. Die Reparationsfrage soll wieder auf ein falsches Gleis rangiert werden. Der politische Charakter der Tribute muh unverfälscht erhalten bleiben, da sonst das ganze Problem unlösbar wird und die europäische Krisis sich zu einem Dauerzustand entwickelt. Der Kampf Deutschlands unb seiner wissenschaftlichen Bundesgenossen in der ganzen Welt gegen das Schuldunrecht wird sinnlos, wenn wir uns nicht gegen die Verkoppelung der politischen Tribute mit der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit wehren. Wer die Tributzahlunaen mit der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit Deutschlands verknüpft, macht das Tragen der Kriegslasten zu einer rein deutschen Sache und stützt die Fiktion, als ob ein Land imstande wäre, die Kosten des Weltkrieges und außerdem noch Entschäb^zungen zu zahlen. Die Schäden dieses Krieges können materiell nur durch gemeinsame Anstrengungen aller Kriegführenden wieder gutgemacht toerben. Bundestag des Hessischen Beamlenbundes. WSR. Jugenheim a. d. B., 21. Juni. Der Hessische Deamtenbund hielt gestern und heute im Erholungsheim deS Bundes in Zugenheim seinen 12. Bundestag ab. Am Samstag war bereits eine Sitzung des Gesamtvorstandes zur Vorbereitung deS Bundestages t>orau8geganpen. Der Dundesvorsihende Dr. Clah stellte in seinem Tätigkeitsbericht zu Anfang fest, daß die neue Rotverordnung statt Sanierung nur Rebellierung bringen werde. Der Bund habe sich infolge der Rot der Zeit ganz in Abwehrstellung begeben müssen. Richt alle Dolkskreise seien nach Maßgabe ihrer Leistungsfähigkeit herangezogen worden. Der unsoziale Charakter zeige sich, daß unter Umständen den unteren Beamten bis 162/s deS Gehalts einbehalten würden. Rach dem Kassenbericht und dem Bericht der Rechnungsprüfer setzte eine eingehende Aussprache ein, in der namentlich die Vertreter der Landbeamten ihre Londemöte zum Ausdruck brachten. Bürgermeister a. D. Heß le in, der Schriftleiter des „Deutschen Deamtenbundes", nahm dann zu einigen Spexialsragen aufklärend Stellung. Er fetzte sich nachdrücklich ein für die Erhaltung, nicht aber für die Erweiterung des Berufsbeamtentums. Dann wurden die geschäftlichen Dinge, der Voranschlag, die Wiederwahl des geschäftsführenden Vorstandes usw. einstimmig erledigt. Der nächste Bundestag soll wieder in Zugenheim im eigenen Heim des Bundes abgehalten werden. Zn der Rachmittagssitzung erfolgte die Begrüßung der zahlreichen Ehrengäste. Rach den Begrüßungsansprachen der Ehrengäste und der Parteivertreter nahm der erste Vorsitzende C l a ß das Wort zu einer vom Vorstand ausgearbeiteten Entschließung, die einstimmig angenommen wurde. Die Entschließung hat folgenden Wortlaut: „Die Rot eines großen Teils der Beamtenschaft war seither schon groß, besonders groß bei den Beamten der unteren Besoldungsgruppen, den Staatsdienstanwärtern, den Kanzlei- und Bu- reaugehilfen. Zur Unerträglichkeit steigert sie sich aber durch die neue Rotverordnung, die in brutaler Weise die Beamten in einer Art belastet, daß die wirtschaftliche Existenz vieler Deamten- familien bedroht ist. Mit aller Entschiedenheit lehnt der Hessische Beamtenbund deshalb die drandungdesLebens ZRoman von Käte Lindner. (Copyright 1931 by Verlag Alfred Bechthold in Braunschweig.) 20. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Renate, du bist ein Engel", sagte er dann flüsternd. „Die beste, die gütigste Frau bist du. 3nun er wußte ich das... immer. Aber ich konnte es zuweilen vergessen. Vergib mir, Renate, vergib. Deine Liebe ist langmütig, ich..." Da nahm sie seinen Kopf in ihre Arme, küßte ihn und sah lächelnd in sein Gesicht. „Und die deine, Hansheinrich...? Zch habe wohl gemerkt, wie sie oft Seitensprünge machte, hierhin und dorthin... aber sie kam immer wieder xu mir zurück. Das war mein Trost, ich wollte dich nicht ganz verlieren. Und hier in diesem märchenschönen Lande, da träumte Hans- Heinrich wohl von glutroter Liebe unter Rosen und Zypressen, fühlte sich ganz als junger, forscher Kerl... Za, ja, mein Lieber, du darfst ja nicht so viel sprechen jetzt, dafür rolle ich dir nun dein Sündenregister auf. Du brauchst nur ja und nein zu sagen... Also du kamst voller Erwartungen und wurdest hart enttäuscht. Zst es nicht so? Du nickst... Also weiter. Die heißen Töchter dieses Landes sind schlau. Eine davon lockte den Tedesco mit heißen Augen und roten Lippen und einem bezaubernd gcHÄmnisvollen Lächeln. Ein girrendes Täubchen lockte ihn, voller Erwartungen wollte er sichs einfangen, vergaß alle Vorsicht dabei und hat nun den Schaden davongetragen." „Alles ist, wie cs dein Scharfsinn herausgefunden hat", kam es leise zurück. „Der dumme Tropf hat nun freilich den Schaden und der ist nicht gering, aber du hilfst ihn doch tragen. Und das girrende Täubchen war eine so ehrpusslige kleine Dürgersfrau, Renate, sie hielt so sehr auf Sitte und Anstand, daß alle roten Träume in Richts zerrannen, und der junge, forsche Kerl das Rachsehen hatte." „Rede nicht so viel, Hansheinrich, sei still. Wenn er nur jung und forsch dieses Haus verläßt, dann ist alws gut. Und alles verxiehen, alles. Und jetzt schlafe wieder, Hansheinrich, viel xu lange haben wir uns schon unterhalten für den Anfang, den du heute gemacht hast." Er drückte ihr noch einmal die Hand. „Dank', sagte er leise, „Dank, Renate. Und mein Leben soll mit bem Fortgang aus diesem Hause neu beginnen. Reugeschenkt, auch du mit deiner Herzensgüte. Du sollst dich nicht mehr zu beklagen haben." — Am Rachmittag wurde Renate Besuch gemeldet. Drunten im Besuchszimmer stand Colomba Serra, bunt und heiter anzusehen wie der leuchtende neue Rotverordnung in ihrer heutigen Form ab und fordert nachdrücklich ihre durchgreifende Aen- derung. Sie belastet unter Verletzung der in Artikel 129 der Reichsverfassung garantierten ‘Beamtenrechte und des Derfassungsgrundsahes der Steuergerchtigkeit die Beamten gegenüber leistungsfähigeren Volksschichten stärker, zum Teil über ihre Leistungsfähigkeit hinaus. Sie ist ungerecht, weil sie die einzelnen Volksschichten verschieden behandelt und selbst innerhalb der Beamtenschaft durch nichts begründete Belastungs- Unterschiede macht. Sie ist unsozial, weil sie die kleineren zum Leben kaum reichenden Einkommen nicht schont und damit die wirtschaftlich Schwächsten am stärksten trifft. Sie ist staatsgefährlich, weil sie zur Radikalisierung der Beamtenschaft beiträgt und die Staatsverdrossenheit fördert. Sie ist aber auch wirtschaftsfeindlich, weil sie seitherige sichere Einnahmequellen der Wirtschaft verstopft,... damit die Wirtschaftslage noch unerträglicher gestaltet und das Arbeitslosenelend verschärft. Sie ist empörend und aufreizend für die Beamten des flachen Landes und der kleineren Städte, weil sie diese unter völliger Verkennung ihrer Lebensverhältnisse höher belastet und sie unter Richtachtung der Berufsarbeit zu Beamten minderen Grades herabwürdigt. Sie ist unerträglich besonders für die kriegsbeschädigten Beamten, denen sie im Gegensatz zu allen anderen Derussgruppen eine beispiellose Sonderbelastung auferlegt. Sie stellt endlich eine rücksichtslose Gehaltskürzung dar, die in Verbindung mit der ersten Gehaltskürzung den anerkannt notwendigen Gehaltsausgleich von 1927 vollständig vernichtet. Die hessische Beamtenschaft erwartet deshalb von der Reichsregierung unb dem Reichstag, daß bei der nächsten Rachprüfung der Rotverordnung eine Lastenverteilung vorgenommen wird, die einmal den Derfassungsgrundsah der Steuergerechtigkeit beachtet, zum andern aber auch die Leistungsfähigkeit bet einzelnen Volksschichten berücksichtigt, von der hessischen Regierung und dem Hessischen Landtag wird weiter erwartet, daß mit Wirkung vom 1. Zull 1931 alle die gesetzlichen und verorbnungsmähigen Bestimmungen aufgehoben werden, durch die hessischen ‘Beamten und Anwärtern sowie Kanzlei- und Bureaugehilfen in bezug auf Ausrückung und Beförderung. Gehalt, Vergütung, Wohnungsgeldzuschuh, Kinderzuschläge, Tagegelder, Reisekosten und Arn- Tag draußen. Sie war im schönsten Staat. Gin großes, mit roten Rosen gesticktes Fransen tuch bedeckte ihre Rundlichkeiten, rote Schuhe hatte sie an den Füßen, schwere Ringe an den kleinen Händchen. Ihre schwarzen Augen leuchteten um die Wette mit dem roten Rosenstrauß, den sie als Geschenk für den Kranken mitgebracht hatte. Sie knixte lächelnd und überreichte ihn (Renate mit einem strahlenden Blick. Wie sie sich doch so sehr freue, daß es Herrn Liskow beffer ginge. Zn ihrem drolligen Gemisch von deutsch-italienisch kauderwelschte sie und ließ sich mit Grandezza, um ihre elegante Desuchstoilette nicht zu zerdrücken, nur auf einer Kante des Stuhles nieder, den Renate ihr anbot. Gemeinsam getragene schwere Stunden verbinden. Renate sah mit fast freundschaftlichen Gefühlen auf die hübsche Besucherin, die anscheinend gekommen war, ihr Herz einmal gründlich auszuschütten. Diese deutsche Signora war doch eine feine und Fluge Dame, konnte ihr vielleicht einen guten Rat geben, was nun mit Zulietta anzu- fangen wäre, um sie wieder aus der Leute Mund zu bringen. Ah, diese Zulietta, dieses unberechenbare Kind, das mit seiner unbesonnenen Liebschaft all' ihre schönen und Wohl durchdachten Pläne zunichte gemacht hatte. Mit hochroten Wangen und blitzenden Augen saß Colomba und redete sich, wie immer, wenn sie auf dieses Thema zu sprechen kam, in lohenden Zorn hinein. Za, dieser Russo, der Erzschelm. War dies alles nicht ein schlau durchdachtes, wohlüberlegtes Spiel gewesen, das er getrieben habe mit ihr, der Wirtin des Ortbergo „Zu den tausend Freuden"? Am sie zu überrumpeln, um ihr das Zawork ab- zutrotzen, hatte er das Kind nun so in der Leute Mund gebracht. Wußte er doch nur zu gut, wie sehr sie, Colomba Serra, auf Ehre und Reputation hielt, und nun dies. Das Kind brachte er von der Gasse herein zu nachtschlafender Zeit, daß nun jeder mit dem Finger zeigen konnte auf Zulietta, ihren Augapfel. All ihre feine Erziehung habe Zulietta vergessen. Sie trotze und begehre jetzt auf der Mutter gegenüber. Den Russo Domenico wolle sie und niemals einen andern. Sie esse nicht und weine sich des Rachts in den Schlaf, bleiche Wangen habe das Mädchen bekommen und dunkle Augenringe, und dies alles um diesen Erzschelm. O Madonna! Da fragte Renate ganz unvermittelt in den Redeschwall hinein: „Warum wollen Sie beim durchaus nicht zugeben, daß sich diese jungen Leute heiraten? Wenn sich zwei so lieb haben, wie es doch den Anschein hat dann sollte man ihnen doch nicht im Wege stehen." Auf diese Entgegnung war Colomba nicht gefaßt gewesen. Die Rede verschlug ihr für einen Augenblick, sie wußte keine rechte Antwort. Dann aber sagte sie: zugskosten schlechter gestellt sind, als die vergleichbaren Reichsbeamten. Rach dem Ausruf der Reichsregierung „sind mit den Lasten der neuen Notverordnung die Grenzen dessen erreicht, waS dem deutschen Volk als Entbehrung auferlegt werden kann'. Die darüber hinauSgehende drückende Sonderbelastung der hessischen Beamten kann deshalb nicht mehr aufrechterhalten werden." Der erste Vorsitzende umrih noch einmal daS Programm des Hessischen Beamtenbundes und erklärte. daß der Satz Geltung haben müsse: Erst Brol unb bann Reparationen. Hauptschriftleiter Heßlein, Berlin, sprach anschließend über daS Thcnna .Volksnot und Berufsbeamtentum". Mit einem kurzen Schlußwort des Vorsitzenden Dr. Elast, einem Hoch auf das Vaterland und dem Absingen deS dritten Verses deS Deutschlandliedes fand die eindruck-voll verlaufene Arbeitstagung deS Hessischen 'Beamtentum M ihren AuSklang. „Ein Kind ist doch meine Etta. And der Russo hat sie sich eingefangen mit zuckersüßen Worten und verliebten Blicken. Zehn Zahre älter ist er als daS Kind und trotzt auf und hat immer das letzte Wort. And ich habe mir doch den einstigen Schwiegersohn so ganz anders vorgestellt." Hellauf mußte Renate lachen. „3a, meine liebe Signora Serra, Sie sind eS aber doch nicht, die ihn heiraten will. And wenn er nun schon solch' eine trotzige Art hat, wie Sie den Russo beschreiben, dann tönnte doch am Ende solch ein mannhafter Schwiegersohn auch für Sie und 3hr Geschäft eine rechte Stühe werden. Wie oft haben Sie mir doch baß schwere Leben der alleinstehenden Frau geklagt. And nun, wo einer daherlommt, der weiß, was er will, da ist er 3hnen nicht recht, und Sie möchten einen anderen Schwiegersohn haben. Dabei kommt es aber doch allein auf das Mädchen an.“ Solchen Argumenten gegenüber vermochte Colomba nichts rechtes mehr vorzubringen. Sie erhob sich denn nun auch bald mit einem tiefen Seufzer, der anzeigte, wie schwer ihr daS HÄ^ war, und empfahl sich mit vielen Grüßen an Signore Liskow und guten Wünschen für seine Genesung. And Renate erfaßte noch einmal die Gelegenheit, ihr ins Gewissen zu reden. Sagte, sie solle doch ihren mütterlichen Gefühlen nicht Gewalt antun und sich nicht zwischen zwei, die sich lieb hätten, stellen. And was die 3ugend der 3ulietta anbeträfe, so sei das ja ein Aebel, das mit jedem Tage sich bessere, und ob sie, die Signora, beim schon in reifen 3ahren etwa gewesen sei, als sie gefreit habe? Das könne doch ber Fall nicht gewesen sein, man traue ihr boch kaum eine erwachsene Tochter zu. Das war ein Stich in bas Gewissen. Errötenb geftanb Colomba, bah sie auch eben erst sechzehn gewesen sei, als ihr Philippe sie zur Wirtin seines Hauses gemacht. QTber bas sei eben etwas anberes gewesen, ja, ganz etwas anbered. Aber die Folge bieser Anterredung war, baß Colomba auf bem Rückweg recht nachdenklich würbe. Anb als am Abenb Russo wie jetzt immer Einkehr hielt in ber Osteria, als er sich trotzig an Massimos Seite nieberlieh unb Wein begehrte, ba würbe ihm der Becher zum erstenmal feit langen Tagen ohne böse Blicke unb spitze Redens- arten kredenzt. Die Augen der Wirtin blieben gesenkt und wenn sie auch bas Wort nur an ihre anberen Stammgäste richtete unb ihr zukünftiger Schwiegersohn vollständig Lust für sie war, er konnte doch mit einem befreienden Atemzuge feststellen, daß sie sich wohl so ganz leise und allmählich an den Gedanken gewöhnen würde, ihn unentwegt hier sitzen zu haben. Unb wenn es dauern sollte bis zum jüngften Tage... er würbe nicht weichen, bis sie sich eine« besseren besann. Zwar hatte Zulietta Stubenarrest, unb droben Um die deutschen Hochschul* Meisterschaften in Marburg. in Hockey und Handball. 3m Stadion in Marburg fanden am Dienstagnach. mittag die Spiele der Zwischenrunde um die deutschen hochschulmeisterschaften in hocken und Handball statt. 3n Hockey standen sich die Mannschaften der Technischen Hochschulen Darmstadt und Bwun- schweig gegenüber. Darmstadt konnte das Spiel mit 8:2 Toren für sich entscheiden (Halbzeit 2:1). Bei der Darmstädter Mannschaft war ein vorzüglicher Sturm für den Sieg ausschlaggebend, während bei Braunschweig Verteidigung und Torhüter versagten. 3m Handball stritten die Mannschaften der Technischen Hochschule Darmstadt und der Universität Köln um den Sieg, wobei Darmstadt mit 8:5 Toren gewann (Halbzeit 6:1). Die Darmstädter Mannschaft war den Kölnern in Zuspiel und Fangtechnik bedeutend überlegen. Erst in den letzten Minuten holte Köln etwas auf.. Darmstadt muß um die deutsche Hochschulmeisterschaft nunmehr gegen Berlin spielen. Zußball der Schiedsrichter. Schiedsrichtervereinigung Gießen gegen VfB. Gießen (komb.) 6:2 (3:1). Die Schiedsrichter benutzen die Fußballsperr- zeit zu gelegentlichen Delehrungsspielen, die gleichzeitig auch der Erhaltung der körperlichen Frische unb Elastizität dienen sollen. Das erste Spiel dieser Art fand in Gießen am Samstag statt. Gegner waren: die Schiri-Vgg. Gießen- Buhbach und eine kombinierte Mannschaft des VfB. Gießen. Bei Spielbeginn hatten die Schiris nur zehn Mann unb der Gegner nur neun Mann zur Stelle: als die Feihlenden nach etwa 7 Minuten eintraten, hatten die Pfeifenmänner schon zwei Erfolge durch Roon und Tränker zu verzeichnen. Bald erhöhten sie auf 3:0; bis zur Pause konnten die VfB.er ein Gegentor buchen. Möller (VfB.), der alte Kämpe, brachte durch seine Technik und wohldurchdachte Ball- verteiilung den Sturm oft nach vorn, doch konnte dieser gegen die gute Verteidigung unb die Läuferreihe der Schrris nichts ausrichten, so daß die letzteren durchweg das Spiel beherrschten und ihr Sturm unter Führung von Döttiger dauernd Angriffe vortragen konnte, die auch noch zwei Tore einbrachten. Sodann ging Leut- Häuser in die Stürmerreihe des VfB. vor, die dadurch mehr Durchschlagskraft erhielt und tatsächlich ein Tor aushvlte. Böttiger aber stellte schließlich das alte Torverhältnis wieder her: mit 6:2 ging das interessante Spiel zu Ende. V.f.B. Leichtathletik. Bei den Bezirksmeisterschaflen in Göttingen. Die in Göttingen stattgefundenen leichtathletischen Meisterschaften des Bezirks Hessen-Hannover hatten wider Erwarten eine äußerst starke Besetzung aufzuweisen. Die VfBer stießen auf die besten Leichtahleten des Bezirks; sie konnten aber in sämtlichen gemeldeten Konkurrenzen bis in die Entscheidungen kämpfen. Mohl, Gugel, Steines und Reitz konnten infolge Teilnahme an den HcereSmeister schäften nicht mit von der Partie sein. 100 Meter (12 Teilnehmer): 1. Schaurig, Hessen-Preuhen Kassel 11,2; 2. Erdmann, Hessen- Preußen Kassel, 11,4; 3. Bl ü Iler, VfB. 08 Gießen, 11,5. Müller hatte schlechten Start, so daß er den größten Teil ber Strecke hinten lag. 30 Meter Dorrn Ziel holte er auf, konnte jedoch nur auf dein 3. Platz einkommen. 200 Bieter (12 Teilnehmer): 1. Schaurig, Hessen-Preußen Kassel, 23,2; 2. Klee, AST. Göttingen, 23,3; 3. Müller, DsB.08 G ehen, 23.9; Müller konnte bei weitem seine vorsonntägliche Leistung nicht erreichen. Die Vorläufe über 100 und 200 Bieter konnte Müller gewinnen. 400 Bieter (10 Teilnehmer): 1. Duhr, Hessen-Preußen Kassel, 53,9; 2. Löwenbaum, Hessen- Preußen Kassel, 54; 3. Fischer, VfB.08 Gießen, 55,1. 800 Bieter (9 Teilnehmer): 1. Wolliner, Kurhelsen Kassel, 2:05,5; 2. 3 ä g c r, VfB. 08 Gießen, 2:09,1; 3. Altes, ASC. Göttingen, 2:13,3; 4. H. Simon, VfB. 08 Gießen, 2:13,6. Ein spannendes, scharfes Rennen, - daS den ehemaligen westdeutschen 800-Blctcr-Bleifter in ausgezeichneter Form als Sieger sah. 3 ä g e r und Simon hielten sich sehr gut. Simon führte eine Zeitlang das Feld, ebenso 3äger. Beide mußten sich jedoch im Endspurt Wollmer beugen. 3äger lief ein vielbeachtetes Rennen. 1500 Bieter. Bei 13 Teilnehmern konnte Grölz den vierten Platz in 4:29,3 belegen. 4x400 - Bieter-Staffel (6 Teilnehmer): 1. Hessen-Preußen Kassel 3:42,6; 2. ASC. Göttingen 3:44,5; 3. VfB. 08 Gießen 3:47.2. Gießener Krastsportler in Hersfeld erfolgreich. Am Sonntag fanden in Hersfeld die Meisterschaften deS 7. Kreises bes „Deutschen Athletiksportverbandes" im Gewichtheben, Ringen, Boxen und Rasenkraftsport statt. Aus 15 Vereinen waren 180 Konkurrenten am Start. Cs wurden! gute Leistungen gezeigt. Auch der „l. Gießener Kraft- und Sportklub 1893" konnte zahlreiche Preise erringen. Als besonders gut müssen die Leistungen des Gießener Halbschwergewichtlers Willi 03eilof f im Gewichtheben bezeichnet werden. Er erreichte im Fünfkampf 745 Pfund; so konnte er z. B. beidarmig 200 Pfund zur Hochstrecke stoßen. Ferner gelang eS der Gießener Tauziehmannschaft, den wertvollen Wanderpreis ber Stabt Dießen, ber bei den vorjährigen Meisterschaften von Friedberg gewonnen wurde, nach schärfstem Kampfe zurückzugewinnen. Rachstehenb die Konkurrenzen, in welchen die Gießener Plätze belegen konnten. Gewichtheben: 3ugenbmittelgewicht Wilhelm Schneider 1. Preis. Er war seinen! Gegnern aus Treffurt, Hersfelb unb Marburg weit überlegen. Altersklasse, Schwergewicht: Heinrich Staubach 1. Preis. Altersklasse, Leichtgewicht: Heinrich Hartmann 1. Preis. Aktiv, Mittelgewicht: Albert Forbach zweiter Preis; er erreichte im Fünfkampf 710 Pfunb. Aktiv, Halbschwergewicht: Willi D e 11 o f f erster in Colombos Zimmern sah seit ein paar Tagen Die Base Gelsomina unb paßte auf wie ein Schiehhunb. Richt ein einzigeSmal hatte er ben Versuch machen können, von ber Gartenmauer auS seine Grüße hinüberzusenben in ber Liebsten Kammer. Aber was tat's? Seines MäbchenS war er sicher. Keinem anberen, ber bet Blutter besser gefiel als er, würbe sie ihr Herz unb ihre Liebe schenken. Also hieß es Geduld haben und ab- warten, ob nicht bas Täubchen boch eines TageS ben hartnäckigen Freier in Gnaden aufnahm. Schon ber immer so oft betonten Reputation ihres Hauses halber. Tuschelten boch bie guten Freunde unb getreuen Rachbarn schabenfroh hinter ber schönen Wirtin her, sie gönnten ihr von Herzen bie große Enttäuschung, bie ihr die Etta bereitet. Hatte sie nicht allweil ihre Rase zu hoch getragen unb gemeint, einen Prinzen müsse sie zum Schwiegersohn einmal bekommen? Wozu alle bie Stun- ben bei Maestro unb das feine Getu? Die Strafe war ihrem Hochmut auf bem Fuße gefolgt. 3n aller Leute Blunb war jetzt bie Etta. --- Kaum hatte sich Renate toieber am Fenster in Hansheinrichs Zimmer niedergelassen, kam schon eine andere Besucherin draußen den Gartenweg herauf. Es war Lady Balhmore, die ebenfalls einen großen Blumenstrauß trug. Aenate warf einen Blick auf Hansheinrichs Lager, er schlief noch immer fest. Da huschte sie bie Treppe hinunter unb begrüßte bie Besucherin. Laby Balymore kam mit einem ganzen Sack voll Reuigkeiten. Rachbem sie im Besuchszimmer Platz genommen und wortreich versichert hatte, wie unendlich sie sich doch freue, daß der arme Herr Liskow nun über ben Berg sei unb seiner Genesung entgegengehe, legte sie los. Ob Frau Liskow in ben letzten Tagen Besuch gehabt habe aus bem Hotel? Rein? Also wisse sie das Reueste noch nicht, seit ben aufregenben Ereignissen ber Diebstähle, bie bie Direktion den Gästen zwar habe verschweigen wollen, die aber doch so nach und nach bekannt geworden seien. Sine Enthüllung, bie wie eine Bombe eingeschlagen habe: Dieser russische Eintänzer, bieser Schwarm ber Damen unb Auserwählte Miß GalvestoneS habe zu aller Aeberraschung sein 3nkognito gelüftet unb sich als Graf Alexander Semjonow entpuppt. Anb wie ihr so oft erprobter Scharfblick sie auch in biefem Falle nicht im Stich gelassen habe, Frau Listow solle sich boch batan erinnern, was für Vermutungen sie boch gleich nach seinem Eintreffen zu ihr ausgesprochen habe. Also habe sie doch toieber einmal recht gehabt. Zwar sei er finsterer beim je und hätte sich bei den Damen ein für allemal Der beten, ihn bei feinem Titel xu nennen. Er sei jetzt einfach nicht mehr Signore Petrowitsch, sondern habe sich in einen Signore Semjonow verwandelt, welches Recht ihm zu stehe von Geburt an. (Fortsetzung folgt.) Preis, 745 Pfund: 2. Frick, Polizeischuie Hann.- Münden. Ringen : Jugendschwergewicht: Heinrich C m- merich 2. Preis. Altersklasse, Mittelgewicht: Karl Hartmann 1. Preis. Aktiv, Federgewicht: Hans Kraft 1. Preis. Aktiv, Leichtgewicht: Alois Funk 4.Preis. Rasenkraftsport: Altersklasse, Schwergewicht: Heinrich S t a u b a ch 1. Preis im Hammerwerfen und Steinstoßen. Aktiv, Federgewicht: Hans Kraft 1. Preis im Steinstohen. Tauziehen: „Gießener Kraft- und Sportklub" 1. Preis. Sportklub Treffurt 2. Preis. Handball im Lahn-Oünsberg-Gau. Io. Londorf Doppelmeister. Bei den am Sonntag in Londorf zum Austrag gekommenen Entscheidungsspielen der Jugend- und Seniorenklasse in Handball konnte der Turnverein Londorf beide Meistertitel an sich bringen. Die Spiele Io. Londorf Jugend — Io. Garbenteich Jugend 9:1 (4:0). Die Londorfer Jugend spielte'weitaus über- legen, war körperlich kräftiger und technisch besser. In der 5. Minute ging die Mannschaft m Führung und zur Halbzeit stand das Spiel bereits 4:0 für Londorf. Die Garbenteicher wehrten sich energisch, konnten die Erfolge jedoch nicht verhindern, spielten anderseits selbst nicht rationell genug und gingen leer aus. Rach dem Wechsel zeigten sich die Londorfer weiter überlegen, nach dem 6. Tor erzielte die Jugend Garbenteichs das verdiente Ehrentor, während die Londorfer das Ergebnis bis zum Schluß auf 9:1 stellten. Iv. Londorf I — Iv. Garbenteich I 3:2 (1:2). Der Kampf der beiden Gegner wurde überaus schnell, erbittert und hart durchgeführt, bei dem die Entscheidung erst in der vorletzten Spielminute fiel. Garbenteich ging zuerst in Führung. 12 Minuten später siel der Ausgleich. Der Sturm der Garbenteicher arbeitete zeitweise sehr gut zusammen und stellte die Verteidigung des Gegners auf eine harte Probe. Mancher Torschuß endete allerdings an der Latte. Außerdem war der Londorfer Torwart sehr auf dem Posten. In der 20. Minute fiel ein zweites Tor für Garbenteich. Halbzeit 2:1 für Garbenteich. Rach dem Wechsel sah man zunächst gleichverteiltes Spiel, Londorf arbeitet sodann aber eine leichte Feldüberlegenheit heraus, die indessen nicht zahlenmäßig ausgenützt werden konnte. Vis 10 Minuten vor Schluß stand das Spiel noch immer 2:1 für Garbenleich. Londorf schuf aber schließlich den Ausgleich durch einen unhaltbaren Strafstoß und fast gleichzeitig mit dem Schlußpfiff fiel das siegbringende Tor. Als glücklicher Sieger verließen die Londorfer den Platz. Vom weißen Sport. Gießener lennisklub 1922 gegen Siegener lennisklub Schwarz-weiß 21:3. Siegen brachte eine Mannschaft von 6 Domen und 8 Herren mit, die der Wettspielerfahrung des Gießener Klubs nicht gewachsen war. Sämtliche Damen- Einzel und Herren-Doppel wurden von Gießen glatt gewonnen, während im Herren-Einzel 2 Punkte und im Gemischten Doppel ein Punkt an Siegen fielen. Das genaue Ergebnis lautet: 21:3 Punkte, 42:6 Sätze, 282:165 Spiele. — Der kommende Sonntag ist mit Rücksicht auf das allgemeine Frankfurter Tennisturnier im Palmengarten spielfrei. Arbeiter-Turn- und Sportbund Lollar I — wieseck I 1:1. • Beide Mannschaften standen sich am Samstag in Lollar zum Freundschaftsspiel gegenüber, zeigten aber nicht die gewohnten Leistungen. In der Äitte _ der ersten Halbzeit kam Wieseck zum Führungstor. ' Kurz darauf konnte Lollar aus einem Gedränge heraus den Ausgleich herstellen. Nach dem Seitenwechsel bleibt Wieseck weiter merklich im Vorteil, bis Schluß gelang es aber keiner Partei, an dem bestehenden Resultat etwas zu ändern. Das Spiel litt unter einer sehr schlechten Schiedsrichterleistung. Großen-Linden I — Wieseck Ib 5:6. Beide Mannschaften lieferten sich ein schönes Spiel. Wieseck war zuerst im Vorteil und konnte in kurzen Abständen vier Tore vorlegen. Dann kamen die Großen-Lindener in Fahrt und holten bis Halbzeit drei Tore auf. Nach dem Wechsel gelang es den Gästen, ihre Torzahl auf sechs zu erhöhen, während die Einheimischen nur noch zwei Tore aufhslten. Vorher standen sich die Jugend von Großen- Linden und die zweite Jugend von Wieseck gegenüber. Auch hier konnten die Gäste einen 2:1-Sieg buchen'. Wieseck I. Jugend — Lang-Göns I 11:0. Die Wiesecker lieferten das technisch reifere Spiel und konnten die Gäste mit einer hohen Niederlage abfertigen. Watzenborn I — Grohen-Buseck I 3:1. Die Platzbesitzer gingen zuerst in Führung, Großen-Buseck glich aber bald aus. Die Einheimischen errangen nach dem Wechsel noch zwei Tore, denen die Gäste nichts entgegensetzen konnten. Vorher standen sich die zweiten Mannschaften beider Vereine gegenüber. Auch hier konnten die Einheimischen einen 5:2-Sieg erringen. Rodheim I — Daubringen I 3:0. Rodheim, im Sturm besser, übernahm die Füh- rung; den Gästen blieb jeder Erfolg versagt. Rodheim erhöhte bis zum Schluß auf 3:0 und siegte verdient. Treis a. d. Lda. I — Saasen 1 2:4. Saasen setzte in diesem Spiel seinen Siegeszug fort und siegte verdient. Das Spiel litt unter einer ungenügenden Schiedsrichterleistung. Beim Wechsel führten die Saasener mit 3:2 Toren und konnten nach der Pause den Sieg sicherstellen. Wirtschaft. Weitere Entlastung des Arbeitsmarktes Rach dem Vericht der Reichsanstalt für die Zeit vom 1. bis 15. Ium hat die Entlastung des Arbeitsmarktes in der ersten Hälfte des Monats Juni weitere Fortschritte gemacht: die Bewegung hat sich zwar verlangsamt, war aber günstiger als in dem gleichen Zeitraum des Vorjahres, wo die konjunkturelle Verschlechterung die saisonmäßige Belebung überdeckte . Die Zahl der bei den Arbeitsämtern gemeldeten Arbeitslosen, die am 31. Mai rund 4053000 betrug, ist zum 15. Juni auf rund 4000000 zurückgegangen. In der Arbeitslosenversicherung hat die Zahl der Haupt- unterstühungsempfänger um mehr als 100 000 ab- genommen und lag am 15. Juni bei rund 1 476 000. Die Zahl der Krisenunterstühten hat noch, wenn auch unerheblich, zugenommen, und zwar um 4000 auf rund 933 000. Wenn die Entlastung im wesentlichen durch die Saisonaußenberufe getragen wiiD, so ist doch auch in den übrigen Berufsgruppen eine weitere Aufnahme von Arbeitskräften erfolgt. Die Arbeitsämter konnten in den meisten Bezirken eine lebhafte Vermittlungstätigkeit entwickeln, und zwar vor allem für den Bedarf der Landwirtschaft. Weitere Vermittlungen ergaben sich aus der starken Fluktuation, die sich z. B. im Baugewerbe und in manchen Konsumgüterindustrien in zahlreichen Aufträgen für kurzfristige Beschäftigung auswirkte, sowie ferner aus der Rachfrage einzelner gut beschäftigter Industriezweige nach Fachkräften. Der Arbeitsmarkt der Ange st eilten hat im Laufe des Monats Mai keinen weiteren Rückschlag erlitten. Im Juni konnte jedoch der erreichte Stillstand nicht völlig festgehalten werden. Buhbach—Licher Eisenbahn. ♦ Butzbach, 22. Juni. Gestern fand die Generalversammlung der Butzbach-Licher Eisenbahn statt, der die Sitzung des Aufsichtsrates voranging. Die Berichterstattung des Vorsitzenden Dr. Stephan über die wirtschaftliche Lage der Bahn zeigte, daß die Bahn sich in einer k a t a st r o p h a l e n Lage befindet. Das Geschäftsjahr 1930 schloß schon mit einem Verlust von 70 000 Mark ab, trotzdem man statt des Zugbetriebes in größerem Maße zum Autobetrieb übergegangen war. Auch die ersten fünf Monate des Jahres 1931 zeigen gegen die gleichen Monate des Vorjahres einen Rückgang der Einnahme um ein ganzes Drittel. Während in den Monaten Januar bis einschließlich Mai 1930 trotz der schlechten Wirtschaftslage noch 184 000 Mark eingenommen wurden, kamen in 1931 in der gleichen Zeit nur noch etwa 124 000 Mark in die Kassen. Der ganze Betrieb hätte überhaupt nicht mehr aufrecht erhalten werden können, da auch der Kraftverkehr ein Minus von 5000 Mark ergab, wenn die Bahn nicht noch Vorräte hätte, mit denen sie ihren Betrieb streckte, um den Streckenbau in einigermaßen baufestem Zustand zu halten. Dieser Notlage hat auch der hessische Staat Rechnung getragen, in dem er die Staatssteuern aus früheren Rechnungsjahren niederschlug und sie zu 75 Prozent für das Jahr 1931 stundete, sowie eine endgültige Beschlußfassung bis zum Abschluß des Jahres sich vorbehielt, da erst bis dahin ein rechnerisches Ergebnis vorliegen kann. In der Versammlung wurden dann die ausscheidenden Mitglieder des Aufsichts- rotes, Bürgermeister Geil (Lich), ®eig. Kling (Bad-Nauheim), Pfarrer Nies (Ettingshausen) und Direktor Vogt (Butzbach), wiedergewählt. Nach der Generalversammlung fand eine Versammlung der Obligationäre der Butz- bach-Licher Eisenbahn statt. Diese sollte sich mit der Anregung der Aktiengesellschaft beschäftigen, die in ihrem Besitze befindlichen Obligationen in Aktien umzutauschen und darauf hinzuwirken, daß die Gemeinden in gleicher Weise wie der Staat in der Besteuerung entgegenkomme. Wie der Generalversammlung, wohnten auch dieser Versammlung die Vertreter des Ministeriums und des Kreisamtes Friedberg und Gießen bei und berieten die Gemeindevertreter. Einstimmig wurde das Ersuchen der Bohnleitung auf Umtausch der Obligationen in Aktien ab gelehnt, da die ersteren schon auf Goldwert gesetzt waren und die Aktien als Vorkriegswerte angesehen werden müssen. Die Vertreter der Gemeinden erklärten sich aber bereit, ihren Gemeindevertretern zu empfehlen, für drei Jahre — das laufende und das vorige eingefchloffen — auf die R ü ck z a h l u n g der gekündigten Obligationen und der Obligations- zinfen zu verzichten, um der Bahn ihr Bestehen zu ermöglichen, denn es gehört zu den Le- bensintereffen der Gemeinden, daß die Bahn weiter verkehrt. Die Stillegung des Betriebes würde einen unermeßlichen Schaden für die Gemeinden bedeuten und diese in die Zeit zurückversetzen, in der man stundenweit seine Frachten mit dem Fuhrwerk herbeiholen mußte. Die Gemeindevertreter erklärten sich weiter bereit, bei ihren Ortsvorständen auch dahin zu wirken, daß die Steuern nach dem Beispiel des Staates behandelt werden, solange die Bahn ihren Betrieb im jetzigen Umfang aufrechterhält. Begrüßt werden muß die Zusage des Bahnvorstandes, daß von jetzt ab an den Viehtransportzug, der am Sonntagnachmittag die Strecke Grün- berg — Queckborn befährt, ein Personenwagen angehängt wird, so daß Reisende doch noch den Abendzug in Lich erreichen können. Die Interessenten können schon am Samstag die Abfahrzeiten des Zuges auf den Stcktionen erfahren. * * Der Aktienindex. Der vom Statistischen Reichsamt errechnete Aktienindex (1924/26 = 100) stellt sich für die Woche vom 15. bis 20. Juni aus 73,1 gegenüber 73,2 in der Vorwoche, und zwar in der Gruppe Bergbau und Schwerindustrie auf 66,2 (65,1), Gruppe verarbeitende Industrie aus 63,5 (63,7) und Gruppe Handel und Verkehr auf 96,1 (96,9). Durch die Kurssteigerungen an der Montagsbörse hat sich der Aktienindex stark erhöht. Er stellt sich auf den 22. Juni auf 78,3, und zwar in der Gruppe Bergbau und Schwerindustrie auf 73,7, Gruppe verarbeitende Industrie auf 68,1 und Gruppe Handel und Verkehr auf 100,0. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 24. Juni. Tendenz: un- sicher. Die gestrige Rede des Reichskanzlers wurde von der Börse im günstigen Sinne ausgenommen und bildete zusammen mit dem aus Amerika stammenden Gerücht über einen bevorstehenden ame - ri konischen Kredit an dieReichsbank die Hauptmomente für eine vorbörsliche Befestigung der Kurse. Zu Beginn des offiziellen Verkehrs trat jedoch die zögernde Stellungnahme zu dem Hooverschen Plan stärker in den Vordergrund und rief einige Verstimmung hervor, so daß die vorherigen Kurssteigerungen gänzlich wieder verloren gingen. In Anbetracht der in den letzten Tagen nach der stürmischen Hausse eingetretrnen stärkeren Unsicherheit zeigte sich bei der Bank- kundschast Reigung zu Gewinnrealisationen, die ebenfalls einen Druck, auf das Kursniveau ausübten, zumal auch die Spekulation in Befürchtung einer schwierigen Ueberwindung des Halbjahresultimos eher als Abgeber auftrat. Hinzu kam noch, daß der Dollar wieder eine ziemliche Befestigung zeigte. Gegenüber der bereits etwas schwächeren Abendbörse traten Kursrückgänge um etwa 1,5 bis 2 Proz. ein. Verschiedene Werte, wie Zellstoff Waldho', Schuckert, Rheinische Elektro, und Westeregeln, hatten noch darüber hinaus Verluste bis zu 4,5 Proz. aufzuweisen. IG.-Farben gaben zunächst um 1 Proz. nach, konnten sich aber später im selben Ausmaß wieder erholen. Am Markt der Bauunternehmungen war die Kursgestaltung nicht einheitlich, doch betrugen die Unterschiede nach beiden Seiten nur Bruchteile eines Prozents. Bankaktien waren durchweg behauptet. Reichsbankanteile eröffneten 0,5 Proz. fester. Alt» und Reubesitzanleihe gaben je 0,25 Proz. nach. Reichsschuldbuchforderungen bis 0,5 Proz. niedriger. Goldpfandbriefe bei kleinem Geschäft ziemlich unverändert. Don Liquidationspfandbriefen, die im allgemeinen behauptet lagen, waren Meininger gesucht und etwas fester. Im'Verlaufe hielt die Unsicherheit weiter an. Verstimmung lösten Gerüchte über Personalveränderungen im Reichswirtschastsministerium aus. Das geringe Geschäft bewegte sich nur Innerhalb der Kulisse, da von Publikumsseite keine nennenswerten Kauforders Vorgelegen haben. Am Geldmarkt war Tagesgeld nominal mit 6 Proz. unverändert, jedoch erleichtert, Monats- geld sehr gesucht. Am Devisenmarkt war der Dollar mit 4,21 wieder befestigt. Man nannte Mark gegen Pfunde 20,4915, London gegen Reuhork 4,8660, gegen Paris 124,26, gegen Mailand 92,94, gegen Madrid 50,50, wieder schwächer, gegen Schweiz 20,0875, gegen Holland 12,0875. Berliner Börse. Berl i n, 24. Juni. Heute vormittag und an der Vorbörse nannte man festere Ku rse, zumal die Hoffnungen auf ein Rachgeben Frankreichs bei der Börse noch weiter bestehen. Vor Beginn des offiziellen Verkehrs wurde es wiederum schwächer. Farben, die man vorbörslich mit 138 genannt hatte, gingen im weiteren Verlauf auf 133 zurück. Gegen gestern Schluß ergaben sich kleine A b s ch w ä ch u n - gen, sie gingen jedoch selten über 2 v. H. hinaus. Vereinzelt waren auch Besseruckgen bis zu 2 v. H. festzustellen. Es kam später wieder etwas Ware heraus. Die Spekulation schritt ebenfalls zu Gewinnmitnahmen. Zu berücksichtigen ist natürlich, daß heute der erste Zahlungstag ist. Der Report, der 6 v. H. in der Mitte betrug, dürfte sich um 7,75 bis 8 v. H. bewegen. Bon sonstigen Momenten wäre die weitere Entlastung der Reichsbank erwähnenswert, die erneute Kupferpreiserhöhung um 0,25 Dollar usw. Mit Be- friedigung wurden die Meldungen aus Washington aufgenommen, nach denen die Reichsbank einen Rediskontkredit von der Reu- Yorker Federal-Reserve-Bank und deren andere Zentralbanken erhalten könnte. Es verstimmte, daß der Dollar gegen die Reichsmark wieder fester lag. Kali Aschersleben und Thüringer Gas büßten je 3 v. H., Westeregeln 4 bzw. 4,5 v. H. ein. Stolberger Zink, Ilse, Gesfürel, Akkumulatoren, Svenska und Deutsche Atlanten lagen dagegen fester. Deutsche Anleihen waren ebenfalls schwächer. Ausländer wenig verändert. Türkenlose plus-plus. Der Pfandbriefmarkt war noch nicht zu übersehen. Reichsschuldbuchforderungen: lagen nach festem Beginn später wieder schwächer. Am Geldmarkt war eine Entspannung festzustellen, doch stellte sich der Sah für Tages- gelo auf 6,75 bis 7,75 v. H., Monatsgeld auf 7,5 bis 8 v. H. Im Verlaufe wurde er auf schwächere Auslandmeldungen weiter schwächer, später erholten sich die Kurse meist wieder auf das Anfangsniveau, zum Teil sogar um 1 v. H. barü&er. Gegen 12,45 älhr wurde es dann jedoch wieder unregelmäßig. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 24. Juni. Es wurden notiert: Weizen 295, Roggen 240—242,50, Hafer 197,50—200, Weizenmehl 39,50—40,50, Roggenmehl 32—33,50, Weizenkleie 10, Roggenkleie 11 bis 11,25. Tendenz: Ruhig. Daten für Mittwoch. 24 Juni. Sonnenaufgang 4.10 Uhr, Sonnenuntergang 20.44 Uhr. — Mondaufgang 14.35 Uhr, Monduntergang 0.33 Uhr. — 1777: John Roß, der Entdecker des magnetischen Nordpols, in Wigtownshire geb.; — 1916: Beginn der Sommeoffensive (bis 26. November). Letzte Nachrichten. Oie französische Antwort fertiggestellt. Paris, 24. Juni. (TU. Drahtmeldung.) Um 13 Uhr wurde amtlich mitgeteilt, daß der französische 2U i n i ft e r r a t den endgültigen Wortlaut der (vermutlich sehr umfangreichen) Antwort an den Präsidenten Hoover festgesetzt hat. Ministerpräsident Laval erklärte zum Schluß der Sitzung, daß er vorläufig nicht in der Lage fei, irgendwelche Einzelheiten der Antwort der Oeffent- lichkeit wiederzugeben. Die französische Denk- schrift solle dem Botschafter der USA. im Laufe des heutigen Rachmittags zur Weiterleitung nach Washington übermittelt werden. Die Veröffentlichung des Inhalts werde erst am Freitag erfolgen. Mussolini stimmt dem Hoover-plan zu. Rom, 24. Juni. (WTB. Drahtbericht.) Mussolini hat, wie Agencia Stefani mitteilt, den italienischen Botschafter in Washington beauftragt, den dortigen amtlichen Stellen das Einoerftänd- nis Italiens mit dem Vorschlag des Präsidenten Hoover bekanntzugeben. Die hinter den Papiere Kurszettel i angeführten Ziffern gebt der Berliner und Frankfurter Börse. n die Höhe der zuletzt bejchlofsenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 o.H., Lombardzinsfuß 8 v.H. Franksu n a. 2>l. Berlin Zranklun a. JJl. Berlin ifianifuri a. Ul. Äerlin Banknoten. furd 1-llhr- Äurt hird -un,ang- flurd (Schluß- lurd 1-Uhr- Kurd (Schluß- Anfang- (Schluß- 1-Uhr- (Schluß-, Ansang. __________Derlin, 23. Juni___________ Geld | Zües Datum 23.6. 24.6. 23.6. 24.6. 23.6. Belgische Noten..... • • • • 4,2Z 58,50 112,43 20,488 16,46 169,14 22,07 112,55 4,24 58,74 112,87 24.6. 23.6. 24.6. Dalum 23.6. 24.6. 23.6. 24.6. Dänische Noten......... fRnfpn •>% Deutsche Retchsanleihe d. 192'. 7% Deutsche Neichsanlcthe b.1929 5%% Doung-Anlcihe von 1930 . Deutsche Ant.-Ablos.-Schuld ms, AuSlos.-Rcchtcn...... 80 95 71,5 52,25 5,4 87,5 60,5 — 79,25 — Hamburg-Amerika Pater . . . e 49 — 49,25 44,5 französische Noten ....... 20,568 16,52 169,62 22,15 112,99 — 95,25 69,9 52,25 5,5 88,5 52 5,3 Hamburg-Südam. Dampsschis Hansa Tampsschlss .... Norddeutscher Lloyd .... A.G. für Verkehrswesen Akt. Berliner Handelsgesellschaft . Commerz, und Prlvat-Bank. . 0 . 0 . 6 50,5 48,75 106,75 80 50,75 106 80 49,5 Bereinigte Stahlwerke . . . . 4 Olavi Minen......16’/, Kaliwerke Aschersleben ... 10 46 22,75 120 51 1 46,13 21,75 124,5 45 21,75 121,5 Holländische Noten.... Italienische Noten .... Norwegische Noten .... TeSgl. ohne Auslos.-Rechte . . . 8% Hess. Dolksslaat von 1929 (rückzahlb. 102%)..... 5,15 8 7 106 103 _ 49 106,25 103,5 49,5 106 103,25 Kaliwerke Westeregeln . . . Kaliwerke Salzdetfurth . . . 10 15 127 190 122,75 190 130 193 124,5 192 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling Rumänische Noten........ Schwedische Noten....... 59,01 2,482 112,83 81,59 40,92 73,30 59,25 2,502 113,27 81,91 41,08 73,60 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auolos.-Rechten..... ^armnaoier uno vianonawank 8 Deutsche Bank und 113 — 113 113,25 I. G. Farben-Jndustrie . . . 12 134,5 133,65 136 Schmelzer Noten..... Spanische Noten..... Deutsche Komm. Eammelabl. Dlsconto-Gesellschast. . . Dresdner Bonk...... 6 6 102 102,5 137 94,5 102,5 137,5 102,25 102,5 138 101,75 103,5 Verein, chcm. Industrie Frankfurt a.M......... 49,5 _ Ungarische Noten .... 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse 15 unkündbar bis 1935 .... 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse unkündbar bis 193« Serie 16 *'/i% Franks. Hyp.-Bank Liqu. Psandbriesc...... 49,25 98,25 49,5 Reichsbank........ A.E.G........... Bergmann........ Elektr. LieferungSgefeNschaft. Licht und Kraft...... 12 Echeidcanstalt....... Goldschmidt........ Rütgcrswerke....... Metallgelellschast...... 10 0 5 5 124,5 41 44,5 60 44,25 43 Devisenmarkt Berlin - - Frankfurt a.M. 96 _ . 9 93,5 94,5 68 93,5 59 60 23. Juni 24. Juni 87,5 10 112 111,5 110,25 111,5 107,5 112,9 69,5 Philipp Holzmann..... Zementwerk Heidelberg. . . Ccmentwcrk Karlstadt. . . . Wayß & Jreytag..... 78 77,5 79,75 77,75 Amtliche Notierung Amtliche Notierung <14%^ 8i|clnild)e Hyp^Bank-Ltqu Felten & Guilleaume.... Gesellschaft für Elektrische 6-/2 72 71,5 7 7 O »riet 89,25 100 96 19,5 1,4 16,75 14 84,75 24,25 — — Hclsingsors 10.583 10,603 10,589 10.609 8% Pr. LandcSpsandbriesansial Psandbriesc R. 19..... 100 Unternehmungen .... Rheinische Elektrizität . . . 9 . 9 104 102,5 103,5 103,25 106,5 123,5 152,25 110,75 39,5 69 70,75 60,5 55,25 146,75 53,5 60,75 65,5 30 66,5 47,4 104,5 103,5 121,5 150 Ji 38 69,5 69,5 25 28,75 Wien. . . Prag . . 59,09 12,453 59,21 12,473 59,15 12.465 53,27 12,485 7% Pr. Landespsandbricsanstal Psandbriesc M. 10..... Schuckert & (So. ...... Siemens L Halske..... 11 14 122,75 152 120,75 150,5 39,25 Schultheis Patzenhofer . . . Aku (Allgemeine Kunstseide) Bembcrg......... Zellstoff Waldhof..... 15 134 73 84,5 69,4 73 120,5 26,65 65 41.5 91 223 233 11 32 114,9 133,5 72,5 83 694 120,4 26 63 41,75 224,5 234 Budapest . Sofia . . 73,43 3,044 73,57 3,050 73,48 3,049 73,62 3.055 169,72 112,91 112,91 4% Oesierretchischc Goldrcntc . 4,20% Oesterrctchische Ctibcrrent 4% Ungarische Goldrente . . . 4% Ungarische SlaalSrente v. 191 — 19,9 _ Lahmeyer L Co....... Buderus...... 12 112 39,5 67,5 70 0 O 12 72,13 84 70,5 70 26,75 70,5 83,5 67,5 Holland . OSIo. . . Kopenhagen 169,28 112,66 112,67 169,62 112,88 112,89 169,38 112,69 112,69 — 1,45 16,9 14 1,4 16,3 Deutsche Erdöl...... Gelsenkirchener...... Harpener........ . 6 . 8 Zellstoff Aschaffenburg . . . Dessauer Gas....... Daimler Motoren..... 6 9 O Stockholm London. . Buenos Aire 112,79 20,466 1,332 113,01 20,506 1,336 112,83 20,475 1,320 113,05 20,515 1,324 4,216 58,67 22,07 16,51 5% abgcst. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanlcthc von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anlcthc Serie 1.......... — — 14,13 14,3 Hoesch Eisen....... Deutsche Linoleum .... 6 Ncuyork . 4,205 4,213 4,208 58,55 22,03 16,47 2,45 2,5 2,3 7,13 14.25 5,9 — 8,25 2,4 2,5 2,35 Flsc Bergbau....... Klöcknerwcrke....... Köln-Neuessen....... 10 . 6 ey, 147 52,5 — 52 144 53 60 Orenstein & Koppel .... Leonhard Tietz...... Svenska......... O 8 15 90 227 — Brüssel. . Italien. . Paris . . 58,55 22,025 16,464 58,67 22,065 16,504 AO/ ho/frtl fZpHo II — - Mannesmann.Röhren . . . . 6 65,5 30 46,5 64,5 46,5 Chade.......... 232 10,75 29,9 111,5 Schweiz . 81,55 81,71 41,54 81,96 2,085 81,63 40,51 81,83 2,081 81,79 40,59 81,99 2,085 4% Riimän. vereinh. Rente V.1903 4Vz %Ruinä» .vereinh.Rentev.1913 4% Rumänische vereinh. Rente . L^% 1. Anatolier...... I I 15 2,4 7,1 14,4 5,8 14,1 14,75 5,75 Manssclder Bergbau .... Oberschles. Kokswerke . . . Phönix Bergbau...... Rheinische Braunkohlen . . . Rheinstahl........ . 0 . 8 *V1 64 29,25 66.25 41,5 Frankfurter Maschinen . . . Gritzner......... O 0 — Spanten . Danzig. . Japan . . Rio de Jan. Jugoslawien Lissabon . 41,46 81,80 2,081 0,322 7,438 18,61 14,25 — 10 . 6 159,5 73,75 71,5 158,75 74 157,5 72 Malnkrastwerke Höchst a. M.. Süddeutscher Zucker .... 6 10 110 — 0,324 7,452 18,65 j 0,313 7,449 18,61 0,315 7,462 18,65