“M dir ein oi ert J1’ Hl“ 'Ähi« ftÄ 5* S "6 l-uLL'K ”k" * «!«, «Ä"L^ d- ^d^"ken fit! ^cheiM^Ad seiner 1u\4hSÄ‘ reich-z. ^l- wenn k>te er nicht, , dab chin Avsen 1 ). nicht? Zi. * Tf< *ie ganzen H um das gnädige Vet $ bm doch ; Srum ängstigt« ’ 10 mnge nicht mehr nn Stüber die Wan- n, ichMe sie in das ■ M SchreiW u ‘ra|t du denn immer, den Ledcrdiwan, und ^-uh Knie und strich । während sein Mund 'n lieh. „Mama sagte, n. Da habe ich Sehn- 3 folgt) MMMMMNMNM Men: intersuchuflö ock im neier «***? *1 yci#* ReiD^uo8 k05tet .ßb^'HssenS'e inte*0,? 10. _ Nr. 95 Erstes Blatt 181. Jahrgang Zreitag, 24. April 1951 Eriche,nt tügttch.autz« Sonntag» und Feiertag» Beilagen: Die 3IIu|triertc Gietzener Familien bl ättei Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Bejogrvretr: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspjenntg für Traget» lohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummern Infolge höherer (Bemalt ZernsprechanschlSfle anterSammelnummer2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gieße«. Postscheckkonto: 8ra«’ffurt am Main 11686. SietzenerAiizeiger General-Anzeiger für Oberheffen VniS und Verlag: vrühl'sche Universität Such- und Steindruckerei K Lange in Giehen. Zchriftlettung und Geschästrstelle: Zchulstrahe 7. Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mir Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/, mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr.h.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den AnzeigenteU Max Filler, sämtlich in Gießen. Veneschs Gründe gegen die deuisch-österreichische Zollunion. Oie tschechische Furcht vor einem mitteleuropäischen Block. — Prag kämpft für Erhaltung des politischen und wirtschaftlichen Status quo. Prag, 23. April. (WTD.) Minister des Aeußeren Dr. Benesch gab in den Außenausschüssen beider Kammern ein ausführliches Expose zur österreichisch-deutschen Zollunion. Er bezeichnete den Standpunkt, daß der Zollunüonsplan als wirtschaftliche, unpolitische Aktion in Genf ausschließlich nach der juristischen Seite überprüft werde, als unhaltbar. Man könne doch nicht ernstlich behaupten, daß die Frage irgendwelcher Wirtschaftsoperationen größeren Stils in Europa heute, wo langsam drei Viertel der gesamten europäischen Politik nur Wirtschaftsfragen bilden, eine unpolitische Angelegenheit sei! Hierbei handele es sich um eine Wirtschaftsfrage, die einen speziell politischen Aspekt besitze, den sogenannten Anschluß, von dem sie nicht getrennt werden könne. Jede Zollunion von Staaten wie Deutschland und Oesterreich müsse als ein Schritt zu vollständiger wirtschaftlicher und politischer Unifizierung angesehen werden; die Klausel von der Wahrung der Selbständigkeit der kleineren Staaten habe nur akademische Bedeutung. Die Zollunion solle das Beispiel eines regionalen Uebereinkommens im Genfer Sinne sein. Die beste Antwort darauf sei, daß alle übrigen Interessenten diesen Versuch im Gegenteil als einen ungeeigneten Schritt zur Kooperation ansehen und nicht als Beispiel eines regionalen Uebereinkommens, das zur Einigung Europas führen könnte. Im Gegenteil, er sei ein Schritt zur Sckaf- fung von zwei einander gegenüber» stehenden Blocks. Die Bestrebungen einer sogenannten Oekono» mifierung der Kleinen Entente wurden niemandem geheimgehalten. Sie waren gegen niemanden, weder gegen Deutschland oder Italien oder gegen Oesterreich oder Ungarn gerichtet. Er habe die Notwendigkeit einer eigenen wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Oesterreich und den übrigen mitteleuropäischen Staaten stets betont, aber dabei die Teilnahme bloß einer einzigen Großmacht allein abgelehnt, weil dies eine Störung des europäischen Gleichgewichts gewesen wäre. Er habe eine Gruppierung der kleinen Staaten und dann ihre Angliederung an die drei interessierten Großmächte Deutschland, Frankreich und Italien gewünscht. Der ganze Plan der Zollunion sei, vom wirtschaftlichen Standpunkt aus betrachtet, undurchführbar. Das gesamte europäische Wirtschafts- und Handelssystem sei auf dem Grundsatz der Meistbegünstigung aufgebaut. Eine deutsch-österreichische Zollunion, welche innere Zölle beibehalte, verletze diese Klausel. Die Beseitigung der Klausel würde ein allgemeines Chaos in Europa und den Handelskrieg aller gegen alle bedeuten. Wir können nicht einer solchen Kombination beitreten, wollen wir uns nicht der wirtschaftlichen Bekämpfung seitens der Staaten aussetzen, welche auf die Meistbegünstigungsklausel nicht verzichten. Wir können nicht ein System annehmen, daß die Struktur unseres Wirtschaftslebens umwandeln würde. Ebenso gewichtig sind unsere politischen Gründe gegen den Plan. Politisch würde die Tschechoslowakei in einem 70-Millionen-Dlock fast jede politische Bedeutung verlieren. Och sage dies nicht aus Abneigung gegen die Deutschen. Ich achte Deutschland und die Deutschen, ihre hohe Kultur, ihre Kraft und Arbeitsamkeit. Wir haben aber während des Weltkriegs gelernt, daß die Organisation Europas, so, wie wir sie alle wünschen, nicht durch die vorkriegs- präponderanz eines großen Staates verwirklicht werden kann, welche zu dem großen politischen Block und zum Kriege geführt hat. Eine dauernde Gesundung der europäischen Wirtschaft ließe sich, meinte Dr. Benesch schließlich, durch einen dreifachen Prozeß durchführen: Vor allem eine Stabilisierung der Industrie z ö l l e, dann eine allmähliche Herabsetzung aller Zölle, und schließlich die Angleichung der Zölle für die Hauptprodukte, so daß es zu einer tatsächlichen Angleichung in allen wichtigen Industriestaaten Europas käme, und damit fürganzEuropazu etwas Aehn- lichem, wie es der deutsche Plan für Mitteleuropa sein wolle. Der Zollfriede sei ein gesunder und richtiger Gedanke gewesen. Aber er sei gescheitert. Minister Curtius, so schloß der Außenminister, hat die Frage der deutsch-österreichischen Zollunion aus eigener Initiative auch dem Europakomitee in Eens vor gelegt. Die tschechoslowakische Außenpolitik begrüßt dies. Das ist eigentlich der Weg, den man von Anfang hätte gehen sollen vor der Unterzeichnung des Planes und vor seiner Veröffentlichung als einer fertigen Tatsache. Aber auch mit diesem Schritt kommt die ganze Angelegenheit auf die richtige Linie. Es besteht kein Zweifel, daß damit eine Situation vorbereitet wird, in der wir dann zu einem allgemeinen Abkommen gelangen werden. Oer Eindruck in Berlin. Was sagt das Auswärtige Amt zurBenesch- Rede? Berlin, 23. Avril. (CNB.) Die Rede, die der tschechoslowakische Außenminister heute zur Frage der Zollunion gehalten hat, findet in Kreisen des Auswärtigen Amtes lebhafte Beachtung. Man vermerkt mit Genugtuung, daß die Rede sachlich ist. Das ist um so erfreulicher, als man in der Tschechoslowakei bei der Behandlung des Problems der B e r l i n, 23. April. (TU.) Amtlich. Das Reichs- l tabinett trat am Donnerstagnachmittag unter dem ' Vorsitz des Reichskanzlers und in Anwesenheit des Reichsbankpräsidenten zu seiner ersten Sitzung nach der Osterpause zusammen. Die Beratungen galten zunächst der Festlegung des vom Reichskanzler vor- gelegten Arbeitsprogramms. Der Reichs- finanzminister erstattete alsdann einen eingehenden Bericht über die Finanzlage des Reiches, der Länder und Gemeinden, an den sich der Bericht des Reichsarbeitsministers über die Arbeitslosigkeit und die vom Reichsarbeitsministerium zu erledigenden Aufgaben und der des Reichsverkehrs- minifters über die Lage der Reichsbahn anschlossen. Die Verhandlungen des Relchskabinetts werden am Samstag fortgesetzt. Die politische Arbeit setzte wieder mit einer Reihe von Empfängen und Besprechungen ein. Den Anfang bildete der Besuch des amerikanischen Botschafters beim Kanzler. Dr. Brüning empfing ihn heute um 11 Ahr und legte dem Botschafter in einer längeren Unterhaltung die Lage Deutschlands und den Standpunkt Deutschdeutsch-österreichischen Zollunion bisher selten einen sachlichen Ton angeschlagen hat. Die Befriedigung über diesen Wandel, der sich in Prag vollzogen hat, wird allerdings dadurch beeinträchtigt, daß die Rede Beneschs in ihrem Inhalt viel zu wünschen übrig ließ. Er behauptet z. B., daß die Zollunion als ein politisches und nicht als ein juristi- sches Problem angesehen werden müsse. Demgegenüber darf man darauf Hinweisen, daß Benesch damit in vollem Gegensatz nicht nur zur Auffassung Deutschlands, sondern auch zu der des englischen Außenministers Henderson steht. Aus feiner Einstellung kann man jedenfalls nur entnehmen, daß Prag offenbar befürchtet, die juristische Prüfung der Angelegenheit würde zur Anerkennung der Zollunion führen. Wenn Dr. Benesch weiter der Besorgnis Ausdruck gibt, die Zollunion könne zur Bildung von zwei Blocks innerhalb Europas führen, so wird in Berliner politischen Kreisen dakauf hingewiesen, daß Deutschland nicht im geringsten das Bedürfnis einer Blockbildung empfindet. Dagegen muß bemerkt werden, daß Dr. Benesch sich bisher recht stark im Sinne einer Blockbildung betätigt hat. Man braucht nur daran zu erinnern, wie sehr erbeiderKleinen Entente engagiert ist. Die Reichsregierung ging noch vor zwei Jahren soweit, nicht nur Oesterreich, sondern auch der Tschechoslowakei einen Vorschlag zu einer Angleichung der Wirtschaftssysteme zu machen, die von einer Zollunion nicht weit entfernt sein sollte. Der tschechoslowakische Außenminister hat diesen Vorschlag aber abgelehnt. Ebenso sind Oesterreich durch die Tschechoslowakei verschiedentlich Schwierigkeiten gemacht worden, wenn sich ihm günstige Möglichkeiten auf wirtschaftlichem Gebiet boten. Das war z. B. der Fall bei dem im Jahre 1926 geplanten Präferenzabkommen zwischen Oesterreich, der Tschechoslowakei und Italien; der Vertrag scheiterte kurz vor seinem Abschluß an der Haltung der Tschechoslowakei. land» in der Frage der Hepar Honen dar. Der Botschafter S a ck e 11 fährt bekanntlich morgen nach Amerika. Die Besprechung mit dem Kanzler seht ihn in den Stand, seine Regierung genau zu informieren. Ungefähr gleichzeitig mit dieser Besprechung wurde übrigens der neue Berliner Oberbürgermeister Dr. Sahm vomReichspräsidentenempfangen. Im Anschluß daran wird Dr. Sahm sich auch dem preußischen Innenminister persönlich vorstellen. Der Kabinettsrat hatte mehr die Form einer zwangloseren Besprechung der Reichsminister unter sich. Es kam darauf an, zunächst Klarheit über die nächsten notwendigen Arbeiten zu gewinnen. Die zoll- und außenpolitischen Fragen sind noch nicht zur Sprache gekommen. Oie Kommunisten fordern erneut die Einberufung des Reichstags. Berlin, 23. April. (DDZ.) Die kommunistische Reichstagsfraktion hat einen Antrag eingereicht, der die Regierung auffordert, keinerlei weitere Abbaumaßnahmen Oie erste Kabinettssihung nach denFerien. Oer Reichskanzler informiert den amerikanischen Botschafter über die Reparationsfrage. 1 Oie Ursachen derWirischaftskrisis Europas. Wieder melden sich Aerzte zum Wort, nachdem sie der kranken Wirtschaft Europas den Puls gefühlt haben. Der Präsident des Sta- tzstrschen Reichsamts, Professor Wagemann, sowie der frühere Kolonialstaatssekretär und ausgezeichnete Kenner der internationalen Wirtschaft, Bernhard Dernburg, sind berufen, auf der Maitagung der Internationalen Handelskammer die Ursachen der Wirtschaftskrise sowie ihre zeitliche und räumliche Verflechtung zu untersuchen. Das Ergebnis dieser Untersuchung ist schon vorweg veröffentlicht worden, was als durchaus zweckmäßig bezeichnet Verden muß, weil sich so eine steigende Wirkung auf die internationale öffentliche Meinung erzielen läßt. Professor Wagemann untersucht die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Wirtschaftssystemen und der Wirtschaftskrisis, wobei er zu Feststellungen gelangt, die zum mindesten angehört werden müssen. Wenn einzelne Länder an ,der freien Wirtschaft festhalten und andere Länder dafür durch die öffentliche Hand einen Teil der Produktion und der Verlegung zu binden suchen, während ein räumlich großes Gebiet wie Sowjetrußland ganz aus dem Rahmen füllt, so müssen sich aus diesem Nebeneinander Hemmnisse und Schwierigkeiten ergeben, die sich durch Behelfs- miltel wie zeitlich beschränkte Handelsabkommen nicht überwinden lassen. Es kommt weiter hinzu, daß die T r i b u t b e la st u n g den Kreislauf der internationalen Wirtschaft empfindlich g e - stört hat, insbesondere deshalb, weil die Tri-> dutlast dazu beiträgt, das Produktionskapital salsch zu leiten und zu verteilen. Dernhard Dernburg packt den Stier vollends bei den Hörnern: denn er sagt rundheraus, daß es ohne eine Bereinigung der internationalen Verschuldung keine 11 e b e r w i n d u n g der Wirtschaftskrise gebe und geben könne. Wie anormal die Verhältnisse geworden sind, geht schon daraus hervor, daß es auf der einen Seite Länder gibt, in denen bei großer Kapitaler m u t die Arbeitslosigkeit zu einer politischen und sozialen Gefahr geworden ist, während auf kr anderen Seite gewisse Länder i n K a p i t a l - reichtum förmlich ersticken. Auf die Dauer ist dieser Zustand unhaltbar; es muß unfehlbar der Tag kommen, an dem sich diese gewaltsame und widernatürliche Stockung des Kreislaufs der Wirtschaft in heftigen Erschüt- tcrungen entladet. Es trifft nicht zu, daß das Hinken der Rohstvffpreise eine Umschichtung des internationalen Produktionsprozesses ankündigt, denn dies Sinken ist ja eine Folge der Kreislaufstörung, die mit durch die Anhäufung der Goldvorräte an einer oder doch wenigen Stellen entstanden ist. Wenn die Agrar- und Rohstoffländer dauernd unter Druck gehalten werden, so muß auch ihre Kaufkraft einschrumpsen, die wieder die Voraussetzung dafür ist, daß die Industrieländer ihre Bevölkerung angemessen ernähren können. Eine entfernte Ahnung dieser Zusammenhänge ist nun auch dem Internationalen Arbeitsamt in Genf aufgestiegen, dessen Direktor Thomas soeben Vorschläge veröffentlicht, die Arbeitslosigkeit international durch Ausführung großer öffentlicher Arbei- tc n zu verwinden (bergt, unsere Meldung in Ar. 92 des G. A. vom 21. 4.). Das Internationale Arbeitsamt glaubt, daß als öffentliche Arbeiten dieser Art der Ausbau eines europäischen Wegenetzes, das vorläufig den Kraftwagenverkehr berücksichtigt, in Frage kommen konnte. Run ist in diesen Vorschlägen gewiß ein Fortschritt, in» 'vfern das Internationale Arbeitsamt nicht mehr her Ansicht zu sein scheint, daß allein eine mechanische Verkürzung der Arbeitszeit das Krisen- problcm überwinden könne. Allein, so «rwägens- toert die Vorschläge des Internationalen Arbeits- Mies auch sind, ihre Ausführung ist davon abhängig, das Kapital von einigen Milliarden Merk zu mobilisieren, ohne welches sich der Kri'e Europas nicht beikommen läßt. Der Direktor des Internationalen Arbeitsamts, Albert Thomas, ist Franzose und Sozialist. Als Franzose muh er natürlich wissen, daß es allein Frankreich ist, das über die Ka- vitalmenge verfügt, ohne deren Einsatz die Vorbereitung und Durchführung großer öffentlicher Mrbeiten in Europa nicht möglich ist. Ohne ben guten Willen Frankreichs hat es eigentlich zar keinen Zweck, Pläne auszuarbeiten, die bei tert zehn Millionen Arbeitslosen Europas die Hoffnung erwecken, wieder in den Produktionsprozeß eingereiht werden zu können. Es geht auch nicht an, das Krisenproblem für Europa als ein Ganzes zu betrachten, denn die Ent- behung und Auswirkung der Wirtschaftskrise in einzelnen Ländern ist so grundverschie- ten, daß sie unbedingt besonders behandelt werden müssen. Rur insofern sind die Wirkungen der Krise einheitlich, als sie auf die Ursache der Tributlast zurückgehen, wobei in berücksichtigen ist, daß diese Tributlast ja lichts anderes ist als eine er zw ungene volkswirtschaftliche Leistung ohne I « g e n l e i st u n g. Es ist schon ein Verhängnis aicht nur für Deutschland, sondern für Europa zetvesen, daß 1929, als der Voungplan auf hem Rücken Deutschlands ausgearbeitet wurde, hie deutsche Politik maßgebend von Männern gleitet wurde, deren sozialistische Schulung kein rechtes Verständnis für den kapitalistischen Pro» hullionsprozeß aufkommen lieh. So nur läßt iS sich erklären, daß unS 1929/30 der Voung- plan aufgezwungen werden konnte, wobei noch besonders anzumerken ist, daß die englischen Labour-Minister sich viel weniger sozialistisch befangen zeigten, sondern sehr energisch die kapitalistischen und wirtschaftlichen Interessen Englands wahrten. Aber wenn nun ein französischer Sozialist das Verhängnis der europäischen Kreise riesengroß wachsen sieht, so ist es immer noch möglich, die Gefahr abzuwenden. Einstweilen we:ß auch das Internationale Arbeitsamt keinen anderen Weg als den, dem Europa-Ausschuh bei der Maitagung vorzuschlagen, die Plane des Arbeitsamtes durch einen besonderen Ausschuß prüfen zu lassen. Soviel Zeit hat Europa nicht mehr zu verlieren, um so weniger, als es ja nicht nur auf die Pläne selbst ankommt, sondern auf den guten Willen der Länder, die allein über die finanziellen Mittel verfügen, um das Schicksal Europas höher zu stellen, als die eigene Vorherrschaft. Das Ardeitslosenproblem vor dem Internationalen Arbeitsamf Starke Widerstände gegen die Vorschläge von Thomas. Genf, 22. April. (TU.) Der Verwaltung s- ta t des Internationalen Arbeitsamtes hat befchlossen, die Vorschläge des Direktors Albert Thomas zur Lösung des Arbeitslosenproblems dem europäischen Ausschuh für die Mai-Tagung lediglich als vorbereitendes Studien-Material ohne eigene Stellungnahme zu überweisen. Der Verwaltungsrat beschloß ferner im Hinblick auf den ergebnislosen Verlauf der Verhandlungen der gegenwärtigen Tagung, das Arbeitslosenproblem auf eine der nächsten Tagungen, voraussichtlich jedoch erst im Oktober zur Verhandlung zu stellen. Die Verhandlungen ergaben grundlegende Gegensätze über die geeignetsten Maßnahmen zur Lösung des Arbeitslosenproblems, ohne daß eine Einigung erzielt werden konnte. Die überwiegende Mehrzahl der Redner lehnte die Vorschläge Albert Thomas' als undurchführbar und ungeeignet ab. Dagegen trat der französische Arbeitgebervertreter Lamber t-Ribo t für die Vorschläge Albert Thomas' ein. In der Schluß- aussprache wies der deutsche Arbeitgeberverireter Dr. Krüger darauf hin, daß die ungleiche, lediglich nach politischen Gesichtspuntten erfolgte Verteilung der Goldvorräte eine der Hauptursachen der heutigen Krise sei. Aufgabe des Europa-Ausschusses fei es, darauf hinzuwirken, daß die internationale Wirtschaftspolitik nicht nach politischen, sondern nach rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten geführt würde. Der heutige, außerordentlich mächtige Einfluß der Politik auf die Wirtschaft müsse ausgeschaltet werden. Eine Revision der Wirtschaftspolitik müsse gleichzeitig mit einer Wandlung der Gesinnung durchgeführt werden. Das Internationale Arbeitsamt sei nicht in der Lage, das Arbeitsproblem zu lösen, das lediglich von der wirtschaftlichen Seite aus angegriffen und gelöst werden könnte. Oie russischen Auftrage. Berlin. 24. April. (CRB.) Nachdem durch die Unterzeichnung des deutsch-russi- schenSchluhprotokollsdie Grundlage für die Vergebung der zusätzlichen Sowjetaufträge in Deutschland geschaffen worden ist, sind in den letzten Tagen russischerseits die Verhandlungen mit denverschie- denen deutschen Industriefirmen ausgenommen worden. Zu Abschlüssen im Rahmen des zusätzlichen russischen Auftragsprogramms ist es bisher nur über kleinere Posten Werkzeugmaschinen gekommen, während sich die Verhandlungen über die Vergebung der Bestcl- lungen auf große Aufttäge an die deutsche Elektrizitätsindustrie usw. noch im Anfangsstadium befinden. Die Russen legen großen Wert darauf, die auf Grund des zusätzlichen Aufttagspro- gramms zu bestellenden Anlagen möglichst schnell zu erhalten. Es werden von ihnen daher sehr kurze Lieferfristen gefordert, und zwar nicht nur für Werkzeugmaschinen, sondern auch für die großen Industrieanlagen. AllS zeitig zu enter gehen; denn das werde die Genossen in Harnisch kommen. Er werde Oie Wetterlage. ino» =v g8 _ßo$t Xydl$1jornar»oedecn®wortia»oedecki •Keoen * Schnee c. traupein ■ Neoei K Gewitter.®Windstille. «CK sehr Ulchter Ost y 'Nissiger Südsüdwest stürmischer "ordwesl t»ie Pfeile fliegen mit dem wmde Oie oeicen Stationen stenenden zahlen gehen d.e Temperatur an. Pie Limen verhindert Ort« mit gleichen» auf neeresniVeau umaerechneien Luftdruck Wettervoraussage. An der Vorderseite des kräftigen Tiefdruckgebietes über den britischen Inseln dringt nunmehr bei meist südlichen Winden warme Lust nach dem Festlande vor, die zu Temperaturanstieg führt so daß das seitherige kalte Wetter beendet sein Dürfte. Mit der Zufuhr von Warmluft ist allerdings auch Aufzug von Bewölkung verbunden, so daß auch bei uns mit dem Auftreten von Niederschlägen zu rechnen ist. Aussichten für Samstag: Weitere Erwärmung, dabei stärkere Bewölkung aufkommend und einzelne Niederschläge. Aussichten für Sonntag: Teils wolkig, teils aufheiternd und einzelne Regenschauer. Lufttemperaturen am 23. April: mittags 12,1 Grad Celsius, abends 6,3 Grad; am 24. April: morgens 5,7 Grad. Maximum 12,7 Grad, Minimum 2,7 Grad. — Erdtemperaturen In 10 cm Tiefe am 23. April: abends 9,8 Grad: am 24. April: morgens 6,4 Grad Celsius. — Niederschläge 0,1 mm. — Sonnenscheindauer 4% Stunden, Der Kloitenpakt. Die neuen französischen Vorschläge. London, 23. April. (WTB.) „2imeS“ schreibt: Rachdem der französische Hauptvertreter im Flottenausschuß, Massigli, gestern nachmittag dem Foreign Office eine Abschrift der neuen französischen Vorschläge inoffiziell zugestellt hat, wird heute in London und Rom die offizielle ^Übermittlung erfolgen. Es besteht Grund zu der Annahme, daß der Kem der neuen Vorschläge ist, daß die französische Regierung sich der Auffassung der britischen und der italienischen Regierung anschlieht bezüglich der nächsten drei Jahre, dann aber das Recht beansprucht, ein Jahr vor Ablauf des Londoner Vertrages am 31.Dezember 1936 oder noch früher mit dem Ersatzbau von Schiffen zu beginnen, die zu dem genannten Datum veraltet sein werden. „Times“ erklärt, der französische Vorschlag biete die Schwierigkeit, daß die britische, die amerikanische und die japanische Regierung bereits durch den Vertrag gehn n de n seien, ihre Ersahbauten entsprechend den Bedingungen des Vertrages bis zum 31. Dezember 1936 einzuschränken. Der französische Botschafter in Rom ist am Donnerstag von Grandi empfangen worden. Er durfte bei dieser Gelegenheit die Rots über die neuen französischen Flottenvorschlägo überreicht haben. Heber die Stellungnahme der italienischen Regierung wird an amtlicher Stelle noch Zurückhaltung bewahrt. Die Presse überläßt die Begleitmusik zu dem französischen Schritt ihren Londoner und Pariser Korrespondenten. Der Londoner Vertreter der „Tribuna“ erklärt, daß die Gründe für das von der französischen. Regierung gewählte diplomatische Verfahren schwer zu verstehen seien. Es sei denn, daß die französische Regierung das Flottenproblem auf das Gebiet der Politik zu schieben beabsichtige, um damit die Verantwortung für eine Ablehnung der französischen Vorschläge England und Italien aufzuladen. Dieses Manöver werde aber erfolglos bleiben und die Verantwortung für ein Richtzustandekommen des Flottenvertrages werde auf Paris zurückfallen. Zivilluftfahrt und Abrüstung. Deutschland fordert den Abfchluh eines gesonderten Luftfahrtabkommens. Genf, 23. April. (TU ) Die Reichsregierung hat am Donnerstag dem Generalsekretär deS Völkerbundes eine vom Staatssekretär von Bülow unterzeichnete Rote übermittelt, in der der bereits am 21. März dem Völkerbund in einer Rote zugegangene Antrag auf Abschluß eines internationalen Abkommens über die Zivilluftfahrt näher begründet wird. In der Rote wird erneut auf den bereits in den Verhandlungen deS vorbereitenden Abrüstungsausschusses vertretenen deutschen Standpunkt hingewiesen, daß die Zivilluftfahrt nicht in ein Abkommen über die Herabsetzung oder Beschränkung der Rüstungen hineingehöre. Es wäre ein Widerspruch, wenn man die Zivilluftfahrt erfassen, aber das an einem unbewachten Bahnübergang in einen mit Arbeitern und Arbeiterinnen voll besetzten Autobus, der vollkommen zertrümmert wurde. Rach den bisher vorliegenden Rachrichten wurden 9 Personen getötet und 34 schwer verletzt. Die Eisenbahnstrecke, an der sich das Unglück ereignete, wird heute nur noch feiten befahren, da die "Verbindung, die der Zug aufrecht erhalten sollte, seit einiger Zeit durch einen regelmäßigen Autobusdienst erseht worden ist. Am Donnerstag- nachmittag hatte man aber dennoch einen Zug auf die Strecke geschickt. Der Autobus, der Arbeiter und Arbeiterinnen von der Arbeit nach Hause bringen sollte, kam zu gleicher Zeit am Bahnübergang an, an dem weder eine Schranke, noch ein Signal die Ankunft des Zuges Unzvigt. Der Zusammenprall war nach Angaben von Augenzeugen geradezu furchtbar. Der Autobus wurde von der Lokomotive in voller Breite erfaßt, einige Meter weit mitgerisscn und dann auf den Bahndamm geschleudert. Ein Industriespionagsall zugunsten Rußlands? Wie erst jetzt bekannt wird, wurde in Aachen vor drei Wochen der 37 Jahre alte Diplom- Ingenieur Theodor Pesch unter dem Verdacht der Industriespionage verhaftet. Pesch war Angestellter bei einem großen Werk in Aachen, das splitterfreies und kugelsicheres Glas herstellt. Die Fabrik wurde erst im Jahre - 1929 errichtet und hat die fabrikmäßige Herstellung ihrer Erzeugnisse erst im Jahre 1930 ausgenommen. Sie stellt außer dem splitterfreien Glas auch ein Glas her, das nach dem sogenannten Celluloid-Azetat-Verfahren kugelsicher gemacht wird. Wie weit der Verdacht gegen Pesch zu Recht besteht, muß die Untersuchung ergeben, über deren Ergebnis aus begreiflichen Gründen nichts näheres gesagt werden kann, ebenso wie über die näheren Umstände, die zu der Aufdeckung des Falles führten. Es verlautet jedoch, daß Pesch Kölner und Aachener Kommunisten als Vermittler gedient haben soll. Der britische Vizeluftmarschall tödlich abgestürzt. Das brittsche Lustfahrtministerium gibt bekannt, daß am Donnerstag bei einem Flugzeugzusam- menstoß der Luft-Vizernarschall Felton Besetz Holt mit seinem Führer, dem Fliegerleutnant Moody, tätlich verunglückt ist. Das Unglück ereignete sich in Seahurst Park (Sussex). Der Führer und einzige Insasse deS zweiten Flugzeuges war ein Fliegersergeant, der unverletzt blieb. Vizemarschall Felton Deseh Holt war der Kommandant der Kampfstaffeln der ^britischen Luftverteidigung. Das Flugzeugunglück ist der 17. Absturz von Flugzeugen der briti- schen Luftstreitkräfte dieses Jahres und erhöht die Zahl der Todesopfer auf 37. Ein Raubmord erst nach acht Tagen entdeckt. InReumünster wurde der Lokornottvführer Runge in seiner Wohnung ermordet aufgefunden. Der Tote wies eine Stichwunde nm Hals auf und lag vor seinem Bett. Der Mörder hatte ihn in das Bettzeug eingewickelt. Rach dem ärztlichen Befund ist die grausige Tat schon vor mindestens acht bis zehn Tagen begangen worden. Es handelt sich zweifellos um Raubmord. Deuisch-stanzösische Getdwirtschast. Eine Pariser Großbank entschuldigt sich bei ihren Aktionären. Paris, 24. April. In der Generalversammlung der Crädit Lyonnais erklärte der Aufsichtsratsvorsihende Baron B r i n - card: Wan hat behauptet, daß wir Einlagen unserer Aktionäre in Deutschland untergebracht hatten, Gelder der französischen Sparer, und zwar in Höhe von Milliarden. Man hat sogar von 20 Milliarden gesprochen. Unsere Gesamtbilanz stellt sich aber nur auf 16,5 Milliarden. In der Tat führen wir mit einer gewissen Anzahl erstklassiger deutscher Danken, ebenso wie mit den bestfundierten Danken des übrigen Auslandes, lau- t sende Operationen durch, wie es jede Großbank im Interesse ihrer Kundschaft tun 7 muh. Der Handel Frankreichs mit Deutschland stellt sich auf 4,15 Milliarden für die französische Ausfuhr nach Deutschland und auf 7,91 Milliarden für die deutsche Einfuhr nach Frankreich. Wie sollte ein derartig großer Warenaustausch ohne Geldtransaltio- nen vor sich gehen? Bildet man sich etwa ein, daß diese Geschäfte ohne Scheckzahlungen, ohne Diskontierungen von Wertpapieren, ohne Kreditgewährung verschiedenster Art, ohne die Eroff- nung französischer Bankkonten bei deutschen Danken und umgekehrt durchführbar seien? Abgesehen von diesen lausenden Dankoperationen haben wir an einer einzigen besonderen Transaktion teilgenommen, nämlich an der Diskontierung deutscher Annuitäten, doch hcchen wir erst eingegriffen, nachdem volle Gewißheit darüber bestand, daß dasParlameut diese Operationen für wünschenswert hält. Unsere Deteiligung stellt sich auf 10 Millionen. Im übrigen machen wir darauf aufmerksam, daß die Dilanz der Credit Lyonnais niemals irgendein deutsches Wertpapier ausgewiesen hat noch jetzt ausweist. Tardieu und die Sozialisten. In einer Landwirtschaftsausstellung ausgepsiffen. Paris, 23. April. (TU.) Der ehemalige Ministerpräsident und jetzige Landwirtschaftsminifter tardieu wurde am Donnerstag in Toulouse mit heftigen sozialistischen Protestkund- gedungen empfangen. Tardieu nahm in Begleitung seines Kabinettschefs und des Direktors der Deterinärabteilung im Landwirtschaftsministerium sowie einiger anderer Persönlichkeiten in Toulouse an einer Kundgebung der Landwirtschaftskammer teil. Auf dem Wege zur Landwirtschaftsausstellung wurde Tardieu von einer Gruppe von etwa 100 Sozialisten ausgepfiffen, während andere ihn lebhaft begrüßten. Als er auf dem Ausstellungsgelände angekommen war, wurden die Tore geschlossen, um den Kundgebern den Eintritt zu verwehren. Auf Anordnung eines sozialistischen Stadtverordneten wurde diese Maßnahme jedoch rückgängig gemacht und sofort hatten sich etwa 300 bis 400 Kundgeber zusammengefunden, die dem Landwirtschaftsminister von Stand zu Stand folgten und ihn auspfiffen. Tardieu antwortete hierauf mit dem ihm eigenen ironischen Lächeln und zog verschiedentlich den Hut, um die Angriffe lächerlich zu machen. Schließlich holte er selb st eine kleine Trillerpfeife aus der Tasche und antwortete den Kundgebern auf ihr Pfeifen. Der Besuch der Ausstellung endete schließlich unter dem Lärm der Sozialisten, wobei es verschiedentlich zu leichten Reibereien zwischen Anhängern und Gegnern des ehemaligen Ministerpräsidenten kam. Dor der Landwirtschaftskammer kam es zwischen mehreren hundert Sozialisten und der Polizei zu einer regelrechten Schlägerei, in deren Verlauf die Sozialisten mit Stühlen und Tischen aus den umliegenden Cafts auf die Polizei eindrangen. Berittene Gendarmerie stellte schließlich die Ruhe wieder her. — Als Ursache der Demonstrationen wird eine angebliche Erklärung Tardieus angegeben, die vier Senatoren des Departements Haute-Ga- ronne hätten ihn eingeladen, nach Toulouse zu Abstimmungen. Der Antrag der DVP., dem Referenten für das gewerbliche Unterrichts- we sen beizubehalten, wird gegen die Rechte für erledigt erklärt. Die Stelle ist also mit der Stelle des Direklors der Landesbauschule verbunden. Zu Kapitel 68 (Hochschule Darmstadt) wird in namentlicher Abstimmung mit 38 Stimmen der Sozialdemokraten, des Zentrums und 4 demo- krattschen Stimmen gegen 28 Stimmen der Opposition und den Abg. Reiber bei Enthaltung des Abg. Delp die Zusammenlegung der Pädagogischen Institute oder die Reu- einrichtung zu einem Akt der Verwaltung erklärt. Der Antrag Reiber, die beiden Institute aufrechtzuerhalten, wird in namentlicher Abstimmung mit 41 gegen 24 Stimmen bei zwei Enthaltungen abgelehnt. Dagegen stimmen auch die Kommunisten, während Abg. Wolf-Mainz sich ebenfalls der Stimme enthält. Mit den Stimmen der Koalitionsparteien wird die Entschließung angenommen, die die Regierung ersucht, in Verhandlungen einzutreten über die tunlichst baldig «ErrichtungeinesPädagogi- schen Instituts in Gießen. Staatspräsident Adelung errlärt, daß diese Verhandlungen, soweit das noch nicht geschehen sei, f o f o r t a u f - genommen würden. Der volkspartelliche Antrag, die Ausgaben nur zu bewilligen, wenn der seitherige Zustand bestehen bleibt, wird mit 38 gegen 27 Stimmen bei zwei Enthaltungen abgelehnt. Das Kapitel 68 (Hochschule) wird angenommen. Fortsetzung der Debatte. Die Beratung über die Volksschule wird fortgesetzt, doch sind nur n o ch z w e i Dutzend Abgeordnete anwesend. Abg. Glaser (Lod.) setzt sich ebenfalls für die einklassigen Landschulen und die Gin- aliederung der Fortbildungsschule in die Volksschule ein. Abg. Axt (VRP.) fordert dringend, daß die durch die Besoldungskürzung besonders schwer betroffenen älteren Lehreranwärter finanziell bessergestellt werden. Abg. Dr. Werner (Rats.) kritisiert die Haltung der Regierung, die angesichts der schweren Angriffe auf die höhere Schule auch nicht ein Wort zu deren Verteidigung gesagt habe. Der hohe Wert der höheren Schule für die Bildung der Äugend ist seit Jahrhunderten unbestritten. Ein Zurück ist bei der hauptamtlichen Fortbildungsschule nur von Vorteil. Ein großer Teil der Lehrerschaft vertritt die gleiche Auffassung, die hier entstandenen Schäden schnellstens zu beseitigen. Abg. von der Schmitt (K.) erhebt schwerste Vorwürfe gegen den sozialdemokratischen Kultusminister. Die Sozialdemokratie hat auf schulpolitischem Gebiet in Hessen völlig versagt und die Bildunasinteressen des Proletariats verraten. Neue Abbaumaßnahmen an der Volksschule sind ja schon angekündigt. Die Sozialdemokratie hat ihre Haut völlig dem Zentrum verkauft. Nach persönlichen Erwiderungen der Abg. Winter (Z.), Frau Heraeus (Dntl.), die sich gegen die Auspowerung der Volksschule mit Normal- und Sonderklassen und parteipolitische Mißgriffe in der Schule wenden, und des Abg. Dr. Werner (Nats.) ist die Debatte geschlossen. Ohne wesentliche Aussprache werden die nächsten Kapitel bis zur Abstimmung erledigt. Freitag: Landesuniversität. «*•* Ecke ausws F-4SÄ M-die I" eitern M sv ^u-giie lieb« dtt ÄwJern für fr® wni Mensch nim'y So eil" loi YÄD Kerbers rXk schvarzen und L Locken aus- 3ch kann mir 6 oft an mir elbst St ade Leite M Lend in der v« ein» unter * er von solchem öi ausnehmen ins Die sie nur in „tm iml) w ost mögf spräche mit dem M und an fern « Leise getan W Jahren Em Dol !2Iten und den gut, Venn sich « Krude und W Sevih, die 3u vor allem der 3u Lnd wem der 2 toegnimmt, dann dah es in diesem räumen Aber wc bann nur herein unter die Junge einmal ganz aus Kicht doch besser, der Ferne glaubt, veinschastliche Dao teauficn in der Fr immer die besten Menschen gewesen und 3tr| Gestern abend hi schönerungso rige Sjauptoer, im Gasthaus Sollei tnilglieb Hpotl/eter Seölinungsanfpra^e Weit der Derkehrsn dii dringende Notwe Weil durch die tat von Verwalti Wgleitsberichl üb «Mich, daß der oidMch rege und dir «freulicherweise * ergab. Aus i Mcktoimnen. 2er Kaufmann Loeb Wstssahr 1930 ’ii 2'e reinen Einnahir 10848,16 Wart, bi( Ms 8359,81 Mart, 'N Höhe von 248 mogensbeftanb am fcer Mehreinnahme Abrechnung wurd. —T hor$havn-ü Rach Abschluß des Kürteu-prozeffes. Wird die Todesstrafe vollstreckt? Berlin, 23. April. (TU.) Rachdem gegen den vielfachen Mörder Kürten das n e u n - fache Todesurteil ausgesprochen worden ist, erhebt sich die Frage, ob das Todesurteil nunmehr auch vollstreckt wird, obwohl bekanntlich die preußische Regierung seit der Hinrichtung des Raubmörders Böttcher im Januar 1928 grundsätzlich davonabgesehen hatte, Todesurteile zu vollstrecken. Auch der damalige ReichSjustiz- minister Koch- Weser hatte die Länderregierungen ersucht, vorläufig keine Todesurteile zu vollstrecken und eine Entscheidung des Reichstags über diese grundsätzliche Frage abzuwarten. Es scheint jedoch, daß die maßgebenden preußischen Stellen gewillt sind, den Fall Kürten a l s einen ungewöhnlichen Sonderfall anzusehen, dem die bisherige grundsätzliche De- gnadigungspraxis nicht gerecht werden würde. Man verhehlt sich allerdings nicht, daß damit gleichzeitig die Frage „Todesstrafe oder nicht" erneut angeschnitten und in gewissem Sinne auch präjudiziert werden würde. Don kommunisttscher Seile wird bereits betont, daß, falls das preußische Staatsmin sterium die Begnadigung selbst in diesem ungeheuerlichen Falle aussprechen würde, damit praktisch im Sinne der Abschaffung der Todesstrafe entschieden worden sei. Der formale Gang ist der, daß nach Dorliegen des schriftlich ausgefertigten Urteils die örtliche Gnadeninstanz des Landgerichts Düsseldorf zusammen mit der Staatsanwaltschaft und einem besonders bestellten Rechtsanwalt «in Gutachten auszufertigen hat. Es ist kaum anzunehmen. dah dieses Gutachten eine Degnaoigung befürworten wird. Dann erst, also in einigen Wochen, wird das preußische Staatsministerium endgültig darüber zu befinden haben. Neugierige Fragen. London, 24. April. (WTB.) Auf eine Anfraae im britischen Unterhaus ob Alfons XIII. um eine Aufenthaltsbewilligung für England nachgesucht habe, antwortete Innenminister Clynes in verneinendem Sinne. Auf eine zweite Anfrage, ob er bereit sei, Alfons XIII das Asylrecht zu gewähren, sagte Clynes, die Frage des Asylrechtes sei nicht aufgeworfen worden. Ein anderer Abgeordneter fragte, ob Alfons XIII. einen Sichtvermerk gehabt hätte. Clynes antwortete, der König fei nach England in der gleichen Weise gekommen, wie alle anderen Könige. Einige I Abgeordnete der Arbeiterpartei fragten darauf: I Und Trotzki? 1 10 1b a o «0 < Q Berlin Jan A Wl Still M Makedo Marne "77 \ 4*1 rvaaeriT;___ (lermoot EJNHEITS ä & kv li Laien fast un- Generalvertretung: J. Meyer-Höckell, Frankfurt a.M., Staufenstraße 2. 851V o io1 * 13 VKfl fl .„4(til- W pfti«* M FUM >.. M IBÄW sind, die im Tabakhandel derart hoch bewertet werden, daß ihr Preis dem glaublich erscheinen muß. rum können Ihnen die MAKE DB N ■ ZI BARETTEN einen so hohen Genuss bereiten? Die Zigarette soll dem Raucher Genuß bereiten. Je hoher ihre Qualität, desto großer ist dar Wohlempfinden, das sie hervorruft. Aber nur feinster; abgelagerter Tabak, der den aroma- tischen Duft edler Blumen besitzt, darf für die Herstellung solcher Zigaretten Verwendung finden. Die AAAKE DON-Zigaretten enthalten diesen Tabak. Um dem Raucher einen Begriff zu geben von der Zusammensetzung der Tabake, aus denen die MAKEDON-Zigaretten bestehen, genügt es zu erwähnen, daß einzelne Sorten darunter ■ ■■■■ MWWWWWW» j.......... -! KONZERNFREI Makedon G.m.b.H., Fabrikniederlage Frankfurt a.M., Hanauer Landstr. 147/149, Tel. Carolus 40441 bester Ordnung befunden, so daß die Versammlung sämtliche Berichte genehmigte und dem Rechner und Gesamtoorstand einstimmig Entlastung erteilte. Als Rechnungsprüfer für das gegenwärtig laufende Geschäftsjahr wurden die Herren Kaufmann Carl Schulze und Kaufmann Josef Röder, die diese Acmter bisher schon bekleidet haben, erneut gewählt. Bei der Neuwahl des Ausschusses, der aus seiner Mitte den geschäftsführenden Vorstand zu wählen hat, wurden die bisherigen Mitglieder einstimmig wiedergewählt; es sind dies folgende Herren: Apotheker Schwieder, Oberforstmeister Dr. Schüz, Derwaltungssekretär Maus, Kaufmann Loeb, Beigeordneter Dr. Hamm. Redakteur Slum« schein, Hotelbesitzer Schwab. Kaffeehausbesitzer Schwarz, Oberforstmeister Nicolaus, Regierungsrat Wolf, Kaufmann W. Horn, Syndikus Dr. Zeidler, Syndikus Röhr, Metzgermeister Vogt, Kaufmann Weidig, Kaufmann Falken- stein, Elektrizitätswerksdirektor Stolte, Uhr- machermeister Marx, Steuerinspektor Klemm- rath und Geheimrat Professor Dr. Mitter- meier, ferner wurde in den Ausschuß einstimmig neugewählt Kaufmann Baer, Inhaber der Firma C. Frensdorf. Anschließend hielt Gartenarchitekt Schwarz (Gießen) einen fesselnden Vortrag über das Thema „Verkehr und Heimat", in dem er den starken Nutzen schöner Anlagen- und Geländegestal- tung für die Verkehrswerbung eindringlich darlegte. Eine Anzahl Lichtbilder ergänzte das gesprochene Wort. Zum Schlüsse beschäftigte man sich noch mit einer Reihe von Angelegenheiten, bei denen es sich zum großen Teil um Fahrplanfragen und die Biebertalbahn handelte. Eßt mehr Seefische. Auch in diesem Jahre findet in der Zeit vom 26. April bis 2. Mai im ganzen Reiche wieder eine Seefisch-Werbewoche statt. Breite Schichten der Bevölkerung sollen dadurch wieder auf die Seefischnahrung und ihre hohe Bedeutung für die Gesundheit der Menschen aufmerksam gemacht werden. Der Seefisch muß mehr als bisher Volksnahrungsmittel werden. Mit dem Brot des Meeres, den eßbaren Seefischen aus deutschen Fängen, kann der Lebensmittelmarkt sehr reichlich beliefert und der Ernährungsbedarf des deutschen Bolkes befriedigt werden; ferner ist eine weise Abwechselung in der Ernährung der Gesundheit sehr dienlich. Auch in volkswirtschaftlicher Hinsicht ist erhöhter Seesischverbrauch außerordentlich bedeutsam. Durch vermehrten See- fischgenuh kann sich Deutschland zu einem erheblichen Teile von der Einfuhr ausländischer Lebensrnittel, die viel Geld kostet, frei machen. Deutsches Geld bleibt hierdurch im Lande, kommt der deutschen Produktion und unseren Arb i skräften zugute. Die gegenwärtige Aufklärung erfolgt mit dem besonderen Hinweis, daß man auch in der wärmeren Jahreszeit Fische unbedenklich essen kann. Gerade im Sommer sind die Seefische sehr nahrhaft und wohlschmeckend. Durch entsprechende Vorkehrungen ist dafür gesorgt, daß die Seefische in tadellosem Zustande von det Küste bis zum Verbraucher nach den entlegensten Teilen Deutschlands gelangen. Daten für Samstag, 25 April. Sonnenaufgang 5.12 Uhr, Sonnenuntergang 19.35 Uhr. — Mondaufgang 10.23 Uhr, Monduntergang 2.38 Uhr. 1599: der Staatsmann Oliver Cromwell in Huntington geboren; — 1874: der Physiker Guilelmo Marconi in Griffone bei Bologna geboren. Vornotizen. — Tageskalender für Freitag. Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Seine Freundin Annette". — Astoria-Lichtspiele: „Karibou". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute bleibt das Theater geschlossen. Morgen Samstag als Vorstellung im Freitag-Abonnement Gastspiel des Opernensembles des Mainzer Stadttheaters mit d'Alberts Oper „Die toten Augen". Inszenierung: P. Weibleder; Stabführung: Adolf Kienzl. Hanna Gorina, eine weit über Mainz hinaus bekannte Sängerin, singt die „Mhrtocle". Die Intendanz macht darauf aufmerksam, daß während des Vorspiels die Türen geschlossen bleiben müssen. Beginn pünktlich 20 116r, Ende 22 Uhr. Opernpreise. — Sonntag, 26. April, 11.45 Uhr letzte Wiederholung der mit großem Beifall aufgenommenen Hans-Sachs- Spiele („Die junge Witfrau Franziska", „Das heiße Eisen" und „Sankt Peter auf Erden"). Spielleitung Dr. Karl Ritter, der auch den Einführungsvortrag über die dramaturgische Bedeutung der Hans-Sachs-Spiele hält. Schüler erhalten zu dieser Vorstellung ermäßigte Preise. Ende 13 Uhr. Um 18.30 Uhr als Fremdenvorstellung und zum letztenmal Bernhard Blumes Lustspiel „Feurio!". — Zur Baumblüte an die Bergstraße. Das Hapag-Reisebureau in Gießen veranstaltet am Sonntag, 26. April, eine Omnibus» Gesellschaftsfahrt zur Baumblüte an die Bergstraße. Die Fahrt (Abfahrt 8 Uhr am Cafö Hettler) führt über Frankfurt nach Darmstadt, über Ober-Ramstadt durch das Modautal nach Lindenfels. Die weiteren Stationen sind Bensheim, Auerbach, Jugenheim, Seeheim, schließlich führt die Fahrt zurück nach Darmstadt und Frankfurt, dann über den Taunus nach Bad 'Homburg. Die Reise schließt einige längere Pausen in sich; gegen 22 llhr werden die Teilnehmer wieder in Gießen eintreffen. Siehe heutige Anzeige. ** Sondervorstellung im Gießener Städttheater. Gestern nachmittag fand im Stadttheater eine Sondervorstellung für Erwerbslose statt, die von der Volkshochschule angeregt war. Die Eintrittspreise waren dementsprechend sehr niedrig gehalten. Das Theater war bis auf den letzten Platz besetzt. Zur Ausführung gelangte Shakespeares Lustspiel „Der Widerspenstigen Zähmung"; das Stück ging sehr flott über die Bühne, und das dankbare Publikum spendete zum Teil bei offener Bühne herzlichen, zum Schluß stürmischen Beifall. Die Aufführung dürste den vielen, die nicht oft Gelegenheit haben, das Theater zu besuchen, viel Freude bereitet haben. ** E i n militärisches Ermittelungsverfahren. Rach dem kürzlich berichteten Selbstmord eines Soldaten der hiesigen Reichswehrkapelle wurden in einem Teil der Presse schwere Vorwürfe gegen Obermusikmeister Löber erhoben und dabei auch ein früherer Fall mit erwähnt, in dem ein Obergrenadier der Kapelle einen Selbstmordversuch unternommen hatte und schließlich fahnenflüchtig geworden war. In den Presseartikeln war u. a. behauptet worden, Obermusikmeister Lö ber habe sich schwere Schikanen und Mißhandlungen seiner Untergebenen zuschulden kommen lassen. Wie die Telegraphen- Union heute aus Berlin berichtet, wird vom Reichswehrmini sterium mi tgeteilt, daß die sofortige Untersuchung die Richtigkeit der in den Presseartikeln behaupteten krassen Fälle nicht ergeben habe. An dem Selbstmord und an dem Selbstmordversuch trage Obermusikmeister Löber keine Schuld. Der Öbergrenadier habe viele Schulden gehabt, so daß der Selbstmordversuch erklärlich sei. Da jedoch festgestellt worden sei, daß Obermusikmeister Löber sich nicht richtig gegen seine Untergebenen verhalten habe, sei ein Vers ähren gegen ihn eingeleitet worden. Wie wir dazu weiter hören, ist das Er- mittelungsve cf ähren seitens des Bataillons mittlerweile zum Abschluß gekommen. Die Entscheidung über die weitere Behandlung der Angelegenheit dürfte in aller Kürze zu erwarten fein. Bestandene Stenographen-Prü- fungen. Die Prüfung an der Industrie- und Handelskammer für Geschäftsstenographen haben mit Erfolg bestanden: 220 Silben: Kurt Moosdorf, Gießen. 180 Silben: Heinrich Preußer, Gießen. 150 Silben: Marie Kreis, Lauterbach. Lina Kiefer, Gießen; Helmut Zschunke, Gießen; August Schott, Gießen; Johanna Bohl, Gießen; Helmut Eckhardt, Watzenborn; Friedrich von Lemmers, Gießen; Oscar Winzer, Gießen; Kurt Merle, Alsfeld; Elisabeth Gladigow, Gießen; Friedrich Gorges, Gießen; Karl Spies, Lang- Göns. 120 Silben: Karl Kühn, Gießen; Ernst Eckhardt, Gießen; Wilhelm Paulus, Gießen; Luise Schade, Reiskirchen; Thea Zwieh, Klein-Linden; Anneliese Pauly, Gießen; Fritz Möller, Gießen; Margot Bauer, Gießen; Otto Wahl, Gießen; Käthe Demuth, Gießen; Karl Fuchs, Ulrichstein; Otto Wack, Gießen; Ernst Rohrbach, Gießen. ** V. H. C. Gieße n. Man berichtet uns: Die 4. Vereinswanderung führte am Sonntag . mit rund 60 Teilnehmern nach dem westlichen Teil unseres heimatlichen Gebirges. Trotz der ziemlich ungünstigen Prognose hatte der Wettergott die Sonne auf den Plan gerufen, und so ging es vom Ausgangspunkt Langsdorf durch Feld und später unübertroffen bei Rheuma x Gicht Kopfschmerzen Ischias, Hexenschuß ll Erkältungs- krankheiten. Entfernt d-Harnsäureli 6000Ärztegutachten! Vollkommen unschädlich. Fragen Sie Ihren Arzt 1 «flSV durch schönen Hochwald zu den Hungener Teichen, einigen großen, idyllisch gelegenen, von Wall» umsäumten Weihern. Bald darauf wurde Rönnen- rott) erreicht, wo Mittagsrast erfolgte. Hinter dem Ort hatte man beim Weitermarsch auf einer Anhöhe prächtige Ausblicke weit in das Land unk» besonders auf den Hohen Vogelsberg, von dem der Taufsteinturm sichtbar war. Im später erreichten Wald traf man auf die blaue Ringmar- kierung, d.e in Dad-Ra.iheim anfängt, ganz Ober- Hessen durchquert und in Schlitz ihr Ende findet. Dem Zeichen nach ging es, unterwegs immer hübsche Ausblicke auf anmutig gelegene Dörfer und sanft geschwungene Höhen genießend, zum Endziel Laubach. Rach gebührender Besichtigung des freundlichen Städtchens und des gräflichen Schlosses wurde im „Solmser Hof" Rast bis zur Heimfahrt gemalt, die noch einmal in Hungen unterbrochen werden mußte. •• Werbefilm-Vortrag für Leuna- Benzin. Am letzten Mittwoch fand in den Palast-Lichtspielen ein Vortragsabend statt, der außerordentlich gut besucht war. Ingenieur Jantz hielt einen ausführlichen Vortrag über dre Herstellung von Kraftstoffen, zunächst auS Erdöl und referierte dann über die Bereitung des Leuna-Benzins auf synthetischem Wege nach dem Verfahren von Dr. Bergius. An Hand von schematischen Zeichnungen gab er den Zuhörern einen Ueberblick über die mannigfaltigen Prozesse der Destillation, der Reinigung usw. bis zur Entstehung des gebrauchsfertigen Betriebsstoffes. Er erklärte weiter die vielfachen Maßnahmen zu ständiger Prüfung und Verbesserung des Produktes, die dazu geführt hätten, daß heute das Leuna-Benzin ein durchaus zuverlässiger Kraftstoff sei, der bereits zu Zuverlässigkeitsfahrten in Autowettbewerben gerne herangezogen werde. Eingehend behandelte er weiter das Kapitel „Klopffestigkeit" des Brennstoffes und streifte auch die mannigfachen Schädigungen, die durch schlechten Brennstoff am Motor verursacht werden können. Schließlich wies er an Hand von Tabellen- und Leistungsdiagrammen auf die Eigenschaften des Leuna-Benzins hin. Im Anschluß daran gelangte ein hochinteressanter Film andern Leunawerk, jener gigantischen Industrieanlage in Mitteldeutschland, zur Vorführung. Der Film, der mit viel Geschick gedreht war, vermittelte einen geschlossenen Eindruck von dem Werke. Kirche und Gchule. OO Münchholzhausen, 20. April. Gestern nachm ittag fand unter großer Beteiligung die Grundsteinlegung für den von der hiesigen Kirchengemeinde geplanten Kirch- neubau statt. Die Weihepredigt hielt der OrtS- geistliche, Pfarrer Lic. Müller, Dutenhofen» Eine von ihm verlesene Urkunde behandelte in der Hauptsache die Geschichte des Kirchbaues; sie wurde in eine Kupferbüchse verlötet und durch Maurermeister L i ch von hier eingemauert. Weihesprüche widmeten unter gleichzeitiger Abgabe von je drei Hammerschlägen Pfarrer Lic. Müller, Superintendent Pfarrer Lic. Heep, Wetzlar- Riedergirmes, sämtliche Presbyter der Kirchengemeinde, Gemeindevorsteher Grumbach, Kammer rat Dr. Dickel, Braunfels, für den Patronatsherrn, Fürst Georg z u Solms- Braunfels, ein Vertreter des Dauarchitekten Prof. Kuhlmann, Berlin-Charlottenburg, und Hauptlehrer Ku11 für die Schulgemeinde. Zur Verschönerung der Feier trugen der Männerchor, der Gesangverein Concordia, ein Mädchenchor, ein Sprechchor und die Gemeinde durch gemeinschaftlichen Gesang bei. Welt. 7 J” "> *4 ,lg n5fll)nGh N« Wnet9anfl Neil uru. ntn voll bf. ZW n Ä Fühlen hört ja nicht unbedingt mit den schwarzen und braunen und blonden Strähnen oder Locken auf. Ich kann^mir denken, und ich habe es ja schon oft an mir selbst erlebt, wie schön und fruchtbar für alle Teile das sein kann, wenn sich so am Abend in der warmen behaglichen Herbergsstube ein Alter unter die Jungen mischt. Wie oft mag er von solchem Erleben neue Hoffnung mit hinausnehmen ins Leben, Hoffnung und Idealismus, wie sie nur in wirklich jungen Herzen gedeihen, und wie oft mögen die Jungen durch die Gespräche mit dem Alten nachdenklicher geworden sein und an dem einen Abend mehr Schritte zur Reife getan haben, als sonst in Monaten und Jahren. Ein Volk wird nun einmal von den Alten und den Jungen getragen, und es ist immer mit, wenn sich beide Teile auch einmal in der Freude und Behaglichkeit treffen. Gewiß, die Jugendherberge gehört zuerst und vor allem der Jugend; das ist ihre Bestimmung. Und wenn der Aeltere einem Jungen den Plcch toegnimmt, dann wird er wohl selbst erkennen, daß es in diesem Falle an ihm ist, den Platz zu räumen. Aber wenn der Platz ausreicht für alle, dann nur herein, dann mischt euch, ihr Alten, unter die Jungen eures Volkes und lernt sie einmal ganz aus der Rähe kennen. Sie sind vielleicht doch besser, als so mancher von euch aus der Ferne glaubt, und die Freude und das gemeinschaftliche Dach und das gemeinsame Erleben draußen in der Freiheit der Ratur, das sind noch immer die besten Führer zu den Herzen der Menschen gewesen. K. L. Hauptversammlung des Verkehrs- und Derschönerungsvereinek. Gestern abend hielt derVerkehrs-undVer- schönerungsverein Gießen feine diesjährige Hauptversammlung bei gutem Besuch im Gasthaus Boller ab. Der Vorsitzende, Stadtratsmitglied Apotheker Schmieder, wies in feiner Eröffnungsansprache u. a. eindringlich auf die Wichtigkeit der Verkehrswerbearbeit des Vereins und auf die dringende Notwendigkeit zur Unterstützung dieser Tätigkeit durch die gesamte Bürgerschaft hin. Aus dem von Verwaltungssekretär Maus verfaßten Tätigkeitsbericht über das Geschäftsjahr 1930 war ersichtlich, daß der Vereinsvorstand eine außerordentlich rege und vielseitige Tätigkeit entfaltet hat, die erfreulicherweise auch sehr beachtenswerte Erfolge ergab. Auf den Bericht werden wir noch fliirürftommen. Der Kassenbericht des Rechners, Kaufmann Loeb, wies einen Gesamtumsatz im Geschäftsjahr 1930 in Höhe von 17 536,39 Mark auf. Die reinen Einnahmen des Vereins beziffern sich auf 10848,76 Mark, die reinen Ausgaben belaufen sich auf 8 359,81 Mark, so daß ein Mehr an Einnahmen in Höhe von 2488,95 Mark verbleibt. Der Ver- inögensbestand am 31. Dezember 1930 einschließlich ber Mehreinnahmen belief sich auf 4929 Mark. Die Abrechnung wurde von Den Rechnungsprüfern in -«rvZL f dem Verdacht oßffl *8 d« , n n -liiert in Aachen '"d kugelsicheT?. Mabrtfmafcige • un Jahre M Sä Ü* Macht eyt gegen Pesch X ergeben, » begreiflichen Gründen «M kann, ebenso toie die zu der Aufdeckung ■L verlautet jedoch, ty Aachener Kommuner gedient haben soll. r|djall tödlich abgeslürzl Ministerium gibt bekamt einem FlugzeuWs«. rschall FeltonDesl!; :r, dem MegerleutnÄ nglückt ist. Das >eahurst Park (Süsser), e Insasse des Mstm igmsergeani, der ander-' Feston Deseh host war Kampfstaffeln der briti» Das Flugzeugunglück ist n Flugz^gen der briti« :ses Jahres und erhöh! auf 37. ch acht lagen entdeckt. .rde der Lokomotivführer mg ermordet artige» Hstchwunde vm hall Dett. Der Mörkr hat!: ^gewickelt. Aach dem ärz!» Msige Tat schon dol is zehn Tagen be» KmMt sich Mellos wi fferfoflt --—5 logal EINHEITS 1 I PACKUNG | 50pf PACKUNG 60 pf per Liter Neuenweg 18 02402 2R71 D 2880 D aus statt. Wieseck, den 24. April 1931. 2881 D 2371 A Strümpfe Mk. 0.95 jede weitere Größe 5 Pfennig mehr Mk. 0.60 [2882D Hamburg. 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Kriminalpolitische Folgerungen aus dem Fall Kürten. Mehrere Prozehberichte and Düsseldorf bezeichneten die Mordserie Kürtens als „einen Fall, der ohne Beispiel in der Literatur" ist, als ein „Phänomen, dein man fassungslos gegenüber steht". Tatsächlich ist dieser Fall Kürten aber keineswegs einzigartig, noch viel weniger steht er jenseits jeder kriminalistischen Prognose. In dem 1926 erschienenen bekannten Werk „Der Berufsverbrecher" von Geh. Rat Heindl ist der Werdegang Kürtens bis zu seinem schauerlichen Ende voransgesagt, ohne Blic^ auf die Sterne und das Horoskop, sondern auf Grund einer nüchternen Kalkulation seiner Borstrafen und seines gesamten Vorlebens. Heindl hat in dem genannten Buch unter anderem eine ausführliche Darstellung aller Serienmorde der letzten 100 Jahre gegeben, die Entwicklung der Täter von ihren verbrecherischen Anfängen bis zum Schrecken ihres Endes psychologisch analysiert und daraus eine gewisse Regelmäßigkeit im Ablauf dieser Verbrecherkarrieren demonstriert. An zahlreichen Beispielen hat er die Prognose erläutert, die sich aus gewissen Vorstrafen ergibt, auch wenn diese Vorstrafen zunächst noch nicht auf Mord lauteten. Lind Kürten war ein thpischesBeispiel. Heindl schrieb (und hat nicht Kürten bei seiner Vernehmung am ersten Verhandlungstag ihn beinahe wörtlich zitiert?): „Wie soll es auch anders werden bei Menschen, die in einer Familie aufwachsen, in der der Vater dem Trunk obliegt? Die in engen Räumlichkeiten groß werden, in denen sie Auger^eugen der elterlichen Prügeleien und — was noch schlimmer ist — die elterlichen Versöhnungen sind. Von solchen Kindern, die schon zu Lebzeiten der Eltern Waisen sind, kann man nichts anderes erwarten, als daß sie Beruf s v e rb reche r w e r de n, die sich von Jahr zu Jahr immer mehr vervollkommnen." Rach Heindl ist diese Vervollkommnung nicht etwa bloß in der Richtung zu erwarten, daß der Verbrecher ein bestimmtes Spezialdelikt von Vorstrafe zu Vorstrafe immer häufiger, intensiver und routinierter begeht, sondern vor allem auch in einer gefährlichen Weiterentwicklung: Er kombiniert das schon öfter begangene Delikt mit weiteren Delikten, um der allmählich monoton werdenden Berufsarbeit neue Reize abzugewinnen. Ein Vorgang, der begreiflich, im Wesen des Menschen begründet und daher leicht vorherzusagen ist. Dieselbe Kombination und Komplikation zeigt sich beim künstlerischen Schaffen, bei der Arbeit des Technikers, des Wissenschaftlers, fast bei jeder Tätigkeit. Dazu kommt noch — bei der ehrlichen Qlrbeit und der verbrecherischen — im Lauf der beruflichen Weiterentwicklung das Bestreben, durch diese Kombination das Risiko zu verringern und — den Erfolg zu beschleunigen. Heindl hat das beispielsweise auch an dem Fall des französischen Massenmörders L a n d r u (um 1920) gezeigt. Zuerst beging Landru Heiratsschwindeleien, wurde deshalb häufig angezeigt, immer wieder zu Gefängnis verurteilt und immer wieder z u neuen Taten entlassen. Schließlich kam er — man möchte beinahe sagen: zwangsläufig — zum Beseitigen der Opfer seiner Heiratsbetrügereien, damit sie ihn nicht mehr anzeigen tonnten. Er wurde zum Frauenmorde r. Elf Morde wies man ihm nach. Sein Geschäftsbuch, das er als ordentlicher Berufsverbrecher führte, deutete aber auf eine viel größere Anzahl von Dräuten Hirn In der Verhandlung war von 280 Frauen die Rede, zu deren Verschwinden Landru in Beziehung gebracht wurde. Lind nun kommen wir zur Lehre, die uns der Fall Landru und der Fall Kürten geben: die sämtlichen Mordtaten Landrus wären, wie sich später herausstellte, beinahe verhindert worden. Die Mordserie Kürtens hätte sich verhindern lassen. In Frankreich besteht schon seit langem ein Gesetz, wonach rückfällige Verbrecher dauernd eingesperrt werden müssen, sobald die Zahl und Art ihrer Vorstrafen eine sichere Prognose künftigen Schlechtverhaltens ermöglichen. Dauernd, auch wenn die letzte Straftat für sich allein betrachtet, nur eine kurze Freiheitsstrafe zur Folge haben würde. Als Landru noch im Entwicklungsstadiuin „Betrug ohne Ermordung der Betrogenen" stand, war er für die Anwendung dieses Gesetzes bereits reif. Cs wurde auch gegen ihn ordnungsgemäß die dauernde Einsperrung vom Gericht ausgesprochen. Aber — gerade am Tag nach dieser Verurteilung brach der Weltkrieg aus und im allgemeinen Towuhabohu wurde die Durchführung der Maßnahme vergessen. Landru verbüßte nur die wegen des letzten Heiratsbetrugs ihm zudiktierte Strafe und wurde dann wieder auf die heiratslustigen Pariserinnen losgelassen, ohne daß die Zusahstrafe der Dauerinternierung vollstreckt wurde. Die Folge: elf Frauenmorde. Was in Frankreich damals ein versehenlliches Abweichen von der Regel war, ist inDeutsch- l a n d S y st e m. Rehmen wir nur den gleichzeitig mit dem Fall Landru (1921) zur Aufrollung gelangten Fall Großmann in Berlin: 25 Vorstrafen, zum Teil wegen Eigentums-, zum Teil wegen Sexualdelikts, aber immer wieder Entlassung nach derStrafverbühung. Freigelassen, geht er stets sofort auf ein neues Opfer los. Einmal notzüchtigt er am Entlassungstag vormittags eine Zehnjährige, nachmittags ein vierjähriges Kind. Lind nachdem er abermals bestraft und wieder freigelassen ist, beginnt die Serie von kombinierten Verbrechen: Diebstahl plus Sittlichkeitsdelikt plus Frauenmord. Wir haben nur die Fälle Landru und Großmann aus dem Heindlschen Buch kurz referiert: es enthält zahllose Derbrechergeschichten, die in genau der gleichen Linie verliefen. Lind der Fall Kürten? Dis zum Einsehen der Mordserie ebenfalls zahlreiche Vorstrafen wegen Diebstahl und immer wieder Diebstahl. Zuerst Gefängnisstrafen, dann Zuchthausstrafe. Insgesamt bereits über 20 in Gefängnissen und Zuchthäusern verbrachte Jahre vor dem Beginn der Mordserie. Lind zwischen den zahlreichen Strafen immer wieder kurze verbrecherische Gastspiele in der Freiheit. (Wer euch kriminalpolitische Fragen rein finanziell zu betrachten beliebt, möge sich ausrechnen, ob der durch Kürten stets wieder in Bewegung gesetzte polizeiliche Fahndungsapparat, und gerichtliche Verhandlungsapparat — von dem wirtschaftlichen Schaden seiner Eigentumsdelikte ganz zu schweigen — billiger kam als die dauernde Einsperrung eines Menschen, der a u ch ohne sie in den letzten 30 Jahren über 20 Jahre in Haft verpflegt werden mußte.) Rachdem Kürten wieder einmal nach einer Strafe für 30 Diebstähle in die goldene Freiheit entlassen wird, obwohl er längst reif für dauernde Internierung gewesen wäre, kompliziert sich das Bild. Er begeht nun Einbruch, daneben aber auch Gewalttaten gegen Frauen (und wird hinsichtlich dieser Gewaltakte bestraft „wegen tätlicher Beleidigung"). War nun wirklich so schwer vorauszusagen, was das letzte Ende sein wird? Die Kombination der vorher getrennt nebeneinander laufenden Strafhandlungen läßt nicht lange auf sich warten. Cs kommt prompt auch bei Kürten zu Einbruch plus Gewaltakt an Frauen und dann — nächstes Stadium — Eigentumsdelikt plus Frauenmord. (Seine in der Kindheit angeblich verübten Tötungen sind wohl kaum kriminalpolitisch als „Morde" zu werten, zumal es gar nicht so einwandfrei festgestellt erscheint, ob diese Roheitsakte wirklich sich so abspielten, wie er sie jetzt darstellt.) Die Mordserie Kürtens wird jetzt als „unfaßbares Phänomen" betrachtet: aber ist es nicht noch unfaßbarer, daß der Staat einen Mann, dessen Akten zahllose Vorstrafen und darunter schwere Zuchthausstrafeauftoeifen, immer wie- Lippennegerinnen in Berlin. WM Als Gäste des Berliner Zoo trafen eine Grupep afrikanischer Lippennegerinnen und mehrere männliche Pygmäen ein. Die schwarzen Damen tragen als Schmuck von Jugend an zwei riesige Holzplatten in den Lippen, so daß der Mund schließlich wie eine gräßliche Klappe aussieht. — Geheimrat Heck vom Berliner Zoo empfängt seine schwarzen Gäste. Borerst sind die Gesichter der Frauen noch verhüllt, doch wenn sie die Schleier fallen lassen, sehen sie so aus, wie unser Bild links unten zeigt. Aber die Männer aus dem zwerghaften Pygmäenstamm sind auch nicht schöner. der freiläßt? Freiläht, obwohl der Mann nicht nur Eigentumsdelikte, sondern daneben auch sexuell begründete Gewaltakte gegen Frauen immer wieder beging? So ein Mensch gehört rechtzeitig für Lebenszeit interniert. Die Internierung kann so human als möglich gestaltet werden. Die Hauptsache ist, daß er von der Straße wegkommt, bevor die letzte unausbleibliche Komplikation eintritt. Dieser Gedanke ist jetzt von allen Parteien des Reichstages, von der Rechten bis zu den Sozia- liften, als richtig anerkannt. Der Strafgeseh- entwurf der Aeichsregierung von 1925 enthielt die „Sicherungsverwahrung" noch nicht in der Form, wie sie Heindl 1926 in seinem „Berufsverbrecher" vorschlug. Aber der Rechtsausschuß des Reichstages, in dem das Heindlsche Buch stückweise zur Verlesung gelangte, hat inzwischen die einschlägigen Paragraphen des Entwurfs modifiziert, und sie decken sich jetzt mit den Heindlschen Vorschlägen. Jedoch — zum Gesetz ist die sichernde Internierung der Berufsverbrecher immer noch nicht geworden, weil der Strafgesehentwurs als Ganzes infolge der bekannten innerpolitischen Schwierigkeiten (wozu auch die Strafrechtsvereinheitlichung mit Oesterreich kommt) noch immer nicht verabschiedet werden konnte. Oberregierungsrat Dr. Frede hat auf der letzten Tagung der „Arbeitsgemeinschaft für Reform des Strafvollzugs" unter allgemeiner Zustimmung gefordert, der Gesetzgeber möge, wenn es in nächster Zeit zu einer Gesamtreform des Strafrechts nicht kommen sollte, wenigstens die zwei wichtigsten Fragen in einer Rovelle losen. Lind als eine der zwei wichtigsten Fragen bezeichnete er die Sicherungsverwahrung. Cs ist an der Zeit! Hausbesitzer-Tagung in Darmstadt. * Darmstadt, 21. April. Der Landesverband der hessischen Hausbesitzer- Vereine hielt seinen diesjährigen, sehr gut besuchten ordentlichen Verbandstag in Darmstadt ab. LI. a. beschäftigte sich die Tagung mit der von der hessischen Regierung eingeführten neuen Steuerbelastung des Hausbesitzes, die in ihrer Auswirkung katastrophal genannt werden müsse und die eine außerordentlich starke Erregung in den Kreisen des Haus- besitzes ausgelöst habe. Cs wurde über die bereits unternommenen Schritte, die zu einer Milderung führen sollen, eingehend berichtet und die weiter zu treffenden Maßnahmen beschlossen. Dem Vorstand wurde einstimmig Entlastung erteilt und ihm aus der Versammlung Dank für sein Eintreten für die Interessen des bedrängten hessischen Hausbesihes ausgesprochen. In der Aussprache kam wiederholt die volle Einmütigkeit der im Verb aride zusammengeschlossenen hessischen Hausbesitzer-Vereine zum Ausdruck, die einig sind in dem Bestreben, dem hessischen Hausbesih die stark bedrohte Lebensmöglichkeit für die Zukunft zu sichern. Die neue Verbandssatzung wurde einstimmig genehmigt. An Stelle des verstorbenen Landtagsabgeordneten H a u r y, der 10 Jahre lang an der Spitze des Verbandes gestanden hat. wurde der neue Vorsitzende des Darmstädter Hausbesitzer-Vereins, Bürgermeister a. D. B u x - bäum, einstimmig zum 1. Vorsitzenden des Verbandes gewählt. Auch die weiteren Vorstandsmitglieder, die Herren Schopp und M a g e l (Mainz), R a g e l und Weiser (Offenbach). Ziegler (Darmstadt), Schwan (Worms), Steuernagel (Dad-Rauheim) und S e m I c r (Bensheim), wurden einstimmig wiedergewählt. Bürgermeister D u x b a u m übernahm den Ver- bandsvorsih mit dem Versprechen, seine ganze Kraft einzusehen, um die Ziele der Verbandes und die berechtigten Forderungen des hessischen Hausbesihes zu verwirklichen. Hessische Mieiertagung in Offenbach. WSR. Offenbach, 21. April. Am Sonntag fand in Offenbach eine große Mieterkundgebung statt. An der Kundgebung nahmen neben den Vertretern der Stadt Offenbach und anderer Städte die Delegierten teil. Oberbürgermeister Granzin brachte zum Thema der Tagung zum Ausdruck, daß in erster Linie für sonnige Wohnungen gesorgt werden müßte. Dann sprach der Haus der tausend Gespenster. Schaufenster-Puppen erwachen zum Leben. Von Georg Klee. (Nachdruck verboten.) Ich habe mich mit dem Paternoster verfahren. Ich hätte im vierten Stock landen sollen, und jetzt sitze ich hier unter dem Dach. Ich irre durch die Korridore und klopfe an verschiedene Türen. Nirgends eine Antwort. Auf einmal höre ich hinter einer Tür ein leises Geräusch. Es ist, als stöhne jemand. Ich klopfe wieder. Sofort wird alles mäuschenstill. Ich vernehme Laute wie Rascheln und habe das Gefühl, als kichere jemand. Wirklich, man kichert dort drinnen. Ich kann nicht leugnen, in diesem unheimlichen, düsteren Gang wird es mir immer unbehaglicher. Jetzt hört es sich sogar an, als meine jemand hinter dieser verschlossenen schmutzigen Holztür. Jetzt klopfe ich stärker, um mein Herzklopfen zu übertönen. Aber mein Klopfen wirkt nicht mehr, es stöhnt, es raschelt, es knirscht, es kichert, und es schluchzt auf diesem rätselhaften Boden ohne Unterbrechung. Ich gehe von Tür zu Tür, bleibe stehen, klopfe und lausche. Nirgends wird mir die freundliche Einladung „Herein!". Am Ende des Flurs bringt Licht durch den Ritz einer Tür. Ein Druck, und ich falle in ein kleines Gemach. Wie gebannt bleibe ich stehen: der Anblick, der sich mir bietet, ist schauderhaft. In der düsteren Dachkammer hängen von den Deckenbalken herunter drei verstümmelte Frauengestalten. Durch das schmale, schmutzige Dachsensterchen sickert nur spärlich das Licht der Nachmittagssonne, und ge- spensterhaft baumeln die drei Gestalten im Zwielicht. Der einen fehlen die Hände, der anderen die Beine, und der dritten der Kopf. Hilfe! Wo ist denn hier Polizei? Ja, auf dem Fußboden liegt noch der Kops, mit offenen Augen stierend. Es schaudert einem. Ein Rad steht an die Wand gelehnt, auf der Lenkstange liegt noch die Mütze. Wenn die Polizei jetzt sofort käme, fände sie vielleicht noch die Spur des Verbrechers. Nur eins fällt mir an der ganzen Sache auf. Diese jungen Damen, denn es handelt sich hier um drei junge, bildschöne Frauengestalten, hangen ganz unnatürlich an ihrem Strick. Die Beine der einen sind an den Körper gezogen, die andere scheint in der Luft zu sitzen, und die dritte macht mit den Armen die graziösesten Bewegungen. Vielleicht doch kein Verbrechen? Ich trete näher. Ach, so ist das! Erleichtert atme ich auf und lache mich selbst aus. Es sind ja nur Puppen. Ist es etwa das Zimmer eines Sonderlings? Erst jetzt merke ich, daß neben dieser noch eine andere Kammer ist, in der drei Herren und vier kleine Kinder vom Dachbalken herunterbaumeln und bei jedem Windstoß das ominöse Geräusch verursachen. Was sie hier zu suchen haben? Sie trocknen. In den unteren Stockwerken ist die große Fabrik, die diese Gestalten herstellt, und im vierten Stock ist ein riesiger Saal, wo um einen großen Ofen herum in einer Höllenhitze hunderte und aber hunderte solcher Figuren hängen oder an den Wänden lehnen und ihre nassen Glieder trocknen. Manche haben ihre Arme und Beine gebündelt neben sich hängen ober strecken sie auf Regalen in bie Luft. Manche biefer Damen unb Herren aber schlummern noch in ihrer Form, mit bem Gesicht nach innen, unb können erst nach einer gewissen Zeit herausgeholt werben. Wie sie so in ber Hülle ber Masse schlummern unb ihre runben ßenben unb Waben, Schultern unb Rücken zeigen, ist bas bie Geburt Abams unb Evas in bie Inbustrie übertragen. Diese jungen Damen unb Herren, bie hier in Hunberten und aber Hunberten von Exemplaren zum Leben erwachen unb ber Wirklichkeit entgegentrocknen, finb bie Erzeugnisse einer der größten deutschen Ge- brauchskünste. Es sind die Schaupuppen, die Schaufenstermannequins. Keine deutsche Erfindung, auch keine ausgesprochene deutsche Spezialität. UeberaU in der Welt werden sie hergestellt, aber nirgends in der Welt sind diese Figuren die Figuren nach der allerletzten Mode, nach dem allerletzten Geschmack Paris macht die schönsten Frauenkleider, London die elegantesten Herrenmoden, aber bie Pariser unb bie ßonboner Schneiber unb auch bie Neuyorker können ihre Kreationen nur nach ber letzten Mobe Herstellen, wenn sie bazu beutsche Wachsmannequins haben. Die beutschen Schneiber unb Schneiberinnen richten sich nach dem Pariser und ßonboner Geschmack, aber was die Mode der Körper betrifft, hier diktiert Deutschland. Gewiß stammen die neuen Körperlinien nicht nur aus Deutschland, sie kommen aus aller Herren ßänbern unb stellen sich aus Tausenben von Einzelheiten zusammen. Die Weltschönheiten unb bie Tänzerinnen liefern ben Stoff, unb bie Künstler aus aller Welt stellen sich aus hunbert biefer Figuren bas eine Ibeal auf. Ein geschlossener Kreis bildet sich. Die Künstler schaffen bas Ibeal, bie Kunstgewerbler mobeHieren es, unb bie Puppenfabrikanten liefern es an bie Mobehäuser unb Schneibereien. Am Enbe richten sich bann Frauen unb Männer nach biefen Puppen. 1 Jetzt haben z. B. bie Neuyorker Herrenschneiber bas Männeribeal festgelegt, unb zwar mit 170 an Größe, 75 an Taillenweite, 90 an Hüfte, 50 an Aermellänge unb 80 an Beinlänge. In ben Ateliers der Puppenfabriken werben sofort nach Eintreffen des Kabels biefe Figuren in Gips gegossen, unb nach einer Woche stehen taufenbe unb aber taufenbe fix unb fertig, um nach Englanb, nach Amerika, Australien, Brasilien und nach aller Welt verschickt zu werden, unb überall bas neue Männeribeal zu verkünben. Wohl arbeiten biefe Bilbhauer auch nach febenben Mobellen. Aber nirgenbs ist man so unstet wie hier. Ein Mobell kann hier nicht jahrelang, ja nicht einmal monatelang als Vorbilb bienen. Hier gibt es nicht Weltibeale, bie jahrelang Königin ber Mobe finb. Es gibt eine Sommerfigur unb eine Winterfigur, eine Tagesfigur unb eine Abenbfigur unb noch verschiebene andere. Es ist interessant zu sehen, wie diese Schaufensterpuppen in den verschiedensten Abteilungen einer solchen Fabrik aus Hunderten von Einzelheiten sich zu einem Ganzen zusammensetzen. Hier stehen Arbeiter und umhüllen die Form mit Klebemasse. Nach bem Trocknen zerschneibet man bie Form in zwei Teile, baburch entsteht bas Negativ. An langen Tischen stehen junge Mäbchen unb Männer unb massieren bie etwa unebenen ©lieber, bis sie schlank unb gefällig finb. An einem großen Tisch sitzen einige Dutzenb Frauen unb beschäftigen sich ben ganzen Tag nur mit Hänben. In ihren harten Hänben entstehen jene feinen, graziösen Finger, bie in ben Schaufenstern bie netten Bewegungen machen. In einem andern Raum werden die fertigen Figuren poliert und in einem dritten arbeiten bie Friseure unb bie Schminkmeister. Die Damen unb Herren stehen in langer Reihe vor ben Meistern, einen grünen, gelben ober blauen Kittel um bie Schultern, unb warten gebulbig, bis ihnen mit einem feinen Pinsel Augenbrauen gemalt werben, bis sie Wimpern wie Schmetterlingsbeine bekommen, rosige Nasenlöcher unb einen karminroten Munb, um ben bie feinste Dame der Gesellschaft sie beneiden würde. Auch die Nägel werden sorgfältig manikürt unb poliert. Unb wenn so eine Dame mit ber Papierserviette um ben Kopf mit bem Fahrstuhl in Gesellschaft einiger netter, junger Herren mit Jbealfigur herunterfährt, kann sie sich gleich in Reih unb Glieb im Ausstellungsraum mit aufstellen, benn ber Besuch bes Mobehausbirek- tors aus Birmingham ist bereits angesagt. Sie muß ihm gefallen. Wenn es aber nicht ber Fall sein sollte unb sie in Berlin bleiben muß, so hat sie ein bemit- leibensroertes Schicksal vot sich. Sie kommt in bie Gespensterstraße von Berlin, in bie Seybelstraße, unb stellt sich mit hunberten ihrer Kolleginnen in das Schaufenster und wartet da, ob es schneit ober regnet, ob es Sommer ober Winter ist, splitternackt in graziöser Sehnsucht auf ben Geschäftsmann, ber sie für feinen kleinen ßaben kauft. Zeitschriften. — „Der Erdbal l." Illustrierte Monats- schrift für das gesamte Gebiet der Länder- und Völkerkunde. Herausgegeben von Leo F r o b e - n i u s. Hugo Dermühler Verlag, Berlin-Lichterfelde. — Im vorliegenden 4. Heft dieser wissenschaftlich gediegen fundierten, von dem bebeuten- den Kulturmorphologen Frvbenius vorbildlich geleiteten Zeitschrift findet man eine abwechselungsreiche Fülle allgemeinbildenden und allgemeinverständlich vorgetragenen Materials aus dem weiträumig abgesteckten Arbeitsgebiet. Von program- malischer Bedeutung erscheint ein groß angelegter systematisch gegliederter Aufsatz des Herausgebers über „Des Menschen Schicksal auf dieser Erde". Ein wesentlich geographisch orientierter Leitaufsah von Hofrat Dr. Prettenhoser ist einer Darstellung der „Rormannischen Inseln" gewidmet. Folk- loristisch sehr interessant, was Baron Rorden- skiöld aus eigener Erfahrung von den Indianern in den Llrwäldern Boliviens zu berichten weiß. Eine lesenswerte ethnographische Studie „Leichenverbrennung in Borneo" von Dr. Herbordt. Ein Beitrag zur vergleichenden Kulturmorphologie ist der Aufsatz „Schweizer Pfahlbau undMalaien- Siedlung" von Dr. Herrlich — Dies ist nur ein Auszug aus dem reichen Inhalt des mit einer Reihe schöner, sorgfältig wiedergegebenen Abbildungen illustrierten Heftes. ehemalige sächsische Ministerpräsident und Mitglied des wohnungspolitischen Ausschusses des Reichstags, Lipinski, über das Thema „Der Wohnungsbau und die Zukunft des Wohnrechts". Es wäre falsch, so führte er aus, zu glauben, daß wir aus der Wohnungsnot heraus wären. Mit Mühe und Rot habe man im Reichstag erlangt, daß die Mieterschutzgesehe um ein Iahr verlängert würden. Cs sei auch ein Antrag gestellt worden, daß in diesem Iahr die Reichsregierung für den Wohnungsbau mindestens die Mittel in gleicher Höhe zur Verfügung stellt, wie im vorigen Jahr. Inwieweit nun der Antrag, der angenommen worden sei, ausgeführt werde, dos werde man erst im Laufe der Zeit sehen. Seiner Meinung nach konnten den Gemeinden keine Mittel weggenommen werden, wenn ihnen nicht Ersatzmittel zur Verfügung stehen. Der Referent setzte sich zum Schluß für ein klares Miet- und Wohnrecht ein. Der Vorsitzende des Vundes Deutscher Mietervereine, Ioh. Hermann, Dresden, sprach über die mieterpolitische Lage im Reich und zum Schluß der Vorsitzende des Hessischen Mieterschuhvereins, Sih Mainz, Hermann Wolff, über hessische Mieterfragen. Zwei Entschließungen, die eine an die Reichsregierung, die andere an das hessische Staatsministerium, in denen u. a. die sofortige Inangriffnahme eines Gesetzentwurfes für soziales Miet- und Wohnrecht verlangt wird, wurden angenommen. Der Verkehrsbmid Sberheffen im Zahre 1930. In dem Tätigkeitsbericht des Vorstandes des Verkehrsbundes Oberhessen über das Geschäftsjahr 1930 wird nach 'Worten des Dankes an die Dehörden unserer Provinz, sowie an den Hessischen Vcrkehrsverband in Darmstadt und insbesondere an die beiden Vorsitzenden dieses Verbandes, Kaufmann Stemmer und Regierungsrat a. D. Dr. R o e s e n e r, Darmstadt, xl a. folgendes berichtet: Das Geschäftsjahr 1930 wurde durch die Haupt- versammlung am 12. Mai 1930 eingeleitet. Um bei der allgemeinen wirtschaftlichen Slot möglichst weitgehend z u sparen und dadurch die Geldmittel des Vundes für andere wichtige Zwecke verfügbar zu halten, beschränkte sich der Vorstand in der Veranstaltung von Sitzungen, die naturgemäß mit mancherlei Unkosten verknüpft sind. Er hielt dieshalb nur eine Sitzung des Gesamtvorstandes, außerdem eine Sitzung des geschäftsführenden Vorstandes, ferner eine Sitzung der zur Vorbereitung einer Reliefkarte von Oberhessen berufenen Sonderkommission ab. Diese Beschränkung der Sitzungsarbeit wurde dadurch erleichtert, daß neben den laufenden Angelegenheiten keine größeren Ereignisse oder Projekte zutage traten. Gelegentlich wurde mit den auswärtigen Herren des geschäftsführenden Vorstandes telephonische Rücksprache gehalten und danach die Arbeit erledigt. Weiter war es möglich. durch persönliche Rücksprachen bei Dienstreisen des Bundesvorsitzenden nach Darmstadt oder Frankfurt mancherlei Angelegenheiten bei dem Hessischen Derkehrsverband bzw. bei der Reichsbahndirektion Frankfurt zu erledigen. Stets ließ es sich der geschäftsführende Vorstand angelegen sein, gute Verbindung nach allen Seiten hin ausrechtzuerhalten. Wie in den vorhergehenden Iahren, bediente sich der geschäftsführende Vorstand auch im Geschäftsjahre 1930 der Tagespresse zur Fremdenverkehrswerbung. Durch Anzeigen in verschiedenen Zeitungen West- dexxtschlands, des Ruhrgebietes und der Kasseler Gegend lenkten wir die Aufmerksamkeit des reifenden Publikums auf die Provinz Oberhessen. Wie richtig und erfolgreich der Weg der Fremdenverkehrswerbung über die Zeitungsanzeige sich auch im Iahre 1930 wieder erwies, geht aus der Tatsache hervor, daß wir im Geschäftsjahr 1930 rund 8 0 0 Stück unseres Führers durch Oberhessen auf Anfordern der verschiedensten Stellen versenden konnten. Teilweise gingen diese Sendungen an die Bureaus von Verkehrsvereinen, bei denen nach unserem Führer gefragt wurde, zum größten Teile erfolgte der Versand aber direkt an die Interessenten, die sich unmittelbar an uns, meist unter Bezugnahme auf unsere Anzeigen, gewandt Latten. Cs darf wohl angenommen werden, daß aus diesen Anfragen nach unserem Material auch mancherlei praktische Vorteile für unsere Provinz herausgekommen sind. Um das Werbematerial zu vervollständigen und eine vorteilhafte Ergänzung zu unserem Führer zu schaffen, sind wir gegenwärtig mit der Herausgabe eines Hotel-, Gaststätten- und Fremdenheim- verzeichnisses beschäftigt. Die erforderlichen Unterlagen laufen z. Z. bei uns ein, wir rechnen mit dem Abschluß Lieser Arbeiten in aller Kürze, so daß dieses neue Werbemittel in naher Zeit herauskommen wird. Die Abgabe dieses Verzeichnisses an Interessenten soll kostenlos erfolgen. Der Bearbeitung von Fahrplanfragen lieh der geschäftsführende Vorstand, in engstem Einvernehmen mit dem Hessischen Derkehrs- vevband und hier insbesondere mit Herrn Re- gierungsrat Dr. Roesener, fortlaufend seine Kraft zuteil werden. An einer vom Hessischen Derkehrsverband in die Wege geleiteten umfangreichen Fahrplaneingabe an die Reichsbahndirektion Frankxrrt mit eingehenden Vorschlägen zur Verbesserung der Fahrpläne in Oberhessen und in den benachbarten Bezirken beteiligte sich der Vorstand sowohl bei den vorbereitenden Beratungen in Gießen, wie durch schriftliche Ergänzungen und durch Vertretung der Vorschläge in einer Fahrplankonferenz in Frankfurt am 24. März 1931. Um bei der Fahrplankonferenz auch, alle lokalen Fahrplanwünsche Vorbringen zu können, wandten wir uns vorher an die Bundesmitglieder mit der Aufforderung zur Bekanntgabe ihrer Vorschläge. Das Material wurde von uns eingehend geprüft und in der Frankfurter Konferenz durch die Vertretung des Bundesvorstandes mit zur Sprache gebracht. Bedauerlicher Weise war all diesen Bemühungen, denen sich namentlich auch Herr Dr. Roesener in anerkennenswerter Weise unterzog, der erhoffte Erfolg versagt. Die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. konnte sich nicht dazu verstehen, über ihren Fahrplanentwurf hinauszugehen, insbesondere waren wiederum die Be- ftreoungen auf Schaffung von Cilzügen in Oberhessen und Verbesserung des Dezirks-Eilzug- verlehrs leider negativ. Leider sind auch die Bemühungen um Verbesserung in der Ausgabe von Sonntagskarten innerhalb der Provinz Oberhessen erfolglos geblieben. Daß wir uns, ebenso wenig wie der Hess. Verkehrsverband, durch diesen Ausgang der bisherigen gemeinsamen Arbeit auf dem Gebiete des Fahrplanwesens nicht entmutigen lassen, sondern weiterhin unsere Anstrengungen auf Verbesserung der Reichsbahnsahrpläne richten werden, ist selbstverständlich. Besonders werden wir bestrebt fein, die ausgezeichneten Anregungen von Herrn Dr. Rve- fener zur Auflockerung des Per- sonentarifs der Reichsbahn durch zweckmäßige Gestaltung der von der Reichsbahn vor- geschlagenen Dezirkszeittarten durch Wert- fcheinhefte und tzalbkarten nachdrücklich zu unterstützen. Ein Haupt-Arbeitsfeld war für den Vorstand im Geschäftsjahr 1930 die Tätigkeit zur Schaffung einer Reliefkarte von Oberhessen. In dankenswerter Weise gab hierbei der 1. Vorsitzende des Hessischen Vcrlehrsverbandes, Herr Kaufmann Stemmer, Darmstadt, den ent- scheioenden und auf reiche Erfahrungen gestützten Anstoß. Herr Stemmer setzte sich bei der Hessischen Regierung dafür ein, daß zur Schaffung einer Reliefkarte von Oberhessen eine staatliche Beihilfe von 250Ö Mark gegeben werde, und es gelang ihm auch, dieses Ziel zu erreichen. Rach eingehender Beratung im Gesamtvorstande unseres Bundes wurde der Beschluß gefaßt, an diesem Werke eifrig mitzuarbeiten, und es wurde eine Sonderkommission eingesetzt, die sich mit der technischen Vorbereitung! der Reliefkarte befassen sollte. Diese Sonderkommission unter dem Vorsitz von Herrn Bürgermeister Dr. D ö l s i n g , Alsfeld, dem 2. Vorsitzenden des Bundes, hielt es nach eingehender Beratung angesichts des stark fortschreitenden wirtschafllichen Verfalls für notwendig, zunächst die finanzielle Grundlage des Vorhabens eingehend klarzulegen. Die Ermittlungen des Bundesvorstandes und eingehende Berechnungen lassen die Möglichkeit zur Verwirklichung des Planes im Laufe dieses Iah res als vorhanden erscheinen. Allerdings wird es notwendig fein, daß die o f f en Hi d) en Körperschaften, die bisher bei der Finanzierung dieses Projekts noch abseits stehen bzw. nur geringe Beihilfe zugesagt haben, sich in reger Weise daran beteiligen. Da auch axxs der Abgabe der Reliefkarte ein gewisser Erlös zu erwarten sein wird, soll der Plan mit aller Kraft weiter gefördert werden. Die Sonderkommission wird nunmehr ihre Arbeit wieder beginnen und voraussichtlich im Laufe der nächsten Monate zu Ende fuhren, so daß im Laufe des neuen Geschäftsjahres die erstrebte Reliefkarte von Oberhessen herausgeoracht werden könnte. Bei einer Gesamtbetrachtung der Vorstands- arbeit im verflossenen Geschäftsjahr darf wohl festgestellt werden, daß auch in dieser Zeit wieder allerlei Möglichkeiten für den wirtschaftlichen Aufstieg unserer Provinz durch verstärkten Fremdenverkehr geschaffen worden sind. Oberheffen. Giadtvorstand Alsfeld. Oe* Alsfeld, 22. April. In der jüngsten Stadtvorstandssihung ggb der erste Punkt der Tagesordnung „Beschwerde von Alsfelder Handwerksmeistern wegen Verteilung von städttschen Arbeiten", Veranlagung zu einer Aussprache. Der Vorsitzende bemerkte, daß auf Grund der vom Stadtbauamt vorgelegten Rachweisungen über die Verteilung der Unterhaltungsarbeiten in den Rechnungsjahren 1928, 1929 und 1930 die Beschwerde übertrieben sei, und daß die Stadtverwaltung von jeher. auf den Standpunkt gestanden habe, die Arbeiten möglichst gleichmäßig unter die einzelnen Handwerksmeister unter Be- rücksichttgung der Leistungsfähigkeit des einzelnen zu verteilen. Aach längerer Aussprache wurde beschlossen, eine Kommission zu bilden, die die Aachweisungen des Stadtbauamtes prüfen und dann Bericht erstatten soll. Die Reklamationen gegen die Einschätzung desWassergeldes für das Rj. 1931 wurden entsprechend den Vorschlägen der Finanzkommission, die Reklamattonen gegen die Kanal- benuhungsgebühren nach den Vorschlägen der Daukommission geregelt. Bei der Vergebung der Straßenreinigung wurde angeregt, eventuell eine private Gesellschaft mit einer entsprechenden Gebührenfestsetzung nach den Beispielen anderer Städte künfttg zu vergeben. Eine längere Debatte entspann sich über das Gesuch der Reichsbanner - Ortsgruppe Alsfeld wegen Ueberlassung der städttschen Festhalle für eine republikanische Kundgebung am nächsten Sonntag. Cs war der Anttag gestellt worden, die Festhalle zu einem geringeren Betrag als dem festgesetzten Einheitspreis zu überlassen. Ein dahingehender Beschluß der Finanzkommission wurde gegen acht Stimmen genehmigt. Kreis-Ziegenzuchiverein Gießen. * Laubach, 20. April. Gestern vormittag fand im „Schützenhof" die diesjährige Generalversammlung des Kreisziegenzuchtvereins Gießen statt. Aach Begrüßung durch den Vorsitzenden, Landtagsabgeordneten Fenchel, sowie des Ortsvereins Laubach und des Bürgermeisters Högy seitens der Stadt erstattete der Geschäftsführer Philipp den Geschäftsbericht. Es konnte hieraus entnommen werden, daß die Mitgliederzahl dem Vorjahre ziemlich gleich blieb. Zuschüsse zu den Förderungsmahnahmen wurden vom Kreise Gießen, sowie vom Landwirtschaftskammer-Ausschuß gewährt. Im laufenden Iahre wurden 34 Böcke xrnd 135 Ziegen neu für das Herdbuch gekört und 67 Docklämmer und 175 Mutterlämmer ins Iungviehregister aufgenommen. Den Glanzpunkt des Iahrcs bildete die Iubiläurnsausstellung in Lich. Der Ziegenmarkt in Hungen litt unter dem einsetzenden Regen, da die Tiere nicht untergestellt werden konnten. Cs wurden im Iahre 135 Tiere abgeseht, wovon 27 Stück nach Iugoslawien verkauft tour» den. Leistungsprüfungen wurden in den Ortsvereinen Großen-Buseck, Hattenrod, Utphe und Gießen durchgeführt. Die Rechnung schloß mit einem Kassenbestand von 1022,84 Mark ab. Rach- dem Rechnungsprüfer He derer (Staufenberg) Buntes vom hängen. Es ist bekannt, daß das Volk von jeher Widriges, ja Grausiges mit harmlosen oder gar scherzhaften Umschreibungen anzudeuten pflegte, statt das Kind einfach beim Namen au nennen. So gab es und gibt es noch eine ganze Menge beschönigender Ausdrucke für das Hängen. Nach germanischem Rechtsbrauch vollzog men dies an einem dürren Baumaste, und zwar bis ins 16. Jahrhundert hinein, daher rühren in älterer Dichtung die Wendungen: den Ast bauen, den dürren Baum reiten u. a. Man könnte den Rechtsbrauch als Hintergrund heranziehen sogar für die obersächstsche Redensart: ein Bäumel anputzen, wenn sie nicht eine Beschönigung des selbstmörde- rischön Hängens wäre. Von einem, der sich erhängt hat, sagt man auch: er ist an einer Halskrankheit gestorben. Der Hofprediger Coder schrieb von Adsa- lom, der mit seinem langen Haare an einem Baum bangen blieb, er mußte Henkelbeeren fressen — Beere ist niederdeutsch = Birne, Hänaelbeere der nb. Nome einer Birnenart an langem Stiele (in obersächsischen Mundarten sind Hengelbeeren die Hirn- beeren). Wer sich bewußt ist, daß er verdient, gehängt zu werden, geht nicht gern an einem Sein» seid vorüber, oder er fürchtet im Hanfsamen verschnaufen zu müssen: aus Flachs und Hanf kann ihm ja der Strick gedreht werden, für den er geboren ist. Wer möchte wünschen, daß ihm das hänfene Halsband umgeknüpft oder daß er mit einem hänfenen Kragen geziert werde? Weder eine Hanf- fuppe zu essen noch zu einer hänfenen Bratwurst zu Gaste geladen zu werden, ist erfreulich. Durch ein hänfenes Fenster zu sehen und der Welt Valet zu sagen, ist ebensowenig ein Vergnügen, wie auf hänfenem Pferd zum Himmel zu reiten, in der Luft zu reiten, oder mit den Füßen in der Luft zu tanzen. Auch mit einer Brezel wird der Strang des Henkers verglichen, freilich hat sie der Seiler, volks- mäßig Galgenposamentier, gebacken, und in Schlesien heißt es: Er hot sich an eener Seeler-Prätzel tut gefrassa. Schon in den Rechtsaltertümern steht für den Strang verhüllend des Seilers Tochter; daher muß ein Verbrecher mit der Jungfer Hänfin einen luftigen Sprung von der Leiter tun, oder er macht mit der Jungfer Hänfin Hochzeit, wird mit der Jungfer Strick ober mit ber Hanfbraut getraut. Allerlei. Karambolage. Dufedom, der Ringkämpfer, ist ein schwerer Brocken. Er hat George le Boeuf, ben Schrecken der Gascogne, besiegt, indem er ihm die Brücke eindrückte. Aus le Boeuf .wurde in diesem Kampf eine Omelette; nur noch die Hühner der Gascogne reißen heute vor ihm aus. Dufedom hat in Mailand Benvenuto (Sara* mello, den riesigen Makkaronikoch, auf die Bretter gelegt. Die Bretter bogen sich; Caramello brach mit dem hochgebauten Postament durch und fiel in einen Satz Töpfe mit allerhand Resten von Oclfarben. Caramellos Ruf als stärkster Mann von Mailand ist hin, und sein Makkaroniladen geht alle Tage schlechter. Dusedom hat Seppel Hinterhofer, den „Löwen der Steiermark", bezwungen. Seppel Hinterhofer, der in seiner Glanzzeit das Kraftstück fertig- gebracht hat, eine voll mit Mist beladene Schiebkarre siebzehnmal zu stemmen, lag nach dem Kampf da wie eine tote Fliege. Er ist heute ein gebrochener Mann; mit Mühe und -Rgf vermag er bei Tisch die Schüssel mit den Knödeln zu heben. Dusedom bereist gegentoärtig mit einem Wanderzirkus Süddeutschland. Er kam in eine kleine, nette Stadt, half das Zelt auf bauen und ging danach in einen Saftladen. Dusedom trank einen Teich Bier, groß genug, um ein Paddelboot und drei ausgewachsene Schwäne darauf schwimmen zu lassen. Er verlieh gegen Abend mit getrübter Wahrnehmungskraft die Kneipe, schaukelte über einen Platz, stolperte über einen Stein, schoß ein paar Schritte nach vorn xmd flog schwer gegen das Gemäuer der Kirche. In diesem Augenblick setzten die Glocken der Kirche mit dem Abendgeläut ein. Dusedom ließ die erschrockenen Pupillen im Kreise wandern; er entdeckte einen Polizisten, brr halb im Dunkeln stand und ernst nach dem Athleten blickte. Da richtete sich Dusedom auf, zog den Hut und sagte höflich: „Entschuldigen Sie bitteI Ich wußte nicht, daß Ihre Kirche so leicht gebaut ist." (Lust. Dl.) Uebungsschießen «alten. Für den Mo> nat Mai ist ein Vereinsschiehen geplant. Dann [chmeckt er! .... Milchkaffee? 3a - aber nur mit Entlastung des Rechners und des Vorstandes Enron tragt hatte, wurde diese einsttmmig erteilt. Als Rechnungsprüfer für 1931 wurden die beiden seitherigen Rechnungsprüfer Hebere r (Staufenberg) und Dern (Lang-Göns) wiedergewählt. Bei der Vorstandswahl wurde der alte Vorstand, xrnd zwar Abgeordneter Fenchel (OberHörgern) 1. Vorsitzender, Altbürgermeister Schm idt (Trohe) 2. Vorsitzender und Obersekretär Philipp (Steinberg) als Rechner und Schrittführer wiedergewählt. Ebenfalls wurden die seitherigen Ausschußmitglieder für die Bezirke 1 bis 6 wiedergewählt, für den Bezirk 7 wurde Konrad Hofmann (Bersrod) neugewählt. Bei der Wahl der Korkomrnission wurden gleichfalls die seitherigen Mitglieder gewählt. Ein Antrag auf Hrnzuwahl eines weiteren Mitgliedes wurde nach der Aussprache vom Antragsteller zuruckgenorn- men. Der Voranschlag für 1931 wurde in Einnahme und Ausgabe mit 3772,84 Mark einstimmig genehmigt. Bei der Verlosung waren die Gemeinde Queckborn Gewinner des Bocklammes und Heinr. Aug. Stengel und Heinrich P i h in Laubach Gewinner bet Mutterlämmer. Die Wanderausstellung in Hannover wird von dem Kreisziegenzuchtverein Gießen mit vier Tieren beschickt. Es wird den Ausstellern ein Milchgeld von 10 Mark pro Ziege als Entschädigung seitens des Vereins gewährt und als Wärter Heinrich Münster in Hattenrod bestimmt. Ein Antrag auf Einführung der Tätowierung wurde nach längerer Aussprache mit 47 gegen' 24 Stimmen abgelehnt. Zum Schluffe konnte der Vorsitzende noch eine Anzahl Auszeichnungen seitens des Vereins, sowie des Reichsverbandes der deutschen Ziegenzuchtvereinigungen zur Verteilung bringen. Landkreis Gießen. g. Klein-Linden, 22.April. Ueber den Dau der Wasserleitung und der damit verbundenen Rohrlegung fand auf Grund einiger Beanstandungen in der jüngsten Gemeinderatssitzung eine längere Aussprache statt. Der Unternehmerfirma wurde der Vorwurf gemacht, daß die Rohrleitungen nicht vorschriftsmäßig gelegt, die Verbindungen nicht ausgegossen bzw. vorschriftsmäßig gedichtet worden wären. Der anwesende Bauführer der Unternehmerfirma stellte dies in Abrede, mit Ausnahme von einigen Fällen, aber et garantiere, daß der Gemeinde keinerlei Schaden hierdurch entstehe. Herr Friedel, der Bauleiter vom Kulturbauamt Gießen wies noch daraxif hin, daß die Unternehmerfirma nach Abnahme der Wasserleitungs- und Kanalisationsanlagen noch zwei Iahre für alle eventuellen Schäden der Gemeinde gegenüber hafte. Als zweiter Punkt stand die Entlohnung der beim Bau der Wafser- leitung beschäftigten Arbeiter auf der Tagesordnung. Die Dausirma hatte ab 1. April 1931 den Arbeitern, die beim Wasserleitungsbau beschäftigt sind, den Lohn um 10 Prozent gekürzt. Der Gemeinderat erklärt sich mit der Lohnsenkung einverstanden. Kreis Friedberg. ----Dad-Rauheim,23. April. In den kaufmännischen Klassen der hiesigen Berufsschule wurde mit Beginn des neuen Schuljahres obligatorisch derenglischeUnterricht eingeführt. Die diesbezüglichen Qlnttäge des hiesigen Einzelhandels fanden bei der Schulbehörde das erwartete Entgegenkommen. Kreis Büdingen. nb. Ridda, 22. April. Am Sonntag wurden in der hiesigen Kirche die beiden neugewählten Kirch cnvorstandsmitglieder Bürgermeister Rull- mann und Schreinermeister Otto C ck h a r d von Pfarrer Laut feierlich in ihr Amt eingeführt. || Ridda, 21. April. Am Samstagabend fand in den Räumen des „Gambrinus" ein vom ©e- sangverein „Sängerkranz" veranstaltetes Konzert statt, bei dem der Verein unter der Leitung seines bewährten Dirigenten, Lehrer Dietrich, Rodheim a. d. H., Zeugnis von seinem beachtenswerten Können ablegte. Der Dirigent hat es verstanden, den Verein innerhalb kurzer Zeit auf eine so hohe Stufe zu führen, daß er in der Reihe der ländlichen Gesangvereine eine hervorragende Stellung einnimmt. Die vorgetragenen Chöre fanden außerordentlichen CBei* fall. In dem Konzert wirkten mit Frl. Martha Ludwig, Ridda, Frl. Peter und Frau Heermann. Gießen, Frl. Ackermann, Bad Selters, und Kapellmeister Ackermann, Ridda. Frl. Ludwig brachte verschiedene Schurnannlieder zu Gehör; Frl. Peter fang Elsas Lied aus „Lohengrin" und eine Arie aus „Freischütz". Beide Sängerinnen hatten in Frau Heermann eine Klavierbegleiterin von besonderem Format. Frl. Ackermann erfreute durch den Vortrag der Sonate in Cis-Moll von Beethoven, Herr Ackermann gefiel durch fein von großer Kunst zeugendes Violinsolo. Zum Schluß fei noch des Dirigenten, Herrn Dietrich, gedacht, der mit feinem schönen Tenor einige Lieder vortrug. Sämtliche Mitwirkende fanden lebhaften Beifall. Kreis Schotten. V Gedern, 22. April. Bei der Submission deS Stammholzes in der Rachtweide erhielt Säge- werksbesiher Philipp Hartmann den Zuschlag. Ein Gesuch des Ludwig Alt um Handabgabs eines Weges auf drei Iahre wurde genehmigt. Auf Veranlassung des Arbeitsamtes sollen Rötstandsarbeiten ausgeführt werden. Die Qlnregung löste eine längere Besprechung aus, die jedoch zu keiner Beschlußfassung führte. Dem Antrag K a u ck zur Errichtung einer Zapfstelle wurde gegen die Anerkennungsgebühr von 50 Mark entsprochen. Bei der Dachschau 1930 wurde die Brücke bei Richard Birx beanstandet. Die Erneuerung der Brücke wurde beschlossen. Die Angelegenheit, den Mühlbrunnen xnxter Denkmalschutz zu stellen wurde zurückgestellt. Der Antrag des Krankenpflegevereins auf einen Zuschuß von 600 Mark für das Iahr 1931 wurde genehmigt und die Herstellung eines Kanals im ersten Teil der Umgehungsstraße zur Oberflächenentwässerung bis zur Voranschlagsberatung zurückgestellt. ch Rudingshain, 22. April. In diesen Tagen begehen die beiden ältesten Einwohner unseres Orts, Joh. Hofmeister und Heinrich Deubel den 86. Geburtstag. Beide erfreuen sich der besten Gesundheit. — Der diesjährige Frühjahrs- bezirkstag der Kriegervereine des Bezirks Vogelsberg fand in Rudingshain statt. Alle Vereine des Bezirks waren vertreten. Der Bezirksvorsitzende S c r i b a (Schotten) dankte den Teilneh. mern für ihr Erscheinen. Der Bezirksschriftführer Straub (Rudingshain) erstattete den Bericht über den letzten Bezirkstag In Einartshausen. Sodann wurde über das am 7. Juni stattfindende Bezirks- fc ft, das in Stornfels in Verbindung mit einer Fahnenweihe des dortigen Vereins abgehalten wcr- nde soll, beraten. Man erhofft für diese Veranstal- tung einen guten Besuch. Förster Frank berichtete sodann über das Kleinkaliberschießen. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde beschlossen, den Verbandsbeitrag zu ermäßigen. Für den Derbands- tag in Michelstadt wurde Kamerad Bing (Schotten) als Vertreter bestimmt. Außerdem wurde Kamerad Bing als Bezirksjugendführer in den Vorstand des Bezirks ausgenommen. Zum Abschluß des Bezirks-- tages fand auf dem Schießstand ein Uebungsschießen statt. Kreis Alsfeld. •1* Ruppertenrod, 22. April. Am Samstagabend hielt der hiesige Kleinkaliber- Schützenverein seine Generalversammlung ab. Lehrer Kratz wurde wieder zum 1. Vorsitzenden gewählt. 2. Vorsitzender wurde Otto Kratz 111. Der Kassenbestand wies ein Plus von über 100 Mark auf. Der Iahresbericht ergab die , Feststellung, daß der Verein sowohl beim Kreis- als auch E>eim Wertungsschießen 1930 an zweiter Stelle stand. Ein öffentliches Scheibenschießen hält der Verein in diesem Iahre nicht ab. Es wurde weiter Erschlossen, alle 14 Tage vormittags ein NN, Hibbo. Fil, lc Schmannlieder I Elsas Lied ou8 .aus „Freischütz-, in Frau Heer- 1 von besonderem rfreute durch den ll von Beethoven, ) sein von großer m Schluß sei noch ich, gedacht, der ie Lieder Dorttug. lebhaften Beftall. en. der Submission deS eide erhielt Säge« ann den Zuschlag, t um Handabgabe wurde genehmigt, amtes sollen Boten. Die Anregung * * *** ber vurdr „ Drücke > die AMeii n auz^ der z^^nuio r. ^ldieS' »and w Utz l^öene Schieb. Ä ilein.™ KL -Divane dar^s K die «„eide, deinen ; M vorn und der Kirche, die Glocken der ein. len Pupillen im ^Polizisten. ?A"ach dm ich Dusedom aus. (Lust. Bl.) irte. Dem Antrag Zahlstelle wurde c von 50 Dark ent* i 1930 wurde die mstandet. Die Er« eschlossen. Die An- n unter Denkmal« Mt. Ser Antrag einen Zuschuß von wurde genehmigt als im ersten Teil berslächenenwässe« ipang zurückgestellt. n(. Zn diesen Tagen oohnet unseres Vris, irith Deubel den sich der besten Sc- ge Frühjahrs' rvereineöesN linashain statt. Me ■treten. 2er Bezirks- hantle den Teilneh- WM .(eben Bericht über rtshausen. Sodann Sn* eßen. 5m weiteren de beschlossen, da Für den Verband' -b'VÄÄ "Vn KLK ’i^Ctbe Otto ,cnS ein Plus VON ÄS Ke M ab- z ein ago DQ®°' alten-5«r| hk#? mit 'rti(Ui}tnd tlfUwhh i ml „Wieso verdächtigt. Liebes? Ich würde keinem Menschen raten, meine Schwester auch nur in irgendwelcher Art zu verdächtigen. Glaubst du mir das?" Gin Schauer rann über ihren Körper hin. Die wagte es nicht, ihn anzusehen. Er suchte vergeblich das Gespräch wieder in eine unverfänglichere Dahn zu lenken. Sie blieb zerstreut und furchtsam. Schon nach einer halben Stunde erhob sie sich. „Mama weih nicht, wo ^ich bin." I „Ich werde ihr telephonieren." „Olein, danke. Ich bin ja nun bald zu Hause." „Soll ich den Wagen vorfahren lassen?" Er weidete sich an ihrem Derlegensein und konnte ein Mitleid mit ihrer offensichtlichen Olot nicht unterdrücken. Es war höchste Zeit, dah er hinter die Sache gekommen war. Thom hätte auch früher schon ein Wort verlauten lassen können. Das wäre entschieden besser gewesen, als zu warten, bis das Haus schon den Giebel entlang brannte. Er war etwas zerstreut, als sie ihm die Lippen zum Kusse bot. Sie fühlte, dah seine Gedanken von ihr ab waren und legte die Stirn gegen seine Wange. „Bist du mir böse?" Olun erwachte er. Sein Dlick wurde ganz hell wie in brüderlicher Liebe. „Wie sollte ich, Eve?" Sie Oie Treppe hinabgeleitend, wartete er, bis ihr Weihes Kleid im Sonnenglast des verrinnenden Tages entschwunden war. Olachdenklich schritt er die Stufen empor, läutete nach Gerd und fühlte, wie ihm der Aerger in einer raschen Welle an die Schläfen kroch. Der Alte hörte nicht. Er schellte, dah die Wand des Bedienten- zimmers klingend nachsurrte, ging nachzusehen, rih die Tür auf und stand im leeren Olaum. Die momentane Verblüffung erstarb in einem Lächeln. Gerd, dieser Getreueste aller Getreuen, hatte seine Mission bereits angetreten. Evelin konnte nichts Schlimmes zustvhen, wenn der Alte in ihrer Olähe war. * * * „Tja, mein Sohn!" Der alte Lippstadt reichte feinem Einzigen die Zigarrenfchachtel, hielt Feuer bereit und setzte die billige Marke in Brand. „Das hat sich nicht voraussehen lassen, dah es eines Tages so kommen wird. Man verliebt sich mit zwanzig Iahren oder mit sechsundzwanzig. Meinetwegen kann einer auch dreihig fein. Aber mit sechsunddreihig!" Er schüttelte mißbilligend den Kopf. „Ctoenn sie ein armes Göhr wäre, würde ich sagen: Olimm sie! Richte ihr eine Hühnerfarm ein oder eine Pelztierzucht, oder sonst was. das ein paar Märker abwirft. Aber eine Bloem! — Iunge, bist du denn ganz des Kuckucks?" Der GobÄinbezug des Stuhles, auf den er fich setzte, war echt, aber alt. Die Motten hatten Arbeit geleistet. Als er sich jetzt schwer darauffallen ließ, krachte cs in allen Bähten. Roßhaar quoll heraus und fiel häßlich grau auf den Boden. Er zeigte spottend darnach und fließ das grobe Gespinst mit der Spitze seines Schuhes zur Seite. „Hier unten fängt's an und oben unterm Dach hört's auf. von den Ställen und dem Zaunwerk gar nicht zu reden. Wenn dir's hier Wohler ist, als im grauen Rock — meinetwegen! Aber das sag ich dir: Als Hauptmann hast du doch wenigstens satt zu essen, wenn es gleich auch nicht alle Tage für ein Schinkenbrot reicht. Als Gutsherr auf Langenbach kannst du es mit den Motten halten: Die fressen nur Löcher." Der junge Lippstädt setzte sich behutsam auf das schmale Sofa, streckte die Füße von sich und zerbiß dabei die Lippen. „Immer sprichst du von hungern oder satt essen und allem anderen, nur von dem einen schweigst du!" „Fängst du schon wieder damit an?" Der alte Graf sprang auf, warf seinen Zigarrenstummel in die zersprungene Achatschale und stellte sich breitspurig vor seinen Einzigen hin. „Das Leben ist doch lachhaft! Richt? Da hab' ich nun wegen dieser Hedwig Toppgxd. verwitwete Setterholm, verwitwete Bloem, vor anno dreißig Iahren eine kolossale Dummheit gemacht und sie spielt nun die Madonna in Un- nahbarkeit und Würde. Und ihr Herr Sohn sitzt auf seinem Kontorstuhl wie auf einem Ministersessel. Und ich alter Esel hock hier auf meiner halbverfaulten Klitsche und laß mir von den Mäusen und Ratten einen Foxtrott vortanzen. — Daß du dich in die Tochter verliebst, das seht dem Ganzen die Krone auf. Bist du denn ganz des Teufels, Iunge?" Er schüttelte den Sohn an den Schultern. Als dieser nicht aus seiner Lethargie erwachte, ging er nach der Türe: rief: „Hallo!" und als fich niemand rührte: „Kreuzhimmelherrgottdonner- toetter noch einmal!" Dann nickte er, als Füße die Treppe heraufhasteten. Und schließlich blickte er nach seinem Einzigen, der verständnislos den Kopf schüttelte. „Läuten geht nicht", klärte er ihn auf. „Das Klingelwerk funktioniert nicht mehr. Es funktioniert überhaupt nichts mehr. Die Was- serleitung streikt und wird nächstens ganz aus dem Leim gehen. In den Pferdestallungen bricht die Decke durch und in den Zimmern hängen die Tapeten von den Wänden." „Kannst du denn gar nichts reparieren lassen?" Der junge Lippstädt hatte die Knie hvchgezogen, bog den Rücken herab und stützte das Gesicht in die Hande. „So hast du immer als Iunge dagesessen", sagte der alte Graf und schloß die Türe hinter dem Diener, der auf einem Tablett daS Abend- efsen hereinbrachte. Er sah ihm neugierig über die Schulter. „Hast du auch daran gedacht, daß der junge Herr mit uns ißt, Lex?" 5)q6 zerknitterte Gesicht strahlte. „Die Kartoffeln sind in Schmalz gebacken, Herr Graf." „Ra, also! Dann komm, Viktor! OBo hast du denn die Forellen auf getrieben, Lex?" „Tie sind heute nachmittag vvrbeigeschwommen, Herr Graf I“ Lippstädts dröhnendes Lachen erfüllte den Raum. Während er dem Diener eine Serviette nachwarf, holte er sich eine Kartoffel auf den Deller. „Ein toller Kauz! Der und das alte Mauerwerk hier und ich dazu — besser hätt's der Herrgott auf keiner Auktion erstehen können." „Du könntest ihn mir in die Stadt mitgeben, Vater!" „OBen? Ten Lex?" Weit geöffneten Auges und die eine der beiden Forellen zwischen Teller und Platte haltend, starrte Lippstädt den Sohn an. „Hast ’nen Rappel, Diktorchen?" Der junge Graf »erteilte nachdenklich seinen Fisch. „Ich glaube, daß ich billiger lebe, wenn er bei mir ist." „Was du nicht sagst!" Lippstädt vergaß sich so weit, daß er die Forelle wie ein Beefsteak tranchierte. „So geht's, wenn die Kinder groß werden. Tarrn wollen Sie alles haben, und die Alten — na.“ Er machte eine erledigte Handbewegung. „Prost, Iunge!" Versöhnlich hielt er dem Sohn das Glas entgegen. „Auf dein Wohl, Vater!" „Ihr in der Stadt trinkt jedenfalls was Besseres." Lippstädt wischte sich mit einem Brummen den Mund mit Viktors Serviette. „Ist sie wie ihre Mutter?" Obwohl diese Frage ohne jeglichen Zusammenhang gestellt war, fand Viktor sogleich die Antwort: „Sie ist das Süßeste, das mir je im Leben begegnet ist." „Hm!" „Ter Frühling und sie, Vater, das ist das Schönste, das der Herrgott geschaffen hat." „Merkwürdig! Genau so hab' ich auch einmal gesagt, als es sich um ihre Mutter handelte, Iunge! Iunge!" Er löste das »arte Fischfleisch ab und legte es dem Sohn auf den Teller. „Iß, Diktorchen, daran erstickst du wenigstens nicht." Er nahm daS Schwanzende und begann es gedankenlos zu zerfasern. „Den Lex, den kann ich nicht entbehren, Iunge! Ich hab' feit Wochen so ein verdammtes Malheur. Mal zwickt's im Knie, mal in der großen Zehe. 3a, und deswegen brauch ich ihn eben selber." „Komm du auch mit zu mir, Vater!" (Fortsetzung folgt.) Das «Schicksal spricht das letzte wort Roman von 3. Schnei de r-Foerstl. Urheber-Rechtschuh durch Verlag OSkar Meister, Werdau i. Sa. 2. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Sein Mund verschob sich etwas. Sie um die Mitte haltend, setzte er seinen Olamen unter em Schriftstück. ,.3ch habe einen Vorschlag, Evelin. Möchtest du dabei sein, wenn Thom feine Weltreise antritt?“ Sein Arm zuckte unter der raschen Bewegung ihres Körpers. Der junge Leib schmiegte sich eng an den seinen. „Du bist sehr gut, Lutz. Aber ich habe wirklich keine Lust." „Dann nicht!" Er Ringelte nach Gerd und bestellte. den Tisch auf der Veranda zu decken. Als sie wieder allein faßen, bog er ihr Gesicht zurück und strich ihr das blonde Gelock aus der Stirne. „Warum kommst du so selten?" Das jähe Rot, das ißr Gesicht färbte, bestätigte die Richtigkeit dessen, was Thom ihm gesagt hatte. Hoffentlich war es nicht zu spät. Außerdem war Gerd verlässig wie nur einer. Morgen ober übermorgen wußte er bereits mehr. Setterholms Gesicht bekam einen harten Ausdruck. Sein Blick suchte wie durch eine stählerne Wand nach dem Gegner, den er mit allen Mitteln zu verderben trachtete. Sin Mensch, der Lippstädt hieß, hatte kein Recht auf Schonung. Während sie zusammen auf der kleinen Veranda ihren Tee tranken, betrachtete er das Gesicht der Schwester und konnte nur immer denken, wie das möglich war, daß aus dem kleinen süßen Ding vor einem 3ahre nun plötzlich dieses wunderschöne ätherische Wesen sich entwickelt hatte, das in seiner Keuschheit das Herz eines jeden Mannes fesseln mußte. Es wäre eigentlich Sache der Mutter gewesen, sich darum zu kümmern, wo und mit wem Evelin ihre Zeit verbrachte. „Mit Freundinnen", sagte sie leichthin. „Warum lachst du?" Sie suchte Pfeffernüsse aus der Gebäckschale und fegte sie auf seinen Teller. Er hielt ihre Hand fest und beugte sich etwas zu ihr hinüber. „Mutter denkt, du seiest bei Freundinnen, wenn du außer Hause bift.“ Sie tat ihm beinahe leid, da eine Dlutwelle um die andere ihre Wangen auflohen machte. Mit raschem Zug löste sie ihre Finger aus den seinen. „Wo sollte ich sonst sein?" „Ich weiß nicht, Kind!" „Man hat mich bei dir verdächtigt, Lutz!" Ihre Geschäftsdrucksachen eteiien die Verbindung ner zu Ihren Erzeugnissen Men stellt eich die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor. wie man Briefbogen. Briefumschläge. Postkarten. Rechnungen. eeechSftskarten Ihres Hauses bsurtellt. 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Mai 1931, findet in (tzcdern Pferbe*, Rindvieh*, Schweine*, Ziegen* nnd Krämer-Mrtt verbunden mir Prämiierung von Simmentaler und Vogelsberger Rindvieh sowie Ziegen statt, tyteibönotoer Verkauf von Bullen. Rmdvieb unter einem Jadr kann nicht prämtlert werden. Die Bullen müssen gering« sein. Die PrämiiernngSklnssen für Simmentaler und Vogelsberger Buh sind: Bullen von 15-24 Monaten «Fleckvieh), Bullen von 15-30 Monaten (Rotvieb). Bullen über 2 Jahre. Rinder von 1—2 Jahren, Rinder über 2 Jahre, Kühe mit höchstens 2 Kalbern. Kühe nut 3 Kälbern und mehr. Anmeldungen für die Prämiierung haben bis spätestens am 15. Mai 1931 bei der Bürgermeisterei Gedern zu erfolgen unter Angabe des Alters des Viehes und wieviel Kälber die beireffende Kuh gehabt hat. An Prämiierangsmltieln stehen ansehnliche Geldmittel zur Verfügung. — Der Austrieb beginnt um 6V3 Uhr und mutz um 8'/, llhr beendet sein. Während des Marktes können männliche Zuchttiere, die ver- kamt werden fallen und noch nicht angekörl sind angekör« werden. Grotze Ausstellung landwirtsch. Maschinen, (tteräte usw. Nachmittags um 3 Uhr finde« auf dem Marktplatz die Verlosung statt. ES kommen aut Verlosung lebende Gewinne und hauswirtschaftliche Gebrauchsgegenstande. Die zur Verlosung kommenden lebenden Gewinne roe den aus dem Diartte anae- kaust. Lose find von der Bürgermeisterei »u haben. 2879V Tanz — Volksbelustigung — Konzert. Hessische Bürgermeisterei Gedern. Müller. WEHROSOL das mit allen Farben gemischtim Hochglanz steht. Nur echt bei Aug. Noll, Kreuzdrogerie, Bahnhofstr.53 HERZ Schuhe in herrlichen neuenFrühjahrs-Mo* dellen. Neuer Preis: ob 14.50. Gehen Sie noch heute zu Nr. 95 Drittes Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheften)Zreitag, 24. April Wirtschaft. Hessische Beamtenbanf. Die Hessische Beamtenbank hielt zu Darmstadt ihre Ordentliche Hauptversammlung für das zehnte Geschäftsjahr 1930 ab. Außer dem Aufsichtsrat und dem Vorstand waren 55 stimmberechtigte Vertreter und einige andere Mitglieder erschienen. Geschäftsbericht und Bilanz lagen der Versammlung im Druck vor. Der Bericht gibt nach ein'ei^end.n allgemei-n-wirtschaft- lichen und beamten°pol.tischen Bemerkungen ein anschauliches Bild günstiger Entwicklung der Bank aus gesunder und solider Grundlage. Der Umsatz belief sich auf 88 Millionen Mark, die Bilanzsumme auf 3,16 Millionen Mark, der Reingewinn auf 21 551,38 Mk. Unter Berücksichtigung der Gewinnverteilung ergeben sich folgende wesentliche Posten: (in Tausend Mark) Guthaben bei Danken 782 (im Vorjahre 447), Wertpapiere 146 (136), Außenstände in laufender Rechnung 383 (293), Darlehen 1407 (1159), Immobilien 283 (288), Inventar 52 (52). Andererseits Geschäftsguthaben 373 (288), Rücklagen 76 (32 , Bankschulden 211 (50), Kreditoren 1458 (1180), Tpar-^und Termingelder 1030 (894). Verschiedene Anfragen aus der Versammlung erfuhren von Vorstandsseite an Hand statistischer Unterlagen noch ausführliche Erläuterungen, ebenso Geschäftsbericht und Bilanz, die schließlich unter Entlastung des Vorstandes einstimmige Ge- nehmigung fanden. Unter „Wahlen zum Aufsichtsrat" wurden die fünf ausscheidenden Herren wieder- und außerdem mit Rücksicht auf die Mit- qliederzunahme drei Herren neu gewählt, und zwar: Rektor Wagner, Offenbach; Lehrer Schell, Darmstadt; Oberpostsekretär Trink- au s, Darmstadt; auch der aus dem Vorstand turnusgemäß ausscheidende Direktor H e y d e r wurde einstimmig wiedergewählt. Ein für die Bankmitglieder wichtiger Antrag des Vorstandes auf weiteren Ausbau des von der Dank seither schon gewährten beitragsfreien Sterbegeldes fand allseitige Anerkennung und Zustimmung, so daß künftig bei Ableben eines Mitgliedes der Genossenschaft den Hinterbliebenen ein Sterbegeld bis zu 550 Mk. gewährt wird. Rach anregender Aussprache über die Rotwendigkeit und Bedeutung einer tatkräftigen Förderung der Beamtengeldwirtschaft wurde die Versammlung nach etwa fünfstündiger Dauer geschlossen. • Frankfurter Hypothekenbank, Frankfurt a. M. Aus dem im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielten Reingewinn von 2,415 Mill. Mk. werden 12 Prozent Dividende auf die Stammaktien und 7,2 Prozent Dividende auf die Vorzugsaktien ausgeschüttet. 198 014 Mk. gelangen zum Vortrag. Das laufende Geschäftsjahr habe sich im großen und ganzen bisher befriedigend augelasstn. Der Pfandbricfverkauf war zeitweise recht lebhaft, dagegen machte sich vorübergehend ein gewisser Mangel an geeignetem Dcckungsmaterial bemerkbar. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 24. April. Tendenz: freundlich. Unter dem Einfluß der ersten Auslandbörsen und einiger kleiner Käufe der Kundschaft eröffnete die Börse in freundlicher Haltung. Da auch die Spekulation im Hinblick auf den bevorstehenden Ultimo zu einigen Deckungen schritt, machten sich gegenüber der gestrigen Abendbörse überwiegend Kurs- besserungen bis zu 1 v. H. bemerkbar. Der neueste Wochenbericht des Instituts für Konjunkturforschung wurde zwar etwas beachtet, machte jedoch nur geringen Eindruck, da die Verminderung der Arbeitslosenzifsern nur eine geringe Saisonentlastung darstellt. Etwas mehr gebessert eröffneten Kunstseideaktien, von denen Aku 2,5 v. H. und Bem- berg 3 v. H. anzogen. Am Chemiemarkt lagen 3(9.= Farben um 1 v. H , Rütgerswerke und Goldschmidt je um 1,25 v. H. höher. Arn Elektromarkt war das Geschäft gegenüber den anderen Marktgebieten etwas lebhafter,' doch ergaben sich kursmäßig im Ausmaß, von denen Siemens 2 v.H. gewannen, kaum Veränderungen. Am Bauunternehmungsmarkt lagen die Kurse dagegen um 1,25 v. H. gefestigt. Am Montan- aktienmarkt konnten Rheinstahl 1.5 v. H. gewinnen, im übrigen herrschte Geschäftslosigkeit. Von Kaliwerken gewannen Salzdetfurth, bei denen heute ein Dividendenabschlag von 15 0. H. zu berücksichtigen ist, 2,5 v. H. Höher eröffneten ferner noch Zellstoff Aschaffenburg (plus 2,25 v. H ), Daimler (plus 3,25 v. H.). Schiffahrtswerte und Bankaktien bei geringen Umsätzen etwa behauptet. Am Anleihemarkt zogen Neubesitz um 0,20 v. H. an. Schutzgebiete im ganzen gehalten. Bon Ausländern Mexikaner behauptet. Pfandbriefe ruhig. Reichsschuldbuchforderungen 0,5 0. H. höher. 3m Verlaufe wurde das Geschäft nach Erledigung der Kundenorders ruhig, dock blieben die Kurse auf dem erhöhten Niveau gut behauptet. Am Geldmarkt machte sich Nachfrage bemerkbar. Der Satz wurde auf 3,75 v. H. erhöht, doch blieb die Gesamtlage ziemlich leicht. Am Devisenmarkt lag das Pfund in Nachwirkung der ermäßigten Neuyorker Bankakzepte weiter fest, auch die Befestigung der Reichsmark gegen Dollar machte weiter Fortschritte. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1976, gegen Pfund 20,4125, London gegen Neuyork 4,8633, gegen Paris 124,36, gegen Mailand 92,86, gegen Madrid 48,35, gegen Schweiz 25,2375, gegen Holland 12,0965. Berliner Börse. Berlin, 24. April. ' ie heutige Börse eröffnete in ausgesprochen freundlicher Stimmung. Schon vormittags hatte man im Anschluß an das festere Neuyork höhere Kurse genannt, die dann zu Beginn des offiziellen Verkehrs noch überschritten wurden. 3n der Hauptsache handelte es sich nur um Deckungen der Spekulation. Für Spezialwerte zeigte aber auch die Kundschaft und das Ausland 3nteresse, so daß in diesen Werten das Geschäft lebhaft war, und die Kursbesserungen bis 4 v. H. betrugen. So zogen Rheinische Braunkohlen um 3,25, Bemberg um 4,25, Aku um 2,75 und Schultheiß um 3 v. H. an. Svenska gewannen erneut 10 Mark, und die Kaliterminwerte, unter Berücksichtigung des heutigen Dividendenabschlags. 3,25 bis 4,5 v. H. Auch Elektrische Lieferungen notierten exklusive Dividende, lagen aber 1,5 v. H. schwächer. Sonst fielen noch Metallgesellschaft mit minus 1,5 und Allgemeine Lokal und Kraft mit minus 2 v. H. durch schwache Haltung auf. Anlagen waren unbedeutend verändert. Die Verwaltung der H e f r a g in Wölfersheim schreibt uns: Zu der Kundgebung des Vorstandes des Provinzialverban sOberhessendes Hessischen Lan^gememdetags möchten wir folgendes sagen: „lieber die darin zum Ausdruck kommende sachliche Stellungnahme und deren Bewertung wollen wir hier keine Erörterungen anstellen. In den meisten Zeitungen ist auch mitgeteilt worden, daß in der Aussprache, die dieser Entschließung des genannten Vorstands vorausgegangen ist, sich die „bemerkenswerte Feststellung" ergeben habe, „daß von der gesamten Belegschaft des Wölfersheimer Werks ein großer Teil aus nichthessischen Arbeitern und sogar zum Teil aus Ausländern bestehe". Wir legen Wert darauf, hierzu ein Wort zu sagen. Die ganze Belegschaft wohnt so gut wie ausnahmslos in Oberhessen. Wer weih, wie schwierig es war, allmählich den notwendigen festen Stamm gelernter Arbeiter hier anzusiedeln, wird ohne weiteres verstehen, daß es geradezu n 0 t w e n - d i g war, in manchen Fällen über die hessische Grenze hinauszugehen. Das wesentliche ist, daß auch die nichthessischen Arbeiter — zu einem erheblichen Teil seit langer Zeit — in der oberhessischen Provinz beheimatet sind. Wir müssen es auch im übrigen im Interesse des deutschen Gemeinschaftsgedankens sehr bedauern. daß man auf die Oeffentlichkeit mit der künstlichen Hervorkehrung eines Gegensatzes zwischen hessischen und nichthe'fischen Arbeitern Eindruck machen möchte. Es ist richtig, daß wir auch eine Anzahl ausländischer Arbeiter beschäftigen. Diese Leute stammen fast ausschließlich aus O e st e r r e i ch. Sie wurden seinerzeit mit Genehmigung des Landes- arbeitsamts zum größten Tlll noch von der Ausländer fast vollkommen geschäftslos. Am Pfandbriefmarkt war es bisher eher freundlicher. Der Geldmarkt war ziemlich leicht. Man nannte Tages- gelb mit 4 bis 6 v. H., vereinzelt 3,75 v. H., Monatsgeld mit 5,25 bis 6,75 v.H., Warenwechsel mit zirka 5 0. H. Die Nichtermäßigung der Neuyorker Diskontrate blieb eindruckslos, zumal man für gestern nur vereinzelt mit einer Ermäßigung gerechnet hatte. Dagegen hofft man, daß der heute von den Banken festgesetzte Reportgeldsatz um 0,25 auf 6 v. H. gesenkt werde. 3m Verlaufe konnten sich die e r ft e n Kurse ziemlich behaupten. Das Geschäft wurde allerdings nach Erledigung der Deckungen etwas ruhiger. Die anfangs wenig beachteten Montanwerte begegneten vorübergehend einigem 3nter» esse, da namentlich an diesem Markte Deckungen für ausländische Rechnung ftattfanben. Farbenaktien, die zu Anfang der Börse etwa 2,40 v.H. gewonnen hatten, gingen im Verlaufe weiter zurück. Eingesandt. (Für Form und 3nhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung ) Lin Notruf aus der unteren klinikftrahe. Kaum ist der Winter mit feinem Grauen (aufgeweichte Bürgersteige usw.) verflossen, und schon sind in der unteren Klinikstraße die unangenehmen Vorboten des Sommers mit der schrecklichen Staubplage, hervorgerufen durch die schnellfahrenden großen Tank- und Lastautos der Vertriebsstellen jenseits der Bahn, zur Stelle. Möchten die Stadtväter endlich ein Einsehen haben und diesem ungesunden Uebelstand ein Ende bereiten. Die Anwohner der unteren Klinik- straße können dann die Wohltat, welche den Anwohnern der oberen Klinikstraße zuteil geworden ist in derselben Weise gut nachempfinden. N. Briefkasten der Redaktion (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der ©djriftleitung.) 0. 6. in G. Selbstverständlich werden die Einlaßkarten für Schwurgerichtsverhandlungen kostenlos abgegeben, denn sie haben nur den Zweck, eine Ueberfüllung des Zuhörerraums zu verhindern. früheren staatlichen Dergwerksdirektion eingestellt, nachdem alle Versuche, gelernte Spezialarbeiter für den vergrößerten Bergbaubetrieb aus Deutschland zu bekommen, damals nur zu einem Teilerfolg geführt hatten. Die »Arbeiter, die zu einem erheblichen Teil schon längere Zeit mit Frau und Kindern hier wohnen, kann man nicht so behandeln, wie dies anscheinend seitens eines Teils des Vorstandes des Provinzialverbandes Oberhessen für möglich gehalten wird. Die Leute haben seinerzeit dem Betrieb aus einer dringenden Verlegenheit geholfen und haben, nachdem sie das Opfer einer völligen Umstellung gebracht haben, einen moralischen Anspruch auf loyale Behandlung. Lägen die Dinge nicht so, dann würde das Landesarbeitsamt in der jetzigen Rotzeit die von Zeit zu Zeit einzuholende Vcrlängerun^gsgenehmigung gewiß nicht erteilen. Es handelt sich übrigens nur um ganze 30 Mann, lauter friedliche, brave Menschrn, die mit der großen, etwa 1300 Köpfe zählenden Gesamtbelegschaft im besten Einvernehmen stehen. Roch unverständlicher als der Hinweis auf die ausländischen Arbeiter ist die durch nichts begründete Unterstellung, ..daß bei einem Heber- gang des Heberlandwerks Oberhessen an die Preußenelektra dieser Konzern im Laufe der Zeit die einheimischen oberhessischen Arbeitskräfte durch Arbeiter aus seinem Gebiet ersetzen werde". Wir wissen nicht, wie die Herren vom Vorstand des Provinzialverbandes Oberhessen zu dieser Befürchtung gekommen sind. Wir wissen nur, daß ihr in der Tat kein Schimmer von Berechtigung innewvhnt. Wir können nicht das Bedenken unterdrücken, daß durch die Benutzung solcher Motive eine Atmospäre entsteht, in der die Reigung zur sachlichen Denkungs- weise nicht gefördert wird." Km hie Wölfersheim. Eine Erklärung der Hefrag gegen den Vorstand des Oberhessischen Landgemeindetages. Amtsgericht Gießen. Ein Mummenschanz in einem benachbarten Dorfe nahm im vorigen Iahre ein schlimmes Ende, indem einer der Maskierten von einem jungen Burschen einen gefährlichen Messerstich in den Oberarm erhielt, der seine sofortige wochenlange Aufnahme in die Chirurgische Klinik erforderlich machte. Eine Anzahl junger Leute, darunter der Angeklagte, hielt sich über das Tun und Treiben der Maskierten auf der Straße auf und ging hinter ihnen drein. Es kam zu einer Rempelei ohne weitere Folgen, dann aber, als den Vermummten nachgerufen wurde, sie sollten sich als ältere Leute doch schämen, zu einer Schlägerei zwischen einem derselben, dem späteren Verletzten, und dem Angeklagten. Iener schlug auf diesen mit einem Stock mehrfach ein, so daß letzterer sein Messer zog, nach ihm stach und ihn in den Arm traf. Es wurde Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung mittels eines Messers erhoben, der Angeklagte aber freigesprochen, da auf Grund der Beweisaufnahme der Richter mit der Möglichkeit rechnen mußte, daß Rotwehr vorlag, denn der Angeklagte war trotz seines Zurückweichens von dem Verletzten, der ihm an Körperkraft überlegen war, vorher ge- schlagen worden. Eine Waffe, Stock oder dergleichen, hatte er nicht bei sich, so daß ihm eine andere Verteidigungsmöglichkeit nicht gegeben war. Sich zur Flucht zu wenden, konnte ihm nicht zugemutet werden. In einem benachbarten Orte gerieten gelegentlich eines Lokalfestes bereits nachmittags junge Burschen in einer Wirtschaft aneinander, so daß ein Gendarmeriewachtmeister einschreiten mußte, der sich anschickte, den Hauptbeteiligten auf die Straße zu sehen, wozu er auf Grund der Beweisaufnahme berechtigt erschien. Zwei Gäste, die beiden Angeklagten, wollten dies nicht zulassen. Der eine umfaßte den Wachtmeister von hinten, um ihm an seiner toeiteren Tätigkeit zu hindern, der andere versperrte durch seinen Körper die Ausgangstüre, wurde jedoch freigesprochen, da ihm diese Absicht nicht nachgewiesen werden konnte. Der andere noch unbestrafte Angeklagte erhielt unter Annahme mildernder Umstände wegen Beamtennötigung eine Geldstrafe von 2 5 M a r k. Am 7. Dezember v. 3. fand in der Turnhalle eine nationalsozialistische Versammlung statt. Kommunisten hatten eine Gegendemonstration geplant, die aber behördlich nicht genehmigt wurde; doch sammelten sich solcye in Massen vor dem Versammlungslokal. Eine größere Anzahl von Nationalsozialisten begab sich etwa eine halbe Stunde vor Beginn der Versammlung zur Turnhalle, und zwar in einheitlicher Marschordnung und in dem namentlich von ihrem Führer durch nachhaltiges Zureden bewiesenem Bestreben, jeder Provokation möglichst aus dem Wege zu gehen. Deshalb blieb auch der vor dem Versammlungslokal einsetzende Angriff der Kommunisten von feiten der Nationalsozialisten gänzlich unerwidert. Diese wurden von den Kommunisten mit Steinwürfen empfangen, und der Empfang war offensichtlich durch Ansammeln von Steinen wohl vorbereitet gewesen. Ein Nationalsozialist wurde durch einen Steinwurf im Genick verletzt. Der Täter war einer der drei Angeklagten. Der zweite Angeklagte konnte überführt werden, zwar mit einem Stein geworfen, aber nicht einen anderen getroffen und verletzt zu haben, wie überhaupt dahingehende Feststellungen — es fanden noch mehrere Verletzungen statt — durch die rasck erschienene Polizei namentlich wegen der herrschenden Dunkelheit recht schwierig waren. Es kam auch zu einer Schlägerei, und hier gilt ein gleiches. Feststeht nur, daß ein hervorragender Führer der Kommunisten, der dritte Angeklagte, mit einem Stock auf Nationalsozialisten einschlug. Er erhielt wegen Körperverletzung eine Gefängnis st rafe von einem Monat: die beiden anderen Angeklagten erhielten eine G e - fängnirftrafe von zwei Wochen bzw. eine j)aftftrafe von einer Woche. CtirMrfw TtadiriAfen Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 25. April. Vorabend 7.15 Uhr; morgens 8.30; abends 7.45 und 8.25 Uhr._____________________________________ Sprechstunden Der Redaktion. 1130 bu 12.33 Uhr, 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 0 H. Lombardzinsfuß 6 0 H itrantiun a. 2)1. 25crbh trannuri a. . 1 Berlin .rrannun a. -bi. «Berlin Banknoten. Schluß»! Iur4 , 1-Uhr« Kur- Schluß- Ansa g- lur» Kurä Schluß»^ ’urd ; t-llhr» KurS Schluß»' iur< Ansanq» fiurd Su,.uß» fnre 1 l»Uhr» K rs Schluß» ture ‘-Umana- Kurs __De Amerikant'che Belgische Note Dänische Nore Englische Note tin 23. April «eld Aries Not«..... 4,179 58,10 111,90 20,347 16,38 168,11 21,99 111,85 58,83 2,483 112,08 80,61 41,72 .2,395 72,95 - Frankfur 4,199 58,34 112,34 20,427 16,44 168,79 22,07 112,29 59,07 2.503 112.52 80.93 41,88 12,455 73,25 a. M Datum 23 4 244 23.4 244 Dalum 23 4 24 4. 23 4 24 4 Datum 23 4 24.4 23 4 24.4 n ........ 6% Deunche tHetdieanieUie von 1927 . . 7% Deutsche RelchSanleih« 84,75 100 58 6,25 95,25 57 57,25 101,5 97,5 92,25 100,5 96,5 2,4 16,4 4,25 4,3 4,3 15,15 6,9 | | |5 | | | | | I I 1 I 1 II 1 1 1 1 1 1 II 1 II 84,75 100 57,9 6,25 96 56,9 100,5 96,5 23,5 2,4 19,1 16,65 16,65 4,3 4,35 8,4 15,25 6,9 | | | 1 | I 1 1 1 1 I 1 II 1 1 1 1 1 8 1 1 1 II Hamburg-Amerika Baler . . . 7 Hamburg-Südam. Dampfschiff 8 Hama Tamvlichiss - 1° Norbdeuticher Sioub ... 8 Allgemeine Deutsche Creditanst. 10 Barmer Bankverein . 10 Berliner Handelsgesellschaft 12 Sommer, und Pttoai-Bank 11 Darmstädter unb Nanonalbank 12 Ternsche Bank unb Tisconto-Geseilichast, . . 10 Dresdner Bank......10 Wrtchsbanf .......12 64,5 65,75 124 119 138,5 107,75 107,5 167 110,5 127 88,5 128 121 144,5 177,5 131,5 54,5 81,5 71 70 77 37 63 178 83,25 “ — — — m a> 4* _ ro — Ul 1 ä 1 I | l 1 1 1 1 1 1 1221 £ 1 1 i ££ 1 1 1 1^11=: III 1^1 1 1 Ä 1 iS 64 115 85,75 65,13 123,75 118.75 138 107,75 107,5 166,13 109,75 90,4 135,25 126,4 88 127,9 121 143,75 177,5 130,75 54,75 75,25 81,25 70,65 67 183 70,5 73,25 76,9 37,25 79,9 62,75 177,5 82,5 64,5 117 6C 123,5 118,5 138 107,75 107,5 167,65 111 134,75 126,75 88,4 129,13 143,75 178,75 55 76,25 81 71,75 67 186,4 71,25 73,5 78,5 38,25 80 62,9 180,75 84 Beremrgre Glablroerte . . ■ • Ltaoi Minen . . . 16*/, Kaliwerke Aschersleben . 10 Kaliwerke Westeregeln ... 10 Kaliwerke Salzdetfurth . . 15 I. ®. Zarben-Inbusttte... 12 Dnnamit Nobel ......6 Scheibeanstalt ....... 9 Goldschmidt 6 RürgerSwette .......6 Metallgelellichaft.......8 Philipp Hol,mann.....7 Zementwerk Heidelberg 10 Eementwerk Karlstadt. ... 10 57,5 31,25 166 169 255 150,5 135 49.75 56 74 103,25 81 36,75 88,75 101 102,9 81 32,5 95 116 39 70 129 244 151,5 51 103,5 38 91 104 83,25 33,25 57,75 31,25 164,4 168,5 253,9 149,4 49,5 55,5 74,75 103,25 36 172,25 88,75 100,5 102,25 81 135,5 33 95 51 116 242 17 39,25 129 58 31,9 159 163 242,5 151,65 49,25 57 73,25 104 175,5 91,5 104,75 103,75 137,5 33 96 52 118 252 rttan^üiuaic y toten ....... Holländische Noten....... Italienische Noten........ Norwegische Noten ..... Deunch-Lesterreich. 1 lOo Schilling Rumäniiche Noten .... Schwedisch' Noten .....- Schwerer Noten ..... Spanische Noten....... T'checho'lowakische Noten llngf ttiche Noten Deöijenmarfi Berlin Deutsche Anl.-AblSl.-Schuld mit Auslos.-Rechtcn $e8fil. ohne Ansios.»Rechte . 8% Hess. Bolkistaat von 1929 trüdiahlb 102%) Cbrrhcllcn Provinz - Anleihe mf' eiutioi.-9irrtitcn..... Deuische Komm. Sammelabl. Anleihe Serie l ■ 8% Rranlf. Hnv.-Dank Goidpse XIII unlünDbar bi» 1984 7% ^tanll Hnv.-Bank Goldpse unlünbbar bl» 1932 4%% Rbciniiche Hup.-Bank Stau, voiopse...... 6% Br. SanbeSpfnncbrtefanßalt. lUanbbriefr DL i • 8% Pr SaubeJrian.-bttefanfiaU. Stomm.-Lbl.Mi. 20. . . 7% U-r. Sanbc. r'anobriclanfialt, l-ianbbric < Ml 21 V.E.Ä abfl. Vor.negS-Obligalio- nen. rückzahlbar 1932 4% Oeftemtdittdie Goibrenre . . 4,20% Lrstcrrelchische Gilberrente 4% Oeslerreickllcke Einheitliche Rente 4% Ungarische Goldrente . . . 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 V/t% be6fil. von 1913 4% Unparische Kronenrente 4% Türlische fiollanleibe von 1911 4% Türkische Bagbabbahn.Anl Sette > l.E.G .........d Bergmann.........9 Liektr. SleserungSgeselllchasl. 10 23 April 24. April Amtliche Notierung rren> | 23ne> AmIItchc Geld Notierung Brie stellen & Guilleaume *1Vi Gesellichasl kür Elektrische iinrernehmungen ... lo Hamburger Elektttzltättz-Werke 10 liberniidre Elektrizität .... 9 Gchleiiiche Elektrizität. ... 10 ^chuckcn S Eo. ......11 -lernens & Halste.....16 iranorabio ........ 8 abm-ner L Eo.......io Buverus . . ....... 5 Deutsche ErbSI . ...... 6 Essener Gielnkohke . ..... 8 Gelsenkirchener . ...... t Harpencr ....... 0 Hoeich Ellen. ...... Iile Bergbau .... U KlSckncrwcrke ....... 7 Köln-Reucssen...... « . 1 Manncrmann-Röhr« .... 7 Alanslrider Bergbau . . • • . '< Obcrschlci. Eiienbebart . . . . 5 1 Obcrschics. Kokswerke.....1 Gdw"bete Patzenhofer ... 15 Cfiw. .ke ........12 Aku 18 Bemberg.........14 ZellstosI Waldhof .... IS'/, Zellstosl Aschaffenburg . . 12 Charlottenburger Wasser ... 8 Teliauer Gas .....9 Daimler Motoren......0 Deutsche Linoleum ...... Nai. Automobil ......0 Orenstein & Koppel ..... 6 Leonhard Tietz ...... 10 GvenSka ........ Anttt^-RoN. Bu'n -Airetz Bris. Antw Ebriftiania - Kovenbaain Stockholm . HelsingiorS. Italien . . . London. . ‘Neunork . . Paritz.... Schweiz .. Spanien . . Japan . . . ‘Hto de Ian. Wien In D.- Ctft. aboeft Prag . - . Belirad . . Duoap.'st. . JÖai' arieu Lissabon Danzig. . Konst.mta. Athen Ilana oo Uru ooq. Cairo 168.48 1,364 58,31 112,22 112,22 112,36 10.556 21,97 20,388 4,1950 16,40 80,815 41,81 2,073 0,300 58,98 12,425 7,377 73,12 3,040 18,84 81,51 1,784 5,435 4,194 2,757 20,91 168.82 1.368 58,43 112,44 112.44 112,58 10,576 22,00 20,428 4,2030 16,44 80,975 41,98 2,077 0,302 59,10 12,445 7,391 73,26 3,046 18,88 81,67 1,799 5,445 4,202 2,763 20,95 168,53 1,364 58,32 112,25 112,25 112,37 10,554 21,97 20,393 4,1945 16,393 80,795 42.36 2,073 0,311 58,975 12,421 7.379 73,13 3,040 18,84 81,54 1,784 5,437 4,192 2,767 20,91 168,87 1,368 58.44 112,47 112,47 112,59 10,574 22,01 20.423 4,2025 16,433 80,955 42.44 2,077 0,313 58,995 12,441 7,393 73,27 3,046 18,88 81,70 1,789 5,447 4,200 2,773 20,95 frankfurter Malchin« .... 4 Grtyner ........6 Hevllgenstaedt .......0 flungbana. 6 Lechwerke..........8 Mainkrastwerke Höch» a.M.. . 8 Mlag..........10 • /o llc 11 • • _ 5% Rumänische verelnh. Rente von 1903 . - 8. h 2 — h 4 19 De3-g3 33. 34 22 23 24 Tel - bl Tbl—al 22. Da5-a3 23. Da3xa2 24. Da2-a3 E 3 6. 7. 8. 9 38. 39. 40 41 27. 28 29 30. 31. 32 33 34 35 36. 37. 38. 39. 40 usw. ulto. ulto. ulto. 27. 28. 29 30 31 32 2 3. 4. 5 6. 7. 8. f7xg6 Df8-f7 Ke8xf7 Ld8xg5 a7-a5 Kf7-g7 Lf8-e7 67-65 b7-b6 Lc8-d7 Lf 5 x g6-s- Lß6xf7+ Lf4-g5 64xg5 Sh3-f4 20 b5 —b4 21. b4xc3 E C E ® b2xc3 Tal -el Lc2—bl E o c 25..... 26. LblXfb! Te3-63 T63-664- S16-65+ 20. Sg5-h3 Warum nicht erst 20. a3, um den folgenden Gegenstoß zu verhindern? T68-b8 a5 —a4 K/7-g6 Ld7-c6 a4-a3 a3-a2 Kg6-g7! Kg7-g8 20..... 21. Tel — e3 Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen. Lösungen usw. sind zu richten an = = U S 2 € c N § a. es «• - en 19 G> C £ 2 E 8 2 e A §« E€ E® 8 53 H§® a °Z ES ®8 h §E HH E a 8 3to(9 h 2 2t X HHC 8 HE E£A *c N N g.8A g 2 - a <9 ö £ £ 55 toH 8 ä o £-19© a ri s h N c to H Zn 2 *»8*5 S.s ‘ 'S? 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Mwne5e De Zuwendungen Bulgarien, vc beteiligten 2?e; M es sich d° ^uicht ganz t ^cht einen K werden, Maßnahmen, 1 ^.^ge^'h ’<5 für die D ^«Wirtschaft Krr fela Wit b« unter der SVnb?i oNchtcchrsinvn *beT nicht g< 5sM 'Lsr feyw" nach üg?» r LkS pSh ^Au KZ §0 I 3 "re O: 3 3 ° re 3 «■^3^2 „2. 13 c E 3 ©'3'ET ; S - a o arg? 3 A^7HK §3 ' re o or 3 q- 3 r- 3 —•3 re — „ 2 ZL«3^Za x- o; Tc'3 ffaaHiiSgS1? “X - O ©2 0 ” 3 K3 3 „ 3 D 3 g re K 2:^ t?3o Z^Z.S.Z3 3 sffi re Ä -1 Qy CD ©rO W; re or=3a I S-ZI ag-3xäo»' a-" D o D 3 -GD 3 s~; ° 5 3 = 3 613 0) CD ^fa^E 3Z Q O 272. . * 3 x^T 3 C ZZr, 3.37-3 •■ jsh 5-3,5.»8 s 3 02. Z2-!«" ” 3 re 2 13 2 §. 5 L ö:cr 3 -. 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Millionen hatte sie ,üt burchgedrüät, sinanzen dure -■^. | 3 -i 2 3 tS^3A St9 re d Z co 1 »n ,—j. re 8 re re' 3 ■B1®1 il§=8«sg isrgj§ !3? ~«S 5:h= e f? js-a ca 21 c ae 2 — E=a2 a^sL »# Q-3* 2 ls 15^ 3 0 ”ä7f5 «1 öS_. 1» —-2. 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