7 ca — ÖU S"’i4i "* SÄ’*? \b« *'ßiö gV*8*! ;n*'nti"'«tn” 11 -»»»Ai« »5 » 6 6»»”. a'jrt m-r ^«1 S§ >*>* CB *" - ii nun do« ein? ;SL"" Nr. 300 Erstes Blatt 181. Jahrgang Mittwoch, 23. Dezember syz; Ertcheinl lag lich, außer Sonntags und Feiertag«. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monatr-Vezugrpretr: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschlüffe antcrSammclnummcr2251. Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Liehen. Poftfdjcdfonto: Frankfurt am Main 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnlck und Verlag: vrühl'sche Univerfi1S1§-Yvch' und Zteindruckerei R. Lange in Gießen. Zchriftleltung und Geschäftsstelle: Zchulstraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrift 20 mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. Landnöten. Die zweite preußische Sparverordnung macht den Versuch, den Schrumpfungsprozeß, der auch die Staatsfinanzen ersaßt hat, mit den Ausgaben des Landes Preußen in Einklang zu bringen. Sie will das Loch von 432 Millionen zustopfen. Die Eehaltssenkung der Staatsbeamten erbringt eine Ersparnis von 100 Millionen, 72 Millionen wird die erhöhte Umsatzsteuer für den Staat Preußen einbringen, 100 Mill, ergeben die neuen Abstriche der Sachausgaben (zusammen mit den früheren Einsparungen 180 Millionen). Ungedeckt bleiben 167 Millionen Mark. Sie werden durch die verschiedenen Eingriffe in die Verwaltung selbstverständlich nicht eingebracht, so daß neueSteuern für Preußen in Aussicht stehen. In der zweiten Sparverordnung ist davon noch nicht zu lesen, doch werden sie kaum ausbleiben. Visher ist die Schlachtsteuer diskutiert worden. Auch von einer Margarinesteuer oder einer Schokoladensteuer war die Rede. Man sieht daraus, daß der Staat in seiner Rot zu den ausgefallensten Ideen greifen muß, um sein Programm zu erfüllen. Die zweite Sparverordnung wird für viele Landesteile und für viele Städte eine sehr schmerzliche Weihnachtsgabe bedeuten. Es werden eine Anzahl von Kreisen verschwinden und mit benachbarten Landkreisen zusammengelegt. Welche und wieviele, das ist nicht gesagt, das soll das Ministerium bis zum l.Iuli 1932 bestimmen und bis zum Herbst 1932 durchführen, — hoffentlich nach sachlichen Gesichtspunkten und nicht nach parteipolitischen Rücksichten. Die Oberpräsidenten übernehmen gleichzeitig die Verwaltung des Regierungsbezirkes, in dem sie ihren Sitz haben, die Kulturbauämter werden auf gehoben, in den Ministerien aber ist eine Aenderung nicht vorgesehen, obwohl auch hier manche Ersparnis möglich wäre. Besonders schmerzlich werden die Einschränkungen auf kulturellem Gebiete empfunden. Die preußische Regierung bestreitet es, bei ihrer Sparverordnung von den Rücksichten auf die kommenden Wahlen geleitet zu sein. Das mag insofern richtig sein, als diese schweren Eingriffe, die sich bei richtiger Sparpolitik teilweise vermeiden ließen, die Stimmung jnr die Weimarer Koalition im Lande nicht stärken werden. Auf der anderen Seite aber steht fest, daß eine Reihe besonders empfindlicher Maßnahmen — wir denken an die Aufhebung von Landratsämtern und Amtsgerichten — wohl im Prinzip ausgesprochen wird, in ihrer Durchführung aber auf die lange Dank geschoben bleibt. Das Wettrennen der von solchen Maßnahmen betroffenen Gemeinden wird nun bei den Regierungsstellen einsehen und schließlich zu parteipolitisch beeinflußten Lösungen führen. Daneben ist nicht zu vergessen, daß eine Reihe dieser Maßnahmen noch besonderer Ausführungsbestimmungen bedürfen. Es ist z. B. nicht anzunehmen, daß die Zusammenlegung von Kreisen so glatt durchzuführen ist, wie man sich das vorstellt. Die Landkreise sind zugleich Kommunalverbände und verfügen als solche auch über eigenes Vermögen, nicht nur über Schulden. Ein finanziell günstig gestellter Kreis wird sich sehr dagegen wehren, mit einem verschuldeten Rachbarkreise zusammengelegt zu werden. Im ganzen gesehen bringt also auch diese Sparverordnung schwere Opfer für viele Einzelpersonen und für ganze.Bezirke. Der Hinweis auf die Fortschritte des Verkehrs, die eine Zusammenlegung von Verwaltungsbezirken erleichtern, sind doch zumeist nur für die Behörden zutreffend, die sich des Autos und des Fernsprechers bedienen können, weniger aber für die Bevölkerung, die zur Erledigung von Terminen weitere Reisen machen muh, als bisher. Der finanzielle Erfolg solcher Maßnahmen wird für die Staatskasse gering sein, da die überzählig gewordenen Beamten pensioniert werden müssen, für viele Steuerzahler aber erwachsen Verluste an Zeit und Geld. Eine finanzielle Ersparnis für den Staat wird also erst in einem viel späteren Zeitpunkt zu erwarten sein. Wir sehen, daß die Rotvervrdnmrg des Reiches vom 24. August die Länder zum Abbau von Einrichtungen und zu Reformen ermächtigt, die durch eine großzügige Reichsreform leichter und orgatlischer hergestellt werden könnten als auf diesem Wege, der immer nur Stückwerk sein kann. Daß trotzdem der preußische Staat noch mit neuen Steuern kommen wird, muh das Gefühl der ^Inbefriedigung, das über dieser Sparordnung schwebt, nur noch steigern. * Im kaiserlichen Deutschland war das Neujahrsfest für das höllsche Leben ein Tag voll Glanz und Feierlichkeit. Aadj der Cour der in Berlin versammelten Diplomaten erschienen im Schloß die Vertreter des Adels, des Handels und des Gewerbes, der Industrie und des Handwerks, um dem Monarchen die Glückwünsche ihrer Standesangehörigen auszusprechen. Ein schöner Brauch, auf dessen Befolgung der Landesherr Wert legte. Dieses Darbringen der Glückwünsche war so zu deuten, daß das arbeitende Deutschland ohne Parteiendreinreden sich an der Stelle zeigte, die im einstigen Deutschland a l s Symbol des Staates, des Reiches galt. Man kann der neuen Staatsform eigentlich nachsagen, daß sie selbst mit diesem Brauch fast radikal aufgeräumt hat. Dem Reichspräsidenten bringen allerdings entsprechend dem internationalen Zeremoniell der Diplomatie nach wie vor die in Deutschland akk.editierten Botschafter und Gesandten ihre Glückwünsche zum Jahreswechsel dar — das ist ein buntes Bild bei der Auffahrt des Diplomatischen Korps, das an die Hoffestlichkeiten von einst gemahnt. Rach ihnen das offizielle Deutschland, Regierung, Reichsbank, Reichs- Eine neue Sparverordnung in Preußen. Einschneidende Vereinfachungs- und Abbaumaßnahmen in der Verwaltung und auf allen Kulturgebieten. Aushebung und Zusammenlegung von Behörden. Berlin, 22. Dez. (ERD. Eizelle Meldung.) Die heute verösfentlichte Zweite Sparverordnung der Preußischen Regierung enthält in ihrem ersten Teil Bestimmungen über die Vereinfachung der Behördenorganisation. In der Forst Verwaltung wird die Zahl der im Etat für 1931 vorgesehenen Stellen für Oberregierungs- und -forsträte sowie Regierungsund Forsträte ab 1. April 1932 mindestens um 10 verringert. — Die Oberförstereien sind durch Verringerung ihrer Zahl unter anderer Abgrenzung so umzubilden, daß bis zum 30. September 1932 die Zahl der Oberförster um wenigstens 40 verringert wird. — Die Forsteinrichtungsanstalten werden mit dem 1. April 1932 ausgehoben. — Für die Finanzverwaltung wird bestimmt, daß die an einem Ort befindlichen st a a t l i ch e n Kassen grundsätzlich zusammenzulegen sind. — Die Zahl der Kreiskassen und der Sonderkassen aller Verwaltungszweige ist u m wenig st ens 50 zu vermindern. — In der Handels- und Gewerbeverwaltung sind mindestens 9 Gewerbeaufsichtsämter aufzuheben. — Die Fachschulen und Berufspädagogischen Institute werden eingeschränkt. — Bei der Justizverwaltung sind mindestens 60 Amtsgerichte aufzuheben, und zwar muß die Aushebung bis zum 30. September 1932 beendet sein. Vereinfachung der inneren Verwaltung. Die Zahl der Kreise ist zu vermindern. Der Minister des Innern wird beauftragt, sofort festzustellen, welche Landkreise ohne Beeinträchtigung der Interessen der Bevölkerung aufgelöst werden können. Diese Rachprüfung muß spätestens bis zum 1. Iuli 1932 und die Durchführung bis zum 30. September 1932 beendet sein. — Die Zahl der Regierungen ist zu vermindern. In Provinzen, die nur aus einem Regierungsbezirk bestehen, und in denen der Amtssitz des Oberpräsidenten und der des Regierungspräsidenten sich am gleichen Ort befinden, werden dem Oberpräsidenten zugleich die Geschäfte des Regierungspräsidenten übertragen (z. B. Schleswig-Holstein). Soweit sich in Provinzen mit mehreren Regierungsbezirken der Amtssitz des Oberpräsidenten und der Amtssitz eines Regierungspräsidenten am gleichen Ort befinden (z. B. Koblenz), ist der Oberpräsident mit der Wahrnehmung der Geschäfte dieses Regierungspräsidenten zu beauftragen. Die Geschäfte der bei kreisangehörigen Gemeinden errichteten De-sicherungsäm- ter gehen ab 1. April 1932 auf die staatlichen Dersicherungsämter bei den Landkreisen über. Bei der Landwirtschaftlichen Verwaltung werden die Landeskulturämter und das Ober« landeskulturamt spätestens am 1. April 1933 aufgehoben. Starke Einsparungen bei den Bildungsanstalten. Mit Abschluß des Wintersemesters 1931/32 werden die Kunstakademien in Königsberg, Kassel bahn und Generalität. Aber mit dieser Gratulations- cour ist es auch Schluß. Das arbeitende Deutschland hatte bisher nicht den Weg zum ersten Repräsentanten des Deutschen Reiches gefunden. Gründe für dieses seltsame Verhalten sind billig wie die Brombeeren, der wichtigste — und beschämendste! — ist zweifellos der, daß der Parteienhaß und -streit innerhalb der großen ständischen Organisationen es einfach nicht zuließ, für alle Volksgenossen einen Glückwunsch dem Reichspräsidenten zu entbieten. Wir kennen kein Volk auf der Welt, das wie wir die Parteigegensätze höher stellt als die Gebote der Höflichkeit ... Die Halloren, Vertreter der einstigen Holle- schen Pfännerschaft, haben dieses unselige Prinzip durchbrochen. Sie kündigen jetzt an, daß sie ihren durch Jahrhunderte geübten Brauch, der nur durch die Kriegszeit unterbrochen wurde, wieder äufne h m e n wollen; am Neujahrstage werden fie beim Reichspräsidenten in ihrer traditionellen Kleidung erscheinen, um die Glückwünsche der Hallorenschaft darzubringen und symbolische Geschenke in Gestalt von Sah, Brot und Wurst zu überreichen. Mancher wird lächeln, wird das Ganze als eine äußere Geste ansehen, die kurz nach der Uebergabe Halles an Preußen im Jahre 1680 zu Ehren des Landesherrn entstand und damals sicher sehr passend war, für unsere heutige Zeit aber nicht mehr Wert als ein Trachtenfest hat. Wir sehen in dieser Geste mehr. Die Hallesche Pfännerschaft, die zu den Gründern der Stadt Halle gehörte und ihren Aufschwung förderte, die einen erheblichen Anteil daran hatte, daß Halle ein Mittelpunkt des geistigen Lebens vergangener Jahrhunderte war, konnte mit gutem Recht Bürger stolz haben und zur Geltung bringen. Die Halloren aber blieben trotz des Segens, der auf ihrer Hände Arbeit ruhte, die alten bescheidenen Männer. In ihren politischen Anschauungen und Meinungen bestimmt so uneins, wie das eben wir und Breslau aufgehoben werden. Ebenso werden die Staatstheater in Kassel und Wiesbaden und das Schillertheater in Berlin mit Ablauf der Spielzeit 1931/32 geschlossen. Die Preußische Hochschule für Leibes- Übungen (Landesturnanstalt) in Spandau wird aufgehoben. Vom 1. April 1932 ab werden von den jetzt bestehenden 15 Pädagogischen Akademien neun geschlossen werden. Die Schul- aufsichtskreise werden um weitere 50 Schulaufsichtskreise vermindert werden. Die Leistungen des Staates für die landwirtschaftliche Siedlung werden auf die Mitwirkung der Landeskulturverwaltung bei der Siedlung und eine Jahreshöchstleistung von 7,7 Millionen Reichsmark beschränkt. Domänenland wird bis zur Gesamtfläche von 50 000 Hektar unentgeltlich zu Siedlungszwecken zur Verfügung gestellt. Finanzielle Maßnahmen. Der zweite Teil der Verordnung behandelt die Senkung der Personalkosten. Beamte, deren Stelle infolge der organisatorischen Maßnahmen des ersten Teils wegfällt, werden in den einstweiligen Ruhestand verseht. — Freiwerdende Planstellen sollen mit den entbehrlich werdenden Beamten beseht werden. Die Staatsbeihilfen an die evangelischen Landeskirchen und die katholische Kirche werden für das Rechnungsjahr 1932 auf 36 019 692 Mark bzw. 14 995 080 Mark festgesetzt. — Die im Rechnungsjahr 1931 noch zu gewährenden Staatsbeihilfen sind um 10 Prozent zu kürzen. Der dritte Teil der Verordnung enthält als wichtigste Destimmung die Herabsetzung der Altersgrenze für die Leiter(innen) und Lehrer(innen) an öffentlichen Schulen vom 65. auf das 62. Lebensjahr. Der Vierte Teil behandelt „Haushalt und Schuldentilaun g". Der Finanzminister wird ermächtigt, abgesehen von den bereits bestehenden Anleiheermächngungen, bis zu 575 Millionen Mark im Wege des Kredites zu beschossen. In die Haushaltspläne für die Rechnungsjahre 1933 bis 1940 ist ein Betrag von mindestens jährlich 75 Millionen Mk. einzustellen zur Tilgung der eingegangenen Verbindlichkeiten sowie sonstiger fällig werdender mittel- und kurzfristiger Schulden des Staates. Im Fünften Teil werden das Gesetz über die Grundvermögen st euer und die G e • werbe st euerverordnung auch für das Rechnungsjahr 1932 in Kraft gesetzt. Die Hauszins st euerverordnung wird bis zum Ende des Rechnungsjahres 1932 verlängert unter Senkung der Steuersätze um 20 Prozent ab 1. April 1932. — Von dem Aufkommen der Hauszinssteuer im Rechnungsjahre 1932 sind 50 Millionen Mark zur Förderung der Bautätigkeit auf dem Gebiete des Wochhnungswesens zu verwenden. Der Re st wird für den allgemeinen Finanzbedarf von Staat und Gemeinden, gegebenenfalls für den Realsteuersenkungsfonds, den kommunalen Wohlfahrtslastenausgleich und die kommunale Amschuldung in Anspruch genommen. 3m Spiegel der Berliner presse. Berlin, 23. Dez. (ERB.) Die Berliner Morgenblätter bringen eine Würdigung der neuen preußischen Rotverordnung. Die „Germania" (Zentr.) bezeichnet sie zwar als ein Produkt der Rotlage des Staates, aber nicht als ein Produkt der Verlegenheit; sie suche vielmehr aus der Rot im wahrsten Sinne eine Tugend zu machen und auf dem Gebiete der Verwaltungsreform, auf dem sie einen ersten wichtigen Schritt darstelle, vieles von dem n a ch z u- tz o l e n, was man auch unter günstigeren finanziellen und wirtschaftlichen Verhältnissen als mit der Staatsräson vereinbar durchaus hätte vertreten können und vertreten sollen. Man werde nicht bestreiten können, daß Preußen den Weg zurück zur vielgerühmten alten preußischen Einfachheit und Sparsamkeit gegangen sei. — Auch das „B erliner Tageblatt" (dem.) verweist darauf, daß der preußische Finanzminister lediglich im Rahmen bewährter traditioneller Methoden bleibe, wenn er die „altpreuhische eiserne Sparsamkeit" verordne. Bei den Sparmaßnahmen handele es sich nicht um eine „Flickarbeit" bei vielen Einzelposten: gewisse charakteristische Züge und eine Art Systematik seien nicht zu verkennen. - - Die „Vos- sische Zeitung" (dem.) unterstreicht gleichermaßen die Unterschiede gegen die formale Methodik der früheren Verordnungen. Im ganzen gesehen eine Rahmenverordnung, die zwar zwingend den Kreis des Erforderlichen umschreibe, im einzelnen aber dem jeweils verantwortlichen Staatsminister eine volle und verantwortliche Bewegungsfreiheit lasse. Im Gegensatz zu den genannten Blättern bezeichnet die D AZ. (Dolksp.) die Verordnung als F1 i ck w e r L Für sie gelte das gleiche, wie für ihre Vorgängerin vom 14. September: „Große Gesichtspunkte enthält sie nicht. Selbst die unvermeidliche Sparaktion gehe nicht ins Große, Imponierende." Es sei ausgeschlossen, daß diese Rotverordnung bei irgend jemand Befriedigung auslösen werde. Heber allen Einzelheiten stehe, wie jener Akt der preußischen Regierung mit beängstigender Deutlichkeit wieder beweise, das große politische Problem, der Dualismus zwischen Reich und Preußen, der den Weg zu staatsmännischen Lösungen überhaupt verbaue. — Der Lokalanzeiger (dtschntl.) befürchtet von den in der Verordnung vorgesehenen Zusammenlegungen von Behörden und Der- waltungsvereinsachungen ein Schwinden der Verdien st Möglichkeit in den betroffen en kleineren Städten. Die Verordnung bedeute eine neue schwere Beeinträchtigung des platten Landes und seiner Städte. Die Folge werde sein: durch neue Steuern eine noch weitere Senkung der Kaufkraft, ein weiteres Hemmnis gegen das Sinken der Preise, llmsatzsteuererhöhung oder Schlachtsteuer oder Margarinesteuer: nach dieser Richtung sei wirklich alles dasselbe. Die Deutsche Zeitung hat ebenfalls Bedenken gegen die Verwaltungsvereinsachung. Deutsche so herrlich fertigbringen, stellten sie doch über alle persönliche Ansicht das Bekenntnis zu ihrer Arbeit und darüber noch das zum Vaterlande. So konnten sie dem Landesherrn als freie Männer die Glückwünsche der gesamten Hallorenbrüder barbringen, so werden fie jetzt dem Reichspräsidenten als Gratulanten erscheinen, denen die Parteipolitik nicht Sinn jeder menschlichen Regung ist. Und wir möchten gern darin ein Zeichen sehen, daß trotz der äußerlich furchtbar anzufchauen- bcn Selbstoersleischung unseres Volkes der Gedanke wach wird, im Vaterlande und feinem höchsten Würdenträger den ruhenden Pol zu sehen, um den kein Streit herrschen darf. Die Parlamentswahlen in Austra- l i e n haben mit einer schweren Niederlage der Arbeiterpartei geendet. Ueberraschen kann dieser Wahlausfall nicht, da schon feit langem eine steigende Erregung über die Regierungsmethoden der Arbeiterpartei zu beobachten ist, die bei verschiedenen Teilwahlen in der Vergangenheit unmißverständlich zum Ausdruck kam. Es wäre aber falsch, nunmehr annehmen zu wollen, daß die neuen Männer, die zu den Nationalisten und den Farmern gehören, einen radikalen Kurswechsel vornehmen würden. Sie haben in der Vergangenheit nur allzu ost zu dem Grundsatz bekannt, wonach Australien ausschließlich den Australiern gehört, als daß sie jetzt von einem Tag zum anderen in das gerade Gegenteil verfallen könnten. Auch für die Sieger dieses Wahlkampfes gelten die im letzten Jahrzehnt besonders kraß in die Erscheinung getretenen Thesen, die b i e Einwanberung fremder Arbeitskräfte verbieten, die über- spitzte Hochschutzzölle kennen, die jedem Australier Höch st e Löhne und Gehälter oerspre- chen und aus Australien ein Paradies machen wollen. Das Ende vom Lied wird fein, daß auch fie sehr bald ihr Unvermögen eingestehen müssen, den fteefen- gebliebenen Karren wieder in Gang zu bringen. Sie müßten, wenn fie das wollten, die enormen Löhne und Gehälter radikal kürzen, um die Industrie wieder einigermaßen leistungsfähig zu machen. Aber dafür sind die Australier nicht zu haben, deren Kurzsichtigkeit und Eigennutz es tatsächlich zu Wege gebracht hat, daß dieser mit Naturschätzen reich gesegnete Erdteil einer Wüste gleicht. Nur etwas mehr als sechs Millionen Einwohner zählt Australien, aber hoch in die Hunderttausende geht das Heer der Erwerbslosen, das schon seit Jahren die Städte bevölkert. Lange bevor die europäischen Staaten den vollen Ernst der Weltwirtschaftskrise zu spüren bekamen, herrschten bereits in Australien chaotische Verhältnisse, die schließlich dazu führten, daß die Bundesregierung dem Mutterland die Einstellung der Schuldenzahlung ankündigen mußte. Es sah seinerzeit so aus, als ob von London her energisch durchgegriffen werden sollte. Man schreckte aber vor diesem Schritt zurück und überließ Australien seinem «chicksal, in der Hoffnung, daß schließlich doch eine Ernüchterung in der Bevölkerung Platz greifen würde. Das ist jetzt bis zu einem gewissen Grade geschehen. Die Australier haben erkannt, daß sie durch eine falsche Politik an den Rand des Abgrunds gebracht worden find. Heute liegen die Dinge so, daß trotz der hohen Einkornmenssätze die Farmer ihre Erzeügniffe nicht los werden und die Industrie nennenswerte Arbeiterkräfte nicht in Bewegung setzen kann, ja, die kurzsichtige Wirtschaftspolitik hat vor einigen Monaten sogar dazu geführt, daß die reichen Kohlengruben Australiens geschlossen werden mußten. Australien, das lange Zeit als Arbeiterparabies galt, wirb sicher Jahre, wenn nicht Jahrzehnte gebrauchen, um sich oollstänbig umzustellen und feine Einwohner wieder zu einigermaßen zufriedenen Menschen zu machen. Letzte Schwierigkeiten in Basel. Endkampf um den Schlußbencht. - Frankreich erhebt Einwände. Heute abend Schlußsitzung. B a | e 1, 22. Dez. (CJIB.) Die S p a n n a n g , bte über den Verhandlungen de» Beratenden Sonderausschusses seil einigen lagen lagerte, hat heule abend ihren Höhepunkt erreicht. Die Bet Handlungen sind am kritischsten Punkt an gelangt. Da» Redaklionskomitee tagte mit einer kurzen Unterbrechung den ganzen Nachmittag bi» in die späten Abend stunden. Da» Schicksal de» Schlußbericht# scheint Im verlause der heutigen Sitzung wieder einmal in Frage ge- stellt worden zu sein. Man hört, daß der ftan- zösische Delegierte Linwande gegen die Im Berich« enthaltenen Formulierungen, die von hen Einwirkungen der Reparationen aus die allgemeine Mellkrise handeln, erhoben habe. Der Slandpunkt Frankreichs in diesem Punkte Ist bekannt. Prosessor H I st möchte, unterstuh« von dem jugoslawischen Verlreter, nicht anerkennen, dah die sunktionsstörenden Mir- kungen der Reparationen so groß sind, wie e» nadi Ansicht der Mehrheit des Ausschusses der Jad Ist. und wie es die Aussührungen Colljn» vor dem Ausschuss klargestellt haben. Die Besprechungen des Redaktionskomitee» de» Beratenden Sonderausschusses wurden heute vor 22 Uhr abgebrochen. Die im Anschluß daran ursprünglich vorgesehene vertrauliche Sitzung der Ausschuhmitglieder ist abgesagt worden, da verschiedene Delegierte sich wegen Uebermö- dung nutzer stände erklärten, heute nacht rod- lerzuarbeiten. Da# zweite Kapitel de» Schluhbericht», da» von den Ursachen der wirl- schastlichen und finanziellen Krise Deutschland» Han- beit, konnte im groben und ganzen abgeschlos- s e n werden Bach den übereinstimmenden Mitteilungen verschiedener Ausschussmitglieder wird der Ausschutz seine Tagung am Mittwochabend abschlle- tz e n. Für vormittag# ist eine vertrauliche Zusammenkunft der elf Ausschuhmltglieder vorgesehen Jn dieser Sitzung wird das zweite Kapitel des Bericht», da» heule vorn Redaklion#komitee ver- abschiede« worden ist, behandelt werden Sollten in dieser Sitzung keine neuen Schwierigkeiten auf- lauchen, so könnte am Nachmittag in einer Vollsitzung de» Ausschusses der gesamte Bericht abschtiehendbehandelt werden Die übrigen Kapitel de» Bericht», einschlietzlich der Schtuhsolge- tungen, find nämlich in den oorausgegangenen 5il- jungcn des Rcdaklionskomilees und den verschiedenen vertraulichen Zusammenkünften der Ausschuh- mitgtieder soweit gefördert worden, dah der An- nähme de» Gesamtbericht» aus der morgigen Vollsitzung nach Auffassung verschiedener maßgebender Mitglieder de» Ausschusses kaum mehr Schwierig- keilen entgegenstkhen dürften Man hat bereits heule abend die offizielle Schluhsltzung aus morgen 15 Uhr angesetzt, woran» hervor- geht, dah der Vorsitzende einen Abschluß morgen für möglich hält. Der Bericht de» Ausschusses. der mit seinen zahlreichen Anhängen ein sehr umfangreiche» Schriftstück darftellt, wird noch am Mittwochabend der Oef f entlldjf eil übergeben werden Au, amer Ikanlchen Kreisen verlautet, die Schluhsolgerungen de» Bericht» seien zum Teil recht bedeutsam, so z. B. wenn sestgestellt werde, dah da» aUgeme'n- Bild fett der Ausstellung de» Poungplane» sich von Grund aus geändert habe, wenn in einem Teil der französischen Presse die Tatsache, dah der Bericht keine bestimmten Vorschläge ent- halte, al, ein Lrso Frankreich» hinge- stellt wird, so teilt man nach unserer Kenntnis der Dinge in maßgebenden amerikanischen Kreisen durchaus nicht diese Auffassung. einheitlich für da» ganze Gleich um 10 ö H gesenkt. Für die Bädedpanne wird allgemein ein Höchstsatz von 1 4 Pf je Kilogramm Brot festgesetzt. Orte mit einer hinter diesem Höchstsatz liegenden Bädedpanne müssen die niedrigere Spanne beibehalten. Falls infolge besonder« gelagerter Verhältnisse eine Llebedchreitung des Spannenhöchstsaye» sich al» notwendig bzw gerechtfertigt erweisen sollte, bedarf es de« Rachtve.se» dieser Notwendigkeit und der Genehmigung des Preiskornmisfars. Für Berlin wird sich danach der Preis für da» Bäderbrot von 50 au« 45 Pf ermäßigen. Auch mit den Brotfabrikanten hat der Preis- kommiffar gestern verhandeU. Ueber diese Besprechungen verlautet, dah die Brotfabrikanten bisher nur eine Ermäßigung ihrer je Kilo Brot 19,5 Pf betragenden Spanne auf 18 Pf. zugestanden haben. Abbruch von Kasernen in Minz Beseitigung von unverwertbaren Verkehr»- Hindernissen auf Wunsch der Ltadt. Berlin. 22. Dez. (SU.) In Mainz werden augenblicklich mehrere Kasernen, andere militärische Gebäude und Antennenmasten abgedsfen. Bedchiedentlich werden in Verbindung damit Angriffe gegen die Regierung gerichtet. Die von zuständiger Seite mitgeteilt wird, handelt es sich bei den abzubrechenden Gebäuden fast ausschließlich um sehr alte Kasernen- und ähnliche Militär gebäube, sowie zwei An» tennenmasten. Die Beteiligung all dieser Anlagen ist von der Stabt Mainz selbst a 1S wünschenswert bezeichnet worden, ba sie meist im Innern der Stabt liegen unb den Verkehr behindern, eine Verwertung aber trotz aller Bemühungen nicht möglich ist. An Stelle der alten Münster-Kaserne soll ein 21 e u b a u für daS Telegraphenamt errichtet werden. Auch für d i e Antennenmasten hat sich keine Verwendung gefunden. ebenso blieb i h r Aufgebot erfolglos Da die Gefahr besteht, daß die nicht benutzten Antennenmasten mit der Zeit durch Wltte» rungseinslüsse schadhaft werden und umstürzen können, ist ihr Abbruch notwendig. 3m Hinblick auf die Arbeitslosigkeit, die wie überall selbstverständlich auch die Finanzen der Stadt Mainz sehr stark belastet, bedeuten die Abbruchsarbeiten auch eine nicht unerhebliche Verminderung deS Arbeitslosen- markte« der Stadt Mainz. Schweres Einsturzunglück beim Siuiigarier Schloßbrand. Drei Feuerwehrleute Opfer ihres Berufes. - Die Bekämpfung des Zeuers hat endlich unter großen Schwierigkeiten Erfolg. Auflösung der ostpreußischen Landwirtschaftskammer Scharfer Eingriff der preußischen Regierung in die Selbstverwaltung. Berlin, 22. Dej. (MTB. A m t 11 ch.) Die 0 st - preußische Landwirtschaft#kammer hat in Ihrer Vollsitzung am 15 Dezember Im Anschluß an eine Entschließung solgenden Antrag angenommen: „Die Vollversammlung bittet den Präsidenten Brandes, dem Reichspräsidenten zu erklären: Der oslpreußische Landstand erkennt die Machtosigkeit des Reichspräsidenten der heutigen Systemkraft gegenüber. 3n tiefster wirtschaftlicher und seelischer Rot bittet er den Reichspräsidenten. sowohl für seine Person als auch für das derzeitige Reichskabine tt den Weg alsbald frei zu machen für Männer, die aus Kampf und Glauben zusammengefchweitzl jetzt nur noch allein in der Lage sind, nicht nur die Landwirtschas«, sondern das ganze Volk zu retten " Dieser Beschluß fordert nachdrücklichst den Rücktritt des Reichspräsidenten und der Reichsregierung. Die den Antragstellern nahestehende „preußische Zeitung" hat dies offen bestätigt Damit hat die Kammer potitifche Forderungen gestellt und die Ihr gesetzlich zu stehenden Befugnisse über- schritten. Selbst bei weitherzigster Auslegung de» Selbstverwaltungsrechles der Kammer kann ein solcher Beschluß im Interesse der Erhaltung der Slaaleauloriläl nicht hingenommen werden und bedarf s ch ä r f fi e r Ah n d u n g. Zwar hat der vor- stand der Landwirlschaftvkammer in seiner Sitzung vom 19. d. M. beschlossen, öle Angelegenheit nochmal» auf die Tagesordnung der nächsten Vollversammlung zu fetzen, um cr- neul Beschluß zu fassen, mit der Begründung, daß ein Teil der Kammermitglieder sich über d i e Tragweite des Beschlusses nicht im klaren gewesen sei. Dieser vorstandsbesazluß kann jedoch nach Auffassung der Staatsregierung an den oben sestgestellten Tatsachen nicht# ändern. Die Slaatsregierung hat sich deshalb genötigt gesehen, die Ostpreußische Landwirtschastskammer a u halb f e n und den Landeskulturamlspräsidenten Pauly in Königsberg zum Slaatskommif- f a r für die zwischenzeitliche Verwaltung zu ernennen. Präsident Brandes über das Zustandekommen des Antrags Insterburg. 22. Dez. (ZU.) Der Vertreter her Telegraphcn-Llnion hatte Gelegenheit, den aul feinem Gut Althof.Zaudern weilenden Kam- merpräfibenien Dr. Brandes über seine Stellungnahme zur Auflöfung der ostpreußischen Landwirtschastskamincr zu befragen. Der nationalsozialistische Antrag Ullrich Sturmat habe der Kammer schriftlich nicht Vorgelegen. Gr fei lediglich von dem genannten nationalsozialistischen Kammermitglied einer von ihm abgegebenen Erklärung angefügt worden. Es fei recht undeutlich gesprochen worden, so daß es zu dem MißverftänbniS habe kommen können. Auch der Bertrctet der Staatdregicrung, der der Vollversammlung der Kammer beiwohnte, habe nicht, wie es sein Recht gewesen wäre, sofort eingegriffen und den Antrag beanstandet. Schließlich sei der Antrag erst nach der Sitzung vorgelegt worden. Präsident Brandes ist der Ansicht, daN bei nochmaliger Abstimmung, die geplant, aber jetzt durch die Auflösung der Kimmcr verhindert worden fei. eine Mehrheit für diesen Antrag niemals zu- ft a n b c g e l o m m e n wäre Auch andere Kam- mermitglieber hätten ihm schriftlich und mündlich bestätigt, daß sie selbstverständlich einem Antrag in dieser Fassung nicht zugestimmt hätten. Die Reuwahl der Kammer müßte wohl gesetzlich innerhalb von drei Monaten vollzogen sein. doch wird sie wahrscheinlich schon in acht Wochen tattfinben. ©er Reichspräsident hielt den Zwischenfall für beigelegt. Berlin, 22.Dez. (TU.) Der Beschluß der Preußischen Regierung, bie ostpreußische ßanb- wirtschaftskammer aufzulösen, ist weder auf Veranlassung des Reichspräsidenten noch der Reichsregierung erfolgt. Der Reichspräfidcnt ist der Auffassung, daß die Angelegenheit bei gelegt war. Es geht die- auch chon daraus h rvor, daß der Rcichspr f:*ent auf den Brief des Vorsitzenden der ostpreußischen Landwirtschaftskammer, Dr Brandes, in dem dieser ihm den letzten Beschluß des Vorstandes der Landwirtschaftskammer mitteilte, geantwortet hat, daß damit für ihn die Sache beigelegt fei. In diesem Schreiben des Präsidenten Brandes war bekanntlich außer einer Ergebenheits-Kundgebung für den Reichspräsidenten bie Mitteilung enthalten, baß die Vollversammlung ber Canb- wirtfchastskammer sich noch einmal mit biefet Angelegenheit befassen werbe. Verhanblungen zwischen ber Preußischen Regierung unb ber Reichsregierung in ber Angelegenheit haben nicht stattgefunben. Ostpreußische prestestimmen. Königsberg, 22. Dez. (TU.) Zur Auslö- fung der Landwirtschaftskammer durch die preußische Staatsregicrung schreibt die nationalsozialistische „Preußische Zeitung". „Richt klarer konnte die preußische Staatsregierung ihre Liebe zur ostpreußischcn Landwirtschaft dokumentieren. als durch die Bestrafung der gewählten berufsftändifchen Bettwtcr. Die Auflösung der Landwirtschaftskammer ist der entscheidendste Sieg, den der Rationalsozialismus in Ostpreußen jemals davongetragen hat." - Die deutschnationale .Ost preußische Zeitung" erklärt: ..Dieser Schlag gegen die ständische Selbstverwaltung in Preußen wird in der ostpreußischen Bevölkerung ein Gefühl aufkommen lassen, das zu charakterisieren durch Rotverordnungverboten ist. Was bat der O b e r p r ä s i d e n t der Provinz Ostpreußen, der als erster berufen ist, die wirkliche Stimmung der Provinz in Berlin zu Gehör zu bringen, getan, um jenen Männern Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, die bisher lediglich aus Sorge um das Schicksal der Provinz stets uneigennützig gearbeitet haben?" - Die „Königsberger Allgemeine Zeitung" (Volkspartei) sagt in einem .Demütigung?" überschriebenen Leitartikel Diese Strafmaßnahme der preußischen Staatsregierung wird aller Voraussicht nach daS genaue Gegenteil von dem erreichen, waS fie bezweckt. Sie wird die Radikalisierung der Landwirtschaft in Ostpreußen nur beschleunigen." - In der demokratischen „Königsberger Hartung- schen Zeitung" heißt es. .Die preußische Regierung hat dem unwürdigen Spiel und 23er- ftedlpicl der Mehrheit des ostpreußischen Landstandes cm Ende gemacht. Die nationalsozialistischen Anstifter bekommen btc Antwort, bie sie verbient haben. Die StaatSautorität läßt nicht mit sich spaßen." Einigung über VroipreiSsentung. tnnhcitlidK Zcstscyung vcr Badcrspannc. Berlin. 23 Dez. (ERB., Beim ReichS- kommissarsür Preisüberwachung haben gestern 2krbanblungen mit ber ..Germania", bem Zentralverbanb beutscherBäder- Innungen, über die Frag« ber Brotpreisgestaltung stattgefunden. Es wurde eine Einigung über die Brotpreisfenkung u. a. auf folgender Grundlage erzielt: Die Bädetfpanne (Unter- schieb zwischen MehlpreiS unb Brotprel») wird Die am schwersten beschädigte Ostfassade während de# Brandes. * j I I Stuttgart, 22. De). (TDIB.) Um 11 Uhr ff ü r ) I e auf ber Sübroeftfclle de» Alten Schlosses gegenüber bet Markthalle unmittelbar neben dem Lckturm ei n beträchtliches Stück de» Gebäude» ein, gerade da, wo zahlreiche Feuerwehrleute mit Schlauchleitungen noch Im Kampf mit den lodernden Flammen standen. DreiFeuerwehrleute, die vor dem Gebäude auf einer Leiter mit Lösch- arbeiten beschäftigt waren, wurden mit in die Tiefe gerissen. Die jufammenftürjenöcn Mauermafien trafen am Boden weitere mit Lösch- arbeiten und mit der Absperrung beschäftigte Mannschaften. Unoerständlicherweise durchbrach da» zahlreiche Publikum unmittelbar nach dem Einsturz auf die Schmerzensschrei* der verschütteten Feuerwehrleute die Absperrung»kette der Polizei. Gleich daraus stürzte auchaufderrechlen Seite des Turme» ein großer Teil de» Dachgeschosse» In sich zusammen Auch hierbei wurde ein Feuerwehrmann au» der höhe der zweiten Etage in die Tiefe gerissen. Drei Feuerwehrleute wurden getötet, acht schwer verletzt. Schwierige Bergungsarbeit. Rachbcm bas Feuer auf bem zusammen gefallenen Verbindungsstück zwischen Süboftturm unb Schloßkirche währenb der Mittagsstunben einigermaßen nicbergekämpft war. konnte gegen 15 Uhr an bie Suche beS verschütteten Feuerwehrmannes Wetzel gegangen werben. Die Bergung, unter Führung eine- Zeuerwehr- hauptmannS. gestaltete sich äußerst schwierig. ba bie BergungSmannschaften von bem überhängenden Balkengewirr, Mauerresten unb Ziegelhaufen bauernb bedroht würben unb i n ständiger TobeSgcfa hr schwebten. Rach längerem Suchen wurde der Verschüttete auf einem Mauerabfah ber eingestürzten Wanb a u f halber Höhe tot auf gefunden Die Leiche war bis zur Unkenntlichkeit zerquetscht. Ihre Abnahme war nut dadurch möglich, daß die Feuerwehrleute, die aus bem vereisten Mauervorsprung ständig auSzugleiten drohten, mit Hilfe von SiSpideln sich ßetanatbciielen und den toten Kameraden enteilten. Die- alles angesichts einer riefigen Zu- schauermenge, die erschüttert die einzelnen Vorgänge verfolgte. Die Bekämpfung des Feuers. Die Bekämpfung deS Feuers geschah folgendermaßen. Nachdem erst zwischen Südost- turm unb Schloßkirche ungeheure 2B a 1 ferme n g c n aul bie noch immer qualmenden Brandherde geschleudert worden waren, richtete bie Feuerwehr nun bie Wasserstrahlen gegen den Südostturm selbst, au» dessen Fenstern schon bie ganze Zeit über Damps und Rauch gequollen war. Von der Straße au» von einer hohen Leiter unb von den benachbarten Oberstodwerken ber Schloßkirche würben bie Spritzen gegen den Turm gerichtet und das Wasser strömte durch die Fenster in da» Innere de» mächtigen Rundturme». E» schien al» ob die Innenräume nunmehr völlig unter Wasser gesetzt worden wären, da» in Strömen hinabschoß Wenn jedoch ba» Spritzen nur wenige Minuten unterbrochen wurde, sprang gleich daraus wieder Rauch und Qualm au» den Fenstern de» Turme». Es ist anzunehmen, daß das alte Sichengebä lk weiter glimmt. ba ihm weder von unten, noch von oben beizukom- men ist, wenn auch noch so viele Wassermenge« in das Gebäude geworfen werden. Die Starke dieser alten Ejchenbalkcn beträgt ungefähr einen halben Meter So ziemlich alle», was bi» jetzt durch den Brand zerstört oder mehr ober weniger be- schädigt wurde, abgesehen von dem nordöstlichen Turm, sind K e r n t c i I e jene» Flügel» te» Vrafenschlosfes, ber stehenblieb, al» man in den 50er und 60er Jahren be» 16. Jahrhunderts daran ging, den Renaissancebau zu errichten, von dem zwei Flügel mit den übriggebliebenen Teilen jene» ersten Schlosses der Herren von Württemberg verbunden wurden. Abflauen des Brandes. Um 22 Uhr kann man im großen unb ganze« feftftellen, baß ber Branb abflaut. Gespenstisch weisen bie zahlreichen Scheinwerfer be« Feuerwehren über ba» Ruinenschloß. Roch ab unb zu steigen kleine Funken zum Himmel empor. Vorn Innern be» Schloßhoses wird der schon am Montag ausgebrannte Flügel noch dauernd unter Wasser geletzt, um die letzten noch brennenden Stoffe zu löschen. 2» steigen noch heftige Rauchschwaden, bie mit Wasserdampf vermengt sind, au» den Trümmern heraus Da» Feuer in bem am Dienstag ausgebrannten südöstlichen Turm ist inzwischen vollständig erst i d t worden, fo baß kein Wasser mehr gegeben wird Die auswärtigen Feuerwehren konnten wieder abrüden. Die Stuttgarter Beruf »feuerwehr blieb dagegen auch diese Rächt über am Brandplatz. Offene Flammen zeigen sich letzt nur noch an wenigen Stellen, die zunehmende Rauchentwicklung zeigt ober, baß ba» Feuer im Inneren an den Böden und Wänden weiterfrißt. An dem Süboftturm gegenüber der Markthalle, ber heute vormittag bereits zum Teil eingestürzt ist. besteht weitere Einsturzgefahr, weshalb die Polizei in weitem Umlrci» alle» abgesperrt hat. Für die übrigen Schloßflügel besteht keine Gefahr. An der Brandstätte. Die Branbftätte bietet ein furchtbare» BlIb ber Zerstörung. Die Wände und Fenster be» ausgebrannten Schlosse» sind m 11 öi» überzogen, ba» durch ba» Gefrieren der in das Schloß hineingeschleuderten Wasfer- maifen entstanden ist. Sin Hebergteifen be» Feuer» aul den nach der Markthalle au gelegenen Teil, insbesondere auf d ie Schloß ki rchc. konnte bisher verhindert werben. Der au»* gebrannte Teil be» Schlosse» enthielt die al* testen Räume mit dxn wertvollen Betten, ebenlo die Gast räume de» Staat-mini- fttriuml. Lebhafte Teilnahme wenbet fich der Witwe de» erften württembergischen Staat»- 17.15 I des Senators Shipstead, Amerika antrag 5eydisfjorc; iawv fl/erdten Mamba- Sciiijd Paris la ie durch RunüfunkhS. öuns Kogel «cltrrcwen 77 im Ä>ofe der irirma Brüd.Lckniidt (ne Für die zahlreichen Kranz- und Blumenependen, für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers, sowie für die vielen sonstigen Beweise inniger l eil- nnhme anläßlich des Hinscheidens unserer lieben Entbchlafenen Frau Luise Engelhardt, geb. Amend sagen wir allen auf diesem Wege herzlichen Dank. Die trauenden Hinterbliebenen. Heuchelheim, den 28. Dezember 1981. Klein-Torpedo nur noch RM. 198.- Niederhansen L C ». Seitenweg 17 I. Etage Bu! 3941. WeiHnachtS- bitte! Die Herberge zur Heimat riditet auch in diesem .lobte wieder eine herzliche Bitte an d. Buraer- schäft, miuubelfen den Weibnadn für fremde Wanderer tu decken. Die Not und Zahl ift protz. auch solcher, die durch die Bett- Verhältnisse dabin gebrockt worb. find. (Haben an «üeld. Wasche,getr Kleid., Lebensrnittel ukw. werden dankbar v. Unterzeidmet. ent- gcflcnflcnommcn. Huf Tel.-Anr. 2378 werden die (Haben Qbgcbolt. 8510D Namen* des Vorstandes: Lob - Hausvater. Am 2. Feiertag Soziale VMcki btr «n'-ut-ö v. Für die Festtage empfehle ich: ObsLund Gemüse- Konserven nur erstklassige Fabrikate Karten bitte rechtzeitig besorgen und auf den Weihnachtstisch legen! - Die Jugend hat Zutritt - Lichtspielhaus lichtstarke Rolleiflex 4/4 m. Tressar 11 2.8 207 - Mk. 4 bl* ä KUunic Bahnhofstr. 62, Srdgesckotz, für gc- wervl. Zwecke fof. au nenn. 'Jlnb. —,v A. Becker, Kepler«tr. I, Televbon 3804. Wirksame erbe ■ Drucksache* bei Brflhi. Scbeietrale 7 x ETBei ” Regen schütz! Sie der Schirm eil ein nicht vor Erkaltungen. 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Haue Hmdenburg.8eitersw.68a Die WeihnächteMärchenrätsel IM e den Spieß an, + Q !asch- /Fgke die . „Finde ich dich hier, du alter Sünder", sagNer, „ich habe dich lange zu. Lind was sie an7^> der Lerr spalten w und « braE wir fertig sind, kommen , z , .... . _ Spielwerk", griff in die Tasche, holte den weichen Käs und drückte ihn, daß der Saft herauslie ....... wenig besser?" Der Niese wußte nicht, was er sagen sollte, und konnte es von dem Männlein .^ch^lauben. Da hob der Niese einen Stein auf und warf ihn so hoch, daß man ihn mit Augen kaum noch sehen konnte: „Nun, du Erpelmännchen, das tu mir nach." „Gut geworfen", sagte der Schneider, „aber der Stein hat doch wieder zur Erde herabfallen müffen, ich will dir einen werfen, der soll gar nicht wiederkommen", griff in die Tasche, nahm den Vogel und warf ihn in die Luft. Der Vogel, ftoh über seine Freiheit, stieg auf, flog fort und kam nicht wieder. „Wie gefällt dir das Stückchen, Kamerad?" fragte der Schneider. „Werfen kannst du wohl", sagte der Niese, „aber nun wollen wir sehen, ob du imstande bist, etwas Ordentliches zu tra^en.^-i- Wie der Wolf sein Gelüsten gestillt hatte, legte er sich wieder ins Bett, schlief ein und fing überlaut an zu schnarchen. D- ' ger ging eben an dem Laus vorbei und dachte: „Wie die alte Frau schnarchjM^mußt doch sehen, ob ihr etwas fthlt."Da ö die Stube, und wie er vor das Bett kam, so sah er, daß der Wolf darin . -4 —4 -4-, -- ------ ------4 i-y-T --, „ , gesucht." Nun wollte er seine Büchse anlegen, da fiel tbm ein, der Wolf könnte die Großmutter gefressen haben und sie wäre noch zu retten; schoß nicht, sondem nahm eine Schere und fing an, dem schlafenden Wolf den Bauch aufzuschneiden. Wie er ein paar Schnitte getan hatte, da sah er das... + Augenblicklich war es mit Speisen besetzt, so gut wie sie der Wirt nicht hätte herbei- schaffen können, und wl^on der Geruch den Gästen lieblich in die Nase stieg. „Zugegriffen, liebe Freunde", sprach der Schreiner, und die Gäste, als fiej$ ie es gemeint war, ließen sich nicht zweimal bitten, rückten heran, zogen ihre Messer und griffen tapfer o_ — ”, „„771__i verwunderte, wenn eine Schüssel leer geworden war, so stellte sich gleich von selbst eine volle an ihren Platz. Der Wirt stand IFetkr Ecke und sah den Dingen zu, er wußte gar nicht, was er sagen sollte, dachte aber „einen solchen Koch könntest du in deiner rrtschaft wohl brauchen." Der Schreiner und seine Gesellst waren llistig bis in die späte Nacht, endlich legten sie sich schlafen, und der junge Geselle ging auch zu Bett und stellte sei * schtischchen an die Wand. Dem Wirte aber ließen seine Gedanken keine Nuhe, es fiel ihm ein, daß in seiner Rumpelkammer ein^altes Tischchen stände, das gerade so aussähe: das holte er ganz sachte herbei und vertauschte es... 4 Da warf der Vogel ein noch viel stolzeres Kleid herab, als am vorigen Tage. And als es mit diesem Kleide auf der Hochzeit erschien, erstaunte jedermann über seine Schönheit. Der Königssohn aber hatte gewartet bis es kam, nahm es gleich bei der Land und tanzte nur allein mit ihm. Wenn die anderen kamen und es auffor-- derten, sprach er: „Das ist meine Tänzerin." Als es nun Abend war, wollte es fort, und der Königssohn ging ihm nach und wollte sehen,in welches Laus es ging; aber entrang fort und in den Garten hinter dem Laus. Darin stand ein schöner großer Baum, an dem die herrlichsten Bimen hingen^Wsketterte so behend wie ein Eichhörnchen zwischen die Aeste, und der Königssohn wußte nicht, wo es hingekommen war. Er wartete aber, bis der Vater kam und sprach zu ihm: „Das fremde Mädchen ist mir entwischt... ee ILRNSIEIRIE IPIRIE IISAW IFGAMB IE IFUIR 1KIIMIDIE1R Der Lund war's zufrieden, und sie gingen weiter. Es dauerte nicht lange, so saß da eine Katze an dem Weg und machte ein Gesicht wie drei Tage Negenwetter. „Nun, was ist dir in die Quere gekommen, alter Vartputzer?" sprach der Esel. „Wer kann da lustig sein, wenn's einem an den Kragen geht", antwortete die Katze, „weil ich mm zu Jahren komme, meine Zähne stumpf werden, und ich lieber hinter dem Ofen sitze und spinne, als nach Mäusen herumjage, hat mich meine Frau ersäufen wollen; ich habe mich zwar noch fortgemMt, aber nun ist guter Nat teuer: wo soll ich hin?" + Der König und die Königin, die eben heimgekommen waren und in den getreten waren, fingen an einzuschlafen, und der ganze LofsMt mit ihnen. Da schliefen auch die Pferde im Stall, die Lunde im Lose, die Tauben auf dem Dache, die Fliegen an der War^ Feuer, das auf dem Lerde flackerte, ward still und schlief ein, und der Braten hörte auf zu brutzeln, und der Koch, der j Mchenjungen, weil er etwas versehen hatte, in den Laaren ziehen wollte, ließ ihn los und schlief. And der Wind legte sich, und auf ven Bäumen vor dem (M^cegte sich kein Vlätt- chen mehr. + Da erschrak die Königin und ward gelb und grün vor Neid. Von Stund an, wenn sü ^ttchen erblickte, kehrte sich ihr das Lerz im Leibe herum, so ^ßM^sie das Mädchen. And der Neid und Lochmut wuchsen t : Ankraut in ihrem Lerzen immer höher, daß sie Tag und keine Nuhe mehr hatte. Da rief sie einen Jäger und spracht „Bring das Kind hinaus in den Wald, ich will's nicht mehr vor meinen Augen sehen. + Lierauf zogen sie weiter. Die zweite Gefährlichkeit, die sie erlebten, kann aber mit der ersten nicht verglichen werden. Nach etlichen Tagen trug sie ihr Weg durch ein Brachfeld, da saß ein Lase in der Sonne und schlief, streckte die Ohren in die Löhe und hatte die großen gläsernen klugen starr aufstehen. Da erschraken sie bei dem Anblick des grausamen und wilden Tieres insgesamt und hielten Nat, was zu tun das wenigst Gefährlick^ wäre. Denn so sie fliehen wollten, war zu besorgen, das Angeheuer setzte ihnen nach und verschlänge sie alle mit Laut und LaM^so sprachen sie: „Wir nMi Minen großen und gefährlichen Kampf bestehen, frisch gewagt ist halb gewonnen!", faßten all^ om und der Veitli hinten. + „Dumme, neugierige Gans", antwortete der Zwerg, „den habe ich nur um kleines Lolz in der Küche zu haben; bei den dicken Klötzen verbrennt gleich das bißchen Speise, das unsereiner braucht, der i^cht so viel hinunterschlingt als chr, grobes, gieriges Volk. Ich Kell schon glücklich hineingettieben, und es wäre alles nach Wunsch gegangen, aber das verwünschte Lolz war zu glatj^d sprang unversehens heraus, und der Baum fuhr so geschwind zusammen, daß rch meinen jchönen weißen Bart nicht mehr herausziehen konnte; nun steckt er drin und ich kann nicht fort. Da lachen die albemen glatten MiZMesichter! pfui, was seid ihr garstig!" Die Kinder gaben sich alle Mühe, aber sie konnten den Bart nicht herausziehen, er steckte zF fest. + Die Königin erschrak mid bot dem Männchen alle Neichtümer des Königreichs an, wenn es ihr das Kind lassen wollte; aber das Männchen sprach: „Nein, etwas Lebendes ist mir lieber als alle Schätze der Welt." Da fing die Königin so an zu jammem und zu weinen, daß das Männchen Mitleiden mit ihr ha^ „Drei Tage will ich dir Zeit lassen", sprach es, „wenn du bis dahin meinen Namen weißt, so sollst du dein Kind behalten." + 5#^, als er sie mit seinen Augen in die Tiefe M^ersinken sehen, sprang vor Freuden auf, kniete dann nieder und dankte Gott mit Tränen in den Augen, daß er ihm auch diej^mde noch erwiesen und ihn auf eine so gute Art und ohne daß er sich einen Vorwurf zu machen brauchte, von den schweren Steinen befreit hätte, die ihm allein noch hinderlich gewesen wären. „So glücklich wie ich", rief er aus, „gibt es keinen Menschen unter der Sonne." Mit leichtem Lerzen^nd frei von aller Last sprang er nun fort, bis er daheim bei seiner Mutter war. + Nun trug es sich einmal zu, daß dieH Kugel der Königstochter nicht in ihr Ländchen fiel, das sie in die Löhe gehalten hatte, sondem vorbei auf die Erde schlug geradezu ins Wasser hineinrollte. Die Königstochter folgte ihr mit den Augen nach, aber die Kugel verschwand, und der VrllnnMwar tief, so tief, daß man keinen Grund sah. Da fing sie an zu weinen und weinte immer lauter und konnte sich gar nicht ttösten. And wie sie so klagte, rief ihr jemand zu: „Was hast du v^r,^önigs- tochter, du schreist ja, daß sich ein Stein erbarmen möchte." Sie sah sich um, woher die Stimme käme, da erblickte sie einen Ach, was mußte sie da erblicken! Die Laustüre stand sperrweit auf: Tisch, Stühle und Bänke waren umgeworfen, schüssel lag in Scherben, Decken und Kissen waren aus dem Bett gezogen. Sie suchte ihre Kinder, ter nirgend waren sie zu finden. Sie rief sie nacheinander bei Namen, aber niemand antwortete. Endlich, als sie an das e^am, da rief eine feine Sümme: „Liebe Mutter, ich stecke im Abrkasten." Sie holte es heraus, und es erzählte ihr, daß der gekommen wäre und die anderen alle gefressen hätte. Da könnt ihr denken, wie sie über ihre armen Kinder geweint hat. ■ 2W sie mitten in den^Mkld ' waren, sprach der Vater: „Nun sammelt Lolz, ihr Kinder, ich will ein Feuer anmachen, damit ihr nicht friert." .^W^l ttugen Neisig zusammen, einen kleinen Berg hoch. Das Neisig ward angezündet, und als die Flamme recht yoch Frau: „Nun legt'Ei ans Feuer, ihr Kinder, und ncht euch aus, wir gehen in d^l Wald und hauen Lolz. Wenn mmen wir wieder holen euch ab." + „Ifl's weiter nichts?" sagte das „das ist bei unsereinem •leit", sprach er, „das war ein O 4? A 0 1 Ao 2 0 oA 0 S Das find die Bedingungen: Diesmal haben wir es Euch wirklich sehr leicht gemacht! Der Rätselonkel, den wir gefragt haben, meint auch, daß diese Aufgabe, die Euch als Weihnachts.Preisrätsel gestellt ist, gar nicht schwer sei. Jedes Kind müßte dieses Rätsel lösen können. And recht viele sollten sich beteiligen. Ihr braucht nicht viel zu schreiben, Ihr braucht auch nichts zu kleben, so wie beim letzten Pussel- spiel (obwohl Ihr das sicherlich gerne getan habt); in drei Minuten könnt Ihr, wenn Ihr vorher die obenstehenden Zeilen gelesen habt, mit der Auf- gäbe fertig sein und doch — das ist ja die Hauptsache — einen feinen Preis gewinnen. Da wird jeder Junge und jedes Mädel mitmachen wollen. Also! Wir haben Euch diesmal 14 Stellen aus 14 Märchen der Brüder Grimm ausgesucht; Ihr sollt nun erraten, aus welchen Märchen diese 14 Stellen herausgesucht sind und uns die Namen der Märchen in der gleichen Reihenfolge nennen, in der wir oben die herausgenommenen Stellen abgedruckt haben. And wenn Ihr dann die Mär- chennamen alle erraten habt, dann schreibt Ihr sie auf einen Zettel, steckt ihn fein säuberlich in einen Briefumschlag und sendet ihn mit der besonderen Aufschrift „Preisaufgabe" an die Redaktion des Gießener Anzeigers, Gießen, Schulstraße Rr. 7 ein. Natürlich dürft Ihr nicht ver- gessen. Euren Vor- und Zunamen, Alter, Wohn- ort,Straße und Hausnummer mit aufzuschreiben. Wer sich besondere Mühe machen will,der kann die 14 Märchennamen auch in Gedichtform bringen; die schönsten Gedichte werden dann abgedruckt. Alle Lösungen müffen — das dürft Ihr auch nicht vergessen —bis zum Montag, dem 4.Ianuar 1932, in unseren Händen sein. Die Namen der Preisträger werden zusammen mit der richtigen Lösung amSamstag,dem 9.Ianuar 1932,bekanntgegeben. 7 Z Gießener Winternothilfe 1931/32 Geschichten aus aller Welt t 5 niffii Helft den Aotleidenden! Jede Gabe ist willkommen! Sachspenden an das Glädt. Wohlfahrtsamt Gartenftraße 2, Zimmer 9, erbeten? auf Wunsch erfolgt Abholung. Telephon 2856. Geldspenden nehmen auch die Äanlen und Sparkassen entgegenferner sind Anzahlungen aus das Wintemothllfe-Konto Nr. 3372 bei der Sezirkssparlasse Gießen möglich. irrer Qüi»! 1. Da k2 7 ?.y°l5| Jjj Noi ,r j I Rb eN^t'loma den amerikanischen Staaten gemacht hat. Glaubst bu. auS einem anderen Grunde hätte ich mich mir dem Alten abgegeben? Aber mit den Wöllr« muh man heulen, mein Lieber, und die Kunst fjdf nach Brot. Wirst du das endlich ein,ebenT* .Rie werde ich einsehen. dah ein wildfremder Mann dir anbieten darf, sich mit dir bei MatthU dem Juwelier, zu treffen, um einen Schmuck f» dich auszukuchen Glaubst du, dah (Briefen ea Mensch ist. der einer schönen Frau, wie dir, ein« Schmuck umsonst verehren würde? Ob! ich fbnr* wahnsinnig werden bei dem Gedanke««, dah. Das soeben noch lächelnde Gesicht der ?anyriC bekam einen bösen, eisigen Ausdruck. .Run hörn aber, bitte, mit diesem Unsinn auf, mein liebet- Freund!" tagte sie scharf. .Wir sind hier «ddc auf der Bühne — und ich habe keine Luft, a» frühen Morgen auf nüchternem Magen bram»* tische Szenen anzuhören. Gs ist weder notwend'» dah bu bich aufregft. noch bah bu. wie du bi® so schön ausbrückst, wahnsinnig werden fönntet- Wenn der dicke (Briden mir einen Schmuck bietet, so weih er genau, warum er das maflt- 3e kostbarer und reicher ich in den fübameru«* Nischen Staaten auftrete, um so größer wird M»2 der Ruhm sein, den ich ernte. Dort unten atu* nur die Schönheit und der Reichtum einer .yra«- 3e mehr ich aber gelte, um so vollere Hä^ ' haben ©riefen und seine Gesellschafter. Und b® Kapital, das er in Schmuck anlegt, wird schon bezahlt machen. (Fortsetzung folgt) nach amtlicher Aufstellung bis Ende 1922 48 Milliarden Doldmark. Rach dem Zusammenbrechen deS ..passiven Widerstandes" wurde 1924 von dem Sachvcrftän- digenauSschuh unter dem Borsitz des amerikanischen Generals Dawes der sog. Dawes-Plan geldjaffen, der bi» 1929 in Wirkung blieb Hiernach hat Deutschland in den Jahren 1925 biS 1929 insgesamt 7,67 Milliarden Mark gezahlt. Die Sachverständigen deS DaweS-KomiteeS betonten schon am Schlüsse ihre- Berichtes, dah ihr Plan nicht als endgültige Lösung der Reparationsfrage zu betrachten sei, und so kam im Jahre 1929 der Poung-Plan zustande, der Deutschland zu Tributzahlungen bis zum 3ahre 1988 verpflichtete, d h Deutschland sollte noch 59 Jahre lang durchschnittlich etwa 2 Milliarden entrichten. Die Gesamtsumme des Doung-Plan» beträgt 117,395 Milliarden Reichsmark. waS eine Srmähigung gegenüber dem Dawes-Plan von 1,948 Milliarden bedeutet 3n Deutschland wurde irrtümlicherweise bei Festlegung deS PlancS mit mindestens zehn 3ahren Dauer gerechnet, Amerika gab ihm prrW (auch 6t |j?000 6d)iflvT IVia Tmefmi . frt Drud i i sirt einaefchrl -erden die ni vmädift i® $ ' Hoffentlich fall zur Weihnachtszeit ein gutes Werk? er tut es aber mit der Manier des Humoristen. 1929 verteilte er 1500 Paar Handschuhe, im letzten 3obre ebensoviel Stiefel. Diesmal werden eS vielleicht Westen sein, wenn nicht gar noch intimere Bekleidungsstücke ... Am individuellsten mutet die Weihnachtsgo» pflogenheit von 3ohn Gilbert an. Der Filmliebhaber ist der akkreditterte .Schrecken der Polizeigarnison" von Hollywood: Gr leistet sich nämlich nls Herrenfahrer jahrein jahraus die tollsten S.ücke Am Rachmittag des Hl. Aö:nd» versuckl er, seine diesbezüglichen Sünden wettzumachen. Ohne dabei fein 100-?5-3ch zu verleugnen. Gr rast mit seinem Tourenwagen durch alle Straßen und legt, richtiger schmeißt allen Derkehr-polizisten überaus wertvolle Weihnachtspakete zu. So wird Gilbert wenigstens an diesem einen Tage bei 3ahres nicht wegen Schnellfahrens aufgeschrieben. Lausvubcnerzichung in Bogota. (a) Bogota. Diele Städte in der Welt glauben In ihren Mauern die frechsten Lausbuben zu beherbergen. Es fei nur an den Berliner Schusterjungen und den Pariser „gamin“ erinnert. Sie alle scheinen aber Waisenknaben gegenüber der hoffnungsvollen 3ugenb zu fein. oie ihren Litern und oct- Polizei in Bogota, der Hauptstadt der hib** amerikanischen Republik Columbia, das Leben schwermachen. Die Streiche und Frechheiten dieser Bengel haben in der letzten Zeit derart überhand genommen und die Polizei sah sich ihrem Treiben gegenüber so machtlos, dah sie schiiehlich auf einen eigenartigen AuSweg gekommen ist: Eines schönen DormittagS erschienen in ben einzige Zuflucht, wenn der einsame Knabe von der Stiefmutter zurückgestohen wurde? 3ch weih, wie ich auf 3hre Treue bauen kann. Aber..." — und er sah ihr scharf in das angstvolle Gesicht — »Sie wissen etwas, und Sie verschweigen es mir, um mich zu schonen." Die alte Frau sah ihn wortlos an. Tränen stürzten ihr aus ben Augen. Sie muhte sich abtoenben. Gras Friebrich von Rauenstein lachte bitter auf. »Wozu habe ich noch gefragt?" sagte er leise vor sich hin. »Lassen Sie mich allein, meine gute Fieken". fuhr er fort, „unb sagen Sie über diese Angelegenheit kein Wort zu irgend jemandem" Sie nickte und ging langsam hinaus, nicht ohne noch einen trauervollen Blick auf den Grasen au werfen, der auf einem Sessel zufammenge- sunken war. • Ein leises girrendes Lachen tönte hinter der rosenfarbigen Seidenportiere hervor, die das Ankleidezimmer der Tänzerin Dolores bei Fonza von ihrem lauschigen Bouboir trennte. Dieses Bouboir war eingerichtet mit allem Raffinement, beffen eine fo verwöhnte Frau, wie die schöne DoloreS. fähig war. Rosenfarbene Seide bespannte die Wände des Heinen Gemaches, von denen Bilder verführerischer Lebensfreude blickten. Kleine Sofas, tief schwellende Sessel auf zierlichen, vergoldeten Fühen standen zwanglos in dem schonen Raum verteilt da. Ueberall dufteten Blumen in silbernen Schalen. Puppen mit srechlächelnden Gesichtem schlenkerten ihre überlangen, seiden- bekleideten Glieder über Lehnen unb Polster. Kurzum: in bem ganzen Raum zeigte sich der verwöhnte Geschmack der erotischen Tänzerin. Unb über allem lag der Duft von Weiher 3ris. jenem Parfüm, das Dolores nur für sich in einer der ersten französischen Parfümfabriken Herstellen lieh und dessen Zusammensetzung ihr Geheimnis war. 3n bem niebrigen Armsessel vor einem für zwei Personen gedeckten üppigen FrühftückStisch sah Graf Hans Egon von Rauenstein. Seine schlanke, geschmeidige Gestalt kam in einem vornehmen. grauen Anzug aus englischem Stoff besonders zur Geltting. Sein schönes, leichtsinniges und etwas weichliches Gesicht zeigte die Spuren von Uebermüdung und Rervosität. Unruhig klappte er sein goldenes Zigarettenetui auf unb zu. bas Etui mit bem Wappen ber von Rauen- stein: bret aufragenbe Tannen in blauem Felde, darüber ein Helm mit einem Falken. Gr nahm sich hastig eine Zigarette auS dem Etui, zündete sie an, warf sie aber nach den ersten Zügen schon unwillia beiseite. DaS girrende Lachen tönte zum zweiten Male unb kam nun näher, unterbrochen von dem grellen Kläffen eines SchohhündchenS. Graf Hans Egon wandte sich hastig um. Die Abspannung seiner Züge war einer leidenschaftlichen Erregung gewichen, und mit einem Blick brennender Glut umfaßte er jetzt das Bild der S?fn i bet sein Vergnügen darin, sich in der Christnacht: als Dagabund zu verkleiden und diese weihevollen Stunden im Asyl für Obdachlose zu verbringen. Zwei alte Damen liehen früher in jedem Sommer sieben junge Tauben ausziehen, die sie am Weihnachtsabend abholten? sie befestigten an einem Dein jede- DogelS ein Goldstück und liehen die Tiere dann fliegen in der Hoffnung, sie mochten von armen Familien gefangen werden. Es gibt in England einen Klub, dessen Mitglieder am Heiligen Abend die Gefängnisse besuchen und dort Gaben verteilen. Ter Filmstar als Weihnachtsengel. (a) Reuy or L Dos Fest ber Liebe wird auch in den Bereinigten Staaten im Zeichen ber Woh'tätigkcit begangen und insbesondere die Sterne auf dem Flimmer- wandhimmel geben sich redlich Mühe, auf eine großzügige Art ben Weihnachtsmann zu spielen. So verschickt Mary P i ck f o r d alljährlich rund 2000 We hnachtss.rampfe an u.vbemiLe h Kinder. Der Strumpf enthält, nach altem amerikanischem Brauch, Sühigleiten und praktische Gebrauchsgegenstände. Äe schöne Mary arbeitet an ber Spitze einer Heinen Schar freiwilliger Mitarbeiter wochenlang persönlich an der .ökonomischen" Füllung ber Liebesgabenpakete. 3n diesem 3ahr stellte sich die Filmdiva auch an die Spitze einer anderen, recht originellen Wohltätigkeit-aktion. 3n Los Angeles wurde ein Geschäft „Screen Stars Shop“ eröffnet, in dem die Liebhaber die abgetragene Garderobe ihrer Filmhelden und Filmheldinnen preiswert erwerben können. Den Ertrag dieser grotesken Auktion bekommen die Armen. Die Star ÄleiberDcrfteigerur.g in der North Cahuenga Avenue wirft mehrere tausend Dollar ab: die amerikanischen .Sammler" sind auch für .historische" Reliquien dieser Art zu haben. Cs muh doch ein zu schönes Gefühl sein, irgendein Krönungslleid der Polo Regri ober Brautkleid ber 3eanette Macdonalb zu besitzen! 3ntercffentcn können sich an die angegebene Adresse wenden: die Hausnummer beträgt 161'4 ... »Fil nfürst" Charlie Chaplin llquidiertWcih- nachten mit einer wahryast fürstlichen Geste, inhöchstens zehn bis fünfzehn Jahre. Jetzt find knapp anderthalb 3ahre verflossen, unb schon ist Deutschland nicht mehr in der Sage, weitere Zahlungen -n leisten. Boraussichtlich wirb Deutschlanb auch nie mehr in die Lage kommen, diese politischen Schulden, die schiiehlich mit die Ursache der auher- ordentlich schweren Wirtschaftskrise sind, zu bezahlen. Amerikanische, englische und italienische Staatsmänner haben längst eingesehen, dah die Reparationen, die einen Fremdkörper im weltwirtschaftlichen Kreislauf darstellen, unter allen Umständen fallen müssen Rur Frankreich besteht nach wie vor auf dem Standpunkt der ..Heiligkeit der Verträge", ob- wohl von Deutschland bis jetzt weit höhere Leistungen geschehen sind, als wirklicher Schaden nachweisbar ist. Man stelle dem immer wieder die deutschen Bedingungen und französischen Leistungen von 1871 gegenüber! — Erfreulicherweise bildet sich in Deutschland eine Immer größere Front für Einstellung jeglicher weiterer Reparationszahlungen, unb es ist zu hoffen, bah dies auch in Frankreich nicht ohne Eindruck bleibt KriegSschuldlüge und Reparationen werden bei deutschem EinheitS - willen bald der Vergangenheit angeboren. Don der 3ndustrie- und Handelskammer Giehen wird uns geschrieben: 3n bem Augenblick, ba bas Reparationsgespräch zwischen Deutschlanb und seinen Gläubigern wieder begonnen hat toirb es gut sein, immer und immer wieder sich ins Gedächtnis au» rückzurufen, welche Opfer das deutsche Dolk seit dem Diktat von DersailleS gebracht hat. Die Reparationsverpflichtungen Deutschlands basieren auf ben bekannten 14 Punkten WilsonS. 3n bem 7., 8. und 11. Punkt forberte er bie Räumung unb Wiederherstellung der besetzten Gebiete in Frankreich. Belgien, Rumänien. Serbien unb Montenegro. Keine weiteren Entschädigungen sollten gefordert werden. Roch in seiner Kongrehbotschaft vom 11. Februar 1918 erklärte W i 1 s o n, dah es weder Anneffionen, noch Kontributionen, noch einen Straffrieden geben dürfe. Deutschland erklärte sich bereit, auf dieser Grundlage den Frieden zu schliehen. „ _ , . WaS für ein Dokument voll Schmach unb Schande, daS in ber Weltgeschichte nicht seine-- gleichen kennt, würbe aber geschaffen in bem sog. „Frieden von DersailleS"! Deutschland wurden entrissen, gemessen an seinem Besitzstand von 1913: «/, seiner Bobensläche --- 70000 Quadratkilometer 7,0 feiner Bevölkerung = 6 470 000 Einwohner «/< feiner Steinkohlenförderung — 49 000 000 Tonnen 3/4 seiner Eisencrzerzeugung =• 21300002 Tonnen ’/i seiner Zinkerzeugung = 440 000 Tonnen ,/T feiner Erzeugung an Weizen unb Roggen = 2 600 000 Tonnen 1seiner Kartoffelerzeugung = 9 700 000 Tonnen, ’/io feiner Handelsflotte = 5100 000 Brutto- Register-Tonnen unb ber gesamte Kolonialbesitz im Umfange von 3 000 000 Quabrattilometer, d. i. bie 5V,sache Ausdehnung beS früheren Reichsgebiets. Auherbern mclbeten bie Feindmachte 186 Milliarben Golb- mark für angerichtete Schäden an, die von der ReparationSkornrnisfion mit 132 Milliarden anerkannt wurden und dann die Grundlage für die Festsetzung ber deutschen Reparationsschuld bildeten. 3n dem sog. Londoner Ultimatum vom 5 Mai 1921 wurde diese Summe unter Androhung schwerster Sanktionen von ber deutschen Regierung angenommen. Die deutsche Regierung versuchte, den ihr aus- gezwungenen Bedingungen zu entsprechen. Damit begann eine solche Aufsaugung Deutschlands, dah bie Regierung nach kurzer Zeit um Zahlungsaufschub bitten muhte. Fran.reich entnahm hieraus, dah Deutschlanb nicht zahlen wolle, unb nun begann eine- ber büfterften Kapitel ber beut- schen Geschichte: der Ruhrkampf. WaS Deutschland allein b i S zurSchaf- fung deS DaweS-PlanS geleistet hat, mögen folgende Zahlen beweisen: Die deutschen Leistungen werden vom Reichsfinanzministerium auf rund 57 Milliarden Mark geschäht. 3n dieser gewaltigen Summe find aber nicht die Werte Elsah» Lothringens und der deutschen Kolonien enthalten. Man kann die deutsche Gesamtleistung auf fast das Doppelte dieser Summe schätzen. Rach e ner amerikanischen Schlitzung hat Deutschland vom ll.Rovember 1918 bis zum 30. September 1922 Werte in Hohe von 25 biS 26 Milliarden abgeführt, ebenfalls ausschließlich Kolonien. Gebietsabtretung, Besatzungskosten, Unterhaltung der Kommissionen. Rückerstattungen ufw. Allein die Besatzungskosten verschlangen Frau, bie ba eben, ein kleines, schneeweißes Pekinesenhünbchen auf bem Ann, zwischen ben rosenfarbenen Seibenvorhängen erschien. 3hre schlanke, knabenhafte Gestalt war eingehüllt in einen kostbaren Pyjama von golbfarbenet Seide. Das um die schmalen Hüften eng anliegende Beinkleid fiel an den zierlichen Knöcheln fächerartig auseinander. Das fune, ärmellose Jäckchen war mit leuchtend grünen Seidenmotiven bestickt. Unter diesem Zäckchen aber schimmerte in hauchfeinen, zartgelben Spitzen ein Untergewand, das die finnverwirrende Schönheit dieses Frauenhalses. der Anne wie ber Büste mehr enthüllte als verbarg. Auf dem schlanken, bräunlichenHalse, der von einer schweren, funkelnden Kette von Goldtopasen umschimmert war, sah ein schmaler, dunkler Kopf mit glutvollen, tiefschwarzen Augen, die jeht, als sie auf Hans Egon blickten, voll zärtlicher Schelmerei schienen. 3edoch ein gewisser Zug um das kleine, rotschwellende Lippenpaar und ein leichter Schatten um bie haarfein nachgezogenen. klassisch geschwungenen Brauen mochten dem Menschenkenner zeigen, dah dieS schöne Antlitz wohl auch einen anderen Ausdruck zu tragen vermochte. Jetzt aber lächelte bie schöne, bunkelhaarige Frau wie ein harmlos scherzendes Kind. Und zwischen den rosensarbenen Tapeten lugte ihr Kopschen hervor wie ein Bild, von einem gottbegnadeten Künstler in einer Weihestunde erschaut und erschaffen. HanS Egon wollte aussprinqen. aber schon war bie Tänzerin mit einem graziösen Sprunge bei ihm. Mit einem silberhellen, übermütigen Lachen warf sie bad weihe Pekinesenhündchen auf HanS Egons Knie, wo es liegenblieb und es sich bequem machte. Sie selbst aber schlang ihre nackten Arme, die zart und elfenbeinfarben au- den weiten Aermeln ber Spitzen hervorblühten, um den Hals des Mannes. »Run, bu Böser!" flüsterte sie dicht an feinem Cbr. und fchob Peggy, ba# Hünbchen, zur Seite. .Bist du endlich zur Vernunft gekommen? Siehst du ein, dah du ohne deine DoloreS nicht au leben vermagst? Haft bu bich nach mir gesehnt, bu böser, böfer Mann?" Hans Egon vermochte nicht zu sprechen. Er prehte DoloreS heih unb heiher an sich. Gr fühlte, wie er durch bie Tage ber Trennung dieser Frau nur noch willenloser verfallen war, dieser Frau, deren berauschender Körver sich dicht an ihn schmiegte, deren seidenschwarze. Weiche Haare einen sinnverwirrenden Duft auSftrömten, deren Lippen den kaum gestillten Durst immer neu entfachten, dieser Frau. bie. je nach Willen und Laune. Engel oder Teufel sein konnte. »DoloreS. Geliebte!" flüfterte er. indem er für einen Augenblick seine Lippen von dem schwelleirden Munde der Tänzerin löste. Sanft bog er sie in seinem Arm zurück und !ah mit heißem Entzücken in da- schöne, bräunliche Antlitz. »Dolores. Geliebte! 3ch kann nicht I a ’v 7 Uni (Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Kurioje Wcihnachtss.enden. (k) London. Die meisten Menschen feiern daS Weihnachtsfest im Kreise der 3hrigen in froher Geselligkeit: eS gibt aber auch Sonderlinge, die ihre Weih- nachtSfreude auf höchst eigentümliche Weise suchen. Solche .Auhenseiter" sind in England, dem Lande des .Spleens", besonders häufig, und einige wunderliche Schrullen, bie sich beim Christfest bort ausleben, sind in einer Londoner Wochenschrift Aufammengeftellt worden. Diele 3ahre hindurch stellte in der Heiligen Rächt ein alter Herr an einer belebten Stelle ber Londoner City ein Fernrohr auf und blickte aufmerksam hindurch, bis der Morgen graute. Er hielt eifrig Ausschau nach einem neuen »Stern auS dem Osten", ähnlich bem, der den Heiligen Drei Königen den Weg nach Bethlehem gewiesen. Er glaubte, dah das Erscheinen dieses Sterns das Ende der Welt bedeute, und wollte über diesen wichtigen Dorgang sofort unterrichtet fein. Wenn am ersten Feiertag die Tore eines großen Londoner Friedhof- geöffnet werden, dann wartet bereits eine tief verschleierte Dame, die als erste Besucherin den Kirchhof betritt: sie legt auf jedem Grabe, auf bem sich keine Blumen oder sonstige ErinnerungS- Aeichen befinden, einen Cpheu-Zweig nieder: bann schreibt sie sich bie Ramen von ben Steinen ber betreffenden Gräber auf und verläßt bqit Fried- Hof als letzte, nachdem sie dort den ganzen Tag verbracht hat. Die Heilige Rächt in einer Gefängniszelle zu feiern, ist gewiß eine kuriose Laune, aber nach einem Bericht der Londoner Polizei ist in den letzten 3ahren mehrfach ein Mann verhaftet worden, der sich wegen irgendeines geringen Vergehens auf die Polizeiwache bringen ließ. Der Verhaftete weigerte sich, seinen Ramen und Adresse anzugeben, und verlangte, in eine Zelle gebracht zu Werdern Dort blieb er die Rächt über, machte am nächsten Morgen bie gewünschten Angaben und wurde entlassen. Man vermutet, daß es sich dabei um eine freiwillige »Buße" handelt, die sich dieser Sonderling für die Weihnachtsnacht auferlegte. Ein anderer wieder fin- Zchhabdirverziehn! Vornan von Clotilbe von Stegmann«Stein. Copyright by Martin Feuchtwange r, Halle. Rachdruck verboten! Durch die hohen Fenster von Schloß Tannenaue flutete die goldene Oktobersonne. Wie bunte Riesensträuße leuchteten bie üppigen Kronen ber Kastanien unb Buchen beS ParkeS herein. Der schwermütige Duft der letzten Rosen mischte sich mit dem herben Geruch deS welkenden Laubes. Herbstfäden segelten silbern über da- weite Grün der Rasenflächen und wehten in dem linden Winde hinüber über ben schimmernden Fluh, an dessen Ufern bie Motoren bes großen Mühlen- gebäudeS ihr gleichmäßiges Lied fangen. Es war ein Bild von Herbstschönheit unb friedlicher Reife, aber bie beiben Menschen, die in dem hohen Bibliothek-raum des Schlosses standen, fühlten nichts von der Schönheit dieses Herbsttages. Die getreue Wirtschafterin des Hause-, Mamsell Stülpnagel, stand mit angstvollem Gesicht neben bem großen, breitschultrigen Manne, ber, trotz seiner einfachen Kleibung. in seiner stolzen Haltung unb mit seinen rassigen Zügen in seiner ganzen Art ben Schloßherm von Tannenaue erkennen lieb. Finsterer Ernst lag um seinen festgeschlossenen Mund, und mit drohend zusammengezogenen Brauen musterte er die Wand gegenüber der Tür. Dort war die goldglänzende Lebertapete an einer Stelle dunkler Ein leerer Ragel zeigte, daß hier noch vor kurzer Zeit ein Bild gehangen haben muhte. .Seit wann fehlt da- Bild?" wandte er sich an die zitternde Frau. »Dor meiner Reise war es bcftimmt noch ba." Mit tränenerstickter Stimme gab Mamsell Stülpnagel zur Antwort: .Herr Graf wissen doch, baß 'ich jeden Freitag mit ben Frauen vom Mühlenhofe bieten unbewohnten Teil bes Schlosses reinige. Am letzten Freitag war alle# unverändert. 2llS ich heute früh durch die Räume ging, um sie au lüften, sah ich die leere Stelle. Welch ein Glück, daß Herr Graf heute morgen gekommen sind! Da» Herz steht mir still bei dem Gedanken, daß irgendein Verdacht auf mich..." Die barten Züge des Grafen Friebrich von Rauenstein. der ihr aufmerllam zugehört hatte, wurden für einen Augenblick weich. .Auf Sie treue Seele ein Verdacht? — Wenn ich mich auf alle Menschen so verlassen könnte, wie auf Sie, meine gute Fielen, dann wäre mein Leben hier sorgloser. Haben Sie nicht Mutterstelle an nur vertreten, al» die Geliebte mir so zeitig entrissen wurde? Waren Sie nicht die We 1131/32 SplelVfX ldvent ) botften*^ Sri« "Ä b°r Wen! illkmmen! LNWMmt ^rNiMWunsck 1 die Mttn M ßnb Ginja^ungen ^^Ir. 3372 bei ba glich. j ®ett; er tut cj umoristen. 1929 vn- che, im letzten Jahn Verden es dielleiü! c noch intimere Merteln der Hauptstadt, in denen die Haupt- kontingente der bogotanischen Strahenjugend wohnen, mehrere Lastautos der Polizei, denen bann uniformierte Polizisten, die Arme mit Paketen beladen, entstiegen. 3n der Tat kamen sie wie eine Art verfrühter Weihnachtsmänner zu der unerzogenen Jugend ihres Amtsbereiches, itn sie. die sich bei ihrem Anblick zuerst verkroch. zu beschenken. Sie verteilten Spielzeuge, Baukästen. Bälle, Hampelmänner, Bücher usw. a.n ihre Sorgenkinder und nahmen ihnen dafür das Versprechen ab, in Zukunft artig zu sein und den Weisungen der braven uniformierten Weihnachtsmänner auf der Straße zu folgen. — 3n Südamerika ist halt überall das Kind eine Majestät, die nicht bestraft werden darf. Die Briefmarken werden kleiner. (o) Wien. Die Notwendigkeit einer Standard-Senkung fühlt jedermann am eigenen Leibe und jeder Ver- uünftige sieht ohne weiteres ein, daß allgemeine Sparmaßnahmen auf allen Gebieten im Interesse einer besseren Zukunst unumgänglich sind. Trotzassedern gibt es in unserem Zeitalter der Sparwut so manche Verordnung, die — ohne dem Schöpfer den guten Willen absprechen zu wollen — doch einigermaßen grotesk anmutet. So kommt । .seht die Kunde, daß die k. L wollte sagen deutsch- österreichische Postverwaltung eine Kürzung der Briefmarken beschlossen habe. Die Freimarken werden, bittschön, kleiner im Format und folglich billiger in der Herstellung. Weniger Papier, loeniger Druckfarbe, weniger Gummierung und zu- outerletzt spart die hochwohllöbliche Postsparbe- yörde (auch Sparpostbehörde 1) angeblich jährlich 120 000 Schilling ein. Man sieht wieder einmal: Kleine Briefmarken, große Wirkung. -Der Druck der alten Briefmarken wurde bereits eingeschränkt. Zu Anfang des Jahres 1932 werden die neuen Krisenmarken herausgegeben, zunächst im Werte von 10 und 60 Groschen. Hoffentlich fallen sie wenigstens „fesch" aus... Oberbeffen. Gemeinderat in Grimberg. -r Grünberg, 21. Dez. Aus der jüngsten Sitzung des Gemeinderats ist folgendes zu berichten: Eine Mitteilung des Bürgermeisters Sodann beschäftigte man sich mit dem Aus 40C3 Mark. Beim Wassergeld ergibt sich ein Lüsten für Krisenfürsorge und Wohlfahrts^ ki anderseits durch Gehaltskürzung laut Notverordnung eine Einsparung von rund 6'00 Mark xgenübersteht. was eine Minderung des betraf die Kosten des Bürgersteiges in der Londorfer Straße. Die Arbeit hierzu war für duS Detonbett mit Asphaltstrich zu einem Quadratmeterpreis von 3 Mark vergebe.^ worden. Iveichssteueranteilen von 27 Prozent zu rechnen, biete bedeutet für Grünberg einen Ausfall von i jahraus die Ma )L A'xndS versus ; wcttzumachen. Otri iZ Auf die Beschwerde einiger Anlieger, die laut Ortssatzung zur Tragung der Kosten verpflichtet bic t von 2500 Mark, die durch die Not- so machiws, oay L Verordnung den Gemeinden auferlegten größeren I* ... nlttCmOfl fl(* f. * ee « a ... ■ « --- «• V ■ # . - sind, daß ihnen ein höherer Preis berechnet sei, wurde vom Bürgermeister erwidert, daß dies durch Mieteinrechnung des Unterbaues (Bestückung und Grusdecke) zu erklären sei. An Stelle der aus dem Jahre 1856 stammende rt veralteten Marktordnung wurde der vom Bürgermeister vorgelegte Entwurf einer neuen Marktordnung gutgeheiben. Die Gemeinde-Hundesteuer für 1932 wurde ähnlich wie seither festgesetzt: für den ersten Hund 10 Mark, für den zweiten 16 Mark und für den dritten Hund 22 Mark (früher 20 Mark). verleugnen. Er re! rch alle Straßen tri n 'DcrkehrSpolM" tspalele zu. So tri cm einen Tage & chrenS Msgeschriel«. ig in Bogota. (a) Dogvtr. eit glauben in ihrer luben zu beherberge r Schusterjungen uni Tt. Eie alle scheinen wrcs iw «fizits auf 5500 Mark ergibt. Nach beide zugl.'-Msä^gerer Aussprache wurden folgende Beschlüsse Sjütct a- ; ,zeffaßt: 1. Das Wassergeld wird ab 1. 3a» Der mir in den M ■■■— ------ du mit allem * s,' Denn ein ander rer cs wagen W- ch seiner Lippen k die Deihnachtsg» 'ert an. Der Fift. .Schrecken der Poli- : Er leistet sich narr- . erwerbslose betragen 2000 Mark, ein höherer gs erschienen m e MZinsendienst für 50 000 Mark kurzfristig ge- Ulie hene Kapitalien ergibt 1000 Mark. Minder- zch für dich tun, m 8 erLös an Obst und Gras 650 Mark, sowie einige kleinere Posten ergeben die obige Summe, (gleich des Voranschlags 19 31. Nach dem Darlegungen des Bürgermeisters wird der va u« Voranschlag ein Defizit von rund 11 500 i.-.h, WAkark aufweisen. Nach Mitteilung des Finanz- auptstaöt oer \ Ministers ist mit einer Winderüberweisung von r ^echheite: ^eichssteueranteilen von 27 Prozent au rechnen, t Wen Seit derart ' die Polizei sah sw äS* Stf.es allein, ett t?untttnch^'ft ich mii I ndc ha» . W M Aber tn. »«6 sich mit - i, um eine" r ,ft 6U| I* rL-Z um unten E SW täte®' chmua 3« polen brummt ein wilder Var. Lon Fnh ^eck-Malleczewen. Gerade mich fragen Sie nach dem, was man svwst eine „heitere Weihnachtsgeschichte" zu nennen tlkgt. Mich mit meinem notorischen Weihnachts- icch? Südamerikanische Weihnachten habe ich er- 'tot: da hatte ich gerade Fieber und die Boys ncbeme Malariatherapie) rieben mich mit Düf- ififcnift ein. Oder wenn es eurof ä sche Weihnachten raren, soupierte man bei dem, was man südlich Ikc Mainlinie eine „hochgestellte Persönlichkeit" M nennen pflegt. Und wenn dann bei Tisch die sechgestellte Persönlichkeit tieftraurige und poin- Jfcn löfe Witze erzählte, dann lachte man über knn Tisch und trat unter dem Tisch seinem S'3a:f)bam auf den Fuß. klnb hinterher erst ergab es sich bann, daß tun versehentlich nicht den Fuß seines lieben Caiijbarn, sondern den der hochgestellten Per» liiistichkeit erwischt hatte. Und wenn man sich nach sichern Abendessen verabschiedete, dann drückte tc a im Halbdunkel des Vorzimmers das Trink» db nicht dem Dienstmädchen, sondern der Frau lcS Hauses in die Hand. Und wenn dies alles r<5t passierte, so verbrachte man als 3unggeselle |cm Festabend in einem Hotel und wurde immerzu tngeftarrt, weil man so fabelhaft angezogen war. in:) nachher erst ergab es sich, dah man die fmfingfratoatte daheimgelassen hatte. So war immer. Und das mit munem ersten Bären... pch das ist mir zu Weihnachten passiert. Gerade p Weihnachten... ja ... Stern, als ich dreiundzwanzig 3ahre war, da Hemme ich von meinem Onkel Eustache und laute Angelique eine Weihnachtseinladung aufs land. Auf ihr Gut bei Brody. Fünf Kilometer t ni der russischen Grenze. Clou: der Abschuß bm mehreren frisch gespürten Wölfen. Und weil heft Wölfe schweren Wildschaden machten, sollte o rasch gehen mit dem Abschuß. Schön. Am Morgen komme ich an, am Weih- ndttdabenb haben wir so frugal soupiert, wie las im Osten üblich ist (Sakuska, Piroggen, sieben kch väpse, Kaviar, Birkhuhn, Fischsuppe, Karpfen ij Bier, Schinken in Burgunder, Käse, Kaffee, ,'iintröllchen,... Notleine, hilf Samiel, drohender kch laganfall, Weltuntergang)... haben also fru- wl soupiert, Onkel Eustache hat vom zuwenig .urgunder-Trinken eine ziegelrote Pontac-Nase, nuar 1932 um 5 Pf. pro Kubikmeter erhöht. Ein weitergehender Antrag, eine Erhöhung um 10 Pf. vorzunehmen, verfiel mit 8 gegen 5 Stimmen der Ablehnung. 2. Die Getränkesteuer in Höhe von 10 Prozent wird ab 1. 3anuar 1932 eingeführt und die vom Bürgermeister hierzu vorgelegte Satzung angenommen. Zu einer Heraufsetzung der Bürger st euer, die zur Zeit in Höhe von 200 Prozent erhoben wird, auf 300 Prozent konnte man sich nicht verstehen. Der Bürgermeister wurde beauftragt, an der beim Reichs- finanzministerium bestehenden Umschuldungsstelle die Umwandlung der kurzfristigen Anleihen (50 000 Mark) in eine langfristige (der Zinsenersparnis wegen) zu beantragen. Bei Holzhauerarbeiten sind 24 Mann beschäftigt, die Hälfte sind Wohlfahrtserwerbslose. Da die Gemeinde nicht in dem Verbände für Tariflohn ist, kann sie den Lohn nach freier Vereinbarung festsehen. Der seit 1. Oktober d. 3. geltende Tariflohn ist zum 31. Dezember gekündigt worden, man rechnet mit einer Senkung um 10 bis 15 Prozent. Der Bürgermeister hat und Gemeinde getragen. Die Gemeinde Alten- Duseck stellte das Holz und die Steine für den Rohbau zur Verfügung. Z A l l e n d o r f a. d. L d a., 22. Dez. Nach Prü- fung und Begutachtung durch Musiklehrer Dreier wurde am Sonntag die neue Kirchenorgel geweiht und ihrer Bestimmung übergeben. Die Orgel, die von der Firma Nikolaus & Förster in Lich erbaut wurde, enthält 17 Register. Die Weihe wurde durch den Superintendenten der Provinz Oberhessen, Oberkirchenrat v. W a g n e r (Gießen) vollzogen. Zur Verschönerung der Feier wirkten der Männergesangverein und die Sängervereinigung mit. Nachmittags fand ein Orgelkonzert von Mus k ehrer Dreier statt, in dem vorzugsweise Bachsche Kompositionen zu Gehör gebracht wurden. t Treis a. d. Lda., 21. Dez. Bei der gestrigen Wahl eines Ersatzmannes an Stelle des verstorbenen Kirchenvorstehers 3ohannes Decker XII. wurde Bürgermeister Konrad Michel II. gewählt. 3n der gleichen Sitzung der kirchlichen Gemeindevertretung wurde vcm Kirchcn- vorstand der Voranschlag für 1932 genehmigt. Drei Menschen tot Livwald Orlginalronian von Otfried von Honstein beginnt in der WeihnachtSnnmmer der Illustrierten des Gießener Anzeigers Siedlung und Auswanderung stehen im Mittelpunkt dieses neuen Romans und geben dem berühmten Erzähler Gelegenheit, eine spannende Handlung zu entwickeln, die den jungen Landwirt Helmar und seine Schwester Marie von Ostpreußen nach Ärasilien und Argentinien führt. Das gewiffenloie Treiben der Siedlungsschwindler im Ausland läßt ihre Absicht, sich eine neue Heimat zu gründen, fast scheitern Oer Ausbruch ber Ifieooluf.on in Brasilien schasst weitere Hindernisse, Helmar kommt in Spionageverdacht und wird ver- ha tet, aber glückliche Umstände befre en ihn, und las,en ihn schl.eßlich sein Ziel erreichen und seine Schwester ein reiches Liebesglück finoen. Das Leben im Urwald auf einfamer Farm, die atemraubenden Begebenheiten und Erlebnisse im fremden Lande fügen sich zu einem farbenprächtigen Gemälde von höchster L benswahrheit zusammen und werden den Lesern genußreiche Stunden bringen. mit den Holzhauern Anen Lohn vereinbart, der eine Senkung um 12 Prozent vorsieht. Gegen drei Stimmen trat der Gemeinderat dieser Vereinbarung bet Lanvkreis Giessen. z Rödgen, 22.Dez. Im Leseverein sprach Gerichtsrcferendar Klos von hier über Erbschaftsfragen, insbesondere über Testamentsaufstellung. An den Vortrag schloß sich eine längere Aussprache an. — Der vierte Advent brachte hier zwei Weihnachtsfeiern. Nachmittags wurde den Kindern der K l e i n k i n d e r s ch u l e in der Kirche beschert, abends den Sonntagsschülern. Die Feiern waren auf das beste ausgestallet. * Burkhardsfelden, 23. Dez. Am zweiten Weihnachtsfeiertag feiern der 76jährige Landwirt und Händler Heinrich Haas, hierselbft und dessen 72jährige Ehefrau Christine, geborene Schäfer, bei guter Gesundheit das Fest der goldenen Hochzeit. §I<. G r o h e n - D u s e ck, 22. Dez. Der Fußballklub Großen - Duseck h eit am Sonntag seine Weihnachtsfeier ab. Von einer größeren Feier hatte man abgesehen. Der 1. Vorsitzende h eit eine kurze Ansprache. Ein unterhaltsames Programm füllte den Abend. Die Feier nahm in allen Teilen einen schönen Verlauf. $ Alten-Duseck, 22. Dez. Als Nachfolger für den hiesigen pensionierten Förster Müller wurde Förster Wirth nach hier verseht. Dadurch wurde der Neubau einer Försterwoh» nung notwendig. Die Kosten wurden von Staat Tante Angelique beginnt zu klöhnen, weil mich morgens um vier Uhr der 3äger Piperikewitsch Wecken soll, und sie ganz gewiß stören wird. 3ch bin müde, ziehe mich zurück, um zwei Uhr. Binde mir, damit der 3äger Piperikewitsch ja nicht die Tante stört, einen Bindfaden um die große Zehe, lasse das Schnürende zum Fenster hinaushängen... punkt vier Uhr zreht Piperi- kewitsch (ein alter russischer Deserteur und nun, wie gesagt, 3äger bei Onkel Eustache) an der Schnur... Zusammen marschieren wir durch die milde Mondnacht, haben zum Hochsitz einen ziemlich langen Anmarsch (um acht Uhr früh sollen, nach Piperikewitsch, die Wölfe auf eine mit Hochsitz und Köder versehene Waldwiese austreten)... erzählen uns derweil Räubergeschichten. Er, daß in seinem alten Regiment (den russischen Achthr- schen Husaren) die Offiziere nach Tisch ein Gesellschaftsspiel spielten, indem sie die Lichter löschten und nach den glimmenden Zigaretten mit Pistolen schossen. 3ch, daß es in unseren Städten (was et mir ganz bestimmt nicht glaubt) an der Wand ein Kästchen gibt,' in das spricht man hinein, und dann ist es zehn Kilometer weit zu hören... Aus einmal... Wir sind gerade, wollen Sie gütigst bedenken, mitten in einem schütteren Birkenwald,.. an einem Kreuzwege,... verrufener Ort... Mond scheint durchs Gehölz... am Weg liegt etwas Unförmliches, Großes, Braunes... „Bär", sagte Piperikewitsch. „M c i n Schuß" s age ich, zittere vor Aufregung und 3agdfreude... habe noch nie einen Bären geschossen, bin etwas erregt, lege an, lasse aus meiner Dreyse-Büchse einen meterlangen Feuer- strahl... „Wumm", macht der Bär ... „Weidwund", schreit Piperikewitsch und schießt nun auch seinerseits los. „Mein Schuh", schreie ich, da der Bär zum zweitenmal brummt, schieße ich zum zweitenmal. „Wumm", macht wieder der Bär. Und da das Geben in ihm immer noch nicht erstorben zu sein scheint, so schießen wir beide ... sicher ist sicher, nicht wahr ... eröffnen ein regelrechtes Schnellfeuer, dah es genau so klang, wie die später in der gleichen Gegend ausgefochtene Schlacht bei Gorlice und Tarnow. Schießen und schießen und bemerken gar nicht, daß auf uns jemand zugelaufen kommt. LJ Großen-Linden, 22. Dez. Am Sonntag fand in der Kirche die Weihnachtsfeier der Kleinkinderschule statt. Die Kinderschar unter Leitung von Schwester Sophie trug Lieder und Sprüche vor. Pfarrer Schultheiß dankte der Schwester für ihre Arbeit und den Gebern der Haussammlung für die Opf.r.reudigkeit. Durch die Spenden war es möglich, den Kinoern kleine Geschenke zu geben und vorläufig die Weiterführung der Schule zu sichern. — Am gleichen Abend fand in der Turnhalle die Weihnachtsfeier der Schülerabteilungen des Turnvereins statt. 3n bunter Reihenfolge wechselten Frei- und Stützhandelübungen, Spiele, Hebungen am Sägebock, Pferd und Barren miteinander ab. Einem kurzen Theaterstück folgten Bodenübungen und Pyramiden. Die Darbietungen fanden starken Beifall. Der erste Vorsitzende des Vereins Dr. Römer dankte den Riegenführern für ihre mühevolle Arbeit. r. Lang-Göns, 21. Dez. Die Weihnachts- feier, die der hiesige Kriegerverein am Samstagabend veranstaltete, war gut besucht und nahm einen schönen Verlaus. Die Begrüßungsansprache hielt der erste Vorsitzende, Kamerad K Kd. N e r n. Der Abend wurde ausgefüllt mit Musikvorträgen des hiesigen Orchesteroereins, der alte bekannte Militärmärsche und gute Musikstücke zum Vortrag brachte; es folgte ein Prolog, gesprochen von Frl. E. Schäfer, lebende Bilder wurden gezeigt, und zum Schluß löste ein kleines Theaterstück lebhaften Beifall aus. Ein Eingeborener im Schafspelz. Fällt jammernd auf die Knie. „Herr ..." „Sind Sie verletzt", schreie ich, denke an etwas Entsetzliches. Er aber ist heil und gesund geblieben. Umfängt meine Knie. Küßt meinen Rockzipfel. Bittet herzzerreißend um Gnade. Da schüttle ich ihn ab und gehe zu meinem ersten Bären. Kehre zurück als ein tiefgebrochener, gramgebeugter Mann. Der tote Bär, mein Herr, war ein totgeschossener Kontrabaß. Der Mann im Schafspelz war der Baßgeiger einer Kapelle, die abends in Grifft gespielt und sich (Geige, Klarinette, Trompete und Cello und Kontrabaß) auf der Rückkehr gerade mal ein bißchen ausgeruht hatte am Weg. Der Kontrabaß kostet einhundertfünfzig Kronen. 3ch gab zur Vorsicht zweihundert. „Aber Maul halten", sagte ich. Da trat der Cellist vor. „Befehlen das Cello vielleicht auch noch —fragte hocherfreut der Mann und stellte sein 3nftrument zielgerecht auf. Da drohte Piperikewitsch, ihn zu erschießen. Die Wölfe, mein Herr, traten am gleichen Morgen, vermutlich acht Uhr, auf die mit Hochsitz und Kadaver versehene Wiese aus. Auf meinen ersten Bären aber hätte man, wofern er noch am Leben gewesen wäre, gut und gerne die Kontrabaßpartie des Schubertschen Forellen-Quintetts spielen können. Und da kommen S i e, verhöhnen mich, und fragen mich nach einem „heiteren Weihnachtserlebnis ..." Dücherlisch. — FriedrichSchnack:DerLichtbogen. Falterlegenden. 156 S. 8°. Seinen 5,80 Mark. Verlag von 3alob Hegner in Leipzig, 1932. — (603.) — Das jüngste Buch des mit dem staatlichen Lessingpreis und dem Preis der Preußischen Akademie ausgezeichneten Dichters F.iedrich Schnack vereinigt die drei Legenden, welche den zweiten Teil des früher erschienenen und hier angezeigten Bandes „Das Leben der Schmetterlinge" bilden, mit drei anderen Erzählungen aus dem gleichen Umkreis; das Ganze formt sich, von den schönen und leise melancholischen Strophen des Gedichtes „Schmetterling in der Großstadt" intoniert, zum .Lichtbogen" der Falterlegenden, -u L Nieder - Bessingen, 22.Dez. Die hiesige Schule hielt am Sonntag in dem bis auf den letzten Platz besetzten Saale des Gasthauses Loh ihre Weihnachtsfeier ab. Einige Choräle leiteten die Feier ein. Gedichtvorträge und musikalische Darbietungen unterhielten die Gäste. Leh.er Hinkel, der Leiter der Veranstaltung^ hielt eine Ansprache und wies auf den Sinn des Abends hin. Nach einer Pause wurde ein Weihnachtsmärchen ausgesührt, bei dem s mtli^e Sckml- tintec Nieier-Bessingens m tzuwir ei®ee e hcik hatten. Die Aufführung, die viel Vorarbeit erforderte, fand starken Beifall. Für die musikalischen Darbietungen verdienen die Herren Hofmann und W i 11 b r a n d (Violine), ferner die Schüler Ludwig Haas und Helmut Brück (Violine), Artur Schiefer st ein (Flöte) und Otto W a l b (Klavier) volle Anerkennung. Der wohlgelungene Abend ist Lehrer Hinkel und Frau au danken, denen die Vorbereitung und Durchführung der ganzen Veranstaltung oblag. 4 Rabertshausen, 22. Dez. Am Sonntag wurde hier der Gastwirt Karl Scherer ohne besondere Wahlhandlung — es war nur e i n Wahlvorschlag eingercicht — zum Beigeordneten unserer Gemeinde bestimmt. Der Männergesangverein brachte dem Beigeordneten einen F ckelAug dar und fang einige Lieder. Gutsbesitzer Hoffmann und Lehrer Roth übermittelten Glückwünsche im Auftrage der Einwohnerschaft bzw. des Gesangvereins. Kreis Friedberg. ^-Pohl-Göns 23. Dez. Ein Zusammenstoß zw.schen dem Auto des Arztes Dr. Luft aus Butzbach und einem Lastauto aus Gießen ereignete sich gestern nachmittag im hiesigen Orte in der zweiten Kurve der Provinzialstrahe. Das Auto des Arztes wurde bei dem Zusammenstoß derart beschädigt, daß es abgeschleppt werden mußte. Die Windschutzscheibe ging in Trümmer und der Arzt und sein Chauffeur trugen Verletzungen am Kopfe davon, so daß sie sich in ärztliche Behandlung begeben muhten. Das Lastauto wurde nicht beschädigt und konnte seine Fahrt fortsehen. Äe polizeilichen Ermittlungen über die Schuldfrage wurden sofort eingeleitet Kreis Büdingen. I. D o b e n h a u s e n I., 22. Dez. Die hiesige Volksschule veranstaltete für die Klassen Dodenhausen und Bellmuth Weihnachtsfeiern. Lehrer 3akobi hielt die Ansprachen, Weihnachtslieder wurden gelungen, Gedichte vorgetragen; ein Weihnachtsspiel und ein Theaterstück wurden außerdem aufgeführt. Die Feiern nahmen einen schönen Verlauf. Die Leistungen der Schüler fanden starken Beifall. Kreis Schotten. □ Laubach, 22. Dez. Am Sonntagnachmittag zogen etwa 50 Knaben und Mädchen der Kl ein- kinderfchule, geleitet von mehreren Schwestern des Zohann-Friedrich-Stifts, in die Kirche, wo die Kleinen in bunter Folge Lieder und Derschen vortrugen. Pfarrer Kornmann dankte allen, die Mühe und Arbeit nicht gescheut hatten, die schönen Stunden zu bereiten. Nach der Feier wurden Geschenke an die Kinder verteilt. V Gedern, 22. Dez. 3m Saale des „Löwen" fand am Samstag die Weihnachtsfeier des städtischen Kindergartens statt. Bürgermeister Müller hielt eine herzliche Ansprache. Die Darbietungen der Kleinsten lösten lebhaften Beifall aus. Die Kindergärtnerin Frl. 3ohanna Ziegler hatte sich wieder viel Mühe gegeben, um der Feier zu einem schönen Verlauf zu verhelfen. Kreis 2l»s?cld. WEN. Alsfeld, 22. Dez. Bei dem Nachbarorte Ruhlkirchen wurde der 21 3ahre alte Schneider Karl Dippel von dort, aU er in Gemeinschaft mit anderen jungen Leuten mit der Herrichtung eines Sportplatzes in der Nähe des Dorfes beschäfftgt war, von einem von einer 3 Meter hohen Anhöhe herabstürzenden Baumstamm getroffen und zur Seite geschleudert, wobei er mit dem Kopfe gegen einen eisernen Feldbahnwagen schlug. Die Verletzungen durch den Baumstamm und den überaus schweren Anprall gegen die Feldbahn waren so schwer, dah der bedauernswerte junge Mann auf der Stelle den Tod fand. einem schmalen Bande reiner und sehr zarter Poesie. 3n jeder Erzählung ist das farbige und sanft bewerte Bld eines der schönen und gebrechlichen F.üg.lwesen sinnvoll und märchenhaft mit einem menschlichen Schicksal verbunden — dergestalt, dah jede der Geschichten von einer anderen Grundmelodie getragen wird, und daß doch alle sich harmonisch zusammenfügen wie das siebenfache F.arbenband zur Einheit des Regenbogens: d.e ann.ut ge ch.nes sche Li be.te zählung von der „Seidenweberin"; die dunkle Dijaon des „Zauberfalters"; ein mystisches Erlebnis auf der fernen 3nsel Madagaslac; die traurige Kindergeschichte vom namenlosen Fa ter; die schöne Sage vom weißen Apollo, der zwischen dm Lippen des sterbenden Hemer empor,lügelt; u.d das franzis- kani'che Himme'swunder des heiligen Autonlus. — Druck und Ausstattung des Buches entsprechen vollkommen der nobten Tradition, welche t>r Heg- nerschen Bücher zur Freude aller Liebhaber von jeher gepflegt und bewahrt haben. — HildurDixelius : Frauen imRor- den. Novellen. Aus dem Schwedischen überseht. Leinenband. 3 85 Mark. Gotlhelf Drr.ag L.ipzig. (602.) — Die meisterhaft geschriebenen Novellen aus der Feder der De^sasserin von „Sara Alelia" offenbaren in ihrer Schlichtheit und doch so seinen Linienführung wiederum die große Kunst und Gestaltungskraft von Hildur Di^elius. F.auenschick- fale in ihrer tiefsten und letzten Sinngebung und Sinnerfüllung schildert die Dichte.in in starker Bewegtheit. Alle diese Frauen werden von einer Kraft getragen und wissen um dieses Getragensein. Die Uebersehung schmiegt sich in jeder Beziehung an das Original an. — Professor Ferdinand Dreher: „Auf dem Wege zum Völkerbund". Zarte Geheimnisse der Entente-Mächte 1906 bis 1914; Verlag Karl Dindernagel in Friedberg, Pr. 30 Pf. — (606.) — Der Friedberger H storiker, der in der Auiftärungsarbeit gegen die Kriegsschuldlüge seit langem in vorderster Reihe kämpft, hat hier eine sehr brauchbare Zusammenstellung aus den Geheimarchiven der Entente Staaten g geben die besser als lange wissenschaftliche E ö.te.ungen die Vorgeschichte des Krieges erläutert. Das Heft wird besonders wertvoll durch die Quellenangaben, die die Möglichkeit der Vertiefung in Einzel- fragen zuläht. Wirtschaft g.ji.-'fpoTt Auf dem Platz der Spieloereinigung 1900 ftanlti sich beide Mannschaften im Serienspiel gegen Bedeutung bekam das Spiel dadurch, daß GrV' weiteren Toren den Sieg sicher. - , 22 Pgcmbtr 4,20 58,46 78,49 14,19 16,50 169,06 21,34 77,49 2,48 79,04 81.94 35,58 Handball im Gau Hessen (O.T.) Iv.Grohen-Linden I — polizeisportverein Butzbach II 16:10 (9:6). Mit einer hohen Torzahl endete dieses Spiel. Beide Mannschaiten lieferten sich ein flottes Spiel, das jederzeit fair durchgeführt wurde, so daß der Schiedsrichter keinen schweren Stand hatte. To. wieseck I — Grohen-Vuseck (komb.) 2:10. Wieseck stellte eine äußerst schnelle Mannschaft in das Feld. Gleich nach Anpfiff übernahm aber Grohen-Duseck die Führung und konnte außerdem bis zur Halbzeit noch 5mal erfolgreich sein. Wieseck erzielte nicht ein einziges Tor. 3n der zweiten Halbzeit ergab sich dasselbe Bild, nur daß Wieseck ab und zu versuchte, durch plötzliche Angriffe zählbares zu erreichen. Auf diese Weise wurden denn auch zwei Tore erzielt. Handball im Lahn-Oünsberg-Sau Launsbach I — Krofdorf I 7:2 (3:1). Launsbnch, Bezirksmeisteranwärter im 1. Bezirk des Gaues Lahn-Dünsberg (ADT.) und Krofdorf. Bezirksmeister der B-Klasse im Gau Hessen (2)1.) standen sich in einem Freundschaftsspiel gegenüber. In der ersten Hälfte sah man Launsbach öfter in Front, trotzdem verschiedene Torchancen unaus- genutzt blieben, war es doch möglich, dreimal einzusenden. Krofdorf gefiel in seiner Spielweisc sehr gut, brachte cs aber nur zu einem Tor. Nach der Pause war Launsbach klar überlegen und schoß in gleichen Abständen noch vier Tore, während Krofdorf nur noch einen Erfolg buchen konnte. ______ 4.22 58.70 78,81 14,25 16,56 169.74 21,42 77,81 2.50 79.36 82.26 35,72 holen Farben logen zirka 1,5 v H fester, ebenso Siemens. Neichsbankonteile hatten vorübergehend einen l-o. H-Gewinn aufzuwcilen. Auch für AEG. bestand heute zu einem 1 o. H. höheren Kurse etwas Interesse. Bankaktien waren auf letzter Basis de hauplet. Festverzinsliche Werte halten ruhiges Geschäft. Neichsbahnoorzugsaktien blieben beachtet und gewannen abermals zirka 1 v. Sy, die Allbcsitzanleche wechselte zu 0,5 d. Sy höherem Kurse ihre Besitzer, während die übrigen Werte des Marktes keine nennenswerten Kursoeränderungen erfuhren. Am Donnerstag. 24. Dezember (Heiligabend), bleibt die Berliner Börje für i eben Verkehr geschlossen. Devisen, Noten, Getreide und Metalle werden also nicht amtlich notiert und können daher morgen nicht zur Ausgabe gelangen. Die Effekten- dienste laufen wie an Samstagen. Devisenmarkt Vertin - Frankfurt a. M. Frankfurt fest. Frankfurt a. M.. 22. Dez. 3m heutigen telephonischen Freiverkehr hielt die f e st e r e Stimmung des Dortages an, wenngleich vormittags infolge der schwachen Aeuyorker Börse etwas niedrigere Kurse genannt worden waren. Beachtung fand vor allem die weiter feftc^al- tung der deutschenWerte an den Auslandbörsen, während sonstige Anregungen kaum vorgelegen haben. Die Baseler Derhand- •2lmeri!and*e Note»....... Belgische Noten......... tänildie Note» ........ Englische Noi.-n...... • • • >Zran»olische Note«........ tzoNändische Note«........ Italienische Noten........ Norwegische Noten........ Deutsch-Lellerreich. • 100 6 di Ul hfl Rumänische Noten....... Schwedische Note»........ Schweizer Noten......... Spanische Noten. ........ Ungarische Note» ....... Reichsbankdiskont 7 v. h-, 5 349 000 Arbeitslose im Reich. Berlin. 22. Dez. lWTD.) Aach dem ^richt der Reichsanstalt für die Zeit vom 1. biS zember hat sich der Druck auf den Ar- beitsmorkt, wie zu erwarten war, in der ersten Hälfte des Dezember verstärkt Die Zunahme der Zahl der Arbeitslosen belief sich auf rund 290 000, womit eine Belast ung von rund 5349000 erreicht wurde. 3n der gleichen Zeit des Vorjahres war die Zunahme mit rund 278 000 neu gemeldeten Arbeitslosen nur um weniges geringer. . , Der Anteil der überwiegend von der Koniunk- tur abhängigen Berufe ist in der ersten Dezember Hälfte rascher (um 4,2 v. H ) als in der zweiten Aovemberhälfte (um 1.6 v. H.) 9^*9^ Beben der Beendigung des Weihnachtsgeschäftes in vielen Industrien haben besonders die inte r- nativnalen Währungsschwierigkeiten und die Schuhzollmaßna h m e n wichtiger Abnehmerstoaten ungünstig auf den deutschen Arbeitsmarkt eingewirkt. Die Belastung von Arbeitslosenversicherung und Krisenfürsorge hat zusammen um etwa 158 000 Hauptunterstützungsempfänger zugenommen Aach den Meldungen der Arbeitsämter wurden in der Arbeitslosenversicherung am 15. Dezember rund 1 484 000 Hauptunterstutzungs- empfänger (Zunahme rund 118 000) gezählt, wahrend in der Krisenfürsorge nach einer Zunahme um rund 40 000 etwa 1 446 000 Hauptunterstut- zungsempfänger betreut wurden. 314000 Arbeitsuchende in Heffen und Heffen-Raffau. WSA. F r a n k s u r t a. M., 22. Dez. Heber die Arbeitsmarktloge in Hessen und Hessen-Aassau berichtet das Landesarbetts- amt Hessen in Frankfurt a. M.: Im Laufe der Berichtszeit hat die Arbeitsmarktlage sich weiter verschlechtert. Die Zahl der Arbeitsu- ch e n d e n erhöhte sich um 936) oder 3,1 ^ro^nt auf 31 1 291 , davon waren 5) 252 Frauen. Der höchste Stand der Arbeitslosigkeit — rund 314 000 Arbeitsuchende am 15. Februar 1931 — ist demnach schon jetzt fast erreicht: er dürste in diesem Winter voraussichtlich erheblich überschritten werden. Wie gewöhnlich um diese Jahreszeit, ist auch diesmal der Hauptzugang wieder aus den Außenberufen gekommen: sie sind mit rund 46 Prozent an der Zunahme beteiligt. In der Lederindustrie und un Bekleidungsgewerbe hat die Beschästigung gleichfalls infolge von Saison-Einflüssen weiter abgenommen. Auch in der Metallindustrie und im Holzgewerbe erfolgten noch zahlreiche Entlassungen: aus diesen Berufen stellen in letzter Zeit immer mehr selbständige Handwer • ker Arbeitsgesuche. Die Zahl der Arbeitsuchenden in der Gruppe „Häusliche Dienste" hat sich infolge der allgemeinen wirtschaftlichen Aot- lage ebenfalls beträchtlich erhöht. Die Hoffnung, eine größere Zahl von Angestellten für das Weih- uachtsgcschäft vorübergehend in Arbeit zu bringen, hat sich nur zum Teil erfüllt. — Die Zahl der Hauptunterstühungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung stieg vom 1. bis 15. Dezember um 4510 aus 81 033, die Zahl der Krisenunterstühten ist dagegen um 1100 auf 79 423 gefallen. Berlin freundlich. Berlin, 23. Dez. (WTB. Funkspruch.) Bor der Feiertagsunterbrechung nahm die Zurückhaltung der Spekulation und der Kundschaft im telephonischen Freiverkehr von Tag zu Tag zu, die Stimmung blieb ober auch heute durchaus freundlich. Nachdem schon in den gestrigen Abendstunden auf das Fehlen weiterer Auslandverkäufe Deckungen statt- gesunden hatten, wie die Märkte zu den höchsten Tageskursen schließen ließen, hielt das Bedürfnis zu weiteren Engagements-Bereinigungen auch im heutigen Bormittagsverkehr an. Die Nachrichten aus Politik und Wirtschaft waren allerdings nicht dazu angetan, die Unternehmungslust der Spekulation zu steigern.'Die neuen Sparmaßnahmen der preußischen Negierung die in der heute veröffentlichten Notverordnung sestgelcgt sind, die Berichte über die Koh- lenmarftlage und die weiter steigende Arbeitslosen- Ziffer waren wenig ermutigend, vor allem schien aber in Basel wieder eine ziemliche Spannung zu bestehen, so daß man den endgültigen Bericht über die Be- ratungen des Sonderausschusses abwarten muß, um sich ein Bild über den evtl. Erfolg dieser Konserenz machen zu können. Ebenso ist man trotz aU-r J8er- Handlungen in den Fragen der Stillhaltung (djeinbar noch nicht wesentlich weitergekommen, da es sehr schwer ist, die verschiedenen Interessen aller Geldinstitute unter einen Hut zu bringen. Das freundliche Neuyork, verbunden mit der markttechnischen Situation gab dann aber doch den Ausschlag, und die Tendenz blieb auch heute zum mindesten gut b e h a u p t e t. An den meisten Märkten traten nämlich große Kursveranderungen nickst ein, soweit Kurse zu hören waren blieben sie ziemlich nominell. Die Werte, die in der letzten Zeit besonders dem Aus- landruck ausgesetzt waren, konnten sich weiter er Spielvereinigung 1926 Leihgestern. Am ersten Weihnachtsfeiertag empfängt die erste Mannschaft der Spieloeremigung Leihgestern die »roe des DfB. Friedberg zum Gesellschasts- ie Gäste aus Friedberg sind hier keine Unbekannten, haben sich in den Berbandsspielen gut durchgesetzt und sogar die Meisterschaft errungen. Tritt Leihgestern komplett an, so dürfte ein spannendes Treffen zu erwarten sein. Vorher spielt die Schülermann schäft gegen die Schüler von DfB. Gießen. z. Sp. D. 1926 Steinbach. Steinbach I — Garbenteich I 4:3. Am Sonntag weilte die erste Els des Aach- barvereins Garbenteich zum fälligen Derbands- spiel in Steinbach und mußte eine knappe Aieder- iage mit nach Hause nehmen. Die Gäste gingen durch Handelsmeter in Führung, die Plabbesitzer konnten dann durch Foulelfmeter ausgleichen, um gleich darauf die Führung zu übernehmen. Halbzeit 2:1. Nach der Pause legten die Platzbesitzer los und konnten auf 4:1 erhöhen. Dann mußten zwei Steinbacher das Feld verlassen. Der Platz- besiher, hierdurch etwas nervös, ließ etwas nach und so konnten die Gäste auf 4:3 verkürzen. Sportabteilung des Turnvereins Lollar Am Sonntag lieferten sich die ersten Mannschaften des Turnvereins Lollar und des FE. .Teutonia" Watzenborn-Steinberg in Lollar einen spannenden aber auch harten Kampf. Lollar stellte die technisch bessere Elf. die Steinberger waren wuchtiger und körperlich kräftiger. Sofort zu Begtnh erzielten die Lollarer daS erste Tor. dem aber bereits wenige Minuten später der Ausgleich folgte. Die Lollarer legten nun mehr Tempo vor. ginge, wieder in Führung, mußten sich aber wiederum bei Ausgleich gefallen lassen. Bei Halbzeit lagen die Lollarer wiederum mit einem Tor in Front. (32.) In der Folge erwies lid> der Platzbesitzer leicht feldüberlegen. Beide Stürmerreihen boten alle« auf und Iahen ihre Arbeit mit je drei weitere, Toren belohnt. Mit dem Ergebnis von 6:5 Tore, für Lollar trennten sich die Mannschaften. Di, neugegründete dritte Mannschaft des Tumberemi Lollar trat gegen die fünfte Mannschaft der Spielvereinigung 1900 an und erzielte ein beachtenswertes Unentschieden von 3:3. Die 2. Handballmannschaft trug da« füllige Versandsspiel gegen AllertShau'en auS un» muhte sich mit einem TorergcbniÄ von 2:5 Tom dem besseren Gegner beugen. Arbeiter TurN' und Sportbund. Gießen I — Naunheim I 2:5. Auf dem Platz der epieloertimgun^ 1900 ftanbn sich Gießen und Naunheim im letzten epid der die» lohrigen Kreisklasse gegenüber. Zwei glcictutarte Gegner maßen die Kräfte. Die Gäste, die immer flinker am Ball waren, kamen bald tum ersten lot. Die Gießener leiteten schöne Angriffe ein, konnte, jedoch die sichere Abwehr nicht überwinden. V» Halbzeit konnte Naunheim durch twei weitere sch n, Tore auf 0:3 erhöhen. Nach dem 'Wechsel lag Gießen, im Angriff und erzielte nach schönem Spiele das j erste Tor. Nach kurzer Zeit fiel für Naunheim iwr vierte Treffer, während Gießen ein zweites In buchen konnte. Mit einem weiteren Erfolg ftedtte i die Gäste den verdienten Sieg sicher. wieseck I — Niederwöllstadt 1 6:1. Bei Spielbeginn sah man trotz des verschneit,, Feldes einen flotten fairen Kampf. Wieseck lag iw Angriff und kam schon in den ersten Minuten )um Führungstor. Nieder-Wöllstadt, überrascht, griff r.ii seinerseits an, konnte aber das Schlußtrio der 6 i- heimischen nicht überwinden. Dann lag Wieseck w«-1 der mehr im Angriff und erhöhte auf 3:0. Erst tun ; vor Halbzeit fiel das einzige Tor für die Gäste. Noch Seitenwechsel war Wieseck weiter im Dorteil ul erhöhte auf 6:1. Heuchelheim I — Schwalheim 1 13:0. Die Gäste, die viel von ihrem Können eingebüßt haben, lieferten der Mannschaft von Heuchelt»,-»! ein sehr schwaches Spiel. Heuchelheim eröffnete t< Mannschaften ein schönes Spiel. Wieseck stellte bJi das Ergebnis auf 2:0. Bis Halbzeit gelang es tir । darf jedoch, bei verhaltenem Spiel der Gäste, b