nge. \vt er h wichtig zu ?rutperfaPrt-__ ^9eki"_3jbönbet ..,' KtD«i[äDhnntfl^ ' 1 Uin btn p 6on 20 Aritag 27C?Qntin N- ~~ Ziegen 23. 16 bis 18- Ä- 23., ' "* *mil und tisch. :°ier; •ÄÄ Ä$Öft usSfii :.!Ä 'nter den deutsch^, £ ÄÄ Är* $ . lenbenjen die onnin ourben, noch n(M Jonberte EigenentwWna "R Bnbunbenjel ? &tn «Aken Lebens 9 e Grenzen zwischen den lehrt die Uebergäng« er« die treibenden Trundkräste onrlung aus, scheidet streag st> gewinnt jedem Zeitalter ab. Ständig bemüh, er eil über die jeweilige Stil- ! dabei in den Fehler for- ?u verfallen: da, 00 es aus Naterialr sich nicht erwäg« n Erkenntnis vorzudringen, n stehenden Probleme aus, hin und wird so zum An. denken und Klaren. Moser t als eine nüchterne Dar- sondern in intuitiver geisti- d ihm die Zusammenhörge Selbstverständlichkeit. Beson- e Kraft der Sildhastigkcit oft blißlichtartig die Situa- m ersten Lesen mag xwt leit seiner Ausdruckswr'!, der Dolkssprache nicht 5' in; bei weiterer Le.töre über die Treffsicherheil dcs isprünglichen llnabgegrijsto , märe vielleicht ungerecht, . hervorzuheben: jedoch, was t gotik und Renaissance zu oU selselnd, eindn'nglich und nieresje für diese Zeltraume, 5 bisher mer k nur engeren ÄLW o der Entwicklungen und ihler ääR sSÜ ach p”*1 l)r.n- Hr. 274 Erstes Blatt 181. Jahrgang Montag, 25. November 1931 Eriche INI lüg lieh, außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Die Illustrierte Gießener FamilienblStter Heimat im Bild Die Scholle. Monats-Vezugspreir: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspsennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Zernfprechanschliiffe anterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehrn. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche llniverfitSlr-Vuch- und Zleindruckerei «.Lange in Gießen. Zchristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstraße?. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/„ mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr.H.THyriot,- für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Ran-noien. Die Reichsregierung gibt sich alle erdenkliche Mühe, das durch die Juli-Ereignisse erschütterte Vertrauen der Sparer und Bank- konteninhaber wieder herzustellen. Sie läßt versichern, daß sie mit aller Kraft die Währung schützen werde, sie hat durch ihre Rotverordnungen gezeigt, daß es ihr mit ihren Absichten, auf finanziellem Gebiet die Ordnung wieder herzustellen, durchaus ernst ist. Leider müssen wir aber feststellen, daß sie den Skandalaffären der jüngsten Vergangenheit mit einer ziemlichen Gleichgültigkeit gegenübersteht und es offenbar nicht für nötig hält, von sich a u s die Maßnahmen zu ergreifen, die das gesunde Volksempfinden mindestens als erste Antwort auf Vergehen und Verbrechen, wie sie mit den Ramen der Gebrüder L a h u s e n, des Direktors Katzenellenbogen und anderer Wirtschaftspiraten zusammenhängen, von denen die ernste Wirtschaft natürlich hörbar abgerückt ist. Jetzt ist die Bank für Handel und Grundbesitz durch die Schuld ihres Direktors, mehr aber noch durch das Verhalten der Aufsichtsbehörden in die Brüche gegangen. Wieder stehen zahllose kleine Sparer vor den Schaltern und erklären, daß sie jetzt endgültig das Vertrauen zu den Banken verloren hätten. Wir fragen uns vergebens, warum nicht rechtzeitig energischLurchgegriffen worden ist, obwohl doch längst in eingeweihten Kreisen bekannt war, wie es mit dieser Bank stand: wir fragen uns, warum man die verantwortlichen Personen nicht sofort hinter Schloß und Riegel gesetzt hat, warum den Gebrüdern Lahusen bis heute kein Haar gekrümmt worden ist und warum Kahenellenbogen wieder frei Herumlaufen darf. Selbstverständlich beuten die Parteien sozialistischer Richtung alle diese Skandale mit Wonne aus, wobei sie in jeder ihrer Betrachtungen nicht verfehlen, darauf hinzuweisen, daß wir es bei diesen Vorgängen mit sichtbaren Zeichen des kapitalistischen Bankrotts zu tun haben. Heber die politischen Rückwirkungen dieser Kampfesweise brauchen wir nicht viel Worte zu verlieren. Die deutsche Wirtschaft sollte aber doch endlich aus der Vergangenheit gelernt und sich aufgerafft haben, von sich aus eine Generalreinigung vorzunehmen. Sie weiß, wer in ihren Rechen den Ruf eines ehrbaren Kaufmanns oder Industriellen nicht besitzt, sie sollte daraus auch jetzt noch schleunigst die Konsequenzen ziehen und ihre Organisationen veranlassen, die Elemente r ü ck s i ch t s - los auszuschalten, die durch ihr Verhalten das Ansehen der deutschen Wirtschaft imJn- und Auslande auf das schwerste schädigen. Mitte Oktober begannen in Bern Verhandlungen über eine Umgestaltung des deutsch- schweizerischen Handelsvertrages, die aber wegen der unannehmbaren Forderungen sehr rasch eine krisenhafte Zuspitzung erfuhren. Die Folge war eine Absage der Berliner Regierung, auch auf die Gefahr eines deutsch-schweizerischen Handelskrieges. Sie hat aber, um weitere Verhandlungen ohne eine sofortige Kündigung des Handelsvertrages zu ermöglichen, zugleich der Schweiz mitteilen lassen, daß sie bereit sei, die Kündigungsfrist des jetzigen Vertrags von drei auf zwei Monate herabzusetzen, damit der November für weitere Verhandlungen ausgenutzt werden könne. Auf diesen Vorschlag ist die Schweiz dann auch eingegangen, weil sie vor den Auswirkungen eines oertragslosen Zustandes doch zurückschreckte. Die Verhandlungen sind also wieder im Fluß. Trotzdem droht natürlich die Kündigung und der nach dem Ablauf der Kündigungsfrist einsetzende vertragslose Zustand, der für beide Staaten ganz zweifellos schwere Nachteile mit sich bringen würde. Was fordert nun die Schweiz? Sie ist — man muß es zugestehen — in einer unangenehmen Lage. Ihre Handelsbilanz ist feit langem passiv, diese Passivität hat sich aber nach den letzten Ausweisen doch stark gemildert. Deutschland ist der Hauptwarenimporteur. Deutschlands Einfuhr in die Schweiz ist in den letzten Jahren ständig im Steigen begriffen, wahrend die Ausfuhr der Schweiz nach Deutschland zurückging. Im Jahre 1928 betrug die Passivität des schweizerisch-deutschen Handels für bie Schweiz noch 230 Millionen Schweizerfranken, stieg aber 1929 schon auf 343 und 1930 sogar au 426 Millionen. Die bisherigen Monate des Jahres 1931 lassen aber darauf schließen, daß dieses Jahr eine wesentliche geringere Steigerung bringen wird. Ueber die deutsche Einfuhr beklagen sich nun fortgesetzt Industrie und Gewerbe der Schweiz Die Fabrikanten von Gasapparaten, Möbeln, Bleistiften, Wollsachen, Teppichen, Lederwaren usw., insbesondere die Holzindustrie und die Konfektion, richteten ereits eine Eingabe um Schutz gegen die deutsche Einfuhr an den Bundesrat. Die schweizerische Regierung will nun nicht etwa eine allgemeine Erhöhung der Zollsätze. Die bisheri- aen Zölle sollen im allgemeinen beibehalten werden, aber es soll eine Kontingentierung der Einfuhrmengen jener Waren, die zu diesen Zollsätzen eingeführt werden dürfen, erfolgen, und zwar auf einer Basis, die natürlich weit u n ter den bisherigen Einfuhrziffern liegt. Die Waren, die über diese Kontingentierung hinaus eingefuhrt werben, will man mit einem außerordentlich scharfen Prohibitivzoll belegen, der die Einfuhr völlig unrentabel machen würde. Deutschland kann der Kontingentierung natürlich nicht zustlmmen. Wollten wir dem schweizerischen Wunsche entsprechen, so wäre die natürliche Folge die, daß andere Staa en die gleiche Forderung stellten und wir auch diesen Forderungen nachgeben mühten. Und das bedeutete Der Reichskanzler ruft auf zum Kampf gegen Rot und Elend. Werdet nicht müde in der Hilfe für die bedrängten Volksgenossen! — Unterstützt das Hilfswerk der Deutschen Liga der Freien Wohlfahrtspflege! Berlin, 22. Rov. (WTB.) Der Reichskanzler hielt heute abend im Rundfunk eine Ansprache über die Winterhilfe, in der er u. a. das Folgende ausführte: „Die schwere Rot des Winters erfordert die Mitarbeit aller Volksgenossen zur Bekämpfung der Rot und des Elends. Es wäre leichtfertig, wenn wir uns über den Ernst der Zeit hinwegtauschen wollten. Richt weniger falsch wäre es aber auch, wenn wir nicht den Mut hätten, den Bann zu brechen, den diese dunkle Gegenwartszeit auf uns legt, wenn wir uns den Hemmungen und lähmenden Einflüssen ausliefern würden, ohne zu versuchen, aus eigener Kraft die schwierige Zeit der Prüfung zu überwinden. Die Lebenskräfte des deutschen Volkes sind nicht gebrochen. Sie sind spürbar auf allen Gebieten des Volkslebens, und ihnen entspringt auch das Hilfswerk, das spontan im ganzen Reiche zur Linderung der großen materiellen und seelischen Rotstände entstanden ist. Die Reichsregierung ist sich der Tatsache Wohl bewußt, daß ihre Maßnahmen nur die unterste Grenze der Fürsorge darstellen können. Sie schützen den Einzelnen vor dem Allerschlimmsten, dem Willen aber, auf dem Wege staatlicher Maßnahmen weitere Hilfe zu bringen, steht die unerbittliche Tatsache gegenüber, daß staatliche Mehraufwendungen infolge der schwierigen Lage der Staatsfinanzen nicht möglich sind. Schon aus diesem Grunde war es ein Gebot der Stunde, die Freie Wohlfahrtspflege zur Mithilfe an der Bekämpfung der großen Rot heranzuziehen. Sie besitzt in ihren Organisationen dank der bewährten Grundsätze der Hilfsarbeit von Mensch zu Mensch, dank einer stets lebendigen Verbindung mit allen Schichten der Bevölkerung diejenigen Möglichkeiten, die es ihr erlauben, frei von amtlichen Bindungen und Rücksichten das Hilfswerk der Reichsregierung wirksam zu ergänzen. Jeder Fann helfen! vielgestaltig sind die Möglichkeiten der Mitarbeit: der eine gibt aus den Erträgnissen seiner Arbeit; der andere teilt aus feinem Vorrat dem mit, der wenig oder nichts besitzt. Auch die Verwendung der wohl- fahrlsbriefmarken für die Deutsche Rothilfe bedeutet Kampf gegen die Rot. viele gibt es, die gern ihre Zeit und Kraft zum Dienste am allgemeinen Wohl zur Verfügung stellen. Es darf nicht der Sah ausgesprochen werden, der schon oft den notwendigen Forderungen der freien Hilfsarbeit entgegengehalten worden ist: „)ch habe genug getan, meine Existenz ist durch die Wirtschaftslage auch gefährdet." Ein jeder, der sich noch nicht selb ft in Rot befindet, hat gerade in den nächsten Wochen und Monaten die Pslicht, über das Sorgen für sich selbst und die Seinen hinaus den Rotte i d en d e n zu Helsen, die ohne eigenes verschulden aus dem Schaffenskreis, aus Arbeit und Verdienft ousgefchaltel wurden. Jnsbesondere^aber wollen wir in dieser Stunde jener Volksgenossen gedenken, die ihre Heimstätte in den deutschen Elendsgebieten haben, in jenen Bezirken im Reich, in denen ganze Städte und Dörfer ohne Erwerb sind, wo die Ungunst des Bodens auch dem Bewohner des Landes ein Auskommen nicht mehr gestattet. An diesen besonders gefährdeten Stellen helfend einzuspringen, hat sich die Deutsche Liga der FreienWohlfahrtsPflegeals eine der vordringlichen Aufgaben gestellt. Es muh die Pflicht der Allgemeinheit sein, diesen Bestrebungen ein besonderes Interesse zuzuwenden, damit es gelingt, den in ihrer Rot isolierten Bevölkerungskreisen tatkräftig zu helfen und in ihnen nicht das Gefühl aufkommen zu lassen, als ob sie etwa außerhalb der Gemeinschaft des Volkes ständen. So soll denn das große Hilfswerk dieses winters getragen werden von dem Gei sie der gegenseitigen Verantwortung, von dem Geiste des Zueinanderstehens und des helfenwollens. In ihm muß sich das unwandelbare Gesetz der Schicksalsverbundenheil erfüllen zum 5 e g v n für Volk und Vaterland. Die Erfüllung des Wunsches, mit dem die Reichsregierung den Auftuf der Deutschen Liga der Freien Wohlfahrtspflege begleitet hat, soll unser Ziel fein: „Die Hilfe soll neues menschliches vertrauen schassen unter den deutschen Volksgenossen selbst und für das deutsche Volk in der well." „Gelöst sind die Bande der Welt — wer knüpfet sie wieder als allein die Rot?" Diese Worte (aus dem Deutschen Sang) sind erfüllt, wenn wir das Ziel, das uns vor Augen steht, erreicht haben. Darum richte ich im Ramen der Reichsregierung an das deutsche Volk die Bitte, im gemeinsamen Wollen und im gemeinsamen Streben nicht müde zu werden. Dann wird auch die Zeit des Leides und der Rot überwunden werden." Sie ©nberofw des Sonderausschusses derW. Zusammentritt am 7. Dezember. — Deutschland durch Karl Melchior-Hamburg vertreten. Basel, 22. Nov. (TU.) Der Sonderausschuß der BIZ. zur Prüfung der deutschen Wirtschaftslage ist nach den im Laufe des Sonntags bei der BIZ. ein« getroffenen Telegrammen nunmehr zusammen- g e st e l l t. Es entsendet Amerika Dr. Walter Stewart, Präsident der Chase Porneroy-Bank in Neuyork, früheren Vizedirektor des Federal Re- seroeboards in Neuyork: Frankreich den bekannten Finanzsachverständigen Prof. R i st, nachdem Moreau, der sein Land im Wiggins-Ausschuß vertrat, eine Wiederwahl im Hinblick auf seine Stellung als Präsident der Banque de Paris et des Pays-Bas ab'ehnte: England Sir Walter Lay - ton, Redakteur des „Economift-Lonbon"; Belgien Emile Francqui, Vizegouverneur de la Socists Gensrale Belaique-Brüssel; Italien Professor Beneduce, Präsident des Konsortiums für das öffentliche Kreditwesen, Japan T. Tanaka, Vertreter der Bank von Japan in London: Deutschland Dr. Karl Melchior, Mitinhaber des Hamburger Bankhauses M. Warburg. Die fünft letztgenannten Delegierten gehörten dem Wiggins-Ausschuß an. Die vier eoen- tuell noch für Spezialfragen hinzuzuwähl.enden Mitglieder werden laut Poungplan vom Sonderausschuß gemeinsam bestimmt. Da Herr Dr. Stewart seine Reise nach Europa voraussichtlich erst am 28. November antreten kann, so ist der e r st e Zusammentritt des Sonderausschusses nunmehr für den 7. Dezember geplant. Neben den Beratungen des Sonderausschusses sollen Stillhalteverhandlungen mit dem Gläubigerausjchuß über einen Verlang e - rungs- und Rückzahlungsplan für die privaten kurzfristigen Schulden stattfinden. Der deutsche Schuldnerausschuß hat die Vertreter der beteiligten Gläubigerländer bereits zu Besprechungen nach Berlin eingeladen. Bei diesen Verhandlungen ist Deutschland durch den sogenannten Schuldnerausschuß, d. i. der frühere Bankenausschuß, vertreten. Außer diesem Ausschuß werden Vertreter der R e i ch s b a n k und der Gold- b i s t o n t b a n t teilnehmen. Eingeladen sind die elf Ausschüsse der privaten Gläubiger, d. h. die Bankenoertreter von Amerika, Belgien, Tschechoslowakei, Dänemark, England, Frankreich, Holland, Italien, Norwegen, Schweden und Schweiz. Zur Vorbereitung der Verhandlungen über die kurzfristigen Kredite wurde in Neuyork schon ein Sonderausschuß mit der Festlegung der Richtlinien für -die kommenden Verhandlungen mit den deutschen Privatbanken und den Banken der anderen Gläubigerländer beauftragt. Außer Wiggins gehören dem Sonderkomitee der Präsident der Central Ha- nover Bank and Trust Co., Davison, der Präsident der International Acceptance Bank, Good- h u e, der Vorsitzende der National City Bank, Mitchell, und der Präsident der Guaranty Trust Company, William Potter, an. SasMrtschMpwgrammdesNalionaisoziMmus Halle, 22. Nov. (TU.) Vor einem Kreis geladener Gäste aus der mitteldeutschen Wirtschaft sprach der Wirtschaftspolitiker der NSDAP., Dr. Wagner, über das Thema „Nationalsozialismus und Wirtschaft". Er bestritt den im letzten Jahrhundert als selbstverständlich hingenommenen Primat der Wirtschaft. Tatsächlich sei das Volk das Primäre. Erfolgreiche Politik setze Einheitlichkeit des Willens voraus. Brüning scheitere an der Tatsache, daß er mit heterogenen Mächten zu arbeiten versuche. Die Haltung unserer Anleihegläubiger sei eine Frage des Vertrauens. Eine starke Regierung werde auch das Vertrauen des Auslandes zu finden wissen. Das Geldvolumen entspreche nicht mehr dem Volumen der Wirtschaft. Abschaffung der Goldwährung sei das letzte Ziel. Verständigung mit England und Italien müsse die Möglichkeit geben, ein Moratorium auch von Frankreich zu erzwingen. Die wirtschaftliche Folge werde die Lostrennung vom Weltmarkt sein. Diese Situation erfordere zwei Maßnahmen: Außenhandelskontrolle mit Einfuhrknebelung und Exportprämiierung aus Mitteln einer Jmport-Devisensieuer. Zweitens: Schaffung einer Devisenzentrale. Der innere Zahlungsmittelumlauf sei durch eine Währungsbank zu regulieren. Inflatorische Maßnahmen, wie die Diskontierung von Finanzwechseln, seien abzulehnen. Geldumlaufregulierung erfolge ausschließlich im bargeldlosen Verkehr, insbesondere durch Warenwechseldiskontierung. Der Diskontsatz dürfte zwei bis drei Prozent nicht überfteigen. An die Stelle der Zinsen fordernden Kapitalbildung müsse das Prinzip der Gewinnmöglichkeiten und Derlustrnöglichkeiten einschließenden Besitzbeteiligung treten. Finanzierungsmöglichkeiten würden geschaffen durch die von der Währungsbank zu gewährenden Amortisationsdarlehen mit einem Zinssatz von höchstens zwei vom Hundert. Die Kaufkraft sei zu steigern durch Senkung der Preise. Eine Senkung der Fixen-Unkosten sei möglich durch Steuersenkung und Steuervereinheitlichung, sowie durch Beseitigung der zinsenfordernden Kapitalbildung. Am Wirtschaftserfolg habe nicht nur der Unternehmer ein Anrecht, sondern alle Mitarbeiter. Selbstfinanzierung aus dem Gewinn zum Zwecke der Betriebsoergrößerung fei abzuleh - nen. Aller absolute Gewinn müsse in Kaufkraft umgewandelt werden. Nicht Geldvermögen, sondern Warenvermögen müsse durch die grundsätzliche Festlegung auf eine Eins chra n- fung unserer Ausfuhr. Das ist aber für uns eine glatte wirtschaftliche Unmöglichkeit. Nur mit Hilfe des Ertrags unserer Ausfuhr können wir den auf Deutschland ruhenden Lasten und Verpflichtungen überhaupt nachkornmen. Wir dürfen also die Ausfuhr nicht drosseln, sondern müssen sie im Gegenteil mit allen Mitteln zu steigern suchen. Die Verhandlungen haben sich in den letzten Tagen allmählich ihrem Höhepunkt genähert. In absehbarer Zeit wird man wissen, ob eine Einigung möglich ist ober ob es doch zu einem oertragslosen Zustand kommt. * Eine geradezu phantastische Geschichte hat der Zentrumsabgeordnete Dr. Schreiber vor einigen Tagen im Reichstags ausschuß erzählt, als er sich erneut dafür einsetzte, daß auch die Deutsche Republik Orden und Ehrenzeichen wieder einführen soll: Da hat vor einigen Jahren irgendein exotischer Wahlkonsul zum Dank für seine Tätigkeit vom Außenminister em Tintenfaß aus der preußischen Porzellanmanufaktur erhalten. Er hat das offenbar für die besondere Form eines deutschen Ordens gehalten. Jedenfalls ist er beim nächsten großen Staatsfest mit einer großen goldenen Halskette erschienen, an die er das vom Deutschen Reich geschenkte Tintenfaß angehängt hatte. Lächerlich? Gewiß: aber doch gleichzeitig auch charakteristisch dafür, in welche Verlegenheit Deutschland durch das verfassungsmäßige Verbot der Verleihung von Orden kommt. Unter vernünftigen Menschen braucht man sich grundsätzlich ja eigentlich über das Thema nicht zu unterhalten. Orden sind eine gesellschaftliche Kinderei, aber trotzdem eine sehr dekorative Angelegenheit, die bei dem Hang zur Eitelkeit für die weit überwiegende Mehrzahl der Menschen etwas ungemein Anziehendes hat. Der preußische Staat hat seine Beamten und Offiziere immer schlecht bezahlt, er hat sie aber belohnt mit Orden und einer besonderen gesellschaftlichen Stellung und hat damit einen Ausgleich geschaffen, der in seinen Wirkungen für das finanzielle Manko mehr als ausreichend war. Wenn die deutsche Republik den Sprung über die starre Theorie wagen und zu den Gebräuchen der Vorkriegszeit zurück- kehren würde, sie könnte ja nichts besseres tun, um sich mit einem Schlage Hunderttausende von | zufriedenen und zuverlässigen Staatsbürgern zu I schaffen. Aber mindestens ebenso wichtig ist das Problem im diplomatischen Außendienst. Schon Dr. Stresemann hat darüber geklagt, daß die ausländischen Missionen Mühe haben, tüchtige junge Leute nach Berlin zu bekommen. Die Herren sehen nun einmal alle auf ein reich ausgestattetes Ordensband. In Berlin ist für sie in der Beziehung nichts zu erben, deshalb gehen sie lieber anderswo hin, wo sie einen Schmuck für den Frack in sicherer Aussicht haben. Und wenn man einmal Bülows Erinnerungen nachliest, bann sieht man daraus, welche weittragenden politischen Folgen die Verleihung eines hohen deutschen Ordens an fremde Außenminister auch auf den Gang der Diplomatie auszuüben vermochte. Und das ist heute nicht viel anders. Unsere hohen Beamten sind gezwungen, — schon um nicht unhöflich zu fein —, ausländische Orden im Gegensatz zu dem Buchstaben der Verfassung anzunehmen. Der verstorbene Reichspräsident Ebert ist ihnen darin durchaus mit Recht mit gutem Beispiel vorangegangen. Das Deutsche Reich kann sich dafür aber nicht revanchieren, sondern verschenkt als kümmerlichen Ersatz Vasen und — Tintenfässer. km Spartätigkeit geschaffen werden. Dementsprechend werde eine rigorose Erbschaftssteuer nur Geldhinterlassenschaft erfassen. Zürn Schluß entwickelte Dr. Wagner den Ge- danken eines Berufs st ändischen Staats- aufbaues. Die Beseitigung des Klassenkomps- gedankens sei nur durch den Aufbau eines ständischen Wirtschaftssystems mit scharfer Trennung von Wirtschaft und Staat möglich. Wichtigste Aufgabe sei fortgesetzte Rücksiedlung des tzeoölterungsüberschusses von der Stadt auf das Land, was allerdings Wiederher- stellung der landwirtschaftlichen Rentabilität dop aussetze. Wenn der bisherige Lebensraum des Dol- kes nicht mehr ausreiche, werde der Nationalsozialismus nicht davor zurückschrecken, neuen Raum, sei es auch mit Gewalt, zu schaffen. Den Stand«' k a m m e r n fei weitgehender Einfluß auch ^auf die Rechtspflege, die Steuerlastenverteilung, die Finanz- Wirtschaft und die Sozialpolitik einzuräumen. Deutschland werde einen autarken Wirtschaftskörper mit dem Balkan, Skandinavien und vielleicht auch England bilden müssen. Diesem autarken Organismus würden seine geistigen und materiellen Reserven bald eine Ueberlegenheit gegenüber anderen Autarkien geben können. Die Kampfgemeinschaft revolutionärerAationalsozialiflen Eine Kundgebung der Ltto-Liraner-Gruppe Berlin, 20. Nov. (TU.) Die Kampfgemeinsckaft revolutionärer Nationalsozialisten (Otto-Strasser. Gruppe) veranstaltete eine Kundgebung der „Schwarzen Front", auf der Otto Straff s e r betonte, daß es sich bei der „Schwarzen Front" um keine Organisation, sondern um eine Ar- beitrgemeinschaft von Gruppen handele, die lediglich in grundsätzlichen und taktischen, aber nicht in ideologischen Fragen übereinstimmten. Die „Schwarze Front" steht auf antiparlamen- torischem Boden und kämpft für die wirtschaftliche und soziale Befreiung des deutschen Dol- kes und gegen den Ultramontanismus. Die deutsche Not beruhe auf einer Krise der Wirtschaft, auf einer gesellschaftlichen, staatlichen, und auf der kulturellen, religiösen Krise. Die wirtschaftliche Krise drücke sich in der Unmöglichkeit des kapitalistischen Systems aus, die Ernährung, Bekleidung und Behausung des deutschen Volkes ficherzuftellen. Schon aus der Schrumpfung des Welthandels ergebe sich für Deutschland die Notwendigkeit, mit diesem System zu brechen. Mit dem Grundsatz von der Heiligkeit des Eigentums müsse gebrochen wer- den und die deutsche Form des Sozialismus, das Lehnerbe, Recht werden. Aus dem Klassenstaat müsse ein organischer Ständestaat geschaffen werden. Im Kampf für völkische Erneuerung müsse jede internationale Religion abgelehnt werden. Die „Schwarze Front" kämpfe für den nationalistischen Staat, eine völkische Kultur und eine sozialistische Wirtschaft: Sie wolle die Totalkrif« mit der Totalrevolution bekämpfen. Der Christlich-soziale öolksdienst Rücksprache beim Reichspräsidenten und Reichskanzler. Berlin, 21. Rov. (DDZ.) Der erste Reicks- Vorsitzende des Christlich-sozialen VolkSdienstes 2lbg. SimpfenDörfer wurde v o m R e i ch s- präsidentcn empfangen. Simpfendörfer berichtete dem Reichspräsidenten über die Bestrebungen der Bolksdienstbewegung und trug die Auffassungen und Wünsche des Bolksdienstes zur augenblicklichen Lage vor. Insbesondere betonte er dabei die Dringlichkeit der Hilfe für die bäuerliche D e r e d e l u n g s w irisch a f t auch in Süddeutschland, sowie des Durch- gre.sens der Staatsgewalt gegen die politischen Morde und die G o t t l o s e n p r o - paganda. Der Reichspräsident zeigte lebhaftes Interesse für die Ausführungen Simpfendörfers und sagte den von ihm vorgetragenen Wünschen seine nachdrückliche Unter st ühung zu. Im Anschluß an diesen Besuch sprachen Simpfendörfer und der zweite Reichsvorfitzende Hülser beim Reichsinnenminister, beim Reichs- arbeitsminister und gegen Abend beiinReichs- kanzler vor. Auch hier wurden von ihnen die Forderungen des Bolksdienstes vorgetragen und Erkundigungen über die nächsten Absichten der Regierung, besonders in der Außenpolitik, eingezogcn Die Reichstagsfraktion des Christlich-sozialen Bolksdienstes hielt am Samstag in Stuttgart eine Sitzung ab, in der Abg. Simpfendörfer über die Besprechungen beim Reichspräsidenten und bei der Reichsregierung Bericht erstattete. Der Zungdentsche Orden fordert verstärkte Siedlung im Osten. Berlin, 22.Rov. (TU.) In Berlin tagte da- Hochkapitel des Iungdeutschen OrDens, daS die jungdeutschen Landesführer aus dem ganzen Reiche und dem Freistaate Danzig umfaßt, unter dem Borsih des Hochmeisters Artur M a h r a u n. In einer Entschließung forderten die jungdeutschen Füh7er unter Hinweis auf den schon er- fo g en Einsatz von 25 jungdeutschen Kolonnen des freiwilligen Arbeit-- d i e n st e s, daß die Gesetzesbestimmungen über den freiwilligen Arbeitsdienst in vollem Maße auch den Jugendlichen und den Wohlfahrt s e r w e r b s l o s e n zugute kommen müßten Ferner sei ein viel st ä r k e r e r Einsatz deS freiwilligen Arbeitsdienstes für die ländliche Siedlung erforderlich. Die jung- deutschen Führer begrüßten daS Bekenntnis deS neuen Reichsministe.s S ch l a n g e - Schöningen zur großzügigen inneren Kolonisation des dünn bevölkerten deutschen Osten» Sie sei aber nut möglich, wenn daS Durcheinander der Instanzen im ländlichen HiedlungSwesen beseitigt und durch eine einheitliche zentrale Führung vom Reiche auS ersetzt werde. Die Christlichen Geiverlschasten. (Sine Rede bcö volksnationalen Abg. Balinisch. Hamm. 23. Rov. (TU.) Auf einer Äunb- gebung der christlichen Arbeiterschaft sprach der volkSnationale RrtchStagsabgeordnete D altrusch über die Steilung der Christlichen Gewerkschaften zur WirtschastS- und Sozialpolitik. Rach wie vor ständen die christlichen Gewerkschaften zum christlichen und nationalen Gedanken. Sie ständen aber auch zum Standpunkt einer wahren DolkSgemein- Heue Verhandlungen über einen misisch-polnischen Mlangriffspaki. Moskau, 2l.Rov. (WTB.) Litwinow soll den polnischen Gesandten P a t e k ernpsangen und ihm die Wiederaufnahme der Berhandlungen über den Richtangriffspakt voraeschlaacn haben. Bereits am 14. Oktober d. I- habe Litwinow der polnischen Regierung vorgeschlagen, den Richtangriff spalt in der gleichen Fassung, in der der russisch-französische Pakt parafiert worden sei, zu unterzeichnen. Rußland sei dabei von der Annahme ausgegangen, daß der Borschlag des bereits von Frankreich angenommenen Tex- t e s von polnischer Leite keine Einwendungen Hervorrufen werde. Die polnische Regierung habe jedoch erklärt, daß der russisch-französische Text des Paktes für Polen unannehmbar sei. Der Paktentwurf, der der polnischen Regierung 1926 von Rußland vorgeschlagen und durch polnische Korrekturen ergänzt worden sei, sei vorzuziehen. Die heutige Erklärung Litwinows bedeute das Einverständnis Rußlands, die Berhandlungen auf der Grundlage dieses Entwurfes wieder aufzunehmen. Die Anregung soll auf die Vermittlung des neuen französischen Botschafters d e 3 e a n zurückzuführen sein, der auf seiner Reise von Paris nach Moskau in Warschau Aufenthalt genommen hatte, um dort persönlich mit den Führern der polnischen Regierung zu verhandeln. Trotz des Meinungsaustausches zwischen Litwinow und Patek seien die Berhandlungen sehr schwierig, da die polnische Regierung auch Die baltischen LänDer als ihre Partner zu den Berhandlungen hinzuziehen wolle. Selbstverständlich werde die russische Regierung darauf nicht eingehen. Gut unterrichtete ausländische diplomatische Kreise glauben, daß die offizielle Wiederaufnahme der russisch-polnischen Aichtangriffsverhandlungen einen gewissen demonstrativen Charakter gegenüber denjenigen Ländern trage, zu denen die Beziehungen der Sowjetunion sich in der letzten Zeit a b g e k ü h l t haben. Eine Gtudienkommiffion für die Mandschurei. Paris, 21. Rov. (WTB.) In der heutigen öffentlichen Sitzung des Dölkerbundsrates ist beschlossen worden, den japanischen Vorschlag auf Einsetzung und Entsendung einer Untersuchungskommission, der auf allgemeine grundsätzliche Billigung gestoßen ist, unter den Ratsmitgliedern näher zu prüfen, um festzustellen, ob eine den beiden Parteien Genugtuung gebende Formel gefunden werden kann. Der japanische Delegierte V o s h i s a w a erklärte, die Studienkommission könne natürlich nicht das Mandat erhalten, in die Verhandlungen zwischen beiden Parteien einzugreifen oder die militärischen Truppenbewegungen der einen oder anderen Partei zu überwachen. Iapans Zustimmung sei abhängig von einer Richtbeschränkung der Untersuchung auf die Mandschurei. Die Untersuchung müsse vielmehr auf die gesamte antijapanische Tätigte it in ganz China ausgedehnt werden. Rach Petit Parisien soll man beabsichtigen, die Studienkommission auS einem militärischen Sachverständigen (Franzosen), einem Iu - r i ft e n (Engländer- und einem mit den mandschurischen Verhältnissen vertrauten Staatsmann (Amerikaner) zu bilden. Als militärischen Sachverständigen habe man anscheinend an General Weygand gedacht, jedoch soll dieser ab- gelehnt haben, weil er als Vizepräsident des französischen obersten Kriegsrates notwendigerweise beim Zusammentritt der allgemeinen Abrüstungskonferenz in Europa fein müsse. Man rechnet damit, daß die Enquete in der Mandschurei drei bis vier Monate dauern werde. Der Amerikaner soll der Botschafter der Vereinigten Staaten in London, General Dawes sein, der gegenwärtig als Beobachter an der Pariser Dölkerbundsratssitzung teilnimmt. Beruhigende Erklärungen in Moskau. Moskau, 21. Nov. (TU.) Der Staatssekretär im japanischen Außenministerium, Nagai, hat den sowjetrussischen Geschäftsträger im Auftrag der japanischen Regierung zur Uebermittlung an die Moskauer Regierung beruhigende 6 r Körungen über die Absichten Japans in der Mandschurei abgegeben. Nagai betonte, daß den japanischen Truppenbefehlshabern ft r e n g- stens unterfagt worden fei, irgendetwas zu unternehmen, was als eine Schädigung der sowjetrussischen Interessen angesehen werden könnte. Beim Ueberschreiten der Ostbahnlinie sollte die besondere Aufmerksamkeit der japanischen Truppenführer darauf gerichtet werden, daß sowohl die Anlagen der Ost bahn, wie die sowjetrussischen Transporte keiner- lei Schaden erlitten. Schließlich teilte Nagai mit, daß die japanischen Truppen wieder aus Tsitsikar abziehen würden, sobald der neuernannte chinesische militärische Befehlshaber eingetroffen fei und d i e Ordnung wiederher- g e st e 11 t habe. Nach seiner, Nagais Meinung, werde dies in etwa 4 bis 5 Tagen der Fall fein. schäft, die eine friedliche Verständigung unter den verschiedenen Berufsständen anstrebe. Aus dem Streben nach sozialem und nationalem Wirken heraus seien die christlichen Gewerkschaften für Arbeitsgemeinschaften zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Wenn man, wie eS den Anschein habe, in reaktionären Kreisen mit der Absicht umgehe, die Sozialversicherung in eine Art Zwangssparkasse umzuwandeln und ihr dadurch ihren wirklichen sozialen Charakter zu rauben, so werde sich der allergrößte Teil des deutschen Volkes, nicht nur die Arbeiterschaft, solchen Bestrebungen mit aller Entschiedenheit c n t - gegen st eilen. Heute noch, wie von jeher, verlangten die christlichen Gewerkschaften einen nationalen und we hrhasten Staat. Es sei ein geradezu wahnwitziger Zustand, daß in Deutschland Meinungsverschiedenheiten mit Mord und Totschlag ausgetragen würden. Bei solchen Zuständen könne man fast von einem Bürgerkriege sprechen. Dringend notwendig sei, das deutsche Volk in außenpolitischen Fragen zu einer Einigung zusammenzubringen, damit es endlich aus der Sklaverei der Tributzah'ungen heraus- kvmme. Wenn die Arbeitgeber etwa versuchen sollten, die Grundrechte der Arbeiter anzutasten, so würde, das müsse mit aller Deutlichkeit gesagt werden, sie die gesamte deutsche Arbeitnehmerschaft geschlossen gegen j ich haben. Die Regierung könne auf Grund der bestehenden Gesetze gegen öie Monopole. Trusts usw. vorgehen, und sie müsse das, um öie Preisbildung zu beeinflussen. Aus dem Gklarek-prozeß. Berlin, 20. Nov. (CNB.) Irn Sklarek-Prozeß erklärte der frühere Stadtkämmerer Dr. Lange als Zeuge u. a., über den Umfang von gefellfchaft lichen Beziehungen von Magiftratsbeamlen zu den Sklareks nicht gewußt haben. Mit den Sklareks fei er auf dem Preffeball zusammen gewesen: er fei jedoch von dem Stadtverordneten Rosenthal an den Tisch eingeladen worden, und er habe sich als dessen Gast gefühlt. An dieser Stelle wirft Willy Sklarek ein: „Ich traf Sie im Dachgarten des Eden-Hotels. Max hat an dem Abend eine Zeche von etwa 650 Mark gemacht. Ich wurde aufgefordert, Ihrer Gat- t i n eine Spende z u machen und habe ihr später 500 Mark geschickt. Während wir dort saßen, hat Mar dort mit Ihnen in meiner Gegenwart folgende Worte gewechselt: .Diese Verträge sind ja für uns nur momentane Nachteile, wir können uns nur erholen, wenn der Monopoloertrag zu- ftanbelomm t‘." Dr. Lange, der sich an dieses Gespräch nicht mehr erinnern wollte, wurde von Willy Sklarek unterbrochen: „Ich behaupte, daß Dr. Lange alles genau gewußt und privatim mit Mar gesprochen hat." Leo Sklarek erklärte, daß Max Sklarek die Karten zum Preffeball ü r Dr. Lange besorgt hätte, und daß die- er der Gast von Mox gewesen sei. Im übrigen sei die Freundschaft zwischen den Herren vom Magistrat und den Sklareks so eng gewesen, daß Stadtrat Nydahl einmal geäußert hätte: „Wenn von den Sklareks etwas verlangt wird, wird es i m Magiftrat e i n ft i m m i g angenommen." Der kommunistische Stadtrat Gäbel betonte, daß Schalldach dem Stadtkämmerer und dem Bürgermeister Dr. Scholz von den Betrügereien und Bi- lanv'älfcbungen Kirburgs Mitteilung gern a d) l hätte. Don dem kommunistischen Stadtrat D e g e n e r wurde bestätigt, daß Lange zu den Verschlungen Kieburgs geäußert hätte: »Strich drunter und neues Leven". Öie ersten Einfuhrzölle in England. Zunächst Fertigwaren und Halbfabrikate betroffen. ß o n b o n, 21. Nov. (WTB.) Kaum neun Stunben nach der königlichen Zustimmung zum Gesetz über die Be,chränkung der Einfuhr hat das Handelsamt in Uebeieinftimmung mit dem Schatzamt bereits öie erfte Verfügung veröffentlicht. Darin belegt es mit Wirkung vom 25. November eine große Anzahl von Fertig, und Halbfertigwaren mit einem Teilzoll von 50 v. H. ad valorem. Es handelt sich u. a. um folgende Artikel: Töpferwaren Glaswaren, Metallmobel, Messer und Scheren, Rasiermesser und Rasierapparate, Werkzeug, Staubsauger, Rundfunkapparate, Schreibmaschinen, Fabrikate aus Wolle, Alpaka und Kaschmir, Gewebe, Plüsch, Flanelle, Decken, Schals Teppiche und Vorleger, Strümpfe aus Seide und Kunstseide, ganz- und teilleinene Taschentücher, Handschuhe, Papier, Man- tcl, mit Ausnahme von wasserdichten Mänteln und Leder, und Gummimänteln, Männer- und Knaben- kleidung, Reifen für Motorräder, Absätze und Sohlen aus Gummi, Linoleum und andere Fußboden- dedeckung, Parfümerien und kosmetische Artikel sowie Toilettenartikel. Die Wirtschastsverhandlungen mit der Schweiz. Zu r i ch, 22. Nov. (WTB.) Auf einer Tagung der Züricher Demokraten sprach Bundesrat S ch u 11 h e s über „Die Schweiz in der Weltwirtschaftskrise". Auch die Schweiz sei von der Krise mit voller Wucht er- faßt worden. Der Grund liege in erster Linie im Rückgang der Schweizer Ausfuhr. An eine Losung der Krise durch eine europäische Zollunion ober durch internationale Kartelle sei nicht zu denken. Alle Staaten zögenfichauffichfeldst zurück. Das Ausland werde verstehen dah die kleine Schweiz weder die Kraft noch die Möglichkeit habe, die gewaltigen Warenmengen aufrunehmen, die auf ihren Markt geworfen werden, lieber die deutsch- schweizerischen Verhandlungen erklärte Schulthes: Die Bestimmungen unserer Handelsverträge, die die freie Einfuhr zulasten, müssen angesichts der heutigen außerordentlichen Lage ein- geschränkt werden. Durch das Mittel von Zöllen, Zollkontingenten oder von Einfuhrbeschränkungen muh der Warenüberschwemmung (Einhalt geboten werden. Wir verhandeln zur Zeit mit einem Nachbarstaat. Wir dürfen uns nicht verhehlen, daß die weitere Entwicklung, wie sie sich allgemein zeigt, uns nahelegt, die Bewegungsfreiheit zurückzunehmen. Minister von Loebett f. Berlin. 21. Rov. (TU.) Rach langer schwerer Krankheit starb am Samstagnachmittag in Brandenburg an Der Havel Der frühere preußisch« Innenminister FrieDrich Wilhelm v. L o e b e l L Der Verstorbene war 1855 in Kloster Lenin geboren toorDen. Rach Dem Besuch Der Ritteraka- Dcmie in Brandenburg studierte er in Straßburg und Leipzig, wurde 1883 Regierungsassessor uno 1889 ßanorat des Kreises West-HaveUanD. 1888 trat er als Mitglied Der konservativen Fraktion in den Reichstag ein, aus Dem er aber 1900 wieder ausschied. 1934 wurde er zum Vortragenden R a t in der Reichskanzlei ernannt Bis zum Rücktritt des Fürsten Bülow stand er seit 1907 als Unterstaaatssekretär an der Spitze der Reichskanzlet Seit 1939 lebte er bis zu seiner Berufung zum preußischen Innenminister (April 1914) zurückgezogen auf seinem ©ute Denken. 1917 trat er von dem Amt zurück und erhielt nunmehr Die Berufung zum Over- Präsidenten von Brandenburg. Rach seinem AbschieD im Mai 1919 wurDe Loeoell zum Präsidenten Des Reichsbürgerrats gewählt und trat noch einmal 1925 durch Die Gründung des .Reichsblocks". Der sich Die Wahl Hindenburgs jum Reichspräsidenten zum Ziele gesetzt hatte, in Erscheinung. General von Mudra gestorben. Schwerin, 21-Rov. (TU.) SamStagnachmit- tag starb in Schwerin-ZippenDorf Der Armeeführer im Weltkriege, General Der Infanterie v. MuDra im 81 Lebensjahr. Bruno v. Mudra, Der am 1. April Dieses Iahres fein 80. Lebensjahr vollendete, ist ein gebürtiger Schlesier. 1672 trat er als Leutnant in das GarDc-Pionier- Bataillow ein, mit Dem er bereits Den Krieg 1870 71 mitgemacht hatte. Leine ganze Laufbahn bis zum Generalleutnant verlief im Pionier- k o r p s. Als Generalleutnant wurde er 1909 ÄommanDcut Der 39. Division in Kolmar im Elsaß. Im März 1911 erhielt er Das KommanDo über DaS 16 Armeekorps in Metz, Da» er bei AuSbruch Des Krieges ins Feld führte, und DaS auf Dem Vormarsch bei Longwy in Den begonnen unD bei Den Kämpfen um VerDun sich Lorbeeren errang. Vor Verdun wurde General v. Mudra später Führer der nach ihm benannten Armeegruppe, übernahm 1917 Den Oberbefehl über eine Armeeabteilung, später Den Oberbefehl über Die 8. Armee Im Osten, im Sommet 1918 über Die 1. Armee im Westen unD zuletzt über Die 17. Arme«. Seit KriegsenDe lebte General v. MuDra In äußerster Zurückgezogenheit in WieSbaDen, zum Schluß in Schwerin. Louis Louchcur gestorben. Paris, 22.Rov. (WTB.) Der Abgeordnete und frühere Minister Louis Loucheur ist heute nachmittag nach kurzer Krankheit gestorben. Loucheur fpicXte während des Krieges und in Der Rachkriegszeit eine bedeutende Rolle in der französischen Politik. 3m September 1914 war er von .Millerand mit der Organisierung Der französischen Kriegsindustrie betraut worden. Rach dem Waffenstillstand wurde er Wiederausbaumini st er. An Der Ausarbeitung Der FrieDensDiktate war er einflußreich tätig, besonders an Deren wirtschaftlichen Bestimmungen. Als Wiederaufbauminister hat Loucheur in Wiesbaden das bekannte A b k ommen mit Rathenau abgeschlossen. Loucheur gehörte dem französischen Kabinett in den folgenden Iahren als Handelsminister, al- Arbeitsminister und während Der französischen Inslationsperiode auch als Finanzminister an. Rach dem Siege De» Linkskartells im Iahre 1924 wurde Loucheur FührerderAadikalen Linken. Loucheur hat sich in den letzten Iahren um den deutsch- französischen Ausgleich bemüht, den er nur dann für Durchführbar hielt, wenn zuerst auf wirtschaftlichem Gebiet eine Verständigung geschaffen würde, etwa in Der Weise, wie Der jüngst eingesetzte Deutsch-sranzö ische Wirtschaftsausschuß sie zu verwirklichen versucht. Auch als Vertreter des VölkerbunDes spielte Loucheur, der zu Den vertrauten Beratern BrianDS gehörte, eine Rolle. Mit Loucheur verschwinDet aus dem parlamentarischen Leben eine der repräsentativsten Erscheinungen deS zeitgenössischen Frankreich. Aus aller Wett. Gedächtnisfeier für die Toten bei Weltkrieg». Für Die Toten des Weltkrieg» veranstaltete Der Reichsbund Der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinterbliebenen Im Reichstag eine Weihcstunde, an Der Mitglieder desReichskabinetts, Angehörige des Reichs, tags und Vertreter der Behörden teilnahmen. An Der musikalischen Ausgestaltung Der Feier wirkte u. a. Der Gesangverein Der Berliner Buchdrucker und Schriftgießer „T y p o g r a p h i a" mit. Der 1. Vor- sitzenDe Des ReichsbunDes. Christoph Psaendner, sagte in seiner GeDächtnisreDe: Trost für Die Hinterbliebenen ist Der GeDanke, Daß Die, Die auszogen und nicht wieDerkamen für Das VaterlanD fielen, für Das beDrängtc Deutschland, für ihre Eltern Brüder und Kinder, fielen in Der großen Kameradschaft gemein- schaftlicher Pflichterfüllung Gerade Deshalb haben wir Die Pflicht, uns gegen eine falsch« Romantik zu wenDen. Kriege sinD Mcnschenwerk. Darum soll unser Glaube sein. Daß sie auch Durch Menschen überwunden werden können. Uns alle mahnen unsere toten Helden, daß wir Den Lebenden Dienen unD Den Hinterbliebenen Der Gefallenen mit allen unseren Kräften helfen sollen. So ehren wir unsere toten ÄameraDen am besten. (Eine Deutsche Bereinigung berufstätiger Frauen. Im Lyzeumsllub.in Berlin wurde Die Deutsch« Vereinigung berufstätiger Frauen als deutscher Zweig der internationalen Vereinigung berufstätiger Frauen (International Federation os Busineß and Professional Woman) gegründet. Di« neue Vereinigung ist al» eine die Frauen Der verschiedensten Berufe zusammensassend« Organifation gedacht. Das Programm der deutschen Vereinigung berufstätiger 'Frauen sieht u. a. vor. Pflege internationaler Beziehungen, Die Anlage eine- Archive» Der Frauenarbeit und Frauenberufe unter besonderer Berücksichtigung der Cr ahr. ngen anDe.-cr i. ä iDer. Aufklärung über weibliche OetiffÄintcreff«n,Verbesserung der restlichen Stellung der F au, Re B- und BerVsb.ratu^g sow'.eA uSkuns.S- e r t c i l u n g in einschlägigen Beruf», ragen in enger Verbindung mit den dafür zuständigen behördlichen Stellen und privaten Organisationen, Arbeitsgemeinschaften und Fortbildungskurse und anderes. Zur Vorsitzenden wurde Landgerichtsrätin Dr. Marie Munk gewählt. (Ein geheimnisvoller Mord. In D u g g o w (Kreis Greifswald) ist am Vorabend des Totensonntags Die Ehefrau Thekla DeS Rittergutsbesitzers Haffo v. Hennig auf eigenartige Weise um» Leben gekommen. Beim Ueberschreiten eine» Waldwege» zur Abstattung eines DesucheS Der Familiengruft ertönte plötzlich aus Dem Walde ein Schuß, durch den Die Ehefrau De» Gutsbesitzers im Rücken getroffen z u Boden sank. Die kriminal- polizeilich« Untersuchung ergab, daß der Schuß au» einem unbearbeiteten Karabiner (Modell 98) stammte, der kunstgerecht zwischen drei zusammen stehenden Baumstämmen angebracht war und dessen Mechanismus durch Zerreißen eine» übet den Weg gespannten Zwirn-faden» ausgelöst wurde. Die Frau des Rittergutsbesitzer» ist im Anklamer Krankenhaus an den Folgen der Verletzung gestorben. Die Kriminalpolizei ist noch mtt der Aufklärung dieses Mordes beschäftigt. ÄS'u L|en l°a fen n>erDl v >u uberwa , diktatM ItUt »Wnop° »tifr'Vhr unb die * Preis » 1 suche nicht allzu i » • alcr 5epuZrbeit ' bet ? s c'onbeter ff «Hjrung -rckf^nteren . W i; Itu'6 J" | irden lvun> , f gevM' oltVolltt ■ •• '2 »-»KM M»- - WB' *«l d« t * ■Stumfeiu I ?hres fein utligct F-hn- LKs Sisßjte bQnt touX niet' ton in 2 « 1909 Clt "Ü Lun tzi. 'n Aeh Luanda Selb fübrtr, « bei über bie n',?,1"188 General /Ä®"' lr gestvlben. rS'Ä^^bnete » ift heute ean^eü gestorben. Lou. 9 Kneges und in der enbe 'Jolle in der fm MberSUtvarer'L tganifierung der flöinbuftiie betraut iffenftiUftanb tourbe et ''üer. An der Aus- uate tvar er einflußreich wirtschaftlichen Aestiin- '^Minister hat Loucheur Mts Abkommen mit n. Loucheur gehörte dem den folgenden Jahren s Arbeitsminister und Jnilationsperiode auch Aach dem Siege des 1924 lvurde Loucheur len Linken. Loucheur 'ahren um den deutsch- mcht, den er nur dann nn zuerst aus toirt- eine Verständigung gr- t Deile, toie bei jüngst iche MrifchaftsaBchust M Auch als Arrtreter ! Loucheur, bet zu den andS gehörte, eine Rolle, det aus bem parlamen« er repräsentativsten Er- issischen Frankreich. Aus der Provmzialhauptstadt. Gießen, den 23. November 1931. Wie schafft man eine glückliche Ehe? Früher tauschten die Frauen Rezepte über Erd- beermarrnelade und ihre Ansicht darüber aus, daß es besser sei, etwas Valinne-Staubzucker beim Schlagen der Sahne beizufügen. Auch sprachen sie, über den Gartenzaun hinweg, meistens von Kinderkrankheiten, Dienstboten und Handarbeiten. — Heule sprechen sie von der Ehe. Früher unterhielten sie sich darüber, wie man die Motten aus dem Gehrock des Mannes fernhatten könne. — Heule beraten sie, ob man die Seele des Mannes mit Kampfer ober Liebe behandeln soll, um die blonden und braunen zweibeinigen Motten abzuwehren. Dabei ist es doch nicht schwer glücklich miteinander zu leben, wenn man den gesunden Menschenverstand walten läßt; wenn man die Gebote der Vernunft nicht nur lieft, sondern auch nach ihnen handelt. Darum seien hier je zehn Gebote für Mann und Frau aufgcstellt. Ehepaare mögen sie sich, je nach Bedarf, täglich ober wöchentlich gegenseitig vorlesen. Für die Frau: 1. Sei nicht launenhaft unb verschone deinen Wann bei seiner Heimkehr mit dem täglichen Aerger, den jeder Haushalt mit sich bringt. 2. Halte dein Haus sauber und behaglich. 3. Verliere nicht jede Anziehungskraft; vernachlässige dich nicht. 4. Unterlasse die Versuche, die Aufmerksamkeit anderer Männer auf dich zu zickhen. 5. Widersprich dem Manne nicht in der Erziehung der Kinder. 6. Sei nicht allzu häufig mit deiner Mutter zusammen. 7 Lasse dich weder mit Fremden, noch mit Nachbarn auf Gespräche ein, die euer Privatleben betreffen. „ 8. Sprich niemals Abfälliges über deinen Mann. 9. Sei, wenn und wann es irgendwie möglich ist, heiter und aufmerksam. Ein mürrisches oder gleichgültiges Wesen treibt den Mann zu anderen Zieren unb verleidet ihm sein Heim. m v 10. Schaffe Abwechslung im Essen, im Reben, selbst in den kleinsten Dingen des Alltags. Für den Mann: 1 Sei großzügig nach deinen Mitteln. Bringe der Frau mindestens allwöchentlich eine kleine Aufmerksamkeit mit nach Haus. 2. Rede deiner Frau nie in den Haushalt drein. 3. Sei immer heiter. Nichts lähmt die Frau mehr, als wenn der Mann mürrisch und schweigsam nach Hause kommt. 4. Nimm Rücksicht auf deine Frau. Hilf ihr, selbst bei Kleinigkeiten. 5. Sei liebenswürdig und spare nicht mit einem Kuß beim Kommen und beim Gehen. 6. Gehe mindestens einmal in der Woche mit deiner Frau gemeinsam aus. Selbst für das bescheidenste Vergnügen ist die Frau dankbar. 7. Suche nicht allzu häufig den Verkehr mit deiner . ober deiner Frau Familie. 8. Nimm keine Untermieter im Hause auf 9. Kleide dich auch au Hause gut. Rasiere dich täglich und pflege dein Aeußeres. 10. Sei gut, gerecht und geduldig zu Weib und Kind. r01- * Die Feier des Totensonntags wurde in unserer Stadt wieder in würdiger Weise gegangen. Bereits am Samstagnachmittag waren jie Friedhöse das Ziel von Hunderten von Mit- bürgern, die dort in Stille ihrer verstorbenen Angehörigen gedachten und deren Ruhestätte mit Kränzen und Blumen schmückten. Auch am gest- ngen Sonntag wurde in der gleichen Weise der Heimgegangenen gedacht. Auf dem Heldenfriedhof des Neuen Friedhofes fanden kurze Totengedenkfeiern des Zentralverbandes deutscher Kriegsbeschädigter und Kriegerhinterbliebener, sowie des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinterbliebenen statt, bei denen mit Worten herzlichen Gedenkens an die gefallenen Kameraden der Vorsitzende M ö l l vom Zentralverband und der Vorsitzende Walldorf vom Reichsbund Kränze niederlegten. Die Gottesdienste in unseren Kirchen waren stark besucht. Zur Erinnerung an unsere im Weltkriege gefallenen Brüder veranstaltete das Lichtspielhaus Bahnhofstraße eine Vorführung des Films „Der Weltkrieg", die außerordentlich stark besucht war. 3n eindringlicher Weise und streng an Hand der tatsächlichen Vorgänge wurde in diesem Filmstreifen gezeigt, wie gewaltig das Geschehen jener Zeit unb wie unendlich groß das Opfer unserer Soldaten an allen Fronten des Krieges gewesen ist. Als Ausklang des stillen Tages fand am Abend eine musikalische Feier in der Stadtkirche statt, bei der das Kammerorchester der Volkshochschule unter Leitung von Musiklehrer Franz Bauer jr., der Schülerkreis von Frau Heermann, Frau Elfriede Fischer (Cembalo), Landgerichtsrat Locher und Helmut Eger (Flöte), Helmut Bahersdorf (Sologeige) und Stadtorganist Simon (Orgel) mitwirkten. Den zahlreichen Besuchern dieser Veranstaltung wurde durch die feinsinnigen und künstlerisch hochstehenden Darbietungen eine eindrucksvolle Weihestunde bereitet. ** Straßensperre. Das Polizeiamt teilt mit: Der Tiefenweg wird wegen Bauarbeiten bis 1. 3anuar für den Durchgangsverkehr für Fahrzeuge aller Art gesperrt. Umleitung erfolgt durch die Kleine Mühlgasse. Den Anliegern ist die An- und Abfahrt gestattet. •* E i n geheimnisvoller Telephon» anfchluß mit Unterstand. Der heutige Polizeibericht meldet: Nachdem durch das Tele- graphenamk Gießen am Montag, 16. November, vormittags Störungen in verschiedenen nach Butzbach und Friedberg führenden Telephonleitungen bemerkt tr^en waren, wurden sofort Beamte des Telcgrapheaamtes mit dem Suchen nach der Störunge>,i....e beauftragt. Am Dienstagvormittag fand ein Beamter an der Straße Klein-Linden— Großen-Linden, etwa in der Mitte des auf der rechten Straßenseite gelegenen Waldes, an einem Mast ein? unberechtigt angebrachte Leitung, bestehend aus neun Kupferdrähten. Acht dieser feinen Drähte waren an die Fernsprechleitung angeschlossen und führten durch schwarzes Isolierband zu einem künstlichen Kabel vereinigt an der der Straße abgelehrten Seite des Mastes auf die Erde und von da etwas eingelegt nach einem kleinen Unterstand. Das Ende der Drähte war zu Oefen zum Anlegen an einen Hörapparat geformt. Der Unterstand befand sich etwa fünf Meter von dem Mast entfernt am Waldrande, war mit Reklameblechschildern vollständig ausgelegt und abgedeckt und gerade so groß, dah ein Mann in liegender Lage sich darin aufhalten konnte Die Abdeckungsbleche waren noch mit Erde und Laub überworfen, so dah der Unterstand kaum zu sehen war. 3n dem ilnterftanö wurde ein fast neuer Pionierspaten mit der Bezeichnung C. K. W. W. E. vorgefunden. Drei der verwendeten Reklamebleche wurden an einem Anwesen in der Frankfurter Strafte entwendet. Die Herkunft der. übrigen Reklameschilder steht noch nicht fest. Es handelt sich um Schilder der Firmen Stock-Continental und Peters-Anion. Bei dem verwendeten Draht handelt es sich um Schwachstrom- oder Spulendraht von 0,55 Millimeter Stärke, der mit grüner Seide umsponnen ist, und um Ankerdraht von 0,3 Millimeter Stärke, mit toeifter Daumwolleumwicklung. Alle Personen, die im Interesse der Aufklärung sachdienliche Angaben machen können, werden dringend ersucht, der Kriminalabteilung Gieften Nachricht zu geben. * Heble Streiche sind in den letzten Tagen, wie uns aus unserem Leserkreise mitgeteilt wird, wiederholt hiesigen Geschäftsleuten und einer Professorenfamilie gespielt worden. 3m angeblichen Auftrage dieser Familie wurden die Geschäftsleute von einer weiblichen Person telephonisch angerufen und beauftragt, eine Warenbestellung für die Familie sofort auszusühren. Auf diese Weise tauchten zum Schrecken der Hausfrau plötzlich Torten, Blumen, sogar eine grafte Badewanne und schlieftlich eine Klosettschüssel in der Wohnung auf. Erst beim Erscheinen der Geschäftsboten trat der Sachverhalt der falschen Bestellung zutage, jedoch waren die Geschäftsleute durch die vergebliche Mühewaltung die Geschädigten, während in der Prosessoren- familie begreiflicherweise Acrger und Aufregung über den Schabernack entstanden. Hoffentlich gelingt es, der „Heldin" dieser üblen Streiche das Handwerk zu legen. Der Deutschnationale Hand- lungsgehilfen-Derband, Ortsgruppe Gieften, oeianitaltcte am Donnerstag in seinem Vereinsheim einen öffentlichen Vortragsabend. Dr Kandeler, Frankfurt a.M., der Redner des Abends, sprach über das Thema „Die kaiserliche soziale Botschafc vom 3ahre 1881“ und führte u. a. aus, die deutsche Sozialpolitik könne in diesen Tagen auf eine 50jährige Wirksamkeit zurückblicken. Das bedeute aber nicht, daft die Sozialpolitik erst seit dieser Zeit überhaupt bestehe. Die Sozialpolitik habe vielmehr ihre Vorkämpfer schon weit früher gefunden, die bedeutendsten Träger der Gedanken seien W i ch e r n - Hamburg und Bischof von K e 11 e l e r - Mainz gewesen. Bedeutsame Besprechungen feien von Bismarck und Lassalle geführt worden, der Ali-Reichskanzler sei der eigentliche Schöpfer der deutschen Sozialgesetzgebung gewesen Die er angestrebt und ins Leben gerufen habe auf Grund der Erkenntnis, daft zwischen der glanzvoll aul- blühenden 3ndustrie und der Arbeiterschaft im 3nteresse der Staatspolitik eine Bereinigung der Erweitertes Schöffengericht Gießen. * Gießen, 18. Noo. Ein schon über 70 Jahre alter ausländischer Viehpfleger hatte sich an einem Mädchen unter 14 Jahren vergangen. Trotz Leugnens wurde er durch die Beweisaufnahme überführt. Das Gericht erkannte mit Rücksicht auf die Unbestrastheit und das hohe Alter des Angeklagten auf die gesetzliche Mindeststrafe von 6 Monaten Gefängnis und rechnete ihm 4 Wochen der Untersuchunashaft an. Ein mehrfach wegen gleicher Delikte vorbestrafter auswärtiger Arbeiter erhielt eine Strafe von 1 Jahr Zuchthaus abzüglich 6 Wochen Untersuchungshaft. Ein Schuhmacher wurde wegen ähnlicher Delikte zu zusammen 1 Jahr Gefängnis verurteilt. Ein Kaufmann wurde der fahrlässigen Tötung beschuldigt. Er fuhr mit seinem Auto wider einen Baum so daß ein im Fond seines Wagens sitzender älterer Mann herausfiel und an den erlittenen Verletzungen verstarb. Die Schuld des Angeklagten wurde darin gesehen, daß er in zu starker Geschwindigkeit und in einem zu weiten Bogen eine Kurve durchfuhr, so daß er nicht mehr die Straße zurückgewinen konnte. Die Beweisaufnahme aeftaltete sich günstig für den Angeklagten; es ergav sich, daß der Bruch der Bremsstange die Hauptursache des Unfalls war. Das Gericht erkannte auf Freisprechung. Zwei Arbeiter und die Ehefrau des einen wurden wegen Hehlerei im Sinne des § 259 StGB, zu 3 und 1 Woche und 3 Tagen Gefängnis verurteilt. Sie haben mehrfach aus Einbruchsdiebstählen herrührende Gegenstände an sich gebracht. Es wurde ihnen bedingter Strafaufschub gewährt und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. Sie erkannten das Urteil sofort an. Daten für Dienstao, 24. November. Sonnenaufgang 7.56 Llhr, Sonnenuntergang 16.26 Hhr. Mondaufgang 15.35 ilftr, Mondunter- fiang 7.06 ilftr. , _ . . 1632: Der Philosoph Baruch Spinoza in Amsterdam geboren. LZornotizcn. — Tagest alei der für M on tag. Stadt- theater Gießen: „Kalteisergeist", 19.45 bis 22 Uhr. Goethe-Bund: 20 Uhr, Neue Aula, Dichterabend — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Försterchristl". - Aus dem S t a d t t h e a t e r b u r o wird uns geschrieben: Morgen, Dienstag, als 8. Vorstellung im Dienstag-Abonnement erste Wiederholung les Kammerspiels „Mary und Lisa unter der Spielleitung des Intendanten und >n Anwesenheit öes Autors Sigmund Graff. Beginn: 20 Uhr, Ende. 22,15 Uhr. _ v . _ . . — Die Gefeilscht, für Erd- und Völkerkunde veranstaltet in Verbindung mit dem Verein für Luftfahrt am Dienstag, 24. Jio» wember 20.15 Uhr, in der Neuen Aula der Universität einen Lichtbildervortrag. Hauptmann a. D. SBruns (Berlin) wird über seine Fahrt mit dem SLrSnK zur Verfügung gestellt. Näheres ist aus der Anzeige vom Samstag ersichtlich. __ eartn Kirii ,on< (•j Berlin 4 and Wien Wessen Md bin ich? Vornan von Ar. Lehne. Urheberschutz durch T. Qkfcrmann, Romcmzcntrclle Stuttgart.) 10. Fottsegung. Nachdruck verboten Was würde er gedacht haben, wenn sie jetzt noch zu ihm —. Sie Wichte, er liebte es nicht, sich beobachtet und kontrolliert zu fühlen; er wollte absolut frei sein, und nie hatte sie in ihrem langen Zusarnrnen- leben fein Arbeitszimmer betreten, ohne daß er sie vorher AU sich gebeten hatte. Darum war es jetzt auch für sie unmöglich, ihn zu stören, nachdem er erst kurz vorher noch mit ihr gesprochen. Sie kannte seine Eigenheiten; ganz unberechenbar war er. Es gab Tage, an denen er mit niemanden ein Wort sprach, nicht einmal mit ihr — Tage, an denen er ganz unsichtbar blieb; sogar die Speisen lieh er sich dann in seinem Zimmer servieren. 3n einem solchen Gemütszustand konnte er keinen Menschen ertragen. Anfangs hatte es sie gekränkt; doch bald hatte sie seine Eigenheiten erkannt und sich darein gefüat. Zu anderen Zeiten wieder wich er nicht von ihrer Seite und überschüttete sie mit Zärtlichkeiten; ganz gab er sich ihr dann in seinem fühlen und Denken. Sie bewunderte ihn rückhaltlos — was für weltumfassende hohe Gedanken wohnten hinter dieser schöngemeihelten Stirn. Gin Künstler, ein Dichter war er, der es nach seinem hohen Gedankenfluge wohl mit den gan* Großen aufnehmen konnte. — Verse von wundervoller erhabener Schönheit flössen aus seiner Feder. Glücklich fühlte sie sich, die Gefährtin eines solchen Mannes sein zu dürfen, und gern ertrug sie seine Eigenheit und das, was ihr an ihm unerklärbar und unverständlich war. Sie war ganz sein Geschöpf geworden; sie sah mit seinen Augen, hörte mit seinen Ohren, dachte in seinen Gedanken. Sie wußte nichts weiter als ihn! Was war gewesen, ehe sie ihn kennengelernt? 3ahre hindurch hatte sie es nicht mehr gewußt, bis vor wenigen Tagen — da war etwas in ihr erwacht, wovon sie sich selbst kaum Rechenschaft abzulegen gewagt, geschweige, daß sie zu ihm darüber gesprochen hätte —. Und dann arbeiteten die Gedanken weiter bis zu den bittersten Selbstvorwürfen — was hatte sie getan unter dem Banne seines Willens, in ihrem Drang nach künstlerischer Betätigung, in der Behauptung ihrer Persönlichkeit — alles wie eine drückende Fessel von sich gestreift — und dadurch zwei liebe Menschen bis in den Tod betrübt und sie um ihr Lebensglück und ihren Alterstrost betrogen! Eine Schuld hatte sie auf sich geladen — riesengroß — eine Schuld, die durch nichts gutzumachen war... waS half da bitterste Reue — vielleicht nur übertroffen von einer anderen — ein leises kaltes Rieseln ging durch ihren Körper, da dachte sie daran! Weil - weg hatte sie die Gedanken gewiesen, und sie waren unter den Eindrücken, die eine fremde Wunderwelt ihr gegeben, bald ganz eingeschlafen! Run aber kam. als Heimatluft sie umwehte, alles in ihre Gedanken zurück! Sie sah zwei alte, weißhaarige, schmerzgebeugte Leute — sah ein kleines hilfloses Kindlein —. Ach. was mochte daraus geworden sein? Brennende Sehnsucht erfüllte sie. es zu wissen. Eie hatte es nicht gewollt, nein, — gewiß nicht! Aber ihr Widerspruch hatte nichts genützt! Frei wollte er sein, ganz frei — nicht durch Familienbande gefesselt; und sie hatte sich ihm gefügt in ihrer grenzenlosen Liebe und Willenlosigkeit ihm gegenüber — mochten auch Herzen darüber in Stücke gehen! Warum tarnen ihr nur heute Rächt alle diese Gedanken, die sich wie laute Anklagen erhoben und nicht wieder zu verscheuchen waren? Rie hatte sie so über ihr Leben nachgedacht wie in dieser Stunde. Als Künstlerin — dessen war sie sich bewußt — stand sie auf einsamer Höhe. Aber sie hatte sich nicht so auswirken können, wie sie wohl gewünscht. Jahrelang hatte sie keine Gelegenheit gehabt, aufzutreten, und dann hatte er nicht gewollt, daß sie sich durch ein festes Engagement binde. Die gelegentlichen Gastspiele konnten ihren künstlerischen Ehrgeiz nicht so recht befriedigen; ihm jedoch genügte es so — er wollte ja, daß sie in erster Linie für ihn und nicht für die große Masse spielte, die ihm nur lästig war. Plötzlich riß es sie im Bette hoch — ganz deutlich hatte sie doch klagende Laute vernommen oder ein Röcheln — angespannt lauschte sie in das Dunkel hinein — da — wieder-- Furcht erfüllte sie, daß ihre Glieder zitterten. Sie machte Licht, stand auf und warf ihren Schlafrock über das leichte Rachtkleid. lind wenn er ihr zürnte — sie mußte der ihr unheimlichen Unruhe Herr werden! Leise schlich sie nach seiner Tür. Schwacher Lichtschimmer kam durch die Türritze. Er las wohl noch im Bett. Sollte sie wieder umkehren und in ihr Zimmer zurückgehen? Sie wollte ihn doch nicht stören! Aber ein seltsames Gefühl hieß sie bleiben, befahl ihr, die Hand auf den Türgriff zu legen und behutsam zu öffnen. Er müßte doch mehr Rücksicht auf seine Gesundheit nehmen und durste nicht bis tief in die Rächt hinein lesen, dachte sie. Bon der Schwelle aus nannte sie leise, dann lauter seinen Ramen. Er antwortete nicht; schien gar über dem Buche, das auf der rotseidenen Decke lag, eingeschlafen! Sie trat an fein Bett heran. Der rechte Arm lag auf der Brust, die Hand leicht geballt, der andere Arm hing steif herab. Sie neigte sich über den Schlafenden. .Sascha, Lieber —■“ flüsterte sie und strich dabei kosend über seine Wange. Doch in jähem Schrecken erstarrte ihr Blut — voller Entsetzen blickte sie auf den reglos Daliegenden. Der hörte sie nie mehr — der würde die Augen nie wieder aufschlagen und sie voller Liebe ansehen! Rie wieder toüröe sie ein liebes Wort hören — denn er hatte sie für immer verlassen — war gegangen ohne ein Abschiedswort. — Hatte er gar selbst —? Doch nein — das war ausgeschlossen — Sünde sogar war dieser schattenhaft auftauchende Gedanke an dem bleichen, stillen Manne-- Sein Herz, das schwache, hatte einfach nicht mehr mitgetan! Unberechenbar wie fein Leben, so war auch sein Scheiden, und das. was seit Jahren schon drohend über ihrem Glück geschwebt, war nun so überraschend, so grausam schnell gekommen, daß sie es nicht zu begreifen vermochte. Sie drückte ihr Gesicht auf die erkaltete Hand. .Sascha, du mein lieber, geliebter Mann, warum hast du mir das getan?“ Dann brach sie zusammen War es nicht, als sei ein Steinchen gegen ihr Fenster geworfen? Ebba öffnete es und spähte hinaus. Ein feiner Regen sprühte ihr ins Gesicht, daß sie den blonden Kopf schüttelte. Sie blickte nach rechts und nach links; in der Dunkelheit des Septemberabends konnte sie aber nichts sehen — dafür fühlen — cip Paar Männerlippen auf ihrem Munde — und hören — „mein kleiner Liebling, mein holdes Mädchen, ich muhte dich heute noch sehen — meine Sehnsucht nach dir ist so unbändig'groß" wieder fühlte sie seine Küsse; fest wurde sie am Kopf gehalten, und der Der- such, sich zu befreien, gelang ihr nicht. „Hanno —!" „Erst muß ich satt werden, du", unb wieder folgte eine Flut von Küssen, die sie geduldig über sich ergehen lassen mußte, eS half ihr kein Widerstreben. Breit stand er vor ihrem Fenster, in seinen Wettermantel gehüllt. „So!" sagte er, „nun kannst du mich einlassen oder fortschicken — die Hauptsache ist für mich erledigt: mein „Oluftrag'* an dich! Run hat aber Matz auch einen: ein Küchenmädchen ist plötzlich erkrankt, sie selbst hat eine geschwollene Backe — na, und wenn Mamsell Augusta, unsere Matz, nicht wohl ist, sieht es böse auf Reinshagen auS, das weißt du auch! Sie bittet dich, morgen bei den Vorbereitungen zur 3agb zu helfen! Matz hofft übermorgen, am 3agbtag, toieber so weit in Ordnung zu sein! Doch bas können wir auch brinnen erörtern! — 3ch komme nach j)om durch den Garten —" ,3a — die Haustür ist. glaube ich. noch auf* Hanno nahm sich noch schnell eine Wegzehrung mit — .— auf morgen, mein Allerliebstes.“ Dann bog er um die Hausecke, während Ebba vorsichtig 1 das Fenster schloß. Gleich darauf huschte eine schmale Mädchengestalt, in ein dickes Tuch gehüllt, vorüber. Es war Lotte Mähler. Dodbaft und triumphierend lächelte sie vor sich hin. Wovon sie jetzt zufällig Zeuge getoorben, war 1 unbezahlbar für sie. „Da sehe einer die Scheinheilige, die Sbba Lenz!" dachte sie, „nach außen tut sie so fromm, unb dabei läßt sie sich von einem jungen Grafen am Fenster abküssen! Gut. daß ich es weiß!" Und wie gerne wäre sie an SbbaS Stelle gc- \ wesen — doch, wie sie auch Hanno Reinshagen I in den Weg ging, er sah über sie hinweg, unb ' daS kränkte sie in ihrer Eitelkeit, weil m der ’ Stabt bie Männer sich alle nach ihr umsahen. Sie war viel bei ben Großeltern, weil sie sehr oft ihre Stelle wechselte unb wochenlang nichts sank»; bann waren bie alten Leute ihre Zuflucht, wenn baS Gelb alle geworden. 3m Dorfe war sie nicht beliebt; bie jungen Mäbchen, mit benen sie xur Schule gegangen, kümmerten sich nie um sie. Sie hatte keine Freundin, unb es ärgerte sie boch. bah man sie mied! Unb ihr alter Reib auf Ebba Lenz war ?cblieben. Wenn sie ber hätte etwas zufügen önnen — mit Wonne hätte sie es getan* Run war sie froh, bie Gehaßte in ber Hanb zu haben! 5 Die Lehrersleute waren ein wenig verwundert, baß bei bem Wetter unb um biefe Zeit ber junge Graf noch bei ihnen vorsprach unb ihnen Marn- * sells Bitte überbrachte. „Das Wetter. lieber Lenz? Das macht mir boch nichts! Mit Vorliebe streife ich ba mal meine 3agbgrünbc ab. Unb bei ber Gelegenheit war es eine Kleinigkeit für mich, Fräulein Ebba Mamsells Ditte zu unterbreiten! Allerlei interessante Beobachtungen unb Begegnungen unterlaufen einem ba! Zum Beispiel ist mir ober richtiger bin ich bem Schmiebfranz auffaücnb oft über den Weg gekommen--“ Der Lehrer nickte unb sah Hanno Reinshagen an. Die beiben Männer hatten sich verstanden. „Wehe ihm. wenn ich ihn erwische!“ „Er macht seinem Vater viel Kummer!“ „Der alte Schmied ist ein achtbarer Mann! Darum nehme ich schon mehr Rücksicht, als ich cs in einem anderen Fall tun würde! Vielleicht können Eie ba in wber Schmiebe gelegentlich einen kleinen Wink" geben! 3ch bin nicht so nachsichtig wie mein Vater! 3n meinem Zagbrevier bulbe ich keinen anberen!“ sagte Hanno sehr bestimmt, unb man sah ihm an, daß es ihm ernst mit seinen Worten war. (Fortsetzung folgt.) «er*; Jede Umhüllung eines MAGGf-Suppen-Würfels gilt-auch wenn sie noch nicht mit Gutschein-Aufdruck versehen ist-als 1 Gutschein. Beschluß in bem Vergleichsverfahren über das Vermögen des Kaufmanns Leo Abramowih in Gießen, Inhabers der Firma Kaufhaus Hansa in Gießen, ber Firma Simon Pfefferkorn in Bayreuth unb ber Firma Joses Hartog in Norben. 1. Der in bem Vergleichstermin vom 5. November 1931 angenommene Vergleich wirb hierburch bestätigt. 2. Infolge ber Bestätigung bes Vergleichs wirb bas Verfahren aufgehoben. Gießen, ben 12. November 1931. Hessisches Amtsgericht. 7965V hiine jung u. strebsam als Provisionsreisender auf bem Lande in Polsterarbeiten all. Art ges. Große unb ausgedehnte Kundschaft vorband. Eintritt sof.Jnter.woll. sich melden bei L. Völxlng, Hoflleter., Groß-Felda. schlägt alle Rekordei Lichtspielhaus Gießen Heute Montag zum letztenmal: Die unvergeßUche Liebesgeschichte v. Kaiser Josef II. und der Förstertochter Die Försterchrist’l Morgen Dienstag Premiere: Das große gesellschaftliche Ereignis für Gießen: DerKongreß tanzt „Das gibts nur einmal — das kommt nicht wieder. . Sichern Sie sich Karten im Vorverkauf von 11—1 Uhr, Kasse Lichtspielhaus. Da in Frankfurt in der ersten Woche allo Vorstellungen ausverkauft waren, ist abends Riesenandrang zu erwarten. Wir bitten daher, nach MögUchkeit die ungekürzt. NachmittagsvorsteUungen besuchen zu wollen. 7953 c Achtungl Der Kongreß tanzt Besucherzahlen sämtlich Ober „Tankstelle“ — Zahlende Besucher an den 8 ersten Tagen Tankstelle Kongreß Essen, Schauburg......... 12 347 14 200 Leipzig, Astoria........... 8470 11806 Stettin, Ufapalast......... 9 199 9D66 Breslau, Deli............... 6767 8994 Chemnitz, Kammerlicht... 8445 8 73S Barmen, Ufapalast....... 6418 8 490 Bremen, Metropol ......... 4528 Hamburg. Ufapalast....... 6989 7983 (1. Sonntag) usw. TägUch Frische Fische and Filets Flachbau« „C u x h a v e n“ Marktstraße 23 7968 a Telephon 2417 Sie kennen keine Erkältungskrankheiten mehr, wenn Sie täglich Pfefferminztee trinken. %Pfund nur 50 Pf. Drogerie Winterhoff, Kreuzplatz 10 7710 A Dienstag, den 24. Aovbr. 1931, nachmittags um 2 Uhr, sollen im .Löwen", Aeuenweg 28 dahier, zwangsweise gegen sofortige Barzahlung verfieigeN werden: 1 1 Spiegelschrank mit Schiebetüren Eisschränke, 1 Wandschrank, Warenschrank, 2 Bände Meyers Lexikon, 1 Labenein, richtung 1 Schleifmaschine, 1 Goniometer, 1 Fernglas, 1 Ausputzmaschine, Teppiche^ 1 Schrank, 1 PebbigrohrUIar- nitur, Schreibmaschinen, Schreibtische, 1 Schausenslereinrichtung, 1 Klavier, 1 Sekretär, Bücherschränke, 1 Kleinkraft, rab, 1 Spiegelschrank, 1 Krause-Schneib- maschine, 3 Fremdenzimmer, Hemben, blaue Mützen, Sttohhüte, Leoiteus, Kra- gen, Schillerkragen. Registrierkassen, Da- inenhanbschuhe, 1 Stanbuhr, 1 Ärebcnt, 1 Büfett, 1 Ständerlampe, 1 Strumpf- theke, 1 Rotomaschine 1 Rabioanlage, 1 Lebersosa, 1 Kommode, 1 Vulkanisier- anlage, 1 Chaiselongue. 1 Rollschreib- pull, 1 Stock-Motorrad. 7949D 2. Bestimmt: 1 Schreibtisch, Klavier (dunkel Eiche gebest) unb 1 Schreibtisch. Wilh. Hebbel Gerichtsvollzieher in Gießen Wilhelmstraße 6 11 — Telephon 4039 Zn unser Hanbelsregister, Abteilung A, Nr. 1, würbe heute bei ber Firma Hörster & Jlkolaus, Cid), folgenbes eingetragen: Der Gesellschafter Karl Nicolaus ist ge- [ storben. Emst Nicolaus in Lich betreibt I das Geschäft unter ber alten Firma als Cinzelkausniann weiter. 7959D I Lich, ben 18. November 1931. I Hessisches Amtsgericht. Allgemeine Ortskrankenkasse Gleßen-Gtadt. Die rürfftänbigen Beiträge zur Kranken-, Invaliden- unb Erwerbslosenoersicherung für ben Monat Oktober 1931 können noch bis zum 30. November b. 3. ohne Kosten bezahlt werben. 7950D Nach Ablauf biefer Frist erfolgt Kostenberechnung unb evtl. Beitreibung. Die Ein. Zahlung kann täglich, außer Samstags, von 8 bis 1 Uhr bei unterer Kasse ober auf unser Postscheckkonto Amt Frankfurt a. M. Nr. 10833 erfolgen. Hinkler, Rechner. Birken -Besenreiser. Freitag, ben 27. b. 2TL, vormittag, 9% Uhr, werben bie Birkenbesenreiser ber För. ftereien Baumgarten unb Leihgestern in 9 Losen zum Selbsternten auf bem Forst- haus Baumgarten versteigert. Dorzeigen ber Lose Donnerstag, 26. d. TU. Zusammen- tun ft um 9 Uhr beim Forsthaus Saumgarten. 79580 Gießen, ben 21. November 1931. Hessisches Forstamt Schiffenberg. Nicolaus. Zekannlmachvng. Sei ber am 15. Nov. stattgefunbenen Vorstands- unb Seiratswahl würben nachstehenbe Herren gewählt. A. Zn den Vorstand: Ferbinanb 2är - Galli Josef B. 3« den Beirat: Frih Austerlitz. mso Das Protokoll unb bie Anlagen liegen brti Tage lang auf bem Büro des Unterzeichneten offen. Einwendungen gegen bie Dahl unb gegen Me Perfon bes Gewählten kSn- nen während ber Offeniegungsfrist bei bemfelben vorgebracht werben. Gießen, ben 23. November 1931. Israelitische Neligions- gesellschafi Gießen. verDorstand: A. Fröhlich. 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Q|s Sokrates m weisen dos denn, 0 I und das »Ä- bas' a" m’1 am S Keinuna Qm, J • Dcrfid)erle ÄT °b' ben Fu machen- 2r'^r?uSei der 0et)ört » "'"Ml ohne I« rrk89 beu,|id «te .»i« di< ^n, b™" Z°d lo'4< ! ^Krtn, SÄ J'in toi * m,t der m h Montag, 25. November 1931 Freiwilliger Arbeitsdienst im Vogelsberg. (b. Aus dem hohen Vogelsberg. 21. Rov. In den letzten Tagen hat man hrer mit dem freiwilligen Arbeitsdienst begonnen, der von dem Führer der „H a s s r a • Jugend, Hans Freund (Mainz), geleitet wird. Die Arbeit der Freiwilligen besteht txnin. im Oberwald Leseholz zu sammeln. Das Holz wird weitergeleitet in die Städte an die Arbeitsgemeinschaften der freien Wohlfahrtspflege, die es an die Bedürftigen verteilen. Die Arbeitenden werden bei Mitgliedern der Kriegerkameradschaft „Hassia" untergcbracht und erhalten als Vergütung pro Tag 1,50 Mark. Das Geld wird von der „Hassia" aufgebracht 7 ■* r« J ,n einem i UL Eitelkeit unb alle 5^ in iS r°belter^ und tocihS ,le Khc tcn Leute n , ? 'tben. 9re ^usluch^ beliebt: die iun» ««’s i g^ ba mal meine war es en? Ä 6bbQ Mam. Merler interessante Lyngen unterlaufe! cl 'ft nur oder richtiger i aufsallend ost übn de! 'nb sah Hanno 2ein& Men sich verstanden, chn erwische!» er viel Summet r ein achtbarer Mann' i mehr Rücksicht, als ich rll tun würde! Nellech x Schmiede gelegentlich Mul 3ch bin nicht |o ater! 3n meinem Jagd« anderen!" sagte Hamw sah ihm an, -aß es ihm war. ing folgt) snnsie schein. M Äfoche 1fr \.W- C6 \C<> *»* der aw ids.iw. mit.de/ a Aicbt: u.dabei Lagen: 06876 is dreimal täglich ein )oppelherz. 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Die von der Bürgermeisterei kürzlich beantragte Erhebung eines Z u - schlags von 200 o. H. zu dem Landessatz der bereits beschlossenen Bürgersteuer zwecks Deckung eines im Laufe des Rechnungsjahres 1931 sich ergebenden Fehlbetrags im städtischen Haushalt in Höhe von 29 400 RM. war in der letzten Sitzung o b g e l e h n t worden Das Kreisamt hatte daraufhin die Anregung gegeben, in eine Prüfung einzutreten, ob die Stadt nicht mit einer Erhöhung der Bürger st euer um 10 0 v. H. auskommen könne. Auch diese Erhöhung wurde in der gestrigen Sitzung abgelehnt, da man die Ansicht vertrat, daß unter den gegenwärtigen wirtschaftlichen Der- hättnissen eine Erhöhung von Steuern nicht möglich sei. Die Durchführung der Erhöhung der Bürgersteuer wird nunmehr durch das Kreisamt erfolgen. Gemeinderat in Büdingen. !! Büdingen, 21. Nov. Aus der jüngsten G e - m e i n d e r a t s s i tz u n g ist u. a. zu berichten: Gemeinderatsmitglied K n a f, der den Antrag auf Niederlegung des Kontrolleurpoftens der Stadt gestellt hatte, wurde von seinen Pflichten nicht entbunden. Er sagte zu, das Amt bis zur Wahl eines Nachfolgers weiterzuführen. — Dem Gemeinderat wurde Mitteilung davon gegeben, daß eine Auflösung der Armenkasse nicht möglich sei, da Se. Durchlaucht der Fürst hierzu seine Zustimmung nicht gibt. — Der Gemeinderat wurde von den mit der Landeskommunalbank Girozentrale am Kreisamt geführten Verhandlungen über Rückzahlung kurzfristiger Darlehen unterrichtet. — Wegen des Verkaufs des Hauses Bruno- ftraße, in dem das K r e i s g e s u n d h e i t s a m t untergebracht ist, wurde dem Gemeinderat eine Verfügung des Ministeriums bekanntgegeben Die Sache wurde vertagt, bis eine Wohnung für den Kreisarzt einschließlich der Unterbringung der Amtsräume sichergestellt ift — In der Beleidigungssache des Schutzmanns Metzger gegen fünf Privatpersonen wurde dem Gemeinderat von dem Urteil des Amtsgerichts Büdingen, wonach nur eine Verurteilung, dagegen in vier Fällen Freisprechung erfolgt ist, Kenntnis gegeben. Auf Grund dieses Urteils ersuchte der Gemeinderat den Bürgermeister, den Palizeibeamten Metzger außer Dien st zu stellen bzw. ihn zu beurlauben und — falls dies von anderer Seite nach nicht geschehen sein sollte — Sttafanzeige in bezug auf die Straftat (es soll sich um den Verdacht eines Meineides handeln), deren Metzger verdächtig ist, zu erbeben, aber auch um die Suspendierung nachzusuchen und ihm die Dienstwaffen zu entziehen. Weiter sei nachzuprüfen, ob dem Polizeibeamten während seiner Beurlaubung das Uniformttagen verboten werden könne. Bezirkssparkaffe Alsfeld. lisch Alsfeld. 21. Rov. DieBezirksspar- kaffe Alsfeld hielt heute ihre diesjährige ordentliche Mi tgliederversa mm lung im Sihungssaale des Rathauses unter dem Vorsitz von Direktor V o g e l e h ab. Es waren nahezu alle 46 Mitgliedsgemeinden vertreten. Aus dem Rechenschaftsbericht des Vorstandes über das Geschäftsjahr 1930 ging hervor, daß der Gesamtumsatz der Kasse rund 62 Millionen Mark betrug. Die Spareinlagen, die im ersten Halbjahr 1930 = 4132 000 Mark betrugen, beliefen sich am 31. Dezember 1930 auf 3 940 708 Mark. Der Reingewinn aus dem Geschäftsjahr 1930 beläuft sich auf 28 596 Mark. Insgesamt ergab sich im Geschäftsjahr 1930 ein Rettozuwachs an Spareinlagen von 510 000 Mark. Die Rücklage beträgt unter Berücksichtigung der Zuweisung aus dem Geschäftsjahr 1930 = 150 000 Mark. Die von dem Aufsichtsrat vorgenommene Prüfung der Jahresrechnung für 1930 wurde genehmigt und dem Vorstand Entlastung erteilt, ebenso wurde die vorgeschlagene Verwendung des Reingewinnes Hast du des Schnittmusters gedacht, o Sokrates?'', erkundigte sich lanthippe, als der Weife zur Mittags- zeit über die Schwelle des Hauses trat Wie denn nun freilich nicht?!" antwortete Sokrates freundlich, indem er einen dünnen Umschlag Sokrates zwischen den Schnittmustern. Äon Harry Schreck. „Sie wünschen —?", fragte der Herr von der Aufsicht, als Sokrates mit der gelassenen Heiterkeit des wahrhaft Weisen dos nächste Kaufhaus betrat. Wohlan denn, o Mann, der du der Aufticht über das Seiende und das Nichtfeiende teilhaftig zu fein scheinst", sagte Sokrates behaglich, „ist dies die Stätte, wo man die Urbilder der weiblichen Gewänder käuflich feilhält?" , Wie bitte ...?", erkundigte sich der Herr von Der Aufsicht ohne das artige Lächeln zu verlieren, das chm der Dienst am Kunden ausgeprägt hcttte. „In der Meinung nämlich, daß du mehr als ich von so beschaffenen Dingen verstehst, wandte ich mich an dich" versicherte Sokrates bescheiden, »denn es liegt mir ob, den Fußweg zu eben diesen Urbildern ausfindig zu machen." .. v Urbilder? Urbilder von weiblichen Gewändern .. wenn ich recht gehört habe?", hüftette der Herr von der Aufsicht, ohne sein Lächeln einzubußen Vortrefflich deucht mich dein Streben nach Weisheit, das alles deutlich zu wissen trachtet'' nickte wo- krates erfreut, „zeige mir als' den Pfad zu den Teilen des Seins, die man in den Hebammenstuben .Schnittmuster' nennt!" „Schnittmuster ...?", lächelte der Herr von der Aufsicht, indem er Sokrates tn den Fahrstuhl schob, .Schnittmuster führen wir im dritten Stockwerk. Womit kann ich dienen ...?" forschte das Fräulein hinter dem Ladentisch, als Sokrates mit Dem Zaudern, das den Einsichtigen eignet, vor sie tra. Mit offenbar rechtschaffenem Grund heischst du von mir eine solche Belehrung, o Mädchen meinte Sokrates ein wenig verlegen, „denn bei dir und dem Willen, den du bekundest, liegt es, ob ich das Ziel des Kaufens erreiche." . . fi „Um was für ein Schnittmuster handelt es sich ...?" murmelte das Fräulein zerstreut, indem es sich beflissen an der Schublade zu schaffen mad)te. „Traun fürwahr, du sprichst, wie em 'n solchen Geschäften Erfahrener reden soll äußerte CoFrates zustimmend, „man wird nicht leicht .ernanden finden, der sein Amt mit der gleichen schonen Geschicklichkeit verwaltete" ~, , , . - „Größe 44 ..? Oder 46 .. T, fuhr das Fraule.n in seinen Ermittlungen fort, „vielleicht hat der Herr das Nötige zu Haufe aufgejdjneben bekommen . ^Obwohl ich in diesen Gegenständen Mitnichten bewandert bin", entgegnete Sokrates bedrückt, „habe ich mich anheischig gemacht, den Auftrag im Gedächtnis zu halten. Nunmehr aber freilich erkenne 'ch, daß ich ihn vergaß." „Vielleicht ginge der Herr dann noch einmal zuruck und erkundigt sich", schlug das Fräulein hinter dem Ladentisch mit höflicher Nachsicht vor. „Der wahrhaft Nachdenkende scheut zwecklose Märsche" erwiderte Sokrates kopfschüttelnd, „denn wer bei den Göttern, könnte dafür bürgen, daß mir nicht wiederum das entfiele, was für den richtigen Ankauf den Ausschlag gäbe." „Natürlich muß jeder wissen, was er kaufen will! , bemerkte das Fräulein um ein weniges kühler, als es der Dienst am Kunden eigentlich vorsieht. Würden wir daher nicht besser fahren, wenn wir über die Eignung und das Wesen des in Frage stehenden Dinges nachdächten" forschte Sokrates lebhaft, „um somit dem Wahren und Gemäßen auf die verborgene Spur zu kommen?!" _ ,3)05 verstehe ich nicht" äußerte das Fräulein ver. ftimmt, „man kann doch schließlich nicht ^ns Blaue raten welches Schnittmuster es sein soll." „Konnte jemand leugnen, daß ein Schnittmuster feiner Natur nach ein Urbild der weiblichen Gewänder darstellt?", fuhr Sokrates friedlich fort „oder müßte er nicht vielmehr jener Einsicht beipflichten, daß dem so ist?" v _..... Aber hören Sie -!", sagte das Fräulein erschrocken, „ich denke, Sie wollten ein Schnittmuster kaufen Von Urbildern war doch nicht die Rede , Für die Urbilder indeß". sprach Sokrates mit erhabnem Zeigefinger, „ist es gleichgültig, wann und wie oft sie sich an den einzelnen Smnendlngen bewähren. Die Sinnendinge haben sich ihnen zu fugen, sollte ich meinen . ." .Da könnte ich Ihnen ja fedes beliebige Schnitt- muster in die Hand drücken ...", sagte das Fraulern hinter dem Ladentisch ein bißchen gekränkt „Es ift. wie du sagst, o Mädchen", rief Sokrates erfreut „wer die Idee und das Urbild hat, hat das Wesentliche Gib mir also irgendeine von deinen Urbildern zum Kauf. Das Weitere wird sind dann schon irgendwie finden v .. Bitte wie der Herr meint .... sagte das Fraulein beleidigt indem sie Sokrates das nächste Schnitt- muster das ihr in Die Finger kam. einpackte. — genehmigt. Als neue Mitgliedsgemeinde wurde Otterbach ausgenommen. Bei der V o r - st an d s w a h l wurde an ©teile des ausgeschiedenen Kaufmanns Georg R e u s ch e r der Apo- thekenbesiher Karl Moeller (Alsfeld) gewählt. Der als Vertteter des hessischen Sparkassen- und Giroverbandes anwesende Justizrat Dr. R e h (Darmstadt) gab einen Ueberblick über die wirtschaftliche Lage der Sparkassen und stellte fest, daß die Organisation der öffentlichen Sparkassen auf fester Grundlage stehe. Er richtete eine eindringliche Mahnung an die Mitgliedsvertreter, zur Stärkung des Vertrauens beizuttagen. Kreisdirektor Dr. Stammler als Vertteter der Aufsichtsbehörde dankte der Sparkasse und ihren Organen und Beamten. Spielvereimgung 1900 Gießen. 1900 (Liga) — rlniversitätsmonnschaft 5:1 (2:1). Am Samstagnachmittag wurde vor nur wenigen Zuschauern ein Fußballspiel der Liga der Spielvereinigung gegen die Universitätsmannschaft ausgctragen. Das Spiel zeigte keinerlei außerordentliche Leistungen. Die 1900er hatten meist die Ueberlegenheit im Feldspiel, ließen den Gegner nicht allzuoft zum entscheidenden Schlag ausholen und errangen einen sicheren Sieg. Obwohl auch die Studenten sehr flink und wendig waren, erwiesen sich die Blauweihen doch in der Ballbehandlung wesentlich überlegen und machten dadurch dem Gegner schwer zu schaffen. Die Spielvereinigung hatte zu diesem Spiel einige Jugendliche aus der Lehrmannschaft eingestellt. Außer Kurt Schmidt spielten noch Karber. Günther und Reining. Die Mitglieder der Lehr- mannschaft erwiesen sich in diesem Spiel als überraschend gut und produktiv. Immer wieder wurde, unterstützt von der guten Läuferreihe. Angriff auf Angriff nach vorne getragen und mancher Schuß auf das Tor unternommen, wenn auch nicht jeder Ball im Reh endete. Bereits in der 10. Minute stand das Spiel 1:0 für 1900. Allerdings folgte der Ausgleich sofort und eine Zeitlang vermochten die Studenten das Spiel offen zu halten. Erst eine Minute vor Halbzeit fiel ein zweites Tor für die Blauweißen. Halbzeit 2:1. Rach dem Wechsel waren die 1900er weiter leicht überlege, die Studenten arbeiteten noch mit großer Energie, konnten aber nicht verhindern, daß in der 20. Minute das dritte Tor für den Gastgeber fiel und zwei Minuten später auch das viertemal der Ball die Torlinie passierte. Müller (1900) im Tor der Studenten gab sich redliche Mühe, muhte aber in der Folge auch noch ein fünftes Mal die gegnerischen Stürmer erfolgreich sein lassen. Das Spiel, das einige sehr schöne Einzelleistungen auf der Seite der Dlauweihen, wie auch auf der Seite der Studenten zeigte, wurde sehr fair durchgeführt und von Schiedsrichter Philipp gut geleitet. Zußbatt in Hessen Hannover. Germania Marburg geschlagen? Der Sonntag brachte die letzten Spiele Der ersten und Die ersten Tressen Der zweiten Serie. Im Mittelpunkt Des Interesses stanD Der Kampf Des vorjährigen Bezirksmeisters SC. 03 Kastel gegen Den Derzeitigen Tabellenführer Der Gruppe SÜD. Die Kasseler gewannen oerDient unD überraschenD hoch mit 4:0 (2:0) Toren. Im zweiten Treffen Der Süd- gruppe setzte sich Iura Kassel nur knapp mit 2:1 gegen Die Göttinger SpVg. Durch. An Der Tabellen- spitze liegt nun immer noch Germania Marburg mit 15:5 Punkten, hat aber bereits einen Verlustpunkt mehr als Die an zweiter Stelle unD ein Spiel zurückliegenDer FulDaer Borussen mit 14:4 Punkten, hinter Denen Hessen 09 Kassel mit 13:5 Punkten an Dritter Stelle folgen. heroorzog, „auch Den ErkennenDen ficht es nicht an, Die Gegenstände zu besorgen, welche Den Frauen angenehm unD nützlich sinD . ." „Beim Zeus!" schrie Xanthippe auf, währenD sie Den Umschlag löste, „sollte man es glauben?! Du hast ein Schnittmuster für KinDer heimgebracht!" „Wenn Du um Die UrbilDer wüßtest unD Dich Darauf verständest, was Ideen sind, würdest Du begreifen. wie wenig Dieser UnterschieD vor Dem Atem Der ungeheuren Ewigkeit beDeuten mag", sagte Sokrates schlicht aber belehrenD. „Man muß Das Schnittmuster sofort Umtauschen!", rief Lanthippe erzürnt, „unD an Dir wird es fein. Dies noch heute nachmittag ins Werk zu setzen." „Es ist schaDe, Daß Du Deine Erkenntnis nicht ver- größern willst", sagte Sokrates betrübt, „aber gleichwohl roerDe ich Dir gefügig sein Zuma Du meine Kenntnis um Das Wesen Des Weibes soeben wertvoll bereichert hast ...!" WährenD er sich umDrehte unD zum Kaufhaus zurückging, schrieb er im Gehen Den Satz auf: „Das Wesen unD Die Natur Der Frau ist Das Umtauschen". preeforiuä über „Chinesische Kunst" Im Hörsaal Des Kunstwissenschaftlichen Instituts sprach am Freitagabend Der auch in Gießen nicht unbekannte Graphiker unb Illustrator Pros. Dr. Emil Preetorius (München) auf Einladung Des Ober- hessischen Kunstvereins über „Chinesische Kunst" Der ReDner behanDelte nicht Die chinesische Kunst in ihrer Gesamtheit, (onDern beschränkte sich auf eine interessante Darlegung Des Wesens Der chinesischen Malerei. Das Drängen Der abendländischen Künstler nach Dem StuDium asiatischer Kunst, so führte er aus. fei weniger eine MoDesache als Der Ausdruck Des ernsten Wunsches. Dem wahren Wesen Der Kunst näherzukommen. Tatsächlich sei in Der chinesiichen Malerei Die Quintessenz Der Kunst am reinsten erhalten, unD zwar Deshalb, weil Die Kunst Des Reiches Der Mitte nicht von Den Gefahren beDroht sei, Die Der Naturalismus unD Das Begriffliche für Die abenDlänDischen Künstler beDeute. Der Chinese sei nicht Naturalist, Das Thema erscheine ihm von unter» georDneter BeDeutung. wesentlich aber sei Die Vergeistigung Des Gesehenen unD Erlebten. Die Land» schaft, Der Der VortragenDe sein be|onDeres Augen- merk zuwanDte, sei stets ohne räumliche Begrenzung roieDergegeben, Die Form aufgelöst Die „Komposition" im abenDlänDischen Sinne fehle oollstänDig unD trete nur in einzelnen Werken sakraler Art oDer im Porträt auf; charakteristisch sei Die enge VerbunDen- heit mit Dem Material, Das Durch Aussparungen zum Die NorDgruppe sah Den erwarteten Sieg Des Tabellenführers Göttingen 05, Der Grone mit 2:0 bezwang. Gleichfalls siegreich blieb Hessen 09 übei Lckershausen mit 4.2 Toren. Einbeck 05 unb Hessen Hersfelb trennten sich unentschieden 1:1. Die Gruppe Nord wirb von Göttingen 05 mit 18:2 Punkten angeführt, vor Sport Kastel mit 15:5 unb SpB Kastel mit 13:7 Punkten. Westdeutscher Fußballsieg. Schalke 04 schlägt München 1860 4:1 (2:0). Das Auftreten ber Münchener am Samstag in Schalke hatte einen Massenbesuch im Gefolge. Die zahlreichen Zuschauer bekamen ein hochinteressantes Spiel mit einem noch interessanteren Ergebnis zu sehen. Die Münchener tarnen mit Ersatz. Im lot spielte Ertl für Riemke, linker Läufer war Schäfer, währenb ber Sturm sich aus Thalmeyer, Huber, Heimer, Lachner unb Stieglbauer zusammensetzte. Schalke trat bis auf ben Mittelstürmer Kellner, fitt ben Nattkaemper spielte, konplett an. Die Nieberlag« ber Münchener erklärt sich aus bem Versagen bei Mittelläufers Plebl, ber nie zu einem Spielaufbau kam. Der Sturm kombinierte zwar recht ansprs chenb, aber mit einer überraschenben Energielosi^ Feit. Der Schalker Torwart bekam so kaum etwas zu tun. In Der 17. Minute kam eine Flanke vov rechts zu Kuzorra, ber unvermutet auf bas Tot schießt. Zu allem Ueberfluß lenkt ein Münchener Verteibiger ben scharf geschossenen Ball erst richtig ins Tor ab. Eine Viertelstunbe später flankte Ti- bulski an Rotharbt, ber nach innen lief unb ein- sandte. Ertl hätte diesen Treffer vermeiden können Die zweite Halbzeit begann mit starken Angriffen Schalkes. Nachdem Czepan neben das leere Tor geschossen hatte, kam Nattkaemper in der 10. Minute nach einer fabelhaften Gesamtkombination des ©tun mes zum dritten Tor. Drei Minuten später verwandelte Kuzorra eine Flanke von rechts Erst bet diesem Stande kam München in ben Schlußminuteo burch Stiglbauer wenigstens zu seinem Ehrentreffer Kurze Sportnotizen. Meldeschluß für die 3. Olympischen Sinter spiele ist bereits ber 20. Dezember, so baß viele ßäi> ber, bei benen ber Winter erst spät Einkehr hält; mit ber Nominierung ihrer Expebitionen beeilet müssen. Der Finanz-Ausschuß der französischen Kammer hat den von Den SportverbänDen angefon Derten Olympia-KreDit von 7 auf 3 Millionen gram tcn gekürzt. Die Offene Golfmeisterfchaft von DeutschlanD gelangt am 13. August 1932 in Bai Ems zur Durchführung. Einen neuen RaDweltrekorD im Stun» Denfahren Der Amateure stellte in Como Der Italiener PeDretti mit 42,432 Kilometer auf. sehr beDeutungsoollen malerischen Element roerDe Die chinesische Kunst sei roie Musik, Musik Des Raumes unD Der Fläche. Die LanDschaft als ima- Sinäres Erlebnis erfahre in Der Zeichnung, in Der Malerei Den sichtbaren NieDerfchlag. Tiere unD Menschen fügten sich gewissermaßen schemenhaft in Die LanDschaft ein unD werfen keine Schatten. 3)ie Kunst Des Chinesen sei beherrscht von Raum g e s ü h l unb nicht wie Die Kunst Der westlichen Künstler von Raum wissen. Der Künstler Des Ostens stehe nicht wie Der SlbenDIänDer Der Natur gegenüber, fon» Dem i n ihr. Seine Kunst fei aus Naturgefühl unb Spiritualität geboren, außerbem aber trabitions« gebunben ba, wo bie europäische Kunst bem Künstler Die inDiviDuelle Freiheit läßt. TrotzDem fehle es im Osten nicht an Künstler-Persönlichkeiten. Don einer Geschichte Der chinesischen Kunst könne man nicht sprechen, eine Entwicklung sei kaum fühlbar, e.ne Geschichte Der Technik Der Malerei gebe es ebenfalls nicht. Pinsel unD Tusche, SeiDe unD Papier seien Die hauptsächlichsten Mittel. Die Tusche roerDe allenthalben meisterhaft gebraucht. Die Künstler werben sehr sorgfältig ausgebilbet; mitbeftimmenb bei ber Bewertung eines Werkes sei bie Qualität ber rech- Nischen Durchführung. Die Malerei in China kenne eigentlich nur zwei Richtungen: bie Norbschule (Betonung bes Zeichnerischen) unb bie Sübjchule (Betonung bes Malerischen). Mit ber kurzen ißieberaabe einer alten chinesischen Sage, in ber bas Verhältnis bes Künstlers zu seinem Werk unb zur Natur sehr fein zum Ausbruck tarn, schloß ber Vortragenbe leine gehaltvollen Ausführungen. Mit einer Anzahl von Lichtbilbern, bie zum Teil von Originalen aus Dem Besitz Des Künstlers stammten, brachte Professor Dc. Preetorius seinen aufmerksamen Zuhörern Die Eigenart unD Die Technik chinesischer Malerei nahe unb wies in Der Gegenüberstellung mit beDeutenbea abenblänbischen Schöpfungen Den großen grunDsätz- lichen UnterschieD zwischen Oft unD West auf. Der ReDner fanD lebhaften Beifall. Ein genußreicher Abenb. n. Hochschulnachrichten. Pros. Dr. Alexander Scharff, Kustos bei den Staatlichen Museen in Berlin und Privaf- l)0ÄQnt an der Universität daselbst, hat den Rus aut den Lehrstuhl für Aegyptologie an der älni- versität München als Rachfolger des verstorbenen Prof. W. Spiegelberg zum 1. April 1932 angenommen, seine Ernennung zum Ordinarius in München ist bereits erfolgt Der aus Frankfurt a. M. gebürtige Aegyptologe dozierte früher in Halle. Wirischast. Starke Zunahme der Arbeitslosigkeit in Hessen und Heffen-Tiaffau. Die Zahl der Arbeitsuchenden in Seifen und Hessen-Nassau stieg von Anfang bis Mitte November noch stärker an, als zuvor, und zwar um 1 0 9 3 2 oder 3,8 Prozent auf 2 9 5 4 4 0. Die männlichen Arbeitsuchenden nahmen um 8563 — 3,6 Prozent, die weiblichen um 2369 — 5 Prozent zu. Aus dem weiblichen Arbeitsmarkt brachten besonders die Entlassungen in den Gruppen Landwirtschaft und Gärtnerei, Nahrungs- und Genuhmittelgewerbe (Tabakindustrie), Bekleidungsgewerbe, Gastwirtschafts- gewerbe und häusliche Dienste stärkere Zugänge. Der Arbeitsmarkt der Männer verschlechterte sich in gröberem Ausmaß in der Metallindustrie (Zunahme 2285), im Holzgewerbe (4- 700). 3n der Berichtszeit ist die Arbeitslosigkeit in allen Arbeitsamtsbezirken gestiegen: am stärksten in Frankfurt a. M. (+ 2703), Gießen (4- 1023), Mainz (-s 999), Kassel (+ 907), Darmstadt (+ 746), Wehlar (+ 713) und Wiesbaden (+ 705). Auch die Kurzarbeit hat an Umfang erheblich zugenommen. Aach der Kurzarbeiterstatistik der Arbeitsämter erhielten in der letzten Oktoberwoche 13 447 Personen, die nur drei Tage und weniger wöchentlich arbeiten, Kurzarbeiterunterstühuna: gegenüber der Zählung von Ende September (8977) bedeutet das eine Zunahme um 4470 ober rund 50 Prozent. — Die Gesamtzahl der Hauptunterstühungsempsänger ist von 148 053 auf 152 612, d. L um 4559 = 3.1 Prozent gestiegen. Davon erhielten Arbeitslosenunterstützung 71 371 = 46.8 Prozent und Krisen- unterstühung 81 241 — 53,2 Prozent. • Die Indexziffer der Großhandelspreise. Die vorn Statistischen Reichsamt für den 17. November berechnete Indexziffer der Großhandelspreise ist mit 106,6 gegenüber der Vorwoche um 0,4 d. f). gesunken. An dem Rückgang sind die Indexziffern für alle Hauptgruppen beteiligt: Agrar- ftoffe 98,3 (—0,5 o. H.), Kolonialwaren 94,1 (— 0,5 d. S).), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 99,3 (— 0^3 o. H.), industrielle Fertigwaren 132,0 (—0,2). Die Indexziffer für Produktionsmittel betrögt 129,2 (129,3), für Konsumgüter 134,1 (134,4V. • Die Erdölgewinnung Preußens im Oktober. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, betrug die Erdölgewinnung Preußens im Oktober nach den vorläufigen Ergebnissen der amtlichen Statistik 15 462 Tonnen, gegen 14 212 Tonnen im Bormonat und 14125 Tonnen im Monatsdurchschnitt 1933. Auf das Gebiet von Hönigfen-Obershagen-Aienhagen entfallen 6113 Tonnen, auf Wietze-Sleinforde 4822 Tonnen und auf den Bezirk Eddesse-Oelheim- Oberg 4527 Tonnen. Die Zahl der angelegten Arbeiter betrug Ende des Monats 1490 gegen 1474 am Ende des Bormonats. Oer Börsen-Wochenschluß. Zurückhaltung in Berlin. Berlin, 23.Aov. (WTD. Funkspruch.) Zum Wochenbeginn kam das Geschäft an den Effektenmärkten nur sehr langsam in Gang. Eine wenig positiv gehaltene Meldung einer Berliner kommunistischen Montagzeitung über bevorstehende neue Skandale in der Wirtschaft respektiv in der Dankwelt gab den schon am Samstag umlaufenden Gerüchten über Dankschwierigkeiten neue Nahrung und veranlaßte die Spekulation zu stärkster Zurückhaltung. Zugegeben, daß die Abhebungen in den letzten Tagen auf Grund der Dorsälle bei der Bank für Handel und Grundbesitz seitens der Kundschaft etwas größer waren als sonst, so ist aber doch zur Beunruhigung kein Anlaß. An zuständigen Stellen ist jedenfalls von Schwierigkeiten irgendwelcher Art nichtsbekannt. Es traten dann auch im Lause des Bormittags kleine Erholungen ein, und die schwachen Samstagnachmittag-Kurse wurden teilweise Wieder bis zu 1 v. H. überschritten. Verhältnismäßig gedrückt lagen weiterhin AEG., bei denen die Zusammenlegungsgerüchte nicht verstummen wollen. Auch Kunstseidewerte hatten schwache Veranlagung, wogegen Farben auf den Quartalsbericht zumindest widerstandsfähig und Siemens sogar eher gefragt waren. Auch Kali- werte begegneten einigem Interesse. Eine Anregung ging hierbei zweifelsohne von den Besprechungen bei der Liquidationskasse aus, die für die Dvrsenwiedereröffnung von Bedeutung find. Eine weitere Anregung versprach man sich von der heutigen Aussichtsratssihung des Stahlvereins, die die Oeffentlichkeit angeblich eingehend über die Finanzlage des Konzerns aufklären werde. Der Pfandbriefmarkt neigte auch heute weiter zur Schwäche, die achtprozentigen Gold- pfandbnefe gaben bei kleinsten Umsätzen wiederum etwa 1 v. H. nach. Oie Auslandbörsen. Die Londoner Dorfe nahm am Samstag einen ruhigen Berlaus. Am Markte der britischen Staatspapiere fanden erneut Abgaben statt, die man zum Teil mit den Erörterungen über die gegenwärtige Lage Deutschlands in Verbindung bringt. Die Amsterdamer Börse verkehrte in ziemlich lustloser Haltung. Da einiges Angebot vorlag, gingen die Kurse zum Teil etwas zurück. Boung- und Dawes-Anleihe tendierten ebenfalls schwächer. Die Pariser Börse hatte zum Wochenschluß unter Glatt stellungen zu leiden, und zahlreiche Werte schwächten sich erneut ab. Wenn auch die Schluhkurse nicht die niedrigsten Tagesnotierungen waren, so lagen sie doch unter Vortagsbasis. Die Aeuhorker Börse eröffnete in unregelmäßiger Haltung, das Geschäft war aber etwas lebhafter. * Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2TL 2t. November 23. November Amtliche Jlolicrung Amtliche Dotierung <*rlb Lrie' Geld Zrlel HelstngsorH . 8.21 8.23 8.21 8,23 ©len . . 58.94 59.06, 58,94 59,06 Prag - . . 12,468 12.488 12,468 12,488 Budaveü . . 73.28 73,42 73,28 73,42 Sofia 3,057 3,063 3,057 3,063 169,37 Holland . . 169.08 169.42 169,03 Oslo . . 84,91 85.09 83,42 83.58 Kopenhagen. 84.91 85 09 83,42 83,58 Stockholm 84.91 85,09 83,42 83.58 London Buenos Aires 15.74 15.78 15,50 15.54 1,068 1 072 1,053 1,057 Neunort 4,209 4.217 4,209 4,217 Brülle! . . 58,42 58.54 58,39 58,51 Italien. . . 21.68 21,72 21,68 21,72 Pari« . . . 16,48 16.52 16,47 16,51 Schweiz . . 81.82 81.98 81,72 81,88 Spanten 35.76 35.84 35,76 35,84 Danzig . . 81.97 82.13 81,97 82.13 Japan . . 2,068 2,072 2,068 2,072 Rio Oe Ian.. 0.264 0,266 0,264 0,266 Jugoslawien. Ctiiobon . . 7,453 7,467 7,453 7,467 14.44 14.46 14,29 14,31 Banknoten. Serlln, 21 November Meld ’ ZrHs Amerilanllche Noten....... 4,20 4.22 Begliche Noten ........ 58,31 58.55 Dänische Noten ......... 84,73 85,07 Englische Noten ....... 15,70 15,76 irräniöllldie Noten........ 16,47 16,53 Holländische Noten........ 168,71 169,39 Italienische Noten ....... 21,66 21,74 Norwegische Noten ....... 84,73 85,07 Deutsch-Lesterrelch, • 100 Schilling Rumänische Noten..... 2.48 2,50 ’ Schwedische Noten........ 84,73 85,07 Schweizer Noten......... 81,64 81,96 Spanische Noten......... 35.58 35,72 Ungarische Noten ....... Beichsbankdiskont 8 v. k)., Lombardzinsfuß 10 o. H Frankfurter (Getreidebörse. Frankfurt a. M., 23. Noo. Die Produktenbörse eröffnete die neue Woche in sehr ruhiger und luftloser Haltung. Das Angebot von Brotgetreide hat sich verschiedentlich verstärkt, und der schleppende Mehlabjag trägt gleichfalls zu dem luftlosen Geschäft bei. In Weizen wurde der Preis unoer. ändert notiert, dagegen konnte Roggen bis 2,50 Mark anziehen. Einige Bedarfskäufe verzeichnete promptes Roggenmehl, bei dem auch der Preis um 0,50 Mark erhöht wurde. Am Futtermittelmarkt ist das Geschäft ebenfalls sehr still, die Preise find gut stetig, nur Weizenkleie gab geringfügig nach. Rauhfutteranikel sind nominell unverändert und sehr still. Es wurden notiert: Weizen 230 Mark, Roggen 225 bis 227,50, Sommergerste für Brauzwecke 185, Hafer (inländischer) 160 bis 170, Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0, mit Austauschware) 36,50 bis 37,50, Sondermahlung 34,50 bis 35,50, Weizenmehl (niederrheinisches mit Austauschware) 36,50 bis 37,25, Sondermahlung 34,50 bis 35,25, Roggenmehl 31,25 bis 32,50, Weizenkleie 9, Roggenkleie 9,75, Erbsen, je nach Qualität für Speisezwecke 33 bis 38, Linsen, je nach Qualität für Speisezwecke 25 bis 56, Heu (süddeutsches, gut, gesund, trocken) 5 bis 5,25, Weizen- und Roggenstroh (drahtgepreßt) 3,75 bis 4, Weizen- und Roggenstroh (gebündelt) 3,75 dis 4. Treber (ge- trocknet) 12,75 Mark. — Tendenz: ruhig. Frankfurter LcHlachrvtehmarkt. Frankfurt a. M., 23. Roo. Auftrieb 1590 Rinder (366 Ochsen, 178 Bullen, 573 Kühe, 450 Färsen), 702 Kälber, 87 Schafe 4845 Schweine. Es wurden notiert: Rinder: Ochsen: vollfleischige, ausge- mästete, höchsten Schlachtwerts (jüngere) 33 bis 35 Mark, (ältere) 29 bis 32, sonstige vollfleischige 25 bis 28; Bullen: jüngere, vollfleijchige höchsten Schlachtwerts 27 bis 30, sonstige vollfleischige oder aus- gemästete 22 bis 26; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 23 bis 26, sonstige oollsleischige oder ausgemästete 20 bis 22. fleischige 14 bis 19; Färsen (Kalbinnen. Iungrinder): vollsleischige, aus- gemästete höchsten Schlachtwerts 32 bis 34, voll- fleischige 28 bis 31, fleischige 23 bis 27; Kälber: beste Mast- und Saugkälber 40 bis 44, mittlere Mast- und Saugkälber 35 bis 39. geringe Kälber 28 bis 34; Schweine: vollfleischige von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 46 bis 48, von etwa 200 bis 240 Pfund 44 bis 47, von etwa 160 bis 200 Pfund 43 bis 47 fleischige von etwa 120 bis 160 Pfund 37 bis 45, Sauen 33 bis 39 Mark. — Marktverlauf: Rinder ruhig, geringer Ueberftand, Kälber und Schafe langsam, geräumt, Schweine ausoerkauft. Oie Lage am Oevisenmarki. An den internationalen Devisenmärkten ergaben sich am Samstagvormittag bei sehr ruhigem Geschäft kaum Veränderungen. Das Pfund war eher etwas leichter und ging gegen den Dollar auf 3,73Vs zurück, gegen den Gulden schwächte es sich auf 9,3050 ab, gegen Zürich auf 19,20 und gegm Paris auf 95,50. Der Dollarlag weiter fest; er stellte sich in Amsterdam auf 249,30, in Zürich auf 514,75 und in Paris auf 25,5725. Die Reichsmark lag ebenfalls eher etwas fester und stellte sich auf 15,7350 in London, in Amsterdam auf 59,1550, in Zürich auf 122,20 und in Paris auf 607. Die Norddevisen waren wieder schwächer. Am Nachmittag hat das Pfund feine Abwärtsbewegung fortgesetzt, gegen den Dollar schwächte es sich auf 3,7250 ab, gegen den Gulden auf 9,3050, gegen Zürich auf 19,20 und gegen Paris auf 95V,. Der Dollar war unverändert, auch die Reichsmark hat sich gut behauptet, in Neuyork war sie mit 23,75 unverändert zum Dortag. Die Norddevifen haben sich weiter stark abgeschwächt und mit den Notierungen vom SamStagnachmittag Niedrigstkursc erreicht. Nachdem sie in London bereits ziemliche Einbußen erlitten haben, gingen sie am Neuhorker Platze weiter stark zurück. Die südamerikanischen Devisen blieben unverändert, der holländische Gulden und der fron* zösifche Frank, sowie der schweizer Frank waren gegen den Dollar etwas leichter» ZG.-Karben im Jahre 1931. Frankfurt a. M., 21. Noo. (WTB.) In der Sitzung des Aufsichtsrates der 9®.-5arbenin- buftrie AG., die heute in Leverkusen stattfand, wurde über das laufende Geschäftsjahr wie folgt berichtet: Die wirtschaftliche Depression in der Welt mit der allgemeinen Verminderung der Kaufkraft und die deutsche Sonderkrise vermochten den Absatz auf dem Gebiete der Farbstoffe, Pharmazeutica, Pholographica und zum Teil auch der Chemikalien nicht wesentlich zu beein- trächtigen. In diesen Produktionszweigen konnte sich der Ab- satz verhältnismäßig gut behaupten. Anders liegen die Dinge bei Stickstoff und Benzin Produktionszweigen, die nach langjährigen Forschungsarbeiten ausgenommen wurden und für Deutschland vom Standpunkt der Rohstoffselbst Versorgung von hoher volkswirtschaftlicher Bedeutung find. Um der Landwirtschaft eine möglichst umfassende Verwendung der synthetischen Stickftoffdüngemittel zu ermöglichen, wurden die Preise wiederholt ermäßigt und liegen heute ganz beträchtlich unter dem Stand der Vorkriegszeit. Trotzdem ist der Absatz im Znlande stark jurütf- gegangen. Ein weiterer Rückgang der Düngung würde schweren Schaden für unsere Volkswirtschaft bedeuten. Auch am Weltmarkt konnte der deutsche Stickstoffexport feinen bisherigen Anteil nicht behaupten. Oie Gründe dafür liegen in der Tendenz der meisten Industriestaaten, neue Stickstofsabriken zur Deckung des eigenen Bedarfes, aber auch für Exportzwecke zu errichten, sowie in dem damit zusammenhängenden Absch'.uh bisheriaer Absatzmärkte durch hohe Einfuhrzölle und Einfuhrverbote. Aus diesem plötzlichen Anschwellen der Stickstoffproduktion in der Welt mußte sich ein Mißverhältnis zu der Produktion»- fähiakeit der Werke ustd der Aufnahmefähigkeit der Konsumenten ergeben. Aus diesen Gründen und im Zusammenhang mit der gesunkenen Kaufkraft muß die JG.-Farbeninduslrie auf absehbare Zeil mit einer Einschränkung der synkhetischen Sfkffloff- produklion und der damit zusammenhängenden wirtschaftlichen und technischen hilfsbetriede rechnen. Im D e n z i n g e s ch ä f t ist zur Zeit bei den heftigen Kämpfen auf dem Erdolgebiet keine Rendite gegeben. Das ändert nichts an der Notwendigkeit, an der weiteren Entwicklung dieses Wirtschaftszweiges um so mehr zu arbeiten, als er ebenso wie auch die Stickstoffproduktion auf der ausschließlichen Verarbeitung inländischer Roh- ft o f f e aufgebaut und daher geeignet ist, Handelsund Zahlungsbilanz günstig zu beeinflußen. In der Kunstseide konnte durch die Gründung des Deutschen Derkaufssyndikats für Discofe- und Kupferseide die Ordnung am inneren deut- f cf) c n Markt hergestellt werden. Auch hier ist eine rentable Produktion bei den derzeitigen Preisen nicht möglich. Im Ausland ist die Lage ungeklärt. 3m Hinblick auf die geschilderten Verhältnisse ist im taufenden Jahre mit verminderten Erträgnissen zu rechnen. Allgemeine weitere Sparmaßnahmen werden sich vor allem im Interesse der Gesundung einzelner Produktionszweige nicht vermeiden lassen. Die Finanzlage des gesamten Unternehmens ist gü nft ig. Im In- und Auslande bestehen keinerlei Bankoerpflichtungen. InSTagenZiehung 7836 3185 und Höchst- Porto u. Dinkelmann, Worms ischeck-Konto Frankfurt M 30060 Wirksame Werbe-Drucksachen Hefen di«, Brühl'sche Druckerei Billiges Linoleum Durchgemusterte Ware Ausverkaufsmustcr 7341 a per qm Jlk. 3.50, 4.75, 5.35 Reste fesonders preiswert. Heinrich Hochstätter | Verkäufe | Gießen, den 20. November 1931. 06824 Gießen (Gartenstraße 18), den 23 November 1931. 79>6 l Heuchelheim, den 20. November 1931. 7918 r. Hell-Krluler 06171 Grünberg, den 22. November 1931. Die Beerdigung findet Dienstag, den 24.Nov„ nachmittags 2 Uhr statt 79M r Am 21 November, vormittags 10 Uhr, verschied nach kurzer Krankheit meine Hebe Frau, unsere gute, treusorgende Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen! Marie Wittkowski, fiel). Allendörler. Die Beerdigung findet Dienstag, den 24. November, nachmittags 2 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. In tiefer Trauer: Familie O. Steuernagel, Darmstadt Familie Richard Horz, Grünberg i H. (Hess. Hof). frisch, bochwirkfnm. Kräuierhaus Jung Heilmittel d. Natur in der rchulstraße. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme während der langen, schweren Krankheit und bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen, sowie für die vielen Kranzspenden und für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers sprechen wir allen auf diesem Wege unseren innigsten Dank aus. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Marine Löher, eeh. Rinn, und Kinder. Heuchelheim, den 20. November 1981. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden unserer Heben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Will II. und Geschwister. Frau Katharine Elisabeth Waas geb. Ostheim In tiefer Trauer: Christian Waas Familie Bauer Appetitlosigkeit kommen fast In Jeder Familie vor. dieses darf nicht vernachlässigt werden. Greifen Sie sofort zu Leclferrln. Sie werden überrascht sein, nach wie kurzer Zelt Sie sich wohler fühlen. Preis pro Flasche M. 1 75, große Flasche 5.—, in Apotheken und Drogerien. 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