Zreitag, 23. Oktober 1931 181 Jahrgang Nr. 24 8 Erstes Blatt Das Weiße Haus in Washington. Eriche im >c> glich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspsennig für Trägerlohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Hernsorechanfchlüffe unterSammelnummer2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Sranffurt am Main 11686. Neuyork. 22. Oft (IDIB.) Der Dampfer „3le de France" traf in der Quarantäne um 3 Uhr morgens (9 Uhr MLZ.) ein. Die offizielle Begrüßung des französischen Ministerpräsidenten Laval an Bord fand jedoch erst um 8 Uhr (14 Uhr MLZ.) statt. Laval hat den Dampfer um Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Re- Klameanzeigen von 70 । m Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20" . mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Blumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen .Ministerpräsident Laval. 9.15 Uhr (15.15 Uhr MLZ.) verlassen und sich an Land begeben. Die Landung wurde von einer beträchtlichen Menge erwartet. Nicht nur auf den Straßen, sondern auch von den Laternen und von den Fenstern der Hochhäuser aus wollten Tausende das Eintreffen des französischen Ministerpräsidenten beobachten. Auf dem Broadway hatten Militär- und Marineabteilungen mit Musikkapellen an der Spitze sich zur Parade aufgestellt. Staatssekretär S t i m s o n hatte sich zur offiziellen Begrüßung am Landungssteg eingefunden. Die vorbeifahrt des Bootes an Governors Island wurde mit elf Kanonenschüßen ausgenommen. Nach der Landung am Battery Place wurde Laval unter begeisterten Zurufen der lau- sendköpfigen Menge nach der City hall geleitet, wo er von Bürgermeister Walker im Namen der Stadt Neuyork feierlich bewillkommnet wurde. Laval führte in feiner französischen Antwortrede aus, er komme von einem Lande, das entschlossen fei, mit Amerika zur Wiederherstellung der Prosperität zusammenzuarbeiten. Eine schwere Krise fei hereingebrochen, welche die Entwicklung Amerikas und der anderen Länder unterbrochen habe. In einer vom Zweifel zerrissenen Welt mühten die beiden großen Demokratien zusammen Methoden suchen und anwenden, die die Ruhe und das Gleichgewicht wieder Herstellen werden. Ob es unsere Arbeiter oder unsere Künstler sind, sie werden von demselben Geist ihrer Vorfahren geleitet. Dies sind die Eigenschaften, die unser altes Land zu einem harmonischen und wohlbalancierten Ganzen machen. Dieses Gefühl der Ausgeglichenheit schützt vor absurden Anschuldigungen, die manchmal gegen uns erhoben werden, daß wir irgendwelche Form der Oberherrschaft in Europa ausüben wollen. Frankreich ist ein den Frieden liebendes Land, unsere Geschichte, unsere Vergangenheit auferlegen uns Vorsicht; wir wünschen nicht im geringsten, die Würde einer anderen Nation zu beeinträchtigen. Unser einziger Wunsch ist der Friede, aber wir legen großen wert auf unsere Sicherheit. Die Regierungen und Völker sollten verstehen, daß die Sicherheit nicht nur in hoffnungsvollen Worten ausgedrückt werden kann, sie sollte organisiert werden. wenn Frankreich und die vereinigten Staaten übereinstimmen und sich in immer zunehmender Zusammenarbeit vereinigen können, so können wir einer besseren Gestaltung der Dinge entgegensehen. Ich spreche im Namen eines Landes, das entschlossen ist, seine Anstrengungen mit den Ihrigen zu verbinden. um Gefahren abzuwehren, die unsere Zivilisation bedrohen. von gut unterrichteter Stelle verlautet, daß Hoover, dem der Entwurf der offiziellen Rede Lavals vor zwei Tagen durch Funk- fpruch übermittelt wurde, dem Umfang nach mehr als ein Drittel beanstandete und feine Fortlaffung veranlaßte. Ls handelte sich dabei um Stellen, die dem Präsidenten wegen ihrer außenpolitischen Tragweite bedenklich erschienen. Bei den Franzosen hat diese Tatsache große Ueber- rafchung hervorgerufen und ein gewisses Befremden ausgelöst. Ln Washington. Erste Besprechungen mit Hoover und Liiinson W a s h i n g t o n , 22. OtL (‘232:33 Funkspruch.) Der französische 'Ministerpräsident Laval ist im Sonderzug in Begleitung des Staatssekretärs Stimson in Washington eingetrof- f e n. Laval machte Hoover einen kurzen Antrittsbesuch und nahm abends an einem im Weißen Hause für die Ehrengäste der Borktown» Feier veranstalteten Bankett teil, zu dem auch der deutsche Botschafter geladen war. 3m Laufe des Nachmittags empfing Laval d i e Presse, die er eindringlichst bat, sich nicht in Vermutungen zu ergehen oder von Entscheidungen zu sprechen, die noch gar nicht gefällt seien. Er sei hierhergekommen, um mit Hoover alle Probleme zu besprechen, welche die Welt zur Zeit bewegten. 3n einigen Punkten hoffe er, mit Hoover zu einer endgültigen Verständigung zu kommen, in anderen werde sich eine Lösung nicht mit einem Schlage erreichen lassen; jedenfalls aber werde man den gegenseitigen Steuerzahlung burd) Naturalien. Ein bargcld o es Berfahren im Freistaat Danzig Danzig, 22. Oft. (TU.) Die Not der Danziger Landwirtschaft hat den Danziger Senat veranlaßt, die Begleichung von Steuern durch Hergabe landwirtschaftlicher Erzeugnisse zu ermöglichen. Zur Erreichung dieses Zieles ist bereits bezüglich der Gemeindesteuern eine Regelung getroffen. Danach erhält in den Landkreisen der Erwerbslose fortan feine Unterstützungen nur zu 40 v. H. in bar und z u 6 0 v. H. in Naturalien. Der Unterstühungsberechtigte empfängt von dem Gemeindevorsteher eine entsprechende Anzahl von Scheinen, für die er innerhalb der Gemeinde die erforderlichen Lebensmittel beziehen kann. Diese Scheine liefert der Verkäufer dem Gemeindevorsteher ab, der die Summe auf die fälligen Gemeindesteuern verrechnet. Durch einen neuen Se- natsbeschluh ist dieses Verfahren nun auch auf trächtliche Ersparnisse bringen würde. Es ist nun I einmal ein Gebot der Notwendigkeit, den gegebenen Tatsachen Nechnung zu tragen, denn nur auf diese Weise dürste sich auf die Dauer überhaupt ein Zusammenbruch der Erwerbslosensürsorge vermeiden lassen. Der französische Besuch in Amerika. Lavals Ankunft in Neuyork. - Festliche Begrüßung im Rathaus. - Frankreich fordert Organisierung der Sicherheit. die Begleichung von Staats steuern ausgedehnt worden. Der Gemeindevorsteher teilt den Betrag der Scheine, die der Landwirt bei ihm abgeliefert hat, dem Senat mit. Dieser veranlaßt dieDerrechnungauf dieStaats- steuern des Landwirtes und kürzt gleichzeitig entsprechend den der Gemeinde zu - stehenden Anteil des Staates zur Erwerbslosenunter st ühung. Die Danziger Staatshauptkasse gibt Staatssteuerverrechnungsscheine aus, die jeder Abnehmer landwirtschaftlicher Erzeugnisse bei ihr käuflich erwerben kann. Diese auf den Namen lautenden Scheine gibt der Erwerber beim Ankauf landwirtschaftlicher Erzeugnisse an den Landwirt weiter, wobei er gleichzeitig auf der Rückseite bescheinigt, an wen die Weitergabe erfolgt ist. Der berechtigte Inhaber des Scheines kann damit Einkommen-, Vermögens», Umsatz-, Gemeinde- und Grunderwerbssteuer begleichen. Oie Freien Gewerkschaften zur Erwerbsloien-Siediung. Berlin, 22. Oft. (TU.) Die Vorstände des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes und des Allgemeinen Freien Ange st eilte nbundes ve.öifent- lichen zu den Plänen über die Ansiedlung von Er» werbslosen eine Erklärung, in der vor übertriebenen Hoffnungen gewarnt wird. Im Hinblick auf die finanzielle Notlage der öffentlichen Hand und Der Äottuf der Kommunen. I Die Gemeinden sind das Schmerzenskind der deutschen Finanzpolitik geworden. Die Kundgebung der Arbeitsgemeinscha t der kommunalen I Spitzenverbände läßt keinen Zweifel darüber, daß es trotz aller Bemühungen bisher nicht gelungen ist, die finanzielle Notlage der Gemeinden zu beheben. Die Kommunen dürfen sich nicht darüber wundern, wenn ihr Hilferuf noch immer einer gewissen Skepsis begegnet. Die Zeiten liegen noch picht lange zurück, wo die Großstadtaemeinden vor allem eine Finanzpolitik betrieben haben, die an Großzügigkeit kaum mehr zu überbieten war. Die Sünden der Vergangenheit sind noch nicht vergessen, obwohl, wie anerkannt werden muß, inzwischen ein Wandel eingetreten ist. Es hat freilich eines nicht unerheblichen Druckes der Aufsichtsbehörden in vielen Fällen bedurft, ehe die verantwortlichen Stellen bei den Kommunen sich zu der Erkenntnis durchgerungen haben, daß höchsteSparsamkeik für ein verarmtes Volk die erste Voraussetzung für eine Ueberw ndung der gegenwärtigen kr tischen Zeit ist. Was in mehreren I Jahren versäumt wurde, läßt sich natürlich von heute auf morgen nicht wieder einholen, und die kurzfristige Verschuldung bei den Gemeinden hat vielfach einen Grad erreicht, der eine geordnete Finanzwirtschaft nahezu zur Unmöglichkeit macht. Diese Last muh sich um so verhängnisvoller auswirken, als die Anforderungen an die Gemeinden infolge der allgemeinen Wirtschaftskrise wesentlich gestiegen sind und die Ein- I nahmen wie überall eine rückläufige Bewegung zeigen. Es sei ohne weiteres zugegeben, daß die Verhältnisse seit dem Erlaß der letzten Notverordnung sich für die Kommunen nicht günstiger gestaltet, sondern noch verschlechtert haben. Daß die Verkürzung der Unterstühungsdauer in der Arbeitslosenversicherung für die Gemeinden eine Mehrbelastung bringen würde, war vorauszusehen. Ebenso mußte die Möglichkeit, die Landesbeihilfen zurückzunehmen, die Lage der kommunalen Haushalte ungünstig beeinflussen. Ein nicht minder beachtlicher Faktor ist die Zunahme der Wohlfahrtserwerbslosen, die von den Gemeinden unterhalten werden müssen. Wenn die Spitzenverbände diese Posten mit insgesamt rund 200 Millionen richtig veranschlagen, so haben wir in der Tat eine Summe vor uns, die geeignet ist, alle bisherigen Voranschläge über den Hausen zu werfen. Die Sorge um die Zukunft hat die Kommunen zu einem beweglichen Klagelied veranlaßt, in dem es nicht an Vorwürfen gegen die Reichsregierung fehlt. Vor allem taucht wieder die Wendung auf, daß der Reichsfinanzminister die Sanierung der öffentlichen F nanzen allzu sehr vom Standpunkt desReichsetats aus behandele und die Interessen der Länder und Gemeinden nicht genügend berücksichtige. Mag diese Anklage auch viel Wahrheit enthalten, so dürfen wir doch nicht übersehen, daß die Gemeinden den Reichs inanz» Minister zu einem guten Teile selbst auf diesen Weg gedrängt haben. Bei der ernsten Lage, in der sich die Reichsfinanzen feit langem befinden, war es schlechterdings nicht zu verantworten, daß den Ländern und Gemeinden unentwegt große Summen überwiesen wurden, die, besonders in einigen Großstädten, häufig zu übertriebenen und überflüssigen Luxusausgaben verwandt worden sind. Nur durch die drakonischen Erziehungsmethoden des Reichs, inanzministers konnte der Gedanke der Selbsthilfe in den Gemeinden geweckt werden. Wenn jetzt die Kommunen erneut das Reich um finanzielle Unterstützung angehen und erklären, daß auf andere Weise ihre Not nicht behoben | werden könne, so werden sie zunächst den Beweis i zu erbringen haben, daß auch wirklich von ihrer Seite alles Menschenmögliche getan worden ist, um die kommunalen Etats in Ordnung zu bringen. Wir wissen, daß verschiedene Gemeinden geradezu verzweifelte Anstrengungen gemacht haben und in ihren Einsparungen und in der Belastung der Bevölkerung an die äußerste Grenze des Tragbaren gegangen sind. Wir vermissen aber noch einen ganz klaren Ausweis darüber, daß dies nun wirklich auch überall geschehen ist. Bevor nicht von den Spihenverbänden eine solche Aufstellung erbracht wird, ist es kaum möglich zu entscheiden, ob die erhobenen Vorwürfe wirklich berechtigt sind. Sollten sich die Angaben der Spitzenverbände bei genauer Nachprüfung in vollem Umfang bestätigen, so wird es allerdings nicht zu vermeiden fein, daß das Reich weitere Maßnahmen für die Kommunen ergreift. Wir halt-m c>s ’ür ausgeschlossen, daß das Reich den Fehlbetrag der Gemeinden, der noch immer auf 4„v Oi& jJO Millionen Mark angegeben wird, seinerseits deckt. Der Stand der Reichsfinanzen kann beim besten Willen nicht eben * >fig genannt werden. Wir dürfen froh fein, wenn es gelingen wird, im Reiche ohne Defizit durch die kritischen Wintermonate hindurchzukommen. Uebernähme der Reichsfinanzminister neue Verpflichtungen für die Gemeinden in nennenswertem Umfang, so dürfte der Reichshaushalt au,s Schwerste ge ährdet fein. Die Umschuldung allein vermag den Kommunen nicht zu Helsen, da die Aufwendungen für die Erwerbslosen ohne Frage am stärksten auf die Gemeinden drücken. Der von den Spitzenverbänden gemachte Vorschlag einer organischen Reform in der Arbeitslosenfürsorge verdient unter diesen Umständen stärkste Beachtung. Wir glauben, daß sich hier ein Weg auf- tut, der aus den gegenwärtigen Schwierigkeiten herausführen könnte. Es ist nicht zu bezweifeln, daß die Zusammenlegung der Krisenfürsorge und der Wohlfahrtserwerbslosenfürsorge eine erhebliche Verwaltungsvereinfachung bedeuten und be- der trostlosen Lage von Millionen Erwerbslosen müßten in erster Linie mit geringeren Mitteln rasch wirkende Erleich te r ungen geschaffen werden. Die bisher im Vordergrund staatlicher Tätigleit stehende landwirtschaftliche A n s i e d lu n g sei nach Kräften weiter zu fördern. Sie bedinge aber erhebliche Geldmittel und fachliche Eignung der Siedler. Daher können sie den städtischen Arbeitsmarkt nicht fühlbar entlasten. Die bisherigen Pläne zur Durchführung von Stadtrandsiedlungen setzten ebenfalls beträchtliche Geldmittel voraus, böten jedoch dem Siedler keine selbständige Existenz. In der augenblicklichen Notlage fei daher den Arbeitslosen Kleingartenland im weitesten Umfange zur Verfügung zu stellen. Der Kleingarten erfordere verhältnismäßig geringe Anlagekosten. seine Bewirtschaftung verlange keine Spcz alkennt- nisse. Er böte den Erwerbslosen jedoch nach kurzer Zeit einen Nahrungsmiktelzuschuß. Voraussetzung für eine erfolgversprechende Kleingartensiedlung sei vor allem Weiterzahlung der Arbeitslosenunterstützung, weitgehende Fahrpreisermäßigung, geringer Pachtpreis, langjährige Pachtverträge, Gewährung von Cinrichtungsbei- hilfen. Außerdem wird in der Erklärung eine stärkere Förderung der Kleinhaussiedlung durch Verabschiedung des Wohn- heimstättengesehes und die Beseitigung der erschwerenden Bestimmungen über Wohngenehmigung gefordert, um den Daumarkt zu beleben. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Druck und Verlag: VrLHI'fche UniversilSts-vuch. und Steintruderei R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulllraße L Präsident Hoover. Standpunkt besser kennen lernen. Frankreich sei weder kriegerisch, noch wolle es in Europa dominieren, es wolle im Gegenteil durch diese Besuche in London, Berlin und Washington dartun, daß es bereit sei, einen Teil an der internationalen Zusammenarbeit zu übernehmen, und Zusammenarbeit sei heute nötiger denn je. Während der Fahrt von Neuyork nach Washington wurde die programmatische Rede Lavals im Neuhorker Ratshaus eifrigst besprochen. Von Mitgliedern der französischen Reisegesellschaft wurde angebeutet, daß Laval bereit sei, alle europäischen politischen Probleme und alle wirtschaftlichen Weltfragen in liberalem Geiste mit Präsident Hoover und Staatssekretär Stimson zu besprechen. Insbesondere werde Laval, so wurde weiter gesagt, einer Herabsetzung der Reparationen zu stimmen und sogar bezüglich des ungeschützten Teiles einer „Adjustierung" nicht abgeneigt sein. Dagegen lehne der französische Ministerpräsident eine Verlängerung des Moratoriums ab, da es nur eine Verlängerung der Ungewißheit über Deutschlands Finanzlage^ und damit über die Weltsinairzlage bedeuten würde. Er hoffe, daß Amerika einen Konsultativpakt eingehe, der die gewünschte Sicherheit vor künftigen Kriegen gebe. Kinanzminister und Kommunalsorgen. Berlin. 22. OtL (LU.) Gegenüber den kürz- lich In einer gemeinsamen Kundgebung der kommunalen SpitzenverbänD« zum Ausdruck gekommenen Klagen der Gemeinden wird vom Reichs- sinanzminlsterium erklärt, daßdie Behauptung, die durch Notverordnung versügten Hilfsmassnahmen deS Reiches hätten sich alS ein Schlag ins Wasser erwiesen, gehe fehl. Wenn den Gemeinden die Hälfte der Gehaltskürzung dadurch wieder genommen sei, baß sie an die Länder a b - zusühren sei. so habe doch die Notverordnung dadurch einen Ersatz geschaffen, baß ein Teil der HauSzinSsteuer für allgemeine Ausgaben frei werd«. Wenn man allerdings zu stark in die Vorgriffe gekommen sei in der Erwartung, dah die Hauszinssteuer in der alten Art weiterbehandelt werde, so sei dies nicht Schuld des Reiche«. Bei der Berechnung, dah die abzuführenden Gehaltskürzungen einen Fehlbetrag von 70 Millionen ergäben, seien doch wohl die Zuwendungen unbe« rücksicht: gt geblieben, die den Gemeinden von Juli bis zum Oktober zugutegekommen seien. Die ursprünglichen 60 Millionen zuzüglich der durch die Notverordnung vom 6. Oktober den Gemeinden zur Verfügung gestellten 170 Millionen seien insgesamt für die sechs Wintcrmonate vorgesehen worden. Bon diesem Gesamtbeträge sei also noch nichts verausgabt worden. Im übrigen wird daraus hingewiesen, dah die Notverordnung den Gemeinden die Möglichkeit weiterer Einsparungen gegeben habe. Noch Ansicht des Neichsfinanzministermms sei der Zustand durchaus noch nicht erreicht, dah weitere Sparmaßnahmen unmöglich seien. Die bisher gemalten Schulden gehörten infofern nicht in die Erörterung, als hier durch Notverordnung eine umfassende Umschuldung vorgesehen sei. Nach den bisherigen Feststellungen des Reichsfinanzministeriums betragen die als kurzfristig anzusehenden Schulden der Gemeinden 1,5 bis 1,7 Millionen Mark, in denen aber auch vorübergehende Kosse- kredite enthalten seien, die teilweise inzwischen ab- gedeckt wurden. Die allgemeine Not, so wird ab- sthließend erklärt, werde schliehlich nicht dadurch gemildert, dah sich einzelne Instanzen die Schuld gegenseitig in die Schuhe schöben, fon- dern dadurch, daß sie gemeinschaftlich getragen werde. Vor allem gehe es nicht an, immer nur das Reich für allerlei Fehlbeträge verantwortlich zu machen und zu glauben, dah das Reich aus unerschöpflichen Mitteln Fehlbeträge decken könne. Gegenüber der Anregung der kommunalen Spitzenverbände, die gesamte A r d e i t s - losenunter st ützung In einer Reichsarbeitslosenfürsorge zusammenzufasfen und dadurch zu vereinfachen, insbesondere aber auch den aufgeblähten Derwaltungsapparat der Arbeitsämter, der insgesamt 109 Millionen Mark Kosten verursache, zu einem großen Teil e i n- zusparen, erklärt sich das Reichsfinanzministe- rium für unzuständig. Hessen und Die AeuoliederiW des Reiches. Staatspräsident Adelung lehnt ein Aufgehen Hessens in Preußen ab. Frankfurt a. 21L, 22. Oft Amtsgerichlsrat Ihurn in Friedberg hatte In einem Schreiben an die „Frankfurter Zeitung" erklärt, die bisherige Regierungskoalition werd« sich nur behaupten können, wenn die Regierung noch den Schritt tut, den Anfchluh Hessens an Preußen in die Wege zu teilen. Der weitaus größte Teil des hessischen Volke», insbesondere die gegen Reich und Preußen fchlechler geslellle Beamtenschaft, roatle daraus. Die Redaktion der „Frankfurter Zeitung" hatte dazu bemerkt, dah dieser ehedem in Hessen nicht volkstümlich gewesene Gedanke offenbar Infolge der Sparmaßnahmen der Regierung unverkennbar an Sympathie gewonnen habe. Aus die Litte der „F. Z." äußert sich Staatspräsident Adelung zu dieser Frage wie folgt: Ich glaube annehmen ju dürfen, daß der weitaus überwiegende Teil des hessischen Volke» mit mir einig ist in dem Bestreben nach einer Reich»- reform ImSinne de» dezentralisierten Einheit» st aate». Lin Aufgehen Hessen» In Preußen bringt aber diesen Einheitsstaat nicht und bedeutet auch kelnesweg» eine ft e u e r 11 d) e oder verwaltungstechnische Verbesserung für die hessische Bevölkerung. Ob die hessische Beamtenschaft gegenüber der preußischen dauernd schlechter gestellt bleibt und deshalb den Drang nach Preußen Hal, wäre noch abzuwarten, schon im Hinblick darauf, dah preuhen zunächst nur einen Teil seine» voraussichtlichen Defizit» durch die Notverordnung ausgeglichen hat. Jedenfalls war au» den Ausführungen de» Vorsitzenden de» hessischen £an- deslehrerverelns im Landtag nicht zu entnehmen, dah die hessischen Lehrer die preuhische Regelung als für sie günstiger vorziehen würden. Man sollte sich übrigens hüten, die Notverordnungen der einzelnen Länder gegeneinander auszusple- len, insbesondere solange das Notverordnungsrecht nicht abgeschlossen ist. hosfentlich übernimmt da» Reich bald wieder die Führung in der B e - amlenbesoldungsfrage, wodurch dann die starke Unterschiedlichkeit der Besoldung In Reich, Staaten und Gemeinden wieder beseitigt würde. Die hessischen Gemeinden würden gegenwärtig, wenn der preußische innere Finanz- ausgleich auf Hessen übertragen würde, eine sehr viel höhere Belastung erfahren. Ls ist nun neuerdings von Mitgliedern des preußischen Kabinett» die Anregung ausgegangen, den Dualismus zwischen Reich und Preußen— diese» Kernstück jeder Reichsreform — durch Zusammenlegung preußischer Ministerien mit Reichsministerien zu beseitigen. Diese Vorschläge sind aber noch reichlich unklar oder übermäßig kompliziert, würden sie sich realisieren, so könnte davon für die ganze Frage Der Reichsreform ein sehr starker neuer Impuls ausgehen, der auch weitergehende Entschlüße ermöglichte. Jedenfalls ist die hefsifche Regierung mit aller Energie bestrebt, die Reichsreform zu fördern, sie glaubt aber nicht, daß ein Aufgehen helfen» in preuhen ein wirksamer Schritt zu diesem Ziele ist. Oer Kamps zwischen Krank und Dollar. Frankreich verlangt höhere Verzinsung seines in Amerika stillgehaltenen Kapitals. P a r i », 22. Ott. (TU. Funkspruch ) Die Neuyorker Großbanken haben die französische Forderung, die Derzinfung des französischen Kapitals In Amerika zu erhöhen, abgelehnt. Der Beschluß scheint das kürzliche Abkommen zwischen der Bank von Fra reich und der Federal Reservebank ernstlich in Frage zu stellen. Der Untergouv.'rneur der Dank von Frankreich so.l diese Erhöhung zur Borbedingung für die Belassung der 200 Millionen Dollar in Amerika gemacht haben. Man nimmt an, daß eS den französischen Unterhändlern doch noch gelingen werde, eine Erhöhung deS Zinsfußes durch- zudrücken. Sollte dies jedoch nicht der Fall sein, so erscheint es nicht ausgeschlossen, daß d i e Dank von Frankreich ihr Geld auS Amerika zurückzieht, waS natürlich zur Folge haben würde, daß auch die übrigen Pariser Großbanken ihre Guthaben vollständig löschen würden. Der Pariser Berichterstatter des „Daily Herald" meldet, daß dieses Ultimatum der Bank von Frankreich von den französischen Privatbanken, deren Engh.rzigkeit bei internationalen Transaktionen charakteristisch sei, eifrig unterstützt würde. Heutzutage hätten die französischen GeschästSleute nur zwei Fragen, und zwar 1.: „W ann wird der Dollar z u s a m m e n b r e ch e n?" und 2.: ..W ie tief wird er fallen?" Dah die Bereinigten Staaten vom Goldstandard ab» gehen würden, werde als feststehende Tatsache angenommen. Gewiss« französische Kreise führten als Grund für das Ultimatum an die amerikanisch« n Banken an, daß es daS DamokleS- schwert sei, das über dem Haupt de - Präsidenten Hoover am BorGbcnd seiner Besprechungen mit Laval schweb«. Laval strebe nach dem Weltfrieden, aber in französischem Sinne, und der Franken fei der Knüppel, mit dem er die französische Uebersetzung des Wortes „Sicherheit" in den Kopf deS amerikanischen Präsidenten hineinpauken wolle. Die „Financial News" schreibt, man müsse abwarten, ob Amerika sich dem mit finanziellen Mitteln auS- geübten politischen Druck beugen werde 3n diesem Falle würde natürlich daS Ansehen Amerika« noch erheblich mehr leiden, al« wenn die Bereinigten Staaten vom Goldstandard abgehen würden, wa« wiederum nicht in französischem Interesse liegen könnte. Oie Zukunst des Pfundes. Wird England tich zu einer Weltreichs. Währung entschließen? London, 21. Ott (TU.) Sir D. D1 ackett, einer der Direttoren der Dank von England, sprach vor dem Londoner Rotary-Klub über die Währungsfrage. Die Rückkehr zum Goldstandard — entweder zur alten oder zu einer neuen Parität — käme für England nur in Frage, wenn vorher die internationalen Schwierigkeiten, die die Verheerung mit dem Goldstandard angerichtet hätten, beseitigt seien. Die Fragen neuer Währungsstandarde wie D -Metallisrnus Sym-Metallis nus und Non-Meta.ttsmus müßten eingehend untersucht und auf ihre Zuverlässigkeit in Zeiten der Not geprüft werden. Wenn England durch das Opfer des Abgehens vom Goldstandard davor bewahrt werden könne, unter d i e Räder deS Triumphwagens der Federal Reserve-Danken oder de rDank von Frankreich zu geraten, so fei der Ausweg einer anderweitig planmäßig geregelten Sterling - Währung nicht von der Hand zu weisen. Auch eine Zwischenlösung in Gestalt einer Weltreichswährung fei in Detracht zu ziehen, der sich andere Länder im Falle des Erfolges anschließen könnten, um auf diese Weise zu dem eigentlichen Ziele einer i n - t emotionalen Währung zu kommen, die einem doppelten Zweck dienen müsse, nämlich der Deständigkeit der Währungen sowohl wie der Preise. Die französische Industrie prolestiettgegenAuSlandSkredife Tie Kinanzicrunq der ausländischen Konkurrenz Pari«, 22. Oft. (WTB.) Die HandelSkarn- mcr Lille hat an Ministerpräsident Laval appelliert, unverzüglich durch KompensauonSzöllc daS Gleichgewicht zwischen den Produktionsbedingungen in Frankreich und im Auslande wieder her- zustellen. Die französischen Produzenten forderten, die Mittel der französischen Sparer nicht mehr zur Wiederherstellung fremder Länder zu verwenden, die AuSlanbskre- dite mißbrauchten, eine Übermäßige Pro- b u Mion entwickelt hätten und der französischen Industrie Konkurrenz machten. SS sei unzulässig, dah die französischen Geldmittel milliardenweif« in« Ausland flös- sen. während die französischen Produzenten k«i ne Kredite mehr fänden, der wirtschaft- sich« AuSrüstungSplan vernachlässigt werden müßte und französische Arbeiter von schwerer Arbeitslosigkeit bedroht seien. Aufstand auf Zypern. Kür Den Anschluß an (tiriedjenlanb England entsendet Kriegsschiffe. London. 22. Oft. (111.) Am Donnerstag ist la der englischen Kronkolonie Zypern ein Anfstand ausgebrochen. Eine größere Menschenmenge griff da» Verwaltungsgebäude der britischen Regierung an und steckte e» in Brand. Da» Gebäude brannte vollkommen nieder. Die Polizei sah sich gezwungen, ans die Menge za feuern, wodurch elf Eingeborene verwundet wurden. Am Donnerstagabend hat der Aufstand In Limassol unter Führung des griechisch-orthodoxen Bischof» von Larnaka begonnen und von dort nach der Hauptstadt und anderen Städten übergegriffen. Der Bischof von Larnaka ries am Donnerstagabend in einer Versammlung auf dem Sportplatz d i e anwesenden Griechen auf, im Namen Gotte» und ihre» Vaterlandes sürden Anschluß an Griechenland zu kämpfen. Die Anwesenden gelobten, für d i e Unabhängigkeit und den Anschluß zu kämpfen. Später wurden unter vor- antritt des Bischofs und der Bürgermeister der wichtigsten Städte der Insel ein Umzug durch die Straßen von Limassol veranstaltet, wobei gerufen wurde: „hinaus mH den Ausländern, nieder mit den Tyrannen 1" und: „Es lebe der Anfchluhf" Es herrschte große Begeisterung, und die Anwesenden gelobten, während die Kirchenglocken läuteten, den Kamps bi» zum Ende durchzuführen. Die Admiralität teilt mit, dah zur Unterdrückung der Unruhen auf Zypern die beiden 10 000-Xonnen- Kreuzer „London" und Shropshlre" sowie zwei moderne Zerstörer von Kreta nach Zypern entsandt worden sind. Sech» Dicker»-Ir up- pen-Transport-Flugzeuge sind mit einet Kompanie nach Alexandria abgegangen, um nach Zypern weiterzufliegen. Eine weitere Kompanie ist mit der Bahn nach Port Said abgegangen, wo sie sich nach Zypern einschiffen wird. Oer Mandschurei-Konflikt. Ein neuer Bernnttiungsvorschlag des rröikerb mds Genf, 22. Oft. (TU.) Driank> legte dem Bölkerbundsrat einen EntschliehungSentwurf vor, in dem in sieben Punften die Richtlinien für die abschließende Regelung des japanisch-chinesischen Streitfalles festgelegt werden und der Bölkerbundsrat zum 16. November zu einer neuen Tagung einberufen wird. Die Hauptpunkte sind folgende: Punkt 4 ersucht die japanische Regierung, unverzüglich die Zurückziehung der Truppen in die Sisenbahnzone einzuleiten und bis zur nächsten Tagung deS Völkerbunds- rates vollständig durchzuführen. Die chinesische Regierung wird ersucht, unverzüglich alle Maßnahmen zum Schuhe der Sich Lr Helt der japanischen Staatsangehörigen zu treffen unter Zuziehung von Vertretern anderer Mächte, die die Durchführung überwachen sollen. Punkt 6 schlägt vor, daß China und Japan nach der Räumung alle schwebenden Streitfragen inunmittelbarenDerhand- lungen regeln und zu diesem Zwecke einen DergleichSauSschuh einsetzen. Die Bertreter der japanischen und der chinesischen Regierung ersuchten für die Stesiungnahme ihrer Regierungen umeineeintägtge Frist. Der Bölkerbundsrat wurde zu einer neuen Sitzung zu Freitagnachmittay einberufen. In der Aussprache verlas der japanische Botschafter Poshisawa eine Erklärung, nach der Japan die Bedenken gegen die Zuziehung der amerikanischen Regierung zu den Ratsverhandlungen zurück- zieht. Briand gab einen kurzen Ueberblick über Die letzten Verhandlungen. Der vorgelegte Gnt- schliehungsentwurs habe bereits die Z u ft i m - m u n g aller Mächte mit Ausnahme von Japan und China gesunden. Der Bertreter der chinesischen Regierung erklärte sodann, daß die Entschließung in allen Punkten den chinesischen Forderungen Rechnung trage. Der japanische Botschafter verlas eine außerordentlich scharfe Erklärung, in der betont wird, dah Japan feine Trappen unter keinen Umständen zu einem bestimmten Zeitpunkt zurück- ziehen könne, da die Lage in der Mandschurei sehr schwierig fei. Schwenkung Der japanischen Sozialdemokratie. Tokio, 22. Olt. (END.) Die japanische Sozialdemokratie ist im Begriff, eine auffehenerre- gende Schwenkung zu vollziehen, die für die Außenpolitik des japanischen Reiches im gegenwärtigen Augenblick fraglos eine Unterstützung von eminenter Wichtigkeit sein dürfte. Der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei, Shakai Minshuto, vom rechten Flügel der proletarischen Bewegung, erklärte, die Partei beabsichtige, vom Marxismus $ u m Staats- fozialiSmu « als Grundprinzip überzugehen. Die Partei sei zu der Ansicht gekommen, daß die Weltlage vorläufig eine "Verwirklichung deS marxistischen Internationalismus unmöglich mache. Den unmittelbaren Anstoh zu der Umftcllung des Parteiprogramms hab« Die Mandfchurei- frage gegeben. Die Partei hab« daS Manschureiproblem bisher stets als einen Teil der i m - perialistischcn Bestrebungen des japanischen Reiches angesehen und es deshalb bekämpft, jetzt aber hob« sie erkannt, dah eS ein nativ- nal-wirtfchaftlicheS Problem fei und als solche« i m R a h m e n deS ftaatSsozlali- stischen Problem« gelöst werden müsse. Kleine politische Nachrichten. Reichskanzler Dr. Brüning, der am SamStag von seinem kurzen Erholungsurlaub nach Berlin zurückkehren wird, ball sich seit zwei Sagen im Hotel .Margaretenhof" im Siebengebirge auf. Auch während seines kurzen Urlaubs hat der Kanzler verschiedene Besprechungen geführt, so mit dem Oberpräsidenten Der Rheinprovinz, Dr. FuchS, dem westdeutschen Industriellen Springorum und dem Amsterdamer Finanz- mann Dr. B r o e l. Der italienische Außenminister D r a n d i, bet am Sonntag in Berlin eintreffen wird, wird voraussichtlich an Montag vom Reich-Präsidenten empfangen werden. Der Reichskanzler wird am Sonntagabend zu Ehren de« italienischen GasteS ein Festbankeit veranstalten. Am Montagabend ist ein Empfang in der italienischen Botschaft vorgesehen. e Der Preußische Landtag lehnte Den deutschnationalen und den kommunistischen M i h - trauenSantrag gegen da« Kabinett "Staun in namentlicher Abstimmung mit 225 Stimmen der Regierungsparteien gegen 195 Stimmen der Opposition ab. Der Bayerische Landtag lehnte die Anträge der Deutschnationalen, der Nationalsozialisten und Kommunisten auf Auflösung bc« Landtages endgültig ab Dagegen wurde mit verfassungsmäßiger Mehrheit die Ausscheidung der 15 Landesabgeordneten beschlossen. deren Wahl nach Dem StaatSgerichtS- hofSurteil auf Grund ungültiger Bestimmungen deS Land«Swah!gesctzeS erfolgt war. Die Nationalsozialisten und Deutschnationalen werden gegen diese Beschlüsse Anfechtungsklage beim StaatSgerichtshvf einreichen, weil nach ihrer Auffassung der Landtag mit 113 Mit- gl ed ern nicht mehr der Verfassung entspricht. Die ausdrücklich bestimmt, dah der Landtag au« 128 Mitgliedern besteht. Am 25. Oktober findet In D a r m ft a b t ein Reich». Parteitag ber Dolksrechtpartei statt. Die Verhandlun- Sen werben sich vor allem mit ber Hauszlnssteuer. age und ber Notverorbnungspolitik befaßen Der leichsporteloorfitzenbe. Landtagsobg. A Käufer (Stuttgart), wirb bas Hauplreferal über „Die Stellung ber Dolksrechtpartei zur politischen Lage und zu den politischen lagesfragen" erstatten Dem Reichsparteitag geht eine Sitzung be» inneren Reich». Vorstandes voraus. • Di« Lohnverhandlungen zwischen ber ReichSbahnbauptverwaltung unb den am ReichSbahnlohnvertrag beteiligten Gewerkschaften haben nicht zu einer Einigung geführt. Die ReichSbahnhauptverwaltung wird nunmehr ben ReichSarbe t-minister um die Einleitung eine« Schlichtungsverfahren« ersuchen. Aus aller Welt Der Lübecker Tuberkulose-Prozeß. Im Calmette-Prozeß wurde von dem Verteidiger Pros. Dr. Deycke» ein Antrag eingebracht, einen Mediziner als Zeugen zu laden, um ibn über einen in Bulgarien im Jahre 1927 bei der fßerfütterung von Colmette-Pröparaten oorgekommenen Fe hl schlag zu vernehmen. Deycke erhielt in diesen lagen einen Brief von einem Dr. med. Sliwenski. in dem dieser ihm von einem bisher nicht in der Oeffentlichkeit bekanntgewordenen dalmetteunglurf In Pernik in Bulgarien Mitteilung macht. Dr. Sllwenskl schreibt, daß vom Mai 1927 bis Oktober 1929 dort etwa 250 Kinder mit BCG gefüttert worden seien, von denen über 90 gestorben seien Er habe bisher mit Rücksicht auf feine Familie über dieses Unglück geschwiegen, da er für seine Entlassung befürchtet habe Der Verteidiger Des Ober- medizinalrate» A 11 st a d t beantragte darauf, auch Sachverständige aus Upsala und Posen zu vernehmen, die bekunden sollen, dah In Schweden und Posen umfangreiche Fütterungen mit dem dal- mette-Mittel erfolgt seien, ohne daß schädigende Wirkungen beobachtet wurden, unb ohne daß man eine ständige Nachkontrolle für erforderlich hielt. Rechtsanwalt Dr Hoffmann stellte ferner den Antrag, Pros. Calmette al» Zeugen zu laben. Er soll sich äußern bazu, daß bi» zum l.Iuli 1931 in Frankreich 357 000 Kinder mit BCG. gefüttert worden seien, und daß man in Frankreich eine ständige Nachkontrolle nicht für notwendig hielt Darauf erklärte Rechtsanwalt Dr. Frey, die ganze Angelegenheit werde auf ein Nebengleis geschoben: denn es handele sich weder um da» Calmette Mittel selbst, noch um seine Güte, sondern es sei die Frage zu klären, ob diejenigen Vorsichtsmahnah- men, die man an anderen Orten traf, und bie Maßnahmen, die Calmette selbst vorschrieb und an- wandte, auch in Lübeck getroffen wurden. Die Frage sei- Wer ist verantwortlich dafür, dah da» nicht geschah!? Schwere» Gasunglück bei den Bayerischen Stickstoffwerken. In Trostber (Oberbayern) wurde bei Den Bayerischen Stickstofswerken ein Fabrikarbeiter. Der unbedacht in einen eisernen Kalkbunker stieg, von den darin befindlichen Gasen betäubt, ebenso ein nachfolgender M ei st e r und ein weiterer Arbeiter. Die mit Sauerstoffapparaten arbeitenden Rettungsmannschaften konnten wohl die drei sofort an Die Luft bringen. Doch waren alle Wiederbelebungsversuche erfolglos. Siner der Getöteten hinterläßt eine Witwe mit vier Kindern. Da» eigene Kind ja Tod« geprügelt Das Schwurgericht beim Berliner Landgericht I verurteilte die 26jährige Ehefrau Schäfflein wegen Körperverletzung mit TodeSerfolg z u neun Monaten Gefängnis. Die Frau wurd« beschuldigt, ihre zweijährige Tochter zu Tode mißhandelt zu haben. Der ärztliche Befund ergab Schädelverlehungen und schwere Verletzungen an Den Weichteilen, bie auf harte Prügel zurückzulühren waren. Die Mutter behauptete, daß ba« Kind lungenkrank gewesen fei unb sie durch ständiges Husten belästigt hab«. Sie will ihm jedoch nur einige leichte Schläge versetzt haben, um daS Kind zur Ruh« zu bringen. Der Staat«anwai^ hatte ein Jahr Gefängnis beantragt Da» „wachsende flau»". — Ein Wettbewerb für deutsch« Architekten. Ein Wettbewerb zur Erlangung von Entwürfen für bas .Wachsen!)« Haus"' anläßlich der vom 14. Mai bi« 7. August 1932 in Berlin stattfindenden Ausstellung .Sonne, Luft und Hau« für Alle" ist soeben durch da« Verkehrsamt der Stadt Berlin ausgeschrieben worben Da« .Wachsende Hau«" ist ein vorstädtisches Garten- brd numehr Einleitung eine- ersuchen. ell. !-Pro;eb. hem Serteiblger ingebradjt einen um ihn über jre 1927 bei der araten vorge- emefjmen. Deycke irief von einem dieser chm von ichkeit befannlge« in Perilik in l. Dr. 6lin>en(ti )ftober 1929 dort ert worben feien, rben feien Er le Familie über ür feine Sntlaf‘ tger des Ober« |te daraus, auch nb Posen zu atz in Schweden jen mit bem Tai- ! bah schäbi« ;tel wurden, und jlontrolle für : fjoffmann stellte eile als Zeugen izu, bah bis zum fiinber mit 85®. nun in Frankreich ir notwendig hielt. Frey, die ganze engtet; geschoben: is Lalmette.Mittel n e; sei die Frage ichtsmahnah« len traf, und btt vorschrieb und an« rossen wurbeiu lortlich dafür, bah L^^ichr. 3£Hnbbm. st???*** ® Mauser * -Die Stet. 'Wn Lage und Mlatten. $em 'wneren Reichs. i^ndi, i ich U.dor. lehnte w* D,Ung des JSÄS >•••«£ 'ger D-, erfolgt lulse Anfcch, d^'chen, tveil m'l 113 Mit. entspricht, '-anbtag aus lürf loffmrM cde bei den W karbeiterderun, eben Gasen be- er Deister . mit Lauersto i' tungsmannfchaltt" süS--- rn. e geprüg^ ,lin€r LanbgerM sw?. Die olu" rDbe ü Befund ixssr KiS 9e ro..f>e zu orm fis&W* """'n unfl L^r v°>n S’Ä -Este ÄS Aus der prvvinzialbauptstadt Gießen, den 23. Oktober 1931. Das Geld muß rollen! Der Kavag-Prozeß. Keine Transaktion ohne Sondervergütung für die Direktoren. Man schreibt ms: Nur ein Teil der Spareinlagen« Abhebungen in den letzten Monaten ist durch die Krisenlage verursacht: beträchtliche Abhebungen sind ohne wirkliches Bedürfnis erfolgt. Die Verminderung der Einzahlungen vor allem ist nicht Folge der Arbeitslosigkeit und Einkommensoerminderung. sondern hauptsächlich einer unbegründeten Psychose. Das Ueberwiegen der Abhebungen über die Einzahlungen ist unerfreulich, weil es bie wirtschaftlichen Verhältnisse unnötig kompliziert und erschwert. Hält diese Entwicklung an, so werden die Sparkassen zu einer ausgedehnten Rückziehung der von ihnen gewährten Kredite gezwungen, wodurch gerade die breiten Schichten des wirtschaftlichen Klein- und Mittelstandes betroffen und Ar- beits- und Erwerbslosigkeit vermehrt würden. Die Unterstützung durch die Reichsdank kann naturgemäß nur vorübergehend sein. Die Sparkassen haben die Zahlungskrise des Juli nicht verschuldet, die Sicherheit ihrer Einlagen ist völlig gewährleistet. Inzwischen sind weitere Maßnahmen getroffen worden, freiwillige, wie auf Grund der Notverordnungen, die auch psychologisch das Vertrauen zu den Sparkassen zu fördern geeignet sind. Insbesondere ist eine noch schärfere Trennung der Sparkasse nund ihres Vermögens von den öffentlichen Finanzen (der Gemeinden ufro.) vorgenommen worden, was um fo erfreulicher ist, weil dadurch ein wichtiger Beunruhigungsfaktor mancher Sparerkreife befeitbgt worden ift, Gerüchte von einer teilweisen Beschlagnahme von Spareinlagen sind reiner Unsinn. Nock immer wird auch Unruhe in manche Sparer- kreise hineingetragen durch Jnflationsfurcht. Die tatsächlichen Verhältnisse beweisen demgegenüber nicht einen Geldüberfluß, sondern eher einen Geldmangel: außerdem ist von den verantwortlichen Stellen in Politik und Wirtschaft wiederholt klar und energisch jede auch die kleinste Inflation abgelehnt worden. Wie stabil die deutsche Mark ist, zeigt übrigens die Tatsache, daß sie seit der Stabilisierung durch alle Krisen hindurch, auch die letzte, fest geblieben ist — im Gegensatz zu wichtigen, früher nie angezweifelten ausländischen Währungen. Zu einem guten Teil hängt das Schicksal der deutschen Wirtschaft von der Einsicht und Vernunft der Sparer selbst ab, davon, ob sie durch unnötige Abhebungen und zurückgehaltene Einzahlungen den gesunden Kreislauf des Geldes in der Wirtschaft stören und so Not und Arbeitslosigkeit für alle, auch für sie selbst, vergrößern -ollen oder ob sie wieder in der alten normalen Weise ihr verfügbares Geld einzahlen und yur bei wirtschaftlichem Bedarf abheben. AngstundPaniksind nochnieguteLehrmei st er gewesen. Stet- gen die Einzahlungen wieder über die Auszahlungen — in vielen Gegenden ist das erfreulicherweise bereits wieder Normalzustand —, so ist. jegliche Gefährdung des Zahlungsverkehrs bei den Geldinfti- tuten ausgeschloffen und der entscheidende Schritt im Kampf gegen die Wirtschaftskrise und Arbeitslosig- feit getan. Herbst-Bezirkstag der „Hassia". Am Sonntag fand unter reger Teilnahme der Vertreter der angeschlossenen Vereine im „Post- keller" die Herbst tagung des Bezirks Gießen der K ri e g e r k a m e r a d s ch a f t „Hassia" statt. Der Vezirksvorsihende. Prof. Dr. K r a e m e r, Gießen, erstattete Bericht über den „Hassia"-V^rbandstag in Michelstadt. Dr. Stahlhofen und Inspektor Schrimpf. Bad- Nauheim, referierten als Vertreter der Allianz über Versicherungswesen. Eine rege Aussprache schloß sich an. Heber das Fürsorgewesen sprach der Fürsorgeleiter der „Hassia" in der Provinz Oberhessen, Bonhard, Gießen: er nahm 6teI-__ lung gegen die Notverordnung, durch die die Bezüge der Kriegsopfer stark gekürzt tourbep; Das Schießwesen behandelte Bezirksschießleiter Klein, Gießen. Von 20 im Bezirk bestehenden Schießabteilungen haben 16 am Meisterschaftsschiehen teilgenommen. Die Schießabteilung Gießen hat den Höchststand in der „Hassia" erreicht und zum drittenmal den Wanderpreis errungen. Gute Leistungen seien auch bei den Jungschützen festzustellen. Der Bezirksvorsihende sprach den Siegern den Dank und die Glückwünsche des Bezirks aus. Die Jugendbewegung habe weitere Fortschritte gemacht. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag. Stadttheater Gießen: „Sturm im Wasserglas", 20 bis 22.15 Uhr. — Bund Haus und Schule: 20 Uhr, Jo- hannesfaal, Fawilienabend. — Oberhessischer Kunstverein: Turmhaus am Brandplatz, Ausstellung „Alte und neue Graphik" 15 bis 17 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Bomben auf Monte Carlo". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Der singende Draht", „Blitz und Liebe", „Das sind Zustände" und „Kein König der Wälder". — Vortrag im Kaufmännischen Ver - e i n. Man schreibt uns: Am 26. Oktob.er wird Professor Walter Josephson unter Mitwirkung der Konzertsängerin Erna »übender in der Aula einen Vortrag halten über das Thema „Wie kommt eine Opernaufführung zustande? Ein Blick hinter die Kulissen", mit Gesangsvorträgen und Lichtbildern. Der Vortragende, der als langjähriger städtischer Musikdirektor in Duisburg beruflich in steter Verbindung mit dem Theater stand, wird zunächst einen kurzen geschichtlichen Ueberblick über die Entwicklung der Oper geben und einige Stilproben von Opern« Arien der verschiedenen Epochen oorführen. Sodann wird der Werdegang einer Oper verfolgt von der Komposition an bis zur Uraufführung. An Hand von Lichtbildern wird dem Laien die Well hinter den Kulissen erschlossen. Der Vortrag dürfte allen Theaterfreunden Gelegenheit geben, einen Einblick zu tun in die ungeheure Summe von Einzelarbeit, die, dem Zuschauer nicht sichtbo erforderlich ist, um eine Opernaufführung zustande zu bringen. — Der Metallbildhauer H. Küchel ver- anstaltet am morgigen Samstag, 24. Oktober, und am Sonntag, 25. Oktober, im Hotel „Prinz Earl" eine Ausstellung neuzeitlichen Schmuckes. Die Arbeiten des in Gießen nicht unbekannten Künstlers sind unverbindlich zu besichtigen. Näheres in der gestrigen Anzeige. * * Kreisamtspersonalien. Derwal- tungsinspektor H e b e l e r vom Kreisamt Gießen wurde, zunächst vertretungsweise, auf den Posten des Verwaltungsinspektors und Bureauvorstehers beim Kreisamt Alzey verseht. Der bisherige Inhaber dieser Stelle, Verwaltungsinspektor Vogel, ist, wie kürzlich berichtet wurde, wegen Veruntreuungen in ein Disziplinär- und Strafverfahren verwickelt. Voraussichtlich wird aus WSN. Frankfurt a. M., 22. Ott. Der heutige Verhandlungstag im Favag-Prozeß brachte wieder eine Reihe von Momenten, wie skrupellos der Vorstand Gelder der Gesellschaft unter sich verteilt hat. Richt nur, daß bei glücklichen Transaktionen große Sondervergütungen verteilt worden sind, auch bei Fehltransaktionen erhielten die Direktoren eine besondere Vergütung. Bekanntlich war bei der Fusion mit dem Deutschen Lloyd eine Vergütung von je 10 000 Mark in Aktien und später nochmals ein Betrag von 38 000 Mark in bar verteilt worden. Als sich später her- ausstellte, daß sich diese Fusion zum Schaden der Favag auswirken würde, wurde die Fusion wieder rückgängig gemacht. Die Favag gab die Aktien wieder zurück, so daß auch die Direktoren die erhaltenen Papiere wieder ausliefern mußten. Sie erhielten dafür als Entschädigung einen Darbetrag von je 5326 Mark. Mädje meint zu dieser eigenartigen Zuwendung, daß zwar das Zustandekommen der Fusion als ein sehr erfreuliches Geschäft angesehen wurde, daß man sich jedoch noch mehr gefreut habe, den De u t - schenLlohdwiederloszuwerden. Rach Ansicht Lindners sollte der für die Rückgabe der Aktien vergütete Betrag dafür sein, „daß man sich um die Geschäfte gekümmert hätte". Uebrigenß ist im Anschluß an die Lloyd-Transaktion noch eine dritte Vergütung ausgezahlt worden, die sich auf 20 260 Mark belief, und die an Decker, Dumcke und Mädje ging. Mädje meinte auf die Vorhaltungen des vorsihenden, daß es sich hier nicht um einen überwältigenden Betrag gehandelt habe, so daß er sich keine sonderlichen Gedanken machte. Der Aufsichtsratsvorsihende Hoff, der heute wiederum vernommen wurde, verlas eine Erklärung, in der er noch einmal betonte, daß er Dumcke für einen durchaus ehrenwerten Mann gehalten habe, dem er unbedingt Vertrauen entgegenbringen konnte, um so mehr, als an dessen Integrität bis zum Zusammenbruch nicht nur innerhalb des AussichtsratK der Gesellschaft, sondern darüber hinaus in ganz Frankfurt sowie im In- und Auslande nicht der geringste Zweifel bestanden hätte. Erst vor wenigen Tagen sei ihm noch gesagt worden, auf der Vertretungsweifen ^Übertragung der Alzeyer Stelle an Verwaltungsinspektor Hebeler eine definitive Betrauung mit diesem Amte werden. Amtsnachfolger des Herrn Hebeler beim Kreis- amt Gießen wurde Derwaltungspraktikant Degen von hier, an dessen Stelle wurde der Verwaltungspraktikant Schweitzer von Bingen hierher verseht. ♦* Probealarm der Feuersirenen. Am morgigen Samstag um 15 Uhr werden die Feuer- sirenen probeweise in Tätigkeit gesetzt. Beim Ertönen des Alarms ist also keinerlei Grund zur Beunruhigung gegeben. ** Zum Schutze der Telegraphenlei- tungen fordert das Kreisamt Gießen durch eine Bekanntmachung im neuesten Amtsverkündigungs- blatt die Besitzer von Baumpflanzungen längs der Telegraphenlinien auf, gelegentlich der im Herbst und im nächsten Frühjahr stattfindenden Ausästungen die Bäume so weit zurückzuschneiden, daß Berührungen mit den vorbeiführenden Telegraphen- und Fern- sprech'leitungen auch beim raschen Wachsen der Päume ausgeschlossen bleiben. Das Säuglingsheim ein Opfer der 9B3 rtschaftskrise. In diesen Tagen muhte das Säuglingsheim (Therefien-Kinderheim), das seit dem Jahre 1908 bestand, geschlossen werden. Das Heim ist auch ein Opfer der Krise geworden. Von edel- denkenden Frauen wurde es gegründet, von verständnisvollen und wohlhabenden Bürgern durch Spenden unterhalten. Während der Kriegszeit und auch während der Inflationsjahre konnte das Heim seine Pforten offenhalten, dem gegenwärtigen wirtschaftlichen Niedergang war man aber nicht mehr gewachsen, und die Verwaltung mußte sich zu dein schweren Schritt entschließen, das Heim aufzulösen. 23 Jahre lang war es den Säuglingen, die eines elterlichen Heims entbehrten, während des ersten Lebensjahres ein sicherer Hort. Die Oberschwester und ihre Helferinnen waren stets verantwortungsbewußt um das Wohl der ihnen anvertrauten Kinder bemüht. Für die mannigfachen Verdienste, die sie sich im Laufe der Jahre um die Kleinen erworben haben, gebührt ihnen alle Anerkennung. Es ist bedauerlich, daß diese wertvolle soziale Einrichtung nun ein Opfer der Wirtschaftslage geworden ist, und es wäre nur zu wünschen, daß sich die Verhältnisse bald grundlegend ändern, damit das Säuglingsheim vielleicht wieder aufleben kann. — Der bis jetzt bestehende Verein für Säuglingsfürsorge bleibt nach einem Beschluß des Vorstandes bestehen und wird nur in veränderter Form, mehr als Pflegeverein (der allerdings noch des weiteren Ausbaues bedarf), fortgeführt werden. Damit der Verein feinen Aufgaben gerecht zu werden vermag, bedarf er nach wie nor der Unterstützung aller feiner Mitglieder und Freunde. "Vorträge eines Chinamissionars. Der Oberhessische Missionsverein für Basel und der Evangelische Gesamtkirchenvorstand Gießen hatten am Dienstag zu zwei Vortragsveranstaltungen eingeladen. Der Johannessaal war am Rachmittag bis auf den letzten Platz beseht, die Stadtkirche war am Abend ebenfalls sehr gut besucht. Redner war der Chinamissionar Walter, der nach langer Gefangenschaft durch die Kommunisten in China in die Heimat zurückkehren konnte. Die beiden Versammlungen leitete Dekan G u h m a n n, der Vorsitzende der Basler Mission in Oberhessen, mit einer Andacht ein. Sodann sprach Missionar Walter über seine mannigfachen Erlebnisse und über die Früchte seiner Gefangenschaft für Missionsverständnis und Missionsfreudigkeit. Seit 20 Jahren, so führte er u. a. aus, sei in China Revolution, und trotz aller Wirren werde Missionsarbeit geleistet. Es sei göttliche Fügung gewesen, die Missionare in Gefangenschaft zu führen und sie wieder zu befreien, um ihnen so seine Allmacht fühlbar werden zu lassen und den Glauben an seine Größe zu stärken. Dieses Bewußtsein göttlicher Allmacht habe in den Gefangenen die Missionsfreudigkeit gefördert und ihnen neue Impulse verliehen. Die Arbeit der Missionare sei in letzter Zeit besonders dadurch erschwert worden, daß es nicht mehr nur gegen verirrte Dumcke habe ganz Frankfurt geschworen. Bei der Verteidigung lost es sichtliche Genugtuung aus, als der Erste Staatsanwalt erklärt, daß die Anklage es als richtig unterstelle, daß Dumcke in aller Augen als integer'betrachtet wurde. Als Beweis hierfür könne neben andern Aeuherungen der Rachruf der Favag nach dem Tode Dumckes betrachtet werden, der mit den Worten schließe, daß die Favag „für alle Zeiten in die Fußtapfen ihres verdienten Direktors Dumcke treten werde". In der Rachmittagssitzung kamen unberechtigte Selb st entnahmen im Falle Dica (Berlinische Immobilien-Kreditanstalt) zur Sprache, woran Dumcke, Decker und Mädje beteiligt waren. Die Favag hatte Geschäftsverbindung mit Dr. Altschih und Dr. Goldmann, die aus Rußland geflüchtet waren. Diese gründeten in “Berlin die “Nordische Bank für Handel und Industrie. Die Favag nahm Interesse.an diesem Institut und man kam auf die Idee der Gründung einer Grund st ücksbank. Es wurde die Dica ins Leben gerufen. Die Gesellschaft erwarb sieben Berliner Mietgrundstücke, die später mit Gewinn verkauft wurden. von dem Gewinn aus diesen Grundstücks- verkäusen erhielten die Favag und die Berliner Gesellschaft nur wenig, während Dumcke, Becker und Mädje 103 000 Mark erhielten. Auf die Frage eines Richters, wie die Favag als Versicherungsgesellschaft eigentlich dazu gekommen ist, Grundstücksgeschäfte zu betreiben, erwiderte Mädje, daß man sich, gewissen Beispielen folgend, auch auf dem Grundstücksmarkt betätigen wollte. Er will aus diesem Geschäft eine Vergütung von 1 0 0 0 0 Mark erhalten haben, die im Verhältnis zu seiner Arbeitsleistung viel zu gering gewesen sei. Seine ganze Geschäftszeit sei mit anderen Geschäften ausgefüllt gewesen: es habe sich bei dieser Sache um eine zusätzliche Tätigkeit gehandelt, die selbstverständlich besondere Erträge abwerfen muhte. Schließlich gab Mädje zu, daß er sich später noch eingehender mit dieser Sache befassen mußte. Darauf ein Richter: „Sie haben also durch diese Tätigkeit Ihre Arbeitskraft Ihrer eigenen Gesellschaft weggenommen!" Die Verhandlung wurde dann auf Freitag vertagt. Gotterkenntnis zu wirken galt, sondern dem unter dem Einfluß kommunistischer Elemente erzeugten Gotteshah entgegengetreten werden mußte- Die Revolution hatte auch Winfriede zwischen Missionare und das Volk getragen, der aber überwunden wurde durch die Taten Gottes an den Missionaren. Gefangenschaft und Befreiung der Missionare habe Gottes schöpferisches Wirken aufs neue bewiesen und gezeigt, daß Leiden und Sterben nicht Sterben an sich, sondern nur die Bestätigung seiner Gröhe bringe. Auf besonderen Wunsch aus der Versammlung heraus gab der Vortragende noch einige Bilder aus seinen mannigfachen äußeren Erlebnissen wieder, die den Zuhörern einen Eindruck von den ungeheuren Strapazen vermittelten, die die Missionare während ihrer langen Gefangenschaft überstehen mußten. Am Abend sprach der Redner dann in der Stadtkirche unter dem Titel „Erlebnisse und Glaubenserfahrungen unserer Gefangenschaft" in gleichem Sinne über feine Missionstätigkeit. — Missionar Lauck wies zum Schluß auf die Notwendigkeit der Missionsarbeit hin. Kirchengesangverein und Chorschule verschönten die Veranstaltung am Abend mit gesanglichen Darbietungen. Die Kollekten erbrachten ansehnliche Erträge. ** „W a s Sie vom Rundfunk noch nicht wissen" war das Thema eines Vortrags, den Dbermgenieur Schilling von der Gesellschaft Telefunken, Berlin, gestern abend im Cafä Leib vor einer sehr großen Zuhörerzahl hielt. Der Redner führte u. a. aus: Der im Jahre 1923 in Deutschland eingeführte Rundfunk werde heute nach achtjähriger Erfahrung von den rund 3,5 Millionen angeschlosse« nen Rundfunkteilnehmern im Vergleich mit anderen technischen und maschinellen Errungenschaften als etwas Selbstverständliches betrachtet. Die Rundfunk« technik erscheine als das Stiefkind unter allen technischen Zweigen. Und doch seien andere Großtaten deutschen Erfindergeistes, wie die Amerikafahrten, die Weltumseglung und der Polarflug des „Graf Zeppelin", erst möglich geworden durch die drahtlose Telegraphie. Heute schon seien drahtlose Telephongespräche auf 18 000 Kilometer Entfernung bei störungsloser Verständigung möglich. Die hervorragenden Leistungen der Deutschen auf dem Gebiete der drahtlosen Telegraphie und Telephonie würden auch vom Auslande voll anerkannt. Erst mit Hilfe der deutschen Großstation Nauen sei es auch dem Ausland möglich, drahtlose Nachrichten in Gebiete zu fenden, die für die Sender des Auslandes nicht erreichbar seien. Die Einführung des Fernsehens stehe nach der Konstruktion des Ultra-Kurzwellensenders durch „Telefunken" vor der Tür. Zu unrecht werde oft die Zahl der mit dem Rundfunkempfangsgerät zu erreichenden Sendestationen in den Vordergrund gerückt; oiese Einstellung fei falsch. Auch mit einem einfachen Gerät sei ein guter Fernempfang mit genügender Lautstärke und Betriebssicherheit zu er- reichen. Für den Rundfunkhörer sei eine Vorbereitung auf das Programm durch Informierung erforderlich, im anderen Falle wirke der Rundfunk geschmacksverbildend. Das Ohr sei ein schlechtes Meß- Instrument, denn es gewöhne sich an schlechte Wieder- gäbe. Der Rundfunk sei heute so gut, daß Rundfunk- musik kaum von Originalmusik zu unterscheiden sei. Die Einstellung der Lautstärke müsse der Originallautstärke entsprechen. In längeren Ausführungen wurden die Technik des Sendens, des Empfanges und der Uebertragung auf das Ohr des Hörers an vielen Beispielen erklärt. Auch die verschiedenen (Empfangsgeräte wurden besprochen und hinsichtlich der Einteilung der Autoskala praktische Winke gegeben. Ein richtig behandelter Rundfunkempfänger könne eine nie versiegende Quelle der Freude — im anderen Falle aber auch eine solche des Aergers sein. Der Rundfunk erziehe zur Häuslichkeit und zum Sparen. Reicher Beifall lohnte den Vortragenden für feine leicht verständlichen, oft recht humorvollen Worte. Aus dem Amtsvertündigungsblatt. * DasAmtsverkündigungsblatt Nr.72 vom 20. Oktober enthält: Stand der Maul- und Klauenseuche in Hessen. — Die Einfuhr von Vieh aus stark verseuchten Gebietsteilen. —- Gemeindefinanzstatistik. — Der Schutz der Telegrapyenleitun« gen. — Dienstnachrichten. Verdoppelung der Bürgersteuer in Frankfurt. WSN. Frankfurt a. M., 22. DEL Der Magistrat der Stabt Frankfurt hat die Bürger- steuer, die auf 150 n. H. des Landessatzes fest- gesetzt worden war, auf 300 v. H. erhöht. Diese Verdoppelung der Biirgersteuer bedeutet eine Mehreinnahme von 2,5 Millionen Mark. Auf diese Summe glaubte der Magistrat für die dringend notwendige Minderuna des voraussichtlichen Fehlbetrags und zur Sicherung der Kassenlage nicht verzichten zu können. Vom Regierungspräsidenten in Wiesbaden war mitgeteilt worden, daß die Auszahlung der 2,8 Millionen Mark betragenden Reichs- Hilfe für den Rest des laufenden Etatsiahres nur erfolgen kann, wenn der Magistrat alle Maßnahmen zum Ausgleich des Etats trifft. Oie Wetterlage. 75T w ' 0 o 3 “II (V K c5 pierrrtc Donnerstag den 22. OKtaher tpUh. (.prtffia/r ■ Wä 3 < O Dentin > oZ"c rzzs " v---- 6 % T& 6 4 *vy- nr O OVOlKenlos.® neuer <>nare oedennt » woikiq. • oedeent eitegeix * Schnee & Graupein e Neou K Gfvritter.@windstiiie.»O' seh# (eichten Ost y mässiger Südsüdwest sturmiscnei «ordwesl die Pfeile fliegen mit dem winde Oie oeioen Stationen sinnenden Zahlen geben die Temperatur an. Pie Limen veromden Orte mit gleichen* tut neeresniveau umgerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Das Biscaya-Tief drängt sich weiter auf das Festland vor. Seine Warmluft hat bereits Westfrankreich erreicht und hier Temperaturanstieg und Niederschläge veranlaßt. Sein Einfluß macht sich in größeren Höhen auch schon ostwärts nach dem Kontinent zu geltend, so daß Temperaturumkehr einsetzt. Infolgedessen geht der Frost weiter zurück und die Temperaturgegensätze zwischen Tag und Nacht gleichen sich aus. Die aufgleitende Ozeanluft läßt außerdem Bewölkung und zeitweise Niederschläge aufkommen. Vorhersage für Samstag: Meist wolkiges Wetter und milder, Nachlassen des Nachtfrostes, zeitweise Niederschläge. Vorhersage für Sonntag: Veränderlich, wechselnd bewölkt mit vorübergehender Aufheiterung, noch vereinzelte Niederschläge. Lufttemperaturen am 22. Oktober: mittags 4,5 Grad Celsius, abends —0,7 Grad: am 23. Oktober: morgens —1,7 Grad. Maximum 5,4 Grad, Minimum — 2,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 22. Oktober: abends 5 Grad; am 23. Oktober: morgens 2 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 2% Stunden. Gewtnnauszug 1. Klasse 38. Preußisch-Süddeutsch» (264. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 2. Ziehungstag 22. Oktober 1931 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen 4 »eminne ,u 10000 M. 296338 372544 2 Gewinn« tu 5000 M. 293330 4 Gewinn« ju 3000 M. 75913 354287 12 Gewinn« ,u 2000 M. 232217 275553 276927 328799 347811 394501 30 Gewinn« 1000 M. 18195 20154 20210 27461 53242 96843 184482 273058 279988 324200 331431 335667 353322 363067 369681 38 Gewinne »u 800 M. 12006 50215 115716 135417 161430 231254 243519 246418 255119 284743 302237 332190 332426 333915 371977 380209 386770 393079 397851 50 Gewinn« «u 500 Q)L 529 28507 33349 57277 77946 87982 115724 129277 130017 140344 160216 186165 201017 206752 222777 241668 242478 261989 267088 271273 273477 292397 335211 361991 393248 Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uijr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen. Welche Hausfrau wäscht am besten? Ganz entschieden die Hausfrau, die reine Seife verwendet, statt durch Waschmittel mit scharfen Zusätzen ihre wertvolle Wäsche vorzeitig zu verntchten. Doppelt gut wäscht die Hausfrau, die Naumann's weiße Kernseife verwendet. Mit dieser vollkommen reinen, milden und hochschäumenden Seife schont sie ihre Wäsche und erleichterr sich Wascharbeit und Hauspug. 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen 4 Gewinn« tu 5000 M. 74278 366966 2 Gewinn« tu 3000 M. 291282 2 Gewinn« ju 2000 284833 22 Gewinne «u 1000 M. 24096 82954 93324 165340 170569 195725 243392 278248 289419 357398 371355 36 Gewinne tu 800 M. 7759 30105 50267 152588 177729 203465 203934 220715 222442 233005 242457 242605 258916 259940 264664 302098 345340 348128 46 Gewinne tu 500 M. 13374 34122 52614 55568 64959 122740 130603 153436 162209 172231 188530 189528 232753 253636 256776 261809 262345 262928 311181 327232 353263 371640 399662 Die Ziehung der 2. Klasse der 38. Preußisch- Süddeutschen (264. “Preußischen) Staats • Lotterie findet am 20. und 21. November 1931 statt. ekleidet von allen beneidet Von 6527 A Lina Noll, geb. Lenz K341V H. Sommer. 7117 t> selbst bei der 7J59A Heuchelheim, den 23. Oktober 1931. 061741 üatpjg&hS seiJahren glänzend bemljrf E dussddqgJ^ützeJiäKOfTtuiden.Rdnsjtäden.VJjndSein » Anny Buding, geb. Pfeiffer Gießen, den 21. Oktober 1931. zeigen ihre Vermählung an 7087 D Hofgut Heibertshausen, den 24. Oktober 1931 061 Heil- und Pflegemittel der Natur 041*3 Fachm. Beratung. Gutachten u. Berichte über Heilerfolge RASSOL nehmbaren Preis. 7 92 A Nono elegante Damen-and Bacil eeh-1 Intel von * .l - u. höher Ein grsSsr Porten Milchen- »Intel vonGr.5—12.mit Pt-lzoes..z.Schleuderpreisen. Breise zeitgemäß ßeraßgesetzt & Flechte, Jucken, Wogen Ersparais hoher Ladonmioto 1 Trapps hoch i gr. Fl. MK. 1.75 Die Beerdigung findet am Samstag, dem 24. Oktober, nachmittags 3 45 Uhr in Heuchelheim vom Trauerhause Gießener Straße92 aus statt. Meine treue Lebensgefährtin, meine innigstgeliebte Frau, unsere herzensgute Mutter. Großmutter. Schwester. 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Ift i- 3 a.53 Egi-5 ft» >o J- ft» c So c ^ >=> O <3 3 " - E M : a.- .E o = S Ay 3 _ , 5b? : O E -O 2 M äg ZA “ u, Xj i o-E N e "-E .E o «2A iS ' E O- —. c< I d c — 3^. E"g E-I Z L 8O5ä®äS' 2 = 3 e' x>5c? 3 i° O .—< XD gl . 3 -E® e C ft» Z2 3 1 ^.ss 19 “ M "3, C i = -2 ■=■ 3 E3r3> o _ 5 0^3 «3 3 '3 ft» E , 3 3 E I ~=o = 1 I = e'-*. .S= 3 ? o 2^S- (9 I --E 2-E- C7'o’, 2Q 3 i.to' ■E G"bN E E Es = -5? a EHE 3 ® ift (9 b 3 q A 3 A E 3- ®> 2 3 ~ ■C O . 2 ft» M-- H r- 3 E 2-= 2 «S? 2 E £ x-.-s-s .ä?. © ±3 o o A = © 3 3 3 -°t±) g E = L X2 S -3(9 3 a-3 EL) 3 K 3>-8'~ 55 9 3 " ZQ3- 3 X S.E A A «=A £ 19 E _ E C 3 OCE):3 Lc;^ LE 3 E.^T 3 E E •e N.K- E ft* eto •ft M — -ET7 £ = =(9§ 8 s32 mX 3 —* — w Z2^ ---ZU ■3 - 31E ® «e-g-5_£. «-5 to t- 2 cr> ft» © 73 ^ O55 e e« •—" m ft» ft» •ft = "2 , . E ft» M M ES 3 ’S1 ft» — u ft* El C *3 A 67 B O.E E N^.55 ■3 2. <9-E EE 8^2 3 M 3 ±1 a AZ.N .3 E-eSl o ’o ® o 60 QT 3 3 -ft *6" ' ;EE. -g.,£ ^3*= g'tft* ft» ft» M E £ = 2 lä-6 i-3! Mtr? o i£D o ■8 2 3 3 — M — "= A E £ ^s^l3.f 3 =(9 E E -r< 0(9 e* M 3© ft» E S-3 3 E E y)^ 8 Z^> ff 2^^ 3 E E 3 S 3 3 N •ft •ft 3 3 S E 8’3 E a cs •qr w j“? 5 'S© :3 1— JH M S 3-e §ZT j=> £??-££' o «&5i!! O g* » -SO o s§5 .2 -r 3 ©-Eft, Z.IZ 5 a.-E' ■2 3 3 -Ec3. g t> — ; -C- -El c 2~:3:« c o — — 3 §(9^ 3 i-' 3 xl EEOOc—e«3« - -'e.E 3 —o e g ._ . .-E "" c SS 3 E- a a. 3 3— M **—■ E. ft» 3E c6? o " g . _ ir za ft» m o.2 « T-o S 3 . 2 — ä .-2 x—> O O ö >» « 2 —Ä) 3 e 8 CI- O cu O rr^ C <--x> . ** r* n2" (W o «o " E-E— o 3 D « o^s •■ 3 — .2 5 E o : _ ft» 3 A ’S — s • 3 o'O-W'ftT-ä 3 3 <9 ^0X2 3 >- ES 2'8-2 3 3^> vS -L 2-g <5? di 3 Be *e (9 2 £ ft» 2 8 r©*^ S) E 2 8 3. EN E 3 31 "Coo ^-. 19 ä®s äl y E A^ N E§§ 2 ift JO 3 =T3 3 SS E E-B •3 o £ LS O 8 E E 67, 3"b 1-8 S§ gsw x?'6' ft. E £.2 to 2 £ -Sp 2-3 3-3 BL) O .c-s?? E E> E 3(9 2 g Ec ■e 3 m(9 o" M 2 o E S »» •ftA o i) L o-—Q oE ft» C ft» -g-Se 3A a 2 "ft» cy B c» A L 3 8 -b' 3 8 E ES« E-E-c "E :5 L r-to £-° 3-e gB -b ° 5 A A ä^°a 3 . 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Und ai der Prager Srzb jutvr gefallen nonifchem Aechi zu bekommen h( Xitel verzi er lieber Amt, lieft, als daft । zweitrangigen' lichkeit ift Kork perl ich und geil Sei den Släu b'.t'tt tzinauswi m tztgedenfte zu, Mole A unvetbrüchlichi Presse betraut fennung (bie fein Scheiden, des QDort ge, kel hin und h. tvird um |o l chMche Oeffe die Meldung öiriaci ging Daat Wochen i und als er wie! Aauernh Dl . tod große ""ander. Daä M bäuerlich« whem abend h Hj llaubgewii Ä ium & JJ« um vier k,r» schießen. .?^Kus, und i «Wbält erbe Lassen M Schießen "kliugenh für t -Sj ^äutigai J,Ä" -S&?- wJS« äS~ 5LZ ^möS’Jdt DaL^re bes «fÄ: »i Nr. 248 Zweites Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Zreitag, 23. Moder (951 Der Prager Bischofsstreit. Don unserem V.-Derichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Prag, Oktober 1931. Das Strafgericht, das über hohe katholische Geistliche in der Tschechoslowakei nun hereingebrochen ist, wird den Fernstehenden sehr überraschen, den Einheimischen weniger, denn erweist, dah hier jeder Streit schließlich ein national- politisches Gesicht bekommt. Der Prager Difchofsstreit, der nun in zweiter Auflage wieder lichterloh aufflammte, ist — unter sudeten- deutschem Dlickwinkel gesehen — bedeutsam für die Tagespolitik und wird denkwürdig sein als ein schmerzliches Kapitel in der Geschichte der katholischen Kirche. Es geht in der jetzigen Phase um eine beklagenswerte Demütigung jener Katholiken, die dem Prager Erzbischof K o r d a t s ch auch noch nach seiner Abdankung ihre Treue bekundet haben. Es geht um nicht mehr und nicht weniger als um einen Kampf des tschechischen Klerus gegen die deutschenKa- tholiken in der Tschechoslowakei, aus dem die katholische Kirche ungeheuren Schaden davontragen kann. Die Geschichte des unseligen Zwistes: Dast die Beziehungen zwischen dem tschechoslowakisches Primas, dem Prager Erzbischof K o r d a t s ch , und dem päpstlichen Vertreter C i r i a c i gespannt waren, war seit langem ein offenes Geheimnis. Die Llrsachen waren es nicht minder. Ciriaci, über dessen allzu weltliches Privatleben in Prag manche merkwürdige Geschichte erzählt wird, dessen übergroße Liebe zu den irdischen Gütern nicht weggeleugnet werden kann, verlangte vom Prager Erzbischof, die Diözese hätte ihm zu seiner Karlsbader ^Luxusvilla in Prag ein altes Adelspalais als Residenz zu kaufen oder ein neues zu bauen. Kordatsch weigerte sich beharrlich. Er widmete das Geld lieber den Armen. Zum Dank dafür bekam er den erwarteten Kardinalshut nicht. Rationalpolitisch war Kordatsch immer um einen vernünftigen Ausgleich bemüht — ihm ist es zu verdanken, dah nach dem Llmsturz entgegen tschechischem Verlangen die deutschen Bischöfe in Brünn und Leitmerih nicht abgesetzt wurden —, Ciriaci gebärdete sich immu so nationaltschechisch wie jeder beliebige tschechische Chauvinist. Als nun Kordatsch sich nach dem Tode von Dr. Groh dafür einsetzte, dah wieder ein Deutscher Bischof von Leitmeritz würde, meldete Ciriaci nach Rom, Kordatsch sei offenbar nicht mehr im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte. Lind aus Rom kam der Bescheid, dah der Prager Erzbischof sich entweder einen Koadjutor gefallen lassen müsse, wie ihn nach kanonischem Recht ein „total untauglicher Bischof" zu bekommen hat, oder er müsse auf Amt und Titel verzichten. Es ehrt Kordatsch, dah er lieber Amt, Würden und Einkommen fahren lieh, als dah er sich als körperlich und geistig zweitrangigen Menschen erklären lieh.. 3n Wirklichkeit ist Kordatsch mit seinen 70 Jahren körperlich und geistig rege wie ein Junger. Bei den Gläubigen der Prager Erzdiözese hatte dieser Hinauswurf viel böses Blut gemacht. Berge von Crgebenheitskundgcbungen kamen Kordatsch zu, zahllose Abordnungen versicherten ihn ihrer unverbrüchlichen Treue, die deutsche katholische Presse betrauerte in warmen Tönen der Anerkennung (die tschechische aus anderen Gründen) sein Scheiden. Lind manchmal fiel dabei ein herbes Wort gegen den Runtius Ciriaci. Geplänkel hin und her, der Runtius schweigt, die Presse wird um so lauter und schärfer — bis die katholische Oeffentlichkeit aufatmet, weil aus Rom die Meldung kommt: Ciriaci geht! Ciriaci ging auch wirklich, aber nur auf ein paar Wochen in sein feudales Karlsbader Heim, und als er wiederkehrte, hatte der Draht zwischen Rom und Karlsbad für ihn so günstig gespielt, dah er durch den einstweiligen Verwalter der Prager Erzdiözese erklären lassen konnte, alle Angriffe gegen ihn seien als Angriffe gegen die geheiligte Person des Papstes zu betrachten und zögen die entsprechenden Strafen nach sich. Man glaubte einer optischen Täuschung zum Opfer gefallen zu sein, wenn man cs gelesen hatte. Die deutsche katholische Presse verwahrte sich: niemals habe sie den Heiligen Vater oder die römische Kirche kritisiert, ihre Abwehr habe lediglich der Persönlichkeit Ciriaci s, der ein Schädling für die katholische Sache in Böhmen sei, gegolten. Das war zweifellos die Meinung der überwiegenden Zahl aller Katholiken in der Tschechoslowakei. Lind nun sollten jene, die sich für eine Wiedergutmachung des an Kordatsch begangenen Llnrechts einsehten, die die Meinung der breiten Masse der Katholiken Wiedergaben und zweifellos im Interesse der Kirche handelten, obendrein noch bestraft werden? Es war einfach nicht zu fassen, dah man in Rom alles auf eine so heih und mit soviel Recht und Anlah umstrittene Persönlichkeit, wie Ciriaci, sehen könne. Run ist es aber doch so gekommen, und die schlimmsten Befürchtungen der Gläubigen sind noch übertroffen worden. Als Ergebnis der O l - müher Konferenz der tschechoslowakischen Bischöfe (es sind nur Tschechen und Slowaken) teilt der Verwalter der Prager Diözese mit: Die Bischöfe haben ihr Augenmerk der vom „Presseverein Egerland" abhängigen Presse, vor allem den Tagblätterr^ „Deutsche Presse" und „Egerland" gewidmet und stellen fest, dah die Veröffentlichungen dieser Presse Schmähung der kirchlichen Autorität und Aufreizung zum Llngehorsam darstellen. Die Bischöfe erklären, dah die „Deutsche Presse" und das „Egerland" nicht mehr katholische Blätter sind und eine ernste Gefahr für den katholischen Gedanken bedeuten. Die Lektüre dieser Blätter, jede Mitarbeit und Llnterstühung ist den Gläubigen verboten. Die Bischöfe nahmen mit Befriedigung die Strafen des Prager Kapitelordinariats zur Kenntnis. Rämlich: Dem Kanonikus M a g e r l (ein Deutscher) werden die ihm aus dem Empfang der höheren Weihen zustehenden Rechte genommen, ebenso der Titel Konsi- storialrat. Der „Verein der deutschen römisch- katholischen Geistlichkeit in der Erzdiözese Prag" verliert die kirchliche Genehmigung und wird a u f g e l ö st. Zur Feststellung weiterer Schuldiger wird ein besonderer Ausschuh eingesetzt. Dann wird, damit der nationalistische Pferdefuß nicht gar so deutlich zutage trete, erklärt, der Professor der tschechischen theologischen Fakultät in Prag, Schanda, wird des Lehramtes entkleidet. Diese Verfügungen sind rechtskräftig, wenn auch den betroffenen Personen die Berufung an den Vatikan zusteht. Es gehört auf ein anderes Blatt, dah sie geeignet sind, die Deutsche Christlich-Soziale Vollspartei in der Tschechoslowakei, das sudetendeutsche Zentrum, vollkommen zu zerschlagen. Den Dank, den die Christlich- Sozialen einmal ernten würden, haben sie sich gewih anders vorgestellt. Aber der Fall geht das ganze Volk an. Aus allen Teilen Sudetendeutschlands melden die Blätter eine tiefe Erregung und Verbitterung des deutschen katholischen Volkes, und das Blatt der Sozialdemokraten bringt die Volksmeinung am richtigsten zum Ausdruck, wenn es — wenn auch scharf in der Form — schreibt: „Der römisch-faschistische Runtius hat in Olmüh eine Allianz mit dem tschechisch-nationalen Klerus gegen die deutschen Katholiken geschlossen. Die tschechisch-klerikale Bauernhochzeit am Bodensee. Don Norbert Jacques. Nachdruck verboten! Zwei grohe Höfe unseres Dorfes heiraten ineinander. Das ist wichtig für uns alle, und die ganze bäuerliche Einwohnerschaft nimmt daran teil. Gestern abend.haben die Mädchen „gekränzt", das heißt Laubgewinde geflochten und mit ihnen den Zugang zum Haus der Braut geschmückt. Heute morgen um vier Llhr haben die Burschen angefangen zu schießen. Der Böller stand nahe über unferm Haus, und jeder Schuß hat das Haus bis ins Dachgebälk erbeben gemacht. Alohs hat mir gesagt, sie Hütten zwölf Pfund Pulver verschossen. Dieses Schießen ist die Huldigung der männlichen Dorfjugend für die Braut. Der Bräutigam wohnt oben in dem weitverzweigten Dorf, das nach dem alemannischen Grundsatz der Cinzelsiedlung angelegt ist. Er hat in der Frühe noch geholfen, den Hof zu versorgen, die Kühe zu füttern und zu melken, den Stall zu reinigen. Dann sind die Verwandten gekommen, die Familie hat sich im Wohnzimmer vereinigt, und sie haben zu beten begonnen. Derweil sammelte sich das Dorf vor dem Adler zu einem Zug. Vorn ging die Musik, die sich aus Burschen des Dorfes gebildet hat. Danwckommen die drei Fahnen der Vereine, getragen von den größten Männern, die zwischen 1,80 und 1,85 Meter messen, vom Veteranen- und Kriegerverein, vom Turnverein und dem Radfahrerverein. Die Feuerwehr war in Uniform. Die Veteranen trugen Zylinderhut, Dra.^nrock und auf der Brust Kriegsauszeichnungen und Erinnerungsmünzen. Sie wurden von ihrem Vorsitzenden nach militärischem Muster kommandiert und bemühten sich, ihren von Zeit und Arbeit gezeichneten Körper dem Geist der Stimme anzupassen. Die Frauen und Mädchen bildeten den Schluß, und gegen halb neun ging der Zug den Bräutigam abholen. Im Haus des Bräutigams betet man noch, als der Zug schon vor der Tür steht, weil man spat mit der Arbeit im Stall fertig geworden ift. Vor dem Haus stellt sich das Dorf auf. Drinnen kommt als Abschluß noch das „Glaube Gott Vater". Run segnet die Mutter den Sohn zu dem neuen Weg, den er heute zu beschreiten beginnt, während die Familie das Haus verläßt, weinen Männer und Frauen schluchzend. Zwischen zwei Hochzeitsführern ordnet sich der Bräutigam in den Zug ein. Die Kapelle spielt einen Marsch, und sie gehen ins untere Dorf, die Braut abholen. Auch i** ihrem Haus betet man noch, als der Zug ankommt. Die Braut nimmt den Segen der Mutter. Die Gesichter der Herauskommenden sind tränenüberströmt. Zwischen ihren Brautjungfern geht die Brat. Sie hat ein weißes Kleid, im Haar QH^ten und in der Hand einen Strauß von weißen Rosm. Sie gehört zu jenem schönen, dunkeln, schwc.rassigen Schlag, von dem die Römer zahlreiche Familien hier zu- rückgelassen haben. Sie bebt ein wenig, während sie nun im Zuge mitgeht, und die Erregung zeichnet sich bleich um die roten Backen in die Haut. Sie wagt es nicht, die Augen nach rechts oder links zu erheben. Ihre Brautjungfern und die andern Mädchen haben bunte Blumen in den Haarknoten gesteckt. Das kurzgeschnittene Haar hat bet unseren Bauernmädchen noch wenig Verbreitung gefunden. Die Hochzeit ist eine gute Gelegenheit, die neuen Kleider zu zeigen. Eins ist grün wie Grünspan. Die Musik spielt vornean: dann kommen die Fahnen und die Vereine, dann die Braut zwischen ihren Jungfern, dann der Bräutigam zwischen seinen Führern. Run folgen die Familien, Die Männer haben Bratenröcke an und lange Rosmarinzweige an die Aufschläge geheftet. Die Frauen sind schwarz gekleidet. Der Familie schließt sich das Dorf an, und der Zug führt das Hochzeitspaar zur Kirche, in das tiefliegende Kirchdorf hinab. Auch in der Kirche ist alles feierlich um das junge Paar ausgerüstet. Der Pfarrer spricht sie lange und eindringlich an, der Kirchenchor singt für sie. Sie knien allein an einer weiß überdeckten Bank nah dem Altar. Die Kirche ist übervoll von den Bewohnern des Dorfes. Die Schule ist jetzt auch drin. Dem Ringwechsel folgt eine lange Messe. Wenn die kirchliche Feier vorüber ist, begeben sich die Familien gemeinsam zuerst an das Grab der Angehörigen des Bräutigams, dann an das öer Toten der Braut. Sie verweilen bei jedem und denken an die, von denen das Erbe der Höfo und Wiesen ihnen überkommen ist, und das von heute an das junge Paar fortzuführen hat. Jetzt ist Mittag. Glocken und Musik schlagen ineinander, während man wieder im Zug zum nahen Gasthof der Witwe Kern und zu einem Frühschoppen geht, zu dem der junge Ehemann das Dorf eingeladen hat. Für jeden Gast sind dort drei Presse, die ja zugleich äußerst nationalistisch ist, triumphiert. Die katholische Bevölkerung der deutschen Gebiete wird sich mit Recht fragen, ob dieses Feldwebelregiment des Runtius der Dank dafür ist, dah der Volksbund deutscher Katholiken das Geld der Aermsten gesammelt hat, um dem Gesandten des Papstes eine Villa zu bauen. Wenn in den Dechen der deutschen Christlich- Sozialen und des deutschen Katholizismus noch Männer und nicht nur Kerzelweiber stehen, dann müßte die Antwort auf diese Ohrfeigen eine Kriegserklärung an Ciriaci und seine tschechisch- nationale Clique, die Lösung der deutschen Katholiken von der römisch-tschechischen Vorherrschaft sein!" So wörtlich ... Diese Stimme bestätigt zum mindesten, daß der Dischofsstreit ein nationaler Kampf geworden ist. Aber die Männer scheinen i n d e r Christlich-SozialenPartei wirklich nicht allzudicht gc'iät zu sein. Ihr Hauptblatt, die so schwer betroffene „Deutsche Presse", schreibt nur, daß schwere Tage für die deutsche katholische Sache angebrochen seien, ohne einen Ausweg zu weisen. Ihr Verlagsdirektor M a g e r l hat sein Amt niedergelegt. Sie beugen sich also dem tschechischen Verdikt. Das kann für die Deutschen einen schweren ideellen Verlust bedeuten. Wenn doch eine tschechische Stadt Sih des schlesischen Bistums und ein Tscheche Bischof werden sollte, so wird das das Flammenzeichen zu einer noch nicht zu übersetzenden Schwächung des Katholizismus in Böhmen fein. Der Rauch schwelt, der leiseste Windstoß muß den Brand entfachen. Lind noch eine Frage: Was haben die deutschen Weihbischöfe von Prag und Olmüh, die an der Konferenz teilnahmen, was h t vor allem der Vertreter des Kardinals Bertram, Prälat Fischer, zu den Beschlüssen gesagt: Es scheint, als ob das Fürsterzbistum Breslau verkenne, daß es in seinem tschechoslowakischen Teil eine große, wenn auch defensive, nationale Mission zu erfüllen hat. Oberheffen. Biersteuerdiktate im Kreise Büdingen. WSR. Büdingen, 22. Okt. Die zunehmende Finanznot auch der ländlichen Gemeinden und die Tatsache, daß vielfach Steuerquellen auf Grund der reichsrechtlichen Vorschriften noch nicht genügend in Anspruch genommen sind, haben das Kreisamt Büdingen veranlaßt, in zwölf Landgemeinden des Kreises Büdingen mit Wirkung vorn 1. Rovernber ab die Bier st euer zwangsweise einzuführen. In zwei Gemeinden wird die Steuer noch mit einem Zuschlag von je 100 Prozent, in drei Gemeinden mit einem Zuschlag von je 50 Prozent zu den Landessähen zur Erhebung kommen. Landkreis Gicsten. )( L i ch. 21. Okt. Gestern nachmittag hielt unter dem Vorsitz von Stiftspfarrer D r a u d t der O r t s - ausschuß der Winterhilfe im Rathaussaal seine erste Sitzung ab. Nach Verlesung der allgemeinen Richtlinien wurde beschlossen, eine allgemeine Geldsammlung zu veranstalten. Der Alice- frouenverein wird im Schloß eine Rähstube einrichten, in der Frauen und Mädchen aus alten und neuen Sachen Kleider, Wäsche, Strümpfe u. dgl. Herstellen. Das Material hierfür wird von jungen Mädchen durch eine Haussammlung bei Hausfrauen und Geschäften erbeten. Ferner ist mit Unterstützung des Roten Kreuzes und der Schulleitung eine Abgabe von warmem.Frühstück an notleidende Kinder ins Auge gefaßt. Kreis Friedberg. WSN. F r i e d b e r g, 22. Okt. Am Mittwochabend wurde am Ortsausgang von Oberroßba ch nach Friedberg die in den 60er Jahren stehende Witwe F r ä n z von dem Personenauto eines Friedberger Bauunternehmers überfahren und sofort getötet. Dis Schuldfrage ist noch nicht geklärt. o. Kirch-Göns, 22. Okt. Am Sonntagabend wurde in der hiesigen Kirche unter der Leitung des Ortsgeistlichen Pfarrers Kalbhenn ein Erntedankfest gefeiert. Das Gotteshaus konnte die zahlreichen Besucher kaum fassen. Die Feier wurde eingeleitet durch einen Choral des hiesigen Posaunenchors. Im Mittelpunkt des Abends stand ein Erntedankfest spiel, das von den diesjährigen Konfirmanden und den im vorigen Jahre aus der Schule Entlassenen aufgeführt wurde. Das Spiel wurde mit großem Beifall ausgenommen. Zweistimmig vorgetragene Lieder der Oberklasse der hiesigen Schule und Choräle der Gemeinde verschönerten die eindrucksvolle Feier. Kreis BiiVingen. + Hirzenhain, 22. Okt. Ein auf der Durchfahrt befindlicher Einkäufer aus Kassel fuhr gestern vormittag mit einigen Bekannten zur Besichtigung Flaschen Bier, eine Wurst und Brote bereit. Die Musik spielt. Die niederen Räume dröhnen. Die Gespräche werden mit einer lärmenden Lustigkeit geführt. Dann wird es Zeit, zum Hochzeitsessen in der nächsten Gastwirtschaft. Der Tag wird mit der sogenannten Hochzeitsschenke geschlossen. Im großen Saale des Adlers vereinigt sich nach acht Llhr abends nochmals das Dorf um die jungen Eheleute. Wohl haben sie und der Gastwirt zu dieser Hochzeitsschenke eingeladen, aber man ist auf ihr, was das Bezahlen angeht, fein eigener Gast. Gleich geht der Lanz los, erst für alle, dann, nach einem Trompetenstoß, wird eine Extratour für das Brautpaar angekündigt. Lind nun wechselt es ab, daß die Tänze allgemein sind oder Extratouren bringen, bald für die Verwandten, bald für die Gäste aus einem Rachbardorf. bald für Llnverheiratete, bald für Verheiratete, für Berufe oder für eine scherzhafte Auswahl, die nach besonderen Llinständen oder Ereignissen der letzten Zeit bestimmt wird. Auch kann ein einzelner Tänzer sich mit einem Mädchen eine Extratour bestellen. Ist er ein Geschwollener, so bricht die Musik einmal plötzlich ab, das Dedienunasmädchcn tritt mit einem Tablett zu dem tanzenden Paar, auf dem ein Liter Wein uni) zwei Glaser stehen. Langsam leert das Paar das Liter, während die „Bedienung" mit dem hochgehaltenen Tablett dabeistehen muß und die übrige Versammlung den Auftritt mit Spott pfeffert. So geht es bis in die Rächt. Das junge Paar hat sich unter allgemeiner lärmender Anteilnahme schon längere Zeit verabschiedet und hat die Würze mancher saftigen Anspielungen und Scherze mitgenommen. Morgen in der Früh beginnt dann das Leben, die Fron. Jedes Bauerndasein ist Sklaverei des Wetters, der Jahreszeiten und der Abnehmer. Die Kraft, sie zu ertragen, kann nur aus dem Bewußtsein kommen, dah diese Erde, auf der man geboren wird, Besitz ist, für dessen Verwaltung man den Zeiten, die gingen, und denen, die kommen. und sich selber verantwortlich ist. Daß aus dieser Erde für das Dasein der Menschen das Erste geschaffen wird, was die Rotdurft verlangt, — die Rahrung. Daß alles Bestehende aus dieser Erde entsteht und in sie zurückkehrt. Daß diese Erde also die Bindung zwischen Zeit und Ewigkeit ist, dasselbe, was ja auch diese Hochzeit bedeutet. des Matthias-Tempels an der Hillersdach- Talsperre. Sein Auto ließ er unbeaufsichtigt an der Sperrmauer stehen. Bei der Rückkehr mußte er zu seinem Schrecken die Wahrnehmung machen, daß der Wagen in Brand stand. Bei dem außerordentlich raschen Umsichgreifen des Feuers war an Loschen nicht zu denken. DerWagenbranntebisauf das Chassis zusammen. Die Ursache des Brandes ist noch nicht geklärt. zkreis Schotten. w. Wohnfeld, 22. Okt. Die diesjährige Obsternte brachte reichen Ertrag. Zu den Versteigerungen waren auch diesmal wieder die Vewohner des zentralen Vogelsbergcs erschienen. Infolge des großen Angebotes waren diePreise sehr niedrig. Für Dohnäpfel wurden pro Baum durchschnittlich 2 bis 3 Mark bezahlt. Das Fallobst kaufte ein Frankfurter Händler zum Preise von 80 Pfennig pro Zentner. — Kürzlich wurde über unserem Dorfe ein Zug Schneegänse beobachtet. preutzen. Naturalien an Wohlfahrtserwerbslose. WSN. Biedenkopf, 22. Okt. Der Kreisaus- schuß des Kreises Biedenkopf hat beschlossen, von jetzt ab allen Wohlfahrtserwerbslosen 30 v. H. der Unter st ützung in Naturalien auszuzahlen, die von den Steuerpflichtigen geliefert werden. Eine Stadt will wieder Dorf werden. WSN. N e u st a d t (Kreis Kirchhain), 22. Okt. In dem etwa 2300 Einwohner zählenden Städtchen N e u st a d t an der Main-Weser-Bahn sind Bestrebungen im Gange, aus steuerlichen Gründen die Stadtgemeinde wieder in eine Dorfgemeinde umzuwandeln. Am Montag, 26. Oktober, werden wir in den Familienblättern mit dem Abdruck eines modernen Romans beginnen, der nach Gehalt und äußerem Umfang etwa neben Speyers Erzählung vom „Kampf der Tertia“ zu stellen wäre: Zwei wollen zumTheater von Hans-Caspar von Zobeltitz So heißt ein frisch und warmherzig geschriebener Roman von jungen Menschen unserer Zeit, von ihrer Begeisterung fürs Theater und für die Schauspielerei, von ihrer unverdrossenen Arbeit und ihrer unromantischen Liebe. Tonfilm: „Bomben auf Monte Earlo". Die Riviera und die Spielsäle von Monte Carlo haben von jeher die beliebtesten literarischen Schauplätze geliefert. In diesem TonfUm bekommt man das Kasino im vollen Glanz und Betrieb vorgeführt. Die Kugel rollt, die Scheine knistern, der Croupier ruft: „Rien ne va plus!“, und der Kapitän Craddock vom Kreuzer „Persimon" verspielt einen unheimlichen Haufen Geld. Dieser Kreuzer ist jedoch, wie sich gleich zu Anfang herausstellt, ein wahres Operettenkriegsschiff und gehört Ihrer Majestät der Königin Vota von Ponte- nero. (Pontenero gibfä natürlich gar nicht, aber dafür befinden wir uns im Tonfilm, und der Tonfilm ist ein Lustspiel mit Gesang und Tanz und gutem Ausgang.) Craddock will sein verlorenes Geld wieder haben, das er an der Seite der von ihm sonderbarerweise nicht erkannten Landessür- stin verspielt hat, und richtet am andern Morgen drohend die Geschühtürme auf die blühenden Gefilde von Monte Carlo. Ra. es kommt nicht erst zur Beschießung und zu einer Seeschlacht schon gar nicht. Ihre Majestät hat sich heftig in den schneidigen Kapitän verliebt: an Bord herrschen idyllische Zustände: zuletzt springt Craddock ins Wasser und entert einen Dampfer nach Honolulu. Da bleibt der Landesfürstin nichts übrig, als mit Volldampf hinterherzufahren. Aus. Craddock ist Hans Albers. Vor sechs oder sieben Jahren spielte er noch ziemlich unbedeutende Sprechrollen an Berliner Theatern: heute soll er einer der bestbezahlten deutschen Schauspieler sein und ist in der ganzen Tonfilmwelt bekannt. Den Craddock gibt er mit trockenem Hamburger Humor, breitbeinig, gemütlich und voll sympathischer Männlichkeit. Leider spricht er so undeutlich, daß man ihn nicht immer versteht. (An der Apparatur scheint das nicht zu liegen.) Bola ist Anna Sten, hier schon bekannt aus dem „Karamasoff": doch war sie dort darstellerisch von erheblich stärkerer Wirkung: äußerlich erinnert sie an Marlene Dietrich, deren neuer großer Film eben in München angelaufen ist. Heinz Rühmann, einer der drei von der Tankstelle: nett und lustig wie immer; er paßt sich dem Operettenstil des Ganzen von Ratur aus am zwanglosesten an. Außerdem wirken mit: Ida Wüst, Etlinger, G e r r o n , der wahrhaftig immer dicker wird, und Peter Lor re. Die schwungvolle und großzügige Regie führt Hanns Schwarz; Musik schrieb Werner R. H e h rn a n n ; die Schlagertexte stammen von Robert Gilbert. Der Film erschien gestern vor einem heiter angeregten Publikum im Lichtspielhaus. — r — SJl.-jpOTt Schüter^Wett' und Schauturnen im Turnverein 1846 Gießen. An Stelle des sonst üblichen AbturnenS hatte der Tv. 1846 in diesem Jahre alS Auftakt zu seinem 85. Stiftungsfest die Iugend- Abtellungen am vergangenen Sonntag zu einem Wett- und Schauturnen in seiner Halle versammelt. 3n sieben Liegen kämpften über 124 Jungen, Mädel und Ougendturner in gemischten Mehrkämpfen um den Sieg. In der Halle, aus dem Turnhof und dem OswalLSgarten, wo die Läufe und ein Fußballspiel durchgeführt wurden, herrschte frohe- und muntere- Treiben, dem eine größere Anzahl aufmerksamer Zuschauer mit sichtlichem Interesse beiwohnte. Alle Kämpfe wickelten sich dank der guten Vorbereitung flott ab und verliefen ohne jeglichen Unfall. Für den Nachmittag war ein großes B ü h - nenschauturnen der Schülerabteilungen an- geseht. Die al- Zuschauerraum dienende Halle war bis auf den letzten Platz beseht, als von recht- 92 Mädel in schmuckem blauen Turnanzug und von links 85 Jungen durch den Saal auf die geschmackvoll hergcrlchtcte Bühne marschierten. Ein Zwiegespräch zwischen einer kleinen Turnerin und einem kleinen Turner, in dem sie ihrer Freude und Lust am Turnen und ihre Dankbarkeit für den Turnvater Jahn zum Ausdruck brachten, leitete die reichhaltige Vorführungsfolge ein. Dann zogen freudestrahlende, begeisterte Jungen und Mädel in buntem Wechsel über die Bühne, zeigten das immer eindrucksvolle Bild von Massenfreiübungen, hübsche Hebungen an den Schwebekanten, Geräteturnen an Barren, Pferd und Reck. Stab-, Keulen- und Körperschul- übungen, ein viel Heiterkeit hervorrufendes Spiel mit Sack und Medizinball, ein wirkungsvolles Stockschlagen und reizende DolkStän'e. Ctne Liege Iugendturner schloß mit mutigen Sprüngen über das hochgestellte Pferd. Alle Vorführungen fanden den Beifall der begeisterten Zuschauer. Der 1. Sprecher des Vereins, Bureaudirektor Erle, dankte in einer kurzen Ansprache für die allseitige starke Teilnahme an der Veranstaltung, wies auf die Ausgaben hin, die sich der Turnverein mit seiner Arbeit an der Jugend gestellt hat und dankte vor allem dem unermüdlichen Leiter der Schülerabteilungen, Oberturnwart Erb, und seinen Helfern für die große Arbeit, die sie ständig mit sichtbarem Erfolge leisteten. Zum Abschluß schritt der Oberturnwart zur Siegerverkündigung. 94 von den 124 Teilnehmern konnten mit einer Urkunde ausgezeichnet werden. Nachstehend seien jeweils die 10 ersten Siegerinnen und Sieger genannt: S ch ü 1 e r i n n e n - O b c r ft u f c (Achtkampf -, 24 Teilnehmer, 21 Sieger): 1. Annemarie Kröck, 138 Punkte: 2. Erika Wiegand, 136 P.: 3. Margot D-nderoth, 134 P: 4. Else Komps, 130 P.: 5. Emmi Ellermeier. 129 P.: 6. Gertrud Funke, 127 P: 7. Hedwig Schneider und Gustel Balser, 124 P-: 8- Nt'^h Wintterlin und Else Georg, 119 P.: 9. Gretel Gümbel, 118 P.: 10. Liselotte Walldorf, 117 P. Schüleripnen-Unter stufe (Sechskampf: 31 Teilnehmer, 20 Sieger): 1. Margot Köhlinger, 104 Punkte: 2 Anneliese Georg, 96 P.: 3. Edith Goß, 95 P.: 4. Ella Schmidt, 94 P.: 5. Anni Gümbel und Christa Schreiner, 92 P: 6. Hilde Feußer, Nita Hahn, Hilde König, Frieda Lahn und Ilse Leiberling 89 P.; 7. Margot Gilbert, 87 D-: 8. Erna Habermehl, 83 P.: 9. Christel Herbert, 84 P.: 10. Liese! Link und Herta Lössel, 83 P Schüler-Ober st ufe (Neunkampf; 28Teilnehmer, 20 Sieger): 1. Helmut Fleischmann. 154 Punkte: 2. Heinz Köhlinger, 151 P-: 3. Wal- ler Schäfer, 149 P-: 4. Werner Wiegand, 143 P.: Wenn Menschen anseinandeegehn Vornan von I. Schneider.Foerfil. Urheberrechtsschutz Verlag O. Mei st er, Werdau. 19 Fortsetzung. Nachdruck verboten. .Mache ihr den Vorschlag, daß sie heim nach der Tanja kommt." .Ich teil! sie nicht dort toiffen, Vater." Öin erstaunter Blick. „Besser ist sie nirgends aufgehoben, mein Sohn." Szengeryi atmete mühsam. „Sie wird mit Guido Horvath zusammen fein.“ -21ch. deshalb?" Der Professor blieb vollkommen ernst. „Hier In Wien gibt es ohne Zweifel auch viele solche Horvaths. Wenn du nicht so viel Vertrauen in deine Frau sehest, mein Junge, t»afj sie dir Treue hält, auch wenn sie mit andern Männern zusammen ist, dann tust du mir leid und RoSmarie auch." Eine heiße Welle fuhr in Szengeryis Wangen uno mochte sie auslohen. Er schwieg beschämt. Aber statt seine Unruhe loS zu werden, mehrte sie sich nur noch und wuchs mit jeder Minute. RoSmarie empfing den Vater mit einem Leuchten im Gesicht. Man merkte kaum, daß ihr Glück eine Trübung erfahren hatte. Nur so oft Szen- gertji ihr eine Liebkosung erweisen wollte, wich sie vor ihm zurück. .Warum machst du ihm da- Gehen so schwer?" mahnte Török, als sie für ein paar Minuten allem blieben. .Vergiß nicht, Kind: Es ist schon mancher fortgegangen, der nicht wiederkam." Sie sah ihn aus ruhigen Augen an. .Es ist 2&er aud? schon mancher wiedergekommen, Vater der hat nicht mehr gesunden, wa- er verlassen hatte. RoSmarie". warnte Török, .ich will nicht Vossen, daß hinter diesen Worten eine Zweideutig- leit versteckt liegt." u .Gewiß nicht. Ich habe e- so gemeint, wie e- gefagt war." Cfta« würdest du sagen. Kind, wenn ich mich BelaS Expedition anschtteßen würde?" Sie hob die Schultern. .Du würdest dich jedenfalls so wenig beeinflussen lassen wie er" Sie behielt recht. Schon am Abend war e« beschlossene Tatsache, daß der Prosessor an der Arife teilnahm. RoSmarie sprach mit keinem Wort dagegen. Sie' hatte sich abaefunden. Der Tag der Abreise ruckte immer näher. ES gab tausenderlei zu ordnen und zu erledigen. Müde, abgehetzt, mißgestimmt, nervös kam S>cn- gertjl am Mittag nach Hauje, ah rasch ,n *ut 3n« _,en am Don, ab. .9 Scheine • lDarmftadt) .begrüßte die ^rmstadt) er« m. ' bcr ci|m Mission £ ">er Ar« Äin* Die ^alt V yxj) ^"Nissen. 7 auch beim konnte ein ' lestgestellt per« en.zur Hei« ito- mSanntlabl Achtungen statt, lunggbetei« uL beider mußte S ^.Onneren lMtlchen Lage rvleiben. Man 1 Sugenheim ti Hand si-S g isor ihm n»n d-r L.» •'»'S"-1 it ^.-d i° W«"? Sen ie.^E AkosE Sj» «* fort. 8-»l“ * i «>»»'■ $ffn® -!"< fie "■»«««« «$3**. Land rern"^ 6 I$uic, .nun an 6 bem 5 gerado über O" «tl Wirtschaft. Notizhandel auf dem Viehmarkt ist verboten. WSN. Frankfurt a. M., 21.Okt. Im Januar hatten sechs Viehhändler wegen Notizhandels auf dem Frankfurter Viehmarkt, da die Ziffern der Schlutzscheine mit den tatsäch- lich gehandelten Preisen nicht übereinstimmten, ein Strafmandat über je 300 Mark erhalten. Sie hatten gerichtliche Entscheidung beantragt, doch hatte die erste Instanz die Hohe der Geldstrafe bestätigt. Die Strafkammer setzte die Geldstrafe auf 100 Mark herab. Die eingelegte Revision wurde vom Oberlandesgericht verworfen. * * Große Verluste bei Schultheis- Pahenhofer-AG., Berlin. Nachdem in den letzten Tagen trotz einer relativ beruhigenden Verwaltungserklärung über die Absahentwicklung Die Aktien der Schultheis-Patzenhofer-AG. im Freiverkehr von Bureau zu Bureau eine auffallend schwache Tendenz aufwiesen, wird nunmehr bekannt, daß für die nächsten Tage eine Aufsichtsratssitzung einberufen wurde, obwohl der Abschluß per 31. August noch nicht so weit fertig« «estellt ist, daß er dem Aufsichtsrat vorgelegt werben kann. Diese Aufsichtsratssihung hat einen ganz besonderen Desprechungsgegenstand, nämlich die Klarstellung, wieweit die Gesellschaft für Verluste einzustehen hat, welche Grohaktionärkreise o»>D -irab-nsp-ll Pie HJcgeübetfü ^Mlmrl ,y. ier «Kfetn, den 21. ... LeitMiusiims 3 Zimmer, Kucke, Bad mit fomoletler Einrichtung und Loggia (1. Stört) für monatlich 65 RM. zum 1. diooember 1931 zu oermieten. Schriftliche Angebote unter 7<>91 D an dci» (Siebener Anzeiger. Wir haben ab Samstag einen größeren Transport hochtragende u. a frischmelkende IbIIHv sowie zirka 30 gutgeformte ostpreußische Jung-Rinder S™"™ Hurra! Kasperle ist da!! I Liebe Kinder! Weil so viele am letzten Sonntag keinen Platz mehr fanden, will ich am Sonntag, dem 25.Oktober, nachmittag* 3 I hr. Im Kata. lerelnshaiiM noch einmal spielen. Aber pell, jetzt dürft ihr nicht mehr weinen! Am nächsten Sonntag nabt ihr alle Platz. Alle Kinder dürfen das wunderschöne. neue Kasperltheater sehen._Es wird noch einmal feierlich eingeweiht Eintritt 15 Pfennig. (7084D Auf Wiedersehen am Sonntag! Euer Freund Ka-perl Larifari. ^äü»|il61 „3m? Oelmüble* Giehcn, Tammftrahe 39 Morgen Samstag, den 24. Ott.: Mtzelsuppe Ad 10 Uhr: Wellfleisch mit Kraut 7113 D ^ehttiib Gvüuewald Achtung Hausfrauen!! Bringe einen groben Poften schneeweißen Blumenkohl daS Stück von 1O—5O PL foiole prachtvollen, frischen Rosenkohl per Pfund 20 PL 3 Pfund 55 Pf. Edeltrauden, 3 pfd. *31.1.— la süße Trauben, 6 psd.M.H. — sie wollen die Imbcrjidjcn im lurd) wikSttholle c Erteilung des L it ;u Anfang nac ittlxrbticheins lein 3u der nach der 'ihningsdeftimmun ak'pblatt 5.189) i uUrtitnbtn pholoc Dir Photograph A juj erkennbar sein, ' ’ richt älter als fünf es (8ewerbetreiben Set gemeinfami !es Unternehmers, Äitgliedts. Auf den bei d< awerbeicheinen vc Küdfrite die Persi »rden. Photographien, ~nt> abfltflempdt t ibgelöit und zur'L eorgelegt werden, Dir machen I .wechtWne vo mgegeden und vi Hempels und ni Handergewerbeli Sie wollen d hinauf besonder! nicht mehr am fit nbyholl werden: daher zwecklos. Die Anträge lormulors baldig t, | la Hammelfleisch 7iiod zumvralen 80^,, Wochen 70 $ la Amdswlirstchen.........70$ la Zleischwurst..........80 Stets frisches Hackfleisch ... 30$ Sowie alle and Lort.Zleisch- u. Surst- waren zu bedeutend ermäß. preisen! MgereiZalob Aeuenweg 18 ♦ Telefon 3160 ÄesonderS aufmerksam mache ich für Hausschlacht auf prima Fteisch (auf Wunschgratis gemahl.)o.^noch.75L, SamStag, 24. 10. 1981,20.30 Llbr, nrt Heim: Braudien wir Kolonien? Licktbildervortrag. 2onninfl,25.10.31^ 10 Uhr, im Heim i GaulaD desBundes reisend. tunlteDie iw DHV Bunde-gefckäftöf. Kollege Menzel ift anwesend. to»«D Alle Knrsus- leilnehmer treffen fick cun Montag, d. 26. Cftobct 1931, 2« L30 Uhr, mt ______Heim. | Kaufgesuche | Sxxua «rrnnff. 2tr. ob. i.d. Wnbe d. 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Die rückständigen Beiträge zur Kranken-, Invaliden- und Erwerbslosenoersicherung für den Monat September 1931 können noch bis zum 2. liooembcr 1931 ohne Kosten bezahlt werden. 7086D Nach Ablauf dieser Frist erfolgt Kostenberechnung und cvt. Beitreibung. Die Einzahlung kann täglich außer Samstags von 8 bis 1 Uhr bei unserer Kasse oder auf unser Postscheckkonto Amt Frankfurt a. M. Nr. 10833 erfolgen fintier, Rechner. Für gg°° 106°° 116°° |Verschiedenes| Sithrrc Kapitalanlage 5—7000 Mk. z. Ab» tragung ein. 1. yu« votbek alsbald oef. Sckriftl.Anaeb.unt. 06138 a. dfikAnr- HIOfl UN. gegen Sickerben m. Gewinnbeteiligung angciverbltchesUn- ternehmen auSzu» leiben. Sckriftl Angebote unter 96182 an den «Kiek Anz, Tcutfdicr Schäferhund zugelaufen. ,>arbe filberornu. ScknftL Mitt.u.061'.»3<8.A, .Verloren 1 fckwz. tfnrffdiub a. d. Wege Riegel» vfad-Nvdb. Str. Bitte abzua. o- iei Nodbeim.Ltr. 40 p. Vereine Heiniatvereinigong „Sdiibierg“ Sonntag, 25. 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