Hr. 222 Erster Via« 181. Jahrgang Mittwoch, 25. September 1951 (Er|d)etni laglich.avhei Sonntags und Feiertag». Beilagen: Die Illustrierte (Siebener Familienblätter Heimat im Bild Die Schalle. Monat» Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfenniq für Träger» lohn, auch bei dichter» scheinen einzelner Tlummern infolge höherer Gewalt. ZenifvrechaW|chlllße ■nterSammeInummer225l. fln|d)rift für Drahtnachrichten 3njeiger fielen. polfdfedfonto: KranNurlam Main 11686. sietzener Anjeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnttk vnd Verlag: vrühl'fche Universilälr-Vuch- unb Steinöruderei 8. Lange in Sietzen. Sdfriftldtung unb Geschäftsstelle: Zchnlstratze 7. Annahme van Anzeige, für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für | mm höhe für Anzeigen van 27 mm Breite artlich 8. ausmärte 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen van 70 mm Brette 35 Reichspfennig, piatjoor|d)rift 20* , mehr. Chefredakteur Dr. Frtedr. Wilh. Lange. Derantwartlich für Volitil Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.Tdyriot, für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für bea Anzeigenteil Max Fistes sämtlich in Gießen. Landnöten. Dach Preußen unb den meisten anderen Ländern kommt nun auch Hessen seiner ihm vom Reich auferlegten Pflicht nach, die Sanierung feiner Finanzen durch Sparnotmahnahmen auf dem Derordnungswege zu bewerkstelligen. Die hessische Regierung hatte sich zwar über ^chre Pläne in tiefstes Geheimnis gehüllt, aber in der langen Zeit, die man in Darmstadt zur Fertigstellung des Sparprogramm- brauchte, war genügend durchgcsiclert — richtige- und falsche- —, um die Streife, die von den Spar- mahnohmen vorwiegend betroffen werden, in heftige Erregung zu bringen. Diese wenig freundliche Stimmung im Lande h :t der Regierung wohl den Wut genommen, die Katze auf einmal andern Sack zu lassen. Sie hat jedenfalls vor- ae»ogen, ihr Sparprogramm in drei Abschnitten bekanntzumachen, und gibt sich dabei der Hoffnung hin, dah die bittere Medizin, tropfenweife verabreicht, besser bekommt als in einem groben Schluck. War schon diese lange Geheimniskrämerei, die doch nicht vor Indiskretionen schützte, ein psychologischer Mihgriss, so wird sich vermutlich auch in Zukunft diese zögernde Taktik alS ein zweischneidiges Schwert erweisen. Der erste gestern nun auch amtlich bekannt gewordene Teil deS Sparprogramms bezieht sich auf die Kürzungen der Deamtengehäl- t e r. Hessen hat sich dabei unter weitgehendem Verzicht auf eigene Ideen in den meisten Mah- nahmcn dem angeschlossen, was andere Länder bereit- vor ihm beschlossen hatten. Aber in Darmstadt begnügte man sich nicht damit, aus den verschiedenen Plänen, mit deren Hilfe die anderen Länder auszukommen suchten, den brauchbarsten auszuwählen, sondern türmte einen auf den anderen und dazu noch einen dritten und vierten, tat aus eigenem auch noch etwas hinzu und erhielt so ein Produkt, das als Ganzes alleS bisher für möglich Gehaltene in den Schatten stellt. Don Daden nahm man die allgemeine Kürzung der Bezüge um 5 Prozent, von Bayern die Sonderkürzung für Ledige und Kinderlose, von Preuhen die Pensionskürzung und Anrechnung der Rebeneinkünfte, vom Reich die Aus- rückungSsperre und tat aus eigenem noch mit dem Ucbcrgang von der Pränumerando- zur Poftnumerandozahlung die Kürzung um einen vollen Monatsgehalt hinzu. DaS ergab im Gnb- erg.bnis einen Abstrich an den Deamteng hältetn, mit dem Hessen wohl unbestritten an der Spitze aller Länder marschieren dürste. 3m einzelnen hat man nun wenigstens den Dersuch gemacht, durch Staffelung besonders rigorose Härten, die für die unteren Beamtenklassen schlechthin untragbar gewesen wären, abzufchwä- chen. So bleibt von der allgemeinen Gehaltskürzung um 5 v. H. ein Betrag von 1500 Mk. frei, so bah z. D. Gehälter von bislang 3000 Mk. um 75 Mk. jährlich gekürzt werden, also abgesehen von den Auswirkungen anderer Maßnah- men künftig 2925 Mk. betragen. Für Gehälter in Höhe von 7000 Mk. würde der Abzug 275 Mk. ausmachen, das Gehalt sich also in Zukunft auf 6725 Mk. belaufen. Aus die übrigen im einzelnen und als ganzes für jeden BeamtenhauShalt schwer einschneidenden Bestimmungen der Rotverorb- nung soll hier nicht näher eingegangen werden. Besondere Aufmerksamkeit verdient jedoch der Ucbcrgang von der Vorauszahlung der Bezüge zur Zahlung am Monatsende. Auf dieses eigene Kind neben so vielen adoptierten scheinen die Väter der Rotverordnung besonder- stolz zu fein. Der Finanzminister glaubt wohl, damit das öt deS Kolumbus gefunden zu haben, wenn er den Beamten mit einem Federstrich ein volles Monatsgehalt nimmt, denn die unleugbare Tatfache, dah durch den ilebergang von pränumerando zu postnumerando den Beamten .auf die Dauer ihres Dienstverhältnisses" nichts verloren geht, ist ein Wechsel auf die Zukunft, für den die Dearntenfrau zur Zeit weder Fleisch noch Brot kaufen kann. Das ist zweifellos der Elou der an sich schon an Härten und Ungereimtheiten reichen Rotverordnung, die vermutlich nicht nur von den direkt von ihr Betroffenen mit gemischten Gefühlen ausgenommen worden ist. Kein Wort von einer grundsätzlichen Reform, kein Wort von einer Vereinfachung der Zentralbehörden. Man vergleiche nur den Derwaltungsapparat deS Dolksstaates Hessen mit dem eines gleichgroßen preußischen Regierungsbezirkes, etwa Düsseldorf, der an Bevölkerung etwa dreimal fo groß ist wie Hessen, um zu ermessen, wo gespart werden könnte, bevor man immer wieder zu Maßnahmen schreitet, die mit der ständigen Verengung der konsumkräftigen Bevölkerung das ganze Wirtschaftsleben des Landes hart treffen. Man komme nicht immer mit dem abgedroschenen .Das schlägt nicht »u Buch", das ist psychologisch falsch, doppelt falsch in einer Rotzeit, die materielle und ideelle Opser und manchen Verzicht auf Ginrichtungen fordert, die man sich in besseren Zeiten vielleicht hätte leisten können. Um den Dersuch zu einer großzügigen Verwaltungsreform an Haupt und Gliedern wird man nicht herumkommen. Aber vielleicht bringen ja die noch ausstehenden beiden Rotverorbnungen, was die erste in dieser Beziehung schmerzlich vermissen lieh. Diel Hoffnung haben wir nach dem, was über Schulabbau und andere Pläne durchgesickert ist, allerdings nicht mehr. Der deutschnativnale Parteita g hat über die Ziele und Absichten der Deutschnationalen und die Taktik, die sie in den nächsten Wochen einzuschlagen beabsichtigen, weitgehende Klarheit gebracht. Will man nach den Reden Hugenbergs Der Reichstag tritt am!3. Oktober wieder zusammen. Oer Kanzler wird fich dem Parlament stellen. — Oas Wirtschafisprogramm weiter hinaus« gezögert. — Oingeldey bei Brüning. Berlin, 22. SepL svDZ.) Reichskanzler Dr. Brüning hatte am DienslagoormiUag eine Aussprache mit dem Reichslagspräfidcnten Lobe über die parlamentarische Lage. Das (Ergebnis war, dah der Reichstag zu dem von ihm selbst bestimmten Termin, nämlich am 1Z. Oktober, Zusammentritt, um zunächst eine Erklärung der Reichsregierung enlgegenzunehmen. Mit der Beratung dieser Regierungserklärung werden sämtliche Anträge und Interpellationen verbunden werden, die von den Parteien zur Politik der Reichsregierung eingebracht worden sind oder noch ein- gebracht werden. Wan darf also mit einer umfangreichen außen- und i n n e r p o l 111 s che n Debatte rechnen. 3n parlamentarischen Kreisen rechnet man jedoch damit, dah die herbsllagung des Reichstags mehrere Wochen in Anspruch nimmt, und dah dann über Weihnachten eine Pause eintritt, während der die Parlamentsausschüsse ihre Arbeiten sördem können. 3m neuen 3ah? wird der Reichstag sich dann mit dem Haushaltsplan für das 3a hr 1932/33 ju beschäftigen haben. 3m Reichsfinanzministerium ist der plan erwogen worden, das Haushaltsjahr des Reiches dem hooverplan anzupassen, den Etat 1931 also bis Ende 3 u n i 1 9 3 2 z u verlängern. Das Relchs- fabinett hat sich jedoch mit diesem plan noch nicht beschästigt. (Er ist auch noch nicht aktuell, da die weitere Entwicklung der deutschen Finanzen und des Reparationsproblems in diesem Augenblick noch nicht zu übersehen ist. (Eine Klärung dürfte jedoch noch vor Ablauf dieses 3ahres durch Internationale Der Handlungen herbeigeführt werden. (Eine solche Klärung ist spätestens vor dem Ablauf des sogenannten Stillhalteabkommens notwendig. Die Beratung deswirtfchaftsprogramms der Reichsregierung ist nur wieder in Form einer Ehefbesprechung weitergeführt worden, ohne daß heute — wie auch in den letzten Tagen — eigentliche Kabinettsberatungen ftattgefunden hatten. Die Dinge werden augenblicklich mit den Sachoer st än- digenderMinisterien durchgesprochen, damit die folgenden Kabinettsberatungen um so schneller vonstatten gehen. 3n politischen Kreisen rechnet man allerdings damit, dah die Fertigstellung des wirt- schoftsprogramms eine weitere Berjöge- r u n g in die nächste Woche hinein erfährt, weil es vielleicht ratsam ist, zunächst noch abzuwarlen, wie sich die englische Krise weiter auswirkt. Unter den Derhandlungen, die der Kanzler heute hatte, dürfte eine der bemerkenswertesten eineBe- sprechung mit dem Führer der Deutschen Bolkspartei, dem Abg. D i n g e l d e y, sein. Sie hat ihren Grund wahrscheinlich darin, daß, Abg. Dingeldey sich für die morgen in Hamburg ftattfinbenbe Sitzung seiner Reichstagssraktion noch im einzelnen über die Auffassungen des Kanzlers zur Lage informieren wollte. Soweit wir unterrichtet sind, sind aber von der Fraktionssihung keine Beschlüsse zu erwarten, namentlich nicht, soweit sie sich auf die Stellung des A uhenministers beziehen. Bekanntlich geht die Stimmung in der Deutschen Bolkspartei dahin, daß man die Rückkehr von Dr. (Eurlius abwarten und ihn erst einmal persönlich hören mutz, ehe eine Stellungnahme überhaupt möglich ist. Als Ergebnis der Besprechungen zwischen dem ReichslagSpräsidenten und dem Reichskanzler ist also zu notieren, dah die Regierung an dem Zusammentritt des Reichstags festhält. Gs hätte nahegelegen, dah sie den Dersuch machte, eine erneute Vertagung zu erzwingen, weil Dr. Brüning sich über die Schwierigkeiten, denen er entgegengebt, nicht im Unklaren sein kann. Aber einmal wäre es wohl nicht ganz leicht gewesen, die Sozialdemokraten zu einem weiteren Derzicht auf die parlamentarische Betätigung zu veranlassen, und auherdem will der Kanzler selbst den Eindruck nicht aufkommen lasten, als ob er das Parlament endgültig kalt stellen wollte. Es hilft ihm ja doch nicht-, einmal muh er durch die grohe politische Debatte und den unvermeidlichen Berg von Mißtrauensanträgen hindurch; um dann allerdings, sobald da- au-gestanden ist, de- Reichstag möglichst rasch nach Hause zu schicken. Der Kanzler selbst glaubt, dah es ihm möglich sein wird, vielleicht nach Opferung de- Auhenministers die Annahme eine-Mih- trauen-votum-zu verhindern. Er hat aber auch in Rechnung gestellt, dah die Dinge anders gehen können, dah also ein- der Mißtrauensvoten eine Mehrheit findet. Für diesen Fall scheint er nicht zu beabsichtigen, vom Reichspräsidenten sich neue Vollmachten zu erbitten, sondern will dann verzichten und dem Reichspräsidenten nahelegen, die Führer der RechtS- o p p o s i t i o n mit der Bildung der Regierung zu beauftragen. Wobei Herr Dr. Brüning selbst offenbar glaubt, dah eS sich dabei nur um ein kurze- Zwischenspiel handeln wird und dah er nach einem solchen reinigenden Gewitter wieder in die Reichskanzlei zurückkehrt, da da- Zentrum e n t s ch l o s s e n ist, sich nach dem Sturz DrüningS an einer neuen Regierung nicht zu beteiligen. Aber da- sind vorläufig alle - noch Kombinationen, niemand kann heute vorauSsehen, in welcher Richtung und in welchem Tempo sich di« Entwicklung vollzieht. Hausfrauen kaust deutsche Lebensmittel! Ein Appell des Reichsernährungsministers Gchiele an die Hausfrauen, durch richtige Einkaufspolitik die Lebensmitteleinsuhr zu verringern und die deutsche Landwirtschaft zu stärken. München, 22. Sept. (WTB.) Auf der i „Deutschen Woche" zur allgemeinen Werbung für deutsche Erzeugnisse sprach der Reichsminister > für Ernährung und Landwirtschaft, Schiele, in der Hausfrauenstunde des Daperischen Rund- funkts über „Die ernährungspolitische Aufgabe der Hausfrau". Der Minister legte dar, dah die deutsche Landwirtschaft in der Lage sei, das deutsche Volk in befriedigender Weise zu ernähren. Trotzdem e- durch die Agrarpolitik im letzten 3ahre gelungen sei, dieLebensmittel- einfuhr um 850 Millionen Mark zu verringern, seien im 3ahre 1930 Immer noch für 23/* Milliarden Mark kostbare Devisen zum Erwerb landwirtschaftlicher Erzeugnisse ins Ausland geflossen, die in unserem Lande hätten erzeugt werden tonnen. Hunderttausende von Arbeitern könnten auf dem Lande Arbeit finden, wenn diese Erzeugnisse innerhalb unserer Grenzen produziert würden. Da unsere Ausfuhr trotz aller Opfer nicht mehr steigerungs- sähig sei, sondern sich dauernd rückläufig entwickle, und auch Deutschland bisher trotz aller Agrarmahnahmen noch immer wesentlich niedrigere Lebenshaltungskosten aufweise als die sogenannten Freihandelsländer, gelte es alle verfügbaren Kräfte anzuspannen, um den Binnenmarkt zu fördern und zu stärken. Di« Hausfrauen verausgabten jährlich für 2c- bendmittcl etwa 25 Milliarden Mark. Diese mühten den großen Zielen der ErnährungS- politik dienstbar gemacht werden. 3ede deutsch« Hausfrau sollte bei ihren Einkäufen deS Worte- eingedenk sein: Hausfrauen kauft deutsche Waren, ihr schafst euren Männern Arbeit und Brot. An Hand von Beispielen zeigte der Minister, dah das Interesse der Hausfrau in der Stadt am einzelnen Pfennig oft viel zu gering sei. 3ed« Hausfrau, die beim Kauf der einzelnen Lebensrnittel aus Bequemlichkeit nicht die billigte Dezugsmöglichkeit aussucht, verwirkt damit das Recht, an den Lebensmittelpreisen irgendeine Kritik zu üben. Die städtischen Hausfrauen sollten hie Bestrebungen der LarGwirtschaft hinsichtlich der Standardisierung und Qu a- iitätserzeugung durch eine entsprechend« SinkaufSpolltik unterstützen. Der Minister schloh im Hinblick auf die ungeheure Arbeitslosigkeit, die der Winter bringen würde, mit einem Appell an die Hausfrauen: 3n diesem Winter darf keine Hand, die noch in der Lage ist zu helfen, untätig bleiben, um daS größte Elend zu verhindern. ihr Programm auf die kürzeste Formel bringen, dann wäre es dahin Aufammen^ufaffen, daß die Deutschnationalen — Die in diesem Falle wohl auch als Wortführer der RationalsoAialisten gelten können — trotz der schwierigen Erbschaft, die sie anlrcten müßten, den entschlossenen Willen zur Macht bekunden und jederzeit bereit sind, d i e Verantwortung für dieRegierung zu übernehmen, daß fie aber gleichzeitig jede- Paktieren mit dem Kabinett Brüning ablehnen, daß fie auch von einem Tolerieren nichts wissen wollen, sondern diesem Kanzler und diesem Kabinett eigentlich den Kampf auf der ganzen Linie angekündigt haben. Ob eine solche scharfe Abwehr nötig war, darüber kann man geteilter Meinung sein; wenn man fich einmal die Reden Hugenbergs, die ja den Gedankengehalt des Parteitages ausmachen, in Ruhe durchlieft, muß man zu dem Ergebnis kommen, dah doch sehr starke Berührungspunkte zwischen Hugenberg und Brüning bestehen und dah es eigentlich möglich sein müßte, über die Gegensätze hinweg eine Drücke zu schlagen. Die Deutschnationalen sind danach offenbar bereit, mit dem Zentrum zu arbeiten, in einem Kabinett, in dem sie richtunggebend sind, aber sie wollen dieses Kabinett, so wie es heute besteht, erst beseitigt wissen, um freie Bahn für eine neue Politik zu schaffen. Sie berufen fich darauf, daß sie srüher zur Mitarbeit bereit gewesen wären, der Kanzler aber ihre Hand aus- geschlagen habe, während der Kanzler umgekehrt aklenmäßig Nachweisen teilt, dah er die Deutschnationalen zur Mitarbeit eingeladen, sich aber von ihnen einen Korb geholt habe. Und will scheinen, als ob dieser Streit um die Vergangenheit einigermaßen belanglos wäre, die Zeiten, in die wir yineingchen, lind zu ernst, als daß retrospektive Betrachtungen über die Schuld noch irgendeinen Sinn haben. Die Frage, die uns allein beschäftigen kann, ist die, wie wir im kommenden Winter einen Zusamm enbruch vermeiden. Unb er ist wohl nur zu vermeiden, toenn die Verständigung zwischen dem rechten Flügel und der bürgerlichen Mitte gelingt Leider nur ist in Stettin gerade diese Hoffnung begraben worden. Das Zentrum will seinen Kanz- ler von den Deutschnationalen nicht abschlachten lassen, es macht aus der Person Brüning eine Machtposition, die es nicht opfern will und droht damit, in die Opposition abzumatfchieten, falls Brüning beim Beginn der DerchStagsverhandlun- gen auf der Strecke bleiben sollte. So ist die bedauerliche Folge des Stettiner Parteitages, dah der Kampf innerhalb der bürgerlichen Gruppen weiter an Schärfe zugenommen hat, mit der noch bedauerlicheren Aussicht, daß, wie der Kampf auch auSgeht, eine einheitliche Linie schwer zu bekommen sein wird. Seht sich der Kanzler im Reichstag durch, dann kündigen die Deutschnatio- nalcn Opposition mit allen Mitteln an. Fällt der Kanzler, dann zieht sich das Zentrum zurück. Aber vielleicht ist damit das letzte Wort doch noch nicht gesprochen. Wir haben es in der Tat weit gebracht, weiter, als man es sich im allgemeinen in den Großstädten vorzustellen pflegt. Es gibt nicht nur ein Erwerbslosenelend; mindestens ebenso groß sind die Sorgen, die man sich um die Ernährung großer Teile unserer Dauern machen muh. Es war eine gewisse Tragik auf der in Darmstadt abgehaltenen Herbsttagung berDeut- schon Landteirtschafts-Gesellschaft, dah in Dutzenden von Versammlungen über die zweckmäßige Ernährung des Viehes und der Pflanzen gesprochen wurde, während man sich darüber klar war, daß die Kleinbauern, für die all diese technischen Erörterungen bestimmt waren, selbst unterernährt find. Es ist in der Landfrauenversammlung auch über diese Ernährungsfrage der Dauern gesprochen toorben, aber Wada an kleinen Fingerzeigen für eine bessere Ausnutzung der wirtschaftseigenen Lebensmittel gegeben werden konnte, wird doch nicht dazu auS- reichen, einen grundlegenden Wandel zu schaffen. Die Desserung muh von einer anderen Seite her kommen. Die Landwirtschaft selbst legt der Selbsthilfe gerade in den heutigen Zeiten der Rot besondere Dedeutung bei, die DLG. hat dabei den speziellen Fragen der Kleinbetriebe ihr 1 besonderes Augenmerk jugetoenbet Gerade bei der Darmstädter Tagung war da- auch ein« Selbstverständlichkeit; ist doch Hessen ein ausgesprochenes Äleinbauernlanb, wo 84 Prozent bet lanbwirtschastlichen Rutzsläche Dettieben unter 5 Hektar gehören, 64 Prozent sogar Betrieben unter 2 Hektar. 3n diesen Betrieben kommt eS also darauf an, dah auch die Rebennutzunge n de- Kleinbetriebe- Geld bringen, toenn schon Ackerfrüchte unb Dieherzeugnisse schlecht im Preis« stehen. Diese Rebennutzungen sinb vielfach Haupt- nutzen, insbesonbere in ben Weinbautälern. Ucbet bie Schwierigkeiten bes Weinabs ahes braucht man nichts zu sagen. Aber mit Obst unb Gemüse ist eS nicht anbers. Millionen von Zentnern an Aepfeln, Dirnen unb Tomaten verfaulen ungepflückt, weil auch hier im ©arteubaugebiet Ho11anb unb 3 t a I i e n ben Markt beherrschen. Für jebe Million, bie wir an lanbtoirt- schaftlichen Erzeugnissen aus bem Auslanb einführen, verfaulen bie entsprechenben Mengen beutscher Erzeugnisse. Das Ergebnis ist eine Der elenbung beS 'Bauernft anbe8, bie bei bem Fehlen jeber länblichen Kaufkraft zu einer immer stärkeren Vers chärf ung bet ftäbtif eben Erwerbslosigkeit führen muh. Gs ist in ber Tat höchste Zeit, bah auf biefem Gebiet ber volkswirtschaftlichen Sparpolitik Rechnung getragen wirb, bie bas Reichskabinett feit Monaten auf feine Fahne geschrieben hat. Dann können auch die Bemühungen um bie Vervollkommnung ber Dauemtechnik, bie ben Gegenstand ber Darmstädter Versammlungen gebildet hatten, Erfolg bringen. Man muh unseren Kleinbauern Hochachtung entgegenbringen, toenn man eS auf bet Darmstäbter Tagung erlebt bat, wie bie verschiebensten Möglichkeiten bet De- triebserleichterung unb WirtschaftsumAellung In bet Erwartung erörtert wurden, bah doch noch im letzten Augenblick auch bie staatliche Wirtschaftspolitik bie Voraussetzungen für ben Schutz beutscher Arbeit schafft. Das alte Sprichwort .Hat ber Dauer Gelb, hat's bie ganze Wei?* kann man nach ber Darmstäbter Tagung ab- toanbeln in bie Warnung .Hungert ber Dauer, bann verhungert daS ganze Volk'. Vor dem französischen Siaaisbesnch in Serlin. Der neue Botschafter Kran^ois Poncet beim Reichspräsidenten Botschafter Franxois Poncet verläßt das Palais des Reichspräsidenten. 5 ii Berlin, 29. Sept. (WTB.) Der Herr Reichspräsident empfing heute den neuernannten französischen Botschafter Herrn Francois -Poncet zur Entgegennahme seines Beglaubigungsschreibens. Der Botschafter wurde nach dem üblichen Zeremoniell durch den Ches des Protokolls Graf Tattenbach abgeholt und im Wagen des Reichspräsidenten zum Präsidentenpalais geleitet; das Dotschastspersonal folgte in besonderen Wagen. Im Borhof des Präsidentenhauses erwies eine Ehrenwache dem Botschafter die militärischen Ehrenbezeugungen. An dem Empfang nahmen außer den H rren der Umgebung des Reichspräsidenten Staatssekretär Dr. v. Bülow in Vertretung des zur Zeit, in Genf weilenden Reichsministers des Auswärtigen teil. Oer Botschafter hielt folgende Ansprache: „Herr Reichspräsident! Ich habe die Ehre, Ew. Exzellenz das Schreiben zu überreichen, durch das ich als außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter der französischen Republik bei Ihnen beglaubigt wurde. Die hohe Mission, mit der ich betraut, ist mir unter Verhältnissen übertragen worden, die zu mancher BesorgnisAnlaß geben. Die gesamte Welt leidet unter einer W i r t s ch a f t s - und F i -- nanzkrise, die sich seit Monaten sortseht, die nun schon unter den Völkern ein Gefühl der Unruhe verbreitet. Diese Lage erfordert von allen Staaten —insbesonderevonFrankreich und Deutschland —, daß sie ihre Anstrengungen auf eine zie IbewußteZusammen- arbeit richten. Dies ist die Ueberzeugung der Regierung der französischen Republik. Sie hat sie in Genf ausgesprochen, sie hat sie den deutschen 1 Ministern gelegentlich ihres Besuchs in Paris zum _ Ausdruck gebracht. Sie wird sich zu dieser Ueber- * zeugung demnächst i n Berlin erneut -t bekennen. Die französische Regierung wünscht mit allen ihr zur Verfügung stehenden Kräften den Beziehungen zwischen den beiden Rachbarländern das Höchstmaß an Festigkeit und Sicherheit zu geben. Reichspräsident von Hindenburg erwiderte u. a.: „Herr Botschafter! Sie treten Ihr hohes und verantwortungsvolles Amt in einer besonders schweren Zeit an. Die große Gefahr, welche die außerordentliche Wirtschaftskrise für die ganze Welt bedeutet, ist auch nach meiner Lieberzeugung nur durch Zusammenwirken aller Völker zu bannen. Bei solcher gemeinsamen Abwehr von Rot und Zusammenbruch hat das Schicksal Deutschland und Frankreich eine besondere Aufgabe zugewiesen. Sie wird dann erfolgreich zum Heile Europas und der gesamten Welt gelöst werden können, wenn die beiden Völker an siemit'öemWillenzurDerständigung im Geiste aufrichtiger Zusammenarbeit Herangehen. Die 'Absichten der französischen Regierung, ein solches gedeihliches Zusammenwirken auf der Grundlage vertrauensvoller Beziehungen herbeizuführen, begegnen durchaus unseren aufrichtigen Wünschen, deren Erfüllung auch der bevorstehende Besuch der führenden Staatsmänner Frankreichs in Berlin fördern möge. Laval und Briand treffen am Sonntag in Berlin ein. Grandis Bemch Ende Oktober erwartet. Paris, 22. SepL (2BIB.) Die aus der Umgebung des Ministerpräsidenten Laval verlautet, werden Laval und Außenminister Briand a m k o m - menden Samstag um 1^.25 Uhr mit dem Rordexpreh aus Paris abreisen und am Sonntag u m 8.37 Uhr in Berlin eiutreffen. Sie werden Berlin am Dienstag verlassen. Die Nachricht, daß die deutsche Regierung den italienischen Außenminister Grandi für Anfang Oktober, also kurz nach dem französischen Gegenbesuch, nach Berlin einge- ladcn hat, trifft nicht zu. Der deutsche Außenminister Hal vielmehr während der Genfer Tagung den italienischen Außenminister gebeten, Ende Oktober nach Berlin zu kommen. Der italienische Außenminister wird auf der Reise nach Berlin von seiner Gattin begleitet werden, lieber die Frage eines Gegenbesuches Mussolinis ist im Augenblick n o ch n i ch t entschieden. Oer Konflikt um die Mandschurei vor dem Völkerbundsrat Genf, 22. Sept. (WT2.) Zahlreiches Publikum und eine große Menge Pressevertreter hatten sich zu den Verhandlungen des Dölkerbundsrates über den chinesisch-japanischen Konflikt eingefunden, der durch China auf Grund des Artikels 11 des Völkerbundspaktes dem Rat vorgelegt wurde. Der Vertreter Chinas im Rat Sze (Gesandter in London) schilderte die Ereignisse in der Mandschurei und erklärte, daß von der Okkupation ein Gebiet von der Größe Großbritanniens und Irlands betroffen sei. Er schloß mit der Ankündigung, China werde eventuell auch unter Berufung auf andere Artikel als Artikel 11 des Paktes weitere Anträge beim Völkerbundsrat stellen. Der Vertreter Japans im Rat, der Gesandte in London, Boshisawa, beantragte, die Verhandlung auf die nächste Sitzung des Völkerbundsrats zu vertagen, da er ungenügend informiert sei. Die japanische Regierung habe ihre Truppenkommandanten angewiesen, alles zu unterlassen, was den Konflikt verschärfen könnte. Japan wolle keinen Krieg gegen China und würde auch den Vorschlag auf Eröffnung direkter Verhandlungen zwischen beiden Ländern sehr begrüßen. Durch übereilte Schritte werde jedoch die öffentliche Meinung in Japan unnötig erregt und die friedliche Erledigung des Zwischenfalles erschwert. Der Präsident des Völkerbundsrats L e r r o u x bat hierauf um folgende Vollmacht: Erstens einen dringenden Appell an die Regierungen von China und Japan zu richten, sich jeder Handlung zu enthalten, die geeignet wäre, die Situation zu verschlimmern oder der friedlichen Regelung der Frage vorzugreifen, zweitens in Verbindung mit den Vertretern Chinas und Japans die geeigneten Mittel zu suchen, die es den beiden Ländern gestatten, sofort zur Zurückziehung ihrer Truppen zu schreiten. Der chinesische Delegierte beantragte, die nächste Sitzung des Völkerbundsrates möglichst bald, am besten schon morgen, stattfinden zu lassen. Der japanische Delegierte erklärte, er könne sich diesem Verlangen nicht anschließen, da er die I n - struktionen seiner Regierung abwarten müsse. Schließlich wurde beschlossen, die nächste Sitzung sobald wie möglich, d. h. also nach dem Eintreffen der Instruktiv- n e n des japanischen Außenministeriums, statt- finden zu lassen. Verschärfung der Lage im Fernen Osten. Japanische Truppen auf dem Marsch nach (Shurbin London, 23. Sept. (WTB. Funkspr.) „Times" melbet Tokio: Gestern abend eingetroffenen Telegrammen zufolge sind japanische Truppen nach Lharbin unterwegs. Abgesehen von diesem Vormarsch in dem besetzten Gebiet sind nur kleinere Scharmützel, aber keine größeren militärischen Vorgänge von Bedeutung zu verzeichnen. Gegenwärtig hat Japan 1 4 0 0 0 211 a n n in der Mandschurei, darunter 3900, die in den letzten Tagen von Korea dorthin entsandt wurden, vertragsgemäß darf Japan 15 000 Soldaten in der Mandschurei zum Schuhe der südmandschu- rischen Eisenbahnen halten. Solange diese Zahl nicht überstiegen wird, entsteht nach Japans Auffassung ke i n e internationale Frage. Dem „Daily Telegraph" meldet sein Korrespondent im Fernen Osten, Japan halte jetzt die strategischen Punkte in der Mandschurei völlig unter seiner Kontrolle. Die japanische Regierung habe sich vor der vollendeten Tatsache gebeugt, vor die sie durch ihre militärischen Befehlshaber gestellt worden sei. Daß sie die Ration hinter sich habe, stehe außer Zweifel. Die Regierung habe zwar gestern versichert, daß die japanischen Truppen nicht über Tschang- tschun hinaus nach Rorden vorrücken würden, aber die 4000 in Lharbin lebenden Japaner seien in ernster Gefahr, und im Rotsall würden die Japaner zweifellos in die russische Jnteressen- sphäreeindringen. Eine Besetzung von Lharbin würde die russische Eisenbahnverwaltung mit der Mandschurei abschneiden. Die japanischen Militärbehörden träfen Vorbereitungen zur völligen Besetzung der Mandschurei einschließlich der chinesischen Eisenbahnen und hä- f e n. Die ausländischen Banken in Mukden hätten bis auf weiteres geschlossen. Ehiangkaischek fordert zur Einigung Chinas auf. Starke Erregung gegen das japanische Vorgehen Paris, 23.Sept. (WTD. Funkspruch.) Der Berichterstatter des „Petit Parisien" in Schanghai stellt die baldige Besetzung Charbins durch die Japaner in Aussicht. Charbin sei der Zufluchtsort der vor dem japanischen Vormarsch zurückweichenden Mandschu-Truppen. Die chinesische Bevölkerung von Charbin sei gegen die Japaner sehr aufgebracht und habe gestern Bomben gegen das japanische Konsulat, die koreanische Bank, das Gebäude einer japanischen Zeitung und einer japanischen Gesellschaft geschleudert. Opfer seien nicht zu beklagen. Die Menge habe auch japanische Läden mit Steinen beworfen. Der japanische Konsul in Charbin habe den Kommandierenden der japanischen Armee um Hilfe gebeten unter Hinweis darauf, daß die in Charbin lebenden 4000 Japaner sich in Gefahr befänden. Der kommandierende General habe die verfügbaren Truppen der 2. japanischen Division angewiesen, sich für den Abtransport nach Charbin bereit zu machen. Man berichtet sogar, daß er bereits den Abmarschbefehl erteilt habe, obwohl die Regierung von Tokio zögere. Als Gesamtverluste würden von japanischer Seite angegeben: 68 Tote, darunter 3 Offiziere, und 95 Verletzte, darunter 1 Offiziere. Der gleiche Berichterstatter meldet, daß C h i - angkaischek eine Kundgebung veröffentlicht habe, in der China zur Bildung einer gemeinsamen Front gegen die Japaner aufgefordert werde. Wenn der Völkerbund, an den China appelliere, die Mandschurei nicht befreie, so werde er — Ehiangkaischek — die ch i n e - s i s ch e n T r u ppen in denKampf führen und nötigenfalls auf dem Schlachtfeld fallen, um die nationale Ehre zu retten. — Eine große antijapanische von Studenten und Beamten veranstaltete Kundgebung habe gestern in Ranking stattgefunden. Die japanischen Frauen und Kinder würden heute Ranking verlassen, um nach Schanghai zu flüchten. Es sei eine ^S e r st ä r - kung des japanfeindlichen Boykotts eingetreten. Die Rankingregierung sei optimistisch, da sie angesichts der Gefährung der nationalen Souveränität eine Einigung mit der Kantonregierung zu erreichen hoffe. Zuversichtliche Stimmung in England. Wiederöffnung der Börse. - Oie Regierung spricht sich gegen unnö.ige Wareneinfuhr und Auslandreisen aus. London, 23. Sept. (WTB. Funtspruch.) Die Londoner Blätter zeigen über die jüngsten Ereignisse auf dem Gebiete der englischen Finanz- und Währungswirtschaft nach« wie vor völlige Ruhe und tun ihr Bestes, um dieses Gefühl auch im Publikum aufrecht zu erhalten. Sie weisen darauf hin, daß die heutige Eröffnung der Fonds-Börse den besten Beweis für das unerschütterliche Vertrauen liefere, das in die finanzielle Zukunft des Landes gesetzt werde. — „Financial Times" sagt, die Aussichten über die Haltung des englischen Publikums am heutigen Tage seien nicht ungünstig, es müsse aber damit gerechnet werden, daß ausländische Inhaber britischer Staatspapiere zu Realisierungen schreiten würden, nachdem den Papieren die Goldunterlage entzogen worden sei. — „Financial Rews" meint, die Folgen des Beschlusses der Börseneröfsnung würden sich sehr schwer abschähen lassen; man müsse sich darauf gefaßt machen, daß heute auch in ganz sicheren Staatspapieren Kursverminderungen eintreten könnten. — „Times" warnt die Inhaber britischer Staatsanleihen vor der „Torheit" ihren Besitz nur aus dem Grunde zu veräußern, weil dos Land die kostspielige und wirkungslose Politik aufgegeben habe, das Pfund Sterling durch Aufnahme neuer Anleihen über seinem natürlichen Riveau z,u halten. Das Blatt erinnert an Frankreich, dessen Kredit sich nach Eintritt der Entwertung des Francs und nach Ausgleich seines Budgets ständig gebessert habe. Der Handelsminister Cunliffe Li st er erklärte im Unterhaus, es sei die klare Pflicht jedes britischen Untertanen im gegenwärtigen Zeitpunkt, der britischen Industrie durch den Kauf britischer Waren alle Unterstützung zuteil werden zu lassen. Jeder, der auswärtige Waren unnötig ein« führe, erweise seinem Lande einen schlechten D i e n st, und die Regierung vertraue darauf, daß sowohl Konsumenten wie Produzenten diese gemeinsame Pflicht anerkennen würden. — „Daily Telegraph" sagt, ein Z o l l t a r i f sei trotz der natürlichen Hemmung der Einfuhr infolge der Wertminderung des Sterlings unbedingt notwendig. Großbritannien befinde sich jetzt in einer Lage, wo es nu r an s i ch s e l b st und an seine eigene Industrie und an nichts anderes denken dürfe. — Die „Times" glaubt daß eine „überraschend große Anzahl" liberaler Unterhausmitglieder für eine Tarifpolitik gewonnen sei. Schatzkanzler Snowden mahnte im Rundfunk zur Vermeidung von Angsteinkäufen und Hamsterei. Das Land fei so reichlich mit den nötigen Waren versorgt. Jeder Versuch, aus der Rot des Landes Nutzen zu ziehen, werde unnachsichtlich verfolgt werden. Der Schatzkanzler bat noch, von Vergnügungsreisen in das Ausland Ab st and zu nehmen und schloß, die Tatsachen rechtfertigten das Vertrauen, daß Großbritannien so wie nach gefahrvoller Vergangenheit auch diesmal nach der Krise mächtiger und wohlhabender als zuvor dastehen werde. Frankreich und die Krisis. Blätierftimmen zum geplanten Besuch Lavals in Wach ngton. P a r i s, 22. Sept. (WTB.) Der Ernst der durch die englische Krise geschaffenen Lage wird in der französischen Presse eingehend erörtert. Es fehlt nicht an Stimmen, die vor allzu großem Vertrauen zur französischen Währung warnen. Der Gedanke bricht sich Bahn, daß die Verflechtung der wirtschaftlichen und finanziellen Interessen sofort eine großzügige i n - ternationale Zus ammenarbeit verlangt. In diesem Zusammenhang wird die Berliner Reise des Ministerpräsidenten Laval und des Außenministers Briand, vor allem aber auch eine Begegnung desPräsidentenHoo- ver mit Laval als besonders bedeutungsvoll angesehen. Einige Blätter versuchen allerdings, den Schwerpunkt der französisch-amerikanischen Zusammenarbeit auf das Politische abzustellen. „Avenir" betont, die Sterlingskrise drohe sich auf die Weltwirtschaft auszuwirken, und Dollar und Franks hätten einigen Anlaß, darüber besorgt zu fein. Das Blatt nimmt aber bereits jetzt Stellung zu den Reuhorker Rachrichten, wonach Präsident Hoover angeblich beim Besuche Lavals das Abrüstungsproblem, die Ausdehnung des Hooverfeierjahres, die Erneuerung der Deutschland bewilligten kurzfristigen Kredite und vielleicht sogar eine neue Revision des Boungplanes anschneiden will. Derartige Rachrichten mühten die Ansicht aufkommen lassen, daß Frankreich wieder einmal unter Benutzung von Zwischenfällen, für die es nicht verantwortlich fei, in eine Politik sog. Solidarität hineingezogen werde, die immer wieder darauf hinauslaufe, Frankreich für das von anderen angerichtete Unheil finanziell bühen zu lassen und dem französischen Volke Ansprüche zu nehmen, die es auf Grund seines Sieges besitze. Die Sparnoiverordnung Sachsens, starke Beschränkung des Berwaltungö- avvaratc. Dresden, 22. Sept. (WTB.) Die sächsische Regierung hat die seit einiger Zeit angekündigte Sparnotverordnung veröffentlicht. Vorgesehen ist die Einziehung aller irgend entbehrlichen Deam- tenstellen, Verringerung der Zahl der Amtshauptmannschaften um drei, und der ZahlderAmtsgerichteum sechs, sowie die D e r e i n i g u n g der Kreishauptmannschaften Bautzen und Dresden, ferner die Auflösung des L a n d e s k r i m i n a l a m t es , einer Anzahl Forstämter, Straßen- und Wasserbauämter und zweier Landbauämter. Das Bergamt Freiberg soll mit dem Bergamt Dresden vereinigt werden. Weiter ist die Streichung der sächsischen Gesandtschaft in Berlin vorgesehen. Die „Sächsische S t a a t s z e i t u n g" soll durch ein Bekannt- machungsolatt erseht werden. Der zweite Teil der Rotverordnung beschäftigt sich mit der Sicherung des Staatshaushalts. In bezug auf die S ch l a ch t st e u c t wird bestimmt: Ausgleichsteuer für das nach Sachsen eingeführte Fleisch und Fleischwaren in Höhe von 8 vis 12 Pf. für 1 Kilogramm; Zuschlag von 50 v. H. zur Schlachtsteuer und zur Ausgleichsteuer für die Zeit vom 1. Oktober 1931 bis 31. März 1933. Die Gerichts- undVerwaltungs- kosten werden neu festgesetzt. Der dritte Teil der Rotverordnung betrifft die Senkung der Personallasten. Dieser Abschnitt sieht eine allgemeine Gehaltskürzung für Beamte vor. Die Pensionen sind ebenfalls herabgesetzt. In Gemeinden bis zu 4000 Einwohnern werden die Geschäfte der unteren Verwaltungsbehörde auf die Amtshauptmannschaften übertragen. Berliner Börse. Berlin, 23. Sept. (WTB. Funkspruch.) Auch heute vormittag fand kein Freiverkehr statt. Mit Spannung erwartet man die Beschlüsse des Börsenvorstandes — die Sitzung beginnt bekanntlich heute um 16 Uhr — über die Wiederaufnahme des Effektenverkehrs an der Berliner Börse, nachdem London heute seine Pforten wieder geöffnet hat. lieber die Form (ob variabler, ob Kassa- oder Freiverkehr) gehen die Ansichten anscheinend noch etwas auseinander. Heute findet, wie gestern, wieder eine Sprechbörse statt, d. h die Börsenräume sind für den Aufenthalt der Besucher geöffnet. Am Devisenmarkt horte man rein nominell für Pfund gegen Kabel 4,20, für Pfund gegen Mailand 87,4, Pfund qegen Spanien 46,90. Aus aller Welt Berliner Krawalle vor dem Schnellgericht. Wegen schwerer Krawalle, die sich am israelitischen Reujahrstag am Kurfürstendamm in Berlin abgespielt hatten, standen 34 Ration al- s o z i a l i st e n vor dem Schnellschöffengericht. In dem Prozeß beantragte der Staatsanwalt gegen die als Rädelsführer angeklagten Rationalsozialisten, den stellv. Sturmführer Ponke, den Leiter der Stabswache SA., Gewehr, und gegen den Iungstahlhelmführer Brandt wegen schweren Landfriedensbruches in Tateinheit mit Aufreizung zum Klassenhaß eine Strafe von je zwei Jahren Zuchthaus und Ehrverlust auf die Dauer von drei Jahren. Die Strafanträge gegen die anderen Angeklagten bewegten sich von zwei Jahren bis ein Jahr neun Monate Gefü','nis. Das Urteil lautete für drei Angeklagte au ein Jahr neun Monate Gefängnis. Bei 24 Angeklagten schwanken die Strafen zwischen einem Jahr sechs Monaten und neun Monaten Gefängnis. Sechs Angeklagte wurden freigesprochen. Starke Einschränkungen des Baumwollanbaues in Texas. Der Senat und das Abgeordnetenhaus haben eine Gesetzesvorlage angenommen, durch die das 1932/33 mit Baumwolle zu bebauende Gebiet auf 30 Prozent der bisherigen Anbaufläche beschränkt wird. Die südlichen Staaten sind im allgemeinen für die Einschränkung der Anbaufläche, haben aber auf den Schritt der gesetzgebenden Körperschaft von Texas gewartet, da Texas ein Drittel der amerikanischen Baumwolle erzeugt. Aus der ProoinjiafbaupHtoM. ® i e 6 e n, ben 23. September 1931. Oer Kampf gegen den Krebs. Auf Veranlassung de- Verbandes der Krankenkassen für Stadt und Kreis Gießen sand am Wontag, wie gestern schon kurz berichtet, lm Stadttheater ein Auskiärungsabendüber Maßnahmen zur Bekämpfung des Krebses statt. Wie stark da- Interesse m allen Schichten unserer Bürgerschaft an dieser bc- grühenöwerten Bolksbclchrung ist, bewies die Tatsache daß da- Theater vollständig auSverkaust war und da- Publikum mit starker Spannung den populärwissenschaftlichen Belehrungen sowohl in dem Einführungsvortrag, wie in der anschließenden Aufführung des Tendenzdramas „Die Tragödie des Arztes" folgte. Leider konnte eine grobe Anzahl Interessenten keinen Zutritt mehr finden, da eine Ueberbesetzung de- au-- verkauttcn Theaterfaales polizeilich nicht statthaft rtf. Universität-Professor Dr. vonIaschke führte die grobe -.örcrgemeinde in einem gemeinverständlichen. sehr lehrreichen Bortrag In die elementarsten Voraussetzungen einer wirksamen Kreb-bekämpsung ein. Er betonte dabei u. a., daß nach dem ersolgreichen Kampf der 2erzte gegen die Dolk-seuche Tuberkulose in demK r e b S eine neue Seuche und moderne Volks» k r a n k h e i t erstanden sei. die sich unter den heutigen Kulturbcdingungen leider immer noch mehr »au-breite. Die Tuberkulose fordere jetzt alljährlich nicht mehr fo viel Opfer, wie die Krcbskrankheit' alljährlich fielen rund 13000 WenfchenmehrdemKreb-zumOpfer, als der Tuberkulose. Diese Sterblichkeit könne sehr stark verringert werden, wenn die Kranken frühzeitig zum Arzt kämen und jeder Mensch sich jährlich wenigsten- einige Male einer gründlichen ärztlichen Untersuchung auf feinen Gesundheitszustand untcrwersc. DaS Unheil der Krebskrankheit habe nur darin seine Ursache, daß die meisten Krebskranken viel zu spät in ärztliche Behandlung kämen, zu einer Zeit, da der Kreb- schon zu weit vorgedrungen sei und sich aus verschiedene Teile de- Körper- ausgc- breitet habe. Der KrebS sei heilbar, wenn er in einem nicht lebenswichtigen Organ sitze und so lange er aus die Grenzen diese - nicht leben-wichtigen Organe - beschränkt bleibe. Dr sei aber unheilbar, wenn er sich erst Im Körper verbreitet habe und damit für die Wirkung der Heilmittel unzugänglich fei. Die Krankheit fei biS au 60 und 80 v. H. aller Fälle, bei Unterleibskrebs sogar bis zu 90 v. H. heilbar, wenn die ärztliche Behandlung nur f r ü b genug in Anspruch genommen werde. Ob die Bekämpfung durch Operation oder durch Bestrahlung, oder durch die Anwendung dieser beiden Möglichkeiten zu erfolgen habe, müsse allein der Entscheidung de- erfahrenen Therapeuten üb - lassen bleiben. Zeder Mensch, der irgendwo an seiner Körperobersläche oder an einer Körper- össnung kleine Wucherungen. Knötchen oder Geschwüre bemerke, dürfe diese Erscheinungen nicht oberflächlich abtun, sondern solle zwcckrnäßigcr- weise sofort das Urteil deS Arztes einholen. Bas gleiche sei zu tun bei Unregelmäßigkeiten in der Verdauung, beim Vorhandensein von Blut im Stuhlgang, bei fortgesetztem üblen Ausstößen, häufigem Erbrechen, unbestimmtem Druck i n Leibe uJvd. Meist werde es sich in all diesen F-'-.en um harmlose Störungen handeln, aber der Arzt könne doch erkennen, ob das Leiden ein frühes Symptom für KrebS fei, der in diesem Stadium noch völlig beseitigt werden könne. Die gleiche Vorsicht gelte insbesondere auch für die Frauen, die weit häufiger als die Männer von Unterleib-leiden befallen werden, bei denen vor allem der Unterleibskrebs an den inneren Organen zur tödlichen Krankheit werde, wenn nicht schon bei den ersten Zeichen von Unregelmäßigkeiten der körperlichen Funktionen die Hilfe des Arztes in Anspruch genommen werde. Männern wie Frauen sei auss dringendste anzuraten. stetSfrühzeitigzum A r z t zu gehen: besonders die Frauen müßten sich von der völlig verfehlten falschen Scham frei machen und vertrauensvoll den Arzt zu Rate ziehen, sobald irgendwelche Merkmale austauchen, die Krankheitssymptome oder sonstige Regelwidrigkeiten der Körperfunktionen darstel- len. Zum Schluffe empfahl der Vortragende eine regelmäßige alljährliche Gesundheitskontrolle für jedermann, die nur segensreich für den einzelnen, wie auch für die Völlig.famtheit sein könne. Riemand brauche den KrebS zu fürchten, niemand brauche an Krebs zu sterben, wenn nur die einfachsten Wohin mit dem großen Obstüberfluß? (schafft den Obstbauern Absatzmöglichkeiten! — Helft den Bedürftigen! Am Mittwoch voriger Woche berichteten wir über einen verständnisvollen und anerkennenswerten Schritt des KreiSamtes Schotten zur Winterversorgung der Hilfsbedürftigen mit Obst au- dem großen Heber- f l u ß. den die diesjährige Obsternte bringt. Da- Schottener KreiSamt empfahl in einem 2lus- fchreiben an die Bürgermeistereien, den lieber- flufj an Obst auf Gemeindeobststücken und evtl, auch auf privaten Baumseldern. der bisher vom Baume abfiel und nutzlos am Boden liegen blieb, oder der die Arbeit de- Pflückens gar nicht lohnt, zur « Winterhilfe für Erwerbslose und sonstige unterftütjung»beöürftlge Orlscinroohnrr nutzbar zu machen. Wir haben den vom Kreis- amt Schotten empsohlenen Weg auch anderen Stellen zur Beachtung und Nachahmung empfohlen. Bisher ist nicht bekannt geworden, inwieweit die dankenswerte Anregung der Schottener Kreis- behörde anderwärts auf fruchtbaren Boden gefallen ist. Allenthalben auf dem Lande und auch auf den Märkten in der Stadt kann man feststellen, daß ein überaus großer Teil der diesjährigen Obsternte keine nutzbare Verwertung finden kann, weil er bei dem riesigen Angebot und der mangelnden Absatzmöglichkeit in der Stadt infolge Der geringen Kaufkraft weiter Devölkerungskreise entweder unbeachtet unter den Bäumen liegen bleibt, oder das Pflücken nicht lohnt. Die großen Obstmengen auf den Daumstücken und auf den Landstraßen werden, wenn nicht rasch und energisch Wege zur nutzbaren Verwertung er'chlossen werden, versaulen oder von den Fuhrwerken zermalmt werden, während in Tausenden von Familien der Mangel an Obst und den daraus zu bereitenden Produkten bitter empfunden wird. GS wäre dringend angebracht, der Empfehlung des Schottener KreiSamts zu folgen und den großen Obstübcrschuß für die Winterhilfe der unterstützungsbedürftigen Mitbürger nutzbar zu machen. Man darf bei dem oft bewährten Demeinsinn unserer Bauernschast al- sicher annehmen, daß das Obst zu annehmbaren Preisen und beim Kaus von größeren Mengen zu einem Teil wohl auch kostenlos abgegeben wird. Wenn man für einen Teil der beschafften Mengen auch einen gewissen Kaufpreis bezahlen muß, so dürste dieser doch niedriger sein als die Ausgabe, die sonst allgemein im Handel Geltung hat. Es ist aber notwendig, mit größter Beschleunigung und ohne jede bureaukratische Schwerfälligkeit die Heranschaffung des Obstübers lusscS nach der Stadt und die sofortige Abgabe an die Bedürftigen zu organisieren. Aber man darf wohl annchmen. daß diese Aufgabe nicht allzu schwer zu lösen sein wird. Zum Tell könnte das Aussammeln bzw. das Pllücken an den sreigegebenen Bäumen unter Aufsicht des zuständigen Feldschutzpersonals von Erwerbslosen geschehen, auch werden wohl zahlreiche ArbeitS- ■ lose Gelegenhell haben, das Obst sich selbst heimzuschassen. ohne dadurch Kosten sür die Allgemeinheit zu verursachen. Wenn dann von der Winterhilfeorganisation für alte und kranke Hilfsbedürftige das Obst heranaeschafft würde, so dürften die Kosten hierfür wohl mcht allzu hoch sein und jedensallS durchaus im Verhältnis stehen zu dem guten Zweck, den man mit diesem Hllfswcrk zu erreichen hosst. Aus dem Lande selbst wird diese Art Winterhilse natürlich viel einfacher durchgeführt werden können, da es dort nur der Erlaubnis für die Hilfsbedürftigen bedarf, sich daS Obst unter der Aufsicht berufener Organe selbst zu beschossen. Wenn man sich den großen Wert des Obst- g e n u s s c S für die Volksgesundheit vor Augen hält, wenn man daran denkt, daß mehrere Milliarden alljährlich sür den Obst- bezua auS dem A u S l a n d e über unsere Grenzen hinüber in eine fremde Volkswirtschaft ab- fliehen, während in der Heimat selbst ein ungeheurer Obstsegen jetzt vorhanden ist und ohne schnelle und umfassende Rutzbarmachung zum großen Teile verloren geht, und wenn man sich weiter vergegenwärtigt, dah durch einen verbil - ligtenOb st bezug ein sehr großer. Teil dessen jetzt erreicht werden kann, was man vielleicht in einigen Monaten durch Aufwendung von vermehrten UnterstützungSkosten leisten muß, so sollte man an den zuständigen Stellen nicht zögern, mil größter Beschleunigung einen Teil der Winterhilfe durch die jetzige günstige Gelegenheit der Obslbefchossung zu verwirklichen. Soweit man dafür Geld aufzuwenden hat, kann man sich mit dieser Tatsache um so leichter ab- finben in dem Bewußtsein, daß d a S Geld im Lande bleibt und dem heimischen Bauernstandzugute kommt. Soweit das Obst von den Besitzern kostenlos abgegeben wird, kann man gelten lassen, dah damit von diesen Volksgenossen zu einem erheblichen Teile daS geleistet wird. waS man von ihnen im Lause deS Winters als soziale Hilfe für daS Gemeinwohl erwarten muh. Ls ist höchste Zeit zum handeln! Die berufenen Stellen mögen sofort mit entsprechenden Maßnahmen hcrvortreten! Wer angesichts der ständig steigenden Rot, angesichts deS großen Obstüberflusses und im Hinblick auf die weiteren Schwierigkeiten deS kommenden Winters nicht ungesäumt an die - s e « gemeinnützige Hilfswerk herangeht, darf sich später über ernste Vorwürfe nicht beklagen. Wer tritt sofort als Helfer auf den Plan und wer folgt ungesäumt nach? Vorsichtsmaßnahmen befolgt werden, eine fortlaufende Gesundheitsüberwachung durch den Arzt stattsinde und in Fällen deS Krankheitsverdachtes ohne falsche Scham der Arzt befragt werde. 3m Anschluß an die eindrucksvollen und beherzigenswerten Darlegungen brachte die gemeinnützige Deutsche Bühne für Volkshygiene das dreiaktige Tendenzdrama „Die Tragödie deS Arztes" zur Aufführung. 3n diesem Bühnenstück, da- von dem Ensemble auch schauspielerisch hervorragend gegeben wird, schildert der Autor die Tragödien eines Arztes und seiner Frau. Während der Mann als Krebsforscher seiner Wissenschaft obliegt, lebt neben ihm seine junge und lebensfrohe Frau unter den verheerenden Einwirkungen der Krebstrankheit, die sie lediglich aus falscher Scham ihrem Manne uyd auch dessen ärztlichem Mitarbeiter nicht mitteilt, bis es zu spät ist und das furchtbare Verhängnis feinen Lauf nimmt. Das Bühnenstück schildert in dezenter und doch sehr aufklärender Weise eine Tragik, wie man sie leider im Leben nur allzu häufig bemerken kann, es vermittelt aber auch wertvolle Ratschläge, deren Beherzigung und Befolgung von größtem Ruhen im Kampfe gegen den KrebS fein wird. Vornotizen. — Tageskalender für Mittwoch. Ehristlich-sozialer Dolksdicnst: Oefsentliche Versammlung. 20-30 Uhr, Cafe Leib. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Im Westen nichts ReueS" (Premiere). L. U. Von der LandeSuniversilät. Die Pressestelle der Universität teilt mit: Der außerordentliche Professor Dr. Friedrich Maurer hat den an ihn ergangenen Ruf zum ordentlichen Professor für deutsche Sprache und Literatur in der philosophischen Fakultät der Universität Erlangen mit Wirkung vom 1. Oktober ab angenommen. *• Ob st Versteigerung bei derReichS- bahn. Billiges Obst gab es am Montag bei der von der Reichsbahn abgehaltenen Versteigerung am Sisenbahndamm Gießen— Groheii-Ltn- den—Lang-GönS. Man konnte für 1 biS 2 Wk. einen Zentner gutes Tafelobst, Aepfel und Dirnen, erstehen. Am Schluß der Versteigerung gingen die Preise noch weiter herunter. •• Konzert in der Chirurgischen Klinik. Der Schülerchor der Volksschule Klein- Linden erfreute am Sonntagnachmiltag die Patienten und da- Personal der Chirurgischen Klinik mit Lieder- und Gedichtvorträgen. Reicher Dank aller Zuhörer und die Anerkennung der Klinikleitung lohnten die jugendlichen Sänger und Sängerinnen für ihre Vorträge. " Rur Fahrlässigkeit. In Rr. 151 unsere- Dlattes vom l.Iuli brachten wir unter der Ueberschrift .Der Kampf mit dem Tode" einen Bericht des Ingenieurs Unger über einen Unfall, den er an einer elektrischen Lichtleitung erlitt. Das Elektrizitätswerk Gießen hat sich die näheke Untersuchung des Vorfalles angelegen fein lassen und teilt uns nun heute mit, daß der betreffende Unfall lediglich auf Fahrlässigkeit des Ein gute« itaromel er leidere uverlHwelge Wetterprophet Im Hau*. Barometer. Hygrometer, Thermometer f drinnen u. draußen In all Preislag bei Optiker Maenna.Harfctplalx 11 Wenn Ihre Empfehlungsanzeige in der Freitags- oder In der Samstagenummer des Gießener Anzeigers durch sorgfältige, wirksame Satzausstattung werben soll dann geben Sie sie bitte spätestens im Laufe des Mittwochs beziehungsweise Donnerstags in der toeschÄftsstelle aut ArtikelschreiberS und aus schadhafte- Installationsmaterial zurückzuführen war. Da- Elektrizitätswerk weist in diesem Zusammenhang erneut daraus hin, dah eS im Interesse der Sicherheit jede- einzelnen liegt, die elektrischen Anlagen und Installationen irgendwelcher Art nach den bestehenden Vorschristen nur von den beim Elektrizitätswerk zugelassenen Installateuren aussüh- ren zu lassen Don Unberechtigten ausgesührt« elektrische Installationen (Schwarzarbeit) werden nicht angeschlossen bzw. wieder außer 'Betrieb gesetzt, da derartige Arbeiten die Betrieb-- und Feuersicherheit der elektrischen Anlagen gefährden. Oie IPetterlone Jfosi *3 ADt dee» 2t Vai. tu mayi D,,nshg d- il Sfptrmbfr qji wa Sb Ny (nl r Qvoixemok Oncntt onaro etfltctt ® wouug ® or«.«Bi «Kege« » lehnet a Oreuptin. e ncoci K Qrwittfr {gjwiMMiHt-iO-* «Killt» O$i nai$»gt» tudiuowtsi S ttvrmocet» *o»dwtH Oit —reue tuegen mu dem wmoe de onaen iUbonen dienenden ut* en*, Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: einen Spiegelschrank, eine Vitrine, einen Kleiderschrank, ein Wirtschaftsbüfett, eine Flurgarderobe, einen Ausziehtisch, einen Schreibtisch, eine Kredenz, einen Spiegel, zwei Teppiche, einen Tisch, sechs Stühle, vier Büfetts, sechs Sofas, eine elektrische Haarschneidemaschine, vier Nähmaschinen, zwei Schreibmaschinen, einen Horch-Per- sonenwagen, ein Schwein, drei Vertikos, echs Tafeln Sperrholz, sechs Rodel- schlitten, 15 Kornreffe, zwölf Waschtopfe, 24 Bratpfännchen 72 Kochtöpfe, 24 Ga- lerieleiften, zwei Gehrungsstoßlagen, zwölf Milchtöpfe, sechs Milchkannen, drei Kaffeekessel, sieben Brotkapseln, vier Waserkannen, 16 Kaffeekannen, zehn Wo chbrettcr, zwei Mantelkessel, einen irischen Ofen, einen Kachelofen, einen Vervielfältigungsapparat vier lieber* schlagtücher, vier Kopfkissen, zwei Bett- tücher, zwei Ueberzüge, zwei Stücke Damast. 6278V Lieferungsvergebung. Die Lieferung von 500 Zentner aus- Selefener haltbarer Speisekartoffeln für Die lrooinzial - Pflegeanstalt Oberhessen in Ziehen soll auf Dem Wege Der öffentlichen Ausschreibung vergeben werben. Bemusterte Angebote sind bi» zum 1. Oktober d. 3„ vormittag» 11 llhr, einzureichen. Die Lieferung kann auch geteilt vergeben werden. 6152V Zuschlagsfrist 5 Tage. Gießen, den 19. September 1931. Direktion der Provinzial-Pflegeanstall Oberhessen. Fischerei-Verpachtung. Die Fischereiberechtigung in dem Seen- bad) bei Mücke und in Der Ohm bei Nie- Der Ohmen, an Der Eisenbahnlinie Gießen- FulDo, kommt Mittwoch, den 30. d. M^ nachmittag» 5 Uhr, in Der Wirtschaft Des Herrn Hermann kratz in Tkieder-Ohmen auf weitere 9 Jahre zur öffentlich meist- bietenDen Veroachlung, was hiermit zur Kenntnis Der Pachtliebhaber gebracht wirb. Schweinsberg, am 21. September 1931. Freiherr Schenck zu Schweinsberg sche Nach biesern Termin erfolgt Zwangsbeitreibung. Gießen, Den 22. September 1931. Allgemein «Oriskrankenkaffe -es £an kretses Gießen. Obstversteigerung. Montag, den 28. September, vormittag» 91/» Uhr, wird das Obst in Den fiskalischen Obstgärten in Alten-Buseck (Aepfel, Birnen, Zwetjchen) versteigert. 6266V Auskunft Durch Herrn Förster t. 3t Müller in Alten-Buseck unD Das Forstamt. Gießen, den 18. September 193L Hessische» Forstamt Gießen. Il/nr Dailin hnri .... ... „Dllhl 8Tf"66*!1"J**1 3I7* Wei KdUlU IlUn, Oetit milder Zeil! ««... nlUll Autorisierter Telefunkendienst verkaufe OMI? morgen aus dem Wochenmatti frische Preiselbeeren, Meraner Kur- trauben, Cmticn, Pfirsiche, Zwiebeln u. Zitronen »um bithoiten Taaesprcis S>.Oftee,Offenbart) Stand: Senckenbergstraße Mahnung. Die für den Monat August 1931 rückständigen Kranken, und Arbeitslosenver- sicherungsbeiträge können noch bis zum 30. September 1931 ohne Kosten bezahlt Denken Sie an Stoffe, denken Sie an L Bernardi Lichtspielhaus kieken 0ie Statt besonderer Anzeige, PFERDE IOSE gegangen. 547 Gewinne 6161 D Am *3 Gießen (Frankfurter Str. 1271), den 22. September 1931. Heute Irisch von der See t 6274 D 05485 Telephon 2103 Lieb, den 22. September 1931. Die Beerdigung findet Donnerstag. 24 September, nachm. 3 Uhr statt iRuhr-Kohlen statt Telephon 4050 l Äiicbfitctd (272D o. K., Pfd. 44 Pf. [Verschiedenes | 7" ^iicbfitctd (.2720 >57130 verkauft Das V. 7 a < 14900 liefert [5874A neben. L 1SCHIEL es nun höchste uMie am Aulweg 10 Pfd. 1.— Mk. HOtter, Offenbar Eouscno / Bremen Belebt den Körper, schont die Kasse 6284 A Lose Lose R M R M [ffrcrauni. Ciuiiocd Mädchen, 17 I.. vom Lande. f. Stellung i. HanSh., wo ibr biclencnb. nc* neb.iuirb ba?ftodicn au etl. Kl. Geb. erm. Schrillt. Augeb. mit. 05478 an d. GH. Anz. Hauptgewinne 4 Pferde Lose in den bekannt.Verkaufsstellen Ziehung: Donnerstag, 1.Oktober 1931 Im Namen der trauernden HinteibHebenen: Frau Marg.Wahl, geb. Zeiss nebst Angehörigen. Apfel- r Weinfässer \ in allen Größen bilL Auch für Wiederverkäufer wlD Küferei j V Sommerkorn / Bleichstr. EinTonfilm indeutscherSprache nach dem weltbekannten, vielgelesenen Buch von Erich Maria Remarque Kabeljau o. K. im ganzen Fisch Pfd. 30^) Fischfilets Pfd. 54 H Damplsägewerk Lollar B. Nnlm. A. («. Zu diesem Film sind alle Vergünstigungen aufgehoben! __6270 C Die Beerdigung findet am Freitag, dem 25. September, 3 Uhr nachmittags, auf dem Neuen Friedhof statt 6254D Familien-Drucksachen venobungSanieiflen Vermählungsanzeigen bei Brühl. Schulstraße Geburtsanzeigen MOTTO: Und dräut der Winter noch so sehr mit trotzigen Gebärden Schaff Dir ’nen Häuser-Ofen her, dann wird Dir’s wärmer werden!!! Die trauernden Hinterbliebenen. I. d. N.: Karl Textor. Schade & Füllgrabe Filialen in allen Stadtteilen 6276 C X B. HAUSER, GIESSEN AM OSWALDSCARTEN Zeit, daß wir uns wieder einmal verständigen und in alter Freundschaft die Hand reichen, um vereint dazu beizutragen, daß wir im Winter eine warme, mollige Behausung haben. Das waren so die Gedanken, die Onkel Mollig mit seinem treuen Kameraden, nämlich dem tüchtigen Häuser-Ofen, austauschte. Und —--heimlich dachte er mit einer gewissen Schadenfreude an die seiner Mitmenschen, die sich von ihrer alten Brennkiste nicht trennen mochten und in den kommenden kalten Tagen mit gefrorenen Nasen vor ihrem alten Ofen stehen. Da hatte er's doch besser! Denn auf seinen Oien konnte er sich verlassen. Es war ja auch ein Häuser-Ofen. Ueberlegen Sie sich doch auch einmal die Sache. Wenn Sie schon einen neuen Ofen kaufen wollen, dann kaufen Sie ibn bei Häuser, denn Sie wissen ja, Häuser hat alle neuen Modelle (Siehe Bild) In neuen Farben. . Fassen Sie Ihren Entschluß erst dann, wenn Sie mein Lager ohne jede Verpflichtung besichtigt haben werden. X 15. Okt. 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GekstM Heute Premiere des viel umstrittenen Remarque-Films der jetzt von der Zensur für alle Besucher freigegeben ist u. wie unsere Abstimmung gezeigt hat, von 90% unserer Besucher gewünscht wurde Verkäufe | Auto-Gelegenheitskauf 4 PS Lieferwagen Cbcl fabrikneu, weil um. Fabrikpreis abzu- Das K mäkelt a wehleidiq Eltern sii Familient es dem j Zentriert Wird zum gespräch. bärtig, voll Mal, bla NI der M allere fr °b ÄM1 ZL Lr Redcacw. [6257V Vertreter Aum Besuch v. Vieh» Haltern ges. Prov. ro. sofort ausgezahlt. Cifertc: Düsseldorf, Postschtieüsach 575. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute morgen 9 Uhr nach langem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden meinen lieben Mann, unseren treusorgenden Vater, Schwiegervater,Großvater. Bruder, Schwager und Onkel Herrn Johannes Wahl Oberbahnhofsvorsteher L R. im Alter von 68 Jahren zu sich in die Ewigkeit abzuruten. Autö- möbeiwagen zur Mitnahme von Gütern per 25. ds. MlS. von Giehen— Franks. 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September 1951 Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesten) ßr. 222 droettes Blatt Aus dem Reiche der Frau ium ein 1 Butter goli Brotwürfel, löffeln bei Erprobte Rezepte. Garnierte Rinderbrust. Das Fleisch wird mit Solz und in Scheiben geschnittenen Mohrrüben. Peterfilienwurzeln und «cllerie reichlich mit kaltem Wasser bedeckt aufs Feuer gesetzt und lang- sam gar gekocht, etwa drei bis vier Stunden. — Die Rinderbrust wird streifenweise mit dem mit- gekochten Gemüse, ferner in Scheiben geschnittenen Gurken und geriebenem Meerrettich garniert. einige Tropfen Maggiwürze, reichlich Fett zi Braten der Kartoffeln. Zubereitung: Die ftartoffi in Scheiben, das Fleisch würslia schneiden und beides zusammen in heißem Fett schon goldgelb braten, die drei Eier mit 3 Eßlöffeln Milch verklapsen, einige Tropfen Maggiwürze darunter ziehen, über die Kartoffeln geben und unter vorsichtigem, öfterem Umdrehen das Ei über den Kartoffeln dick werden furt ä. M. da» .Reich der HauSsrau" in einer großen Ausstellung zeigen. Deutsche Arbeit und knutsche Ware werden den Inhalt bilden, denn die Hausfrauen. olS größte Gruppe der Der- braucher find vor allem berufen, der deutschen Wirtschaft Verständnis und Llnterftühung in ihrem schweren Kampfe entgegenzubringen. Tie# kann aber nur geschehen, wenn die HauSfrou die Zusammenhänge zwischen Produktion und und Konsumtion erkennt, wenn sie Warenkunde besitzt, dadurch wieder richtig einzukausen versteht, und auf diese Weise den einheimischen Handel unterstützt. Das große Reich der HauSfrou wird lebendig zu jeder einzelnen Hausfrau sprechen. Industrie und Technik. Handel und Gewerbe. SmährungSwif'en- schast und Hygiene werden prakttsch ihre Srrungen- schasten zeigen, damit die HauSsrau in ihrem eigenen Reich die zweckmäßigste Verwendung der vorhandenen Mittel vornehmen kann. In dem großen Reiche werden sich Abteilungen für Gas und Elektrizität. Haus- und Küchengeräte. Srnöh- rungSmittel. Wohnungseinrichtungen, Aus- noch durch 8 bis 10 Tropfen Maggi's Würze verfeinert hat. gut durcheinander. Hieraus formt man gleichmäßig große Kloße und kocht diefe etwa zehn Minuten in siedendem Salzwasfer. Man nimmt die Kloße mit dem Schaumlöffel vorsichtig heraus und gibt £te zu Tisch. , Verwendung von Fleischresten. Die Flcischreste werden mit gehackten Zwiebeln durch die Hackmaschine gedreht und mit der Braten, oder Flcischsoße zu einem dicken Brei auf dem Feuer schnell abgerührt. In eine gefettete Form wird dieser Fleischbrei gedrückt, in die Mitte und ringsherum mit einem Löffel kleine, runde Vertiefungen gemacht und in jede ein Ei hineingefchlagen. Jedes Ei bestreut man mit Salz und geriebenem Käfe und übergießt das Gericht mit faurern Rahm. Der Auflauf wird im Ofen überbacken und evtl, eine Tomatensoße dazu gereicht. Verwendung von Fischresten. Diese Reste werden von Haut und Gräten befreit, fein- gewiegt und mit gehackten Zwiebeln, einem Ei, Salz und Pfeffer, etwas Petersilie und Semmelbroseln vermischt und zu Brisolettes geformt. Dann paniert man sie in Ci und halb Semmel, halb Mehl und bratet sie in Fett goldbraun. Sie eignen sich sehr gut zur Gemüsebeilage oder zum Salat. Käseschnitten. Altbackene Brötchen werden in fingerdicke Scheiben geschnitten, mit Butter bestrichen und darauf eine dicke Käseschicht gelegt die man aus geriebenem Käse, halb Schweizerkäse, einigen Löffeln saurem Rahm, Eigelb und etwas Paprika gerührt hat. Die Schnitten läßt man im Ofen überbarfen und serviert sie recht heiß. Gernüsepudding. Beliebiges Gemüse, etwa Blumenkohl, Schoten, Karotten, Rosenkohl, auch Pilze kocht man in Salzwasser ab ober dünstet sie in Butrer. Dann wird das Gemüse und die Pilze in kleine gleichmäßige Stücke geteilt, mit zwei Eidottern vorsichtig vermischt, zuletzt der steif geschla-, gene Schnee hinzugcgcben und der Pudding in gebutterter Form im Ofen gebacken. Bechamelsoße wird dazu gegeben. Bauernfrüh st ück (für 3 Personen, 25 Minuten). 1,5 Pfund gekochte Kartoffeln, 150g Schinken- oder Rauchfleischreste. 3 Lier. 3 Eßlöffel Milch, Die berufstätige Frau unb der Haushalt Organisation und Kameradschaftlichkeit erleichtern das Leben. Don Ilse Xenj. Man kann soviel man will über die Anerkennung oder Ablehnung der fclbftänbigen. berufstätigen Frau sprechen, man kann bei der außer- häuSkichen Arbeit der Frau den Untergang des Familienlebens prophezeien und die ffrau al« schuldigen Teil an dieser Auslösung hinstellen. Tatsache bleibt, daß über 80 v. H. verheiratete Frauen und Mütter eine berufliche Tätigkeit au«- üben müssen, um zu dem notwendigen Unterhalt der Familie ihr Teil beizutragen. Aus diesem Grund sollten alle Vorurteile gegen die berufstätige Frau, die zur gleichen Zett HauS- haltspflichten zu genügen hat, fallen, sollte ihre doppelte Leistung vor allen Dingen von den Männern gewertet und unterstützt werden. Denn gerade den Männern wird es »ur Pflicht der schwer arbeitenden Frau des Jahres 1931 durch kleine Hilfsstellungen und durch vorurteilsfreie Anerkennung ihrer Arbeit das Leben zu erleichtern. Ihnen wird es zur Pflicht gemacht, auf kleine, behagliche Dinge, die eine frühere Frauen- generation in geruhsamen Zeiten ihnen geboten hatte, zu verzichten, sobald sie erkennen, daß ihre Frau selbst auf den größten Teil ihrer weiblichen Berufung, auf die Sorge um die Kinder und Die Pflege der Familie verzichten muß. In diesem Fall können die Männer wirklich deweifen daß sie nicht nur Gatten, Väter und Oberhaupt der Familie sind, sondern Kameraden mit dem Willen zu helfen, erleichtern und immer, bei jeDcr -Arbeit der Frau gegenwärtig zu fein. Wie aber führt die berufstätige Frau ihren Haushalt? Wie genügt sie den Ansprüchen ihrer Kinder, wie den alltäglichen Forderungen Des Haushalts, wie ihrer weiblichsten Aufgabe, durch ihre heitere Anwesenheit das Familienleben zu verschönern? Heber allem steh' eine aute Lebens- organifation und diese Organisation braucht einen klar denkenden Kopf und die volle Unterstützung färntlicher Familienmitglieder und — fotoeit es vorhanden ist - des gut erzogenen Dienstpersonals. Wan müßte, um diese Fragen klar zu beantworten, einen genauen Stundenplan für Die berufstätige Frau auf stellen: da aber jeber Haushalt abhängig ist von Lebensweise, Anzahl der Familienmitglieder, von finanzieller Lage und verschiedenartiger beruflicher Tätigkeit, so ist es vielleicht von Interesse, die Antwort aus dem Munde zweier berufstätigen Hausfrauen und Mütter zu hören. schmürfung deS Heims anschaulich vereinigen. Aber neben dieser großen hauSwirtschaf tlichen Schau soll auch gezeigt werden. waS über den Alltag deS Lebens hmauSgeht. Das Wirken der Frau aus sozialem, kulturellem coritatvcm und fünft erifrfe n Gebiete wird durch die verfchiedenen gemeinnützigen Einrichtungen bargcftellt werden. Die Haus- Haltungs- und Berufsschulen werden ein Bild der hauswirtschaf tlichen Erziehung der weib'.ichen Jugend geben. Als Glied in diese Kette gehört die häusliche Lehre und die Ausbildung zur Meisterin der Hauswirtschaft, die ter Frank urtcr HauS- frauenverein in einem LehrhauShalt lebendig vorführen wird. Jede Hausfrau wird in diefem hauswirtfchaft- lichen Gesamtbereich etwa» für ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse finden, wird neue Anregung und Belehrung erhalten und erkennen, daß ihr Einzelbau-Halt heute untrennbar verbunden ist mit dem großen DolkshauShalt unsere» Vaterlandes. St- F- Die $rau muß Körperkultur treiben! Don Dr meb Stephan Westmann. Dozent an der Humboldt-Hochschule, Äeriin. Tie ffrau insbesondere die berufstätige, bedarf infolge ihrer dreifachen Belastung mit Mutter- vfiichten. Beruf und Haushalt, in stärkerem Maße al» der Wann einer Körperkultur. Diese muß sich in den durch die biologische Eigenart der Frau bedingten Dahnen bewege.i, soll eine gedeihliche Förderung des Frauenkörpers im Hinblick auf Die ihm von der Ratur gestellten Aufgaben <£8ielt werden. 5» sollte selbstverständlich fein, daß bei dem ganz und gar nicht indifferenten Mittel der Leibesübungen wie mit einer stark wirkenden Arznei verfahren wird, die nur der anwenden darf, der über daS biologische Geschehen im Frauen- körper sowie über die Art der Wirksamkeit de» Mittel» und seines eventuellen Schadens genau Bescheid weiß. . . Der Körper der Frau ist schon vermöge der von ihm verlangten dauernden Fortpflanzung»- bereitfchast und der hierzu vorhandenen empfindlichen und leicht verletzbaren Organe besonders beeinflußbar. — im guten wie auch un schlechten Sinne. SS ist daher dringend notwendig — mehr al» beim Manne bei der ffrau vor dem Beginn der Leibcsübung ihre spezifische Eignung Mt)u- stellen eine (wenn auch nicht schematische) Einteilung der ffrauen in Klassen vorzunehmen, und zwar in solche, die ganz gesund sind und noch nicht geboren haben, ferner in solche, die ohne Mütter zu fein, insbesondere bezüglich ihrer Dauchorgane als nicht voll gesund anzusprechen sind, und endlich in Mütter mit gesunden oder franken Bauchorganen. . .. Diese nur von Fachleuten zu beurteilenden Unterscheidungen sind notwendig, damit den Lehrenden Hinweise auf die zu fordernde individuelle Behandlung der ihnen anvertrauten Frauen gegeben werden können, — auch im Hi ich lick auf die zu erstrebende Heilwirkung der Leibesubungen bei beginnenden und bei vorhandenen Schädigungen des FrauenkörperS sowie im Hinblick auf ferne beabsichtigte Kräftigung für Schwangerschaft Geburt und Wochenbett. Unb ebenso selbstverstand- lich ist die fortlaufende Kontrolle der Hebenden, um rechtzeitig Fehler abzustellen und möglichen Schädigungen Vorbeugen zu können. Als ein weitere» fruchtbringendes Arbeitsfeld ist die Korper- betätigung der Frau auch jenseii» der Wechscliahre erkannt worden. f Auf Grund langjähriger Erfahrungen kann für den Frauenkörper im allgemeinen eine vorsichtig ausgewählte Gymnastik und für besonders Geeignete auch ein maßvoller Leistungssport empfohlen werden, wohingegen ein harte», auf Rekordleistung und Wettkampf hinz.clendes Training wegen der öfters dadurch betporgerufenen und beobachteten Schädigungen aozulchnen ist. 3m Reiche der Hausfrau. Vorschau auf eine inlcre,saute Ausstellung. Groß und verlockend ist dieses Gebiet, tocilum- fassend in seinen praktischen und idealen Möglichkeiten. Doch wo erschließt e« sich in seiner Gesamt- Seit? Das Reich Der einzelnen Hausfrau bedeutet stets nur ein Teilgebiet, einen Ausschnitt aus dem vielfältigen Schallens- und Ausgabenkrcis in Heim und Familie. So ist es denn zu begrüßen, daß in einer großen Schau, veranstaltet von Frauen für Frauen, ein Reich der HauSsrau sich erschließen soll von allen Gefichtspuntten gesehen, für alle zugänglich um die großen Zusammenh ngc zu ersoffen, welche die HauSsrau mit der Umwelt verbinden. , , .__- Der Frankfurter HauSsrauenverein wir» vom 3. bi« 11. Oktober d. I. in der Festhalle in Frank- tionen ohne großes Aufsehen gereicht wird, bewirken oft Wunder. Auf Zwischenmahlzeiten und sättigende Süßigkeiten ist zu verzichten. Dagegen achte man stets auf Die rege »armtatiglcit und unterstütze sie durch frisches Obst, vor der eigentlichen Mahlzeit genossen, durch Buttermilch und eingcweichte Früchte: Feigen, Backpflaumen vor dem Schlafengehen. Abführmittel, die nur zu schnell zur Gewohnheit werden, sollten im allgemeinen aus der Kinderstube verbannt werden. Große Beachtung verdient vor allen Dingen noch Die richtige Einteilung von Ruhe. Bewegung und Mahlzeit — die in gleichmäßig ablösender Har- monic das Kind von seiner Rervosttät heilt. Als letztes Mittel ist von Wichtigkeit em vollkommener Milieuwechsel, der das Kind für längere oder kürzere Zeit von Dem Elternhaufe trennt. Der Aufenthalt in Kinderheimen bringt durch das Zusammensein mit anderen, gleichaltrigen Kindern einen so regen Gedankenaustausch Der verschiedenartigen Interessen, daß an Die Wichtigkeit der Rahrungseinnahme gar nutzt mehr gedacht wird. Der Aufenthalt in anderer Luft und neuer Umgebung wirkt appetitanregend, systematische Einteilung des Tages gibt dem kleinen Patienten Ruhe und Sicherheit, Lebensfreude und damit die Ehlust zurück. Modernisieren von Kteiderii. Wenn man Kleidungsstücke au» irgend welchem Gründen „jurüdlcgt“ oder .zurückhängt .kommen sie in Den meisten Fällen sobald nicht wieder zum Vorschein. Man will sie später einmal umänDern, färben, man will etwa» ganz anderes daraus machen, sehr ost bleibt eS bei dem Vorsatz und die Motten finden reiche Deute. Kmup J,d) stets sagen, daß eine Mode nicht so balD toicDcr- fchrt wenn ein Stoff wieder modern wird nad> Jahr und Tag. ist der Eindruck doch nur ganz oberflächlich, es kommen vielleicht ähnliche Muster auf. dann ist die Gewebeart wieder ander» geworden, ganz dasselbe ist eS niemals. ES ist also ratsam, ein Stück nicht für allzu lange Zeit fortzuhängen, sondern lieber so schnell wie möglich so zu verändern, daß e» weiter getragen werden kann. Damit sich die Mode nicht allzu weit davon entfernt. Man soll lieber auS zwei Sachen ein Stück machen, nur nicht zu viel aufheben, das wäre in unserer raumarmen Zeit eine Verschwendung. die wir unS nicht mehr leisten können. Manchmal kommt eS vor, daß man ein Kleid, eine Bluse gänzlich unverändert wieder weiter tragen kann daS ist ein seltener Glücksfall, schon, weil sich die Figur in gewissen Zeitabständen verändert. Seide wird vom Liegen bruchig. Wolle zieht die Motten an, viele Sachen geraten überhaupt in Vergessenheit. Soll etwas fortgelegt werden, fo werden am besten die schlechten Stellen abgetrennt und nicht mit ausgehoben. Was sich irgend waschen läßt, soll man waschen. Flecke werden sorgfältig entfernt, man Plättet, glättet läßt nichts in ungepflegtem Zustand liegen, damit es bei Gebrauch sofort verwendet werden kann. Man spare niemals mit guten Mottenmitteln, da« beste Mottenmittel aber ist das häufige Klopfen. Wenden, an die Luft, an die Sonne hängen, überhaupt das häufige Revidieren der Vorräte. Olur auf diese Weise bestehen Aussichten, sie wirklich nochmals verwerten zu können. E. L. Vogtländer K a r t o s s e l k l ö ß e (für sechs Personen). Ungefähr 10 bis 12 mittelgroße, gekochte, falte Kartoffeln werden gerieben. Dann gibt man 125 £ groben Grieß, Salz, Pfeffer, etwas Muskat und wenn man es liebt, feingefchnittene, in Butter gedämpfte Petersilie und ein wenig Zwiebel zu und mengt alles durcheinander. Ein Weißbrotchen wird in kleine Würfel geschnitten und diese in wenig Butter goldgelb geröstet. Darauf fugt man diese Brotwürfel, ebenso 2 Eier Den geriebenen Kar. und mengt die Masse, nachdem man sie Die Leiterin einet Modesalons antwortet: AIS ich mich vor zehn Jahren verheiratete, hätte ich nie an eine berufliche Tätigkeit neben Hausarbeit. Küche und Kindererziehung gedacht und nie geglaubt, daß solch eine doppelte Arbeit im Bereich meiner Kräfte stehen würde. Die schlechte wirtschaftliche Lage und das .Muß" unserer Tage hat mich eine- Besseren belehrt und mir gezeigt, welche vielseitigen Kräfte bei einiger Konzentration in der ffrau zu entdecken sind. Mein Haushalt klappt. — mein Mann ist zufrieden, meine Kinder stehen mir wie zwei kleine zuverlässige Kameraden zur Seite. Wie habe ich cs erreicht? Ich habe gelernt, daß jebe Minute des Tages auszunuhen ist, jede Stunde der Rachtruhe sich doppelt durch Leistungsfähigkeit bezahlt macht. Ich habe gelernt, frühzeitig aufzustehen, Den Morgen tisch zu einem erquicken- den Treffpunkt Der Familie zu machen, von Dem aus jeDcr einzelne ruhia. selbstverstänDlich und voller Kraft an feine Arbeit geht. Die halbe ötunDc nach dem Morgenkaffee wird für die notwendigsten Anordnungen oes HauShaltS gebraucht. Auf einem Zettel wird für da« zuverlässig. mit Liebe und Nachdenken eingcarb itete Mädchen alles ausgeschrieben wa« für den Tagesbedarf nötig ist. Mein Mädchen ist zuverlässig, weil es die Selbstverständlichkeit aller unserer Arbeiten eingesehen und weil es gelernt hat, daß jeder Mensch seinen Arbeitsplatz, sei e« auf handwerklichem oder geistigem Gebiet, auszufüllen hat. Dann gehts in den Beruf, in Dem jeder Gedanke an Haushalt und Familie auS- gcschaltet wird. DaS AuSschaltenkönnen, glaube ich. ist der wichtigste Helfer zur Erledigung zweier Lebenstätigkeiten und zur vollen Zufriedenstellung aller getrennten Ansprüche. Mittags, in Der zweistündigen Tischzeit, bin ich mit meinen Kindern zusammen. Es wird von Schule, Arbeit, von allerlei Entdeckungen und kleinen Freuden gesprochen, und diese zwei Stunden konzentriert auf Kindermund und Augen, ersehen mir und ihnen die fehlenden Stunden des Tages. Abends nach getaner Arbeit kommt die ganze Familie zusammen, und es ergibt sich auS der Rücksichtnahme auf die Anstrengungen und Ermüdungen des anderen jene ruhige Harmonie, die in leisen Gesprächen einen arbeitsreichen Tag ausklingen läßt. Sicher habe ich damit keineswegs daS HauS- haltsrezept für die berufstätige ffrau gegeben. Was ich aber sagen wollte und wa« mir da» Wichtigste am Familienleben erscheint ist nubt. ob die Erbsen um Z 11 br pünktlich aus dem Tisch stehen, sondern da« eigene, innerste verbunden- fein mit den Menschen, mit denen man lebt JXi« wirkliche Kameradf-tzatt-gefühl de» ManneS der Frau gegenüber erwächst nur au« der unbetonten Selbstverständlichkeit Der Frauenarbeit ES gibt kaum einen Mann, der nicht zu überzeugen, nicht zur Bereitschaft zu erziehen wäre, nur gibt es wenig Frauen, die eS können, die in sich Kollegen und ffrau zu trennen vermögen und genügend über der Sache stehen, um in jeder Arbeit, in eher Freude lebendig zu sein. Eine Buchhaltern» antwortet Wie meistert die berufstätige ffrau ihren Haushalt? Allen Varurteilen entgegen kann sie ihn meistem, ohne daß das Familienleben zer- stört und haltlos wird- 3d) habe »wei Ander einen zehnjährigen Jungen und ^n zwölflähr ge« Mädchen. DaS find bk guten ^elfter meine« Hauses. Die mir verantwortungsvoll und IreuDtg viele Lasten abnehmen. Km dritter, guter Geist ist die Kochkiste, die am Abend verpackt die Köstlichkeiten deS Mittagsmahl» fürben nächsten Tag aufbewahrt Weitere flute Geister Und die me»ani|d>cn »dfer. Nc da« geitatt« bet Xc. teiligt ist, zu unterbreiten haben. Lieber Art und Umfang dieser Beeinflussung ist in der Derord- 7 nung nichts gesagt. Die Reichsregierung will unter keinen Umständen d i e Selb st Verantwortung der Banken irgendwie einschränken oder gar eine materielle oder auch nur moralische Verantwortung für das private Bankgeschäft gegenüber der Kundschaft übernehmen. Bemerkenswert ist, daß die Ban'enaufsicht als ein Interesse der Banken selbst angesehen wird; denn die Kosten der neugeschaffenen Dienststelle sollen unter den Privatbanken umgelegt werden. Die Bestimmungen des dritten Teils der neuen Notverordnung, die sich mit der Verlängerung der Steueramnestie beschäftigen, fordern ernste Kritik heraus. Schon vor einigen Tagen hieß es, ein bereits Ende Juli erörterter Plan, die amnestierten Fluchtkapitalien d u,r ch eine Zwangs- anleifje zu erfassen und der Dcffentlidjteit dienstbar zu machen, sei wieder aufgetaucht. Die neue Amnestieverordnung läßt dem Steuerpflichtigen die Wahl zwischen der bisherigen nachträglichen Angabe der verheimlichten Werte, Vermögen oder Einkommensteile auf der einen Seite und der Z e i ch n u n g einer 4^prog. steuerfreien Eisenbahn- an 1 eihe auf der anderen Seite. Für diejenigen, die troh dieser Amnestieverlängerung und diesem neuen Anreiz zur Steuerehrlichkeit in der Sünde verharren, werden wesentlich verschärfte Strafen festgesetzt. Die Eröffnung eines zweiten Weges zum Wiedererwerb der Steuerehrlichkeit ist sehr bedenklich. Denn die Bemühungen zur Mobilisierung des flüchtigen Kapitals für ein Arbeitsbeschaffungsprogramm der Eisenbahn laufen doch praktisch auf eine Prämiierung der Kapitalflucht hinaus. Wer auf das erste Angebot der Steueramnestie bis zum 15. September eine Anzeige gegen sich selbst erstattet hat, muß Steuern nachzahlen, wer aber hartgesottner war und das Weitere ruhig abwartete,, kann sich auch jetzt noch in Sicherheit bringen, indem er die Goldbonds der Eisenbahn zeichnet und sie ruhig in seinem Tresor liegen läßt, uni damit sein Alibi nachweisen zu können, falls die Steuerbehörde ihm doch hinter feine Schliche kommen sollte. Er kann sich also seine Kapitalhinterziehung gewissermaßen selbst amnestieren und bekommt dafür noch ein Goldpapier in die Hand, das zwar nur eine verhältnismäßig geringe Verzinsung aufweist, aber dafür in der Steuer bevor- zugt ist und im ganzen genommen, eine wesentlich höhere Rente abwirft, als im Ausland in Aussicht steht. Das ganze scheint uns ein etwas verzweifeltes Experiment, das nicht gerade dazu beitragen wird, die Moral der bisher noch Steuerehrlichen zu unterstützen. Aber die beiden Wochenendtage, die zwischen der Ankündigung und dem förmlichen Erlaß der Verordnung lagen, haben die Möglichkeit, den zweiten Weg jju beschreiten, überhaupt in Frage gestellt. Am Freitag der vergangenen Woche notierte die Hilferding-Anleihe von 1929, die siebenprozentige steuerfeste Reichsanleihe, an der Berliner Börse 86,5 Prozent. Die sechsprozentige Reinhold-Anleihe von 1927 bedang 71,25 Prozent. Wie wird sich — so muh sich der für den zweiten Weg zur Steuerehrlichkeit Optierende fragen — die 4,5prozentige Dietrich-Anleihe oder (Dorpmüller-Anleihe) im Kurs stellen? Lind wie wird sie verkäuflich sein, wenn die fünfjährige Sperrfrist für Amnestie-Zeichner abgelaufen fein wird? Hier wird in die Steueramnestie ein spekulatives Clement hineingetragen, das höchst bedenklich ist. Das verstärkt die Bedenken gegen die neue Form der Steueramnestie und gegen das neue Anleiheexperiment. Wir sind der Ansicht, daß es im Hinblick auf die bevorstehende Reichsnotverordnung und ihre Autorität besser gewesen wäre, wenn man auf künstliche Verlockungen zur Steuermoral verzichtet hätte. Völlig überraschend kommt auch der Vorschlag, den das Reichskabinett dem Reichspräsidenten unterbreiten will, Sondergerichte nicht nur gegen die Steuerflucht, sondern auch gegenTerror- atte einzurichten. Das klingt wie eine Propagierung des Standrechts. Daran scheint aber die Negierung zunächst wenigstens nicht zu denken. Sie will vielmehr wohl nur eine Beschleunigung des Verfahrens, die ganzen Straftaten also, die in dieses Gebiet hineingehören, aus dem Bereich der ordentlichen Gerichte herauslösen und Sondergerichte ', überweisen. Eine Verbesserung, die zu begrüßen ist, denn die beschleunigte Justiz wird abschreckend und beruhigend zugleich wirken. Sie wird vor allein dafür sorgen, daß das Vertrauen in die Staatsautorität wieder steigt und gleichzeitig das Verantwortlichkeitsgefuhl gegenüber dem Staat gestärkt wird. Wobei freilich immer wieder der Zweifel offen bleibt, ob auch hier noch mit solchen Mitteln der rollende Stein aufzuhalten ist. Das Zeichen des Herbstes ist. Die Luft ist lau. Der Himmel ist blaßblau und mit dem Rosa des späten Nachmittags mild angeglüht. Die seltenen Töne der letzten Singvögel fallen einzeln durch den Raum, in dem die Luft und die Zeit still geworden sind — fast fallen die letzten Töne der Vögel durch den Raum wie ein Echo, das von langsamen Engelschwingen weggetragen wird. Nebenan arbeitet die Sägemühle. Sie macht die Musik, die meiner ganz frühen Jugend aufgespielt hat. Man hört Bretter fallen, und man riecht das frisch- geschnittene Holz. Frischgeschälte Balken liegen weiß- glänzend wie ein unbekanntes Metall, in schweren »eigen, und alte Balken sind unter Luft und Regen und Sonne silbergrau geworden. Die Säge kreischt, die Säge singt. Vor uns läuft die Landstraße vorüber und mit ihr der Bach. Der Bach macht uns sicher. Er trennt uns vom Draußen, wie vordem ein Festungsgraben Städte und Schlösser gesichert hat. Die Erde der Gartenwege ist mit dem Reisigbesen gefegt wie ein Zimmerboden. Die festgetretene Erde ist hell; sie ist mit dem Sand des oberen Rheins vermischt. Die Wege steigen leise an; einige laufen quer wie eine Terrasse. Unser Tisch steht ein wenig schief, ein wenig bergab. Das Grün der Thuja macht dunkle Flecken in die Welt und verbreitet eine Ahnung der Trauer. Aber nahe steht auch das lichte Weiß und das belebende Rot der Oleanderblüten. Vor uns auf dem ländlich gedeckten runden Tisch steht der weiße Wein in der gewöhnlichen Glaskaraffe, und die Schüssel mit den gebogenen Forellen. Der Wein ist zartgolden, seine Süße ist nicht zuckrig und feine Frische nicht sauer. Alles ist mild, und beinahe alles ist hell; vor dem Dunkel des Schwarzwaldes wird das Helle noch heller, und vor feiner baren Landfchaftlichkeit wird die Fruchtbarkeit des Weinlandes noch fruchtbarer; vor feiner Strenge wird das Sinnliche der Fruchtbarkeit noch köstlicher und noch sanfter. Alles ist mild und lebt zum Hellen hin. Es ist das Lamm. Die schöne Unschuld des Augenblicks schenkt uns das schöne Leben noch einmal — und ein noch schöneres Leben. Der Weinberg da ist ein biblischer Weinberg — ein Weinberg des Herrn, und was wir trinken, scheint uns weit über das Gleichnis hinaus seinem hingebenden Blut verwandt ... Aber auch was stillzustehn schien, wird wieder in Bewegung aufgelöst, und nie sind wir da angenommen, wo wir bleiben dürfen. Auch dies hier, die Stunde, die dankbar fast schon In der befreienden Unendlichkeit befestigt schien, ist zu Ende. Kabinett kommt nun einmal um eine organische Wirtschaftsreform nicht herum. Alles andere ist nützliches Rankenwerk, aber grundsätzlich geholfen werden kann damit nicht. Das Programm des Radikalen Mittelstandes. Konstituierender Parteitag in Frankfurt a. M. WSN. Frankfurt a. M., 20. Sept. In Frankfurt a. M. konstituierte sich die Bewegung des „Radikalen Mittelstandes" in ihrem ersten Parteitag. Nach eingehenden Referaten wurde die Annahme eines Programms beschlossen, das u. a. in folgende Forderungen mündet: 1. Sozialeinrichtungen gehören in das Gebiet der wirtschaftlichen Selbsthilfe und sind der staatlichen Finanzierung zu entziehen. 2. Kartell- und Syndikatspreisvereinbarungen und Lohntarifvereinbarungen über einen einzelnen Betrieb hinaus sind durch Gesetz für nichtig und strafbar zu erklären. 3. Beamt e r ist nur, wer Staatshoheitsrechte ausübt, aber nicht, wer wirtschaftliche Tätigkeit verrichtet. Der Aufgabenkreis sämtlicher Behörden ist entsprechend zu beschränken. Alle Wirtschafts- und Regiebetriebe der öffentlichen Hand sind aufzulösen. 4. Der Verproletarisrerung der geistigen und künstlerischen Mittelschicht, ebenso wie der wirtschaftlichen Mittelschicht durch Lleberführung der freien Persönlichkeit in ein Angestelltenverhältnis ist entgegenzuwirken. 5. O r g a n i s a t i on s f o r m e n der Wirtschaf t, die eine Zusammenfassung wirtschaftlicher Herrschaft über die Grenze rein technischer Notwendigkeit hinaus bedeuten, sind aufzulösen. 6. Die geistige, wirtschaftliche und politische Position der Mittelschichten des Volkes ist aufs äußerste zu verteidigen. Kredite an den Mittelstand zu den heutigen Wucherzinsen sind hierzu ungeeignet und wirken flch als Enteignung aus. 7. Die sogenannten Repara - tionslei st ungen dürfen nicht wieder ausgenommen werden, weil sie nicht geleistet werden können. 8. Lleberführung der durch die Sy- stemkrisis ausgestoßenen Teile der Arbeiterschaft in die agrarische und stadtischeMit- telstandswirtfchaft. 9. Die ehrenamtliche Tätigkeit ist für die Staatsverwaltung in großem •Umfange wieder einzuführen. Neue Behörden oder Etatsstellen dürfen nicht geschaffen werden. 10. Als Grundlage der Wirtschaft und wichtigstes Mittel zu einer Altersversorgung des Einzelnen wird die Befreiung des Eigentums von allen staatlichen Zugriffen und gesetzlichen Beschränkungen gefordert Daraus folgt völlige Beseitigung jeder Zwangswirtschaft und aller Sondersteuern. Die Reichstagung des Shrifillch-Soztalen Volksdienstes Leipzig, 20. Sept. (CNB.) Aus der Reichstagung des Christlich-Sozialen Volksdienstes erklärte der 2. Vorsitzende Gustav Hü l se r, der Christlich-Soziale Volksdienst sei aus der wachsenden Abneigung gegen die alten bürgerlichen Parteien und der gesteigerten Verantwortlichkeit der evangelischen Christen im neuen, religiös-neu- kalen Staate entstanden. Deshalb lehne er auch die rein machtpolitischen und erfolglosenMethoden der alten bürgerlichen Parteien im notwendigen Kampf gegen den Marxismus ab. Der Volks- dienst führe den Kampf gegen d i e marxistische Weltanschauung, indem er sich gleichzeitig für soziale Gerechtigkeit einsehe und insbesondere die christlichen Gewerkschaften genau so bejahe wie die Standesorganisationen der Handwerker, Dauern und Industriellen. Der Redner würdigte den Nationalsozialismus als wertvollen Mitarbeiter an der Erneuerung von Volk und Staat, lehnte ihn aber als Im Stehen ergreifen wir die kleinen Gläser, und was daraus über unsere Lippen fließt, ist der kör- perlich gewordene Geist der Himbeere. Lustige Geschichten einer Schauspielerin. Allerlei hübsche Anekdoten erzählt die bekannte englische Schauspielerin Cllaline Terriß in ihrem soeben erschienenen Buch „Gllaline Terriß von ihr selbst". Einmal spielte Miß Terriß mit dem berühmten Theaterdirektor und Schauspieler Sir Herbert Tree zusammen, und die beiden waren in einer Gartenszene allein auf der Bühne, als die Hauskulisse plötzlich mit einem Krach herunterstürzte. Tree war über diese Katastrophe so ver- blüstt, daß er Tein Wort sagen konnte, und es entstand eine peinliche Pause, bis Miß Terriß die Situation mit den Worten rettete: „Rege dich nicht weiter auf, du bringst mal wieder das Haus durcheinander wie gewöhnlich!" Das Publikum brach in ein schallendes Gelächter aus. Von ihrem Gatten Seymour Hicks erzählt die Verfasserin eine lustige Anekdote: Hicks war einmal als Gast bei der berühmten Schönheit der victorianischen Zeit, Lily Langtry. Da sie häufig Personen im Gespräch erwähnte, die sie beide gekannt hatten, fragte man Hicks, ob er ihre Wirtin bereits seit langem kenne. „Das sollte ich meinen“, erwiderte er lustig, „ich bin stolz darauf, sagen zu können, daß sie mich auf ihren Knien gewiegt hat." Eine betretene Pause folgte auf diese Anspielung auf das Alter der Gastgeberin, und Hicks, der seinen faux pas wieder gutmachen wollte, machte ihn noch schlimmer, indem er hinzufügte: „Oh, wie oft habe ich aber auch das gleiche mit ihr getan." — Ein alter Schauspieler sollte einmal In drei verschiedenen Rollen in demselben Stück auftreten. So hatte es der Regisseur bei der Rollenverteilung angeordnet. Er aber weigerte sich entschieden, obwohl man ihm mit Geldstrafen und sogar mit Entlassung drohte. Schließlich nahm sich ihn der Direktor vor und fragte ihn, was er denn in aller Welt für Gründe habe. ,.3ch möchte schon gern alle drei Rollen spielen", sagte daraufhin der Mime verzweifelt, «aber ich weiß nicht, wie ich das machen soll, denn zwei von den Personen, die ich darstellen sott, fechten einen Zweikampf aus und die dritte will sie auseinanderbringen." — Auf schlaue Weise zog sich einmal der Schauspieler Charles Hawtrey aus der Verlegenheit, als er eine gerichtliche Vorladung bekam. Der Gerichtsbeamte, der ihm die Vorladung überbrachte, erzählte ihm, daß er seine schauspielerische Kunst sehr bewundere. „Sehr erfreut", sagte Hawtrey. «Wie wäre es, wenn Sie Führer bei dieser Ausgabe ab, weil sein christliches Bekenntnis von einem unchristlichen Rassenkultus überwuchert werde und der soziale Gehalt der Bewegung immer unklarer werde. Die Reichstagung wurde mit der Annahme einer Entschließung geschlossen, in der es u. a. heißt: „Der Christlich-Soziale Volksdienst hält gegenüber den auf den Sturz der Regierung Brüning gerichteten Bestrebungen daran fest, daß für ihn angesichts der politischen und wirtschaftlichen Lage ein Regierungswechsel im gegenwärtigen Zeitpunkt nicht in Frage kommt. Er ist bereit, die Regierung Brüning auch weiterhin unter Wahrung seiner Entschluhfrei- heit zu unterstützen unter der Bedingung, daß ne den K amps gegendasReparations- ?/,oblem und für die Abrüstung entschlossen weiterführt und daß sie sich keine Bedingungen auf erlegen läßt, die mit einer auf 2ettung und öreifjeit und Neuaufbau gerichteten Polittk unvereinbar ist. Er fordert weiter die Herstellung politischer Führungseinheit in Reich undPreußen. Er pro- testiert aufs schärfste gegen die ungenügende Vertretung unserer außenpolitischen Interessen durch den gegenwärtigen Außenminister, die bei den Verhandlungen über die ZolkÜnttm ihre unheilvollen Früchte getragen hat. Oer neue Bad-Nauheimer Kurdirektor. WSN. Bad-Nauheim, 22. Sept. Zum neuen Kurdirektor in Bad-Nauheim ist (wie wir in einem Teile unserer gestrigen Ausgabe schon berichteten — D. Red.) von der hessischen Regierung Direktor Meier aus Bad Harzburg ernannt worden. Seine Anstellung erfolgt zunächst auf Privatdienstvertrag. Kurdirektor Meier ist 52 Iahre alt und evangelischer Konfession. Er wird seinen Dienst voraussichtlich am 15- Oktober antreten. Meier gehörte vor dem Kriege als Offizier dem Großen Generalstab an. Während des Krieges war ör zunächst an der Westfront und wurde dann als Reichstagskommissar in das Kriegsministerium zurückversetzt. Dann wurde er zur Aufstellung des polnischen Heeres nach Warschau berufen und zum Chef der Abteilung „Polnische Wehrmacht" ernannt. Auf Veranlassung des Kriegsministers v. Stein ging er Ende 1917 als Bevollmächtigter des preußischen Kriegsministeriums in öle Türkei und in den Kaukasus. Nach seiner Rückkehr in die Heimat war er Chef einer Mini- sterialabteilung im Kriegsministerium. Im Herbst 1919 trat er bei der Metallgesellschaft Frank- furt a. M., Abteilung Berlin, ein, leitete von 1920 bis 1926 als Direktor eine Tochtergesellschaft dieser Firma und war bis zur StiUegung der Fürst-Stolberg-Hütte in Ilsenburg dort kaufmännischer Direktor, von wo er die Leitung des Bades Harzburg übernahm. Rundsunkprogramm. Donnerstag, 24. September. 7.00: Frühkonzert auf Schallplatten. 12.05: Schallplattenkonzert. 15.30: Stunde der 3u- genö. 17.05: Pforzheim: Nachmittagskon- zert des Symphonieorchesters Pforzheim. 18.40: Zeitfragen. 19.00: „Der Neoklassizismus in der Musik", Gespräch zwischen Dr. Heinrich Strobel und Dr. Theodor Wiesengrund-Adorno. 19.45: Die drei Optimisten. Ein bunter Abend. 20.30: Die Betteloper (The Beggars Opera). Wie sie aufgeführt wurde in dem Königlichen Theater in Lincolns-Inn Field (Anno 1728). 22.30: Briefkasten. 23.00 bis 24.00: Tanzmusik. Freitag, 25. September. 7.00: Frühlonzert auf Schallplatten. 12.05: Schallplattenkonzert: Wagner-Konzert. 15.20: »Das Reichskursbuch", Vortrag von Postlnspektor Reiländer. 17.05: Bad Homburg: Konzert des Kurorchesters. 18.40: „ Franz Schober", Vortrag von Heinz Gorrenz. 19.05: Aerztevortrag: „Körper- und Schönheitspflege der Frau". 19.45: Karlsruhe: Llnterhaltungskonzert des Badischen Landestheaterorchesters. 21.00: Komödie der Eifersucht. Ein Schwank für den Rundfunk in drei Akten. 22.35 bis 23.30: Tanzmusik. mich einmal in der nächsten Woche in meiner neuesten Rolle bewundern würden? Ich werde Ihnen einen Schein für freien Eintritt ausstellen." Er ging an seinen Schreibtisch, schrieb etwas und überreichte dann dem Manne einen geschlossenen Llrnschlag, indem er sagte: „Gegen Sie das nächste Woche an der Kasse vor." Der Gerichtsbeamte tat das. Aber als der Kassierer den Llrnschlag öffnete, fand er darin den Vorladungsbefehl, den der Mann vor einer Woche überbracht hatte. Dieser war entsetzt. „Ich will sofort in die Gcä> derobe von Hawtrey gehen", rief er, „und ihm die Ladung noch einmal zustellen." „Das wird Ihnen schwer werden", sagte der Kassierer. „Herr Hawtrey ist vorgestern zur Erholung nach Homburg gereift." Zeitschriften. — „Hessenlan d", Monatsschrift für Landesund Volkskunde, Kuüft und Literatur Hessens, in Verbindung mit Fachberatern herausgegeben von Dr. C. Hitzeroth. Verlag N. G. Eiwert, Marburg. Heft 8 bringt mehrere Aufsätze über Eschwege und über Wolfbagen, das seine 700-Jahr-Feier begehen konnte. Aus dem sonstigen Inhalt sei erwähnt der Artikel von K. von Baumbach über ftirmes- aebräuche in Oberhessen und die Würdigung des Im Alter von 94 Jahren verstorbenen ehemaligen Oberbürgermeisters von Marburg, Ludwig Schüler. — Heft 9 bringt vor allem den Vortrag von H. Möbius über Geschichte und Ausgabe der Dorgeschichts- Forschung im ehemaligen Kurhessen. Die Lebensschicksale des „Wolgadeutschen" Joh. H. Fuchs werden zu Ende geführt. Dr. Becker würdigt die Vortragsreihe „Südwestdeutschland" als Kultur- und Wirtschaftseinheit. Joh. H. Schwalm erzählt von vergessenen und im Vergessen begriffenen Arbeiten des Landwirts. K. Hörger spricht über das neuartige Lebensbild der Heiligen Elisabeth von Elisabeth Busse-Wilson Hochschulnachnchten. Der Prioatdozent für forstliche Betriebs- und Produktionslehre an der Münchener Universität, l)r. oec. publ. Anton R ö h r l hat zum 1. April 1932 einen Ruf auf einen Lehrstuhl der Forstwissenschaft in der Abteilung Forstliche Hochschule der Technischen Hochschule zu Dresden angenommen und bereits seine Ernennung zum Ordinarius an der Dresdener Technischen Hochschule, sowie zum Mitglied der sächsischen Forstlichan Versuchsanstalt Tharandt erhalten. 9JL-*fpont Oer DezirtSmeister in Gießen. VfB. Giehen-VT. 03 Kassel 1» (1:0). DaS DerbandSspiel, da« am Sonntag nachmittag vor vielen Zuschauern aus dem Wald- sporiplatz au-getragen wurde, erfüllte und Übertraf zum Teil alle Erwartungen Die Erwartungen wurden insofern übertroffen, als die Q3f*B.er eine Partie lieferte, wie man sie von der Mannschaft bi-her nur selten sah Die Siebener traten in folgender Aufstellung an: 'Balfer; Schneider, Dinget; Leutheuser, Henrichs. Lehrmund; Schmidt, Bärenfänger, Haupt. OBlobared, Fehling 3n der ersten Halbzeit blieben bie Hiesigen ftänblg leicht feldüberlegen, arbeiteten in schöner Kombination zusammen, trugen manchen flotten Angriff nach vorne, der allerdings oft genug oop der gegnerischen Verteidigung aufgehalten, oder aber vom Torhüter unschädlich gemacht wurde. 3n der ersten Halbzeit hätten sich die Siebener unbedingt einen gröberen Vorsprung sichern müssen. Die Gegner zeigten sich durchaus nicht so hervorragend, wie man e- dem Titel entsprechend erwartet hätte und waren Reichlich nervös Die Aktionen der Kasseler lieben an Exaktheit zu wünschen übrig, dazu waren die Gäste im Zuspiel und in der Ballbehandlung leichtfertig und verscherzten sich damit don vornherein manche Chance. Die VfB er gerieten dagegen überraschend schnell in Fahrt, erwiesen sich den Gästen als durchaus gleichwertiger Gegner und schufen manche gefährliche Situatlon vor dem gegnerischen Tor. Die Vesten in der Mannschaft waren Lehrmund, Wlodareck und Schmidt. Haupt zeigte sich etwa- different, Vingel war nicht sehr in Form, hielt aber feinen Posten Henrich- sehr eifrig. Värensänger gut, wenn auch nicht immer zielbewubt genug. Balser war seiner Mannschaft ein starker Rückhalt. Der Kamps wurde sehr fair durchgeführt, der Schiedsrichter amtierte, abgesehen von einigen Kleinigkeiten durchau- zufriedenstellend Der Spielverlauf brachte zunächst tastende- Hin und Her. Die VfVer lagen bald vor dem Kasseler Tor, spielten stet- leicht überlegen, ohne zunächst zählbare- erreichen zu können. Die Kasseler fühlten sich etwa- unsicher, waren sichtlich nervöS und versuchten durch gegenseit ge Zuru e da- zetweiliz mangelnde Verständnis herzustellen. 3n der 10. Minute fiel au« einem Eckball heraus da« einzige Tor für die VfVer. Der Gästetorwart war Daran nicht unschuldig. Die Hiesigen, dadurch ermutigt, brachten Angriff auf Angriff nach vorne, aber der Erfolg blieb auS. Mit 1:0 wurden die Seiten gewechselt. Vach der Pause rossten sich die Gäste etwa- mehr auf, bemühten sich um genaueres Zusammenspiel, erzielten zunächst auch den Au-gleich. Vach wie vor sah man nun verteilte- Fe'.dspiel, die Kasseler rückten al* mäblich auf, aber auch die (Siebener waren weiterhin aktiv und legten manchen Angriff vor. Beide Torhüter muhten verschiedentlich eingreifen. Balser erwies sich einige Male als sehr auf dem Posten. Einige Ecken auf beiden Seiten brachten nicht- ein. 3n der 22. Minute wehrt: Balser einen Ball ab, muhte den Vachschuh aber passieren lassen. 2:1 für Kassel. Der Rest der Spielzeit stand nunmehr im Zeichen der Gäste. 3n flüssiger Kombination drängten sie zum Tor der Grün-Weißen. 3n der 39. Minute verwandelte ein freigespielter Stürmer einen Bail völlig unbehindert zum dritten Tor. Trotz eifrigem Bemühen b?r V.Ber gelang eS ihnen nicht mehr, das Ergebnis au korrigieren. Ehrenvoll unterlegen muhten fie den Platz verlassen. Iugendspiel«. Vor dem Spiel der Ligamannschasten trafen die ersten 3ugendmannschaften der beiden hiesigen Vereine in einem interessanten Lokalderby aufeinander. Die DfD.er zeigten fich von ihrer Das bißchen Erde. Vornan von Richard Ekowronnel. Copyright by I. Engelhoms Nachf.. Stuttgart. 39 Fortletzung Nachdruck verboten So schwatzte er fort, und Malte hörte ihm lächelnd au. Weshalb sollte er sich und dem andern die Wiedersehenssreude mit trübem Unkenruf verderben? Die Vertreibung hier aus dem Paradiese kam ja ganz von selbst und früh genug . . AIS der kleine Maler endlich gesättigt den Teller -urückschob, drückte Malte auf die Schelle: „Jetzt vorwärts. Lentz, da- Beste, was wir im Keller haben! Heute ist ein Freudentag ... Und nicht zu wenig gleich, damit du den Weg nicht noch ein paarmal zu machen brauchst!" ..Ehe", sagte Lentz mit einem zweifelnden Blicke auf das schäbige Röcklein des Gastes, „da sind noch vier Flaschen 1875er Chateau Margaur da. Schloftabzug. Wir haben sie immer aufgehoben, wenn mal wer so recht schwer krank sein sollte" ... ..Hol sie nur rauf", erwiderte Malte lachend, 'nem Gesunden bekommen fie erst recht. Und wir müssen uns sowieso ordentlich dranhalten, sonst geraten all die guten Tropfen hier womöglich noch in eine falsche Kehle" ... E« gab einen langen Abend danach. Peter VLgelern wuhte von seiner Wanderung noch einen ganzen Sack voll luftiger Schnurren zu erzählen, von ihren gemeinsamen Erlebnissen auf der langen Reife sprachen sie, und merkwürdig war es. wie leicht sich chnen all die Entbehrungen und Strapazen in der Erinnerung ausnahmen. 3n der Wirklichkeit damals waren sie oft ganz verzweifelt gewesen, hatten zuweilen schon alle Hoffnungen aufgegeben . .. Und endlich, bei der dritten Flasch: de- köstlichen Weines, schloß auch Malte fein Her; auf, erzählte, wie feindselig ihn die so helft ersehnte Heimat empfangen hätte: sprach von der herben Enttäuschung der letzten Wochen, und wie er danach ganz verzagt und zu Boden geschlagen wäre, sich nicht mehr zu raten noch zu helfen wüßte ... Der kleine Maler hatte teilnahmsvoll zugehört. »Liebes Dräflein". sagte et nach einer kleinen Pause, „ich weift nicht, ob Sie vor die rechte Schmiede gekommen sind, wenn Sie von mir in diesen Liebesaffären einen Rat erwarten oder einen Tip. wie die seltsame Geschichte wohl auf* zuklären wäre. 3ch habe darin zu wenig Erfahrung, ich hatte es bisher immer nur mit einer Hu tun, der Apothekerstochter, von der ich 3hnen in Afrika drüben erzählte, wie wir einander mal die Herzen ausschütteten. Wenn Sie eS inter- effiert ... Ich hab' sie nach meiner Rückkehr besten Seite, spielten wuchtig, ideenreich und waren stet- außerordentlich flink. Auch in der Ballbehandlung waren die Grün-Weiften den Mannen der Spieloereinigung etwa- überlegen. Die 1900er spielten anfangs etwa« nervös, manchmal auch nicht energisch genug und nützten die sich bietenden Torchancen nicht auS. Die 1900er muhten sich dem besseren und mehr auf Erfolg eingestellten Spiel der VsB'er mit 3:1 (1:0) Toren beugen Gpielvereinigung 1900 Gießen. 1900 (Liga) gewinnt in Wiesenbach 5:1 (1:0). Die Siebener überwanden die Klippe leichter, als man zu hoffen wagte. Der 5:l-6iep entspricht dem Ergebnis der letzten Begegnung in Wiesenbach. Gemessen an den Leistungen mutzte man beim Gastgeber beträchtlichen Form rück gang feststellen. Der Platz, mit Swinen besät, machte ein planvolles Spiel unmöglich. Das Spiel wurde sehr fair ausgetragen. Die (Siebener Elf. die mit Ersatz spielte, brauchte lange, biS sie sich mit den ungewohnten Platzverhältnissen vertraut gemacht hatte und -um ersten Treffer durch Wilhelms einsenden konnte. 1900 war in der ersten Spielhälste, mit Rückenwind bergab spielend, grob überlegen. Der Kampf spielte sich saft auSschlietzlich in Wiesenbachs Spielhälste _ ab. Wiesenbach- guter Torhüter hatte alle Hände voll zu tun. Der Ball landete oftmals nur knapp über und neben dem Tor. Lippert als Mittelläufer war in ausgezeichneter Form. Vach der Pause setzte sich 1900 gleich vor Wiesenbachs Tor fest. Allmählich machte sich aber auch der Gastgeber ossensiver bemerkbar und hätte leicht zum Ausgleich kommen können, da ein (Siebener einen Hand-Elsmeter verschuldete. Wißmar wehrte aber Schub und Vachschub entschlossen ab. Bald hieb es durch Heilmann 2:0. 3m Anschluß daran fiel daS Ehrentor für Wiesenbach. Wibmar wagt in höchster Bedrängnis eine Fuftabwchr. Hellmann köpfte bald darauf einen vom Torwart gewehrten Ball zum 3:1 für (Sieben ein. 9100 liegt jetzt nun wieder fortgesetzt im Angriff. Der Crfayhalbrechte Schneider erhöhte durch zwei wuchtige Flachschüsse zum 5:1 für 1900. Hellmann gefiel sehr gut, Langsdorf lieferte ein ausgezeichnetes Spiel. Schlarb auf RechtSautzen mützte schneller flanken, Wiihelmi sollte den Körper mehr einsetzen. Auch die Reserve kehrte von Ahlar mit 5:1 siegreich zurück Es klappte diesmal ausgezeichnet im Sturm. Die dritte (Lehrmannschaft) spielte mit Ersatz gegen Steinbachs erste Mannschast in (Sieben und gewann ebenfalls mit 5:1 Toren. Die vierte Els wollte nicht zurückstehen und landete in Leihgestern im Verbandsspiel einen weiteren Sieg (2:1). Es ist daS erste Mal, daft 1900s Vierte gegen Leihgesterns auher- ordentlich spielstarke Zweite auf dem gefürchteten Leihgestemer Platz Sieger blieb. 3ugendspiele. Die 3. 3ugend siegte über Dutenhofen mit 8: 0. 3n einem sehr fairen Spiel waren die technisch besseren 1900er von Anfang bis Ende überlegen, doch hätte dem Gast auf Grund feine» Eifers das Ehrentor gegönnt werden können. — Die 1. Schüler warteten vergebens auf ihren Gegner. Ohne Angabe des GrundeS blieben die 1. Schüler des VfB. au«. — Die 2. Schüler weilten in Steinberg, doch mutzte kurz nach Beginn da« Spiel abgebrochen werden, da der aufgeweichte Platz nicht spielsähig war. Sandball im Gau Hessen (O.T.) Wei st er kl affe: Tv. Grotzen-Buseck l gegen Polizei Butzbach l 1:4 (0:3); Tv. Alsfeld l gegen Tv. Heuchelheim I 5:3 (2:2); T. u. Spv. Butzbach l — Tv. 1848 (Sieben 1 6:11 (4:4); Epvg. wiedergesehen. 3ch konnte mir's doch nicht verkneifen, den Kurs über mein Heimatstädtchen zu nehmen — Sie verstehen mich —, um mal nach- zusehen, was sich dort in den zwei Jahren geändert haben mochte. Es war ein gemischtes Vergnügen. Ein paar von den würdigen Verwandten, die mir prophezeit hatten, ich würde einmal Hinterm Zaun verrecken, hatten ja inzwischen selbst das Zeitliche gesegnet .. leider nicht alle! Und mein braune« Apothekertöchterlein schaukelte ein Kind. Stand am Fenster eine« schönen Hause« am Markt und hielt einen strammen 3ungen im Arm, lachte mit ihm und war anscheinend sehr glücklich. Oben an dem Hause aber prangte an einem groben Firmenschilo der (Karne des Erzeugers: .Franz Müller jr.. Manu- sakturwaren, Wolle und Leinen .. / Es war schon immer ein sehr tüchtiger junger Mann gewesen, und die Frau Apothekerin hatte recht gehabt. mit Wolle und sauberer Leinwand verdiente man entschieden mehr, als wenn man diese letztere mit Oelfarben beschmierte. 3ch stand einen Augenblick und rechnete nach, wann mein Liebchen mich wohl schon vergessen haben mochte, und kam zu einem recht betrüblichen Ergebnis. Kaurn ein Vierteljahr hatte es gedauert, bis Herr Müller junior über mein Andenken den Sieg davongetragen hatte ... Das tat recht weh ein Paar Tage lang, dann aber fing ich allmählich an, mich aufzurichten. Daft ich in eine ziemlich unzulängliche junge Dame wohl zu viel von meinem Allereig:nsten hineing:1rag:n. fie auf ein Piedestal gestellt hatte, das ihr nicht zutam ... Ich hatte mich damals an dem unweigerlichen Vein ihrer Eltern fast verblutet, ging in die Wüste, sie aber tröstete sich drei Monate später schon mit einem andern ... Wenigstens meine Todesnachricht hätte sie abwarten können, oder ob nicht doch etwas aus mit würde. Sie hatte ja nur noch ein 3ahr bis zu ihrer Mündigkeit und war dann frei in ihren Entschlüssen" ... Er brach ab, sah trübfinnig in fein Glas und trank es auf einen Schluck leer, lieb es fich wieder füllen ... „Sie haben hier bei 3hnen im Mecklenburgischen für solche Dinge ein ganz ausgezeichnete- Sprichwort: .Dat is so. as bat Ledder i6‘ ... Und vielleicht finden Sie in meiner Geschichte auch eine kleine (Nutzanwendung für 3 b r trauriges Erlebnis, (Sräflein ... Wenn die junge Dame, von der Sie erzählten, nicht bloh ein frivole« Spiel mit Ihnen getrieben hat, wird fie wiederkommen. Unmöglichkeiten, meine ich, gibt e« nicht für eine Frau, die wirklich liebt ... Sin paar Minuten am Tag wird sie doch für sich haben, um eine Zelle mit Bleistift kritzeln zu können: Harr aus. wart auf mich' ... Und auch die Möglichkeit, diese Zeile in den Postkasten zu befördern. Alle« übrige ist Unsinn und faule Ausrede" ... 1900 (Sieben I - Tgm. Friedberg I 3:12 (2:3); Tv Gobfelden I — Tv. Kirchham! 2:2 (2:0). ^-Klasse Tv. Wetzlar II - Tv- Allen- dotf I 0:2 (0:1); Spvg. 1900 (Sieben II gegen Tv Ttei« I 8 6 (4.2), Tv Gröben-Linden l gegen T u Spv Butzbach N 10:4 (8:2); Tv. Lützellinden I — Tv. Pohl-Gön« l 2:5 (1:3); Tv Ortenberg I — Tv. Gedern l 1:5 (0:3); Tv. Hirzenhain! — Tv- Merkenfritz I 3: 3 (2:1); Tv Grünberg ! -- Tv Vieder-Ohmen I 3:3 (2:1). 8-Kl affe: Tv Pohl-GönS II — Tv. Kirch- Gön« I 2:6 (1:2). C - Ä I a f I e Tv Krofdorf II — Tv. Grob- Rechtenbach l 3:4 (1:2). Jugendklasse Tv Wetzlar 3gd. gegen Tv Heuchelheim 3gb 5:2 (1:1); Tv. Hochelheim 3gb. — Tgm. Friedberg 3gd. 4:5 (3:1): T- u. Spv. Butzbach 3gb. — Mtv. (Sieben 3gd. 2:3 (2:3). 1900 I — Igmbe. Friedberg I 3:12. Da« Spiel der Friedberger am Sonntag zeigte, daft die von der Mannschaft bi-her erzielten hohen Resultate keine ZufallSetfolge waren. 3n der ersten Spielhälste sah e« allerdings gar nicht nach einem hoben Sieg der Gäste auS. Sie führten zwar sehr bald mit 3:0 Toten, aber die 1900er batten ebenso schnell den Vorsprung biS auf ein Tot ausgeholt. Vach dem Wechsel waren jedoch die Turnet vollkommen Herr der Lage und auch imstande, dies zahlenmäßig Hum Ausdruck zu bringen. Die 1900er tarnen hingegen bei ihren wenig syftemvollen Angriffen nur noch einmal Aum Erfolg. Zur Mannschaftskritik ist zu sagen, daft sich der Sieger durch grobe Schnelligkeit, gute Ballbehandlung und gesunden Torschutz au«- zeichnete Die SpiewereinigungSleute zeigten ein lahmeS Spiel und konnten durch zu lange« Ball- Halten im Sturm nie recht gefährlich werden. 1900 D — Io. Ire!» I 8:6. Sin äutzerst wechselvoller Kampf, den die 1900er durch gröbere Durchschlagskraft im Sturm — der LinkSauhen war sehr gut aufgelegt — gewannen. • T. u. Spv. Butzbach I — Tv. 1846 I 6:11 (4:4). Die Hiesigen, die in stärkster Aufstellung nach Butzbach gefahren waten, zeigten ein seht schönes Spiel- Besonders der Sturm, seit langen 3ahren das Schmerzenskind der Mannschast, konnte gut gefallen. Krämer tat sich im Torschuß hervor. Sechs Erfolge kommen allein auf sein Konto. Allerdings wurde er auch von seinen Veben- Icutcn seht gut unterstützt. 3n der Hintermannschaft wollte es in der ersten Halbzeit nicht fo recht klappen. Vach der Pause ging eS aber um so besser und der äutzerst flinle Sturm der Platzherren konnte kaum mehr gefährlich werden. Das Spiel fing für 1846 wenig verheißungsvoll an, denn innerhalb zehn Minuten konnte Butzbach zweimal unhaltbar einsenden; doch ebenso schnell batte (Sieben aufgeholt. Mit 4:4 ping e« in die Pause. Die zweite Halbzeit gehörte fast auS- schlietzlich den 1846em. Butzbach hatte nichts mehr zu bestellen. Dem trickreichen Stürmerspiel wat die gegnerische Hintermannschaft nicht mehr gewachsen, so dab Dietzen vethältniSmätzig leicht 11:6 gewann. Schiedsrichter 3 e n h s ch vom VfB. Gieften wat dem Spiel ein gerechter Leiter. Radsport. RE. Germania 1899 Dietzen „(Saumelfter“ im 6et Rasenradball. 3n Krofdorf kam am Sonntag die Oaumeifter- schaft im 6er Rasentadball des LahngaueS (B. D. R.) zum Austrag. Es mögen wohl an die 400 Zuschauer gewesen fein, die den jederzeit fairen und spannenden Kamps mit 3ntetesse verfolgten. Vach technisch überlegenem Spiel errang Die Mannschaft der „Germanen" • (H. Preis, K. Schwenkbet, L. Schlund, R. Siebert, W- Stammel, A. Baum) einen 3:0-Sieg über die Ktofdorfet „Teutonen" und errang somit den Gaumeistettitel für daS 3aht 1931. Den sehr eifrigen „Teutonen" fehlt« die technische Ausgeglichenheit, die für den Sieg die Voraussetzung Ist. Der (Siebener Radfahrer-Verein von 1885 hatte wohl feine Meldung abgegeben, trat jedoch nicht an, so dab sich nur die beiden vorerwähnten^ Gegner gegenüberstanden. Arbeiter Tunv und Gportbund. Dorheim I — Gießen I 1:0. Gieften war in Dorheim zu Gast und mufttc dl« Erfahrung machen, daft die Dorheimer aus eigenem Platz schwer zu schlagende Gegner sind. Trotz reichlicher Torgelegenheiten gelang c» ihnen nicht, da« Schlufttrio der Einheimischen zu überwinden. Halbzeit 0:0. Nach dem Wechsel ging Dorheim mächtig au» sich heraus und konnte da» erste und letzte Tor de» Spiele» erzielen. Heuchelheim I — Kieder-Alorstadt 1 4:2. Nieder-Florstadt war in Heuchelheim au Gast Bereits nach wenigen Minuten konnten die Gastgeber in Führung gehen und erhöhten auf 2:0 Die Gäste holten bi» zur Halbzeit 1 Tor auf. Nach dem Wechsel erhöhten die Platzbesitzer auf 4:1. Die Gäste erzielten dagegen nur noch ein Tor. Rieder Wöllstadt I — Raunheim 1 4:4. Die Einheimischen kommen durch einen Elfmeter» ball zum Führungstreffer und erhöhten bi» zur Halbzeit auf 3 Tore, denen die Gäste nur ein Tor entgegensetzen konnten. 3n Der zweiten Spielhälfte legte Naunheim ein schnelle» Spiel vor und erzielte den Ausgleich. Im weiteren Verlauf des Spiele» übernahmen dann die Gäste die Führung, sie muhten sich schließlich aber doch mit einem Unentschieden zufrieden geben. wieseck I — Wetzlar I 5:3. Anläßlich de» 2öjäbrigen Bestehen» de» Freien Turn- und Sportverein» Wieseck sand eine Anzahl Spiele auf dem Platze de» Festoerein» statt. Im Hauptspiele standen sich Wieseck I und Wetzlar 1 gegenüber. Gleichwertige Gegner rangen um den Sieg. Die Wiesecker stellten zur Halbzeit das Ergebnis auf 3:0. Nach dem Wechsel wurde Wetzlar besser und konnte auf 2:3 verkürzen. Dann lag Wieleck wieder mehr im Angriff und erhöhte auf fünf Lore. Die Gäste vermochten lediglich auf 5:3 zu reduzieren. wieseck II — Burkhardsfelden I 9:2. Im Serienspiel standen sich diese Mannschaften gegenüber. Die Gäste kamen durch mäßige Entscheidungen de» Unparteiischen zu zwei Ersolgen, die sie bis Halbzeit halten konnten. Nach dem Wechsel fielen in gleichmäßigen Abständen neun Tore, für Wieseck. Außerdem spielten Wiesecks 1. Jugend — Hachborn» Jugend 3:1; Wiesecks 2. Jugend — Naunheim- Jugend 1:0. Gieften II — Marburg I 1:4. In der ersten Hälfte war Gießen tonangebend und führte bei Halbzeit mit 1:0. Nach dem Seitenwechsel kam Marburg erfolgreich auf und verließ al» verdienter Sieger da» Feld. Allendorf I — Waldgirmes I 1:4 Die Mannschaften spielten flott, aber hart. Der Bessere riß den Sieg an sich. Saasen I — Beuern I 6:0. Mit stark verjüngter Manschost trat Beuern In Saasen an. Die Platzbesitzer, körperlich und technisch stet» überlegen, erzielten Tor auf Tor. cindenstruth I — Heuchelheim II 3:0. Heuchelheim war mit nur acht Mann zur Stelle und mußte alle straft aufbieten, um eine höhere Niederlage zu verhindern. Grünberg I — Rüddlngshausen I 8:0. Rübdingshausen war in Grünberg zu Gast. Die Platzbesitzer waren überlegen und konnten In gleichmäßigen Abständen acht Tore erzielen. Den Gälten blieb selbst das Ehrentor versagt. Die 2. Mannschaft von Grünberg mußte gegen Annerod I eine 2:0- Niederlage hinnehmen. „Holla, Malcrchcn", sagte Malte, „nicht so voreilig! Wer sagt Ihnen denn, daft sie meine Antwort auf ihren Brief überhaupt bekommen hat?" Peter Nägelein hob die schmächtigen Schultern. „Ich weift nicht, es ift etwas bei Ihrer Geschichte, was mich ftoftt. Allerhand ... gegen die sogenannten unverstandenen Frauen hab' ich überhaupt ein Misstrauen! Meine Wirtin in München beklagte sich auch in dieser Hinsicht, fgleich am ersten Abend, und ehe ich mich versah, ehnte sie an meiner Brust ... ,Ach', sagte sie nur, aber ich weckte sie aus ihrer Ohnmacht nicht auf. Vach meiner Schätzung wog fie zweihundert Pfund — ich vermochte nicht daran zu glauben, daft in einer fo starken Leiblichkeit eine empfindsame Seele wohnen sollte! Unb ich hatte recht. Vach zehn Minuten kam sie ganz von selbst wieder zu sich, kündigte mir wegen Lieblosigkeit zum nächsten zulässigen Termin" ... Malte wollte zornig aufbegehren, der Kleine aber hob die Hand. „Ich weift schon, (Sräflein, daS ist ein unwürdiger Vergleich. Aber da ich neben meiner Rotte als Hanswurst zuweilen auch den ernsthaften Menschen spiele: morgen werde ich nach Berlin fahren, auf Ihre Kosten natürlich! Wenn ich wieder zurückkomme, werden wir ganz genau Bescheid wissen. Ob wir vor Freude den Tanz der Matabele aussühren dürfen — besinnen Sie sich noch, wie die schwarzen Kerle die Glieder verrenkten? — oder eine Trauerpulle trinken, am Grabe vernichteter Hoffnungen. Einverstanden?" Unb als Malte nickte, fuhr er lebhafter fort: „Das anbre aber, das biftchen Hab und Gut? Du mein lieber Gott — Wer wird sich von solchen Unbeträchtlichkeiten denn gleich niederschlagen lassen?! ... 3m (Notfälle male ich die Schandtaten ihres Herrn Onkels auf eine große Leinwand, wir kaufen einen Leierkasten und ziehen auf den Jahrmärkten herum. 3ch verfüge über eine poetische Ader und einen leidenschaftlichen Tenor — Sie brauchen bei den Pointen nur mit dem langen Stock auf bie bilbliche Darstellung zu tippen! ... Aber noch find wir ja nicht so weit. 11 nb ich kann mir nicht helfen — einem so anständigen Kerl wie Ihnen, kann es nicht schief gehen! Der liebe (Sott hat sicherlich mit Ihnen ganz was Besonderes vor, daft er Sie fo schüttelt und beutelt Eine Läuterung vielleicht, um aus Ihnen ein ausgesuchtes Musterexemplar von mecklenburgischem Edelmann zu ziehen. Irgendwas wird er mit Ihnen schon im Sinn haben" ... „Der liebe Gott?" fragte Malte bitter. „Ich hab' nicht viel von ihm gespürt, so lang ich auf der Welt bin." ... Und der Kleine sagte schlicht: „Ich glaub’ an ihn. (Nur natürlich, er hat keine Zeit, sich um jeden Quark zu Kümmern. Damals aber vor Tabora, al« Sie toeiter- marschieren sollten mit den Riggern, da bat ich ihn so recht demütig, herzlich und inständig. Er half mir, Sie kehrten um" ... „DaS war doch selbstverständlich", erwiderte Malte, aber er entsann sich, wie seltsam ihm damals zumute gewesen war. Fast als hätte ihn jemand am Warn« zurückgerissen: „Kehr um!" ... Danach schwiegen sie, bie letzte Flasche blieb ungetrunken. IInb als Malte sich auf fein Lager streckte, war ihm ein wenig leichter zu Mute. Diel helfen konnte ihm ber kleine Maler ja nicht in seinen Bedrängnissen, aber es war schon eine Wohltat gewesen, sich einmal ordentlich gründlich aussprechcn zu dürfen zu einem ernsthaften und mitfühlenden Menschen, den baS Schicksal auch nicht mit sanften Händen angefaftt hatte. Oder der liebe (Sott ... wer mochte baS wissen?--- Am andern Vormittag — die Sonne schien längst schon über Berg und Tal — wachte Malte von einem hellen Lachen auf, das unter den Fenstern seine« Schlafzimmer« erklang. Drei Stimmen lachten da durcheinander ... zwei davon kannte er ganz genau, bie von Lenh und Miken, bie brittc aber ...? Ja richtig! Peter Vägelein, bas Malerchen, daS gestern gekommen war ... Mit beiden Beinen zugleich stieg er andern Bett und lugte durch die Ritzen der Läden ... Da saß Miken unten auf einem Stuhl in ihrem besten Sonntagsstaat, der Maler hatte einen großen Papierblock auf den Knien und zeichnete eifrig. Lentz aber sah über die Schulter zu. schmunzelte über daS ganze verwitterte Gesicht, und plötzlich lachten alle drei wieder hell auf — Peter Vägelein hatte wohl zur Kurzweil eine feiner Schnurren erzählt! ... Sa lieft Malte sich kaum die Zeit, in Die Kleider zu schlüpfen, und stieg eilends hinunter. Und so vereifert waren die drei, daft sie gar nicht merkten, wie er sich im dichten Haselbusch vorsichtig heranpirschte. Da stand er eine ganze Weile lang, sah mit seinen scharfen Augen, wie auf dem weiften Papier mit raschen, sichern Strichen das Bild der alten Miken entstand. Und eine Art von Veid stahl sich ihm ins Herz: der konnte etwas, ber Kleine! Wie es auch kam. er verstaub eine Kunst, bie ihn in schweren Zeiten über Wasser hielt, später vielleicht zu Erfolgen unb Wohlstand führte. Er aber hatte nichts weiter gelernt, als ein widerspenstiges Roß zu meistern unb mit ber Kugel ins Schwarze zu treffen. DaS waren brotlose Künste — jeher Stallknecht konnte sie und jeber Iägerlehrling ... Unb in diesem Augenblicke leistete er sich einen heiligen Schwur. Wenn ihn das Schicksal auf dem Platze ließ, für den er feil Anbeginn bestimmt war, wollte er lernen unb lernen, um als ein rechter Herr dazustehen, der feinen Besitz zum Segen verwaltete für sich und die, die zu ihm gehörten ... (Fortsetzung folgt.) Oberheffen. Obst, Gemüse- und Gartenbau- Ausstellung in Lollar. Ö* ß o I( a r, 22. Sept. Einen starken Erfolg brachte die am Samstag und Sonntag veranstaltete erste Ausstellung des hiesigen Ob st- und Gartenbau-Vereins. Zur Eröffnung der Ausstellung hatten sich am Samstagnachmittag viele Gäste eingefunden, darunter Polizeidirektor Wolf (Gießen) als Vorsitzender des Kreis- Obst- und Gartenbau-Vereins, Bürgermeister Schmidt (Lollar), sowie Llniversitäts-Garten- inspektor i. R. Rehnelt und Obstbauinspektor En kl er (Gießen) als Richter. Rach der Begrüßung durch den Vereinsvorsihenden, Beigeordneten Seipp, erfolgte die Eröffnung. Polizeidirektor Wolf (Gießen) betonte, daß er noch selten eine so ausgezeichnet aufgebaute Ausstellung gesehen habe. Dem Veranstalter gebühre Dank für seine verdienstvolle Tätigkeit. Bürgermeister Schmidt übermittelte die Grüße und Wünsche des Gemeinderats, sowie der Gemeinde. Er gab seiner Genugtuung darüber Ausdruck, daß eine so schöne Ausstellung in Lollar durch den hiesigen Obst- und Gartenbau-Verein möglich gemacht wurde. Anerkennende Worte fand er für die Männer, die es verstanden haben, den Verein aus seinem Dornröschenschlaf zu tätigem Leben zu erwecken. Gartenbauinspektor E n k l e r (Gießen), der gemeinsam mit Inspektor Rehnelt die Bewertung der Ausstellungsgegenstände vorgenommen hatte, dankte für die anerkennenden Worte.' Der folgende Rundgang offenbarte eine lobenswerte Hingabe der Veranstalter an die gute Sache. Der Gesamteindruck der Ausstellung war über (Erwarten gut; allenthalben waren Blumen in bunter Pracht zur Dekoration verwandt. Als Abschluß waren vor und auf der Bühne die Erzeugnisse der hiesigen Gärtnerei Rudolf Krehb iel ausgestellt. Außerordentlich stark wirkte das Nebeneinander der im Rahmen der Ausstellung eingerichteten Hochzeits- und Sterbezimmer auf den Beschauer. Dem Aussteller Rudolf K r e h b i e l (außer Konkurrenz) wurde dafür der Ehrenpreis des ßand- wirtfchaftskammer - Ausschusses zuer- könnt. Die Ergebnisse der Prämiierung: In Gruppe I (Gesamtleistung) erhielten e r ste P r e i s e: W. Viehl, S). Dietz, H. Müller, L. Frank V., N. Popel, ß. Klinkel XIII., R. Parlow, $). Rohrbach VIII.; zweite Preise in derselben Gruppe: $). Ferber, K. Seitz, ß. Schadeck, ß. Hofmann V., K. Kaletsch, ß. Fuchs, H. Deibel, H. Schwalm, W. Grün, Th. Beckcl, H. Komp, H. Fischer; dritte Preise: A. ßangc, E. Breitenbücher, W. Arnold, ß. Frey, W. Schwalm, W. Fuchs, Thea Zimmermann, K. Zimmermann und Robert Ruhl je eine Anerkennung. Gruppe II (drei Sorten Tafeläpfel, für hiesige Gegend besonders anbaufähig): W. Viehl zwei zweite Preise, ß. Schadeck zwei 1. Preise, ß. Hofmann 2. Preis, ß. Fuchs 3. Preis, H. Deibel 1. Preis, W. Grün 1. Preis, Th. Beckel 1. Preis, H. Fischer 1. und 2. Preis, Thea Zimmermann 1. und 3. Preis, Gemeinde ßollar 1., 2. und 3. Preis. Gruppe III (drei Sorten Wirtschaftsäpfel, für hiesige Gegend besonders anbaufähig): W. Grün 1. Preis, H. Fischer 3. Preis. GruppeIV (drei Sorten Tafelbirnen, für hiesige Gegend empfohlen): ß. Fuchs Anerkennung, H. Fischer 2. Preis, Thea Zimmermann 2. Preis, Gemeinde ßollar Anerkennung. Gruppe V (Konserven): An ersten Preisen: W. -Viehl, H. Müller, Herm. Dietz, H. Rohrbach VIII., H. Schwalm; zweite Preise: Nikolaus Popel, l R. Parlow, H. Ferber, ß. Fuchs, Th. Beckel, H. Fischer, A. ßange, ß. Frey; dritte Preise: ß. ' Frank, K. Seih, E. Breitenbücher; Anerkennung: ß. , Hofmann V., W. Arnold. Gruppe VI (Beerenweine): H. Rohrbach VIII. 1. Preis, H. Müller 2. Preis, K. Seitz 2. Preis, ß. Klmkel und H. Fischer je eine Anerkennung. Die Bekanntgabe der Ergebnisse erfolgte am Abend des ersten Ausstellungstages bei einem geselligen Zusammensein durch Obstbau-Inspek- lor Enklcr, der bei dieser Gelegenheit einen lehrreichen Dortrag hielt, in dem er besonders den Zweck solcher Ausstellungen hervorhob. 3n erster Linie sollten, so führte er u. a. aus, diese Veranstaltungen werbend für den Gartenbau wirken. Sehr lobend äußerte sich der Redner über die Mitwirkung der graue«, die sich bei der Ausgestaltung dieser Ausstellung ^angenehm bemerkbar gemacht habe. Bei der Behandlung von Gartenfragen betonte der Redner, daß bei Reuanpflanzungen noch nicht genügend Rücksicht auf die Obstsorten genommen würde, die für unsere Gegend in Betracht kommen. Es sei auch notwendig, sich mehr als seither der Anpflanzung von Zwetschenbäumen zu widmen. Mit einem Appell an die Vereinsmitglieder, auf dem eingeschlagenen Wege fortzuschreiten, beschloß Gartenbau-Inspektor E n k l e r seinen beifällig aufgenommenen Vortrag. Der Ausstellungssonntag brachte der Veranstaltung einen außerordentlich starken Besuch. Der Verein darf auf den Erfolg der Veranstaltung stolz fein. Landkreis Gießen. * Lich, 23. Sept. Am Montag, 28. d. M., findet hier wieder der bekannte Kirchweihmarkt (Schweine- und Krämermarkt) statt. Da hier erfahrungsgemäß erstklassige Ferkel ausgetrieben werden, ist mit einem starken Besuch des Marktes zu rechnen. Auf die amtliche Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil sei hingewiesen. § Daubringen, 22. Sept. Am Samstag wurde dieVersteigerung de sG emeinde- o b st e s abgehalten. Diele Kaufliebhaber hatten sich dazu eingefunden. Je nach der Sorte, dem Behang der Bäume und der Qualität der Früchte wurde für Wirtschaftsäpfel bis zu 18 Mark, für Tafeläpfel (Schöner von Boskop, Goldrenette von Dlenheitn, Baumann-Renette, Landsberger, Jakob Lebe!) bis zu 25 Mark pro Daum bezahlt. Für Dirnen wurden ebenfalls gute Preise erzielt; die Gebote bewegten sich bis zu 15 Mark pro Daum. Die Zwetschenernte der Gemeinde stand schon vorher zum Verkauf und brachte bei lebhafter Rachfrage befriedigende Preise. — Erfreulicherweise hat in den letzten Wochen die Zahl der Arbeitslosen in unserem Dorfe beträchtlich abgenommen. Eine Anzahl Ar- losen- und Krisenunterstühungsempfänger, die teilweise schon jahrelang ohne Beschäftigung waren, sind von der Firma Scheidthauer & Giehing in Mainzlar eingestellt worden, die größere Aufträge erhalten hat. Die Rachbar- gemeinde Mainzlar hat keinen einzigen Arbeitslosen zu verzeichnen, da alle dortigen Arbeiter in dem Werk ständige Arbeit finden. Kreis Schotten. WER. Schotten, 22. Sept. Rachdem der Gemeinderat unserer Stadt zu wiederholten Malen die Einführung der Biersteuer in Schotten abgelehnt hatte, hat nunmehr das Kreisamt Schotten als Aufsichtsbehörde die zwangsweise Einführung der Gemeinde- Bier st euer angeordnet. Die neue Steuer tritt am 1. Oktober in Kraft. □ C a u b a d), 22. Sept. Der hiesige Schützen- Verein hielt am Sonntag sein diejähriaes Schluhschiehen ab. Auf allen Scheiben wurden gute Resultate erzielt. Abends fand im „Schützen- Hof" die Preisverteilung statt, die von Schützen- meister Kreicker nach einer kurzen Ansprache vorgenommen wurde. Schützenkönig wurde Dr. Fritz Roßbach. Die Preisträger aus der Tagesehrenscheibe waren: 1. K. Pitz, 2. Cd. Göbel II., 3. A. Enders, 4. L. Hohmann jun., 5. K. Becker. Die Preise auf der Meist e r • scheibe verteilen sich wie folgt: 1. K. Schlörb (34 Ringe), 2. K. Becker (33), 3. L. Hohmann jun. (32), 4. K. Pitz (32), 5. A. Enders (31 Ringe). Glücksscheibe : 1. K. Schlörb, 2. W. Kreicker, 3. F. Döll, 4. K. Schlörb, 4. E. Moennig. Preisscheibe: 1. K. Becker (34 Ringe), 2. Wilh. Kreicker (33), 3. Aua. Schlörb (33), 4. Eduard Göbel II. (33), 5. G. Echircört (30). Kleinkaliber : 1. K. Schlörb A G. Schneidt (31), 3. Bürgermeister Högy (90), 4. K. H. Moenmg (30), 5. K. Poth (29 Ringe>. Y Gedern, 19. Sept. Droh Aufforderung des Kreisamtes konnte sich der Gemeinderat nicht entschließen, die Bi er steuer Änzuführen, da der zu erwartende finanzielle Ertrag zu unwesentlich fein würde. Weiter toutto u. a. mitgeteilt, daß der Ausbau des WegeL am Tempelswald durch die fürstliche Standesherrschaft im kommenden Frühjahr veranlaßt werden soll. Dem Fußballklub „Alemannia" wurde unter Vorbehalt der Sportplatz auf der Gänseweide in Größe von 150:80 Meter zum Preise von 100 Mark verkauft. Ein Gesuch des Turnvereins um Erlaß von Vergnügungssteuer wurde aus grundsätzlichen Erwägungen abgelehnt. Dagegen wurde ein Antrag angenommen, nach dem dem Turnverein aufgegeben werden soll, einen Antrag auf Beihilfe zu seinem Turnhallenumbau zu stellen. Mit 6 gegen 4 Stimmen wurde das Anwesen des verstorbenen Christian Hirschelmann für 1800 Mk. angekauft. — Der vom hiesigen Ob st- und Gartenbauverein veranstaltete Kursus über Süh- mostbereitung und Ob st Verwertung fand in der hiesigen Schulküche statt. Der Kursus dürfte sicherlich für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer äußerst lehrreich gewesen sein. Kleine Strafkammer Gießen. * Gießen, 18. Sept. Den ganzen Tag wurde heute das Gericht durch die Berufungsverhandlung gegen sechs Angeklagte wegen Körperverletzung in Anspruch genommen. Gelegentlich der Kirchweihe in einem oberhessischen Dorfe hatte ein auswärtiger Bursche durch Belästigung von einheimischen Mädchen sich den Zorn der anderen Burschen zugezogen. Es kam zu einer großen Schlägerei, bei welcher der auswärtige Bursche durch Faustschläge, Fußtritte usw. schwer mißhandelt wurde. Er war mehrere Wochen arbeitsunfähig und trug eine Gehirnerschütterung davon. Der Polizeidiener wurde herbeigerufen. Aber auch et soll sich an der Mißhandlung beteiligt haben und steyt unter Anklage. Das Gericht erster Instanz erkannte auf Strafen von 80, mehrfach 50 und 100 Mark, einer der Angeklagten erhielt drei Wochen Gefängnis. Sämtliche Angeklagten verfolgten Berufung mit dem Ziel der Freisprechung. Die erneute Verhandlung ergab in der Hauptsache dasselbe Resultat, nur hinsichtlich einiger Beschuldigten stellte sich der Fall harmloser dar. Es ergab sich auch, daß der mißhandelte Bursche damals arbeitslos war, aber mit 25 Mark zur Kirch weihe kam, daß er etwa 8 Mark davon vertrank und daß ihm der Restbetrag abhanden kam. Die Berufung hatte teilweise Erfolg. Drei der Angeklagten, darunter der Ortsdiener, wurden freigesprochen, die Geldstrafe von 100 Mark wurde auf 25 Mark herabgesetzt, die Strafe von drei Wochen Gefängnis wurde in eine Geldstrafe von 150 Mark eventuell 15 Tage Gefängnis umgewandelt, der letzte Angeklagte behielt seine Geldstrafe von 50 Mark. Kirche und Schule. Reformaüonsfest in Lang-Göns. = ßang = Göns, 20. Sept. Im Jahre 1531 wurde in ßang-Göns, nach den Feststellungen des Prälaten D. Lr. Diehl, zum erstenmal von einem evangelischen Pfarrer gepredigt. Nach einem Beschluß des hiesigen Kirchenvorstandes wurde aus diesem Anlaß das diesjährige R e f o r m a - tionsfest in größerem Rahmen gefeiert. In dem Gottesdienst am heutigen Sonntag hielt Pfarrer Dr. H e y m a n n (Langsdorf) die Festpredigt. In seinen tief schürfenden Ausführungen ging er auf die geschichtlichen Ereignisse der letzten Jahrhunderte besonders ein, erwähnte die schweren Schicksale, die unsere Gemeinde als Mittelpunkt des Hüttenberges durch Brände und Kriegswirren durchmachen mußte, zeigte aber, daß die Bewohner trotz alledem den Mut nicht verloren. Den Gruß des Dekanats Gießen und der Kirchenregierung überbrachte Dekan Gutmann (ßollar), zu gleicher Zeit den Prälaten D. Dr. Diehl und Oberkirchenrat D. Wagner entschuldigend, die leider verhindert waren, an dem Fest teilzunehmen. In der Turnhalle sand am Nachmittag eine Aufführung von „Glaube und Heimat" (von Schönherr) statt. Die jungen Schauspieler, alle Mitglieder des hiesigen evangelischen Jugendvereins, hatten sich trefflich in ihre Nollen eingelebt und spielten vorzüglich. Die Aufführung machte auf die zahlreichen Zuhörer — auch aus den Nachbargemeinden waren viele Gäste gekommen — einen tiefen und nachhaltigen Eindruck. Der Abend vereinigte die evangelische Kirchengemeinde noch einmal in der Turnhalle zu einer gemeinsamen F a - milienfeier. Nach einleitenden Gedicht- und Musikvorträgen (durch den Posaunenchor) sprach Pfarrer Weber (Eschbach), der ein Kind unserer Gemeinde ist, über die Bedeutung des evangelischen Pfarrhauses und den Einfluß auf die Gemeinde. In seinen Ausführungen nahm besonders die Schilderung des Familienlebens von Martin ßuther einen breiten Raum ein. Gemeinsame ßieder der Gemeinde, sowie Darbietungen des Gemischten Chores folgten In seiner Schlußansprache schilderte der O r t s g e i st li ch e an Hand der Kirchenakten noch die Einzelschicksale der einst hier wirkenden evangelischen Pfarrer. Wirtschaft. * Verleihung des Adlerfchildes an Dr. Bosch. Der Reichspräsident hat dem Industriellen Dr.-Ing. e. h. Robert Bosch in Stuttgart anläßlich feines 7 0. Geburtstages den Adlerschi.d des Reiches verliehen. Der Schild trägt die Inschrift: „Robert Bosch, dem Manne rastloser Arbeit und tätigen Erfindergeistes, verliehen." Der Herr Reichspräsident sprach dem Jubilar in einem besondsren Schreiben im Ramen des Reiches herzlichen Dank für seine Verdienste um die deutsche Wirtschaft und um die deutsche Wissenschaft aus. ‘ Der Aktienindex. Der vom Statistischen Reichsamt errechnete Aktienindex (1924/26 == 100) stellt sich für die Woche vom 14. September bis 19. September auf 55,07 gegenüber 58,51 in der Vorwoche, und zwar in der Gruppe Bergbau und Schwerindustrie auf 47,54 (51,96), Gruppe verarbeitende Industrie auf 48,59 (51,34) und Gruppe Handel pnd Verkehr auf 73,08 (76,81). * Weitere Stillegungen bei den Vereinigten Stahlwerken. Die Vereinigten Stahlwerke, Abteilung August-Thyssen- S&fte, haben beim Regierungspräsidenten in üsfeldorf einen Stillegungsantrag für die Walzenstraße und die Drahtstrahe gestellt und gleichzeitig um gekürzte Sperrfrist bis zum 6. Oktober gebeten. Von der Stillegung werden 155 Mann betroffen, denen die Kündigung vorsorglich bereits zugestellt wurde. Sollte die Stilllegung der Riederrheinischen Hütte in Duisburg Tatsache werden, so würde allerdings die Drahtstraße der August-Thyssen-Hütte weiter in Betrieb bleiben können. * Zusammenschluß Dyckerhoss- Wicking. Rach monatelangen Verhandlungen ist nunmehr zwischen den Gruppen Dhckerhosf und Wicking eine Verständigung dahin erzielt worden, daß der für den 12. Oktober einberufenen GV. der Wickingsche Portland-Cement- und Wasserkalkwerke AG., Münster, die Verschmelzung beider älnternehmen vorgeschlagen werden soll. Zu diesem Zweck wird das Kapital der Wicking-Werke nach Einziehung von 11 Mill. Mark Vorratsaktien (10 Mill. Mk. Stamm- und 1 Mill. Mk. Vorzugsaktien) im Verhältnis 5:1 auf 4 Mill. Mk. zusammengelegt. Sodann findet eine Wiedererhöhung auf 27 Mill. Mk. statt. Hiervon übernehmen die beteiligten Banken in Anrechnung auf ihre Forderungen 6 Mill. Mk. Aktien, während der Dyckerhoffgruppe für die Einbringung ihrer Werte 17 Mill. Mk. überlassen werden. Darüber hinaus soll eine weitere Kapitalerhöhung um 8 Mill. Mk. Beschluß gefaßt werden, deren Begebung Vorbehalten bleibt. Die finanzielle Basis des neugeschaffenen Unternehmens ist durch langfristige Festlegung der bisherigen Kredite und Gewährung ei«es.Lusählichen Betriebskredits sichergestellt. * Citroen-Automobil AG., Köln. Die Citroen-Automobil AG., Köln, weist für das Geschäftsjahr 1930 einen Verlust von 192 952 Mk. aus, so daß sich einschließlich des Verlustvortrages ein Eesamtverlust von 450 076 Mk. ergibt. Die Generalversammlung beschloß, diesen Verlust vorzutragen. Die älngunft der wirtschaftlichen Verhältnisse hat den Absatz der Gesellschaft im Geschäftsjahre 1930 beeinträchtigt, jedoch konnte durch rationelle Fabrikation und Spesenersparnis ein gewisser Ausgleich geschaffen werden. Im laufenden Jahre habe sich trotz der weiteren wirtschaftlichen Verschlechterung der Umsatz bisher ungefähr gehalten. Rund 4,3 Millionen Arbeitslose. Berlin, 22. Sept. (WTB.) Rach dem Bericht der Reichsanftalt für die Zeit vom 1. bis 15. September hat sich die Lage des Arbeits- Marktes in der ersten Hälfte des September ungefähr in der gleichen Weise weiter entwickelt, wie in der vorhergehenden Berichtszeit. Während in der Zeit zwischen 15. und 31. August die Zahl der Arbeitslosen nach den endgültigen Meldungen der Arbeitsämter um rund 111 000 zugenammen hatte, stieg sie bis zum letzten Stichtag, dem 15. September, um rund 109 000 und erreichte damit einen Stand von rund 4 324 000. Seit der Anfang Juli einsetzenden Verschlechterung hat die Arbeitslosigkeit in diesem Jahre kaum schneller, nämlich um rund 371000, zugenommen, als im Vorjahre (Anfang Juli bis Mitte September um rund 342 000), wobei jedoch nicht übersehen werden darf, daß der Ausgangspunkt in diesem Jahre um rund 1,3 Millionen höher liegt, als im Borjahre. Die Belastung der beiden Unter* stühungseinrichtungen hat zusammen um rund 70 000 Hauptunterstützungsempsänger zugenommen und ist nach den vorläufigen Zählungen der Arbeitsämter in der Arbeitslosenversicherung auf rund 1 324 000, in der Krisenfürsorge auf rund 1 122 000 gestiegen; von der Zunahme entfallen über 42 000 Unterstützungsempfänger auf die Arbeitslosenversicherung, nicht ganz 28 000. auf die Krisenfürsorge. An die Vermittlungstätigkeit der Arbeitsämter wurden vielfach infolge der Zunahme kurzfristiger Beschäftigungen bedeutende Anforderungen gestellt. Von den Börsen. Besprechungen in Berlin. Wie WTB.-Handelsdissnst erfährt, finden in Berlin am Mittwochnachmittag Besprechungen zwischen dem Berliner Dörsenvorstand und den Vorständen der Provinzbörsen statt, in denen über die zu ergreifenden Maßnahmen beraten werden soll. Frankfurter Börsenstimmungsbild. Frankfurt a. M., 22. Sept. Der Frankfurter Dörsenvorstand hat beschlossen, mit Rücksicht auf die ungeklärte Lage in London. auch heute und morgen eine Rotiz von Wertpapieren und Devisen nicht stattfinden zu lassen. Der Börsensaal war jedoch geöffnet und zeigte das gleiche Bild, wie am Tage der Wiedereröffnung der deutschen Börsen nach der Juli-Krise. Da weder ein offizieller Handel, noch ein Freiverkehr zulässig waren, wurde lediglich die durch die Londoner Ereignisse geschaffene neue Lage diskutiert. Man vertritt allgemein die Ansicht, daß der deutschen Wirtschaft hierdurch keine unmittelbaren Schwierigkei- t e n erwachsen dürsten, und sieht der weiteren Entwicklung der Dinge mit Ruhe und ohne besondere Besorgnisse entgegen. Daß sich kursmäßig die Londoner Finanzkrise nicht unbeträchtlich auswirken wird, steht außer Zweifel. Rach Schätzungen dürften die Kurse der Standardwerte gegenüber dem letzten Börsentage um etwa 5 bis 8 Prozent niedriger liegen. Daß die Lage aber nicht allzu pessimistisch angesehen wird, geht am deutlichsten daraus hervor, daß im Vergleich zu den heute vormittag gesprochenen niedrigsten Kursen zu Mittag bereits wieder höhere Ziffern zu hören waren. Größere Bedeutung kann den Kurstaxen naturgemäß nicht beigemeffen werden, da jeder Börsenhandel wieder unterbunden ist, doch können sie als ein schwacher Anhaltspunkt für die stimmungsmäßige Auswirkung der Londoner Vorgänge von Interesse sein. Die Abend- b ö r f e bleibt heute und morgen geschlossen. Wiedereröffnung der Londoner Börse. WTB. London, 22. Sept. Die Londoner Effektenbörse wird morgen für den üblichen Geschäftsverkehr wieder eröffnet. Beruhigung an der pariser Börse. WTB. Paris, 22. Sept. An der heutigen Pariser Börse wurde das englische Pfund offiziell mit 104 bis 105 notiert (Goldpunkt des Pfundes ist etwa 103,90). Die vertrauensvolle Haltung der gestrigen Reu- yorker Börse wirkte sich bemerkenswert günstig auf der heutigen Pariser Börse aus. Zahlreiche Werte konnten ihre Kurse verbessern, und zwar die französischen Werte, wie auch die von der Arbitrage abhängigen. Folgende Kursverbesserungen wurden u. a. erzielt: Rio Tinto 1400 gegen gestern 1350, Royal Dutch 1250 gegen gestern 1175, Suez-Kanal-Aktien 12 000 gegen gestern 11 350. Der Geschäftsgang war sehr rege. Sie Amsterdamer Börse wieder geöffnet. WTB. Amsterdam, 22. Sept. Der Amsterdamer Dörsenvorstand hat sich heute vormittag erneut mit der Frage der Dörsenschlie- h u n g befaßt. Er kam dabei zu dem Entschluß, daß kein Grund dafür bestehe, beim Finanzminister den Antrag zu stellen, die Amsterdamer Dürfe auch heute zu schließen. Infolge dieser Entschließung wird die Amsterdamer Dörse heute also wieder normal funktionieren. Man hat die beste Zuversicht, daß sich der Dör- senverkehr vollkommen ordnungsgemäß abspielen wird. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. IN. Banknoten. 22. «September 23 September Amiliche Notierung Amtliche No> runq weid Briei Geld Bries Helsingsor» . 10,60 10,62 10,59 10,61 Wien. . . . 59,17 59,29 59,14 59,26 Prag . . . 12,477 12,497 12,475 12,495 Budapest . . 73,31 73,45 73,29 73,43 Sofia . . . 3,054 3,060 3,054 3,060 Holland . . 169,88 170,22 169,98 170,32 Oslo. . . . 112,14 112,36 111,89 112,11 Kopenhagen. 112,14 112,36 111,89 112,11 Gtodbolm . 112,29 112,51 111,99 112,21 London. . . Buenos Aires 17,98 18,02 17,58 17.62 0,998 1,002 0,978 0,982 Neupork . . 4,209 4,217 4,209 4,217 Brüssel. . . 58,64 58,76 58,63 58,75 Italien. . . 22,03 22,07 22,48 22,52 Paris . . . 16,52 16,56 16,58 16,62 Schweiz . . 82,22 82,38 82,12 82,28 Spanien . . 36,96 37,04 36,76 36,84 Danzig. . . 81,92 82,08 81,92 82,08 Japan . . . 2,078 2,082 2,076 2,080 Rio de Jan.. 0,253 0,255 0,249 0,251 7,467 Jugoslawien. 7,455 7,469 7,453 Lissabon . . 18,48 18,52 18,18 18,22 Berlin, 22 . September Geld Bries Amertkangche Noten....... 4,20 4,22 Belgische Noten......... 58,51 58,75 Dänische Noten......... 111,93 112,37 Englische Noten......... 17,93 18,01 Französische Noten........ 16,49 16,55 Holländische Noten...... . 169,51 170,19 Italienische Noten........ 22,06 22,14 Norwegische Noten........ 111,93 112,37 Deutsch. Oesterreich, 1 1OO Schilling 59,03 59,27 Rumänische Noten........ 2,48 2,50 Schwedische Noten........ 112,08 112,52 Schweizer Noten......... 82,04 82,36 Spanische Noten......... 36,43 36,57 Ungarische Noten ...... 72,85 73,15 Frankfurter Getreidebörse. F r a n t f u r t a. M., 23. Sept. Es wurden notiert: Weizen (74 kg) 232,5.0 Mark, Roggen (72 gk) 215 Mark, Sommergerste für Brauzwecke 180 Mark, Hafer (inländischer) 160 bis 170 Mark, Weizenmehl (süddeutsches. Spezial 0, mit Austauschweizen) 36,75 bis 37,50 Mark, Sondermahlung 34,25 bis 35, Weizenmehl (niederrheinisches, alte Mahlung mit Austauschweizen) 36,75 bis 37,25 Mark, Sondermahlung 34,25 bis 34,75 Mark, Roggenmehl 30,50 bis 31,50 Mark, Weizenkleie 9 Mark, Erbsen (je nach Qualität für Speisezwecke) 9 bis 8,75 Mark. Tendenz: ruhig. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Ayr, 16 bis 17 Ahr. Samstag nachmittag geschlossen. Anzeige naufträge sind lediglich an die Geschäfts st elle zu richten. Für unverlangt eingesandle Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. (Schluß des redaktionellen Teils.) Der Gedanke des Batterie-Empfängers hat bei fast allen apparatebauenden Firmen lebyaften Widerhall gefunden. (Eine ganz besondere Neuerung stellen die schnür- und steckerlosen Batterie-Empfänger dar. Im Kampf mit den Rundfunkstörungen ist der Batterieempfänger immer Sieger. Die Firma Perlrix, wohl die bedeutendste der Trockenbatterie-Fabriken, ist auf der Funkausstellung mit einem Stand vertreten. Pertrix-Anoden werden vor Versand und Verkauf nach den modernsten Methoden geprüft und sind die zuverlässigste Stromquelle, welche störungsfreien Empfang mit dem Heimempfänger und auch dem modernen Koffergerät gewährleistet. 5822V