«T.RR »SftS ^iten £ *r Moi 1 Ta die toaren, a\t Gunter Lei. J saurer. [fr gesamte lertwer. su bet. mit SÄ“ S^Mlcn- 5*i? J1 Aidder. OS,mst eme 5/1«. bet« «it au-gegra- Martan, E. ein durch «konnter Jot- »hten 5onn» l°>er Dvrtraa ie »llkitiem ffion. chlichkeii btt sch mit ihm, uftänbigen Sc- L m. ondon. ormuiags. d)te. ie heutige Be- um 13 Uhr ort- r Kommunique jiell heule um g im Fortign IHctljobtn Stabilität rch eine einte ftoept- omtke der Zi- ederherBeUen. Vielt (Muffle |mini|lern übet- cute nachmillog mittag abjnljal- richt erstallen Teile.) eben! beim Sod- lelche fast immer an Magenföure b im Berus und n ist milde im ft Erleichlerung. , Einkauf ochie . Marke Kaiser- 4413V lche Minislcnum S8aufe27.unl SS® 4=ss s< nr. 170 Erst« Via« 181. Jahrgang Donnerstag, 23. Juli 1931 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drud nnö Derlag: vrLhl'sche UniversiEr-vuch' miß Stetnörnderei H. fange fn Sietzen. Sd)rtftleitnng und Seschästrstelle: Zchulfkrahe 7. Umrahme c*s» Lnzelgea für die lagesnumma bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlid) 8, auswärts 10 Neichspfennig: für Re- klameanjeigen von 70 mix Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrift 20*, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedt. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumfchein und für den Anzeigenteil Max Fist«, sämtlich in Diesten. Eriche»«» läglich.outzer Sonntags und feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Bietzen er Familienblätt« tzeimat im Bild Die Scholle Monat,-Bezugspreis: 2.20 Neichsmard und 30 Reichspfennig für Trager» lohn, auch bei Richter» scheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. 5erusprechanschlükse •nter5ammebmmmer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: anjelgrr Bieste». potkichecttomo: Frankfurt am Mai» 11686. Gewisse Fortschritte in London. Verlängerung des Nediskontkredits der Neichsbank von 100 Millionen Dollar auf drei Monaie. — Belastung der kurzfristigen Kredite. — Ein Bankierkomitee soll Deutschlands Kreditlage prüfen. — Im Herbst vermutlich eine neue Konferenz. London, 22. Juli. (U3IB.) Die heutige Besprechung der Sieben Wachte wurde um 13 Uhr vertagt. (Es wurde über sie folgende» Kommunique hcrausgegebcn. Die Internationale Konferenz hielt heute um 10 Uhr eine weitere Besprechung im Foreign Office ab, die sich weiter mit den IN e t h o d e n befähle, das vertrauen in die Stabilität der deutschen Finanzlage durch eine einvernehmliche internationale Kooperation auf der Basis des vom Komitee der Ji- nouzminifter oorgelegten Planes wiederherzuftcllen. Ls wurde ein Fortschritt erzielt. Gewisse technische Fragen sind den Finanzminislern überwiesen worden, welche darüber heute nachmittag beraten sollen, und der morgen oormlflag abzuhal- tenden tzauptkonferenz Bericht erstatten werden. .TS sind einige Fortschritte gemacht worden." Mit diesen Worten leitete der Wortführer der deutschen Delegation die Besprechung mit den deutschen Pressevertretern ein. Er wies daraus hin, dah gestern nachmittag die Finanz- m i n i st e r der in Betracht kommenden Länder zu- sammengesesfen haben, unb dah sich der Gegenstand der Diskussion im wesentlichen um drei Punkte gedreht Hütte: Die Verlängerung des bisherigen Bediskontkredites von 100 Millionen, die Mahnahmen, um son - st ige private Kredite folgen xu lassen, und schließlich die Frage, wie darüber hinaus neue kurzfristige Kredite der Reichsbank zur Verfügung gestellt werden können. Verschiedene Anregungen wurden in formulierte Dor - schlägegefaht, die eine Einleitung enthalten und worin die verschiedenen Punkte angeführt werden, ohne dah deshalb die Vorschläge als endgültige Vorschläge betrachtet werden können. 3n der Einleitung des Dokumentes wird deutlich betont. dah die Aufrechterhaltung der finanziellen Stabilität Deutschlands wesentlich für die Interessen der ganzen Welt und der auf der^Konferenz anwesenden Regierungen ist, und dah"alle Regierungen bereit sind, zur Wiederherstellung des Vertrauens zusammenzuarbeiten, soweit es in ihrer Macht liegt. Dies wurde besonders betont mit Rücksicht auf die gestrige Nachricht, dah die Franzosen desinteressiert waren und ihr Gang nach London nur als ein Akt der Höflichkeit zu betrachten sei. Diese Nachricht ist völlig unbegründet. Die Franzosen haben sich, wie von deutscher Seite hervor- gehoben wurde, durchaus positiv eingestellt, nicht nur zu der erwähnten allgemeinen (Einteilung, sondern auch zu jedem einzelnen Punkt. Jn der Frage des Rcdiskontkredltes und des Stehen- lasfenv sonstiger Kredite ist heute Uebereinstim- mung erzielt worden. Letzteres ist insbesondere der amerikanische Gedanke, nämlich, dah vor allem Sicherheit geschossen werden muh, damit die jetzt In Deutschland vorhandenen kurzfristigen Kredite nicht weiter abgezogen werden. Von deutscher Seite wurde weiter hervorgehoben, dah die Rotwendigkeit der Schaffung von Sicherheit dafür, dah die in Deutschlaird vorhandenen hirzsristigcn Gelder nicht weiter zurückgezogen würden, bisher als s e l b st - verständlich angesehen worden war, und dah die Schwierigkeiten, die in der Regelung dieser Frage liegen, so wenig begriffen wurden, dah man nicht verstand, warum hierüber noch ver- handell wird. Aber wenn man näher auf die Verhandlungen, die gestern unb heute von den Finanzministem geführt wurden, eingeht, so zeigt sich, welche ungeheueren Schwierigkeiten darin bestehen, diese Kredite zu erfassen, und eine Organisation zu schaffen, die dafür sorgt, dah sie nicht weiter abgezogen werden. Dies bildete den Gegenstand der Verhandlungen. Die Formulierung wird noch besonders vorgcnommen werden. Hierzu gehört der Vorschlag der amerikanischen Delegierten, dah )ur Durchführung des grundsätzlichen Planes gemeinsamer Maßnahmen ein Komitee der Zentralbanken und anderer Danken alsbald zusammentritt, damit die Empfehlungen der Regierungen in die Tat umgesetzt werden können. Es muh betont werden, dah cs sich n u r u m Empfehlungen der Regierungen handelt und nur darum, dah die Regierungen die Zentralnotenbanken und andere Institute veranlassen, die Mahnahmen zu treffen, die von deutscher Seite für entscheidend gehalten werden. Ls wird wahrscheinlich bald bekannt werden, dah die deutsche Delegation vorgeschlagen hat, dah alsbald einige maßgebende Finanziers dem kranken den Puls fühlen, um dafür zu sorgen, doh die Verantwortlichkeit dieser Konferenz ausrechterhalten bleibt Ls liegt im Interesse Deutschlands, dah eine Reihe maßgebender Bankiers vom Typ der Leute, die sich bereits bei früheren derartigen Gelegenheiten als hervorragende Kenner des internationalen Wirtschaftslebens und als unvoreingenommene Beurteiler der internationalen Wirtschaftslage erwiesen haben, nach Berlin gebeten werden, um feslzuslellen und milzuwirken bei der Beobachtung, ob das, was in London vereinbart wird, ausreicht, um in Deutschland die Kredil- verhältnlsse ausrechtzuerhalten. Sie sollen gleichzeitig die Verantwortung übernehmen, der Konferenz oder einem anderen Institut zu berichten, dah eine weitere Konferenz notwendig ist, »veil fich gezeigt Hal, dah die bisherigen Wahnahmen nicht ausreichen. Es mufj besonders unterstrichen werden, dah unter keinen älmständen die Auffassung aufkommen darf, dah es sich hierbei um irgendeine Art von Kvntrollkomitee handelt. Die Anregung dieses Komitees ist in keiner Weise aus taktischen Gründen vorgeschoben worden, und von keinerlei Seite ist bisher irgendein Kon- trollkvmitee erwähnt worden. Das Komitee zur Aufrechterhaltung der Kredite könnte beispielsweise in Basel oder sonstwo zusammentreten. Sehr wichtig ist. zu sehen, wie sich die Vorschläge dieser Konferenz auswirken, unb wenn sich zeigt, dah es nötig ist, darüber hinaus- zugehcn, alsbald eine neue Konferenz einzuberufen. Bezüglich des Punktes, inwiefern Deutschland neue Rediskontkreditc zur Verfügung -gestellt werden sollen, sind die Diskussionen nicht weiter vorgetragen worden. Es gibt eine ganze Reihe von Fragen, die sich immer auf das Problem beziehen, wie diese Kredite gesichert werden. Es wurde beispielsweise der Gedanke geäußert, dah Handelswechsel der Reichsbank zum unmittelbaren Rediskont ins Ausland gegeben werden. Es wurde darauf hingewiesen, dah dieses fast regelmähig bei der Stabilisierung einer Währung angewendet wurde. Dies ist gewöhnlich nur im geringen Umfange nötig gewesen, aber es würde eine Erweiterung der Bewegungsfreiheit der Reichsbank bedeuten, wenn die Handelswechsel im Auslande rediskontfähig gemacht werden. Hierbei sollte die Gvld- diskontbank als Träger der Erweiterung der kurzfristigen Kredite eingeschoben werden. Diese und die damit zusammenhängenden Fragen wurden heute nachmittag um 16 Uhr auf einer Sitzung der Finanzmini st er erörtert, deren Vorschläge morgen vormittag um 10 Uhr der Dollkonferenz unterbreitet werden. Die Verlängerung des Rediskontkredits. Das Ergebnis der Konferenz der Finanzminister. London, 22. Juli, lieber die heutige Finanz- minislersitzung berichtet Reuter: Die Finanzminister berieten heule nachmittag über die Fassung verschiedener Lnlschliehungen, die in der morgigen Plenarsitzung der Konferenz unterbreitet werden sollen. Wie aus autorisierter Quelle verlautet, hat sich die Konferenz mit der Frage neuer Kredite zugunsten Deutschlands sehr wenig beschäftigt. Die Debatte betraf lediglich d i e Stabilisierung der bestehenden Kredite sowie andere Wittel, Deutschland zu helfen. Die interessierten Regierungen werden wahrscheinlich die Lmissionsbanken Frankreichs, Grohbrilannlens und Amerikas ersuchen, den bereits bewilligten 10 0- Willionen-Dollar-Kredit an Deutschland u m drei Wonate zu verlängern. In dieser weise würde der Betrag der Kredite der Privatbanken an Deutschland ungefähr aufrechterhal- I c n werden. Der Vorschlag einer Neuverteilung der kurzfristigen Kredite unter Großbritannien, Frankreich und Amerika soll nun endgültig aufgegeben worden sein. • Hierzu ist ergänzend folgendes zu berichten: 3m Laufe der Verhandlungen am Mittwoch hatte Schahkanzlcr Snowden die Sprache auf die Reuverteilung der in Deutschland befindlichen ausländischen Guthaben gebracht. 3m Hinblick darauf, dah Frankreich den größten Teil seiner Guthaben bereits aus Deutschland zurückgezogen hat und an der Gesamtsumme nur noch mit einem sehr geringen Satz beteiligt ist — er wurde von der .Times" mit 3 v. H., von deutscher Seite mit 6 v. H. angegeben —, war es Snowdens Plan, Frankreich an der Verpflichtung, die Guthaben in Deutschland zu belassen, mit einem höheren Prozentsatz zu belasten, als die tatsächlichen französischen Guthaben in Deutschland betragen. Laval erklärte hierzu ausweichend, dah er keine Kontrolle über die französischen Danken habe: im übrigen fei auch zu berücksichtigen, dah gröhere Summen französischen Geldes über amerikanische und englische Bankinstitute in Deutschland investiert seien. Er könne daher dem Plan Snowdens nicht zustimmen. Das ist, soweit man in Erfahrung bringen konnte, alles, was von französischer Seite zu der Ausstellung eines Stillhaltekonsortiums für Deutschland aufgebracht worden ist. Stimson stellte heute den dritten Punkt der amerikanischen Vorschläge zur Aussprache, nämlich die Einsetzung eines internationalen Ausschusses, der den finanziellen Ausbau Deutschlands nachprüfen und bestimmen soll, wieviel neues Geld von Deutschland gebraucht wird. Anscheinend deckt fich der von amerikanischer Seite vorgeschlagene Ausschuh mit dem Plan und Vorschlag D r ü n i n g s , Bankier- nach Deutschland zu berufen, um eine engere Fühlungnahme zwischen Deutschland und den anderen Ländern sicherzustellen. 3n deutschen Kreisen wird auSbrüdlid) versichert, dah an die Verlängerung des RediskontlreditS von 100 Millionen Dollar an die ReichSbank keinerlei Bedingungen geknüpst worden feien. ES ist jedoch zu beachten, dah diese Verlängerung seinerzeit bereit - in Basel von den Rotenbanken beschlossen worden ist. und zwar eine Verlängerung um drei Wochen. Revision oder Chaos. Die Meinung der Times. — Die wahren Probleme umgangen. — Jm Herbst eine neue Konferenz notwendig. London, 23. Iuli. (WTB. Funkspruch.) Die ITlorgenblättet geben der Erwartung Ausdruck, dah die Beschlüsse der Slebenrnächte-Konferenz aus- reichen werden, um die finanzielle Lage Deutschlands für die Zukunft möglichst sicherzustellen. Sie sind der Meinung, die Konferenz werde sich heute gewisiermahen vertagen, sie werde aber im Herbst wieder zusarnmentrelen müssen. Ls habe den Anschein, als ob das im Augenblick Notwendige zustande gebracht, die Haupt- problemeaberaufgefd)oben worden feien. „Daily Telegraph" fahl feine Eindrücke dahin zusammen, die Konferenz habe innerhalb ihres durch die Tagesordnung beschränkten Betätigungsfeldes einen befriedigenden Fortschritt zustande gebracht. „Times" hingegen ist pessimistisch: sie spricht von einer verlorenen Gelegenheit und davon, dah Dr. Brüning mit leeren Händen aus London zurückkehren dürste. Die Besprechungen hätten kein (Ergebnis gezeitigt, das einer solchen eindrucksvollen internationalen Konferenz würdig wäre. Darüber die Enttäuschung zu verhehlen, würde zwecklos sein. Sie geht dann weiter zu den Ursachen des .Fehlschlages" über. Solange Amerika es ab- lehne, meinte sie, sich mit den Kriegsschulden zu befassen und die französische Regierung sich auf keine Revision der Reparationen einlasse, sei es klar, dah kein wirklicher Fortschritt für die dauernde Regelung des deutfchen Wirtschaftsproblems gemacht werden könnte. (Es fei nur möglich gewesen, Wahnahmen zu vereinbaren, die verhindern sollten, dah sich Deutschlands Lage zu einer Katastrophe auswachse. Solange aber die Last der Reparationen auch nur annähernd auf Deutschland liegen bleibe, werde es unmöglich fein, besonderes vertrauen in feine finanzielle Zukunft einzuflöhen, das das nötige fremde Kapital anzuziehen vermöchte. Indes sei es besser als nichts, wenn die Gläubigerregierungen sich bereit erklärt haben, ihren Linsluh dahin geltend zu machen, dah weitere Kredite aus Deutschland nicht zurückgezogen werden. Diese Tatsache an sich fei geeignet, das vertrauen in Deutschland wieder herzustellen, und Deutschland könne für den Augenblick wenigstens sich weiterhelsen, wenn auch alles von der Beharrlichkeit und Entschlossenheit abhänge, mit der dieses Resultat ausgenommen und die weiteren notwendi- gen Wahnahmen erfragen werden würden. Jedenfalls fei es klar, dah es nicht lange mehr möglich fein würde, öle wirklichen Probleme ; u umgehen, was im Augenblick den vereinigten Staaten und Frankreich gelungen sei. denn was soll im nächsten Sommer geschehen, wenn die Wiederaufnahme der Reparationszahlungen akut wird? Die einzige Alternative sei: Revision oder Chaos. Um dieses yi vermeiden müsse das Derk der Revision so früf) wie möglich unternommen werden, ohne dah Deutschland und die Welt die industrielle Depression nicht überwinden könnten. Zum Schluh spricht „limes" die Hoffnung aus, dah der Ausschuh, der zusammengerufen wird, den Gang der Ereignisse in Deutschland sorgfältig im Auge behalten werde und dah im Herbst die Londoner Aussprache mit (Erfolg wieder aufgenommen werden wird. Getäuschte Erwartungen. Lteberspannie Hoffnungen haben sich nicht erfüllt. — Frankreichs Kotte in London. — Herbe Kritik der „Germania^. Berlin, 23. 3uli. (ERB.) Die Entwicklung der Londoner Konferenz wird von der Berliner Presse ziemlich pessimistisch beurteilt. Fast übereinstimmend wird von den Zeitungen betont, dah die tatsächlichen Ergebnisse der Konferenz den Erwartungen und dem Aufgebot an Ministern und Sachverständigen nicht entsprechen werden. Die Hauptschuld an dem Hin und Her der Londoner Konferenz und an der bedauerlichen Einschränkung des Konferenzprogramms wird von den meisten Blättern Frankreich zugemessen, das. wie die ^Deutsche Tageszeitung" sich ausdrückt, London planmäßig unter Störungsfeuer halte. Auch die „®ermani a“, das führende Zentrumsblatt, unterzieht Frankreichs Verhalten einer eingehenden Kritik und schreibt: Wenn infolge der französischen Weigerung zur tätigen Mitarbeit an der Rettungsaktion nur ein angelsächsischer Stlllehaltungs- plan und eine Rediskmtstärkung der Reichsbank zustandekvmmt und Frankreich sich sogar von diesen bescheidenen Hilfsmaßnahmen vstent.ativ f e r n h ä l t, so sehen wir nicht, wozu man diesen großen Apparat auf geboten hat, in dessen Hände eine Entscheidung von säkularer Bedeutung gelegt war. Will Frantreich das Risiko eingehen, daß sich zur Abwehr der Vormachtgelüste eine Koalition bildet, in der Deutschland mit Rationen zusammenarbeiten würde, die ein mit den 3ahren immer mehr steigendes Verständnis für die wirtschaftliche und politische Sonderlage Deutschlands gezeigt haben? Eine derartige Blockbildung, fährt das Blatt fort, würde vielleicht dem Geiste des Genfer Paktes ebenso widersprechen. wie die seit zwölf 3ahren bestehende französische Militärkoalitivn, aber sie würde zum Unterschied von dieser zur Abwehr einer tatsächlich bestehenden Bedrohung gebildet sein und Frankreich moralisch und polittsch in hohem Grade isolieren. Rur mit Bedauern würden wir Londoner Ergebnisten entgegensehen, welche unter Ausschluß oder gar gegen Frankreich erreicht werden müßten. Richt nur deswegen, weil eine französische Richtbeteiki- gung einen Faktor der Ungewißheit bildet und die getroffenen Hilfsmaßnahmen in gewissem Umfang problematisch erscheinen läßt. Unser Bedauern würde in erster Linie dem vorläufigen Scheitern des Versuches gelten, daS deutsche und französische Schicksal wirtschaftlich enger miteinander zu verknüpfen und dadurch den Ausgangspunkt einer praktischen deutsch-französischen Zusammenarbeit zu schaffen. Auch Reuyorker Bankkreise sind enttäuscht. Neu york, 23. Juli. (WTB. Funkspruch.) Jm Gegensatz zu den Berichten her Morgenblatter, die von einer Befriedigung der offiziellen Kreise über die Ergebnisse der Londoner Konferenz sprechen, bringen die Wall-Street-Informationen der „New Bork Times" und „Herold Tribüne" eine merkliche Enttäuschung der Finanzkreise zu dem bisher Erreichten zum Ausdruck. Im Gebäude der Federa- tion-of-Labour-Bank sei gestern eine Bonk« Versammlung abgehalten worden, über die je« doch keine offizielle Erklärung ausgegeben worden sei. Es verlautet aber, daß das Problem der turzfristigen Kredite besprochen worden sei. Die Bankwelt erklärte sich besonders den — hier lediglich als Gentleman Agreement bezeichneten — Versuchen abgeneigt, die die Verständigung über ein Nichtzurückziehen der kurzfristigen Kredite zu einem festen Abkommen stempeln wollen. Die Bonkweit neigt der Ansicht zu, gerade im eigenen Interesie des deutschen Kredits solle kein besonderer Nachdruck auf das „Einfrieren" der beut« schen Kredite gelegt werden, denn dieses wurde unter Umständen eine abschreckende Wirkung auf bi« Gewährung von Krediten haben können. Die Empfehlungen aus Bankkreisen, die vorgestern bekannt wurden, die Reparationen sollten gestrichen oder wenigstens vermindert werden, seien gestern aus Arbeiterkreisen durch eine ähnliche Erklärung des Präsidenten der Federation of Labour, Green, unterstrichen worden. Die Vorschläge für die Vollkonferenz. Paris. 23. Sult. (WTB.) Die Agentur Ha- vas glaubt in der Lage zu sein. dievierGnt- schlietzungen zu präzisieren, die morgen in den Berichten der Londoner Dollkonferenz vorgelegt werden: 1. Die Kredite in Höhe von 100 Mil- livnen Dollar, die der Reichsbank durch die Rvtenbanfen von Frankreich, Großbritannien und den Bereinigten Staaten gewährt worden sind, werden für die Dauer von drei Monaten verlängert. 2. Die Zentralbanken werden aufgefordert, den Privatbanken zu empfehlen, gegenwärtig n v ch t n Deutschland angelegte kurzfristige Kredite dort zu belassen. 3. Durch die Internationale Zahlungsbank in Basel wird ein Komitee eingesetzt, das die Möglichkeiten für kurzfristige Kredite, die Deutschland gewährt werden könnten, und die Möglichkeiten der Umwandlung der gegen- wärtig bestehenden kurzfristigen Kredite in l a n g - fristige Kredite prüfen soll. 4. Die Konferenz nimmt mit Befriedigung von den Garantien Kenntnis, die dem internationalen Kredit durch die Bildung einer Re - serve durch die deutsche 2 ndustrie in Höhe von 500 Millionen Mark bei der Gold- diskvnt-Dank gegeben werden. Agentur Havas glaubt weiter zu wissen, dah Reichskanzler Brüning wahrscheinlich die Hen- zufügung einer weiteren Erklärung verlangen werde, in der der Wille der deutschen Regierung, mit Rachdruck die Wiederher st ellung ihrer Finanzen zu verfolgen, bestätigt würde. Havas glaubt, dah diese Resolutionen, die einstimmig von dem Komitee der Finanzminister gefaßt worden sind, sicher durch die morgige Voll- Konferenz ratifiziert werden Stimson konstatiert einen Fortschritt. Das eingefchränkteProgramm der Konferenz London, 22. Juli. (SIL) Lieber den Fortgang der Verhandlungen in der Bollkonferenz am Mittwochvormittag äußerte sich der amerikanische Staatssekretär S t i m s o n in einer Llnterredung wie folgt: Es sei ein wirklicher Fortschritt gemacht worden und es bestehe die Hoffnung, dah die Konferenz ihre Arbeiten am Donnerstag beenden werde. Die Aufmerksamkeit aller Mitglieder der Konferenz habe sich auf die Vorschläge konzentriert, die eine mögliche Hilfeleistung für Deutschland vorsähen Alle strittigen Fragen seien fortgelassen worden. Stim- svn erklärte weiter, die Konferenz beschäftige sich lediglich damit, das Faß abzudichten, um das in ihm befindliche Wasser zu retten, ehe man neues Wasser in das Fahgiehen wolle. Lieber langfristige Kvedite werde jetzt nicht mehr verhandelt. Das könne später geschehen Bei der Konferenz handele es sich um eine Gruppe von Ministern am runden Verhandlungstisch, die die zeitweiligen finanziellen Bedürfnisse Deuffch- lands erwäge. Im Grunde genommen handele es sich um eine Aufgabe für den Bankier und es sei vielleicht nur ein Zufall, dah Staatsmänner zusammenberufen worden seien, wahrscheinlich nur deswegen, weil sie im Augenblick verfügbar gewesen seien Die Zukunft müsse am besten den Bankiers überlassen werden Amerikanische Banken verpflichten sich zur Aufrechterhaltung der Kredite. Washington, 22. Juli. (Sil) In den Ochsten Regierungskreisen verlautet, dah die Äeu- yorker Grohbankiers mit der Verlängerung der kurzfristigen Kredite an Deutschland einverstanden sind, falls die Geldgeber der anderen Länder eine gleiche Aktion unternehmen. Die Bankiers der Vereinigten Staaten stellen sich damit hinter den am Dienstag gemachten neuen Vorschlag des Präsidenten Hoover. Senator Morrow, der aus der Zeit, da er Partner Morgans war, enge Beziehungen zur Wallstreet besitzt, bestimmte auf den Wunsch Hoovers hin zwölf führende amerikanische Danken dazu, sich in schriftlicher Form dazu zu verpflichte n, dah sie während der gegenwärtigen Krise keine Depots, Vorschüsse oder Kredite aus Deutschland zurückziehen. Als Zeichner dieses Versprechens werden genannt: Chase Rational, Rational Sich, Chatham Phönix, American Exchange und Irving Trust Dank. Morgan & Co. ist nicht erwähnt. Der englische Gegenbesuch in Berlin. Am kommenden Wochenende. —Auch Stimson wird erwartet. London, 22. Juli. (TLl.) In Konferenzkreisen wird damit gerechnet, dah die Konferenz am Donnerstagabend zu Ende geht. Dr. Curtius teilte mit, dah sich hieran der Besuch Macdonalds und Hendersons in Berlin anschliehen wird, falls feine unvorhergesehenen Ereignisse eintreten. Henderson wird wahrscheinlich in dem gleichen Zuge reisen, in dem die deutsche Abordnung nach Berlin zurückkehrt. Während Macdonald es vorziehen dürfte, nach Berlin zu fliegen, so dah er also am Freitagabend auf dem Tempelhofer Feld eintreffen würde. Dr. Curtius hat auch Staatssekretär S t i m - s o n nach Berlin ein geladen. Es wird in deutschen Kreisen für außerordentlich wünschenswert gehalten, dah Stimson sich persönlich ein Bild über die Verhältnisse in Deutschland macht. Man nimmt an, dah auch Stimson vieleicht schon im Laufe der nächsten Woche nach Berlin kommt. Der amerikanische Staatssekretär hat sich grundsätzlich bereit erllärt. Der Zeitpunkt seines Besuches hängt natürlich von den bereits getroffenen Dispositionen ab. Das Bankierkomiiee. London, 23. Juli. (WTB. Funkspruch.) Der Ausschuß von Finanzsachverständi- gen, dessen Entsendung nach Berlin vorgeschlagen wurde, dürfte, wie der Daily Telegraph wissen will, aus folgenden drei hervorragenden Finanzsachverständigen bestehen: Robert Kin- dersley, Direktor der Bank von England, Mister S t r a g u e , amerikanischer Ratgeber der Dank von England, und Dr. Wallenberg, der bekannte schwedische Bankier. Es sei zu er- iw L ' v- Die Teilnehmer der 7-Mächte-Konferenz im Kreuzfeuer der Photographen. Da das Photographieren im Auswärtigen Amt, wo die 7-Mächte-Konferenz tagt, verboten ist, mußten die Pressephotographen stundenlang auf der Straße warten, bis es ihnen gelang, die Minister beim Verlassen des Gebäudes auf die Platte zu bringen. OasfranzösischeAbrüfiungsmemorandum einerReuregelung Europas zu machen, und zwar vermittels regionaler Abmachungen. Dieses Protokoll sei in vollkommener Lieber- einstimmung mit den Erklärungen vieler namhafter europäischer Staatsmänner, insbesondere auch den Erklärungen, die Driand in der Dölkerbundsversammlung vom 6. September 1930 abgegeben habe. Die Verkürzung der Arbeitszeit. Im Wege freier Vereinbarungen. Berlin, 23. Juli. (VDZ.) Die Verhandlungen des Reichsarbeitsministeriums mit den einzelnen Industriegruppen über Senkung der Arbeitszeit auf 40 Wochenstunden sind abgeschlossen. Auch nach diesen Verhandlungen ist das Arbeitsministerium noch der Ansicht, daß es besser wäre, die Einführung der 40°Stunden°Woche im Wege freiwilliger Vereinbarungen von Arbeitgeber und Arbeitnehmern zu erreichen und von einer besonderen Verordnung, die die 40-Stunden-Woche strikt vorschreiben würde, abzusehen. In Ausführung der durch die Rot- Verordnung gegebenen Möglichkeit, die 40stündige Arbeitswoche im Interesse der Minderung der Erwerbslosigkeit herbeizuführen, hah^as Reichsarbeitsministerium daher Ausführungsbestimmungen ausgearbeitet, die auf tem Gedanken der Freiwilligkeit aufgebaut sind und mit denen das Reichskabinett sich nunmehr beschäftigen kann, sobald keine dringenderen Beratungsgegenstände vorliegen. Von der weiteren Ermächtigung der Rotverordnung, eine Verordnung zur zwangsweisen Einführung der Arbeitszeitkürzung zu erlassen, hat der Arbeitsminister bisher keinen Gebrauch gemacht. Die Reichsregierung antwortet. Ungünstiger Eindruck in Gens. Stärkste Gefährdung der Abrüstungskonferenz. Genf, 22. Juli. (LU.) Die Abrüstungsnote der französischen Regierung hat in weitesten internationalen Kreisen in Genf einen außerordentlich ungünstigen Eindruck hervorgerufen. Die Rote war bereits am vorigen Freitag eingetroffen und sollte am gleichen Tage veröffentlicht werden. Auf den besonderen telephonischen Wunsch des Pariser Außenministeriums jedoch wurde sie zurückgezogen, offenbar mit Rücksicht auf die damals bevorstehenden deutsch-französischen Verhandlungen in Paris. Die jetzt erfolgte Veröffentlichung wird allgemein darauf zurückgesührt, dah die französische Regierung in der Befürchtung, auf der Londoner Konferenz werde in den vertraulichen Beratungen auch die Abrüstungsfrage zur Sprache kommen, nunmehr ihren Standpunkt endgültig festgelegt hat, um sich in den kommenden internationalen Verhandlungen über die Abrüstungs- frage auf die Rote berufen zu können. Auf französischer Seite zeigt man das Bestreben, die Bedeutung der Rote herabzusetzen und bezeichnet den französischen Generalstab als den eigentlich Verantwortlichen für die Abfassunader Rote. Der französische Abrüstungsstandpuntt ist in dieser überspitzten und unverschleierten Form bisher weder im Abrüstungsausschuß noch in der Vollversammlung des Völkerbundes zum Ausdruck gelangt. Die offene Androhung Frankreichs, im Falle einer Aenderung der Entwaffnungsbestimmungen des Versailler Vertrages zu neuen Rüstungen zu schreiten, und die schroffe Ablehnung jeder weiteren Verminderung des gegenwärtigen französischen Rüstungsstandes wird hier als ein außerordenllich ernster Schlag gegen den gesamten Abrüstungsgedanken und- als eine Gefährdung der kommenden Abrüstungskonferenz aufgefaht. Allgemein ist ausgefallen, dah die französische Regierung in ihrer Rote keinerleiAngaben über ihre Heeresausgaben macht, sowie bei der Mitteilung über die französische Heeresstärke das gesamte Kriegsmaterial unterdrückt. Ebenso wird gellend gemacht, daß die von der französischen Regierung angegebenen Ziffern über die Heeresstärke Frankreichs kaum in Einklang mit den sonst bekannten französischen Rüstungsziffern stehen. Der französische Vorschlag, mit Einbeziehung der Vereinigten Staaten ein politisches Sicherheits- und Garantiesystem zu schaffen, wird lediglich als ein neuer, zweifellos völlig aussichtsloser Versuch aufgefaht, das Genfer Protokoll von 1922 wieder in Gang zu setzen. Washington ist empört. Der schwerste Schlag gegen Hoover. Washington, 22. Juli. (TLL) Die französische Abrüstungsnote hat in Washington wie eine Bombe eingeschlagen. Die amtlichen Stellen geben unumwunden zu, dah die Rote den schwer st en Schlag gegen Hoovers Abrüstungspvlitik bedeute. Die kaum verhüllte französische Forderung dah der Versailler Vertrag durch militärische Garantien Amerikas und Englands geschützt werden solle, wird in Washington mit einem Achselzucken abgetan, da.das Verlangen zu phantastisch sei, als dah man ernsthaft darüber sprechen könnte. Die Aussichten der Genfer Abrüstungskonferenz werden hier nunmehr für denkbar ungünstig gehalten, da man nicht glaubt, dah sich Frankreich auch nur auf die geringfügigste Herabsetzung seiner Streitkräfte einlassen werde. Die Haltung Frankreichs wird vielfach um so mehr bedauert, afö ein französisches Entgegenkommen in der Abrüstungsfrage den Boden für die Herabsetzung der Kriegsschulden und der Reparationen besser vorbereitet hätte. Charakteristisch für die Pressekommentave ist die Aeuherung der „Evening Post": „Frankreich verlangt internationales -Vertrauen. Seine Haltung ist aber ein offenes Demenll seines eigenen Vertrauens zum Völkerbund, zum Kel- loggpcckt und zu den Locarnoverträgen. warten, daß der Besuch dieser drei Herren in Berlin unmittelbar auf den Besuch Macdonalds und Hendersons folgen werde. Ein Interview Hugenbergs. Berlin, 22.Juli. (TU.) Ser Vorsitzende der DNVP. Sr. Hugenberg gab der amerikanischen „Associated Preß^ eine Erklärung über die Lage in Deutschland, in der er sagt: Die Finanzkrise in Deutschland ist die unvermeidliche Folge der jahrelangen Reparationszahlungen. Die Milliardenoer- schuldung zur Zahlung der Tribute — noch dazu in Form kurzfristiger Kredite — war politische und wirtschaftliche Unvernunft. Der Abzug dieser Kredite, zum Teil aus politischen Gründen veranlaßt, macht jetzt Staat und Wirt» schäft blutleer. Wir bekämpfen den Poungplan, weil wir als seine Folge die heutige Krise ooraus- sahen. Die Reparationszahlungen sind auch die Hauptursache für die Wirtschaftskrise. Wir begrüßen den entschlossenen Schritt Hoovers, weil er die Reparationsfrage anfaßt. Wir bedauern es, daß, während England und Italien sich vorbehaltlos dem Schritt angeschlossen haben, Frankreich aus machtpolitischen Gründen glaubt, sich wirtschaftlichen Erkenntnissen verschließen und an der Fiktion des Poungplanes festhalten zu müssen. Am Ende des Hoover-Jahres muß die Revision der Reparationszahlungen stehen. Weil Deutschland die privat aufgenommenen Schulden anerkennen und zurückzahlen will, deshalb muß es von den politischen Schulden befreit werden. Ebenso muß das Jahr und vor allem die jetzige Finanzkrise, die Abkehr von der bisherigen von marxistischen Ideen entscheidend beeinflußten Wirtschaftspolitik in Deutschland bringen. Sonst werden wir im Winter sechs Millionen Arbeitslose haben. Die Lösung der Weltkrise ist ohne Lösung der Abrüstungefrage nicht zu erreichen. Das abgerüstete Deutschland muß erwarten, daß auch die anderen Staaten, wie es im Versailler Vertrage vorgesehen ist, ihre Rüstungen auf das Maß der deutschen Abrüstung herabsetzen. Die Rechte wird in kurzem berufen sein, die Regierung in Deutschland zu übernehmen. Sie erkennt die prioatwirt- schaftlichen Verpflichtungen an, die dem Ausland gegenüber eingegangen sind. Sie lehnt es ab, die Notlage des deutschen Volkes durch die weiteren Auswirkungen des Versailler Vertrages noch vergrößern zu lassen. Gelingt es nicht, die jetzige Finanzkrise zu einer Gesundungskrise werden zu lassen, dann haben wir in Deutschland den Bolschewismus. Der Bolschewismus aber ist eine Pest, die an der Grenze Deutschlands nicht Halt macht. Die Zollunion vor dem Haager Gerichtshof. Professor Kaufmann begründet den österrelchischen Standpunkt. Haag, 22. Juli. (WTB.) In der heutigen Dormittagssitzung des Ständigen Internationalen Gerichtshofes begann der österreichische Vertreter Prof. Dr. Kaufmann mit der Darlegung des österreichischen Standpunktes in der Angelegenheit der deutsch-österreichischen Zollunion Er führte zunächst den Rachweis, daß das Genfer Protokoll vom Oktober 1922 Oesterreich bezüglich der Wahrung seiner Llnabhängigfeit feine Verpflichtungen auferlegt habe, die über den Artikel 88 des Vertrags von Saint Germain hinausgehen. Dies ergebe sich u. a. deutlich daraus, daß es gerade die Oesterreicher gewesen seiei^ die im Jahre 1922 beim Abschluß des Genfer Protokolls ausdrücklich die Zurückverweisung auf den Artikel 88 des Vertrags von Saint Germain gewünscht hätten. Durch diesen Wunsch wollten sie zum Ausdruck bringen, daß Oesterreich durch Llnterzeichnung des Genfer Protokolls keinerlei neue Verpflichtungen auf sich laden wolle. Diesem österreichischen Wunsch sei damals auch entsprochen worden. Ein Versuch Frankreichs, die Bewegungsfreiheit Oesterreichs stärker einzuschränken, als dies im Artikel 88 des Vertrags von Saint Germain geschehen fei und ihm im wesentlichen besondere Verpflichtungen auf wirtschaftlichem Gebiete aufzuerlegen, sei vom Obersten Rat der Alliierten zurückgewiesen worden. Gerade die Befugnis, die Llnabhängigfeit beschränken zu können, sei ein Attribut der Llnabhängigkeit, d. h. der Souveränität des Staates. Der Haager Gerichtshof habe sich wiederholt in diesem Sinne entschieden. Freiwil- l i g übernommene Deschränkungen könnten niemals den Verlust der Llnabhängigkeit mit sich bringen. Auch könne man keinen Verlust der LIn- abhängigkeit darin erblicken, wenn die Verpflichtungen, die sich ein Staat auferlege, dieselben seien, wie diejenigen des Staates oder der Staaten, mit denen er die betreffende Abmachung getroffen habe. Diese Freiheit eines Staates beschränken zu wollen, würde bedeuten, seine Llnab- hängigkeit zu vernichten. Im Lichte der vorhergegangenen Feststellungen müsse man die geplante deutsch-österreichische Zollunion betrachten. Das Wiener Protokoll beginne mit der Erklärung, dah cs bezwecke, einen Anfang mit Vorläufig fein Rentnerversorgungsgesetz. Berlin, 23. Juli. (VDZ.) Die Reichsregierung hat Reichstage eine Liebersicht über ihre Antworten auf Entschließungen zugehen lassen, die der Reichstag vor längerer Zeit angenommen hatte. Es ergibt sich aus den Antworten, daß die Reichsregierung wiederum die Möglichkeit eines Rentnerversorgungsgesetzes geprüft hat. Sie sei dabei zu dem Ergeb- rris gekommen, daß ein solches Gesetz, das den Kleinrentnern einigermaßen ausreichende Bezüge gewährleiste und sie von der Inanspruchnahme der Fürsorge befreie, dem Reich jährlich mindestens 200 bis 300 MillivnenReichs- mark Kosten aufbürden würde. Bei der Finanzlage des Reiches sei daher die Durchführung eines Rentnerversvrgungsgesetzes nicht möglich. Auch dem weiteren Ersuchen, über die im Haushalt 1930/31 bewilligten Mittel hinaus Beträge für die Rentner bereitzustellen, habe nicht enffprochen werden können. Aus aller Wett. Die (Enteignung der Rigaer Domkirche vom Parlament abgelehnt. In der Rächt zum Donnerstag wurde unter atemloser Spannung und nach erbitterter Redeschlacht das Gesetz über die Enteignung der deutschen Domkirche zu Riga im lett- ländischen Parlament in geheimer Abstimmung mit Stimmengleichheit abgelehnt. Das demokratische Zentrum und die Christlichnationalen versuchten vergebens, durch neue Anträge die Enteignung durchzusehen, die jetzt zum Volk^Kentscheid gelangt. „Parsival" in Bayreuth. Vor ausderkauftem Hause dirigierte am Mittwoch T o s c a n i n i zum ersten Male in Bayreuth den „Parsival", nachdem Dr. Karl Muck, der seit 1901 das Weihespiel zu seiner eigenllichen Domäne erhoben, sich von seiner weiteren Wirkung im Festspielhause zurückgezogen hatte. Tos- carrini verlegte sich auf eine möglichst partiturgetreue Wiedergabe, ohne auf eine gewisse persönliche Rote ganz zu verzichten, die fror allem in der Betonung des Feierlichen lag. Dadurch zerrann allerdings der erste Akt in seiner Länge an sich schon mehr in die Breite. Das Orchester bot an Tonfülle und Tonreinheit, an Weichheit und Rundung bis tzu den Dchlagzeugen eine geradezu erstaunliche Leistung, und da auch die solistischen Darbietungen ein Höchstmaß künstlerischer Wirkung nicht unterschritten, war diese PaEval-Auf- führung in einer Geschlossenheit gegeben, wie sie außerhalb Bayreuths nicht erreicht zu werden vermag Fritz Wv l f f als Parsival ist aus den letzten Festspieljahren hinreichend als bedeutende Gestalt schon bekannt, desgleichen Ivar Andresens würdevoller Turnern anz. Spiel und Großzügigkeit verrieten Elisabeth Ohms Kun dry und Gotthold D i 11 e r s Klingsor, während Dezsö E r n st e r als Titurel und Herb. Janssen als Amfortas durch ihre stimmlichen Qualitäten und die Chöre durch die Klarheit und Ausdrucksfähigkeit gefielen. Staatsrat Professor D. Dr. von Riimelin f. In Tübingen starb im Alter von 70 Jahren der Professor der Rechtswissenschaft und Kanzler der Universität Tübingen, Staatsrat D. Dr. Max von Rümelin. Der Entschlafene mar als Sohn des früheren württembergifchen Kultusministers und späteren Tübinger Universitätskanzlers Dr. Gustav Rümelin im Jahrs 1861 in Statt- gat geboren, wurde 1889 Professor in Halle und kam 1895 nach Tübingen. Seit 1908 war er, wie sein Vater, Kanzler der Universität. Nach Ablauf des Sommersemesters 1931 wollte Staatsrat D. Dr. von Rümelin in den Ruhestand treten. Das siebte Todesopfer des Mont Blanc. Bei der Besteigung des Mont Blanc ist der Wiener Alpinist Dr. Fritz Diehl durch Erfrieren tödlich verunglückt. Mit diesem Llnglück hat die Hochtouristik allein im Mont-Dlanc-Gebiet i n diesem Sommer bereits sieben Todesopfer gefordert. Schweres Gewitter über Lublin. — vier Tote, zahlreiche verletzte, großer Sachschaden. Ein Gewitter von noch nicht beobachteter Stärke Zing über der Stadt Lublin und ihrer Llmgebung nieder. Etwa 1000 Häuser wurden eingerissen oder schwer beschädigt. Acht Waggons, die im Bahnhof von Lublin standen, wurden umgerissen. Ganze Dächer, Scheunen und Telegraphenstangen wirbelten durch die ßuft. Rach den bisherigen Feststellungen sind vier Personen getötet worden, unter ihnen ein Kutscher, den der Sturmwind mitsamt dem Wagen und den Insassen hochtrug und auf die Erde zurückschleuderte. Die übrigen Insassen des Wagens wurden schwer verletzt. Aus -er Provinzialhaupista-t. Diehe», den 23.3ult 1931. Lockere Zähne. Sofern man noch nicht dem biblischen Alter nahe ist, stimmt die Feststellung, daß die Zähm sich mehr oder weniger lockern, recht betrüblich und läßt in jedem Falle auf irgendeine Erkrankung de« Mun.de« oder de« ganzen Körper« schließen. Wir lassen bei dieser Betrachtung alle die Fälle unbeach'.ct, die durch Einwirkung Luherer Gewalt, also Unfall, herbeigeführt werden. 3m allgemeinen wird die Beobachtung einer Lockerung der Zähne recht spät gemacht, da diese Erscheinung fast oder ganz schmerzlos eintritt. Wer schon als Kind an geordnete Pflege seiner Zähne gewöhnt wurde, wrrd frühzeitiger auch leichtere Veränderungen de« Zahnfleisches beobachten können. Bis 6or zehn Jahren etwa war man sich über die Ursachen der Lockerung der Zähne noch vollkommen im unklaren und bezeichnete unter dem Hamen Alvcolarpyorrhöe (Zahnfleischlaschen, eiterung) einen Komplex von Erscheinungen, der hauptsächlich durch Zahnsteinansay, Bildung von Zahnfleischtaschen unb Eiterung aus diesen bedingt war. Man nahm allerdings damals schon an, dah auch Stoffwechselkrankheiten, wie Zucker, Dicht, Bluterckrankungen uftt>. nicht selten mll diesen Erscheinungen im Munde vergesellschaftet wa. ren. Durch mühevolle Untersuchungen der letzten 3ahre und intensive Zusammenarbeit mit derAll- gemein-Mediztn ist man heute zu viel weitergehenden Ergebnissen gekommen. Die Symptome sind natürlich dieselben geblieben: neben einer mehr oder weniger schweren Entzündung des Zahnfleische« sieht man die Zahnfleischtaschen besonders an btm oberen und unteren sechs Dorderzähnen meisten« durch Zahnsteinansatz abgehoben, bei Druck entleert sich dünnflüssiger Eiter. Schmerzen bestehen im AnfangSstadium kaum. Bei weiterem Fortschreiten wird der Knochen de« Zahnfaches entsprechend zerstört, so dah die DefestigungSmög- lichkeiten der Zähne stark beeinträchtigt werden. Man unterscheidet je nach dem Grad der Lockerung drei Arten, bei der letzten sind die Zähne durch die Zunge jederzeit aus ihrer Stellung zu verändern, der Patient wird dann durch Schmerzen meistens veranlaßt, den Zahnarzt aufzusuchen. In fast allen Fällen konnte festgestellt werden, daß diese Erkrankung de« Mundes, die nunmehr den wissenschaftlichen Hamen Paradentose erhalten hat, mit irgendwelchen allgemeinen Störungen des Körpers verbunden war. Stoffwechselerkrankun- aen in weitestem Sinne, Drüsenstörungen, Frauenleiden usw. bedingen in jedem Falle die entsprechende Untersuchung durch einen Facharzt. Nur in engster Zusammenarbeit mit den Aerzlen kann ein Erfolg erreicht werden. Heben der Umstellung des ganzen Körpers bzgl. der Heilung des bestehenden Grundleidens kann man durch ärzlliche Mahnahmen im Munde Besserung und Heilung erreichen. Bisweilen sind auch durch gröbere Zahnlücken übermähige Belastungen der noch stehenden Zähne veranlaht, die zur Lockerung beitragen. Die Behandlung besteht zunächst in peinlichster Entfernung de« Zahnsteins, die sich oft über Wochen erstrecken kann. Die Zahnfleischtaschen werden geatzt. Selbstverständlich müssen alle nicht mehr zu erhaltenden Zähne und Wurzeln entfernt, evtl. Lücken durch Ersatz ausgcfüllt, notwendige Füllungen gelegt werden. Sind einzelne Zähne stark gelockert, so wird nach vorheriger Röntgenaufnahme deS ganzen MundeS eine De- festigungsschiene angefertigt. Wenn tiefergehende Veränderungen am Knochen vorhanden sind, wird zweckmäßig durch eine Operation, die die gesamten kranken Stellen am Knochen und Zahnfleisch freilegt und fortnhram, Heilung erreicht Zur Unterstützung der Allgemcnnbehandlung tritt nachher eine tägliche Massage de« Zahnfleisches mit entsprechenden Medikamenten und Salben hinzu, die längere Zeit vom Patienten ein- bis zweimal täglich mindesten- fünf Minuten auSzu- führen ist. Heben der Behandlung des Allgemein- leiden« ist eine allgemeine Erperliche Kräftigung anzuftreben, damit die Blutverforgung in den entfernteren Teilen deS Körpers, also auch im Wunde, geregelt und normal wird. 3n geeigneten Fällen ist neuerdings auch eine Kur in einem 3vdbad anzuraten, in einzelnen Orten kann gleichzeitig die zahnärzlliche Behandlung durch einen spezialistisch geschulten Zahnarzt auS- gesührt werden. Die Lockerung der Zähne, die im Alter austritt. kennzeichnet sich durch Rückbildung der Kiefer und zahntragenden Teile, ein Haturgesetz, dem wir nicht in den Arm fallen können. Allerdings wird sich auch hier durch weitgehende Zahnpflege und Massage ein immerhin langsamerer Rückschritt erzielen lassen. Wie bei vielen Krankheiten spielt auch hier die Dererbungs- theoric eine große Rolle: man kann bisweilen in einzelnen Familien ganze Gruppen von locke- rungSbereiten Mitgliedern feststellen. Jedenfalls je früher der Zahnarzt und Arzt aufgesucht wird, um so eher ist schneller und ganzer Erfolg bei den HeilungSmahnahmen zu erwarten. Dr. meo. dent. L. S. Vor weiteren Erleichterungen des Zahlungsverkehrs. Wie WTD. erfährt, hat die ruhige und glatte Abwicklung des Zahlungsverkehrs im Rahmen der zur Zeit geltenden Bestimmungen und vor allem die Tatsache, dah die Reueinzahlungen täglich zunehmen, bei den beteiligten Stellen zu Erwägungen geführt, ab Freitag, 2 4. 3uli, weiterewesenlliche Erleichterungen des inländischen Zahlungsverkehrs ein treten zu lassen. Man hält eine weitere Auflockerung im 3nteresse der baldigen Wiederherstellung eine« normalen Geld- verkehrS für notwendig. Bezeichnend für die günstige Beurteilung der Lage ist die Absicht, bei den Sparkassen Auszahlungen von 50 Mk Pro Sparkonto, statt bisher 20 Mk., und in dringendsten Fällen sogar höhere Auszahlungen zu- zulasfen. polizeiliche Abstempelung der Lohnlisten. Don zuständiger Seite erfährt das WTB: Bei dem Rachweis, dessen es nach den Rowerordnun- aen über den Zahlungsverkehr der Kreditinstitute bedarf, um eine Barauszahlung oder eine Heber- Weisung zu erwirken, welche die Auszahlung von Gehältern oder Löhnen ermöglichen soll, ist zur Vermeidung von Mißbräuchen eine Lohnliste oder ein Lohnnachweis vorzulegen. Die Lohnliste oder der Lohnnachweis sind vor Einreichung bei dem Kreditinstitut der für die Betriebsstätte zuständigen örtlichen Po - lizeibehöroe zur Abstempelung vor- z u l e g e n. Die etwa erforderlichen Durchführungsbestimmungen zu treffen, bleibt den Landesregierungen überlassen. Oie ratenweise Gehaltszahlung. Sine Reihe großer Arbeitgeberverbände, darunter der Verband Berliner Hletatlinbuftrieller, der Arbeitgeberverband der chemischen Industrie Droßberlin und der Reichsverband des Deutschen Einzelhandels, hat es ab gelehnt, von der Ermächtigung Gebrauch zu machen, die Gehälter ihrer Angestellten in zwei H a t e n zu zahlen. Die Verbände empfehlen ihren Mitgliedern, es bei der bisherigen ilcbung bei den Gehaltszahlungen zu belassen. Zu der Verordnung über die ratenweise Gehaltszahlung hört WTD. von zuständiger Seite, daß die Möglichkeit einer Ratenzahlung in der Privatwirtschaft auch für die Gehälter besteht, die postnumerando gezahlt werden, waS aus der Verordnung selbst nicht eindeuttg hervorgeht. Wann ist Ausreisegebühr zu zahlen? Wie im Zusammenhang mit der Verordnung über die Ausreise gebühr von zuständiger Stelle mitgeteiü wird, ist daS Saargebiet als 3nland zu betrachten. Dagegen gelten sowohl Danzig, als auch da« M e m e 11 a n b als Ausland. Was Oesterreich angebt, so schweben zur Zeit Erwägungen hinsichtlich einer Sonderregelung. Falls für Oesterreich eine andere Regelung getroffen werden sollte, dürste die Frage geprüft werden, ob auch für andere Gebiete ähnliche Regelungen möglich sind. Zu den abgetretenen Gebieten im Sinne der Durchfüh- runasbestimmungen gehört, wie von zuständiger Stelle bestätigt wird, sowohl Elfaß-Loth- ringen, als auch der Weichselkorridor. Für eine Reise nach Danzig ist nach der gegenwärtigen Regelung die Zahlung der 100 Mark erforderlich, gleichgültig, ob die Reise auf dem Landwege, oder auf dem Seewege erfolgt Rach einer Mitteilung des »Berl.Tagebl." kann mit ziemlicher Sicherheit damit gerechnet werden, dah Mitglieder alpiner und touristischer Organisationen bei Reisen nach Oesterreich von der Entrichtung der Gebühr befreit werden. Snefe Maßnahme würde dann voraussichllich auch auf die Schweiz ausgedehnt werden, also deutschen Mitgliedern des Schweizer Alpenllubs ebenfalls zugute kommen, lieber weitere Erleichterungen für den Ausflugsverkehr nach Oesterreich wird noch verhandelt Vornotizen. — Tageskalender für Donnerstag. Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Mordprozeß Mary Dugan". — Der Gewerbeverein Gießen hält am Montag, 27. Juli, 20.15 Uhr, im KrauS- müllersaal, Goethestraße 7, seine diesjährige Hauptversammlung ab. näheres in der gestrigen Anzeige. ** Unbehinderter Au tover kehrvon Breungeshain zum Hoherodskops. Wie der Derlehrsbund Oberhessen vom KreiS- amt Schotten erfährt, ist die Straße von Breungeshain nach den Klubhäusern aus dem Hohe- rodskopf nunmehr auch für den Auwbus- und Lastkraftwagenverkehr freigegeben worden. •• Semesterschlußandacht. Am Freitag, 24. 3uli. findet 20.30 Uhr pünkllich für die evangelischen Studierenden der Landesuniversität eine Semesterschlußandacht statt. Zu dieser Veranstaltung hat jedermann freien Zutritt. Die Andacht hält Professor D. Dornkamm. ** Gießener Sängerin an die Pforzheimer Bühne verpflichtet. Fräulein Luise Decker, aus der Gesangsschule von Frau Dr. Minna Wolff Gießen, wurde für die kommende Winterspielzeit an das Schauspielhaus in Pforzheim für Schauspiel und Operette verpflichtet. •• Schulpersonalie. Auf Grund deS 211- tersgrenze-Gesehes tritt der Lehrer Karl Jüngst an der Volksschule »u Ilsdorf (Kreis Alsfeld) mit Wirkung ab 1. August in den Ruhestand. Weitere Lokalnachrichten Im zweiten Blatt Oie Wetterlage. -9* xZz»t- ZZ. >--—= - > nemtwfl QWonenios. O nenn o »eee<*t ® voritg ® cedtcii «Regni # Schnee a Oreupein e neoei K »rwiiter ©windM'Hc «O. ww «CKMer 0$l y •nllSifler SudJudwtJI X >l»zeiOChfr MprdWCS» O't Piene «liegen mit dem wmde Die oeigen Stationen tunenden zehn len geDen die Temperatur an. Pie Linien eerpmden Ort» mit gleiches au« neercimveau umoereenneten luttdruci Wettervoraussage. Da« Hochdruckgebiet hat sich vollständig auf den Kontinent verlagert, fein Kern dehnt sich über das südliche Deutschland auS. Obwohl die Störung zwischen Island und den brittschen Inseln weiter vorschreitet, ist für unser Gebiet vorerst der Einfluß deS hohen Druckes maßgebend. Weitere Erwärmung findet bei vorübergehend heiterem Wetter statt Aussichten für Freitag: Meist Heides wärmer und trocken. Aussichten für SamStag: Bewölkt mit Aufheiterung, warm. Lufttemperaturen 2lm 22. Juli, mittags: 20,1 Grad Celsius, abends: 15,6 Grad Gels.; am 23. Juli, morgen«: 15,3 Grad Eels. Maximum: 21,2 Grad Eels.: Minimum: 7,2 Grad Eels. Erdtemperaturen in 1 0 Zentimeter Tiefe. Am 22. Juli, abends, 20,6 Grad Eels.; am 23. Juli, morgens: 14,4 Grad Eels. Sonnenscheindauer: 8'/i Stunden. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Freitag, den 24. Juli 1931. Kapelle auf dem Alten Friedhof. 20.30 Uhr pünktlich. Semesterschlußandacht, Professor D. Bornkamm. Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionsgesellschafk. Sabbatfeier, den 25. Juli 1931. Freitag abend 7.40 Uhr: Samstag vormittag 8; nachmittag 4; Sabbatausgang 9.15 Uhr. — Wochengottesdienst: morgens 6.30 und «abends 7.15 Uhr. Deranttoortl. f. b. Feuilleton: i. D. Dr. Lang e. g{oc6 ei" Paat rttfienzug fäfjrt ag/ Gerade in diesem Jahr wird die Kamera ein lieber Begleiter sein. Die Zeiten sind dazu angetan, dah hier und da etwas eingespart werden muh und da bietet der billige Photosport einen dankbaren Ausgleich. Deshalb an den Amateur einige Fragen: Ist die Kamera in allen Tellen in Ordnung? Ist genügend Aufnahmematerial gekauft ? Besitzen Sie einen Selbstauslöser, Gelbscheibe, BeUchtungsmesser ? Sollten Sie noch keine Kamera besitzen, dann besuchen Sie uns bitte, wir haben die modernsten Kameras für die Reise auf Lager. Keine Reise ohne Kamera — denn wer photographiert hat mehr vom Leben I Photo-Winterhoff Kreuzplatz 9 Freitag, den 24. Juli, nachmittags ab 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Reuen- weg 28: drei Nähmaschinen (gut erhalten), zwei Ehebetten mit Roßhaarkcil und Feder- decken, Nachtschränkchen, Grammophone, acht Schreibtische, zwei Kassenschränke, Schreibtischsessel, drei Sofas, eine Di- trinc, eine Kommode, zwei Sessel, zwei Stühle und eine Bank, einen ovalen Goldspiegel, Küchenbüfett, einen Staubsauger u. v. a. 4885D Zu verkaufen: ein Schlafzimmer (Eiche), Büfetts, Kre- denzen, Nachttische, Wäsche- und Klei- derschränke, eine Küche, Schreibtische, Bücherschränke. Versteigerung bestimmt. Ludwig Hartmetz Auktionator und Taxator, Neuenweg 28 — Telephon 3414. 4878 A Kinderfest in Staufenberg. Allen Einwohnern StaufenberaS sagen wir auf diesem Wege für ihre Mühe und Arbeit, ihre Gastfreundschaft und Liebe, vor und während deS Festes, unseren her»- Uchsten Dank. 04198 Freie Tornerwchaft Staufenberg. MUMMMU Am Freitag, dem 24. Juli 1931, vormlttagö 11 U6r, versteigert der Unterzeichnete in Maibach öffentlich meistbietend gegen sofornge Barzahlung nachstehende Gegenstände eine Lokomobile zwei Trcichkastcn eine Strohpresse eine Schrotmühle einen fahrbaren Motor. Treffpunkt der Steigerer Bürgermeisterei Matbach iKreiS Friedberg». 4S69D Die Versteigerung findet bestimmt statt. Saß, Gerichtsvollzieher in Butzbach. Vermietungen Kl. befchlagnahmefr. 3-Zimmer-WohnuDg (RaiferaQec) los. zu vermieten. Nab. A. Becker, Keplerstraße 9 Grobe 2-Zimmer-Wotinung L Stock, ab 1. August zu vermieten. [(M1M Bisratr. I,Wirtschaft Groß-Garage am Aulweg Einzel-Boxen 4871D Mk. 16.— per Monat Bammel-Boxen Mk. 10.- per Monat Wagenwäschen u. -pflege Eigene Tankanlage Telephon 4240 Mietgesuche H. Bcamt.-Wwe. s. für sofort ob. später 3-4>Zimmer- Wohnung in Gteben ob. Umg. Genaue ichr. Anaeb. mit Preis unt. 48S9D an den Gteben. Linz. 2-3-Zimmer' Wohnung patt. ob. 1. Stock »um 1. August gesucht. Schrtfil. Angeb. unt 04200 a. d. Gien. An». 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Ein paar freie Tage, in denen er, den kontrollierenden Blicken seiner Gattin entrückt, ungestört seinem Vergnügen nachgehen könnte, kämen ihm gerade jetzt sehr gelegen. Die Sache mit der kleinen Bergmann war nämlich im besten Gange Fritz Jasons heimliche Badebekanntschaft hatte ihm gründlich den Kops verdreht. Ein verteufeltes Frauenzimmerchen! nannte er sie in seinen Selbstgesprächen. Mit ihren feurigen Augen mochte sie schon mancherlei Unheil angerichtet haben: ihm wurde jedesmal siedendheiß, wenn sie ihn ansah. Und ein Temperament schien das zierliche Persönchen zu besitzen, Donnerwetter! Ganz klug wurde Jason allerdings nicht aus ihr. Sie hatte eine merkwürdige Art, Fragen, die ihre Vergangenheit betrafen, auszuweichen. Wahrscheinlich stimmte da irgend etwas nicht ... Um so mehr interessierte sie sich für seine, Jasons Verhältnisse, und auch nach den Fremden, die mit ihm im gleichen Hotel wohnten, hatte sie sich schon mehrmals eingehend erkundigt. Dieses vornehme Hotel mußte überhaupt eine besondere Anziehungskraft auf sie ausüben, denn immer wieder kam sie im Gespräch auf seine augenblicklichen Bewohner zurück--- Fritz Jason beschleunigte seine Schritte: in der Ferne hatte er Sonja Bergmann entdeckt. Jungenhafte Freude schwellte seine Brust. Solch ein Abenteuer war wirklich nicht zu verachten: man spürte ordentlich, daß man doch noch nicht zum alten Eisen gehörte! In der Rähe der Fremdenpension, in, der sie wohnte, ging Sonja "Bergmann hin und her. Sie trug ein kupferrotes Seidenkleid, das zu dem blaß geschminkten Gesicht und den schwarzen Haaren stark kontrastierte. Mit aufmunterndem Lächeln sah sie Fritz Jason entgegen, der etwas keuchend arvEam. „Warten Sie schon lange, gnädiges Fräulein?" fragte er nach den ersten Worten der Begrüßung. „Wenige Minuten. Im Zimmer war es mir zu schwül geworden, da habe ich mich lieber hier draußen auf geh alt en." Sie gingen hinweg. Jason war sichtlich bestrebt, möglichst rasch aus dem Ort hinauszukommen: aus zweierlei Gründen: einmal lief man hier in den belebten Straßen jederzeit Gefahr, Bekannten vom Hotel zu begegnen, auf Umwegen könnte Elsbeth etwas von seinen Spaziergängen erfahren ..., zum anderen war das Alleinsein mit Sonja draußen in den Dünen allzu verlockend ... Sie stapften dann durch den heißen Sand. Jason hielt bald Umschau nach einem geeigneten Lagerplatz. Eine Mulde, in der sie den Blicken Vorübergehender einigermaßen verborgen waren, erschien ihm sehr geeignet. „Wollen wir hier ein Weilchen bleiben?" fragte er. Sonja war es recht. Sie legten sich nieder. Jason war anfangs sehr gesprächig, nach und nach verstummte er. Seine kleinen, runden Augen, die unablässig an dem rassigen Gesicht, dem schlanken Körper Sonjas hingen, redeten dafür eine um so deutlichere Sprache. Immer wieder fuhr er sich mit dem Taschen» tuch über die gerötete Stirn. Er hätte nicht sagen können, was ihn heißer machte, die herrschende Mittagshitze, oder die Aähe Sonjas. „Run?" fragte Sonja Plötzlich, die ihn hinter halbgeschlosfenen Lidern betrachtet hatte. Jason kam sich ertappt vor und wußte nicht gleich, was er reden sollte. „Warum sehen Sie mich fortwährend an?" sagte Sonja eindringlich. Jason gab sich einen Ruck. Zum Teufel mit allen Bedenken und Hemmungen! Der Augenblick war günstig: ihn mußte er nützen! Er griff nach Sonjas Hand und bedeckte sie mit feurigen Küssen. „Sie sind die schönste Frau, die mir je begegnet ist, Sonja!" sagte er leidenschaftlich. „Wirklich?" „Mein Ehrenwort darauf! Ich finde Sie so entzückend, daß ich Ihnen am liebsten einen Kuß geben würde!" Er wollte Sonja umarmen; blitzschnell rückte sie aber zur Seite. „Richt so hitzig, lieber Freund!" sprach sie mif spöttischem Lächeln. „Sie sind grausam, Sonja!" „Und Sie vorschnell, Herr Jasvn! So rasch geht das bei mir nicht!" „Soll das eine Hoffnung für mich sein?" fragte er hastig. „Es kommt ganz auf Sie an!“ Er machte eine theatralische Geste, die zu seinem rundlichen Aeußeren und dem rotbackigen Gesicht nicht recht passen wollte. „Verlangen Sie von mir, was Sie wollen, Sonja!" Eine Härte kam jäh in Sonja Bergmanns Blicke, mit denen sie Jason maß: sie sagte aber ganz freundlich, verheißend: „Warten wir ab! Wir sind ja beide noch eine Zeitlang in Rorderney!" Wie zufällig lehnte sie sich nachher mit der Schulter an ihn. Jason, vor dem es zu flimmern begann, legte zaghaft den Arm um Sonja. Sie wehrte diesmal nicht. Ein kurzes Schweigen entstand: dann sagte Sonja Bergmann leichthin: „Haben Sie sich inzwischen nach der eleganten jungen Same, die wir neulich im Kurhaus trafen, erkundigt? Ist sie wirklich so immens reich, wie Sie behauptet haben?" „Sie meinen Fräulein Willer?" „Ihren Ramen habe ich nicht behalten: es wird aber die Dame sein, die ich im Auge habe." „Warum interessieren Sie sich eigentlich so lebhaft für Fräulein Willer?" fragte Jason verwundert. Sonja zuckte mit den Schultern. „Die Dame gefiel mir; sie machte einen sehr forschen Eindruck. Run möchte ich Räheres von ihr wissen. Ich leide nun einmal an krankhafter Reu gier!" „Sie Arme! ... Zum Glück kann ich Ihnen diesmal helfen: Ich habe im Hotel bei zwei Berliner Herren, die ich für kompetent hielt, umhergehorcht; danach wird der Vater von Fräulein Willer, der in "Berlin eine der größten Baufirmen besitzt, auf mehrere Millionen taxiert. Man braucht sich also nicht zu wundern, wenn das Fräulein Tochter hier das Geld mit beiden Händen hinauswirft; auch den Luxus an Kleidern und Schmuck, den sie treibt, versteht man dann." Mit regungslosem Gesicht hatte Sonja zu- gehört. Sie hielt den Kopf gesenkt; etwas Gespanntes war in ihrer Haltung. Run lächle sie auf. „Warum sollte sie das Geld nicht ausgeben, wenn sie es besitzt? Dann kommt es wieder unter die Leute!" Gleich darauf erhob sie sich. „Jetzt müssen wir nach Hause gehen!" In flehenden Tönen bat Jason sie, noch etwas zu bleiben; aber Sonja beharrte auf ihrem Entschluß. Sie befanden sich schon in der Rähe von Sonjas Pension, da prallte Fritz Jason, der gerade Pläne für die nächsten Tage schmiedete, zurück. Aus einer Seitenstraße waren seine Tochter und der Schauspieler Bertram aufgetaucht. Rur wenige Schritte waren sie voneinander entfernt; ein Ausweichen war nicht mehr möglich. „Da komwt meine Tochter!" sagte Jason hastig zu Sonja. Er befand sich in größter Verlegenheit; daß Lotte ihn hier erwischte, war ihm sehr peinlich. Auch Lotte war anfangs bestürzt, als sie sich so unerwartet ihrem Vater gegenüber sah. Rasch hatte sie aber ihren Gleichmut wiedergefunden. „Guten Tag, Papa!" sagte sie in unbefangenem Tone, als die beiden Paare sich gegen» überstanden. „Guten Tag, Lotte! Auch einen Spaziergang gemacht?" In merkbarer Erregtheit, über^>ie_er sich ärgerte, da er in Sonjas Zügen einen spöttischen Ausdruck zu sehen glaubte, stellte er dann Lotte und Paul Bertram seiner Begleiterin vor. Man wechselte einige höfliche Worte. Da sich herausstellte, daß man den gleichen Weg hatte, gingen die vier bis zu Sonjas Behausung. Die Unterhaltung war etwas gezwungen; man wußte nicht recht, was man sprechen sollte. „Sehe ich Sie morgen wieder, Herr Jasvn?" fragte Sonja beim Abschied. Jason fühlte, wie er unter den beobachtenden Blicken seiner Tochter rot wurde. „Gewiß, gewiß!" antwortete er hastig. „Ich schreibe Ihnen noch, um welche Stunde." Verdammt, dieses Zusammentreffen! Was mochte Lotte von ihm denken! Run, schließlich befand sie sich gleichfalls auf verbotenen Wegen; was hatte sie mit diesem Schauspieler umher- zubummeln! Der Gedanke, nicht der einzige Uebeltäter zu sein, gab Jason wieder seine gute Stimmung zurück. Was hatte er eigentlich zu fürchten. Lotte würde ihn gewiß nicht verraten! „Die arme Mama! Wenn sie wüßte!" sagte Lotte mit spitzbübischem Gesicht, als sie nachher im Hotel die Treppe hinaufgingen. „Allerdings!" „Du machst ja schöne Sachen, Papa!" (Fortsetzung folgt.) 4883 D adschrtst an 3ran5(0ultöei5,5telnfU[tQi).Baöiioui)eim [Verschiedenes | Rödgen, den 22. Juli 1931. 4870D 4867D sind abhanden gekommen: Nr. 18 815, lautend auf Namen Carl Lust, Nr. 6 328 j Empfehlungen | Nr. 20 423 Vereine Nr. 28 067 Nr. 32182 Nr. 33 719 Nr. 69 731 Nr. 73 721 Lichtspielhaus / Gießen Mordprozeß MaryDugan Hauptr. Nora Gregor, Arnold Korff WFPRFdrucksachen BrQhl'sche Druckerei Für ausbaufähiges Unternehmen wird tüchtiger junger Günstige Kapitalanlage Bauplätze vreis- roert abzugeben. 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Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Viehmann III. und Ehefrau, geb. Volk Frieda Viehmann August Heid Allen dort a. d. Lahn, den 23. Juli 1931. Die Beerdigung findet Freitag, den 24. Juli, nachmittags 3V, Uhr statt. 4880 D Wir geben hierdurch bekannt, daß wir den Zinssatz für bereits bestehende Konten mit Wirkung vom 1. Aug. 1931 ab wie folgt festgesetzt haben: 4887 D a)im Sparverkehr auf............... 8°/0p.J. b) im Giro- (Kontokorrent-) Verkehr a. 7% P- J- Bezirkssparkasse Gießen Meine Füße *cm fühlen sich erst wohl, seit ich ,ßba*atBa>Schuhe trage. Anatomisch richtig. Vollendet in Schönheit und Form. XSha6at&i/-Schuhe u. Fußgelenkstutzen sind wahre Helfer in Fußnöten. Fertig nach Maß. Überzeugen Sie sich von der anerkannten Qualität und Preiswürdigkeit! 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Für deutsche Verhältnisse ist das gar nicht aus- zudenken: wir sind der Ansicht, daß ein vssen- lichtlicher Dieb nicht Abgeordneter werden und sein kann. 3n der Tschechoslowakei nimmt man es mit der Unbescholtenheit der Volksvertreter allerding- nicht so genau: sonst wäre es unmöglich. dasi in Prag em Abgeordneter der Sudetendeutschen dem tschechischen Abgeordneten Gajda dieser Tage in öffentlicher Sitzuna zu- rusen tonnte: .Sie sind ja der größte Dieb des ganzen Landes!" Musi Gajda diesen schimps- lichen Zuruf so ruhig hinnehmen? Sr muh es. jedermann in der Tschechoslowakei weih genau, was mit diesem Volksvertreter loS ist. Im Weltkrieg muhte auch Herr Gajda zu den Fahnen einrücken. AlS er vor der russischen Front w-r benutzte er schleunigst die Gelegenheit, sich als Ueberläuser zu betätigen. Wir wissen, dasi ihm sehr viele seiner Landsleute gefolgt sind. 3n der russischen Gefangenschaft fühlten sich die Herren sehr wohl, weil die Aussen aus propagandistischen Gründen mit diesen Deserteuren sehr glimpflich verfuhren, jedenfalls ganz anders als mit den deutschen und österreichischen Feldsoldaten, die sich wacker geschlagen hatten. Dann kam der bolschewistische Umsturz und mit ihm die grosieStunde derTschechen. HerrGajda, bis dahin ein einfacher Soldat, ernannte sich au- eigener Machtbefugnis zum Offizier und bildete die berüchtigte tschechische Legion Die Legionäre erkannten ihn an, in der verständlichen Hoffnung, nun schleunigst nach Hause zu kommen. Vorher aber führten sie noch einen Raubzug durch, der in der Weltgeschichte fast ohne Deispwl ist. Zwar war die tschechische Legion bestimmt, der Weihen Armee im Kampfe gegen dieDolschewisten zu helfen, aber daran dachten die Herren gar nicht. Sie sahen auf das Beispiel ihres Führers Dajda. der inzwischen bereits zum General avanciert war: sie bemächtigten sich der Verkehrsmittel auf der transsibirischen Eisenbahn, plünderten Lebensmitteldepots. Banken und Privatwohnungen: sie sammelten einen unermesiliehen »KriegS- schah", den sie nach Hause zu schleppen gedachten. In Kampfhandlungen griffen sie kaum oder nur sehr behutsam und mit voller Deckung ein; ihr GeneralstabSches Gajda hatte ja alle Hönde voll zu tun. um seine im grohen Rahmen betriebenen Raubzüge bei der Bevölkerung durchzuführen. Es belastete auch sein Gewissen kerneSwegs, den Führer der Kampfarmee gegen die Bolschewisten. Admiral K o l t s ch a k, gefangenzusctzen und elendiglich umkommen zu lassen, gelang es ihm doch dadurch. auch noch in den nahezu vollständigen Besitz der Kriegstasse der Weihen Armee zu kommen. Degen die deutschen und österreichischen Kriegsgefangenen, die sich in Sibirien aufhielten. war er erbarmungslos: ob hungrig, 0b franf. er lieh sie um kommen. Kein Transportmittel gab er für ihre Beförderung ab. während jeder seiner Legionäre über einen ganzen Eisenbahnwagen verfügte. Die geraubten Lebensmittel verkaufte er zu ungeheuren Wucherpreisen an die russische hungernde Bevölkerung und gelangte auf diese Art in den Besitz eine« Vermögens. von welchem er heute noch recht gut lebt Zwar hatte ihn die Armee des tschechoslowakischen Staates wieder zum Gemeinen degradiert, aber Abgeordneter darf der Meister Gajda immer noch sein. Die R e i ch S a r b e i t s ge m e i ns ch a f t der deutschen Presse, die berufene Vertretung der ZeitungSverleger und der Redakteure, hat in einer sehr scharfen Gntschliesiung die letzte Rotverordnung mit ihrem Eingriff in die Pressefreiheit abgelehnt und gleichzeitig dem Reichsinnenminister Dr. Wirch die Bedenken die fie dagegen hat. eingehend vorgetragen: immerhin mit der Wirkung, dasi der Minister neue Richtlinien hcrausgcgeben hat, worin er darauf hinweist, dasi eine Zeitung nicht ihrerTen- denzwegen verboten werden darf, sondern nur beim Dorliegen eines bestimmten, der Rotverordnung entsprechenden Tatbestandes. Herr Dr. Wirch hat sich also entschliesien müssen, innerhalb weniger Tage zweimal Richtlinien zur Rotver- vrdnung herausgehen zu lassen: immerhin ein De- Menschen und Modelle. Don Professor Or. h. t. Hugo Lederer, Leiter der staatlichen Meisterschule für Bildhauerei an der Akademie der Künste in Berlin. Im Jahre (916. mitten im Kriege, habe ich in Kowno Deneralseldmarschall von Hindenburg mobelhcrt Die Zeit der Arbeit an der Hindenburgbüste ist mir auch heute noch auher- ordentlich scharf im Gedächtnis. In einem Wohn- baufc, zwei Treppen hoch, wartete ich auf das Erscheinen Hindenburgs. Man hörte den festen Tritt des Feldherrn auf den steinernen Stufen. Der Adjutant risi die Tür auf und der Feldherr erschien. Freundlich sagte Hindenburg zu mir: »Haben Sie sich mich so vorgestellt?" .Jawohl, Herr Deneralfeldmarfchall", erwiderte ich. die hochragende Figur des Heerführers betrachtend. Daraus sagte Hindenburg: .Ra denn ist s ja gut, dann kann s ja losgehen." »Sie müssen mich entschuldigen", fuhr Hindenburg fort .dasi ich Ihre Bismarckstatue in Hamburg noch nicht gesehen habe. Ich hatte noch keine Gelegenheit dazu." Es war eine reine Freude, das außerordentlich interessante, markante Gesicht des Generalfeld- marschalls zu modellieren. Der Ausdruck seines Gesichts war damals sehr verinnerlicht, die riesige innere Spannung, die die Führung des größten Krieges der Weltgeschichte von dem Feldherrn verlangte, spiegelte sich in den charakteristischen Gesichtszügen Hindenburgs getreulich wider. Ich hatte die Erlaubnis erhalten, zwei Kollegen — Prof. Mehner und Prof. Petersen — an den Sitzungen teilnehmen zu lassen. Sofort stellte sich zwischen uns allen ein seelischer Kontakt ein. Der grobe Feldherr verwandelte sich in einen leutseligen, herzlichen Menschen. Als mein Kollege Mehner erzählte, er stamme aus Eger, fügte Hindenburg hinzu: .In meiner Jugend, als ich Eger besuchte, dachte ich immer, wie schade, dasi ich nicht im Dreißigjährigen Krieg gelebt habe. Jetzt ist aber die Situation so ähnlich." Hindenburg war ein ausgezeichnetes Modell. Sr sasi ruhig und gelassen und erleichterte uns dadurch die Arbeit in hohem Grade. weiS. dasi er selbst das Gefühl hat. wie wenig das. waS er sagen wollte, in dem Wortlaut der Verordnung xum Ausdruck gekommen ist Wenn die ReichSregterung den Wunsch hatte, die Abkapslung. in tnc sich die radikalen Gruppen innerhalb der Presse einschliehen. zu durchbrechen und dafür zu sorgen, dasi wichtige Regierungskundgebungen dem ganzen deutschen Volke tatsächlich bekannt werden, fo ist dagegen gewiß nichts zu sagen, daS ist ein durchaus berechtigtes Verlangen. Wenn die Reichs reg ierung weiter den Wunsch hat, der vergiftenden Art der Polemik entgegenzuarbeiten, wie sie sich leider in den letzten Jahren gerade in den radikalen Parteien mehr und mehr breit gemacht Hot, bann wird sie darin der Unterstützung der gesamten verantwortungSbewusiten Presse sicher sein. Aber dazu bedurfte eS doch wirklich eine« neuen Ausnahmegesetzes gegen die Presse nicht, dazu finb die vorhandenen Bestimmungen mehr als ausreichend. ES lag also an sich für einen Eingriff so weittragender Art keinerlei Anlah vor, falls sich nicht etwa dahinter Ziele verbergen, die über den zugegebenen Zweck weit hinouSgehen. Die Verordnung scheint der Reichsregierung von dem preusiischen Kabinett geradezu abge- trotzt worden zu fein. Macht man sich diese Zusammenhänge klar, dann muh man zu der Vermutung kommen, dasi von Preußen au« der Versuch gemacht werden soll, mit Hilfe dieser Rol- verordnung die gesamte Opposition mundtot zu machen und allem, wo« nicht unbedingt in der Musik der Weimarer Koalition mitmachen will, einen Maulkorb vorzuhängen, wozu die kautschuk- artigen Bestimmungen der Rotverordnung mehr als hinreichend Gelegenheit geben Denn das Kriterium. dasi .die öfsentliche Sicherheit und Ordnung gefährdet wird", ist so willkürlich - zumal da die Entscheidung darüber in da« subiekuve Empfinden unserer Polizeioraane gelegt ist —, dasi dadurch auch iede sachliche Auseinandersetzung mit Einzelheiten der Regierung-Politik zum mindesten unmöglich gemacht werden kann. Wir vermögen un« jedenfalls nicht vorzustellen dasi auch nur ein einziger Artikel zugunsten des Volksbegehrens für die Auflösung des Preusiischen Landtages geschrieben werben kann, ohne dasi irgendeine Polizeibehörde darin eine »Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung" erblickt. Wenn das der Zweck der Hebung fein sollte, dann wäre es ein gefährliches Spiel. Friedrich der Grosie hat immerhin von der Äunft des Regierens einiges verstanden, und wenn er damals an- oebnete, dasi .Gazetten nicht genietet werden" bürsten, fo könnte bas Kabinett Brüning daraus auch heute noch viel lernen... Ein paar Meier unter Aull. Don Teheran zum Kaspischen Meer. — Moskaus Einfluh ifi Persien. — Oie Riviera der Zukunft. - Acht Eier zehn Pfennige. - Oie neue Zeit. Don unserem A. 8.-Derichterstatter. (Rachdruck, auch mit Quellenangabe. verboten?) ' Pa hiev i (Kaspisches Meer). In Teheran welkte der Flieder, in den Tälern deS E l b u r z blühten Kirsche und Apfel, und auf den Höhen des Demavend lag der Schnee. Die Jahreszeiten verschwimmen ineinander. Der Sommer des Hochlanbsplateaus weicht an den höheren Hängen dem Frühling, noch weiter hinauf träumt eine einsame Karawanserei inmitten knospender Sträucher dem Lenz entgegen. und über die letzten Weg-Etappen zu den Graten braust der Wintersiurm. Einsam liegen die Karawansereien. Hie und da erblickt man noch Treiber mit ihren Eseln und Kamelen, an deren Hälsen riesige Glocken hängen, aber die Zeit für diese Jahrtausende alte Welt ist um, ist zumindest in Persien um, wo die Kraftwagen gegenwärtig kaum weiter kommen, weil — — überall Slrasien verbessert und Brücken gebaut werben für ein neues Zeitalter des Verkehrs, während an der Küste die ersten Dampf zöge laufen und hoch oben in den Lüften die Iunkermaschinen frühere Reisemonate in Reisestunden verwandeln. Ganz allmählich vollzieht sich der Anstieg von dem in 1200 Meter Höhe liegenden Teheran zum Patz des Gebirges, das die Grenze der Provinz Mazanderan bi®et. Aber dann geht es rasend schnell abwärts, steil führt der Weg zum Tal, beffen Sohle nicht sichtbar werden will: und wenn man meint, nun müsse der Grund der Welt bereits erreicht sein, dann erblickt man — tief unten — an irgendeinem Hang noch einen Wollenfetzen, Beweis dafür, dasi man noch immer dem Himmel nahe ist. Inzwischen aber zeigt Iran ein neues Gesicht, bedecken sich die Felsen mit Wäldern von einer Pracht, wie man fie im überzivilisierten Europa nicht mehr findet. Das ist kein Urwald. kein Dschungel, sondern man befindet sich inmitten ungeheurer Waldbestände. die trotz aller erhaltenen .Unberührt» heil etwas Wildromantisches und Liebliches zu gleicher Zeit ausströmen. Man vergitzt. dasi man sich im Herzen des Orients befindet und glaubt, jeden Augenblick müsse in irgendeiner Lichtung die Gestalt eines Karl Moor, umgeben von seinen wilden Gesellen, auftauchen. Aber Karl Moor erscheint nicht. Dafür lagern an Holzfeuern Zigeunerfamilien, hier in Persien genau so wie in Deutschland. Dieselben Gesichter, dieselben Kleider, derselbe unendliche Wandertrieb. Plötzlich treten die Berge zurück und der Blick schweift im Lichte der schnell sinkenden Sonne Den zweiten Feldherrn aus dem Weltkriege, Feldmarschall von M a ck e n s e n, habe ich gleichfalls mitten im Kriege, und zwar im Jahre 1917 in Bukarest modelliert. Am Abend vor der Sitzung mürbe mir Gelegenheit gegeben, Mackensen ungezwungen im Hotel im Kreise seiner Offiziere zu beobachten. Dor Beginn der Arbeit, die in einer Dilla stattfand, hatte ich bereits einen Entwurf der Büste fcrtiggcftellt. Als Mackensen in seiner bekannten strammen Soldatenhaltung eintrat, sah er mit Verwunderung die Düste und fragte mich: Haben Sie das aus Berlin mit- gebracht? Die Arbeit ist ja fertig!“ Ich erklärte dem Feldmarschall den Zusammenhang und die Sitzung begann. ES war aber keine Sitzung im »buchstäblichen Sinne", denn der Feldmarschall stand. Wundervoll war die Haltung Mackensens — er stand stramm, aber zugleich ganz leicht und beweglich. Ehorakteristisch für ihn der nimmer ruhende falkenähnliche Blick des Auges. Diese Arbeit fiel mir übrigens besonders leicht und zur begreiflichen Freude des Modells war ich bald fertig. Richard Strauß, der repräsentativste deutsche Komponist der Gegenwart, hat mir vor ungefähr 25 Jahren Modell gestanden. Ich modellierte seinen Kopf mit gesenkten Augen, genau so wie er ihn beim Dirigieren hält — darüber war der Meister zuerst einigermaßen ungehalten. »Ich bin doch ein Sturm- und Drangmensch und kein in sich gekehrter Philosoph!" rief er aus. Ich fetzte bem Meister auseinander, daß er beim Dirigieren genau so aussehe, wie ich es festgehalten hatte. Schließlich war er dann auch mit meiner Anschauung einverstanden. Ich habe übrigens Richard Sttauh stets gebeten, zur Sitzung zu tornmen, unmittelbar nachdem er stark gearbeitet hatte, weil dadurch sein Gesicht formenreicher war. An der Strauß-Düste habe ich sehr lange gearbeitet. Eines Tages fragte mich der Korn- ponist, ob ich auch schon eine schöne Frau modelliert hätte und schlug mir dabei vor, seine eigene Frau zu modellieren. Strauß machte den Eindruck eines idealen Familienvaters. Gr vergötterte seine Frau und seinen Sohn, den er mir gleichfalls als Modell pries, da er wie ein .kleiner Rapo- leon" aussähe. hinunter in eine der tiefsten Ebenen der Welt, tiefer al« der Sp iegel des Weltmeeres, und am äußersten Rande dieses grünenden und blühenden Landes glänzt in der Ferne daS Kaspische Meer. In Aliabad, das man am Abend erreicht, hort man deutsche Stimmen. Hier ist der Endpunkt der von Deutschen erbauten Eis-enbahn. die über Sari nach Dender Gaz führt, der vorläufige Endpunkt jedenfalls, und hier ist die deutsch- persische Weberei und Spinnerei Thahi im Entstehen begriffen, eine Art Derfuchsanstalt, die, wenn sie sich bewährt, Rachfolgerinnen finden soll in den verschiedensten Provinzen des Landes. Gegenwärtig steht die ganze Industrie Persiens i m Schuhe eines Außenhandelsmonopols. das genau so streng gehandhabt wird wie das sowjetrussische. Da man aber nicht weiß, ob die Regierung dieses QHonobot aufrechterhalten kann, ist es schwer, vorauszusagen, ob 'alle die "Betriebe, die heute eingerichtet werden. in Zukunft auch rentabel fein Werdern 3m übrigen hat die persische Küste des Kaspischen Meeres ein stark russisches Gepräge. Richt allein die vielen Tausende von Emigranten. die nach der zweiten Moskauer Revolution ins Land kamen, leben hier — man weiß nicht recht wovon —. auch dos neue Rußland macht sich in Rordpersien breit. Der Umstand, daß eine Verbindung zwischen Rord und Süd nicht besteht — Kamelkarawanen sind ja heute meßt mehr ol« Verkehrsmittel für Tausende von Kilometern zu zählen, und auch die paar Flugzeuge machen den Kohl nicht fett — vermögen die Sowjets eine Art Monopolstellung einzunehmen. Wagt es einmal jemand, ohne den Willen Moskaus sich in Rordpersien zu etablieren, so wird er so lange unterboten, bis ihm die Lust vergeht, oder aber, biS er ruiniert ist. An der Küste wird fieberhaft gearbeitet. Man kommt heute mit dem Kraftwagen nur schwer weiter — weil überall gebaut wird, Straßen verbessert, Drücken geschlagen werden. In einigen Jahren dürste es eine Lust sein, mit hundert Kilometer Geschwindigkeit an der Westküste des Kaspischen Meeres enllangzurasen. Steil fallen schneebedeckte "Berge zur Küste ab. Rur ein schmaler Streisen trennt den Fuß de« Massivs von den grünlichen Wellen des ewig bewegten Meeres, und hier und da steigen Dampswollen in die Luft, ist diese von Schwefeldämpfen erfüllt. Kapital und eine halbwegs erträgliche Derb in» dungsmöglichkeit mit Europa, und Äordostpersien Arthur R i k i s ch, der große Dirigent, war nicht leicht zu modellieren, denn sein Gesicht fah jeden Tag anders au«. Ri lisch war überarbeitet und nervös, was seinem Gesichtsausdruck täglich neue Züge verlieh. Er war ein reizender, liebenswürdiger Mensch, bewunderte Kunstwerke, die man ihm zeigte, und gebrauchte dabei oft sein Lieblingswort »phänomenal". Rikisch war Aesthe- tiker durch und durch. In Frauengesellschaft lebte er förmlich auf. Daher begleiteten ihn stets schone und elegante Frauen, die sich mit ihm während der Modellsihungen unterhielten. Ein anderer großer Musiker unserer Zeit, Hans P f i h n e r, war bei den Sitzungen außerordentlich nervös. Er war einigermaßen ungehalten darüber, daß ich ihm, wie er behauptete, einen Scheitel machte, den er nicht hatte. Er strich sich durchs Haar, das sich dabei teilte, und bewies mir an Hand dieser praktischen Dorführung, da er einen natürlichen Scheitel hatte. Professor Orth, der berühmte Pathologe und Rachsolger Dirchows, war Arzt vom Scheitel bis zur Sohle. Er saß ausgezeichnet und war zu federn Zeitopfer bereit. Er hatte Freude dran, an Düsten nach eventuellen Dererbungserschei- nungen zu forschen, die er mit großer Behaglichkeit mitteilte. Wie der König der Tiere jagt. Eine knappe und ttockne Meldung berichtete kürzlich aus Llganda, daß dort 20 Eingeborene von Löwen aufgefreffen worden sind. Solche menschenfressende Löwen finb glücklicherweise nicht das Gewöhnliche, denn der König der Tiere zieht in feinem natürlichen Zustand Tierfleisch Menschenfleisch vor. Erst wenn er »Blut geleckt", d. h. von dem Fleisch eines Menschen gekostet hat, dann ist er derartig »auf den Geschmack gekommen", dasi er nun jede Gefahr auf sich nimmt, um sich diesen Leckerbissen zu verschaffen. Die Löwen, die jetzt das Gebiet von üganba unsicher machen und so viele Menschenopfer fordern, stammen von einer Herde Löwen ab, die alle zu Menschenfressern geworden waren und durch weiße Jäger erlegt werden sollten. Eie wurden auch zur Strecke gebracht, aber eS stellte sich heraus, dasi sie sogar ihre Jungen mit 'Menschenfleisch gefüttert hatten, so daß diese schon von Geburt an zu gierigen Feinden be« Menschen geworden waren. Während der Löwe in der Regel nur des Rächt« jagt, greifen diese nach Menschenblut gierigen Bestien auch bei Tage an. Die normale Iagdart der Löwen weicht von dieser sehr stark ab. Sie gehen meist nicht allein auf Raub auS — auch das ist schon ein Zeichen gefährlicher Eonderlingsart —, sondern sie jagen in Herden, und zwar schleichen sich einige Löwen gegen den Wind an die Opfer heran, während andere in der Windrichtung sich dem ahnungslosen Wild nähern. Durch unterdrücktes Knurren oder dadurch, daß die heran- schleichenden Löwen den Opfern ihre Witterung geben, wird unter der Herde eine panische Furcht hervorgerufen, fo daß die Tiere dem Haupttrupp, der sich gegen den Wind heranpirlcht, graben Weges in die Rachen und Tatzen laufen. Dies erfolgt gewöhnlich bei Rächt, doch hat der englische Großjäger F. E. Atherton auch Löwen bei Tage auf der Jagd beobachtet, doch waren sie bann fast immer erfolglos. »Bei einer solchen Gelegenheit", schreibt er. »näherten sich ein Löwe unb eine Löwin einem Gnu in ber offenen Ebene um acht Uhr morgens. Eie nahmen von meinem Wagen, ber nur etwa 20 Meter von ihnen entfernt war, keine Rotiz, so daß ich einen Film von bem interessanten Ereignis aufnehmen konnte. Unglücflidjertoeifc verscheuchte ich bas Gnu. Aber als ich es bann schoß, machten sich bie beiben Löwen bald danach über bie Leiche her unb verspeisten sie beim vollen Tageslicht, ließen auch ben Wagen nahe herankommen, so daß ich sie bei ihrer Mahlzeit filmen konnte. Diese »TageS- licht-Löwen", die ich im Tanganjika-Gebiet beobachtete, waren Tiere, die bis dahin noch niemals mit bem Menschen in Berührung gekommen waren unb deshalb auch keine Dorsichtsmahregeln für notwendig hielten. Tatsächlich ist alles afrikanische Wild zuttaulich und unvorsichtig, bis es mit ber Flinte bes Menschen Bekanntschaft gemacht hat, dann erst suchen sie Schutz vor ihren Feinden." w.rd zu einem BäderparadieS: heiße Meer. Hochgebirge, alles zufammengedrängt, alle« Vereint Bei Anbruch der Dunkelheit hört lebe# Autofahren auf. Man kann es nicht tragen, tn bet Rächt, die mit unwahrscheinlicher Schnelligkett hcre.nbricht. bie vielen Wasserläufe zu durchqueren, die noch immer die Sir aste versperren Dreie Wasserläufe find oft hundert bi« hunderlfünfzig Meter breit Fähnchen werfen den Weg. den ber Wagen nehmen mutz, um nrcht rettungslos zu versinken, ober ein ..Lotse" wartet mit hoch gekrempelten Beinkleidern darauf, vor einem bcnulaufen um schließlich, vor Kalle und Rässe zitternd, am anderen Ufer ein paar Pfennige Lohn entgegenzunehmen. Die Bevölkerung ist arm. Richt alle Dörfer am Rande des Kalpr- Sees kennen den Fischfang. Rur selten sieht man Fischerboote und Rehe Aber die Gastfreundschaft ist groß, und zu verhungern braucht hier, wo acht Sier zehn 'Pfennige kosten, niemand. SS gibt keine Hotel- zwilchen "Dender Gaz und Pahlevi. den beiden Häfen am Kaspr-See. Man übernachtet in Schenken zwischen Eseltreibern unb fahrendem Volk aller Art. Alkohol ist unbekannt, alles schlürft eifrig ben goldgelben duftenden Tee und itzt dazu den unvermeidlichen Reis. Petroleumlampen verbreiten Zwielicht, und vom Meer brau ft dauernd der Wind gegen die aus Lehm und Häcklel erbauten Mauern. "Bevor die Müdigkeit den Reisenden überfällt, erscheint noch eine Musikbande, mit uralten Dias- und Streichinstrumenten und spielt und fingt ein uralte« Lied. Unb ein junger Mensch in Mädchenk'.eidern tanzt dazu — irgendein armseliger Rest des Hellenismus, der. nut dem Aleraicherzug inS Land gebracht, sich hierher verirrt und erhalten hat. Jahrtausende lang. Die Musik, der Gesang wird unterbrochen von Märchen. die bärtige Männer mit gewichtiger Miene erzählen, indem sie gerne Pausen machen, bet denen das Donnern deS Kaspischen See« eindrucksvoll das Schaurige des Inhalts dieser Erzählungen unterstreicht. Seltsames Volk, das nicht die Sorgen der Moderne kennt, anspruchslos unb unpolitisch. Wie lange noch? Rur wenige Autostunden entfernt schneidet nämlich ein breite- Haff tief hinein ins Land. Dort liegen Reicht und Pahlevi. das frühere En- zeli. das man jetzt zu Ehren des Schahs so umgetauft. Dort liegen die Fischerkähne, dort sieht man die Kaviarflotten, dort steht, inmitten des Hafens, eine deutsche Daggermafchine. dort erblickt man eine mit deutschem Material erbaute kleine Werft. Dort regiert, unumschränkt, ein kleiner Diktator, cm Hafenkommandant, der Vie deutsche Sprache fließend beherrscht, und mit Stolz verkündet, daß er In Derlin-Eharlotten- burg ben Doktorgrad erworben. D i e neue Zeit pocht mit gewaltigen Fäusten an das persisch-kaspische Idyll, und die Pforten werden ihr bald gänzlich aufgetan fein. Roch wird hier allerdings zwischen Persern unb Russen ein Wirt- schaflS- und Kulturkampf auf Leben unb Tob geführt, noch flattert über bem Hafen von Pahlevi und an ben Masten der größeren Schiffe die rote Fahne des Sowjetreichs. Aher Schritt für Schritt gewinnt der Perser an Doden. an Doben im eigenen Land. Hessische Beamten-Ki-ankenlaffe. WSR. Darmstadt, 22. Juli. Rach dem Ausweis ber Deamtenkrankenkasfe per Ende Juni 1931 betragen die Einnahmen 807 772Mk. gegen 673 994 Mk. im gleichen Zeitraum be« Dorjahres unb bie Ausgaben 742 975 Mk. gegen 866 553 Mk. Der Linnahmeüber- s ch u ß beträgt bemnach 6 4 7 9 7 "2K t gegen 7381 Mark. Unter "Berücksichtigung ber Rücklagen hat bie Kasse Ende Juni einen verfügbaren Kasfenbe- ftanb von 108 928 Mk. gegen 78 371 Mk. am 31. Dezember 1930. Durchschnittlich kamen 95,11 Mk. Beiträge auf ein Mitglied gegen 96,97 Mk. im Dorjahre. Die Ausgaben für ärztliche Behandlung je Mitglied sind von 39,37 Mk. auf 36,98 Mk. zurückgegangen, die für Arznei- und Heilmittel aus Apotheken von 14,91 Mk. auf 10,37 Mk, die für Krcmkenhauspflege von 23,77 auf 21,90 Mk. Daß bei der Reuregelung der IBeiträge im letzten Jahre der Kopfbeitrag erhöht und der prozentuale Beitrag von 2,5 Prozent auf 1 bi« 1,5 Prozent herabgesetzt wurde, hat bewirkt, daß bie 6prozentige Gehaltskürzung Verhältnis- mäßig gering bei den Kasseneinnahmen sich auS- gewirkt hat. Durch die neue Gehaltskürzung der dritten Notverordnung wird das bisherige günstige Ergebnis allerdings wesentlich beeinträchtigt werden. Aus der Provinzialhauptstovt. Gießen, den 23. 3uli 1931. Oer grüne Knollenblätterpilz unser gefährlichster Giftpilz. Die Kenntnis dieses gefährlichsten Giftpilzes ist leider noch viel zu wenig verbreitet, was durch die alljährlich wiederkehrenden Pilzvergiftungen bewiesen wird. Der grüne Knollenblätterpilz ist dabei der Hauptübeltäter. Auf sein Schuldkonto sind die meisten tödlich ausgehenden Pilzvergiftungen zu verbuchen, in manchen Jahren bis zu zirka 100 Todesfälle in Deutschland. Sein Hut ist gelblich bis grünlich, meist etwas faserig geflammt' er kann aber auch ganz weißlich Vorkommen und somit Anlaß geben zu einer Verwechslung mit dem Champignon. Blätter, Fleisch und Stiel des Knollenblätterschwammes sind weißlich. Der Stiel ist zuweilen etwas gelb-grünlich getönt. Das wichtigste Merkmal des Knollenblätterpilzes ist der Knollen am Stielgrund, oft allerdings ganz unsichtbar, weil er mehr oder weniger in den Boden eingesenkt ist. Die weißlichen Hautfehen am Rande des Knollens umschließen in der Jugend den ganzen Pilz. Diese Jugendformen des Knollenblätterpilzes sind ganz weih und kommen ähnlich wie Boviste aus dem Boden. In seinem oberen Teil trägt der Stiel einen herabhängenden Weißen Ring, welcher als Schleier die Blätter in der Jugend schützend überspannt. Der ganze Pilz wird gewöhnlich ungefähr 10 bis 12 Zentimeter breit und ebenso hoch. Der Geruch dieses gefährlichsten Giftpilzes ist honigartig-sühlich, bisweilen widerlich-süßlich, aber nicht unangenehm kartoffelkeimartig, wie das meistens angegeben wird. Der grüne Knollenblätterpilz wächst im Laubwald, besonders unter Eichen. Eine Verwechslung des grünen Knollenblätterpilzes z. B. mit dem Champignon, dem Grünling oder mit den grünen Täublingen kann nur durch gröblichen Leichtsinn entstehen. Der Champignon ist leicht an den anfangs rosa, zuletzt dunkel scho» kvladebraun werdenden Blättern auf der Hutunterseite zu erkennen. Eine knollige Scheide am Stielgrund fehlt ihm; der Geruch der Champgi- nonarten ist angenehm würzig, öfters anisartig. Der im Kiefernwald vorkommende Grünling ist sofort kenntlich an seiner mehr oder weniger gelben Farbe in allen Teilen; knollige Scheide und Ring fehlen ihm gänzlich, wie dies auch bei den Täublingen der Fall ist. Eßbare grüne Täublinge sollte nur der Kenner sammeln. Rach dem Bericht der medizinischen Fachkommission der Deutschen Gesellschaft für Pilzkunde kann eine Gabelspitze voll vom grünen Knollen- blätterschwamm den Tod herbeiführen. Die Gefährlichkeit ist deshalb so außerordentlich, weil die Giftwirtung sich erst nach 6 bis 40 Stunden, meist mit Erbrechen und Durchfall, äußert. Bei den geringsten Anzeichen einer Pilzvergiftung sollte man für sofortige gründliche Entleerung von Magen und Darm durch Brech- und Abführmittel sorgen, wie auch für sofortige ärztliche Hilfe. Man hüte sich vor allen ähnlichen Pilzen, die eine Knollenscheide am Stielgrund besitzen Es gibt bei uns noch eine ganze Reihe von anderen Knollenblätterpilzarten, die zum Teil ebenfalls sehr giftig sind (Fliegenpilz, Pantherpilz usw.). Rur solchePilze darf manessen, die man ganz genaualsunschädlichkennt. Im Zweifelsfalle wende man sich an die nächste Pilzberatungsstelle, oder an die Deutsche Gesellschaft für Pilzkunde, Darmstadt (Hessische Landesstelle für Pilz- und Hausschwamm-Beratung). Taten für Donnerstag, 23. Juli. Sonnenaufgang 4.36 Uhr, Sonnenuntergang 20.26 Uhr. — Mond auf gang 15.15 Uhr, Monduntergang 23.28 Uhr. 1532: Religionsfriede zu Nürnberg; — 1562: Ritter Götz von Derlichmgen in Hornberg gestorben; — 1914: Ultimatum Oesterreich-Ungarns an Serbien Gietzener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 140 bis 150 Pfennig, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 10 bis 12, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 12 bis 15, Spinat 20 bis 25, Römischkohl 8 bis 10, Dohnen 8 bis 15, Dohnen (dicke) 10 bis 15, Erbsen 10 bis 15, Mischgemüse 8 bis 10, Tomaten 20 bis 40, Zwiebeln 10 bis 15, Kartoffeln 5,5 bis 6 (pro Zentner 4,50 bis 5 Wk.), Pilze 20 bis 25, Frühäpfel 30 bis 35. Falläpfel 6 bis 8, Aepfel (ausl.) 50 bis 60, Dirnen 25 bis 35, Dörrobst 30 bis 35, Kirschen 20 bis 35, Sauerkirschen 30 bis 35, Johannisbeeren 20 bis 25. Himbeeren 35 bis 40, Stachelbeeren 20 bis 25, Heidelbeeren 20 bis 25, Pflaumen 45 bis 50, Zwetschen 30 bis 35, junge Hähne 90 bis 110, Suppenhühner 90 bis 100, Pfirsiche 40 bis 50, Honig 40 bis 50 Pf. pro Pfd.; Tauben 50 bis 70, Eier 9, Blumenkohl 30 bis 70, Salat 5 bis 10, Salatgurken 15 bis 25, Einmachgurken 2 bis 5, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 15, Oberkohlrabi 8 bis 10 Pfennig pro Stück; gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Radieschen 10 bis 15 Pfennig pro Bund. ** Fortbildungs-Lehrgang f ü r Aerzte in Bad-Nauheim. Die Vereinigung der Bad-Nauheimer Aerzte veranstaltet vom 17. bis 19. September in der Dorlesehalle des Kerckhoff-Jnstituts in Bad-Nauheim ihren achten Fortbildungs-Lehrgang über „Kreislauferkrankungen und ihre Behandlung". Namhafte Aerzte des In- und Auslandes referieren über die verschiedenen Spezialgebiete. ** Verlorene Sparbücher. Die De- zirkssparkasse Gießen macht im heutigen Anzeigenteil darauf aufmerksam, daß die in dieser Bekanntmachung genannten Inhaber von verlorengegangenen Einlagebüchern und Hinterlegungsscheinen ihre Ansprüche innerhalb von drei Monaten geltend machen müssen. Interessenten seien besonders darauf hingewiesen. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 51 vom 21. Juli enthält: Die Ferien des Kreisausschusses. — Die Erhebung von Deckgeld für Bedecken der Stuten. — Die Entwästerung der Grundstücke in der Stadt Hungen. — Die Erhebung einer Biersteuer in der Gemeinde Trohe. — Dienstnachrichten. 3m Botanischen Garten. Kaum berührt von dem Getriebe des Alltags liegt der Botanische Garten unserer Universität, der alma mater Ludoviciana, im Herzen unserer Stadt. Der Lärm der Kraftwagen und der Straßenbahn, das vielfältige Geräusch der Straße dringt nur gedämpft in den beschaulichen Park hinein. Der Besucher sind nicht allzuviele und so liegen die Wege wenig begangen im Schatten der alten Bäume. Ja, manchen Gießenern wird noch nicht einmal bekannt sein, daß der Botanische Garten täglich geöffnet ist und während der Zeit von 8—12 und 14—17 Uhr (an Sonntagen von 9—12 Uhr) jedermann Zutritt hat. Eine einzige Stunde, die man in diesem Garten verweilt, bringt eine Fülle der Anregungen, einen stillen Genuß, zugleich bedeutet diese Stunde eine Erholung, die heute viele Menschen dringend nötig haben. Kaum an irgendeiner anderen Stelle unserer näheren! oder weiteren Umgebung tritt die Natur so viel- .fältig an den Menschen heran, nirgends kann uns die Unioerfalifäf der Natur so nahe gebracht werden wie in diesem Garten; und nirgends ist in unserer Stadt so viel Schönheit, so viel Farbe und harmonische Form vereinigt, wie hier. Der Gießener Botanische Garten entstand — um nur kurz die historische Seite zu streifen — im 17. Jahrhundert. Damals war der Garten allerdings noch sehr klein und bescheiden; er wurde erst später durch die Anlage eines forstwirtschaftlichen Gartens und dann durch die Angliederung weiterer Parzellen bis zu seinem heutigen Umfang vergrößert. Er ist einer der ersten seiner Art in Deutschland. Durch die Verlegung der forstwirtschaftlichen Abteilung nach dem Schiffen- berger Wald wurde erst die Möglichkeit zu der großzügigen Anlage geschaffen, in der sich heute der Garten präsentiert. Als Hilfsmittel für die botanische Forschung und als Unterrichtsmittel erfüllt er seinen wissenschaftlichen Zweck. Dem Besucher, der den Garten zum ersten Male betritt, wird eine sinnvolle Ordnung auf fallen, obwohl dabei der Charakter des Parkes sehr gut bewahrt wurde. Die Pflanzen sind nach einem natürlichen System, gewissermaßen nach Arten gepflanzt. Andererseits wurden Pflanzengruppen nach geographischen Gesichtspunkten geordnet; die Alpenflora ist in einem Alpinum zusammen gefaßt, die tropische Flora ist — soweit sie das Klima der gemäßigten Zone nicht verträgt — in Gewächshäusern vereinigt, die Giftpflanzen sind unter sich (eine unheimliche Familie), und die Arzneipflanzen haben ebenfalls ihren besonderen Platz. Eine Fülle der verschiedensten Blumen, die gerade jetzt ihre volle Pracht entfalten, findet der Besucher in dem Viereck, das von den Gewächshäusern gebildet wird. Betritt man den Garten vorn Brandplatz aus, so fallen dem Besucher zunächst einige merkwürdige und zugleich schone Bäume auf. Da ragt pyramidenförmig ein prächtiger Lebensbaum, eine Biota, empor, und in nächster Nähe breitet ein Ginkobaum, dessen eigenartige Dlattsorm besondere Beachtung verdient, seine Aeste. Ein Magnolienbaum nordamerikanischer Herkunft, fremdartige Büsche, Schattenpflanzen u. a. m. drängen sich auf; das Chrysanthemum maximum, das die Pyrenäen seine Heimat nennt und den deutschen Margeriten auf unseren Wiesen so ähnlich sieht, nickt von hohen Stengeln. Zwei mächtige Platanen, in deren Schatten ein Denkmal steht, eine große düstere Dlutbuche u. a. m. kennzeichnen den vorderen und ältesten Teil des Gartens, der durch die Allee, die im Zuge der Sonnenstraße verläuft und noch gut sichtbar ist, abgeschlossen wird. In diesem Teil des Gartens fallen weiter einige Miniaturgärten auf. So findet man zum Beispiel die Nachbildung eines Garlens aus der Karolingerzeil, die besonders durch die geringe räumliche Ausdehnung von nur einigen Quadratmetern charakteristisch erscheint. Daneben sind einige Beete angelegt, in denen die Rutz- und Kulturpflanzen der Steinzeit-, der Bronze- und der Eisenzeitmenschen vorzufinden sind. In nächster Nähe steht eine Sommerlinde, die die klangvolle lateinische Bezeichnung Tilia grandifolia führt. Das Licht der Sommersonne schimmert zart in den hellgrünen Blättern. Zur Zeit stehen die Fuchsien, die wir ebenfalls im ältesten Teil des Gartens vor- finben, in voller Blüte. Ein ganz besonderes Plus hat der Garten in einem Restbestand alten Hochwaldes, der die Rückfronten der Häuser der Reuen Däue und der Diezstraße den Blicken entzieht. Eine Gruppe stolzer Koniferen findet man ebenfalls vor. 2n den Gewächshäusern sieht man die nahezu 5 Meter hohen Kakteen im dämmerigen Lichte unter den nachgedunkelten Glasdächern stehen und bewundert die mannigfachen Formen dieser grotesken exotischen Gewächse. In großen Holz- kübeln sind grazile Palmen ausgestellt, die leicht ihre Fächer im Winde wiegen. Während der kalten Jahreszeit werden die empfindlichen Pflanzen im Winterhaus untergebracht. Verschiedene dieser Palmen sind dem Botanischen Garten aus Stiftungen zugegangen. In besonderen Abteilungen sind Bäume, Büsche und Pflanzen aus Reu-Holland, aus Japan und China, sowie aus dem Mittelmeergebiet nach ihrer geographischen Herkunft zusammengefaht worden. In allen Schattierungen von Grün, in allen Farben vom kräftigsten Rot bis zum zartesten Blau blühen in dem von den Gewächshäusern gebildeten Viereck die Blumen vieler Länder und bieten dem Beschauer einen ebenso überraschenden wie prächtigen Anblick. Hier fallen vor allem die vielen Arten von Sukkulenten (Fettpflanzen) auf, die in sehr vielen Arten vertreten sind, zur Zeit zum Teil in Blüte stehen und auf grotesk hohen Stengeln ihre üppigen Blüten tragen. Das Winterhaus präsentiert sich von dieser Seile aus, wie ein kleines Schloß, das in feiner dreiteiligen Front und dem an- gegliederten Türmchen einen schönen Anblick bietet. Hoch wölbt sich das Glasdach, unter dem im Winter die empfindlichen Pflanzen bei künstlicher Wärme am Leben erhalten werden. Hinter dem Winterhaus sind einige Bassins für Wasserpflanzen angelegt. Auf dunklem, undurchsichtigem Wasser schwimmen breite, füllige Blätter; Wasserrosen in zartem Weiß, in mattem Rosa und klarem Gelb wirken inmitten der düsteren Umgebung wie Flammen. In den Bassins sind Fische untergebracht, die das Wasser in steter geheimnisvoller Bewegung halten. Geht man einige Schritte weiter, dann stößt man, stets umgeben von bunter Dlütenpracht, auf einen Steingarten, der eine schier unerschöpfliche Fülle von Arten der bekannten Hauswurz (Sempervivum) umschließt. Auch hier stehen die Blüten auf hohen Stengeln und entzücken mit ihren matten Farben, rötlichen, violetten und gelblichen Tönen. Mit ehrfürchtigem Interesse betrachtet man aber die Giftpflanzen, die in einigen Beeten vereinigt sind. Da steht z. D. ein sehr harmlos aussehender Strauch, mit einfachen, hellgrünen Blättern, der es aber „in sich hat". Es ist der gefährliche Giflsumach (Rhus Toxicodendron), durch dessen bloßer Berührung schon eine Gefahr in der Form von schwer heilbaren Entzündungen und Geschwüren (besonders bei blonden Personen) heraufbeschworen wird. Roch manche andere Giftpflanze, die dem Laien mehr oder weniger fremd ist, kann man hier finden. Es würde zu weit führen, sie alle aufzuzählen. Instinktiv hütet man sich vor jeder Berührung. In dieser Gesellschaft befindet sich auch die Tabakpflanze; „Nicotiana tabacum“ steht auf dem weißen Porzellanschild, das jeder Pflanze beigegeben ist. (Ein Schmuckstück des Gartens ist das Alpinum. Es ist sehr geschmackvoll angelegt, fügt sich prächtig in den Garten ein, ist ein wesentlicher Bestandteil der gärtnerischen Anlage überhaupt und doch zugleich ein reizvolles landschaftliches Intermezzo. In bunter Blüte stehen die Pflanzen, spielerisch um die Felsen gruppiert, im Schatten der Steine oder die Steine überschattend, schön aber — Rudo lf von Valentini: Kaiser und Kabinettschef, Aufzeichnungen und Briefwechsel des Wirk. Geh. Rats v. Valentini, herausgegeben von Oberst Bernhard Schwert- feger, Preis Leinen 8 Mk., Verlag Gerhard Stal- ling, Oldenburg i. O. (206) — Einer der vielge- schmähtesten Männer aus der engeren Umgebung des Kaisers war der Chef des Zivilkabinetts von Valenttni. Man machte ihm in gewissen Kreisen zum Vorwurf, mit Dethmann-Hollweg durch Dick und Dünn gegangen zu sein und dem Kanzler namentlich gegen das große Hauptquartier die Stange gehalten zu haben. Man behauptet weiter, daß Valentini zu der höfischen Kamarilla gehört habe, die alles darauf anlegte, den Kaiser von anderen Einflüssen fernzuhalten, und die ihn über die Strömungen der öffentlichen Meinung in Deutschland wie im Auslande falsch unterrichtet habe. Auch in Bülows „ Denkwürdigkeiten" kommt er, wie so viele andere, schlecht weg. Aus seinen eigenen Aufzeichnungen gewinnt man ein anderes Bild. Sie stechen von Memoiren ähnlicher Art vorteilhaft ab durch ihre klare Sachlichkeit und vornehme Zurückhaltung. Was sie zu einer Reihe politischer Ereignisse von größter Bedeutung wie der Daily-Telegraph-Affäre, der Tangerfahrt, den verschiedenen Kanzlerwechseln von Bülow bis Hertling, zu den Fragen von Polittk und Kriegführung während des Weltkriegs im einzelnen Neues zu sagen haben, das wird die Geschichtsforschung zu untersuchen haben. Aber den Eindruck gewinnt auch schon der flüch- ttge Leser aus diesen Aufzeichnungen, daß Valenttni ein durch und durch vornehm denkender Edelmann konfervattver Prägung war, der seinem Kaiser treu ergeben war und das Bestreben hatte, dem Herrscher eine umfassende eigene Meinungsbildung zu ermöglichen. Er sah sehr wohl die Schwächen Dethmanns und wußte auch, daß weder Michaelis noch Hertling für den Posten ausreichten, den im schwersten Kampf der Weltgeschichte ein Bismarck gerade noch hätte ausfüllen können. Er sah auch die großen Schwierig- 10 Lektionen Fußball. Von Otto Nerz. n*). Ein Training für alle.—Was ist Balltechnik? Es gibt Leute, die sich monatelang ein Buch vor die Nase halten, laufen, mit Hanteln herumfuch- teln und das Ganze „Fuhbatttraining" nennen, ohne noch einen Fußball gesehen zu haben; und es gibt noch mehr Leute, die allein oder in Horden einen Ball mit den Füßen bearbeiten und sich rühmen, Fußball au spielen. Beides ist nicht richtig, richttg ist nur das Nebeneinander von Sp^ial- training mit Uebungsspielen und sogar mit Wettspielen, denn auch beim Wettspiel lernt man etwas, weil man seine Kräfte zusammennehmen. das theoretische Können in die Praxis um setzen muß. Aber fein Spieler unserer Nationalmannschaften versäumt sein tägliches Einzeltraining ohne Ball, und jeder schaut auch gern manchmal in ein Fuh- ballbuch. Es liegt int Wesen des Fußballsporis, daß jeder Spieler gelegentlich seine Positton auf dem Spielfeld wechseln muh. Nicht nur im Spiel selbst muß der Läufer manchmal als Stürmer, der Verteidiger als Läufer usw. spielen, sondern auch durch Mannschaftsgruppierungen infolge Verletzungen oder so kommt oft ein Spieler auf einen anderen Platz. In den Spitzenmannschaften ist natürlich die Spezialisierung mit Recht schärfer; aber Kreß z. B. hat in feinem Verein oft Mittelstürmer gespielt, Richard Hofmann spielt auf allen Positionen und ist ein blendender Verteidiger, Leinberger, der Mittelläufer der Nationalelf, hat repräsentativ als Stürmer angefangen und ist auch als Flügelläufer hervorragend. Dem entspricht es auch, daß das Körpertraining für alle Spieler nahezu dasselbe ist. Da sind vor allem die Laufübungen wichttg: kein Langstreckenlauf, höchstens 300 bis 400 Meter; Start aus der Hockstellung und Start aus dem Gehen und langsamen Lauf, aber möglichst plötzlich! Das sofortige Ankurbeln der Höchstgeschwindigkeit ist für manches Spiel entscheidend, denn •) Vgl. Nr. 165. in jeder Hinsicht der verfeinerten Kultur, die einem Alpinum eigen fein kann. Einige Schritte Wetter trifft der Besucher auf einen Teich, der in seiner Umgebung, inmitten eines Kranzes schöner Bäume, ein Idyll darstellt, wie es harmonischer nicht gedacht werden kann. Auf dem Wasser tummeln sich Enten. Eine Weide beriibrt mit ihren Zweigen die Wasserfläche. Einige Ruhebänke laden in diesem Teile des Gartens zum Derweilen ein. Nicht weniger schön ist noch das sog. „kleine Tal", in dem Farnkräuter in üppiger Fülle aus dem Boden wachsen. Nadelhölzer und einige Laubbäume wehren dem Licht der Sonne, so daß hier stets zartes Dämmerlicht herrscht. Eine kleine, künstliche Ruine wurde in diesem Tal geschossen, die aber zugleich einem praktischen Zweck dient, und schattenliebende Farne ausgenommen hat. Auf einem Hügel, zu dem Stufen aus schweren Steinen hinaufführen, steht eine alte Steinbank, der Wind und Wetter schon mttgespielt haben. Nichtsdestoweniger möchte man sie in dieser Umgebung nicht missen. • Der Garten in seiner Gesamtheit ist ein Kleinod, das unsere Bürger recht zu würdigen wissen sollten, zu würdigen und zugleich zu schützen! Aber leider gibt das Publikum, toie-man uns sagte, immer wieder Anlaß zu Klagen. Es wird manche Blüte abgepflückt, mancher Zweig geknickt, mancher Pflanze unachtsam Schaden getan, der sich wohl vermeiden ließe. Nicht zuletzt mußten aus diesem Grunde die Gewächshäuser für die Öffentlichkeit geschlossen werden. Sich wunschlos an all der Schönheit des Bo- tonischen Gartens zu freuen, müßte eigentlich das Ziel und die Voraussetzung- für jeden Besucher sein, der den Botanischen Garten nicht nur als Hilfsmittel botanischer Forschung, sondern auch als Erholungsort für eine kurze Stunde des Aufenthaltes fern der lauten Straße auf sucht. leiten, bei der Unzulänglichkeit der drei Kanzler und der Lieberlegenheit der Militärs der Politik den Vorrang vor der Kriegsführung zu wahren, der ihr gebührt, wenn der Krieg zu einem guten Ende führen soll. Für unsere Leser dürfte es von besonderem Interesse sein zu erfahren, daß die Familie be8 Kabinettschefs aus unserem Nachbarort Großen-Linden stammt und ursprünglich Velten hieß, woraus ein gelehrter Sproß, der Magister Johann Justus Velten (1625 geboren) durch die damals übliche Latinisierung seines Namens Valenttnus ober Valentini machte. — „Gastrosophi e“. Ein Brevier für Geist und Gaumen. Neue Wege zu Tafelfreude und Geselligkeit mit 40 Bildern, Rezepten und Menüs von Dr. med. H. Balzli. Steif kartoniert 3,60 Mk., vornehmer Geschenkleinenband 4,80 Mk., soeben erschienen im Walter-Hädecke-Verlag, Stuttgart, Birkenwaldstrahe 44. (122.) — Die Tafelfreuden haben von jeher eine tiefe Berechtigung. Wir wissen, daß nur Speisen und Getränke bekömmlich sind, die nicht bloß unseren Hunger und Durst stillen, sondern auch alle unsere Sinne befriedigen. Ja, die Küche, der Keller und die Tafel haben sogar den Hauptanteil am Aufbau der Zivilisation und der Kultur, und sowohl die Politik als auch die Liebe können ihrer niemals ent- raten. Dieses neue Buch des bekannten 'Ernährungsforschers zeigt uns unter Berücksichtigung aller Forderungen der modernen Ernährungshygiene neue Wege zur Tafelfreude und Geselligkeit. Es gibt interessante Einzelheiten über Nahrungsbedarf und Nahrungsbedürfnis, zeichnet die moderne Ernährungshygiene und neben vielen sonstigen interessanten Einzelfragen wird die Berechtigung und Notwendigkeit des Luxus' und des Komforts nachgewiesen. Daran schließen sich die praktischen gastrosophischen Unterweisungen (Rezepte und Menüs) an. Interessant ist auch der Abschnitt das Speisezimmer und die Tafel und unter den Speisezettelvorschlägen mit Weinfolge wird selbst der verwöhnteste Kenner Zusammenstellungen finden, die ihn überraschen. der Fußballspieler, der — anders als der Leichtathlet — blitzschnell lossaust und langsam am Ziel, dem Ball, ankommt wird dem Gegner die meisten Chancen nehmem Laufen in Schlangenlinien mit scharfem Herumwersen, Rückwärtslaufen mit plötzlichem Dorschleudern des Körpers schaffen die nötige Ausdauer und Wendigkeit. Und das Seilspringen ist für den Fußballer genau so wichtig wie für den Boxer. Laufübungen sind vor allem für schwere, breite Leute gut. Wer von Natur leicht und wendig ist, muß daneben viel mit Hanteln üben, Gewichte stemmen — bloß keine regelmäßige Schwerathletik, die macht schwerfällig! — und regelmäßige Gymnastik nach irgendeinem System treiben, hauptsächlich mit.Uebungen der Bauch- und Rückenmuskulatur. Auch Boren am Ball ist zu empfehlen. Da mit Keulenschwingen und gymnastischen Uebungen Hüften und Schultern gelockert werden, dürfen auch kräftige Spieler nicht darauf verzichten. Für die Gymnastik „ ist der Winter die geeignete Zeit, im Sommer läuft man mehr und arbeitet mit dem Ball. Zehn Minuten morgens, zehn Minuten abends — so viel Zeit sollte jeder für fein körperliches Einzeltraining ausbringen können. Wenn ein Trainer für regelmäßige Uebungsstunden zur Derfügung steht, um so besser! Daß übermäßiger Alkoholgenuh und übermäßiges Rauchen den Körper schädigen, weiß ja jeder, Am Tag vor einem Wettspiel sollte man überhaupt weder rauchen noch Alkohol trinken. Tanzen ist auch eine gute Bemühung, aber Wanderungen sind besser. Nun, ich bin kein unnötig strenger Lehrmeister: wer Tabak und Alkoholgenuh in vernünftigen Grenzen zu halten weih, der braucht darauf nicht ganz zu verzichten, wenn er in besonders eifrigem Training einen Ausgleich findet. Wenn es aber um Höchstleistungen geht, dann muh man auch hierin strenger sein. Aber in einem Punkt bin ich unerbittlich: balltechnische Uebungen sind unter allen Umständen und in jedem Fall unbedingt notwendig! Ich habe überall in Deutschland sehen müssen, daß die Mehrzahl aller Spieler nicht weiß, wie ein Ball richtig und wirksam von einem Punkt des Spielfelds zu einem bestimmten anderen Punkt, möglichst dem gegnerischen Dor, befördert werden kann. Neues für den Büchertisch. nächsten Tage ftattfinbenbe Feftzug i (Siebener Schützen-Derein herzliche der Wirtschaft um bannet. Der am London. 23. Dull. (WIB.) Dk Slcbcnmfldjk- ftonfcrenj wurde um 12.20 Uhr geschlossen, nachdem noch die hauptsächlichsten Vertreter das Wort ergriffen halten Die erzielten Ergebnisse lassen sich bereit» ziemlich flar ükrrsehen. Die französische Regierung halte auch die Bewilligung neuer kurzfristiger Kredite von Bedingungen abhängig gemacht, die die deutsche Regkrung nicht eingehen konnte, til» (Ergebnis der Konferenz kann hiernach die Erlangung des 100-lUlHlonen-Dollar- Rediskonlkredils vom 16. August ab aus drei Monate, forok der Beschluß der Schaffung eines Stillhallekonsortiums gebucht wer den. Wenn auch das Resultat der Londoner Kon- die Durchführungsbestimmungen für die Liquida, tion an den Gfsektentermimnärkten enthalten. ist den Hmftänben nach befriedigend. Leichtathletische Meisterschaften im Lahn-Oünöberg-Gau. Arn kommenden Sonntag bringt als erster drei Gaue des Südwestdeutschen Turn-Derbandes der Lahn-Dünsberg-Gau seine leichtathletischen Meisterschaften in Ruttershausen zum Austrag. Auch in diesem Jahre ferenz nicht allen von mancher Seite aus ste gesehten Erwartungen entsprochen hat, so beseitigt es anbe- rerseit» zahlreich an sie gefnüpfk Befürchtungen. Zugleich ist durch dle Schassung neuer vrganisalio- neu der Boden für eine weitere Prüfung und Behandlung der Lage vorbereitet worden. Reichskanzler Dr. Brüning und die Mitglieder der deutschen Delegation werden London heute abend verlassen und sich über f)oef van Holland nach Hause begeben. Die französischen Delegierten werden morgen abreisen, heule nachmittag findet noch auf Einladung König Georgs ein Gartenfest im Bulkinghampalast statt. Oie Londoner Konferenz beendet Das Gtillhaltekonsortium und die Verlängerung des ^ediskontkredits. — Oer Reichskanzler verlaßt noch heute abend London. (Letzte Rachricht.) ortmung vom 5. Juni zutückzufühten sein dürfte. Die Zahl der Krisenunter st ühten hat läßt die überaus starke Beteiligung aller Dau- vercine spannende Kämpfe und schöne Leistungen erwarten. 3n zwei Klassen der Männer und 3u- gend werden die Meisterschaften nachstehender Konkurrenzen zum AuStrag kommen: Männer: 100-, 200-, 400-, 800-, 1500-, 3000-Meter-Laus, 4x100-Meter-Stassel um den Wanderpreis lVerteidiger Tvgg. Ruttershausen). Hvchsprung, Weitsprung, Stabhochsprung. Kugel- stohen. Steinstohen, Diskuswerfen und Speerwerfen: ferner kommt erstmalig die Olympische Staffel zum AuStrag. - Jugend: 100- und 1500-Meter-Laus. Hoch- sprung, Weitsprung, Kugelstoßen und Speerwerfen. Die erst seit einigen Jahren emgeführten Frauenmei st er schäften sehen nachstehende Konkurrenzen vor: 75-Meter-Laus. Hochsprung, Weitsprung und Schlagballwerfen. In der Männerklasse läßt sich für die 100 bis 400 Meter durch daS gleichwertige Läufer- material ein Sieger im voraus sehr schlecht bestimmen. Lieber die 1500 und 3000 Meter darf man Grölz, Staufenberg (sofern er startet), als Sieger ansehen. In der 4xl00-Meter-Staff«l erwartet man einen hartnäckigen Kampf. Im Hochsprung ist der Sieg offen, während im Weitsprung S ch i e s e r st e i n, LaunSbach, als Sieger gelten sollte. 3m Stabhochsprung wird es nach den guten Leistungen deS GausesteS zu urteilen, einen Kampf zwischen D e p l e r, Kinzenbach, und Großhaus, Lollar, geben, den schließlich der beständigere Bepler zu seinen Gunsten entscheiden sollte. Für Kugelstoßen und Diskuswersen treten u. a. zwei ernste Anwärter in Dietz, Lollar, und G. Winter, Launsbach, auf den Plan, während das Steinstoßen als offen gilt. 3m Speerwerfen sollte der Sieger in den drei beständigsten Leuten dieser Konkurrenz, zwischen W i s s e m a n n. Lollar, Schmidt. Rvdheim, und Pfeiff, Londorf, liegen. Für die 3ugend- wie auch für die Frauen- klasse läßt sich eine Dorhersage nicht treffen. Unfall des Segelfliegers Auchs. Am ersten Tage des Wettbewerbs ereignete sich leider ein bedauerlichen Anfall. Bei einem AebungSflug geriet der bekannte Darmstädter Segelflieger Otto Fuchs mit seiner Maschine ^Starkenburg" am Westabhang der Wassersuppe in eine Flaute und st ü r z t e ab. Die Maschine ging dabei zu Bruch. Fuchs erlitt einen Ober- fchenkclbruch und mußte in das Darmstädter Krankenhaus verbracht werden. Sein Befinden Ich bin überzeugt, daß man die Lücken im theoretischen Wiffen fast überall anerkennt und zu verbessern wünscht, und ich werde mich deshalb bei den nächten Lektionen mit der Balltechnik zu be- schäfttgen haben: mit der Kunst, den Ball richtig zu stoppen, zu stoßen und im Lauf zu fuhren. Gießener Gchühen in Wiesbaden erfolgreich. Da» vom 12. bis 19.3uli in Wiesbaden ab- gehaltene DetbandSschießen deS Der- bände» D a d e n - P f a l z - M i t t e l r h e i n war für den S ch ü tz e n - D e r e i n Dießen von besonderer Bedeutung. Seit dem letzten Derbandsschiehen, daS im Jahre 1929 in Gießen stattsand, war da» BundeSbanner in der Obhut deS Gießener Schühen-Dereins. Bei der am Samstagabend erfolgten feierlichen Liebergabe deS DannerS an der Freitreppe pes Wiesbadener Kurhauses hielt der 1. Dor- sitzende 01 tco lau 6 vor vielen Fest teil nehmern eine vielbeachtete Hebe, die mit starkem Beifall aufgenommen wurde Rach einer Ansprache deS Wiesbadener Oberschützenmeister» übernahm her Oberbürgermeister von Wiesbaden da» BundesUnveränderte Lage des Arbeitsmarktes (WTB.) Rach dem Bericht der Reichsanstalt für die Zeit vom 1. bis 15.3uli ist die ®nt- wicklung des Arbeitsmarktes, da Landwirtschaft und sonstige Auhenberufe in dieser Jahreszeit keine Arbeitskräfte in größerem Umfange mehr anzufordern pflegen, in der ersten Hälfte des 3uli zum Stillstand gelangt. Die Zahl der bei den Arbeitsämtern gezählten Arbeitslosen war am 15.3u(i mit rund 3956000 fast ebenso hoch, wie Ende 3uni. 3m gleichen Zeitraum des Dorjahres hatte die Zahl der Arbeitslosen infolge Abgleitens der Konjunktur schon um etwa 75 000 zugenommen. Gestützt wurde der Arbeitsmarkt noch in geringem Umsange durch die Landwirtschaft, ferner durch Teile der Metallindustrie, des Spinnstossgewerbes, des Rahrungsmittelgewerbes und durch den sommerlichen Bäder- und Reiseverkehr. Die Schwierigkeiten der letzten Wochen haben noch keine empfindliche Störung des Arbeit sm arkt^s hervorgerufen: dabei ist jedoch zu bedenken, daß die Auswirkungen der jüngsten Entwicklung in den am 15. d. M. durchgeführten Zählungen noch kaum zum Ausdruck kommen konnten. Die Bewegung innerhalb der einzelnen Landesarbeitsämter verlief verschieden. Während die Bezirke 'Westfalen, Sachsen, Ostpreußen, Pommern, Süd- Westdeutschland und Schlesien noch eine gewisse Entlastung erfahren haben, trat in den Bezirken Brandenburg, Rordmark, Riederfachsen und Rheinland ein Zugang von Arbeitslosen ein; in Mitteldeutschland, Hessen und Bayern ist nahezu gar keine Aenderung der Gesamtzahl erfolgt. 3n der Arbeitslosenversicherung belief sich die Zahl der Hauptunterftühungsempfän- ger am 15. 3uli auf rund 1246 000, was gegenüber Ende Juni einen Rückgang um rund 166 000 bedeutet und zum größten Teil auf die Rotver- bezahlt wurden 120 biS 135 Mk. pro Stück. Außerdem waren etwa 100 Stück Prämienvieh ausgctrieben. Frankfurter Echlachtviehmarkt. Frankfurt a. Olt, 23. 3uli. Austrieb: 104 Rinder. 940 Kälber. 197 Schafe. 732 Schweine. E» wurden notiert: Kälber beste Mast- und Saugkälber 50 biS 54 Mk. mittlere Mast- und Saugkälber 44 bis 49. geringe Kälber 35 bl» 43. — Schafe: Mastlämmer und jüngere Mast- hämmel (ODelbcmaft) 40 biS 44. mittlere Mast- lämmer. ältere Masthämmel und gut genährte Schale 33 biS 39. — Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 240 biS 300 Pfund Lebendgewicht 46 biS 48. von etwa 160 bi» 240 Pfund 46 bis 49, fleischige Schweine von etwa 120 bi» 160 Pfund 44 bi» 47 Mk. - M a r k t v e r l a u s: Kälber und Schafe schleppend, geräumt. Schweine ruhig, auSverkauft. brachte dem Gießener Schützen-Derein herzliche Ovationen der Wiesbadener Devöllerung. Am Rachmittag begann daS von den besten Schützen des Derbande» bestrittene Schnellfeuer-Schießen. zu dem der Gießener Schützen-Derein seine beiden Konkurrenz- schützen Heinrich Appel und Willi Georg gemeldet hatte. 3n diesem scharfen Kampfe, der die höchsten Anforderungen an Können und Herben der Schützen stellte, schnitten beide Der- treter de» Schutzen-DereinS höchst ehrenvoll ab. 2» erhielten: Heinrich Appel, Schnellfeuer- schießen Feld (300 Meter), den 4. goldenen Decher: Willi Georg. Schnellfeuerschieben Stand (175 Meter), den 5 goldenen Decher: Heinrich Appel, Festscheibe Stand, den 7.PreiS: Georg Schilling. Wehrmann-Festscheibe, den 9.Preis und Franz M ö b S, Kleinkaliber-Festscheibe, den Oberheffen. Poststellen im Srünberger Bezirk. Dom Postamt Grünberg wird unS mitgeteilt: AuS Anlaß der ilmgcftaltunp deS Landpost- diensteS werden am 17. August in folgenden Orten des Kreises Gießen Poststellen eingerichtet: Ettingshausen. Queckborn. Lauter, RüddingS- hausen. Stangenrod. WeiterShain und WeickartS- hain. Mit den Poststellen sind öffentliche Fernsprech stellen verbunden. Die Poststellen haben die Eigenschaft einer Postanstalt und einer Telegraphenanstatt mir der Befugnis zu* Annahme und Ausgabe von Postsendungen aller Art und von Telegrammen, sowie zur Dermitt- lung von Gesprächen. Sie nehmen ferner Bestellungen auf die durch die Post zu beziehenden Zeitungen an und zahlen für Ihren Zustellbereich die Renten auS. 3m Driefvertehr gelten die Ortsgebühren nur innerhalb deS eigenen Zustell- bereichS der Poststellen. Wenn Poststellen mit anderen Poststellen ober Postanstalten in derselben Gemeinde liegen, gilt in ihrem gegenseitigen Derkehr ebenfalls die OrtSaebühr. 3n allen übrigen Fällen gilt die Ferngebühr. Sämtliche Poststellen werden dem Postamt Grünberg (Hessen), daS als Leitpost- amt gilt, unterstellt und werden amtlich bezeichnet mit dem Rainen des Ortes, in dem sie liegen, sowie dem Romen des LeitpostamtS mit dem Zusatz Land, z. D. Ettingshausen, Grünberg Hessen-Land. Oberhessische Verkehrsfragen. 4 Bad-Rauheim, 22.3uli. Der hiesige DerkehrSvereln hat die Absicht, durch umfangreich« statistische Erhebungen in den verschiedensten wirtschaftlichen Betrieben die Grundlage für eine Marktanalyse zu schaffen. Rach Mitteilungen, die der Geschäftsführer deS Derkehrsvereins in einer von SanitätSrat Dr. Hahn geleiteten GesamtauSschußfihung gab, sollen die wirtschaftspolitischen Llntersuchungen alle Zusammenhänge, die wirtschaftlich und beruflich bedeutungsvoll für Bad. Stadt und Bevölkerung sind, gründlich erforschen. Die Ergebnisse der Marktbeobachtung sollen dazu dienen, den am heimischen Wirtschaftsleben Interessierten die Möglichkeit äu geben, sich zu orientieren, um in Zukunst alle Maßnahmen ergreifen zu können, die in bezug auf Reklame. Preise, Aufwendungen usw. als richtig erkannt werden. Der Ausschuß nahm den Plan der Geschäftsführung sympathisch auf, wünschte aber die Ausführung bis zur Wiederkehr einer ruhigeren, normaleren Zeit zu verschieben. Dem Erscheinen der vom Derkehrsbund Oberhessen vorbereiteten Relies karte von Oberhessen, über deren AuSsührung der Geschäftsführer Mitteilung machte, sieht der Gesamtausschuh mit Interesse entgegen. Er erblickt in dem verdienstlichen Unternehmen ein gutes und wirksames Werbemittel zur Hebung des Reise- und Wanderverkehrs in Oberhessen. Die Freigabe derStraßevo nD r e u n g e s- hain nach dem Hoherodskops für den Großkraftwagenverkehr entspricht nicht den Wünschen der hiesigen DerkehrSsreunde. Ihnen liegt besonders daran, daS Oberwaldgebiet den Kurgästen auf den Omnibusfahrten zugänglich zu machen. Es wurde beschlossen, in einer neuen Eingabe an die in Betracht kommenden Stellen die Freigabe der Oberwald st raße für den Kraftwagenverkehr zu erbitten, damit die bei den Kurgästen besonders beliebten Fahrten von Schotten über die Poppenstruth nach Taufstein und Hoherodskops und von da nach Hart- mannshain oder Hochwaldhausen wieder durchgeführt werden können. Die Fahrt von Breungeshain nach dem HoherodSkopf wird von den Kraft- wagenuntemehmern als reizlos bezeichnet und ist daher auch nach der Freigabe der Dreunges- hainer Straße kaum einmal ausgeführt worden. Gemeinderat in Lich. D Lich. 22. Juli. In der jüngsten Sitzung deS Gemeinderats legte der Bürgermeister die Rechnung der Stadtkasse für daS Rechnungsjahr 1928 zur Prüfung vor und er« stattete den Rechenschaftsbericht. Rach seinen Ausführungen weist die Detriebsrechnung folgenden Abschluß auf. Einnahme 374 461,46 Mark. Ausgabe 317 650,52 QHart Als RechnungSrest ver- rund 26 000 auf 967 000 Angenommen. Oie Engagementsabwickelung an den Warenmärkten. Roch im Laufe dieser Woche soll, wie WTB - Handelsdienst erfährt, eine Rotverordnung über die Abwicklung der bestehenden Engagements an den Warenmärkten in Abweichung von den Kontraktbestimmungen veröffentlicht werden. In Aussicht genommen ist eine Rahmenvervrdnung, die durch Ermächtigung die weitestgehenden Möglichkeiten für die individuelle Behandlung jedes Marktes zuläht. Wegen der innigen Derflechtung verschiedener Märkte mit dem Ausland«, nämlich für Metalle, Baumwolle, Zucker. Kaffee und Kautschuck kommt bei diesen eine vorzeitige und zwangsweise Liquidation kaum in Frage, man glaubt vielmehr, die Engagements kontraktgemäh abwickeln zu formen. Für das handelsrechtliche Lieferungsgeschäft in Getreide ist dagegen mit einer Liquidation der eingegangenen Verpflichtungen zu rechnen. Möglicherweise wird die Rotverordnung auch bereits • Keine Blockierung deutscherGut- haben durch niederländische Danken. Die Riederländische Handelskammer für Deutschland in Frankfurt a. M. teilt mit: Dor einigen Tagen wurden in der deutschen Presse Berichte über die Blockierung deutscher Guthaben bei ausländischen Banken verössentlicht. Im Zusammenhang damit waren auch niederländische Danken genannt worden. Die Niederländische Handelskammer für Deutschland legt nach sorgfältiger Untersuchung großen Wert daraus, zu betonen, daß kein Fall der Blockierung deutscher Guthaben bei holländischen Banken erwiesen ist, und daß bisher auch kein Zeichen dafür besteht, daß die niederländischen Danken ihre wohlwollende Haltung gegenüber Deutschland ändern werden. • Rassauische Landesbank, Wiesbaden. Aus den Bilanzzifsern per 30. Juni 1931 ergibt sich, daß die Bilanzsumme bei dem Gesamtinstitut (Rassauische Landesbank und Rassauische Sparkasse) von 457 Mill. Mk. am 31. Dezember 1930 auf 464 Mill. Mk. am 30. Juni 1931 gestiegen ist. Der Umlauf von Pfandbriefen und Kommunalobligationen vermehrte sich um 15,7 Mill. Mk. und beträgt nunmehr einschl. Liquidationsschuldverschreibungen 153 Mill. Mk. Die Spareinlagen bei der angefchlossenen Landes- sparkasse stellen sich auf 117 Mill. Mk. gegenüber 118 Mill. Mk. am Ende des Jahres 1930. Die Liquidität, berechnet nach den allgemeinen Bank- arundsähen. flieg von 39.5 Prozent am Ende des Dorjahres auf 47,9 Prozent. Bei den zahlreichen Filialen der Gefellfchaft ist biS in die letzten Tage hinein nach wie vor ein Uebertoiegen der Einzahlungen gegenüber den Auszahlungen festzustellen gewesen. 'Diskont-ErhöhungbeiderOester- reichischen Rationalbank Mit Rücksicht aus die gespannte Lage auf den internationalen Kreditmärkten hat die Oesterreichifche Rattonalbank beschloffen, den Zinssatz mit Wirksamkeit vom 23. Juli auf 10 Prozent zu erhöhen und die LombardzinSsätze auf 10,5 auf 11 Prozent herauszusetzen. Bichmarkt in Lich. J) Lich, 22. Juli. Heute fand in unserer Stadt Schweinemarkt in Derbindung mit einer Schafbock-, Eber- und Bullenversteigerung des Landwirttchaftskammerausschus'es für Ober Hellen statt. Aus dem Ferkelmarkt war der Geschäftsverlaus mittelmäßig. Man bezahlte für Ferkel biS zu sechs Wochen alt 12 Mk., sechs bis acht Wochen alt 14 Mk., acht biS zehn Wochen alt 16 Mk., zehn Wochen und älter 20 Mk. pro Stück. Es verblieb geringer Hebetftanb. Don ben Bullen wurden sieben Stück verkauft, für die 450 biS 680 Wk. pro Stück je nach Qualität bezahll wurden. Der Austrieb an Schafböcken wurde vollständig abgeseht, im Durchschnitt wurden 140 Mk. pro Stück bezahlt. Für Eber war seht geringe Rachfrage vorhanden; 11. Preis. r 3c einen Meisterschaft»-Elchenlaubktanz errang sich Georg Schilling auf Wehrmann und Kleinkaliber und Eonrad Dreyer auf Klein- laliber. Daß der Schützen-Derein Gießen auf die in Wiesbaden errungenen Erfolge stolz sein kann, Tarn in bet schlichten Siegerehrung am vergangenen Montag zum Ausbruck- Der ‘Borfi (yenbe sprach ben Siegern ben Dank de» DereinS au» und feierte besonder- den Erfolg der Schnell- seuer-Schützen. Er bedauerte seht, daß Willi Georg wegen einer Erkrankung nicht anwesend fein konnte und hob den vorbildlichen Geist tiefe» SchützenbruderS hervor, bet trotz geschwächter Gesundheit dem an ihn ergangenen Rus folgte und seinen Verein so würdig vertrat. Faustballspiele desT.V.v.-1S46Gießen Glänzender Erfolg bei den Gaugruppenmeislerfchaflen. Trotz strömendem Regen fanden die Foustball- Meisterschaften der 1. Kaugruppe auf dem I.-K- Platz in Frankfurt statt. Gespielt wurde in zwei Abteilungen. 9u der 1. Kruppe spielten die Gau- meister: Licht-Luftbad Frankfurt, To. Kelkheim, To. Hailer und Tg. Bieber. Die Runde der 2. bestritten: IG.-Sport verein Frankfurt, Tgm. Friedberg, To. Kesielstadt, T. u. Sv. Friedrichsdorf. In der Kaumeisterrunde gab es scharfe Kämpfe, aus denen der Deutsche Meister Licht-Luftbad Frankflirt als Sieger hervorging. 1846 verlor gegen ihn mit 14 Punkten. Ohne einige grobe Schnitzer hatte das Resultat weit niedriger lauten können. Die Angaben Riexingers machten dem Deutschen Meister das Leben sauer. Rach Halbzeit spielten die Gießener fast eine Punktgleichheit heraus. In der Runde der Zweiten wurde I.-K.-Sportverein leichter Sieger. Das Entscheidungsspiel um den 2. Platz sah demzufolge 1846 Gießen und I.-G - Sportverein als Gegner. Beide lieferten sich das schönste Treffen des Tages. Die Frankfurter schafften vor der Pause ein Plus von 6 Bällen heraus, und allgemein rechnete man mit ihrem Siege. Rach dem Wechsel fanden sich die Hiesigen besser. Infolge ihrer Ruhe gewannen sie langsam die Oberhand. Punkt um Punkt wurde zurückgewonnen. Fünf Minuten vor Schluß war der Gleichstand erreicht und mit 7 Punkten mußten sich endlich die stark nervös gewordenen I.-G.er geschlagen bekennen. Durch diesen Sieg haben sich die 1846er die Teilnahme an den Kreismeisterschasten, die am 8 und 9. August im Frankfurter Stadion ftattfinben, erkämpft und den Gau Hessen als Gaumeister würdig vertreten. Die einzelnen Spielergebnisse waren folgende: Licht-Luftbad — Tv. von 1846 53:39; To. Kelkheim gegen 1846 35:40; Tg. Bieber — 1846 31:46; To. Hailer — 1846 40:59. Kölner internationales Abendsportfest. Mehner gewinnt die 400 Meter in 48,2 Sekunden vor Roller und Warner. Trotz seiner hervorragenden internationalen Besetzung zog bas internationale Abenbsportsest in Köln am Mittwochabend nur 3000 Zuschauer an. Das war um so bedauerlicher, als es einen? sehr guten Sport, spannende Kämpfe und gute Leistungen gab, obwohl natürlich auch einige Enttäuschungen nicht auäblieben. Die erste war gleich im 1 10-Meter-Hürdenlauf fällig, da hier der deutsche Meister Welscher (Eintracht Frankfurt) am Start fehlte. 3m Hochsprung starteten die Amerikaner nicht, ohne eigentliche Konkurrenz kam hier der Kölner Elsen bereit» bei 1.80 Meter zum Sieg. Eine große Enttäuschung war im 100-Meter-Lauf der Amerikaner Fates. Ionath, Bochum, gewann überlegen in 10,6 Sekunden. Den 200-Meter-Lauf holte sich in Ab- we'enhll: von Ionath und Eldracher der Bochumer Borchmeyer leicht in 22,6 Sekunden vor Kremer (Köln) 22,6 Sek. und dem Amerikaner Fates 22,8 Sekunden. Der Frankfurter M ä h r l e i n verwies Schüller (Reuß) auf den fünften Platz. Das mit großer Spannung erwartete 400 - Meter- Rennen brachte dem Frankfurter M e tz n e r (Eintracht) einen unerwartet großen Erfolg. Röller (Köln) hatte bis zur ersten Kurve den Kur- venvorsprung des Amerikaners Warner bereits aufgeholt und lag klar in Front, als plötzlich mit langen Sätzen der Frankfurter sich in den Vordergrund schob. Mehner hatte einen fabelhaften Endspurt und siegte ganz überlegen in der schönen Zeit von 48.2 Sek. (europäische Jahresbestzeit) vor dem zum Schluß stark nachlassenden Röller 49.4 Sekunden und dem Amerikaner Warner 50,2 Sek. Eine Ueberrafchung brachte das 800 - Meter- Laufen. das der Amerikaner Cobb in der famosen Zeit von 1:52,8 Min. vor dem Italiener Beccali (1:53,8 Min.). Dr Pelher (153.8 Min.) und dem Düsseldorfer ßefebre 1:54 Min. gewann. Im Kugelstoßen war Hirschfeld nicht am Start, Debus (Köln) siegte mit 13,57 Meter vor dem Amerikaner Ervwly, bet nur auf 13.505 kam. Außerordentlich spannend verlief noch die 4x100 - Meter - Staffel, bei der die Eintracht ohne Welscher antreten mußte. Durch eine überraschend gute Wechfeltechnik siegte der ständig in Führung liegende Kölner BE. unerwartet in 41,9 Sek. vor Tu» Bochum 42. Sek. und Eintracht Frankfurt 42,5 Sek. Eintracht lag bi» zum letzten Wechsel knapp hinter dem führenden Kölner DE., Bochum schob sich aber durch seinen Schlußmann Ionath auf den zweiten Platz und hätte saft noch Köln geschlagen Oer Rhön-Segelfiug-Wettbewerb nimmt seinen Anfang. Der Rhön-Wettbewerb, der zwölfte seiner Art. hat am Mittwoch seinen Anfang genommen Es werden zwar noch einige Tage vorübergeben müssen, die dem Ausbau der umfangreichen Or- aanifation dienen, bevor die eigentlichen Flüge beginnen. Richt nur von dem Transport des großen FlugzeugparkS — etwa 55 Maschinen werden am Start erscheinen — sondern auch von den meteorologischen Bedingungen wird es ab- bängen, ob schon in den nächsten Tagen größere IJntemcbmungen zustande kommen. Aus ganz Teuttchland, au» rund 25 Städten, sind die Scgel- llugbeflissenen wieder an der Stelle zusammen- gckommen, die al6 die Geburtsstätte des motor- >fen Flugs bezeichnet werden muß, auf der 950 Meter hohen Wasserkuppe. Der Sinn de» Wettbewerbs beruht nicht in der Ausstellung von besonderen Rekorden, sondern in einer Vertiefung aller Bestrebungen, die mit dem motorlosen Flug zusammenhänaen, in der Zusammenarbeit von wissenschaftlicher Theorie und ausübender Praxis. Gegenüber den Dorjahren ist die Zahl der Teilnehmer gewachsen, d. h. in der Beschränkung von Leistung-- und UebungSwett- betoerb, die die Raumverhältnisse im Fliegerlager dem Veranstalter gebieten. Der Schulungs- Wettbewerb, der früher eine -UnAabl von 3una- fliegern in die Rhön brachte, und der demgemäß dos eigentliche .Leben" ausmachte, mußte auch in diesem 3ahr an die lokalen Segelflugplätze gebunden bleiben. Do ist eigentlich nur die fliegerische Elite vertreten, die tm Laufe der 3ahre auch an Umfang Angenommen hat. Ackerbohncn 19 bis 21; Wicken 24 bis 28; Lupinen. blaue. 18 bis 20; Lupinen, gelbe, 24 bis 29; Rapskuchen 9,30 bis 9,80; Leinkuchen 13,70 bis 14; Trockenschnihel 7.60 bis 7,80; Sojaschrot 13 bis 13,70 Mark. — " ' ~ bleibt ein Betrag von 56 810,94 Mark, der sür das Rj. 1929 wieder zum Vortrag kommt und das Betriebskapital der Stadtkasse bildet. An liquidierten Ausständen sind 5843,80 Mark verzeichnet. Die Dermögensrechnung schließt mit 76 065,93 Mk. in Einnahme und 85 716,69 Mark in Ausgabe ab. Die älebcrzahlung beträgt hier 9650,76 Mark, die als solche ungedeckt in die Vermögensrechnung 1929 übernommen wird. An liquidierten Ausständen sind hier 602,75 Mark vorhanden. Die Fincmzkommissivn hatte die Rechnungsvorprüsung vorgenommen und keine Beanstandungen erhoben. Der Gemeinderat stimmte zu. Aus Derwaltungsantrag wurde der Erlaß einer feldpolizeilichen Anordnung über die nächtliche Sperrung der Fe l dgem a r kun g während der Sommermonate beschlossen Diese Anordnung verbietet das Betreten der Feldgemarkung in den Monaten Juli und August von 21 Uhr bis 5 Uhr und in den Monaten September und Oktober von 20 Uhr bis 6 Uhr. Sodann gab der Bürgermeister bekannt, daß in der Generalversammlung der Butzbach — L i - cher Eisenbahn°AG. am 22. 3uni dargelegt worden sei, daß die schlechte wirtschaftliche Lage der Bahn unter Umständen deren Stillegung herbeiführen könne, wenn von den streckenanliegenden und vbligationsbesitzenden Gemeinden der Dahn ein Entgegenkommen nicht gezeigt werde. Don den Vertretern des Ministeriums und der Kreisämter wurde vorgeschlagen, daß sämtliche beteiligten Gemeinden auf die noch nicht bezahlten Obligativnszinsen bis einschl. 31. Dezember 1932 verzichten und den Zeitpunkt der Rückzahlung der Obligationen bis einschl. 31. Dezember 1934 unter der Voraussetzung verlängern sollten. daß während dieser Zeit keine Dividenden an die Aktionäre verteilt uird wegen der Gemeindesteuern Erlaß bzw. Stundung in dem gleichen Ausmaße, wie bei den hessischen Staatssteuern, bewilligt werde. Rach kurzer Aussprache stimmte der Gemeinderat den Vorschlägen zu. Auf Antrag hin wurde hie Erhebung eines gemeindlichen i Zuschlags zur Wanderlagersteuer in Höhe von 100 v. H. des tarifmäßigen Satzes ab 1. August beschlossen. Auf Antrag des Ministeriums wurden verschiedene Erleichterungen der gemeindlichen Svndergebäudesteuer entsprechend dem Vorgehen des hessischen Staates beschlossen. Das Wasse r geld für das Rj. 1931 soll nach den gleichen Grundsätzen, wie im Vorjahre, zur Erhebung komm em Rach den Ausführungen des Bürgermeisters hat sich beim älmbau des städtischen Krankenhauses ergeben, daß der größere Teil der vorhandenen Oefen infolge Unbrauchbarkeit ersetzt werden müsse. Die Daukommission habe sich dafür ausgesprochen, daß in dem Gebäude eine Zentralheizungsanlage, die einen ungefähren Kostenaufwand von 2000 Mark verursacht, eingerichtet werde. Der Gemeinderat beschloß entsprechend. Weiter wurde auf Vorschlag der Daukommission beschlossen, den vorderen Teil der chaussierten Ziegelgasse durch Aufbringen einer Kleinschlagdecke gründlich instandsehen zu lassen. Es sollen dazu von dem im städtischen Steinbruch auf dein Schäferling gebrochenen Steinen etwa 300 Kubikmeter Kleinschlag hergestellt werden. Das Klopfen der Steine wurde dem Karl Friedr. Eise zu seinem Angebot von 3,50 Mark pro Kubikmeter übertragen. Die Anfuhr der Steine wird von hiesigen parck>wirten für 90 bzw. 95 Pfennig pro Kubikmeter ausgeführt. Die Straßendecke soll gewalzt ; Werden. Die Kirchgasse soll durch Teerung verbessert werden. „CRuiti) um Schotten." x. Schotten. 22. Juli. Dem Bericht über die große Motorsportveranstaltung »Rund um Schotten" ist noch folgendes nachzutragen: Rach dem sich bis zum vergangenen Samstag die bedeutendsten Fahrer Deutschlands in Schotten eingefunden und sich im offiziellen Training für das Rennen vorbereitet hatten, fand abends im festlich geschmückten Rathaussaal ein offizieller Empfang der Fahrer und Führer des deutschen Motorsportes statt. Bürgermeister M e n g e l und Dr. Dambmann begrüßten die Gäste, sodann wurde ein Ehrentrunk der Stadt gereicht. Der Vorsitzende der Landesgruppe, Herr Oertel (Frankfurt), sprach den Dank der Gäste aus. Zum Rennen selbst hatte sich eine ungeheure Zuschauermenge cingefunden. Unter den Ehrengästen befand sich Minister des Innern Leusch» n e r, Ministerialrat Kratz, Schulrat H a s s i n - g e r, Oberbaurat C e l l a r i u s, Daurat Grünewald sowie viele Mitglieder des Provinzial- und Kreisausschusses. Mit erheblichen Kosten hatte der veranstaltende hiesige Klub eine große Tribüne, ferner ein Zelt für die Presse, für die Zielrichter, Fahrerboxen und dergleichen mehr errichten lassen. Die Organisation war umsichtig getroffen, so daß das Rennen sich glatt abwickelte. Leider ereignete sich während des Rennens ein Unglücksfall, dem ein Menschenleben zum Opfer fiel. Mit Rücksicht auf den Unglücksfall waren die vorgesehenen Festlichkeiten sofort abgesagt worden. Der Vorsitzende des Klubs, Dr. Dambmann (Schotten), nahm die Preisverteilung vor. Den Wanderpreis des Hessischen Staates überreichte Kreisdirektor Dr. Iann, den Wanderpreis der Stadt übergab Bürgermeister Menge! dem besten Fahrer des Tages (Schminke, Godesberg). Präsident Schwabe (Hamburg) von der obersten Motorradsportbehörde dankte allen Helfern, besonders ober dem hiesigen Klub. Er überreichte dem Kreisdirektor Dr. Iann und Bürgermeister M e n g e l die silberne Ehrennadel des Deutschen Motorradfahrerverbandes. Der veranstaltende Klub, wie auch die Stadt Schotten darf mit dem Verlauf der großen Sportveranstaltung zufrieden sein. Landkreis Gießen. X Klein-Linden, 22. Juli. Während der Monate Juni und Juli, die sonst als Haupterntemonate der Imker gelten, erlebten die Bienenzüchter in diesem Jahre eine großeGnt- t ä u s ch u n g. Die ungünstige Witterung im Frühjahr hat die Entwicklung der Dienenbrut aufgehalten, so daß genügend starke Völker kaum vorhanden sind. Die Frühtracht konnte nicht aus- genüht werden. Die inzwischen eingesammelten Honigvorräte werden bei dem augenblicklichen kühlen Wetter von den Dienen selbst aufgezehrt. Viele Bienenzüchter konnten bisher noch kein Pfund Honig schleudern. -f- Aus dem Lumdatal, 22. Juli. Trotz des ungünstigen Wetters der letzten Zeit ist überall in unserer Gegend mit dem Schnitt des Kornes begonnen worden. Zunächst werden die Felder der Höhen- und Südlagen geerntet. Im allgemeinen ist der Roggen gut. Lagerfrucht ist wenig vorhanden. Rur zeigen die Aehren nicht die Körnerfülle wie in anderen Jahren. Die Sommerger st e geht ebenfalls ihrer Reife entgegen. Die Regenfälle der letzten Zeit sind allen Kulturpflanzen sehr zustatten gekommen. Die Hackfrüchte und das Gemüse haben sich kräftig entwickeln können. Auch in den Gärten ist üppiges Wachstum zu beobachten. * Lumda, 22. Juli. Bei der hiesigen Beige- vrdnetenwahl wurde der seitArige Beigeordnete Heinrich Theiß wiedergewählt. 5 Beltershain, 22. Juli Der ä l t e st e Einwohner unseres Dorfes, Herr Johannes Schmidt V., ist im Alter von 97 Jahren und 2 Monaten am Sonntagabend gestorben und wurde heute unter zahlreicher Beteiligung beerdigt. V Watzenborn-Steinberg, 22. Juli. Zu einem gemeinsamen Gange nach dem Forst garten hatten sich am gestrigen Sonntag der E v a n g. Frauenverein und die Mädchenvereinigung unserer Gemeinde zahlreich zusammengefunden. Zugleich weitere 42 Mädchen der Iugendvereinigung der Matthäus- gemeinde Gießen in Watzenborn-Steinberg. Dachdem die Gäste dem Gottesdienst in unserer Kirche beigewohnt und über Mittag Gäste in hiesigen Häusern gewesen waren, zog man in langem Zuge zum Forstgarten. Bei gemeinsamen Gesängen, frohen Spielen der beiden Jugend- Vereinigungen verbrachte man einige angenehme Stunden. -f L i ch, 22. Juli. Am Sonntag fand unter starker Beteiligung der Mitglieder das diesjährige Preisschießen des Kriegervereins L i ch statt. Es wurden von jedem Schützen vier Schuß auf die 24-Ringscheibe abgegeben. Die Preisvertcilung, verbunden mit einem stark besuchten Familienabend, fand am Sonntagabend im „Holländischen Hof" statt. Der Vereinsvorsihende, Stadtrechner Ludwig Häuser, hielt eine Ansprache. Sein „Hoch" galt dem deutschen Vaterland. Insgesamt konnten 18 Mitglieder mit Preisen bedacht werden. 1. Sieger 'wurde Oberbahnhofsvorsteher Derk mit 91 Ringen, 2. Karl Kampe ih, 3. Wilhelm Kraus, 4. Heinrich T e x t o r, 5. Willi Hahn, 6. Karl Müller, 7. Christian Rau, 8. Johann Eise, 9. Hermann V o l k m a n n, 10. Fritz Zimmer. Ferner wurden von Willi Hahn, Karl Sam« peih, Ludwig Vogt und Karl Müller noch Ehrenscheiben geschossen. Kreis Schotten. □ Laubach, 22. Juli. Der Landwirt Georg Hartmann Wagner und dessen Ehefrau, Marie, geb. Rühl, feiern am morgigen Freitag das Fest der goldenen Hochzeit. Beide Ehegatten erfreuen sich noch der besten geistigen und körperlichen Rüstigkeit. — Am 30. und 31. August findet hier eine Tagung des Landesausschusses des Hessischen Landesvereins für Innere Mission statt. — Auf Veranlassung des hiesigen Krieger- und Militäroereins wurde eine „H a s s i a" - Jugendgruppe gegründet, der sofort 21 Mitglieder beigetreten sind. Führer der Jugendgruppe ist Karl L e i d n e r jr. § Ulrich st ein, 20. Juli. Das 50jährige Bestehendes hiesigen Zweigvereins des Vogelsberger Höhenklubs soll am 23. August in einfacher Form feierlich begangen werden. Vormittags plant man nach dem Gottesdienst auf dem Friedhof eine Gedenkfeier für die verstorbenen und im Krieg gefallenen Mitglieder, nachmittags eine festliche Zusammenkunft auf dem Schloßberg. Es wird auch mit der Teilnahme auswärtiger Zweigvereine (z. D. Gießen und Lauterbach) gerechnet, die an diesem Tag Wanderungen in unsere Gegend vorgesehen haben. — Die Ruh bäume in unserer Gegend zeigen nach mehreren schlechten Jahren in diesem Jahr wieder einen außerordentlich guten Behang. Starkenburg. WSR. Darmstadt, 22. Juli. Am Mittwoch, gegen 1 Uhr, fuhr ein Motorradfahrer mit Sozius auf einen in der Heidelberger Straße haltenden Lastzug. Der Lenker des Motorrades, der in den 20er Jahren stehende Hans Arthur Fröhlich, kam dabei sofort ums Leben, während sein Beifahrer, Philipp Germann, so schwere Verletzungen erlitt, daß an seinem Aufkommen gezweifelt werden muß. Der Lastzug, der von Mannheim nach Frankfurt unterwegs war, stand auf der rechten Straßenseite und war vorschriftsmäßig beleuchtet. WSR. Dieburg, 22. Juli. Der Deutschamerikaner Lorenz Dörr in St. Louis, ein geborener Dieburger, hat für die in der Wiederherstellung begriffene hiesige Gnadenkapelle 30 0 0 Dollar gegiftet unter der Bedingung, daß der Betrag für die neue Orgel Verwendung findet. Dorr hat bereits 1928 gelegentlich eines Besuchs in Deutschland für die Wallfahrtskirche ein neues Geläute, bestehend aus drei Glocken, gestiftet. Auch für den üeuen Auhen-Altar hat er einen ansehnlichen Betrag zur Verfügung gestellt. Preußen. Dillkreis. I Eisemroth, 21. Juli. Am Sonntag ver- anstalteteten Die Sanitätskolonnen des Dillkre isesin dem in der Rähe von Eisemroth gelegenen Tagebau der Grünschen Bergverwaltung eine Vorführung über die e r st e H i l f e l e i - stung bei Unfällen. An der ülebung nahmen die Kolonnen von Eisemroth, Dillenburg, Haiger, Herborn, Sinn, Allendorf bei Haiger und Breidenbach teil. Angenommen war ein großes Bergwerksunglück, bei dem etwa 30 Knappen teils schwer und teils leicht verletzt waren. In etwa einer Stunde waren die Verletzten aufgefunden und mit Rotverbänden auf Tragbahren zum Verbandsplatz gebracht. Im Anschluß an die Hebung wurde im Saale des Gastwirts Grab die Kritik bekanntgegeben, die von einigen Aerzten ausgeübt wurde. Der Gesangverein von E i se m - r o t h trug noch einige Chöre vor, die mit lebhaftem Beifall ausgenommen wurden. Ferner wirkten noch die hiesige Freiwillige Feuerwehr, sowie der Sportverein bei der Veranstaltung mit. Maingau. WSR. Frankfurt a. M., 22. Juli. Seit einigen Wochen wurde hier von einem Wann in Först ersuniforin trotz der gesetzlichen Schonzeit Rehwild in größeren Mengen an einen hiesigen Wirt in der Innenstadt geliefert. Die Ermittelungen der Kriminalpolizei erstreckten sich nach dem Spessart. Hier gelang es, den unbekannten Wilddieb zu ermitteln. Der Täter gab zu, sieben Stück Rehwild gewildert zu haben. Das erlegte Wildchrachte er mit einem Motorrade nach Frankfurt a. 5IT. und verkaufte es hier zu dem üblichen Hehlerpreise von 50 und 60 Pf. das Pfund. Der 26jährige Wilddieb wurde dem Richter vorgeführt. Schöffengericht Gießen. * Gießen, 22. Juli. Am Abend des 6. April fuhr der heutige Angeklagte mit seinem Viehlieferauto auf der Landstraße Lich—Rieder- Bessingen. In einer Kurve kam ihm ein angeblich auf der falschen Seite fahrender Motorradfahrer entgegen, dem der Angeklagte noch ausgewichen sein will, ohne etwas von einem Zusammenstoß bemerkt zu haben. Auch seine Mitfahrer wollen mir einen Ruck gespürt haben. Trotzdem hielten sie nach einigen hundert Meter an, wollten aber bei einer Besichtigung des Autos nur festgestellt haben, daß der eine Kotflügel etwas herabhing. Sie fuhren dann weiter. Wie die umfangreiche Beweisaufnahme einwandfrei ergab, hatte der Angeklagte in viel zu schneller Fahrt die Kurve geschnitten, mit seinem Auto das ihm richtig entgegenfahrende Motorrad erfaßt und Fahrer samt Sozius so schwer gedrückt, daß beide den Tod fanden. Obwohl er mit deren erheblichen Verletzungen rechnen mußte, hatte er sie hilflos liegen gelassen und war weitergefahren. Wit Rücksicht auf das unglaubliche Verhalten des Angeklagten verurteilte ihn das Gericht, dem Antrag des Staatsanwalts entsprechend, zu einem Jahr Gefängnis. Ein bei der Stadtkasse eines Landstädtchens beschäftigter Kanzleigehilfe hatte von Juli bis Dezember 1930 über 3000 Mark unterschlagen, ohne daß deren Verbleib aufzuklären war. Da der Schaden alsbald ersetzt wurde, auch andere Milderungsgründe vorlagen, erhielt er vier Monate Gefängnis. (Schluß des redaktionellen Teils.) Der Absatz der neuen Wanderer-Modelle 6/30 PS und 10/50 PS ist über alles Erwarten gestiegen. Vertrauen auf Wanderer-Qualität begründet die Vorliebe der Käufer für diesen schonen, wirtschaftlichen und leistungsfähigen deutschen Wagen. Hierin liegt die Erklärung dafür, daß der Umsatz an Wanderer-Wagen gegenüber dem Vorjahre um über 80 v. H. steigen konnte. 4396V GEGEN: KOPFSCHMERZ MIGRÄNE NEURALGIE ZAHNSCHMERZ EINE GANZ ÜBERDACHEND SCHMERZSTILLENDE WIRKUNG CITROVANILLE BewäM - dd.OMa4»H-51tuk^. Äm.i.is 2Telie- regierte Suppe mit Gemüse kosten auch nurlÖPfg. der Würfet, wie alle MAGGI-Suppen und schmecken ebenso gut^ Iwei neue MAGGI-Suppen: Rheinische Suppe (mit Karotten ) Badewäsche jetzt billig 10% Benutzen Sie diese günstige Gelegenheit zum Einkauf von Badeanzügen, Badetüchern Bademäntel u. 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