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Mai 1931 vormittags 9 Uhr (Zusammenkunft in der Hammstraße, an der Wieseckbrücke) die Grasnutzung von den Wieseckböschungen von der Hammstraße bis zur Lahn, die Böschungen an den Kläranlagen verschiedene Klee- und Grasstücke am Leihgester- ner-, Aul- und Erdkauter-, Schiffenberger- und Heegstrauchsweg, sowie sämtliche Feldwege und Gräben zwischen Lahn und Licher Straße. Freitag den 29. Mai 1931 vormittags 9 Uhr (Zusammenkunft in der Licher Straße bei der Wirtschaft ,Lur Stadt Lich") die Grasnutzung von den Schneisen und Mähplatten der städtischen Waldungen, ferner zwei Kleestücke in der Licher Straße, fünf an der Sandgrube bei der Liebigshöhe und eins an der Alten Marburger Straße, sowie drei Grasstücke an der Ederstraße, weiterhin sämtliche Feldwege und Gräben zwischen Licher Straße und Lahn. Gießen, dert 16. Mai 1931. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Rosenberg. 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Der Jagdbezirk ist von der Bahnstation Lang-Göns in kurzer Zeit erreichbar, außerdem besteht täglich mehrere Male Postautooerbindung mit der Stadt Butzbach. Die in Aussicht genommenen Pachtbedingungen können vom Bürgermeisteramt in Groß-Rechtenbach gegen Boreinsendung einer Gebühr von 2 RM. bezogen werden. Nähere Auskunft erteilt der unterzeichnete Jagdvorsteher. Dornholzhausen (Kreis Wetzlar), den 20. Mai 1931. ______Der Jagdvorsteher Wir suchen f. d. Bezirk Oberhessen einen tüchtigen Inspektor Der Bezirk wird dem Inhaber mit Organisation und Bestand zur alleinigen Bearbeiiung zugewtesen. Direkiions- öcriran, Gehalt.Spesen und Provisionen. Bei Bewährung Sicherstellung für die Zukunst. Ausführliche Bewerbungen mit Lichtbild erbeten an die Direktion für das Deutsche Reich, Berlin SW 68. Charlottenstraße Nr. 77, der SlßlveizeriM UnsaNyerWerungs-GeselMasl in Winterthur. Haus in Schotten zu verkaufen oder zu vermieten, osojs Magold, Schotten. GARTEN am Nabrungsberg. billig zu verkaufen. 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Die neuen Vorschläge zeigen deutlich, wie sehr die Erkenntnis wächst, daß nur die Durchführung ganz außerordentlicher Maßnahmen unsere verzweifelte Wirtschaftslage wird bessern können. Mit besonderer Genugtuung hat man es in weiten Kreisen der Devölterung empfunden, daß die maßgebenden Regierungskreise endlich auch zu einer positiveren Einstellung gegenüber dem Problem des Arbeitsdienstes gelangt sind. Freilich, der Gedanke der Einführung einer Arbeitsdienst - pflicht erfährt auch diesmal wieder eine Ablehnung, und zwar mit der kurzen Begründung, daß' sie kein geeignetes Mittel zur Entlastung des Arbeitsmarktes sei. Sollte damit ein endgültiges Urteil über die Arbeitsdienstpslicht abgegeben sein, so wgre dies außerordentlich zu bedauern. Ganz abgesehen davon, daß bci der Frage der Arbeits-, oder besser gesagt, Volksdienstpflicht die großen sittlichen Werte dieser Einrichtung nicht unberücksich'igt bleih^n dürfen, muß ja auch eine Entlastung des Arbeitsmarktes automatisch eintreten, wenn jedes Jahr einige Hunderttausend junge Menschen im Arbeitsdienst beschäftigt werden. Falls aber diese Aeutzerung nur so zu verstehen ist, daß bei. der augenblicklichen Finanzlage die großen Summen für die Durchführung einer allgemeinen Arbcitsdienstpflicht nicht aufgebracht werden können und diese darum fürs erste nicht in Betracht käme, wird wenig dagegen einzuwenden sein. Denn die Anfangskosten sind, das hat auch das Beispiel Bulgariens bewiesen, in der Tat sehr beträchtlich, und sie würden in Deutschland in den ersten Jahren sicher in die Milliarden gehen, wenn man wirklich einen oder zwei Jahrgänge Jugendlicher voll erfaßt und keinerlei Drfreiungsmöglich- keiten vorsieht. Die Möglichkeit eines Loskaufs, wie sie die bulgarische Arbeitsdienstpflicht kennt, erleichtert zwar die Finanzierung eines Arbeitsdienstjahres sehr, würde aber vom deutschen Menschen als unsozial und unsittlich empfunden werden, daß große Werk von vornherein in Mißkredit bringen und ist daher abzulehnen. Durchaus zustimmend dagegen äußert sich das Gutachten zur Einführung eines freiwilligen Arbeitsdienstes, wie er in letzter Zeit von studentischen und bündischen Kreisen, besonders auch vom Jungdeutschen Orden, gefordert wird. Sehr richtig sagt hierzu das Gutachten, die Möglichkeit solcher Arbeit bedeute für den Arbeitslosen die Gefühlsbeseitigung, überflüssig zu sein. Sie wirke der Entmutigung entgegen und stelle ihn vor eine Ausgabe, deren Erfüllung von seinem freien Entschluß abhänge. Man will daher nicht nur den Einsatz freiwilliger Arbeitskolonnen am älnterstützungsort selbst fördern, sondern, und das ist das wesentliche, die Bildung von gesinnungsmäßig gebundenen Gruppen unterstützen, die als Freikorps der Arbeit überall dort eingesetzt werden, wo dringende volkswirtschaftliche Aufgaben der Lösung harren. Eine gleiche Einrichtung kennt man schon seit Jahren in der Schweiz: dort werden in jedem Soin- mer einige hundert Studenten in freiwilligen Arbeitskolonien zusammengefaßt, die in den ärmlichen Gebirgsgegenden als Helfer zum Einsatz gelangen. Hochwasser- und Lawinenschutzbauten, Wegverbefserungen, Landmel orationen, alles wichtige Arbeiten, die sonst aus Geldmangel unterblieben wären, wurden von ihnen zum Segen für die betreffenden Gebiete durchgeführt. Aach den Berichten des eidgenössischen Volkswirt- schaftsdepartements ist auch die Rentabilität durchaus gesichert. Bor ähnlichen Aufgaben würden auch die Trupps der Arbeitsfreiwilligen in Deutschland stehen. Der Einsatz muß aber nach einer Richtung hin erweitert werden. Durch die Freikorps der 3m Kalender steht Pfingsten. Kriminalnovelle von Otto Kander. Kommissar Tesch war der ruhigste Mann des Präsidiums. Seine Feinde schimpften ihn einen unver- besserlichcn Phlegmatiker. Aber das war natürlich nur Verleumdung. Tatsache ist, daß Tesch vier Stunden lang hintereinander die Daumen drehen konnte; ein Rekord, der noch nicht gebrochen worden ist. Ganz wenige Eingeweihte wußten allerdings, daß das Resultat dieser anstrengenden, vierstündigen Arbeit manchmal in einer kleinen, unauffälligen Verhaftung bestand, die unmittelbar daraus vorgenommen wurde. Auch an diesem schönen, sonnigen Samstag saß Kommissar Tesch in einer Weise vor seinem Schreibtisch, die deutlich bewies, daß er nichts zu tun hatte. Morgen war Pfingstsonntag, und es gab wenig Leute im Präsidium, die sich nicht darauf freuten. Als sich gerade auch Tesch darauf zu freuen begann, klingelte plötzlich sein Telephon. „Ueberfall? Vor einer halben Stunde? Wieviel? Für zweihunderttausend Mark? Ja, ich werde selbst kommen. In einer Viertelstunde bin ich dort." „Kommen Sie" sagte Tesch im Vorzimmer zu einem Beamten. „Man will uns gesegnete Pfingsten wünschen." Es war eine mittlere Iuwelenfirma in der unteren Friedrichstraße. Donnermann & Sohn. Herr Donnermann sen. erwartete die Beamten vor dem Eingang. „Helfen Sie mir", lamentierte er in weinerlichem Ton. „Sie müssen mir helfen und die Steine wieder herbeischasfen. Ich bin ein ruinierter Mann, wenn Sic mich im Stich lassen ..." „Langsam", sagte Tesch. Er war die Gemütlichkeit selber, als er in den Laden eintrat. Hinter dem Ladentisch saß ein tief deprimierter junger Mann, der die Beamten mit einem hoffnungslosen Blick begrüßte. „Herr Donnermann junior, vermute ich", sagte Tesch. Herr Donnermann jun. verbeugte sich und stammelte etwas vom Revolver und tätlicher Bedrohung. „Gemach", sagte Tesch. „Erzählen Sie alles der Reihe nach. Waren Sie allein?" „Ja, leioer war ich allein. Ich war vollkommen unvorbereitet!" „Wo waren Sie, Herrn Donnermann?" wandte sich Tesch an den Vater. „Auf der Bank", erwiderte dieser. „Ich löste einen Scheck ein, den. mir gestern ein Kunde gegeben hatte." „Wann verließen Sie das Geschäft?" Arbeit, zu deren Stellung heute d e großen Bünde der ehemaligen Frontkämpfer, die Bünde der deutschen Jugend, die Organisationen der Dauern, und die deutsche Studentenschaft bereit sind, muh endlich einmal die Ostsiedlung kräftig vorwärts getrieben werden. Den vielen siedlungswilligen und siedlungsfähigen Menschen, die aus Mangel an eigenen Mitteln nicht siedeln können, muß in den kommenden Freikorps der Arbeit der Weg gebahnt werden, aus der Trostlosigkeit ihres Daseins herouszukommen, Herr auf eigener Scholle und damit gleichzeitig Hüter deut- schenBodens i m be d r o h ten G r e nz g e- biet zu werden. Für jedes der nächsten Jahre stehen einschließlich der Beträge der Osthilfe soviel Mittel zur Verfügung, um zährlich zehntausend Siedler anzu^etzen. Man wird die Zahl verdoppeln können, wenn man die großen Mögl ch'eiten, die im Ausbau eines frei teil igen Arbeitsdienstes liegen, voll ausschöpft und die Feßler der bisherigen Siedlungspolitik vermeidet. Daß eine solche Slei- gerung des Siedlungsbestandes im deutschen Osten eine nationale Aotwendigkeit ist, beweist nichts besser als die Tatsache, daß wir auch dann noch pocit unter der Jahresleistung der Polen biieberr, die Jahr für Jahr mindestens 30 000 neue Siedlerstellen einrichten. Was aber nicht zuletzt auch von der geplanten Einführung des freiwilligen Arbeitsdienstes zu erwarten ist, das wird hoffentlich eine starke Lieberbrückung der sozialen und politischen Gegensätze in unserem Volke sein. Diese Freikorps der Arbeit, in denen Arbeiter und Bauern, Studenten und Kaufleute Schulter an Schulter stehen werden, müssen sich zu Kristallisationspunkten der deutschen Volksgemeinschaft entwickeln, zu Quellen der Wiedergesundung unseres armen zerrissenen Vaterlandes. Lind gerade darum begrüßen wir den neuen Weg, den die Reichsregierung beschreiten röill und hoffen, daß sie die große Aufgabe rasch und energisch anpacken wird. Sie kann dabei der Unterstützung und des Dankes aller Gutgesinnten im Lande sicher sein. Wann komm! ÄenWand wieder zu Kolonien? 23tm Adolf Friedrich, Herzog zu Mecklenburg, ehemaligem deutschem Gouverneur von Togo In den letzten Jahren konnte es bisweilen scheinen, als ob nur noch die alten „Afrikaner" sich um die Kolonialfrage bekümmerten, und namentlich in Preußen nach der sehr bedauerlichen Mm- wandlung der einschlägigen Schulerlasse eine neue Generation heranwachse, die für diese Dinge überhaupt kein Verständnis mehr aufbringen könne. Da war es ein freudig zu begrüßender Lichtblick, daß Mitte April d. I. die Deutsche Studentenschaft chrerseits, unterstützt durch die DeutscheKolonialgesell sch af t, eine koloniale Schulungs-Woche durchführte, die von führenden studentischen Vertretern aus 16 Hochschulen deutscher Zunge, einschließlich Danzig und Graz, beschickt war. Durch eine größere Anzahl sich willig in den Dienst der Sache stellender Dozenten in den ganzen Komplex der kolonialen Fragen eingeführt, sind diese Jung-Akademiker dann hinausgezogen zu ihren Komilitonen, um unter ihnen das Verständnis für Deutschlands koloniale Ansprüche und Aotwendigkeiten zu wecken und zu fördern. Es sollte heute ja Wohl keines Wortes der De- gründung bedürfen, wie dringend notwendig für Deutschland eigene koloniale Verwaltungsgebiete wären — in einer Zeit, in der bei uns, die wir mit unserem Menschenüberfluß angesichts der in allen Erdteilen gedrosselten Auswanderung der Abflußkanäle für diesen Menschenüberfluß und der kolonialen Absatzmärkte ermangeln, die Hunderttausenden deutscher Arbeitsloser Beschäftigung geben könnten. In einer Zeit, in der auf der anderen Seite Frankreich von dem internationalen Druck der Arbeitslosigkeit nichts verspürt, da dieses Land auf Grund der deutschen Tributleistungen und Sachlieferungen seine großen kolonialen Absatzmärkte in einer bisher nicht dagewesenen Weise zu entwickeln in der Lage war. Deutschland muß aus zwingenden wirtschaftlichen Gründen wieder heran an d ie kolonialen Märkte — in diesem Zusammenhang einmal ganz zu schweigen von den durchaus nicht minderwichtigen ideellen Momenten! Stellen wir uns im einzelnen die Frage, wann und wo Deutschland wieder Aussicht haben könnte, zu kolonialen Verwaltungsgebieten zu gelangen, so liegt es mir als früheren Gouverneur von Togo erklärlicherweise besonders nahe, zunächst von Deutsch-Westafrika zu sprechen: Wenn schon vor einiger Zeit von einer Persönlichkeit, der große Möglichkeiten des Einflusses auf die öffentliche Meinung in England zur Verfügung stehen, der Vorschlag gemacht worden ist, daß England seine Mandatsanteile an Togo und Kamerun zurückgeben möge, so kann ein solcher Vorschlag, wie icder Blick auf die Landkarte lehrt, einen politischen Sinn nur dann haben, wenn er als Anregung an Frankreich aufgefaht wird, auch seine sehr viel größeren und in ganz andere» Verkchrslage befindlichen Mandatsanteile an diesen beiden alten deutschen Kolonien gleichfalls zurückzugebcn. Lind wenn man dann weiter nachprüft, wie sehr in der Tat Frankreich deutscher Kräfte benötigte, um seine westafrikani- schen Mandatsgebiete wirtschaftlich wieder der in und nach dem Kriege eingctretene Stagnation zu entreißen, und wie schwer es Frankreich heute noch fällt, ohne diese ganz überflüssige Vermehrung seines kolonialen Derwaltungsgebietes die unter älterer französischer Verwaltung stehenden Rachbargebiete wirtschaftlich zu entwickeln — dann kann man wirklich keinen vernünftigen Grund ein- sehen, weshalb die von England ausgegangene Anregung für die Rückgabe in den Wind geschlagen werden soll. Ich möchte aber besonders betonen, daß meine Interessen sich durchaus nicht auf west afrikanische Gebiete beschränken, sondern daß meine ausgedehnten Studienreisen mir ja auch Gelegenheit gegeben haben, die o st a f r i k ani schenDinge und darüber hinaus die im Zusammenhang hiermit stehende Jnderfrage auch in der Heimat des indischen Volkes nachzuprüfen. Aus mancherlei Gesprächen, die ich noch m der letzten Zeit zu führen Gelegenheit hatte, glaube ich feststellen zu können, daß in England der Kreis der einsichtigen Personen dauernd im Wachsen ist, die das britische Mandat über Deutsch-Ostafrika nicht für ein Glüch halten, und die der Ansicht finb, daß es richtiger wäre, dieses Land an Deutschland zurückzugeben. Denn aus den sonstigen vstafrikanischen Verbindungen und insbesondere aus derDer- bindung mit Indien ergeben sich für England in dem vstafrikanischen Mandatsgebiet Schwierigkeiten in der Behandlung der Eingeborenen und insbesondere der Inder, die eingestandenermaßen für die deutsche Verwaltung in diesem Llmfange weder in früheren Zeiten Vorlagen, noch in Zukunft vorliegen würden. Fast unmittelbar nach Schluß der eingangs erwähnten kolonialen Schulungswoche der Deutschen Studentenschaft erhielt die koloniale Höchschule in Wihenhausen an der Werra, in der diese Veranstaltung abgehalten worden war, den Besuch einer stattlichen Anzahl englischer Hochschullehrer, deren Sprecher zum Schlüsse seiner Dankesrede an den Direktor der Anstalt, Dr. Arning, das Bekenntnis ablegte: es sei kein Zweifel darüber, daß verschiedene der jetzigen Mandatsinhaber die ihnen anvertrauten Kolonien wesentlich weni- „Gegen zwölf Uhr." „Mein Vater war etwa eine halbe Stunde lang fort", erzählte Donnermann jun. weiter, „als ein Herr eintrat, der auf den ersten Blick einen absolut vertrauenswürdigen Eindruck machte. Er wünschte Brillantringe zu sehen, für ein zartes Geschenks wie er sagte. Ich zeigte ihm zuerst etwas in der Preislage für zwei- bis dreihundert Mark. Aber er lächelte nur geringschätzig. Geld spiele aar keine Rolle, sagte er und wünschte das Beste zu sehen, was wir haben. Da zeigte ich ihm einige von den teuersten Stücken. Der Mann war sehr wählerisch, und bald war der ganze Tisch hier mit Etuis bedeckt. Haben Sie sonst noch etwas? frage er schließlich. Ich verneinte. So, sagte er dann ganz plötzlich mit ziemlich ruhigem Ton, dann heben Sie mal ganz schnell Ihre beiden Arme in die Höhe und geben keinen Laut von sich, wenn Sie noch mal zu Fuß hier herausgehen wollen. Ich blickte in eine schwarze Revolvermündung und sah ein, daß mir nichts anderes übrig blieb, als dem Befehl Folge zu leisten. Der Mann packte nun in aller Seelenruhe den Inhalt von zwei Dutzend Etuis in die Taschen. Dann drängte er mich ins anstoßende Zimmer und schloß hinter mir ab." „Kann ich das Zimmer sehen?" sagte Tesch. Er blickte sich flüchtig darin um, das Zimmer hatte, wie viele Ladenzimmer, keinen Hinterausgang und im Hintergrund war ein vergittertes Fenster. Wie sah der Mann aus?" fragte Tesch. „Können Sie ihn genau beschreiben?" „Ja", antwortete Donnermann junior erleichtert. „Er war hochgewachsen, hatte einen kleinen Schnurrbart, trug eine Hornbrille und hatte vorn zwei Goldzähne. Er trug einen hellgrauen Sommerüberzieher und einen dunkelblauen Hut mit umgeschlagener Krempe." „Dann scheint er den Hut wohl hier vergessen zu haben?" meinte Tesch und deutete auf einen Hut, der auf bem Ladentisch lag. „Nein", sagte Herr Donnermann sen., „das ist mein Hut und außerdem ist mein Hut schwarz, während der des Täters, wie Sie eben hörten, dunkelblau sein soll." „So!" sagte Tesch. „Ich hätte geschworen, daß dieser auch dunkelblau ist. Aber das Licht täuscht wohl. Ja, ja, ich sehe nun, daß er schwarz ist." „Werden Sie mir meine Juwelen wieder zur Stelle schaffen?" wandte sich Donnermann sen. mit tremolierenöer Stimme an Tesch. Aber Tesch gab darauf nicht gleich eine Antwort. Er war auf einen Wandkalender zugegangen und betrachtete ihn nachdenklich. Dann seufzte er leise vor sich hin und riß einige Blätter ab. „Warum vernachlässigen Sie so sehr Ihren Abreißkalender?" wandte er sich an Donnermann sen. „Was hat das mit ...?" „Moment, mein Herr. Ich wollte nur sagen, daß mir der Wandkalender eben verraten hat, wer der Dieb ist. Wenn Sie nichts dagegen haben, wollen wir einen Augenblick ins Nebenzimmer gehen. So, setzen Sie sich bitte! Haben Sie die Juwelen bei sich? Wollen Sie sie freiwillig wieder herausgeben, oder muß ich Sie verhaften? Schweigen Sie und prote- stieren Sie nicht. Sagen Sie die Wahrheit! Sie wollten einen Versicherungsschwindel begehen?" „Aber", wagte Herr Donnermann mit erstickter Stimme zu fragen, „wie wollen Sie mir das Nachweisen?" „Durch eine einzige, kleine dumme Lüge, mit der Sie sich verraten haben. Sie sagten, daß Sie auf der Bank einen Scheck eingelöft haben. Heute ist aber Pfingstsamstag, und jeder bessere Kaufmann sollte wissen, daß heute nur die Wechselschalter geöffnet sind, und auch die nur bis zwölf Uhr mittags. Auf Ihrem Kalender steht das säuberlich vermerkt, aber Sie haben ihn ja schon tagelang nicht abgerissen. Wenn Sie diesen Lapsus nicht begangen hätten, und wenn Ihr Sohn nicht auf den ersten Blick im Halbdunkel dieses Ladens einen dunkelblauen Hut von einem schwarzen unterschieden hätte, dann hätten Sie Pfingsten wo anders verlebt." Hochschulnacbrichten. Professor Dr. jur. et phil. Gerhard Leibholz in Greifswald hat einen Ruf auf den an der Universität Göttingen neuerrichteten Lehrstuhl für öffentliches Recht erhalten. Zur Wiederbesetzung des durch die Emeritierung des Geh. Medizinalrats F. Sieger! an der Universität Köln erledigten Lehrstuhls der Kinderheilkunde ist ein Ruf an den ordentlichen Professor Dr. Hans Kleinschmidt in Hamburg ergangen. Das Ordinariat für Haut- und Geschlechtskrankheiten an der Universität Köln ist dem Chefarzt der Städtischen Hautklinik in Essen, Professor Dr. Fr. Bering angeboten worden. Der an der Universität Bonn neuerrichtete Lehrstuhl für deutsches bürgerliches Recht ist dem Ordinarius Dr. Ernst Levy in Heidelberg angeboten worden. Das Ordinariat der Kirchengeschichte in der evan- gelisch-theologischen Fakultät der Universität T ü - hingen ist dem ordentlichen Professor D. Hans Rückert in Leipzig übertragen worden. get guf verwalteten, als es die Deutschen getan hätten. Sie zwingenden Gründe für eine baldige Ausrottung der Rcvisionssrage im ganzen Umfange mehren sich und wachsen täglich an Gewicht. 2m Gesamtrahmen dieser Revisionsfrage gebührt der Revision der kolonialen Frage unbedingt keine nebensächliche Rotte. Deutschland muß wieder zu eigenen kolonialen Verwaltungsgebieten kommen, und zwar je eher, um so besser. Deutsche Pfingsten. Don Dr. Eugen Kühnemann, o. ö. Professor der Philosophie an der Universität Äreelau. . Man soll den Deutschen von heute, die unter der Not der Gegenwart seufzen, einige Dinge immer wieder ins Gedächtnis rufen: Wir haben den größten Tag der deutschen Geschichte in den heiligen Augustlagen von 1914 erlebt, als mit einemmal das ganze Volk ein einziger Gedanke, ein einziger Wille, eine einzige Treue bis zum Tode war. Diese Erinnerung laßt uns den Glauben an die Größe unseres Volkes niemals verlieren. Wir haben die volle Offenbarung der deutschen Kraft gesehen: nicht wie Leonidas drei Tage mit 300 Getreuen, sondern vier Jahre lang mit dem ganzen Volke von Männern, Frauen, Greisen und Kindern hat Deutschland in den Thermopylen gestanden und den Angriff der Welt vom Heimatboden abgewehrt. Der Zusammenbruch hatte feine einzige Ursache in der U n f e r t i g k e i t der deutschen Dinge. Dem Volke versagte,, wie noch jedesmal in feiner Geschichte, die 'Kraft, als gesammelte Gewalt eines einzigen nationalen Willens auszuhalten bis zum Ende. Die Aufgabe der Zukunft stellt sich hiernach in voller Klarheit. Sie gibt der deutschen Jugend ein Ziel des Strebens, wie es größer und herrlicher nicht zu ersinnen wäre, und macht das Leben für jeden gesund gebliebenen Willen zu einer Lust. Zu schaffen ist das seiner selbst bewußte deutsche Staatsvolk in der Einheit eines sicheren nationalen Wil- lens. Das will sagen: hrer müssen kommen, die das ganze Volk in v.r sicheren Richtung der nationalen Selbsterhaltung und Selbsterhöhung zusammenfassen. Das deutsche Volk war im ganzen Verlauf seiner Geschichte das Volk des Geistes. Durch Leiden ohnegleichen wurde es immer aufs neue befähigt, der Welt den neuen Lebensgedanken vorzuleben. Auch das Leiden der Gegenwart soll der Durchgang zu einem neuen Lebensgedanken sein. Der Gedanke der deutschen Freiheit, der bis jetzt in den Büchern unserer größten Denker und Dichter steht, will die Seele des deutschen Lebens werden. Dies bedeutet, daß im Innern die neue Gesellschaft der wahrhaftigen Menschenwürde errichtet werde, in der alle Arbeiter sind, jeder Arbeiter aber zur Erfüllung eines persönlichen Lebens kommt. Es bedeutet, daß nach außen die Verantwortung für das neue Europa auf die Deutschen gelegt ist. Das Europa der Gegenwart lebt nach dem Gesetz von Versailles. Es ist ein Europa der Lüge, der Ungerechtigkeit und des Hasses. Der deutsche Kampf ist der Kampf für die Wahrheit, für das Recht und für die Liebe. Das Reich wahrhaftiger Menschlichkeit kann allein ein Reich des Geistes sein. Deutschland kämpft für ein Reich des Geistes an Stelle des Reichs der plumpen Gewalt. Der höchste Idealismus ist für uns die einzige mögliche Baffermann-Anekdoten. Ein Bewunderer des großen Schauspielers Albert Dassermann sagte einmal zu ihm: „Ich habe immer, wenn ich Sie betrachte, das Gefühl, daß Sie Gedankenleser sind: Stimmt das?" - „Stimmt", knurrte Bassermann. — „Da.können Sie also auch meine Gedanken erraten?“ „Gewiß, mein Herr, sobald Sie einen haben." Am Berliner Theater wirkte Frau Henschel als Souffleuse. Albert Dassermann, der in seiner Jugend bei ihrem Manne engagiert gewesen war, begrüßte sie stets mit ausgesuchter Höflichkeit: „Guten Morgen, gnädige Frau!" Das gute Beispiel Dassermanns wurde von seinen Kollegen allgemein befolgt. Eines Tages kam aber Kainz zu einem Gastspiel. Er konnte seine Rolle nicht. Er „schwamm". Plötzlich ließ er seinen Zorn an der Souffleuse aus: „Ra, Sie Frau da unten. Sie wollen wohl nicht? — Sie haben's wohl nicht nötig!“ Lind nach einer Pause: „Schreien Sie doch gefälligst nicht so, als ob Sie am Spieß stäken. Ich kann, Gott sei Dank! noch ganz gut hören." — Schließlich wurde Kainz völlig wild: „Red'ns doch an Ton!" schrie er. „Sonst strickens halt Strümps, wanns net soufflieren woll'n." Jetzt wurde es der Frau Henschel zu bunt. Sie streckte ihren rot gewordenen Kopf aus dem Kasten und schrie Kainz an: „Lernen Sie doch gefälligst Ihre Rotten, bevor Sie hier auf treten. Ihren Ton find wir hier schon gar nicht gewöhnt." Roch war Kainz sprachlos über diese Gegenattacke, da kam Bassermann und unterstützte seine ehemalige Direktorin mit aller Energie. Kainz wußte noch immer nicht, was er sagen sollte. Schließlich knurrte er: „Das muß ein'm doch vorher mitgeteilt werden, daß an dem Theater eine Fürschtin im Souffleurkasten sitzt." Am nächsten Vormittag hatte er seine Rolle vollkommen gelernt. • Der Berliner Wohnung Bassermanns gegenüber wohnt eine Familie, die viel ins Theater geht und natürlich auch Bassermann sehr schätzt. Der Künstler spielt gerade in dem Stück „Der Brotverdiener", das in Berlin bekanntlich unter dem Titel „Muh die Kuh Milch geben?" auf geführt wurde. Eines Tages sah das achtjährige Töchterchen des Hauses vom Fenster aus Bassermann Weggehen. Als die Mutter meinte, Herr Bassermann werde nun Wohl ins Theater gehen, fragt die Kleine: ,Muß er jetzt Milch geben ?“ Realpolitik. Nie stand eine gleich große Aufgabe vor deutscher Jugend. Es liegt an ihr, daß aus dem Zusammenbruch des Krieges und der Nachkriegszeit der deutsche Auferstehungstag werde, der neue Geist des deutschen Pfingsten. Lsnser Burgenland. Zur Zehnjahrfeier der Vereinigung m.t Oesterreich. Don Dr. Fr. König, ii. Das Weltkriegsende hat die Lage grundlegend verändert. 3m Zusammenbruch entstand jene Woge gesamtdeutscher Volksbewegung, die den Blick vom jeweiligen Staate auf die Substanz des deutschen Lebens zu richten zwang. Wir Deutsche, die wir uns in einer Anzahl Staaten auseinandergelebt hatten, entdeckten unsere Gesamtvolkheit wieder und standen staunend vor der Fülle deutschen Lebens, das sich an den Grenzen des geschlossenen Dolksbodens und in den 3nselsiedlungen draußen uns ent- gegenstreckte. Indem insbesondere die Donaumonarchie auseinanderbrach, trat auch das deutsche Volkstum, das sie beherbergt hatte, in das Licht des Tages: das deutsche Volkstum Oesterreichs und auch Ungarns. Der geschlossene deutsche Dolksboden forderte sein Recht, Westungarn trat zu seinem größeren Teil aus dem ungarischen Staate heraus und schloß sich Oesterreich an, in Oesterreich aber begannen wir wieder die alte Ostmark zu sehen, von ähnlicher Bedeutung nach Südosteuropa hin, wie die preußischen Lande nach demNordosten. llnfi als wir das deutsche Bauerntum der Heinzen und der Heidebauern We st Ungarns seinen Anschluß an Deutschösterreich suchen sahen, weil es den Drang in sich verspürte, aus der Zwiespältigkeit seines Lebens wieder in eindeutige Verhältnisse zu kommen, weil es trotz der Niederlage der Deutschen Reiche seine Zukunft an das deutsche Gesamtvolk binden wollte, in dessen Reich es mit Gesamtösterreich einst einzugehen gedenkt, da überkam uns neben der Freude eine leise Scham, daß wir im Ringen um die Weltgeltung den Sinn für die organischen Gegebenheiten des volklichen Lebens so sehr verloren hatten, daß wir dies Deutschtum an der Südostfront hatten vergessen können. So klein auch das Burgenland mit seinen rund 220 000 deutschen Menschen sein mag, seine Bedeutung für die Gesamtnatron ist eine große: es zwingt uns, den Blick in die Vielvölkerwelt des Südostens zu lenken, es offenbart uns die Verflechtung unseres Volkes mit den Völkern Grohpannoniens, es nötigt uns zur Vertiefung in die große Vergangenheit. in der das Reich der Deutschen politisch und kulturell in dem Südosten sich auswirkte, es mahnt daran, daß auch die Gegenwart und die Zukunft an der Donau große Aufgaben stellen, die das deutsche Gesamtvolk als der Erbe gar mancher Aufgabe der Donaumonarchie wird lösen müssen, wenn es sich selber und auch Mitteleuropa soll in Ordnung bringen können. In Ungarn sind die Deutschen WestungarnS zentralistisch regiert gewesen: der ungarische Staat war ein Einheitsstaat, in dem es keine Selbstverwaltung geben konnte. Budapest war, wie Paris im Westen, die Zentralsonne, um die das Leben kreiste, von der aus alles Land im Staate das Heil erwarten mußte: die Provinz draußen hatte kein eigenes Leben. Das war besonders verhängnisvoll für das bäuerliche Volk der nicht-magyarischen Gebiete. Es war im .Grunde doch nur Objekt der Staatsgesellschaft, ^fite ihm keinen Raum für die korporative Ausgestaltung seines Lebens in der Heimat gewahren "konnte. Das ist für das Burgenland, soweit es Das SchiMÄ weicht das letzte Wert Roman von 2.Schneider-Foerstl. Urheber-Rechtschutz durch Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 26. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Angst? Um sich?" । „Um Sie, Herr Graf!" I „Sie scherzen wohl!" ^,Aber gewiß nicht! Er hat vor Hetterfield die Verantwortung für Sie übernommen. Das ist immerhin so eine Sache. Mit Mister Hetterfield ist nicht zu spaßen, so wenig wie mit dem Ophier. Sehen Sie." Er bog sich über die Brüstung der Veranda und streckte die Hand aus. Als er sie wieder zurückzog, war sie mit seinem Ruß bedeckt. „Asche?" fragte Lippstädt. „3a! Vor drei 3ahren war hier alles finger- hoch damit überdeckt. Eine ganze Woche lang hat's immer Asche gestreut und dann dareingeregnet. Sie hätten das sehen sollen. Wir haben alle ausgeschaut wie Kohlenbrenner. 3e- denfalls wird es gut sein, wenn Sie sich möglichst wenig außer Reichweite von hier entfernen. Der Wind kommt aus Südwest und trägt den ganzen Schmutz herüber. Außerdem ist man doch nie ganz sicher, ob einem nicht ein Stück des groben Gesellen an den Kopf fliegt." „Das wäre nicht angenehm", sagte Lippstädt und schritt nun ebenfalls nach dem Garten, wo er 3effersvn im Gespräch mit einem Eingebore- nen stehen sah. Aber die ganze Sorge war unbegründet gewesen. Roch am gleichen Abend stand die Kuppe des Ophier wieder vom Licht der Abendsonne überstrahlt. Die Haube hatte sich nach der Mitte des Berges herabgesenkt und lag wie ein breiter Gürtel um die Hänge. Es war schon Stunden her, daß er sein letztes Feuersignal zum Himmel geschickt hatte. Die Eingeborenen frohlockten wie die Kinder, da er seit Mittag nicht mehr „gehustet" hatte. Sie kannten den Patron. Die Bucht war ein Gewimmel von Segeln. Motorboote flitzten zwischen hindurch und ein großer Dampfer zog rauschend vorüber. Die Arbeiter, die ausgezogen waren, ihre Familien zu holen, kamen ohne diese zurück. Es war nicht nötig gewesen, sie in Sicherheit zu bringen. Ganz Sumatra war wieder voll Frieden. Viktor hatte sich ein Pferd satteln lassen und trabte nun mit der untergehenden Sonne. Das Tier mochte tagsüber sehr unter der Hitze gelitten haben, denn es war widerspenstig und nervös. Mehr als einmal mußte es durch einen aus dem magyarischen Staat herausgetreten ist, nunmehr anders geworden: Oesterreich hat ihm von vornherein den Charakter eines s e l b - ständigen Bundeslandes gegeben. Das Burgenland hat seinen Landtag und seine Landesregierung: es ist von Oesterreich in den Sattel gehoben worden und hat, ohne daß es eine Selbstverwaltungstradition besessen hätte, einfach reiten müssen. Das ist sicherlich eine schwere Probe gewesen. Oesterreich hat seinen neuen Gliedstaat nach sechs Monaten schon in den vollen Besitz der Landesgewalt gesetzt, ohne sich durch die Sorge vor den Magyaren in Rumpfungarn, vor den Magyaren im eigenen Land beirren zu lassen. Man kann heute schon sagen, daß diese Großzügigkeit ihren Lohn gefunden hat: man gewährte Vertrauen und erhielt dafür die Treue der großen Masse der Bevölkerung. Die Bevölkerung aber hat sich sehr schnell zu einem kleinen Staatsvölklein zu runden verstanden, das durch seine selbst gesetzten Organe das Land erschließt und in Ordnung hält, sich seine deutsche Verwaltung, sein deutsches Gericht, seine deutsche Schule errichtet hat, das seine volkdeutsche Art entfaltet und stolz darauf ist, im ungarischen Staate sich dem deutschen Gesamtvolk erhalten zu haben. Zugleich gibt es in der Behandlung seiner Minderheiten, sowohl der kroatischen wie der magyarischen der Welt ein Beispiel dafür, daß man mit fremdem Volk, das mit einem im gleichen Hause sitzt, besser fährt, wenn man ihm die volle kulturelle Freiheit läßt, als wenn man die Machtmittel des Staates dafür einsetzt, es um sein Volkstum zu bringen. Wenn wir Reichsdeutsche heute unsere Blicke nach dem Südosten richten, so ist das Dunkel gelichtet, das uns vor dem Weltkrieg Die Wirklichkeit verhüllte. Wir wissen, daß fiert bei St. Gotthardt und Güns, bei Oedenburg und Preßburg die Grenze des alten Reiches lag, wir wissen, daß der von Ungarn und Oesterreich umstrittene Grenzsaum von alten Zeiten her deutsches Leben birgt, wir wissen, daß jenseits der Grenze des geschlossenen Volksbodens jenes Inselfieutsch- tum haust, das einst bis zum Schwarzen Meer hin auszog, um sich überall dort neue deutsche Heimat zu begründen und dadurch zugleich Pionier abendländischer Gesittung in jenen Bereichen des südosteuropäischen Kulturgefälles zu sein: wir wissen, daß Oesterreich die alte Ostmark ist und sehen in dem österreichisches Land gewordenen alten deutschen Westungarn das Deutschtum an der Front, das sowohl die Aufgabe hait sich als Grenzvolk besonders stark in seinem deutschen Wesen zu verfestigen, auf daß keine Unklarheit über die Richtung seines politischen Willens bestehen bleibe, als auch die andere Verbindung mit der Welt fies magyarischen Volkes aufrechtzuerhalten, item es zwar staatlich den Rücken gekehrt hat, dem es aber sicherlich in Freundschaft gewogen bleiben möchte. Wenn es wahr ist — und es ist wahr —, daß es besser ist für alle Teile, daß Staatsgrenzen und Dolksgrenzen nach Möglichkeit zur Deckung gebracht werden, so ist mit dem Ueber- gang des Burgenlands in den österreichischen Staat ein vernünftigerer Zu stand geschaffen worden als er früher bestanden hast. Volk hat einen Anspruch darauf, bei Volk zu fein: deutsches Volk bei deutschem Volk und magyarisches bei magyarischem. Aus der höheren 3dee heraus, die auch ihnen die Wiederherstellung ihres zerschlagenen Volks- bodens verheißt, müßten sich fite Magyaren mit Dem Verlust fier Herrschaft im volkdeutschen Burgenland zufrieden geben können. Vielleicht würde dieser Verzicht, verbunden mit einer befriedigenden Lösung des Problems fier deutschen Minderheit in Ungarn fite Voraussetzung dafür schaffen, daß die so notwendige Reuordnung Mitteleuropas eine übervolkliche Aufgabe sein könnte, zu der sich das deutsche und das magyarische Doll aus der Erkenntnis ihrer Schicksalsverbundenheit in der Geschichte und im Raum heraus in herzlicher Freundschaft die Hände reichen könnten über ein zufriedenes Ungarn hinweg. werden. Als Flugschüler können nur Mitglieder des Vereins für Luftfahrt in Gießen Aufnahme finden. 3unge Leute, die sich für die Erlernung der Fliegerei interessieren, mögen sich an den Verein für Luftfahrt in Gießen, oder direkt an den Flughafen wenden, wo sie über alle Einzelheiten dieser Fliegerausbildungsstelle Aufschluß erhalten können. Es ist erfreulich, daß unser Flughafen durch diese Reueinrichtung einen weiteren bedeutsamen Schritt in seiner Aufwärtsentwicklung tun kann. Seit einiger Zeit hat bereits die Akademische Fliegergruppe des Polytechnikums Friedberg ihren Flugstandort auf dem Gießener Flughafen, und es ist anzunehmen, daß in nicht allzu ferner Zeit auch noch andere Fliegergruppen hier ihren Uebungsstand aufschlagen werden. Durch die Flugübungsstelle unter der Leitung des Fluglehrers Maier und durch die Fliegerei der Akademischen Fliegergruppen wird sich in diesem Sommer wohl ein Flugbetrieb auf dem Gießener Flughafen entwickeln, von dessen Ausmaß und schulischer Vertiefung man nur die besten Hoffnungen für die Aufwärtsentwicklung der Fliegerei in Oberhefsen mit Gießen als Mittelpunkt hegen darf. Die Verkehrsfliegerei, dte^fetzt bereits durch fite Verbilligung der Flüge nach Frankfurt — ein Flug von Gießen nach Frankfurt kostet jetzt nur noch 7 Mark statt bisher 15 Mark — eine starke Zunahme zu verzeichnen hat, dürfte zweifellos von diesem verstärkten Sportfltegerbetrieb ebenfalls günstig beeinflußt werden. n Oie Ersparnisse im Gießener Etat für 1931. ui.-) Schulen. Durch Ersparnismahnahmen sind beim Stadt- schu lam t Die Kosten von 4742 Mk. im Vorjahre auf 4388 Mk. im 3ahre 1931 gesenkt worden. Bei den Volksschulen ist besonders bemerkenswert, daß im Voranschlag für 1931 erstmalig eine Summe von 13 600 Mk. als Stellenbeittag zu den persönlichen Kosten der Volksschule (68 Stellen je 200 Mk.) in Erscheinung tritt. Es handelt sich hierbei unt Die durch Landesgesetz im Vorjahre bereits in Kraft getretene Mehrbelastung der Gemeinden, fite im Vorjahre erst nach der Ferttgstellung Des Gießener Haushalts beschlossen und damals aus dem Reservefonds bestritten wurde. An der baulichen Unterhaltung der Schulgebäude der Pestalozzischule, der Schillerschule und DerGoethe- schule sind gegenüber fiem Vorjahr rund 1500 Mk. eingespart worden, ferner fallen 1000 ML, Die im vorigen 3ahre für fite bauliche Unterhaltung fier Behelfsbauten in fier Rofiheimer Straße und Gabelsbergerstrahe ausgegeben wurden, im neuen Haushaltsjahre weg. Für Lehrmittel und sachliche Bedürfnisse fier firei Volksschulen sind insgesamt 925 Mk. gestrichen worden, an den sachlichen Bedürfnissen für den Werkunterricht, für fite im Vorjahre 900 Mk. vorgesehen waren, hat man jetzt 450 Mk. abgeseht. Stark gestiegen ist auf fier Ausgabenseite die Ausgabe für Zinsen von den für Schaffung neuen Schulraums aufzu- nehmenden Kapitalien, nämlich von 90 000 Mk. im Vorjahre auf 110 000 Mk. im neuen 3ahre. Die Kosten für fite Horte sind von 7403 Mk. im Vorjahre auf 6425 Mk. im neuen 3ahre gemindert worden. Der Haushalt der Fortbildungsschulen weist auf der Einnahmeseite eine Steigerung fier Beiträge der Gemeinden zu den sachlichen Kosten •) Teil I in Rr. 102 vom 2. Mai, Teil II in Rr. 108 vom 9. Mai. Fliegerschulung im Gießener Flughafen. Veranlaßt durch das ständig zunehmende 3nter» esse für fite Sportfliegerei und den starken Andrang von jungen Leuten zur Fliegerei, hat der Verein für Luftfahrt in Gießen in anerkennenswerter Weise eine Flugübungsstelle im Gießener Flughafen errichtet. Die Schulung der jungen Fliegeraspiranten erfolgt durch den Fluglehrer Ludwig Maier, fier bisher als Fluglehrer bei fiem Mittelrheinischen Verein für Luftfahrt auf dem Flughafen Mainz-Wiesbaden tätig war und sich in der Schulung von Mitgliedern der Luftfahrtvereine nach dem Urteil maßgeblicher Sachverständigenkreise in hervorragender Weise bewährt hat. Wer den Gießener Flughafen mit seinem weiträumigen, auf allen Seiten offenen Anschwebe- gelän&e, seiner ebenen und guten Grasnarbe, sowie seinen vielfachen zweckmäßigen technischen und räumlichen Einrichtungen kennt, wird zugeben müssen, daß man ihn mit Recht als ideales Fliegerschulgelände bezeichnen kann. Für den Schulbetrieb stehen zwei FI u g z e u g e zur Verfügung, die von Fluglehrer Maier für die Ausbildung in Gießen mit hter- hergebracht wurden. Die eine Maschine ist ein Klemm-Flugzeug D 1866 Tiefdecker, mit einem Motor von 80 PS, einem Gesamtfluggewicht von 700 Kilo, mit dem eine Durchschnittsreisegeschwindigkeit von 150 Kilometer glatt zu fliegen cst. Das zweite Flugzeug ist ein S ch w a l b e - Doppeldecker Raab-Kahensteinscher Konst u - tivn mit einem 100 PS-Molor, mit dem man ebenfalls eine durchschnittliche Reisegeschwindigkeit von 150 Kilometer pro Stunde fliegen kann. Beide Maschinen sind für Schulungszwecke, Reise-, Sport- unfi Kunstflüge in gleicher Weise geeignet, dank ihrer außerordentlichen Stabilität und überaus großen Wendigkeit. Wir hatten vor einigen Tagen Gelegenheit, diese Maschinen im Fluge zu sehen und dabei auch ihre wunderbare und eindrucksvolle, sichere Handhabung im Kunstflug zu beobachten. Erstaunlich ist namentlich bei dem Klemm-Flugzeug — eine derartige Maschine benutzte bekanntlich die Fliegerin Elli Beinhorn zu ihrem großen Fluge nach und über Afrika — das außerordentlich rasche Steigvermögen nach nur kurzem Anlauf, ferner das stark geminfierte Motorengeräusch, das besonders dem Fliegerneuling oder dem Flugzeugpassagier besonders angenehm sein wird. Aber auch die „Schwalbe" weist starke Vorzüge auf, die sie als ein sehr wertvolles 3n- strument für den ihr gestellten Schulungszweck erscheinen lassen. Mit dem Schulungsbetrieb soll unmittelbar nach Pfingsten begonnen werden. 3n etwa 60 bis 70 Flügen, die anfangs natürlich nur über dem Flugplatz selbst vor sich gehen und im einzelnen auch nur die Dauer von wenigen Minuten in Anspruch nehmen, später jedoch auch über das Gelände der Umgebung hinaus ausgedehnt werden, kann aus einem Fliegerbaby ein ausgewachsener und kompletter Flieger gemacht werden. Während einer Flugstunde können etwa dreißig Schulflüge ausgesührt Schenkeldruck zum Gehorsam gezwungen werden. Roß und Reiter vertrugen sich schlecht. Viktor hatte Mühe, sich im Sattel zu hatten, so tänzelte und bockte das Tier. Aber er hatte sich nun einmal vor genommen, dem Ophier noch einen kurzen Abendbesuch zu machen. Roch lag feiner Staub in der Luft und zitterte dort wie Mückenschwirren. Es roch nach Schwefel und einmal schien es ihm, als schwanke der Boden. Das Pfcrd schritt mit hochgestelltem Ohr, Lippstädt fühlte, wie es zitterte. Er sprach ein Wort fier Beruhigung und übte keinerlei Zwang mehr auf das Tier aus. Rur als es rückwärts wollte, strich er leicht mit der Peitsche über es hin. Die Straße war menschenleer. Sie schraubte sich fernen,tinenartig zur Hohe und gewährte stellenweise einen überwältigenden Ausblick auf das Meer. Die Segel leuchteten tote winkende Hände, so daß Viktor unwillkürlich die seinen hob, um erttgegenzugrüßen. Weit ab vorn Lande zejchnete sich die Rauchfahne des Dampfers, der kurz zuvor vorübergerauscht war. Vielleicht fuhr er nach Deutschland! „Grüß' mir die Heimat und Cvelin! Grüß' mir ..." Vor ihm mußte eine unsichtbare Hand den Boden aufgewühlt haben. Das Pferd stieg kerzengerade hoch. Das Gestein wurde urplötzlich zu schwankendem Sumpf, fier Blasen warf. Zurück! Aber es gab kein Zurück mehr. Ein Hagel von Steinen prasselte herab, so von Feuer fiurch- knetet, daß sie aufschlugen wie Geschosse. 3m Minutenwechsel wurde aus fiem Tag die Rächt. Vlljor deckte die Hand über die Augen, in der Aschenregen wie Soda beizte. Ringsum brodelte fier Boden. Dann ein Krachen, das Erde und Himmel erschüttern machte. Der Ophier spie eine glühende Fontäne aus, die in rasender Eile die Hänge herabfloß, dem Meere zu, um dort zu erkalten. Lippstädt hatte nur noch den einen Gedanken: Hinunter ans Meer! Wenn es noch Rettung gab, dann nur dort. Das Pferd fühlte gleich seinem Herrn, daß ihnen der Tod im Racken sah. Es war ein Ritt ums Leben, ein Hürdenreiten, tote es schrecklicher nicht erdacht werden konnte. Dazu krachte es wie aus tausend Schlünden. Aus der breiten Straße, der Roß und Reiter zujagten, hetzten Menschen gleich ihnen dem Meer entgegen. Einzeln und in Kolonnen rannten sie vorwärts, liefen um das nackte Sein. Gellende Schreie erfüllten die Luft. Frauen, ihre Kinder auf dem Rücken, brachen in die Knie, taumelten hoch und stürzten weiter. Und hinter ihnen allen war nichts als Rauch und Feuer, Knattern und Rollen. Der Boden wankte, Felsbrocken kamen geflogen, schlugen Donnernd zur Erde und zermalmten, was sie trafen. Stimmgelähmnt, wie ein Heer von Toten, das man aus den Gräbern aufgescheucht hatte, kamen Die ersten Flüchtlinge auf Hetterfields Plantage an. Die Fetzen hingen ihnen vom Leibe, und in den Gesichtern stand das Grauen. Niemand Dachte mehr an Arbeit. Es herrschte völlige Disziplinlosigkeit. Der Verwalter ließ sie alle gewähren. Befehl und Ditte, beides wäre gleich zwecklos gewesen. Ein wildes Schreien erfüllte die Pflanzungen. 3eder wollte von den Geretteten wissen, ob er fixe anderen nicht gesehen habe, die anderen, die auch drüben in dem gefährdeten Gebiet wohnten und noch nicht eingetroffen waren. 3efferfon, dem Lippstädt gesagt hatte, er wolle eine kleine Abenfipromenade nach dem Meer hinunter machen, war in maßloser Aufregung, denn einer der Arbeiter hatte ihm versichert, daß der Graf in der Richtung gegen den Ophier zugeritten sei. „Wissen Sie das mit Bestimmtheit?" fragte er. Er fühlte kalten Schweiß auf der Stirne. „3a! 3ch wollte ihn warnen, unterließ es aber dann. 3ch dachte, es hätte keine Gefahr mehr." Jefferson war an der Grenze der Beherrschung. „3ch biete 3hnen tausend Dollar, wenn Sie mit mir nach ihm suchen gehen." „Suchen gehen?" Der Arbeiter hatte nichts ate ungläubiges Staunen in den Augen. „Herr, und wenn Sie zehntausend Dollar bieten — es wäre hinausgeworfenes Geld. Denn wenn da einer nicht von selber wiederkomrnt — zu holen ist der nicht mehr!" . 3efferson mußte ihm recht geben. Aber bei jeder Gruppe forschte er nach Lippstädt. Eine Frau war einem Reiter begegnet, ja, und Plötzlich sei der Mensch in weitem Dogen durch die Luft gesaust, als hätte der Leibhaftige ihn geholt. Das Tier aber sei in einer Spalte verschwunden. 3a, so sei das gewesen. Mehr wisse sie nicht. Die ganze Rächt dauerte das Kommen der Geretteten an. 3mmer wieder stürzten Arbeiter ihren Angehörigen entgegen, die sie schon verloren geglaubt. 3mmer wieder fragte 3efferfon und durchstreifte mit dem Verwalter das Gelände. So viele ihrer aber auch zurückkamen: Lippstädt war nicht darunter. Ab und zu sagte einer, daß er ihn gesehen. Es schien so zu sein, wie das Weib gesagt hatte. Alle bezeugten, daß er im Dogen durch die Luft geschleudert worden sei. Das Tier aber fei spurlos versackt. Mehr wußte keiner. Und als am nächsten Mittag noch immer nichts von ihm zu sehen war und man mit keinem Eintreffen mehr rechnen konnte, schickte 3efserson einen Boten ab, Hetterfield von dem Fürchterlichen zu verständigen. Er selbst war unfähig, zu reifen. Aber wenn er sein Leben zu geben gewillt war, er konnte das Schreckliche nicht mehr ungeschehen machen. Alice Hetterfield stand vor fiem Arbeitszimmer ihres Vaters und legte das Ohr gegen fite Füllung Der Türe. Zweimal hatte sie schon geklopft, ohne ein Herein zu vernehmen, und doch glaubte sie, im Zimmer ein Gespräch gehört zu haben. Es hatte geklungen wie ein schweres Atmen. Vielleicht war er unpäßlich geworden. Entschlossen drückte sie auf die Klinke und merkte zu ihrem Schrecken, daß sie nicht nachgab. Demnach hatte er versperrt. 3n maßloser Angst begann sie daran zu rütteln. „Vater!" Cs war nichts mehr vernehmbar. „Vater!' Ein Stuhl wurde gerückt, dann kam ein Schritt nach Der Türe. 3hre Hand lag noch immer auf Der Klinke und fiel erst herab, als sie von innen niedergedrückt wurde. Hetterfield stand vor ihr, und fite Blässe seiner Wangen gab fiem Elsenbeinton fier ihren nichts nach. „Was ist?" Dicht hinter ihm trat sie ein. „Warum hast Du versperrt, Vater?" Er sog Den Atem ein und sank in den Stuhl, fier an den Schreibtisch gerückt stand. Man merkte, daß er sprechen wollte, aber fein Mund verschob sich immer wieder. Endlich sagte er mit sichtlicher Ueberwindung: „3ch habe eine böse Nachricht aus Sumatra." Sie muhte sich setzen. „Viktor?" 3hre Hände waren mit einem Male eiskalt. „3a, Darling. Du mußt mich nicht so erschrocken ansehen." Er wußte nicht, daß seine Augen die gleiche Not verrieten, tote die ihren. „Niemand weiß etwas Gewisses, Kind. 3efferson hat mir einen Boten geschickt mit der Nachricht, daß Viktor seit fiem Ausbruch fies Ophier vermißt wird. 3d) bitte dich, Liebling", beschwor er sie, „es find noch keine sechsunddreihig Stunden, daß sich das Unglück drüben abgespielt hat. 3e,fer- son schreibt auch, daß noch immer einer oder der andere auf der Plantage ein trifft. Warum soll gerade Viktor nicht zurückkommen?" Sie drückte die Nägel in die Handflächen und starrte ihn an. „3ch werde sofort hinüberfahren." „3a! 3d) habe mir dasselbe gedacht und bereits Befehl gegeben, daß die 3acht in einer Stunde auslaufbereit im Hafen liegt. Du kannst selbst lesen, was 3efferson schreibt. Es sind etliche eingetroffen, die ihn gesehen haben. 3ch hätte gerne gekabelt, aber fite Verbindung ist unterbrochen. Das Seebeben, das gleichzeitig auftrat, scheint alles durcheinandergewürfelt zu haben. 3m übrigen, Darling, wenn es dich tröstet: 3ch bin in Derselben Verzweiflung tote du!" (Fortsetzung folgt.) der Fortbildungsschule,: für ortsfremde Schüler von 8000 Mk. im Vorjahre auf 17 000 Ml. im neuen Haushaltsjahr auf. Diese Steigerung ist zurückzuführen auf die Erhöhung der Gemeindebeiträge entsprechend den Aufwendungen der Stadt von bisher 10 Mk. je Schüler im Jahr auf 20 Mk. Auf der Ausgabeseite sind bei den persönlichen Kosten rund 1400 Mk. in Fortfall gekommen, für Lehrmittelbeschaffung sind rund 550 Mk. weniger vorgesehen, dagegen muhten für mancherlei Einrichtungen in dem neuen Schul- Haus in der Kirchstrahe und für die baullche Unterhaltung des Gebäudes selbst höhere Beträge als im Vorjahre in Ansah gebracht werden, so daß sich der Zuschuh der Stadt von 47 381 Mk. im Vorjahre auf 48 498 Mk. im neuen Jahre erhöht hat. ., — f Die Studienanstalt verzeichnet auf der Ausgabenseite an Besoldungen im neuen Jahre rund 205 651 Mk. gegen 220 960 Mk. im Vorjahre. Für die bauliche Unterhaltung des Schulgebäudes einschließlich Feuerung usw. sind diesmal 4500 Mk. gegen 6000 Mk. im Vorjahre vorgesehen. Die Beiträge an die Hauptstaats- kasse zu den Auhestandslasten und der Der- waltungskostenanteil an die Beamtenkrankenkasse sind um rund 900 Mk. geringer als im Vorjahre vorgesehen. Auf der Einnahmeseite erscheint der Staatszuschuh für die Studienanstalt l (Sexta bis Untersekunda) mit 45 421 Mk. gegen 54 072 Mark im Vorjahre, der städtische Zuschuh ist für das neue Jahr auf 78 431 Mk. gegen 97 203 Ml. im Dorjahre beziffert. Durch^die Gehaltssenkung und durch Kürzungen an den sachlichen Ausgaben konnte der Zuschuß der Stadt beim Gymnasium von 55833 Mk. im Vorjahre auf 49 814 Mk. im neuen Jahre ermäßigt werden. Das Realgymnasium, das im Vorjahre einen städtischen Zuschuß in Höhe von 61 940 Mk. erhielt, ist nach dem neuen Voranschlag mit einem Zuschuß von 53 572 Mk. in Rechnung gestellt worden. Auch hierbei macht sich die Gehaltssenkung bemerkbar, ferner sind 3000 Mk. weniger in Rechnung gestellt worden bei den sachlichen Ausgaben und der baulichen Unterhaltung des Gebäudes. Der Zuschuß der Oberrealschule, der sich im vorigen Jahr« auf 93 469 Mk. belief, steht für das neue Jahr mit 76 279 Mk. in der Ausgaberechnung. Die gleichen Gründe wie bei den anderen höheren Schulen haben auch hier die Senkung veranlaßt. Der gesamte städtische Zuschuß zu den drei höheren Knabenschulen beläuft sich im neuen Rech» nungsjahre auf 179161 Mk. gegen 210 738 Mk. im Vorjahre. Für die Gewerbe- und Maschinenbauschule und die zweijährige Handelsschule ist der städtische Zuschuß von 22 661 Mk. im vorigen Jahre auf 11 803 Mk. im neuen Jahre herabgesetzt worden. Für die Alice- schule mit Fröbelseminar ist als städtischer Zw> schuh im Rechnungsjahr 1931 ein Betrag von 5400 Mk. gegen 6000 Mk. im Vorjahre vorgesehen. Kunst und Wissenschaft. Scharfe Einsparungen sind für das neue Rechnungsjahr beim Stadttheater vorgenommen worden. Die Ausgabeseite des Theateretats, die im vorigen Jahre eine Endsumme von 382 200 Mark aufwies, schließt im neuen Voranschlag nur noch mit 313 200 Mark, also mit 69 000 Mark weniger ab. Allerdings ist auch auf der Einnahmeseite die rückläufige Bewegung zu bemerken, denn hier ist die Schlußsumme von 294 900 Mark im Vorjahre auf 263 200 Mark um 31700 Mark geringer geworden. Auf der Ausgabenseite treten erhebliche Kürzungen am Gehalts, und Lohnkonto, wie auch bei der Materialien- und Fundusrechnung, sowie bei den öffentlichen Abgaben und Dersicherungsgebühren zutage. Ferner hat man für die Opern- und Dperet- tengastspiele nur noch 38 000 Mark vorgesehen, gegen 55 000 Mark im Vorjahre, die Aufführungs- gebühren sind auf 14 000 Mark, gegen 18 000 Mark im vorigen Jahre, veranschlagt. Beim Fundus sind für das Konto „Bühnenbildgestaltung" über 8000 Mark gestrichen worden, dafür hat man beim Konto „Kostümfundus" um 2000 Mark gegenüber dem Vorjahre aufgebessert. Die Kosten der Bühnenmusik bei Theatervorstellungen sind diesmal mit 10 000 Mark, gegen 6000 Mark im vorigen Jahre, eingestellt, dagegen sind die Ausgaben für Reisekosten und Honorare für Doppelvorstellungen von 14 450 Mark auf 7000 Mark verringert worden. Auf der Einnahmeseite tritt in Erscheinung, daß man den Erlös aus Eintrittsgeld im neuen Jahre auf 200 000 Mark veranschlagt, gegen 230 000 Mark im Vorjahre. Dagegen wird von auswärtigen Gast- spielen im neuen Rechnungsjahre ein Betrag von 35 000 Mark erwartet, gegen 20 000 Mark im vorigen Jahre. Der bisherige Zuschuß Bad-Nauheims in Höhe von 10 000 Mark zu den Kosten des Kür. theaterbetriebs ist jetzt in Wegfall gekommen, da die Nauheimer Spieltätigkeit unseres Ensembles in diesem Jahre nicht fortgesetzt wird. Dem Verzicht auf diesen Nauheimer Zuschuß steht aber auf der anderen Seite die Minderung der Ausgaben gegenüber, die nach den Erfahrungen der letzten Jahre nicht zu knapp auf die Ausgabeseite unseres Thea- teretats gedrückt haben. Betrachtet man den Theateretat für 1931 in der Gesamtheit und läßt man sich dabei von finanzpolitischen Erwägungen leiten, so wird man mit Genugtuung die erhebliche Senkung des städtischen Zuschusses begrüßen müssen. Allerdings steht auf der anderen Seite die Einbuße in der künstlerischen Detätigungsmöglichkeit des Thea- tcrs, die vom kulturellen Standpunkt aus schmerzlich zu bedauern ist und hoffentlich keine Erscheinung von allzu langer Dauer werden wird. Diesen betrüblichen Zustand weitgehendst abzukürzen, hat das theaterliebende Publikum selbst in der Hand. Wenn es sich in der dringend wünschenswerten und für viele Mitbürger auch heute noch wirtschaftlich möglichen regen Weise an dem Abonnement bzw. am Einzelbesuch beteiligt, so werden sich die gegenwärtigen Notzustände beim Theater wohl in verhältnismäßig kurzer Zeit überwinden lassen. Für die Gegenwart und auch für die nahe Zukunft wird allerdings die Theaterleitung gezwungenermaßen manche Teile ihres anerkennenswerten und verdienstvollen Strebens zum Besten unserer Bühne nicht in An- griff nehmen können, denn die Hauptsache ist zunächst die unbedingte Einhaltung des jetzigen Etats, damit die Situation sich nicht noch kritischer zuspiht, als sie bisher schon geworden ist. Bei den Mu seen konnten nach Lage der Sache | nur ganz geringfügige Kürzungen oorgenommen werden, deren Schwergewicht auf dem Derwaltungs. und Geschäftsunkostenkonto liegt, während die sachliche Seite erfreulicherweise nahezu unberührt geblieben ist. Mit Bedauern werden die Mitglieder des Kon- aertoereins die Kürzung der städtischen Beihilfe an diesen Verein um 500 Mark, nämlich von 4000 Mark bisher auf 3500 Mark, vermerkt haben. Dieser Sparbeschluß dürfte zweifellos den maß- ?lebenden Stellen nicht leicht geworden sein, aber ic werden sich dabei wohl von dem Gedanken Haden leiten lassen, daß man auch an dieser Etatposition nicht ohne Abstrich vorbeigehen könne, nachdem an zahlreichen anderen wirtschaftlich und kulturell ebenfalls sehr bedeutsamen Einrichtungen gekürzt werden mußte. Man kann nur hoffen und wünschen, daß bald wieder der Zeitpunkt kommen möchte, an dem es möglich sein wird, auch dem Konzertverein wieder den früheren Zuschuß einzuräumen. Für die Zwecke der Landesunioersität sind im neuen Voranschlag 8810 Mark, gegen 11 420 Mark im vorigen Jahre, vorgesehen. Die bisher im Voranschlag eingestellten Raten für die Errichtung eines Pädagogischen Instituts und für den Neubau einer Medizinischen Polyklinik und Kliniksapotheke sind in Fortfall gekommen, da bis auf weiteres mit diesen Bauten nicht zu rechnen ist. Dagegen erscheint hier ein Restposten des städtischen Zuschuß zu den Kosten der Bauleitung für die Orthopädische Klinik. In der Schluhsumme ist jedoch die obenerwähnte Kürzung zu verzeichnen. S.JlXfport Oie Spiele an den pfmgstfeieriagen. Kußball-Blitz-Turnier. Um den Pokal der ehemaligen Hess. Leibdragoner. Rachdem in den letzten Wochen fast alle größeren Städte Deutschlands der Schauplatz solcher Turniere gewesen sind, tritt am ersten Pfiugst- seiertag die Spielvereinigung 1900 (Dießen > erstmals mit einer solchen Veranstaltung vor die Oef- sentlichkeit (Siehe heutige Anzeige). Was die hiesige Veranstaltung besonders interessant macht, ist die Vergebung eines prachtvollen Chrenpokals an den Sieger aus diesem Wettbewerb. (Der Pokal ist im Schaufenster der Firma Gebr. Stamm, Schulstraße, ausgestellt). Stifter dieser wertvollen Ehrengabe ist der Verein ehemaliger Leib-Dragoner Gießen. Während der Spiele konzertiert die Kapelle des Reiter-Regts. 16 aus Langensalza auf dem Sportplatz. An den Spielen beteiligen sich, auf Einladung der Spielvereinigung 1900, Gegner aus allen drei Ligaklassen des Westdeutschen Spielverbandes. Die zweite DezirkSklasse entsendet ihren Meister, den VfR. Butzbach die erste DezirkSklasse vertritt der Wetzlarer Sportverein und die Dezirks- liga (Sonderklasse) der Fuhballverein Marburg- Ockershausen. Dazu kommt die Ligamannschaft des Platzvereins 1900. Jeder spielt gegen jeden. Gewertet wird nach Punkten. Sieg 2, Unentschieden 1 und Riederlage 0 Punkte. Die Spielzeit beträgt jedeSmal 2 mal 15 Minuten. Die Auslosung ergab folgende Paarung: 1. Spiel 1900 gegen Butzbach: 2. Spiel Wetzlar gegen Ockershausen,' 3. Spiel 1900 gegen Ockershausen: 4. Spiel Wetzlar gegen Butzbach: 5. Spiel 1900 gegen Wetzlar: 6. Spiel Ockershausen gegen Butzbach Durch ein Versehen hat die Spiel-Dereinigung 1900 für den zweiten Feiertag zwei namhafte süddeutsche Ligamannschasten nach hier verpflichtet. In anerkennenswerter Weise hat sich die spielfreie Ligamannschaft des DfD. Gießen für djesen Tag zur Verfügung gestellt, so daß auf den: Sportplatz an der Liebigshöhe erstmals eine Dvppelveranstaltung zustande kommt. Zunächst kämpfen »Germania" Pfungstadt und VfB. Gießen um die Siegespalme, anschließend spielt »Olympia" Lorsch gegen Sp. - D g g. 1 900 Gießen. Beide Gegner besitzen eine überragende Spielstärke. Die beiden hiesigen Mannschaften haben gegen diese guten Gegner einen schweren Stand. 1900s Ligareserve und dritte Mannschaft tragen am ersten Pfingstfeiertag Gesellschaftsspiele in Laubach gegen die dortige 1. und 2. Mannschaft aus. Am zweiten Feiertag spielt die Ligareserve hier gegen Leihgestern und die 4. Elf bei dem Renting Waldgirmes. Jugend-Fußball. 1. Feiertag: Die 1. Jugend weilt in Frank- furt und kommt dort einer Nückspielverpflichtung gegen Fechenheim 03 nach. Die Schüler erledigen ein Rückspiel gegen diejenigen in Wieseck. 2. Feiertag: Eine kombinierte Mannschaft aus der 1. und 2. Jugend erledigt ein Rückspiel gegen Lich I. 3. Feiertag: Die 1. und 2. Jugend des SC. 05 Göttingen werden auf ihrer Rückreise von Süddeutschland Gast der SpVg. 1900 fein und gegen die 1. und 2. Jugend antreten. Fußball des DfB.-Gießen. Am ersten Feiertag trägt ein« kombinierte Mannschaft aus Liga und Ligareserve ein Gesellschaftsspiel in Frohnhausen (Dill) gegen „Otanicn" Frohnhausen aus. VfB. tritt mit vier Ersatzleuten, die der Ligareserve entnommen sind, an. Der Kampf darf von VfB. nicht allzu leicht genommen werden, wenn Ueber- raschungen vermieden werden sollen. Die Ligareserve spielt am zweiten Feiertag gegen die erste Mannschaft von Hirzenhain (Dill). Der Gastgeber verfügt über eine ansehnliche Spielstärke, VfB. wird deshalb in stärkster Aufstellung die Partie bestreiten. Ebenfalls am zweiten Feiertag weilt die 3. Mannschaft in Queckborn. Auch gegen diesen Gegner ist stärkste und komplette Aufstellung erforderlich. Die Alte-Herren-Mannschaft spielt am zweiten Feiertag in Wieseck gegen eine A. H. des dortigen Turnvereins. Die Alten Herren des VfB. treten in diesem Jahre zum ersten- mal in Aktion. Das feiertägliche Spiel gibt den Auftakt zu einer Reihe bereits abgeschlossener Spiele, die sowohl auswärts wie aus dem Waldsportplatz ausgetragen werden. Die 1. Jugend unternimmt eine zweitägige Pfingstreise. Arn ersten Feiertag ist Hopfgarten bei Alsfeld der Gegner. Beide Jugendmannschaften haben schon öfter- gegeneinander gespielt. Bei dem beiderseitigen ausgeglichenen Können steht ein spannender Kampf zu erwarten. — Am zweiten Feiertag ist die erste Jugend bei der Sv. - V. Alsfeld zu Gast. Alsfelds Jugend ist sehr spielstark, und die ohnehin vom Spiel gegen Hopfgarten ermüdeten VfD.er werden kaum Aussicht auf Erfolg haben. Die 2. Jugend weilt am ersten Feiertag in Braunfels zum Spiel gegen die dortige 1. Jugend. Im Rahmen der Einweihurdg-feierlichkeiten des neuen Sportplatzes des TV. Wieseck spielt di« 1. Schülermannschaft am ersten Feiertag gegen die des TV. Wieseck. Beide Schülermannschaften haben schon öfters die Klingen gekreuzt. V.f.B. Leichtathletik. Zu den am ersten Pfingstfeiertag stattfindenden 11. großen nationalen leichtathletischen Wettkämpfen von „Viktoria" Altendiez entsendet der VfB. den weitaus größten Teil seiner aktiven Leichtathleten. 3n der 1.Klass e startet über die 100 Meter Bezirksmeister W. Müller, der seit längerer Zeit eifrig trainiert und bei guten Dahnverhält- nissen die auf ihn gesetzten Erwartungen erfüllen wird. — Reih und Felde bestreiten den 3000-Meter-Lauf, während M o h l und Gugel im Kugelstoßen berechtigte Aussichten haben werden. Für Weitsprung und Dreikampf sind M o h l. Felde und Steines gemeldet. R. Fischer und G. Müller bestreiten in der 2. Klasse den 400-Meter-Lauf, und im 800-Meter-Lauf wird Jäger an den Start gehen. Jäger startet in dieser Saison erstmals aktiv, und man darf gespannt fein, wie er sich durchsetzen wird. Felde läuft in dieser Klasse die 1500 Meter. Für Hochsprung ist Steines gemeldet, und für das Diskuswerfen Mvhl und Gugel, welch letztere Aussichten auf Erfolge haben werden. In der 3. K l a s s e startet über die 100 Meter der Rachwuchs, dem damit Gelegenheit zur Betätigung gegeben wird. Es starten Kröber, Siegmund, Dölk und A. S ch m i d t. H. D i- mon und Schneider laufen 1000 Meter. Simon zeigt Veranlagung, er geht mit berechtigten Hoffnungen in den Kampf. Für Kugelstoßen, Stabhochsprung und Dreisprung sind Steines und Gugel (Kugelstoßen) gemeldet. An Staffeln werden die 3x100 Meter und die offene Schwedenstaffel gelaufen. Leichtathletik der Sp.-Dg. 1900. Am morgigen Sonntag starten die Aktiven erstmals auswärts in Bahnwettkäißpfen. Die „Viktoria" Altendiez hat zu ihrem elften Jubiläums-Rationalen eingeladen. Die 1900er werden sich an dem größten Teil der in Leistungsklasse I bis III ausgeschriebenen Wettbewerben Iußballkampf DeuWand-Oestemich. Im Deutschen Stadion zu Berlin-Grünewald werden sich nach siebenjähriger Pause am morgigen Pfingstsonntag die Fußball-Rationalmannschaften von Deutschland und Oesterreich gegenüberstehen. Die früheren Spiele. Dor 23 Jahren, am 7. Juni 1908, fand in Wien die erste Begegnung statt und wurde von Oesterreich mit 3:2 Toren knapp gewonnen. Erst drei Jahre später kaum es am 9. Oktober 1911 in Dresden zum Rückspiel, aus dem Oesterreich mit 2:1 Toren siegreich hervorging. Das nächste Zusammentreffen kam bei den Olympischen Spielen 1912 am 29. Juni in Stockholm zustande, das mit einer schweren 1:5-Riederlage der deutschen Mannschaft endete. Die Spiele der Vorkriegszeit sind damit schon aufgezählt. Der Krieg bedingte eine weitere Unterbrechung, und erst am 26. September 1920 kam es in Wien zu der vierten Begegnung, die für Oesterreich mit 3:2 vorläufig zum letzten Male erfolgreich ausllang. In Dresden wurde am 5. Mai 1921 mit 3:3 dos erste Unentschieden erzielt, und in Wien erkämpfte am 23. April 1922 Deutschland mit 2:0 seinen ersten Sieg. Trotz der langen Zeit ist der letzte Kampf am 13. Januar 1924 in Rürn- berg noch in guter Erinnerung. In dem denkwürdigen Spiel wurde Oesterreich, zu damaliger Zeit in Europa fast unschlagbar, von unserer Mannschaft mit 4:3 besiegt. Die Mannschaften. Deutschland: Gehlhaar (Hertha/DSE.): Beier (HSV.), Weber (Kuchessen Kassel): Knöpfte (FSV. Frankfurt), Münzenberg (Alemannia Aachen), Müller (Hertha BSE.): Bergmaier (Bayern München), Sobeck (Hertha BSE.), Hohmann (FK. Pirmasens),.Richard Hofmann, Müller (Dresdener SE.). Oesterreich: Hiden (WAE.): Schramseis (Rapid), Blum (Vienna): Braun (WAE), Smistik (Rapid), Gall (Admira): Zischek (Wacker), Gschweidl (Vienna), Sindelar (Austria), Schall, Vogel (Admira). Vereinbart wurde, daß verletzte Feldspieler nur in der ersten Spielhälfe, dagegen der Torhüter während der ganzen Spielzeit ausgetauscht werden dürfen. Schiedsrichter ist der Schwede Otto Ohlsen, Helsingborg. beteiligen. Es dürfen keine große Hoffnungen gehegt werden. Denn einmal ist es Brauch, daßc sich in Diez die führenden westdeutschen Leicht» athletikvereine und auch der gesamte Mainbezirk einfinden, zum anderen sind bei den Spielvereini.- gungsleuten einige der besten Könner nicht mit von der Partie. 2bn meisten wird sich das Fehlen von Peters I. bemerkbar machen, der infolge eines Unfalles diese Saison wohl kaum noch einmal in Aktion treten dürfte. Dandbatt der ep.<8g. 1900. An Pfingsten betätigt sich nur die zweit« Mannschaft. Sie ist beim Tv. Waldgirmes am zweiten Feiertag zu Gast. Man erwartet einen knappen, jedoch sicheren Sieg. Handball im Männerturnverein (O.T). An den beiden Psingstseiertagen unternimmt die erste Handballmannschaft des hiesigen Männerturnvereins eine Reise nach Bad Ems, wo sie an den Spielen um den Wanderpreis der Kur- und Dadeverwaltung teilnehmen wird. Diese Spiele werden von einer ganzen Anzahl erstklassiger Mannschaften bestritten. Es sind folgende Paarungen festgelegt: 1. D o r - runde (am 1. Pfingstfeiertag): a) MTB. Gießen — Turnverein 1886 Koblenz-Metternich: b) Turnverein 1875 Bad Ems — TD. „Jahn" Bad Ems: c) TD. 1817 Mainz — Turngesellschaft Offenbach: dj Turn- und Spielverein Koblenz spielfrei. 2. Zwischenrunde (am 2. Feiertag, vormittags): A. Sieger aus dem Spiel „a“ der Dorrunde gegen den Sieger auS dem Vorrundenspiel „b". B.: Sieger von „c“ gegen „d“. 3. Endrunde (am 2. Feiertag, nachmittags): Sieger vom Zwischenrundenspiel „A“ gegen Sieger „B“. Sportverein 1928 Garbenteich. Am ersten Pfingstfeiertag empfängt die Jugend die 3. Jugend von V s D. Gießen zu einem Gesellschaftsspiel. Das Spiel kann als offen bezeichnet werden. Am zweiten Feiertag empfängt di« Jugend die gleiche von S p. - E. R i d d a. Hier werden die Gäste als Sieger den Platz verlassen. Weiter bestreitet die 1. Mannschaft ein Propaganda- spiel gegen Germania Marburg, Liga- Reserve und Liga kombiniert. Bei diesem Kamps räumt man den Gästen die meisten Siegesaussichten ein. $.(£. „Teutonia" Wahenborn-Steinberg. Zu einem Propagandaspiel am ersten Pfingst- feiertage hat sich der FE. Teutonia Watzenborn-Steinberg die verstärkte Liga-Reservc- mannschast von Germania Marburg verpflichtet. Die Gäste werden diesmal eine überaus spielstarke Mannschaft schicken, zumal sie Weihnachten 5:1 verloren. Auch die Einheimischen sind zu einer Mannschaft herangewachsen, die sich nicht so leicht schlagen läßt. Am zweiten Pfingstfeiertag fahren die 1. und 2. Mannschaft der Teutonen nach Lollar, um mit den dortigen aktiven Mannschaften ihre Kräfte zu messen. Lollar hat wieder, wie aus den letzten E Resultaten zu ersehen, die alle Kampfmann- sch . wie vor zwei Jahren. Es wird den Gästen außerordentlich schwer fallen, über beide Mannschaften Sieger zu bleiben. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Am ersten Pfingstfeiertag ist Egelsbach Gast bei den Freien Turnern in W i e s e ck. Wieseck, das zu diesem Spiel eine Umstellung vorgenommen hat, wird alles hergeben müssen, wenn es gegen die Gäste ehrenvoll abschneiden will. Vorher hat Wieseck 1.Jugend Odenhausen Jugend zum Gegner. Wißmar I hat sich zu einem Freundschaftsspiel Ff m. -Rödelheim I verpflichtet. Es wird sich mächtig anstrengen müssen, wenn es gegen die Gäste nicht hoch unterliegen will. Grohen-Buseck I erwartet zu einem Werbespiel die erste Mannschaft von Naunheim. Dor- her hat Großen-Buseck ll Grünberg II zum Gegner. In Saubringen stehen sich Saubringen I gegen Wieseck II im Serienspiel gegenüber, das nach den bisherigen Leistungen die Gäste als Sieger sehen müßte. Rodheim I hat sich Sorheim I zum Freundschaftsspiel verpflichtet, das wohl die Gäste als Sieger zeigen wird. Großen-Linden I steht Marburg I im Freundschaftsspiel gegenüber. Zwei gleichwertige Gegner werden hier ihre Kräfte messen, wovon der Glücklichere Sieger bleiben wird. Heuchelheim II ist in L i ch zu Gast und wird den Einheimischen wohl ein gleichwertiges Spiel liefern. Naunheim II hat Freiheit-Mainz I zum Gegner und dürfte wohl als Sieger aus dem Treffen heroorgehen. Am zweiten Pfingstfeiertag hat Wieseck II die Ib-Mannschast von Nb-Florstadt zu Gast. Im Vorspiel konnten die Gäste Sieger bleiben, ob es ihnen gelingen wird, auch dieses Spiel für sich zu entscheiden, muß offen bleiben. Vorher treffen sich die 1. Jugendmannschaften beider Vereine. S o r h e i m I weilt in Kinzenbach und dürfte auch von dort einen Sieg mit nach Hause nehmen. Rodheim I hat Schwanheim I zum Gegner. Freiheit-Mainz ist in Großen-Linden zu Gast. Zwei gleichwertige Gegner werden dort ihre Kräfte messen. Londorf I fährt nach L i ch zum Freundschaftsspiel und dürfte den Einheimischen den Sieg nicht leicht machen. Hausen! hat Saubrtagen I gegen sich und wird den Gästen wohl den Sieg überlassen müssen. Vorher werden sichHausenJugend — Lang- Göns Jugend gegenüberstehen. Handball. Am ersten Pfingstfeiertag ist eine kombinierte Mannschaft von Offenbach zu einem Werbespiel in Wieseck. Sie Einheimischen werden sich mächtig anftrengen, aber gegen die technisch besseren Gaste eine Niederlage hinnehmen müssen. Am zweiten Feiertag trägt Offenbach in Wißmar gegen die dortige Handballelf ebenfalls ein Werbesviel aus. Auch hier werden die Gäste Sieger bleiven. Gesunde weiße Zähne: Chlorodont tah.:p:"e llr. Waschstoffe 0.48 tigen Farben per m Gießen, Düsseldorf, Neuyork, Frankfurt a. M., den 23. Mai 1931. Gießen, den 23. Mai 1931. 0.88 3599 D 3597 D per m 1.25, 0.95, 80 cm breit, gemustert, für Sporthemden und Sportkleider per m 0.98 1.35 per jn Heuchelheim, den 22. 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Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Heinrich Rinn. Heuchelheim, den 22. Mai 1931. AACHEN - HINDENBURGSTRASSE 92 Der Leistung noch Deutschlonds zweitgrößte, Preußens größte Bausparkasse. Fordern Sie Prospekte u. unverbindlichen Vorlreterbesudi Bezirksleitung Gießen: Dipl.-Ing. L. F. Schmitt, Friedensstr. 12 Wissenscnaftliche Werke tiondergeoiet aer Brühl’schen Druckerei Jacob Dies, Frankfurt a.M. Lange Straße 35 Fernspr.: Hansa 23854 Spezialfabrik für Grabstätten-Einrlchtnngen — Metall- und Holzbe, arbeitu n g — Förster E. Berndt, Rittergut v. Lettow-Vorbeck, Wangeritz: Ich habe festgestellt, daß von 10 Gläsern, die ich hier hatte, Ihre Erzeugnisse obenan stehen. Ganz besonders muß ich Ihr Helserex 6x30 hervorheben. Dieses Glas sollte sich jeder Jäger und Naturfreund zulegen. Der billige Preis begünstigt die Anschaffung. Herr Apotheker Steins, Castrop-Rauxel: „Silvana“ ganz ausgezeichnet. Es wird den höchsten Anforderungen gerecht. 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Es war nicht merklich, wann der über den Flugplatz fegende Apparat sich vom Boden er- hoben hatte: der federnde Sprung von einer Erdwelle zur anderen war ohne Rückkehr geblieben: schon liefen die Hauswände nach unten. Ein Wunder, daß der Flügel sie nicht berührt hatte. — Alle Straßen führen zum Schlosse, strahlen von feinem Turm aus: wie alle zugleich und aktz Helle Gräben, schnurgerade durch die Dächer geschauselt, auf dem Karlsruher Stadt- plane gezeichnet find. So hatte sich der Markgraf Karl Ludwig seine neue Residenz gedacht, als er unter einer Eiche des Hardtwaldes seinen Iagdspeer in den Boden stieh: aber gesehen hat er sie so ttie. — Das Land ist geometrisch und die Geometrie ein samtenes L/rnd: die Wiesen durch schwarze Linien geviertet, der Fruchtwechsel der Sieder ein grün-gelb-braun streifiges Schachbrett. Auf den eidechsenfarbigen Polstern der Föhrenwälder muh es gut zu ruhen sein. Alle Wiesen sind weiche, feuchte, smaragdene Moose. — In den dunklen Riefen zur Linken haben sich vielerlei Körner verfangen und leuchten: bald -sind sie in Hausen liegen geblieben: Rastatt. Bühl. Achern. Renchen: und Offenburg durch seinen die Geleise gabelnden Bahnhof kenntlich. Der rangierende Güterzug ist winzig klein, wie. er sich auf feinen Schneckenrädchen dahintrollt; aber die Schienen sind stetig. Sie würden den Weg weisen, wenn der Rhein nicht mit dunstendem Atem das Territorium begrenzte. Das Elsaß so nahe, eine andere Welt! Kaum daß das Straßburger Münster noch im Rebel grüßt. Dem gegenüber ist der Schwarzwald bis in den Magen spürbar: auch in der Luft gibt es ein Murg-, ein Oos- und Gertelbach-, ein Kappeller-, Rench-, Kinzig- und Schuttertal, in deren kühl entströmender Luft der Apparat jeweils einsackt. — Westlich Freiburg geht es schräg in den Himmel: die Flugbahn formt die Kuppe des Blauen nach. 3n einer Schlucht liegt das Kurhaus von Badenweiler. Die waldigen Wellen würden sich vor dem tiefer streifenden Fahrzeug sicherlich wie Wasser vor einem Schisss- kiel brechen: e8 ist nicht zu glauben, daß unten jüngst ein französischer Flieger im hölzernen Gezweig der Bäume zerschellte. — Der schräg ge» stellle rechte Flügel verdedt den schein; schon ist er zur Linken ein breites Seidenband. Die Landschaft ist am Himmel und der Himmel nach unten gewendet. Eine Drüde in ihm ist nahe über den Strom.gesühtt. Menschen blicken empor und Wellen fließen deutlich rasch: sie rauschen: der Moior ist abgestellt. In einem großen Dogen landet der Aeroplan auf dem Baseler Flugplatz. _ Zweitägige TarWsMnderung. 1. Tag.- Hofheim — Meisterlurm — 5taufenhirm — Eppstein. Diese Wanderung führt uns an die schönsten Punkte unseres benachbarten Gebirges. Wir fahren über Frankfurt (Sonntagskarte) nach Hofheim, durchwandern das freundliche Taunusstädtchen und folgen gelben Strichen, die uns gleich aufwärts zum bewaldeten Kapellenberg führen. Nach einiger Zeit kommen wir zum eifernen Meisterturm, von dem man einen weiten Fernblick über die Mainebene mit vielen Orten, u. a. Höchst, Frankfurt, und zum Hochtaunus hat. 2(uf schönen Waldwegen geht es weiter über den Lorsbacher Kopf zum Staufenturm (420 m), der wiederum prachtvolle Blicke erschließt. Im benachbarten Staufencafe sind Erfrischungen zu habe^, Das Zeichen fuhrt uns nun abwärts über den Kaifertempel mit überraschend schönem Blick in das Lorsbachtal und das zu unseren Füßen liegende Eppstein, die Perle der nassauischen Schweiz, das wir auch alsbald erreichen. Wir benutzen unseren Aufenthalt dort noch zu einem Gang in das anmutige Lorsbachtal und zur Besichtigung der hoch über der Stadt gelegenen, malerischen Burgruine mit kleinem Museum. In einem der guten Gasthäuser nehmen wir Quartier. 2. Tag: Eppstein — Fischbachtal — Königstein — Eronberg. Am nächsten Morgen wandern wir blauen Strichen nach durch das vorerst enge, später breiter werdende Fischbachtal über Fischbach und Schn-idham nach Königstein dessen auf steil ansteigendem Burgberg liegende Ruine wir schon von weitem sehen. Nach In dem einstöckigen Gebäude das an der Ede Seltersweg und Südanlage steht, laufen man sieht es dem unscheinbaren Häuschen kaum an— viele Fäden zusammen und auseinander. Das Haus birgt (sofern das noch nicht jedermann bekannt sein sollte) das Bureau des Verkehrs- und Berschönerungsvereins, ferner das „MtK -Bureau (Mittel-Europäisches Reifebureau). Diese Berkehrsbureaus sind Mädchen für alles tm wahrsten Sinne des Wortes, mit denen noch nicht einmal die Feuerwehr ernsthaft konkurrieren kann. Die Zahl der Wünsche des reisenden Publikums sind Legion, und aus den vielen Wünschen erheben sich die mannigfaltigsten Aufgaben, denen einDer- kehrsbureau gerecht werden muß. Diese Institution hat, das sei vorausgeschidt. einen seltenen und den m unserer Zeit fast märchenhaft anmutenden Borzug: man braucht für die Dienstleistungen des Der'ehrsbureaus — nichts zu bezahlen. Das Berlehrsbureau erteilt Aus- tünftc ohne jedes Entgelt, vermittelt ohne besondere Kosten Bäder- und andere Reise-Prospelte, gibt Fahrkarten ohne jeden Aufschlag ab, ja, man kann als Kunde sogar noch etwas geschenkt be- lommen, nämlich kleine Werbeblütter der Bäder und Sommerfrischen. Es würde eine lange Litanei geben, wollte man all' die Funktionen aufzählen, in denen ein Der- kehrsbureau den vielberühmten Dienst am Kunden ausübt. Es ist sicherlich nicht jedermann bekannt, dckß man im Berkehrsbureau alle Einzelheiten über eine Reise nach Indien oder Australien, nach Persien oder nach Kanada, nach jedem Lande der alten, oder der neuen Welt ebenso erfahren kann, wie irgend eine Reise innerhalb Deutschlands. Tlnd gleichermaßen dürfte nicht jedermann bekannt sein, daß man im Berkehrsbureau unter der Bor- aussehung der gleichen Kulanz eine Fahrkarte der Reichsbahn 3. Klasse von Gießen nach Großen- Linden genau so erhält, wie eine Dahn- oder Schiffskarte nach irgendeinem fernen Erdteil. Der Fahrgast kann es also in vielen Fällen vermeiden, am Fahrlartenschnlter im Bahnhof minutenlang warten zu müssen, um dann erst in höchster Eile zum Zug zu stürzen. Das Berkehrsbureau nimmt aber auch gelöste Karten innerhalb der bestimmten Frist zurück, sofern die Reise nicht angetreten werden konnte. Die Karten werden zu Originalpreisen abgegeben. Wer im Zeppelin-einen Bergnügungs- flug, im Flugzeug eine Geschäftsreise, oder im Schlafwagen eine längere Strecke hinter sich bringen will, wird sich ebenfalls nicht vergeblich an das Berkehrsbureau wenden. Zugleich erhält der Reisende eine, vorgedrudte Karte in die Hand gedrückt, atff der er sich in übersichtlicher Form seine Anschlußverbindungen nach Ankunft und Abfahrt notieren kann. Wer aus der vermeintlichen, ober tatsächlichen gesundheitlichen Rücksichten einen Fensterplatz in der Fahrtrichtung haben will, wird ebenfalls pünktlich und zur Zufriedenheit bedient. Hotelzimmer (zünftig, einfach, vornehm, luxuriös) mit oder ohne fließendem warmen und kaltem Wasser, an jedem auch nur einigermaßen bedeutsamen Platz der Erde, werden von dem Der- kehrsbureau vorherbestellt: ganze Reisen stellt man dem Kunden zusammen und trägt dabei seinen genügender Rast besichtigen wir die Burg, die wohl eine der bedeutendsten Deutschlands war, und genießen von dem' allen Gemäuer, namentlich vom 41 m hohen Bergfried einen prächtigen Ausblick. Don Königstein folgen wir gelben Strichen nach unserem Endziel, der reizenden Billen, und Gartenstadt Eronberg, dessen hochgelegener Burg sowie Schloß Friedrichshos und Kaiser-Friedrich-Park wir einen Besuch abftalten. lieber Frankfurt fahren wir wieder zur Heimat zurück. Wanderzeit an jedem Tage drei Stunden. persönlichsten Wünschen weitgehendst Rechnung. Die Bezahlung aller vorauszusehenden Ausgaben kann über das Berkehrsbureau erfolgen, so daß dem Reisenden all jener Qlerger erspart bleibt, der eine Reise zur Qual machen könnte. Mit diesen Gingen ist aber das Arbeitsgebiet unserer Gießener Berlehrszentrale noch nicht erschöpft. Der kunstliebende Gießener Bürger, den vielleicht eine^ geschäftliche Resie nach Berlin oder nach Frankfurt führt, kann sich für den Abend seines Aufenthaltes in der Großstadt Karlen für jedes Theater vorherbestellen und — das Gute liegt so nahe! — auch für das Gießener Stadttheaier kann man in dem Torhaus am Seltersweg Eintrittskarten | bekommen. Wer in das Ausland reifen will, kann seine gute deutsche Mark in Schillinge, Lire, Pfunde, Franken und Dollars umwech^eln lassen, und wenn von diesem Gelde bei der Rückkehr noch etwas übrig ist, dann gibt das Berkehrsbureau wieder QTiarf und Pfennige dafür heraus. Man braucht sich also gar nicht der Gefahr auszusehen, sich im Ausland beispielsweise von einem italienischen Wechsler übers Ohr hauen zu lassen. Sogenannte Reiseschecks, die den Zahlungsverkehr im Auslande sehr leicht machen und deren sich jedermann mit viel Bequemlichkeit bedienen kann, können auch hier auf jeden Platz unseres Erdballs ausgestellt werden. Hinter all diesen Dingen stehen große internationale Berkehrsorganisationen und Reisegesellschaften (MER, Mitropa, Cook), die in einem sorgfältig ausgeklügelten System zueinander in Verbindung gebracht sind. Hm aber in Gießen zu bleiben: Das Derkehrs- burcau ist auch ein Spiegel der Reiselust der hiesigen Bevölkerung. Es ist interessant zu hören, daß von Gießen aus verhältnismäßig viele Fahrkarten nach Berlin verlangt werden. Meistens handelt es sich dabei um Geschäftsreisen. Reger Verkehr herrscht zu jeder Jahreszeit auf der Strecke nach Frankfurt. Sonntagskarten werden dabei oft in Anspruch genommen. Viele Wochenendler wählen Mainz-Kastel zum Ziel, um von dort aus Ausflüge nach den verschiedenen idyllischen Orten des Rheines zu unternehmen. Zur Zeit, da die Urlaubsreifen angetreten werden (hauptsächlich in den Monaten Juni, Juli, August und Anfang September) herrscht lebhafter Betrieb im Der- kehrsbureau. Diele Gießener bevorzugen die Rordsee als Sommeraufenthalt. Andere lockt die Ostsee mit Heringsdorf, Zinnowitz, Swinemünde oder die Insel Rügen. Wieder andere ziehen den Reiz der Gebirgswelt vor und besuchen die Schweiz und Vorarlberg. Der Dodensee, das schwäbische Meer, mit'dem reizvollen Bad Schachen, mit Lindau und dem schönen Städtchen Meersburg, erfreut sich ständig steigender Beliebtheit. Daneben wurde aber auch nicht vergessen, daß unsere heimischen Kurorte auf Gäste warten und sie von Gießen aus auch stets gefunden haben. In ledern Falle aber steht das Reisebureau dem Erholungsuchenden zur Seite, wählt für ihn das Kursbuch (das für viele Menschen ein Buch mit sieben Siegeln ist), sucht für ihn das Hotelzimmer, nennt dem Fragenden gleich den Preis und veranlaßt für ihn Gepäckaufgabe und Gepäckversicherung. Das Berkehrsbureau vermittelt für Vereine Sonderfahrten im Omnibus, für den Privatmann das Auto, für den Asienreisen- den die Schiffskarte und wenn er es wünscht, die Rikschah, für den Aegyptenreisenden das Kamel zu den Pyramiden u. a. m. Das Verkehrsbureau besorgt außerdem im besonderen Auftrag der Ha- Pag Gesellschafts- und Vergnügungsreisen nach öem Rordkap, nach dem Mittelmeer, ileberfee-, Auswanderungsreisen. Sieben dem Verkehrsbureau am Seltersweg, Ecke Südanlage, existieren in Gießen noch zwei andere Reisebureaus. Cs handelt sich dabei um offizielle Vertretungen zweier Schiffahrtsgesellschaften. Am Kirchenplah befindet sich im Hause LooS das Bureau des Rorddeutschen Lloyd und im Zigarrenhaus Möser im Seltersweg die Vertretung der Cunard-Line. Die Arbeit dieser beiden Qkrtretungen ist allerdings nicht so universell, wie die der ausgesprochenen Reisebureaus. Vielmehr beschränkt man sich hier darauf, Seereisen für die betreffenden Gesellschaften zu vermitteln, Auswanderern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, dabei aber auch Fahrplanaus- lünfte zu geben, die in Verbindung damit zu bringen find. Wer eine Mittelmeerreise oder einen Abstecher nach Helgoland oder nach London machen will, wird ohne besonderen Aufwand alles Rotwendige auch dort erfahren können. Aus all dem geht hervor, daß die großen Schiffahrts- und Reisegesellschaften dem Publikum in jeder Hinsicht zur Seite stehen und sich bemühen, die Strapazen einer längeren Reise durch die Ausschaltung ieden Aergers auf ein Minimum zu reduzieren. In diesem Sinne kann man bH Reisebureaus als humane Einrichtungen bezeichnen, die in ihrer Eigenschaft als Mädchen für alles dafür Sorge tragen, haß eine Reise nicht eine Anstrengung, sondern der angenehme Auftakt einer Lrholungszeit und das Vorspiel zu schönen Tknaubstagen ist, die möglichst nicht durch mühsam überwundenen Reiseärger an Glanz verlieren sollen. n. — Reisewinke. Kindererholungshcinie. Unter den schlechten wirtschaftlichen Verhältnissen wird es vielen Eltern nicht möglich sein, mit ihren Kindern zusammen in die Ferien zu reifen. Gleichwohl werden sie den Wunsch haben, die Kräfte ihrer Heranwachsenden Kinder aufzufrischen. Hierzu bietet sich eine herrliche Gelegenheit in den im Gebirge und an der Ostsee gelegenen Heimen des gemeinnützigen „Vereins für Kindererholungsheime" in Berlin w 50, Schaperftraße 9, der bereit ist, unseren Lesern eine Preisermäßigung von 6 v. H.^zu gewähren sofern sie sich auf unsere Zeitung beziehen. Auskunft erteilt das Vereinsbureau: Prospekte werden auf Wunsch übersandt. Die Kinder stehen in diesen Heimen unter ärztlicher Beobachtung und liebevoller Betreuung. Vorzügliche Verpflegung — nach Bedarf Diätkuren — fröhliches Spiel mit Iugendgefährten, Wanderungen und Leibesübungen schaffen Kraft und Gesundheit. Nordlandfahrten. Die Hamburg-Südamerikanische Dampfschiffahrts- Gesellschaft versucht durch außerordentliche Verbilligung ihrer Sommerreifen an die Gestade des Nordmeeres sich den heutigen Verhältnissen anzupassen. Sie schreibt in diesem Jahre vier Nordlandfahrten aus, unter denen sicher jeder das ihm und seinem Geldbeutet Zusagende findet. Die günstigsten Monate — Juli und August — in denen sich die nordische Natur in voller Pracht offenbart, sind zum Besuch der Fjorde Norwegens in einer acht- oder vierzehntägigen Reise und zu einer achtzehntägigen Fahrt bis nach Spitzbergen herauf ausersehen. Gemeinsam Verkehrsbureau - das Mädchen für alles. Viele Wege führen von hier in die weite Welt. ^Nordseebadlnselluist v^yz Das vornehme Famlllenbad der Nordsee 17 km langer,sehr breiter,reiner felnaandlger Natur* st rand, ohne Buhnen u. Bauten, der innerhalb von 1—3 Minuten von allein Hausern erreichbar ist. Müßige Pensionspreise. Kurkarteninhaber: Kalte Seebäder kostenlos; warme Seebäder Erwachsene lMk..Kinder50Pfg. Neuerbaute große moderne Lesehalle mit Schreibnische, Rauchzimmer u. Zentralheizung. Unterhaltungen: Reitsport, Tennissport, Tennisturniere, Konzert, Reunionsund Kinderfeste. Frequenz 12000. Prospekte durch die Badeverwaltung und Reisebüros. e 3116 V Frühjahrskur für v3563 | Nervenkranke und Nervös-Erschöpfte Spexlalknrinstalt Helheim Im Taunus bei Frankfurt a. M. — Prospekte durch I San.-Ral Dr. M. Scbolze-Kahlevss, KSn i — Jodbad Tölz — 700 m ü.d.M., im Zentrum der bayerischen Alpen, in landschaftlich und klimatisch bevorzugter Lage, gegen Bluthochdruck, Aderverkalkung und Frauenleiden. Auskunft u. Prospekte durch den Kurverein. 2391 V öeiitotojatol Parole: Nordseebad Borkum Preisabbau / Tages-Kurkarte Hocbsee Klima Prospekte 3105 V durch d. Badeverwaltung ad Salshausett-Q^^ Bewährte Heilquellen / Schöner alter Park SchloB-Cafö Marburg Inh. Carl Spangenberg - Schönste Aussicht Marburgs Täglich ab 15.30 Uhr: Konzert Dienst.,Donnerst.,Sonnab.u.Sonnt.:Tanz-Abend Mittwoch: 5-Uhr-Tanz-Tee 3572d MsterAmsburg b/.Stunde Waldweg vonLich. Sehenswerte Rume u. Barockbauten. Beste Verpflegung (ernmfotote Preise) und Sommerfrische im 3533 d Gasthaus Thörner. Omnibus Sonntags: Gießen iLudwiaS- plntzl ab 13.40, Arnsburg ab 18.15 Uhr. Bad-Nauheim Höhenluftkurort Hoohwaldhausen 2549 d Vogelsberg 500 m Station Jlbeshausen am Fuße des Hoherodskopfes. Pension Wald- u.Bergbaus, Inhaber: H.&K. Wirth. Tel. Herbstein 63. Herrliche Lage direckt am Hochwald, staubfr. Erholungssuchenden und Passanten bestens empfohlen. Neue gut einger. Zimmer, gute Betten, fließ. Wasser. 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Familienzimmer zum Preise von tägl. RM. 4.- bis 5.- pro Person einschl. Pension. Neuzeitl. Schwimmbad in nächster Nähe Herrliche, ruhige, sonnige Höhenlagen sichern beste Erholung und Genesung 3077D Empfehlungen von Bädern und Sommer- frierhan findentdurch den Gießener Anzeiger beste IIIDUIIGII Verbreitung. Sefdick, gegen, UJOuaS, tJdieujtuifiiehb ^cauetdeideit [ Vollbäder, Teilbäder • Städtische Kuranstalt • Heilung in schwierigsten Fällen • Keine Kurtaxe • Näheres Werbeschrift • Badeverwaltung Nordseebad Wilhelmshaven mit dem Reiseousschuß der Akademischen Verbände, hinter dem fast alle akademischen und Offizieroer« bände stehen, hat die Hamburg-Süd eine 26tägige Nordmeerfahrt Deutscher Akademiker für den Julimonat angekündigt. Diese wird über Schottland, Island, Spitzbergen und Norwegen führen und mit beschränkter Teilnehmerzahl durchgeführt werden. Die vielseitigen Anregungen durch die nordische Landschaft und Bevölkerung, die gesundheitlich außerordentlich große Wirkung einer Seereise lassen die Gestade des Nordmeeres als besonders günstige Reiseziele erscheinen. Reiseliteratur. — Deutscher Hotelführer 19 31. Verlag „Deutsche Hotel-Nachrichten vereinigt mit Küche und Keller", Heinrich Eisler, Hamburg 3. — Der Inhalt ist gegen die früheren Ausgaben außerordentlich erweitert und übersichtlicher gegliedert worden. Während der alte Hotelführer nur die Dettenzahl erwähnte, gibt der neue auch Auskunft über die Anzahl der Bäder eines Hauses, ob fliehendes Wasser vorhanden ist, führt die Minimal- und Maximalpreise für Einzel- und Doppelzimmer nach Qualität und Jahreszeit an, mit und ohne Bad, den Bedienungszuschlag fhr Logis, vollen Pensionspreis, wiederum nach Minimal- und Maximalpreisen, die Preise für die einzelnen Mahlzeiten und gibt auherdem Auskunft, ob ein Haus mit Zen- tralheizung, Zimmertelephonen und Fahrstuhl ausgestattet ist. Die Aufzählung der Städte in alphabetischer Reihenfolge ist beibehalten worden. So ist der Deutsche Hotelführer 1931 noch stärker als die früheren Ausgaben ein lückenloser Ratgeber für das reisende Publikum, für den Geschäftsmann, den Erholungsreisenden und für die Reisebureaus. Der Preis des Führers beträgt 50 Pf. — Gaststätten und Sommerfrischen im Weserbergland. Herausgegeben vom Verkehrsverband Weserbergland, Hameln, in 5. Auflage (Preis 0,30 Mk.). — Der mit vielen Bildern versehene l.Teil weist eindringlich auf die Schönheiten und intimen Reize des noch ursprünglichen Weserberglandes hin. Im 2. Teil werden 1200 Gaststätten und Sommerfrischen nachgewiesen, in denen der Erholungsuchende einen Durchschnittspreis von 4,50 Mk. für volle Pension einschl. Bedienungsgeld zahlt. Bei einfacheren Ansprüchen ist schon eine Pension von 3,50 Mk. an zu erhalten. — Durch Aufnahme von Reiseplänen und über 100 Fahrplänen der Kraftposten, einzelner Kleinbahnen und der Oberweser- Dampfschiffahrt in Verbindung mit einer mehrfarbigen Llebersichtskarte des Weserberglandes, ist dieser Führer ein zuverlässiges Rachschlage- büchlein und Ratgeber für alle, die das Weserbergland aufzusuchen gedenken. Wirtschaft. Weiierführung des Betriebs in Wölfersheim. wie die Verwaltung der h e f r a g uns mitteilt, ist der Beschluß die Wölfersheimer Betriebe zum 1. Juli >. 3. stillzulegen, rückgängig gemacht worden. Der Gefamtbekrieb soll vorerst weltergeführt werden. Gießener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter Pfund 1,50; Matte 30 bis 35; Wirsing 20 bis 40; Weißkraut 15 bis 25; Rotkraut W bis,40; gelbe Rüben 15 bis 20; rote Rüben 15 bis 20; Spinat 15 bis 20; Römischkohl 20; Spargel 40 bis 75;'Tomaten 90 bis 1,20; Zwiebeln 10 bis 15; Meerrettich 30 bis 60; Schwarzwurzeln 35 bis 40; Rhabarber 10 bis 15; Kartoffeln 5 bis 6; Aepfel 50 bis 60; Dörrobst 30 bis 35; Kirschen (ausländische) 80 bis 1,00; Erdbeeren 2,00 bis 2,80; Aprikosen 90 bis 1,00; Honig 40 bis 50; junge Hähne 90 bis 1,10; Suppenhühner 90 bis 1,10; Rüsse 60 bis 70; Käse (10 Stück) 60 bis 1,40; Tauben Stück 70 bis 80; Eier 8 bis 9; Blumenkohl 40 bis 70; Salat 15 bis 25; Salatgurken 40 bis 70; Ober- Kohlrabi 20 bis 25; Lauch 5 bis 15; Rettich 20 bis 25; Sellerie 10 bis 50; Radieschen Bund 10 bis 15; Kartoffel» Zentner 4,00 bis 5,00 Mk. Wochenbericht vom Frankfurter Effektenmarkt. Die Tendenz der Börse war auch in diesem Berichtsabschnitt vorwiegend auf Schwäche eingestellt. Dabei bewegten sich die Umsätze wieder nur in den engsten Grenzen, so daß die Börsenvorstände von Berlin und Hamburg beschlossen, in diesem Sommer — im Gegensatz zu den Vorjahren — die Sams- tagsbörsen nicht ausfallen zu lassen, damit den geschwächten Börsenbesuchern die Ertragsmöglichkeiten nicht noch weiter verringert würden. Die Börse lebt 'eigentlich nur noch von der Hoffnung auf eine kommende Besserung. Das Warten hierauf, wird aber * erschwert durch immer wieder auftretende unerfreu- t. liche Nachrichten. Eine neue Beunruhigung erfuhr " die Börse durch die Wohl Doumers zum französischen Staatspräsidenten. Weiter sah man mit starker Beunruhigung dem Verlauf in Genf entgegen. Später zeigte sich eine gewisse Entspannung, als man die Ueberweisung der Zollunionfrage nach dem Haag beschloß. Als ebenfalls verstimmende Momente find noch die anhaltend schwache Neuyor- Eer Börse, dos Anwachsen der Radikalen bei den Landtagswahlen in Oldenburg, ferner die nur schwache Entlastung des Arbeitsmarktes im April, der bprozentige Dividendenvorschlag bei Aschaffenburger Zellstoff, sowie der Bericht des Instituts für Konjunkturforschung, wonach der Tiefstand vorerst noch anhält, zu nennen. Die Rede Hendersons und englische Meinungen über die Wiederaufrollung der Reparationsfrage, sowie die weiter günstigen Ziffern der Außenhandelsbilanz im April bewirkten anderseits nur zwischendurch geringfügige Erholungen. Der Wochenschluß lag erneut, recht matt, da die sehr ernste finanzielle Lage des Reiches verstimmte. Ferner bildeten die Gerüchte, die um die bevorstehende Notverordnung kursierten, weiteren Stoff zu neuen Baisseangriffen, die auch meist von Erfolg begleitet waren. Daneben legte das Publikum 'Verkaufsorders an die Märkte, zu denen sich auch wieder Auslandsabgaben gesellt haben sollen. Die Banken zeigten indessen nur wenig Neigunß, sich der Baissebewegung entgegenzustellen und die Ware zu Tageskursen aufzunehinen. Da den Dingen freier Laus gelassen wurde, kam es teilweise zu schweren Kursrückschläyen, die zuweilen den Charakter von Kurseinbrüchen annahmen. Besonders stark war der Rückschlag bei den Favoriten der Frühjahrshausse, den Elektropapieren, J.-G.-Farben, Kaliaktien, Kunstseidenwerten, Montan- und Zellstoffaktien. Kupferwerte lagen durch die Kupferbaisse ebenfalls mehr gedrückt. Bei Bank- und Schisfahrts- werten bewegten sich die Abschläge im Rahmen von 2 bis 5 o. H. Von Schwachstromwerten wurden Lahrneyer mit minus 12 o. H. am stärksten in Mitleidenschaft gezogen. Der Rentenmarkt war im Einklang mit der Allgemeintendenz überwiegend schwächer, wobei auch das unbefriedigende Ergebnis der Poftschatzanweisungsemission verstimmte. Der Geld- piarkt zeigte trotz der Zahlungen auf die Bewag- Anleihe und die Postschatze ziemlich flüssigen Charakter. Am Devisenmarkt ist die Festigkeit des Pfundes bemerkenswert. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Am Frankfurter Schlachtviehmarkt ergaben sich in dieser Woche nach den leichten Ansätzen einer Besserung im letzten Berichtsabschnitt wieder durchweg mehr oder weniger starke Preisrückgänge. Der starke Auftrieb auf allen Marktgebieten im Hinblick auf die bevorstehenden Pfingst- feiertage ließ Preisavancen nach oben nicht durchkommen. Da die Nachfrage des Konsums aus den hinreichend bekannten Gründen immer noch sehr schwach ist, und auch die Konkurrenz der zur Zeit billigen Eier und sonstiger landwirtschaftlicher Produkte stark einwirkt, war das Geschäft sehr klein, so daß auf den meisten Märkten größere Lieberstände verblieben. Besonders scharf war der Preiseinbruch am Kälbermarkt. Bei einem Auftrieb von 2644 (gegen 1630 in der Vorwoche) Stück vollzog sich der Handel schleppend. Gegenüber der Vorwoche ergaben sich Preisrückschläge von 6 bis 9 Mk., wovon besonders die unteren Gattungen betroffen wurden. Am Rindermarkt war der Auftrieb mit 1612 (1259) Stück erheblich starker. Nach schleppendem Handel und nachlassenden Preisen verblieb größerer Lieberstand. Die Preise gaben hei Ochsen 1—2, bei Bullen und Färsen je 1 Mk., Und bei Kühen sogar 1—3 Mk. nach. Der Schweinemarkt bewahrte nach den unerfreulichen Rückschlägen in den letzten Wochen trotz des großen Auftriebs (7453 gegen 6774) bemerkenswerte WiderstandSkaft. Der Handel war jedoch auch hier sehr schlecht, so daß Lieberstand verblieb, obwohl die Exportverkäufe noch anhielten. Indessen konnten sich die Preise gegen den letzten Markt gut behaupten und lagen auch am Neben-- markt unverändert. Die weitere Entwicklung ist jedoch ziemlich undurchsichtig. Am Schaf- markt war das Geschäft gering und ebenfalls sehr langsam, da der Auftrieb (91 gegen 140 Stück) zu keiner Notiz genügte. Es notierten pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 45—48, a2) 40-44, bl) 35—39. Dullen a) 40—43, b) 35-39. Kühe a) 35—38, b) 29—34, c) 22—28. Färsen a) 45—48, b) 40—44, c) 36-39. Kälber b) 59-64, c) 53-58, d) 46 bis 52. Schafe nicht notiert. Schweine b) 42 bis 45, c) 43-46, d) 43-46, e) 40-43, f und g nicht notiert. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Am Frankfurter Produktenmarkt neigte die Stimmung etwas zur Schwäche, weil durch die Unsicherheit der verschiedenen Regierungsmahnahmen die Käufer, wie Verkäufer sich größte Zurückhaltung auferlegten. Der W e i z e n m a r k t lag bei weiter geringer Umfatztätigkeit ziemlich ruhig. Das Angebot war zwar immer noch gering, doch beschränkte sich die Nack)frage nur auf Deckungen des notwendigsten Bedarfs. Es notierte die Tonne Weizen 305 bis 302,50 Mk., also 2,50 Mark niedriger wie in der Vorwoche. Das Angebot in Weizen neuer Ernte war bedeutend größer, die Preise mit 265 Mark pro Tonne wesentlich niedriger. Am Roggenmarkt verhielten sich die Interessenten ebenfalls abwartend. Da der Roggenmehlabsatz ebenfalls klein blieb, tarnen nur kleine Umsätze zustande. Man verlangte für die Tonne Roggen, Hektolitergewicht 70 bis 71 kg, unverändert 217,50 Mark. Für Gerste verhielt sich die Händlerschaft weiterhin desinteressiert. Die Preise lagen meist etwas nachgebend. Auch Hafer war weniger stark gefragt, so daß auch für diesen Artikel die Preise etwas nachgiebiger waren. Es notierte die Tonne Jnlandshafer 216 bis 215 Mark. Im freien Markt hörte man noch niedrigere Preife. Der Mehl markt lag fast vollkommen geschäftslos, da sowohl die Müller, als auch die Konsumenten sich abwartend verhalten, in der Annahme, daß die Preise noch weiter herabgesetzt werden. Weizenmehl südd. Spezial 0 notierte 41,50 Mk. bis 42,25 nach 42,40- bis 44,50 in der Vorwoche. Auch^für Niederrhein. Weizenmehl lauteten die Forderungen wesentlich niedriger; man verlangte 41,25 bis 42,00 nach 42,00 bis 43,50. Für Roggenmehl 0 — 60prozentige Ausmahlung stellte sich der Pkeis für die 100 kg auf 29,75 bis 31,75 Mark und somit i Mark niedriger. Am Futtermittelmarkt ergaben sich bei ebenfalls sehr kleinem Geschäft weitere kleine Rückgänge. Lediglich für prompte Lieferung erhielt sich noch etwas Interesse, da der Anfall weiter klein war. Man forderte für Weizenkleie 13,25 Mark, für Roggenkleie 13,75 Mark. Rauh- und Kraftfutter- mittel waren nur unwesentlich verändert und teils fester und teils schwächer. Der Kartoffelmarkt lag stetig. Da die Nachfrage des Konsums nach gelbfleischigen Sorten immer noch ziemlich anhält, wurden die Preise abermals etwas erhöht. Es notierte der Zentner Jndustriekartoffeln hiesiger Gegend bei Waggon- bezug 4,50 Mark. Berliner Prodnktenmarkt. D e r l i n, 22. Mai. Angesichts der bevorstehenden Verkehrs Unterbrechung vermochte sich an der Produktenbörse keine Geschäftsbelebung durchzusetzen; die Preisgestaltung war auch heute wieder nicht ganz einheitlich. Am Lieferungsmarkte erfolgten in Weizen verschiedentlich Abgaben, so daß die Anfangsnotierungen bis 1,50 Mark unter gestrigem Schluß lagen, dagegen Roggen war gut behauptet und in der Maisicht auf Deckungen sogar um 1 Mark befestigt. Das Angebot für prompte Lieferung ist in beiden Drotgetreidearten ziemlich gering; Weizen war allerdings wenig gefragt und wurde nur vereinzelt zu etwa gestrigen Preisen aufgenommen. Bessere Kauflust zeigt sich jedoch für Roggen für Kahn- und Waggon- verladung, und das Preisniveau lag erneut 1 bis 2 Mark höher. Das Geschäft in Brotgetreide neuer Ernte war sehr still. Weizen- und Roggenmehl hatten schleppenden Absatz bei unveränderten Mühlenofferten. Am Hafermarkte setzte sich bei geringem Angebot die Aufwärtsbewegung der Prompt- und Lieferungspreise fort. Oberheffen. Bezirkssparkaffe Grünberg. 4- Grünbe r g, 22. Mai. Die diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung der hiesigen B e zi r k s s pa r k a s se fand am Mittwoch statt. Von den 40 Dezirksgerneinden waren 37 vertreten; außerdem waren anwesend: als Vertreter des Kreisamts Gießen Regierungsrat Schmidt, der Vorsitzende des Hessischen Sparkassen- und Giroverbandes Iustizrat Dr. Reh, Direktor S e i p von der Landeskommunal- bank — Girozentrale für Hessen. Aus dem von dem Direktor vorgetragenen und erläuterten Geschäftsbericht ging hervor, daß das Iahr 1930 trotz schwerer wirtschaftlicher (Belüftung, unter welcher alle Berufsstände zu leiden hatten, für die Kasse ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis brachte. Die Spareinlagen! stiegen von 1 560 789 Mk. auf 1 838 191 Mk., mithin um 277 402 Mk.; die Zahl der Sparkonten stieg von 2147 auf 2356. Im Verhältnis zum Vorkriegsstand beträgt die Zahl der Sparbücher 81 Prozent und der Einlagenbestand 62 Prozent. 3m Bericht ist weiter ausgeführt, daß die durch diese günstige Entwicklimg der Kasle zufließenden Gelder nicht etwa der heimischen Wirtschaft entzogen werden, sondern restlos dem Wirtschaftsleben des Bezirks zugute kommen. Aus Spar- einlagen-Zugängen und Darlehens-Rückflüssen konnten im abgelaufenen Iahr rund 3/< Million Reichsmark als neue Ausleihungen verbucht werden. Gegen Hypotheken waren am Iahres- ende 826 497 Mk. ausgeliehen = 45 Prozent des Spareinlagenbestandes. Während der Gesamt- Llmsatz eine Million Reichsmark höher war als im Vorjahr, hielten sich die Llmsatz-Ziffern im SHeck- und Kontokorrentverkehr auf der Höhe des Vorjahres. Zur Z i n s p o l i t i k wird ausgeführt, daß es schon immer das Bestreben der Kasse sei, die Zinssätze für die Darlehensnehmer so niedrig wie möglich zu gestalten und doch den Einlegern eine zeitgemäße Verzinsung zu gewähren, also die Zinsspanne möglichst gering zu halten. Diesem Grundsatz gemäß seien die Zinssätze für sämtliche Ausleihungen im Iahr 1930 um 1 Prozent ermäßigt worden, während der Ei-nlagezinssatz nur eine Senkung um 1/s Prozent erfuhr. Aus den im Geschäftsbericht gegebenen statistischen Liebersichten kann bezüglich der Spareinlagen hervorgehvben werden, daß 61,42 Prozent aller Sparbücher auf Beträge unter 500 Mark lauten und der Durchschnittsbetrag auf ein Sparbuch sich auf 780 Mk. belief. Eine am Schlüsse des Berichts gegebene Liebersicht über die Verteilung der an Private gewährten Darlehen und Kredite nach der Höhe der Forderung zeigt, daß 62,88 Prozent aller Darlehen auf Beträge unter 1000 Mk. entfallen. Die Darlehen und Kredite über 10 000 Mk. betragen nur 0,98 Prozent der Gesamt-Zahl, und zwar 9 Posten mit einem Ge- samt-Betrage von rund 120 000 Mk. Diese Ziffern beweisen, daß die Kasse keine Kredite gewährt, welche über den Rahmen von Mittelstandskrediten hinausgehen. Iustizrat Dr.Reh, der zum Geschäftsbericht sprach, bemerkte, daß die Versammlung mit dem Ergebnis des Iahres 1930 sowohl, als auch mit der gesamten Entwicklung der Kasse in den letzten Iahren zufrieden sein könne. Die im Sparverkehr erreichten Ziffern lägen im Verhältnis zum Vorkriegsstand über dem hessischen Durchschnitt und wesentlich über dem Reichsdurchschnitt. Nachdem der Aufsichtsratsvorsitzende, Kaufmann Ehr. Schweitzguth, über die sachliche Prüfung der Iahresrechnung und die Revision durch den Aufsichtsrat berichtet hatte, wurde dem Vorstand und dem Rechner, unter dem üblichen Vorbehalt der Prüfung der Rechnung durch die Oberrechnungskammer, Entlastung erteilt. Die Lieberweisung des 18 525Mk. betragendenReingewinns an die Sicherheitsrücklage wurde von der Versammlung gutgeheißen. Im weiteren Verlaufe der Tagesordnung wurden noch die von der Verwaltung vorgeschlagenen Bewilligungen genehmigt, und zwar: 1. die Prämiierung von Dienstboten, welche 5 Iahre bei einer Herrschaft gedient haben und Sparer bei der Kasse sind, mit je 20 Mk.; 2. als Zuschuß zur Schulbiblivthek zur Verteilung an diejenigen Schulen, welche bei der Kasse Schulsparkassen unterhalten — 200 Mk.; 3. der Stadt Grünberg als Zuschuß zur Anschaffung einev Motorspritze, welche bedingungSgemäß in Drandfällen den De- zirksgemeinden auf Anruf unentgeltlich zur Verfügung steht = 1000 Mk. Landkreis Gießen. * Arnsburg, 23.Mai. Wie alljährlich feiert die ev. Erziehungsan st alt für Mäd- Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchlosienen Dividende an. — Reichsbankditzkont 5 v. H., Lombardzinsfuß 6 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Schluß- hirt Schlußk. Abend« börse Schluß« furd Schlußk. Mittag» börse Datum 21.5. 22.5. 21.5. 22.5. 6% Deutsche Reichdanlelhe von 1927 .......... 7% Dcutlche Reichsanleihe 84,25 84,25 84,9 84,9 von 1929 .......... Leuljche Anl.-Mlöl.-Schuld mit 99,8 99,5 99,9 99,6 Auslos.-Rechten....... 55,13 55,1 55,13 55 DeSgl. ohne AuSios.-Rechte . . . 8% He«. Solflfiaat von 1929 (ruckzahlb. 102%)...... vberhessen Provinz • Anleihe mit 4,65 4,55 4,65 4,6 94 94 94 94 AuLIoj.-Rechten....... Deutsche ßofitm. 6ammclabL — — — — Anleihe (Serie 1....... 8% fitanlf. Hnp.-Bank Goldvse 53 52,75 52,6 52,5 XIII untünbbar 613 1934 . . . 7% grants. Hvp.-Banl Boldpse 101 101,25 — — unfünBbat bl» 1932 ..... 4%% Rheinische Hhp.-Bank 95,5 97,5 — — 90,5 90,25 _ 8% Pr. LandeSpsandbriesanstalt, $|anbbrieie Oi. 11...... 100,5 100,5 100,5 100,5 8% Pr. LandeSpsandbriesanstalt, Somm^Obl. R. 20...... 7% Pr. Landevpiandbrtesan stall, — — — — Psandbriese R. ...... N.E.G. abg. BorlnegS-Obltgatio- 96,5 96,5 96,5 96,5 neu, rückzahlbar 1933 ..... ■— — — — 4% Oesterrelchische Goldrente . . 21,5 2,1 * 21,6 4,20% Oesterrelchische Sllberrentr 4% Oesterretchische Einheitliche 2 — Rente.......... — _ 4% Ungarische Goldrente .... 17,5 — 17,65 17.7 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 15 15 15,1 15 4Yt°/o deSgi. von 1913 .... 15,9 1% Ungarische Kronenrente . . . — — — 4% Türkische Zollanlethe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anl. 3,4 3,4 3,65 3,55 Serie I........... 3,4 3,5 3,5 _ 4% deSgl. Serie N....... 6% Rumänische veretnh. Rente 3,4 3,5 3,65 3,6 von l903 .......... Rumänische veretnh. Rente 7,4 7,5 7,55 7,65 von 1913 .......... 14,25 14,25 14,4 14,4 4% Rumänische Verein-. Rente . 6,3 6,2 6,35 6,3 $ranf|urt o. UI. Berlin ' Schluß« kurö Schlußk. Abend« börse Schluß. furd Schlußk. Mittag« börse Datum 21.5. 22.5. 21.5. 22.5. Hamburg-Amerika Paket . . Hamburg»Südam. Dampsschssf . 7 51 60 50,75 50 75 . 8 — 91 92 Hansa Dampfschiff..... 10 — — 72 72,5 Norddeutscher Lloyd .... . 8 52 50,5 52 51,9 Allgemeine Deutsche Eredllanst. 10 Barmer Bankverein .... 10 — — — — Berliner Handelsgesellschaft . 12 110 110,5 110,5 110 Commerz- und Prioat-Bank. 11 102,5 102,4 102,5 102,5 Darmstädter und Nationalbani 12 123 123,25 123 123 Deutsche Bank und DlLconto-GeseUschast, . . . 10 102 102 102,25 102 Dresdner Bank...... 10 101,5 101.5 101,5 101,25 ReichSbank ....... 12 — 139 139 139,13 AEG........... . 8 8 ,5 90,25 89,65 90,4 Bergmann........ . v — 66,5 64,5 LIektr. Lieserungrgelellschast. 10 — 101 100,5 102 Licht und Kraft...... 10 103,5 102,5 72,5 103,13 101,75 Felten L Guilleaume . . . iy» 73 72,25 74 Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen .... Hamburger ElektrizitätS-Werke 10 97 97,75 97,13 97,25 10 — — —— Rheinische Elektrizität . . . Schlesische Elektrizität. . . . . 9 97 — 100 101 10 — e diudcrt LCo....... 11 126,5 128 126 126 Siemens L Halske..... 16 145 146 145,25 144 TranSiablo........ . 8 — Lahmeyer Li Co....... 10 107 1 — 108,75 104,25 . 6 0,5 40,5 40 39,75 Deutsche TrdSI...... . 6 — 61,75 61,5 62 Essener Steinkohl« ..... . 8 •— — Gelsenkirchener...... . e —— 68 68 67 . 0 53 — 53 52,5 Hoesch Elsen........ — —- 50 49,65 Ilse Bergbau ....... 10 159 158 158 157,75 Klöcknerwerke ....... . 7 52 53 51,5 52 Köln-Neuessen...... . 7 — 54,5 54 ManneSmonn-RShre» . . . . 7 66,5 65,75 66 66 ManSseider Bergbau .... Obecschies. Etlenvcdari . . . . 7 29,5 30 30 31,13 . 6 — Oberschies. Kokowerke.... . 7 — — 63,5 65 Phon ft Bergbau...... Rheinische Braunkohle» . . Rhein stahl........ e% 46 46 47,5 47 10 146 148 146 147,5 . e 65 64,75 64,5 Riebed Montau ...... W — — Sranffurt a.M. Berlin Schluß- hir< Schlußk. Abend« börse Schluß« hird Schlußk. Mittag« börse Datum 21.5. 22.5. 21.5. 22.5, M.rotntnfp P>tnhlmprf* . ... 46 5 Ötavi Minen...... 16»/. 24,25 23? 5 23,13 23 Kaliwerke Aschersleben . . . 10 119,5 119,5 120 120 Kaliwerke Westeregeln . . . 10 124 124,5 123,5 124 Kaliwerke Salzdetfurth . . . 16 187 187 187,5 187,5 I. G. Farben-Industrte . . . 12 132,25 133,75 132,5 133,5 9)i)nainÜ ■ e • • • . . 6 _ - - —. — Scheideanstalt...... . . 9 120 120 —» — Goldschmidt...... . . 6 39,5, 39 38,5 39,5 Rütgerüwerke ...... . . 6 46 46,5 , 46,9 47,25 Metntlgelelllchaft. .... . . 8 61 61 61 61 Phtllnn Hoftmann .... . . 7 72,5 71,25 71 Zementwerk Heidelberg . . 10 58 58 Lementwerk Karlstadt. . . . 10 —— 90 — —— . . 8 24,5 24 23 23 Schulthekö Patzenhofer . . . 16 132,13 132 . 12 — —■ - - 62,75 62,5 63 62 75 Lemberg........ . 14 75 73,5 75,65 76 Zellstoff Waldbof .... 18'/. — 75,5 74,5 74,75 Zellstoff Aschaffenburg . . . 12 — 68 67,5 65,75 Charlottenburger Wasser . . . 8 — —- — — Dessauer GaS...... . . 9 —— — 114,25 115 Daimler Motoren . . . . . 0 23 — 23 23,75 Deutsche Linoleum . . . • • . 62,5 62,5 61,5 62,5 Maschinenbau A.-G. ... . . 0 —— —— Rat. Automobll..... . . 0 — — —■ — . . 6 _ _ gg 75 Leonhard Tietz ..... . 10 99 — 97,9 40'96 Svenska........ 228 231 230 233 Frankfurter Maschinen . . • • 4 — 11,75 — — Griyner...... . • . 6 30 28 .30,19 99 75 Heyliyenstaedt . . . . . . . 0 Iunghanö. ....... , , 6 _ Lechwerie........ . . 8 _ Mainkraftwerke Höchst a. M. . . 8 62 62 — — Mtag.......... . 1C Gebr. Roeder...... . 10 _ _ Boigt & Haeffner .... . . 0 _ Süddeutsche Zucker . . . • 10 115 115,25 115 116 Banknoten. Äerltn, 22. Mal Gelb Brief 4,184 Belgische Roten. ....... 58^ 21 5fU5 Dänische Roten ........ 112,18 112,62 Englische Roten ........ 20,384 20,464 yranzüsische Roten....... 16,383 16,443 Holländische Roten....... 168,38 169,06 Italienische Roten........ 22,02 22,10 Norwegische Noten....... 112,03 112,47 Deutsch-Oesterretch, * 100 Schilling 68,93 59,17 Rumänische Noten . ...... 2,475 2,495 Schwedische Noten....... 112,18 112,62 Schweizer Noten........ 80,74 81,06 Spanische Noten........ 41,37 41,53 Tschechoslowakische Roten..... 12,41 12,47 Ungarische Noten ....... 73,02 73,32 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. 21.Mai 22.Mal Amtliche Notierung Amtliche Notierung Meld Sries Geld Brief A inst.« Rott. 168,52 168,86 168,66 169,00 Buen.-AtreS 1,290 1.294 1,288 1,292 Brfl.-Antw. 58,35 58,47 68,375 58.495 Christiania - 112,32 112,54 112,34 112.56 Kopenhagen 112,30 112,52 112,37 112,48 112,59 Stockholm . 112,43 112,65 112,70 HelsingforS. 10,557 10,577 10,557 10,577 alallen . . . 21,96 22,00 21,97 22,01 London. . . 20,403 20,443 20,411 4,196 20,451 Reuvork . » 4,198 4,202 4,204 Paris.... 16,40 16,44 16,406 16,446 Schweiz .. 80,89 81,05 80,935 81,095 Spanien » . 42,16 42,24 41,46 41,54 Japan . .. 2,074 2,078 2,074 0,282 2,078 Rio de Ian. Wien in 0,289 0,291 0,284 Oest. abgefL 58,92 59,04 58,955 59,075 fc:: 12,426 12,446.; 12,§34 12,454 7,386 7,400 7,388 7,402 SUAlDCft . . 73,105 73,245 73,13 73,27 Bulgarien. 3,038 3,044 3,040 3,046 Lissabon . 18,86 81,60 18,90 18,88 18,92 Danzig - . Konstantia. 81,76 81,61 81.77 1,784 1,789 1,784 1,789 Athen. . 5,734 5,747 5,439 5,449 Canada - 4,190 4,198 4,192 4,200 Uruunav. 2,497 2,503 3,458 3,462 Tatro - • 20,92 20,96 20,925 20,965 chen am Pfingst-Dienstag, 26. Mai, 14 Lhr, ihr Iahresfest. Die Feier findet im herrlichen Buchenwald des »Pfaffensteins" statt. Festredner werden die Pfarrer Rohrbach zu Frankfurt und Weinberger zu Friedberg sein. Anläßlich des Festes verkehren auf der Buhbach-Licher» Eisenbahn zwei Svndcrzüge, deren Abfahrtzeiten aus den Aushängen auf den Rahnhöfen ersichtlich find. (Siehe heutig« Anzeige!) O Holzheim, 22. Mai. Der hieliae Turnverein (D. T.), der jahrelang „geschlafen" hat — nur die Faustballmannschaft war sehr rege: ist sie doch seit etwa 5 Jahren Dettrksmei- ster, zweimal war sie sogar Daumeister —, hat seine Uebungsstunden wieder ausgenommen. Dorturner ist Wilhelm Diehl. Um auch die 3u- gend früh für ernstes Turnen zu begeist«rn, wurde in diesen Tagen auf Anregung der Lehrer eine stattliche Schülerriege gebildet, deren Leiter Heinrich Pfannkuchen ist. Kreis Lauterbach. ß Lauterbach, 22. Mai. Gestern wurden in den Nachmittagestunden aus einem Hause in der Bahnhofstraße Schmucksachen, hie einen Wert von etwa 1000 Mark repräsentieren, von einem Unbekannten entwendet. Der Dieb schloß Mit dem in einem Nebenraum verwahrten Schlüssel die Korridortür auf und gelangte so in die Wohnung, deren Inhaber sich vorübergehend in dem hinter dem Hause liegenden Garten aufhielten. Aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich bei dem Dieb um einen reisenden Einbrecher, der als harmloser Hausierer auftritt. Der Tat dringend verdächtig ist ein jüngerer Mann, der in der Zeit zwischen 17 und 19 Uhr in der Bahnhofstraße hausieren ging. Die polizeilichen Ermittelungen sind im Gange. Rundfunkprogramm. Sonntag, 24. Mal. 7: von Hamburg: Hafen-Konzert auf dem Dampfer „Albert Ballin". 8.30: von Dad Kreuznach: Frühkonzert des Kurorchesters. 9.30 bis 11: Kircheinweihung im Frankfurter Kinderdorf Wegscheidc bei Dad Orb. 11: DortragSstunde von Else Lasker-Schüler. 11.30: von Leipzig: Reichssendung. Kan-tate zum heiligen Pfingstfest: ..Also hat Gott di« Welt geliebet" von Ioh. Seb. Dbch (G. A. 68). 12: Schallplattenkonzert. 14: Iungfliegertreffen aus der Wallerkuppe. 14.30: „Frauen in Afrika und im Orient". Dortrag von Erna Pinner. 15: Rachmittags-Konzert des Rundfunkorchesters. 16.30 (Deutsches Stadion Derlin): Fußball-Länderspiel Deutschland- Oesterreich. 18.15: Stunde der Jugend. 19.05: „Die Kroll-Oper". Dortrag von Direktor Hans Curjel. 19.40: Dlasmusik des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 20.30: Dunter Abend. 21.30: Der Spiegel des Amnon. 23: Tanzmusik. Montag. 25. Mai. 7: von Hamburg: Hafenkonzert auf dem Dampfer „Albert Ballin". 8.15: Arsulinen-Kloster Frankfurt am Main: Katholische Morgenfeier. 9.30: Stunde des EhorgesangS. 10.30: „Die junge Generation", drittes Gespräch, geführt • von Dolf Sternberger. 11.30: „Gebratenes Sphinr- fleisch". Grotesken von Mynona. vorgetragen vom Derfasser. 12: Schallplattenkonzert: 3ohann- Dtrauh-Konzert. 15: von Aachen: Rheinlandkundgebung. Festtug des Dereins für das Deutschtum im Ausland. 16: Konzert des Städtischen Kurorchesters Wiesbaden. 18: .Was tun ßle Bereinigten Staaten für ihre Büchereien?", Dor- trag von Pros. Dr. Oehler. Direktor der Stadt- bibliothek Frankfurt a. M. 18.25< „WaS man als Reporter so alles erlebt", Dortrag von Egon Iacobsvhn. 18.50: „Politik im Rathaus", Dortrag von Dr. S. Goldschmidt. 19.30: Doktor Dolittles Abenteuer VIIL 20.30: Opernkonzert. Aus unbekannteren Derdi-Opern. 22.50 bis 24: Tanzmusik. . Taten für Samstag, 23. Mai. 1498: der Reformator Girolamo Savonarola in Florenz verbrannt: — 1618: Beginn des Dreißigjährigen Krieges: — 1886: der Geschichtsforscher Leopold v. Ranke in Derlin gestorben. Taten für Sonntag, 24. Mai. 1543: der Astronom Rikolaus Kopernikus m Frauenburg gestorben: — 1699: der preußische Reitergeneral Joachim Hans von Zielen auf Wustrau geboren: — 1848: die Dichterin Annette v. Droste-Hülshoff auf Schloß Meersburg am Bodensee gestorben. Sportplatz 1900 1. Pfloget feiertet nachmittag« ab 3 Ihr: Fubball - Blitz -Turoier Teilnehmende Vereine: F. C. Marburg- Ockenhausen, Sp. V. Wetzlar, " V. f. R. Butzbach und Sp. Vgg. 1900 Gießen 2. Pflngmt feier tag nachmittag* ab 3 Uhr: Fubballdoppelveranstaltung Germania Pfungstadt — V. f. B. 08 Gießen Olympia Lorsch — Sp. Vgg. 1900 Gießen Lighmannschaften 3582D Wohltätigkeits- Konzert Samstag, den 30. Mai, 20.30 Uhr, in der Stadtkirche zum Besten des Evang. Schwesternhauses Ausführcude: Kammerorchester der Volkshochschule Oberhessen. Leitung Franz Bauer — Schüler der Gesangschule Heermann — Peter und Käte Kehrmann (Flöte) — Elfriede Fischer (Cembalo) Stadtorganist Heinz Simon (Orgel). Fanta*le C-Moil und 2 Kantaten von Baeh — Ouvertüre bu Fei her von Mündel. Karten zu Mk. 0.50 und Mk. 0.75 bei Ernst Challier, Neaen- wi’g, und an der Ahendkasse._______________________35750 Sanjer^au: Gießen Stadt und land I.H.S.B. Sonntag, den 31. Mai 1931 2. Gauliedertag Gießen 9.00 Uhr: Wertungssingen in der Neuen Aula d.Unlvcrsität 12.30 Uhr: Oeffentllche Kundgebung in der Südanlage — Eingang Plockstrabe 16.00 Uhr: Zusammenkunft im Katholischen Vereinshaus Programme (zum Eintritt berechtigend) sind zum Preise von 50 Pfennig in der Musikalienhandlung Emst Challier. Neuenw. 10. und am Sonntagvormittag in der Aula zu haben DER GAUVORSTAND 3559d Großen-Buseck 2. 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Jun Merok - Svartieengletscher - Nordkap - Hammerfest- Lofoten • Brixdalgletacher- Balholm- Gudvangen - Bergen-Odda- Kopenhagen Spitzbergenreise vom 5. bis 23. August Bergen - Molde - Aandalanes-Tromae- Eisgrenze - Spitzbergen - Nordkap - Hammerfest - Merok- Aalesund - Gudvangen - Baiholm Skandinavien- u.Rußland- HAMBURG-SU DAMERI KANI SCHE -DAM PFS C H IFFFAH RTS-GESELLSCHAFT •____________»AM BURG .6 - HOLZ DRUCKE 8 Nordland-Reisen n>t MS MONTE PASCOAL“ »8 Ä und M S . MONTE ROSA" T L II "Ermaßigu- Fahrpreise "von RM I ■ kV emschl. voJ;r Vi ip'lcgung | W Vertreter: Wilhelm Moeser G.m.b.H., Seltersw. 38 HARRY PIEL * w ■ MIT I DA»VHOlM-6LßÄ8HH PIHA;£Ff1 HANUUNKERMANN A Anfangszeiten: 4,6 und 8-30 Uhr - An den Feiertagen ab 3 Uhr ab 2. Pflngstteiertag: Ein Tango für Dich bis 1. Pflngstteiertag: Die große deutsche Tonfilm-Operette Lichtspielhaus Gießen unser Pfingstprogramm: mit Willy Forst als deutscher AI Jolsen und Fee Malten — Ernst Verebes - Paul Otto Sie hören die groß. Schlager-Melodien „Das Märchen vom Glück“ „Du bist mein Mascottchen“ „Ich wünsche mir ein Töchterlein“ Im Beiprogramm: Ufa Ton- Elne Sensation von Sport - Spannung und Kühnheit Pressestimmen der B-Z am Mittag / 8-Uhr-Abend- blatt / Filmkurier / Der Film: Berlin« größte« Kino ausverkauft... — Ein Abend ungetrübter Freude ... — Alles fn allem famos ... Ein Sieg auf der ganzen Linie... — Donnernder Beifall... — Exzellente Leistungen, ausgezeichnete Besetzung, fabelhafte Technik ... — Alles in allem ein Schlager ... — Viel zu sehen, viel zu lachen ... Herrliche Wintersportaufnahmen... — Kein Lob kann hoch genug sein... — Der Kritiker klatscht mit... iche - Ton-Lustspiel ____________________________________________3565 D CafeAstoria Heute und Pfingstmontag Tanz-Abend _________________________________________03097 Wieseck ■HKoana „Zum kühlen 6rund“ Am2.Pfingstfeiertag TANZ Erstklais. Jaiz-Kapelle Gute Speisen u. Getränke. Es ladet ein 3600 D HEINRICH HOHMANN. Wellersburg 3. Pflngstteiertag Tanzmusik Anfang 4 Uhr 3596D Burg Staufenberg Empfehle für die Pfingstfeiertage meine Lokalitäten und freie Anlagen. - Oute Verpflegung, reelle Preise. Fremdenzimmer. — Ganz empfehlenswert ist die berühmte Höhenluft des Staufenbergs Am zweiten Feiertag: Tanz und Konzert im Freien Gutbesetzte Kapelle. Die weiteren Sonntage Fortsetzung des Preis- schieBens. Eintritt frei 350-0 DER WIRT: LUDWIG BIER AU Saasen 959 Am 2. Pflngstteiertag Tanzmusik bei Gastwirt Karl Schepp Es ladet freundlichst ein: der freie Sportverein Piano- Stimmungen und Reparaturen durch eigene, bewahrte Fachkräfte gut und preiswert e7eiA Pianohaus Schönau Tel. 3269. Seltersw.91 tturznefchnlllenes Anmachholz liefert 1490D Damplsägewerk Lollar B. Ohibn. 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