Ur. 69 Erstes Matt 181. Jahrgang Montag, 25. März 1951 6r|d)etnt töghd),autzn Sonntag» und Feiertag» Beilagen Die Illustriert« Vietzene, FamUienblLltei Hennai im Bild Die Scholle monals-Bejugsprets; 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfenmg für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einz AnerNummern Infolge höherer (Bemalt zenisprechanschlüsse antetSammebtummer2251 Anschrift für Drahtnach- richten Anzeiger Eiehen. Postschecksonto: gtanflurlam Main 11686. GichenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrvck und Verlag: vrühl'sche Univerfitätr-Vuch- und ZteindruSeret R. Lange In Sletzen. §christlettnng und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» klameanzeigen von 70 mne Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20', mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Will). Lange. Deranttvortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lang«; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Mar Filter, sämtlich in Gießen Eindrucksvolle Abstimmungsseiem in Oberschlesien. Am Vorabend des Gedenktages. Begeisterter Empfang der Reichswehr in Bcuthcn und Vlciwitz. Gleiwitz, 21. März. (TU.) In ganz Oberschlc- sien wurden am Samstag die letzten Vorbereitungen getroffen, um den Abstimmungsgcdenkstundei^ am Sonntag einen würdigen Rahmen zu geben. Straften und Plätze zeigen reichen Flaggenschmuck. In der Gleiwitzcr Hauptverkehrsstraße ist ein riesiges Ehrentor errichtet, dessen Inschrift zur Einigkeit mahnt, wie sie sich vor 10 Jahren in Oberschlesiens schwerster Zeit so glänzend gezeigt hat. Bei Einbruch der Dunkelheit leuchten in riesigen Lettern die Worte auf: „Deutsche, vergeht cs nie!" In jeder Stadt und in jedem Dorf des deutschgeblicbcncn Teiles Oberschlesiens hat die Bevölkerung am Sonntag in schlichten Feiern der Bedeutung des 20. März 1921 gedacht. Die überaus groftc Anteilnahme aus allen Teilen des Reiches wird dankbar empfunden. Bei den Behörden und den Organisationen der Bereinigten Verbände Heimattreuer Oberschlefier laufen ununterbrochen aus dem ganzen deutschen Sprachgebiet Glückwunschtelegramme ein. Eine besondere Vorfreude wurde der Beuthcncr und der Gleiwitzcr Bevölkerung am Samstag zuteil. In Beuthen rückte die Trabitionsfompanie des früheren Beuthener Infanterieregiments ein, «ährend Gleiwitz die Traditionsschwadron seines früheren Ulanen- r e fl i m c n t s empfing. Bekanntlich ist das ober- schlesische Industriegebiet nach den Bestimmungen des Friedensvertragcs von allen Truppen entblößt. So ist die Freude verständlich, mit der man die Reichswehr begrüßte. Schon stundenlang vor der angefünbiflten Zeit waren bic Straßen ber Bcu- thcner Innenstabt bis zum Bahnhof von einer dichten Menschenmenge umsäumt. Als dann endlich die Reichswehr eintraf und mit klingendem Spiel durch die Straften zog, war der Jubel unbeschreiblich. Die starken Schutzpolizeiaufgebote hatten größte Mühe, die Straßen einigermaßen freizuhalten. In Gleiwitz wurde die Schwadron aus dem Ringe von der Stadtverwaltung mit dem Oberbürgermeister an der Spitze begrüßt. Die Militärkapellen gaben am Abend öffentliche Konzerte. In Beuthen sand außerdem ein Zapfenstreich statt. Die erflen Abstimmungsfeiern. QIm Sonntagfrüh ertönten in allen Gemeinden Oberschlesiens zur festgesetzten Stunde die Glocken, um des Abstimmungstages vor zehn Jahren zu gedenken; überall strömten auf den Plätzen die Tausende zusammen. Kopf an Kops gedrängt lauschte man in ernstem Schweigen den Rednern, die noch einmal ein Bild jener ereignisreichen Tage entrollten und in bewegten Worten schilderten, wie damals in Oberschlesien gehofft. gebangt, gestritten und gelitten wurde. Sn der Provinzialhauptstadt Ratibor sprach der ehemalige Führer des oberschlesischen Selbstschutzes. Generalleutnant a.D. Hoefer, in dessen Begleitung neben Reaierungsdcrektor Dr. Weigel auch der Landeshauptmann von Oberschlesien Woschek, Prälat Alihka und Spitzen aller staatlichen und kommunalen Behörden sich befanden. Der General schilderte die Leidenszeiten, die die deutsche Grenzbevölkerung im Osten vom ersten blutigen Polenaufstand tm August 1919 und bei der zweiten polnischen Erhebung im darauffolgenden Sahr durchmachen mußte, bis endlich die Wallfahrt ber 200 000 zur Abstimmung möglich war und wie dann das Genfer Dekret die Oberschlesier als furchtbarer Schlag getroffen hatte. ..Einen neuen Krieg wollen wir wahrlich nicht", fuhr General Hoefer fort. ..es gibt auch andere Wege, um begangenes Anrecht wieder gut zu machen. Ein Ostlocarno freilich darf es nicht geben, darin sind sich alle Deutschen einig, ebenso wie in dem Kampf zur Beseitigung der Kriegsschuldlüge, auf der alle Gewaltakte gegen uns aufgebaut sind." Dr. Weigel erinnerte besonders an die Leiden der Bevölkerung des Hultschiner Ländchens, die trotz aller Proteste ihres Minderheitenrechtes beraubt sei. Wir klagen heute die Entente und den Völkerbund an. daß sie in Verblendung und Ankenntnis das treudeutsche Hultschcnor Ländchen der Tschechoslowakei zugesprochen haben. Die Liebe und Treue zu unseren Brüdern und Schwestern kann uns keine Macht der Erde aus dem Herzen reiften, bis das Anrecht wieder gutgemacht ist. Wenn wir nach einer durchgreifenden Osthilfe rufen, so tun wir das nur, um Oberschlesien als Bollwerk au festigen und zu verteidigen. Sn dieser Feierstunde rufen wir allen Brüdern und Schwestern im Reiche zu, helft alle, das deutsch z u erhalten, was deutsch ist." Reben dieser Kundgebung in Ratibor fand noch eine besondere Abstimmungsgedenkleier der R. S. D. A. P. und des ehemaligen Selbstschutzes statt. Die Hitlerjugend legte im Lause der Feierlichkeiten einen prachtvollen Kranz am Selbstschuh- denkmal im Cichendorffvark nieder. Besonders eindrucksvoll gestaltete sich auch die Abstimrnungs- gedenkseier des Landkreises Ratibor, die am deutschen Wahrzeichen in Annaberg, hart an der polnischen und tschechinschen Grenze, stattfand. Sn G l e i w i h versammelten sich um die 11. Stunde rund 40 000 Personen auf dem Platz der Republik. Rachdem die Vereine und Organisationen mit ihren Kapellen Aufstellung genommen hatten, erschien, begeistert begrüßt, d i e 4. Schwadron des 8. Reiterregiments. Der frühere Plebiszitkommissar, Rechtsanwalt K a f s a n k e, hielt eine Gedenkrede. Aehnliche Kundgebungen fanden in Hindenburg und Oppeln statt. Die Ankunst des Reichskanzlers in Beuthen. Beuthen, 22. März. (WTB.) Das Hauptinteresse konzentrierte sich auf Beuthen, wo die Abstimmungsfeier heute vormittag mit einer Kundgebung eingeleitet wurde, zu der sich die Sugendorganisationen mit ihren Fahnen und Wimpeln eingefunden hatten. Sc näher die Mittagsstunde heranrückte, um so größer wurde das Treiben auf den Straßen. Aeberall sah man die Flaggen des Reiches, des Staates und der Provinz, sowie auch der Stadt im Winde Sn der Hindenburg! ampf bahn im Stadion Beuthen fand nachmittags die Abstimmungsfeier der Vereinigten Verbände ßcimattreuer Oberschlesier statt, die sich zu eintin machtvollen Bekenntnis der Treue zum deutschen Volkstum gestaltete. Zehntausende hatten sich zur Erneuerung des Treuegelöbnisses für die deutsche Heimat ein- gefunden. um des Abstimmungssieges vom 20. 3. 1921 und in Trauer der Opfer der oberschlesischen Befreiungskämpfe zu gedenken und gegen das Anrecht der Genfer Entscheidung zu protestieren. Das Riederländische Dankgebet eröffnete die Gedenkstunde. Rach dem Aufmarsch der Turner zu einer Gruppe, die in etn^etnen Buchstaben den Sah erkennen ließ: „O. S. deutsches Land", fang der Chor das Lied „Verlorene Heimat". Oberbürgermeister Kaschny-Ratibor hieß alle willkommen, die zum Gedenken an die zehnjährige Wiederkehr des oberschlesischen Abstimmungstages aus allen Gauen der deutschen Heimat, aus allen deutschsprachigen Gebieten in der gläubigen Hoffnung und unerschütterlichen Zuversicht auf Wiedergutmachung angetanen Anrechtes, aus Oesterreich und dem Saargebiet, hierher nach Beuchen gekommen seien. An diesem Tage kehren unsere Gedanken zurück zu dem Aufflammen des oberschlesischen Willens zur AbwehrderSnsurgentenhorden. die mit Terror und Gewalt das ober schlesische Land von unserem deutschen Vaterlande trennen wollten. Damals sanden sich alle zusammen zur Abwehr, der St. Annaberg ist ein Symbol oberschlesischen Freiheitswillens geworden. Reichskanzler Or. Brüning: Es ist ein tiefes Gefühl der Dankbarkeit, aus dem heraus bic Reichsregierung mit Ihnen des Abftimmungstagcs vom 20. März 1921 gedenkt. Es ist ein Tag des Sieges, den Obcrfchlefien vor 10 Jahren errungen hat. Ein Sieg aber, der durch die auf Grund des Genfer Votums geschaffene Entscheidung vom 20. Oktober 1921 zu seinem wesentlichen Teile zunichte gemacht wurde. Ein Drittel des Abstimmungsgebiets mit dem wertvollsten Industrieland und fast einer Million Einwohner wurde uns trotz unseres Abstimmungserfolges entrissen. Deutschland wird nie vergessen, daß sich Oberschlesien freimütig zum deutschen Volkstum und zum deutschen Kulturkreise bekannt hat, obwohl in der Heimat Rot und Elend herrschten, obwohl die politische Lage des deutschen Vaterlandes, gedrückt ' durch den Versailler Vertrag und erschüttert durch schwerste finanzielle Bedrängnisse, trübe Aussichten für die Zukunft eröffnete, während drüben der pol- nische Staat, frei von jeder Kriegslast, ins Leben trat. Treue und Vaterlandsliebe der Oberschlefier find auch nicht erschüttert worden durch die Polen- a u f ft ä n ö e, in denen die Stellen, denen der Schutz der oberschlesischen Bevölkerung übertragen wurde, nicht für Leib und Leben der Einwohner sorgten und die Deutschgesinnten nicht vor Mißhandlungen und Bedrückungen schützten. Wenn sich trotzdem eine Zweidrittelmehrheit bei der Abstimmung für Deutschland ergab, so war dies ein wahrhaft großes Bekenntnis zum Deutschtum, das alten übrigen Deutschen in jener schweren Zeit Mut und Stärke gab. wir wissen alle, welche Tatsachen und Vorgänge damals diese große nationale Tat ihres (Erfolges beraubt haben. Mit tiefem Schmer; erinnern wir uns daran, wie gerade diejenigen, die sich für die Verträge von 1919 aus das Selbstbestimmungsrecht der Volker berufen hatten, über das 5etbftbeftimmungsred)t der Oberschlefier hinweggingen. wir denken insbesondere des dritten polnischen Aufstandes, der unter dem Bruch des internationalen Rechts entfacht wurde, um gegen den ausgesprochenen willen der Bevölkerung vollendete Tatsachen ;u schaffen, wie viele Leiden hat dieser Aufstand über das unglückliche Oberfchlesien gebracht 1 wehen. Gegen 14.30 Ahr nahm die bereits gestern in Beuthen cingctrofk-nc Ehrenkompanie des 7. Infanterieregiments der ehemaligen 63er aus Oppeln vor dem Bahnhof Aufstellung, um Reichskanzler Dr. Brüning zu empfangen. Zur Begrüßung des Reichskanzlers hatten sich u. a. auf dem Bahnsteig eingefunden: Landeshauptmann Woschek. Prälat Alihka, Regicrungsdircktor Weigel, Polizeipräsident Dr. Danehl, Gleiwitz. Oberst Sesfner, der Kommandeur der Schutzpolizei im Zndustriebezirk. Oberbürgermeister Dr. Knackrich und Oberbürgermeister Dr. Frenz. Ferner Minister Severing, Generalleutnant a. D. Hoefer, Oberst Jagow und Generalleutnant Stülpnagel. Beim Verlassen des Bahnhofes spielte die Regimentskapelle den Präsentierrnarsch. Rachdem der Reichskanzler mit Generalleutnant Hoefer vor dem Museum die Front des Selbstschutzes abgeschritten hatte, begab er sich in die Gefalle nenge- denkhalle, woer unter den Klängen des „guten Kameraden", während sich die Fahnen senkten, den Kranz der Reichsregierung niederlegte. Mit besonderer Dankbarkeit muß ich des einmütigen Abwehrkampfes der Bevölkerung gedenken, des einträchtigen Zusammenwirkens sämtliche Stände und Konfessionen, der selb st losen Tapferkeit der Selbftschutzkämpfcr und ihrer Führer, die, ganz auf sich gestellt sich den polnischen Aufständischen entgegenwarfen und durch ihre tapfere Gegenwehr, durch die Eroberung des Annaberges, zu einem guten Teil dazu beigetragen haben, das wenigstens Zweidrittel des Abstimmungs- aebietes uns erhalten geblieben find. Ehre ihrem Andenken! Ehre insbesondere den Toten dieses Heldcnkarnpfes! Nach dem Siege, den das Deutschtum in der Abstimmung davontrug, mußte das deutsche Volk erwarten, daß ganz Oberschlesien Deutschland zu- geteilt würde. Nur als schweres Unrecht konnte deshalb die Zerreißung des Landes von Deutschland und mit ihm wohl von den Teilen der Welt empfunden werden, die den Sinn für Gerech» tigkcit nicht ganz verloren hatten. Die deutsche Reichsregierung hat auf das feierlichste Protest gegen die Entscheidung vom 20. Oktober 1921 eingelegt. Diesen Protest lehnte der Oberste Rat ab; aber der öamalic Reichskanzler hat in der Sitzung des Reichsrats vom 7. Rovember 1921 festgestellt, daß durch die Antwort des Obersten Rates der Protest und die Rechtsverwahrung des Deutschen Reiches nicht aus der Welt geschafft werde. Das gilt selbstverständlich auch heute noch? Besonders folgenschwer erweist sich der Genfer Spruch, wenn wir sehen, mit welcher Willkür im einzelnen diese Grenze mitten durch den lebendigen Leib eines Wirtschaftsorganismus gezogen wurde, wie überall nur Restteilc eines ehemals blühenden Ganzen geblieben find, die nur schwer um das Leben zu ringen haben. Heute erfüllt das Reich unter schwersten Opfern seine selbstverständliche Pflicht, den durch die Grenzziehung zusammengebrochenen Osten, soweit dies unter den gegebenen Umständen überhaupt möglich ist, wieder aufzubauen. Die Rede des Reichskanzlers, die mit einem Hoch auf das Vaterland und dem Gesang der Ralionalhyrnne schloß, wurde mehrfach von starken DeifaUslundgebungen. Händeklatschen und Bravorufen unterbrochen. Rach ihm sprach, ebenfalls lebhaft begrüßt, der preußische Minister des Innern, Severing. Rach dem Gesang des Oberschlesierlieder wurde über dem Rordeingang auf der Hindenburgbrücke die österreichische Flagge gehißt. Ein österreichischer Vertreter übermittelte d i e G r ü ß e des Landeshauptmanns von Kärn - t e n. Jenes deutsche Grenzland in den Alpen erlebe in den gleichen Zeiten der Rot und des Kampfes um die Vcwahrung des Deutschtums Oberschlesicns Schicksal mit heißem Herzen und brüderlicher Opferbereitschaft und innigem Verständnis für seine Aufgaben und Erfordernisse mit. Der Rektor der Aniversität Breslau Professor Dr. Lohmeyer überbrachte die Grüße aller deutschen Aniversitäten und Hochschulen sowie dem Volk und Land Oberschlesien das Gelöbnis der Treue der gesamten akademischen Jugend. Don Abschluß der eindrucksvollen Kundgebung bildete der von der Reichswehrkapelle intonierte große Zapfenstreich, an den sich der gemeinlame Gesang der dritten Strophe des Riederländischen Dankgebetes anschloß. Reichskanzler Dr. Brüning verließ sodann in Begleitung des Oberpräsidenlen Beuthen, um mit dem Auto nach Oppeln zu fahren, wo er den Annaberg besuchte, der während der ober- schlesischen Kämpfe vom deutschen Selbstschutz so heldenmüttg umkämptt wurde. Auf dem Friedhof von Lefchnitz ließ der Reichskanzler durch den Landrat von Groß-Sttelitz am Grabe der 21 gefallenen Selbstfchutzkürnpfer einen Kranz niederlegen. Die große Abstimmungsfeier in Veuthen. Oer Reichskanzler erneuert den Protest gegen den Genfer Machtspruch. Von Bebel zu Hünlich. Es gibt nicht allzu viele Abgeordnete mehr, die noch dem alten Reichstag um die Jahrhundertwende angeßört und die gewaltigen Rcde- kärnpfe miterlebt haben, die damals der sozialdemokratische Führer Bebel mit dem Kriegsminister aussocht. Gewiß, auch Bebel hat einmal gesagt, daß er für die Verteidigung seines Vaterlandes das Gewehr schultern würde, aber das war für ihn doch mehr eine rhetorische Floskel. In seiner ganzen geistigen Einstellung war er der erbitterte Gegner des Staates und des staatlichen Machtbegriffs, soweit er sich in der Armee verkörperte, und es war immer wieder ein Schauspiel, wie dieser Fanatiker, der hier der Exponent seiner Partei war, Stein aus Stein zusarnmentrug, um daraus das Gebäude einer leidenschaftlichen Anklage gegen das System der allgemeinen Dienstpflicht aufzubauen. Jahrzehnte hindurch ist die Sozialdemokratie die Gefangene dieser Anschauungen Dobels gewesen. Sie hat nicht begriffen, daß im Augenblick des Arnsturzes, wo sie tatsächlich einer der Träger des Staates geworden war, logischerweise auch ihre Stellung zu den Organen des Staates, also auch zur 'Wehrmacht s i ch ändern mußte. Roske hat darüber bitter genug geklagt, daß alle seine Versuche, innerhalb der Partei um Verständnis zu werben, vergeblich blieben. Die Sozialdemokratie vermochte es nicht, über den Schatten DebelS zu springen, für sie war die Reichswehr mit allem, was daran hing, lediglich ein gefährliches Werkzeug der Reaktion. Jetzt ist plötzlich der A m s ch w u n g vollzogen« und der tiefere Gehalt der Debatten über den Heeresetat, die wir jetzt hinter inx8 haben, ist der völlige Frontwechsel, den die Sozialdemokraten vollzogen haben. Die Rede des Genossen Hünlich war fast so gehalten, daß sie in großen Teilen von rechts hätte übernommen werden föimen. Man sagt, daß sei alles nur ein taktisches Manöver, das mag, soweit der Panzerkreuzer in Frage kommt, richtig sein. Das bleibende Ergebnis wird aber doch sein, daß die Sozialdemokratie infolge der Llbstinenz der rechten Opposition einen harten Erziehungskursus durchgemacht und aus dieser Lehrzeit eine andere Stellung zur Landesverteidigung gewonnen hat. Auch wir glauben nicht daran, daß der innere Amschwung der Sozialdemokratie sich restlos von heute auf morgen vollzieht. Aber es will doch schon etwas sagen, daß die Parteileitung stark genug ist, die ganze Gruppe um Künstler rednerisch auszuschalten. Das wird ihr in den Schichten ihrer Anhänger vielleicht noch weh tun, aber auf dem positiven Bekenntnis zum Wehrgedanken liegt sie doch einmal fest, und diesen Gewinn darf man in solchen trüben Zeiten doppelt anerkennend verbuchen. Reichspräsident und Reichskanzler an die Witwe Hermann Müllers. Berlin, 21. März. (WTB.) Der Herr Reichspräsident hat an die Witwe des Reichskanzlers a. D. Hermann Müller nachfolgendes Handschreiben gerichtet: „Sehr geehrte gnädige Frau! Die Rachricht von dem Todes Ihres Herrn Gemahls hat mich tief betrübt, und ich bitte Sie und Ihre Tochter, zu dem schweren Verlust, der Sie betroffen hat, den Ausdruck meines herzlichen Beileids entgegenzunehmen Ich werde dem Verstorbenen, dessen lauteres Wollen und dessen treffliche Charaktereigenschaften ich hoch geschätzt und dessen Mitarbeit zur Aeberbrückung der politischen Gegensätze ich stets gewürdigt habe, ein treues Gedenken bewahren. Mit der Versicherung meiner aufrichtigen Anteilnahme und meiner ausgezeichneten Hochachtung verbleibe ich Ihr ergebener (gez.): v. Hindenburg." 1 Reichskanzler Dr. Brüning hat an die Gattin des Verstorbenen nachstehendes Beileidsschreiben gerichtet: Hochverehrte gnädige Frau! In banger Sorge gingen in den letzten Wochen meine Gedanken öfter an das Schmerzenslager Ihres Gatten, hoffend, daß es der Kunst der Aerzte gelingen würde, fein Leben der Familie und dem Vaterland zu erhalten. Das harte Schicksal hat es anders gefügt. Als der verehrte Verstorbene zweimal an d i e Spitze der deutschen Reichsregierung Aum Lenker der Reichsgeschicke berufen wurde, da setzte er sein ganzes Wissen und all seine Kraft für die Arbeit an der Gesundung und dem Wiederaufbau unseres schwer ringenden Vaterlandes ein. 3n diesem Augenblick muß ich auch der schlimmsten Stunde gedenken, die während seines Lebens der Verstorbene als deutscher Patriot in dem Spiegelsaal von Versailles durchleben mußte. Dann aber war es ihm auch vergönnt, die große Stunde der Befreiung der Rheinlande zu erleben, die nicht zuletzt der Erfolg seiner Regierungsarbeit gewesen ist. Mit ihm hat das Vaterland einen guten Deutschen verloren, dessen zuverlässiger Charakter und nationale Gesinnung auch von seinen polittschen Gegnern stets anerkannt wurde. DEUTSCHLAND ÖSTERREICH ^*aked ;S%6 SÄlSg 216g- 7 f ein*-® ßdftlti |c AÄ'e^raS Ä-hr^ z der1 wie ihCt W bC'?^’Är aus 7 Villar xsr- Bor kS sO-n war ’";ften stieg unter dumpf Mer in die tzoh zu landen. Der - flüssigem Sa flüssigtenDi gen gegenüber de siebenen 'Salden feit und groh Die Tnsuche wer dustriellen Hugo (Währens, der a beiten fördert. 5 70 Zentimeter ho Durchmesse^. Die Aakete wüd erb luftleeren oder li Flugoerlehr. Die für längere Zeit $ Bei einem Zufall Zn bem fyrfonei der Nähe von Grfur Notbremse,wo hielt. Als ein Zu; auhen an den be sich nach der Ursa wurde er von v'Zug erfaßt kurz daraus starb Mit dem Krasl Auf der Poche hat sich in der A Äraftwagcmmglül Kuhn aus AaumI der Woaen info Schleudern. Brüctenaeländer u bei wurde der Fak der Flut abgetries Der Es ist ke *Un9 gefu we9en ihr Kein Wur handel; fc e,ne weih ^ir verw fcr den C a,Jch sind illrer Prej; Protest gegen die deutsch-österreichische Zollunion. Das Mitteleuropa derMrtschast. Die Wiener Konferenz der Mitteleuropäischen Wirtschaftstagung, an der neben dem Reich auch Oesterreich noch verschiedene Länder Südosteuropas tcilnahmen, war ein einziger Rotschrei über die furchtbare Zwangslage, die wirtschaftliche Verelendung, in die die Staatensplitter der Rachkriegszcit geraten sind. Wo vor dem Kriege ein reger Güteraustausch herrschte, schloß man sich in der Rachkriegszeit mit ständig wachsenden Zollmauern ab, ohne dadurch eine wirklich entscheidende Besserung für die eigene Volkswirtschaft erzielen zu können. Daher auch das einstimmige Bekenntnis zur Herstellung enger wirtschaftlicher Beziehungen zwischen den mitteleuropäischen Ländern und zum Abschluß regionaler Wirtschaftsabkommen, die eine möglichst enge Wirtschaftsgemeinschaft zwischen Mittel- und Südeuropa herbciführen sollen. Von der richtigen Erkenntnis bis zur praktischen Verwirklichung ist freilich immer ein weiter Weg, wie das die Tragikomödie des gescheiterten Genfer Zollwasfenstillstands beweist. Äm fo mehr Hoffnungen wird man deshalb in die Vereinbarungen setzen müssen, die der Reichsauhen- minister kürzlich während seines Staatsbesuchs in Wien mit der österreichischen Regierung zum Abschluß gebracht hat und die dieser Tage die einstimmige Billigung beider Kabinette gefunden haben. Wann die Einzelheiten des Vertragswerkes veröffentlicht werden, ist noch nicht genau bestimmt. Man wird vermutlich noch im Laufe der Woche, spätestens in der Woche vor Ostern, damit rechnen dürfen. Das Grundsätzliche und Wesentliche dieses Abkommens ‘ ist aber heute schon bekannt, und wir möchten es darin erblicken, daß hier endlich einmal d e r G e - .danke einer wirtschaftlichen Angleichung zwischen Oe st er reich und dem t Reich a u f breite st er Basis in die Praxis umgeseht werden soll. Mit Ausnahme einiger F weniger österreichischer „Binnenzölle", deren Rotwendigkeit aus der österreichischen Wirtschafts- 'r Verfassung und aus gewissen internationalen Bindungen Oesterreichs resultiert, wird das Wiener Vertragswert praktisch die Verwirklichung einer völligen deutsch-österreichi- schen Zollgemeinschaft bedeuten. Wenn die Mitteilungen richtig sind, die wir über das Ergebnis der Wiener Reise des Reichsauhen- ^ninisters erhalten haben, so verzichtet das Reich nach Inkrafttreten der Vereinbarungen von sich aus überhaupt auf die Erhebung von Zöllen auf die österreichische Wareneinfuhr, und man darf hoffen, baß auch die österreichischen Zölle, deren Zahl gering ist, nur ein Zwischenstadium dorstellen, das jedenfalls den Weg zur vollen Zollunion nicht verbaut. Seien wir uns darüber klar und sprechen wir es ganz offen aus, daß die deutsch-österreichische Zollgemeinschaft absolut nicht den „A n - schluß" bedeutet. Das Anschlußproblem, das heute wohl ebenso sehr eine psychologische wie eine eminent politische Frage ist, kann einer be- sriedigenden Lösung gar nicht entgegengeführt werden, solange die europäische Machtverteilung der Pariser Diktate besteht. Man würde also einfach falsch argumentieren, und der wirtschaft- lien Konzentration Mitteleuropas den schlechtesten Dienst erweisen, wollte man die Zollunion zwischen Wien und Berlin hiermit glcichsetzen. Riemand kann die Schaffung eines großen deutschen Vaterlandes, das beide Staaten in sich vereinigt, sehnlicher wünschen als wir. Heute stehen aber ganz nüchterne wirtschaftliche Dinge zur Debatte, Dinge, die in ihrer Zielsetzung weit über die politischen Grenzen Deutschlands und Oesterreichs hinausgreifen. Tatsächlich bedeuten die Wiener Vereinbarungen nichts anderes, als den Anfang zur Schaffung regionaler Wirtschaftseinheiten, wie sie erst vor verhältnismäßig kurzer Zeit auch vom Wirtschaftskomitee des Völkerbundes als zweckmäßig für die Bekämpfung der europäischen Wirtschaftskrise und für den Abbau der Zollmauern an allen polittschcn Grenzen bezeichnet worden sind. Das Wiener Abkommen wird also zweifellos auch eine Klausel enthalten, die die Möglichkeit des Anschlusses anderer Staaten in der einen oder anderen Form vorsieht. Möglich, daß bereits die deutsch-rumänischen Handelsvertragsverhandlungen, die gerade jetzt in Wien geführt werden, einen derartigen Erfolg zeitigen. Sicher aber ist, daß Berlin und Wien künftig ihre Wirtschaftsverhandlungen vollkommen einheitlich und unter absoluter Berücksichtigung der gegenseitigen Forderungen führen werden. Selbstverständlich wird man sich darauf einzurichten haben, daß das neue Vertragswert nicht überall günstige Aufnahme findet, was heute zweifellos schon von Frankreich gesagt werden kann, das nicht zuletzt deshalb die Genfer Zollkonvention scheitern lieh. 3n erster Linie wird man draußen den politischen Einwand der „A nschlußgefahr" erheben. Man wird aber auch den Versuch machen, der neuen Zollgemeinschaft handelspolitische Schwierigkeiten zu bereiten. Dazu ist zu sagen, daß gerade nach dem Scheitern der Genfer Wirtscha .tsverhandlungen die Sammlung der wirtschaftlichen. Kräfte Mitteleuropas absolut notwendig ist und daß die deutschösterreichische Zollgcmeinschaft hierzu nur ein e r st e r Anfang sein soll. Sowohl gegenüber der amerikanischen Wirtschaft wie gegenüber dem immer stärker werdenden Druck der russischen Volkswirtschaft ist die Sammlung der in Versailles und St. Germain zersplitterten mitteleuropäischen Wirtschaftskräfte eine europäische Rotwcndigkeit. Darum halten wir auch, nicht zuletzt im eigenen Interesse der Länder, den Anschluß der Tschechoslowakei, Angarns, Süd- slawiens, Bulgariens und Rumäniens, für dringend geboten und wünschenswert. Diese Kräfte- ronzentration, wie sie von Berlin und Wien angestrebt wird, ist heute eine europäische Schicksalsfrage allererster Ordnung, und man kann nur wünschen, daß die Staaten des mitteleuropäischen Raums die Gunst der Stunde nicht ungenützt vorübergehen lassen. Oie amtliche Verlautbarung. Berlin, 21. März. (Am tlich.) Zwischen der Reichsregierung und der österreichischen Regierung sind in letzter Zett Besprechungen über die Frage geführt worden, in welcher Weise Deutschland und Oesterreich zu der Verwirklichung des Gedankens einer europäischen Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem Gebiete beitragen könnten. Beide Regierungen sind sich darüber klar geworden, daß mit den bisher üblichen Methoden der Handelspolitik das erstrebte Ziel nicht zu erreichen ist, sondern daß dafür andere Wege gefunden werden müssen. Schon während der Septembertagung in Genf hat der österreichische Vizekanzler Dr. Schober der Aeberzeugung Ausdruck gegeben, daß die bessere Organisierung der europäischen Wirtschaft mit regionalen Verständigungen beginnen müsse. In Verfolg dieses Gedankens haben die beiden Regierungen sich jetzt entschlossen, in dieser Richtung einen praktischen Anfang zu machen und auf Grund bestimmter, vereinbarter Richtlinien in Verhandlungen über einen Vertrag zur An gleichung der zoll- und handelspolitischen Verhältnisse ihrer Länder einzutrsten. Dabei sind sich die beiden Regierungen darüber einig geworden, daß sie auch mitjedem anderen europäischen Staate auf dessen Wunsch in Verhandlungen über eine gleichartige Regelung eintreten wollen. Die für den deutsch-österreichischen Vertrag vereinbarten Richtlinien lassen sich wie folgt zusammenfassen: Deutschland und Oesterreich schließen sich für den Warenverkehr zwischen ihren Ländern und für ihren Warenverkehr mit dritten Staaten zu einer Zollunion zusammen. Diese Zollunion soll nach einem neuen System aufgebaut werden, das von den für Zollunionen sonst' üblichen Formen erheblich abweicht. Die Unabhängigkeit beider Länder bleibt unberührt. Sie werden einen überein stimmenden Zolltarif und ein übereinstimmendes Zollgesetz einführen, die künftig nur auf Grund einer Vereinbarung zwischen ihnen abgeändert werden können. Im Warenverkehr zwischen den beiden Ländern sollen keine Einfuhr -und Ausfuhrzölle erhoben werden: jedoch werden sich die beiden Regierungen darüber verständigen, für welche einzelne Waren sich einstweilen noch Z wisch e n z ö l l e als erforderlich erweisen. Iede der beiden Regierungen soll das Recht behalten, für sich mit dritten Staaten Handelsverträge abzuschließen, doch muh hierbei Rücksicht darauf genommen werden, daß diese Verträge nicht im Widerspruch mit dem abzuschließenden deutsch-österreichischen Vertrage stehen. Auch soll bei solchen Verhandlungen mit dritten Staaten möglich st gemeinsam vorgegangen werden. peinliche Lleberraschung in Prag. Bencsch behält sich alles vor. Prag, 21. März. (Tschechoslowakisches Pressebureau.) Der österreichische Gesandte Dr. Marek suchte heute nachmittag den Außenminister Dr. CB en e f d> auf und machte ihm auf Weisung seiner Regierung Mitteilung über das Abkommen zwischen der Berliner und der Wiener Regierung. Auhenmißister Denesch behielt sich die Bekanntgabe seiner Stellungnahme vor. Gestern abend sand eine Beratung maßgebender Regierungsstellen und leitender Finanzmänner statt. An der Zusammenkunft, die bei Generaldirektor der Zivnostencsa Banka Dr. P r e i h erfolgte, haben der Präsident der Republik, Außenminister Dr. B ene s ch, Finanzminister Dr. Englisch und der Gouverneur der Rationalbank Dr. P o s p i s i l teilgenommen. Von maßgebender Stelle im Prager Außenamt wurde dem Prager Vertreter der „Telegraphen- Union“ erklärt, daß die Stellungnahme des Außenministers Dr. B e n e sch zur deutsch-österreichischen Zollunion in allernächster Zeit erfolgen werde. Dr. Bencsch sei durch das Abkommen völlig überrascht worden, da er sich fest darauf verlassen habe, daß der Besuch des deutschen Außenministers in Wien von keiner ernsten Bedeutung sein werde, und daß er mindestens vorher verständigt würde, ehe ein festes Abkommen zwischen Oesterreich und dem Deutschen Reich geschlossen würde. Es werde außerordentlich bedauert, daß Oesterreich die Tschechoslowakei vorvollendeteTatsachen ge fte II t habe. Seitens Oesterreich bedeute die Zollunion einen Vorstoß gegen den Geist des Genfer Sanierungsprotokolls von 1922, in dem Oesterreich die Verpflichtung übernommen habe, auch an seiner wirtlchaftliche Selbständigkeit festzuhalten. Die Tschechoslowakei werde jedoch nicht selbständig handeln, sondern nur gemein» sammitdenGroßmächten vorgehen. (Was ja inzwischen geschehen ist.) Oie Demarche in Wien. Angebliche Verletzung der Unabhängigkeit / Lcsterreichs Wien, 22. März. (2BIB. Amtlich.) Am 21. Mär; erschienen im Laufe des Tages d i e diplomalifchenvertreterArankreichs, der Tschechoslowakei und Italiens beim Bundesminisler für auswärtige Angelegenheiten, Vizekanzler Dr. Schober, mit der Mitteilung, daß die in den Zeitungen vom 17. März d. 3. veröffentlichte Nachricht über den Abschluß einer Zoll- unionzwischenOesterreichundDeuksch- l a n d ihre Regierungen veranlaßt hat, der österreichischen Bundesregierung zur Kenntnis zu bringen, daß der Abschluß einer solchen Zollunion gegen das Genfer Protokoll vom 4. Oktober 1 9 2 2 verstoßen würde. Die genannten diplomatischen Vertreter wurden vom Vizekanzler entsprechend aufgeklärt. Wie die Telegraphen-Union aus Paris meldet, äußern sich die amtlichen französischen Stellen in privaten Unterredungen sehr zurückhaltend. Es werden sogar vereinzelte Stimmen laut, die den deutsch-österreichischen Vertrag als korrekt und unanfechtbar bezeichnen. In den Mitteilungen der Pariser Presse kommt allerdings eine mehr oder weniger maßvolle „Verwahrung" gegen die Zollunion zum Ausdruck, wobei behauptet wird, daß die deutschen und österreichischen Absichten mit dem paneuropäischen Programm Briands nicht in Einklang zu bringen seien. Sie bedrohten ferner den Meistbegünstigungs- grundsatz und verstießen gegen den Geist des Genfer Protokolls vom 4. Oktober 1922. Selbstverständlich ist diese Auffassung vollkommen unhaltbar, da die deutsch-österreichische Rechtsgrundlage unanfechtbar ist. Die im „pactum de contrahendo" vorgesehene Neukonstruktion sichert die vollkommene Unabhängigkeit und Souveränität der beiden Partner und ist in diesem Sinne nicht mit früheren Zollunionsabkommen zu vergleichen. Französische Einwendungen könnten sich überhaupt nur gegen solche Verträge richten, die geeignet wären, die wirtschaftliche Unabhängigkeit eines der Partner zu verletzen. Eine deutsch-österreichische Angleichung der zoll- und Berlin, 22. März. Halbmast wehten am Samstag die Reichsfarben auf dem Reichstagsgebäude, halbmast auch auf der Reichskanzlei und dem Auswärtigen Amt, den Stätten des früheren Wirkens Hermann Müllers. Seinen Platz im Reichs- tagsplenum aber schmückte ein großes Blumengewinde. Pünklich um zwölf Uhr mittags trat das Haus zu einer schlichten Gedenkfeier für den Verstorbenen zusammen. Präsident Löbe saß auf dem Präsidentenstuhl, das Kabinett auf der Ministerbank, die Ländervertreter auf der Bank der Reichsräte. Rechts fehlten Nationalsozialisten und Deutschnationale, links die Kommunisten. Wenige Minuten nur dauerte das Gedenken an den dahin gegangenen Führer der Sozialdemokratischen Partei. Aber diese kurze Spanne Zeit reichte aus, um dem Verstorbenen einen feierlichen Nachruf zu widmen. Präsident Lobe sck)ildert Müller als einen Mann, der sein ganzes Leben für seine Mitmenschen gekämpft. Das Bild des Dahingeschiedenen und seines Lebens stehe klar und rein vor jedem Auge. Als uns das Diktat von Versailles aufgenötigt wurde, fiel ihm die niederdrückende Pflicht zu, die Gegenzeichnung zu übernehmen. Er nahm diese bittere Pflicht des deutschen Außenministers auf sich und hat dafür die Schmähungen getragen, die nach ihm und vor ihm mancher bcutfdjcr Außenminister hat erdulden müssen. Es blieb ihm die Genugtuung, an erster Stelle mitzuhelfen bei der Räumung des Nhein- landes, bei der Erleichterung der Reparationslasten. Es ist in diesen Zeiten notwendig, darauf hinzuweisen, daß er in langer Arbeit nichts erworben hat, als das Gefühl erfüllter Pflicht, wie so viele, denen üble Nad)rede anderes zugeschrieben hat. Das deutsche Volk hat einen seiner treuesten Diener verloren. Reichskanzler Dr. Brüning gedenkt im Rainen der Reichsregierung des Verstorbenen in Wehmut und Dankbarkeit. Als Mensch ein makelloser, ehrenhafter Charakter, gewissenhaft und zuverlässig, auch von seinen politischen Gegnern geachtet, als Politiker und Staatsmann in ganz jungen Iahren in den Brennpukt der Ereignisse gerückt, war er in der Lage, sich eine politische Erfahrung zu sammeln, die ihn be- handelspolitischen Bestimmungen, die in ihrer vertraglichen Form noch dazu kündbar ist, verstößt selbstverständlich weder gegen den Souveränitätsgrundsatz noch gegen d i e SOI e i ft b e g ü n ft i g u n g und liegt als wirtschaftliche „Entente regionale“ vollkommen auf der Linie der von Briand ang e ft r e b te n eu ropäischen Union. Die französische Regierung muß sich daher darüber klar sein, daß ein derartiger Protest nichts weniger bedeuten würde als einen Schlag ins Gesicht der eigenen amtlichen Außenpolitik und der stets mit größtem Nachdruck verkündeten paneuropäifchen Grundsätze. Man kann kaum annehmen, daß der französische Außenminister, bildlich gesprochen, die Hand gegen sich selbst erheben wird, obgleich die französischen Rechtskreise vermutlich kein Mittel unversucht lassen werden, ihn in diese Richtung zu drängen, wie etwa Pertinax bereits die Annullierung des deutsch-österreichischen Abkommens fordert. Oas pariser Echo. Die Linkspresse verlangt ähnliche Verhandlungen zwischen Berlin und Paris. »Paris, 21. März. (TU.) Im „Echo de Paris" erklärt Pertinax, Briand werde wütend sein, weil Oesterreich den Artikel 88 deL.Stzerttages von Saint Germain (die österreichischen Anleihe-Bedingungen) verletzte, der ihm seine Llnab- hängigkeit zur Pflicht mache. Auf der anderen Seite müsse man sich aber fragen, was man Oesterreich und Deutschland an Stelle ihres jetzigen Abkommens hätte geben können. — Die „Ivurnee I n d u st r i e l l e" stellt fest, daß die Beziehungen der mitteleuropäischen Staaten einer Besserung bedürften. Die durch den Friedensvertrag neugeschaffenen Staaten litten jetzt allgemein in wirtschaftlicher Beziehung infolge der Vermehrung der Grenzen und der Irrtümer, die bei dieser Grenzziehung gemacht worden seien. Eine Einigung sei schon deshalb lange notwendig gewesen, aber diese Einigung hätte man gerade in den verschiedenen Besprechungen der Vertreter der einzelnen Mächte gesunden, die sowohl in Warschau, wie auch in Bukarest und Wien erfolgten. Indem Deutschland mit Oesterreich nicht ein Abkommen, sondern eine Vereinigung eingehe, bringe es die Gesamtheit der Staaten aus dem Gleichgewicht, weil es die übrigen mitteleuropäischen Staaten nunmehr vor einen einzigen Vertragspartner stelle, wo es früher zwei gegeben habe. Trotz der entschiedenen Ableugnung der deutschen Presse richteten sich die Bemühungen Deutschlands vielmehr auf den Anschluß als auf eine mitteleuropäische Verständigung. „Republique" schreibt: Das Abkommen ist nicht nach der alten Methode auf 99 Iahre abgeschlossen, sondern offen; denn jede Ration kann ein gleiches Abkommen mit Deutschland abschließen und es wird nur auf drei Iahre abgeschlossen, ist also r e visionsfähig. Man muß daher französischerseits kaltes Blut bewahren und überzeugt fein, daß das Ergebnis an sich weder tragisch noch beruhigend ist.' Wenn die Rechtsparteien in Frankreich darauf aus gehen, diesen Zwischenfall auszubeuten, um eine Aenderung der französischen Außenpolitik zu erreichen, dann verlieren die Rechtsparteien zwecklos ihre Zeit. Man wird weder an Locarno noch an den Männern von Locarno rühren lassen. Wir fragen die französische Regierung, weshalb sie nicht bereits versucht hat, etwas ähnliches zu unternehmen, um eine Annäherung mit einem der Rachbarn Frankreichs herbeizuführen. Die Pflicht des Quai d'Orsay ist jetzt vorgezeichnet, nämlich Verhandlungen mit Deutschland aufzunehmen, um zwischen Deutschland und Frankreich etwas ähnliches einzuführen, wie den österreichisch-deutschen Vertrag. Man behauptet, Deutschland wolle versuchen. Ungarn, Rumänien und d i e Tschechoslowakei in diesen Block aufzunehmen, um daraus ein M i t- tele uropa zu machen. Möge Frankreich daraus ein Europa schl echthin machen trotz Englands und trotz den französischen Reaktionären. sähigte, in den schwersten Augenblicken deutscher Geschichte an führender Stelle zu stehen. Unvergeßlich ist uns allen seineVertretung des Reiches in Genf, wo er ritterlich und entschlossen die Verantwortung übernahm, für den erkrankten Außenminister einzutreten und wo er in mutigen und unvergessenen Worten das Recht Deutschlands auf Gleichheit und Sicherheit verteidigt hat. Sein Rame ist auch unvergeßlich in die Geschichte eingegangen, weil er das schwere Opfer gebracht hat, das Diktat von Versailles, das so schwer auf unserem Volke lastet, zu unterschreiben. In der Uebernahme dieses Opsers zeigte sich der ganze Mann. Ohne an sein persönliches Geschick zu denken, hat er sich für das von ihm als richtig Erkannte, unbekümmert um alle Rachteile und Verhetzung, eingesetzt. Er steht vor unserem Gedächtnis als ein Mann von stärkstem vaterländischem Handeln und wird so in den Herzen unseres Volkes in dankbarer Erinnerung bleiben. Abschluß der Haushalisdebatte. In der geschäftlichen Sitzung des Reichstages wird die zweite Beratung des Finanzetats fortgesetzt. Abg. Dr. Hertz (Soz.) bezweifelt, daß es sich bei der Politisch unzulässigen Betätigung von Beamten der Reichsfinanzverwaltung um wenige Ausnahmefälle handelt. Menn die nationalsozialistische Verhetzung so weit geht, daß höhere Beamte der Steuer- und ZoUverwaltung als verantwortliche Redakteure nationalsozialistischer Zeitungen zeichnen und wenn diese Beamten sogar erklären, daß sie den heutigen Staat nach Kräften schädigen würden (Hört! Hört!), dann muh der Minister seine bisherige Duldsamkeit aufgeben. — Der nächsten Zukunft müsse man mit schweren Sorge entgegensehen. Die Lage sei am schwierigsten für die Gemeinden, auf deren Kosten das Reich seine eigene Sanierung versuche. Dringend notwendig sei die organisatorische Zusammenfassung der Krifcnfiirsorge mit der Wohlfahrtserwerbslosenfürsorge der Gemeinden. Eine echte Ersparnis von 1300 Millionen liegt im neuen Etat gar nicht vor. Es handelt sich zum großen Teil um eine Stimmen von diesseits und jenseits der Zollschranken: Nun werden wir uns endlich nicht mehr gegenseitig das Leben teurer machen. Trauerfeier für Hermann Müller. Präsident Lobe und der Reichskanzler sprachen im Reichstag. M«. Reichstag. m Augenblicken deutlchcr Stelle zu s^ Un^ inc Vertretung oc° L er ritterlich und ent rtung übernahm, für dm SW fei fers Stig &' i von Ver- n °llc Gedacht' teht x ^Zändischem nungbl«'»”- iN , u, )6l(shN(' tä Reichstages ?/ngöcs T^-nz' -Ibezmiselt.^vonö L^Ks DA«- DerE'.Wi LL?°-°L sfÄ*=i KZ K§L LL^ verschiedenen ^der einzeln Mächte .Erschau, wie auch jn olgten. Indem Deutsch, emo^b7mCn' '°"dm e'ngehr, bnnge es die l aus dem Gleich, brigcn mitteleuropäischen wen einzigen Vertrags- cher zwei gegeben habe. Mugimng der deutschen Vmuhungen Deutsch- Anschluß als aus eine Mgung. cibt: Das Abkommen ist thode aus 99 Jahre ob- ien; denn jede Ra- )cs Abkommen mit >en und es wird nur auf , ist also revisions- r sranzösischerscits kaltes rzeugt sein, dah das Ec- lgisch noch beruhigend ist. ' en in Frankreich darauf 'rnsall auszubeuten, um rzösischen Außenpolitik zu die Rechtsparteien zveck- d weder an Locarno noch canw rühren lassen. Dir Regierung, weshalb sie t, etwas ähnliches . Annäherung mit einem chs hrrbeizusührrn. Tie ay ist seht vorgezeichnet, ngen mit Deutsch- im zwischen Deutschland ähnliches einzuführen, rutschen Vertrag. Man >vlle versuchen. Ungarn, e Tschechoslou-akei men, um daraus ein M i I- . Möge Frankreich daraus j t h in machen trotz Eng- czösischcn Reaktionären. '°l(fn9 Qls IBirtU ' e '• Die frn9etirc(b?c y-Btete -Munich' Ktich die ser Echo. «SL Lastenverschiebung auf andere -^ecle der öffentlichen Wirtschaft. Wenn dccSozialdemokratte an den Stcucranttägen festhält, so tut sie s, Werl die finanzielle Rüstung von Reich, Lärmern und Gemeinden dringend einer Stärkung bedarf. 2lbg. 2ö riss en (Wp.) steht rn der Hauszins st euer eines der größten Heinmnisse für eine wirklich fortdauernde Besserung unserer Gc- samtwirtschaft. Ihre Beseitigung würde auch die (Arbeitslosigkeit stark herabmindern. Diese Steuer sei ungerecht, sozial untragbar und wirtschaftlich verheerend. Ihr Abbau sei möglich, denn cs sei berechnet worden, dah der Mehrertrag aus regulären Steuern, wie z.B. aus der Einkommensteuer aus Grundbesitz und der Bermögenssteuer auS Grundbesitz, aus der Umsatzsteuer usw. ein Steuermehr von 1,1 Mi lliarden ergeben würde. Die Etats des Reichsfinanzministeriums. der Allgemeinen Finanzverwaltting, der Ergänzungsetat und das Haushaltsgeseh für 1931 werden bewilligt. Aus alter Welt. vombenexplofion in einem Straßenbahnwagen in Buenos Aires. In der letzten Rächt explodierte in einem stark besetzten Straßenbahnwagen in einer der belebtesten Straßen der Stadt eine Bombe. Die Bombe war im Besitz eines italienischen Anarchisten aus Cordova namens Pieretti; sie explodierte mit einem furchtbaren Knall gerade in den, Augenblick, als Pieretti von der Straßenbahn abstieg. Der Italiener und zwei andere Fahrgäste, darunter eine Frau, wurden sofort getötet.Die Polizei erklärt, dah die Explosion in keinerlei Zusammenhang mit dem gegenwärtigen Besuch des Prinzen von Wales stehe. Sie ist vielmehr der Ansicht, dah Pieretti, der ein Paket umstürzlerischer Literatur bei sich hatte, eine Büchse mit Explosivstoffen zur Herstellung von Bomben trug und dah er zufällig strauchelte, als er von dem Wagen abstieg, wodurch die Explosion hervor- gcrusen worden ist. Erster Ausstieg einer Treibrakele in Dessau. Samstagnachmittag fand der erste Aufstieg einer Flüssig-Treib-Rakete auf dem Exerzierplatz bei Dessau in Gegenwart zahlreicher deutscher und amerikanischer Filmleute und einiger Vertreter der Wissenschaft statt. Der Ver- suchsapparat, der mehr einer modernen Maschine als einer Rakete gleicht, wurde auf elektrischem Wege aus 50 Meter Entfernung ausgelöst und stieg unter dumpfem Zischen mehrere hundert Meter in die Höhe, um nach kurzer Zeit glatt zu landen. Der Apparat wird getrieben mit flüssigem Sauerstoff und einem v e r - slüssigten Brenngas. Seine Vorzüge liegen gegenüber den mit festen Treibstoffen betriebenen Raketen in der leichten Lenkbarkeit und großen Leistungsfähigkeit. Die Versuche werden finanziert von dein Industriellen Hugo H ü ck e l aus Reu-Titschau (Mähren), der aus ideellen Gründen die Arbeiten fördert. Der Versuchsapparat ist etwa 70 Zentimeter hoch und mißt 30 Zentimeter im Durchmesse^. Die Bedeutung der Flüssig-Treib- Rakete wird erblickt in der Erschließung des luftleeren oder luftverdünnten Raumes für den Flugverkehr. Die Fortführung der Versuche ist für längere Zeit gesichert. Bei einem Zufallsalarm ums Leben gekommen. In den, Personenzug Erfurt — Gera zog in der Nähe von Erfurt ein Reisender versehentlich d i e Notbremse, wodurch der Zug auf freier Strecke hielt. Als ein Zugbealeitbeamter aus Gera von außen an den betreffenden Wagen herantrat, um sich nach der Ursache der Störung zu erkundigen, wurde er von einem vorbeifahrenden v-Zug erfaßt und so schwer verletzt, daß er kurz darauf starb. Mit dem Kraftwagen in den Fluh gestürzt. Auf der Poche-Brücke beiApolda (Thüringen) hat sich in der Rächt zum Sonntag ein schweres Krastwagenunglück ereignet. Als der Kaufmann Kuhn aus Raumburg die Brücke passierte, geriet der Wagen infolge eines Reifenschadens ins Schleudern. Er durchbrach das hölzerne Brückengeländer und stürzteindieIlm. Dabei wurde der Fahrer herausgeschleudert und von der Flut abgetrieben. Aus der Provmzialbauptfiadt. Gießen, den 23. März 1931. Professor Lappo-Oanilevsli f. Am 15. März verstarb in Gießen an einem Herzleiden der Mathematiker Iohcmn Lappv- Danilevsk i, Professor an der Universität und korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Leningrad (St. Petersburg), der seit Oftobcc 1930 als Forschungsstipendiat der Rockefeller Foundation hier bei Professor Schlesinger tätig war. Mit ihm ist in jungen Iähren (er war 1896 in St. Petersburg geboren) ein hochbegabter Forscher hingeschieden, der schon durch eine Reihe wertvoller Arbeiten die Lehre von den linearen Differentialgleichungen erheblich gefördert hatte, und von dem man noch wichtige Anwendungen der ihm eigentümlichen Methoden erwarten durfte. Er sollte im Sommersemester an der hiesigen Universität eine Vorlesung über sein Spezialgebiet halten und war auch von den Universitäten in Paris und Iena eingeladen worden, dort in Vorttägen über seine Untersuchungen zu berichten. Der auch als Persönlichkeit liebenswürdige und bescheidene junge Gelehrte hinterläßt eine Witwe und ein neunjähriges Töchterchen, die ihm hierher gefolgt waren. Daten für Dienstag, 24. März. Sonnenaufgang 5.56 Uhr, Sonnenuntergang lß.19 Uhr. — Mondaufgang 18.19 Uhr, Monduntepgang OUHr. 1844: der dänische Bildhauer Albert Thorwoldsen in Kopenhagen gestorben; — 1905: der französische Schriftsteller Jules Derne gestorben. Krebs ist heilbar! Dom Rcichsausschuß für Krebsbekämpfung wird uns mitgeteilt: Der Krebs ist einer der gefährlichsten Feinde der Dolksgesundheit und eine der häufigsten Todesursachen im mittleren und höheren Alter. Dies bedeutet, daß Krebs eine Gefahr für j e d e n ist, auch für dich und deine Familie. Die Ursachen der Krebskrankheit sind noch nicht genau bekannt. Krebs ist nicht ansteckend. Durch Vererbung wird der Krebs nicht auf die Nachkommenschaft übertragen: dagegen kann eine Anlage (Disposition) zur Krebsbildung vererbt werden. Gefahrenzeichen! Krebs ist eine Wucherung in Form eines Geschwürs oder einer Geschwulst, aber nicht jedes Geschwür und jede Geschwulst ist ein Krebs. Das Gefährliche am Stebs ist, daß er im Beginn meist keine Schmerzen und keine besonders auffälligen Krankheitserfcheinungen verursacht. Man achte auf folgende Gefahrenzeichen: Aeußerer krebs. Alle Knoten in und unter der Haut, besonders in der Brust, hartnäckige Warzen und Leberflecken, die sich vergrößern oder verändern, Geschwüre, die nicht heilen wollen, sind auf Krebs verdächtig. Krebs kann sich auch aus einer ungeheilten Wunde, oder einer alten Narbe entwickeln. Findet ihr solche Merkmale, dann geht sofort zum Arzt! Wartet nicht, bis es weh tut! Seid nicht gleichgültig gegen Veränderungen am Körper, auch wenn sie nicht schmerzen, achtet auf sie! Innerer krebs. Krebs an inneren Organen kann oft an gewißen Anzeichen frühzeitig erkannt roeren, auch ohne daß eine Geschwulst zu sehen oder zu fühlen ist: Abmagerung, Unregelmäßigkeiten der Verdauung und des Stuhlganges, Blut in den Entleerungen (Stuhl, Harn, Erbrochenes), unregelmäßiger blutiger Ausfluß bei Frauen, Blutungen nach Geschlechtsverkehr, Wiederkehr der Blutungen nach den Wechseljahren, find immer verdächtig. B e i allen verdächtigen Anzeichen sofort zum Arzt! Laßt euch gründlich untersuchen! krebs ist heilbar! Er ist um so eher heilbar, je früher er erkannt und behandelt wird. Es gibt nur einen Weg, den Krebs zu heilen, — ihn zu vernichten. Das kann durch Operation oder Strahlenbehandlung (mit Röntgen und den strahlenden Substanzen Radium oder Mesothorium) geschehen. lieber die Anwendung der Mittel kann nur der Arzt entscheiden. Es ist deshalb sehr wichtig, daß du dich bei irgendeinem der erwähnten Anzeichen sofort vom Arzt untersuchen läßt. Keinen Aufschub — auch nicht einen Tag! Denke daran, daß sich der Krebs schnell im Körper verbreitet. Geh' zum Arzt und zwar sofort! Zögern ist lebensgefährlich! Veranstaltungen in der Karwoche. Vom Pvlizeiamt Gießen wird uns mit- geteilt: Auf Grund der Verfügungen des Ministers des Innern haben am Palmsonntag. 29. d. M., öffentliche Lustbarkeiten zu unterbleiben. Theatralische und Kino Vorführung en werden nur dann zugelassen, wenn die Darbietungen ernsten vder belehrenden Inhalts sind und der besonderen Bedeutung und Weihe dieser Tage an- gepaht sind. Am Karsreitag. 3. April, sind nach wie vor öffentliche Lustbarkeiten jeder Art. auch solche mit ernstem Hintergrund, nicht erlaubt. An den übrigen Tagen der Karwoche einschließlich Ostersonntag sind theatralische Vorführungen und Konzerte aller Art. einschließlich derBe- gleittnusik bei Lichtspielen zulässig, wenn sie ebenfalls ernsten, belehrenden Inhalts sind und der Bedeutung und Weihe dieser Tage angepaßt werden. Oefsentliche Tanzlustbarkeiten werden sür diese Tage grundsätzlich nicht genehmigt. Die für die Karwoche vorgesehenen Konzertprogramme sind im ersten Polizei-Bezirk, Zimmer 4, zwecks Prüfung sofort, spätestens bis 25. d. M., in doppelter Ausferttgung einzureichen. Bornotizen. — TageskalenderfürMontag: Schiller, und Goecheschule: Ausstellung von Handarbeiten, 15 bis 17 Uhr. — Allgemeiner Deutscher Frauenverein: Vortrag von Professor Dr. M o m b e r t über „Das Sparen in seiner volkswirtschaftlichen Bedeutung", 20.15 Uhr, Hotel Hindenburg. — Experimental-Licht- bilderoortrag von E. Hammer über „Astrologie", 20.15 Uhr, Hotel Schütz. — Schützenverein e. 23.: Hauptmitgliederversammluna, 20.15 Uhr, Schützen- haus. — Tierschutzverein Gießen: Hauptversammlung, 20.15 Uhr, Kaufmännisches Dereinshaus, Nord- anlage 15. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Einbrecher". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen, Dienstag, 19.30 Uhr, zum letzten Male von Maxim Gorki „Nachtasyl", Spielleitung Walter Bäuerle. — Mittwoch, 25. März 19.30 Tlhr, findet das erste Gastspiel von Frau Auguste Prasch-Grcvenberg, Ehrenmitglied des Meininger Landestheaters, statt, und zwar in der Erstaufführung des Dramas «Lady Windermeres Fächer" von Oskar Wilde unter der Spielleitung von Walter Bäuerle. — Freitag, 27. März, 20 Uhr, unter der Spielleitung von Peter Fasiott das Lustspiel „Feurio!" von Bernhard Blume. — — Experimental-Lichtbildervor- trag über Astrologie. Am heutigen Montag, 23. März. 20.15 Uhr. spricht im Hotel Schütz Herr ®. Hammer zum zweitenmal über Astro- logie. Es werden Horoskope bekannter Personen der Gegenwart und der Vergangenheit im Lichtbild gezeigt und erläutert. Räheres siehe Anzeige. — Die GießenerHochschulgesellschaft veranstaltet am Samstag, 28. März, 20.30 Uhr, Im Saale des neuen Studentenhauses einen Vortrags- abend. Professor Dr. Mornbert wird über das Thema „Arbeitslosigkeit und Wirtschaftskrise" fpre- chen. Im Anschluß an den Vortrag findet eine Diskussion statt. Näheres in der heutigen Anzeige. * ** Die Obersekundareifeprüfung b e • st a n d e n. Die am 21. März unter dem Vorsitz des Starrat Glückert an der hiesigen Oberrealschule abgehaltene Obersekundareifeprüfung bestanden samt, liche Prüflinge des Gießener Pädagogiums. " Tödlicher Vcrkehrsunfall. Ein tragischer Unglückssall, dem leider ein Kind zum Opfer siel, ereignete sich — wie wir am Samstag in einem Teile unserer Auflage schon berichten konnten — am Samstag mittag kurz nach 12Llhr an der Kreuzung der Liebig- und Bahnhofstraße vor der Anatomie. Dort wurde das sechs Iahre alte Töchterchen A n n i des in der oberen Bahnhofstraße wohnenden Reichsbahntelegraphisten M o v tz von dem Lieferauto der Blumenmühle bei Weilmünster überfahren und so schwer verletzt. dah es nach wenigen Minuten verstärke Rach dem bisherigen Ergebnis der polizeilichen Ermittlungen hatte der leere Kraftwagen, der zur älebcrnahme einer Ladung bei der Firma Bär & Wetrerhahn in der Liebigstrahe hierhergekommen war, gerade die außerordentlich beuchte Straßenkreuzung überquert. Die bedauernswerte Kleine, die mit anderen Kindern in dem sonst verhältnismäßig ruhigen Teile der Liebig- straße zwischen Bahnhofstraße und dem Bahn- hossgelände spielte, soll dem Fahrzeug vor die Räder gelaufen sein. Da der i5hauficur seinen Wagen nicht schnell genug zum Stehen bringen konnte, war im Handumdrehen der beklagenswerte Unfall geschehen. Die polizeilichen Ermittlungen zur völligen Aufklärung des Sachverhalts sind noch im Gange •• Billige Rundflüge. Morgen Dienstag, von 10 Uhr dis abends, finden vom hiesigen Flughafen aus Rundflüge statt. Die Flugmaschine, ein modernes Verkehrsflugzeug, ist bereits eingetroffen. Interessenten seien besonders daraus hingewiesen. Oie Wetterlage. Kifii L$!o Val nambg. .Still Pans Klagt Owoftenlos Qheuer. ®nan> oedcckL »v/oikio. ® oedetKi eitege^ * Schnee «graupeln e Nebel K 0ewi|,tr.(g)Wlnd5lUle. -O' 5 £ elssioer SOdjodweu q stürmische» nordwejl 6le Pfeile fliegen mit dem winde. Pie baden Stationen itenenaen Zafr len erben die Temperatur an. Pie Linien verbinden Orte mit.olelchc* euf neeresniveau umoereehneten Luftdruck Wettervoraussage. Nachdem im Lause des gestrigen RachmittogS ein kräftiges Regengebiet über unseren Bezirk hinweggezogen ist, Hai |id> von dem südöstlichen Hochdruckgebiet in nordwestlicher Richtung bis nach Island hin ein Rücken hohen Druckes herausgebildet. in dessen Bereich die Riederschlagstätigkeit zum StiUstand gelangt ist. Wohl dürfte die Wetterlage eine vorübergehende Beruhigung erfahren, doch fließt mit dem Vordringen des DiscayatiefS erneut ozeanische Warmluft nach dem Festlande, so daß dann wieder mit wolkigem und milderem Wetter zu rechnen ist, wobei vereinzelt auch leichte Riederschläge auftreten werden. Aussichten für Dienstag: Rach vorübergehend der Aufheiterung wieder Bewölkungszunahme, milder, vereinzelt auch leichte Riederschläge. Aussichten für Mittwoch: Weiterhin vielfach wolkiges und milderes Wetter. Lufttemperaturen am 22. März: mittags 9,6 Grad Eelsius, abends 8,2 Grad; am 23. März: morgens 6,5 Grad, Maximum 12,1 Grad, Minimum 4,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 22.März: abends 7 Grad; am 23. März: morgens 5,6 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer XA Stunde. — Niederschläge 9,4 mm. MAKEDON PERFEKT k ZIGARETTEN , I EINHEITSPACKUNG 508 b |J| Der UMSATZ GIBT uns recht. 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Während dieser Zeit können Einwendungen schriftlich oder zu Protokoll oor- gebracht werden. Es ist die Erhebung einer Umlage be- sck)lossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Weitershain, den 20. März 1931. Bürgermeisterei Weitershain. Reichert. Suche zum 1. Avril nettes, freund!. Mädchen als Haustochter, d. neben der Hausfrau alle Häusl. Arbeiten mit verricht.».auch t. Nestaur. mit tätig ist, betFam.-Anschlußn. Tascheng.Pers.Vorst. od. Off. mit Bild an Heftnurani Mec-Kul) Mllnzenverg. Lverh. Telephon 32. s,i,kv Todesanzeige. Nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden wurde heute meine liebe Schwester Gretchen Hilberg im Alter von 23 Jahren durch einen sanften Tod In tiefer Trauer: Ludwig Hilberg und Familie nebst allen Angehörigen. Zentrifugen-Verkäufer! Wollen Sie Ihren Umsatz vergrößern? Wollen Sie mehr verdienen? Wenn ja, so wenden Sie sich vertrauensvoll an uns. 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Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Moritz Rosenbaum Rudi Rosenbaum. MMNSlMMMMMsMlIdS finden auf dem Flughafen 2130D billigeRundflüge mit moderner Berkebrsmafchine statt. VvekS vvo Nevfon RKl. S.S0 Berichtigung. In der Anzeige am Samstag, dem 21. März, betr. Jluh- und Brennholzversteigerung am 24. Mär; 1931 muß es richtig heißen: Kiefernsiämme: Klasse 1b bis 3a 4 ha. Fichtenstämme: Klasse la bi» 3b 80 fra. Hessische Bürgermeisterei Annerod. Freiwillige Versteigerung. Mittwoch, den 25. Mär; 1931, vormittags 10% Uhr, versteigere ich mit Zusammenkunft der Steigerer an Station Laubacher-Waid 2117D eine partie Werkholz, bestehend aus Tanne, Fichte, Lärche, Eiche Kirschbaum (Bretter und Bohlen), eine Partie Derbstangen, eine große Partie Buchenbohlen, zirka 80 m Brennholz, Dachlatten, Bohnenstangen, Spalierlatten, zwei Waggons Grubenholz, eine große Partie Nisthöhlenkörper (halbfertig), eine Partie Werkzeug, ein Vogelfutterhaus, eine Bohrmaschine, ein Fahrrad, ein Motorrad, eine Schreibmaschine, und zwei Stehleitern u. n. a. m. gegen Barzahlung oder Sicherheit durch Bürgschaft. Sorgfältig gepflegte WEINE aller Weinbaugebiete Gubmissionsverkauf. Die Gemeinde Lindenstrutb beabsichtigt einen abgängigen fetten Bullen auf dem Wege der Submission zu verkaufen. Angebote sind verschlossen mit der Aufschrift „Bullenoerkauf" an den Unterzeichneten bis zum 26. Mär; 1931, vormittags 10 Uhr, einzureichen, wo auch die Bedingungen eingesehen werden können. Die Dehnung der Angebote findet an demselben Tage, vormittags um 11 Uhr, statt. 2129D Lindenstruth, den 21. März 1931. Men;, Beigeordneter. Bielener Mschnlgesellsthatt Samstag, den 28. März 1931, 20% Uhr pünktlich im Saal des neuen Studentenhauses Vortrag des Herrn Professor Dr.Mombert über: »Arbeitslosigkeit und Wirtschaftskrise« mit anschließender Diskussion Die Mitglieder und Freunde der Hochschulgesellschaft mit ihren Damen sind herzlich eingelade^ [2115D Nadi dem Vortrag geselliges Beisammensein! Dienstag, den 24. d. M., versteigere ich in Krofdorf zwangsweise, meistbietend gegen Barzahlung ANgemeineOrtskranken- kaffe Gießen-Giadt Die rückständigen Beiträge zur Kranken-, kaffe, Invaliden- und Arbeitslofenver- ffcherung für den Monat Februar 1931 können noch bis zum 30. März 1931 ohne Kosten bezahlt werden. Dach Ablauf dieser Frist erfolgt Kostenberechnung u. evtl. Beitreibung. DieGinzahlung kann lägL auherSams- tagS von 8-1 ilbt bet unserer Kaffe oder auf unser Postscheckkonto Amt Frankfurt a. M. Dr. 10833 erfolgen. Gießen, den 21. März 1931. -inkler. Rechner. 2109 d eine Kuh. Treffpunkt bei Gastwirt Moos. Waldhelm Obergerichtsvollzieher in Weßlar. Heute nacht 1 Uhr entschlief sanft nach kurzem schweren Leiden unsere liebe treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und Tante Fran Elisabeths FeukerWwe^eb.Göhcke, im 76. Lebensjahre. Für die trauernden Hinterbliebenen: Philipp Duchardt und Frau Lina, geb. Fenster, Alsfeld. Friedrich Schupp und Frau Marie, geb. Fenster, Lollar. Lollar, den 22. März 1931. Die Beerdigung findet Dienstag, den 24. März, nachmittags %3 Uhr, in Lollar von der Leichenhalle aus statt. Verein Rudersport Gießen 1913 undAkad.Ruder- abteilung e.V. Dienstagabend Schwimmen. V* Anf IO Lome (fort!. Endzahlen) mindesten* 1 Gewinn garantiert Die beliebte WUrtt. Geld-Pfe^e. Lotterie Ziehung garantiert Ä6. Mär» 6767 C eldgewinne und 2 Pferde 116000-' fl3500e/ I I 3000' Lose ZO 1 M. Porto und LMe M Plj. **r A. Dinkelmann, Worms PoeUchedckonto Frentiert a. M. 20060 Hier In allen Verkaufesteilen e/ Redegewandte Dame zur Kundenwerbung für Gießen und Aachbarstädle sofovt Gesucht! lKein Berkaus.) Schrstlltche Angebote mit Allersanaabe u. setlhertaer Beschästigung umer 2106i > an den Gießener Anzeiger. Einem Teil der heutigen Ausgabe des Gießener Anzeigers liegt eine Beilage der fra. Bottina Schubses, m. b. H., Greffen, bet. 2110D Heute Montag Premiere des -neuen köstlich-humorvollen Ufa-Tonfilm-Schlagers mildem erfolgreich. Künstler-Trio aus „Die drei von der Tankstelle“ [Verschiedenes] Die Beleidigung, die ich gegen Hr. Schnell II., Kesselbach, ausgesprochen habe,nebme ich mit Bedauern | Mietgesuctie | Moderne 3-4-Zimm. Wohn, von rub'genMietern per 1. Avril gesucht. Schriftl. Angeb. um. 01699 an d GH. Anz. Stellenangebots^ CeiirmöMen nicht fortbtldungs' schulpsttchlig per bald gesucht. [2126D Saho, vohllhMr. 35. Leder» und L-chuh» Großhandlung. peterl Wir zeigen die glückliche Geburt unseres dritten Zungen in dankbarer Freude an Reichsbankrat Heinrich Wallenfels und Frau Emmy, geb. ZRinn Erfurt (Rrämpferrlng 30), den 20. März 1931 ........................ 2118D Putzfrau für Büroreintg. ges. Architekt Nicolaas, An der Johannes- ktrche 5. |Stellengesuche, Chauffeur zuverl. u. gewissen^ mit alLReoaraiuren vertr., sucht Beschäst. geg.20Mk. möchentl. Schriftl. Angeb. unt. OK>71 a. d. Gieß. Anz. I Verkäufe Gelände am Wartweg, teilweise Bauplätze auch zur Anlage von Gärten geeignet, für den billigen, aber fest. Preis von 2.50 Mk. pro qm zu verk. Nur. Selbitkloler wollen sich melden unt.ul.08 an den Gieß. Anz. i Gebr. Zweispänner- Kummst-Geschirr mitSilberbeschlagu. mehrere gebrauchte Sättel mit Zaumzeug zu verkaufen. H.Schweiger.Sattler- meist., Menen BMne 17 Gießener Konzertverein Montag, den 30. März 1931,19.30 Uhr, in der Stadtkirche Orgel-Konzert Günther Ramin Organist zu St. Thomä, Leipzig Bach-Abend Eintrittskarten: RM. 4.—, 3— und 2.— bei Ernst Challier (Fernruf 2671) und abends an der Kasse. Studentenkarten RM. 1.— bei Herrn Sekretär Ritter und im neuen Studentenhaus gegen Ausweis. Die im Abonnement für das vierte Konzert ausgegebenen grünen Kirchenkonzert-Karten haben Gültigkeit. 2111D Nur vom 23. März bis 4. April gebe ich auf alle echten Bleikristallgegenstände 10% Rabatt Eg handelt sich nur um erstklassige handgeschliffene Ware (kein nachgeschliffenes Preßglas!) Günstige Gelegenheit zum Einkauf wertvoller Ostergeschenke zu billigen Preisen. Besichtigung ohne Kaufzwang. Frau Martin Dörr Witwe - Nordanlage 27 gegenüber der Studienanstalt. 01707 Craß Gerichtsvollzieher in Laubach (Hessen). Zwangsversteigerung. 1. eine Schnellwaage, Büfetts Uhren, eine Kaffeemaschine, ein Eiskonservator, eine Registrierkasse, ein Schreibtisch, eine Dampfmaschine, ein Märklin-Modell, • Warenschränke, ein Sofa, ein Doppelpult, Tische, ein Diwan, ein Büche» t schrank, eine Nähmaschine, ein Kassen- schrank, eine Schreibmaschine, ein Radio- * opparat, ein Motor, ein Kleiderschrank, , ein Schrankgrammophon, Oefen. 2. Bestimmt: zwei Garderobeständer, zwei Nachttische, ein Kleiderschrank, ein Handtuchhalter, ein Sofa, ein Nähtisch, drei Stühle, ein Teppich, eine Truhe, ein elektrischer Kochapparcst, ein Lhristbaumsiänder, ein Ablaufbrett. Hebbel Gerichtsvollzieher in Gießen Dammstraße 24 I — Telephon 4039 Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Lauter für das Rechnungsjahr 1931 ist vom Gemeinderat durchberaten und liegt vom 24. März L 3. an eine Woche lang zu jedermanns Einsicht und evtl. Erhebung von Einwendungen aus dem Bureau der Bürgermeisterei offen. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. 2113D Lauter, den 23. März 1931. Hessische Bürgermeisterei Lauter. Aff, M-II.WenWlMl in meinen Stallungen zum Verkauf S.SüßkmdFrofborfb.Gießen Telephon: Amt Gießen Nr. 3033. Kleine renl.Hvlzwarensahnklbei Marburg a.d.L.I mit spezial. Art. lauf, gut beschäftigt- sucht sofort zur Ablösung einer stillen Beteiligung tätigen 2121V Letthaber mit 3000 Mk. geg.Sicherheit u. feste Bezüge. Inhaber ist tücht. Fachm^ daher Branche- kennin.ntcht erfordert.,-reflektiert wird auf fleiß.. verträgliche Person. Ang. u.r.vl. 3841 an Ala Haasenstetn L Vogler. Franklnrt a.H. Lilian Harvey ■ Willy Fritsch Heinz Ruhmann Montag, 25. März 195( Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr. 69 Zweites Blatt Das Gießener Handwerk wirbt! Eine handwerkliche Werbe-Veranstaltung. 3m Rahmen der Reichs-Handwerks-Woche trat das Gießener Handwerk am Samstagnachmittag im Saale des Lase Leib mit einer handwerklichen Werbe-Veranstaltung vor Die Oessentlichkcit. Unter den Besuchern bemerkte man auch Vertreter zahlreicher Behörden, die aus diese Weise das Interesse ihrer Dienststellen an dem (Siebener Handwerk bekundeten. Rach musikalischen Darbietungen von Mitgliedern der Kapelle Weller und einem Gelangs- vortrag von Kurt Richter eröffnete der stellvertretende Vorsitzende des Ortsgewerbevererns. Bäcker-Obermeister Loeber namens dieses Vereins, der Innungen und der handwerklichen Verbände die Kundgebung mit herzlichen Begrüßungsworten. Weiter sagte er Dann u. a.: ,.In schwerer Zeit tritt das Handwerk vor die Oefsentlichkeit mit einem Rot- und Mahnruf: Gebt dem Handwerk Arbeit! helft ihm seine wirtschaftliche Selbständigkeit zu behaupten durch Arbeit! Sichert dadurch den Fortbestand gesicherter mittelständlerischer Grundlagen in Kommunen, Staat und Reich und bekämpst auf diesem Wege die Arbeitslosigkeit! Erfreulich ist. daß dieser Ruf des Handwerks anläßlich der Reichs-Handwerks-Woche bisher bei allen wohlmeinenden Bevölkerungstreisen, insbesondere auch bei den Behörden, lebhaften Widerhall gesunden hat. Sehr erfreulich ist es auch in Ziehen, daß die hiesigen Behörden in so stattlicher Zahl vertreten sind und durch ihr Erscheinen bekunden, daß sie dem Handwerk gegenüber guten Willend sind." Der Redner richtete hierauf besondere Worte der Begrüßung an die Behörden-Ver- treter und an die Hausfrauen, sowie an den Hauptredner Dr. W a g n c r. der die Wünsche und Hoffnungen der Handwerker zum Ausdruck bringen werde. Weiler erklärte ter Redner dann: „Das Handwerk fordert eine in allen Teilen gesunde M i t t e l st a n d P o l i t i k, die nichts gemein hat mit Unterstützung und steuerlicher Begünstigung von handwerksfeindlichen Genossenschaften, wie Hausrat Bauhütte. Konsumvereine, Warenhäuser usw. sondern die sich aufbaut auf der Grundlage wirtschaftlicher und steuerlicher Gerechtigkeit. Dann wird nicht nur das Handwerk blühen und gedeihen, sondern mit ihm auch das ganze Vaterland." „ 3m Anschluß an die mit lebhaftem Beifall mitgenommene Eröffnungsrede sprach Or. Wagner-Marburg als Hauptredner über das Thema: „D a s H a n d- werk und die Zukunft der deutschen W i r t s ch a f t.“ Er erinnerte zunächst an die einschneidenden weltwirtschaftlichen Verschiebungen, skizzierte dabei ein Bild der Wandlungen in Deutschland vom Agrar- zum Industriestaat, sodann behandelte er in großen Umritten den mächtigen industriellen und Handelsaufschwung in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts und dis zum Kriegsausbruch. Er wies ferner auf die immer weiter ausgedehnte Schaffung nationaler Industrien hin, die während des Krieges in den damaligen Feindstaaten und auch in den Kolonialländern durchgeführt wurde, durch deren Auswirkung unser Anteil am Welthandel von 13 Prozent im Jahre 1913 auf knapp 9 Prozent seht gesunken ist. Zu dieser empfindlichen Verschlechterung unserer Außenhandelswirtschast kämen noch die schwerwiegenden Folgen' der übereilten Rationalisierung hinzu, die mit ihren riesigen Kapitalinvestierungen sich in Deutschland als ein Fehlschlag erwiesen und auch den Arbeitsmarkt so ungeheuer verschlechtert habe, dah wir für die Dauer mit einem Millionenheer von Arbeitslosen zu rechnen hätten. Bei dieser Sachlage richte sich der nach Besserungsmöglichkeiten ausschauende Blick wieder auf den Mittelstand. Bei der Volks- und Betriebszählung im Jahre 1925 seien 1,3 Millionen selbständige Hand- III. Tag im Kammerfpiel-Zyklus. Konzert der Weintraubs Syncopators. Das sind sieben lustige junge Leute: man kennt sie ihrem Sammelnamen nach aus dem Radio und aus dem Tonfilm. Aber man kennt sie nur halb, wenn man sie nicht gesehen hat. Man muß sie leibhaftig auf der Buhne vor sich sitzen sehen: alle sieben in grauen Strahenanzugen: sie bauen einen ganzen Instrumentenladen vor sich auf. eine wahre Musikalienhandlung. Jeder von ihnen (abgesehen vom Pianisten) spielt drei, vier, fünf und mehr Instrumente. Und es sind höchst aparte und raffinierte Sachen dabei. Dann geht es los: ein Konzert von verblüffender Vielseitigkeit. Sprühende Musizierfreudigkeit und durckgebildete Musikalität, haarscharfer Rhyth- »vius, blendende Technik (bis an die Grenze der" Virtuosität). Humor. Sinn für Variationen, Kontraste und Parodie kennzeichnen ihr in zahllosen Avancen schillerndes Spiel. • Rach einer drolligen Einführung durch ihren Manager Heinz Berger beginnen sie mit einer schmetternden Introduktion, dem Grenadiermarsch aus der „Liebesparade". 3m scharfen und effektvollen Gegensatz dazu eine ganz lyrische Komposition von Roy Turk. Unmittelbar anschließend ein cnglish Waltz mit Gesang, der einem so in die Deine fährt, daß man gleich lostanzen möchte,... und eine stürmische Improvisation über Lehars berühmten Tauber-Schlager „Dein ist mein ganzes Herz"... Sie bringen eine witzig tonmalerische Eisenbahn- Fantasie „Chou-Chou“ und spielen mit vollem Unisono-Einsatz ein symphonisches Arrangement „San“. Das machen sie alle sieben: Horst Graff, John Kaiser, Jack Rosner. Baby Schul- v a t c r. Freddie W i se . Marcel de R i d d e r und Stefan Weintraub. Und sie spielen, was fabelhaft klingt, das ganze große, kompliziert gesetzte Programm (jeder mit mehreren Instrumenten!) auswendig. Bis auf eine einzige Rümmer. iverksbetriebe, die drei viertel sämtlicher gewerblichen Betriebe darstellen, gezählt worden, von dem jährlichen Gesamtumsatz aller deutschen Wirtschaftszweige in höhe von rund 130 Milliarden sehe das Handwerk allein mehr als 25 Milliarden um. 23 bis 27 Millionen Menschen, also etwa die Hälfte des Volkes, gehörten dem Mittelstand an. Heute spreche die nationalökonomische Wissenschaft, die einst von dem „sterbenden Handwerk" gesprochen habe, von dem „ewigen Handwerk" (Pros. Sombart), das allen Entwickelungen der Wirtschaft standhalte. Der Einfluß dieser Mittelstandsschicht aus die Gestaltung der politischen und wirtschaftlichen Dinge entspreche aber leider noch lange nicht ihrer hohen wirtschaftlichen Bedeutung. Entsprechend dem Beispiel der in den Gewerkschaften zusammengeschlossenen Arbeiterschast sei es auch für den handwerklichen Mittelstand dringend notwendig, sich enger als bisher zusammenzuschließen und stärkste Solidarität zu üben. Jeder Handwerker müsse durch Mitgliedschaft und Mitarbeit in seinen Innungen und Berufsverbänden alles zur Stärkung seines Berussstandes tun. Unter den neuzeitlichen Wirtschastsbedingungen sei das solidarische Zusammenwirken der Handwerksmeister zur Erlangung und Ausführung von Aufträgen, ähnlich der Tätigkeit der Edeka und der landwirtschaftlichen Organisationen, dringend zu empfehlen. Die Oefsentlichkeit, die Behörden, Hochschulen usw. mühten in ganz anderer Weise als bisher ihre Aufmerksamkeit dem Handwerk zuwenden und es tatkräftiger noch als bis jetzt fördern. Auch bei der Lösung der Arbeitslosenfrage sei der handwerkliche und gewerbliche Mittelstand zu bedeutsamer Mitarbeit berufen. Mit steuerlicher Bevorzugung von Konsumgenossenschaften und Warenhäusern gegenüber dem Handwerk mühten die öffentlichen Gewalten aufhören, und um das zu erreichen, sei auch hier wieder geschlossenes, einiges Zu- sammenstehen des handwerklichen Mittelstandes dringend erforderlich. Die Regierung müsse in klarer Erkenntnis der Wirklichkeit, ohne ideologische Voreingenommenheit, einen langsamen Umbau unserer wirtschaft im Sinne stärkerer Geltung des Handwerks auf lange Sicht vorbereiten. Rur dadurch werde es möglich sein, unser Volk wieder aufwärts zu führen. Gesunde Mittelstands- und Handwerkspolitik sei eine der wichtigsten Kernpunkte dieses wirtschaftlichen Umbaues, und wenn dieses Kernstück in der rechten Weise Beachtung finde, werde es zum Besten des ganzen Volkes sein. (Lebhafter Beifall.) Bäcker-Obermeister Loeber sprach dem Redner den Dank der Versammlung aus und wünschte, dah die Darlegungen des Vortragenden überall ausnahmewilägen und aufnahmefähigen Boden in der Oefsentlichkeit finden möchten, damit für das schwer bedrängte Handwerk wieder eine bessere Zeit anbreche. Möchten namentlich die Behörden allenthalben erkennen, welche wertvollen Kräfte für unser Volkstum im Handwerk vorhanden seien, wie arbeitsbereit für das allgemeine Wohl diese Kräfte seien und wie gerne sie mit den Behörden gemeinsam an Der lieber» Windung der Rot dieser Zeit schaffen würden. Behörden, Handwerk, alle wirtschaftlichen Korporationen und die einsichtige Bevölkerung möchten sich die Hände reichen zu gemeinsamem Schassen im Interesse des ganzen Volkes und Vaterlandes. Jedermann möge dem Handwerk Helsen, und gern werde auch das Handwerk jedem bcistehen. In diesem Sinne möchte diese Werbekundgebung für das Handwerk zugleich auch ein Bekenntnis und eine Werbung für die wahre Dolksge - D>c Dortragssolge ist überaus geschickt zusammengestellt: die Weintraubs sorgen für Abwechselung, llntcrbrcd/ung, Kontraste. So spielen sie zu dritt eine entzückende „kleine Kammermusik für Flöte, Geige und Getto“, ganz ohne Jazz: eine Gavotte von Gossec. Sehr eigenartig eine Berceuse für Posaunensolo: danach die mit einer virtuosen Technik vorgetragenen „Zigeunerklänge nach ungarischen und russischen Motiven" (Solovioline). Was den Leuten alles einfällt: das Orchester instrumentiert das Originalthema „Sonny boy“ — „falls Sie es noch nicht kennen sollten": aber wir kennen es alle — dann wird es vom Pianisten im Stil alter Meister vierfach paraphrasiert: a la Puccini, ä la Chopin, a la Beethoven und a la Wagner mit einem schmetternden Blech-Finale: eine groteske Idee, ein musikalischer Witz ... mit verblüffender Sicherheit gesetzt und gespielt. Weiter, weiter: ein Solo für Klarinette — jeder von den Sieben darf mit seinen besonderen Spezialitäten mal an die 'Rampe und was zum Besten geben: ein Slow-Fox mit wirbelndem Step-Solotanz: ein sehr melodiöser Tango mit leiser Gesangsbegleitung: und zum Schluß vor der Pause: ..Zehn Jahre Jazz", ein Potpourri berühmter Schlager vom „Bummelpetrus" und den „Bananen" bis zur „Elisabeth" und „Sous les toits de Paris“. Ganz übermütig und spielerisch wirkt der Ausklang des Programms: nach einem Foxtrott mit zwei flüsternden "Baritonen und einem Tylo- phon-Arrangement hört man die witzig kostümierte Abwandlung eines englischen Original- themas als Wiener Walzer, auf orientalisch, als Tango und im Stil einer oberbayerischen Bauernkapelle. Die „Weintraubiade" endlich bringt noch einmal das Gesamtorchester und die Solokpeziali- täten höchst wirksam und lustig zur Geltung. Die Morgenfeier war stark besucht: das Publikum war begeistert und konnte gar nicht genug bekommen. Es gab stürmischen Applaus und mehrere Zugaben. (Am Abend: Wiederholung mit neuem Programm als Fremdenvorstellung.) h th. meinschask sein, bei der einer dem anderen förderlich werde. „Ehre deutsches Volk und hüte treulich deinen Handwerksstand. Als das deutsche Handwerk blühte, blühte auch das deutsche Land.'" Der Redner wünschte, daß diese Worte immer eine bleibende Stätte in Deutschland haben möchten. er gedachte des Vaterlandes und des Reichspräsidenten. Ehrenmeisters des deutschen Handwerks, Exzellenz v o n H i n d e n b u r g. mit herzlichen Worten und brachte auf das deutsche Vaterland und Vater Hindenburg begeistert aufgenommene Hochrufe aus. Mit dem anschließenden gemeinsamen Gesang des ersten Verses der Rationalhymne schloß die gehaltvolle Kundgebung. Zubilöums-pferdemarkt und Werbetage in Gießen. Die Werbetage, die aus Anlaß des Iubiläurns- Pferdemarktes und der anderen Märkte von morgen, Dienstag, bis einschließlich Donnerstag dieser Woche in Gießen statt finden, werden im Hinblick auf das Gebotene und die in diesen Tagen in den meisten Geschäften gewährten Vergünstigungen viele Einwohner der näheren und weiteren Umgebung veranlassen, Gießen aufzusuchen. Gießen besitzt neben Berlin den größten deutschen Rinder- N u tz v i e h nt a r k t. Am Dienstagvormittag ist Gelegenheit gegeben, einen solchen Markt und den Austrieb von etwa 12<>0 bis 1500 Stück Großvieh aii besichtigen. Sowohl dieser Markt, wie der am Mittwoch staltsindende Jubiläums-Pferde- markt und der gegen 12.30 Uhr beginnende Umzug durch die Stadt mit Reitern, Wagen und den für die Verlosung angetauften Pferden werden zeigen, daß trotz des Autos auch heute noch das für die Landwirtschaft unentbehrliche gute Pferd und Diehmaterial in genügender Menge vorhanden ist und sich zu behaupten weiß. Gleichzeitig mit dem Pferdemarkt ist auf dem Oswaldsgarten K r ä - mermarft. Am Donnerstag, dem letzten der Werbetage, findet im Stadthause Bergstraße ab 14 Uhr die Ziehung der P f c r ö e in a r f 11 o 11 c • r i c statt. Die Ziehung ist öffentlich, so daß sich jedermann dort einfinden, die Ziehung verfolgen und seststellen kann, ob ihm das Glück in Gestalt des Hauptgewinnes zugefallen ist. Im S t a d 11 h e a t e r wird am Dienstag um , 19.30 Uhr zu gewöhnlichen Preisen „Nachtasyl", am Mittwoch zur gleichen Zeit „Lady Windenneres Facher" gegeben. Die Lichtspielhäuser geben an allen Tagen um 16, 18 und 20.30 Uhr Vorstellungen mit besonderen Programmen. In den G a ft |t ä 11 c n wird neben bester Verpflegung Unterhaltung der verschiedensten Art gegeben sein. Ein Besuch der Stadt Gießen in diesen Tagen dürste sich sehr empfehlen. Wir verweisen auf die Anzeige vom Samstag. Industrie- und Handelskammer Gießen. Heber die jüngste SitzungderIndustrie- und Handelskammer Gießen für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach wird uns folgendes berichtet: Herr Rinn eröffnet die Sitzung mit folgender Ansprache. „Cs ist verständlich, daß es mir bei dieser ersten Handelskammersihung, die ich leite, ein Bedürfnis ist, unserem verehrten Herrn E h - rcnpräsidcntcn, meinem Vorgänger, den Dank und die Anerkennung für das auszusprechen, was er in langen Jahren sür die Kammer geleistet hat. Ich brauche mich hierbei nicht in Einzelheiten zu verlieren, denn seine verdienstvolle Tätigkeit ist bereits bei der Abschiedsfeier gewürdigt worden. Besonderen Dank schuldet die Kammer dem Herrn Ehrenpräsidenten für das ihr geschenkte bleibende Andenken, eine Standuhr, welche die Widmung trägt: „Der Industrie- und Handelskammer Gießen in dankbarer Erinnerung Heinrich Schirme r." Mit diesen wenigen schlichten Worten ist alles gesagt. Ferner möchte ich noch einer Donlespflicht nachkommen, und zwar - dem Herrn Kommerzienrat R a m s p e ck gegenüber, dem es seinerzeit gelungen ist, die Abschieds- feier für den scheidenden Herrn Vorsitzenden so an- zubahnen, daß es eine so schöne und erhebende Feier wurde, wie sie die Kammer wohl noch nicht erlebt hat. Herr Kommerzienrat Ramspeckhat damals die richtigen Worte für unseren verehrten Herrn Ehrenpräsidenten gefunden: ihm sei nochmals herzlich dafür gedankt. Auch für die Kammer ist der harmonische Verlauf dieser Feier eine Auszeichnung gewesen, denn ein Gremium, das verdiente Männer ehrt, ehrt sich selbst. — Run- mehr mutz ich als Mitglied — nicht als Vorsitzender noch etwas nachholen, das in der ersten Iahressihung unterblieben ist. Ich spreche dem früheren Vorstand den Dank der Kammer für die im abgelaufenen Jahr geleistete Arbeit aus. Der Ehrenpräsident, Herr Kommerzienrat Schirmer, dankt dem Vorsitzenden für seine ehrenden Worte. Die Kammer sei ihm für seine Stiftung keinen Dank schuldig. Beim Scheiden nach 31jähriger Zugehörigkeit sei es ihm ein Bedürfnis gewesen, der Kammer ein bleibendes Andenken zu geben. Er freue sich, dah seine Auswahl Beifall gefunden habe, und hoffe, dah der Schlag der Ahr eine bessere Zeit einleiten möge. Herr Kommerzienrat Ramspeck dankt ebenfalls für die ehrenden Worte und versichert, dah er lediglich seiner Pflicht genügt habe. — Die Versammlung hört dann einen Bericht des Herrn Horn über den Entwurf eines Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb an. Der Gesetzentwurf kann in der vorliegenden Fassung nicht als eine gciqnctc Grundlage zu wirksamer Behebung der auf dem Gebiete des Ausverkaufswesens bestehenden Mißstände angesehen werden. Um wenigstens den schlimmsten Auswirkungen begegnen zu können, werden von den hessischen Kammern die Einführung der Genehmigungspflicht, die Erstreckung der Warenverzeichnisse auf die Angabe der Preise, das Recht der Beschlagnahme der vor- oder nachgeschobenen Waren und das Verbot der Fortsetzung des Ausverkaufs, schärfere Bestrafung bei Verstößen gegen die Vorschriften über Ausverkäufe und Einrichtung von Einigungsämtern auf gesetzlicher Grundlage als Forderungen aufgestellt. Herr Bankdirektor Grietzbauer verbreitet sich in längeren Ausführungen über die seit geraumer Zeit in Regierungskreisen ernstlich erwogene Schaffung eines gehobenen Standes von Wirtschaftssachverständigen, welchen die Vornahme der gesetzlich vorgcschrie- benen Pflichtrevisiocnn zugedacht ist. Don den amtlichen Berussvertretungen der Wirtschaft ist hierzu die grundlegende Forderung aufgestellt worden, daß ihnen bei der Prüfung, Anstellung und Beeidigung solcher Berater der 'Wirtschaft ein entscheidendes Mitwirkungsrecht cingeräumt wird. Der Leiter der Steuerberatungsstelle der Kammer, Herr Steuersyndikus Will, erstattet ein Reserat über die mit Wirkung vom 1. Januar 1931 vorzunehmende Reufeststellung der Einheitswecte. Da- die Beobachtung und Erfahrung gelehrt hat, daß die Zugrundelegung des Wehrbeitragswertes den wirklichen Ertrags- und Wirtschaftsverhältnissen nicht mehr entspricht, und in den einzelnen Gebietsteilen des Reichs zu außer- ordenttich ungleichen Bewertungsergebnissen geführt hat, ist eine Anpassung der Grundstücksbewertung an die tatsächliche Entwicklung zur unbedingten Rotwendigkeit geworden. Als geeignetem Wertmesser sollte an dem Wehrbeitragswert als Grundlage festgehalten werden: dieser Wehrbeitragswcrt ist jedoch in dem Sinne zu berichtigen, dah eine weitgehende individuelle Behandlung der Grundstücke eines bestimmten Bewertungsbezirks ermöglicht wird. Dies könne dadurch geschehen, daß man den Wehrbeitragswert berichtigt und von diesem Wert einen Morgenkantate der Sperlinge. Von Peter Bauer. Keine Witterung kann diesen ewigen Vagabunden, die treu und dreist um Haus und Hof, ir? Garten und Straße herumlungern, die gute Laune verderben. Den ganzen Tag steht ihnen der Schnabel nicht stilt und immer sind sie auf den Beinen. Rudelweise sitzen sie im Baumgeäst, in einer Dachtraufe, auf einem Zaunstück oder sie hüpfen in leichten, hurtigen Sähen, wobei die Beine wie zwei winzige Stelzen steif und reglos bleiben, am Boden hin, kleinen aufprallenden Oummibällcn, die drollig weiterspringen, nicht unähnlich. ilebcratt sind sie, wo es etwas zu picken gibt. Aus allen Winkeln des Gartens kommen sie, wenn ein paar Brosamen in den Hof fallen. Zunächst pirscht sich ein einzelner Sperling heran, wohl der Aufpasser und Führer des Reviers. Mit vielen Kopfverrenkungen äugt und lauscht er nach jedem Sprung vorwärts. Dabei vergißt er nicht, die aufgeregte Bande hinter sich mit energischem „Zwillich! — Zwillich!" wiederholt vor Ueberstürzungen zu warnen und sie zum Abwarten zu mahnen. SXaum berührt er jedoch den Boden, sind schon drei, vier weitere Sperlinge neben ihm. Bleiben diese ungestört, ist im Ru das ganze Rudel da. Wild und blindlings stürzen sie, wie geworfen, h —— —— — — 1 Obcrschles. Kolowcrke.... . 7 —— — 77,25 77 | Phönix Bergbau .... ey. 58,25 —— 58,75 58 Rheinische Braunkohlen • . 10 — 189 186,25 | Rhcinstahl........ . 6 80 — 80,75 79,5 I Ricbcct Montan ...... 7.2 —— —— 84,75 — Franksurt a. Ul. Berlin Schluß«! kurS | l«Uhr« Kurs Schlußkurs Ansang« Kurs Dalum 21.3. 23.3. 21.3. 23.3. Bereinigte Stahlwerke . 55 —— 55,75 55 Olavi Minen..... . 16'/. —— —— 33,13 32,9 Kaliwerke Aschersleben . . . 10 148,5 — 149,75 150,5 Kaliwerke Westeregeln . . . 10 152 — 154,5 154,5 Kaliwerke Salzbetjurth . . . 15 229 — 229,75 228 F. (9. Farben-Inbustrie. . . 12 144,4 141,75 143,5 141,9 Dynamit Nobel .... ... 6 — — — — Schctbcanstalt..... . . . 9 133 — — _ (Yolbschmlbt..... . . . 5 — — 46,5 — Rütgcrswerkc..... . . . 6 54,5 54,5 54,4 54,25 MetallgeleNschaft. . . . . . . 8 76 76 77 Philipp Holzmann . . . . . . 7 91 92 90,5 91,13 Zementwerk Heibelberg . . 10 78 — — — Cementwerk Karlstabt. . . . 10 — — — -- BBat)6 & Frevtag . . . . . . 8 37,5 36,75 38,5 — Schultheis Pavenhoser . . . 15 — — 166 164,75 Ostwerke....... . . 12 — — — — Aku........ . . 18 82,5 80,75 82 80,75 Bemberg....... . . 14 88 86,75 87,25 88 Zcllstoss Walbhos . . . . 13'/. 88,5 —— 98,75 97 Zellstoss Aichassenbiirg . . . 12 82 — 82,5 80 Charlottenburger Waster ... 8 — — —— —— Dessauer Ma« . . ... 9 —— — 134,5 133,75 Daimler Motoren . . . . . . 0 30,5 31 30,25 30,75 Deutsche Linoleum . . 34,25 94,25 94 — Maschinenbau A.°G. . . . . . O — — — — Rat. Automobil . . . « . . . O — — — —— Orcnstein & Koppel . . ... 6 — 54,75 — Lconharb Tietz . . . . . . 10 116 — 118,5 118,5 SvenSka . . . 273 — 273 271 Frankfurter Maschinen . • . • < 14,5 _ 14,75 — Gritzncr . . . . ... 6 39,5 — 39,75 — Heyligenstaebt . . . . . . . O — — —. Fung Hans...... Lechwerke....... ... 6 ... 8 _ _ _ — Matnlrastwcrke Höchst a. M. . f _ — •— —- Miag........ 10 — — —- — •— Voigt & Hacsfner . . . ... 9 — — —• Sübbcutiche Zucker . . . . 10 123 123.25 123,5 —r Banknoten. Berlin, 21. März Geld Bries Amerikanische Noten...... 4,186 4,206 Belgische Noten. ....... 58,23 58,47 Dänische Noten ........ 111,85 112,29 Englische Noten ....... 20,342 20,422 Französische Noten ....... 16,40 16,46 Hollanbtschc Noten ....... 167,68 168,36 Italienische Noten........ 22,01 22,09 Norwegische Noten....... 111,88 112,32 Deutsch-Oesterreich, t 100 Schilling 58,77 59,01 Rumänische Noten....... 2,48 2,50 Schwcbischc Noten....... 111,98 112,42 Schweizer Noten........ 80,49 80,81 Spanische Noten........ 45,81 45.99 Tschechoslowakische Noten..... 12,39 12,45 Ungarische Noten ..... 72,92 73,22 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. 21 .März 23 Mär, Amtliche Meld Kotierung Bries Amtliche Geld Notierung Bries Amst.-Nott 168,02 168,36 168,02 168,36 Buen.-Airei 1,456 1,460 1,456 1,460 Brss.-Antw 58,355 58,475 58,345 58.465 Christiania - 112,15 112,13 112,37 112,14 112,36 Kopenhagen 112,35 112,12 112,34 Stockholm . HeliingforS. 112,24 112,46 112,23 112,45 10,55 10,57 10,547 10,567 «tollen . . . 21,965 22,005 21,96 22,00 London. . . 20,371 20,411 20,363 20,403 Weunort . • 4,192 4,200 4,1910 4,1919 Paris. . . 16,399 16,439 16,399 16,439 Schweiz » 80,655 80.815 80,64 80,80 Spanten - 44.66 44.74 44.86 44.94 yapan .- Wo dc Jan Wien In D- 2,071 2,077 2,070 2,074 0,324 0,326 0,327 0,329 DefL abgest 58,945 59,065 58,94 59,06 Prag . • - Belgrad . 12,426 12,446 12,423 12,443 7,363 7,377 7,363 7,377 Budapest. 73,10 73,24 73,07 73,21 Bul aricn 3,038 3,044 3,038 3,044 Lissabon 18.82 18,86 18,82 18.86 Damlg KonstuNtiu. 81,465 81,625 81,465 81,625 1,784 1,789 1,784 1,789 5,445 Athen 5,432 5,442 5,435 Canada 4,190 4,198 4,188 4,196 Ura uaD 3,077 3,083 20,932 3,057 3.063 Tatro 20,892 20,89 20,93 er Maftion. >hne Derbindlichleil b« leitung.) ! ist nicht ganz klar -Venn i einen im Aahrc 1927 ab' jnö um eine zur Sicherung fauspreijes gleichMg.er- ,t handelt, c O □ » g £ „ -eit 5 g g = ®LU ÄO|. 3 c. k c : ® ~ 3 «O J* E «SgÄ-.gS Vf b8u Wm rdr. Teipel Bahnhofstraße 45 Markt 16 Hillebrandstraße 2 KAUFHAUS ELSOFFER • MARKTSTRASSE 27 -----1589 A uckerkranke 6680V Steht Hung. mehr nölig. Gr. Erfolge. Kostenl. AnSk.u.Tmfachenbcr. durch Fd.Lernerl. Wiesbaden. Rückertstr. 266 S.E. ' 3e» CCt zufriedene Kunden sind der Beweis der aufsehenerregenden Leistungen unserer ■ Frühjahrs-Serientage. Sollte Ihnen nicht noch das eine oder das andere für l I Ostern oder die Konfirmation fehlen? Durch Verlängerung der Serientage ist Ihnen die Möglichkeit gegeben, selbst mit geringen Mitteln grobe Anschaffungen ■■he zu machen. Wir erwarten Sie bestimmt im a=;=2a S e^b 2 5 t- e L 'C «*"»-•* o -§8= "5 S).: -e öe EL E'9 es i±> °s = h2 2" •2€u 2El 5 c c<9 ÄS 5 = O ®2 r . = 2 K D c: « 8 = 53 LU = ^-c E B SS 3ia,i5Z5)3 o3^c? = =? :SS ee^ ■3-E E s c-E =1 ~ E C e □ e p? » 5 L 2 - Q 4 e y & * li a J5 « ~v s ? -inkäufe s E Z = c(9 E B E L se 2 -- B = a.lS E L E E .8 E B er 2^ e r 8^ äC7 B ,plauW-15 B e-x E ei gs^ei sJ&g«* =ec? =c? e 2^e o E r y—- ©LOS A 2 folger r? =^cl2 5 cääa^e = -8 55 = a = LSGH- S-S.-ZL° - e a e - E 2 = ^e 2 Q e B 8 e 19 2^.2 L E "5 E 3 e e Ze ESL = e 2E* t" ri e'-.E E Ze utrD 8 a U CI »8 S 2w 8 = 2 >-e s e = “H Eg« A « 80 8 8 e^ t9 □ 2 -- e - C7 >- 8 Efac Se^eS e-ey s s« =' E L" | ex E 3 sw ^e. 19 2 8 = *3 «8 e 8 s. Ke ce- ee' = 5-A '§«■ ^e =- 5 2S e^ ;5 ZK-Z e19 'S S «CT EZ ZLK 3§SE Ba;: S se-s-3 8 = ex E 1 = r3 o U c JQ e o E ca ZZ 2SL K«E L,-£s"Ä E = E 2 LZ ZK = e RS>s ce s> =e3 o _ E, = °g}«E 5 2§A e R«e.E E c ci E Z2 LL2ZZZ E© e^. m=3 z e ö 3 ■— Tl o» XJ-Ä- CS 2h? 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