Oie erste Notverordnung für Hessen m lassen werden. könnte es i bild zur S Allgemeine Kürzung der Beamtengehälter ab 1500 Mark um 5 Prozent. - Aufrückungs. sperre für ein Jahr. - Keine Vorauszahlung mehr. - Kürzung der Nebenverdienste. auSgebildet hat. Wir sehen auf der einen Seite Amerika und Frankreich im Golde schwimmen und auf der arideren Seite fast alle übrigen Länder an einem Gold- mangel kranken. Dieser Zustand hat zu einet schweren Störung der Wirtschaft in den einzelnen Staaten und zu einer Gefährdung des internationalen Warenaustausches gesührt. Wenn nicht alles täuscht, haben die internationalen Notenbanken schon die Fühlung miteinander ausgenommen, um eine Lösung des Goldproblems zu finden. Eile aber tut Not, wenn weiterer, unübersehbarer Schaden verhindert werden soll. Denn selbstverständlich werden alle Wirtschaftszentren durch die Aufhebung der britischen Goldwährung und die Schließung der Londoner Börse in Mitleidenschaft gezogen. ES war eine Notwendigkeit, daß auch die deutschen Börsen, dem Beispiel anderer Länder folgend, vorläufig die Notierungen aussetzten« An und für sich hätten schon rein stimmungsmähig die Londoner Vorgänge zu scharfen Wertrückgängen geführt, dann aber wäre auch durch Ausland Verkäufe eüw Senkung deS KursmveauS zum Teil auf die Ruhegehälter anzu- rechnen. Bei jedem Beamten, der einen Nebenverdienst von mehr als 5 00 Mk. Siner schon oft erhobenen Forderung, Nebenvergütungen sür Staatsbeamte auS eineröffentlichen Tätigkeit nach Möglichkeit zu unterbinden, wird ebenso Rechnung getragen wie der Forderung, Ruhegehaltsempfängern, die noch Beschäftigung it Einkommen ausüben, dieses Einkommen jährlich bezieht, wird der 500 Wk. übersteigend« Betrag deS NebeneinkommenS zur Halste an den staatlichen Dienstbezügcn abgezogen. SS wird also ». B. einem Beamten, der ein Nebencinkommen von 1200 Wk. hat, die Hälfte von 1200 Mk. minuS 500 Mk. -- 350 Mk. von seinen Bezügen einbehalten. Boi RuhcgchaltSempsängcrn, tut noch ein Arbeitseinkommen haben, toirö die Pension gekürzt, wenn da« Arbeitseinkommen 2 0 0 0 M k. ü b e r st e i g t und außerdem Pension und Arbeitseinkommen höher sind al - der frühere Gehalt Ln diesem Falle wird der den früheren Gehalt übersteigende Betrag ebensallS um die Hälfte gekürzt. Hat demnach ein Beamter mit einem früheren Diensteinkommcn von 5000 Mk. und einem Ruhegehalt von 4000 Mk. noch ein Arbeitseinkommen bis zu 2000 Mk. jährlich, lo wird die Pension nicht gekürzt, obwohl da- frühere Diensteinkommen überschritten wird. Beträgt vas Arbeitseinkommen aber mehr al- 2000 TH., z. B. 3000 Mk.. so wird die Pension um 500 Mk. gekürzt. denn die- ist die Halste deS da- frühere Diensteinkommen übersteigenden Betrags. Aehn- liche Bestimmungen werden fürdieBeamten der Gemeinden und Gemeindeverbänbe er- »unahme von Anzeige» für di« lagesnummtr bi* zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breit« örtlich 8, auswärt« 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20*, mehr. ' Chefredakteur: Dr. Fnedr. Wich. Lange. Deranttvortlich für Politik Dr. Fr. Wich. Lana«: für Feuilleton Dr.H.THyriot,' für den übrigen letl Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Fille^ sämtlich in Gießen. Alm zu verhindern, daß sich der Goldbestand der Bank von England weiter in so bedrohlichem Maße verringert, griff das Institut nun mit den bekannten Maßnahmen ein, die als ganz außergewöhnlich in der Geschichte Englands angesehen werden müssen. Durch die Außerkraftsetzung des Mechanismus der ioternakionalen Wechselkurse und durch die Erhöhung des Diskonts wird nun eine Verknappung des Pfundangebots im Auslonde erstrebt. Gleichzeitig werden mit Frankreich und Amerika Verhandlungen geführt, um eine Stützungsaktion für die englische Währung ein- zuleiten. Es darf nicht übersehen werden, daß selbst Frankreich, das heute der größte Gläubiger Englands ist, ein großes Interesse daran hat, einen stärkeren Verfall des Pfundes unter allen Umständen zu verhindern. Die Notmaßnahmen bedeuten natürlich keine endgültige Lösung, sondern können nur vorübergehend aus der ärgsten Bedrängnis heraushelfen. England muß sich entscheiden, welchen Weg zur Sanierung es gehen will. Rein theoretisch den Versuch machen, nach deutschem Dor- ! e l b st h i l f e zu greifen. Daß dieses Mit- Das 14-Millionen-Oefizit. (Lin von drei Millionen muß durch eine zweite Notverordnung bei der Schule eingespart werden. Darmftabt, 21 Sept. (WSN.) In einer Presse- besprechung, zu der Staatspräsident Adelung, Finanzminister Airnberger und die zuständigen Mi- niftcrialrefcrcnten erschienen waren, gab der Finanz- Minister ein längeres ExposL über die Notwendigkeiten, die zu den bevorstehenden d r e i h e s s i s ch e n Notverordnungen gezwungen haben. Die hessische Regierung wird in den nächsten lagen eine erfte Notverordnung erlassen, die im wesentlichen folgende Punkte enthält: Oie Gehaltskürzung. Weitere Abzüge sür Unverheiratete und Kinderlose. An erster Stelle ist eine allgemeine G e - Haltskürzung unter Freilassung eines Betrages von 1500 Mark vorgesehen. Die Kürzung des 1500 Mark übersteigenden Gehalts beträgt 5 Prozent, so daß eine ft art soziale Staffelung da- durch entsteht. Bei 1600 Mark Gehalt beträgt die Kürzung demnach nur 0,3, bei 2000 Mark 1,25, bei 3000 Mark 2,5, bei 5000 Mark 3,8, bei 10 000 Mark bereits 4,25 Prozent. Damit folgt Hessen dem, was bereits in andern Ländern (z. B. Baden) geschehen ober noch beabsichtigt ist. Für die unoerheira- teten Beamten wird zu dem vorerwähnten Satz noch eine weitere Kürzung von 5 Prozent und bei den verheirateten Beamten ohne Ain- d e r eine weitere Kürzung von 3 Prozent eintreten, eine Maßnahme, die ebenfalls bereits in andern Ländern getroffen worden ist. Für die Bezüge der Anwärter usw.. I deren Vergütungen bereits früher in einem stärkeren Ausmaß herabgesetzt worden sind, als dies nach den bisherigen allgemeinen Kürzungsvorschriften der Fall gewesen wäre, bleiben die seitherigen Echutzbestimmungen auch sür die neue Kürzung ausrechterhalten, so daß sie nur insoweit von der Kürzung ersaht werden, als die Kürzung höher ist al- die Herabsetzung der Vergütung. Gin großer Teil der Anwärter wird mithin jetzt nicht oder nur teilweise betroffen. Von der Kürzung bleiben die Polizeibeamten bis zum Hauptmann einschließlich befreit. Oie Austückungssperre. Vorläufig bleiben die Einzelgehalte unberührt Als zweiter Punkt ist die vom Reich beabsichtigte und von Preußen bereits übernommene Stillhaltungsmahnahme (Sperre für das Aufrücken in höhere Gehaltsstufen) mit der Milderung vorgesehen, daß in Hessen das Weiterrücken im Gehalt usw. statt um Atoci Jahre nur um ein Jahr hinausges ch o - den wird. Die Regierung hatte erwogen, eine dieser Stillhaltung entsprechende weitereKür- zung den Beamten aufzuerlegen, d l e Einzelgehalte beziehen, oder die bereits in der obersten Stufe ihr er Besoldungsgruppe eingereiht sind. Die Regierung behält sich die Nachprüfung dieser Frage vor, sobald die entsprechenden Vorschriften des Reichs erlassen sind, und wird dann mit andern Ländern über ein gemeinsames Vorgehen unterhandeln. Auch von dieser Etillhaltungsmaßnahme ist d ie P o l i z e i in dieser Notverordnung ausgenommen. Statt pränumerando künftig postnumerando. Erlcichlerungen für die -Ueberleilungszeit. Drittens wird angeordnet, daß die Bezüge der Beamten usw. künstig nicht mehr monatlich im voraus, sondern am Monatsende bezahlt werden. Die Auszahlungstermine sollen monatlich um drei bis vier Tage verschoben werden so daß in der Al e b e r l e i t u n g s z e i t die Zahlungstermine nicht mehr als 34 Tage aus- einanderliegen. Auf die Dauer ihres Dienstverhältnisses geht dadurch den Beamten nichts verloren. Alm Schwierigkeiten bei der Und die Zentralbehörden? Darmstadt, 20. Sept. Wie man hört, soll die am 1. Mai durch Pensionierung des StaatS- rats B l o ck im Hessischen Ministerium für KultuS und Dildungswesen freigewordene Stelle eine« Staatsrates demnächst wieder besetzt werden. Angesichts der außerordentlichenFinanz- schwierigkeiten des Staates und der eben bekannt gewordenen rigorosen Sparmaßnahmen fragt man sich, ob die Neubesetzung dieses Staatsratspostens durch sachliche Notwendigkeiten geboten ist. ob es nicht vielmehr ratsamer wäre, den strengen S p a r w i 11 e n, den man gegenüber den unteren Stellen an den Tag legt, auch in der Zentralverwaltung zu befunden, selbst wenn dabei einige Alnbeguemlichkeiten in Kauf genommen werden muffen. tcl die englische Wirtschaft auf eine schwere Probe stellen und die Krise in zahlreichen anderen europäischen Ländern noch verschärfen würden, ist so aut wie sicher. Auch London wird sich darüber im Klaren sein und infolgedessen wohl mehr Neigung haben, durch Inanspruchnahme auswärtiger Hilfe aus der augenblicklichen Kalamität herauszukommen. Bei der Beurteilung der englischen Nöte darf ja niemals vergeßen werden, daß das Weltreich trotz der Währungsschwierigkeiten noch über ein gewaltiges Vermögen oerfügt, und infolgedessen auch für weitere Kredite feinen Gläubigern gut ist. Gerade der schnelle Verbrauch der letzten amerikanisch-französischen Anleihe hat aber gezeigt, daß es mit einer reinen Finanzhilfe, selbst wenn sie die Milliardengrenze übersteigt, allein nicht getan ist. Das Vorgehen der Dank von England hat es ganz offensichtlich werden lassen, daß das W ä h - rungsshstem der ganzen Welt in Ain* or dnung geraten ist und daß ohne eine durchgreifende Revision weitere Zusammenbrüche unvermeidlich sind. Schuld daran trägt die Gold- verte t l u n g . die sich m den letzten Jahren her* zweit en Notverordnung durchgeführt wenden sollen. Bisher sind jedoch bestimmte Punkte die- fer Maßnahmen, die vor allem a u f dem 0 e • biete ber Schule liegen, noch nicht beschlossen worben. Die mit dieser Notverordnung der hessischen De- amtenschast auserlegten Opfer, die auch aus die Wirtschaft und damit auf die gesamte Bevölkerung zurückwirken, müssen getragen werden, weil der Staat in der heutigen Wirtschast-not keine neuen Einnahmequellen mehr erschließen kann und de-halb seine Ausgaben entsprechend der Verringerung seine» Einnahmen senken muß. Auch eine durchgreifende Aenderung des inneren Finanzausgleich- ist so lange nicht möglich, als die Gemeinden von den Wohlfahrtslasten erdrückt werden. Die Regierung läßt sich dabei von dem Gedanken leiten, daß ein größerer Personalabbau gerade von jüngeren Leuten jetzt weniger zu rechtfertigen wäre als eine allgemeine Kürzung der Bezüge, weil sonst die ohnehin au erwartende Steigerung der Arbeitslosigkeit noch größer würde. Der Minister erklärte zum Schluß, daß es für die Beamtenschaft besser sei, daß sie ein verrinaerteS Einkommen sicher am Zahlungstermin erhalten, als daß man jetzt von Sparmaßnahmen absehe und damit bei jedem Kassentermin sehen müsse, woher man Geld bekommen könnte. Eine zweite Notverordnung, die für die kommende Woche zu erwarten sei, werde Maßnahmen für bte Gemeinden enthalten. Mietzahlung zu vermeiden, ist in Au-sicht genommen, noch besondere Erleichterungen cinlrc- ten au lassen, die dazu führen, daß die Maßnahme erst im folgenden Rechnungsjahr vollständig durch» geführt wird. Der Minister wieS darauf hin, daß, wenn man diefe Maßnahme nicht eingeführt hätte, ein weiterer Betrag von fünf Millionen Mark hätte eingefpart werden müssen. So werde man durch ein einmaliges Opfer ein günstigeres Ergebnis erzielen, weil bann bie Beamten im nächsten Jahr ein höhere- Gehalt weiterbeziehen. Oi« Rebeneinkommen von Beamten und Pensionären. Erdbeben in der City. I Don unserem ^.-Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten; ' London, 21. September 1931. Ja, feit gestern bebt hier die Erde, e» grollt in der liefe, in den stolzen Gemächern der Gefchäfts- Häuser und Banken fällt der Kalk von den Wänden. Der Goldstandard ist nicht mehr. Mac- donald kam aus Chequers, hielt gestern uin vier Uhr eine Kabinettsfigung ab und die gesamte Presse bringt heute früh neben der Todesanzeige „Gold- standard R. i. p. die notwendigen, der Lage entsprechenden mehr ober minder entschlossenen Betrachtungen: die Nekrologe des Goldpfundes. Es war einmal! Was nun? Wie war das möglich? Ifts die Katastrophe? Isi s bie Ergänzung und Folge ber Marineunruhen? Soll man schon jetzt die Klagelieder Ieremiä anstimmen? Soll man sich freuen? Die Menschen hier tun weder das eine noch das andere. Sie versuchen zunächst einmal zu erkennen, was denn eigentlich geschehen i st. Es ist gar nicht so leicht, das zu erkennen, oie versuchen, sich über sich selbst klar zu werden, um einen Standpunkt, eine Haltung wiederzugewinnen, von der aus man einen vorsichtigen Blick in Kommendes wagen könnte Wenn man denn alles in allem betrachtet und besieht, bann sehen wir seltsamerweise, daß England sich über den Verlust des Goldstandards gar nicht so sehr entsetzt wie über die Schmach, daß man diesen Entschluß unter den Kanonen Frankreichs, unter den Augen ber gesamten Welt hat fasten müffen. Das ist es, was den Engländer wurmt. Es ist ein Schlag für bas nationale Selbstgefühl. Er wirb nie vergessen werden. Wehe dem, der ihn verursachte! Sachlich aber sind manche, ja vielleicht bie meisten keineswegs in einer Panikstimmung. Denn bie Zweckmäßigkeit ber Ausrechterhaltung beS Golbstandarbs gehört zu ben u m ft r i t t en ft en Problemen der englischen Wirtschaftspolitik. Das englische Pfund wurde im Winter 1924 25 st a b i- I lifiert unb damit um 10 Prozent feinem internationalen Werte nach erhöht. Diefe Stabili- fierung war die unmittelbare Folge deS eng- lifch-amerikanifchen Schu.ldcnab- kommens, das ber nachmalige Premierminister Stanley D a l b w i n nicht lange davor abgeschlossen hatte. Die« Abkommen verpflichtete England. seine Schuld an bie USA. in Höhe von etwa 20 Milliarden Mark ober eine Milliarde Pfund in etwa 60 Jahresraten zurückzuzahlen, bie jährlich burchschrittlich etwa Den Betrag von 600 bis 700 Millionen Mark erreichen. Den objektiven Druck bieser Zahlung erleichterte bie Stabilisierung um 10 Prozent ober ein Zehntel. Baldwin ist bieseS Abkommens wegen heftig bekämpft worben. Er habe, sagte man, das Problem ber Lchuldenstreichung bamit unnötig erschwert. Er habe vor Amerika kapituliert. Es ist ganz sicher, daß auS dieser Tributlast, die schon vor dem Dawesplan von England übernommen wurde, schließlich die völlig verfehlte Reparations- Politik Englands entstanden ist. Von da ab erwachte Englands Interesse an einer sogenannten aktiven Reparationspolitik. Es wurdeTri- but-Interessent. Schon damals wurde auf bie fchweren Fehler in ber Rechnung hingewiesen. Die Stabilisierung des Pfundes, die zwecks Ersparnis von Devisen für Amerika vorgenommen worden war, erhöhte zunächst b i e englische Kaufkraft auch um volle zehn Prozent und senkte die englische Konkurrenzfähigkeit auf dem Weltmärkte um ben gleichen Betrag, benn ber Arbeiterreallohn folgte ber Steigerung der Kaufkraft automatisch unb konnte aus vielen Grünben nicht herabgesetzt werben. Wersen wir einen Blick auf bie äußere Erscheinung dieser Lage! Sie ist großartig und beängstigend zugleich! Der englische Dolkshaushalt gestattete sich eine E i n s u h r zum inneren Verbrauch von durchschnittlich 22 Milliarden Mark unb darüber bis zum Ausbruch der Weltkrisis. Von diesen 22 Milliarden zahlte man durchschnittlich nur 14 bis 15 "Milliarden in Gestalt von Warenausfuhr, so daß ein Rest von 7 bi- 8 Milliarden Mark jährlich durch Beträge bezahlt werden mußte, die von der Zahlungsbilanz als sogenannte „unsichtbare" Ausfuhr aufgefübrt werden. Der Zinsertrag aus Kapitalanlagen im Auslande deckte aber diesen Betrag keineswegs, er ist auf etwa 4 bis 5 Milliarden Mark an- Ausetzen. Der Rest von 3 Milliarden wurde durch Erträge des Frachtgeschäftes, durch Einnahmen au- Spesen usw. gedeckt. Diese Einnahmequellen brachten bis zum Krisenausbruch jährlich 4 bis 5 Milliarden Mark, so daß die englische Zahlungsbilanz im Gegensatz zur Handelsbilanz mit 1 bis 2 Milliarden Mark jährlich aktiv war. Während aber die Zinseinnahmen ein relativ s e st e s Einnahmefundament bildeten, erwies sich der zweite Faktor der englischen Dolkseinnahmen als unsicher. Frachten, Exporte, Spesen, Kommissionen: man braucht nicht zu rechnen, um zu begreifen. daß die englische Zahlungsbilanz bei fortdauernder Schrumpfung aller Wirtschaftswerte kaum noch aktiv fein kann. Das wäre an sich nicht bedenllich, aber in diesem Falle ist die Lage deswegen gesährlich, weil die ungeheure Passivttät der Handelsbilanz hinzukommt. Die Lage wurde noch dadurch verschärft, daß durch die Erllärung von Moratorien für Auslandzahlungen in Mitteleuropa, in den füöameri- kanischen Staaten und in Australien auch die ungeheueren Kapitalanlagen Englands im Ausland illiquid wurden. Erscheint täglich.außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Dill» Die Scholle. Monat, Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummeru Infolge höherer Gewalt. zernfprechanfchliiffe nn t e rSamme luumm er 22o I. Anschrift für Drahtnach- richten: Inniger riehen. pOpscheckkonto: KranlfuNam Main 116«. General-Anzeiger für Oberheffen vruck und Verlag: vrühl'sche Universttülr-Vuch' und Steinörudcrci R. Lange in Sießen. 5chriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulstraße t. Nr 221 Erster Blatt 181. Jahrgang Dienstag, 22. September (051 Eichener Anzeiger Die vorgeschlagenen Maßnahmen bringen in der zweiten Hälfte des laufenden Rechnungsjahres, für das eine Mindereinnahme von 13,8 Mill. Mark errechnet wird, noch eine Ersparnis von 4,5 Millionen Mark, während im folgenden Rech- nungsjahre daraus eine Ersparnis von über 6% Millionen Mark zu erwarten ist. Leider reicht auch dieser weitgehende, im Interesse der Beamtenschaft sehr zu bedauernde Eingriff n i ch t a u s, um das im Rechnungsjahr 1931 zu erwartende Defizit zu beseitigen. Allein bei den Reichsüber- weifungs steuern ist mit einem Ausfall von 9 Mill. Mk. zu rechnen, bei den Landes st euern um etwa 4 Mill. Mark, bei den Holzei n nahmen von 800 000 Mark. Alle diefe Ausfälle sind erst im neuen Rechnungsjahr entstanden und konnten bei Aufstellung des Staatsooranfchlags nicht berücksichtigt werden. Insgesamt fehlen also auf der Einnahmenseite nahezu 14 Millionen Mk., die in der zweiten Hälfte des Rechnungsjahres durch Kürzung der Ausgabenfeite gedeckt werden mußten. Keine Einnahmequellen mehr. Ein Personalabbau vermieden. Außer den oben erwähnten 4,5 Millionen Mark stehen hierzu dieEinfparungeninfolgeder Kürzung der Beamtenbezüge auf Grund der zweiten Notverordnung der Reichsregierung zur Verfügung, die im ganzen im laufenden Rechnungs- fahr mit etwa 3,5 bis 4 Millionen Mark anzunehmen find. Don diesem Betrag ist allerdings, wenn die Erwerbslosen in den Gemeinden einen gewissen Prozentsatz übersteigen, ein gewisser Betrag an bie Gemeinden abzuführen. Das würde für Hessen einen Betrag von 2 Millionen Mark ausmachen. Dazu kommt weiter die auf Grund einer bevor- tehenden Reichsregelung zu erwartende P e n - ionskürzung von 80 auf 75 Prozent les Gehalts, woraus im nächsten halben Jahr 500 000 Mark zu errechnen sind. Trotzdem die s a ch - lichen Ausgaben bereits im Staatsvoranschlag stark beschnitten worden sind, wurde nochmals eine Drosselung von etwa 2 Millionen Mark vorgenommen, ein Betrag, der namentlich DemHandelundGewerbe entzogen wird. Nach all diesen Entlastungen bleibt immer noch ein Fehlbetrag von etwa 3 Millionen Mark. Wegen der Deckung dieses Betrags stehen weitere Maßnahmen bevor, die in einer WA Auf -er vo Nichtig« ®<^tt>ereg; •4T™1 LK -LL Dudapef Herrscht ficbet | sicheren.Zb ;■ Torbagy zi. „ ^urch eingetrei ,.: aschcinenden 2 1 Mg erwiesen I Sulia Mi bi B toött lugeg; B von denen der i leninaschir I Viadukt g | Grund der A> I! Kellner Lot l Budapest vei I drcchen etwas I verharrt jedv I jivei ande I '°vnt seien ui Erbrechen ve ,>JWi I Derkz, ■ v'stischer C Nsabe, den I vns^suchen. 5 ZL.1 L-r W »•? । -E- I ^V, b<« AtjS*"1! Sz Ma*'? SS**1 «*" M 1 I sullt ««» d" » ?'’* Ä bcin wir» । ■ Bei'«/,, ü Dtrl Don h,mil L Politik, ! «gev? X D> Sm »« «-ichi'L SÄ ft g’Ä- ijichen Bor j richten über den ! nur hie Shmmu die Zeitungen « I [y (e llNvermewi V i5 gelinge, das I stabilisieren. Die vom Pa' trugen dazu l noch günstige' Stimmen la, hendersoi die Aegie eignir würde aus einigen 1 fadje, daß ge terreduni J“ i Die Darei e unter dem erst . Preise sind ge, Getreidezv , wolle rragi! ' Ausmah von < sich um 5 bis sogar um 8 | schwächer Es ;■ Pence per 11 per Unze an ; über die inte " lischen Mßno p /ich, daß der @i dM LMtan :■ Lander zu M Wirrung der (amte Deltwi Die Börse von London. Oer Schatzkanzler spricht. Die Ursachen des Pfundsturzes. London, 21. Sept. ($11.) Die Mitglieder des llnterhauses waren sämtlich auf ihren Plätzen, als die Sitzung am Montag eröffnet wurde. Die Stimmung war sehr erregt. Alles erwartete mit großer Spannung die Mitteilungen der Minister. Auch der Prinz von Wales war erschienen. Schatzkanzler Snowden brachte den Gesetzentwurf ein, nachdem Absatz II des Abschnittes 1 des Goldstandardgesetzes vom Jahre 1925 aufgehoben wird, der die Bank von England verpflichtet, Gold nach dem Auslande nur zu einem bestimmten Preise zu verkaufen. Snowden wies auf die starke Kritik des Auslandes an den englischen Erwerbslosenausgaben und an der Entwicklung der englischen Handelsbilanz hin. Hier sei so stark übertrieben worden, daß eine Lage entstanden sei, in der die Dank von England zur Aufnahme eines Kre- • dites habe schreiten müssen und die englische Regierung zu einer Anleihe im Auslande l gezwungen worden sei. Die Mitteilungen über die Unruhen in bet Marine hätten die all- * gemeine Nervosität noch verstärkt, so daß am vergangenen Samstag die Dank von England die Regierung davon habe verständigen müssen, daß die Kredite nahezu aufgebraucht seien und um Aufhebung des Goldstandards gebeten habe. Die ungleiche Derteilung der Goldvorräte in der Welt sei schon seit längerer Zeit _ von der englischen Regierung eingehend geprüft worden. Diejenigen, die bisher noch eine Erörterung der Lage abgelehnt hätten, würden Artisten im Schnellzug. Don Ante Ehlers. Wenn wir gleich um sieben Uhr in Kopenhagen ankommen, ist die kleine Truppe aus Amsterdam vierundzwanzig Stunden unterwegs. Die Vier müssen sehr müde sein, aber man merkt es ihnen kaum an, sie sind jung, die beiden Mädchen und ihre Partner. Die kleine Dunkle, stolz und zurückhaltend, eine Dame in ihrem Beruf; die andere mit kupferfarbenen langen Locken und einer Andeutung von Stupsnase, keck und unbändig, ein Gamin. Der Gamin wiegt fünfundachtzig Pfund, wie er mir bald verrät, die Dame hundertfünf. Zwischen ihnen sitzt klein und kräftig mit frischem Gesicht der akrobatische Tänzer, dessen Aufgabe es ist, diese Gewichte auf erhobenen Armen zu balancieren. Der Vierte im Bunde führt die Kasse, verwahrt die Fahrkarten, studiert in Rotenheften und skizziert Tanzfiguren an den Rand, hat auch den Vertrag abgeschlossen mit der „Valencia" in Kopenhagen. „Einen günstigen Vertrag", plaudert die kleine Kupferfarbene, „nächsten Monat sind wir in Berlin, im April in Nizza. 3a, danke, Fred, ich möchte gern ein Butterbrot." — Auch den Proviant verwaltet er. Sie sprechen englisch, französisch, holländisch, deutsch durcheinander, ein kurioses Sprachengemisch, in dem der Ausdruck einer bemerkenswerten Kameradschaftlichkeit immer wiederkehrt. Es berührt sehr sympathisch, mit welcher Ritterlichkeit die beiden Herren um ihre Damen besorgt sind, ohne daß eigentlich deutlich wird, ob sogenannte innere Beziehungen zwischen ihnen bestehen. Die Stolze nimmt diese Fürsorglichkeit mit einem bezwingenden Lächeln hin, die zapplige kleine Ditta erwidert sie mit burschikoser Zärtlichkeit. Sie sind ganz unter sich, eine geschlossene Gemeinschaft inmitten aller abgesprengten Individuen in dem brausenden Zug. Da sie nirgends zu Hause sind, sind sie es überall, auch in dem Kasten dieses Abteils dritter Klasse, und wie es scheint, gerade hier. Vorwärtsgerissen von Station zu Station, während Landschaften vorüberwirbeln, die ihr Blick kaum streift: einsame Wege, die tief in Wälder führen, Idyll eines Bauernhauses, winkende Kinder, heimelige Enge einer Kleinstadt... nur an den großen Stationen hält der Zug, eine Weile Betrieb, Lärm, Unruhe, und weiter. Artisten sind im v-Zug zu Hause, er ist daS Symbol ihres Daseins. Und sie behandeln jetzt vielleicht von der Notwendigkeit einer gemeinsamen Aktion überzeugt sein, deren Dringlichkeit und Wichtigkeit von der englischen Regierung betont würde. Amerika und Frankreich besäßen etwa drei Viertel der Goldvorräte der Welt, die für den Handel so gut wie zwecklos seien. Die Welt müsse wissen, daß das gegenwärtige Wirtschaftssystem nicht aufrechterhalten werden könnte, wenn jeder einfach seine Investierungen liquidiere. Die gegenwärtige Krise könne den Weg zu einer besseren internationalen Zusammenarbeit geben. Es bestehe kein Grund für eine erhebliche Entwertung des Pfundes für längere Zeit, vorausgesetzt, daß die englischen Finanzen mit entsprechender Sorgfalt verwaltet würden. Oie Debatte. Der Führer der Opposition Henderson gab für die Opposition das Versprechen ab, daß sie alles nur Mögliche tun werde, um Aeuherungen und Erklärungen zu vermeiden, die dazu angetan sein könnten, eine Panik in England und im Auslande hervorzurufen. Der Arbeiterparteiler W i s e erklärte, die Schwierigkeit sei zum großen Teil darauf zurückzuführen, daß britische Untertanen von dem Pfund fliehen. Es werde in der City allgemein behauptet, daß ein großer Teil des Transfers britischer Währung von britischen Untertanen unternommen worden sei, die ihr Kapital ins Ausland zu bringen wünschten. Snowden warf hier ein: Das ist nicht wahr. Wise fuhr fort: Wird England seinen Nacken unter den Stiefel von Wallstreet und Paris legen oder die Initiative uns, die der Zufall zu ihren Reisegefährten erwählte — neben mir sitzt noch ein Herr, Reisender in Damenkonfektion —, als seien wir bei ihnen zu Gast. Es ist sehr gemütlich. Die Kleine hat sich, soweit der Platz reicht, auf die Dank gestreckt, ihr Kopf ruht im Schoß des jungen Athleten, der sie sorgsam mit einer Hand festhält, einer wohlgeformten, mit goldenem Ring und Kettenarmband geschmückten Hand. Den andern Arm hat er um die Schultern der Schwarzlockigen geschlungen, die sich lächelnd an ihn schmiegt, während sie ihm eine Lektion in englischer Sprache erteilt. Cs hapert bei ihm damit, und er braucht unbedingt einige Kenntnisse für seine amerikanischen Songs. Unermüdlich repetiert er, stärr zum Fenster hinaussehend C) come to save my soul - und das Happ-happ-happ-happy end. Als es endlich sitzt, spielen sie Dridge - ein hochgestellter und ein quer darüber gelegter Koffer bilden den Tisch. Dazwischen wird Keks und Konfekt gereicht, ganz wie es sich für eine party gehört — keine Schachtel und Dose geht an uns vorüber. Der Geschäftsreisende rettet sich hinter feine* Zigarre, und ich revanchiere mich durch das Versprechen, ein hohes Lied der Gastlichkeit auf sie zu dichten. Als in Warnemünde die Ueberfahrt auf der Führe die Fahrt über Land unterbricht, sind wir alle an Deck. Herrliche Luft. Die Sonne, fast warm, blendet in breiter Lichtbahn aus dem ruhigen Wasser, hinter dem Schiff verhalten die begleitenden Möwen den Flug und schießen nur manchmal mit Gekreisch herab, wenn sich ein guter Dissen aus den Abfällen der Küche zeigt. Der Geschäftsreisende hat im Decksalon zweiter Klasse seinen ersten dänischen Kaffee getrunken und findet ihn fabelhaft, aber nicht billig. Ich sitze in einer geschützten Ecke und blinzele mit halbge. schlossenen Augen auf das Sonderschauspiel, das die vier Kabarettleute sich, dem Meer, den Möwen und einigen Neugierigen bereiten. Sie gehen ihr Repertoire durch, klassische, akrobatische und moderne Tänze, geben sich mit halber Stimme die Melodie an und markieren Schritte und Dewe. gung. Es nimmt sich ein wenig sonderbar aus im Hellen Licht des Nachmittags und im salzigen Hauch des Meeres, was für bunte Scheinwerfer und eine wein- und ziaarettendunstige Atmosphäre bestimmt ist. Sie wirken wie Marionetten: es ist eigentlich peinlich, zuzusehen, das sich unerwartet enthüllt, mit welch bescheidenen Mitteln man arbeitet; freilich, die ausübenden Künstler mögen weniger Schuld daran tragen als der Geschmack London, 22. Sept. (TU.) Vor der Londoner Börse haben sich am Montagoormittag große Menschenmengen angesammelt, so daß der Verkehr in den umliegenden Straßen fast völlig stockt. Die Tore der Börse sind geschlossen, was seit Menschengedenken nicht vorgekommen ist. Makler und Börsenmitglieder haben sich in der Thorg- des Publikums. Sie sind mit einem Ernst und Eifer bei ihrem Tun, der in einem komischen Verhältnis stehen könnte zum Resultat. Aber kommt es so sehr auf das Resultat an? Die Dunkle trippelt in hohen Stöckelschuhen; wie ihr Schritt markiert auch ihr Gesicht: jenen bestimmten verführerischen Ausdruck, den sie am Abend wie eine Maske anlegt. Ihre Waden zeigen leider eine Rundung, die nahe an die Grenze des Derufsmöglichen geht. Wieviel sorgenvolle Ge- danken wird sie darüber haben! Die beiden Männer erscheinen im Freien noch zierlicher — wie Japaner. Sie haben die Hüte schief auf dem Kopf und vorn in der Stirn und gehen ganz in ihrer Arbeit auf. Die Kleine ist am wenigsten bei der Sache, mit schlacksigen Bewegungen macht sie eine Weile mit, ihre schlanken Zungenbeine stecken in hohen Russenstiefeln, die Absätze sind ein wenig schief. Sie scheint gereizt, ärgern sie die Blicke der bürgerlichen Zuschauer? Sie stürzt bald fort, den unwahrscheinlich hohen Pelzkragen ihres Mantels wie eine Kapuze über den Kopf gezogen, ihre Kameraden bleiben in ruhiger Fachunterhaltung an der Reling stehen. Das Ergebnis ihrer Beratung wird zum Teil offenbar, als der Impresario später im Abteil aus seinem unergründlichen Koffer seidene Bänder, Goldflitter und Nähgarn hervorkramt und zusammen mit der Dunklen aus Rüschen und Schleifen Kopfputz näht. Ditta beteiligt sich nicht daran, sie kann nicht nähen und man glaubt es ihr gerne' ihr Gürtel ist hinten mit einer Sicherheitsnadel zusammengesteckt, und ihr Seidenstrumpf zeigt am Knie eine barbarische Stopferei. Dagegen fitzt das schöne dunkelhaarige Mädchen mit gesammeltem Ernst über ihrer Arbeit. Sie näht im leise schüttelnden Wagen wke eine junge Hausfrau vor dem Nähkorb am Familientisch. Wir helfen ihr beim Einfädeln, das sich bei der Bewegung als etwas schwierig erweist, und sie probiert mit großer Sorgfalt das fertige Kunstwerk vor dem Taschenspiegel auf, ändert und probiert wieder, und als es der Anspruchsvollen immer noch nicht genügt, wird der Schminkkoffer hergenommen: die sachgemäße Bemalung des Gesichts ergibt dann end-, sich mit der Folie die gewünschte Wirkung. Be. friedigt darf sie nun bis Kopenhagen ruhen. Nach ihrer Ankunft in der Artistenpension gehts gleich zum Friseur, danach müssen Kostüme aufgeplättet und hergerichtet werden, morgen um zehn Uhr ist Probe, um zwölf Matinee, die Nacht wird kurz sein, mit hochgezogenen Knien kauert sie in der Ecke auf der Dank und schließt die Augen; auch die gieruno jede Steigerung der lebenswichtigen Güter unter scharfer Kontrolle halten. Annahme der Regierungsvorlage Nachdem ein halbes Dutzend Arbeitermitglieder, die in der Hauptsache dem linken Flügel angeboren, gesprochen hatte, wurde von dem linken Flügel eine Abstimmung gefordert. Doch der Sprecher tat den ungewöhnlichen Schritt, die Mitglieder aufzufordern, ihre Meinung durch Erheben von den Sitzen zum Ausdruck zu bringen. Alle Regierungsanhänger erhoben sich zugunsten der Regierungsvorlage, aber auch die meisten Führer der Opposition und einige ihrer Mitglieder. Das Unterhaus nahm mit 271 gegen 148 Stimmen den Gesetzentwurf in zweiter Lesung a n. Das Haus konstituierte sich dann als Ausschuß zur Erörterung der einzelnen Artikel des Gesetzentwurfes. Oie Engländer fliehen aus Frankreich. Paris, 22. Sept. (CNB. Funkspruch.) Die englische Währungskrise hat unter den zahlreichen dauernd oder vorübergehend in Paris weilenden Engländern geradezu panikartig gewirkt. In den großen Hotels gab es eine wahre britische Auswanderung. Viele Briten zogen es vor, schleunigst die Heimreise anzutreten. Die Züge nach Calais waren infolgedessen ü b e r f ü l l t. Noch alarmierender wirkte die Krise an der Riviera. Die Banken wurden dort gestern nachmittag von hunderten von englischen Reisenden belagert. Die Rivierabanken zahlten für das englische Pfund nur 85 Fran- k e n, wechselten auch nur zehn Pfund auf einmal um. Nur die großen Hotels zahlten ihren Kunden entgegenkommenderweise 90 Franken für das Pfund. Bemerkenswert ist, daß an der Riviera schon während der letzten drei Tage daS Pfund unter dem offiziellen Währungskurse gehandelt wurde. Zuversicht in London. Die geschloffene Börse. — Ruhige Haltung des Publikums. — Henderson spricht mit Macdonald. morton-Straße und in Charters-Court versammelt, wo sonst nur die Nachbörse stattfindet und die Außenseiter tagen. Das Geschäft in laufenden Transaktionen blieb still. Ausländische Währungen werden nicht notiert. Das Schicksal der englischen Staatspap 're ist unbekannt, da sie noch nicht notiert sind. Nur im Settlingraum herrscht noch einiges Leben. Dort wer- junge Ditta schlummert hinter ihrem Mantel. Im Abteil sieht es schlimm aus: Apfelsinenschalen, Papier, halbgerauchte Zigaretten, verstreute Pralinen, heruntergefallene Magazine bedecken den Fußboden, diese Menschen verbrauchen die Ding« so rücksichtslos und ohne Ordnung wie sich selbst. Als die ersten Lichter von Kopenhagen aufleuchten ist Ditta nur mit Mühe zu wecken, schließlich zieht man den Mantelvorhang weg, und es erscheint ihr schlafendes Gesicht, in dem das Mäulchen offen steht, ein kleines, rotumrändertes, kreisrundes Loch. Der Anblick ist so drollig, kindlich und rührend, daß wir alle lachen, und dieses Lachen eint uns noch, als der Zug hält und wir uns zum Abschied die Hände schütteln. Jubiläum der Deutschen Bühnen- genoffenschast. Die Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger beging ihr 6 0 jähriges Jubiläum in Frankfurt, wo 1871 unter Führung von Ludwig Barna y der bühnengenossenschaftliche Gedanke in di« Tat umaesetzt worden ist. Im Mittelpunkt der Jubiläumsfeier in der Festhalle stand der Festwiesenakt aus den „Meistersingern". Nicht weniger als 1600 Personen wirkten dabei mit. Der künstlerische Erfolg war groß, nicht minder der finanzielle, da ungefähr 10 000 Zuschauer anwesend waren. Dem Vorspiel aus den „Meistersingern" folgten mehrere Ansprachen und ein Prolog Alfred Kerrs, gesprochen von Heinrich George. Der Präsident der Genossenschaft, W a l l a u e r, gab seinen Abriß über die Entwicklung der Genossenschaft. Der hessische Staatspräsident Dr. Adelung wies an Stelle des durch die Londoner Ereignisse am Erscheinen verhinderten Reichsministers Dr. Wirth darauf hin, daß die Bühnengenossenschaft nicht nur für die Wohlfahrt ihrer Mitglieder, sondern auch für die Entwicklung des deutschen Theaters gewirkt habe. Trotz der trüben Zeit dürften Parlament und Behörden die gewaltige Kraftquelle deutschen Kulturlebens nicht zu verschütten, die von den deutschen Bühnen quillt. Gerhart Hauptmann, mit stürmischem Beifall begrüßt, sprach über Theater und Schauspieler. Kein anderes Land habe ein solches Theater wie das deutsche. Wo gebe es so viel begabte Schauspieler wie in Deutschland? Staat und Kommunen hätten dem Theater alle nur mögliche Unterstützung zuteil werden zu lassen. — Der Beifall der großen Versammlung war langanhaltend und herzlich. hervorgerufen worben. Dieser Gefahr muhte bor- gebeugt werben. Die Reichsbank wird erfreulicherweise durch die Londoner Maßnahmen nicht unmittelbar berührt, da fte durch das Stillhalteabkommen geschützt ist. Es wäre indessen ein Irrtum, zu glauben, daß die Ereignisse in England spurlos an Deutschland vorübergehen werden. Der zu erwartende Rückgang des Pfundes dürfte zu einer Steigerung des englischen Exportes führen und gleichzeitig eine Verminderung der Einfuhr Hervorrufen, die möglicherweise durch die Errichtung von Schutzzöllen noch stärker abgedrosselt werden wird. Hierdurch müssen die Schwierigkeiten für die deutsche Ausfuhr, auf die wir gegenwärtig ganz besonders angewiesen sind, beträchtlich erhöht werden. Den schwersten Schlag erleiden begreiflicherweise die Gläubiger Englands, und auch Frankreich wird wohl mit einiger Sorge die weitere Entwicklung in London verfolgen. Paris hat bisher in England einen der Hauptabnehmer für seine Luxusindustrie gehabt, der bevorstehende Rückgang des englischen Importes wird sich daher für Frankreich höchst unangenehm auswirken. Heute spielt Frankreich noch den starken Mann. Es bliebe abzuwarten, ob es morgen noch in der gleichen Lage fein wird. Oie Krisis des englischen Pfundes. Oas Llnterhaus billigt die Aufhebung des Goldstandards. — Snowden fordert eine bessere Goldverteilung der Welt und eine internationale Zusammenarbeit. — Oie Führer der Opposition stimmen mit der Negierung. in internationalen Angelegenheiten ergreifen, jetzt wo der Goldstandard zusammengebrochen ist und die Industrie und den Handel auf eine wirtschaftlichere Basis bringen? — Das Arbeitermitglied Wedgewod betonte, daß das Abgehen vom Goldstandard Personen mit festem Einkommen und Gehaltsempfänger schwer treffe, jedoch ein Segen für den Ausfuhrhandel fein werbe. Mosley forderte die Regierung auf, zu erklären, in welcher H ö he sie das Pfund stabilisieren werde. Das Ausland werde England nur Geld leihen, um das Pfund auf einem vernünftigen Stand zu halten. Auch die englischen Kapitalanlagen im Auslande könnten verwendet werden, um das Pfund zu unterstützen. Elliot, der Finanzsekretär des Schatzamtes, bemerkte u. a., daß, wenn England im August vom Goldstandard abgewichen wäre, eine internationale Inflation eingetreten wäre, in der Hauptsache wegen des unausgeglichenen Budgets. Um eine Erhöhung der Lebenshaltungskosten zu vermeiden, werde die Re- ;ud) £ Ion unk .m«^f| mi'S *« «2? ’$ dann q|5 runi ftj't ^ranfrtit. to(l. -ab Tfe'J fletoittt. °run» 4Vto®he b(£le,»,i» ik"" Talals DaJ1’; an. J alarminendn 'Ä' s‘*äS LZK ti S h 5ran/m fy cnöftSi. Ä Tagr ba» Wlkn Dährung-kurl, Ä ft M M A ■ < *> irftrs-ffourf oerfammrfl, WffinMun6bk8u6w n laufenden Iranen'tio» Weungen werden •« ngWen Sh*: r< d)l notiertsmd.Nm •* mifle» geben. Dotier. itet ihrem Mantel. 3n La- A-lelsmenschalen. Magazine bedecken Vc a verbrauchen die Ordnung wie Mg 'N K°pe^",AK ähe zu wecken, rhang weg, u i'LLLZ k «AÄ «*• Ille la^n, M mif 5 der Zug HS" w ände schütt^ #*w §-S Ä"G^nk-in^. »■■ 7LV,M' -LS Wnrr5, flr t9e-T wnen ®2 r, gab £{j heil' Zenoi-enAs an belunfl®*6 scheinen Sfjfss KZ- gs*-* | -'.5_ Finanzwelt und Wirtschaft eine beruhigende Wirkung gehabt Man beschrankte sich zu- nächst auf ein Abwarten der Reaktton, dk die englischen Notmaßnahmen an den außerenglischcn Geld- markten hervorgerufen werden. Die ersten Schatzungen be» Psundkurse » an ben au»Ian- dischen Börsen lauten natürlich wesentlM) schwächer als am Samstag Aber trotz dieser )iach- richten über den Stand de» Pfundes im “U»laahe war die Stimmung durchaus zuversichtlich, die Zeitungen weisen darauf hin, daß aewisse ver- lüfte unvermeidbar und zu erwarten seien, bevor es gelinge, da» Pfund zu einem neuen Kurs zu stabilisieren. Die vom Parlament ergriffenen Maßnahmen trugen dazu bei, die zuversichtliche Stimmung noch günstiger zu gestalten. Es werben sogar Stimmen laut, ble von einer Rückkehr fjenberfon», bes Lhess ber Opposition, l n ble Regierung sprechen. Durch biese» Ereignis würbe ble Regicrungsopposition nur noch au» einigen Unverbesserlichen bestehen. Vie Tatsache, baß gestern hmberson eine l a n g e U n - terrebung mitMacbonatb hatte,führte zu zahlreichen Vermutungen. Die Warenmärkte standen natürlich auch unter dem ersten Eindruck der Pfundkurse. Die Preise sind gegenüber Samstag erhebltch höher. Getreide zog um etwa 4 Schilling an.B a u m- wvlle reagierte mit einer Preiserhöhung ,rn Ausmaß von etwa 50 Punkten, Küpser erhöhte sich um 5 bi« 5,5 Psund per Tonne und Z t n n sogar um 8 Pfund per Tonne. G old tendierte ld)iiMd)cr. Es stellte sich auf 84 ö^iHtng 9,75 Pence per Unze gegen 84 Schilling N,5 Pence per Unze am Samstag. Im übrigen herrscht über die internationale Auswirkung der englischen Maßnahmen nur eine Meinung, nämlich datz der Entschluß der Regierung Macdonald dazu angetan sein dürste, die Politiker aller Länder zu zwingen, gemeinsam an Die Entwirrung der Probleme zu gehen, in die Die gesamte Weltwirtschaft verstrickt ist. Auf der Spur der Attentäter von Bia Torbagy. Wichtige Vcrtzaftungcn in Budapest und Leoben. ItB grdtn d>t Tcmptritui «n. Pit umtn vtrpmdtn OrU mi< olt'CtcM xe* nrertiniMiu umocrrtbntltn Luftdruck Wettervoraussage. Immer noch lagert dos Hochdruckgebiet über den britischen Inseln und läßt an seiner Vorderseite durch meist nördliche Winde Äaliluft nach dem Festlands hin fließen. Dadurch wird das kühle und etwas wechselhafte Wetter aufrechterhalten, ohne daß dabei nennenswerte Niederschläge auf- treten. Vorhersage für Mittwoch: Teils wechselnd wolkig, teils aufheiternd, kühl, nachts Temperaturen in Gefrierpunktnähe, feine oder nur vereinzelte leichte Schauer. Vorhersage für Donnerstag: Noch keine wesentliche Aenderung in AussiHt. Lufttemperaturen am 21. September: mittags 11.4 Grad Celsius, abends 8 Grad: am 22. Sept.: morgens 7,6 Grad. Maximum 11,7 Grad, Minimum 7 Grad. Srdiemperaturen in 10 cm Tiefe am 21. September abends 12,6 Grad, am 22. September: morgens 10 Grad Ce si S. — Rieder'ch'äze 0,6 Millimeter. — Sonnenfcheindauer 4 Stunden. Gelbe Rancherzähne bas Süchtig« für meine Zähne. Nach bteimalig. Gebrauch blendend weihe Zähne, trotzdem dieselben durch vieles Stauchen braun u. unschön wtrtien. Ich werde nichts anderes mehr gebrauchen, als Gblorobont“ 8, Horst Berg. — Man verlange nur die echte ThlorodoM-Zahn» paftt, Tube 54 U. u. Sv W., und weise jeden Ersatz dafür zurück. Muskel- und den Gelenkrheumatismus. Beim MuSkel-Rheumatismus erkranken, wie fchon sein Rame sagt, gewöhnlich bestimmte Muskeln oder Wuskelgruppen. So viel wir wisten, kommt als ursächliches Moment für I die Erkrankung Erkältung in Frage. Wahrend aber der Muslel-Rheurnati-mus ein verhältnismäßig harmloses Leiden ist, da- unter geeigneter ärztlicher Behandlung in ziemlich kurzer Zeit zur Abheilung kommt, stellt der Gelenkrheumati-mu- eine schwere und lang dauernde Krankheit dar. Der akute Gelenk-Rheumati-mu- wird ausgelöst durch eine Insektion de- Äbtpeti mit bestimmten Krankheitserregern. Als Sin» trittSpsortc für da- KrankheitSgift fpielcn erfahrungsgemäß Mandelentzündung, schlechte Zadn« und dgl. neben allgemeinen Srkältungsursachen I die Hauptrolle Unter Fieber, begleitet von Schüttelfrost und heftigen Schmerzen, entwickeln sich in verschiedenen Gelenken, sprunghaft nacheinander Entzündung und Schwellung. Wenn auch die eigentliche Erkrankung der Gelenke in manchen Fällen ohne nachteilige Folgen wieder zurückgeht, so ist dieses Derhalten durchaus nicht die Regel. Dor allem hat der Gelenk-RheurnatiSrnuS eine große Reigung. in kürzerer oder längerer Frist wiederzukehren. Sine weitere Gefahr deS akuten Gelenk-RheumatiSrnuS besteht darin, datz er entweder zu "Versteifungen der Gelenke, oder aber zu gefürchteten Rachkrankheiten, insbesondere deS , Herzen- und der Vieren führt. Die große Mehr- bem brei Menschen bauer nb Signale Hcrzklappensehler verdankt ihre Ent^ gaben. Sie würben aus ben Dampfer übernom- stehung einem Gelenk-RheumatismuS, oder auch men, wo es sich herausslellle. daß es bi« deutschen fast alle anderen Organe des ^br^rS Kmnen Ozcanslieger waren, die am 13. September von durch eine gclenI-rbeumaH1»e Erkrankung ''M N°ch m »».umati«. Neuyork abgeflogen waren. D,c JUeget I ug A teils aus dem akuten Gelenk-Rheuma» waren völlig erschöpft, wahrend Roby unb ^-mus hervor, teils bildet er eine Spätfolge an- Johannsen unversehrt geblieben sind, hat ber Por- ^,rcr chronischer Krankheiten; so z. B. gibt eS tugiese Delga beim Riedergehen auf den Ozean eine cinen Gelenk-RheumatismuS auf tuberkulöser und leichte Beinoerlchung baoongelragen. Daß ble Jlie- einen solchen aus syphilitischer Grundlage. 2ttich g«r sich solang« mit ihrem Landslugzeug über Störungen ber inneren Drüsen deS weiblichen Wa fer haben hatten können, ist dem Umstand Körpers sowie Srtranfungen^ ^^^DCnfD4n zuzuschreiben, daß bi« Junkersmaschine hohle ^^’^^San^u^en Tragflächen besah, bi« bas Flugzeug nicht ^cr Rheumatismus in feinen verschiedenen Sor- untergehcn liehen. Die Flieger wurden etwa 50 men muß Q[^ cinc nahezu ebenso verderbliche weiten von der Stelle aufgefunden, wo man ihre -Polksscuche bezeichnet werden, wie die Tuber- waschine am 14. September gesichtet hatte. Daraus kulose. Diese Tatsache ist in einer Zett, in der die wird geschlossen, dah ihr stompah durch die sozialen WohlfahrtSlasten ohnehin f<$on eine ttjlager oon Btlllglanh fltflörl tvor- 1 ——— den ist. so dah sie im «reise herumgeflogen sind, bi» ber Brennstoff erschöpft war. Sie sind dann sieben Dei Magdeburg ist auf einem unbewachten Uebergang 'wachen den Bahnhöfen der Rebenbahnstrecke Zeppem ck—Loburg e l n m i t f l e- ben wcib 1 ia) en Personen besetzter Kraftwagen mit einem Personenzug zusammenge stoßen. Don den Insassen des Wagens wurden zwei Frauen und zwei Kinder , - getötet, zwei Frauen schwer und eine Frau . 'MiAnittindtttrpiic leicht verletzt. Rach Aussagen unbeteiligter Zeu- Gtc^encr rLochenmarktpreise. gen liegt ein -Verschulden der Führerin ^s kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: deS Kraftwagens vor. Butter Pfund 1,40 bis 1,50; Matte 30 bis 35; Cl. spdttfrn.g.tntw «tW —.8 M In der finnischen Ducht haben sich zwei ratfcl- ß 10; Spinat 20 bis 25; Römischkohl 8 bis hafte Schiffsunglücke ereignet, durch die neun 1Q. -Lohnen 15 bis 25; Unter-Äofclrabi 5 bis 6; Spritschmuggler ihr Lebest ein buh- Tomaten 20 bis 25; Zwiebeln 8 bis 10; Meer- ten, darunter auch der berüchtigte schwedische tcttidk 40 his 80; Kürbis 5 bis 6; Pilze 20 bis Großschmuggler Karl M a l m b e r g. 2lm 00; Aepsel 5.00 bi« 7,00; Weihkraut fen, ereignete sich auch an Bord der ,.E 0 - his 4 00 Wirsing 6,00; Rotkraut 6,00 Mk. lon" eine Etplosion. An verschiedenen Stel- ' ' «ornotuen len stand das Motorboot in Flammen. Strand- berg und drei andere Personen mußten über — T a g e s k a 1 e n d e r für D i ens t a g: Bord springen. In wenigen Augenblicken Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: ..... und das ist waren sie in der Tiefe verschwunden, dj«: Hauptsache" (DolkStag). Der übrige Teil der Besatzung löschte das Feuer und wurde später von Fischern gerettet. 3n Helsingsors vermutet man. daß es sich bei diesen Unglücksfällen um einen Racheakt anderer Spritschmuggler handele. Andere behaupten, dah in der finnischen Bucht Unterfeeminen feien. Oslo ic do r OK. ito< Derddti '10 10 Eduscno / Bremen Belebt den Körper, schont die Kasse Statt Karten! Gießen • Telephon 2060 Verlobte Gießen, Bad Mergentheim, Frankfurt, Neckargemünd, 21. Sept. 1931, Fulda Gießen September 1931 6248 D 05457: 5707 A Se/jr geefjrte cHausfrau/ Gießen, den 17. September 1931. I. A.: H. K. Koch, F.V. 05450 Gesangverein Harmonie-Gemütlichkeit 6230 A 6246 D W. Wilf. Babnbosttr. 27 Fernspr. 3631 bietend versteigert werden. 6238V am Frau Mütter r 6239 D Lunker erste Qualiiät im Ausschnitt. Unsere Preise sind trotz höchster Leistung den Wirtschaftlichenverhältnissen angepaßt Vorsaisonpreise: M. 125.- 138.- 148.- 158.- 0.60 0.70 Helene Steinmetz Herbert Hofmann HO 4 180 4 140 4 Pfund nur Leb. 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BamliurDerKaffDelagßrTheodopcowaiskyNißilerlagßThains&Garfs Mäusburg 3 Telephon 2829 Walltors Wißmar, 21. Sept. Seit zwei Tagen ist die Wasserleitung nicht in Betrieb, weil der Motor der Pumpstation instandgesetzt werden muß. Die nur noch in geringer Zahl vorhandenen Pumpen und Ziehbrunnen sind den ganzen Tag über von Wasserholern belagert. Die Gemeindevertretung wird genötigt sein, in dieser geldarmen Zeit sich ernsthaft mit der Beschaffung eines Ersatzmotors zu befassen. Ein Kostenanschlag, in dem die Summe von 8000 Mark genannt wird, liegt bereits vor. Große Sorgen bereitet der Gemeindevertretung die Beschaffung der notwendigen Geldmittel für die diesjährige Holzfällung. — In einer gemeinschaftlichen Versammlung der Gemeindevertreter, der Vereinsvorsitzenden und der Lehrerschaft wurden die Fragen der diesjährigen Rot - Hilfe und der Betreuung der jugendlichen Erwerbslosen besprochen. Die Arbeit wurde besonderen Ausschüssen übertragen. Die Betreuung der jugendlichen Erwerbslosen bis 21 Jahre wird in diesem Winter in den Orten der Aemter Atzbach-Launsbach in die einzelnen Gemeinden verlegt. Mörder und Waffendiebe. WSR. Frankfurt a. M., 21. Sept. Die Mutmaßung der Polizei, daß die Mörder des Feldhüters Hattemer, Lorenz und Wolf, auch noch andere Delikte auf dem Kerbholz haben, hat sich als richtig erwiesen. Cs gelang der Kriminalpolizei, die beiden Burschen zu dem Geständnis zu bringen, datz ihnen auch der Einbruch in das Waffengeschäft in der Reuen Mainzer Straße zur Last fällt. Lorenz und Wolf verschafften sich mit einem dritten Komplicen namens Franz Kramer Eingang in einen leeren Bureauraum, der sich über dem Waffengeschäft befand, und durchbrachen dann die Decke. In dem Waffengeschäft versorgten sie sich mit Revolvern, Pistolen und Dolchen und der dazu erforderlichen Munition. Kramer wurde auf Grund dieses Geständnisses seiner beiden Komplicen fest genommen. Einen Teil der Waffen fand man in einem Versteck im Fußboden in der Wohnung des Wolf. Einen größeren Teil erhielt der Einbrecher und Hehler Fuhrmann Heinrich Hunkel, der von ber Polizei noch gesucht wird, aber flüchtig ist. gegen Amsterdam 11, Pfund gegen Mailand 84,50 und Pfund gegen Spanien 50,50. Die Arbeitsmarktlage in Hessen und Hessen-Nassau. WSR. Heber die Arbeitsmarktlage in Hessen und Hessen-Rassau vom 1. bis 15. September berichtet das Landesarbeitsamt Hessen in Frankfurt a. M.: Die Verschlechterung der Arbeitsmarktlage hat auch in dieser Berichtszeit angehalten. Die Zahl der Arbeitsuchenden ist in der Zeit vom 1. bis 15. September um 2789 oder 1 Prozent auf 2 7 3 3 81 gestiegen, die der Hauptunterstützungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung um 2594 auf 76 417 und die der Hauptunterstützungsempfänger in der Krisenunterstützung um 1199 auf 66 056. Die Beschäftigungsverhältnisse haben sich besonders verschlechtert in den Angestelltenberufen (Zunahme 736 Arbeitsuchende), im Baugewerbe (+ 523), Holzgewerbe (+ 420), Industrie der Steine und Erden (+ 367), Landwirtschaft (+ 350), Metallindustrie (-{- 284) und im Rahrungsmittelgewerbe (+227). Bei Rotstandsarbeiten, die mit Mitteln der Reichsanstall gefördert werden, waren am 31. Augusts 10dl Personen beschäftigt. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 22. Sept. Auftrieb: Rinder 1687 Stück; darunter 369 Ochsen, 157 Bullen, 614 Kühe, 490 Färsen: Kälber 544; Schafe 107. Cs notierten pro 100 Pfund Lebendgewicht: Rinder. Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts: jüngere 38 bis 42, ältere 35 bis 37, sonstige pollfleischige jüngere 30 bis 34; Dullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 3) bis 34, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 26 bis 29; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 30 bis 32, sonstige vollfleischige oder aus- gemästete 26 bis 29, fleischige 18 bis 25; Färsen (Kalbinnen. Iungrinder): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 38 bis 42, vollfleischige 35 bis 37, fleischige 30 bis 34. Kälber. Beste Mast- und Saugkälber 48 bis 51, mittlere Mast- und Saugkälber 43 bis 47, geringe Kälber 35 bis 42. Schafe. Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 40 bis 43, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 34 bis 39 Mark. Marktverlauf : Rinder schleppend, Lieberstand; Kälber und Schafe langsam, geräumt. Eingesandt. Fünf Wünsche an das Gießener Sladtthealec. Man lieft allerorts von der Anpassung des Theaters an die wirtschaftlichen Verhältnisse und der Abkehr an starre Systematik. Auch das Gießener Theater sollte sich neuen Richtlinien nicht verschließen, ehe es zu spät ist. Es muß gefordert werden: 1. Vorstellungen ab und zu an Samstagabenden und an Sonntagnachmittagen; beides ist wichtiger, als der frühe Beginn am Sonntagabend. 2. Ein wahlfreies Abonnement (vergleiche die gute Erfahrung, die Frankfurt damit machte). 3. Ausgabe von Zehnerblocks (wie im Sommer). 4. Bildung einer Theatergemeinde (vergleiche Frankfurter Opernhilfe). 5. Volksoorstellungen für jedermann. Gin Theaterfreund. Briefkasten der Redaktion. L. G- in Gietzen. Das Lied ist eine Volksweise, deren Dichter und Komponist tatsächlich unbekannt ist. Vermutlich handelt es sich um ein Gasthaus in Marburg. W. h. in Gießen. Die amerikanischen Kriegsschiffe „Arkansas", „Florida" und „Utha" waren vom 5. bis 9. Juli 1930 in Kiel zum Besuch anwesend. Letzte Nachrichten. Oie Berliner Börse heute und morgen geschloffen. Berlin, 22. Sept. (WTB. Juntfprud).) Der Börsenvorstand macht bekannt: Mil Rücksicht auf die Schließung der Londoner Börse und anderer europäischer Börsen findet am 2 2. und 2 3. September eine Roll; von Wertpapieren, Devisen und Metallen an der Berliner Börse nicht statt. Der freie handel in diesen Werten ist nicht zulässig. Devisenkurse werden heule in der Reichsbank fest- gestellt werden. OerneueKurdirektorvonBad-Aauheim Wie wir zuverlässig hören, wurde zum Kur- direktor von Bad-Rauheim, als Rach- folger des langjährigen Kurdirektors v. B o e h m e r. der Kurdirektor Meyer von Bad Harzburg ernannt. Der neue Kurdirekkor wird sein Amt in Bad-Rauheim am 15. Oktober antreten. (Schluß des redaktionellen Teils.) Der heutigen Ausgabe des Gießener Anzeigers liegt ein Werbeblatt der Preußisch-Süddeutschen Staats-Lotterie bei. Da die Ziehung der ersten Klasse bereits am 20. und 21. Oktober stattfindet, ist sofortige Bestellung ratsam. Die Lose sind erhältlich bei allen staatlichen Lotterie-Einnehmern und bei der Preußisch-Süddeutschen Lotterie-Bank in Berlin W 8, Friedrichstraße 186. 6234V wirkt wfo ( 50 9ur9eln 01 beugt Erkältungen vor! Wirtschaft. Oie Lage der Oevisenmärkte. "Berlin, 21. Sept. (ERD.) Ein anschauliches Bild über die Lage der heutigen internationalen Devisenmärkte ergibt folgende Aufstellung: In Berlin, wo bekanntlich nur ein amtlicher Kurs für die ausländischen Devisen von der Reichsbank festgesetzt wird, notierte das englische Pfund 19,25 gegen 20,47 am Samstag. InReuyork war das Pfund starken Schwankungen unterworfen. Nachdem es am Samstag noch 4,85 notierte, eröffnete es heute mit 4 bis 4,25, um sich nach einer weiteren Abschwächung bis auf 3,90, zum Schluß, d. h. 17 Ufjr Reuyorker Zeit, wieder auf 4,32 zu erholen. Beachtenswert ist am Reuyorker Devisenmarkt, daß Holland sich gegen Dollar auf 40,3250 gegen 40,38 am Samstag abgeschwächt hat. Paris ist mit 3,9163 ziemlich stabil geblieben. Die Rorddevisen liegen in Reuyork auffallend schwach, Oslo und Kopenhagen haben sich auf 26,25 gegen 26,72 am Samstag und Stockholm auf 26,35 gegen 26,7550 abgeschwächt. In Zürich wurde das englische Pfund am Vormittag mit 24,75 gegen 24,8675 am Samstag genannt. Ein amtlicher Kurs wurde nicht festgesetzt. In Amsterdam war ein Kurs für das Pfund nicht zu hören. In Paris nannte man das Pfund im freien Handel 110 bis 112 gegen 123,97 am Samstag. Amtliche Devisenkurse wurden in Paris nicht festgesetzt. Der Londoner Devisenmarkt (in London werden bekanntlich Devisen nur im Freiverkehr gehandelt, also nicht amtlich notiert), zeigte natürlich ein sehr nervöses Aussehen. Die erste Taxe für den Dollar heute früh lautete 4,25 gegen 4,8590 am Samstag. Im Laufe des Rachmittags befestigte sich dann der Dollar auf 4, um sich dann um 17.45 llhr Londoner Zeit nach mehrfachen heftigen Schwankungen wieder auf 4,25 abzuschwächen. Die holländische Devise eröffnete mit 11,20 nach 12,0388 vorgestern, zog dann auf 10 an und schloß wieder mit 10,50. Der französische Francs lag mit 110 gegen 123,95 am Samstag schon am Vormittag sehr fest, zog dann mittags weiter auf 102 an und schloß mit 108,50. Die Reichsmark wurde heute höchst 19 und niedrigst mit 18 gegen 20,5250 am Samstag genannt. Oie Reuyorker Börse schließt gedrückt. Reuyork, 21. Sept. ($11.) Die Reuyorker Effektenbörse schloß am Montag überwiegend mit niedrigeren Kursen, obwohl das Stühungskonsortium der führenden Reuyorker Banken umfangreiche Käufe von erstklassigen Industriepapieren tätigte. Auslandanleihen lagen überaus schwach. Die Dawesanleihe gab um 6 Punkte auf 56 und die Vounganleihe um 3 Punkte auf 55 nach. Ebenso waren polnische, kanadische, norwegische und japanische Anleihen stark gedruckt. Von der Reuyorker Finanzwelt werden die Rückwirkungen der englischen Krise auf die amerikanische Wirtschaft unverändert zuversichtlich beurteilt. Privatdiskont auf Reichsbank- diskonthöhe. Berlin, 21. Sept. (TU.) Am Privatdiskontmarkt herrschte am Montag stärkeres Angebot, so daß die Reichsbank als regulierendes Organ sich zu einer Heraufsetzung der Privatbanknotiz, die sich in den letzten Tagen auf 77/8 Prozent stellte, um Vs Prozent auf 8 Prozent, d. h. also auf die Höhe des offiziellen Diskontsatzes, genötigt sah. Starke Kursrückgänge an der pariser Börse. P a r i s, 21. Sept. (TU.) Die Pariser Börse, die am Montaa als einzige Weltbörse geöffnet war, begann anaesichts der englischen Krise außergewöhnlich nervös. Die Festsetzung der ersten Kurse bereitete wegen des großen Angebots und der geringen Nachfrage starke Schwierigkeiten. Die Börse schloß zu niedrigsten Kursen mit etwa 10 bis 15 o. H. Verlust vom Wert fast sämtlicher Papiere. Das englische Pfund wurde amtlich nicht notiert und wird auch, nach einer Erklärung des französischen Finanzministers, nicht notiert werdcp. Im Freihandel wurden von Bank zu Bank zunächst Kurse von 110 bis 115 und schließlich nur 102 Franken gezahlt. Die Reichsmark wurde mit 500 Brief gehandelt. In einer Havas-Auslassung, in der das französische Publikum über den Stand der französischen Währung beruhigt wird, heißt es, der Finanzminister sei im Einverständnis mit dem Ministerpräsidenten und nach Rückfrage in Bank- und Börsenkreisen der Auffassung gewesen, daß eine einstweilige Schließung der Pariser Börse die Schwierigkeiten der englischen Regierung nur noch erhöht haben würde. So habe man lediglich von der amtlichen Notierung des Pfundkurses Abstand genommen, während die Pariser Börse an sich normal funktionierte. In den nächsten Tagen würde dieses System beibehalten werden. Oie heutige Berliner Börse. Berlin, 22. Sept. (WTB. Funkspruch.) Heute vormittag hat sich an der allgemeinen Situation gegen gestern wenig geändert. Ein Freiverkehr findet wiederum nicht statt, und die Entscheidung über die heutige Börse fällt erst in einer auf 10 Uhr angesetzten Börsenvorstandssihung. Voraussichtlich wird aber auch heute die Berliner Börse für einen Verkehr in Effekten nicht freigegeben werden. Der Lieferungstermin und der Differenzenzahltag, der morgen wäre, werden wohl verschoben werden müssen. Rachdem schon gestern der Privatdiskont auf 8 Prozent erhöht werden muhte, scheint die Situation am Geldmarkt weiter angespannt zu sein. An nominellen i Kursen hörte man am Devisenmarkt Pfund gegen Kabel 4,3250, Pfund gegen Paris 109, Pfund •