Nr. 195 Erstes Via« M- Jahrgang Samstag, 22. August 1951 Erich«,u lügl'ch.mch« ßmmtog» and 5*urteg». Btfleete: Du Illustriert* et«6«na Jamilienblätta ßetmol tm Bild Di« Scholl« ■•■ats-Btjigiprets: 2.20 Deid)»maib und 80 D«tch»pfenntg für Träge» lohn, auch bei Dichter» Icherneu «inzeluerDummeru tnfolgt höherer Gewalt. zenifprechaMfchllße unt«r Sam melraonmer 22S1. Anschrift fir Drahtnach» richtens ftetCB. gtaeffirl am Maio 1168i. Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnlck und Verlag: vrühl'lche Uiwersttül^vstch. miö Sktiönuterei B. Lange tu «ehea. Sdfriftlettug IM- Seschästsstelle: Schulstraße 7. Luvahore m li)ti«i fir die lagesnumma di» zum Dad)mittag vorher. Preis für l mm höhe fir Änzeiccn von 27 mm Breite örtlich 8, au»wärt» 10 Deid)»pfennig; fir De» kiameanjeigen von 70 mm Breite 35 Deich»pfeunig, Vlat}Dor|d)rift 20*, mehr. Chefredakteur. Dr. Fnedr. Will). Lange. Verantwortlich fürDolitü Dr. Fr. Wiih. Lana«: fir Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und fir de» Anzeigenteil Ma^ Fistes sämtlich in Sieben. Macdonald verhandelt, ramötag entscheidende Vesprcchnng mit Baldwin. ßonbon, 21. Aug (WTB.) Die innerpolitische Krise hat sich insolge der ablehnenden Haltung de» Gewerkschaftsrate- zu den Regierungsvorschlägen im Laufe de» heutigen Tage» derart verschärft, das; allenthalben die Möglichkeit eineSRück- tritte-de-Kabinett-Macdonalder» örtert wird. Da» Kabinett hat seine heutige Hitzung am Nachmittag beendet, ohne bafi bekannt geworden wäre w a r u m die Besprechungen vertagt wurden. "Reuter weih au berichten, e» sei ausgefallen, bah mehrere Minister mit sehr besorgtem Gesicht von der Hitzung gekommen seien. E» meldet weiter, dah die "Regierung mit sehr ernsten Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Arbeiterpartei rechnen müsse. Die Mitglieder de- Kabinett» sind heute abend au einer neuen Sitzung in der Downing- strect einberufen worden. Die Minister waren nach Besprechungen von fünfstündiger Dauer am "Nachmittag bereit» für da» Wochenende au-einandergcgangen. "Nachdem aber der Premierminister und Snowden anderthalb Stunden lang mit den Führern der Opposi - tion-parteienverhandelt hatten, wurde beschlossen, eine weitere Sitzung de» Kabinett» abzuhalten. und die Minister wurden telephonisch, telegraphisch und durch Boten zu - rückgcrusen. Wahrscheinlich wird der Premierminister morgen eine Zusammenkunst mit Baldwin haben, von der eine endgültige Entscheidung über die Haltung der Konservativen ' artet erwartet wird. Auch die Vertreter der . onservativen und der Liberalen Partei hatten heute tun 21 Uhr nochmal» ein« Unterredung mit Macdonald. Wie Reuter meldet, spricht man von der Möglichkeit de» Rücktritte» einiger Mi n i st e r. wenn der Plan, der starke Abstriche bei der Arbeitslosenversicherung und der sozialen Fürsorge vorsieht, von der Regierung angenommen wird. Man trennt in diesem Zusammenhänge die "21 amen von John ston und Landsbury. Oie Stellung der Parteien. Starte Meinungsverschiedenheiten zwischen Konservativen und Gewerkschaften. London. 21. Aug. (TU.) Mu» den verschiedenen Besprechungen zwischen der Regierung, den Parteien und den Gewerkschaften. Haden sich zwei Hauptpunkte heraurkristallistert. die möglicherweise geeignet sind, den Laus der Ereignisse entscheidend zu beeinflussen, und zwar ersten» die Forderung der konservativen nach weiteren Einsparungen und zweiten» die Opposition der Gewerkschaften gegen jede wesen f. liche Einschränkung de» jetzigen System» der Arbeitelosenoersicherung. Obwohl die genauen Einzelheiten der Regierung»oorschläge auch seht noch nicht bekannt sind, so gehl au» den zahlreichen Acußerungen der verhandlung»teilneh- mer hervor, dah die konservativen ihre parlamen- torische Unterstützung der Regierung von weiteren radikalen Einsparungen abhängig machen und sich einer weiteren drückenden Steuerbelastung widersehen. Dem Gedanken eine» Zolltarif» im Rahmen anderer einschneidender Spar- mahnahmen stehen sie mit großer Sympathie gegenüber. Die Gewerkschast»oerireter haben dem Kabinett mitgeteilt. dah sie sich jeder Kürzung der Urbeitslosenzahlungen widersetzen würden und dah eine solche Kürzung, sowie ein möglicher Abbau von Löhnen und Gehältern nach ihrer Ansicht die wirtschaftliche Depression nur noch verschlimmern würde. Der Generalrat der Gewerkschaften hat auch die Frage eine» Zolltarif» geprüft, glaubt aber eine endgültige Entscheidung dem Gewerkschaftskongreß am 7. September in Bristol überlaf fen zu müssen. Vie Arbeiterpartei allein hat beschlossen, der Regierung bei vurchsührung der Verhandlungen vollkommen freie Hand zu lassen. Vie Libero- t c n stimmen, wie e» heißt, den konservativen Forderungen nach drastischen Sparmaßnahmen vor Einführung neuer Steuern bei. lehnen jedoch den Zolltarif nach wie vor entschieden ab. Grundsätzlich dürften sie aber wohl mit den Vorschlägen de, Kabinett» einverstanden fein. Der Entschluß de» Generalrate» der Gewerkschaften, feine Entfchcidung über die Regierung»vorschtäge bi» zum Zusammentritt de» Gewerkschaft»kongresie» am 7. September in Bristol hinauszuzögern. Hal entscheidend zur Verstärkung der politischen Unsicherheit in London beigetragen. Sein widerstand gegen jede Linmischong in da» bestehende System der Arbeitslofenversichernng ist für das arbeiterschlaggebender Bedeutung, weil über 100 Parlamentarier der Arbeiterpartei al» Gcwerkschastsvertreter politisch eng mit den Gewerkschaften verbunden find und weil die Gewerkschaften jährlich eine beträchtliche Summe zu dem Parteifond» der Arbeiterpartei beitragen. Die Gewerkschaften geben sich anscheinend der Erwartung hin, daß sich die Regierung erneut mit einem schmackhafteren Programm nähern werden, wofür bisher allerdings keine Anzeichen oorliegen. Für den Fall, dah sich die Dcwerkfchaften anstelle der Kürzungen in den Soziatausgaben für die Einführung eines Zolltarife» einfehen würden, wäre die Schwierigkeit de» Kabinett» nicht behoben, da der Schatzkanzler Snowden, wie versichert wird, sich in diefem Punkte unversöhnlich zeigt und zu keinerlei Zugeständnissen bereit ist. Obwohl in Gewerkschaft»- wie in Ka- binettskreifen starke Strömungen vorhanden sind, die mit aller Anstrengung auf ein Kompromiß hin- orbeiten. ist doch die Möglichkeit eine, Kabinettsrücktritts nicht unbedingt von der Hand zu weifen, falls Macdonald es nicht vorziehen sollte, fein Programm mit Hilfe der Konservativen und Liberalen durchzuführen, was gleichbedeutend mit einem Auseinanderbrechen der Arbeiterpartei fein würde. London. 21. Aug. (TU.) „Times" berichtet aus Washington, dah jede Meldung über eine bevorstehende internationale Konferenz zur Regelung der Kriegsschulden und Repa r a H o n en al» verfrüht anzusehen sei. Die Absichten Hoover» sowohl in außenpolitischen, wie innerpolitischen (Arbeitslosenversicherung) Fragen feien vorläufig nur im Profil zu erkennen, und er warte fo lange, wie er aus Gründen der Sicherheit könne, bis er sie mit aller Offenheit feinem Lande zeigen könne. Auch mit der Frage der Krieg»- fchulden und der mit ihnen verbundenen Reparationen müsse sich der Präsident so viel Zelt wie möglich lassen. 3n Anbetracht der beoor- stehendep Präsidentenwahlen würde e» der Höhepunkt der Ungeschicklichkeit sein, irgendeinen entscheidenden Schritt zu unternehmen, ohne sich vorher über die zu erwartende Ausnahme bei der amerikanischen Oefsentiichkeit genau orientiert zu haben. E» sei von ausschlaggebender Bedeutung, sich immer wieder daran zu erinnern, dah sich sowohl Hoover, wie die Republikanische Partei, augenblicklich in der Defensive befinden, mehr vielleicht durch da» Zusammentreffen oerfchiedener ungünstiger Ereignifse, al» durch ihre eigene Schuld. Sollten Hoover» innerpolitische Pläne bezüglich der Schaffung einer Arbeil»lofenhilse sich al» Fehlschläge er- Oie Gorgen des Handwerks. Berlin. 21. Aug. (TU.) Reichskanzler Dr. Brüning empfing in Gegenwart de» Staatssekretärs Dr. Trendelenburg die Qkr tretet der Spitzenverbände des deutschen Handwerks zu einer Aussprache. Unter Hinweis auf die derzeitige Wirtschaftslage betonten die Vertreter de» Handwerk» die Notwendigkeit einer verstärkten Rücksichtnahme auf den gewerblichen Mi11elstand. Das Handwerk erwart« ein sichtbare» Zeichen der Reichsregierung, um dem gewerblichen Mittelstand das Gefühl der Vernachlässigung unb Vereinsamung zu nehmen, das im Laufe der letzten zehn Jahre sich mehr unb mehr auSgebreitet habe. An die Ausführungen der Vertreter des Handwerks knüpfte sich eine rege Aussprache, in deren Verlauf sich der Reichskanzler bereit erklärte, entsprechend dem Fortschreiten der beabsichtigten Maßnahmen der Reichsregierung erneute Besprechungen mit den berufenen Vertretungen des Handwerks herbeizuführen. HauSbesih und Reallredit. Berlin, 21. Aug. (TU.) Arn Freitag haben in der Reichskanzlei Besprechungen zwischen Reichskanzler Dr. Brüning, dem Präsidenten des Zentralverbandes deutscher haus- und Grundbesitzer- vereine, Stadtrat Humor, unb dem Vorsitzenden des Sonderausschusses für Hypothekenbankwesen im Zentraloerband des Deutschen Bank, und Bankiers- Wird Macdonald zurücktreten? Die Möglichkeit eines Sonzentratrons» kabinetts. London, 21. Aug. (WTB.) Die Abendpresse ergeht sich in Kombinationen darüber, wie die Dinge ihren Laus nehmen würden, wenn Mac» bonalb nicht imstande sein sollte, die Lage zu entwirren Sv schreibt .Evening Standard", es sei wahrscheinlich, daß Baldwin als Führer der zweitgröhten Partei vom König m i t der Regierungsbildung beauftragt würde, fall- Macdonald zurückträte, waS geschehen müsse, wenn er versuchen würde, sein Programm gegen einen Teil feiner ^Partei mit konservativer und liberaler Unterstützung durchzuführen. Wenn Baldwin die Betrauung annehme, so würde entweder eine konservative Regierung, di« im voraus mit Versprechungen hinreichender Unter st ützung von Macdonald und Lloyd George ausgerüstet ist, so lange die finanziellen Notmah- nahmen im Parlament beraten werden, inS Amt kommen oder eine Koalitionsregierung mit Macdonald. Lloyd George und gewissen von ihnen bezeichneten Ka - bine tt 6m i tg l iebern. Keine dieser beiden Regierungen würde wahrscheinlich den gegenwärtigen "Notstand überdauern. Neuwahlen würden nach aller Wahrscheinlichkeit vorIahres- enbe statt finden. weifen, fo würde er nur noch mehr In die Verteidigung gedrängt werden und feine Autorität in anderen Richtungen Schaden leiden. Der kommende Winter würde zeigen, mit welchen Mitteln und mit welchem Erfolg die amerikanische Regierung die- jenlgen Pläne Hoover» au»;nführen in der Lage fei. die er hege, die er aber noch nicht bekanntgeben könne. Berichte, wonach die englische Regierung eine baldige Initiative Hoover» in der Reoifton»- frage erwarte, werden von amtlichen Washingtoner Stellen mit betontem Nachdruck al» unbegrün- d e t gekennzeichnet. Man erklärt immer wieder, dah die gegenwärtigen anormalen Wirtschaftvverhältnisse kein Maßstab für die Zahlungsfähigkeit der Mächte feien und erst die Auswirkung de» Moratorium» abgewartet werden müsse. Die Möglichkeit, dah Macdonald versucht habe, Hoover durch Vermittlung des Staatssekretärs Slimfon zur Einberufung einer internationalen Revifionskonferen, zu veranlaßen, wird in Washington nicht bestritten, obwohl ein entsprechender Bericht de» Staatssekretär» nicht vorzu- llcgen scheint. Iedoch erklärt man, dah eine derartige Anregung de» englischen Ministerpräsidenten entweder keine oder eine abschlägige Antwort erfahren haben würde. gewerbes, Geheimrat Schreyer, ftattgefunben. Die Besprechungen galten Fragen ber Hauszins- ft e u e r unb ber allgemeinen Wirtfchaftslaae unter besonderer Berücksichtigung des Mittelstandes. An diese erste Beratung werden sich weitere Derhand« lungen anschließen. Eine Denkschrift über die De- sprechungsfragen wird in etwa acht lagen durch Stabtrat humar der Deffentlldjfeit übergeben werden. Noch kein Ergebnis ber Verhandlungen mit den Gemeindearbeitern. Berlin, 22. Aug. (TU.) Die Verhandlungen mit den Vertretern der Gemeindearbeiter im Reichsarbeitsministerium haben sich am Freitag bis kurz nach Mitternacht hingezogen und wurden dann auf bamstagvormittag vertagt. Ergänzend meldet der ."Vorwärts": Nachdem der Vertreter deS ReichsarbeitsminifterS sich vergebens bemüht gehabt hätte, die Parteien zur gemeinsamen Annahme einer SinigungSformel au bringen, habe er in später Abendstunde einen Vorschlag gemacht, zu dem sich die Parteien bis 22.30 Uhr hätten einigen sollen. Die Reichstarif- kvmmission de» GesamtverbandeS der Gemeindeawbeiter habe den Vorschlag, der in zwei Etappen einen weiteren Lohnabbau vorgesehen habe, abgelehnt. Um 23 Uhr hätten sich die Unterhändler des GesamtverbandeS in das ReichSarbert-Ministerium begeben, um den Beschluß und seine Gründe persönlich zu übermitteln. Krisenstimmung in England. Oer Kampf um das Gparprogramm. - Oie Gewerkschaften gegen eine Verkürzung der Gozialausgaben. — Oie Konservativen für weiiergehende Einsparungen. — Ein Kabinettswechsel wird diskutiert. parlelliche Kabinett deshalb möglicherweise von aus- Keine Aussichten für eine neue Reparationskonferenz. Amerika lehnt jede Initiative vorläufig ab. WiNschastskreise beim Reichskanzler. Sie polifif hat das Wort! Die Julikrisi» in Deutschland — im Grunde ja nur eine akute Phase ber seit länger al» «inan Jahr über der Welt schwebenden allgemeinen Wirtschaf tsbepression, der Kollap» eines an langem schweren Siechtum darniederliegenden Patienten — hatte zur unmittelbaren Folg« bi« Londoner Konferenz der am Doungplan interessierten Hauptmächte. Unter Mitwirkung Amerika» kam damals eine VertrauenSkundgckung für die innere Stabilität ber durch Kreditabzüg« schwer erschütterten deutschen Wirtschaft zustanl^e. Weniger platonisch war die Berufung dreier Ausschüsse von Sachverständigen, von denen nunmehr zwei ihre Arbeiten abgeschlossen haben. Gs handelte sich dabei einmal um den Zusammentritt von Vertretern der hauptsächlichen Bankengruppen, die an dem noch in Deutschland kurzfristig investierten ausländischen Kapital Inter» ediert sind und bereit sind, da» sog. Still- haltekonsortium zu bilden, xum andern um ein au» Vertrauensleuten der großen Zentralnotenbanken gebildete» Sachverstän- digenkornitee, dem die Prüfung derdeutschen Kreditlage unb die Erstattung eine» Berichte» über die Möglichkeit weiterer Kreditgewährung an Deutschland oblag. Don dem dritten Gremium von international besonder» angesehenen Wirtschaftssachverständigen, da» die Reichsregierung au ihrer Unterstützung unb zur Begutachtung ber von ihr ergriffenen Maßnahmen nach Berlin gebeten hatte, wirb hier noch nicht die Red« f«in. Die beiden erstgenannten Ausschüsse waren in Basel, am Sitz der Dank für internationalen Zahlungsausgleich, jufammcngclrcten, hatten ihrer besonderen Aufgabe entsprechend zumeist getrennt und nur in der Schlußphase gemeinsam beraten und haben nun ihre Empfehlungen in die Form von Berichten an ihre Auftraggeber gekleidet. Zwischen beiden muß bei einer näheren Bettachtung de» Ergebnisse» dieser Baseler Beratungen grundsätzlich unterschieden werden. DaS Still- haltekonsortium hatte eine engbeavenzte Ausgabe, mit den "Vertretern der deutschen Banken al» Schuldner die Modalitäten zu vereinbaren, unter denen die ausländischen Gläubiger sich beveit- sinden sollen, ihre nach dem 13. Juli noch in Deutschland belassenen, kurzfristig gewährten Jfre- dite vorläufig nicht zu rückzuziehen. Dem Sachver- ständigenausfchuß war dagegen die weitergreis end« Ofufgabc gestellt, die Möglichkeit einer Umwandlung der stillgehaltenen Kredite in langfristig« und Deutschland» Bedarf an zusätzlichen Krediten zu prüfen. Da» Srillhaltekonsortium ist nut nach Heber* Windung großer Schwierigkeiten zu einer Einigung gekommen, die tn einem nicht unwesentlichen Punkt ein für Deutschland wenig erfreuliche» Gesicht bekommen hat. Dabei ist vorauSzuschicken, daß der Ausschuß, der in Basel tagte, nur au» Beauftragten der interessierten Dankgruppen bestand, nicht aber au» Bevollmächtigten, die für die Gläubiger bindende Abmachungen hätten tätigen können. Gs ist indessen anzunehmen, dah die große Masse der Gläubiger sich an bte Richtlinien gebunden halten wird, die in Basel mit dem deutschen Schuldner vereinbart wurden. Namentlich dürfte das für die amerikanische» Danken gelten, di« in 2. WigginS, dem Präst- benten ber National Ehase Bank, den Dorsitzenden deS Baseler Komitee» gestellt hatten. Man ist dahin übereingekommen, di« an sich im Laufe der nächsten drei Monate fälligen Kredite, di« auf rund 5 Milliarden Mark geschätzt werden, unter Einschaltung zusätzlicher Sicherheiten, die die GolddiSkontbank leisten wird, weiter« sechs Monate in Deutschland zu belassen. Nicht so einfach war die "Verständigung über die Guthaben, die ausländische Banken in Deutschland in deutscher Währung liegen haben. Die Dertteter ber Gläubiger verlangten für diese Markguthaben in Höhe von rund 800 Millionen Mark gleiche Behandlung mit den innerdeutschen Markguthaben, also unbeschränkte Abzugsmöglichkeit. Hätten sie diese Forderung durch- geseht, wäre daraus eine nicht geringe Gesayr für die deutsche Währung erwachsen, da ja in der Wirkung der Abzug von ausländischen Markguthaben einem Devisenverlust der Reichsbank gleich kommt. Diese Gefahr konnte toenigften» insofern gemildert werden, al» nur 20 vH ber Markgut haben sofort freigegeben werden unb jeden weiteren Monat erst weitere 15 v. & Eine Sicherung für das Jntakthalten der deutschen Währung konnte durch die Bestimmung eingeschaltet werden, daß die Reichsbank die späteren 2ll>zugSsristen hinausschieben kann, wenn sie für ihre Devisenbilanz Schwierigkeiten befürchtest muß. Der Fall wird bann einrieten, wenn di« Reichst»ank gezwungen würde, zu dem gefährlichen AushilfSmittel ber Notenpresse zu greifen, um den Anforderungen der ausländischen Markgläu- biger gerecht zu werden. Während Engländer und Amerikaner offenbar bereit waren, der Sachlage, wie sie nun einmal nicht zuletzt als Auswirkung der unwirtschaftlichen Tributleistungen entstanden ist, Rechnung zu tragen, scheint eS, daß vor allem Holländer und Schwekzer sich gegen ein weitgehendes Entgegenkommen zugunsten be» deutschen Schuldners gestemmt fcafen. Sie konnten den leider nicht unberechtigten Dorwurf erheben, daß ja erst deutsche Kapitalisten durch die Ueberttagung deutschen Kapitals in das Ausland mit dem Sturm auf die Mark begonnen und damit selber die DerriauenSkrisis ausgelöst hätten, deren Höhepunkt die Katastrophe be» 13. Juli war und deren weitere Auswirkungen man jetzt mit Hilfe deS Auslandes zu verhindern trachte. Die Ueberschwemnrung deS benachbarten di« t n bi« Hand auf di« Wunde, die den deutschen Wirt- fcboftstorper nicht zur Gesundung kommen läßt: die Tributverpflichtungen. Die von Deutschland zu leistenden internationalen Zahlun- gen dürfen nach Ansicht der Sachverständigen nicht länger die Stabilität seiner Finanzen gefährden. Es darf nicht gezwungen sein, entweder seine Schulden lawinenartig zu vermehren, oder durch Einfuhrsperre und Dumpingexport das wirtschaftliche Wohlergehen anderer Länder zu bedrohen. Heute gibt es nur diese beiden Wege, wenn die "Regierungen keine Vernunft annehmen und die politischen Voraussetzungen für di« Wiederherstellung eines freien Geld- und Güterverkehrs schaffen. Die Unterbringung neuen Kapitals mit dem Ziel einer Vermeh- . rung der Kaufkraft und Behebung der Depression, die alle Weltmärkte lähmt, ist unmöglich, solange da» herrschende Reparation»- und Kriegsschulden- snstem wohl riesige Zahlungen von Schuldner- ländern an Gläubigerländer fordert, aber auf der andern Seite ein protektionistisches Zollsystem die Echuldnerlünder hindert, ihre Schulden auf dem Wege des freien Güterverkehrs ab^utragen. Hier wird also von ersten Autoritäten des internationalen Wirtschaftslebens in nackten, dürren Worten gesagt, daß ohne Beseitiaung des allen ökonomischen Grundgesetzen zuwiderlaufenden Tributsystems und ohne Befreiung des internationalen Güteraustauschs von allen einengenben Hemmnissen die Prosperität der Weltwirtschaft nicht wiederhergestellt werden kann. Und die Sachverständigen scheuten sich auch nicht, ihren Auftraggebern, den Regierungen, einen bestimmten Termin zu setzen, bis zu dem die politischen Voraussetzungen geschaffen werden müssen, wenn nach Ansicht der Sachverständigen die Wiederherstellung des deutschen Kredits mit einiger Aussicht aus Erfolg unternommen werden kann. Rur ein knappes halbes Jahr, während dem die kurzfristigen Kredite weiterlaufen, wird den Regierungen für diese Arbeit zugebilligt. Dann müssen die von den Sachverständigen angedeuteten entscheidenden Schritte getan fein. Die Wirtschaftler haben also die Akten geschlossen und mit dem Vermerk „Zurück an die Poll- tiker" den Regierungen zur weiteren Bearbeitung überreicht. Dem Vorsitzenden der Londoner Konferenz Macdonald liegt es nun ob, den nächften Schritt zu tun und die anderen beteiligten Re- gierungen unter Hinweis darauf, daß keine Zeit zu verlieren fei, zu einer Aussprache über das von den Sachverständigen in den Vordergrund gerückte Reparations- und Kriegsschuldenproblem einzuladen. Die Aussichten dazu sind allerdings nicht sehr günstig. In Washington, das ja hierbei ein gewichtiges Wort mitzureden hat, hat der Layton- Bericht ein Echo gefunden, aus dem man schließen könnte, daß man dort schon wieder Angst vor der eigenen Courage bekommen hat und nach der Ini- tiative des Hoover-Moratoriums hypnotisiert durch den wachsenden Zerfall der eigenen Wirtschaft wieder in die alte Lethargie Europa gegenüber zurück- finken möchte. Auch die Wahlen zum Kongreß und die Aufstellung der Präsidentschaftskandidaturen, die Amerika ja nie zur Ruhe kommen (affen, werfen schon ihre Schatten voraus, so daß mit einer neuen Initiative der Vereinigten Staaten sobald wenigsten» kaum zu rechnen fein dürste. Vermutlich werden sie ein Nachgeben in der Kriegsschuldenfrage, mit der nun einmal das Reparationsproblem eng verbunden ist, von einem Erfolg in der Abrüstungs- frage abhängig machen. Damit geraten wir wieder in den circulus vitiosus, der bisher schon immer eine gründliche Bereinigung gehemmt hat. Wir kommen also, da wir keine Zeit zu verlieren haben, um eine eigene aktive Politik nicht herum. Sie darf zw« nicht die Lösung der Revarationsfrage in einem psychologisch ungünstigen Augenblick erzwingen wollen. Denn es kann uns nichts daran liegen, Auslandes, namentlich der Schweiz und Hollands. mit deutschem Kapital hat dort zu nicht Sagen wirtschaftlichen Schwierigkeiten geführt. länder und Schweizer Danken sahen keine An- Endlichkeiten mehr für die ihnen zuströmen- den Kapitalien. Da» starke Kapitalangebot drückte auf die Verzinsung und trieb die Warenpreis« hoch. So war von vornherein weder in Holland noch in der Schweiz die Stimmung für un» besonders freundlich, als wir für die Verlängerung der Kredit« ihre Hilf« in Anspruch nehmen muhten. Lind dieses Stimmungsmoment wird sich auch in den Daseler Stillhalteverhandlungen wenig günstig ausgewirkt haben. Es bedarf kaum besonderer Vetonung, dah das nur mit Mühe erreichte Ergebnis dieser Verhandlungen lediglich ein Provisorium bedeuten kann, eine Atempause bis zum Frühjahr, während der zwischen Deutschland und seinen ausländischen Gläubigern eine endgültige Regelung über ine weitere Fortdauer der stillgehaltenen Kredit« oder ihre Ablösung durch eine langfristig« Anl«ihe getroffen werden muh, denn eS ist wohl allen Deteiligten klar, dah neue Kreditabzüge nach Ablauf der in Basel zugestandenen sechs Monate, ein neuer Run auf di« Danken, für die deutsche Wirtschaft auch im Februar kommenden IahreS neue schwere Erschütterungen zur Folge haben mühte, die mich die Gläubigerländer in noch ganz anderer Weise in Mitleidenschaft ziehen würden, als dies schon im Juli geschehen ist. Was in Dasel erreicht wurde, ist also bestenfalls nur eine Drücke, die zu einer stabileren Epoche der internationalen Geldwirtfchast hin überführen kann, wenn di« Zwifchenzeit von den verantwortlichen Männern genützt wird. Damit letten wir schon über zu den Arbeiten des zweiten Gremiums, das über dem Stillhaltekonsvr- tium in Dasel tagte, dem Sachverständigenaus- schuh. Die den Sachverständigen gestellte Aufgab« wurde bereits oben skizziert. Ihr Bericht an di« Regierungen ist ein eindringliches volkswirtschaftliches Privatissimum, dessen Wert noch dadurch unterstrichen wird, daß es einstimmig erteilt wirb. Also auch der ftanzösische Sachverständige, der ehemalige Gouverneur der Bank von Frankreich Moreau, hat sich den Folgerungen ange- schlossen, die seine Kollegen aus der Prüfung der deutschen Kredit- und Wirtschaftslage gezogen und in dem von dem englischen Nationalökonomen Sir Walter Lay ton redigierten Bericht niedergelegt haben. Der Bericht bejaht die Frage nach weiterem Kreditbedarf Deutschlands, betont ledoch, daß nur langfristige Anleihen für eine Kreditgewährung an Deutschland In Frag« kommen dürfen, um die Stabilität der deutschen Finanzen nicht einer neuen Bela tungsvrobe auszusetzen. Die Bor- aussetzungen hierfür sehen sie jedoch nicht als gegeben an, solange da» Vertrauen 1 ~ K 1- finanzielle Zukunft Deutschland» nicht wieberhergestellt sei. Zur Ausschaltung de» poli- tischen Risikos für die Geldgeber Deutschlands fordern sie, wenn man ihre umschreibenden Darlegungen auf eine prägnante Formel bringt, die deutsch - französisch« Verständigung al» da» A und D einer freundschaftlichen Zusammenarbeit Europas. Beim zweiten Punkt legen sie den durch das Hoover-Moratorium wenigstens vorläufig praktisch weitgehend außer Kraft gesetzten Poungplan durch einen neuen Vertrag zu ersetzen, der auch nur ein Zwischenstadium bedeuten und die Weltwirtschaft nicht zur Ruhe kommen lassen würde. Wir sind also darauf angewiesen, auf dem Wege der Selbsthilfe entschlossen weiterzuschreiten und, oweit das möglich ist, aus eigener Kraft unsere Wirt- chaft in Ordnung zu bringen. Auch die Sachverstän- )igen halten dies für «ine unerläßliche Vorbedin- gung neuer Kredite. Bon der Einstellung des Aus- andes wird es dann abhängen, ob wir gezwungen ein werden, den Weg der Selbsthilfe soweit zu Der- olgen, wie es ebenfalls der Layton-Bericht andeutet, aber im Interesse des Auslandes für höchst unerwünscht erklärt, daß wir nämlich unsere Einfuhr einschrumpfen lassen und den Export mit allen Mitteln forcieren. Der Mangel an Devisen und die fortschreitende Verarmung unseres Volkes weifen ja ohnehin schon in diese Richtung. Es ist ein Der- zweiflungsmittel, das das Chaos in der Weltwirtschaft noch vergrößern müßte und namentlich in seinen Auswirkungen die übrigen Industrieexportländer weit schwerer treffen würde, als uns. Sach« unserer Gläubiger ist es, durch rechtzeitiges und entschlossenes Handeln, ihnen und uns diesen Weg zu ersparen, an dessen Ende ein Trümmerhaufen liegen müßte. Die Wirtschaftler haben gesprochen, nun haben die Politiker das Wort! Oie Eröffnung -er großen -euischen Funkausstellung in Berlin. Blick auf die Festversammlung während der Eröffnungsfeier. Im Kreis: Staatssekretär Bredow, der Reichskommissar für das Funkwesen, hält die Eröffnungsansprache. «Äh X - ■ **_?'**■ SS HHl A Wßttzi Die 8. Deutsche große Funkausstellung, der zum zweiten Male die Phonoschau angegliedert ist, wurde vor etwa 2500 geladenen Ehrengästen durch den Reichsrundsunkkommisfar, Staatssekretär a. D. Dr. v. Bredow mit einer Ansprache eröffnet, in der er an di« Kindheitstage des Rundfunks erinnerte. Die Entwicklung habe alle Erwartungen übertrosten. Der Rundfunk sei heute ein wichtiger Träger unseres Gemeinschaftslebens gewor« dmi. 3n den schweren Iulitagen, als unser Vaterland vor dem Abgrund stand, habe der Rundfunk feine höchste Mission bewiesen. ES sei nicht dasselbe, ob ein Staatsmann etwa im Parlament seine Gedanken vortrage oder ob er unmittelbar zu seinen Hörern innerhalb und außerhalb der Grenzen spreche. Mikrophon und Lautsprecher seien vollkommen ehrlich und unbestechlich. Sie gäben den Klang wieder, wie er erzeugt werde und nichts dränge sich dazwischen. Der Reichskanzler habe mit seiner Rundfunkrede einen HörerkreiS gefunden, wie er keinem Staatsmann früher ]« beschieden gewesen fei. Die LI e b e r - tragung der Trrstan-Aufführung in Bayreuth über drei Erdteile hinweg habe Millionen von Menschen zum erstenmal die Schönheiten Wagnerscher Musik offenbart. Der Rundfunk habe fv bewiesen, dah er ein kulturelles und politisches Dindeglied von ungeahnter Wirkung »wischen den Völkern werden könne. Die gemeinschaftliche Ausstellung der gesamten elektroakustt- schen Industrie soll« zeigen, was deutsche Technik auf diesem Gebiet neues geleistet habe. Der Derliner Oberbürgermeister Dr. Sahm wies dann darauf hin, daß unter den Teilstädten Derlins die Stadt rings um den Funkturm die Funkstadt ohnegleichen in Vergangenheit und Gegenwart fei. Derlin habe als einzig« Stadt der Welt eine Akropolis des Funks. Man könne sagen, daß die Scheinwerferstrahlen des Funkturms diese Akropolis in moderner Weise ebenso weit verkünden, wie es einst auf der Athenischen Akropolis die vergoldet« Lanzenspitze der Göttin Athene getan habe. Er gebe dem Wunsche Ausdruck, daß aus einem glücklichen Erfolg der Ausstellung Aufträge und Arbeitsbeschaffung hervorgehen und Wissenschaft und Technik neue Anregungen gewinnen möchten. Als letzter Redner ging das gefchäftsführende Vorstandsmitglied des Verbandes der Funkindustrie, Dr. Michel, auf die Fe r n s e h te ch ni k «in, deren praktische Anwendungsmöglichkeiten im Zusammenhang mit der drahtlosen Wiedergabe von Tonfilmen in den Kreis praktischer Anwendungsmöglichkeit gerückt feien. Das Ziel der elektro- akustischen Industrie fei, ein Llniversalgerät für häusliche Unterhaltung und Belehrung zu schaffen, welches gleichermaßen dem Rundfunk, dem Fernsehen und der Schallplattenwiedergabe gerecht werde. Höpler-Afthoffs Vorschläge zur Reichsresvrm. Wenig zustimmen-es Echo. — Wie steht Braun zu -en Vorschlägen -es Jinanzministers? Wirth rückt ab. „Ein reiner Rcfercnlenenlwurf ohne politische Geltung." Berlin, 21.2Iug. (TU.) Zu dem Artikel des preußischen Finanzministers Höpker-Aschofs über die Reichsreform in der Zeitschrift „Der deutsche Volkswirt" wird von selten des Reichsinnenmini- teriums folgendes mitgeteilt: Im Reichsinnenmini- terium ist auf Grund der Beschlüsse der letzten ßän- »erkonferenz vom 20. und 21. Juni ein Gesetz- entwarf über die Reichsreform ausgearbeitet und fertiggestellt worden. Bei diesem Entwurf, der vom Relchausftrenggehelmgehalten worden ist, bandelt es sich um einen reinen Reserentenent- rourf, der keine politische Geltung hat und auch die Billigung des Reichinnenministers noch nicht gefunden hat. Auch dem Kabinett ist der Entwurf demgemäß noch nicht zugeleitet worden. Die wesentlichsten Punkte sind in dem Artikel des preußischen Finanzministers richtig wiedergegeben worden. Der Reichsinnenminister bedauert die vorzeitige Veröffentlichung des Gesetzentwurfs. — Don preußischer Seite wird dazu erklärt, daß es sich bei dem Artikel Höpker-Aschoffs um eine reine Privatarbeit handele, die vom preußischen Kabinett nicht gebilligt worden sei. Das Zentrum mahnt zur Vorsicht. Abwarten, was die Landtagswahlen bringen werden. Köln, 21. Aug. (WTV.) In bet „Kölnischen Volkszeitung" äußerte sich eine führende Persönlichkeit der preußischen Zentrums- partei zu den Vorschlägen Höpker-Aschosss wie folgt: Die Vorschläge Höpker-Aschosss bewegen sich nicht sowohl in der Richtung auf eine sog. Reichsreform, als daß sie vielmehr eine kombinierte Derwaltungsref orm zwi- schenReichundPreußen anbahnen wollen. Wir glauben aber zu wissen, daß Braun mit einem wesentlichen Teile der Vorschläge des pru- hischen Finanzministers nichtkvnformgehen dürfte. Jedenfalls hat sich bei dem Höpkerschen Vorschlag alsbald herausgestellt, daß die praktische Inangriffnahme dieses ganzen Problems in demselben Augenblick schwierig wird, wo man versucht, es aus dem Stadium der theoretischen Erwägungen in die Wirklichkeit zu überführen. Daß eineengere Arbeitsgemeinschaft zwischen dem Reich und Preußen wünschenswert wäre, kann ohne weiteres bejaht werden. Ebenso klar ist aber, daß sie mit größter Vorsicht und mit kühl st er Lleberle- gung angefaßt werden muh. Vor allem aber Dürfte es sich empfehlen, zunächst einmal das Ergebnisdernächsten Landtagswah- l e n abzuwarten. Cs ist eine altbewährte Praxis, daß st erbende Parlamente keine grundlegenden Maßnahmen mehr zu treffen pflegen, von denen sie nicht wissen können, ob ihre Rachfolger eine angefangene Linie weiter zu verfolgen bereit fein werden. Scharfer Wi-erspruch Bayerns gegen eine preußische Hegemonie. München 21. Aug. (TU.) Die „Bayrische Staatszeitung" nimmt zu den Relchsresorm- vorschlägen des preußischen Finanzministers Stellung und ((breibt, es seien die Gedankengänge des preußischen Ministerpräsidenten Braun, die Höpker- Aschoss zum besten gegeben habe. Diese Vorschläge laufen unverkennbar darauf hinaus, dem preu- ßischen Staate eine Hegemonie st el- lung Im Reiche zu verschaffen. Das wäre aber mit dem föderativen Charakter des Reiches nicht zu vereinbaren. Insofern patten auch die übrigen ßän- der Anspruch darauf, bei diesen Absichten ein Wort mitzureden. Derartige Dinge könnten unmöglich auf dem Wege einer Notverordnung gemacht werden. Die Zeitung beruft sich auf die Forderungen des Ministerpräsidenten Dr. Held in der Länderkonferenz in Berlin im Januar 1928 und betont mit Nachdruck: „Bayern lehnt alle Bestrebungen die auf eine Unitarifierung des Reichs hinaus- laufen, nach wie vor auf das entschieden ft« a b. Es wird niemals einverstanden fein, daß der Charakter des Reiches geändert wird." Oie preußische Rechte fürchtet Zerschlagung Preußens. Berlin, 21. Aug. (LU.) 3m Preußischen Landtag haben die De u tschn ationa l e Fraktion und die nationalsozialistischen Abgeordneten folgenden Antrag einge- bracht: „Rach Pressemeldungen hat der preußische Finanzminister Höpker-Aschofs dem Reichsminister des Innern einen Gesetzentwurf eingereicht. der in seinen Grundgedanken die Zerschlagung Preußens bedeutet. Gleichzeitig ist bekanntgeworden, daß der Vorschlag die Durchführung dieses Gesetzentwurfes mit Hilf« deS Artikels 48 der Reichsversassung vorsieht. Angesichts der daraus erwachsenden Gefahr für die Existenz Preußens beantragen wir die sofortige Einberufung des Landtage s." Nie Finanznoi der -euischen Gtadie. VberbürgermeisterDrSahmau^rttroPhon Berlin, 21. Aug. (TU.) lieber die Not der Gemeinden sprach im Rundfunk Oberbürgermeister Dr. Sahm zugleich in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Deutschen Städtetages. Er führte u. a. aus: Es ist nicht die Stunde, sich gegenteilig Vorwürfe zu machen. Privatwirtschaft, Reich, Länder und Gemeinden müssen gemeinsam bekennen, daß sie unterschiedslos die Wirtschaftskraft Deutschlands überschätzt haben daß sie nicht erkannt haben, wie unsicher das Fundament war, auf dem sie aufgebaut haben. Der Kampf um ben Finanzausgleich nimmt an Schärfe zu, je knapper das Reich um seiner eigenen Bedürfnisse willen den Anteil der Länder und Gemeinden bemißt. Immer neue Aufgaben werden den Gemeinden von Reich und Ländern überwiesen, und die Einheitlichkeit der Verwaltung geht durch Schaffung von S o n d e r v e r w a l t u n g e n verloren. Besonders werden die Städte durch die vom Reich vorgenommene Arbeltslosenfür- sorg« betroffen, die Lastenverteilung verschiebt sich immer mehr zu Ungunsten der Gemeinden. Das Ausmaß der kurzfristigen Verschuldung der Gemeinden beziffert sich auf etwa 1,6 Milliarden Mark. Die Entstehung dieser Schulden hängt fast durchweg mit der den Gemeinden gegenüber eingeschlagenen Finanzpolitik des Reiches und der Länder zusammen. Auch die Nlchtgeneh - m i g u n g von Ausländsanleihen zu einem Zeitpunkt wie sie unter erträglichen Bedingungen hätten ausgenommen werden können, führte kurzfristige Schulden herbei. Die von den Gemeinden aus eigener Initiative eingeleitete Konsolidierungsaktion ist durch die ununterbrochene Zunahme der Wohlfahrtslasten unterbrochen. Es kann nicht bestritten werden, daß auch einzelne Gemeinden manche Einrichtung geschaffen haben, die n i cht mit der gebotenen Sparsam- feit in Ueberein ft immun g z u bringen ist; aber die an die Gemeinden gerichtete Kritik kann mit der gleichen Dringlichkeit auch an andere Kreise gerichtet werden. Die Gemeinden empfinden es auch als ungerecht, daß gerade jetzt Einzelerscheinungen kommunaler Besol- oungspolitik maßlos verallgemeinert werden. Es wird verkannt, daß weitaus die Mehrzahl der gemeindlichen Besoldungsordnungen von den zuständigen Landesbehörden nachgeprüft und jahrelang unbeanstandet geblieben sind. Das Reich darf feine Mitwirkung und Hilfe bei der Abdeckung der kurzfristigen Schulden der Gemeinden nicht versagen und muß ferner die zur Führuna einer geordneten Verwaltung unentbehrlichen Kaffenkredite bereltfteüen. Das Reich muß endlich die Gemeinden entlasten von den Aufwendungen für die Wohlsahrtserwerbslosen durch eine sofortige Neuorganisation, möglichst durch Verein- heitlichung von Arbeitslosenversicherung, Krisen« und Wohlfahrtserwerbslosenfürsorge. Nie Landgemeinden. Zum Sanierungsprogramm deS Städtctages. Berlin. 21. Aug. (TLl.) Wie die „Lcrndvolk- Rachrichtew' berichten, bat das Sanierungsprogramm des Deutschen Städtetages nicht gerat« eine günstige Aufnahme bei der Reichsvegierung gefunden. Man fei der Meinung, daß die großen Städte eS sich etw aS leicht gemacht haben, bei ihren Vorschlägen, wie sie aus der Finanzkalamität herauSkommen sollen. Ofsensicht- lich vermisse man vofitive Vorschläge, wie die Großstädte iyren kostspieligen Derwal- tungsapbarat und die teilweise überhöhten Löhn« und Geyälter auf ein Mindestmaß herabdrücken wollten. Der Städtetag selbst schlage bekanntlich nur für einen Teil seines Fehlbetrages eigene Maßnahmen vor und appelliere im übrigen an das Reich ihm zu helfen. Da das Reich f e l b st die größten Anstrengungen mache, seinen Haushalt in Ordnung zu bringen, fei anzunehmen, dah es weiterhin schärf st en Druck auf die Großstädte ausüben werde, damit diese endlich einmal mit allen Sünden der Vergangenheit ausräümten. Die „Landvolk-Rachrichten"' fügen hinzu: Hoffentlich übersieht man dabei in der Reichsregierung nicht, daß die Großstädte nichtiden- tifch find mit sämtlichen deutschen Gemeinden, auch wenn der Deutsche Städtetag beliebt, immer schlechthin im Ramen aller deutschen Gemeinden zu sprechen. Bekanntlich leben aber mehr als die Hälfte der deutschen Einwohnerschaft noch in Landgemeinden, die zum größten Teil ehrenamtlich verwaltet sind, keinen Beamtenapparat haben, fo daß bei ihnen persönliche Einsparungen auSgefchlof- s e n sind und die durch ihre herkömmliche sparsame Einstellung sich vielfach den Vorwurf kommunaler Rückständigkeit gefallen lassen müssen. Sie Industrie zur WirtschastSlage DaS Programm der Selbsthilfe fordert Herabdrückung der Selbstkosten. Berlin, 22. Aug. (CNB.) Der Reichsverband der Deutschen Industrie hat der Reichsregierung ein Memorandum überreicht, in dem die Wünsche der Industrie zur gegenwärtigen Wirtschaftslage zum Ausdruck gebracht werden. Eine Veröffentlichung ist nicht beabsichtigt, um «ine Dis- kusfion in der Oeffentlichkelt zu vermeiden. In einem Rundschreiben des Reichsverbands beißt es u. a.: Wir haben nunmehr noch einmal unsere wichtigsten Forderungen und Vorschläge zusammengestellt. Der Ausgangspunkt der ganzen Darstellung tst her zwingende Gedanke daß Deutschland auf den Weg der Selbsthilfe angewiesen ist. Im Mittelpunkt des Eelbsthilseprogramm» mutz die oraanische Umgestaltung der Selbst- kosten im Sinne einer möglichst weitaehenden fierabbrüdung der Selbstkosten stehen. In der Aufzeichnung ist Im einzelnen dargestellt, wie dieser Grundsatz auf folgende vier Hauvtgebiete angewandt werden muh: 1. Steuern und Abgaben an die öffenttiche Hand, 2. soziale Lasten, 3. Löhne und Geholter, 4. verkehrstorife und Tarife der kommunalen Dersorgungsbetriebe. — Ein weiterer besonderer Abschnitt besaht sich mit den „Ausgaben einer richtigen und einwandfreien Kreditpollti t“ insbesondere bei der öffentlichen Hand, um eine Senkung der Kreditkosten zu erreichen. — Ein anderer positlver Vorschlag erstreckt sich auf die Schosfung einer Möglichkeit für vermehrte Aufträge an die Wirtschaft. Schließ- sich enthält die Eingabe auch die nachdrückliche For- berung, alle Reste der Zwangswirtschaft, insbesondere auch die Zwangswirtschaft im Woh- nungswesen. endgültig zu beseitigen. Aus aller Welt. „Graf Zeppelin" fommt Mitte September nach Jranffurl a. M. Bei der am 29. August stattfindenden Süd - arnertkasahrt des Luftschiffe» JBraf Zeppelin" befördert das Luftschiff auch Fracht. In Pernambuco stehen Flugzeuge de» Eondor-Fluadienstes nach Rio de Janeiro bereit, so dah die Fahrtteilnehmer Gelegenheit haben, während de» zweitägigen Aufenthalte» Rio zu besuchen. Die auf den 20 August angesetzte Schweizerfahrt muhte wegen der überau» schlechten Wetterlage auf den 27. August verlegt werden. Wegen der dreitägigen Verschiebung der Südamerikafahrt muh die Schweizerfahrt vom 9. September auf den 11. September ebenfalls verlegt werden. Am 13. September findet bann bis schon lange geplante Lanbungsfahrt nach Frankfurt a.M. statt. Dom 19 bis 22.Septem- der wird da» Luftschiff dieses Jahr die zweite Südamerikbfahrt nach Pernambuco aus- führen. Die für Oktober In Aussicht genommene Landungsfahrt nach Sevilla muh wegen den in Spanien herrschenden Verhältnissen vorläufig abgesagt werden. Ein Teilnehmer der deutschen Himalaja-Expedition tödlich abgestürzt. Nach emem Bericht des Leiter« der deutschen Himalaja-Effpeditivn. Paul Dauer, ist die Äang« schendsonga-L? pedition von einem schtoeren Unfall betroffen worden. 2IS eine gröbere Abteilung unterwegs war, um das Lager 8 auf dem Rordvstfpvrn in einer Hohr von 6200 Meter auf- zu schlagen, stürzte der 25 Jahve alte Münchener Student der Technischen Hochschule, Hermann Schaller, einer der bekanntesten Münchener Alpinisten, mit einem Träger t ö d l i ch ab. Die Lerche wurde von den G»peditionsteilnehmern auf einer Felsinsel, die sich aus einem Meer von GiS erhob, in einer Hohe von 5400 Meter beigesetzt. Der erst 2biahrige Hermann Schalter war schon seit vielen Jahren ein begeisterter Bergsteiger, und halte im Konomdel, im Wilden Kaiser, in den Dolomiten und auch in den Westalpen schwere und schwerste Besteigungen ausgeführt. Mit Rücksicht auf diese hochalpinen Leistungen war ihm die Ehre zuteil geworden, an der zweiten deutschen Himalaja-Expeditton teilzrmehmen. Amundsen» Flugzeug entdeckt? Professor W e i d m a n n von der Leipziger Universität hat bei der Bearbeitung des wissenschaftlichen Bildmaterials der Arktis-Expedition deS .Graf Zeppelin" auf einer Photographie, die Professor Moltschanow-Leningrad über dem Südv st gebiet von Rvwaja S e m I j a gemacht hat, ein anscheinend unbeschädigtes Flugzeug von dem "Flugbootthp entdeckt. Professor Weidmann will zusammen mit Professor Moltschanow, der bei ihm zu Gast weilt, die Angelegenheit noch genauer nachprüsen. Gs wird von den Forschern nicht für unmöglich gehalten, dah es sich um daS Flugzeug AmundsenS handelt. Ein Sprengmeister unter dem Verdacht de» Sprengstoffdiebstahl» verhaftet. Der Sprengmeister Richter der Grube Golpa der Elektrowerke AD., Berlin, der in Gremmin bei Gräfenhainichen wcchnt, ist unter dem Verdacht deS Sprengstoffdiebstahls verhaftet worden. Da Richter in Verdacht geraten war, dah er heimlich Sprengstoffe bei fette schaffe, wurde bei ihm eine Haussuchung gehalten. Man fand in verschiedenen Verstecken insgesamt 35 Pfund Sprengstoff und xtoe t Rollen Zündschnur. Weiter wurden kommunistische Schriften und kommunistische Mitgliedskarten aufgefunden. Richter, der sofort verhaftet wurde, bestreitet den Diebstahl. Er will nicht wissen, wie der Sprengstoft in sein HauS und in feinen Garten gekommen ist. Die Ermittlungen der Polizei haben noch nicht einwandfrei ergeben, dah es sich um einen politischen Dieb- stcchl handele. Aus der Provinzialbauptstadt. Gießen, den 22. August 1931. Oie rechte Beleuchtung. Unter meinen Schulkameraden war ein kleiner, schmächtiger Knabe, der — wie man sagt — mit allen Wassern gewaschen war. Sr war mittelmäßig begabt, äußerst sparsam mit seinem Fleiß und hätte eigentlich schon in der Tertia sitzen bleiben müssen. Aber er verstand eS meisterhaft, sein kleines Wissen mit etwas PathoS und Würde in da- rechte Licht zu rücken, dah die meisten Lehrer glaubten, in ihm einen gewissenhaften Schüler au finden. Dor allem konnte er reden, nie prahlerisch ober herausfordernd, sondern immer mit einer fünften Bescheidenheit. Gr konnte sich so natürlich und HSsllch entschuldigen, daß man ihm unbedingt Glauben schenken muhte. Jedenfalls hatte er die besten Augen in der Klasse. SS war ihm möglich, bis über zwei Vordermänner hinweg die Ausgaben ober die Sätze abzuschreiben. Rur ein alter Professor burch- schaute ihn. Als unser Kamerad bei ihm einst eine Stunde Arrest wegen Faulheit erhielt und am Schluh deS Unterrichts mit Tränen in den Augen bat, ihm doch diese Strafe au schenken, da sagte der alte Herr kurz: ,Du schenkst mir auch nichts!' In der Untersekunda trat unser Freund auS, wurde Kaufmann und Ist heute irgendwo Direktor eines gröberen Werkes. Er ist „ertrag geworben". DaS war vvrauSzusehen: denn er hatte die seltene Gabe, sein kleine- Ich in die rechte Beleuchtung zu rüden, sich so zu stellen, dah alle aufmerksam auf ihn wurden. Dieser Kamerad, er hieß übrigens Gottlieb, fällt mir immer ein, wenn mir im Leben ein Pechvogel in« Gehege kommt, ein Mensch, der klug und tüchtig ist, aber nicht- au- sich machen kann. Dem erzähle ich dann meisten- von Gottlieb und läge. „Mensch, machs doch auch sol" Aber meistens ist eS vergebliche Mühe. SS ist nicht jedem gegeben, sich in die richtige Beleucht hing zu bringen. 3&>ti Freunde von mir und ich hatten un- einmal um eine Stelle beworben und wurden alle drei elngelaben, unS vorzustellen. Zu gegebener Zeit fanben wir unS ein. Der erste nannte seinen Ramen. bann kam ich, machte meine Verbeugung unb sagte: Schmitz. Unser Freunb aber, der dritte im Bunde, sagte auch Schmitz!, obgleich er Wagner hieß. Der Direktor fragte überrascht: „Heißen Sie auch Schmitz?" Daraus gab e- ein verlegene- Lächeln, und nur stotternd brachte unser Freund heraus, dah er sich versprochen hätte. Sr bekam die Stelle nicht, ich übrigens auch nicht. Rach seinen Fähigkeiten war aber Wagner unbedingt der erste von unS. Sr tonnte halt nicht- aus sich machen. Sr war ein Pechvogel. Wäre Gottlieb damals bei unS gewesen, so hätte er sicher den Posten erijalten. So geht es im Leben. Wenn die rechte Beleuchtung fehlt, erscheint alle- verzerrt unb wirkt lange nicht so, wie wenn wir für gute- Licht sorgen, Edelsteine werben von der Menge erst dann al» kostbar anerkannt, wenn sie geschliffen sind. Da- Auge will auch au seinem Recht kommen. Unb wenn bu die Schaufenster betrachtest, dann siehst bu bald, wer von den Kaufleuten die Gabe bat, seine Waren so au ordnen, dah sie auch wirken, dah wir überrascht stehen bleiben, besonders abend-, wenn sich eine Lichtfülle über sie ergießt. Ober hast bu schon einmal wahrgenommen, wie deine Blumen, die in irgendeiner Ecke deines Zimmer- standen, plötzlich lebendig und ent- »üdenb auf den Besucher wirkten, wenn sie auf den Tisch gestellt werden, damit der milde Glanz des Lichte- auf sie strahlen konnte? Vor einigen Tagen war ein guter Bekannter bei mir zu Besuch. Am Morgen erschien er plötzlich, da- Gesicht eingefeift, berm er wollte sich rasieren, vor mir und sagte: „Schau doch einmal nach meinen Zähnen, die sind auf einmal so gelb gewordenI" Ich mußte lachen: beim er war immer ein bißchen stolz auf sein tadelloses Gebiß und pflegte e- Tag und Rächt. Wie glänzten seine weihen Zähne im Sommer, al- er braun gebrannt au» den Bergen zurückkaml Unb nun schienen sie wirklich ganz gelb. Ich sagte ihm: „Mach beinen Mund beim Rasieren zu. Sie werden nachher wieder tadello» sein." Gr tat efl, ging in sein Zimmer und sand meinen Au-spruch bestätigt. Ja, da» war die falsche Beleuchtung. Der weihe Seifenschaum war halt doch noch Heller al» seine gepflegten Zähne. Unb wenn man beim Rasieren weihe Zähne haben will, bann muh man Seife nehmen, die braunen Schaum gibt. Da» wäre die rechte Beleuchtung. Da muhte auch er lachen. Da- sinb Kleinigkeiten, meinst bu? Gewiß! Aber wie oft entstehen gerabe burch diese Kleinigkeiten die schwierigsten Lagen in unserem Leben. Sorge deshalb immer für die rechte Beleuchtung. Du hast Vorteil davon, und deine Mitmenschen schützen dich doppelt. Wir können nicht als Einsiedler durch daS Leben gehen. Unb wenn du ein rechtschaffener Mann bi ft, der nicht viel auf diese Dinge gibt, bann denke einmal darüber nach, waS unS die Vertreterinnen deS weiblichen Geschlechte» wären, wenn sie e» nicht fast ohne Ausnahme ganz großartig verständen, alle», WaS sie tun und lassen, in die rechte Beleuchtung au rüden. Mehr will ich hier nicht davon sagen. Ich weiß, warum! Schm. Gictzener Wochenmarktpreise. ES kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 140-150, Matte 30-35 Ps. da- Pfund, Sier 9-10 Pf. d. Stück, Käse 10 Stück 60-140 Pf- Wirsing 3—10, Weihkraut 8—10, Rotkraut 10—12, Gelbe Rüben 8—10, Rote Rüben 10—15, Spinat 20-25, Römischkohl 8—10, Dohnen 15—25, ilnter- Kohlrabi 5—6, Erbsen 15—20, Tomaten 15—20, Zwiebeln 10-12, KürbiS 5-6, Pilze 20—25, Kartoffeln 3,5—4, Frühäpfel 12—15, Falläpfel 4—5, Dirnen 10—20, Dörrobst 30—35, Heidelbeeren 20 bi» 25, Pflaumen 10—15, Zwetschen 15—20, Mirabellen 30—35, Reineclauden 10—15, Honig 40—50, Pfirsiche 40 —60, Preihelbeeren 30—35, ‘Brombeeren 30—35, Junge Hähne 90—110, Suppenhühner 90—100 Pfennig das Pfund, Tauben 50—70, Dlumenkohl 30—70, Salat 5—10, Salat- gurfen 10—20, Einmachgurken 2—4, Endivien 10 bi» 15, Ober-Kohlrabi 8—10, Lauch 5—10, Rettich 10-15. Sellerie 10-20 Pf. bas Stück, Ra- dieschen 10—15 Pf. da» Dund, Kartoffeln 3.00 bi» 3.50 Mk. per Zentner. Vornotizen. — Tageskalender für SamStag: Mtv.: VfD.-Platz, 15 Uhr, Leichtathletische Iu- genbkämpse. — Lichtspielhaus, Dahnhvsstrahe. „Alraune". — TageSkalender für Sonntag: Aeimatbercinigung Schiffenberg, Heimattagung, Schiffenberg, 15 älhr. — Äriegeroerein, 15.30 Uhr, gamilienmrfflug nach dem Philosophen Wald. — Mw.: 8 unb 14 Uhr, Lelchtathletische Wettkämpfe, VfD.-Platz. — RSDAP.: 20.30 Ufrr, Saf< Leib, Oeffentliche Versammlung. — Au» dem S ta d tt hea t er b u r cau wird uns geschrieben: ..Liede oder Film" (Pierre ou Jack?), da- Erfolgsstück der Mar-Rcinharbt- Bühn« in Wien (Xbcatcr in der IosephSstadt) von Fran^iS de Sroisset, unb „Iulietta kaust sich ein Kind" von Maura und Sierra wurden zur .reich-deutschen Uraufführung von Dr. R. P ras ch für da- Stadttheater Gießen erworben. •• Aufgehobene Straßensperre, mitgeteilt vom Oberhcssifchen Automobil-Club: Die Sperre der Prooinzialstraße Al»seld — Lauter- bad) (Adlig. Brauerschwend—Neumaar) wird ab 25. Auoufl 1931 aufgehoben. •• Umarbeitung von M i l i t ä r g e w e h - ren ist verboten. Dom Polizeiamt Gießen wird mitgcteilt: Verschiedene Vorkommnisse der letzten Zeit «eben Dcranlasiung, darauf hinzuwcisen, daß die Umarbeitung eines Militörgewebr» in eine Repe- tierpürschbüchse oder eine Scheibenbüchse nicht gestattet ist. Bei Verwendung von Tellen ehemaliger Militär- Waffen zuIagd-undScheibenbüchsen muß von der zuständigen Behörde geprüft werden, ob diese Teile — es kann sich nur um verschrottetes Material handeln — rechtmäßig vom Reich bzw. vom Beauftragten des Reiches erworben sind. Nur wenn der rechtmäßige Besitz nachgewiesen werden kann, ist die Verwendung von Teilen ehemaliger Militär- Waffen zulässig. •• Gendarmerie-Personalie. (Benbar- meriekommissar Georg Kissel $u Büdinaen wird mit Wirkung ab 1. September in den Ruhestand versetzt. *• Der näch ste Rindvieh. (Nutzvieh-) Markt findet am Dienstag, 25. August, und Der nächste Schweinemarkt am Mittwoch, 9. September, statt. Nähere» in der heutigen Bekanntmachung. •• Die Notgemeinschaft der älteren An- g e ft e 111 e n, Kaufleute und Angehöriger geistiger Berufe in Köln errichtet auch in Gießen eine Zweigstelle und hat mit der Erledigung der Vorarbeiten Herrn Jean W. Herr, Gießen, Roonstraß« 6, betraut. Der Zweck der Gemeinschaft ist, auf dem Wege der Selbsthilfe für die angeschkossenen Mitglieder durch Errichtung von Schreibstuben an allen Plätzen Arbeit»- und damit Derdienstmögsicb. feiten zu schaffen. Dor allem sollen dies« Einrichtungen den älteren abgebauten Angestellten über die schlimmsten Bedrängnisse hinweghelfen, die von keiner Seite aus irgenöeine Unterstützung erhalten. Erledigt werden alle oorkommenden kaufmännischen und technischen Arbeiten entweder in den Schreibstuben selbst oder bei den betreffenden Auftraggebern. Diese Einrichtung hat sich in Köln sehr gut bewährt und wird von allen in Betracht kommenden Kreisen sehr lebhaft in Anspruch genommen. Interessenten erfahren alles Nähere durch die genannte Adresse. ** Dirigententagung de» Hessischen Cfcorblrigenten-Berbanbe». Der „Hessische Chordirigenten-Verband" hält seine diesjährige Hauptversammlung am Samstag, ben 12. unb Sonntag, den 13. September in Worms a. Rh. ab. Neben wichtigen Verbandsangelegenheiten (Der- Handlungsbericht über die Darmstädter Tagung, Jahresbericht, Rechnungsablage, Beratung der Anträge, Dorstandswahl) wird die berufliche Weiterbildung besondere Berücksichtigung finden. Ein mitten in der Chorpraxis stehender, erfahrener Fachmann wird über verschiedene wichtige Fragen des Chorgesangwesens, insbesondere über Stimmbildung sprechen, und in anschließenden Chorproben werden diese Fragen praktisch behandelt und ausgewertet. Die Mitglieder werden vollzählig in der Nibelungen- ftabt erwartet, jedoch sind auch alle dem Verbände nicht angeschlossene Dirigenten eingeladen. ’• Die Ausfluasrückfahrkarten an Mittwochnachmittagen. Im Herbst vorigen Jahre» wurden von der Reichsbahn die sog. Ausflugsrückfahrkarten an Mittwochnachmittagen eingeführt. Diese Karten haben die gleiche Preisermäßigung wie die Sonntagskarten, nämlich ein Drittel des gewöhnlichen Fahrpreises. Die Karten sind als eine Vergünstigung für Städter gedacht, die am Sonntag verhindert find, einen Ausflug zu machen. Sie sind deshalb auch nur in größeren Städten (im Bezirk der Reichsbayndirektion Frankfurt a. M. in Frankfurt, Hanau, Fulda, Gießen unb Offen» bad>) nach bekannten nahegelegenen Ausflugsorten erhältlich. Im Sonntagskarlenoerzeichnis, bas in jedem amtlichen Taschenfahrplan ist, sind diese „Mittwochskarten" besonders bezeichnet. In der letzten Zeit sind diese Verbindungen wiederum ver- mehrt worden, so z. B. fetzt von Frankfurt a. M. nach Aschaffenburg, nach Kahl und Niederrodenbach, von Hanau und Offenbach nach Aschaffenburg u. a. An Wünschen, solche Karten auch von kleineren Orten nach Großstädten einzuführen, hat ee nicht gefehlt. Doch würde dies der Absicht bei der Ein- führung widersprechen, auch haben sich schon weite Kreise z. B. die Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels, gegen eine solche Erweiterung aus* gesprochen, weil befürchtet wird, daß damit eine Abwanderung des Käuferpubsikums in die größeren Städte stattfindet. Wettervoraussage. Obwohl bas kräftige Tiefbruckgebiet sich weiter nordöstlich verlagert, so bleibt unser Wetter doch noch unter dem Einfluß der kühlen ozeanischen Luft- massen, die an feiner Rückseite zufließen. Es sind also bei wechselnd-bewölktem Himmel, der sich vorübergehend auch aufheitern dürfte, noch Regen- schauer zu erwarten. Eine wesentliche Besserung ist vorerst nicht erkennen, zumal sich im Westen eine neue Störung bildet, bei deren Herannahen das Wetter wohl etwas milder wird, aber seinen wechselhaften und regnerischen Charakter beibehält. Vorhersage für Sonntag: Weiterhin unbeständig und zeitweise regnerisch, vorerst noch kühl, später etwas milder. Lufttemperaturen am 21. August: mittags 16,5 Grad Celsius, abends 13,7 Grad: am 22. August: morgens 13,1 Grad. — Maximum 17,8 Grad, Mini- mum 12.2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 an liefe am 21. August: abends 17,2 Grad: am 22. August, morgens 14 Grad Celsius. — Niederschläge 9,2 nun. — Sonnenscheindauer zwei Stunden. Reisewetter dienst Konstanz: 13 Grad, gestern kühl unb unfreundlich. heute morgen Südwestwind, halb bis ganz bedeckt, Witterung-Verlauf feit gestern: veränderlich mit Schauern. Helgoland: 13 Grad, gestern der Jahres- Acit angemessene Temperaturen, heute morgen Rordwestwind und Regen, gestern veränderlich mit Schauem Oie Wetterlage. Thors «vn 6tme.-O 1000 an. 130615 152845 226612 291823 308925 123270 149591 209109 266272 302105 150842 209121 275393 305907 69671 116929 131347 156893 229566 292794 311621 343405 121222 137909 193269 232068 296069 319648 359806 122608 147909 208617 233767 22233 29339 47976 66160 57176 60274 60904 ----- 74891 76844 81194 93188 96784 113525 ------ ------ ------ 124843 130615 298412 ------ ------ ------ 324278 325611 331418 336188 379460 380648 381113 38643t 160278 109507 131665 168263 197826 230038 248192 267741 312934 340027 370031 381685 132262 177308 200305 237731 262988 269358 321851 342384 370895 382229 181838 210132 239517 257849 286183 333240 347188 376924 385298 183901 218948 246081 268956 291194 335141 357561 377686 338965 136595 178050 202743 238680 254856 280778 331551 345306 870928 383835 109135 128900 167767 191780 220552 247428 262426 291428 339123 361376 380777 112305 113227 121193 127636 ------ ------------ 169446 ^IBA eetot™ n 500 enn Sie im Außendienst in seriöser Weise für uns tätig sein wollen. 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Schrimpf, Kaiserallee 4) die Wiesen an der Thromscyen Fabrik, eine Wiese hinter der Klär- anlage, von den Wiesen am Weiher, am Ohleberg, im Heegstrauch und am Alten Steinbacher Weg (Rußland). d) 14 Uhr (Zusammenkunft in der Restauration „Philosophenwald") von den Wiesen im Wiesecktal und an der Eselswiese. Dienstag, den 25. August 1931: a) 9 Uhr (Zusammenkunft an Ort und Stelle) an der Anneröder Straße, von den Wiesen am Altentisch und Uters» brunnen, anschließend an der Rödge- ner Straße von den Ochsenwiesen und den Wiesen im Stolzenmorgen. b) 13 Uhr (Zusammenkunft an Ort und Stelle) das Grummetaras von den Wiesen des Gas> und Wasserwerks in den Gemarkungen Rödgen und Gro- ßen-Buseck. Steigliebhaber, welche die Wiesen zu besichtigen wünschen, wollen sich an ben. tödtischen Wiesenmeister Klos, Bucking- traße 4, wenden. 54110 Gießen, den 17. August 1931. Der Oberbürgermeister. ______I. V.: Dr. Rosenberg. Bekanntmachung. Dienstag, den 25. August 1931, findet Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt statt; samt- liches Vieh wird gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. 54730 Auftriebszeit am Markttage von 7 bis 8 Uhr vormittags. Der nächste Schweinemarkt findet am 9. September 1931 statt. Gießen, den 22. August 1931. Der Oberbürgermeister. I. 23.: Dr. R o s e n b e r g. (Srnrnmetoras-Betneigernna. Das Grummetgras von den staatlichen Wiesen wird versteigert: 1. in Gemarkung Alten-Duseck: Mittwoch, den 26. August, vormittag» 9/ Uhr, in der Otto Rabenauschen Wirtschaft zu Alten-Buseck; 2. in Gemarkung Staufenberg: an demselben Tage, nachmittags ITA Uhr, in der Wirtschaft ,Lum blauen Hecht" in Daubringen; 3. in Gemarkung Wieseck: Donnerstag, den 27. August, vormittags 10^ Uhr, in der Wirtschaft,Zur Ludwigsburg" in Wieseck an der Straße Wi^eck—Alten-Buseck; 4. in Gemarkung Gießen: an demselben Tage, nachmittags 2 Uhr, im Philosophenwald bei Gießen. Auskunft erteilen zu 1: Förster i. R. Müller zu Alten-Buseck, zu 2: Forster Braunzu Daubringen, zu 3 und 4: För. fter Briickzu Rödgen bei Gießen. Nach Schluß der Versteigerung am 27. August im Philosophenwald, gegen 3 Uhr nachmittags, erfolgt dort Verpachtung des fiskalischen Grundstücks Gemarkung Gießen Fl. XXV Nr. 10 - 1776 qm Wiese und Nr. 14 - 5241 qm Acker in der Lich- tenau — an der Straße Gießen—Wißmar — auf 6 Jahre. 5478D Herr Förster Bruck zu Rodgen bei Gießen zeigt das Grundstuck auf Wunsch vor. Gießen, den 18. August 1931. Hessisches Forstamt Gießen. KlafieröDlerrichl erteilt [»<«, Anton Wickert, Liebinstrahe 20. Garten an d.Lahn, [.nächstes Jahr zu pachten ges. Schr. Ana. unt. 04768 an ben Gteh. Anzeig. Lagerplatz in günstiger Lage, preiSw. zu verpachten. Schr. Ang. unt. 04752 a. d. Gieh. Anz. Schneiderin m. besten Referenzen fertigt Kleiber an. tn unb außer b. Hause (oro Tag 3.00 Mk.». Zu erfr. i. b. Gefällt, d. Gieh. Anz. [04730 Empfehle mich zum Ausbessern von Wäichcu.Kleidern in unb anher bem Hause. Schr. Ana. u. 04795 a. b. Gieh.Anz. 3000 RM. sofort u. 7000 RM. 1. Okt. a. Hypothek auözuleiben. Schr. Ang.u.04792 a.d G.A. Entlaufen brauner langhaar. lagdhund aufbenNamenRtno hörenb. — Wieder- bringet erhält Belohnung ob. Benach- rtchtigung erbeten Karl Stamm, Bad-Rauhehn M. 195 Sweiter Blatt ölehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Samstag, 22. August 195( Moden vom Wochenend. Don Harry Schreck. Vie Dame. Beim Pflücken von Beeren aller Art trägt die Dame, die auf ihr Aeußere» bedacht ist, in diesem Sommer ein« gemustert« Bluse, die an den ku^geschnittenen Aermeln und Blenden mit Mottenlöchern versehen ist. Menn sie dazu einen glockig gebauschten Rock mit tief angelegter unb oben abgesteppter Falte wählt, wird sie besonder- im August darauf achten, bah der Stoff hier und dort ein paar zlbanglo» verstreute, schwarze Teerflecken aufzuwelsen hat. Für daS Unkrautjäten kommt vor allem der gelbgestreifte Schlafanzug mit geknöpftem Westen- einsatz und seitlich Aur Schleife gebundenem Gürtel in Frage. Während die einfachere Ausführung mehrere kräftige Risse im Schalkragen vorsieht, bevorzugt der verwöhntere Geschmack etliche verloren gegangene, zum mindesten aber lose baumelnde Knöpfe. Beim Abschneiden verblühter Rosen ergänzt man diese Bekleidung durch einen au» der Form geratenen Strvhhut. Zum Empfang von Gästen eignet sich ein Rach- mittagsklcid in Schwarzweih au» Romain oder Marocain mit aparten Hohlnahtverzierungen. 3m Gegensatz zur Frühjahrsmvde gilt e» al» fesch und kleidsam, dem Gewebe dadurch eine eigenartige Rote zu geben, dah man aus Versehen auf einer frischgestrichenen Dartenbank Platz nimmt und so die sonst etwa» eintönige Fläche an den Hüftpassen mit handbreiten, flaschengrünen oder rostroten Querstreifen belebt. Der Herr. Gelegentlich de» Anstreichen» seine» Paddelboot» zeigt sich der korrekt angezogene Herr mit Vorliebe in leicht ausgefransten Frackhosen, zu denen ein Sporthemd mit halben Aermeln und sestangeschnittenem Kragen gehört. Herren, die ein Faltboot besitzen, entsprechen hingegen dem zur Vorherrschaft gekommenen Etil am besten, wenn sie beim Flicken ihres Fahrzeugs den zwei- rcibigen Rorfolksakko mit ansteigendem Revers und gemischten Oelklecksen wählen. Für Herren, die sich am Abend dem Sprengen von Obst bäumen und Rasenanlagen widmen, kom- Selbsthilfe und Währungshilfe. Der Zwang zur konsequenten Deflation. Don Or. Arthur Dix. Die Gesichtspunkte, die der bekannte Wirtschaft»wtsscn'chastler hier in die Diskussion wirft, verdienen al» beachtenswerte Anregung gewertet zu werden. ..Die gesamte deutsche Wirtschaft muh sich aus einem niedrigen Niveau von Kosten, Preisen, Einkommen und öffentlichen Ausgaben neu einrichten. Rur darin wird die wirtschaftliche Selbsthilfe bestehen können, auf deren Weg uns die jüngsten Ereignisse so kategorisch verwiesen haben." Dieser Satz im letzten Mo- nat»bericht der D-T-Dank hat wohl in allen wirtschaftlichen Kreisen lebhafte Zustimmungen gefunden. Aber ihm fehlt doch wohl noch ein R a ch s a tz. Wir können un» in Deutschland noch immer nicht entschließen, da» Kind beim richtigen Hamen zu nennen und die Wege zu beschreiten, die praktisch am Ende doch allein übpg bleiben, um da» theoretisch erkannte Ziel zu erreichen. In der Inflation»zeit. die wir nach dem Kriege erlebten, wurde richtig« Inflation bi» zum äußer- ften ilebeemaf) getrieben. Jetzt wird immer von einer DeflationSzeit gesprochen, aber die praktischen Folgerungen werden nicht gezogen — oder höchsten» mit BehelsSmitteln. nicht mit einer durchgreifenden Radikalkur. AI» feinencit Karl H,elf ferich die Dor- arbelten für die Wiedergenesung der völlig zerrütteten deutschen Währung betrieb und dabei zunächst noch den Gedanken an die Roggenmark verfolgte, der alsbald durch die Rentenmark ab- aelöst wurde, habe ich in dem Augenblick, in dem ich von seinen Plänen erfuhr, ihn dahingehend umAuftimmcn versucht, dah er etwa nicht wieder die alte Mark von 1 00 G ol d- Pfennigen für da» verarmte Deutschland a l» Münzeinheit festsehte, sondern — seinem Gedanken der Roggenmark entsprechend eigentlich viel logischer — eine Münzeinheit, die damal» etwa dem Prei» von 10 Pfund Roggen entsprochen haben würde. Da» wären 66 Pfennige gewesen, ilnb e» wäre dem Deutschen in der Nachkriegszeit sehr zuträglich gewesen, sich unter dem psychologischen Druck einer solchen neuen Münzeinheit daran zu gewöhnen, fortab nur noch 66 Pfennig« au»zugeben, wo er früher eine Mark ausgegeben hatte. lMan erinnere sich, dah sowohl Mussolini in Italien, wie Poincarö in Frankreich die Lire bzw. den Franken erheblich unter der Friedensparität stabilisierten.) Helfferich stimmte diesem Grundgedanken in persönlicher Aussprache durch- au» zu, muhte aber leider erklären, dah die Vorbereitungen der Gesetzgebungsarbeit schon soweit getrieben seien, dah eine einschneidende Aende- rung nicht mehr möglich sei. Vielleicht ist e» auch gut gewesen, dah damals noch kein Schritt zur Herabsetzung der deutschen Münzeinheit unternommen wurde. Denn die öffentliche Hand war zu jener Zeit ja eine so auher- vrdentlich offene Hand, dah man möglicherweise, wett entfernt davon, anstatt 100 Pfennige nunmehr nur 66 Pfennige zu bezahlen, lieber auf das Doppelte der SinheitSmünze, also statt von 100 Pfennig« auf 66 lieber auf 132 Pfennige gegangen wäre. Jetzt aber ist doch wohl cnblkb der Zeitpunkt gekommen, in dem daS deutsche Volk den Zwang zur Sparsamkeit erkannt hat, und trotz alledem wird die sogenannt« nationale Selbsthilfe nicht viel vorwärts kommen, wenn ihr nicht eine WährungShtlfe beispringt. Das ganze Problem der Einstellung auf ein niedrigere» Riveau von Kosten, Preisen, Einkommen und öffentlichen Ausgaben spitzt sich doch, wenn e» mit einer Radikalkur praktisch angegriffen werden soll, zu der «Stag« zu: Wie ist e» möglich, sämtliche laufenden Markforderungen in Deutschland mit einem Schlag« umzuwandeln, sagen wir etwa in Forderung von 70 Pfennigen? Dabei muh natürlich alle» einbegriffen werden: Löhne und Gehälter, Schulden und Guthaben, Hypotheken und Zinsen, Mieten und Preise. DaS Problem toirfb natürlich außerordentlich kompliziert dadurch, dah c» nicht genügen würde, alle Forderungen innerhalb Deutschlands in dieser Weife herabzusehen, sondern dah die praktische Wirksamkeit ohne große Schädigung einzelner Wirtschast»teile davon abhängt, ob und in welchem Maße man auch di« AuSlandS- gläubiger in diesen, wenn man so sagen will, einseitigen .ZwangSoerglrich" hineinzuziehen vermag. Aus der einen Seite muß naturgemäß berücksichtigt werden, dah schwere Schädigungen de» deutschen Auslandskredite- vermieden werden müssen. Auf der anderen Veite wird man in Erwägung ziehen dürfen, daß die gegenwärtigen Inhaber von öffentlichen Schuldverschreibungen Deutschland- im Auslande bei einer Um- Wandlung dieser Art meist immer noch über den heutigen Kursstand dieser Anleihe hinaus gesichert bleiben und dah die grohen ausländischen Rohstofflieferanten lieber an ein auf dieser BasiS sanierte- Deutschland künftig gröhere Lieferungen machen würden, anstatt alte Forderungen mehr oder weniger eingefroren und den Absatz empfindlich stocken zu sehen. Auf alle Fälle sind daS sehr ernste Probleme, die nicht von heut« aus morgen gelöst, sondern im Verein mit den ausländischen Gläubigern durchgearbeitet werden mühten. Für die inländische Wirtschaft aber bleibt fraglos die Notwendigkeit bestehen, in einer Deflationszeit auch konsequente Deslationspolitik zu treiben und einer verarmten Wirtschaft mit entscheidenden Mitteln den Uedergang zu einem „niedrigeren Niveau von Kosten. Preisen. Einkommen und össentlichen Ausgaben' zu erleichtern. Und diese» entscheidende Mittel wäre am besten zu finden, wenn man mit Harker Entschlossenheit der Erkenntnis Rechnung tragen würde, dah unsere Münzeinheit für unsere wirtschaftliche Lage zu hoch ist. Kürzlich wurde in einem pazifistischen Pariser Blatt eine Zoll« und WährungS-Union mit Deutschland vorgeschlagen. Man mag über diesen Vorschlag wie immer denken. Erwägenswert erscheint dabei der eine Kernpunkt emc» Herab- aehenS auf einen niedrigeren Münzfuß. Der Einwand, daß eS im Grunde genommen doch gar keinen Unterschied mache, wenn eben sämtliche Forderungen und Guthaben in gleicher Weise herabgeseyt toürben, ist durchaus nicht stichhaltig. Man kann in allen Ländern beobachten daß der Goldwert der Münzeinheit einen beträchtlichen Einfluß hat aut die allgemeinen Kosten der Lebenshaltung. Wenn man in Vorkriegszeiten Auslandreisen machte, so gab man in Frankreich den Franc, in Holland den Gulden, in Dänemark die Krone, in Rußland den Rubel und in den Vereinigten Staaten den Dollar ungefähr ebenso aus wie in Deutschland die Mark. DaS heutige Deutschland hätte wirllich allen Anlaß, folgerichtige Deflation zu treiben und seine Münzeinheit in einer Weise herab- zufehen. die der deutschen.Drearmung wenigstens einigermaßen Rechnung trägt. Unruhe inZrland. Oer nationale Zreiheitstampf flackert erneut auf. — Oe Dalera fordert Eingliederung Ulsters. Don unserem O.-Korrespondenten. Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten I London, August 1931, In den zehn Jahren seiner Unabhängigkeit ist der irische Freistaat nicht zur Ruhe gekommen. Die letzten Rachrichten von der Grünen Insel, die von dem Wiederaufleben des Terrors, von drohenden neuen Unruhen und drastischen Ge- genmahnahmen der Regierung sprechen, kommen daher auch kaum überraschend. Man weih, dah der alte Kampf zwischen den Anhängern des jetzigen Ministerpräsidenten Evsgrave und den Republikanern De Valeras weitergeht und dah ein Friede zwischen diesen sich bekämpfenden Parteien so leicht nicht hergestellt werden kann. Geht es doch dabei um die staatsrechtliche Stellung Irlands überhaupt, um die Frage, ob Irland e i n ganz unabhängiger Staat unter Einschluß deSprvtestantischenUlster sein, oder ob es Dominion im englischen Im peri u m unter Ausschluß von Ul st er bleiben soll. Der Vertrag zwischen Groh-Dritannien und Irland, der das gegenwärtige Dertragsver- hältniS regelt, bestimmt bekanntlich das letztere, und die Regierung Eosgrave hat sich vor etwa zehn Jahren, als die Selbstverwaltung des Landes nur unter diesen Bedingungen zu erhalten war, mit ihm abgefunden, während De Dalera den Kampf für die .völlig« Befreiung" Irland- weiter fortsetzt. De ValeraS Republikaner vertreten ein maximale- nationales Programm, das vom Standpunkte der nationalen Geschichte Irlands aus immerhin verständlich ist. Solange Rord - Irland nicht zum irischen Freistaat gehört, ist eben nicht ganz Irland befreit und ist immer noch ein Teil dc» Bodens Alt-Irlands von den Engländern besetzt. Und solange der gegcn- wärttge Vertrag zwischen dem irischen Freistaat und Groß-Britannien besteht, hat Irland eben die volle außenpolitische Freiheit nicht Aurüderbalten, die es als Nationaler Staat fordern könnte. Solange es gelungen bleibt, jeden Krieg Englands an dessen Seite mitzumachen, ist es eben auhenpvlittsch nicht frei. Uno endlich ist es nut logisch, wenn die Anhänger De Valeras noch immer grundsätzlich die gegenwärtige Verfassung des Lande-, die ja doch irgendwie in dem engllsch- irischen Vertrag von 1921 wurzelt, ablehnen, obwohl sie sich formal der ihnen verfassungsmäßig gebotenen Mittel bedienen und die Abgeordneten der Republikaner sogar einen Eid auf die Verfassung abgelegt haben. Unverständlich sind allerdings für den Außen- stehenden dieMi11el. mit denen sich die Parteien im irischen Freistaat noch immer bekämpfen, und die grausamen Terrorakte, die immer wieder die Aufmerksamkeit der Welt auf die innere Lage Irlands lenken. Denn die grundsätzliche Gegnerschaft zwischen der Regierungspartei und den Republikanern könnte, so sollte man meinen. auch mit geistigen Waffen ausgetragen werden und brauchte nicht immer zur Bildung geheimer Gesellschaften von Verschwörern, zur Erschießung von Polizisten, zu Eisenbabnatten- taten und sonstigen Gewaltakten führen, wie fie im Sommer dieses Jahres sowohl aus dem Süden wie aus dem Rorden des Landes berichtet wurden. DaS lebhafte irische Temperament allein macht diese Dinge noch nicht verständlich Man muh sich vielmehr daran erinnern, daß der irische Freiheitskampf in seinen letzten Stadien mit ähnlichen Mitteln geführt worden ist und daß die letzten blutigen Ereignisse dieser Art in den Jahren 1921 -23 zu verzeichnen waren, also er st kurze Zeit zurückliegen. Besonders die Zeiten des .englisch-irischen Krieges" 1920/21 brachten ja den unerhörtesten Terror. Um die Engländer, die seinerzeit Irland noch besetzt hielten, aus dem Lande zu treiben, führten die irischen Rationalisten seinerzeit die systemattsche Erschießung von Polizisten und die systematische Zerstörung von Eisenbahnen durch, Maßnahmen, die selbstverständlich zu der schärfsten Abwehr führten, die allerdings im Endergebnis wirkungslos blieb. Die Devöllerung, die in ihrer überwiegenden Masse nationalistisch gesinnt war, machte mit den irischen Schützen gemeinsame Sache, so dah alle Bemühungen, dieser Terror gruppen Herr zu werden, zum Scheitern verurteilt waren. Die blutigen und schrecklichen Ereignisse jener Zeit hatten allerdings den Erfolg, dah England unter dem Eindruck diele- Terrors sich zur Gewährung derSelbstverwaltung an Irland enffchloß und mit Irland den Vertrag schloß, der die hcu- tige Grundlage de» Freistaate» Irland barfteHt, Dieser Vertrag, der aber die Billigung De Valero» und seiner radikalen Anhänger ircma!» gefunden hat. wurde der Anlaß dafür, daß bi« nationale Bewegung Irland» sich m eine gemäßigte und in eine rak^kale Richtung spaltete, bei der die radikale Richtung all die Methoden zur Bekämpfung der Regierung übernahm, die seinerzeit gegen die Engländer angewandt worden waren. Mit den gleichen terroristischen Methoden wurde von den Republikanern der Kampf gegen die irische Regierung fortgesetzt, so daß noch fast Awei ganze Jahre lang der Terror in Irland forttoütete, eh« e» schließlich Eosgrave gelang, sich durchzusetzen und die Ruhe und Ordnung im Lande wieder herzustellen Wobei er allerdings gegen feine eigenen 2anb»Ieutc mit Methoden vorgehen mußte, die selbst von feinen Freunden alSGegenterrvr bezeichnet werden, also den Methoden feiner Gegner kaum nachstanden Erst im Mai 1923, nachdem De Dalera. wohl weil er au» Amerika von feinen Anhängern keine Geldmittel mehr erhielt und weil ganz Irland des Bürgerkriege» müde war, feine Anhänger aufgefordert hatte, die Feindseligkeiten einzustellen, trat die Ruhe im Lande wieder ein. fo daß endlich auch die ersten regulären Wahlen zum irischen Parlament, zum Dail Eireann, stattfinden konnten. Fast volle acht Jahre inneren Friedens, bi«? hierauf folgten, reichten jedoch nicht aus, um die Feindschaft der Anhänger De Valero» und der Anhänger EoSgrove» in friedliche Dahnen zu lenken. De Valero bemühte sich zwar, seine Anhänger mehr und mehr von Gewalttaten abzuhalten, leimte es aber doch nickst verhindern, daß sich immer wieder Geheimgesellschaften bildeten und gelegentliche Terrorakte von Personen verübt wurden, die ihm zweifellos nahestehen. Der alte Kampf um di« Eingliederung de» protestantischen Ulster, das mitten im Frieden Immer noch von einer starken Garnison gegen einen etwaigen irischen Einfall geschützt werden muß, in das katholische Irland wird weiter von ihm fortgefefct und es ist lehr Zweifel, daß er noch zu Weiterungen fühven kann Wenn sich daher in den letzten Monaten die Rachrichten über Terrorakte wieder häuften und wenn z. D. der irische Iusti-Minister in einer Redr erklärte, daß von der Agitation der De Dalera- Leute selbst die irisch« Armee infiziert werde, so versteht man es, daß derartige Dinge in England di« lebhafteste Besorgnis hervorgerufen haben. Ist e» doch nur zu bekannt, daß auch Irland unter der Wirtschaftskrise auf das schwerste leidet und daß besonder» die irischen Bauern mit ihrer Lag« überaus unzufrieden sind. Ist doch auch dieS ellung der Regierung EoS- grave überaus prekär, da sie im Parlament über keine echte Mehrheit verfügt und gewärtig sein muß, bei den nächsten Wahlen auf legalem Wege vom radikalen Flügel der De Balera-Leute über den Haufen gerannt zu werden. Daß De Valero ausgerechnet an der Grenz« deS englisch verwalteten Ulster Brandreden hält, ist somit alle» andere als ein gute» Zeichen. Roch ist e» in Irland ruhig und noch sind die Terrorakt« vereinzelt und auf gewiss« Landgegenden beschränkt. Aber tote lange wird e» dauern, bl» e» in Irland wieder loSgeht, bi» von neuem der nationale Terror die Fahne de» Aufruhrs entfaltet? Daten fÜr Lamßtag, 22. August. Sonnenaufgang 5.21 Uhr, Sonnenuntergang 19.34 Uhr. — Mondaufgang 17.02 Uhr, Monduntergang 23.19 Uhr. 1818: der Rechtslehrer Rudolf von Ihering tn Aurich geboren; — 1850: der Dichter Nikolaus Lenau in Oberdöbling gestorben. Daten für Sonntag, 2S. August. 1813: Sieg der Preußen bei Großbeeren; — 1831: Feldmarschall Graf Neithardt von Gneisenau in Posten gestorben; — 1866: Friede zu Prag zwischen Oesterreich und Preußen. men nach übereinstimmenden Berichten nur ausrangierte Tennisschuhe in Betracht, die an der Kappe durchgestoßen und an den Seitenrändern passend abgescheuert sind. Erwünscht, ja geradezu erforderlich ist in dieser Verbindung ein dunkelblauer Trainingsanzug mit Reißverschluß und durchgewetzten Kniestücken. Strümpfe jeder Art find dabei strengstens verpönt. Beim Umgraben von Beeten wird sich der Weltmann, der an ein sorgfältiges und gepflegte» Auftreten gewöhnt ist, stets für ein sanft verschlissenes und in den Bügelfalten verbeultes Deinlleid entscheiden, das durch weitere Kleidungsstücke zu bereichern eine bedauerliche Verirrung bedeuten würde. Falls man trotzdem nicht auf eine gewisse kleine Eigenheit verzichten möchte, binde man einen schlichten Riemen aus braunem Leder umS linke Handgelenk.... Da» Kind. Gesellige Zusammenkünfte an der Sandkiste bringen es während der warmen Jahreszeit gewissermaßen von selbst mit sich, daß das richttg eingekleidete Kind zum Spielanzug aus starkem Waschstoff eine dünne Lehmkruste auf den Händen und eine freundlich gefprenkelte Schmutzschicht im Gesicht wählt. An den Ellenbogen und an den Kniescheiben darf felbstverständlich ein bißchen Schorf von frisch zugeheilten Schrammen und Kratzwunden zutage treten. Entschließt sich die ansprechend ausgestattete Jugend zur Teilnahme an den Belustigungen des RachlaufspielenS und Dallabschlagens, bleibt es -war ihrem freien Ermessen überlassen, ob sie den spitzen oder den ovalen Ausschnitt am Kragen der Dubi-Overall» und Kleinmädchen-Röckchen bevorzugt. Ganz unstatthaft wäre es indes, diese Gewandung ohne die jetzt vielfach gesehenen praktischen Taschen zu lassen, in die man Frösche oder feuchten Lehm steckt. Dor allem aber wird daS in modischen Dingen bewanderte Kind stet» daran denken, für die wohlüberlegte Farbenzusammenstellung seines Sonnenbrandes zu sorgen: Anfänger begnügen sich hier mit einem zarten Rosa, das Fortgeschrittene mit einem straffen Braun vertauschen, während der letzte Schick einen beherzten Uedergang zur mulat- tisch nachgedunkelten Hautfärbung verlangt.... (In diesem Fall trägt auch das mondäne Kind gar nichts I) Oas Bier auf Öen Dachboden! In einem glänzenden Essay beleuchtet der Heidelberger Historiker Prof. Dr. Willy Andreas den Platz, den die Astrologie in der grohen Zeitenwende zu Ende des Mittelalter- eingenommen hat. Sie hals, da- steht fest, die Gemüter am Vorabend der Reformation erhitzen. Ein oft gedrucktes Prognostikon Johann Lichtenbergers redete z. B. von einem Umsturzpropheten im Mönchsgewande, eine alte Weissagung freilich. die bis ins 9. Jahrhundert reicht unb auf arabische Quellen führt. Die Druckerprelle erleichterte die Verbreitung astrologischer Prophezeiungen ungemein. ..Wie wärt es sonst möglich gewesen", schreibt Andreas im Septemberheft von Velhagen & Klasings Mon<. tS - heften. „daß die Konjunktionsansage de» Professors Gtöff ler von einem Zusammen treffen fast sämtlicher Planeten im Zeichen der Fische einen wilden Federkrieg darüber enffesselte, ob und in welcher Gestalt die von ihm angesagte Ratur- katastrophe eintreten werde. Als der auf bar ge'ruar 1524 feftgelegte Zeitpunkt gekommen tocr verlief dieser Termin ganz harmlos, und das Jahr fiel, wie es scheint, nicht einmal durch außerordentliche Rässe auf, anstatt der großen Wafferllut aber brach im folgenden Jahre der Bauernkrieg aus, den man allenfalls auf Rechnung jener Schreckenskonjunktion setzen konnte. Immerhin, fünfundzwanzig Jahre hatte die Spannung gedauert; mehr als ein halbes Hundert Autoren hatte sich di« Köpfe über das nahende Hiw.melscreignis zerbrochen: Schriffen für und wider waren seit dem Erscheinen des Stöffler- schen Almanachs (1499) darüber verfaßt, weit über hundert waren im Druck erschienen. Auch in Italien war viel darüber geschrieben worden. und infolgedessen war die Rervosität immer mehr gestiegen, fo daß einige Obrigkeiten eS für angebracht hielten, Veröffentlichungen zur Beschwichtigung der Untertanen zu veranlassen. Kein Geringerer al» Dürer, in dessen Seelenleben s.ch überhaupt die Empfänglichkeit der bamaPgen Menschen für ungewöhnliche Erscheinungen und schreckhafte Dinge malt, hat unS einen nächtlichen Angstraum von gewaltigen Wassermassen, die vom Himmel strömen, ausgezeichnet, in dem sich das Grauen vor dem Kommenden widerspiegelt. ES ist ein Reflex der allgemeinen Deun-ruh-gung, die fo weit ging, daß Fürsten und Herren ernstlich erwogen, ob sie sich mit ihren RegierungSkanzleien und Heeren nicht an hochgelegene Punkte zurückziehen sollten. Und vom Bürgermeister der Stadt Wittenberg hieß es, cr habe Bier im Vorrat auf den Dachbcchen, seines Hauses bringen lasten!" Oer Kuß vor der Filmkamera. Es ist eine alte Geschichte, daß eine Sach« um fo schwerer durchzuführen ist. je leichter sie cm»- sieht. Und ein Kuß auf der Leinwand des Film» erfordert nicht nur gewissenhafte, sondern sozusagen wistenschaftllche Vorarbeit. Darüber wußte kürzlich, wie amerikanische Zeitungen erzählen, der Filmstar auS Hollywood. Jeanette Mac- bona! d. allerhand mitzuteilen: .Die Kuß-S^ne, die ja da» Publikum ganz besonders interessiert, muß natürlich auf da» Genaueste und Prägnan- tefte einstudiert sein, und die Wirkung muh so ausfallen, daß jeder Zuschauer, noch mehr jede Zuschauerin empfindet: So ist das richttg, fo mache ich» auch! Wenn aber einer glaubt, dah sich die Partner bei diesen Ausnahmen bloß hinstellen und sich auf da» Zeichen de» Regisseur- Hin küssen, während die Kamera auf nimmt, so befindet er sich auf dem HolAtoeg. Oft und oft, meist bi» zum persönlichen Ueoerdruh. wird diese .einfache" Szene geprobt, ehe sie endlich aufnahmereif ist. Um allen Anforderungen gerecht au werden, habe ich mir im Laufe der Zett eine Bibliothek angeschafft, die von nicht- anderem handelt, al- von der Siebe und ihren AusdruckS- formen. Ich hab« oft junge Mädchen der verschiedensten Rationen bariuftellen, und da muß ich doch wissen, welche besonderen Eigentümlichkeiten beispielsweise eine Holländerin, eine Italienerin. eine Französin beim Küssen verrät. Denn — bleibt auch im Grunde ein Kuh immer ein Kuh — fo haben doch die Frauen der verschiedenen Völker ihre ureigene Art de» Kusse». Die Japaner übrigen» kennen ihn gar nicht! Da ich nun nicht in der Gage bin, jede-mal ein Mädchen der entsprechenden Ratton. da» ich verkörpern soll, zu befragen: Wie küßt man in Ihrer Heimat, so studiere ich eben alle» sorgfältig, um eine naturgetreue Darstellung de- Kusse- zu gewährleisten." Oie Augen nach Amerika! Don Or. Otto Hoehsch, o. ö. Prof, der Geschichte an der Universität Berlin. Außenpolitische Llmschau. Kann durch den Hooverplan und das, was daraus zwangsläufig folgt, eine weitgreifende Veränderung der intern ationalenMacht- Verteilung durchgeführt werden gegen den französischen Willen in der Finanz- und der Abrüstungsfrage? Man muß sich darüber klar sein, sowohl m bezug auf das, was praktisch bis zum 2lblauf des Hoover-Feierjahres in der Lributfrage von uns zu tun ist, wie auch in bezug auf den Aufmarsch zur Abrüstungs- konferenz im nächsten Februar. Es liegt auf der Hand, daß die offensichtliche Annäherung Englands und Italiens an Deutschland unter diesem Gesichtspunkt betrachtet werden muß. Jedermann wird sie begrüßen, und deshalb waren die Ministerbesuche, die einander so rasch folgten, werwoll, wenn sie auch ein unmittelbar praktisches Ergebnis nicht haben konnten. Die Linien der gemeinsamen Arbeit sind ja deutlich InderAbrüstungsfrage scheinen sie (wir betonen das Wort scheinen) zwischen Deutschland einerseits und England und Italien anderseits, namentlich zwischen Deutschland und England, ganz parallel zu laufen, älnd wirtschaftlich finanziell hat sich die Lage Englands, des Siegerstaates im weitesten Sinne, der Deutschlands, des besiegten Weltrivalen Englands, so angeglichen, daß wirklich die Formel nicht unbegründet erscheint, die angeblich Henderson in Paris entschlüpft ist: ein allgemeines Moratorium Deutschlands zieht das gleiche in England nach sich mit unabsehbaren Wirkungen auf die Welt. Das ist alles unbestreitbar, älnd doch soll man sich hüten, daraus nun so weitgehende Schlüsse zu ziehen, als wenn Deutschland in England und tn Italien direkt Bundesgenossen sehen könnte, zu einer gemeinsamen Front, mit der Frankreich irgendwie rechnen mühte. Italien ist nach seiner militärischen, wirtschaftlichen und finanziellen Lage, ebenso aus bekannten geographischen Gründen noch auf lange Zeit hinaus darauf angewiesen, in England einen Bundesgenossen zu haben. Ohne diesen vermag — es ist nicht anders — Italien einen wirklich großen Schritt vorwärts für seine außenpolitischen Ziele nicht zu machen. Selbst wenn wir also einmal davon absehen, daß zwischen Deutschland und Italien immerhin noch einige Gegensätze sind, daß zudem die Einstellung der beiden Länder zu Reparationen, Abrüstung und Dertragsrevisivn ganz und gar nicht identisch ist, für Deutschland ist Italien nur insoweit ein Bundesgenosse, als es von englischer Sun* desgenossenschaft gestützt würde, wie in den Jahrzehnten vor dem Kriege. Diese Bundes- aenossenschaft war gar nicht oder kaum in einem Vertrage niedergelcgt werden. Sie ergab sich natürlich, zwangsläufig aus der Lage im Mittelmeer, und es war ein Grundfehler der deutschen Dorkriegspolitik, wenn sie je glauben konnte, Italien würde in einem Kriege zwischen Deutschland und England auf unserer Seite stehen. England aber Bundesgenosse? Wie stark ist doch die potentielle Schwäche des britischen Reiches heute! Dom Reich im ganzen hat Großbritannien nichts als Sorgen, in Indien und wo sonst. Die Selbstverwaltungskolonien gehen in der Wirtschaftskrise rücksichtslos ihre eigenen Wege. Wir werden abwarten müssen, ob sie im .Abrüstungskampf immer in gleicher Front mit dem Mutterland stehen. In diesem aber: Arbeits- losigkeit, Rückständigkeit der Industrie und nun diese Finanzschwierigkeiten, die Goldabzüge, die 7 der englischen Weltftnanzorganisation zu schmerzlich ihre Achillesferse zeigten, die ihr vor Augen führten, wie groß man auch auf diesem Gebiete hat Frankreich werden lassen. So können England und Italien Deutschland für das, was es jetzt in der großen Politik erreichen will, wesentlich nicht helfen, nicht weil sie es nicht wollten, sondern eben, weil sie es nicht können. Nächster Schritt: die Finanzlage, die ungeheuere Staatsschuld, macht England zu einem geradezu fanatischen Anhänger der Butgetbschrän- kung in der Abrüstungsfrage. Wie bekannt, will die Arbeiterregierung unter allen Umständen einen Erfolg der Abrüstungskonferenz, deren Dorsihender Henderson sein wird, der kommende Mann in der Führung, wenn Mar- donalds Kraft erlahmt, ülnd wo der Erfolg gesucht wird oder sich bietet, das ist: zunächst die Limitierung, also die Limitierung der Rüstungen nach oben, wenigstens das Halt für die Rüstungsausgaben und dann die Herabsetzung dieser Rüstungsausgaben. So tritt Lord Robert Cecil, der so glänzend die Cigeninteressen seines Staates mit den allgemeinen Gesichtspunkten zu umhüllen versteht, auch für den 25prozcntigen Abstrich an den Rüstungsbudgets aller Länder gleichmäßig ein. Was die deutsche Vertretung in Genf zu diesem Punkte sagte, ist und bleibt der deutsche Standpunkt, der ün ganzen zur Abrüstung bekannt ist, der die Rüstungsgleichheit und die drastische Abrüstung deranderen fordert, in der Dudgetbeschränkung schlechthin und der mechanischen Limitierung aber keine brauchbaren Mittel zur Rüstungsgleichheit sehen kann. England kann soundsoviel Prozent am Rüstungsbudget nach internationaler Abmachung und Bindung streichen und bleibt doch militärisch eine Weltmacht. Deutschland aber, das abgerüstet ist, kann das nicht und sieht durch eine solche Entwicklung der Abrüstungsfltoge den Weg zur Rüstungsgleichzeit vielmehr verbaut. Wozu kommt, daß die Festsetzung der Rüstungsausgaben, die nicht überschritten werden dürfen, wie es der Konventionsentwurf will, nicht die geringste Gewähr bietet, daß sie eingehalten wird. Ist aber das nun so mit dem englischen Standpunkt, so ist die Gefahr groß, daß England bei der Abrüstungskonferenz Frankreich gegenüber zur Nachgiebigkeit geneigt sein wirdl Amerika wiederum hat in Genf der Dudget- beschränkung für die anderen zugestimmt, für sich aber jede Beschränkung seines Ausgabenrechtes für Militärrüstungen abgelehnt. Damit hat es sich schon mit einem Fuß aus wichtigen Auseinandersetzungen der Abrüstungskonferenz herausgestellt. Anderseits ist Frankreich zu dieser Beschränkung bereits hält aber fest an seinem Standpunkt, der „interddpendance“ der Rüstungsgattungen. D. h., es hat stets gefordert, daß die Abrüstung zu Land, zu Wasser und in der Luft als Einheit gesehen werden müsse. Das wieder bedeutet, daß Amerika, wenn es überhaupt Mitarbeiten will, sich nicht auf das beschränken kann, woran ihm liegt: nämlich die maritime Abrüstung, während die Fragen der Land- und Luftrüstung von ihm beiseite geschoben werden könnten. Daraus nun wieder ergibt sich die Frage, wie England und Amerika sich zur deutschen Forderung der Rüstungsgleichheit stellen, des Rüstungsausgleiches, der natürlich in irgendeiner Form eine größere Bewegungsfreiheit für die deutsche Rüstung in sich schließen müßte. Das lehnt Frankreich, wie es zuletzt noch in seiner Rote vom 15. Juli mit nicht zu überbietender Schärfe ausgesprochen hat, rundweg ab. Rach ihm ist der erzwungene Rüstungsstand der Besiegten überhaupt die Grundlage, die unabänderliche Voraussetzung und Plattform, von der aus erst darüber geredet werden könne, ob eine Abrüstung der anderen gewissermaßen in einer Etage darüber möglich sei. Aber wie die Dinge heute liegen, ist uns zweifelhaft, ob Deutschland in seiner These auf Rüstungsgleichheit und in der Richtung auf größere Freiheit, auf der Konferenz von England und Amerika unterstützt werden würde. Man muß sich diese Lage völlig klar machen, um Schwierigkeiten zu erkennen, die erst hervortreten, wenn man das Licht scharf auf die Cinzel- probleme fallen läßt. Was über alles Gesagte hinaus aber bleibt, ist zunächst einmal: internationales Schuldenproblem und Abrüstungsfragen hängen trotz allem mit- einander in der Wurzel zusammen. Amerika ist für beide Fragen in der Schlüsselstellung, wenn es beide zugleich zusammenfaht und anfaßt. Das hat Hoover eingesehen, in der Richtung geht er. Dann ist aber klar, daß im letzten, und vor der eigentlichen Entscheidung Amerika der Stärkere ist und sein muß, stärker auch als ein Frankreich, das heute militärisch, politisch und finanziell, wie es scheint, nicht zu irgend etwas gezwungen werden kann. Weiter: mit diesem Zusammenhang, der für Amerika auch sachlich notwendig ist, hat Hoover sein persönliches Schicksal als Politiker verbunden. Er will ihn vorwärts bringen, weil er sonst schon in der Aufstellung zur Präsidentschaf t s w a h l durchfällt. Diese Aufstellung findet im Juni etwa des nächsten Jahres statt. Dis dahin würden Monate der Abrüstungsverhandlung in Genf vergangen sein, damit natürlich Pannen, Stoße und Krisen, wie sie bei einer solchen Konferenz immer sind, sich abgespielt haben und immer abspielen. Dis dahin muß die Rotwendigkeit dieses ganzen Zusammenhanges dem amerikanischen Publikum einleuchten, sonst kann man ihm nicht den Kandidaten für dieses Problem anbieten. Dann müssen also gewisse greifbare Fortschritte schon erkennbar sein. Diese werden sich, wie wir hossen, auf dem Wege der Finanzvorbereitung zur Umgestaltung des Voungplans vollziehen. Denn mit dem Feierjahr hat Hoover nicht nur Amerika aufs stärkste auch mit dem Tributproblem verbunden, sondern auch sich selber, so sehr er heute noch Distanz davon nimmt, an deren Möglichkeit er schwerlich selber noch glaubt. So wird im wesentlichen für Deusschland seine politische Arbeit zwischen heute und der Mitte des nächsten Jahres auf die Vereinigten Staaten gerichtet sein müssen. Alles, was für die Zusammenarbeit für England und Italien nötig ist, muh getan werden, ist erfreulich und werwoll. Aber entscheidend helfen und vorwärtsbringen wird es nicht! Oberheffen. Siadirais-Sihung in Butzbach. pb Butzbach, 21. Aug. In der gestrigen Sitzung berichtete zunächst Bürgermeister Dr. Jansen eingehend über das Ergebnis der Verhandlungen mit der Hessischen Regierung wegen evtl. Aufteilung des hiesigen Finanzamts, die nach einer Mitteilung des Landesfinanzamts Darmstadt vom 1. Juli geplant sein soll. Er nahm ensschieden Stellung gegen einen in der „Butzbacher Zeitung" enthaltenen Artikel des Landtagsabgeordneten Dr. Leuchtgens, wonach eine Kommission der Stadt Butzbach nicht nur gegen die Verlegung des hiesigen Finanzamts nach Friedberg bei der Hessischen Reaierung vorstellig geworden sei, sondern umgekehrt die Verlegung des Friedberger Finanzamts nach Butzbach beantragt hätte. Der Stadtrat faßte den Beschluß, daß er gegen die erwogene^ Aufteilung des hiesigen Finanzamts allergrößte Bedenken erhebe. Infolge der großen Entfernungen der jetzt zum Bezirk Butzbach zählenden 26 Landgemeinden von Gießen, oder Friedberg würde die Verwirklichung des Planes für die betroffene Landbevölkerung eine nicht unerhebliche Delaswng und Verschlechterung bedeuten Die gesamte Butzbacher Geschäftswelt, die durch den letztjährigen Rückgang der heimischen Industrie schon sehr empfindlich getroffen wurde, erblickt in einer solchen Maßnahme in der heutigen Rotzeit eine weitere empfindliche Schädigung. Der Stadwat bittet darum, daß künfttg bei derartig für die Bevölkerung bedeutsamen Erwägungen die Stadt vorher gehört wird. Weiter beschließt der Stadtrat, das Anwesen in der Taunusstrahe 60, das von dem früheren Stadtbaumeister Scherrer bewohnt wurde,zum Preise von 15 000 Mk. an F. K. Rühl in Köln zu verkaufen. Sodann wurde der Beschluß gefaßt, während der Erntezeit die Schließung der Feld- gemarkung von Eintritt der Dunkelheit ab, anzordnen. Don der Rowerordnung des Reichspräsidenten vom 20. Juli, wonach ab 1. August für rückständige Steuern für jeden angefangenen halben Monat ein Zuschlag von 5 v. H, zu entrichten ist. wird Kennwis genommen. — Weiter wurde beschlossen, eine weitere Befreiung der Wohnungsneubauten von der Grundsteuer über fünf Jahre hinaus ivt ch t eintreten zu lassen. — Frau S. Sellheim hak"lhr Ehrenamt al8 Mitglied der Wohlfahrtsdeputation aus Gesundheitsrücksichten niedergelegt. An deren Stesse wurde Beigeordneter P l o ch als Mitglied der Deputation gewählt. Der Entwurf einer Polizeiverordnung überden Fahrzeugverkehrin der Gemarkung Butzbach wird zur KennwiSnahme mitgeteilt, der Stadtrat wünscht, daß die Kaser- nensttahe nicht als Einbahnstraße erklärt, sondern freigelassen wird. — Die Kosten der Kanal- und Wasserleitung für die im Lustgarten zu erbauenden Schupowohnungen betragen 7200 Mk., sowie für die behelfsmäßig zunächst herzurichtende Zu- ganasstraße 1500 Mk. Diese wurden bewilligt. — Bei dem Elektrizitätswerk ist ein Koch- und Heiztarif eingeführt, bei dem die Kilowattstunde auf 12 Pf. berechnet wird. Bisher wurde eine jährliche Mindestabnahme von 500 Kilowattstunden verlangt. Diese soll nun ab 1. September aus 300 Kilowattstunden ermäßigt werden. — Für das Elektrizitätswerk wird die Beschaffung von zwei älebers pannungsschuhvorrichtungen zum Preise von 2000 Mk. bewilligt. — Der für Wohlfahrtserwerbslose vorgesehene, vorläufig ungedeckte Bettag von 100 000 Mk. wird nach dem derzeitigen und im Winter zu erwartenden Stand der Wohlfahrtserwerbslosen nicht in voller Höhe nötig sein, es ist aber mit einem Bettag von 50 000 bis 60 000 Mk. zu rechnen, für den noch Deckung aufzubringen ist. Der Minister des Innern hat die Einstellung dieses Fehlbetrages beanstandet und verfügt, daß da Stadt nach ihrer Finanzlage auf Erhebung eines lOOprozenttgen Zuschlags zur Gemeinde-Bier- und Bürgersteuer angewiesen sein dürste, der Stadttat umgehend über die Erhebung von Zuschlägen beschließen mühte. Der Stadttat lehnte jedoch die Erhöhung der Bier- als auch der Dürgersteuer einstimmig ab. Landkreis Gießen. £ Wi eseck, 21. Aug. Der Gerneinde- r a t beschloß in seiner gestrigen Sitzung auf Grund des Gesetzes vom März 1930 die Einführung der Besteuerung für Wanderla- g e r. Die Sätze sind im Gesetz vorgeschrieben und betragen für Wieseck bis 7 Tage Aufenthalt 240 Mark. Auch wurde der Ermäßigung der erhöhten Sondergebäudesteuer zu- gastimmt. Um die Auszahlung der Gelder an die Wohlfahrtserwerbslosen sicher zu stellen, soll das Wassergeld durch Gemeindebedienstete erhoben werden. Ein Antrag von Gemeinderat Erb, Erwerbslosen usw. mit einem Jahreseinkommen unter 1000 Mk. von der Bezahlung des Wasser- geldeS zu befreien, wurde abgelehnt, da ja bereits in früheren Fällen bei in Rot befindlichen Das bißchen Erde. Vornan von Richard Stowronnek. Copyright by I. Engelhorns Nachf., Stuttgart. 12 Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Che", sagte Lentz und Traute sich mit mög» liehst unschuldiger Miene den Kopf, „da weiß ich nu nichts von. Den Herrn von Lewenitz hab ich in diese ganze Zeit nur einmal gesprochen, auf 'n Pferdemarkt in Moltzahn. Er fragte noch im Vorbeigehen: ,Ra, immer noch zu Wege, alter Knackstiebel?' aber wegen eine Postkarte oder so hat er sich nicht zu erkennen gegeben. Da denk ich mir so, mit dem Wundern meint er vielleicht die neue Verfassung, wo die Regierung uns nu mit eins geben will. Da wundern wir uns nämlich ässe darüber, denn was die alte Verfassung is, die war doch wohl noch ganz gut, nid)? ... Oder geht es uns vielleicht schlecht bei unfern gnädigen Herrschaften, haben wir nich unser reichliches Auskommen? Chewvll, sag' ich, es geht uns sogar sehr gut, aber der Hvhenrömnitzer Lehrer, wo ich neulich mit ihm drüber diskerierte, meinte mitnichten. Mehr Volksschulen mühten wir haben, damit ein Strahl von die allgemeine Bildung auch in das mecklenburgische Land fallen täte, und dazu mühten wir wohl erst ’ne neue Verfassung kriegen. Da sagt' ich ihn aber, ah nein, Herr Kanter, das wär wohl ganz verkehrt! Bildung für den, wo Bildung gehört. Wenn aber die, wo hinterm Pflug herzugehen haben, um ’ne Portschon klüger werden als die vorm Pflug, dann is zu End mit unserm alten Mecklenburg! Rich?" Malte hatte unwillkürlich lächeln müssen. „Hast recht, mit dem alten Mecklenburg wäre es dann wohl zu Ende. Aber fragt sich nur, ob das neue nicht besser wäre!" Lentz fuhr ordentlich erschreckt in die Höhe. „Halten zu Gnaden, Herr Graf, dann wissen Sie wohl nich, wie weit daß es bei uns schon gekommen is? Bei der letzten Reichstagswahl Salben wir hier in der Suppenterrine von der Frau Verwalter, wo als Urne gedient hat, bereits einen roten Stimmzettel gefunden! Also der Herr Verwalter war starr, der Förster Schwarz war starr, ich aber sagte zu ihnen: .Sehen Sie, meine Herren, das kömmt bloß davon, daß in den Zeitungen immer von diese vertrackte Verfassung die Rede is, und Gedrucktes können die Kerls lesen. Da bildet so ’n entfamtiger Snösel sich denn ein, er dürst sich ungestraft solche Ordnungswidrigkeiten erlauben und so!' Weil wir nu alber uns ungefähr denken konnten, wer dah die rote Stimme abgegeben hatte, nämlich der Koppelknecht Bohn, und er hat nämlich früher mal in Rostock gearbeitet, also da lud ihn der Herr Verwalter sich zu eine politische Unter- reöung in den Schaf stall." „Ranu", fragte Malte verwundert, „in den Schafstall? Wenn da ein Fremder 'reinkommt, fängt doch die ganze Gesellschaft zu blöken an, dah man vor lauter Spektakel nicht sein eigenes Wort versteht?" Der Alte machte ein ganz ernsthaftes Gesicht, nur seine weihen Schnurrbartspitzen zuckten verräterisch. „Wohl, wohl, Herr Graf. Aber das hat nu wieder auch den Vorteil, dah von außen niemand hören farm, was da drinnen verhandelt wird. Zu der Unterredung hatte der Herr Verwalter sich nämlich einen handlichen Haselstock geschnitten, und wie er mit dem Koppelknecht Bohn wieder aus dem Schasstall "rauskam, waren sie sich einig. Da hatte der nu wohl die richtige polittsche Meinung gekriegt." In Malles Stirn hatte sich eine unmutige Falte gegraben. „Ra, lassen wir das jetzt, darüber werde ich mit dem Verwalter Dergemann mich mal gehörig aussprechcn. Die Wirtschaft mit bem Stock in der Hand wollen wir doch gesässigst bleiben lassen! ... Aber sag mal, schon die ganze Zeit über ist's mir ausgefallen: was sind denn das für helle Flecke in der Tapete zwischen den Hirschgeweihen? Da hingen doch früher immer die alten Delfter Teller, die mein fefiger Großvater mitgebracht hat, als er noch am Hof von Holland Gesandter war?" Lentz griff in den Halskragen, die Frage war ihm sehr unbequem. „Die alten Tess er? Che, da hat die Miken wohl vergessen, sie nach dem Groh rein em ach en wieder hinzuhängen. Auf ihre letzten Jahre ist sie nämlich sehr schwach von Gedächtnis geworden. Und Miken, sag ich immer zu sie, es is man ein GotteSglück, dah gewisse Körperlichkeiten auch bei Ihnen fest angewachsen sind wie bei andern Menschen. Sonst täten Sie die mal noch irgendwo ’rumlicgen lassen." „Schwindel nicht, Alter, ich seh' dir's ja an der Rase an, da ist etwas nicht in Ordnung. Also 'raus mit der Sprache, wo sind die Teller?" „Run denn" ... Lenh druckste noch ein Weilchen herum, aber jetzt gab's fein Ausweichen mehr ... „die sind in Hohenrömnitz drüben. Auf Defchl von Seiner Exzellenz dem Herrn Erb- landmarschass." Malte stand auf, und seine von der Tropen- sonne gebräunten Wangen färbten sich um einen Schatten dunkler. „Ach nee! Und da hast du nicht die Herausgabe verweigert? Weiht du denn nicht, dah Vellahn mir gehört mit allem drum und dran, solange ich der Erbe des Majorates bin?" „Che, das weih ich wohl", sagte Lentz verlegen, „und ich hab's dem Herrn Erblandmarschall auch mit allem schuldigen Respekt vorgestellt. Aber da kam ich bös an. Ich hätte den Schnabel zu halten und zu gehorchen, .Und die Teller werden sofort heruntergeholt, nach Hohenrömnitz geschafft. Meine Frau Gemahlin wünscht es so, basta!' Und das hatte seine Richtigkeit. Die Frau Erblandmarschall waren ja wie närrisch vor Entzücken über das alte Scherbenzeug, und da gab es keinen Widerspruch. Seine Exzellenz tun ja alles, was sie ihr nur an den Augen ab sehen können." „Erlaube mal!" Graf Malte lieh sich wieder in den Sessel fallen und machte eine Handbewegung, als wäre es in dem Kopfe seines alten Getreuen nicht ganz r chtig. „Was hast du eben gesagt? Mein Onkel Christoph täte alles, was er seiner Frau an den Augen absehen könnte? Und meine gute Tante Elfriede soll mit einemmal vor Entzücken über die alten Teller närrisch geworden sein? Die kannte sie seit ungefähr vierzig Jahren und hat niemals den Wunsch geäußert, sie zu besitzen?" ... . . Lenh sah geradeaus, schnusselte nur ein wenig, als mühte er sich aufsteigender Tränen erwehren. „Wohl, wohl, Herr Graf. Wegen der seligen Frau Erblandmarschall möchten die Teller da vielleicht noch vierzig Jahre hängen. Aber sie is gestorben, kaum sechs Wochen nach Ihrer Abreise. Schon im Herbst, das Trauerjahr war noch nich zur Hälfte herum, haben Seine Exzellenz frisch geheiratet und, wie die Leute erzählen, sollen sich seine Hoffnungen ja wohl erfüllen. In Hohenrömnitz drüben wird ein Erbe erwartet!" So. nun war es heraus, alles auf einmal. Gesagt hatte es doch werden müssen, also war es schon besser, man machte ganze Arbeit. Malte aber schleuderte mit einer heftigen Bewegung seine Zigarre in das offene Kaminfeuer. Donnerwetter nochmal, das war ja eine unerwartete Bescherung, die ihm ganz plötzlich über den ahnungslosen Kopf gepladdert war! Wie eine Hagelwolke war es gekommen aus heiterem Himmel, und wo sie lang gezogen war, lagen geknickte und zerschlagene Hoffnungen ... Es dauerte eine ganze Weile, bis er feine Bestürzung soweit gemeistert hatte, dah er wieder ruhig sprechen konnte. „Jetzt fange ich an zu verstehen, was der Tü- schower Lewenitz mit seiner Posttarte gemeint hat! Aber wollen uns doch nicht gleich ins Bockshorn jagen lassen. Dah mein Herr Onkel sich auf seine alten Tage lächerlich macht, kann ich ihm nicht verwehren. Aber damit seine Ehe rechtsverbindliche Folgen hat, dafür gibt es beim Hvhenrömnitzer Majorat gewisse gesetzliche Vorschriften. Die Frau Erblandmarschall muh von altem Adel sein, sechzehn richtiggehende Ahnen haben von Vater- oder Mutterseite, sonst gilt es nicht! Sonst kann ihr Herr Sohn einen weihgeschälten Weidenstab in die Hand nehmen und sich wo anders einen Platz suchen. Also los, was ist meine Frau Tante für eine Geborene?' Der alte Lentz zuckte bekümmert mit den Achseln. . „ „Das wissen wir hier alle nich. Seine Exzellenz haben die Frau Gemahlin im Herbst vor ’nem Jahre mitgebracht, wie sie von der italienischen Reise zurückgekommen sind. Die Trauung soll auch da unten gewesen sein, in einer Gegend, die Mailand genannt wird. Wegen dem schönen Wetter, meint der Kammerdiener Paalzow, das dort Wohl fein soll das ganze Jahr über, wie bei uns im Frühling. Und ein ganzer Hümpel Menschen is bei dieser Heirat mitgefommen nach Hohenrömnitz. Eine Schwester und ein Bruder von der Frau Gräfin, mit ’nem kohlschwarzen Bart bis in die Augen, ’ne Frau Schwiegermutter wie eine Zitrone so gelb, und sie schlampt fast immer in’ Schlafrock herum. Das schlimmste aber is die Dienerschaft. Alle Mecklenburger sind mit eins entlassen worden, auch die Deerns. Dafür sind denn Kerls gekommen und Mäkens, ebenfalls aus diesem Mailand. Den Kerls mocht man nich für fünf Minuten fein Portemonnaie zum Verwahren geben, meint der Paalzow, aber Die Deems wären ganz leckrig anzusehen. Wie die Druwäppel so rund allenthalben, und wenn sie sich so durch den Park bewegen tun, könnt man's dem Herrn Erbmarschall eigentlich nich verdenken, dah er sich auch so eine Mailänderin geheiratet hat." Malte war ungeduldig geworden. Meint der Paalzow", wiederholte er ärgerlich. „Aber diese Mauserahergesellschaft — zum Beispiel dieser Zitronenvogel von Schwiegermutter — kriegt doch Briefe? Weshalb ist der alte Esel da nicht so gescheit gewesen, sich mal die Adresse zu merken?" Lentz traute sich den weihen Kopf. „Wohl, wohl, Herr Graf, aber das wär ebenso ungefähr, als wenn man einen Kolkraben fragen möcht: .Wieso kannst du eigentlich nich so schön fingen wie ein Kamalienvogel?' Weshalb merkt sich der Paalzow so eine Adresse nich? Weil er in seine Jugend nich gelernt hat, Geschriebenes zu lesen! Vogelnester finden, das könnt er. Aber in den Wissenschaftlichkeiten war er immer man ein Schwachmatikus!" Malte machte eine abwehrende Handbewegung, das letzte hatte er nur mit halbem Ohre gehört. „Es ist gut. Morgen früh reite ich nach Hohen- römnitz hinüber, da werde ich alles erfahren ... Mein Onkel muh mir ja Rede und Antwort stehen. Uni) jetzt lah mich 'raus. Ich muß den heißen Kopf noch ein bihchen in die kühle Racht- luft tragen." „Wohl, wohl, Herr Graf" ... (Fortsetzung folgt! .Wfetb •Selb, eIWt eb ftfitaitai w M n chten ift urde 5^ - Doh« rund, nnkrten T*Srtn. rtwn Lui pt » butbt s ÄÄ tbnun9 bet®* LbiiMmt Die Stofen, rt, sondern Mal. und 1 erbauen« ÖL, fotoie tenöe Zu« btoiüiflt M>* und Mtrftunbt wbe eint »toottihm. anbet aus l- - Ar fang von den zwn stfDvhl« uslg ungt* 1 nah btm nden Stand voller M betrag von r den noch nislrr des 'Wtrogrt nach ihrer -rvMtigen itgerfttutt umgehend beschlichen ! Erhöhung Rt einfhm« 'melnbe- klhung aus die ffiitfüb- inderla« trieben unb mchalt 240 ung btt euer zu- ®elbet an i stellen, soll instete echv« iteraf 6rb. eSeinksminen de« Dasser« t, da ja be« bcsindllchen einen vech» nahmen und . 2Dfr W Aedorene' • mit den te Stzelleob st vor 'n«" rtallenisch« Hauung P*‘ beni schönen ßoal$otP. das hr über. Die »mmtn na« em Sluder Mchivarsen /eJ®ieOrcJJ. Ae- le-E - tpat tlichkertcn £*ss & ter nur unter bet Seit In der inner ^Bi/Z/gster und bequemster ßrennstoff-^^/^^ Heizt; Keinßaacfi. kein Paß. keinejc/i/acke\ Kennen Sie dieSdeal-Kautsch? 047«; Gießen, den 22. August 1981. 04751 Die trauernden Hinterbliebenen. 04798 Gelegenheitskauf! Arbeitsvergebung ** _ ________ Siir hio SXnftnnhfphuna des fiirdv lol-H* Zur jetzigen Aussaat Im Auftrage preiswert zu verkaufen: Undenstruth. den 22. 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August, nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehause Ludwigstrafie 13 aus statt | 5488 A Danksagung. Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme anläßlich der Beisetzung unseres lieben Entschlafenen Karl Kühn, Bautedmiker sagen wir herzlichen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. genehmigt Außerdem wurden die Steuerziele für die neuen Steuern des 9tj. 1931 festgesetzt Es wer« den vorläufig« Steuern in gleicher hohe der vor« jährigen Steuern erhoben, auf die später die endgültigen Steuern vom Rj. 1931 angerechnet werden. -r Freienfeen, 20. Äug. Heute wurde die älteste Einwohnerin unsere- Dorfes. Frau Aachbarsleuten sollen die T_ . seit einigen Jahren in Unfriede gelebt haben. Bar donner legte bereit- da- Geständnis ab. fi/tf füMai-düse Strümpfe *e SUimerjen sind **9- und Beine habe tchjetf. Asten»ck IX fassoniert für Mk. 1.90 Großen-Llnden, Düsseldorf, Dutenhofen, den 22. August 1931. Die Beerdigung findet Montag, den 24. August, nachmittags 3'/, Uhr, vom Trauerhause aus statt Sonbenoerkstätten für feine Polstern,öbel unb Matratzen A.Wehrheim, Gießen, löberstraße 17 5497 A Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Mutter Fran Marie Stfiapp Witwe, geb. Grebe sagen wir allen auf diesem Wege herzlichen Dank. Die trauernden Kinder. Gießen (Hammstraße 11), Oberbiel. 22. August 1981. Danksagung. Für die wohltuenden Beweise der Teilnahme beim Tode meines lieben Mannes Wilhelm Sommeriad sage Ich meinen herzlichsten Dank. Minna Sommeriad. geben. Hessische Bürgermeisterei Holzheim, Buh. ADLER STANDARD Innensteuer-Limousine, 10/45 PS Preußen. KreiS Wetzlar. Z Dornholzhausen, 20.Aua Der Schul- amtsbewerbcr Karl Stork zu Dornholzhausen wurde am 1. August einstweilig zum Lehrer an der hiesigen Volksschule ernannt. Lehrer Stork verwaltet die zweite neucrrichtete Lehrerstelle. Kreis Marburg. MSN. Marburg. 21. Äug. Das Kultusministerium hat die Dahl des neuen Rektor- der Marburger Universität Professor Dr Alfred Thiel, Direktor des Physikalisch-chemischen Sn- Heute morgen 5 Uhr wurde meine liebe Tochter, unsere gute Schwester, Schwägerin und Tante Fräulein Lina Kröck im Alter von 20 Jahren von ihrem Leiden erlöst Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Ludwig Kröck XIII. DrogerieWinterhoff Kreuzplatz 10 5481 a Statt Karten. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Helmgange unseres lieben Gatten und Vaters Jean Brückmann Insbesondere auch dem Herrn Pfarrer für die trostreichen Worte sowie dem Verein Städtischer Beamten und dem Artillerie-Verein sagen wir hiermit tiefgefühlten Dank. Ernestine Brückmann, geb. Posse und alle Angehörigen. Gießen, den 21. August 1981. Anna Slise Dachmann, zu Grabe getragen Ein Schlaganfall hatte sie auf da- Krankenbett geworfen, und einige Tage daraus ift fic im M- ter von fast 91 Jahren Herr Ludwig Loh Weichensteller L R im 78. Lebensjahre. 1862-1912 Vir beklagen den Heimaang unsere» lieben Altersgenossen Wilhelm Schmid! dessen Andenken wir in Ehren halten werden. Beerdigung Montag, 24. Ang. 1931, nachmittags 2 Uhr. Um zahlreiche Betelltgung bittet der Vorstand. 5505D Für die Instandsetzung des Kirchturms in Holzheim sollen die Dachdeckerarbeiten vergeben werden. 5486D Die Angebote sind bis zum 28. August auf der Bürgermeisterei Holzheim abzu- p , e kaukas. Nußbaum, natur Speisezimmer glanz gebohnert Büfett 2 Meter breit, Vitrine, Auszugtisch. O X/f /Cd 6 Stühle mit Stoffpolster ax.1 J.» Ulvi Starkenburg. TBeOl. Darmstadt. 21 Äug. Heute morgen ereignete sich in Sberstadt ein folgenschwerer Autounfall. Der Seniorchef des Darmstädter Sei- denhar.seS Dolz. Fran- Griessinger. der seinen Wagen selbst steuert, überfuhr ein Schulmädchen au- Arheilaen namenS Trautmann, da- anscheinend einen schweren Schädelbruch erlitten hat. Griessinger erlitt bei dem Unfall infolge des au-gestandenen Schrecken- einen Herzschlag, dem er sofort erlag. Das dadurch führerlos gewordene da fremde Personen __ Aähe des Bauernhofes meßt gesehen wurden. Der Verdacht der Täterschaft richtete sich gegen den 60jährigen Ehemann der Getöteten, den Landwirt Friedrich Dardvnner. der schliesslich fest genommen und nach mehrstündiger Der« nebrmmg in da- Amtsgerrchtsgefänanis in Langen eingeliesert wurde. Aach den Angaben von Auto rannte gegen eine Litsa-säule, wo eS vollkommen zerschellte. Persotwn, die dem Unfall beigewohnt hatten, veranlassten einen vvrüberfährenden Autofahrer, da- Kind nach dem städtischen Krankenhaus nach Darmstadt mitzunehmen. DSL Dreieichenhain. 21. Äug. TDie wir zu dem Mord an der 56jLhrigen Dauer-frau Dardonner erfahren, haben tnc Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ergeben, dass der Tä- ' icrn zu suchen ist. Fachärzte verordnen den gummi/osen hOCCULTA STRUMPF etqentrimohdtrn. abend! Umciwthen ua Bemlciden Einwohnern auch die Zahlung gestundet bzw. erlaufen wurde. Ferner können jetzt schon DorauS- Dahlungen auf die ®emeinbefteuer 1931 t. vom Herrn Relchsprastdenten, dem ^cMschen Minister des Innern, streisamt, Stadt und Kirche wurden Glückwünsche dorgebracht. 5 Schotten, 21. Äug. Der ® < e 1 n b t r a t beschloss In seiner letzten Sitzung, dass gle.ch dem vorgehen des hessischen Staates eine steuerliche Erleichterung und Befreiung für Reu« bauten bis 1938 von der Grundsteuer eintreten solle, «uch für die Sonder st euer vom bebauten Grundbesitz tritt Befreiung bzw Ermass!- g u n g In besonderen Fällen ein. In der Frage der Unterbringung des Kreisgesundheitsamtes will sich die Stadt in geeigneter Weise be- mühen. 2*r Waldwirtschaftsplan für das kommende Rechnungsjahr wurde angenommen. Zur Leschäftigung der ausgesteuerten Erwerbslosen soll als Rotstandsarbeit b l e Verlegung des Mühlengrabens durch die Lohgasse in Beton ausaesührt werden. Die Einführung der Bi er steuer lehnte der Gemeinderat erneut ab. Der D 0 r a n s ch l 0 g der R e o l s ch u l e wurde Manntgegebcn. Die 21 e ck e r 0 e r p a ch t u n g , bet der pro Morgen durchschnittlich 20 Mark geboten wurden, wurde unter den üblichen Bedingungen Wirksame erbe - Drucksachen M Brübi, SsMsfrele 1 Hat MW» ÄuSkünftetnRechiS«, ©traf-,ÖamlL-Knge* legenbeiten, Gesuche, Beriräge. Beobachtungen, Ueberwachg. und Ermittlungen pretem- streng dtSkr. u. an all. Orten ert. u. erledigt Detektiv- Bnrean-u.Anskunttel Inb.K.Geri,Bad-Man- keim, Karstr. 17. °* Achtung I Alle Fahrten roieWaggonladuna, Pferdearbelten für Hoch- uXtefbau, foro. alle lanörolrtfcbahL wahrten werden unt. btlL Berechtig, aus« geführt. 104796 Leibgett. Weg 51 Televbon 3308. GtOüeetpüainen vtkiert.tnd.beit.Sort. €icoer,früb.fübunb relchtrag. Berbcss. । AnanaS,feinimGe- ichmaL früh. Cber» schlcsien, Mnssentr. mlttelfr. Rotkavvle v. 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DonneoStag, 27.. ton 19 30 bis gegen 22.30 llbr: Zar und Zimmermann Frcltaa. 28., von 20 bis nach 22 30 Mfiti Ges„ Köln, Riehlerstrasse 31a, besannt unter dem Namen „die Kölner Bausparkasse", teilte an ihr« zuteilungsberechtiaten Bausparer am 20. Juli 1931 2S Millionen Reichsmark zu. Damit hat die Summe der Zuteilungen den Betrag von 15W Millionen Reichsmark erreicht. Mit dieser Summe wurden über 1200 Bau- Finanzierungen und Haus Entschuldungen durch- geführt. 5481V, — Am 15. d. M. hielt der Deairk--L«hr«rverein Laubach seine diesjährige Familienkvnfe- r e n z auf der Q3ingmüf>Ic bei Lauter ab. Der Obmann, Herr Lehrer Debus. Ruppertsburg, begrühte tx« Teilnehmer. <3r wie- u. a. daraus hin, dass die Konferenz an einem Orte stattfinde, der ungefähr 20 Ortschaften der Wetterau mit Wasser versorge. Aus einem anschliessenden Spa- ziergange wurden die vielen Quellfassungen besichtigt. Humoristische Dorträge hielten die Teilnehmer in froher Unterhaltung beisammen. Telephon 4105 Neustadt 6 5423 A /immer \ telefoniert Edgar Borrmann Elsenwaren, Haue- und KOchengerite Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Gießen, den 23. August 1931 Gabelsbergerstraße 5/7 Neuen Säue 4 r4786 Eintritt 50 Pf., Erwerbslose 30 Pf. 04745 Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei Gießen Statt Karten! 5504 c Nur 3 Volkstage Montag, Dienstag, Mittwoch, Mk. 0.40-1.50 Lirklar (Oberh.) 04749 Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Mundtücher ..ab 1.10 Gießen tAsterweg 35), 22. August 1931 co-Reuter 04763 Alte und neue Tänze. Moderne Jazzbesetzung. Für gute Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. Seltersweg 61 5494 A Anfang 4 Uhr. beehren sich ihre Vermählung anzuzeigen Von der Reise zurück 5489 D Watzenborn Hungen 22. August 1931 04761 Wilhelm Weigel und Frau 04680 5506 D Schillerstraße 19 04760 Ein leckerer Zahnarzt Dr. Hinrichs dllllllllllllllHIIIIIIIUIIIHIIK Kurzgeschnmenes inmspllhnb Kleintaxe tiso-Betten flllillöbllllUlt Kilomeier 12 praktiziert wieder 1490D liefert Die T* 5480 D erdrückt Das Haug Name« 5481 V :u 0.30 0.45 0.95 Für die anläßlich unserer Silber-Hochzeit in so reichem Maße überbrachten Glückwünsche u. Geschenke danken wir herzlich Auguste Bönsel Friedrich Weis Praktische Hauswäsche Um gütigen Zuspruch bittet 5492 D die besten Qualitäten zu den billigsten Preisen: L o Wischtücher .ab 0.60 Handtücher ..ab 0.80 Tischtücher ..ab 4.50 Ort____ Straftai Jagdgewehre Jagdpatronen Jagdstöcke Jagdrucksäcke Reinigungsmaterial und sonstiges Zubehör In jed. Ausführung. Nur garantiert beste eig.Werkstattarbeit Polsterwerkstätten Gcbr* Seelbach Südanlage 20 Sonderhaus für Wäsche-Ausstattung und -Anfertigung Dr. Steinreich praktiziert wieder ab Montag, 24. August Kinderb.ChaieeL ».Private. 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Das war doch ein guter Griff, als er zu der Firma Häuser am Oswaldsgarten ging und den schönen Herd In die Küche stellen ließ. Seitdem Ist ein ganz anderer Zug Im Hause, denn die Liebe geht nun einmal durch den Magen. Sollte die Laune noch so rosig sein, ein gutes Mittagsmahl, gekocht auf dem Roeder-Gasherd, macht sie noch rosiger. Das sollten auch Sie sich zu Herzen nehmen und Sie sollten es nicht versäumen, sich solch ein notwendiges Möbelstück anzuschaffen. Kommen Sie ruhig einmal in unsere umfangreiche Ausstellung. Sie finden dort die neuesten Modelle praktischer Gas- und Küchenherde. Sie sind auch nicht all zu teuer. Wir erwarten Sie. Bettücher...ab 4.90 Kissen ab 2.55 Laken ab 7.70 Bezüge ab 9.75 Lichtspielhaus Gießen Nur noch heute und morgen Sonntag Brigitte Helm, Albert Bassermann in ALRAUNE nach dem berühmten Roman von H. H.Ewers Ferner: Ufa-Woche »Ton-Lustspiel »Ton-Kulturfilm A. Reinig Inh. W. 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August 193t Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) Nr. 195 Drittes Blatt Wandern und Reisen • Bäder und Sommerfrischen. Spätsommer in Masuren. Bon Sdmllnb Scharein. Lugustsonne über masurischem Waldsee. Noch strahlt sie mit unoermindeater Straft Strahlt In der Glut de, Hochsommers. Nock entfacht sie allerlei Gelier zu mannigfachen Lebensaußerunaen: die Scharalben und Möwen über dem Wasser der Sees, Libellen im Röhricht, die Schmetterlinge im Wiesen- gründ, die Laufkäser auf dem heißen Sand de» Strande», die Rückenschwimmer und Dasierskorpione im seichten Schilfwasser. Und so verharre ich mit dem Kahn in dieser Wassereinsomkeit und blicke immer wieder in die» fröhliche Gewimmel und komme au» Sehen und Schauen und Sinnen nicht heraus. Lebensfreude glühenden Svätsommertages ...! Cs ist. als hätte sich dieser Tag zur Aufgabe gemacht. zu geben und immer wieder zu geben und mit seinen Gaben zu entgelten, was regendüstere Tage und Sturmnächte an Ungemach brachten. Al» hätte er das Bestreben, dem Sommer ein gute» Andenken zu hinterlassen. Dem Sommer, den eine» Tage, ganz unbenkerkt der Herbst ablosen wird. Wie das hier ist, Im Lande der Seen und Wälder. Auch die Vogelwelt ist heute rege. Um die alten Schwäne versammeln sich die dunkel gefärbten Jungen. und bald kräuselt sich unter der stolzen flotte das Wasser, das so lange in seiner ungetrübten Glätte einem riesigen Spiegel glich. In heimlichen Rohr- schne'sen flTÜnbdn und tauchen allerlei Onten. tm Schilfd.ck.cht schwatzen Dläßhühncr in einem fort, und der Hühnerhabicht reviert läng- de- Ufcrgchölzcs Der Fischadler, der gestern kaum -u sehen war. zieht schon zum dritten Wale auf Beute au- Doch einige Wochen — und er w.rd sich von dannen wenden, südlichen Gegenden zu. der Schreck dieser stUlen masurischen Waldseen. Dann w rd letzte Frucht di« Felder geräumt haben, und die Ebereschen werbest weithin leuchten durch erster Herbstnebel dünne Schleier. Aber bic Seen hier weit in der Runde werden darum nicht einsamer sein. Gewiß, manch« ihrer Bewohner werden fehlen, die Rohrdommel, di« Haubentaucher, die Flußseeschwalbe und andere. die hier zu Haus« sind, aber Gäste au» Rordland werden kommen. Di- die Tage grau und grämlich werden und der Schwäne lange Steilen über wildbewegtem Wasser südwärts -iehen. Aber bi- dabin bauert- noch eine gut« Weis«. Einstweilen gibt der Sommer sein Beste-. Gibt mit vollen Händen. Gibt Lebensfreude dem kleinen Getier im Userversteck und Wasser. Gibt dem Fischadler Beut«, der sich eben au- schäumender Flut emporschraubt und sich die Tropfen au- wasscrdichtem Gefieder schüttelt, gibt den Schwalben Atzung für ihre munter Heranwachsenden (Zungen. G.bt dem Dhilipponemnädchen Blumen und immer wieder Blumen, di« e- zum Krantz« flicht. Dielleicht will sie sich abend- beim Tanz mit ihnen schmücken. Vielleicht hat sie auch nicht solch weltliche Gelüste, di« schmuck« Dirn. di«s« Tochter des alten Rußland. Möglich, daß ihre Sehnsucht dem Ronnenkloster am Dusz-Ser gilt. In deren Kapelle ich si« gestern sah. Vielleicht w rd sie einst walten an dieser frommen Stätte, fle iert mit dem Bilde der heiligen Jungfrau von Kiew und dem griechischen Kreuz mit den drei Querbalken. Vielleicht ... Ich schüttele meine Faulheit ab. stoße den Kahn strandwärt- und fetze mich zu ihr. Und w eder dasselbe: ihre M enen verraten weder Freude noch Aerger über meine Anwesenheit: ihre flinken Finger winden den Kranz. daß er zusehends wächst. Aber ihr Mund bleibt stumm, und in ihren dunklen Augen zeigt sich lein Schimmer, der auf irgendeine Gemütsbewegung schließen ließe. Und doch ist es. als flecht« sie heimliche Wünsche in diesen Kranz duftender Feldblumen ... Stille ist um unS herum. Rur der Libellen knisternder Flug im Röhricht und der Grillen Gezirpe fällt in die» Schweigen. Von ferne tönen Ruderschlag und aufgescheuchter Enten Angstlaute. Vielleicht hat sie der Hühnerhabicht geschreckt oder der Rohrweih. der da schaukelt über Binsen und Schilf. Der Kranz ist fertig. Di« Finger ruhen, und di« Augen verweilen unverwandt auf dem Spiegel de- Wassers. Haben sie Freude am eigenen Bild, da- dieser Spiegel zeigt, untrüglich, wie einer aus feinstem Glas? Haben sie Freud« an d«r eigenen Schönheit? Denn schön bist du. braun« Maid. Und warum solltest du da- nicht wissen? Ob sie mitwolle auf den See, frage ich sie. Sie sieht mich an — Frage im Blick. Auf da» Hallrund einer fernen Bucht weise ich. iln der Wasserrosen leuchten und Mummeln sich hin und her wiegen. Sie blickt nach der Sonne ... Rickt. Ich hebe sie in den Kahn. Der gleitet geräuschlo- dahin über spiegelblanke Fläch«. Das Ufer «nt* schwindet. Der Tannenwald tritt mehr und mehr zurück, di« Stimmen, di« aus den Rohrund Schilfverstecken kommen, werden undeutlicher mit jedem Augenblick. Wafscreinfamkeit ... Don drüben naht em großer Vogel mit gleichmäßig- ruh gern Rudern: der Fischadler zieht zum viertenmal aus ... Es tst ja Sonnentag heute — Sonnentag tm Spätstnnmcr ... 0. wunderbare» Fleckchen Erd«, zwischen blauen und grünen Seen, inmitten dunkler Wälder. O. rätselhafte Menschen in weltentrückter Einsamkeit. Ihr habt eure Eigenart allen modernen Einflüssen zum Trotz, eure Eigenart in Sprach«, Rslig.on und Lieb, in der Väter uralten Bräuchen. Und ich muß denken an die» und jenes, wa» ich hier unter den Philipponen in Jahren sah und hörte: an den alten bärtigen Imker und fein junge», liebebedürftiges Wetb. an den hinkenden Johann, den ich e gentiich nur auf dem Wasser sah. an ba» Dampfbad und die Szenen, di« e» zeitigt. Ja. es ist e.ne alte, eigene Kultur, di« diesem Völkchen eigen ist. da» seit mehr denn hundert Jahren hier in dieser Wald- und Wassereinsamkeit haust. Der herannahende Abend meldet sich schon mit feut gen Sonne tun al cn im Hochwald, die Mög- wen schwenken und schrUen und stoßen, und dte Schwalben am User entfalten nochmal» höchste Emsigkeit, al» toir die H^mkehr antreten. Vom Dörfchen her trägt der leis« Wind die weichen Klänge einer Balalaika über den See. und daS Mädchen an meiner Seit« summt bi« Weise mit. Wanderfahrten. Laubach — Peter,Rainer Hof — hoherodskopf — Herchenhalner hohe — Hartmannshain. Wir fahren nach dem freundlichen Städtchen Laubach, gehen von hier roten liegenden Kreuzen nach bis zur Schreinersmühle und von da blauen Dreiecken nach durch das herrliche Seental am Ober- ferner Hof vorbei in leichtem Anstieg nach dem Petershainer Hof mit guter Einkehr. Das Zeichen leitet uns weiter am Ludwigsbrunnen mit prachtvoller Fern- sicht und gutem Wasser vorüber, an den Hängen der Feldkrücker Hohe her durch die Poppenstruth zum Oberwald und später an der Niddaquelle vorbei zum Hoherodskopsi (vorzügliche Unterkunst im Klubhaus des DHC.) Mit gelben Kreuzen verlassen wir den Berg und kommen abwechselnd durch Wald und blumenreiche Triften über Herchenhain, dem höchst- gelegenen Dorfe Hessens, nach unserem Endziel Hart, mannshain. Beim Benutzen des rot-weißen Bandes, das wir unterwegs treffen, können wir das ftim- mungsoolle Gefallenendenkmal und da» gastliche Bater-Bender-Heim auf der Herchenhalner Höhe berühren. Wanderzeit etwa sechs Stunden. Station Braunfels — Homburger Hof — Bermbach — Braunfels. Eine schöne Waldwanderung abseits der Markierungen ist die folgende: Dom Bahnhof Braunfels (Sonntagskarte nehmen!) gehen wir zunächst durch den Mühlengrund bis zur Wolfsmühle, biegen hier rechts ab und kommen durch das liebliche Rehbach- tälchen zum Homburger Hof, einer mitten im Wald gelegenen Försterei, die wir durchschreiten, um hierauf zum sog. Lustwäldchen mit Dem Jägerhaus zu gelangen, wo wir rasten können. Hier hat man auch einen prachtvollen Blick durch eine Waldschneise nach dem Braunfelser Schloß. Weiter geht's bann auf guten einsamen Waldpsaden nach Bermbach (eine Ste Karle ist unerläßlich). Durch ein freundliches, Iles Tälchen wandern wir hinunter zur Straße im öttbachtal, einem reizvollen Wiesen-Waldtal, bis Philippstein, wo wir gute Unterkunft finden. Der weitere Weg durch den Tiergarten nach Braunfels bietet von der Höhe ganz prächtiae Ausblicke sowohl rückwärts nach Philippstein mit der Burg, als auch auf Braunfels. Nach genügender Rast marschieren wir durch den schönen Mühlengrund nach unserem Ausgangspunkt, der Station Braunfels zurück. Wan- derzeit VA Stunden. Reisewinke. Deutscher Wandertag. Der Reich-verband Deutscher GebirgS- und Wandervereine hält vorn 5. bi- 7. September seine 40. Hauptversammlung in Burg abWupper ab. Dte Tagung wird zum ersten Male von dem im vergangenen Jahre neu gewählten Vorsitzenden, Rektor Iuspert, M d L.. Frankfurt a. M., geleitet Der Arbeitsplan weist verschiedene sehr wichtige Punkte auf: Durchgehend markierte Wanderstrecken durch da» ganze Reich, Unfall» und Haftpflicht-Versicherung für die Teilnehmer an Wanderungen, Werbewoche 1932, Jugendarbeit Vergünstigungen für die Mitglieder des R. d. G. und W. in Gaststätten, Ermäßigung bei Bahnfahrten usw. Mit der Versammlung de» Verbände-, der rund 240 000 Mitglieder zählt ist eine Wanderung der Müngstener Drücke, eine Besichtigung der Remscheider Talsperre und eine Fahrt durch da- Bergische Land nach Wuppertal-Elberfeld mit einem Abschiedsabend tm Zoo vorgesehen. Wanderungen im Lchwabculand. Llnzählige Wanderer durchstreifen alljährlich die verschiedenartigen Derggebiete der Schwäbischen Alb. deS Schwarzwaldes und deS Reckar- lande». Diesen wird es willkommen sei, zu hören, daß eine praktische Schrift erschienen ist, welch« mit Angabe genauer Wanderzeiten, wichtigster Sehenswürdigkeiten und der Höhenlagen die schönsten Wanderstrecken in Württemberg und Hohenzollern zusammensaßt und auch die beliebten Höhenwanderungen auf der Rordrandlinie der Schwäbischen Alb und einigen Höhenwegen de» Schwarzwaldes in fünf- biS vierzehntägigen Wanderungen prakttsch barftelü. Diese Schrift ist Segen Einsendung von 8 Pf. Porto kostenlos er- ältlich vom VerkehrSverband Württemberg» Hohenzollern m Stuttgart-Hauptbahnhof. Rundfunkprogramm. Sonntag, 23. August. 7.00: Don Hamburg: Hasenkonzert 8.15 bis 9.15: Morgenfeier, veranstaltet durch di« „Ehrist- liche Gemeinde TaunuSstraße 12 zu Frankfurt". 11: Anläßlich des Arbeiter-Jugendtages: Liederund Sprechchöre der ausländischen Arbeiterjugend. 11.30: Don Leipzig: Reichssendung, Kantate zum 12. Sonntag nach Trinitatis. 1215: Schallplattenkonzert. 14.00: Stunde deS Landes. 15 00: Stund« der Jugend. 16.00: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.00: „Dauern von Hruschowo" von Anna Seghers, vorgelesen von der Verfasserin. 18 30: Unterhaltung auf Schallplatten. 18 55: „Dom Ruhen der schlechten Literatur", Vortrag von Dr. Wolf Zucker. 19.30: Tänze in Rattonen. 20.00: „Herr unb Madame DeniS", Operette von Jacgues O fenbach. 21.15: Aus Lannstatt: Abend- konzert d«S Philharmonischen Bläser-Orchesters. 22-40 bis 24-00: Tanzmusik. Montag. 24. August. 7.00: Konzert auf Schallplattem 12 05: Schallplattenkonzert. 15-15: Ein« Viertelstunde deutsch« ReichSpost. „Drie'e ohn« Wvhnungsangabe", Vortrag von Oberpostinspektor Schwanstecher. 17.00: Wiesbaden: Große- Militär-Konzert deS Musik- korpS deS 15. Inf.-Regt Warburg a-d. Lahn. 18.40: „Deutsche reisen nach England", Vortrag von Else Aßhoss. 19.05: Englischer Sprachunterricht 19 45: „Zum königlichen Fladen" von Fett? Timmermann. vorgelesen von Dr. Maurus Liertz. 20.15: Abschiedskonzert Franz Völker. 2215: Von Berlin: Zeitbericht „Me deutsch-österreichisch« Zollunion vor dem Weltgerichtshof im Haag", bearbeitet von AotualiS. Dienstag, 25. August. 7.00: Frühkvnzert auf Schallplatten. 1205: Schallplattenkonzert- 15.15: Hausfrauen - Rachmittag. 17.00: RachmtttagS-Konzert des Rundfunkorchesters. 18 40: „Wozu eigentlich Goldwährung?", Dorttag von Dr. Wolfgang Hirschberg. 19.45: Akkordeon-Duette. 20.30: Gespräch mit Elly Beinhorn. 21.00: Konzert des Rundfunkorchesters. 2200: Don Budapest: Zigeuner- muftt Mittwoch, 26. August. 7.00: Frühkonzert auf Schallplattem 10.20 bis 10 50: Schulfunk. 12.05: Schallplattenkonzert. 15-15: Stunde der Jugend. 17.00: Wildbad: Rach- mittags-Konzert des Kurorchesteks 18.40: „Paul Verlaine und di« symbolistische Dichtung", Dortrag von Horace Melon. 19 05: ..Konstantinopel die Stadt der Moscheen und Zisternen". Vorttag von Oberbibliothekar Dr v. Seeger. 19 45: „Wir und sie!", ein bunter Abend. 2115: Operetten- Konzert. Donncrrlag. 27. August. 7 00: Frühkonzert auf Schallplattem 1205: Schallplattenkonzert. 15 30: Stunde der Jugend. 17.00: Rachmittagskonzen de» RundttmkorchesterS. 18.40: Zeitfragcn 19.05: ..Gesellschaftlich« Gruppen in der Politik', Dorttag von Waller DirkS. 19 45: Altdeutsche Märsche. 21 45 Kammermusik. 22 45 bis 23 30: Bad Homburg. Unterhaltungskonzert de» Kurorchesters. Jreltag, 2». August. 7.00: Frühkonzert aus Schallplatten. 1205: Schallplattenkonzert. 15 15: ..Ernste- und Aclterci aus meiner Elternsprcchstunde". von Paul Georg Münch. 16.00 bi- 16 45: Daden-Daden: Großer Preis von Baden-Baden, Hörbericht. 17-00: RachmittagS-Konzerr deS Rundfunkorchester». 18.40: ..Da» Katholische au» Sozialprogramm der Gegenwart", Dortrag von Dr. Heinrich Getzenh. 19.05 Der Frankfurter Goethe-Prei», Ansprache von Dr. AlsonS Paguet — Vortrag deS Preis- ttägers. 19.45: Unterhaltungskonzert de» Philharmonischen Orchesters. 21.00: Don Salzburg: Orchester-Serenaden 21.45: Englische Lieder. Samstag, 29. August. 7.00: Frühkonzert auf Schallplattem 10-20 bi» 10.50: „Herr Benz baut ein Auw", Hörbild von Walter. Bauer, Halle a. d. v. 12 05: Schallplattenkonzert. 15-15: Stunde der Jugend. 17 00: Rach- mittagS-Konzcrt des Rundfunkorchester». 18 40: „Hoover" — von einem Amerikadeutschen und persönlichen Kenner des Präsidenten. 19.05: Spanischer Sprachunterricht. 19 45: Unterhaltung»- Konzert. 21.30: Von Miltenberg a. M : Militär- Konzert. 23 20 biS 24 00: Karlsruhe: Tanzmusik. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 23. August. 12. Sonntag nach Trinitatis. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfarralsistent (Seemann; zu- gleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Markusgcmeinde; 9.30: Pfr. Mahr: 11: Kinderkirche der Matthäusgemcindc. — Iohonneskirche. 8: Pfr. Ausfeld: zugleich Christenlehre für die Neukonslr- mierten der Johannesgemeinde; 9.30: Pfr. Bechtol»- Heimer; Beichte und hl. Abendmahl für Lukas- und Johannesgemeinde; 20: Bibclbesprcchuna im Jo- Hannessaal; Pfr. Müller. — Kapelle de» Alten Fried- hoss. 9.30: Pfr. Ausfeld; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Luthergcmeinde. — Llisa- beth-Kleinkinderschule. 8.15: Christenlehre für die Neukonfirmierten der Petrusgemeinde; 9.45: Pfr. Lic. aßaas. — 3m Saal der neuen Krippe. 11: Äin« derkirche für die Johannesgemeinde; Pfr Ausfeld. — Klein Linden. 9: Christenlehre für die männliche Jugend; 10.30: Kindergottesdienst. — IDieferf. 9.30; 10.45: Kinderkirche. — Alten-Vufeck. 10. — Kirch- berg. 10: Kirchberg: feierliche Eröffnung des Kon- firmandenunterrichts: Kollekte für christliche Er- ziehungszwecke: 11: Christenlehre für die konfirmierte männliche Jugend; 13.30: Lollar. — Hausen- Garbenteich. 12.30 Hausen; 14: Garbenteich. — Watzenborn-Steinberg. 10.30: Hauptgottesdienst; Pfr. Steiner (Hausen). — Lich. 9.30: Stiftspfarrer Draudt; 20: liturgischer Abendgottesdienst; Stifts- pfarrer Draudt. — Rieder-Bessingen. 13.30: Pfr. Henkelmann. katholische Gemeinden. Samstag, den 22. August. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 23. August. 13. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte: 7: Messe; Kommunion der Frauen; 8: Kommunion: 9: Hochamt mit Predigt: 11: Messe mit Predigt: 14: Andacht. — Echzell. 10 45: Hochamt mit Predigt. — (Brünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt: 20: Christenlehre und Andacht. — Lollar. 8.45: Messe mit Predigt. — Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Montag, den 24. August. Laubach. 7.30 Uhr: Messe. Mittwoch, den 26. August. Hungen. 6.15 Uhr: Messe. LonntaaSdienki b. WetAte u. Hiwthefen am 28 8.3t Or.Neumann-Svengel. vr.S.Klein. Peltkanapoibeke. 3aünartt: Dr. Schöttler. D Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uyr, 16 bi« 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. sfSad Salzhausen Bewährte Heilquellen / Schöner alter Park Preiswerte Pauschalkuren Auskunft: Hessische Badedirektion SchloB-Cafö Marburg Inh. Carl Spangenberg - Schönet* Aussicht Marburgs Täglich ab 15.30 Uhr: Konzert Dienst,Donnerst.,Sonnab.u.Sonnt:Tanz-Abend Mittwoch: 5-Uhr-Tanz-Tee urro fiarinneinin Im Spessart von Heigenbrücken PdriCllMBlll Kurpension RIETZ vuadenolk Lage inmlUeo «roter Tau een wilder, herrlich« WaMapaxkrrltn« mH Idyll. Ruheplauen, reuende Fremdenzimmer, fließendes Wasser, pnma Verpflegung Mk 4 JO bei vier Mahlzeiten, Blaer im Hause, Badegelegenheit Autohalle. Telephon Frammersbach 15. 4995V Sommerkur für 3563V Nervenkrank und Nervös-Erschöpfte Spaxtalkoranstalt Holbein le Taoaaa bei Frankfurt a. M. — Prospekte durch San.-Raf Dr. M. Sdmlze-Hahleyss. $rafloo„£oofioilietlBoiti‘ Besitzer: E. Schmidt Fernruf Nr. 30 Haltestelle d.Bahn Laubach «Mücke Jumttten großer Buchen und Ftchtenwal- düngen gelegen unb zur Erholung sehr geeignet. Volle Pension 4 RS. 5495V Pmlpmioi Waldhol *Ä Luftkurort / Besitzer: E. 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PrUhstfick oenzdtlkhea Strandbad Bod-Nossau Sj- Schaumburg nur ö.Upor/ Wirtfchast müssen. S. f. K Lich. Banknoten. a. M. von der Veröffentlichung der Verordnung über den Derrn ahlungszwang und den Getreideexport. Da auch die Mühlen infolge der wochenlang geübten Zurückhaltung ziemlich schwach versorgt sind und die alten Bestände zur Beige gehen, setzte sich besonders von dieser Seite eine regere Kauflust durch, die noch mit Unterstützung des Handels, der ebenfalls Deckungsbedürfnis bekundete, gefördert wurde und eben nur zu anziehend den Preisen befriedigt werden konnte. halten. Lieber 1000 Meter sind Georg Müller (VsB. Gießen) und Jäger (Universität) zu nennen. Für den Dreikampf ist ebenfalls eine sehr starke Besetzung gemeldet. Für den Weitsprung sind S ch r o t h (Homburg), Maul (Stadt- sporwerein) und die 1900er Hopfenmüller, Linsemann, Müller, Lipp unl> Maus als befähigte Springer bekannt. Für das Kugelstoßen sind Hopfenmüller (1900), Luh (VfB.) und Loh (Tv. 1846) aussichtsreiche Bewerber. Zn der 4xl00-Meter-Staffel dürfte sich ein interessanter Kampf zwischen der Polizei Frankfurt, Stadlsportverein und Mtv. Gießen entwickeln. In einem Freundschaftsspiel treffen sich am Sonntag in Lich die 1. Mannschaften von Steinbach und Lich. Ueber den Ausgang des Spieles ist kaum etwas zu sagen, da beide Gegner seit etwa zwei Jahren nicht mehr gegeneinander spielten. Die Jugend fährt nach Ettingshausen, wo sie auf die dortige Jugend trifft. 1. kreisoffene Leichtathletik-Wettkämpfe des Männer-Turnvereins. 350 Wettkämpfer am Start. - Landes- und Kreismeister ringen um den Sieg. gen an den MeisterschaftSrennett In Berlin vorzüglich abgeschnitten haben. Es handelt sich btee um die Mannschaft der Mainz-Kafteler Ruder- gesellschaft, die nicht nur im Achter startet, sondern auch den Preis des Herrn Staatspräsidenten bestreiten wird. Aber auch ganz hervor- ragende Mannschaften bringen in diesem Iahre die Gießener Vereine heraus, welche auch an diesem Lage ihr Können wieder unter Beweis stellen werden. Mannschaften aus Münster. Essen, Mülheim, Aeuwied. Mainz, Kreuznach. Offenbach. Frankfurt. Wetzlar. Marburg. Weil- bürg, Limburg, Bad Ems imd Siegburg werden das Programm vervollständigen und ausgezeichneten Sport liefern. Die Streitkräfte der Gießener Vereine sind in allen Dootsgattungen* vielversprechend. Es ist auch mit einem günstigen Abschneiden der Gießener Mannschaften zu rechnen. Zum zweiten Male werden in diesem Jahre Damen-Ren- nen ausgetragen. Beide Reimen werden In Gig- Booten ,über zirka 1000 Meter gefahren. Gemeldet zu diesen Rennen haben der Offenbacher Ruder-Verein 1874 und der Verein Rudersport Gießen 1913. Die Zahl der eingelaufenen Meldungen macht die Austragung von etwa 30 Dorrennen erforderlich, die am Samstag ab 14.30 Uf>f, und am Sonntag ab 8.30 Uhr ausgefahren werden. Die Hauptrennen beginnen am Sonntag ab 14 Uhr. 3m allgemeinen wird in diesem 3ahre erstmalig in Abständen von 10 Minuten gestartet. Die Regattaleitung wird für pünktliche Abwickelung sorgen und unnötige Pausen vermeiden. Eine Lautsprecheranlage wird das Publittirn genau über den.Verlauf der Rennen orientieren. Die Eintrittspreise sind volkstümlich gehalten. Am Weizenmarkt entwickelte sich ziemlich lebhaftes Geschäft, so daß für die Tonne Weizen hessischer, hessen-nassauischer und unterfräw- kischer Herkunst 250 Mk. erzielt wurden, was einem Preisgewinn von 15 Mk. gegen die Vorwoche gleichkommt. Roggen hatte bei schwachem Angebot und besserer Rachfrage nach Roggenmehl festen Markt/ bei ebenfalls anziehenden Preisen. Stark anregend wirkte dabei die ebenfalls geschaffene Aus- fuhrmöglichkeit. Die Rvtterung stellte sich für die Lonne auf 215 Mk., also auf 10 Mark höher als in der vergangenen Woche. Am Hafermarkt war die Haltung als schr fest zu bezeichnen. Reuhafer wurde noch nicht offeriert, während auch alter Hafer kaum an- geboten wird. Es konnte sich daher auch hier ein Preisgewinn von 10 Mk. per Tonne einstellen, so daß in dieser Woche sich die Rvtterung für alten Hafer auf 200-205 Mk. stellt. 3n Braugerste ist das Geschäft immer noch unentwickelt. Die Brauereien sind im Einkauf infolge des fortgesetzt unbefriedigenden Dierkon- sums recht zurückhaltend. Der Preis für Sommergerste stellte sich paritätisch zu dem für Wintergerste zuletzt gezahlten, nämlich auf 170 bis 175 Mk. die Tonne. Am Mehlmarkt bestand sowohl für Weizen- als auch für Roggenmehl mehr Kaufnei- gung, zumal der Konsum nur schwach versorgt sein soll, so daß die Preise im Zusammenhang mit der festen Haltung des Rohprodukts werter hinaufgesetzt wurden. Man forderte für Weizenmehl südd. Spezial 0, hergestellt nach den alten! Vorschriften aus 40 Prozent Auslandweizen und 60 Prozent 3nlandweizen 40,25—40,75 Mk., desgl. Sondermahlung sog. inländisches Weizenmehl aus 100 Prozent deutschem Weizen 36—36,75 Mk.. Weizenmehl Niederrhein., Spez. 0, hergestellt nach den Vorschriften wie bei südd. Mehl, 40,25 bis 40,50, desgl. Sondermahlunz 36—36,50 Mk., für Rvggenmehl 0 bis 60proz. Ausmahlung 29,50 bis 31,00. Futtermittel, wie Kleie und Rachmehle, waren ebenfalls etwas besser beachtet, so daß auch hier durchweg Preisbesserungen von 0,25 bis 0 50 Mk. eintraten. Es notierten Weizenkleie 10,00, Roggenkleie 9,75. Das Geschäft am Kar- toffelmarkt war sehr unbefriedigend, doch ist der Preis für Gelbfleischige mit 2,20 Mk. für den Zentner gut behauptet. Die Olympische Staffel und die 4X100-Meter- Stasfel dürften die Mannschaften des Stadtspv., der Polizei oder die Bockenheimer als Sieger sehen. Den vorliegenden Meldungen nach zu schließen sind bei dieser Veranstaltung Leistungen zu sehen, die in Gießen sehr selten gezeigt werden können. Den Wettkämpfen sieht man in Kreisen der Turner und Sportler mit begreiflichem 3nter- esse entgegen. Handball im Gau Hessen (D.T.) Zum zweiten Derbandsspiel auf eigenem Platze erwartet der Tv. Treis die erste Mannschaft des Tv. Münchholzhausen. Die Gäste sollen über eine sehr spielstarke Elf verfügen. Der Ausgang des Spieles ist offen. * Klein-Lindens erste Handballmannschaft empfängt am Sonntag die erste des Tv. Münchholzhausen zum fälligen Verbandsspiel. Der Ausgang des Spieles ist offen. Gießener Herbst-Regatta. Veste süddeutsche Klasse am Start. Die diesjährige Herbst-Regatta des Vereins Rudersport, die ausgezeichnete Meldung aufzuweisen hat, zeichnet sich durch die Beteiligung bester süddeutscher Mannschaften ganz besonders aus. Die Regatta, die am Sonntag, dem 30. August, zum Austrag kommt, erfreut sich einer ganz vorzüglichen Besetzung, die sportlich wertvolle Kämpfe verspricht. Befinden sich doch unter den 85 Booten mit etwa 450 Ruderern, die die Meldeliste verzeichnet, hervorragende Mannschaften Süd- und Westdeutschlands. Das Gießener Publikum wird u. a. jene bevorzugten Mannschaften zu sehen bekommen, die noch vor 14 Ta- Für die kreisvffenen Leichtathlettk-Wettkämpfe, die der hiesige Männerturnverein zum ersten Male veranstaltet, liefen zahlreiche Meldungen ein. Leichtathleten und Sportler aus dem Lager der DT. und der DSD. werden sich auf dem Waldspvrtplah des VfB. ein Stelldichein geben. Don über 40 Vereinen sind Meldungen abgegeben .worden, an 1200 Einzelmeldungen liegen vor. (350 Wettkämpfer und Wettkämpferinnen treten auf den Plan.) Reben den hiesigen Vereinen, die sämtlich mit starkem Aufgebot teilnehmen, sind " es auch eine große Zahl auswärtiger Vereine, insbesondere aus den Kreisen der Deutschen Turnerschaft, die ihre Besten entsenden. So erwartet man die Turner vom Stadtsportverein Frankfurt, aus Dad-Rauheim, Koblenz, Offenbach, Darmstadt usw. 3n der Oberstufe der Turner ist die Elite am Start. 40 Kampfrichter stehen zur Wertung der Leistungen zur Verfügung. Bei einer vorschauenden Betrachtung der einzelnen Wettbewerbe ergibt sich folgendes Bild: In der lumednnen-llnferflufe wird sich ein großes Feld dem Starter stellen. Die Spielvereinigung 1900, der VfL. Wetzlar, VfB., Mtv. und 1846, sowie verschiedene auswärtige Vereine haben zahlreiche Meldungen abgegeben. Das gleiche gilt für die ebenfalls sehr stark belegten Wettkämpfe der Jugendliche beiderlei Geschlechts, die schon am Samstagnachmittag in die Schranken treten werden. In der lutnerinnen-Oberffufe sind verschiedene sehr befähigte Turnerinnen gemeldet. Im 100-Meter-Lauf ist Frl. Becker vom Stadtsportoerein Frankfurt a. M. die Favoritin. Sie hat allerdings in Frl. Bickelhaupt (Mtv. Gießen) eine Konkurrentin, die versuchen wird, ihr den Sieg streitig zu machen. Im Weitsprung ist es ebenfalls Fräulein Becker (Süddeutsche Landesmeisterin und Meisterin im Mittelrheinkreis), die die besten Aussichten hat. Die gefährlichste Konkurrentin ist auch hier Frl. B i ck e l h a u p t. Außerdem Frl. Espach (beide Mtv. Gießen). Im Hochsprung hat Frl. B i ck e l h a u p t mit ihrer bisherigen besten Leistung von 1,52 Meter das Anrecht auf den ersten Platz. Außerdem: Frl. P. Richtberg (1900) und Frl. Röhmig (Mtv.). Im Kugelstoßen wird voraussichtlich Frl. Bormann vom Stadtsportverein Frankfurt die Siegerin stellen. Die Dereinskameradin Frl. T h e a t o ist ernsthafte Konkurrentin. Die Damen Frau Braun (Bad Homburg), Frl. Nickel (1900) und Frl. Luh (VfB.) sollten ein Wort mizureden haben. Im Speerwurf ist ebenfalls Frl. Bormann (Stadtsportoerein Frankfurt) an erster Stelle zu nennen. An zweiter Stelle Frl. Schuchhardt und Frl. Theato vom gleichen Verein. Frl. Holstein (1900), die Bezirksmeisterin in Hessen-Hannover, und Frl. Schmidt (Mtv.), die erstmals als Aktive startet, haben Aussichten auf gute Plätze. Im Drei- kampf ist abermals die talentierte Mtv.erin Bickel- Haupt die aussichtsreichste Bewerberin auf den ersten Platz. Ferner: Frl. Decker und Frl. Richt- berg. In der 4X100-Meter-Staffel hat die Kreismeisterschaftsstaffel des Mtv. (Esoach, Amend Röhmig, Bickelhaupt) große Mühe, sich gegen Stadtsportoerein Frankfurt zu behaupten. Die Turner-Unterstufe sieht ebenfalls viele Teilnehmer am Start. Für den 100-Meter-Lauf liegen allein 20 Meldungen vor. lieber 400 Meter dürfte Ploch (Mtv.) zusammen mit Döring (Frankfurt-Sachsenhausen) und Werner (VfL. Wetzlar) die Spitze Die Mittelstufe weist ebenfalls durchweg eine sehr gute Besetzung auf. lieber die 200 Meter hat Fernau (Mw ) in den 1900ern Schickedanz, Spaar und Schwab ernsthafte Konkurrenten. Ein interessantes Rennen dürfte sich über 800 Meter zwischen 3äger (liniversität) und Bepperlt ng (1900) entwickeln. Ferner: Müller, Simon, Römer, Büttner (VfB). 3m Hochsprung dominieren Pfeffer (liniversität) und 3 a k o b (Bataillon). 3m Schleuderball sind Mohl und Gugel sowie der Bad-Rauheimer R o t h in Front zu erwarten. Außerordentliche leichtathletische Leistungen dürften in den zahlreichen Wettbewerben der Oberstufe zu erwarten fein. 3n der 100-Meter-Konkur- renz trifft sich ein ausgesuchtes Feld. Fernau (Mw.), Simon und Grübling (Vorwärts Bockenheim) sind in der Turnerschaft Rainen von gutem Klang. Geist 1900 ist ebenfalls beteiligt. Das schwerste Rennen des Tages dürfte das über 800 Meter sein. Der Süddeutsche Meister und Kreismeister May (Bad-Rauheim) treffen auf den ehemaligen Kreismeister Rome Hk (Koblenz) und auf Wagner (Dockenheim). Dep- perling (1900), Simon und Büttner (VfB.) sind ebenfalls, wenn auch mit geringeren Aussichten, im Rennen. Für 1500 Meter sind es Romey k und Wagner, die neben Schaaf (1900) in erster Linie zu nennen sind. Auch der 3000-Meter-Lauf weist eine hervorragende Besetzung auf. Auf den Zwei- kampf zwischen dem süddeutschen Meister und Kreismeister F o r n o ff (Darmstadt) und Schaaf (1900) darf man besonders gespannt sein. Außerdem stehen im Wettbewerb Gerhardt (1900), Kraft (Rheinfranken), Heyse (Bataillon), Reitz, Dörr und Hammesfahr (VfB.). 3m Weitsprung dominieren 3 ung (1900), Steines (VfB.) und Thoemes (Stadtspv.). Zum Hochsprung tritt mit Aussichten an der süddeutsche Sechskampfmeister zugleich der fünfte bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin. 3akobs vom Stadtsportverein. Dr. Möckel- mann (1846) und Anheies (Koblenz) dürsten sich um den zweiten Platz bemühen. 3m Stabhochsprung stehen sichGlaab (Bockenheim) und Steines (VfB.) als schärfste Konkurrenten gegenüber. Zum Kugelstoßen treten einige bekannte Größen an: Kilo (VfL. Wetzlar), Mohl, Gugel (VfB.) u.